Paracontact Sommer 2019

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In luftiger Höhe

Das Kit besteht aus einem Necessaire mit Handtuch, Spiegel und Händedesinfektionsmittel.

Geschätzte Leserinnen und Leser

Am 1. Mai 2019 habe ich die Stelle als Direktor bei der SPV angetreten. Eine Funktion bei einer einzigartigen Organisation, die Seinesgleichen im nationalen und internationalen Vergleich sucht. Als ich vor rund einem Jahr die Stellenausschreibung gelesen habe, hat mich diese gepackt und begeistert. Die Chance, in einer Institution tätig zu sein, die über ein aussergewöhnliches Angebot verfügt, schweizweit bestens vernetzt ist und in welcher eine Betriebskultur vorherrscht, bei der die Mitglieder im Zentrum stehen, war für mich auschlaggebend.

«Kundenorientierung und Netzwerk»

Während meiner Einarbeitungszeit steht das Kennenlernen der 27 Rollstuhlclubs, der Mitglieder wie auch Mitarbeitenden der SPVsowie der Aufbau des Netzwerkes im Vordergrund. Es ist mir wichtig, eine gute Vernetzung mit unseren Partnern innerhalb der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wie auch den Partnern in Sport, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu erlangen.

Für die SPV und für meine Position als Direktor ist dies eine wichtige Grundlage, damit wir unsere Ziele zum Wohle aller Querschnittgelähmten erreichen.

Im Bereich der Leistungen ist die SPV vorbildlich aufgestellt. Das äusserst kompetente und motivierte Mitarbeiterteam erbringt effiziente und passende Angebote, welche laufend angepasst und ergänzt werden. Dass sich die SPV stets weiterentwickelt, spüren Sie bei der Lektüre des Paracontacts. Diese Kundenorientierung und Kultur zu pflegen und zu entfalten ist zentral für unsere Organisation. Ich freue mich darauf, dies unter der Führung und in Zusammenarbeit mit dem Zentralvorstand, mit allen Mitgliedern und den Mitarbeitenden der SPV weiterzuverfolgen.

Gemeinsam werden wir die SPV für zukünftige Herausforderungen gestalten und uns für die Anliegen und Bedürfnisse der Querschnittgelähmten einsetzen.

Herzlichst

Wir sind gerne für Sie da. Rufen Sie uns an: 061 487 99 11

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AG ▪ Ringstrasse 15 ▪ 4123 Allschwil ▪

office@rehatec.ch ▪ www.inko-reha.ch

Herausgeberin

Schweizer Paraplegiker-Vereinigung

Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil

Telefon 041 939 54 00

E-Mail spv@spv.ch www.spv.ch

Chefredaktor

MLaw Charly Freitag

Redaktion

Urs Styger, Felix Schärer, Roger Getzmann, Erwin Zemp, Evelyn Schmid, Gabi Bucher

Koordination, Grafik, Inserate Tina Achermann

Fotos

SPV, fotolia.com, Plein Soleil Lausanne, Jodlerfründe Ruopige, Ruth Freimüller, Urs Sigg, Markus Binda, Tokyo 2020, Engelberg Tourismus, Celina Hangl Swiss Paralympic, Campus Sursee, Virgin Money London Marathon, Stiftung Wunderlampe, Seilpark Aletscharena, HaitiRehab, SPS

Druck

Brunner Medien AG, www.bag.ch

Redaktionsschluss

Ausgabe Herbst 2019: abgeschlossen Ausgabe Winter 2019: 30.8.2019

Auflage

8 600 Exemplare deutsch 4 450 Exemplare französisch

In dieser Publikation wird zur Vereinfachung die männliche Form stellvertretend für die weibliche und männliche Formulierung verwendet.

Die in der Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. Namentlich gekennzeichnete Fremdbeiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder. Ein Abdruck von unverlangt eingesendeten Manuskripten ist nicht gewährleistet.

WIR BEWEGEN

AKTUELL 6

DELEGIERTENVERSAMMLUNG

Der neue Zentralvorstand 8

NACHGEFRAGT

Social Media, neues Baby der SPV 11

LEBENSBERATUNG

JOYSTEER

Ein Griff für mehr Freiheit 12

PROBEFAHRT

Neuer Fernbus swiss-express 14

DAS PLEIN SOLEIL IN LAUSANNE Ambulatorium 15

IM BALGRIST

UND WISSENSCHAFT

zum Erfolg! 18 SITZ-ZENTRUM

SAVE THE DATE

Zentralfest am 25. April 2020

2019 findet turnusgemäss kein Zentralfest statt. Zum 40-JahrJubiläum im Jahr 2020 organisiert die SPV das Zentralfest in Nottwil. Zwei Tage vor dem offiziellen Gründungsdatum feiern wir mit allen Mitgliedern, deren Familien, den SPV-Mitarbeitenden und Personen aus dem Umfeld des Dachverbandes.

Reservieren Sie sich den Samstag 25. April 2020. Wir werden Ihnen ein spannendes Programm und Zeit für Gespräche und den Austausch bieten.

STABSÜBERGABE

Charly Freitag im Amt

Am 1. Mai 2019 übergab Thomas Troger nach rund 22 Jahren das Amt als Direktor an seinen Nachfolger Charly Freitag.

In einem feierlichen Akt mit allen SPV-Mitarbeitenden, wichtigen Partnern und Vertretern der Schweizer Paraplegiker-Gruppe wurde der scheidende Walliser gewürdigt und verabschiedet. Charly Freitag freut sich

sehr auf die neue Aufgabe, wie auch der am 27. April 2019 gewählte neue SPV-Präsident Philippe Moerch, der die Nachfolge von Christian Betl antritt.

Informationen

Details zum neuen Direktor und Zentralvorstand finden Sie auf spv.ch unter News und Medien.

NEUE MITARBEITENDE

Sophie Gnaegi

Sportkoordinatorin

Seit dem 1. März 2019 arbeitet Sophie Gnaegi bei der SPV als Sportkoordinatorin Westschweiz. Dank guten Französisch- und Deutsch-Kenntnissen verbindet sie die Rollstuhlclubs dies- und jenseits des Röstigrabens mit der SPV.

Unihockeybegeistert Wenn sie nicht in der Romandie unterwegs ist, trifft man sie in einer Sporthalle am Unihockeyspielen. Sie liebt es zudem, in der freien Natur joggen zu gehen.

Géraldine Hert

Rechtsanwältin

Seit April 2019 unterstützt

Géraldine Hert als Rechtskonsulentin die Mitglieder bei juristischen Fragen. Nach dem Studium an der Universität Bern und Genf erwarb sie das Anwaltspatent des Kantons Solothurn.

Unter Wasser

Ihre Freizeit verbringt sie in der Natur und mit Sport. In den Ferien hat sie letztes Jahr das Tauchen und Eintauchen in die faszinierende Unterwasserwelt entdeckt.

Alexander Post Sozialarbeiter

Seit März 2019 unterstützt Alexander Post das Team der Lebensberatung in deutscher und französischer Sprache. Oft ist er in seiner zweiten Heimat Berlin anzutreffen, wo er einen Teil seines Masterstudienganges absolviert hat.

Essen, Sport und Humor Kochen und Essen sind seine Leidenschaft. Im Rollstuhlbasketball findet er den Ausgleich. Eine Prise Humor gehört für ihn sowohl in den beruflichen wie privaten Alltag.

Stefanie Wider Sozialarbeiterin BA

Seit April 2019 berät Stefanie Wider zwei Tage pro Woche für das Team Lebensberatung Mitglieder in der Deutschschweiz und begleitet sie in sämtlichen Lebenslagen. Daneben arbeitet sie als Rechtsanwältin in einer Kanzlei in Interlaken.

Aktiv und draussen Vom Büroalltag erholt sie sich joggend oder auf dem Velo, beim Erklimmen kleiner und grosser Berge oder schwimmend in allerlei Gewässern. Sie kocht gern und liebt Musik.

NEUER CLUBPRÄSIDENT

Rollstuhl-TennisClub Aargau

Martin Erni

Geburtsdatum: 1. Juni 1960

Beruf: Dipl. Masch. Ing. ETH, aktuell teilzeitangestellt als Performance Analyst bei LafargeHolcim

Im Club seit: 19. Mai 1985 (als Gründungsmitglied, seither immer im Vorstand aktiv, auch schon als Präsident von 2001–2013)

Hobbys: Familie, Tennis, Reisen, Fischen, RTCA

Aktuelle Projekte: Organisation des int. Rollstuhl-TennisTurniers «Birrhard Open» vom 28.–30. Juni 2019 – schon die 28. Ausgabe!

Angebote des Clubs: Rollstuhl-Tennis-Trainings in Gruppen auf allen Niveaus (geleitet vom aktuellen Nationaltrainer René Bolliger), freie Tennistrainings, Grillabend, Chlaushock, Tagesausflüge, Clubreisen

AUS DEN CLUBS

Veränderungen und Vakanzen

Der RC Züri Oberland wird nicht mehr im Co-Präsidium geführt. Nach dem Rücktritt von Urs Wüthrich ist Olga Manfredi alleinige Präsidentin.

Der RC Bern ist nach dem Rücktritt von Thomas Schneider aktuell ohne Präsident/-in.

«InSCI»

FORSCHUNG

ist abgeschlossen

InSCI steht für «International Spinal Cord Injury Survey» und ist die erste weltweite Befragung von Menschen mit Rückenmarksverletzungen. Ziel ist eine Bestandesaufnahme ihrer aktuellen Lebensbedingungen und Gesundheitsversorgung.

Koordiniert durch die Schweizer Paraplegiker-Forschung wurde InSCI nach dem Vorbild der schweizweiten SwiSCI-Studie zeitgleich von 22 Ländern eigenständig durchgeführt. Es nahmen rund 12 500 Menschen daran teil. Die Ergebnisse liefern fundierte Informationen zu den Lebensbedingungen von Menschen mit Rückenmarksverletzungen sowie den wichtigsten Problemen vor Ort.

Erste vergleichende Auswertungen werden dieses Jahr veröffentlicht. Diese Erkenntnisse dienen in einem zweiten Schritt als Grundlage für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen zur Verbesserung der Versorgungssituation. Dafür werden Vertreter aus Politik, Wirtschaft sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen zusammen diskutieren, welche Probleme in ihrem Land am dringendsten sind und welche konkreten Massnahmen sich daraus ableiten lassen.

Mehr dazu Sie finden detaillierte Informationen auf www.swisci.ch/de

BESUCHERZENTRUM PARAFORUM

Eröffnung im September

Anfang März 2018 war Baustart für das Besucherzentrum ParaForum der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Es handelt sich um eine multimediale und interaktive Ausstellung in Form einer Wohngemeinschaft (WG). Darin lernen die Besucher die Geschichten von vier Querschnittgelähmten kennen; de-

ren Alltag, Rehabilitationsprozess und auch die veränderte Lebenssituation. Vom 5. bis 8. September 2019 wird diese WG mit einer Eröffnungsfeier eingeweiht, dies im Rahmen des Volksfestes Dynamo Sempachersee. Reservieren Sie sich diese Daten – Details finden Sie auf www.dynamosempachersee.ch.

Der neue Zentralvorstand

Drei Frauen – vier Männer, drei aus der lateinischen –vier aus der deutschen Schweiz, drei Fussgänger –vier Rollstuhlfahrer: Das ist der neue Zentralvorstand, der die SPV in Zukunft strategisch weiterentwickelt.

Das wichtigste Traktandum der diesjährigen Delegiertenversammlung (DV) waren die Wahlen für den Zentralvorstand. Von den bisherigen sechs Mitgliedern standen nur noch Thomas Schneider und Stephan Bachmann zur Wiederwahl zur Verfügung. Für die frei werdenden Sitze haben sich elf Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Der aktuelle Zentralvorstand gab im Vorfeld der DV ein Siebner-Ticket als Wahlempfehlung ab, damit der Zentralvorstand die in den Statuten festgelegte Grösse von fünf bis sieben Mitglieder behält. Der Vorschlag berücksichtigt alle als wichtig erachteten Kompetenzen und Funktionen. Dazu gehören beispielsweise die Vertretung aller Sprachregionen, beider Geschlechter, der Clubpräsidien und der Angehörigen. Der Vorschlag des bisherigen Zentralvorstandes wurde mit einer grossen Mehrheit der Stimmen angenommen. Wir stellen Ihnen die Mitglieder gerne vor.

Präsident Philippe Moerch

Der 61-jährige neue Präsident ist ein wahres Sprachtalent. Neben seiner Muttersprache Französisch spricht er fliessend Deutsch und Englisch. Seit einem Segelunfall 1984, der ihn zum Paraplegiker machte, ist er der SPV verbunden. Er engagierte sich früh im Rollstuhlclub Valais Romand, obgleich er als Ingenieur im Bereich Global Telecom für verschiedene Unternehmen der chemischen Industrie beruflich viel beschäftigt

war und sich politisch engagierte. Seit 2017 ist er im Ruhestand. An seiner Vorstellung sagte er, dass er sich freue, Zeit und Gelegenheit zu haben, der SPV, von deren Dienstleistungen und Unterstützung er selber ein Leben lang profitiert habe, etwas zurückzugeben. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder sowie ein Enkelkind und wohnt in Collombey. In der Freizeit segelt er gerne, fährt Monoskibob, spielt Curling oder ist mit dem Handbike unterwegs.

Thomas Schneider

Seit 1999 ist er im Zentralvorstand, seit 2001 Vize-Präsident. Seine Wiederwahl garantiert, dass Erfahrungen aus den letzten 20 Jahren und vorhandenes Wissen genutzt werden können. Er kennt die Sorgen und Anliegen unserer Mitglieder aber auch, weil er von 1999 bis 2019 Präsident des Rollstuhlclubs Bern war. Selber ist er seit einem Arbeitsunfall im 1994 Paraplegiker. Er ist auch beruflich sehr engagiert als Mitglied der Geschäftsleitung bei der Klausner Wetter Metallbau. Er ist 56 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Unterlunkhofen. In der Freizeit liest er viel und fährt gerne Handbike.

Stephan Bachmann

Als Mitglied im Zentralvorstand seit 2013 ist er die zweite Person, die für Kontinuität steht. Er ist seit 25 Jahren im Behindertenwesen tätig. Seit 2011 ist er Direktor des

REHAB Basel und kennt die Herausforderungen für die Querschnittgelähmten bestens, da er auch Präsident der Vereinigung Paraplegikerzentren Schweiz ist. Er ist auch mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) gut vernetzt, da er lange Personalchef in Nottwil war. Der 51-jährige studierte Betriebswirtschaftler lebt mit seiner Frau in Basel und Luzern. In der Freizeit reist er gerne und pflegt Freundschaften.

Claudia Hüttenmoser-Pfister

Als nebenamtliche Richterin weiss die 51-jährige Ostschweizerin, wie man auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf behält und Situationen richtig einschätzt. Dabei baut sie auf ihren gesunden Menschenverstand und Sinn für Pragmatismus. Zur Paraplegikerin wurde sie durch einen Autounfall im Jahr 2003. Sie ist Mitglied im Rollstuhlclub St. Gallen und spielt in der Freizeit gerne Curling. Dabei hat sie viele Jahre lang die Schweiz erfolgreich in der Nationalmannschaft vertreten. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Goldach. Ihre guten Sprachkenntnisse in Deutsch, Französisch und Englisch werden für die Zusammenarbeit im Zentralvorstand von Vorteil sein. Sie hat

sich für das Amt beworben, weil es ihr am Herzen liegt, dass die SPV auch in Zukunft ihren wichtigen Auftrag für die Rollstuhlfahrer erfüllen kann. Sie möchte die Teamarbeit, die sie im Curling schätzen gelernt hat, im Zentralvorstand weiterführen.

Walter Lisetto

Der Tessiner setzt sich seit Jahren engagiert für die Querschnittgelähmten in der Südschweiz ein. Seit der Gründung des Rollstuhlclubs Insuperabili amtet er als deren Präsident und organisiert nicht nur Sportveranstaltungen, sondern auch kulturelle Events im Tessin. Sein Engagement für die Querschnittgelähmten hat mit dem Unfall seines Bruders zu tun, der 1995 als Tetraplegiker in Nottwil rehabilitiert wurde. Er ist Chief Investment Officer bei der Axion SWISS Bank, spricht mehrere Sprachen, wohnt in Lugano und ist verheiratet. In seiner Freizeit hilft der 45-Jährige, Handbikerennen in grosse Sportanlässe wie beispielsweise das Stralugano oder den European Handbike Circuit zu integrieren. Seine Kandidatur für den Zentralvorstand basiert auf dem Wunsch, dass die italienischsprachige Schweiz im Zentralvorstand vertreten ist.

Die 54-Jährige ist ein Multitalent. Sie spricht fünf Sprachen und verfügt über profundes Wissen in der Vereinsführung und langjährige Erfahrung im Behindertenbereich. Diese möchte sie in die SPV einbringen und dazu beitragen, dass der Verband gestützt und gestärkt wird. Als Präsidentin des Rollstuhlclubs Züri Oberland, bei dem sie seit 24 Jahren dabei ist, kennt sie die Bedürfnisse und Herausforderungen unserer Mitglieder. Sie war zudem für die Zürcher Behindertenkonferenz und den Gleichstellungsrat Egalité Handicap tätig. Als Juristin hat sie sich im vergangenen Jahr in der Arbeitsgruppe zur Statutenreform engagiert und will sich künftig für eine nachhaltige strategische Ausrichtung der SPV einbringen. Sie ist seit einem Unfall 1994 Paraplegikerin, lebt im zürcherischen Wald und in ihrer Freizeit pflegt sie ihren Garten. Ihre Vision ist, dass die SPV die beste Vereinigung von Menschen mit einer Behinderung sein wird.

Annick Meystre

Mit Jahrgang 1985 ist die Westschweizerin das jüngste Mitglied im Zentralvorstand. Nichtsdestotrotz ist sie seit zwölf Jahren in

Zentralvorstand

Hinten von links:

Annick Meystre und Stephan Bachmann; vorne von links: Claudia Hüttenmoser, Thomas Schneider, Olga Manfredi und Philippe Moerch; auf dem Bild fehlt Walter Lisetto

drei Rollstuhlclubs Mitglied, nämlich bei CFR Fribourg, CFR Nord Vaudois und im CFR Valais Romand. Sie kam schon früh mit Rollstuhlfahrern in Kontakt, wie sie selber sagt: «Von klein an war ich an der ‹Welt› von Menschen mit Behinderung interessiert. Mein Studium in sozialer Arbeit und die Ausbildung zur Sozialpädagogin, meine beruflichen Aktivitäten sowie meine Freizeit haben sich in diesem Kontext abgespielt.» Heute ist sie mit einem Paraplegiker verheiratet und geschäftsführende Partnerin bei Défisport, einem auf Rollstuhlfahrer spezialisierten Geschäft für Alltagshilfen und adaptierte Sportgeräte. Zusammen mit ihrem Mann hat sie die Défisport Association gegründet. Sie besitzt eine Sportlizenz in Rollstuhl-Basketball, wohnt in Saxon und ist perfekt dreisprachig Deutsch/Französisch/Englisch. Ihre Freizeit verbringt sie meistens in der Natur. Sie hat ein gutes Beziehungsnetz in der deutschen und französischen Schweiz.

Die SPV gratuliert zur Wahl und freut sich auf die Zusammenarbeit.

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Social Media, neues Baby der SPV

Janine Gassner ist verantwortlich für die Social Media der SPV. Was genau sie macht und was ihr dabei gefällt, erzählt sie nachstehend.

Von Gabi Bucher

Janine, seit September 2018 betreust du die Social-Media-Kanäle der SPV. Was muss man sich darunter vorstellen? Die SPV hat sich zum Ziel gesetzt, auf den sozialen Medien präsent zu sein, um ihre Mitglieder mit Bildern und Bewegtbildern zu unterhalten und zu informieren und auch, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Aus diesem Grund bespielen wir die Kanäle Facebook, Instagram und Twitter.

Und wie arbeitest du?

