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INHALT/IMPRESSUM

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grünlandprofi – Ihr Magazin

BEWERTUNG 04 Was Grundfutter wirklich wert ist

GRÜNLANDPFLEGE

Ziel der Grünlandbewirtschaftung sind eine standortangepasste Düngung und Nutzung. Dabei sollen ebene Flächen und Böden mit guter Bodenbonität intensiver, drei- bis viermal, genutzt und Böden mit geringerer Bonität sowie Hangflächen oder hoffernere Flächen extensiver genutzt werden. Eine abgestufte Bewirtschaftung macht Sinn.

09 So werden lückige Bestände saniert 13 So haben Sie den Ampfer im Griff

WEIDE

Josef Galler, Grünlandexperte der LK Salzburg 16 Kurzrasen- und Koppelweide – welches Weidesystem ist besser?

GRÜNLANDNUTZUNG 18 Wo sind die Nutzungsgrenzen von Bergheuwiesen? 21 Das richtige Gras am richtigen Ort

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FUTTERBEWERTUNG

BERGGRÜNLAND

23 Schlagkräftige Grassilageernte: Worauf kommt es an? 25 Bereitung von Ballensilage

DÜNGUNG 27 Grunddüngung nicht vernachlässigen 30 FIRMEN BERICHTEN

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SANIERUNG

SILAGE IMPRESSUM

EIGENTÜMER UND VERLEGER SPV Printmedien G.m.b.H., Florianigasse 7/14, 1080 Wien HERAUSGEBER UND CHEFREDAKTEUR Klaus Orthaber (orthaber@ gruenlandprofi.eu) REDAKTION Klaus Orthaber (redaktion@gruenlandprofi.eu), Bernhard Weber (weber@gruenlandprofi.eu), Stefan Nimmervoll (redaktion@gruen landprofi.eu) ANZEIGENLEITUNG Prok. Doris Orthaber-Dättel (orthaber-daettel@gruenlandprofi.eu) ANZEIGENVERKAUF Alexander Beran (beran@gruenland profi.eu), Verena Planker (planker@ gruenlandprofi.eu), Petra Hufnagl (hufnagl@gruenlandprofi.eu), Michael Mazelle (mazelle@gruenlandprofi.eu) VERWALTUNG, ASSISTENZ Stefanie Brenner (brenner@gruenlandprofi.eu) REDAKTION UND HERSTELLUNG (ANZEIGENANNAHME) Florianigasse 7/14, 1080 Wien, Telefon 01/581 28 90, Fax 01/581 28 90-23, vom Ausland 00 43/1/581 28 90 FIRMENBUCHNUMMER: FN 121 271 S. DVR 286 73 PRODUKTION baba grafik & design, www.baba.at, 1020 Wien DRUCK Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl, Bickfordstr. 21 VERLAGSORT Florianigasse 7/14, 1080 Wien. P. b. b., ZUL.-NR. 02Z033612M. Alle Zuschriften und Chiffre-Briefe an BLICK INS LAND, Florianigasse 7/14, 1080 Wien. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Unterlagen besteht keine Gewähr auf Veröffentlichung oder Rücksendung. www.gruenlandprofi.eu Offenlegung gemäß Mediengesetz § 25: Verleger: SPV Printmedien Ges. m. b. H., Firmensitz: Florianigasse 7/14, A-1080 Wien, Geschäftsführung: Klaus Orthaber, Gesellschafter: Klaus Orthaber. Erklärung über die grundlegende Richtung gem. § 25 (4) MedienG: Österreichisches Fachmagazin für Landwirte, Studierende und an der Grünlandwirtschaft Interessierte.


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GRUNDFUTTERBEWERTUNG

Was Grundfutter wirklich wert ist Futterstock entnommen und zu einer Mischprobe vereint werden. Optimale Probenqualität iele Landwirte sind daher kann erreicht werden, wenn die bestrebt, den Kraftfutteran- Probe mit einem Stechzylinder teil in der Ration zu redu- an mindestens zwei Stellen bzw. zieren und mehr Leistung aus Futterballen gestochen wird. Der dem wirtschaftseigenen Grund- Vorteil der Stechprobe besteht futter zu holen. Die Ausschöpdarin, dass mehrere Futterschichfung von qualitativen Reserven ten erfasst werden können. Bei bei Gras- bzw. Maissilage und der Gärfutterbeprobung kann Raufutter erfordert, dass der mit dem LK-Silagebohrer mit Landwirt in der Lage ist, das hofeigene Grundfutter mithilfe eines Laborbefundes bzw. einer sensorischen Futterbewertung qualitativ einzustufen. Die Identifikation von Schwachstellen im Management zeigt dem professionellen Landwirt seine größten Verbesserungspotenziale in puncto Grundfutterqualität. Von Reinhard Resch

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Außengewinde (Entwickler Ing. Helmut Riegler, LK Niederösterreich) eine Bohrkernlänge von ca. 180 cm, mit dem LK-Heustockbohrer (Entwickler Ing. Christian Meusburger, LK Vorarlberg) eine Heustockhöhe von ca. 4–5 m beprobt werden. Vorgangsweise Silagebeprobung Bei geöffnetem Silo die Plane ca. 0,5 m zurückschlagen

Repräsentative Probenahme Die Qualität eines Futtermittels kann durch die Probenahme maßgeblich beeinflusst werden, daher ist eine repräsentative Ziehung des Probenmaterials der erste Schritt für eine realitätsnahe Futterbewertung. Bei händischer Beprobung müssen an mindestens fünf gleichmäßig ver- Eine repräsentative Probeziehung ist ausschlaggebend für die Aussage für einen ganzen Futterstock. teilten Stellen Proben aus dem

und ca. 40 bis 50 cm hinter der Anschnittfläche in der Mitte des Silos den Probenbohrer von oben in den Silo drehen; bei geschlossenem Silo durch die Plane durchbohren bzw. die Plane mit einem kleinen Kreuzschnitt öffnen, nach erfolgter Bohrung den Probenbohrer herausdrehen und mit dem Ausstoßer (= Zubehör) den Bohrkern aus dem Bohrer stoßen – am besten in einen Plastikbehälter; die obersten 10 bis 15 cm des Bohrkerns (= die Oberflächenschicht mit nicht repräsentativer Silagequalität) verwerfen; die Bohrstelle bzw. das Bohrloch in der Plane wieder luftdicht verschließen. Für die Laboruntersuchung sind gestochene Proben mit einer Menge von ca. 1 kg Silage bzw. 0,5 kg Heu ideal, weil sie vor dem Verpacken gut durchmischt werden können. Bei der Silobeprobung kann durch Erfassung des Bohrkerngewichts und der Bohrkernlänge auch gleich die Verdichtung ermittelt werden. Gärfuttermittel müssen für den Versand in einem Kunststoffbeutel verpackt werden, optimal wäre eine Vakuumverpackung. Trockene Futtermittel können

Fotos: agrarfoto.com, Resch

Potenzial Die Ansprüche an die Qualität von Silage und Heu im Hinblick auf hohe Nährstoffkonzentration und Energiedichte sowie mikrobiologische Stabilität steigen, weil die Kosten für Kraftfuttermittel oft starken Schwankungen unterliegen und kontinuierlich zunehmen.


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auch in einem Papiersack verschickt werden. Für die sensorische Futterbewertung am Hof sollte die Probe günstigerweise der originalen Futterlänge entsprechen, d. h., dass speziell bei Raufutter die Probe nicht gestochen, sondern händisch entnommen werden sollte. Schon bei der Probeziehung sollten auffällige geruchsmäßige und optische Mängel am Futterstock wie z. B. schimmlige Randstellen, Nacherwärmung der oberen Schichte, punktuelle Farbveränderungen usw. aufgeschrieben werden. Laboruntersuchung Anerkannte nasschemische Standardmethoden aus der chemischen Laboranalyse liefern exakte Werte für Trockenmasse und Nährstoffe (Rohprotein, Rohfaser, Gerüstsubstanzen, Rohfett, Rohasche), Mengen- und Spurenelemente, Gärqualität (pH-Wert, Milch-, Essig-, Propion- und Buttersäure, Ammoniakgehalt), Mikrobiologie (Bakterien, Hefen, Schimmelpilze) und sonstige Untersuchungen (Zucker, Stärke, Carotin, Schwermetalle, Verdaulichkeit mit Hohenheimer Futterwerttest etc.). Organische Inhaltsstoffe von Futtermitteln können alternativ auch kostengünstiger mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) geschätzt werden. Die Exaktheit der kalkulierten NIRS-Werte hängt bei dieser Methode stark mit der Eichung des Analysengerätes und den verwendeten Eichproben zusammen. Werte aus dem Laborbefund spiegeln die qualitative Situation vom Feld über die Futterkonservierung bis zum Futtertisch recht gut wider und lassen Rückschlüsse auf Managementfehler zu. Die Analysedaten können in Rationsprogrammen für die Nutztiere eingesetzt werden und sind Grundlage für ein Grundfutterqualitätsmanagement. Die gezielte Analyse von bestimmten Parametern ist je nach Futtermittel und Betriebsstrategie entscheidend für die Aussagen, welche anhand des Befunds getroffen werden können. Für ungeübte Futterbewerter ist die Interpretation der Werte des Laborbefundes oftmals eine Herausforderung. Es ist empfehlenswert, die Laborwerte mit praxisrelevanten Daten wie z. B. „Futterwerttabellen für das

und maximal 20 Prozent Kräuter (keine Unkräuter) enthalten, d. h., mehr als 70 Prozent Gräser wären erwünscht. Das Grundfutter soll frei von Giftpflanzen wie Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale L.), Kreuzkrautarten (Senecio sp.) etc. sein und nur geringe Anteile an Scharfem Hahnenfuß (Ranunculus acris) und Goldhafer (Trisetum flavescens) aufweisen. Unkräuter wie Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius), Bärenklau (Heracleum sphondylium), Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris), aber auch die Gemeine Rispe (Poa Die chemische Futtermittelanalyse ergibt exakte Fakten hinsichtlich der Grundfutterqualität. Grundfutter im Alpenraum“ (Resch u. a., 2006) zu vergleichen, um ein Gespür für die qualitative Lage der untersuchten Probe zu gewinnen. In Österreich wurden vonseiten der LKFütterungsreferenten Orientierungswerte für Silagen und Raufutter erstellt (Tabelle 1 auf Seite 6), damit der Landwirt auf einen Blick erkennen kann, was unter guter Futtermittelqualität zu verstehen ist. Sensorische Futterbewertung In der Laboranalyse können nicht alle qualitativen Aspekte von Grundfuttermitteln untersucht werden, daher müssen sehr wichtige Eigenschaften wie z. B. die botanische Zusammensetzung, Geruch, Farbe, Futterstruktur, Futterverschmutzung, Staubigkeit etc. mithilfe der menschlichen Sinne beurteilt werden. Die sensorische Bewertung der Futterprobe sollte nicht beim Futterlager oder im Stall, sondern in einem „neutralen“ Raum mit Zimmertemperatur und guten Lichtverhältnissen durchgeführt werden. Der Pflanzenbestand ist die entscheidende Ausgangsbasis für hochwertiges Grundfutter, daher ist der Anteil von Gräsern, Kleearten und Kräutern und deren Entwicklungsstadium von hohem Interesse. Je nach Tierart gibt es unterschiedliche Anforderungen an den Wiesenbestand. Rinderfutter sollte mehr als 60 Prozent wertvolle Gräser, 15–25 Prozent Kleearten und maximal 30 Prozent wertvolle Futterkräuter enthalten. Pferdefutter sollte weniger als zehn Prozent Kleearten

Fortsetzung auf Seite 6

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GRUNDFUTTERBEWERTUNG

Fortsetzung von Seite 5 trivialis) sind unerwünscht. In puncto Futterqualität ist das Entwicklungsstadium Ähren-/Rispenschieben der Leitgräser (Knaulgras, Goldhafer) ein wichtiger Hinweis auf den Erntezeitpunkt des Pflanzenbestands, wo Qualität und Futtermasse ein Optimum bilden (Abb. 1). Sinnenbewertung Mit der ÖAG-Sinnenprüfung können Geruch, Gefüge, Farbe und Verschmutzungsgrad in einem Erhebungsblatt systematisch erfasst werden (Abb. 2). Das Endresultat ergibt eine Punktesumme (–3 bis 20 Punkte), welche die Futterqualität des Konservierungsprodukts in Form einer Note (1 – sehr gut, 2 – gut, 3 – mäßig, 4 – verdorben) klassifiziert. Silage und Heu sollen angenehm und aromatisch riechen. Ist der Geruch muffig, mockig (Schimmel), röstig, brandig, tabakartig (Fermentation), übelriechend oder gar faulig, so wurden Fehler bei der Konservierung gemacht, die zu einem deutlichen Qualitätsverlust führten. Die Farbe soll bei Silage olivbraun, bei Heu und Grummet grün sein. Ist die Silage schwarz oder enthält sie viele strohgelbe Stängel, so traten meistens Fehlgärungen oder eine temperaturbedingte Fermentation auf, was auch im Geruch auffällt. Erhitztes Heu ist in der Regel gelb bis braun, hier wurde Zucker und das wertvolle Betakarotin durch Fermentation großteils abgebaut. Silage und Heu aus Wiesen- bzw. Feldfutter sollen grundsätzlich blattreich sein, das heißt, es sollten beim 1. Aufwuchs nicht mehr als 40 % Stängel, bei den Folgeaufwüchsen weniger als 30 Prozent Stängel im Futter sein. Je mehr Blätter von Kleearten und Kräutern erhalten bleiben, umso günstiger sind die Gehalte an wertvollen Nähr- und Mineralstoffen. Futterverschmutzung ist an glänzenden Erdpartikeln und Wurzelballen erkennbar. Verschmutzung durch organisches Material wie verdorbene Futterreste, Stallmist, Gülle oder sehr humusreicher Erde kann nur mit der Sinnenprüfung bewertet werden, die chemische Analyse ergibt hier meist keinen Anhaltspunkt hinsichtlich des Rohaschewerts, weil die organische Masse bei der Veraschung verbrennt. Organische Verunreinigungen kön-

nen hygienische Probleme bei Silage und Heu durch Mikroorganismen wie Buttersäurebildner (Clostridien), Schimmelpilze oder Fäulnisbakterien verursachen. Beim Verzehr von verunreinigten Futterpartien kommt es in vielen Fällen zu einer Reduktion der Trockenmasseaufnahme und damit zu einem Rückgang der Grundfutterleistung. Gärheu und Stroh Das LFZ Raumberg-Gumpenstein arbeitet an einem Gärheu-Bewertungsschema für Rinder und kleine Wiederkäuer, weil die Konservierungsqualität dieser Futtermittel mithilfe der ÖAG-Sinnenbewertung für Grassilage bzw. Heu nur unbefriedigend bonitiert werden kann. Die aktuellen DLG-Bewertungsvorschriften für die sensorische Bewertung enthalten ein Schema für Gärheu/Haylage (trockene Silage) und für Stroh. Dieses Schema wurde von den Die sensorische Bestimmung des TM-Gehalts ist bei der Schweizern Wyss und Strickler Futterernte sehr wichtig für die Entscheidung, wann mit der Einfuhr (2011) für Pferde erstelltund wir gestartet wird. derzeit in Österreich verwendet (siehe Tabelle 2 und 3 auf S. 8).

Abb. 1: Einfluss des Entwicklungsstadiums auf den Energiegehalt von Dauerwiesenfutter im 1. Aufwuchs (nach Buchgraber, 1999).