Einerseits durchforste ich das Netz auf der Suche nach Beiträgen, welche unsere Mitglieder interessieren könnten, andererseits produziere ich auch selber Content.

Content – was meinst du damit?

Ich produziere eigene Beiträge, indem ich an Events der SPV teilnehme und kurze Filme darüber mache. Letzten Herbst begleitete ich einen Teilnehmer während des Breitensportcamps «move on». Er erzählte, was ihn daran fasziniert, verschiedene Sportarten auszuprobieren, welche ihm besonders gefallen haben und welche Bedeutung Sport für ihn hat. Das Ziel war es, einen vertieften Einblick in das Camp zu geben für zukünftige Teilnehmende.

Wie lange darf so eine «Geschichte» oder eben ein Video sein?

Erfahrungsgemäss werden nur die ersten paar Sekunden eines Films geguckt, dann klicken die Leute weiter. Somit werden die Beiträge auf Social Media immer kürzer. Instagram begrenzt die Dauer auf eine Minute. Wir sind auf allen Kanälen auch gut vernetzt mit Rollstuhlsportlern und teilen

relevante Beiträge. Jeder Sportler hat wieder seine eigenen Vorlieben, welche Kanäle er oder sie einsetzt. Zu erwähnen ist, dass auf Instagram mehrheitlich eine jüngere Community verkehrt. Die wollen wir ansprechen.

Weiss man, wie viele Personen bei uns reinschauen?

Jeder Kanal hat seine eigenen Messtools. Dort gibt es Angaben zu Alter, Geschlecht oder Wohnort unserer Community. Wir sind natürlich mit ein paar Hundert Followern noch klein, aber stark am wachsen.

Man spürt, dass dir dieser Job Spass macht. Was ist das Interessante daran? Er ist sehr abwechslungsreich. Das Schöne ist, er findet nicht nur anonym im Netz und vor dem PC statt, sondern ich treffe an Events regelmässig Menschen, die mich

Janine Gassner bei der Arbeit

mit ihrer Lebenseinstellung inspirieren. Ich habe aber auch Kontakt zu Menschen aus aller Welt. Manchmal klickst du auf irgendein Profil und befindest dich in der Welt eines kletternden Paraplegikers, siehst umwerfende Bilder und denkst: «Wow!» Oder die Tetraplegikerin, die innerhalb kürzester Zeit über 200 000 Abonnenten für ihre Schminktipps gefunden hat. Wenn ich Freunden erzähle, wo ich arbeite, machen sie betroffene Gesichter und meinen, das müsse schwierig sein. Aber das ist überhaupt nicht so, hier öffnet sich eine ganz neue Welt.

paraplegikervereinigung

RollstuhlsportEvents

spv_nottwil

paraplegikervereinigung

JOYSTEER

Ein Griff für mehr Freiheit

Als einer der Ersten schweizweit fährt Daniel Brühlmann, Tetraplegiker, sein eigenes Auto mit einem Joysteer.

Irgendwie kommt einem die Geschichte bekannt vor: Junger Mann, Innendekorateur mit Fachrichtung Bodenbelag, im Familienbetrieb tätig mit dem Ziel, das Geschäft später zu übernehmen. Hobby Geräteturnen. Die Schweizermeisterschaft im Vereinsturnen steht an. Nach einem intensiven Training gehts ans Aufräumen. Aber da ist noch dieser Abgang vom Reck, der muss einfach sitzen. Also setzt der ehr-

geizige junge Mann nochmal an zum Kontersalto. Die Drehung gelingt nicht optimal – er knallt kopfvoran auf die Matte. Fazit: Tetraplegiker.

So geschehen bei Daniel Brühlmann am 18. Juli 2008 abends um halb zehn. Ja, ein Abgang zu viel, erzählt er, aber gehadert habe er deswegen eigentlich nie. «Es hätte irgendwann passieren können. Es war we-

nigstens nicht während eines öffentlichen Wettkampfs, das hätte einen riesigen Trubel gegeben.»

Unterwegs mit dem ÖV

Von Ettiswil wurde er mit einem «Kurzflug», wie er sagt, ins SPZ geflogen. Nach zehn Monaten Reha konnte er nach Hause. «Glücklicherweise wieder in mein Haus über dem Familienbetrieb», erklärt er. Ein

Daniel Brühlmann dank Joysteer autonom unterwegs

Aussenlift wurde angebracht, das Bad angepasst, die Balkontüre in eine Schiebetüre umgewandelt, alles andere war rollstuhlgängig. Anfänglich fuhr er zwei Mal pro Woche in die Physiotherapie nach Nottwil. «Wir haben bei der Spitex Ettiswil nachgefragt, ob es einen Betreuungsdienst gibt», erzählt Daniel. So fand er Helferinnen, die ihn mit dem Bus nach Nottwil und retour begleiteten. Alleine schafft er den Ein- und Ausstieg in den Bus nicht. Auch sogenannte «Bettfrauen», wie Daniel sie nennt, sind Teil seines Lebens. Er ruft sie an, wenn er abends Hilfe braucht, um ins Bett zu gehen. Das klappe sehr gut und sei ein Stück weit Freiheit gegenüber den fixen Zeiten der Spitex.

Keine Chance in der Privatwirtschaft Was die berufliche Situation betraf, musste Daniel umdenken. Als typischer Handwerker waren Schule und Prüfungen nicht sein Ding. Aber die IV verknurrte ihn – Daniels Ausdruck – in der Rodtegg Luzern, einer privaten Stiftung für Menschen mit körperlicher oder mehrfacher Beeinträchtigung, eine Ausbildung zu machen. Die IV hatte ihm erklärt, er gehöre in eine geschützte Arbeitsstätte, in der Privatwirtschaft hätte er keine Chance. Zwei Jahre waren vorgesehen, erzählt Daniel. «Ich war zwar gut betreut, aber ich gehörte nicht dorthin.»

Im Familienbetrieb weiterarbeiten, z. B. im Büro, war aber nicht möglich. Da alle auswärts arbeiten, wäre er allein, keiner da, der Fragen beantworten kann und keiner, wenn ihm mal was runterfällt. Der Chef der Firma Siltex, welche den Betrieb seiner Familie beliefert, hatte seine Hilfe angeboten, also fragte Daniels Vater nach, ob es eine Möglichkeit zu einer Beschäftigung gäbe. Daniel durfte dort eine Woche schnuppern. «Obwohl ich keine Ausbildung hatte, lediglich PC-Kenntnisse, bekam ich eine Stelle in dieser Firma.» Jetzt arbeitet er bereits seit sechs Jahren dort, kümmert sich um die Auftragsabwicklung, gibt Aufträge ein, macht Bestellungen.

Mobilität als Problem und Chance

Sehr früh begann Daniel auch mit dem Rugbyspiel in Nottwil. Glücklicherweise hatte er einen guten Kollegen, der mit ihm zum Training fuhr, anfänglich mit dem

Bus, dann transferierte er ihn in sein Auto. Selber Autofahren konnte Daniel nicht, er hatte zu wenig Kraft zum selber steuern. Er hatte gehofft, vielleicht genügend Fähigkeiten zurückzuerlangen, um ein Auto mit Umbau fahren zu können, merkte aber dann, dass dies nicht möglich sein würde. «Selber Autofahren war aber einer meiner ganz grossen Wünsche, es bedeutet einfach Freiheit und Flexibilität.» Obwohl er sich manchmal frage, was die Leute wohl denken, wenn er aus seinem Auto aussteige. Für alles auf Hilfe angewiesen, aber selber Autofahren? Daniel lacht.

Langes Warten

Blieb die Lösung des Joysteers. Diesen gab es damals zwar schon, er war aber in der Schweiz noch nicht zugelassen. Etwa drei Jahre musste Daniel warten, bis es endlich soweit war. «Bei der Paramobil AG (heute Orthotec AG) hatten sie ein Auto, damit konnte ich dieses System ausprobieren.» Nachdem die nötigen Abklärungen betreffend seiner Fahrtüchtigkeit gemacht waren, musste er eine Prüfung ablegen. Fahren, parken, schnellbremsen und Kreiselfahren wurden getestet, danach konnte er endlich sein Auto mit Joysteer bestellen. Bis alles angepasst und eingebaut war, dauerte es ein weiteres Jahr. Der Boden des Fahrzeuges musste heruntergesetzt werden, damit Daniel mit dem Rollstuhl hinter das Lenkrad fahren kann, ein Bügel montiert, damit er nicht nach vorne fällt. Da er schweizweit einer der ersten war, oder der erste überhaupt, der mit einem Joysteer fuhr, dauerte alles etwas länger. «Heute haben sie mehr Erfahrung, aber jeder Umbau ist halt eine Einzelanfertigung.»

Neugefundene Freiheit

Seit sechs Jahren fährt Daniel nun mit dem Joysteer und hat damit unglaublich viel Freiheit, Flexibilität und mehr Lebensqualität erlangt. Er konnte seinen Wohnort

beibehalten, fährt alleine zur Arbeit, ins Training, zur Physiotherapie. Er kann Freunde besuchen, ausgehen. «Ich bin in anderen Bereichen genug auf Hilfe angewiesen, darum geniesse ich es umso mehr, selber fahren zu können und nicht jedes Mal jemanden aufbieten zu müssen.» Er ist gesellschaftlich und beruflich integriert, «und sogar im ersten Arbeitsmarkt». Zudem könne er ab und zu auch Fahrten mit den Kindern seiner Schwester übernehmen, zum Training zum Beispiel. «So kann ich ihr einen Dienst erweisen als Dank für all die Dienste, die sie mir erweist und ich kann sie ein Stück weit entlasten», sagt er zufrieden.

Ein solcher Umbau ist eine grosse Investition. Er kostet bis zu CHF 100 000.–, dazu kommt das Auto. Der Anteil, den die IV daran gezahlt habe, sei verschwindend klein, mit der Begründung, er habe ja eine Familie, die ihn fahren könne. Aber für ihn sei diese Investition jeden Rappen wert und er würde sich wieder genau gleich entscheiden, wenn er müsste. Daniel rechnet damit, das Auto etwa 15 Jahre fahren zu können. «Ich würde es nicht mehr hergeben. Jetzt bin ich wieder mit dabei, unabhängig bis zu einem gewissen Grad und diese Freiheit ist unbezahlbar für mich.»

JOYSTEER

Der Joysteer ist ein elektronisches Lenksystem, das bei minimalen Kräften und Armreichweiten eingesetzt werden kann. Das System bietet eine umfassende Lösung für die Bedienung von Lenkung, Bremse, Gas und allen wichtigen Sekundärelementen. Handbremse, Automatikgetriebe, Licht, Blinker oder Scheibenwischer lassen sich über ein einziges System mit wenigen Eingabeelementen einfach bedienen.

Auf direktem Weg per Rampe mit dem Rollstuhl ans Steuerrad

PROBEFAHRT

Neuer Fernbus swiss-express

Seit 2018 betreibt EUROBUS die ersten innerschweizerischen Buslinien im Fernverkehr.

Eingeladen von der EUROBUS swiss-express AG durfte ich den neuen Fernbus auf der Strecke Bern-Neufeld nach Zürich Flughafen testen.

Von Harald Suter

Meine Reise führte mich zuerst mit dem Zug nach Bern. Dort angekommen, suchte ich die Bushaltestelle für den Bus ins Neufeld zum abgemachten Carterminal. Eine charmante Busfahrerin stieg, ohne dass ich sie fragen musste, aus und klappte mir die Rampe für den Einstieg herunter. In Neufeld angekommen galt es für mich als «Auswärtigen», den Carterminal zu finden. Der Weg führte relativ steil nach oben. Da es für mich mit dem manuellen Rollstuhl keine Möglichkeit gab, über das Trottoir den Carterminal zu erreichen, gelangte ich die letzten Meter über den Veloweg dahin.

Neuer Niederflur-Bus Eigentlich erwartete ich einen Carterminal mit Haltekanten, wie man es vom öffentlichen Busverkehr gewohnt ist. Zu meiner Verwunderung handelte es sich aber um einen einfachen Halteplatz, wo mich der Geschäftsleiter von EUROBUS

swiss-express Roger Müri herzlich empfing. Gleichzeitig mit dem Eintreffen des doppelstöckigen Niederflurbusses traf auch mein Kollege René im Elektrorollstuhl ein. Der Einstieg in den Bus gestaltete sich bereits schwierig, da ohne Haltekante die Klapprampe viel zu steil war. Der Buschauffeur half mir beim Einstieg. Mit Renés Elektrorollstuhl war der Einstieg jedoch nur durch viel Anlauf und sein fahrerisches Können möglich. Der Bus verfügt über zwei Rollstuhlstellplätze mit entsprechenden FixierSchienen im Boden. Beim Fixieren des Elektrorollstuhls bekundete der Chauffeur noch einige Mühe, da er sich zuerst mit dem neu gelieferten Gurt-Material auseinandersetzen musste.

Rollstuhlgängige Toilette?

In der Zwischenzeit erkundete ich das Rollstuhl-WC. Dieses wurde nicht über die ganze Busbreite gebaut und ist dement-

sprechend eng. Daran ändert auch die gutgewollte zweiteilige Türe nichts. Mit dem manuellen Rollstuhl konnte ich knapp die Türe hinter mir schliessen. Es gab dann aber keinen Platz mehr, um auf die Toilette zu transferieren. Und mit offener Türe auf die Toilette zu gehen, erachtete ich dann doch nicht als angebracht.

Die Fahrt

Ich meinerseits transferierte auf den Doppelsitz für Begleitpersonen und schnallte mich an. Die für mich angenehme Fahrt führte von Bern via Zürich Sihlquai, wo wir wieder eine Ein- und Ausstiegssituation ohne Haltekannte vorfanden, nach Zürich Flughafen. Beim Busterminal am Flughafen gibt es Haltekanten, und René und ich konnten bequem aussteigen. Den Rückweg traten wir mit dem Zug an, welcher nach meinem Empfinden für Rollstuhlfahrer doch mehr Bequemlichkeiten bietet.

SPV-REISEBUSSE

Unsere Partner EUROBUS und Buchard Voyages betreiben die drei rollstuhlgerechten Reisebusse der SPV. In diese Busse gelangt man mit dem Rollstuhl über eine fahrzeuggebundene Hebebühne. Dies bietet den Vorteil, dass es beim Ein- und Ausstieg keine Rolle spielt, ob eine Haltekante vorhanden ist oder nicht. Zudem sind die rollstuhlgängigen Toiletten platzmässig viel grösser konzipiert.

Steiler Einstieg ohne Haltekante Fixation des Elektrorollstuhles

Ambulatorium

Die Sprechstunden des Ambulatoriums entstanden aus der Zusammenarbeit der Institution Lavigny und der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Es werden ganzheitliche Behandlungen und Nachversorgungen angeboten.

Das Ambulatorium für Paraplegie im oberen Teil von Lausanne ist gut erreichbar. Es ist ein Referenzzentrum innerhalb des Waadtländer Zweigs für Neurorehabilitation. Die Dienstleistungspalette ist auf die spezifischen Bedürfnisse der betroffenen Personen zugeschnitten und wird von den Krankenkassen anerkannt. Die individuellen Anforderungen der Patienten stehen im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk wird auf die soziale und berufliche Wiedereingliederung gelegt.

Mit dem Ziel der Aufrechterhaltung bzw. der Wiedererlangung einer optimalen Lebensqualität verfolgt die Beratung einen multidisziplinären Ansatz mit Fachpersonen in der rehabilitativen Medizin, Ergotherapie, Physiotherapie, Neuropsychologie, Logopädie, Urologie, Pneumologie und Orthopädie. Die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen allen Fachkräften, die mit der betroffenen Person in Kon-

takt stehen, ist von wesentlicher Bedeutung, um dem Patienten eine individuelle und optimal auf seine Situation zugeschnittene Lösung zu bieten.

Das Team arbeitet mit den behandelnden Ärzten, mit der häuslichen Pflege, den Familien, Spitälern und Therapeuten zusammen, um das angestrebte Ziel zu erreichen.

Weiter pflegt es die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil, anderen spezialisierten Institutionen der Westschweiz, ParaHelp und mit der Lebensberatung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung.

Kontakt

Dezentrales Ambulatorium für Paraplegie Plein Soleil, Ch. de la Cigale 3, 1010 Lausanne, Tel. 021 651 28 61, paraplegie.pleinsoleil@ilavigny.ch

IM BALGRIST SPV-Höck

Die SPV bietet in der Uniklinik Balgrist regelmässig Infoveranstaltungen an.

Offene Runde: Stammtisch Lebensberatung SPV, Donnerstag, 27. Juni 2019, 16.00 –18.00 Uhr

Die Gesprächsgruppe «Mit Querschnittlähmung leben» trifft sich monatlich und diskutiert und informiert jeweils zu verschiedenen Themen. Interessierte treffen sich im Restaurant der Uniklinik Balgrist. In lockerer und unkomplizierter Gesprächsrunde werden Erfahrungen und Ideen ausgetauscht.

Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

Institut für Rechtsberatung (IRB) SPV, Donnerstag, 26. Sept. 2019, 18.00 –20.00 Uhr

Wer entscheidet bei einem medizinischen Notfall?

In einer Patientenverfügung können Sie eine medizinische Vertretungsperson bestimmen und andere Anweisungen festhalten.

Was passiert, wenn ich urteilsunfähig werde?

Mit einem Vorsorgeauftrag entscheiden Sie selbst, wer Sie vertreten soll, falls Sie urteilsunfähig werden.

Ein Mitarbeiter des IRB informiert Sie ausführlich zu diesen beiden Themen und beantwortet gerne Ihre Fragen.

Für diesen Anlass ist eine Anmeldung erforderlich: Tel. 041 939 54 04, erwin.zemp@spv.ch

DAS PLEIN SOLEIL IN LAUSANNE

HILFSMITTEL

Beschädigter Rollstuhl beim Flugtransport

Was tun, wenn Ihr Rollstuhl beim Transport im Flugzeug beschädigt wird?

Was sind Ihre Rechte? Eine praktische Frage, die viele unserer Mitglieder konkret betrifft.

Von Agnès von Beust, Rechtsanwältin

Laurents zweiwöchiger Urlaub in Asien endet unschön: Am Flughafen muss er feststellen, dass sein Rollstuhl, auf den er als Querschnittgelähmter angewiesen ist, während des Transports beschädigt wurde. Laurent kann ihn gerade noch für die Rückfahrt vom Flughafen verwenden, doch ist ein Rad wackelig und das Chassis beschädigt. Die Reparatur kostet so viel wie ein neuer Rollstuhl! Der Streit mit der Fluggesellschaft um die Entschädigung kostet Laurent einen guten Teil der in den Ferien getankten Kräfte. Was wird Laurent letztlich erhalten?

Dass Gepäck beschädigt wird oder verloren geht, gehört zu den Risiken beim Reisen – wobei diese natürlich ganz andere Dimensionen annehmen, wenn es um einen Rollstuhl geht. Dieser Artikel erklärt die Rechtslage und die Möglichkeiten, im Schadensfall seine Ansprüche zu verteidigen.

Was sagt das Gesetz?

Montrealer Übereinkommen

Das Montrealer Übereinkommen 1 regelt Schadensfälle im internationalen Luftverkehr. Nach diesem Übereinkommen können Reisende eine Entschädigung von bis zu 1131 SZR (Sonderziehungsrechten) pro Person erhalten, was gegenwärtig ungefähr CHF 1570.– entspricht. Dieser Betrag reicht für den Ersatz oder die Reparatur eines Rollstuhls bei weitem nicht aus – im Fall von Laurent kam die Reparatur auf CHF 4000.– zu stehen.

Das Montrealer Übereinkommen sieht jedoch eine wichtige Ausnahme vor: Wenn der Passagier bei der Aufgabe des Gepäckstückes ein besonderes Interesse an der Lieferung geltend macht und allenfalls einen vereinbarten finanziellen Zuschlag entrichtet. Mit dieser Erklärung kann auch

im Falle einer Beschädigung des Rollstuhls eine zusätzliche Entschädigungssumme erwirkt werden.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) konnte auf Anfrage jedoch weder die Kosten dieser besonderen Interessenserklärung noch ihre konkrete Funktionsweise angeben. Nach Angabe des BAZL ist dieses Instrument nicht zwingend und seine Umsetzung wird nicht vom BAZL überwacht. Im Fall von Laurent gab es keine derartige Erklärung und die Fluggesellschaft machte ihn auch nicht darauf aufmerksam.

Europäische Verordnung über die Rechte von behinderten Flugreisenden Der Rechtsdienst der SPV, den Laurent kontaktierte, stiess auf die Europäische Verordnung über die Rechte von behinderten Flugreisenden 2. Leider verweist diese Verordnung für die Höhe der Entschä-

digung ebenfalls auf das erwähnte Montrealer Übereinkommen. Hingegen hält sie, in Widerspruch zum Übereinkommen, fest, dass behinderte Menschen ohne zusätzliche Kosten Hilfe erhalten und die verantwortlichen Fluggesellschaften zwei Mobilitätshilfen befördern müssen.

Ein ähnlicher Fall wie der von Laurent beschäftigte auch ein deutsches Gericht 3

Dieses fragte sich, ob die kostenlose Unterstützung der behinderten Person bewirkt, dass das Luftfahrtunternehmen dem Passagier erlauben muss, ohne zusätzliche Kosten eine besondere Interessenserklärung machen zu können, die ihm eine höhere Entschädigung als die genannte maximale Schadenssumme sichert, falls seine Mobilitätshilfe beschädigt wird. Das Gericht erinnerte auch daran, dass gemäss der europäischen Verordnung behinderte Menschen die gleichen Reisemöglichkeiten haben sollen wie andere Bürger. Wenn sie jedoch befürchten müssen, bei einem Schaden an ihrem Rollstuhl erhebliche Kosten selbst aufbringen zu müssen, so ist das Ziel der Verordnung nicht erreicht. Die Flugmöglichkeiten von behinderten Menschen sind eingeschränkt. Und wenn der Rollstuhl als Teil ihrer Person und nicht als Gepäckstück gelten würde? In diesem Fall würde die Entschädigung nämlich deutlich höher liegen. Letztlich konnte das Gericht keine Antwort auf diese Fragen geben.

Fazit

Zusammenfassend muss man feststellen, dass die Rechtslage nicht zufriedenstellend ist. Die Entschädigungen liegen zu tief. Zwar bestehen Möglichkeiten, das Gesetz zugunsten von mobilitätseingeschränkten Menschen auszulegen, doch sind diese nicht breit anerkannt.

Das Europäische Behindertenforum hat sich des Problems angenommen und setzt sich seit mehreren Jahren für eine Änderung der Rechtslage und eine Erhöhung der Schadensobergrenzen ein. Gemäss BAZL sind Gespräche im Gang, um die Fluggesellschaften zu verpflichten, eine Versicherung für allfällige Beschädigungen während des Transports abzuschliessen. Wir bleiben dran!

Was tun bei einem Schaden?

Vor der Abreise

Wir empfehlen, vor der Abreise den Zustand des Rollstuhls zu dokumentieren (Foto, Video usw.), um gegenüber der Fluggesellschaft nachweisen zu können, dass der Schaden effektiv beim Transport entstand. Informieren Sie sich ausserdem bei der Fluggesellschaft über die Möglichkeit einer unentgeltlichen Interessenserklärung mit Angabe der Gesamtkosten. Auch der Abschluss einer privaten Versicherung für Wertgegenstände wie dem Rollstuhl kann von Vorteil sein.

Im Schadensfall

Bei einem Schaden muss dieser dokumentiert und unverzüglich der Fluggesellschaft gemeldet werden. Ist der Rollstuhl unbrauchbar geworden, muss der Flughafen gemäss der europäischen Verordnung behinderten Reisenden befristet einen Rollstuhl zur Verfügung stellen, damit diese zumindest den Flughafen verlassen können.

Wir empfehlen, mit den Fluggesellschaften zu verhandeln, damit sie den Schaden in voller Höhe übernehmen. Diesen Weg wählte auch Laurent – er erhielt nach langen Verhandlungen und mit Verweis auf die obigen Argumente die Reparaturkosten in voller Höhe erstattet. Ausserdem können Sie die Sache auch vor Gericht bringen.

Haben Sie Ihre Reise über ein Reisebüro gebucht, so prüfen Sie den Vertrag, ob dieser eine allfällige Übernahme des Schadens vorsieht.

Und schliesslich muss der Schaden den Sozialversicherungen (IV oder SUVA) angezeigt werden, wenn der Rollstuhl von der Versicherung finanziert wurde. Nach Gesetz wird der Rollstuhl leihweise abgegeben und bei einem Schaden von der Versicherung ersetzt, wenn die versicherte Person ihre Sorgfaltspflicht nicht vernachlässigt hat. Objektiv gesehen wird man die Beschädigung während eines Flugtransports nicht dem Benutzer oder der Benutzerin vorwerfen können … Man darf sich zudem auch fragen, ob die Versicherung den Rollstuhl nicht auf ihre Kosten erset-

Informieren Sie sich bei der Fluggesellschaft über die Möglichkeit, vor der Abreise eine besondere Interessenserklärung abzugeben.

Dokumentieren Sie den Zustand Ihres Rollstuhls vor der Abreise. Klären Sie ab, ob Sie den Rollstuhl versichern können. Verhandeln Sie mit den Fluggesellschaften über eine vollständige Entschädigung.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Haftpflichtversicherung.

zen muss. Die Frage wurde gestellt, eine rechtliche Antwort scheint aber noch auszustehen.

Wir empfehlen weiter, sämtliche unbefriedigenden Situationen auch dem BAZL zu melden, da dieses für die Umsetzung der Europäischen Verordnung über die Rechte von behinderten Flugreisenden zuständig ist.

Laurent musste während vieler Wochen kämpfen, bevor er schliesslich Recht erhielt. Die Rechtslage ist weder eindeutig noch vorteilhaft, was die Gespräche mit Fluggesellschaften auch nicht vereinfacht. Eine Anpassung der Gesetzgebung tut Not. Bis es soweit ist, müssen die Mitglieder der SPV wachsam bleiben.

1 Übereinkommen zur Vereinheitlichung bestimmter Vorschriften über die Beförderung im internationalen Luftverkehr (SR 0.748.411)

2 Europäische Verordnung (EG) Nr.1107/2006, von der Schweiz übernommen

3 Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 15. März 2016, Aktenzeichen 11 U 171/15v TIPPS & TRICKS

Wir brauchen Ihre Hilfe Haben Sie etwas Ähnliches erlebt wie Laurent? Schreiben Sie uns an kf@spv.ch und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit.

Gemeinsam zum Erfolg!

Dank Diagnostik und Sportwissenschaft das Leistungspotenzial vollständig ausschöpfen, sich optimal ernähren und die eigene Körpertemperatur beeinflussen –Experten geben einen Einblick in ihren Alltag.

Wie kann ich mein Leistungspotenzial besser ausschöpfen? Soll ich die Anzahl Trainingseinheiten erhöhen? Trainiere ich überhaupt richtig? Was soll ich vor und nach dem Sport essen? Wie kann ich meine Körpertemperatur beeinflussen? Diese und weitere Fragen stellt sich jeder Kaderathlet. Hilfe bieten die Experten des Nationalen Leistungszentrums für Rollstuhlsport (NLR).

Sportmedizinische Untersuchungen, sportartenspezifische Kraft- und Ausdauerleistungstests, Performance-Beratung, Ernährungssupport, sportpsychologische Beratung sowie Umfeldanalysen sind Themen, welche den Alltag unserer Experten prägen. Im Bereich Leistungsdiagnostik und Sportwissenschaft führen wir verschiedene Tests durch, um zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu gelangen. Nachfolgend zeigen wir, wie objektive Messgrössen erhoben und zur Optimierung des Trainingsprozesses und der persönlichen Leistungsentwicklung der Athleten eingesetzt werden.

Sportartspezifische Ausdauertests am Beispiel Handbike Im Rahmen von Testing Days absolvieren die Handbiker jeweils einen standardisierten, von uns entwickelten und etablierten Ausdauertest (Laktatsenke-Test) im persönlichen Sportgerät auf einem Cyclus2Ergometer (Bild). Daraus lassen sich nicht nur die individuellen Trainingsintensitätszonen und entsprechende Wattleistungen

ableiten, sondern auch Leistungsfortschritte und noch nicht ausgeschöpftes Potenzial identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der anschliessenden Performance-Beratung diskutiert und fliessen in den nachfolgenden Trainingsprozess mit ein. Die Wirksamkeit der eingeleiteten Trainingsmassnahmen kann im Rahmen eines Folgetests überprüft werden. Der Laktatsenke-Test kann also je nach Fragestellung sowohl zur Bestimmung des aktuellen Trainingszustandes, der individuellen Trainingsintensitätszonen, als auch zur Trainingssteuerung und zum Monitoring des Ausdauertrainings eingesetzt werden.

Krafttestung am Beispiel

Rollstuhl-Leichtathletik

Maximal- und Explosivkraft sind wichtige, leistungsbestimmende Parameter, um einen Rennrollstuhl effizient antreiben zu können. Unsere mit den Leichtathleten durchgeführte Muskelleistungsdiagnostik erlaubt es, diese zwei Parameter objektiv und detailliert zu analysieren. Beim Test, welchen wir im Rahmen der Testing Days durchführen, müssen die Athleten in Abhängigkeit ihres Körpergewichts immer schwerere Gewichte (20, 40, 60, 80 und 100% des eigenen Körpergewichts) beim Bankdrücken so explosiv wie möglich nach oben beschleunigen und wegwerfen. In Abhängigkeit des Verlaufs der Leistungsparameter bei den Zusatzlasten kann eine entsprechende Trainingsempfehlung abgegeben werden. Zeigt beispielsweise ein

Athlet mit tiefen Zusatzlasten (20 oder 40% des Körpergewichts) eine überdurchschnittliche und mit höheren Zusatzlasten (60, 80, 100% des Körpergewichts) eine unterdurchschnittliche Leistung, so sollte der Athlet vermehrt seine Maximalkraft trainieren. Zeigt er im Vergleich zur Leistung bei hohen Gewichten eine mässige Performance bei tiefen Zusatzlasten, so sollte der Trainingsfokus in nächster Zeit auf der Explosivkraftentwicklung liegen.

Sporternährungsbezogene Unterstützung

Eine Querschnittlähmung führt zu physiologischen Veränderungen, welche auch im Zusammenhang mit dem Thema Sporternährung berücksichtigt werden müssen. Oft ist die Magen-Darmtätigkeit der betroffenen Sportler stark beeinträchtigt (z. B. erhöhte Darmpassagezeit von Nahrungsmitteln, Verstopfung usw.). Ernährungsbezogene Massnahmen können dabei helfen, diese Probleme in den Griff zu kriegen und die Magen-Darmtätigkeit im Sportleralltag zu optimieren. Die verminderte Muskelmasse im Vergleich zum Fussgänger führt zu einem deutlich reduzierten Energieverbrauch in Ruhe sowie während Belastung. Die Herausforderung bezüglich Sporternährung besteht also darin, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Energiezufuhr und -verbrauch zu finden, um die maximale Leistung während Trainingseinheiten zu garantieren, ohne dass es zu einer Gewichtszunahme kommt. Auch der Optimierung des Flüssigkeitshaushalts all-

gemein und insbesondere in der Hitze messen wir bei der Sporternährungsberatung die notwendige Bedeutung zu. Generell muss die Ernährung individuell auf den Sportler sowie auf seine Trainingseinheiten abgestimmt werden. Unsere Messungen der Körperzusammensetzung und des Energieverbrauchs in Ruhe liefern die für die professionelle Beratung nötigen Grundlagen.

Bei Athleten mit ausgewogener Basisernährung, einer optimalen Energiezufuhr und gut funktionierendem Magen-Darm-Trakt kann in einem weiteren Schritt die Leistung bzw. die Erholung dank dem gezielten Einsatz von geeigneten Supplementen individuell optimiert werden. Das dafür nötige Wissen erarbeiten wir uns anhand eigener Studien, welche nach strengen wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt und ausgewertet werden. An den dazu aktuell existierenden rund 15 Studien weltweit ist die sportwissenschaftlich-leistungsdiagnostische Abteilung der Sportmedizin in rund drei Vierteln aller Untersuchungen federführend oder direkt involviert gewesen.

Allgemein betrachtet stellt die Optimierung der Ernährung eines Rollstuhlathleten eine vielschichtige und komplexe Angelegenheit dar, welche eine individuelle Analyse des aktuellen Ist-Zustandes erfordert, um gezielt Massnahmen ableiten zu können. Nur so ist es möglich, die Ernährung individuell auf das Training, die Wettkampfziele und die Umgebungsbedingungen abzustimmen.

Körpertemperatur beeinflussen

Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeit zur Schweissproduktion unterhalb der Lähmung neigen Rollstuhlathleten rasch zur Überhitzung. Seit einigen Monaten haben wir die Möglichkeit, mittels einer Thermopille (Bild) die Körpertemperatur zu überwachen und so getätigte Kühlmassnahmen auch in Wettkampfsituationen auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen.

Mit Blick auf Tokyo 2020

Am 25. August 2020 werden in Tokio die Paralympischen Spiele eröffnet. Es werden Temperaturen von über 30° C bei einer

Luftfeuchtigkeit von rund 75 % erwartet und die Athleten müssen zusätzlich mit der Zeitverschiebung von acht Stunden umgehen. Um dort erfolgreich bestehen zu können, müssen bei der heutigen Leistungsdichte alle Puzzleteile zusammenpassen. Eine frühzeitige, akribische Planung ist dafür unerlässlich. Dazu gehören unter anderem eine optimale, sportartspezifische Vorbereitung im Kraft- und Ausdauerbereich, ein auf Training und Wettkampf abgestimmtes Ernährungskonzept, Strategien und Massnahmen zum Umgang mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, aber auch

die Optimierung des eingesetzten Wettkampfmaterials. Zu all diesen Bereichen kann die Sportwissenschaft/Leistungsdiagnostik mit ihrem Dienstleistungsangebot einen sinnvollen Beitrag leisten und die Athleten kompetent unterstützen und beraten. Im Hinblick auf Tokyo 2020 sind weitere Projekte geplant, damit unsere Athleten dort fit und gut vorbereitet an den Start gehen können.

Weitere Informationen www.paraplegie.ch/sportmedizin

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Sitzen ist eine komplexe Angelegenheit

Das Rollstuhl-Sitz-Zentrum (RSZ) in Nottwil bietet einen individuellen und vollumfänglichen Service rund um das Thema Sitzen im Rollstuhl. Leider wenden sich Rollstuhlfahrer oft erst dann ans RSZ, wenn es bereits Komplikationen gibt.

Von Elias Bricker

Den ganzen Tag nur herumzusitzen, das sei ungesund, heisst es landläufig. Doch Rollstuhlfahrer sind zum Sitzen gezwungen – viele von ihnen verbringen täglich mehr als zehn Stunden auf ihrem Fortbewegungsmittel. «Deshalb ist es nicht egal, wie man im Rollstuhl sitzt», sagt Ergotherapeutin Verena Zappe. «Sitzen ist eine komplexe Angelegenheit». Falsche Positionen können zu Schmerzen, Druckstellen, Fehlhaltungen und Atemproblemen führen. «Insbesondere Personen, die schon jahrelang auf den Rollstuhl angewiesen sind, leiden oft unter Langzeitfolgen», sagt Verena Zappe.

Verena Zappe weiss, wovon sie spricht. Sie ist Leiterin des Rollstuhl-Sitz-Zentrums (RSZ) am Schweizer ParaplegikerZentrum in Nottwil. Das RSZ bietet Betroffenen einen vollumfänglichen und individuellen Service. Ärztliche Betreuung, Ra-

diologie, Physio- und Ergotherapie sowie die Firma Orthotec mit Orthopädietechnik, Rollstuhlberatung und Rollstuhlmechanik befinden sich in Nottwil unter einem Dach. «Das ist ein grosser Vorteil», sagt Zappe. «So können im Idealfall alle Abklärungen an einem Tag stattfinden». Das RSZ bietet Beratungen an und nimmt zudem umfassende Anpassungen von Kissen und Rollstühlen, aber auch komplexen Sitzund Rückenbettungen nach Vakuumabdruck vor. Dies in enger Zusammenarbeit mit der Orthopädietechnik der Orthotec. Für komplexere Anpassungen werden oft mehrere Tage und Wochen, teilweise auch stationäre Aufenthalte benötigt. «Aber dafür passt es dann», so Verena Zappe.

Lieber präventiv handeln

«Leider kommen die Patienten häufig erst zu uns, wenn sie bereits Druckgeschwüre oder Schmerzen haben», sagt die RSZ-Lei-

terin. Sie rät Rollstuhlfahrern daher, sich zu melden, sobald sie Positionsveränderungen wahrnehmen oder beim Sitzen instabil werden. Dann kann die Sitzposition überprüft und falls nötig angepasst werden. «Lieber präventiv handeln als zu spät reagieren.

WERTVOLLE SITZ-TIPPS

Um unnötige Komplikationen zu vermeiden, gilt es als Rollstuhlfahrer einiges zu beachten:

– Regelmässiges Entlasten des Gesässes und Verändern der Sitzposition, um Druckstellen zu vermeiden.

– Regelmässige Hautkontrolle, um Druckstellen frühzeitig zu erkennen.

– Regelmässige Kontrolle der Sitzposition, zum Beispiel vor einem Spiegel.

– Regelmässige Kontrolle der Hilfsmittel wie Rollstuhl und Sitzkissen, nach Möglichkeit jährlich durch einen Experten.

– Gesunde Ernährung fördert das Wohlbefinden. Gewichtsveränderungen können dazu führen, dass der Rollstuhl respektive die Sitzunterlage angepasst werden müssen.

Anpassung einer Sitzschale und eines Spezialrückens

Informationen und Beratung Rollstuhl-Sitz-Zentrum, Schweizer Paraplegiker-Zentrum, Nottwil, www.rollstuhl-sitz-zentrum.ch, Tel. 041 939 41 96

BAUPROJEKTE

Spannende letzte 10 Jahre

Das Zentrum für Hindernisfreies Bauen besteht heute aus einem Team von professionellen und versierten Baufachleuten, welches in den vergangen Jahren unzählige hindernisfreie Planungen und Ausführungen von Bauvorhaben umgesetzt hat.

Dank der Initiative des damaligen Zentralpräsidenten Dr. med Guido A. Zäch und der Unterstützung des Stiftungsrates der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) wurden am 1. November 1995 die bereits bestehenden Dienstleistungen mit dem Zentrum für Hindernisfreies Bauen in Muhen (ZHB) erweitert. Das ist nun schon 24 Jahre her. Was damals mit drei Baufachleuten und einer Sekretärin begonnen hatte, hat sich mittlerweile zu einem professionellen, stattlichen und wichtigen Bereich der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) mit zehn Mitarbeitenden entwickelt.

In enger Zusammenarbeit mit Reha-Kliniken in der Schweiz, den Ergotherapien und den Sozialberatungen wird eine schnellstmögliche Integration der betroffenen Person schon während ihrer Rehabilitationszeit angestrebt. Damit kann diesen ein möglichst selbständiges Leben zu Hause nach der Entlassung aus der Klinik ermöglicht werden. Wir bieten eine kostenlose

Bauberatung Hindernisfrei Bauen (Erstberatung) allen Personen mit Körperbehinderung an, welche darauf angewiesen sind.

Wie beraten wir?

Das ZHB analysiert an einer Wohnungsoder Wohnhausabklärung (kostenlose Erstberatung) zusammen mit der betroffenen Person deren jetzige Wohnsituation. Diese Analysen helfen uns, das bauliche Umfeld dem Behinderungsgrad und den Bedürfnissen entsprechend anzupassen respektive umzubauen.