Tab. 1: Orientierungswerte für gute Qualitäten von Grundfuttermitteln (Beschluss der Fütterungsreferenten der österreichischen Landwirtschaftskammern vom 30. 9. 2010).

Gesamtfutterwert Die Beurteilung von Futterqualitäten verfolgt seit geraumer Zeit durch die Verfeinerung von Untersuchungsmethoden eine möglichst realitätsnahe Einstufung von Parametern, um die Wertigkeit für diverse Nutztiere zu ergründen, die bis in den Bereich von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und Rückständen diverser Kontaminanten (PCBs, Radionucleide, Dioxin, Herbizid- und Pestizidwirkstoffe etc.) reicht. Dennoch bleibt die Schwierigkeit der Ermittlung eines überdimensionierten Gesamtfutterwerts bestehen, welcher unterschiedlichen Bewertungsaspekten gerecht wird. Nach Buchgraber (1999) besteht die Lösung in einer Verbindung aus Energie- und Sinnenbewertung durch die Ermittlung der sogenannten Futterwertzahl. Nußbaum (2011) geht in der aktuellen Auflage des „Praxishandbuchs Futter- und Substratkonservierung“ einen komplexeren Weg, indem er Ertragsanteile von Pflanzenarten, Pflanzenentwicklung, Konservierungserfolg und Verschmutzung für die Bestimmung des Futterwertes der Konservierungsprodukte heranzieht.


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GRUNDFUTTERBEWERTUNG

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Krone Swadro 809 überzeugte mit Schlagkraft und sauberstem Futter.

Acht auf einen Streich

Abb. 2: Bewertungsschema (nach ÖAG-Schlüssel 1999) für Heu und Silage. Der Nachteil von Gesamtfutterwerten ist die Tatsache, dass es für den Praktiker dennoch schwierig bleibt, die Futterqualität zu „be-greifen“, weil wichtige Details der Qualität im Gesamtfutterwert untergehen.

Verquickung von Laboranalyse und Sensorik In Österreich wurde in mehreren Kooperationsprojekten (Landwirte, Landwirtschaftskammern, Arbeitskreise Milchproduktion, LFZ Fortsetzung auf Seite 8

Der Krone-Jet-Effekt bedeutet: sauber landen, sauber starten! Die gezogene Kreiselanlenkung, kombiniert mit der kardanischen Aufhängung, macht Sinn. Beim Ablassen der Kreisel setzen zuerst die hinteren Räder, dann die vorderen Räder der Tridemachse auf; beim Ausheben in umgekehrter Reihenfolge. Deshalb können die Zinken beim Absetzen und Ausheben weder durch den Boden laufen, die Grasnarbe beschädigen noch das Futter verschmutzen. Diese Krone-Lösung garantiert qualitativ hochwertiges Futter.Vor 12 Jahren haben sich 6 Landwirte zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Doppelschwader zu kaufen. Heute zählt die Gemeinschaft 35

Mitglieder in einem Umkreis von 15 Kilometern. Im Sommer 2012 hatten mehrere Hersteller die Möglichkeit, im Feldeinsatz ihre Modelle vorzuführen. Hierbei legten die Landwirte vermehrt Augenmerk auf Arbeitsqualität, Handhabung und Rechverluste bei den unterschiedlichen Modellen. Ebenfalls war die Einsatzsicherheit am Hang ein wichtiges Kriterium. Im November wurden dann die Vertreter der drei Favoriten zu einer Präsentation vor den Mitgliedern eingeladen. Bei der Abstimmung machte Krone das Rennen mit einer eindeutigen Zwei-DrittelMehrheit gegenüber den beiden Mitbewerbern. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Krone hat den Anforderungen der Gemeinschaft am besten gefallen“, berichtet Obmann Gerhard Schürz. INFORMATION: krone-austria.at Zum Film MegaSchwad:

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Schlagkräftige und effiziente Arbeitserledigung bei bester Arbeitsqualität ist die Anforderung der Großschwader-Gemeinschaft St. Peter am Wimberg in Oberösterreich. Die Entscheidung fiel mit einer eindeutigen Zwei-DrittelMehrheit für den Krone Swadro 809. Einem Kreiselschwader und dessen Fahrer werden höchste Ansprüche abverlangt, wenn es um das Schwaden von Futter geht. Die Maschine soll eine hohe Schlagkraft haben, das Futter schonend und sauber schwaden und wenig Wartungsaufwand verursachen.


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GRUNDFUTTERBEWERTUNG

Bewertungsschema (nach Wyss & Strickler, 2011) für Gärheu und Stroh. zusätzlich auch ein Fragebogen zur Arbeitsweise der FutterkonRaumberg-Gumpenstein) für servierung ausgefüllt und ausgeGrassilage, Raufutter und Maissi- wertet. Die Auseinandersetzung lage die Bewertung von Grundmit der eigenen Qualität und die futterqualitäten durchgeführt. Betrachtung der Laborwerte und Nach der Laboranalyse wurden der sensorischen Futtergüte von vielfach die Befunde mit den Grundfutterproben der Kollegen Landwirten in Auswertungssemi- schärfte bei vielen Teilnehmern naren besprochen und gleichzei- das Bewusstsein für die Verbessetig die originalen Rückstellprorung der Futterqualität. ben sensorisch betrachtet. Um die Auswirkungen des MaFazit für die Praxis Grundfutnagements auf die Grundfutterterqualitäten greifen elementar qualität zu hinterfragen, wurde in den Erfolg des landwirtschaftFortsetzung von Seite 7

lichen Betriebes ein, daher ist die realitätsnahe Einstufung von Futterqualitäten für den professionellen Landwirt sehr wichtig. Praxisorientierte Qualitäts-Bewertungssysteme sollten auf der Laboranalyse in Kombination mit der einfachen Sinnenbewertung der Futterpartie aufbauen. Ein Grundfutterqualitätsmanagement definiert betriebsinterne Ziele für die Qualität von Futtermitteln. Damit diese Ziele nicht das Optimum im pflanzlichen und tierischen Bereich stark

überziehen oder unterschreiten, ist die Beobachtung der Pflanzenbestände (Ertrag, Lückigkeit, Verunkrautung) und der Tiere (Futterakzeptanz, Futterreste, Tiergesundheit) ganz wichtig. Im landwirtschaftlichen Betriebskreislauf sollten die Potenziale des Betriebssystems (Mensch, Tier, Pflanze, Boden, Ökosystem) harmonisch und nachhaltig ausgeschöpft werden, damit alle davon profitieren. ❉ Ing. Reinhard Resch ist Grünlandexperte am LFZ Raumberg-Gumpenstein.

Tabelle 2: Häufige Fehlerquellen und deren Ursachen bei Gärfutter. Tabelle 3: Häufige Fehlerquellen und deren Ursachen bei Raufutter (Heu und Grummet).


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So werden lĂźckige Bestände saniert Pflanzengesellschaften entstehen nicht zufällig, sondern sind die Folge von BewirtschaftungsmaĂ&#x;nahmen und UmwelteinflĂźssen. LĂźckige Bestände fĂźhren nicht nur zu ErtragsrĂźckgängen, sondern auch zu einseitigen Beständen und zur Verunkrautung.

as Verhältnis wertvoller Pflanzen zu LĂźcken entscheidet, ob eine Ăœbersaat genĂźgt oder eine Neuansaat notwendig ist.

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Saatbeetvorbereitung Bei jeder Nachsaat ist eine Saatbeetvorbereitung durch kräftiges Striegeln erforderlich, damit die Einsaat eine Chance hat und der Konkurrenzdruck der Altnarbe nicht zu groĂ&#x; ist. LĂźckige Bestände sind die Voraussetzung fĂźr den Erfolg einer Nachsaat. Kleeund Gräsersamen benĂśtigen generell ein feinkrĂźmeliges, gut abgesetztes Saatbeet mit gutem Bodenschluss. Je gleichmäĂ&#x;iger die Saatbeetbereitung, desto besser gelingt die Nachsaat. Nach der Saat ist ein Anwalzen wichtig, da die Samen bei mangelndem Bodenschluss leicht austrocknen kĂśnnen. Grassamen sind Lichtkeimer und dĂźrfen daher auch nicht zu tief (optimal 0,5 bis 1 cm) abgelegt werden. Eine Deckfrucht ist normalerweise nur in steileren Hanglagen bzw. windexponierten Lagen erforderlich. Im Spätsommer ist darauf zu achten, dass Einsaaten mit hĂśheren Kleeanteilen bis spätestens Anfang September ausgesät sein mĂźssen, da frisch keimende Leguminosen besonders frostempfindlich sind.

Saatzeit GrĂźnlandansaaten sind theoretisch während der gesamten frost- und schneefreien Zeit mĂśglich. LĂźckige Bestände sollten sofort im FrĂźhjahr nachgesät werden, um einer stärkeren Verunkrautung vorzubeugen. Im FrĂźhjahr erfolgt die Nachsaat, sobald sich der Boden etwas abgetrocknet und abgesetzt hat. Der Boden muss gut befahrbar sein, d. h., ein „Hineinschmieren“ des Saatgutes muss jedenfalls vermieden werden. Eine FrĂźhjahrseinsaat hat den Vorteil, dass die frĂźhjahrsfeuchte und zum Teil durch Mäuse aufgewĂźhlte Erde als Saatbeet genutzt werden kann. Allerdings kĂśnnen bei einer Ăœbersaat die Gräser trotz guten Aufgangs bei einer Vorsommertrockenheit austrocknen und auch der Konkurrenzdruck der Altnarbe ist im FrĂźhjahr durch den stärkeren Wachstumsschub grĂśĂ&#x;er. Hingegen darf im FrĂźhjahr die Gefahr von SpätfrĂśsten nicht Ăźberbewertet werden, da nicht alle Samen gleichzeitig auflaufen und der Frost nur am Tag des „Ankeimens“ eine Gefahr darstellt. Die Hauptzeit der NaturverjĂźngung mit der geringsten Zeitspanne zwischen Saat und Auflaufen liegt im August, wo durch das langsamere Wachstum (sog. Sommerwachstumsdepression) auch der Konkurrenzdruck der Altnarbe geringer ist. Speziell bei einer Nachsaat hat der Sommertermin den Vorteil, dass zuvor schon ein

Teil der Ernte eingebracht wurde. Eine sehr zeitige Frßhjahrs- oder sehr späte Herbstsaat begßnstigt stets Arten mit niedrigen Keimtemperaturen (vor allem Kräuter). Hingegen werden Arten mit

hÜheren Ansprßchen an die Keimtemperatur (die meisten Gräser mit Ausnahme von Timothe) benachteiligt. In Gemischen Fortsetzung auf Seite 10

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Fotos: KĂśckerling, EinbĂśck, Hatzenbichler

Von Josef Galler


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GRÜNLANDPFLEGE

Fortsetzung von Seite 9 kann dadurch eine saatzeitbedingte Verschiebung des Artenverhältnisses auftreten. Auch der Bodenschluss und die Ablagetiefe des Saatgutes beeinflussen die Zeitspanne zwischen Saat und Auflaufen. Nicht zuletzt ist die Bodenfeuchtigkeit nach dem Auflaufen entscheidend für den Erfolg. Daher sollte generell das Risiko verteilt und keine zu großen Fläche in einem Stück nachgesät werden. Ertragszuwachs im Jahresverlauf Nach dem Vegetationsbeginn kommt es zwischen Ende April und Juni zu einem Zuwachsmaximum, dem Mitte des Sommers eine „Sommerdepression“ folgt. Im Spätsommer kommt es dann wieder zu einem Anstieg des täglichen Wachstums. Für die Praxis bedeutet dies, dass in Perioden des größten Wachstums das Futterangebot am höchsten ist, das Futter aber auch schneller älter wird. Mit zunehmender Aufwuchsdauer nimmt allgemein die Triebkraft der Gräser ab. Der tägliche Wasserbedarf von Weiden beträgt 2–2,5 mm (20 bis 25 m³/ha). Zur Bildung von 1 kg Futtertrockenmasse werden etwa 700 l Wasser benötigt, wobei der Anteil der Pflanzenverdunstung mit der Höhe des Pflanzenbestandes steigt.

gräsern, Knaulgras). Die Aufwandmenge beträgt etwa 10 kg/ ha. Ziel ist ein dichter Weidelgrasbestand mit vier- bis sechsmaliger Nutzung. Zu beachten ist, dass Weidelgräser 50–60 kg N/Aufwuchs benötigen und die meisten Sorten in Übergangslagen über 600 m Seehöhe leicht auswintern können, v. a. wenn sie zu hoch in den Winter gehen.

Güllesaat Bei der Güllesaat wird das Saatgut in einem speziellen Mischgerät mit Wasser 20 Minuten vorgemischt (Vorkeimeffekt) und dann über einen Bypass in das Güllefass gesaugt. Dadurch können stark lückige wird. Nur auf einem entfilzten intensivere Saatbeetvorbereitung Bestände mit verdünnter Gülle und halboffenen Boden kann mit erreicht. Das Ankeimen des Saat- ohne zusätzlichen Arbeitsgang einfachen Übersaatgeräten nach- gutes wird dadurch erleichtert nachgesät werden (auch für den gesät werden. Bei einer Neuan- und der Konkurrenzdruck der Zwischenfrüchteanbau nutzbar). saat unterscheidet man zwischen Altnarbe verringert. Je dichter Bei Trockenheit bildet die Gülle Verfahren ohne Pflug (Schlitzdie vorhandene Grasnarbe, desto einen Schutzmantel für das drillverfahren, Rotoregge) und stärker ist der Konkurrenzdruck Saatgut. Eine Neuansaat von mit Pflug (Ackerfräse). Einfache der Altnarbe und desto geringer Dauerwiesen kann durch SchlitzÜbersaattechniken, z. B. der Fir- ist der Erfolg einer einfachen drill- oder Bandfräsverfahren somen Einböck, Hatzenbichler, Übersaat. Wichtig ist das Anwal- wie mithilfe einer UmkehrrotoGüttler, APV, Köckerling, dienen zen des Saatgutes mittels Profil- regge (Klingenrotor) oder eines zum raschen Schließen von Nar- walze (Prismenwalze, CamZinkenrotors (Rotortiller) erfolbenlücken nach einer Unkrautbridgewalze). Die Grassamen gen. bekämpfung, nach Auswintebrauchen einen Bodenschluss, rungsschäden oder vom damit die Keimwurzel nicht Schlitzdrillverfahren (DurchWeidevieh aufgetretenen Grasaustrocknet. Ferner ist ein saatverfahren) unterscheiden narben. Übersaatgeräte (Obenzeitgerechter Schröpfschnitt sich von Übersaatverfahren aufsaatgeräte) sind mit einem wichtig, damit die Neuansaat ge- durch eine exakte Ablage des Wiesenstriegel zur Entfilzung nügend Licht bekommt und nicht Saatgutes direkt in den Boden. bzw. Lockerung des Oberbodens von der alten Grasnarbe bzw. Dadurch sind eine geringere Nachsaat oder Neuansaat kombiniert. Zur Nachsaat sind auflaufenden Unkräutern (z. B. Wetterabhängigkeit (AustrockGrundsätzlich erfolgt vor jeder nur konkurrenzstarke Gräser Ampfer) unterdrückt wird. nung) und ein gleichmäßigerer Über- bzw. Nachsaat ausnahms- (Nachsaatmischungen) geeignet. Arbeitsabfolge: Rasierschnitt – Aufgang des Saatgutes gewährweise ein tiefer Rasierschnitt, Verfilzte oder vermooste BeStriegeln – Nachsaat – Walzen – leistet. Auch Schlitzdrillverfahren um den Konkurrenzdruck der stände müssen vor einer ÜberSchröpfschnitt. (Vredo, Köckerling, Eurogreen Altnarbe zu verringern. Ansaat mehrmals intensiv gestrieetc.) benötigen ausreichend schließend muss so lange gestrie- gelt werden. Bei verfilzten Kontinuierliche Übersaat Die Licht, d. h. offene Bestände. Nur gelt werden, bis etwa 50 Prozent Beständen hat sich der Einsatz kontinuierliche Nachsaat erfolgt in lückigen oder „abgespritzten“ des Bodens offen sind und daeiner Kreiselegge bewährt. Mit- vorrangig in Gunstlagen mit Beständen ist mit einem guten durch ein Saatbeet geschaffen hilfe einer Kreiselegge wird eine kampfkräftigen Arten (WeidelErfolg zu rechnen.

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GRÜNLANDPFLEGE 11

Abspritzen plus Schlitzsaat Diese umbruchlose Variante wird bei starker Verunkrautung des Altbestandes angewendet. Hier erfolgt bei wertlosen Beständen eine Narbenabtötung mit einem Totalherbizid (4 l/ha Glyphosate) bei einer Aufwuchshöhe von ca. 10–15 cm. Im Fall der „Gemeinen Rispe“ erfolgt zuerst ein Rasierschnitt. Dann wird, sobald die Schnittfläche der Gräser abgetrocknet ist, ein Glyphosat-Präparat, z. B. „Roundup Ultra“ (0,8 l /ha, gelöst in 300 l Wasser), auf den noch verbliebenen Grasfilz der Rispe ausgebracht. Die Einsaat erfolgt einige Tage später mittels Schlitzdrillverfahren. Dadurch wird das Saatgut exakt in einer Tiefe von 0,5 bis max. 1 cm abgelegt. Ideal ist es, wenn die Fläche von zwei Seiten schräg befahren wird (45°-Winkel), da dadurch auch zwischen den Reihen eine Ablage erfolgt und die Grasnarbe schneller dicht wird. Nur ein dichter Reihenschluss kann das Ankeimen des alten Rispen-Samenpotenzials im Boden unterdrücken. Der Boden darf keinesfalls gestriegelt werden. Der Einsatz der Bandfräse (Streifeneinsaat) verschafft dem neu eingesäten Streifen mehr Licht und ermöglicht dadurch ein gleichmäßiges Auflaufen auch von konkurrenzschwächeren Arten. Da nur die Hälfte der Fläche gefräst wird, werden die Bestände wieder rascher geschlossen.

beiten wie ein Vertikutierer, d. h., es besteht keine Gefahr der Pflugsohlenverdichtung. Die Ackerfräse arbeitet im Vergleich horizontal und besitzt L-förmige Fräsmesser, wodurch bei noch feuchtem Boden die Gefahr des Verschmierens des Unterbodens besteht. Bei der Rotoregge entsteht ein besonders gleichmäßiges und feinkrümeliges Saatbeet, wodurch auch konkurrenzschwache Gräser wie die Wiesenrispe eine Chance haben, sich zu etablieren. Gleichzeitig können etwa 200 kg N/ha aus dem Dauerhumus mobilisiert werden, wodurch die N-Bilanz verbessert wird.

sen) ist eine Neuansaat auch durch Umbruch mittels Pflug oder Einsatz einer Ackerfräse möglich. Die klassische Grünlanderneuerung mittels Pflug wird bevorzugt auf Wechselwiesen praktiziert, wo eine mindestens 20 cm tiefe (belebte) Bodenkrume vorhanden ist. Auf alten Dauerwiesen hat hingegen der Pflug den Nachteil, dass ein Teil der Nährstoffe und wertvollen Humusformen nach unten sowie toter Boden und Steine nach oben gebracht werden. Seichtes Pflügen und eine gleichzeitig gute Einbringung der alten Grasnarbe ist mit dem Pflug kaum zu schaffen. Ferner besteht im Vergleich Vorgangsweise: Sobald der Bozur Umkehrrotoregge die Gefahr den etwa 10 cm tief abgetrockder Pflugsohlenverdichtung bei net ist, erfolgt ein tiefer Rasiernoch feuchtem Untergrund. Die schnitt, damit nicht zu viel Ackerfräse kann eine Alternative Grünmasse eingearbeitet wird zum Pflug sein, sofern die Böden (erschwert den Bodenschluss). nicht zu steinig sind. Das SaatDann kann in einem Arbeitsgang beet wird nicht so feinkrümelig der Boden bearbeitet und einge- wie bei der Umkehrrotoregge. sät werden. Wichtig ist ein nachfolgendes Walzen mittels Profil- Anwalzen des Saatgutes ist walze (quer zur Saatrichtung), notwendig. Gräser sind sog. damit der Boden bzw. das Saat- „Lichtkeimer“ und verlangen dagut angedrückt wird. Erforderlich ist ein Traktor mit etwa 90 bis 120 PS.

Vorteile der Umkehrrotoregge: – Bearbeitung nur innerhalb der obersten Humusschicht – Vergraben von Unkräutern sowie kleinen Steinen – Gleichmäßiges und feinkrümeliges Saatbeet Umkehrrotoregge (Klingenro- – Kein Verschmieren des Untertor) Eine Neuansaat ist vor albodens (Pflugsohlenbildung) lem bei einem minderwertigen – Stickstoffnachlieferung aus Altbestand und insbesondere zur dem Dauerhumus Bekämpfung der „Gemeinen – Optimaler Aufgang des SaatRispe“ (Anteile über 20 %) sinn- gutes voll. Bei der Gemeinen Rispe – Kein Konkurrenzdruck durch reicht oft aufgrund des hohen Altnarbe Samenpotenzials im Boden das Entfilzen durch „Striegeln“ alBeachte: lein nicht mehr aus. Dies zeigen Bei starkem Geißfuß- oder Quezahlreiche Praxisversuche. Die ckenbesatz (ausläufertreibend) Umkehrrotoregge (auch Pflug ist eine vorhergehende Unkrautdes Grünlandes genannt) arbeibekämpfung notwendig. Ebenso tet im Vergleich zur normalen bei starkem Ampferbesatz (wenn Rotoregge bzw. zum Rotortiller alte Wurzelstöcke vorhanden gegen die Fahrtrichtung. Dadurch sind). Günstig, aber nicht unbewerden die Unkrautsamen, aber dingt notwendig ist auch ein vorauch kleinere Steine nach unten hergehender Herbizideinsatz bei abgelegt. Es wird gezielt nur die Gemeiner Rispe oder Kriechenoberste Humusschicht im Bedem Hahnenfuß. reich von 8–10 cm bearbeitet und keine tote Erde nach oben Neuansaatverfahren mit befördert. Die S-förmigen Werk- Pflug oder Ackerfräse Auf tiefzeuge der Umkehrrotoregge argründigeren Böden (Wechselwie-

her eine Flachsaat mit nur leichter Bodenbearbeitung. Feinsamige Arten (Klee, Wiesenrispe, Timothe, Wiesenfuchsschwanz) verlangen generell eine flachere Einbringung als großsamige Arten (Glatthafer, Knaulgras, Weidelgräser). Schwierig ist die gleichmäßige Aussaat von Wiesenfuchsschwanz ohne pneumatische Sämaschine. Da Grünlandsämereien feine Samen sind, dürfen sie nur 0,5 bis max. 2 cm tief in den Boden eingebracht werden. Ein entsprechender Bodenschluss wird durch das Anwalzen erreicht, wobei sich Profilwalzen (z. B. Cambridge-, Güttlerwalze etc.) eignen. Schröpfschnitt durchführen! Ganz entscheidend für den Erfolg jeder Nachsaat ist ein zeitgerechter Schröpf- oder Mulchschnitt spätestens bei 15 cm Wuchshöhe. Dadurch bekommt die Neueinsaat ausreichend Licht und in der Zwischenzeit aufgelaufene Unkräuter werden Fortsetzung auf Seite 12


09_12_gruenland_gp 06.03.14 08:41 Seite 12

12

GRÜNLANDPFLEGE

Fortsetzung von Seite 11 zurückgedrängt. Auch die Nutzung des ersten und zweiten Folgeaufwuchses muss früh erfolgen (Eingrasen, Silieren). Dies fördert die Bestockung der Einsaat. Nachsaat dosiert düngen Wichtig für den Erfolg einer Nachsaat ist ein pH-Wert im Boden von zumindest 5,5. Eine leichte Kalkung (auch Hyperphosphat fein) fördert grundsätzlich die Keimung und Wurzelausbildung. Unmittelbar nach der Einsaat sollte auf trockenen Böden nur eine leichte Startdüngung mit z. B. 100 bis 150 kg Volldünger (15:15:15) oder alternativ mit 10 bis 15 m³ stark verdünnter Jauche bzw. Gülle erfolgen, da die ankeimenden Pflanzen aufgrund der noch fehlenden Wurzelausbildung auf leicht lösliche Nährstoffe angewiesen sind. Nach dem Schröpfschnitt sollten die Folgeaufwüchse nur verhalten gedüngt werden (30 kg N oder max. 10 bis 15 m³ stark verdünnte Gülle), damit der Konkurrenzdruck

unter den aufgelaufenen Gräserarten nicht zu groß ist. Keinesfalls darf Dickgülle auf die noch junge Einsaat ausgebracht werden. Nachsaat – worauf achten? – Ausnahmsweise tiefes Mähen der Altnarbe. – Bei stärkerem Unkrautdruck vorher Unkrautbekämpfung durchführen (schafft Lücken

für die Nachsaat). gerste) ist nicht generell not– Striegeln bei vermooster oder wendig. verfilzter Narbe. Keine Nach- – Anwalzen mittels Profilwalze saat in eine dichte oder ver(z. B. Cambridge- oder Güttlerfilzte Grasnarbe. walze) sorgt für Bodenschluss – pH-Werte unter 5,5 verschlechund schützt vor Austrocknung. tern die Keimbedingungen für – Ein zeitgerechter Schröpfdie Einsaat. schnitt unterdrückt auflaufende – Saattiefe soll max. 1 cm betraUnkräuter und schafft Licht für gen. die Neueinsaat. ❉ – Eine Deckfrucht (80 bis 100 kg DI (FH) Josef Galler ist Grünlandexperte in der LK Salzburg. Futterhafer oder Sommer-

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13_15_ampfer_gp 05.03.14 14:02 Seite 13

So haben Sie den Ampfer im Griff chende und an Reservestoffen reiche Pfahlwurzel aus, die ihr eine starke Fähigkeit zum bwohl in der VergangenWiederaustrieb nach einer Nutheit sehr vielfältig gezung verleiht. Die Möglichkeiten nutzt, finden sich heute zur Regulierung und Bekämpkaum positive Aussagen über fung des Ampfers sind vielseitig, diese weit verbreitete Pflanze, im Sinne einer umweltökologisch deren wenig schmeichelhafte orientierten Landwirtschaft sollTrivialnamensgebung (Black, ten dabei vor allem präventive Scheißplotsch, Sauplotsch, Foiss, sowie mechanische/biologische Strumpf etc.) auf die Unbeliebt- Maßnahmen eingesetzt werden. heit dieser Pflanze hindeutet, die Darüber hinaus steht natürlich in der heutigen, modernen Grün- auch die chemische Bekämpfung landwirtschaft eindeutig als Un- in Form einer Einzelpflanzenbekraut gesehen wird. Vor allem handlung oder einer Flächender sehr ausdauernde und bis spritzung zur Auswahl. über einen Meter hoch wachsende Stumpfblättrige Ampfer Pflege- und Vorbeugemaß(Rumex obtusifolius) mit seinen nahmen – Ursachenvermeibreiten, den Boden stark bedung Neben einer ständigen Beschattenden Blättern und den obachtung und Kontrolle der das restliche Grünland meist Grünlandflächen zählen die überragenden, erst gelblich, spä- Grünlandpflege (Abschleppen ter dann rotbraunen Fruchtstän- von Erdhaufen, Nachmahd von den prägt häufig das Bild von Weiden, Nachsaat von BestanWiesen und Weiden. Dieser fut- deslücken etc.), eine standortgeterbaulich minderwertige, lästige mäße sowie der Nutzungsform Platz- und Nährstoffräuber, der und der Nutzungsintensität anvom Vieh im grünen Zustand gepasste Düngung (exakte und kaum verbissen wird, weist ein gleichmäßige Verteilung, Ausbrinenormes Vermehrungspotenzial gung in mehreren Teilgaben etc.) auf und darüber hinaus behalten sowie eine rechtzeitige und schodie Samen, die ein Tausendkorn- nende Nutzung unter Einhaltung gewicht von 1–1,5 g aufweisen, einer Mindestschnitthöhe von 5 über viele Jahrzehnte ihre Keim- bis 7 cm, die Vermeidung von fähigkeit. Der Ampfer besiedelt Unter- und Überbeweidung soals Lichtkeimer bevorzugt Lüwie die Verhinderung von Trittcken, die durch eine Schädigung und Spurschäden zu den wichder Grasnarbe entstehen. Die tigsten Maßnahmen, um eine BePflanze bildet eine dicke, tiefrei- standesentartung zu verhindern. Von Erich M. Pötsch

O

Verhinderung der Aussamung und Unterbrechung des Samenkreislaufs im Betrieb Im Hinblick auf das enorme Vermehrungspotenzial des Ampfers – eine einzige Ampferpflanze kann jährlich mehrere Tausend Samen ausbilden – sollte zumindest eine weitere Verbreitung über die meist sehr gut keimfähigen Samen verhindert werden. Durch das Abreißen oder besser das Abschneiden der Fruchtstände, die natürlich eingesammelt und entsorgt werden müssen (verbrennen oder tief vergraben), wird zumindest die generative Vermehrung unterbunden. Gegenüber dem Ausstechen ist dabei der Zeitaufwand wesentlich geringer und es kann dadurch auch eine weitere Anreicherung des Ampfersamenpools im Boden verhindert werden. Maßnahmen zur Reduktion der Keimfähigkeit von Ampfersamen Untersuchungen am LFZ Raumberg-Gumpenstein befassten sich mit der Veränderung der Keimfähigkeit von Ampfersamen im Verlauf der Pansen- und Dünndarmverdauung durch das Rind sowie bei der anschließenden zwölfwöchigen Verweilphase in unterschiedlichen Wirtschaftsdüngerarten (Stallmist, Stallmistkompost, Gülle und Jauche). Von besonderem Interesse war der Einfluss der Kompostierung von Stallmist auf die Keimfähigkeit

der Ampfersamen. Hier kam es innerhalb von wenigen Wochen zu einer deutlichen Reduktion der Keimfähigkeit. Während die Keimfähigkeit der Ampfersamen im Medium Rinderjauche am Ende der Testphase ebenfalls deutlich abnahm, konnte in Rindergülle und vor allem in unbehandeltem Stallmist nur eine relativ geringe Reduktion beobachtet werden. Die Kompostierung von Stallmist stellt also eine verlässliche Möglichkeit dar, den betriebsinternen Kreislauf von Ampfersamen zu unterbrechen und dadurch eine weitere Verbreitung innerhalb des Betriebes zu unterbinden! Eine verlässliche Ausschaltung der Keimfähigkeit von Ampfersamen ergibt sich auch im Zuge der Güllefermentation in Biogasanlagen. In einer weiteren Untersuchungsreihe wurde die Entwicklung der Keimfähigkeit von Ampfersamen auch in unterschiedlich angewelkten Grassilagen beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass im Bereich der in der Praxis üblichen Silagebereitung (Nasssilage bis hin zu mittleren Anwelksilagen mit 35 % TM) nach acht Wochen eine vollständige Reduktion der Keimfähigkeit von Ampfersamen erfolgt ist. Bei sehr stark angewelkten Silagen (> 50 % TM) bzw. Gärheu muss allerdings auch nach diesem Fortsetzung auf Seite 14

Fotos: agrarfoto.com

Problempflanze Der Ampfer aus der Familie der Knöterichgewächse stellt auf vielen Grünlandflächen in Europa das Hauptproblem in der Zusammensetzung der Pflanzenbestände dar.