Anwesend an den Begehungen, welche gesamtschweizerisch und auch im grenznahen Ausland stattfinden können, sind in der Regel die Vertreter der Ergotherapie, der SAHB (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittel für Behinderte und Betagte) und ein Bauberater des Zentrums für Hindernisfreies Bauen. Dabei werden die effizientesten Massnahmen eruiert und in einem detaillierten Dokument mit Fotos,

Skizzen und Beschreibungen festgehalten. Hier wird auch das weitere Vorgehen definiert und die relevanten Abklärungspunkte werden anschliessend mittels Protokoll an die beteiligten Personen verschickt.

Entscheidungshilfe für das weitere Vorgehen Eine zweite Leistungsphase des ZHB beinhaltet die Kostenplanung als Entscheidungsgrundlage für die Finanzierungsabklärung. Dies entweder als Kostenschätzung oder als Kostenvoranschlag mit Offerten. Bei grösseren und komplexen Bauprojekten ist dabei ein detaillierter Arbeitsbeschrieb mit Plänen notwendig, um den beteiligten Handwerkern eine saubere Offertbasis zu bieten. Ebenso findet in der Regel eine Offertbesprechung vor Ort statt. Die Kostenberechnungen werden bei Klinik-Patienten umgehend zur Finanzierungsabklärung genutzt, damit die teils engen Projekttermine bis zum Austritt aus der Klinik möglichst eingehalten werden.

Finanzierungsabklärungen

Die Finanzierungsabklärung eines möglichen Umbaus erfolgt durch die beratene Person respektive ihre Vertreter (wie Sozialberatung usw.). Leider ist es so, dass der Druck der Sozialversicherungen auf die Menschen mit Behinderungen (speziell auf die Übernahme von Honorarkosten für Planung und Bauleitung) in den letzten Jahren höher wurde. Eine neue Herausforderung für unsere Kunden – muss man doch bedenken, dass sich nicht alle im Bauwesen auskennen – und schon gar nicht in einem speziellen Bereich wie hindernisfreies Bauen. Auch sollte ihre soziale und mentale Situation nach einem erfolgten Schicksalsschlag berücksichtigt werden. Oft treffen wir schwierige familiäre und soziale Verhältnisse an, beispielsweise nach einer eingetretenen Querschnittlähmung mit langem Reha-Aufenthalt. Betroffene und ihr Umfeld können sich in diesen schwierigen Zeiten oftmals nicht auch noch um einen Umbau kümmern.

Umsetzung

Wenn die Finanzierungszusage vorliegt, starten die internen, klar festgelegten und standardisierten Planungsabläufe beim ZHB Muhen. Diese Leistungen beinhalten vom Besprechen des Umbauumfangs, über Vorabklärungen betreffend Lieferfristen, das Erstellen von Plänen, schriftlichen Auftragserteilungen und Terminplänen, Baubesprechungen und -abnahmen vor Ort bis hin zur Abrechnung des Bauvorhabens alle nötigen Massnahmen, um unsere Kunden in ein funktionierendes hindernisfreies Umfeld zu entlassen.

Rückblick

In den letzten Jahren war festzustellen, dass der Fortschritt und die Entwicklung auch im Bauwesen nicht halt gemacht haben. Im Gegenteil. Alles ist schnelllebiger und hektischer geworden. Neue Produkte, Arbeitsweisen und Vorgaben stellen uns immer wieder vor Herausforderungen. Bauherrschaften oder ihre Angehörigen sind heute anspruchsvoller, kritischer oder ungeduldiger. Dies erfordert manchmal Diplomatie durch unsere Mitarbeiter, da sowohl die Wünsche der Bauherrschaft, die Nachhaltigkeit der Lösungen, aber auch die Vorgaben der Invalidenversicherung (einfache und zweckmässige Anpassungen) unter einen Hut gebracht werden müssen.

ZAHLEN ZHB

Kennzahlen und Informationen 2008 – 2018 – 3124 Bauberatungen – 1072 vom ZHB realisierte Bauprojekte (Planung/ teilweise Bauleitung) – 114 Baugesuche

Interessante Bauprojekte

Ein Studioanbau auf Stützen im Solothurnischen, ein Ersatzneubau (Hausteil) im Kanton Graubünden, die hindernisfreie Erschliessung einer Dachgeschoss-Wohnung in der Region Basel, eine Hausaufstockung im Wallis, ein eingeschossiger Anbau an einem umgenutzten Bahnwärterhaus im Bernbiet oder ein EFH-Neubau in der Westschweiz! All diese von uns in den

letzten zehn Jahren umgesetzten Projekte zeigen, dass nicht nur Anpassungen, wie Badezimmerumbauten, Schwellenanpassungen oder die Montage von Hilfsmitteln, von uns geplant und gebaut werden.

In den vergangenen Jahren durften wir vermehrt solche komplexen Anbauten, Aussenliftanlagen, ganze Hausaufstockungen oder auch EFH-Neubauten planen. Diese interessanten und spannenden Aufgaben werden von unseren Architekten individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet. Aufgrund der Gegebenheiten ist das Anpassen der bestehenden Bausubstanz manchmal nicht nachhaltig, um den Anforderungen und Bedürfnissen der beratenen Personen gerecht zu werden. Genau in solchen Situationen ist es wichtig, dass wir bereits in der Bauberatung auf mögliche Lösungen hinweisen und eingehen. Auch wenn solche aufwändiger sind und deutlich längere Bearbeitungszeiten in Anspruch nehmen. Dabei ist es wichtig, dass unsere Kunden bereits in unserer Erstberatung unser Vertrauen gewinnen – damit wird ein wichtiger Grundstein gelegt, um gemeinsam ein erfolgreiches Bauprojekt umzusetzen.

Referenzliste

Auf spv.ch sind einige unserer Projekte präsentiert, welche einen Querschnitt über die letzten Jahre aufzeigen. Wir freuen uns weiterhin auf spannende Herausforderungen und Aufgaben in den kommenden Jahren, um unseren Kunden ein lebenswertes und auf ihre Bedürfnisse angepasstes Umfeld bieten zu können.

Bilder v.l.n.r

Studioanbau SO; Liftanbau BL; Anbau AG; Wohnungsumbau mit neuer Küche AG; Anbau an Bahnwärterhaus BE

Für Kultur und Freizeit unterwegs

Seit ein paar Jahren wird die Frühjahrs-Sitzung der Ressortleiter Kultur und Freizeit der Rollstuhlclubs in einen Ausflug integriert. Dieses Jahr war Locarno angesagt.

Durch den zweitägigen Ausflug kann der notwendige und wichtige Austausch unter den einzelnen Rollstuhlclubs besser und intensiver gelebt werden. Zudem sind diese Ausflüge jeweils auch dafür da, den KFVerantwortlichen Ideen für Ausflüge mit ihrem Club zu geben. An diesen Treffen vermitteln wir jeweils aktuelle Informationen zu Themen betreffend Kultur und Freizeit. Dieses Jahr konnten wir zudem einen neu entwickelten E-Rollstuhl vorstellen und ein Projekt der Schweizer Paraplegiker-Stiftung.

Tenero oder Locarno?

Die KF-Verantwortlichen hatten sich gewünscht, wieder mal das Tessin zu besuchen. So buchten wir im Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Al Vigneto Tenero, welches im November 2017 eröffnet worden ist. Normalerweise reisen alle gemeinsam an, dieses Jahr war das nur bedingt so. Einige Teilnehmende kamen mit dem Auto, einige reisten im SPV-Bus ab Nottwil, Roman aus dem Wallis wagte die Reise per Zug. Trotz verschiedenster Transportmittel schafften es praktisch alle, pünktlich vor Ort zu sein, mit Ausnahme jener zwei, die statt ins Tertianum nach Tenero in jenes nach Locarno gefahren waren.

Gefangen

Eine optimale Sitzung braucht einen optimal vorbereiteten Raum. Also machte ich mich an die Arbeit. Alles lief nach Plan, bis ich den Raum wieder verlassen wollte. Keine Chance, da wieder herauszukommen,

weder Tür noch Lift funktionierten, ich war gefangen. Glücklicherweise kam die Verantwortliche Pflege und Betreuung, Pamela Papaleo, und befreite mich aus der misslichen Lage. Des Rätsels Lösung: Ab 2020 wird dies eine Station für demente Menschen sein. Darum kann die Türe nur geöffnet werden, indem man zwei Schalter gleichzeitig drückt, und der Lift funktioniert nur mit einem Schlüssel.

Treppensteigen leicht gemacht Nach dem leckeren Mittagessen mit Clubsandwiches und zwei Kuchen, mit welchen die KF-Verantwortliche Myriam Vuillermet des Rollstuhl-Clubs Nord Vaudois uns beglückte, waren wir bereit für die Sitzung. Die Themen stiessen auf Interesse, besonders der neu entwickelte E-Rollstuhl SCEWO Bro. Mit diesem liessen sich Treppen problemlos überwinden, wurde uns erklärt. Ungläubige Blicke und Staunen, dann eine Reihe von Fragen. Die blutjungen Entwickler, gerade Mal um die 20 Jahre alt, als sie das Projekt starteten, können diesen ERolli nun nach vierjähriger Entwicklung Ende Jahr in Produktion geben. Grosser Applaus seitens der KF-Verantwortlichen. Die leichte Skepsis verflog vollständig, als wir nach der Sitzung in der schönen Gartenanlage mit eigenen Augen sahen, wie der SCEWO die Treppe tatsächlich überwindet. Erstaunen weckte vor allem die Tatsache, wie gut ausbalanciert dies möglich ist. Im Gegensatz zu anderen bestehenden Produkten muss der Rollstuhlfahrer das Gewicht nicht verlagern.

Rush Hour auf dem Quai

Bei schönstem Wetter gings dann auf den Spaziergang Richtung Locarno. Frühlingshafte Temperaturen hatten unzählige Spaziergänger, Kinderwagen und Fahrradfahrer auf den Weg entlang des Sees gelockt. Mit gut dreissig Personen nahmen wir relativ viel Platz in Anspruch, Disziplin und Rücksicht waren also gefragt. Die gute Laune verführte aber zu Spässen, und so hängten sich Carmelo und Hansjörg bei Momo an, der mit ihnen mit seinem Elektro-Zug-

gerät durch die Gegend kurvte. Ganz ungefährlich war das nicht, beinahe wäre einer gestürzt, aber die drei hatten viel Spass. Die Gruppe fiel dann auch mehr auf als der SCEWO, der ebenfalls mit dabei war. Eine Spaziergängerin meinte im Vorbeigehen: «Die strahlen aber grosse Freude aus». Die Magnolien blühten, die Sonne schien, der See glitzerte, das Tessin wie man es sich wünscht. Der geplant einstündige Spaziergang zog sich etwas in die Länge, und wir trafen mit leichter Verspätung im Tertianum ein. Dort erwarteten uns Nadja Münzel, Geschäftsführerin der ParaHelp AG und Pamela Papaleo, die Pflegeverantwortliche des Tertianum Tessin.

Sitzung zum Zweiten

Bevor wir uns dem zweiten Teil der Sitzung widmen konnten, musste der Durst gelöscht werden. Dann stellten Nadja, Pamela und ich der Gruppe das neue IndividualAngebot vor. Dieses wurde zusammen mit der ParaHelp AG und dem Tertianum ausgearbeitet. Querschnittgelähmte, vor allem Tetraplegiker, für welche Gruppenreisen zu anstrengend werden, können nun individuell Ferien verbringen und so den Angehörigen zu Hause eine Entlastung ermöglichen.

Dann endlich folgte jener Teil, der genau so angesagt und wichtig ist wie die Sitzung selber: Apéro mit anschliessendem Nachtessen mit Tessiner Spezialitäten und regionalem Wein. Es war eine Freude zu sehen, wie sich die KF-Verantwortlichen untereinander austauschen. Ein alljährliches Thema: Wo treffen wir uns nächstes Mal? Favorit ist Saillon les Bains, die beliebte Destination unserer Ferienwoche für Tetraplegiker. Wohlgenährt machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Tenero, wo sich die einen oder anderen noch einen Schlummerbecher genehmigten.

Greifvögel im Regenhimmel

Sonntagmoren, der Himmel war grau und es roch verdächtig nach Regen! Das reichhaltige, leckere Frühstücksbuffet zauberte aber die Sonne zurück in unsere Herzen. Der Bus brachte uns nach Locarno zur Falconeria. Dort besuchten wir eine Vorfüh-

rung mit Greifvögeln. Die schöne Anlage mit der grossen Tribüne gleich beim Lido war problemlos zu erreichen. Die Vorführung war beeindruckend, die Arbeit mit den Vögeln wurde spannend erklärt und eindrücklich demonstriert. Je nachdem, wo man sass, spürte man den Wind, wenn die Vögel im Tiefflug über die Köpfe brausten. Dann folgte noch eine kurze Vorführung mit einem Araberpferd. Brannte uns am Samstag die Sonne auf den Rücken, befürchteten wir nun Regen. Petrus zeigte sich aber einsichtig, so dass wir die Heimreise – man erlaube den Ausdruck – trockenen Fusses antreten konnten. Sogar vom Stau am Gotthard wurden wir verschont und trafen pünktlich in Nottwil ein.

Es war einmal mehr ein schönes, gemütliches Treffen der KF-Verantwortlichen. Bis nächstes Jahr, wahrscheinlich in Saillon und für mich definitiv zum letzten Mal.

Spaziergang bei frühlingshaftem Wetter

Treppe überwinden
Spass bei der rasanten Fahrt

SWISS-TRAC-TAG

Unterwegs im Greyerzerland

Der Swiss-Trac Plauschtag von Samstag, 25. August 2019 führt dieses Jahr ins Greyerzerland und wird von René Jordan geleitet.

Der Ausflug beginnt in Broc, führt zuerst ins Bilderbuchstädtchen Gruyère. Danach geht es wieder in die Ebene hinunter zum kleinen Flugplatz (Aérodrome).

Unterwegs können Sie die wunderschöne Landschaft geniessen mit den sattgrünen Wiesen und dem Blick auf die Gipfel der Freiburger Voralpen.

Köstliche kulinarische Spezialitäten und das gemütliche Beisammensein sind weitere Highlights dieses Tages.

MOBILITÄTSKURS

Verbesserte

Mobilität

Nicht alle Rollstuhlfahrer fühlen sich sicher im Rollstuhl und kennen die nötigen Tipps und Tricks. Darum bieten wir auch dieses Jahr einen Kurs zu Verbesserung der Mobilität am 13./14. September 2019. Ziel ist es, die Alltagsmobilität zu verbessern.

Korrekte, schulterschonende Antriebstechnik,  Fahrtechniken und sicheres Kippen in verschiedenen Situationen werden am Freitagnachmittag geübt und verbessert. Am Samstag wird das Erlernte in der Stadt angewendet. Per Zug gehts nach Luzern, wo Sie den speziell für Rollstuhlfahrer angepassten Foxtrail absolvieren.

Dieser Kurs wird begleitet von Martin Wenger, Sportartenmanager der SPV und Carsten Gugel, Sporttherapeut des SPZ sowie je nach Bedarf von ein bis zwei Helfenden.

GEMÜTLICHES WOCHENENDE

Bettmeralp mit Alois Schmid

JODELGOTTESDIENST

Besinnliches

Freuen Sie sich auch dieses Jahr wieder auf den traditionellen Jodelgottesdienst am Sonntag, 23. Juni 2019. Die «Jodlerfründe Ruopige» aus Reussbühl, unter der Leitung von Josef Schärli, werden diesen besonderen Gottesdienst zu einem besinnlichen Anlass machen. Der Jodelgottesdienst findet im SPZ Nottwil statt.

E-ROLLIKURS

Neues Angebot

Sind Sie selber E-Rollifahrer? Wissen Sie, was Ihr Gerät alles kann?

Erfahrungsgemäss werden die vielen Möglichkeiten, welche Elektrorollstühle bieten, selten ausgeschöpft. Am Samstag, 20. September erhalten Sie in einem eintägigen Kurs eine detaillierte Einführung in die Handhabung Ihres Elektrorollstuhls. Dieser Kurs ist neu und wurde in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Nottwil konzipiert. Gemeinsam mit Alois Schmid organisieren wir auch dieses Jahr vom 10. bis 11. August ein Wochenende im wunderschönen Bergdorf Bettmeralp.

Es erwartet Sie ein authentischer, autofreier Ort mit typischen Walliser Chalets. Oberhalb der Bettmeralp liegt der Aletschglet-

scher. Die durchgängig barrierefreie Infrastruktur der Aletsch Arena ermöglicht es auch Menschen mit Behinderung, diese Region in ihrer ganzen Schönheit zu erleben. Auf den herrlich angelegten Wegen, die für Rollstuhlfahrer bequem machbar sind, zeigt sich das UNESCO Welterbe von seiner abwechslungsreichsten Seite.

Anmeldung Events Tel. 041 939 54 15 oder E-Mail: kf@spv.ch. Informationen finden Sie unter www.spv.ch (Veranstaltungen).

Helfende Hände – wir brauchen Sie!

Nur dank Freiwilligenarbeit kann die SPV ihre Dienstleistungen zu bezahlbaren Preisen anbieten und ihren Mitgliedern unbeschwerte Ferien ermöglichen.

Von Urs Styger

Oft werden wir angefragt, ob man bei uns freiwillige Einsätze leisten könne. Selbstverständlich kann man das, Freiwilligenarbeit ist sogar lebenswichtig für uns. Nehmen wir als Beispiel unsere Reisen, da gibt es verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Da können wir zwar auf einige treue und zuverlässige Personen zählen in den Bereichen Gruppenleitung, Pflegende und Helfer, sind aber angewiesen auf neue Interessierte. Es gibt immer wieder Abgänge, dies kann altershalber, aus gesundheitlichen oder anderen Gründen sein.

Gruppenleitung

Eine Gruppenleiterin oder ein Gruppenleiter ist zuständig dafür, dass das von uns ausgearbeitete Reiseprogramm umgesetzt wird. Sie oder er sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Reise. Das beginnt am Tag der Abreise in Nottwil, wenn es sich um

Unbeschwert unterwegs dank Freiwilligen

eine Busreise handelt, oder am Flughafen bei Flugreisen. Dabei muss so weit wie möglich auf die teilweise sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmenden eingegangen werden. Ein Gruppenleiter hat eine grosse Verantwortung und ist Bindeglied zur SPV, gleichzeitig aber auch deren Vertretung gegenüber aussen. In einem speziellen Tageskurs bereiten wir interessierte Personen auf diese Aufgaben vor und unterstützen sie mit einem Briefing und detaillierten Unterlagen für eine optimale Vorbereitung und Durchführung ihrer Reise.

Freiwillige Pflegende

Für Mitglieder mit einer Tetraplegie bieten wir Entlastungwochen für die Angehörigen an. Das heisst wir organisieren Reisen für Tetraplegiker, auf welchen sie von Freiwilligen – Frauen oder Männern – beglei-

tet werden. Diese Aufgabe ist anspruchsvoll, denn diese «Laienpflegenden» werden einem Reiseteilnehmer zugeteilt und begleiten diesen eine Woche lang 24 Stunden pro Tag. Hier braucht es Freiwillige, die gesund sind und anpacken können. Pflegeerfahrung ist nützlich, aber keine Voraussetzung. Auch für diesen Einsatz bieten wir einen eintägigen Kurs an.

Helfer

Helfer sollten vielseitig einsetzbar sein. Sie kümmern sich nicht um die Pflege der Teilnehmenden, können aber überall dort eingesetzt worden, wo es Hilfe braucht, bei Badeferien zum Beispiel beim Schwimmen im Pool oder im Meer. Das setzt eine gute körperliche Verfassung voraus.

Chauffeure

Es kommt vor, dass wir Fahrer suchen, vor allem für Minibusse (teilweise mit Kat. D1). Da kann es sich auch nur um Tageseinsätze handeln.

Entschädigung

Wie es der Name sagt, geht es um Freiwilligenarbeit, Löhne können wir keine entrichten. Wir übernehmen aber die Reisepauschale, zahlen eine Mahlzeitenentschädigung und eine Weggeldentschädigung für die An- und Rückfahrt zum oder vom Ausgangsort der Reise. Grundsätzlich sollen für unsere Helfenden keine Kosten entstehen.

Kursangebote Gruppenleiterkurs, Freitag, 25. Oktober 2019 Einführungskurs Tetrabegleitung, Freitag, 21. Februar 2020

Hin und weg

Der Nachmittag des 23. März stand ganz im Zeichen des Reisens. Mit dem Anlass «Season Opening» wurde die Reisesaison 2019 eröffnet.

Für die ersten zwei Stunden hatten sich die beiden Reisefachfrauen Angela Addo und Rita Häfliger mit reisefreudigen und reisekundigen Gruppenleiterinnen und -leitern verabredet. Sie stellten ihnen ihre Ideen für die Destinationen 2020 vor, ein bunter Strauss an Bewährtem, aber teilweise auch völlig Neuem. An Ideen fehlt es den beiden nicht, am Enthusiasmus, diese zu verwirklichen, auch nicht. Gebremst werden sie lediglich immer noch ab und zu durch die Leistungsträger an den verschiedenen Destinationen. Auch wenn sie an der ITB Berlin sehr gute Kontakte geknüpft haben und mit vielen neuen Tipps zurückgekehrt sind, die altbekannten Hauptprobleme bleiben: Geeignete Transportmittel vor Ort für Transfers und Ausflüge sowie bezahlbare Hotels mit genügend rollstuhlgängigen Zimmern, und wenn möglich zentral gelegen. Die Teilnehmenden des Austausches brachten gute Inputs, versprachen, sich um-

zuhören und umzuschauen und allfällige Adressen zu vermitteln. Angie und Rita sind aber sehr gut unterwegs und ihre Planung zu diesem Zeitpunkt schon so weit gediehen wie noch in keinem anderen Jahr.

Welturaufführung

Vom Planen gings zum Informieren. In der Aula des Hotels Sempachersee hatten sich über 40 Personen eingefunden, alles freiwillige Helfende der Reisen 2019 und Mitarbeitende der ParaHelp AG. Die Idee hinter dem Anlass war, über Neuerungen zu informieren, aber auch den Freiwilligen die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen und kennenzulernen. Als erstes stand aber eine kleine Überraschung an, sozusagen eine Welturaufführung: Ganz neu gibt es einen kleinen Videoclip über die Reisen der SPV, witzig, farbig und kurz, ganz im heutigen Zeitgeist. Wer gut hinschaute, erkannte die beiden Protagonistinnen Rita und Angie.

In der nachfolgenden Stunde erklärte Urs Styger, wie die verschiedenen Reiseangebote aufgebaut sind, wer welche Aufgaben übernimmt und wer wofür Verantwortung trägt. Während dies für einige der gestandenen Helfenden wohl Schnee von gestern war, wars für die Neuen eine willkommene Auffrischung dessen, was sie in den Kursen der SPV gehört hatten.

Entlastung für die Pflegeleitung

Nadja Münzel, Geschäftsführerin der ParaHelp AG, informierte über die Neuerung in Sachen Pflegeleitung bei den Reisen für Mitglieder mit Tetraplegie. Angesichts der steigenden Ansprüche der Teilnehmenden und des grösseren Pflegeaufwandes wer-

den diese Ferien neu von zwei Pflegeleitungen begleitet. Die beiden werden abwechslungsweise im Dienst sein, so ist die dringend nötige Entlastung möglich. Wie gut sich die nicht im Dienst stehende Pflegeleitung dann abzugrenzen weiss, wird sich zeigen. Wichtig ist, dass diese Neuerung am Anfang der Reise kommuniziert wird.

Frauenpower

Dann folgte der gemütliche Teil: der Apéro riche, welcher wirklich «riche» ausgefallen war. Rasch bildeten sich Gruppen um die Stehtische und es wurde ziemlich laut im Foyer des Hotel Sempachersee. Man stiess an auf die Saison, freute sich, sich wieder mal zu sehen oder lernte sich ganz neu kennen. So traf Gruppenleiter Bruno zum Beispiel auf «seine» Laienpflegenden für die

Reise nach Saillon und bekam eine geballte Ladung Frauenpower zu spüren. Diese Gruppe hat nicht zum letzten Mal angestossen, das wurde schnell klar. Auch an anderen Tischen wurde viel gelacht und diskutiert. Genau das schätzen sie, meinten ein paar «Langjährige», gemeinsam ein paar gemütliche Momente verbringen zu können. Für die Neuen war es ein guter Einstieg ins kommende Reisejahr, sie schienen sich sichtlich wohl zu fühlen in dieser Schar gutgelaunter Freiwilliger. «Unbedingt nächstes Jahr wiederholen», war das Fazit eines Teilnehmenden.

NIZZA UND TENERIFFA

Letzte Plätze sichern!

Sonne, Meer und südländisches Lebensgefühl. Das erwartet Sie nicht nur auf unserer Städtereise nach Nizza, sondern auch in den Badeferien auf Teneriffa.

Wollten Sie sich schon immer mal vom «Grand Bleu» der Côte d’Azur inspirieren lassen? Haben Sie Lust, in südfranzösischer Manier von Gemüse- zu Fischmärkten, durch enge Gassen und über belebte Plätze zu schlendern und sich danach in einem hübschen Bistrot mit einem «Salade niçoise» zu stärken? Dann bieten wir Ihnen dies und noch einiges mehr auf unserer Städtereise nach Nizza vom 21. bis 28. September 2019. Nicht nur französische Gemütlichkeit wird hier grossgeschrieben, sondern auch die Kunst. In Nizza bestaunen Sie grosse Werke im Chagall- oder im Matisse-Museum. Möchten Sie noch etwas mehr von der Côte d’Azur sehen? Dann bieten wir Ihnen einen Ausflug nach Cannes, dem beliebten Urlaubsort an der französischen Riviera, oder ins italienische San Remo.

REISEDATEN NIZZA

Datum 21.–28.9.2019

Anmelden bis 21.6.2019

Gruppe max. 10 Rollstuhlfahrer

Inklusive – An- und Rückreise mit SPV-Bus

– 7 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück

– Ausflüge und Transfers

Preis

CHF 1890.– behindertes Aktivmitglied

Termin- und Preisänderungen vorbehalten.

In Null-Komma-Nichts war sie ausgebucht: Unsere Woche Badeferien auf Teneriffa. Wir haben keine Mühen gescheut und sofort eine zweite Woche organisiert. Vom 12. bis 19. Oktober 2019 können zehn weitere sonnenhungrige Rollstuhlfahrer mit uns auf die Vulkaninsel fliegen. Teneriffa trumpft mit ganzjährig mildem Wetter und vielen Sonnentagen auf. Der wilde Atlantik wird mit einem Damm gezähmt und garantiert ungetrübten Badespass. An der Playa de las Américas, wo sich unser Hotel befindet, können Sie sich zudem in landestypischen Bars und Restaurants verweilen. Flanieren und staunen Sie zur Abwechslung am Jachthafen «Puerto de Colón». Der beliebte Sporthafen ist Anlegestelle so mancher Luxusjacht und deren prominenter Besitzer.

REISEDATEN TENERIFFA

Datum 12.–19.10.2019

Anmelden bis 12.7.2019

Gruppe max. 6 Rollstuhlfahrer

Inklusive – Direktflug ab Zürich

– 7 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Halbpension – Ausflüge und Transfers

Preis

CHF 1690.– behindertes Aktivmitglied Termin- und Preisänderungen vorbehalten.

KREUZFAHRTEN 2020

Ab sofort buchbar

Die Kreuzfahrten gehen in die 3. Runde. Auch 2020 bieten wir Ihnen wieder zwei spannende Reisen auf hoher See an. Melden Sie sich rasch an und sichern Sie sich einen Platz für Ihre Traumreise.

Für Tetraplegiker bieten wir eine Mittelmeerkreuzfahrt mit neuen Destinationen an. Diese findet vom 16. bis 23. Mai 2020 statt. Die MSC Divina bringt Sie zu den Städten Marseille, Barcelona, Ibiza, Neapel und Livorno.

Entdecken Sie auf der Kreuzfahrt für alle Mitglieder die Schönheiten Nordeuropas. Einstieg ist in Kopenhagen. Danach steuert die MSC Meraviglia die Häfen von Helsinki, St. Petersburg, Tallinn und Kiel an. Reisedaten sind Sonntag, 23. August bis Sonntag, 30. August 2020.

Weitere Informationen Kultur und Freizeit kf@spv.ch Tel. 041 939 54 15

Anmeldung Kreuzfahrt www.spv.ch/ kreuzfahrten2020

Anmeldung

Nizza und Teneriffa www.spv.ch/ veranstaltungen

JUNIOREN-WM 2019

Die nächste Leichtathletik-Generation

Vom 1. bis 4. August 2019 stürmen die jungen Wilden aus aller Welt zum zweiten Mal die Sport Arena Nottwil.

Von Nicolas Hausammann

Zurzeit dominieren Manuela Schär und Marcel Hug die Leichtathletik-Szene im Rollstuhlsport. Vor allem im Marathon führt kein Weg an den beiden Schweizern vorbei. Die «Cracks», die ihnen die Führungsposition streitig machen, werden allerdings stets jünger. Immer wichtiger wird das professionelle Training bereits in jungen Jahren und das Sammeln von Wettkampferfahrung. Um jungen Athletinnen und Athleten die Möglichkeit zu bieten, sich auf internationalem Terrain zu zeigen, hat Rollstuhlsport Schweiz zusammen mit dem Internationalen Paralympischen Komitee die Leichtathletik Junioren-WM ins

Leben gerufen. Nach der sehr erfolgreichen Premiere im Sommer 2017, finden nun die «Nottwil 2019 World Para Athletics Junior Championships» wiederum in Nottwil statt. Danach wird der Anlass dem IPC zur Ausschreibung an andere Nationen übergeben.

Die WM als Familien-Erlebnis

Bei den Junioren ist vieles anders, greifbarer, authentischer und näher am Publikum. Für die einen ist es der erste Wettkampf, für die anderen geht es um den WeltmeisterTitel und vielleicht den Start in eine grosse internationale Karriere. Diese emotions-

geladene Atmosphäre macht die sportliche Seite des Events aus. Nicht selten fliessen Tränen der Freude oder der Enttäuschung, und die Zuschauer fiebern und leiden mit den jungen Athleten mit. Komplettiert wird das Familien-Erlebnis Junioren-WM von einem grossen Kids- und Family-Park der Firma Funnyhouse Eventvermietungen AG. Ob Hüpfburg, Kletterwand, Hindernisparcours oder klassisches Karussell, an leuchtenden Kinderaugen wird es nicht mangeln in der Sport Arena.

«Das WM-Rahmenprogramm ist dieses Jahr voll auf Familien ausgerichtet. Die Kinderkonzerte der Band mit dem vielversprechenden Namen «Die Tischbombe» und von Martin Imlig werden die ganze Familie verzaubern und sind die ideale Ergänzung zu den Wettkämpfen auf der Bahn», schwärmt Fatis Cantürk, die Ressortleiterin für das Rahmenprogramm.

«Brunch als schweizerischer Urknall» Mehr «Swissness» geht kaum. «Am Nationalfeiertag bildet ein Brunch den schweizerischen Urknall für die WM, was auch für unsere internationalen Gäste etwas Spezielles ist. Denn was gibt es Schöneres, als Land und Leute an deren Nationalfeiertag kennenzulernen», findet Roger Getzmann. Damit der Anlass den Athletinnen und Athleten lange in Erinnerung bleibt und auch die vom Verband gewünschte Strahlwirkung nach aussen hat, ist der Publikumsbezug natürlich mitentscheidend. Daher findet gleich im Anschluss an den 1. AugustBrunch die kurze Eröffnungsfeier gefolgt von den ersten Rennen statt. Den vollen Bauch kann man sich also beim Anfeuern und Mitfiebern gleich wieder abtrainieren.

Hindernisse überwinden «in style»

Sollte dies noch nicht reichen, steht ein WCMX-Parcours auf dem Eventgelände zur Verfügung. WCMX steht für «Wheelchair Motocross» oder besser gesagt das Überwinden von Hindernissen eines Skateparks im Rollstuhl. Es muss ja nicht gerade ein «backflip» sein. Ziel des kleinen

Reservieren

Anmeldungen für den Brunch auf www.nottwil2019.ch/brunch

WM-Eröffnungsfeier mit 350 Athleten aus 50 Nationen

Street Parcours ist es, die verschiedenen Hindernisse im Rollstuhl nicht nur irgendwie zu überwinden, sondern mit möglichst viel «style» darüber zu rollen. Wie es gemacht wird, zeigt David Lebuser, der die Sportart mit seinem Projekt «Sit’n’Skate» in Deutschland bekannt gemacht hat. Neben einer kleinen Showeinlage wird Lebuser ein paar Rollstühle für ganz Mutige im Gepäck haben, mit welchen man den Selbstversuch auf dem Parcours wagen kann. Der WCMX hat übrigens auch in der Schweiz bereits ein erstes Aushängeschild gefunden. Die Walliserin Lorraine Truong hat sich im Skills Park Winterthur bereits am «backflip» versucht und will an der ersten WCMX-WM teilnehmen.

Schweizer Medaillenhoffnungen

Im Zentrum der Aufmerksamkeit der Schweizer Delegation steht die 18-jährige Licia Mussinelli. Dies hat einen guten Grund, denn die Derendinger Absolven-

BE A VOLUNTEER

Das Motto ist unter den Helfenden in Nottwil Programm: «Stay young – be a volunteer». Die Aufgabenbereiche sind vielfältig und reichen von Unterstützung der Athleten im Wettkampf, Aufbau, Kurierdiensten, Zugangsregelungen bis hin zur Mithilfe bei der Livestream-Produktion.

Volunteers sind neben den Athleten das Lebenselixier eines Events. Daher freuen wir uns auf zahlreiche Bewerbungen.

Jetzt Teil der WM werden und als Volunteer bewerben: www.nottwil2019.ch/Volunteer

Reinschauen

Mehr über unsere Schweizer Nachwuchstalente erfahren Sie in den Videoportraits auf Nottwil2019.ch/ Athleten

tin der Sport Akademie ist Titelverteidigerin über 1500 m und hat zudem eine SilberMedaille zu verteidigen. «Bei den Juniorinnen gehört Licia zu den Besten, für den Sprung zur Elite braucht es aber noch eine Leistungssteigerung», schätzt Leistungssportchef Andreas Heiniger die Chancen auf erneutes Edelmetall ein. Für die anderen Schweizer Athleten geht es vor allem darum, internationale Wettkampferfahrung zu sammeln. Vor heimischem Publikum unter den Augen von Fans, Familien und Freunden macht dies natürlich doppelt Spass. Doch wer weiss, vielleicht hilft die Stimmung in Nottwil ja dem einen oder anderen Athleten, über sich hinauszuwachsen. Die internationale Konkurrenz hat da teilweise bereits mehr zu bieten. Bei der Premiere vor zwei Jahren erzielte beispielsweise der Südafrikaner Ntando Mahlangu einen Weltrekord im 100 Meter Sprint. «Wir hatten Topleistungen auf der schnellen Bahn des Schweizer ParaplegikerZentrum Nottwil durchaus erwartet, dass es jedoch ein Weltrekord wurde, hat uns doch einigermassen überrascht», konstatiert der OK-Präsident Roger Getzmann

HERZLICHEN DANK AN ALLE PARTNER DES EVENTS

Präsentierender Partner

die Leistung des jungen Südafrikaners. Ntando ist übrigens heute gerade einmal 17-jährig und darf vom Alter her nochmals starten.

Wasser für Wasser Junioren fördern heisst Nachhaltigkeit unterstützen. Aus diesem Grund wird an der Junioren-WM kein Wasser in Plastikflaschen an Athleten und Volunteers abgegeben. Dank der Partnerschaft mit «Wasser für Wasser» und Brack.ch erhält jeder Athlet eine eigene Edelstahl-Trinkflasche im WM-Design. Diese kann mit bestem Nottwiler Leitungswasser aufgefüllt werden. «Unser Ziel ist es, die halbleer weggeworfenen Wasserflaschen zu vermeiden und die Trinkwasserprojekte von Wasser für Wasser in Afrika zu unterstützen», erläutert OK-Präsident Roger Getzmann das Pilotprojekt, welches für weitere Veranstaltungen von Rollstuhlsport Schweiz Vorbildcharakter haben soll.

Sind Sie auch dabei? Weitere Informationen zum Event unter www.nottwil2019.ch

EM 2019 in Polen

Vom 28.8.–9.9.2019 will die Schweiz erstmals in die Viertelfinals vorstossen. Die ausgeglichene Truppe der Eidgenossen hat das Potenzial, um auch grossen Nationen einen Knüppel in die Speichen zu stecken.

Dies findet auch Captain Janic Binda: «Wir spielen seit sechs Jahren A-klassig und haben uns unter den besten zwölf europäischen Teams etabliert, nun wollen wir mehr.» Im polnischen Waldenburg werden neben dem Weltmeister Grossbritannien auch die Türkei als Titelverteidiger sowie Spanien und das Heimteam als Favoriten gehandelt. Dahinter ist das Rennen um die Viertelfinalplätze offen.

PARA-CYCLING-WM 2024

CURLING WM 2020

Aus 4 wird 5

Bereits zum fünften Mal ist die Schweiz Gastgeber einer Rollstuhl-Curling WM. Mit OK-Präsident Bruno Schallberger ist ein Erfahrener am Werk, ist der Basler doch seit 2002 bei allen vier Weltmeisterschaften schon dabei gewesen. Unter dem Namen «2020 WCF World Wheelchair Curling Championship» treten vom 29. Februar bis 7. März 2020 in Wetzikon die zwölf besten Teams der Welt gegeneinander an. Das Schweizer Nationalteam, welches 2019 zum ersten Mal in neuer Formation an der WM in Stirling teilgenommen hat, zeigte mit dem vierten Platz, dass unbedingt mit ihm zu rechnen ist.

Premiere in Zürich

Mit der kurzfristigen Übernahme der Rad­WM 2020 in der Schweiz (in Aigle) hat Swiss Cycling gleichzeitig die Zusage für die Rad­WM 2024 erhalten.

Das Spezielle daran: ab 2024 will die UCI die Para-cycling-Strassen-WM vollständig in die Rad-WM der olympischen Athleten integrieren. Das heisst: gleicher Zielort, gleiche Wettkampftage. Swiss Cycling hat für die Durchführung dieser WM 2024

zwei sehr gute Kandidaturen erhalten: Die beiden Velostädte Bern und Zürich begeisterten jeweils mit einem ausgereiften Konzept und Zielgelände mitten in der Stadt. Schlussendlich ging die Vergabe an Zürich. Wir freuen uns, dass die erste voll integrierte Cycling-WM 2024 in Zürich stattfinden wird.

Weitere Informationen www.swiss-cycling.ch

SPORTSCHIESSEN

Meilenstein auf dem Weg zu den Paralympics

Nachdem bereits im letzten Jahr eine Weltmeisterschaft in Korea stattfand, steht auch dieses Jahr vom 9. –19. Oktober 2019 wiederum ein Titelwettkampf für Gewehr- und Pistolenathleten auf der Agenda.

Die WM in Sydney ist die zweitletzte Möglichkeit, Quotenplätze für die Paralympics 2020 zu sichern. Eine Premiere ist die Integration von Schützen mit einer Sehbehinderung in einen Titelwettkampf von World Shooting Para Sport.

Allgegenwärtig

Bereits jetzt sind die Spiele im Stadtbild von Tokio sehr präsent: Taxis haben auf jeder Seite das olympische und paralympische Logo, auch Marketingartikel und Kleider sind je hälftig gebrandet. Erwartet werden perfekt organisierte Spiele mit sehr freundlichen und zuvorkommenden Volunteers.

Die Paralympics vom 28.8. bis 6.9.2020 werden sicher ein neuer Höhepunkt werden!