13_15_ampfer_gp 05.03.14 14:02 Seite 14

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AMPFERBEKÄMPFUNG

Abbildung 1: Entwicklung der Keimfähigkeit von Ampfersamen in unterschiedlichen Wirtschaftsdüngern (Pötsch und Krautzer, 2000).

Fortsetzung von Seite 13 Zeitraum noch mit einer hohen Keimfähigkeit gerechnet werden. Verwendung von ampferfreiem Saatgut Unabhängig davon, ob eine einfache Übersaat oder eine Nachsaat mittels Bandfräse oder Schlitzdrillgeräten erfolgt – unbedingt sollte dafür wie auch für Neuansaaten bestes und vor allem ampfersamenfreies Saatgut verwendet werden! Die österreichische Qualitätsmarke „ÖAG-Saatgutmischungen“ enthält ausdauernde, widerstandsund leistungsfähige Sorten, die auf mehreren Standorten in ganz Österreich langjährig geprüft werden. Das Saatgut, das aus einer optimalen Mischung aus wertvollen Gräser- und Kleearten besteht, erfüllt höchste Ansprüche hinsichtlich Keimfähigkeit, Reinheit und Besatz. Einen ganz besonders wichtigen Aspekt stellt die garantierte Ampferfreiheit dar, welche durch eine doppelte Ampferkontrolle überprüft und gewährleistet wird.

allem die schwarz gefärbten Larven skelettieren die Ampferpflanzen, sodass nur mehr einzelne Blattgerippe übrig bleiben, und schwächen dadurch die Gesamtpflanze. Eine wirksame und nachhaltige Vernichtung des Ampfers ist allerdings nur bei regelmäßigem und massenhaftem Auftreten des Ampferblattkäfers möglich. Derzeit wird auch in dieser Richtung aktiv geforscht, um mehr über die Verbreitung dieses natürlichen Gegenspielers zu erfahren und in der Bewirtschaftung der Flächen entsprechende Maßnahmen zu dessen Förderung einzusetzen.

Händisches Ausziehen Das bloße händische Ausziehen des Ampfers gelingt selten zufriedenstellend, meist reißt die Pflanze bereits an der Sprossbasis oder am Wurzelhals in einer Länge von wenigen cm ab und die Pflanze treibt dann rasch nach. Nur bei sehr feuchten Bodenverhältnissen und vor allem auf neu eingesäten Flächen lässt sich der Ampfer auf diese Art und Weise gut entfernen. Wenn Symptombekämpfung Neben das Ausstechen oder das Auszieden Präventivmaßnahmen steht hen der Gesamtpflanze nicht auf vielen Betrieben meist die oder nur schwer möglich ist, Symptombekämpfung im Vorder- sollte man zumindest die Blütengrund wobei diese im biologistände des Ampfers frühzeitig schen Landbau natürlich auf abschneiden und entfernen, um mechanische/biologische Bekäm- eine neuerliche Samenausbilpfungsmaßnahmen reduziert ist. dung und damit eine weitere Verbreitung zu verhindern. Ampferblattkäfer – ein natürlicher Gegenspieler des Amp- Manuelles Ausstechen Eine fers Der etwa 5–6 mm große nachhaltig wirksame Maßnahme Ampferblattkäfer – auch grüner stellt das Ausstechen mittels eiDickbauch genannt – bevorzugt gens dafür entwickelter Ampferals Nahrung die Blätter des eisen dar. Bei richtiger HandhaStumpfblättrigen Ampfers. Vor bung dieses Werkzeuges und

Abbildung 2: Entwicklung der Keimfähigkeit von Ampfersamen in unterschiedlich angewelkten Grassilagen (Pötsch, 2003). günstigen, also eher feuchten Bodenverhältnissen lassen sich damit die Ampferpflanzen mit relativ geringem Kraftaufwand und oft mit einem Großteil ihrer Pfahlwurzel aus dem Boden ziehen. Die „geernteten“ Ampferpflanzen müssen aber unbedingt von der Fläche entfernt werden, da die Fruchtstände nachreifen können bzw. die Samen bereits etwa eine Woche nach der Blüte keimfähig sind. Am sichersten entsorgt man den Ampfer durch Verbrennen in einer Hackschnitzelheizung nach vorheriger Trocknung oder durch Vergraben. Das mechanische Ausstechen wirkt nachhaltig auch gegen den Krausen Ampfer und den Almampfer, stößt jedoch bei einem Flächenbesatz von mehr als 2000 Pflanzen/ha ebenso wie die chemische Punktbekämpfung rasch an die Grenze der Arbeitskapazität. Maschinelle Ampferbekämpfung mit dem Mini-Wuzi Bei dem Mini-Wuzi handelt es sich um ein ca. 70 kg schweres, sehr handliches Ampferfräsgerät, mit dessen Hilfe die Ampferpflanze regelrecht zermust wird. Durch die starke Zerkleinerung der Pflanzen- und Wurzelteile besteht nach aktuellen Untersuchungen des LFZ RaumbergGumpenstein auch keine Gefahr eines Wiederaustriebes. Die Arbeitsleistung des Mini-Wuzi liegt je nach Bodenbeschaffenheit und Ampferbesatz bei bis zu 400 Pflanzen/Stunde. Infrarot-Gastechnik Bei dieser aus der Schweiz kommenden Technik zur Bekämpfung unter-

schiedlichster Unkräuter wird mithilfe von Butan- oder auch Propangas eine Strahlungshitze von mehr als 1000 °C erzeugt, welche bei den damit behandelten Pflanzen zur Denaturierung des Eiweißes und zur Zerstörung der Zellstruktur führt. Die Thermodorntechnik eignet sich durchaus als zusätzliche Methode zur Ampferbekämpfung. Anzumerken ist allerdings, dass mit dieser Technik primär junge Ampferpflanzen bekämpft werden können, gegen ausgewachsene Exemplare besteht hingegen nur eine sehr geringe Wirksamkeit. Chemische Ampferbekämpfung Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes besteht natürlich auch die Möglichkeit einer chemischen Bekämpfung des Ampfers, die allerdings für biologisch wirtschaftende Betriebe sowie bei Teilnahme an bestimmten Maßnahmen im Agrarumweltprogramm nicht erlaubt oder zumindest eingeschränkt ist. Beim Einsatz der chemischen Unkrautregulierung sollten unbedingt einige wichtige, elementare Grundregeln beachtet werden: – Punktbekämpfung vor Flächenbekämpfung! – Einsatz von registrierten und für die Ampferbekämpfung zugelassenen Herbiziden mit den dafür angegebenen und empfohlenen Aufwandmengen. Dazu gehören auch die Beachtung der entsprechenden Sicherheitsvorschriften und Gebrauchsanweisung hinsichtlich Handhabung, Gebindeentsor-


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AMPFERBEKÄMPFUNG 15

gung sowie eine regelmäßige Überprüfung und Wartung der Spritzgeräte. – Bevorzugte Verwendung selektiver, also gräser- bzw. zusätzlich kleeschonender Produkte, welche die erwünschten Futterpflanzen schonen und damit deren Konkurrenzkraft erhalten – Anwendung zum richtigen Zeitpunkt, also nur bei gut ausgebildeter Blattmasse, aber unbedingt noch vor der Sprossausbildung des Ampfers. Die Pflanzen sollten gut abgetrocknet sein, drei bis vier Stunden nach der Spritzung sollte es nicht regnen und die Temperaturen nicht unter 5 °C absinken. – Strikte Einhaltung der angegebenen Wartefristen für die Nutzung des behandelten Aufwuchses – Schließen der durch die chemische Bekämpfung entstandenen Lücken mittels Nachsaat

Wirksamkeit zulässiger Ampferherbizide, Wirkstoffe, Kleeverträglichkeit Produkt

Wirkstoff

Einstufung Wirksamkeit

Kleeschonend: Harmony SX Hoestar Dicopur M

Thifensulfuron Amidosulforon MCPA

B B 0

sehr gut sehr gut gut

Nicht kleeschonend: Genoxone ZX Dicopur 500 fL Banvel M Starane Ranger Simplex Rumexan Roundup UltraMax

2,4-D, Triclopyr 2,4-D Dicamba, MCPA Fluroxypyr, Triclopyr Fluroxypyr, Aminopyralid Dicamba, MCPP Glyphosate

0,0 0 0,0 0,0 0 0,0 G

sehr gut schwach sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut

Quelle: RWA

® = e.Wz. der Bayer Gruppe. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

der Düngung (Überdüngung, Abdeck- und Ätzschäden, mangelnde Verteilung, NährstoffimbaIm Hinblick auf die Schaffung lancen etc.) und der Nutzung und Erhaltung von gesundem (Tiefschnitt, Tritt- und Spurschäund leistungsfähigem Grünland den etc.) sowie vorbeugende sollte die ständige Beobachtung Maßnahmen durch Über- bzw. und Beurteilung der Pflanzenbe- Nachsaat mit ampfersamenstände ein zentrales Element in freiem (!) Qualitätssaatgut müsder Bestandesführung sein. Nur sen in Kombination mit einer geso ist es möglich, Probleme bezielten Symptombekämpfung reits im Ansatz zu erkennen und erfolgen, um dem Ampfer langmittels der zuvor diskutierten fristig erfolgreich zu begegnen. ❉ Maßnahmen regulierend einzuUniv.-Doz. Dr. Erich M. Pötsch, Abteilung greifen. Die Vermeidung von Be- Grünlandmanagement und Kulturlandwirtschaftungsfehlern im Bereich schaft, LFZ Raumberg-Gumpenstein.

Pfl.Reg.Nr. 2554

Fazit Das Erfolgsrezept für eine nachhaltige und wirksame Ampferbekämpfung lautet: Vorbeugen + Fehlervermeidung + Bekämpfung + Nachsaat

HOE

TAR

Zur kleeschonenden Ampferbekämpfung im Grünland

■ Nachhaltig gegen

Ampfer, Hahnenfuß, Löwenzahn, … ■ Zusatzwirkung

gegen Bibernelle, Wiesenkerbel, Bärenklau, Brennnessel, … ■ Herausragende

Klee- und Gräserschonung ■ Zur Flächen- oder

Einzelpflanzenbehandlung Beratungsdienst: 01/711 46-2835 austria@bayercropscience.com www.agrar.bayer.at


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WEIDESYSTEM

Kurzrasen- und Koppelweide – welches Weidesystem ist besser?

sollten die Ergebnisse eine Entscheidungshilfe für ein standortangepasstes Weidesystem auf einem trockenheitsgefährdeten Dauergrünlandstandort bieten.

die Kurzrasen- als auch die Koppelvariante vierfach wiederholt wurden. Die acht Parzellen (Größe 1,5 x 1,5 m) wurden auf erade intensiv genutzte einer einheitlichen Fläche platDauerweiden sind für eiziert und mittels Elektrozaun vor nen gleichmäßigen Ertrag Versuchsaufbau Der Versuch dem weidenden Milchvieh geauf eine kontinuierliche Wasser- wurde auf einer langjährigen schützt. Beim Pflanzenbestand versorgung angewiesen. In dieKurzrasenweidefläche eines Bio- handelte es sich um einen homosem Zusammenhang wird in der Betriebs in Niederösterreich im genen Bestand aus Englischem Literatur oftmals beschrieben, südlichen Waldviertel durchgeRaygras, Wiesenrispengras und dass auf trockenheitsgefährdeten führt. Der Betrieb liegt auf 360 Weißklee. Die Parzellen wurden Standorten die Koppelweide m Seehöhe und der Standort einmal im Monat (von April bis günstiger als die Kurzrasenweide weist im langjährigen Mittel eine August) mit Gülle gedüngt, woeinzustufen ist. Ob dies auch auf Durchschnittstemperatur von bei die jährliche Stickstoffmenge die klimatischen Bedingungen im 9,1 °C sowie durchschnittlich von 130 kg/ha auf 5 Teilgaben trockenheitsgefährdeten mittel- 745 mm Jahresniederschlag auf. aufgeteilt wurde. Die Aufwuchseuropäischen Dauergrünland zu- Als Versuchsanlage wurde im höhe der simulierten Kurzrasentrifft, wurde im Rahmen einer Jahr 2010 eine randomisierte weide lag bei durchschnittlich Masterarbeit an der Universität Anlage gewählt, wobei sowohl 8,5 cm und die der Koppelweide für Bodenkultur untersucht. Hierfür wurde ein einjähriger Tabelle 1: Mengen- und Qualitätserträge Versuch unter der Leitung des Bio-Instituts am LFZ Raumberg- bei Kurzrasen- und Koppelweide Von Walter Starz und Josef Kreuzer

G

Gumpenstein angelegt. Die Zielsetzung dieser Forschungsarbeit war, etwaige Unterschiede zwischen Kurzrasen- und Koppelweide auf einem trockenheitsgefährdeten Standort hinsichtlich Ertragsleistung und Futterqualität zu messen. Schlussendlich

Parameter

Einheit

TM-Ertrag ME-Ertrag NEL-Ertrag XP-Ertrag

kg/ha MJ/ha MJ/ha kg/ha

Variante Kurzrasen Koppel LSMEAN LSMEAN 7.753 86.363 52.792 1.636

10.561 112.822 68.359 1.916

im Schnitt bei 14,8 cm (gemessen mit dem Meterstab). Dadurch ergaben sich im Versuchsjahr 2010 bei der Kurzrasenvariante 9 Erntetermine und bei der Koppelvariante 6, die sich von Mitte April bis Ende Oktober erstreckten. Für die Darstellung der Graszuwachskurven wurden die drei fehlenden Werte der Koppel rechnerisch aufgefüllt. Die Parzellen wurden mithilfe einer elektrischen Handgartenschere bis auf ca. 3 cm abgemäht. Danach wurde das Material einer gesamten Parzelle schonend unter Dach zur Trocknung aufgelegt. Anschließend wurde das Material zur Bestimmung der Restfeuchte in das eigene Labor des LFZ Raumberg-Gumpenstein gebracht. Des Weiteren wurde eine Weender-Analyse durchgeführt sowie die Gerüstsubstanzen (NDF) ermittelt. Die Energiebewertung in MJ NettoenergieLaktation (NEL) wurde mithilfe der analysierten Rohnährstoffe mittels Regressionsformel der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie errechnet. Beim Vergleich der Inhaltsstoffe während

Fotos: Starz

Vergleich In der biologischen Milchviehhaltung sind die Kurzrasen- und Koppelweide zwei bedeutende Systeme für eine weidebasierte Fütterung. Beide Systeme sind effiziente und arbeitssparende Weideformen und eignen sich ideal für Standorte mit ausreichend Niederschlägen. Doch nicht überall sind diese optimalen Bedingungen gegeben.