TOKYO 2020

JUNGE TALENTE

Der Nachwuchs in Aktion

Sie sind zwischen 8 und 14 Jahre alt, Rollstuhlfahrer oder Fussgänger und besuchen seit Januar jeden Donnerstagnachmittag ein Rollstuhl-Basketball-Training in Lausanne. Dank der Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Lausanne (CHUV) und Thomas Pavlik, dem Verantwortlichen für Behindertensport, können Familien direkt mit dem Projekt von Laurent Jäggi von der Basketballmannschaft «Phoenix Espérance Pully» vertraut gemacht werden.

Allerdings standen zunächst zwei Schwierigkeiten für die Durchführung einer solchen Trainingsmöglichkeit für Kinder im Weg: Zum einen gab es nicht genügend Sportrollstühle, zum anderen war es schwierig, die Transporte zu organisieren. Doch dank der grossen Unterstützung durch die Stiftung «Sternschnuppe», «Hollister» und die Technische Kommission Rollstuhl-Basketball konnten diese Probleme gelöst werden. Auch der Rotary Club von Pully unterstützte das Projekt sehr grosszügig.

DIE ZAHL

Interessiert?

Melden Sie sich bei Laurent Jäggi, Präsident president@cfrnv.ch

Mono- und Dualskibobkurse sind beliebt. 72 Tage können Skibegeisterte in der kommenden Saison im Schnee verbringen. Davon finden 57 Kurstage in der Deutschschweiz und 2 Tage im Tessin statt. 13 Tage werden in der Westschweiz von unserer Partnerorganisation Handiconcept durchgeführt.

EM in Dänemark

Vom 7. bis 11. August 2019 kämpfen die acht besten Rugby­Teams in Vejle (DK) um den Europameistertitel.

Die Schweiz gehört seit letztem Herbst – nach dem Aufstieg aus der B-Division – wieder zu den europäischen Top-Teams. Im gleichen Pool wie die Schweiz spielen der amtierende

Europameister Grossbritannien sowie Dänemark und Polen. Schweden, Frankreich, Deutschland und die Niederlande wurden dem zweiten Pool zugelost. Ziel der Schweiz ist der Ligaerhalt, welcher mit einem sechsten Platz erreicht wird. Die zwei bestplatzierten Teams qualifizieren sich für die Paralympics 2020.

Spiel und Abenteuer

Egal ob Fussgänger oder Rollstuhlfahrer: An diesem «Tag des Behindertensports» konnte die Vielfalt des Rollstuhlsports entdeckt werden. Die Teilnehmenden versuchten sich im Basketball, Badminton, Tischtennis oder Boccia.

Roger Baumann, Ressortleiter Rollstuhlsport des CFR du Nord Vaudois, hat diesen jährlichen Anlass bereits zum zweiten Mal in Folge in Yverdon organisiert. Das Sportcamp «move on» in Nottwil, an dem er teilgenommen hatte, inspirierte ihn dazu, in der Romandie etwas Ähnliches auf die Beine zu

stellen. Und so konnten die Teilnehmenden an einem Tag mehrere Sportarten ausprobieren. Dribbeln, rollen, passen und schliesslich Körbe schiessen: Im Basketball entdeckten die Teilnehmenden alle Facetten des Teamsports. Im Badminton gelangen der Gruppe sehr schöne Ballwechsel und sogar einige Smashs, auch dank den fundierten Ratschlägen von Karin Suter. Tischtennis und Boccia stiessen vor allem bei Präzisionssportbegeisterten auf Anklang. Insgesamt nahmen rund 20 Personen teil. Und natürlich freuen sie sich schon auf den nächsten «Tag des Behindertensports».

CFR DU NORD VAUDOIS
RUGBY

PARA-BADMINTON-WM 2019

BadmintonHochburg Basel

Vom 20. bis 25. August 2019 sind die Total BWF ParaBadminton World Championships in der Schweiz zu Gast.

Von Nicolas Hausammann

Basel feiert eine Weltpremiere. Das badmintonkundige Publikum kommt nämlich erstmals in den Genuss einer doppelten WM. Die Total BWF Para-Badminton World Championships finden integriert in die WM der validen Badminton-Asse statt. Erwartet werden Athletinnen und Athleten aus 50 Nationen und zwischen 30 000 und 40 000 Zuschauer im Hallenkomplex der St. Jakobshalle Basel. Zwar werden die Vorrundenpartien auf Nebenplätzen stattfinden, die Finalspiele sollen jedoch vor einem breiten Publikum auf den Hauptplätzen ausgetragen werden. Eine tolle Bühne für den Para-Badmintonsport, der in der Schweiz mit Karin Suter-Erath ein schlagkräftiges Aushängeschild hat. In der «Badminton World Federation» hat Para-Badminton seinen festen Platz und wird als

eigene Disziplin geführt. Der internationale Verband verfolgt eine «one sport – one team»-Philosophie und will der Sportart so zu neuen Höhenflügen verhelfen. Die Zusammenlegung der Weltmeisterschaften ist nun in der Schweiz erstmals gelungen.

Diese Integration ist nur dank einer Organisation wie in Basel mit der langjährigen Erfahrung des OKs möglich, wo im März vor der WM mit den YONEX Swiss Open, dem jährlichen Turnier für die validen Badminton-Cracks, eine Art Mini-WM stattfand. Die Chance, nochmals in der WM-Halle zu testen, wollte sich keiner der Top-Spieler nehmen lassen. Für den tatsächlichen Grossanlass im August wird dann mit einer riesigen Medienpräsenz gerechnet. Rund 250 Medienschaffende aus

dem In- und Ausland werden Live-Übertragungen in über 100 Länder absetzen –hoffentlich auch im Para-Badminton. Diese mediale Aufmerksamkeit wird dem Para-Badminton zusätzlich zur Teilnahme an den Paralympics 2020 in Tokio einen weiteren Schub verleihen.

Spektakulärer Sport

Auch wenn eine Volksinitiative in Basel die St. Jakobshalle in Roger-Federer-Arena umbenennen wollte, mit dem umgangssprachlichen Begriff Feder(er)ball hat der Sport Badminton nun wirklich gar nichts zu tun. Mit gelben Filzkugeln, die sonst in der St. Jakobshalle für die grösste Aufmerksamkeit sorgen, auch nicht. Spektakel bietet die Sportart aber allemal. Bei den Fussgängern sorgen sprunggewaltige Smashs, unglaubliche Agilität und mit feiner Klinge geführte Zauberschläge aus dem Handgelenk zu kiefersenkendem Staunen. Auch im Para-Badminton ist das Niveau seit der Bekanntgabe des ersten paralympischen Auftritts der Sportart in Tokio 2020 extrem gestiegen. Topspieler aus dem asiatischen Raum preschen an die Weltspitze und die Turnierszene wurde stark erweitert.

Im März absolvierte ein Grossteil des Schweizer Teams daher eine längere Reise zu den internationalen Turnieren in Antalya und Dubai. Mit 291 Spielern – darunter die gesamte Weltspitze – verzeichneten die beiden Turniere Teilnehmer-Rekord. «Alle sind auf Punktejagd für die WM und die Paralympics 2020», kommentierte Ka-

Das Damendoppel Karin Suter-Erath und Cynthia Mathez

rin Suter-Erath das starke Teilnehmerfeld. Die Baslerin und ihr Mixed-Doppelpartner Luca Olgiati scheiterten beim Turnier in Dubai erst im Finale am starken chinesischen Duo. Im Einzel sicherte sich SuterErath in beiden Turnieren den geteilten dritten Rang. Die Ballwechsel sind im Para-Badminton teilweise ebenso spektakulär wie bei den Fussgängern – die Schläge gar noch ausgereifter, da sie weniger stark mit Athletik kompensiert werden können. Die Sportart wird in dieser internationalen Qualität in Basel sicherlich bei einem breiten Publikum Anklang finden.

«Mit dem Heimvorteil im Rücken über sich hinauswachsen»

Das Badminton in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Mit Luca Olgiati und Marc Elmer haben zwei junge, ambitionierte Herren ihre Ansprüche auf eine Selektion an die Heim-WM angemeldet. Sie standen sich auch im Finale der diesjährigen Schweizer Meisterschaft gegenüber. Hinter den beiden wartet aber auch noch ein weiterer Basler auf seine Chance eines Heimauftritts bei der

WM. Routinier Christian Hamböck würde nur allzu gerne in der St. Jakobshalle mit von der Partie sein. Die Selektionen werden von Swiss Paralympic Ende Juni bekannt gegeben.

Bei den Damen ist das Schweizer Doppel, Cynthia Mathez und Karin Suter-Erath, amtierender Europameister und macht sich für die Heim-WM berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme und will die Medaillenplätze angreifen. «Karin SuterErath ist mit ihrem internationalen Palmares hauptsächlich verantwortlich für die Schweizer Edelmetall-Hoffnungen im Einzel und hat in Cynthia eine starke Doppelpartnerin gefunden», konstatiert Andreas Heiniger, der Leistungssport-Chef von Rollstuhlsport Schweiz. «Das Team um den jungen Aargauer Nationaltrainer Michael Adamer hat sich im letzten Jahr stark weiterentwickelt und wird sicherlich mit dem Heimvorteil im Rücken die Gelegenheit nutzen wollen, über sich hinauszuwachsen».

Interessiert?

Alle Infos zur WM finden Sie unter www.basel2019.org/ para-badminton

Karin Suter-Erath blickt freudig auf die bevorstehende Heim-WM

Der TITLIS Cliff Walk war Schauplatz eines speziellen gemischten Doppels.

Der Indische Top-Spieler Kashyap Parupalli (Weltnummer 50) duellierte sich mit Sabrina Jaquet, der Schweizer Nummer 1, vor dem atemberaubenden Alpenpanorama.

Video anschauen: www.basel2019.org (aktuell)

«Es war eine einzigartige Erfahrung und hat total Spass gemacht», so Kashyap Parupalli. Neben der EM-Bronzegewinnerin Sabrina Jaquet war auch die Vize-Europameisterin 2018, Karin Suter-Erath, mit auf dem Titlis. Auch für sie war der Medienanlass ein einzigartiges Erlebnis. «Es ist wahnsinnig, wie die Shuttles in dieser Höhe fliegen», meinte die beste Schweizer Para-Badminton-Spielerin nach dem Ausflug auf den Engelberger Hausberg.

Für die gebürtige Baslerin, die 2015 sogar zur Basler Sportlerin des Jahres gekürt wurde, ist die WM natürlich eine Herzensangelegenheit. Einen solchen Titelkampf im eigenen Land zu absolvieren ist ja schon eine schöne Sache, aber direkt vor der eigenen Haustüre vor dem eigenen Publikum antreten zu können, ist wohl das Schönste, was es gibt.

Discretion by Design

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Ein Katheter, dessen Design wirklich begeistert.

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Mehr erfahren unter: www.hollister.ch/InfynaChic

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Einmalkatheter

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Das Hollister Logo und Infyna Chic sind Warenzeichen von Hollister Incorporated. ©2019 Hollister Incorporated.
Das Hollister Logo und Infyna Chic sind Warenzeichen von Hollister Incorporated. ©2019 Hollister Incorporated.

move your body

In sechs Tagen acht Sportarten entdecken oder im Schnellwaschgang vier Sportarten in drei Tagen. Das gibt es nur im Sportcamp «move on» von Rollstuhlsport Schweiz!

Von Martina Meyer

Welche Sportart passt zu mir? Wo liegen meine Stärken? Was fordert mich am meisten heraus? Wo kann ich regelmässig trainieren? Mit der Teilnahme am polysportiven Lager «move on» vom 7.–12. Oktober 2019 finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Wir wollen, dass Sie sich bewegen, und das mit Freude und ohne Druck. Deshalb stellen wir möglichst viele Sportarten vor. Während drei Tagen wird am Morgen in der ausgewählten Hauptsportart trainiert.

INFORMATIONEN

Detaillierte Informationen sind in der Ausschreibung auf www.spv.ch/breitensport zu finden.

Bei Fragen gibt Martina Meyer (martina.meyer@spv.ch, 041 939 54 30) gerne Auskunft.

An den Nachmittagen kann jeweils eine andere Schnuppersportart ausprobiert werden. Wer eine ganze Woche am Camp teilnimmt, hat somit die Chance, acht verschiedene Sportarten zu testen. Für alle, die am Abend noch Energie haben, steht ein freiwilliges Abendprogramm im Angebot.

Was Sie erwartet?

Eine perfekte Infrastruktur und viel Abwechslung. Topmotivierte, erfahrene und kompetente Trainer, welche ihre Sportarten mit Herzblut vorstellen und gemeinsam mit Ihnen ausüben. Viel Bewegung, jede Menge Spass und ein wertvoller Austausch unter Gleichgesinnten. Und obendrauf lernen Sie das Team von RSS kennen, denn dieses wird während der ganzen «move on»-Woche für Sie im Einsatz sein.

Voraussetzung für die Teilnahme ist nebst der Freude an der Bewegung die Selbständigkeit in der Kommunikation und im Alltag. Das Mindestalter beträgt 10 Jahre.

UNSER PARTNER

Eröffnung der CAMPUS SURSEE Sportarena

Am 15. April 2019 eröffnete die grösste Schwimmarena der Zentralschweiz mit 50 Meter Olympic Pool und Dreifachsporthalle mit einer Show der Extraklasse. Über 450 Gäste und Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport wohnten der Eröffnung bei. Gezeigt wurden zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten der neuen Anlagen, wie Rettungen der SLRG, Synchronschwimmen und ein Auftritt von Olympiasieger Donghua Li.

Die CAMPUS SURSEE Sportarena ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch Rollstuhlsport kann von den neuen Anlagen profitieren, vor allem von der Sporthalle. Mit der Unterstützung der SPS wurde dort für die optimale Ausführung von Rollstuhlsport ein Parkettboden verlegt.

Wir freuen uns für unseren Partner CAMPUS SURSEE und über die erweiterten Sportmöglichkeiten für Rollstuhlsportler.

Mehr auf www.campus-sursee.ch

CAMP

ABBOTT WORLD MARATHON MAJORS

Jeder hat seinen eigenen Reiz

Jahr für Jahr starten Manuela Schär und Marcel Hug an den bedeutendsten Marathons dieser Welt. Verlockend ist nicht nur das Preisgeld.

Von Linda Wiprächtiger

Mit den Abbott World Marathon Majors werden die grossen Marathon-Events weltweit vereint: Berlin, Boston, Chicago, London, New York und Tokio. Weitere wichtige Marathons finden bei Paralympischen Spielen und Weltmeisterschaften statt. Seit 2016 sind auch die Rollstuhlrennen in diese Serie integriert (Serie X, 2016/2017) und zählen zu den prestigeträchtigsten Wettbewerben im Behindertensport. Im letzten Jahr konnte gar ein Schweizer Doppelsieg mit Manuela Schär und Marcel Hug gefeiert werden. Wir wollten von unseren beiden Topathleten mehr über die Abbott World Marathon Majors erfahren.

Von Höhen und Tiefen

Es gilt 42,195 km zu bestreiten. Über diese Distanz kann einiges passieren. Nicht nur körperlich gehen die Athleten an ihre Gren-

Prinz trifft Königin

zen, sondern auch mental. «Gegen Schluss wird man müde, man hat Schmerzen», sagt Marcel Hug. 2018 in Boston musste Manuela Schär wegen Kälte das Rennen abbrechen. Es war das erste Mal, dass die Krienserin überhaupt aufgab. Auch Marcel Hug war dort mental am Anschlag, erzählt er. Doch warum tut man sich das an? Was motiviert die beiden, immer wieder an einem Marathon teilzunehmen? «Das Umfeld, die Atmosphäre, der Zeitplan. Alles ist viel grösser. Wir profitieren davon, in die grossen Marathons integriert zu sein», erklärt Manuela Schär. «Die lange Distanz eignet sich hervorragend, diverse Taktiken anzuwenden. Mal braucht es Durchhaltevermögen, mal Sprintqualitäten», ergänzt Silberhelm Hug. Natürlich lockt auch das Preisgeld, das sagen beide. Das Gesamtpaket stimmt einfach.

Der Lieblingsmarathon?

Den gibt es für beide nicht. Alle sechs Marathons weisen unterschiedliche und spannende Streckenprofile und -bedingungen auf. «Jeder hat seinen Reiz», sagt Manuela Schär. Berlin etwa lockt mit seiner schnellen Strecke mit dem Ziel Brandenburger Tor. Im Fussgängersport konnte dort bereits sechsmal der Weltrekord geknackt werden! Auch Manuela Schär hat 2018 in Deutschland den Weltrekord gebrochen. Der älteste Strassenmarathon der Welt verspricht eine coupierte Strecke durch schmucke, kleine Dörfer mit Ziel Boston. In London starten neben den Profis zahlreiche Promis für einen guten Zweck. Während des Rennens passieren die Teilnehmer diverse Sehenswürdigkeiten wie die Tower Bridge, London Eye oder die Houses of Parliament, bis sie zum Zieleinlauf beim Buckingham Palace gelangen. Auch in Tokio kommen die Athleten in den Genuss einer abwechslungsreichen Umgebung. Die Strecke führt durch Trendviertel und vorbei am ältesten buddhistischen Tempel der Welt. Chicago zeigt sich authentisch, die Strecke führt teilweise durch Armenviertel und Start und Ziel befinden sich am selben Ort. Im Gegensatz zu Chicago ist New York der Marathon der Superlative. Mit über 50 000 Teilnehmenden und rund 1,5 Mio. Zuschauern ist dies der grösste Marathon der Welt.

Sightseeing – nicht nur während des Rennens

Möglichst kurzfristig reiste Marcel Hug in der Vergangenheit an. Heute handhabt er es wie Manuela Schär und trifft mindestens

Marcel Hug gewinnt Silber

zwei Tage vor einem Marathon am Austragungsort ein. Das hat nicht nur mit den diversen Pressekonferenzen, Sponsorenauftritten und anderen öffentlichen Events zu tun. Beide wollen genug Zeit haben für ein letztes leichtes Training, um ihr Material bereit zu machen und die Strecke zu besichtigen. Wenn dann noch Zeit bleibt, machen beide gerne Sightseeing, besuchen Museen oder Konzerte. Besonders geniessen tut das Manuela Schär in der Stadt, die niemals schläft: New York. Marcel Hug mag dagegen eher das traditionsreiche London mit seinen vielen historischen Stätten.

Essen und (k)ein Ritual

Dass man vor einem Marathon nicht neue, exotische Speisen ausprobiert, erscheint einleuchtend. Doch was essen unsere beiden Topcracks? Manuela Schär lässt sich am Morgen eines Marathon-Rennens meist Toast mit Banane und Honig schmecken. Alternativ mag sie auch Porridge oder einen Bagel mit Banane. Dagegen schwört Marcel Hug auf sein Geheimrezept: eine Nudelsuppe, die er von zuhause mitnimmt und dann am Renntag mit heissem Wasser aufgiesst. Betrachtet man die Resultate der vergangenen Marathons, scheinen beide Varianten gut zu tun. Rituale versuchen jedoch beide bewusst auszuschliessen. Damit möchten sie unabhängig und flexibel bleiben.

Nach dem Zieleinlauf und dem Durchlauf der PR-Zone wollen die Marathonspezialisten jeweils so schnell wie möglich ins Hotel zurück, um eine heisse Dusche oder ein Bad zu nehmen. «Das ist das schönste

Gefühl», sagt Manuela Schär mit einem Lächeln. «Ausgepowert, geduscht, wohlig warm, ein gutes Essen. Dann bin ich ganz ruhig und spüre einen tiefen Frieden in mir.» Auf die Frage, wen sie jeweils als erstes nach einem Rennen anrufen, sagen beide, dass sie niemanden anrufen. «Meistens habe ich schon Nachrichten von Familie, Freunden, aber auch Journalisten erhalten und antworte dann auf diese», erklären sie.

Eine Taube und ein Polizeiauto

Was war das bizarrste, das du je an einem Marathon erlebt hast? Manuela Schär muss da nicht lange überlegen. «In Chicago hat mich mal eine Taube angeflogen», erzählt die 34-Jährige lachend. «Das war ganz am Rennanfang. Ich war an zweiter Position. Ich habe zwar gesehen, dass eine Taube auf der Strasse ist, mir aber gedacht, dass die schon weggeht. Und als ich dann die Taube umfahren wollte, ist sie mir voll ins Gesicht geflogen.» Ein bisschen weniger spektakulär ist die Geschichte von Marcel Hug: «In Dubai stand ein Polizeiwagen mitten auf der Strecke und wir mussten ihn umfahren. Es gibt aber immer wieder solche Vorfälle», relativiert der in Nottwil lebende Thurgauer.