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WEIDESYSTEM 17 des Jahres kamen nur sechs zeitähnliche Termine in beiden Weidesystemen zur Auswertung. Um etwaige Veränderungen durch die unterschiedliche Bewirtschaftung feststellen zu können, wurden zusätzlich die Artengruppen zu jedem Erntetermin und monatliche Wurzelproben von 0–5 cm und 5–10 cm Bodentiefe während der Vegetationsperiode genommen. Dazu wurden mittels eines Erdbohrers fünf Bohrkerne je Parzelle mit einem Durchmesser von 6,2 cm und einer Länge von 10 cm entnommen. Diese Bohrkerne wurden in der Mitte mit einem Messer auseinander geschnitten und so in die zwei Horizonte 0–5 cm und 5–10 cm unterteilt. Pro Parzelle und Horizont wurden die Bohrkerne zusammengemischt. Dieses Material wurde in einer Wurzelwaschanlage weiter bearbeitet.

erreicht, wobei es bei der Koppelvariante 65 kg und bei der Kurzrasenvariante 50 kg TM/ha und Tag betrug. Generell war die Kurzrasenweide von Mai bis Oktober der Koppelweide beim Graswachstum unterlegen. Der TM-Jahresertrag war mit 10.561 kg/ha beim Koppelsystem signifikant höher als bei der Kurzrasenweide mit 7753 kg/ha (siehe Tabelle 1). Dasselbe Bild zeigt sich beim Energie- und Rohproteinertrag, wo die Koppel signifikant höhere Erträge lieferte als das Kurzrasensystem.

Betrachtet man die Energie(NEL) und Rohproteinkonzentrationen (XP) während der Vegetationszeit 2010, so erreichte das Futter der simulierten Kurzrasenweide von Juni bis August höhere NEL- und XP-Gehalte als das der Koppelweide. Am 19. April 2010 wurden beide VariVom Prinzip her funktionierte anten gleichzeitig geschnitten die Trennung der Wurzeln vom und das Futter erreichte zu dieErdreich in der Wurzelwaschansem Zeitpunkt eine Energiekonlage nach dem Prinzip Wasserauf- zentration von 7,1 bis 7,2 MJ trieb mit Luftdurchwirbelung. NEL/kg TM. Danach fiel die Das so aufgeschlämmte Material Energiekonzentration ab und wurde in einem Auffangsieb mit stieg gegen Herbst wieder an. einer Maschenweite von 750 µm Der Abfall war im Koppelsystem aufgefangen. Nach einer händideutlicher ausgeprägt. schen Nachsortierung wurden die Wurzeln im Trockenschrank Der Rohproteingehalt verhielt über 48 Stunden bei 105 °C ge- sich ähnlich und war auch in den trocknet. Sommermonaten in der Kurzrasenweide am höchsten. Das Ergebnisse Das Untersuchungs- Kurzrasensystem hatte bis auf jahr 2010 war mit 853 mm ein den zweiten Termin immer Geüberdurchschnittlich gutes halte über 200 g/kg TM. Im Niederschlagsjahr für den VerGegenzug war sowohl die Konsuchsstandort. Trotzdem gab es zentration an Rohfaser (XF) als in den Sommermonaten Phasen auch der neutralen Detergenzmit geringeren NiederschlagsFasern (NDF) in der Koppelmengen, die einen Effekt auf den weide etwas höher. Die RohfaGraszuwachs zeigten. Die Kurz- sergehalte waren in den rasenvariante reagierte auf gerin- Sommermonaten in beiden gere Niederschlagsmengen mit Systemen über 200 g/kg TM und einem Rückgang des Graszuunterschritten diese Grenze lewachses, wobei nach Regenpediglich zu Weidebeginn bzw. zu rioden im Sommer das GrasWeideende. Die größte Wurzelwachstum wieder leicht anstieg. masse konnte im Horizont Das Wachstumsmaximum wurde 0–5 cm beobachtet werden bei beiden Varianten im Mai (siehe Bild oben und Tab. 2). Tabelle 2: Wurzelmassen in den einzelnen Monaten und den zwei Beprobungshorizonten Monat April Mai Juni Juli August September

Einheit kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha

Horizont 0–5 cm Kurzrasen Koppel 3.432 4.140 7.212 8.045 11.406 12.007

5.301 7.199 3.432 4.688 9.816 8.715

Horizont 5–10 cm Kurzrasen Koppel 282 230 356 517 296 343

270 360 293 338 356 958

Wurzelmassen bei Kurzrasen- und Koppelweide von April bis September in den Horizonten 0–5 und 5–10 cm. Zwischen den beiden untersuchten Weidevarianten konnten keine eindeutigen Unterscheide ausgemacht werden. Klar zu erkennen ist der deutliche Trend einer ansteigenden Wurzelmasse während des Sommers gegen Herbst, wo beachtliche Größen von um die 10.000 kg/ha festgestellt wurden. Demgegenüber spielte die Wurzelmasse im Horizont 5–10 cm mit mehreren Hundert kg eine untergeordnete Rolle. Aussage der Ergebnisse Während die Analysen sowohl der Artengruppenverteilung als auch der Wurzelmassen keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Weidesystemen erbrachten, zeigte der TM-Ertrag die Tendenz, dass die Kurzrasenweide sensibel auf die Niederschlagsmenge reagiert und bei kurzzeitigem Wasserstress das Graswachstum schneller reduziert als die Koppelweide. Aufgrund des höheren Aufwuchses im Koppelsystem dürften günstigere kleinklimatische Bedingungen herrschen, wodurch die Verdunstung von Bodenwasser geringer ausfällt. Die Koppelweide konnte beim selben Pflanzenbestand um 2800 kg/ha mehr TM, 280 kg/ha mehr XP und 15.567 MJ NEL/ha mehr produzieren. Dieser zusätzliche Energieertrag entspricht rein theoretisch um 2400 kg mehr Milch je ha, wenn der Betrieb statt der bisherigen Kurzrasenweide das Koppelsystem umsetzen würde. Beide Weidesysteme liefern sehr hohe Energie- und Rohproteinkonzentrationen, was typisch für Weidefutter ist. Die Konzentra-

tion an XF und NDF liegt in der Hauptweideperiode bei beiden Systemen im wiederkäuergerechten Bereich. Laut dem National Research Council sollte die NDF-Konzentration für hochleistendes Milchvieh im Bereich von 250 bis 330 g/kg TM liegen. Wird bei Weidehaltung keine größere Ergänzungsfütterung mit Kraftfutter durchgeführt, kann die Strukturwirksamkeit des Weidefutters (sowohl bei Kurzrasenals auch bei Koppelweide) als ausreichend eingestuft werden. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit lassen die Tendenz erkennen, dass auf trockenheitsgefährdeten Standorten die Koppelweide günstiger abschneidet als die Kurzrasenweide. Trotzdem muss beachtet werden, dass die Umsetzung der Koppelweide eine gute Planung und ein optimales Management voraussetzt, damit das höhere Ertragspotenzial auch ausgeschöpft werden kann. ❉ DI Walter Starz ist Bio-Grünland-Forscher am Bio-Institut, LFZ Raumberg-Gumpenstein, Josef Kreuzer ist Berater der BioAustria Niederösterreich und Wien. Weiterführende Informationen zur Weide finden Sie auf der Homepage des BioInstituts am LFZ Raumberg-Gumpenstein: www.raumberg-gumpenstein.at/weideinfos

grünlandprofi Wir haben die Leser


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BERGHEUWIESEN

Anger

Gemeine Rispe breitet sich in den Lücken aus.

Wo sind die Nutzungsgrenzen von Bergheuwiesen? zwei Jahren eine Änderung im Pflanzenbestand aufgrund des häufigeren und früheren Schniton 2009 bis 2012 wurde tes beobachtet werden. Die ein On-Farm-Feldversuch Unterschiede zwischen Gülleauf einem biologisch beund Mistdüngung waren hingewirtschafteten Grünlandbetrieb gen gering. Gülledüngung im obersteirischen Pölstal errich- brachte zwar die höheren Erntetet. Das Ziel war es, NutzungsErträge, hinsichtlich der Qualität grenzen von standortangepassten gab es hingegen keine UnterDauerwiesen, die ihre Pflanzen- schiede zur Mistdüngung. artenvielfalt ohne Nachsaaten erhalten können, aufzuzeigen. Im Österreichs Landwirtschaft ist Experiment wurde der Einfluss geprägt durch die Bewirtschafvon Schnitthäufigkeit und Mist- tung von Wiesen und Weiden für oder Gülledüngung auf Pflanzen- die Haltung von Wiederkäuern. bestand, Ertrag und Inhaltsstoffe Besonders in den Produktionsgeuntersucht. Dafür wurden die bieten Hochalpen, Voralpen und Deckungswerte der PflanzenarAlpenvorland ist die Graslandbeten sowie die geerntete Trocken- wirtschaftung die wichtigste Promasse zu jedem Schnitt erhoben. duktionsform. 2012 wurden Es konnte dabei bereits nach 1,44 Millionen ha DauergrünVon Wolfgang Angeringer

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land bewirtschaftet, wovon 48 Prozent zum normalertragsfähigen Wirtschaftsgrünland (ab drei Nutzungen/Jahr, Dauerweiden) und 52 Prozent zum Extensivgrünland (bis zwei Nutzungen/ Jahr, Hutweiden und Almen) gezählt werden (BMLFUW 2013). Der Strukturwandel der österreichischen Landwirtschaft, insbesondere in den montanen Grünlandgebieten, schreitet fort und der Trend geht in Richtung weniger Betriebe mit mehr Flächenausstattung. Damit gehen eine Intensivierung der Bewirtschaftung in Gunstlagen sowie eine Extensivierung in schwer zu bewirtschaftenden Gebieten einher. Ergab sich die abgestufte Bewirtschaftung der Flächen früher aufgrund der Kleinstrukturiert-

heit und fehlenden Mechanisierung der Betriebe (der erste Schnitt erstreckte sich häufig bis Ende Juli), versucht man heute durch Fördersysteme (Österreichisches Programm für eine umweltgerechte Landwirtschaft, kurz ÖPUL) die vielfältigen Grünlandtypen zu erhalten. Rund 70 Prozent der ÖPULMaßnahmen finden auf Grünland statt, und Österreich hat sich im Rahmen der Ländlichen Entwicklung zum Erhalt der Dauergrünlandflächen verpflichtet. Die flächendeckende Graslandbewirtschaftung ist jedoch an die Existenz erfolgreich wirtschaftender landwirtschaftlicher Betriebe gebunden, die zumindest einen Teil ihres Einkommens aus der produktiven ökologi-

Fotos: agrarfoto.com

Versuchsergebnisse Im Berggebiet Österreichs mit einem hohen Anteil an Wiesen und Weiden wird bereits über ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. In einem dreijährigen Feldversuch wurden die noch verbreitet vorkommenden montanen Goldhaferwiesen mit zwei bis drei Nutzungen im Jahr analysiert.


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schen Bewirtschaftung der Kulturlandschaft erlösen (Schmidt 1995). Fragestellung In dieser Arbeit werden montane, naturnahe Dauerwiesen betrachtet, die aufgrund ihrer ungünstigen Hanglage nicht ackerbaulich genutzt werden können und so heute nicht mehr umgebrochen und nicht oder nur unregelmäßig nachgesät werden. Die ursprünglich eingeführten, für die landwirtschaftliche Nutzung wichtigen Wiesenpflanzen sind an den Standort und die Bewirtschaftungsbedingungen angepasst. Intensivierungen, wie eine Erhöhung der Schnittanzahl sowie der Wirtschaftsdüngermenge oder die Vorverlegung des ersten Schnitttermins, können auf guten Standorten mit ausreichenden Niederschlägen zum Erfolg durch steigende Gesamt- und Qualitätserträge führen. Im Berggebiet kann zudem eine längere Vegetationsperiode im Zuge des Klimawandels die Landwirte zu diesem Schritt verleiten (Karrer et al. 2010). Eine direkt sichtbare Folge sind die Umstellung und Anpassung der Vegetation an die geänderten Wuchsbedingungen, da die Bewirtschaftung als dominierender Einflussfaktor für die Vegetation des Wirtschaftsgrünlandes gilt (Dierschke & Briemle 2002). Praxisversuch Das Experiment befand sich auf zwei Wiesen eines Biobetriebs in Möderbrugg, Steiermark (980 m Seehöhe, 850 mm Niederschlag, SW-exponiert, tiefgründige Braunerde über Silikat). Die Pflanzengesellschaft der Goldhaferwiesen tritt häufig im Berggebiet auf zwei- bis dreimähdigen Wiesen mit Nachweide und regelmäßiger Düngung mit Wirtschaftsdüngern auf (Bohner et al. 2000). Die Wiesen wurden seit über 30 Jahren nicht mehr nachgesät und dreimal jährlich genutzt. Die Nährstoffversorgung liegt im Mittel für Phosphor bei 71 (Hauswiese) und 36 mg P2O5/kg (Anger) und für Kalium bei 270 (Hauswiese) und 133 mg K2O/kg (Anger) nach der CALMethode. Untersucht wurde der Einfluss von drei Intensivierungsstufen (von zwei auf drei auf vier Schnitte/Jahr) mit jeweils Gülleoder Mistdüngung auf die De-

ckungsprozente der Pflanzenarten und Ertrag über drei Jahre. Die Düngung mit Gülle erfolgte im Frühjahr und nach jedem Schnitt. Die Mistdüngung wurde im Herbst und Frühjahr vorgenommen. Die Erhebung auf Pflanzenartenniveau auf allen Parzellen erfolgte vor jedem Tab. 1: Nutzungsintensitäten sowie Mähzeitpunkte im Feldversuch. Schnitt mittels Flächenprozentschätzung. Das Erntegut wurde nach jedem Schnitt im Labor des LFZ Raumberg-Gumpenstein untersucht. Ergebnisse Artenvielfalt Insgesamt wurden auf den 60 Versuchsparzellen 71 höhere Pflanzenarten gefunden, davon 49 Wiesenarten und 22 ruderale Spezies. Minimal traten 19, maximal 30 Arten je Parzelle auf. Die Diversität nahm bei den Intensivierungsvarianten zu, was ausschließlich auf das Einwandern von kurzlebigen Ackerkräutern wie Hirtentäschel und Vogelmiere zurückzuführen ist Diagramm 1: Mittlere Anzahl höherer Pflanzen von 2009 auf 2011 (Diagramm 1). nach Nutzungsart (n = 10). Artreaktion auf Gülle und Mistdüngung Hinsichtlich der klee bei vielen Schnitten eine Wirtschaftsdüngerart ergaben höhere Deckung aufweisen. sich nur geringe Unterschiede bei den Deckungswerten der Ertrag und Inhaltsstoffe Der Wiesenpflanzen über drei Jahre Trockenmasse-Ertrag war bei Mist- oder Gülledüngung (Tab. 2 vier Schnitten im Jahr und 150 auf Seite 20). kg N/ha am höchsten, wobei Jetzt umrüsten und niedrige Schnittintensität mit Förderung nutzen! Artreaktion auf SchnitthäuHerbstweide ebenfalls an dieses Der Fliegl-Umrüstsatz auf Schleppfigkeit Die Mehrzahl der abun- Ertragsniveau heranreichte. Die schuhverteiler! danten Arten zeigte eine PräfeQualität des Erntegutes hinsichtrenz für eine bestimmte Nutlich Rohprotein-, Energie- und zungsintensität (Tab. 3 auf Seite Mineralstoffgehalt nahm mit stei20). Eine niedrige Nutzungsingender Intensität aufgrund des tensität bevorzugen Wiesenrispe, jüngeren geernteten Futters Schafgarbe und Goldhafer, wähFortsetzung auf Seite 20 rend Gemeine Rispe und Weiß-

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Fortsetzung von Seite 19 erwartungsgemäß zu. Gülledüngung hatte einen signifikanten Einfluss auf den Ertrag, jedoch nicht auf den Gehalt an Eiweiß und Energie (Tab. 4). Herbstschnitt im Oktober, um die Nachweide zu simulieren Die untersuchten Wiesen weisen mit durchschnittlich 25 Arten je 4 m² einen gut ausgestatteten Pool an Wiesenpflanzen auf, Bohner et al. (2000) fanden 43 Arten auf 50 m². Diese Vielzahl an Arten und deren Konkurrenzkampf untereinander in der Mischkultur Dauerwiese ist eine Ursache dafür, dass in der Praxis häufig rasche Änderungen im Pflanzenbestand beobachtet werden. Oft ist es schwierig, die Ursache für das Ausbreiten oder Verschwinden einer Art nachzuvollziehen, da neben den Bewirtschaftungsmaßnahmen auch Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse entscheidend für Artenzusammensetzung und Wuchs sind. Im Versuch wurde die Nutzungsintensität als größter Bewirtschaftungseinfluss auf Änderungen im Pflanzenbestand nachgewiesen. Überraschend war dabei der Tab. 2: Arten mit signifikantem Einfluss der Wirtschaftsdüngerart Rückgang der Wiesenrispe mit steigender Nutzung, da diese Art auf Deckungsanteile in %, SAS 9.2 Mixed. Statistisch höhere Werte der wichtigste Narbenbildner mit sind fett geschrieben (n=10). Ausläufern im intensiven Grünland ist (Dietl et al. 1998). Der Rückgang der Wiesenrispe bei zunehmender Intensivierung muss auf den am Versuchsstandort angestammten Ökotyp (Poa pratensis agg. inklusive der Schmalblättrigen Wiesenrispe, Poa angustifolia) zurückgeführt werden. Tab. 3: Arten mit signifikantem Einfluss der Schnitthäufigkeit auf Ähnlich verhält sich die Ausläu- Deckungsanteile in %, SAS 9.2 Mixed. Statistisch höhere Werte sind fett geschrieben (n = 10). Pfeil zeigt in Richtung der Intensivierung. fer bildendende Schafgarbe. Diese Art profitierte außerdem von der Frühjahrstrockenheit 2010 und 2011. Die ungeliebte Gemeine Rispe breitet sich mit verfilzenden oberirdischen Legtrieben nach dem ersten Schnitt im intensiven Grünland stark aus. Dieser Trend war bereits nach zwei Jahren mit vier Nutzungen nachweisbar. Der Gold- Tab. 4: Trockenmasse-Erträge, Rohprotein-, Energie- und hafer als Leitgras der Bergwiesen Mineralstoffgehalte (P, K) in Abhängigkeit von Schnitthäufigkeit und Düngerart. Statistisch höhere Werte sind fett geschrieben (n=10). hat auf der anderen Seite mit steigender Intensität abgenommen, was vor allem auf den frü- Rottemist, nicht aber zu einer (Klapp 1971). Dies ist auf die hen ersten Schnitt zurückzufüh- Ausbildung der typischen Gülle- sachgerechte Zufuhr der Gülle ren ist. Gülledüngung führte flora mit hochaufwachsenden zu jedem Schnitt in geringen Gaerwartungsgemäß zu signifikant Kräutern wie Stumpfblatt-Amp- ben („komm oft, bring wenig“) höheren Erträgen im Vergleich zu fer oder Wiesen-Bärenklau zurückzuführen (Bohner et al.

2011). Die Mistdüngung ist in dieser Hinsicht schwieriger, da die Ausbringungszeitpunkte auf Herbst und Frühjahr beschränkt sind, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden. Der Weißklee kann sich aufgrund der Möglichkeit der N-Fixierung bei Mistdüngung besser etablieren. Eine Herbsternte nach zwei Nutzungen brachte hohe Erträge, allerdings mit niedrigerer Qualität. Erwartungsgemäß führte ein früher Schnitt über die jüngeren Pflanzen zu höheren Eiweiß- und Energiegehalten, allerdings unabhängig von der Düngerart (Tab. 3), ein Beleg für den geringen Einfluss der Art des Wirtschaftsdüngers auf die Artenzusammensetzung im Grünland. Schlussfolgerungen Der Feldversuch konnte unter praxisnahen Bedingungen zeigen, dass eine Nutzungsintensivierung sehr rasch zu einer Änderung der Artenzusammensetzung von Bergwiesen führt. Zwar nehmen die Rohprotein- und Energiegehalte sowie Phosphor und Kalium aufgrund der früheren Nutzung zu, andererseits breiten sich auch unerwünschte Arten wie Gemeine Rispe zulasten der wertvollen Wiesenrispe aus. Wertvolle intensivierbare Arten wie Englisches Raygras sind im Berggebiet an der Grenze ihrer Höhenverbreitung und müssten zusätzlich gesät werden. Bei angepasster Wirtschaftsdüngermenge und Gabe zu jedem Schnitt ist keine Änderung im Pflanzenbestand aufgrund des Einsatzes von Gülle oder Mist zu erwarten. Gülle kann jedoch zu höheren Erträgen führen, da sie bedarfsgerecht zugeteilt werden kann. Um die Goldhaferwiesen in ihrer stabilen Artenzusammensetzung zu erhalten, ist die traditionelle dreimalige Nutzung im Jahr mit zwei Schnitten und Nachweide oder drei Schnitten beizubehalten. Wird hingegen eine Intensivierung der Nutzung angestrebt, müssen intensivierbare Grassorten wie Wiesenrispe, Englisches Raygras und Knaulgras regelmäßig eingesät werden, um die Grasnarbe zu erhalten. ❉ DI Wolfgang Angeringer, Bio Austria Steiermark und Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Botanik. Literatur beim Verfasser.


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Das richtige Gras am richtigen Ort Berggrünland Ziel der Grünlandbewirtschaftung sind eine standortangepasste Düngung und Nutzung. Dabei sollen ebene Flächen und Böden mit guter Bodenbonität intensiver, drei- bis viermal, genutzt und Böden mit geringerer Bonität sowie Hangflächen oder hoffernere Flächen extensiver genutzt werden. Eine abgestufte Bewirtschaftung macht Sinn, weiß JOSEF GALLER. as Dauergrünland kennt über 200 verschiedene Pflanzen. Die botanische Zusammensetzung wird neben Klima- und Bodeneigenschaften vorrangig von der Düngungsund der Nutzungshäufigkeit geprägt. Eine Zwei- bis Dreischnittwiese enthält noch etwa 40 bis 50 Pflanzenarten, während bei fünfmaliger Nutzung die Anzahl auf zehn bis 15 Arten zurückgeht. Der Kräuteranteil steigt mit zunehmender Seehöhe, der Gräseranteil geht zurück. Der Kräuteranteil sollte allerdings nicht über 30 Prozent ansteigen, da sonst die Silierfähigkeit, aber auch die Heutrocknung unter steigenden Bröckelverlusten lei-

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den. Wichtig zu wissen ist auch, dass mehr als 90 Prozent des Ertrages und der Futterqualität von weniger als zehn Pflanzenarten bestimmt werden. Generell werden Wirtschaftswiesen in Fettwiesen und Feuchtwiesen unterteilt. Typische Fettwiesen sind Haferwiesen mit Glatthafer oder Goldhafer, aber auch Knaulgraswiesen, Fuchsschwanzwiesen oder Weißkleeweiden (mit Weidelgras oder Rotschwingel). Auf Feuchtwiesen wachsen meist Pfeifengras sowie Dotterblumen. Idealer Pflanzenbestand Die standortangepasste Förderung der „Leitgräser“ steht im Mittelpunkt der Grünlandwirtschaft.

Generell sollte aber der Gräseranteil auch im Bergland mindestens 60 Prozent betragen. In Berglagen ist vor allem die erwähnte Goldhaferwiese und in Gunstlagen die Knaulgraswiese stärker verbreitet. Auf feuchteren Standorten dominiert der Wiesenfuchsschwanz. Goldhaferwiesen In höheren Lagen von über 500 Meter Seehöhe wird der Glatthafer vom Goldhafer als Leitgras abgelöst. Idealer Bestand 60–70 % Gräser 10–20 % Leguminosen 10–20 % Kräuter

Er ist wie der Glatthafer vorrangig ein Mähgras. In südlich exponierten Lagen neigt der Goldhafer zum Massenwuchs, während er auf kühlfeuchten Nordhängen von der Gemeinen Rispe verdrängt werden kann. Der Goldhafer ist im jungen Zustand für die Calzinose, also Verkalkungserscheinungen beim Rind, verantwortlich, weshalb Goldhaferwiesen bevorzugt als Heuwiesen genutzt werden sollten. Bei Weide- oder Grünfütterung besteht Calzinosegefahr. Knaulgraswiesen Werden Haferwiesen intensiver gedüngt und Fortsetzung auf Seite 22

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raldüngereinsatz notwendig, da der N-Entzug mit zunehmender Nutzungshäufigkeit ansteigt. Sinkende Rohproteingehalte sowie ein Rückgang des Gräseranteils sind ansonsten die Folge.

Fortsetzung von Seite 21 genutzt, so setzt sich verstärkt das kampfkräftigere Knaulgras durch. Das Knaulgras ist für drei bis fünf Nutzungen und auch für eine teilweise Weidenutzung, sprich Mähweide, geeignet. Es ist weniger düngungsbedürftig als das Deutsche Weidelgras und erreicht ab dem zweiten Ansaatjahr seine Massenwüchsigkeit. Wichtig ist eine frühe Nutzung, um die Samenbildung zu vermeiden. Knaulgras ist blattreich, winterfest, gut gülleverträglich und die neuen Sorten bilden nur beim ersten Schnitt Halme. Bei wiederholter später Nutzung können alte Sorten stärkere Horste bilden, wodurch bei fehlendem Untergras infolge von Lichtmangel verstärkt lockere und lückige Bestände entstehen können. Zwischen den Lücken können sich dann Kräuter wie Löwenzahn, Doldenblütler, Hahnenfuß, Storchschnabel etc. ausbreiten, sofern es nicht gelingt, die rasenbildende Wiesenrispe als wichtigstes Untergras zu etablieren. Die Wiesenrispe ist zur Bildung einer dichten Grasnarbe, was vor Verunkrautung schützt, der ideale Partner von Knaulgras, da beide bevorzugt in trockenen, aber auch in feuchten und rauen Lagen gedeihen. Die Wiesenrispe hat jedoch eine geringe Kampfkraft in der Jugendentwicklung und bevorzugt lockere, humose Böden, um mit ihren Wurzelausläufern dichte Bestände bilden zu können. Sie verträgt keine schweren und verdichteten Böden. Gelingt es nicht, die Wiesenrispe zu etablieren, setzen sich verstärkt Kräuter durch. Ferner kann sich die Gemeine Rispe dank ihrer oberirdischen Kriechtriebe stärker ausbreiten. Das Knaulgras ist ein Horstgras und kann sich ähnlich wie Timothe oder Wiesenlischgras auch ohne regelmäßiges Aussamen fast ewig im Bestand halten. Ist der Standort für das Knaulgras bereits zu feucht, tritt an seine Stelle meist der Wiesenfuchsschwanz als Leitgras.

Knaulgras-Horst. Stickstoffbedarf im Grünland Nutzungsart

Gesamt N/ ha/Aufwuchs

Anmerkung

Kleereiche Ein- und Zweischnittwiesen

bis 20

bevorzugt Stallmist/Kompost im Frühjahr oder Herbst

Dreischnittwiesen

30–40

zum 2. oder 3. Aufwuchs mit Jauche oder Gülle

Gräserbetonte Mehrschnittwiesen

40–50

Umtriebsweide

30–40

bevorzugt Mineral-N oder stark verdünnte Jauche bzw. Gülle

Feldfutterbestände (gräserbetont)

50–60

verdünnte Jauche, Gülle oder Mineraldünger

bevorzugt verdünnte Jauche, Gülle oder Mineraldünger zum jeweiligen Aufwuchs *)

*) 1 m³ verdünnte Rindergülle (1:1) mit 5 % TS enthält ca. 1,7 kg anrechenbaren N, davon die Hälfte in Form von Ammonium. Verdünnte Jauche mit 2 % TS enthält ca. 2 kg rasch wirksamen N und Stallmist je Tonne mit 25 % TS ca. 3,5 kg langsam wirksamen N.

gendentwicklung später sehr konkurrenzstark, zudem winterhart, gut gülleverträglich und für feuchte wie auch raue Lagen als Hauptbestandesbildner dort gut geeignet, wo es dem Knaulgras schon zu feucht wird. Allerdings blüht er von allen Gräsern als Erster und verholzt im Frühjahr rasch, weshalb insbesondere der 1. Schnitt rechtzeitig am besten zur Silagenutzung oder zum Eingrasen genutzt werden muss. Die Wiesenfuchsschwanzwiese ist für nicht weidelgrasfähige Standorte und dort, wo das Knaulgras nur mehr schwer gedeiht, eine echte Alternative.

Düngeform – Stallmist oder Gülle – von geringerer Bedeutung, während bei mehrmaliger Nutzung Dünger mit einem höheren Anteil an rasch verfügbarem Ammonium-Stickstoff, wie Jauche, Gülle oder Mineraldünger, vorteilhaft sind. AmmoniumStickstoff verbessert durch den „Priming- Effekt“ auch die NNachlieferung aus dem Humusvorrat des Bodens. Bei zwei bis drei Nutzungen ist der Nährstoffkreislauf aufgrund des geringeren Nährstoffbedarfs bei einem Viehbesatz von ca. 1,5 Großvieheinheiten weitgehend geschlossen. Die unvermeidbaren gasförmigen Stickstoffverluste im Lager Düngung & Nutzung Allgemein und bei der Ausbringung (bis zu gilt, dass alle Böden eine Grund- 30 %) können durch den Kleeversorgung mit Phosphat und anteil oder durch die BodenKali (10–15 mg/100g Boden) nachlieferung aus dem Dauerhusowie einen pH-Wert von minmus weitgehend ausgeglichen Wiesenfuchsschwanzwiesen destens 5,5 aufweisen sollten. werden. Anders ist die Situation Der Wiesenfuchsschwanz ist ein Anzustreben ist ferner ein Lein Gunstlagen bei vier- bis fünfvielschnittverträgliches Obergras, guminosenanteil von etwa 10 bis maliger Nutzung und entsprewelches jedoch nur begrenzt 15 Prozent. Bei Zwei- bis Dreichend hohen N-Entzügen. Hier weidefest ist. Er ist rasenbildend schnittwiesen ist aufgrund des ist entweder ein höherer Viehbeund nach einer schwachen Jugeringeren Nährstoffbedarfs die satz oder ein zusätzlicher Mine-

Kompromiss Eine Alternative bietet die „abgestufte Bewirtschaftungsintensität“ am selben Betrieb, wo ein Teil der Flächen intensiver und ein Teil extensiver genutzt wird. Dadurch kann ein stärkerer Stickstoff-Mangel vermieden werden. N-Mangel äußert sich zuerst durch Abnahme der Rohproteingehalte im Futter. Liegt laut Futteranalyse trotz früher Nutzung (22–26 % Rohfasergehalt) der Rohproteingehalt unter 14 Prozent, so liegt in aller Regel ein N-Mangel vor. In weiterer Folge kommt es zu einem Rückgang des Gräseranteils und einer Zunahme des Kräuteranteils im Bestand. Letztlich sinkt auch der Ertrag und die Gefahr der Verunkrautung steigt infolge immer lückiger werdender Bestände. Mit dem Rückgang des Grasgerüstes verringern sich die Energiedichte und damit verbunden die Futteraufnahme. Rohproteinmangel, aber auch Phosphormangel verringern außerdem die Fresslust. N-Düngung im Grünland Der N-Bedarf hängt in erster Linie von der Nutzungshäufigkeit ab. Je höher die Nutzungsintensität, desto wichtiger wird auch der Einsatz von Düngemitteln mit einem höheren Anteil an rasch verfügbarem Ammoniumstickstoff. Dadurch wird die N-Nachlieferung aus dem N-Pool des Bodens verbessert. Fazit Die „abgestufte Bewirtschaftungsintensität“ ermöglicht im Bergland sowie in Hanglagen eine Anpassung an unterschiedliche Bodenverhältnisse. Um trotzdem eine hohe Grundfutterleistung zu erzielen, sollten Milchkühe in den ersten 200 Laktationstagen das beste Futter erhalten, während für altmelkende, trockenstehende Kühe und Jungvieh das extensivere Futter ausreicht. Wichtig ist die Möglichkeit einer getrennten Lagerung. ❉ DI (HLFL) Josef Galler ist Grünlandexperte der LK Salzburg.