Auf Weltniveau bleiben

«Train hard, win easy» ist das Motto von Manuela Schärs Trainer, und diesen Grundsatz lebt sie auch. «Alles läuft nur über Training und eine gute Vorbereitung», ist sie sich sicher. Auch Marcel Hug hat nach seinen drei aufeinanderfolgenden zweiten Plätzen in Berlin, Chicago und New York seine Trainingsqualität zu optimieren ver-

sucht und besonders hart trainiert, um zukünftig wieder zuoberst auf dem Podest zu stehen. «Für mein Wintertraining war das ein grosser Motivationsschub», erklärt der 33-Jährige. In Tokio hat er es dann geschafft und ist als erster über die Ziellinie gefahren, in Boston wurde er Dritter, in London Zweiter.

Mit den Siegen in allen sechs Marathons gewinnt Manuela Schär die Gesamtserie zum zweiten Mal – den vorzeitigen Sieg der Abbott World Marathon Majors hat sie sich bereits in Tokio gesichert. Mit dem 1. Platz in London krönt sich Manuela Schär zudem gleichzeitig zur Weltmeisterin. Marcel Hug liegt mit 97 Punkten auf Rang 2 hinter dem Amerikaner Daniel Romanchuk (124 Punkte). Das letzte Rennen der Serie XII, 2018/2019 findet am 29. September 2019 in Berlin statt. Drücken wir die Daumen für einen Schweizer Doppelsieg zum Abschluss der Marathon-Serie!

Mehr Informationen www.worldmarathonmajors.com

THE BIG SIX

Souverän: Weltmeisterin 2019

Seit 2016 wurde aus einem Zweijahres-Wertungsrhythmus ein einjähriger Rhythmus. Die Serie beginnt und endet jeweils am gleichen Austragungsort. Für die laufende Serie XII, 2018/2019 ist also Berlin der erste und letzte Marathon-Austragungsort der Serie. In der nächsten Serie wird es Chicago sein. Insgesamt werden während einem Jahr sieben Marathons ausgetragen. Für die Bewertung müssen Rollstuhlathleten mindestens vier Marathons absolviert haben, Fussgänger mindestens zwei. Ein Marathonsieger kassiert 25 Punkte, der Zweitplatzierte erhält 16, Platz drei 9, Platz vier 4 und Platz fünf 1 Punkt. Es zählt somit nicht die erzielte Zeit, sondern die Platzierung. Neben Ruhm und Ehre locken die Veranstalter mit einem Preisgeld von USD 50 000.– für die beiden Seriensieger (1. Mann/1. Frau) – für Fussgänger sind es gar USD 500 000.–!

DAS BUCH

Sich anpassen, statt zu verzagen

1977 zog sich Fritz Vischer bei einem Motorradunfall eine inkomplette Tetraplegie zu. Gut 40 Jahre später blickt er zurück: «Ansonsten munter –Einsichten eines Rollstuhlfahrers» heisst sein Buch. Er schildert, wie er mit Pierrot, seinem Zimmerkumpan in der Erstreha, Ulkiges, aber auch Ärgerliches erlebt hat. Die beiden bleiben befreundet, bewältigen die Folgen des Traumas aber unterschiedlich. Ihre Lebensläufe ziehen sich durch das Buch.

Sie sind eingebettet in die vier Hauptteile des Buches: «Wie schön wir es doch haben» und «Wie schwer wir es doch haben» umklammern Überlegungen zu Bewältigungsstrategien und unserer Stellung in der Gesellschaft. Vischer greift auch heiklere Themen wie Beziehungen, Sexualität und Schwierigkeiten in der Arbeitswelt auf. Erlebnisse und Beobachtungen veranschaulichen, was er meint. Das Buch ist süffig geschrieben. Die Gliederung erlaubt es auch, nur einzelne Kapitel zu lesen.

«Ansonsten munter»

Fritz Vischer, Zytglogge Verlag

ISBN 978-3-7296-5010-7

STIFTUNG WUNDERLAMPE

Erfüllter Herzenswunsch

«Ich heisse Serena und lebe mit einer Cerebralparese, die mich beim Gehen, Sprechen und Schlucken beeinträchtigt. Das meiste, was andere Jugendliche unternehmen, bleibt mir verwehrt. Am liebsten mag ich das Element Wasser. Das wissen auch die Betreuer an meiner Schule. Sie wollten mir eine Freude bereiten und meldeten meinen Wunsch, einmal auf einem Dampfschiff mitzufahren, bei der Wunderlampe an. Diese schweizweit tätige Stiftung erfüllt Herzenswünsche kranker und behinderter Kinder und Jugendlicher im Erlebnisbereich. So konnte ich einen unvergesslichen Tag auf dem Vierwaldstättersee zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder verbringen.»

Einen Herzenswunsch anmelden kann man per Telefon, Brief, E-Mail oder über den «Wunschzettel» unter www.wunderlampe.ch.

FÜR ROLLSTUHLCLUBS

Einsteigercoach

Es ist nicht einfach, neue Mitglieder zu motivieren, sich am Clubleben zu beteiligen. Mit dem Konzept Einsteigercoach wird genau dieses Problem angegangen. Aus diesem Grund wurden die Sportchefs der Rollstuhlclubs beauftragt, je einen Einsteigercoach zu bestimmen.

Die Coaches sollen eng mit Rollstuhlsport Schweiz und der Lebensberatung zusammenarbeiten, damit neue Rollstuhlfahrer nach dem Klinikaustritt optimal beraten werden. Sie heissen diese im Club willkommen, klären Bedürfnisse ab, versuchen sie zu motivieren, miteinzubeziehen und vermitteln Wissen. Sie stellen Clubangebote vor und begleiten die Neumitglieder an Anlässe oder ins Training.

Sie sind gerade in dieser schwierigen Zeit ein wichtiger Ansprechpartner und stellen sicher, dass der Einstieg in die neue Lebensphase optimal abläuft. Gleichzeitig sind sie Garant, dass die Clubs auch in Zukunft auf eine aktive Mitgliedschaft zählen können.

Swiss Handbike Day

Am 22. Juni 2019 von 10.00 – 16.00 Uhr können in der Sport Arena Nottwil die neuesten Handbikes und eine umfassende Auswahl an Zuggeräten, Vorspannbikes und Swiss-Tracs getestet und gekauft werden. Nebst den Experten von Orthotec sind auch Berater der Anbieter und Importeure sowie Handbike-

Sportler mit dabei. Gleichzeitig bietet die Orthotec vor Ort einen Occasions-Markt an. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, für jeden Besucher gibt es eine Gratis-Bratwurst.

Details unter www.orthotec.ch

ORTHOTEC

HANDI-CHALLENGE

Sportlich unterwegs

Sechs Wettrennen, kostenlose Konzerte, verschiedene Essensstände und viel Spass, das verspricht die Handi-Challenge in Morges am 19. Mai 2019. Die SPV ist CoOrganisator und zuständig für die Rollstuhlrennen in den Kategorien Manueller Rollstuhl und Elektrorollstuhl für Kinder und Erwachsene. Zudem können Teilnehmer und Besucher an unserem Stand mehr über die SPV erfahren und sich in Sport-

fragen beraten lassen. Auch die Rollstuhlclubs aus der Region sind vertreten. So stellt das Powerchair Hockey Team aus Lausanne seine Sportart vor und Lorraine Truong ihre Leidenschaft für das WCMX. Kommen auch Sie vorbei – als Zuschauer oder als Teilnehmer.

Mehr dazu

www.handi-challenge.org

SWISS HANDICAP 2019

Rollstuhlsport Erlebniswelt

An der Swiss Handicap Messe am 29. und 30. November 2019 wird Rollstuhlsport Schweiz erneut den Stand haben, an dem es am meisten auszuprobieren gibt.

In den Messehallen auf der Luzerner Allmend wartet eine grosse Erlebniswelt aus verschiedenen Rollstuhlsportarten auf die Besucher. Leichtathletik, Rudern, Monoskibob, Curling, Powerchair Hockey und Rollstuhlbasketball stehen auf dem Programm. In der Sport- und Eventhalle ge-

hört der Stand wegen des aktiven Angebots zu den Publikumsmagneten schlechthin. Zum Selbsterfahrungsangebot kommen diverse Demo-Events mit Eliteathleten von Rollstuhlsport Schweiz. Wer sich am Stand näher über die vielfältigen Möglichkeiten zum Einstieg in den Sport informieren möchte, kann sich selbstverständlich bei den Mitarbeitenden der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung beraten lassen oder noch besser gleich für einen Sportkurs des Winterprogramms anmelden.

FREIZEITAKTIVITÄT

In luftiger Höhe

Am Seil durch die Bäume schwingen – im Swiss Seilpark Fiesch ist dies auch für Rollstuhlfahrer möglich. Auf Voranmeldung und mit einer Begleitperson können Sie dieses Abenteuer buchen. Wir haben es am letztjährigen «fun for wheelies» ausprobiert und waren begeistert – wie man auf dem aktuellen Titelbild sehen kann. Der Ausflug ins Wallis lohnt sich. Das Sport Resort Fiesch bietet barrierefreie Übernachtungsmöglichkeiten, so dass einem mehrtägigen Aufenthalt in der Südwestschweiz nichts im Wege steht.

Informationen Seilpark in der Aletscharena www.sport-resort.ch

EL-REFORM

Bezahlbar Wohnen

Die Reform der Ergänzungsleistungen (EL) ist in der Frühjahrssession verabschiedet worden. Nach 18 Jahren werden die Mietzinsmaxima erstmals erhöht und auch der Rollstuhlzuschlag um 2400 auf 6000 Franken pro Jahr aufgestockt. Weitere Sparmassnahmen konnten im Verlauf der Debatte entschärft werden.

Die Huttwiler Bande

«Huttwiler Bande» werden sie genannt, die fünf Frauen und Männer aus Huttwil, die gemeinsam mit Mitarbeitenden des Rollstuhlsports das OK ParAthletics bilden. Dieses Jahr organisieren sie diese zum sechsten und letzten Mal.

Von Gabi Bucher

Die Begrüssung untereinander ist herzlich und es wird viel gelacht und gescherzt. Man spürt, da hat sich eine Gruppe Menschen gefunden.

Machen wir eine Vorstellungsrunde:

Ueli Grädel, wer bist du und wie kamst du in dieses OK?

Ich bin pensionierter «Bündeler», das heisst, ich habe beim Bund gearbeitet. Seit meiner Pensionierung bin ich «Hündeler» (lacht). Sami Lanz, der OK-Präsident, hat

mich vor sieben Jahren gefragt, ob ich zu den Finanzen schauen könnte und dafür sorgen, dass das Geld nicht verloren geht.

Woher kanntest du Sami?

Wir kennen uns seit 55 Jahren, sind halt beide von Huttwil, beide im Huttwiler Museumsverein, der übrigens noch gerade vier Aktivmitglieder zählt. Sami meinte, er müsse mich beschäftigen, damit ich nicht in ein Loch falle, wenn ich nicht mehr in Bern arbeiten könne.

Heidi Flückiger, wie war das bei dir?

Ich kam dazu wie die Jungfrau zum Kind. Ich hatte im 2008 im Sportzentrum Huttwil mitgeholfen bei den Schweizer Meisterschaften der Leichtathletik, wo Sami OK-Präsident war. Dann half ich mit bei den Juniorenmeisterschaften in Nottwil und bin seit 2014 im OK der ParAthletics. Ich bin zuständig für Einteilung und Koordination der Freiwilligen und des Personals im Allgemeinen.

Huttwiler und Nottwiler – ein grandioses Team

Maria-Louisa Gränicher, du bist Sponsoring-Verantwortliche, wie wars bei dir?

Ich kannte Sami, weil mein Mann damals bei den Schweizer Meisterschaften für den Bau zuständig war. Sami hat mich angefragt und jetzt mache ich seit vier Jahren das Sponsoring. Daneben habe ich zwei Kinder, eine Katze und bald einen Hund. Sami: Und daneben arbeitet sie auch noch im eigenen Baugeschäft.

Und das bringst du alles unter einen Hut?

Leider nicht mehr wirklich, es wird mir langsam etwas zu viel. Die Sponsorensuche fängt bereits im Dezember an, von Januar bis März wirds dann sehr intensiv, bis der Festführer steht.

Wie gestaltet sich die Sponsorensuche?

Sami scherzend: Die rennen uns die Türen ein!

Maria-Louisa: Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Vor allem, weil es immer derselbe Anlass ist. Die Sponsoren wollen ab und an etwas Neues machen. Springt ein Hauptsponsor ab, müssen wir uns anders orientieren, da sind dann alle gefordert. Trotzdem, ich mochte die Arbeit. Ich bettle zwar nicht gerne, aber es ist ein Anlass, hinter dem ich voll und ganz stehen kann, das macht es leichter. Und ich treffe neue Leute und knüpfe spannende Kontakte.

Franziska Lanz, als Tochter des OK-Präsidenten kommt man wohl automatisch ins OK?

Ja, ich war schon immer irgendwie mit dabei, entweder als Zuschauerin oder als Helferin, so gesehen war die Mitarbeit im OK die logische Folge. Ich bin zuständig für das Rahmenprogramm und die Siegerehrungen, d. h. ich trage die Resultate zusammen, schreibe sie auf, schaue, wer die Ehrungen auf dem Platz durchführt und spreche mich ab mit dem Speaker, damit er die richtigen Namen nennt. Es kann bis zu 45 Siegerehrungen geben an so einem Anlass, das muss gut getaktet sein und ins Programm passen. Wenn es allerdings darum geht, die Athleten für die Ehrungen aufzubieten, brauche ich Hilfe, ich kenne sie ja nicht. Da unterstützen mich dann jeweils Andy Heiniger und Roger Getzmann vom RSS.

Und was erhalten die Sieger, Medaillen gibt es ja nicht bei den ParAthletics?

Sami: Unser Credo war, dass es etwas typisch Schweizerisches ist. Mal gabs ein Sackmesser, mal ein Zahnbürstli, mal eine Swatch, übrigens extra kreiert für die ParAthletics. Dieses Jahr gibts einen Kugelschreiber von Caran d’Ache. Diese Artikel müssen wir zwar bezahlen, sie sind nicht gesponsert, aber wir handeln immer einen guten Preis aus.

Sami, nun zu dir, wie kamst du zu deinem Amt als OK-Präsident? Ja, das fragen sich viele (lacht). Ich bin bereits seit 25 Jahren beim Rollstuhlsport, einen Drittel meines Lebens. Angefangen hat alles 1994, als in Langenthal die SM in der Rollstuhl-Leichtathletik durchgeführt wurden. Der Kiwanis-Club organisierte, aber es fehlte ein OK-Präsident. Ich hatte zwar keine Ahnung von Rollstuhlsport, aber ich hab mir gesagt, wenn ichs nicht mache, machts ein anderer, das wäre auch ein «Seich» (lacht), das wollte ich nicht. Ich habs gemacht und es kam gut raus. Ja, und da hats mir den Ärmel reingenommen. Ich war dann TK Chef Leichtathletik von Rollstuhlsport Schweiz und habe noch sechs Schweizer Meisterschaften organisiert. Dann hat Thomas Troger mal zu mir gesagt: Wir hätten da noch den Grand Prix. Ich hab zugesagt unter der Bedingung, dass ich mir mein OK selber auslesen kann. Ein grosser Vorteil, so wurde keiner «delegiert».

So ist die «Huttwiler Bande» entstanden? Ja, ich ging zu Ueli, meinem langjährigen Freund und hab ihm gesagt, wir ergrauten Mannen könnten uns zusammentun. Ueli

hat gefragt, worum es gehe. Ich habs erklärt, danach ist er lange laufen gegangen mit dem Hund. Nein, Spass beiseite, er hat zugesagt. Auch Heidi hat sofort ja gesagt. Wenn jemand was über Personal weiss, ist das Heidi, das kann niemand auf der Welt so gut wie sie. Mit Malu (Maria-Luisa) hab ich mal Kaffee getrunken, dann hab ich nochmal mit ihr Kaffee getrunken und dann war auch sie mit dabei. Bei Fränzi ist ja alles klar. Mit solchen Mitarbeitenden hat ein Präsident selber gar nichts mehr zu tun. Ich komme noch an die Sitzungen, um mein Gewissen zu beruhigen und bei den Apéros bin ich dabei (lacht schelmisch)

Ich sehe schon, es wäre schwierig, als «Aussenstehender» in diesem OK mitzuarbeiten.

Sami: Ja, ohne uns würde das in die Hose gehen, die Athleten würden gar nicht mehr kommen (alle lachen). Wobei ich festhalten möchte, dass die anderen des OKs Gold wert sind: René Küenzli vom SPZ kennt die ganze Infrastruktur, weiss, wo man reinkommt, wo es Schlüssel gibt, wen man für was fragen muss. Roger und Andy kennen sich aus in allem, was den Sport betrifft, Linda managt das Administrative und Evelyn ist in Sachen Medien unschlagbar. Seit letztem Jahr ist noch Fabiola Aebi dabei, sie macht zusammen mit Evelyn den Festführer, das entlastet teilweise Malu.

Mit Fabiola seid ihr also elf, wie eine Fussballmannschaft?

Ja, nur haben wir keine Auswechselspieler. Wir sind jetzt seit sechs Jahren zusammen, Malu ist seit vier Jahren dabei. Die Zusammensetzung hat sich nie geändert, ausser als Andy Rogers Posten übernommen hat.

Marie-Louisa und Sami
Franziska bringt gute Laune

Roger musste bezahlen, damit er im OK bleiben durfte damals Gespielte Empörung der anderen: Bezahlen? Wen, dich? Wo ist das Geld? Im schwarzen Kässeli?

Wechseln wir das Thema. Jetzt hört ihr alle auf nach den nächsten ParAthletics?

Sami: Wir wollten eigentlich schon vor einem Jahr aufhören, jetzt sind wir in der Verlängerung. 25 Jahre sind genug, ein Jüngerer soll kommen. Sonst stehe ich noch mit dem Rollator auf dem Platz, das will ich nicht.

Heidi: Auch für mich ist es jetzt gut so, es ist der richtige Moment, aufzuhören.

Franziska: Meine zwei Kinder sind noch klein, mir fehlt die Zeit, mich weiterhin voll einzugeben.

Maria-Louisa: Fürs Sponsoring kann eine neue Zusammensetzung eine Chance sein. Es gibt vielleicht ganz neue Quellen.

Sami: Eine Auflage haben wir gemacht, das muss schriftlich festgehalten werden: Wir müssen bis an unser Lebensende an die Apéros eingeladen werden. Roger hat mir versprochen, dass er mich jeweils abholt, wenn ich nicht mehr gehen kann. Ein anderer Grund, warum er im OK bleiben darf

Wird euch dieses gemeinsame Projekt nicht fehlen?

Sami: Klar wird es uns fehlen, aber das sagen wir nicht. Wir gründen dann eine Selbsthilfegruppe. Nein, Spass beiseite, wir hatten eine ganz tolle Zeit, nie Probleme, wir haben einander immer gegenseitig geholfen.

Ueli: Die Motivation war riesig, und die Stimmung vielleicht auch so gut, weil keiner keinem etwas vormachen musste. Und wenn jemand sagte, man sollte noch dies oder das, waren bereits zwei unterwegs, um es zu erledigen.

Maria-Louisa: Und wenn der Präsident sagt, man müsse noch was holen, dann

fährt man sogar ans Ende der Welt für ihn.

Sami: Sprichst du den Vorfall mit den fehlenden Banden an?

Maria-Louisa: Ja, damals fuhr ich irgendwohin ans Ende der Welt um sie zu holen, so fühlte es sich zumindest an.

Dann gab es schon auch kleinere Probleme in diesen Jahren?