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Schlagkräftige Grassilageernte: Worauf kommt es an? Eine qualitativ hochwertige Grassilage ist der Grundstein für eine hohe Futteraufnahme der Kühe. Dadurch lässt sich eine hohe Milchleistung aus dem Grundfutter erzeugen, was zu niedrigen Produktionskosten je Liter Milch führt. Bei der Bereitung der Grassilage greifen viele Produktionsschritte ineinander. Worauf besonders geachtet werden sollte, um eine Top-Silage zu erzeugen, wird hier erläutert.

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Für ein gutes Anwelken ist es richtig und empfehlenswert, alle Grasbestände möglichst früh am Morgen zu mähen und breit zu streuen. So lässt sich die zur Verfügung stehende Anwelkzeit optimal nutzen. Dies kann durch den parallelen Einsatz von Mähwerk und Kreiselheuer oder mithilfe von Mähwerken mit Aufbereitern und Breitverteilhauben erfolgen. In der Regel sollte beim ersten und zweiten Schnitt das breit verteilte Gras noch einmal gewendet werden, da es sonst zu

schen 30 und 50 Prozent. Bei den Folgeschnitten ist dieser Anteil noch größer, da die Aufwuchsmenge geringer ist. Zu trockenes Gras lässt sich wesentlich schlechter verdichten, was dann einen schlechteren Gärverlauf und häufig auch Nacherwärmungen zur Folge hat. Eine schlagkräftige Technik ist mitentscheidend für ein Gelingen der Silage. Sie ermöglicht es, den Anwelkprozess so zu steuern, dass das Gras mit optimalen TS-Gehalten einsiliert wird. Beispielsweise kann man bei gutem Wetter durch vorzeitiges, schlagkräftiges Schwaden

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er richtige Schnittzeitpunkt ist neben einem hochwertigen Pflanzenbestand entscheidend für eine hohe Futterqualität. Er ist zu Beginn des Ährenschiebens optimal. Die Schnitthöhe sollte bei Dauergrünland nicht niedriger als 5 cm und bei Ackergras nicht niedriger als 7 cm sein. Dadurch ist der Messerverschleiß geringer und die Futterverschmutzungen, auch durch die anderen Arbeitsgänge, werden reduziert. Des Weiteren ist aufgrund der größeren Restassimilationsfläche ein schnelleres Nachwachsen der Grasnarbe gegeben.

einer ungleichmäßigen Abtrocknung kommt. Wird auf das Wenden verzichtet, werden Feuchtenester einsiliert, die trotz Vermischung bei der Bergung die Futterqualität senken können. Die Feldliegezeit sollte so kurz wie möglich gehalten werden, jedoch ist ein Trockenmassegehalt von mindestens 30 Prozent anzustreben. Dies ist bei „normalen Witterungsbedingungen“ selten ein Problem. Wesentlich häufiger wird das Futter mit Anwelkgraden von über 40 Prozent zu trocken. In den vergangenen Jahren lag der Anteil dieser zu trockenen Silagen beim ersten Schnitt in Niedersachsen zwi-

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Von Alfons Fübbeker


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SILAGEKETTE

Ideal sind Lade- bzw. Silierwagen mit Dosierwalzen. Dann ist eine gute Verdichtung möglich. Ausreichend breit angelegt ist ein Silo, wenn das Abladen und Walzen parallel erfolgen können. Bei einer ungleichmäßigen Grasablage auf dem Silo und zum besseren Ausfüllen der Silokanten empfiehlt es sich, einen Siloverteiler am Walzfahrzeug einzusetzen. Das Walzfahrzeug (Radlader, Schlepper) sollte ein hohes Eigengewicht aufweisen, welches durch Betonklötze, Anbaugeräte oder Wasser in den Reifen preisgünstig erhöht werden kann. Bei sehr hoher Bergeleistung ist häufig ein zweites Walzfahrzeug erforderlich. Beim Walzfahrzeug ist ein hoher Reifendruck (über zwei Bar) vorteilhaft, da er für einen höheren Punktdruck (kg/cm²) sorgt. Aus Sicherheitsgründen sollte bei höheren Silos ohne Seitenwände ein Zwillingsreifen an der Schlepperseite verwendet werden, mit der an den Silokanten gearbeitet wird.

Timac-Agro x auf Phosphor achten

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rünland bildet die Grundlage für eine optimale Versorgung der Tiere. Um eine gute Milchleistung zu gewährleisten, ist eine ausreichende und kontinuierliche Phosphor-Versorgung des Grünlandes notwendig. Bei steigender Milchleistung steigt auch der Bedarf an Phosphor, welcher vorrangig über das Grundfutter abgedeckt werden sollte. Heute werden viele Grünlandflächen nur mit dem eigenen Wirtschaftsdünger versorgt, auf die Phosphorversorgung wird nicht mehr so viel Wert gelegt beziehungsweise wird vielerorts aus Kostengründen einfach gespart. Hochwertige Phosphate müssen besonders arm an Schwermetallen, aber reich an Spurenelementen sein und eine hohe Löslichkeit im Boden aufweisen. Nur gute Erträge mit guter Qualität ermöglichen eine hohe Leistung aus dem Grundfutter. Timac Agro bieten mit Physio Mescal G18 den idealen Grünlanddünger für Ihren Betrieb. INFORMATION: www.timac-agro

Einsatz einer großen Maschine oder den zeitgleichen Einsatz und das Erstellen möglichst gro- mehrerer kleinerer Maschinen ßer Schwaden den Anwelkproerreichbar. Bei den Mähwerken, zess abbremsen. Hingegen sollte Schwadern und Häckslern sind bei schlechteren Witterungsbemeistens sehr schlagkräftige Ausdingungen erst kurz vor dem führungen im Einsatz. Hingegen Bergen geschwadet werden, um ist die Schlagkraft der Kreiselso die zur Verfügung stehende heuer, der Rundballenpressen Anwelkzeit optimal auszunutoder der Ladewagen nicht immer zen. Das Einschalten eines Lohn- ausreichend. In solchen Fällen ist unternehmers ist insbesondere es ratsam, zusätzliche Maschinen dann erwägenswert, wenn die ei- einzusetzen. gene Schlagkraft nicht ausreicht, wenn die Grenze der Arbeitsbe- Beim Bergen sind kurze lastung erreicht ist oder wenn Schnittlängen einzuhalten. DaNeuinvestitionen anstehen und durch kommt es zu einem höhedas Geld sinnvoller in anderen ren Zuckeraustritt, einer schnelBereichen angelegt wird. len pH-Wert-Senkung und das Bei der Silierkette (vom Mähen Gras lässt sich besser verdichten. bis zum Silo) ist eine gute AbAll dies führt zu einer gärstabistimmung entsprechend der len Silage. Je trockener das Gras Schlagkraft sehr wichtig. Die er- ist, desto kürzer muss es geforderliche Schlagkraft hängt in schnitten bzw. gehäckselt wererster Linie von der zu verarbei- den. Der Häcksler hält im Vertenden Fläche, von der Witterung gleich zum Ladewagen kurze und von der Aufwuchsmenge ab. Schnittlängen besser ein und hat Allein aufgrund der letzten bei- deshalb besonders bei höheren den Faktoren kann die Anwelk- TS-Gehalten Vorteile. Das Ablageschwindigkeit in der Praxis um den des Grases sollte auf dem das Vierfache differieren. Eine Silo in einer gleichmäßigen hohe Schlagkraft ist durch den Schicht von max. 40 cm erfolgen. Fortsetzung von Seite 23

Abdichtungen x von Güllelagunen

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ngeboten werden unter anderem Kunststoff-Abdichtungen für Güllelagunen, Speicherteiche, Biotope, Pools, Flachdächer; Sanierung von Altgüllegruben und Abdichtungen für Regenwasserbehälter. Und aufgrund langjähriger Erfahrung kennt Fa. Fuchs die Vorteile von Kunststoffabdichtungen, die in jeder Größe angeboten werden, ganz genau: Zunächst ist Kunststoff die preisgünstigste Variante, dazu kommt der rasche Einbau, bei Bedarf sind auch ein Rückbau oder eine Erweiterung jederzeit möglich. INFORMATION: Manfred Fuchs, Tel.: 0664/223 45 53, 03334/31 66, manfred.fuchs@fuchsabdichtungen.at, www.fuchs-abdichtungen.at

Die Walzarbeit muss mit langsamer Fahrgeschwindigkeit durch zwei bis vier Überfahrten je Fahrspur erfolgen. Nur so sind eine ausreichende Verdichtung und darüber hinaus ein sicheres Überfahren des Silos durch die Lade- bzw. Silierwagen (kein Abrutschen) gewährleistet. Falls bei der Walzarbeit ein Engpass auftritt, ist es besser, die Silierkette kurz warten zu lassen, als das Risiko einer Nacherwärmung in Kauf zu nehmen. Eine Nacherwärmung führt zu Energieverlusten und die Futteraufnahme geht deutlich zurück, wodurch wesentlich höhere Kosten entstehen, als wenn die Silierkette wartet. Reicht die Walzkapazität nicht aus, ist es sinnvoll, die Walzarbeit überbetrieblich erledigen zu lassen. Bereits in den ersten Stunden nach Beendigung des Einsilierens beginnt der Gärprozess. Da dieser nur unter Luftabschluss optimal abläuft, ist der Silohaufen schnellstmöglich und luftdicht abzudecken. Der Gärprozess ist frühestens vier bis sechs Wochen nach dem Einsilieren vollständig beendet, erst dann darf der Silo geöffnet und die Silage verfüttert werden. ❉ Alfons Fübbeker ist Experte in der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


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SILAGE 25

Bereitung von Ballensilage: Was muss beachtet werden? Wenn die qualitätsbestimmenden Faktoren Ausgangsmaterial, Wetter und gute fachliche Praxis stimmen, dann lassen sich auch mit Ballen Silagen von guter Qualität herstellen. Doch in der Praxis gibt es manchmal Probleme, und Qualitätseinbußen sind die Folge. Von Ueli Wyss ie häufigsten Fehler bei der Bereitung von Ballensilagen und deren Auswirkungen sind in Tabelle 1 auf S. 26 dargestellt.

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Ausgangsmaterial ist entscheidend Wie bei den anderen Sillierverfahren ist auch bei der Ballensilage das Ausgangsmaterial entscheidend für einen hohen Nährwert und eine gute Gärqualität. Oft wird in der Praxis das Futter zu spät geschnitten. Dies führt zu hohen Rohfaserge-

halten und niedrigen Zuckergehalten. Dadurch kommt es nicht zu einer optimalen Milchsäuregärung und die Fehlgärungen nehmen überhand. Ein weiteres Problem stellt die Verschmutzung des Futters dar. Maulwurfshaufen und Lückigkeit der Grasnarben kombiniert mit zu niedrigen Schnitthöhen sind die Hauptursachen für die Futterverschmutzung. 100 g Erde reduzieren den Energiegehalt um 1 MJ NEL pro kg TS. In der Erde befinden sich Buttersäurebakteriensporen, die dann zusätzlich zu einer VerFortsetzung auf Seite 26

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SILAGE

Fortsetzung von Seite 25 schlechterung der Gärqualität und zu einer starken Abnahme des Nährwertes führen. Futter optimal anwelken Für Milchkühe beträgt der optimale Anwelkgrad von Gras für die Ballensilagen zwischen 35 und 50 Prozent Trockensubstanz. Für Pferde werden höhere TS-Gehalte gewünscht. Allerdings sind auch hier TS-Gehalte von über 60 Prozent zu vermeiden, damit noch eine Milchsäuregärung stattfinden kann. Bei hohen TS-Gehalten eignen sich Quaderballenpressen besser, da hier das Futter stärker verdichtet und dadurch das Risiko der Nacherwärmungen reduziert werden kann. Bei nassem Futter entsteht in den Siloballen Gärsaft. Erst bei TS-Gehalten von über 25 Prozent fließt kein Gärsaft mehr aus den Ballen. Bei nassem Futter besteht zudem ein höheres Risiko, dass Fehlgärungen (Buttersäuregärung) auftreten. Ballen pressen und wickeln Um den Silierprozess optimal zu starten, ist das Gras so dicht wie möglich zu pressen und die Ballen sind möglichst rasch einzuwickeln. Nur so kann der für den gewünschten Gärverlauf notwendige Luftabschluss hergestellt werden. Bei einem TS-Gehalt von 40 Prozent sollte die Verdichtung rund 220 kg TS/m3 betragen. Rundballenpressen mit variabler Presskammer haben bauartbedingt einen festeren Ballenkern und insgesamt eine höhere Verdichtung als Festkammerpressen. Die höchsten Verdichtungen werden mit Quaderballenpressen erzielt.

Tab. 1: Häufige Fehler bei der Ballensilage.

Schneidwerke an der Presse sind sinnvoll, denn dadurch kann die Verdichtbarkeit des Futters um rund zehn Prozent erhöht werden. Um den Gasaustausch vollständig zu unterbinden und einen sicheren Luftabschluss zu gewährleisten, sollte mindestens sechsfach gewickelt werden. Nach dem Wickeln sollte jedes Verrutschen der Folie oder deren Beschädigung vermieden werden. Gerade bei sperrigem Siliergut ist besonders auf eine ausreichende Anzahl von Wicklungen zu achten. Vorsicht: Bei zu tro-


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DÜNGUNG 27

möglichst rasch nach dem Einwickeln vom Feld abtransportiert werden. Wenn kein Vogelproblem besteht, spielt es keine Rolle, ob die Ballen sofort oder erst nach einigen Tagen abtransportiert werden. Wichtig ist, dass die Ballen schonend transportiert werden und die Folie nicht verletzt wird.