Sami: Es war immer alles top organisiert und für die Herausforderungen haben wir die Profis der SPV.

Heidi: Manchmal ist es nicht ganz einfach mit den Freiwilligen, wenn z. B. motivierte junge Menschen mithelfen möchten, die selber eine Behinderung haben und im Helfen betreut werden müssten. Das ist sehr schwierig.

Maria-Louisa: Einmal hat der Wind alles umgelegt über Nacht und wir mussten am Morgen die ganzen Banden und Zelte wieder aufstellen. Und einmal wurden 100 kg Bananen gestohlen. Sie waren zwar geliefert worden, aber wir fanden sie am nächsten Tag nicht mehr. Eine Nation hatte danach Bananen, aber wir konnten nicht beweisen, dass es unsere waren, sie waren ja nicht angeschrieben.

Maria-Louisa: Eine grosse Herausforderung ist das fehlende Publikum (alle nicken). Es ist frustrierend, wie wenig sich die Leute für diesen tollen Anlass interessieren.

Ihr erlebt sicher vieles an diesen Anlässen?

Heidi: Ja, es gibt viele spannende, lustige und auch komische Begegnungen. Ich habe ja eine Art Gemischtwarenlädeli auf dem Platz, da kommen die Athleten oft etwas kaufen. Da war zum Beispiel dieser eine Athlet, der kam täglich vorbei, aber ich verstand ihn einfach nicht. Bis er dann auf einer App auf Taiwanesisch eintippte, was er wollte, die App übersetzte für mich auf Englisch. Ich tippte meine Antwort auf

Englisch und die App übersetzte zurück, so haben wir miteinander kommuniziert. Sami: Es war einfach immer unglaublich spannend, bis zu 37 Nationen, jeder mit einer anderen Behinderung, einem mehr oder weniger guten Rollstuhl. Mit der Zeit kannte man sich und freute sich, sich wieder zu sehen. Wir waren eine grosse Familie. Es war eine grossartige Zeit, wir hatten einen so guten Zusammenhalt untereinander. Wir verstehen uns blind und wir haben alle dieselbe Wellenlänge.

Wie geht es weiter?

Sami: Der Kiwanis-Club war sechs Jahre unser Hauptsponsor. Es wäre schön, wenn das so bleiben könnte und sich ein anderer Club zur Verfügung stellen würde. Aber sie sponsern nur Anlässe, bei welchen ein Kiwaner mitmacht. Das Sponsoring kommt ja auch den Sportlern zu gut, vor allem den Schweizer Junioren. Dank Kiwanis konnten alle Schweizer Athleten unter 23 Jahren mit CHF 20.– starten statt CHF 150.–. Wir haben übrigens mit dem Projekt des OKs der ParAthletics beim alljährlichen Wettbewerb des Kiwanis-Clubs den 4. Rang geholt. Wir wurden in Paris ausgezeichnet, hinter zwei amerikanischen und einem taiwanesischen Projekt. Wir hoffen alle, dass sich eine gute Lösung findet und bedanken uns, dass wir diese Arbeit machen durften. Es war eine tolle Zeit.

Es ist viel gelacht worden während dieses Gesprächs und der Zusammenhalt, die gegenseitige Sympathie und Freundschaft waren fast greifbar. Wir unsererseits danken der Huttwiler Bande für die grossartige Arbeit, freuen uns, sie noch lange an den Apéros begrüssen zu dürfen und werden wohl auch eine Selbsthilfegruppe bilden müssen, um uns über ihren Abgang hinwegzutrösten.

BE A VOLUNTEER

Möchten Sie sich im Rollstuhlsport als Volunteer engagieren? Melden Sie sich auf www.spv.ch/volunteer oder bei rss@spv.ch

Ueli im Gespräch mit einem Volunteer Heidi im «Gemischtwarenlädeli»

UNSERE HELFER

Mani Matter machte es möglich

Die Rollstuhlfahrerin Rosa Zaugg aus Heimberg bei Thun leitet seit 2016 mit viel Engagement für die SPV das Offene Singen im SPZ.

Von Gabi Bucher

Aus der Ecke rechts hinter dem Empfang des SPZ ertönen Gitarrenklänge. Ein Plakat weist darauf hin, dass jeden zweiten Samstag gesungen wird, normalerweise im Raum der Stille, und dass jede und jeder zum Mitsingen oder einfach nur Zuhören eingeladen ist. «Offenes Singen» heisst das Angebot, noch ein klein wenig offener heute. «Wir möchten, dass das Angebot wahrgenommen wird, darum singen wir zum Beispiel bei schönem Wetter gerne draussen und heute mal hier im offenen Raum», erklärt die Leiterin Rosa Zaugg. Eine gute Entscheidung, denn schon rollt ein Patient langsam vorüber, bleibt etwas verlegen hinter einer Säule stehen und hört zu. Ein kleines Mädchen zieht seine Mutter an der Hand, «Mama, was machen die da?», und ein Ehepaar setzt sich an einen Tisch in der Nähe. «So etwas Schönes, das nächste Mal bin ich auch dabei», sagt die Frau im Rollstuhl.

Mani Matter ohne Ende

Sieben Jahre hat Susanne Gfeller vom Atelier für Gestaltung das Offene Singen im SPZ mit viel Herzblut geleitet. Anlässlich einer Schulteroperation wurde Rosa Zaugg darauf aufmerksam. «Ich singe schon seit meiner frühesten Kindheit», erzählt sie. Ihr Vater spielte die Konzertzither und hatte seinen sieben Kindern ermöglicht, Gitarre zu spielen. «Als ich nach meinem Unfall vor 44 Jahren aus der Intensivstation im REHAB Basel in mein Zimmer verlegt

wurde, verlangte ich nach meiner Gitarre.» Irgendwo fand sie ein Büchlein mit Liedern von Mani Matter. «Ich fing am morgen früh mit Üben an, rauf und runter, bis ich die Lieder spielen konnte.» Und da die Zimmertüren dort offen waren, hätten das alle mitbekommen. «Wenn du einen Rollstuhlfahrer antriffst, der Mani Matter nicht ausstehen kann, war er wahrscheinlich mit mir in Basel im Spital», sagt sie lachend.

Gut für Lunge und Gemüt

Rosa besuchte das Offene Singen regelmässig während ihres Klinikaufenthaltes und fuhr danach manchmal extra nach Nottwil dafür. Als Susanne sie fragte, ob sie nicht abwechslungsweise mit ihr das Singen leiten möchte, hat sie zugesagt und mittlerweile die Leitung ganz übernommen.

Susannes Liederbüchlein hat sie mit eigenen Lieblingsliedern ergänzt. «Jede und jeder kann wählen, was wir singen. Das geht von französischen Chansons über Seelenlieder, Rock und Pop bis hin zu Volksliedern. Auch Mani Matter ist drin», sagt sie lachend. Gesungen wird, wonach die Laune steht. Perfektion ist nicht gefragt, die Sängerinnen und Sänger, jeweils zwischen fünf und sieben, geniessen es, singen zu dürfen, wie es ihnen grad passt. «Ich kann die Stimmlage wählen, die mir liegt», sagt Andrea, und Ella ihrerseits singt gerne auch mal die zweite Stimme. Zudem tue Singen der Lunge gut, weiss Andrea, und dem Gemüt, bestätigt Rosa.

Auch das gemütliche Zusammensein ist wichtig. «Nach dem Singen essen wir gemeinsam, eine richtig gute Sache», sind sich die drei einig, welche an diesem Samstag – und nach eigenen Aussagen immer, wenn es zeitlich geht – mitmachen. «Klar wäre es schön, wir wären etwas mehr», meint Rosa, «aber solange ich nur einem oder zwei Rollstuhlfahrern etwas Gutes tun kann mit dem Singen, werde ich es weiterführen.»

Und so fährt sie jeden zweiten Samstag nach Nottwil. «Anderthalb Stunden hin, anderthalb zurück», stellt sie fest, «aber wenn ichs nicht gerne täte, würde ich den Weg nicht auf mich nehmen».

Haben Sie Lust, mitzusingen? Weitere Infos finden Sie auf www.spv.ch/Veranstaltungen

HILFSPROJEKT

Zimtrollen, Bananenbrot und Sonntagszopf

Im Rahmen des Projektes HaitiRehab war der Rollstuhlfahrer Fabian Kieliger drei Monate in Haiti und half dort beim Aufbau einer Bäckerei.

Von Gabi Bucher

Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs hätte Fabian noch in Haiti sein sollen. Die Lage dort war aber so instabil geworden, dass er entschied, zwei Wochen früher nach Hause zu fliegen. Heftige Proteste hatten das Leben weitgehend zum Stillstand gebracht. Der Regierung wird vorgeworfen, Geld aus einem Hilfsfonds veruntreut zu haben, das für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben 2010 verwendet werden sollte. Bereits bei seiner Ankunft war Fabian von den Unruhen betroffen. «Auch da waren die Strassen durch Demonstrationen blockiert. Wir mussten die erste Woche im Hotel verbringen.»

Vorbildfunktion im Rollstuhl Wie und warum kommt aber ein Rollstuhlfahrer dazu, nach Haiti zu fliegen? Fabian musste sich nach seinem Unfall vor knapp vier Jahren beruflich neu orientieren. Er war gelernter Bäcker-Konditor mit Zusatzausbildung zum Koch, keinen der beiden Berufe konnte er mehr ausüben. Er wollte aber wenn irgendiw möglich im Hotelfach bleiben. Er mag den Umgang mit Menschen und kommt mit seiner Offenheit und Unkompliziertheit auch sehr gut an. Er absolvierte die Hotelfachschule in Thun. Während seines Praktikums im SPZ letztes Jahr lernte er den Projektleiter von «HaitiRehab Schweiz», Albert Marti, kennen. Dieser erzählte ihm vom Projekt der Bäckerei «Café Mon Bijou» in Haiti und meinte, er wäre der ideale Kandidat, und

als Rollstuhlfahrer gleichzeitig ein gutes Vorbild, um dort während dreier Monate die Angestellten zu schulen. Denn Ziel des Vereins HaitiRehab ist es, Gesundheits-, Integrations- und Rehabilitationsprojekte zu unterstützen, welche insbesondere behinderten Personen in Nord-Haiti zugute kommen. Ein Projekt war nun eben der Bau der Bäckerei. Fabian liess sich begeistern, das war durchaus etwas für ihn. Im November 2018 reiste er nach CapHaïtien. Dort bezog er im Village auf dem Areal der Rehaklinik, wo sich die Bäckerei befindet, seine Bleibe. Kein Warmwasser, eine Holzplatte mit Matratze und «huärä vill Moskitos», wie er in seinem unvergleichlichen Urner-Dialekt erzählt. Aber er brauche ja nicht viel und komme mit wenig zurecht.

Erste Hürden

Jetzt wäre der Moment zum Backen gekommen, aber die Teigmaschine war noch nicht da. «Also kneteten wir den Teig von Hand», erzählt Fabian. «Aber wir wollten ja, dass die Angestellten mit der Maschine klarkommen.» Also waren wiederum vier Tage nur organisatorische Arbeiten angesagt. Dann wars endlich soweit. Zwei Bäcker, zwei Frauen an der Front, d. h. im Café und Laden, eine Putzfrau sowie ein Helfer für Sandwiches und Cupcakes, drei mit einer körperlichen Behinderung, warteten auf Instruktionen. «In Haiti ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch, da hast du ab-

solut keine Chance als Mensch mit einer Behinderung. Darum war es uns wichtig, Menschen mit einer Behinderung in dieses Projekt einzubinden.» Die beiden Frauen arbeiteten relativ selbstständig, die eine hatte eine Ausbildung in Buchhaltung, die andere hatte selber ein Restaurant geführt. «So konnte ich mich auf die Bäcker konzentrieren.» Mit ihnen musste er bei null anfangen. «Der eine hat schnell gelernt, den zweiten musste ich leider nach einer Probephase entlassen. Es ging einfach nicht.»

Fabian, Albert und die Bäckerei-Crew

Auf die anderen könne er sich aber verlassen. Sie seien dankbar, eine Arbeit zu haben und würden sich einsetzen.

Gerolltes und Geflochtenes

Fabian hatte sich gut vorbereitet auf seinen Aufenthalt und viel gelesen über das Land. «Ich wollte wissen, worauf ich mich einlasse. Nicht dass ich zum Beispiel Schinkengipfeli mache und es ist ein muslimisches Land.» Gerne hätte er auch lokale Produkte berücksichtigt, damit das Geld möglichst im Land bleibe. «Aber die haben nichts, kein Mehl, kein Getreide. Sie importieren alles.» Im Angebot der Bäckerei stehen heute Nussbrote, Zimtrollen, Zitronen- und Ananascakes und Bananenbrot. Auch Parisettes kriegt man, und Ciabatta, auf Wunsch mit Rosmarin, Pfeffer oder Thymian. «Der grosse Renner ist aber der Zopf», erzählt Fabian lachend. «Ja, ein richtiger Sonntagszopf. Zuerst machten wir nur kleine, einstrangige, mittlerweile können sie sogar einen Fünfstrangzopf flechten.»

Nicht alles lief reibungslos. Fabian hatte sich mit verschiedenen Herausforderungen herumzuschlagen. Einerseits mit der Pünktlichkeit seiner Angestellten. «Wenn ein Haitianer sagt, er komme um 9 Uhr, ist er um 10 Uhr da. Da setzt man halt die Zeiten anders an. Sie können aber meist gar nicht viel dafür, sie sind abhängig von den Transportmitteln, und die sind mal zu früh, mal zu spät», fügt Fabian an. Eine weitere Herausforderung seien die Bestellungen. «Die Haitianer leben von der Hand in den Mund. Sie kaufen, was sie im Moment brauchen, für mehr haben sie weder Geld noch Lagerungs- oder Kühlmöglichkeit.» Jetzt müssten sie lernen, vorauszudenken, das sei nicht so verankert in ihren Köpfen, und das zu ändern, werde schwierig. «Wenn wir nicht liefern können, weil die Ressourcen fehlen, spricht sich das schnell rum und wir verlieren Kunden.»

Ungewisse Zukunft

Die Bäckerei laufe gut. Sie liegt an der Hauptstrasse zur Dominikanischen Republik, da gibt es relativ viel Durchgangsverkehr. Und die Qualität, die sie böten, sei in Haiti sonst nirgends zu finden. «Die Kundschaft ist sehr durchmischt. Es sind einer-

seits Mitarbeitende von Hilfsorganisationen, andererseits Haitianer. Neu beliefern wir ein Hotel mit Brot.» Ein Ziel sei es, Restaurants und zusätzliche Hotels als Kunden zu gewinnen, erklärt Fabian. Ganz ausgelastet seien sie noch nicht, aber mit lediglich einem Bäcker könnten sie ja auch nicht viel mehr produzieren.

Vieles bleibt ungewiss. «Im Moment machen sie, was ich ihnen beigebracht habe. Aber in drei Monaten kann man unmöglich alles Wichtige vermitteln. Gerne würde ich ihnen mehr Hintergrundwissen mitgeben. Warum geht ein Teig auf, warum braucht man mal kaltes, mal warmes Wasser. Wenn sie verstehen, was sie machen, können sie es selber besser weitergeben. Ich möchte unbedingt Nachhaltigkeit reinbringen ins Ganze.» Ziel ist schlussendlich, dass die Bäckerei gewinnbringend arbeitet und das Geld ins nachbarliche Rehacenter fliesst. So würde die Reha für die Einheimischen günstiger. «Im Moment

kostet sie umgerechnet etwa CHF 500.–, das ist unglaublich viel für die Menschen dort.»

Wie es weitergeht, steht momentan in den Sternen. Fabian ist einmal pro Woche in Whatsapp-Kontakt mit Sibille Bühlmann, welche einen Tag pro Woche in der Klinik vor Ort arbeitet. Er hilft, so gut er kann. Dass «seine» Mitarbeitenden im Moment alleine klarkommen müssen, stresst ihn aber nicht wirklich. «Ich glaube, hier habe ich mich bereits etwas an die haitianische Lebensweise gewöhnt», meint er lachend. Er hätte noch viele Ideen und Wünsche für seine Bäckerei. Ob er je wieder nach Haiti gehen kann, ist ungewiss. Erst muss er nun selber eine Stelle in der Schweiz finden. Aber der Erfolg des Projekts liegt ihm sehr am Herzen!

Mehr zum Projekt www.haitirehab.ch

Klinik-Alltag in Haiti
Das Reich des neuen einheimischen Bäckers

Unterstützer auf dem

Weg

zur Spitze

Seit September 2018 kümmert sich Marco Bruni um unsere Athleten im Rollstuhlsport und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Von Gabi Bucher

Wie ein Buchhalter sieht er nicht aus, der neue Leiter Athletenentwicklung Marco Bruni, aber das war er ursprünglich. Sport war ihm aber immer wichtig, und lange hat er es nicht ausgehalten als Buchhalter. «Ich wollte zurück zum Sport und in die Berge», meint er lachend.

Nach seiner Ausbildung zum Trainer in Magglingen trainierte er die Nationalmannschaft der Snowboarder Freestyle. Ein Jahr später wechselte diese Sportart zu Swiss Ski, danach war er noch 12 Jahre Cheftrainer dieser Sportart. «Dann entschied ich mich, mit einem Athleten allein weiterzumachen.» Also nahm er das Training mit dem Snowboarder Iouri Podladtchikov auf. «Um einen Sieg an den Olympischen Spielen in Sotschi zu gewährleisten, war Einzelbetreuung nötig. Das hat ja dann auch gut geklappt», fügt er an.

Optimale Betreuung

Danach hat Marco vorübergehend Manager einer Firma für Gartendesign gecoacht, aber nach drei Jahren wollte er zurück zum Sport. Die ausgeschriebene Stelle Leiter Athletenentwicklung der SPV im Zusammenhang mit dem Leistungszentrum und der Sportakademie reizte ihn sehr. «Es hat genug Experten auf diesem Gebiet, aber es braucht jemanden, der die Schnittstelle zwischen Athleten, Trainer, RSS und Sportmedizin bildet.» Irgendwann werden für den Athleten andere Faktoren wichtig wie Schule, Beruf, Ernährung, Material usw. «Natürlich kümmern sich auch Trainer um diese Bereiche, aber irgendwann wird es wichtig, dass der Sportler mit Spezialisten in Kontakt kommt, damit Höchstleistungen möglich sind.» Denn die Dichte an der Spitze werde immer enger, überall werde professioneller gearbeitet.

Ohne Breitensport kein Leistungssport «Durch gute Betreuung kann man Verletzungen vorbeugen, durch richtige Ernährung Infekte vermindern», erklärt Marco. Ein wichtiges Tool dazu seien die Testing Days. Die schon früher durchgeführten Leistungstests und sportärztlichen Untersuchungen werden erweitert durch Ernährungsberatung und psychologische Betreuung. Die Organisation und Koordination ist eine der Aufgaben von Marco. Dabei werden Daten gesammelt, um Erkenntnisse zu erhalten für eine längerfristige Planung. «Im Team analysieren wir all die Bereiche und schauen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wir machen Vergleiche mit anderen Ländern, schauen z. B. wie dort trainiert wird, wo sie erfolgreicher sind.» Dies passiert alles in Zusammenarbeit mit dem Chef Leistungssport und Breitensport, denn ohne Breitensport gibt es keinen Leistungssport. «Wir prüfen, ob wir genug machen im Breitensport, ob wir optimale Bedingungen haben für unsere Trainer, ob wir mit den richtigen Zielsetzungen unterwegs sind und den Nachwuchs richtig aufbauen und fördern.» Das sind die Fragen, die Marco Bruni bewegen. «Dabei geht es nicht um Kontrolle. Jeder Athlet hat die Freiheit, sein eigenes Programm durchzuführen. Aber wenn er Fragen oder Probleme hat, sind wir da. Uns ist wichtig, unser Know-how aufzubauen um es weitergeben zu können. Wir wollen die Athletenbetreuung optimal weiterentwickeln. Das Resultat sollte dann der Erfolg sein!», fügt er zuversichtlich an.

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