Ballen während Lagerung kontrollieren Die Ballen sollten Zwischen dem Pressen und dem grundsätzlich auf der Stirnseite Wickeln sollten nicht mehr als (flache Seite) auf einem sauberen zwei Stunden liegen, damit der und festen Untergrund stehend Luftabschluss gewährt wird, die gelagert werden, da hier eine regewünschte Milchsäuregärung lativ dicke Folienschicht vorhanrasch in Gang kommt und die den ist. Bei formstabilen Ballen Verluste reduziert werden könkönnen bis zu drei Ballen aufeinnen. In der Praxis gibt es verander gestapelt werden. Ballen, mehrt Press-Wickel-Kombinatio- die Futter mit niedrigen TS-Genen, wo mit derselben Maschine halten aufweisen beziehungsgepresst und gewickelt wird. weise nicht formstabil sind, sollten nicht aufeinandergestapelt Siliermitteleinsatz ja/nein? werden. Ist der Platz unbefestigt In der Praxis ist der Einsatz von oder weist er Steine auf, besteht Siliermitteln bei Ballensilagen die Gefahr, dass durch Tiere oder noch nicht allzu stark verbreitet. spitze Steine Löcher an den BalDabei kann ein Siliermitteleinlen entstehen. Zwischen den einsatz durchaus sinnvoll sein, um zelnen Ballen sollte man ungeeinerseits die Gärqualität der fähr eine Handbreit Platz lassen, Silagen zu verbessern oder ande- da sich bei zusammenstehenden rerseits Nacherwärmungen vor- Ballen an den Berührungsstellen zubeugen. Dabei ist als Erstes durch Kondenswasserbildung die Wahl des richtigen Siliermit- Schimmel bilden kann. tels für die gewünschte Wirkungsrichtung (Verbesserung des Gär- Von Wänden sollten die Ballen verlaufs oder Vorbeugung der einen geringen Abstand halten, Nacherwärmung) wichtig. Daum zu verhindern, dass sich Nanach muss das Siliermittel in der getiere einnisten. Ein Abdecken empfohlenen Menge zudosiert mit Vogelschutznetzen und ein werden. Damit richtig zudosiert Abzäunen gegen Wild- und werden kann, muss die EinstelViehverbiss vermeidet Schäden lung des Dosiergerätes auf die an den Ballen. Zudem sollten die Schwadgröße und die FahrgeBallen am Lagerplatz regelmäßig schwindigkeit abgestimmt sein. kontrolliert und bei BeschädiDurchflussmengenmessgeräte gungen die Löcher sofort mit und das Wiegen von einzelnen Spezialklebeband zugeklebt Ballen helfen dabei, die realisier- werden. ten Dosierungen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Bei Ballen rasch verfüttern Bei korrosiven Siliermitteln ist auf der Verfütterung sollte das Futter eine säurefeste Ausführung des sensorisch auf seine Qualität beDosiergerätes zu achten. urteilt werden (Geruch, Farbe, Schimmelbesatz). Eine gute SiBallen schonend transportie- lage hat einen säuerlich-aromatiren Die Ballen sollten nur mit schen Geruch. Schimmelige Futgeeignetem Gerät wie z. B. Bal- terpartien sind zu entfernen und lenzangen bewegt werden, um nicht zu verfüttern. Um eine verBeschädigungen zu vermeiden. schimmelte Stelle sollten rund Achten Sie darauf, dass die Bal- 30 cm Silage entfernt und entlengabeln frei von Roststellen sorgt werden. Die geöffneten sind und keine vorstehenden Ballen sollten innerhalb einer oder scharfkantigen Teile aufwei- Woche verfüttert werden. ❉ sen. In Gegenden, wo die Vögel Ueli Wyss, Agroscope, Institut für Nutztiersehr aktiv sind, sollten die Ballen wissenschaften, IBT.

Grunddüngung nicht vernachlässigen Phosphor & Kali Bodenuntersuchungsergebnisse zeigen, dass in den vergangenen Jahrzehnten bei Phosphat und Kali viele Böden von der angestrebten Versorgungsstufe C, wo eine Düngung auf Entzug genügt, in die Stufe B und zum Teil sogar in die Mangelstufe A abgerutscht sind. Eine Analyse von JOSEF GALLER, was bei der Grunddüngung beachtet werden sollte. ei gut versorgten Böden der Stufe C ist je nach Kultur etwa bei Getreide eine vorübergehende Einsparung der PK-Grunddüngung ohne größere Ertragsverluste möglich. Sofern Wirtschaftsdünger zur Verfügung stehen, wird die Situation zusätzlich erleichtert. Hackfrüchte reagieren hingegen wesentlich empfindlicher. Langfristig führt übermäßiges Sparen vor allem in Gunstlagen zu Ertragseinbrüchen. Dabei reagieren leichtere Böden insbesondere bei Trockenheit rascher mit abfallenden Erträgen infolge einer schlechten PK-Versorgung als schwerere Böden.

B

Ertragsniveau beachten Je höher das Ertragsniveau, desto wichtiger wird für die Pflanze auch die Versorgung aus dem Bodenvorrat, da sich die Pflanze nicht nur von der direkten Nährstoffzufuhr über die Düngung und deren Nachwirkung ernährt, sondern mit steigendem Ertragsniveau auch aus dem pflanzenverfügbaren Nährstoffvorrat des

Bodens. Daher reagieren Hackfrüchte, also Mais, Erdäpfel und Rüben, wesentlich empfindlicher auf eine schlechte PK-Versorgung des Bodens als Getreide. Bei Hackfrüchten wird das Ertragsoptimum erst bei einem Fortsetzung auf Seite 28

Foto: agrarfoto.com

ckener (Staub) oder bei zu feuchter Witterung (Regen) während des Wickelns ist die Wirkung des Klebers in der Folie eingeschränkt. Beim Transportieren der Ballen kann es dadurch leicht zum Verrutschen der Folie kommen. Vorgaben der Hersteller bezüglich der Stretchung der Folie sind genau zu befolgen; andernfalls ist auch hier die Klebewirkung nicht optimal.


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DÜNGUNG

höchsten Düngungsstufe 3 um 15 bis 25 Prozent niedriger im Bodenvorrat von etwa 20 mg/ Vergleich zu einer reinen Ent100 g Boden erreicht. zugsdüngung in der Zielstufe C. Bei der hohen Versorgung (Stufe Bodenuntersuchung als Hilfs- D) sind hingegen keine wirtmittel Anzustreben ist auf schaftlichen Ertragssteigerungen Ackerböden ein Bodenvorrat mehr zu erwarten. Es gibt hier von 15 bis 25 mg P2O5/100 g also ein Einsparungspotenzial, Boden bzw. 15 bis 25 mg die regelmäßige BodenuntersuK2O/100 g Boden. Auf Grünchung sollte hier als Hilfsmittel landböden genügen aufgrund der nicht übersehen werden. geringeren Durchwurzelungsdichte etwa 10 mg P2O5 und 15 Aufdüngung ist teuer Eine bis 20 mg K2O. Bei der schlech- Düngung über den Entzug ist derten Phosphatversorgungsstufe A zeit teuer. Bei schlechter Nährlagen laut Ergebnis aus mehr als stoffversorgung (Stufe A) muss 600 Feldversuchen im Mittel al- zur Aufdüngung einige Zeit, sechs ler Kulturen die Erträge trotz der bis acht Jahre lang, etwa die einFortsetzung von Seite 27

einhalbfache Menge des Entzugs gedüngt werden, damit wieder die Stufe C erreicht wird. Anhand von langjährigen Versuchen konnte auch nachgewiesen werden, dass zur Aufdüngung eines mittelschweren Ackerbodens um 1 mg P2O5 je 100 g Boden etwa 100 kg P2O5 bzw. 150 kg K2O (Schwankungsbreite 100–200 kg K2O) erforderlich sind. Auf Grünlandböden genügt aufgrund der geringeren Bodentiefe von 10 cm etwa die Hälfte.

tigen, dass die Pflanzenverfügbarkeit insbesondere für nicht aufgeschlossene P-Dünger im ersten Jahr nur bei 15 bis 20 Prozent liegt, während bei Kalidüngern die Ausnutzung im ersten Jahr bereits etwa 50 Prozent beträgt. Langfristig kann bei Phosphat und Kali auch aus Wirtschaftsdüngern mit einer fast vollständigen Ausnutzung gerechnet werden.

PK-Aufnahme der Pflanze Während Kali vor allem zum Grunddüngung Bei schlechter Zeitpunkt des größten MassenP-Versorgung des Bodens sollte wachstums zur Verfügung stehen der Phosphor bevorzugt innermuss, ist die P-Versorgung in der halb der Fruchtfolge zu phosfrühen Jugendentwicklung der Pflanze wichtig, wo die Pflanzen Tab. 1: Erforderliche Nährstoffmengen in kg/ha zur Anhebung des Nährstoffgehaltes innerhalb einer kurzen Zeitim Boden um 1 mg P2O5/100g Boden (n. Kerschberger u. Schröter, 1996) spanne den größten Bedarf haben. Phosphor fördert die KeiBodenart Ackerland Grünland mung und die Wurzelausbildung. K2O MgO P2O5 K2O MgO P2O5 P-Mangel kann zu ReifeverzögeSand 100 200 140 40 50 70 rung, Schmachtkörnern, schlechSchwach lehmiger Sand 100 180 120 60 50 60 terer N-Bindung bei LeguminoStark lehmiger Sand 100 150 120 60 40 60 sen, Starrtracht (bläulich-grüne Sandiger Lehm 100 100 120 60 30 60 Blätter) etc. führen. Phosphor ist Lehm/Ton 100 100 120 70 30 60 vor allem auf schweren, kalten Moor 100 200 140 40 70 70 Maisböden wenig mobil, da das Quelle: TLL Jena, Kerschberger und Schröter (1996) Aufnahmevermögen der jungen phorbedürftigen Kulturen wie Pflanzen noch sehr gering ist. Tab. 2: Anzustrebende pH-Werte in Abhängigkeit Hackfrüchten, Raps sowie Som- Auch die Gerste reagiert empvon der Bodenschwere mergerste gedüngt werden, da findlich auf P-Mangel sowie auf pH-Werte unter 6. Kali dagegen Sorptionskraft Bodenschwere Ackerland Grünland diese Kulturen empfindlicher reagieren als Getreide. Insbeson- ist für den Energiestoffwechsel 2 leicht (< 15 % Ton) um 5,5 um 5,0 dere bei Raps und Kartoffeln ist der Pflanze, die Bildung von 3 mittel (15–25 % Ton) um 6,5 um 5,5 auch auf eine gute KaliversorStärke und Zucker sowie für 4 schwer (> 25 %Ton) um 7,0 um 6,0 gung zu achten. Bei geringen einen sparsamen Wasserhaushalt Quelle: Richtlinien für sachgerechte Düngung, 2006 Bodenvorräten ist zu berücksich- und den Aufbau des Stützgewebes wichtig. Es stärkt den Tab. 3: Phosphat-, Kali- und Magnesium-Entzüge verschiedener Kulturen in kg Stängel. Fruchtart Menge TS Nährstoffgehalt kt/Einheit* Eine gute Durchwurzelung, was K2O MgO P2O5 durch gezielte Fruchtfolge geförI II ges. I II ges. I II ges. dert werden kann, sowie die ReWeizen 10 86 8 3 11 6 14 20 2 2 4 gulierung des pH-Werts verbesGerste 10 86 8 3 11 6 17 23 2 1 3 sern die P-Dynamik und die Roggen 10 86 8 3 11 6 20 26 1 2 3 Verfügbarkeit des anorganisch Triticale 10 86 8 3 11 6 17 23 – – – gebundenen Phosphats. Eine reHafer 10 86 8 3 11 6 20 26 2 2 4 gelmäßige Zufuhr organischer Körnermais 10 86 8 2 10 5 20 25 2 4 6 Substanz, sprich: WirtschaftsdünWinterraps 10 91 18 6 24 10 40 50 5 7 12 ger, Zwischenfrüchte, verbessert Sonnenblumen 10 91 16 16 32 24 90 114 – – – ebenfalls über das Bodenleben Ackerbohnen 10 86 12 3 15 14 26 40 2 3 5 die Mobilisierung von organisch Erbsen 10 86 11 3 14 14 26 40 – – – gebundenem Phosphat („HumatKartoffeln 100 23 14 3 17 60 10 70 4 8 12 effekt“). Bei BodenverdichtunZuckerrüben 100 23 10 8 18 25 50 75 8 7 15 gen, nasskalter Witterung oder Rüben** 100 15 9 3 12 50 25 75 5 5 10 stauender Nässe und StörschichRüben*** 100 11 7 2 9 45 15 60 5 3 8 ten wie Strohmatratzen ist hingeSilomais 100 28 – – 16 – – 45 – – 9 gen ist die P-Nachlieferung geRotklee 100 21 – – 13 – – 60 – 10 Weidelgras 100 18 – – 16 – – 65 – – 5 ring. Bei Böden mit geringem Kleegras**** 14 – 62 – – 7 Nährstoffvorrat (Gehaltstufe A) sowie bei pH-Werten über 6 ist * I = Körner, Rüben, Knollen; II = zugehöriges Stroh, Blatt; ges. = Gesamtpflanze; ** Futterrüben-Gehalt; die P-Düngung direkt beim An*** Futterrüben-Masse; **** Kleegras (70 % Klee, 30 % Gras). bau zur jeweiligen Kultur mit so-


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DÜNGUNG 29

fort wirksamen, d. h. aufgeschlossenen und wasserlöslichen Phosphaten wie Superphosphat (Frischphosphat) am effektivsten. Bei pH-Werten unter 6 können zur Grunddüngung auch bodensäurelösliche, also nicht aufgeschlossene Rohphosphate wie Hyperphosphat, eventuell in Kombination mit Kali (Hyperkali), zur Stoppeldüngung nach Getreide oder zur Grunddüngung im Herbst bzw. Frühjahr eingesetzt werden. Kalidünger wann? Kalium kommt von Natur aus nur anorganisch eingebaut in Silikatgesteinen sowie unterschiedlich stark gebunden in Tonmineralen vor. Ton- und Lößböden sowie saure Gesteine (Granit, Syenit) sind kalireich. Für die Pflanze ist nur das frei in der Bodenlösung sowie austauschbar an der Oberfläche von Tonmineralien gebundene Kali verfügbar. Alle Kalidünger sind wasserlöslich und bereits im ersten Jahr zu 50 bis 60 Prozent pflanzenverfügbar.

Sie verändern den pH-Wert im Boden nicht und sind in ihrer Düngerwirkung etwa gleichwertig. Gedüngtes Kali gelangt zunächst in die Bodenlösung, wird dann locker an Austauscher gebunden und ist dadurch weitgehend vor Auswaschung geschützt. Nur auf sehr leichten Ackerböden unter zehn bis zwölf Prozent Tonanteil sollte bei fehlender Gründeckung die Kalidüngung bevorzugt direkt zur Saat erfolgen, da hier eine leichte Auswaschungsgefahr besteht. Auf bestimmten Standorten wie schweren Auenböden in Flussniederungen kann Kali auch in den Zwischenschichten geweiteter Tonminerale fixiert werden (Kalifixierung). Auf Trockenstandorten kann bei einer Frühjahrsdüngung das Kali stärker in den Tonmineralen festgehalten werden und steht dann im Frühjahr noch nicht ausreichend zur Verfügung. Daher sollte in Trockenlagen auf mittelschweren Böden die Grunddün-

gung bevorzugt im Herbst, noch vor den Winterniederschlägen, erfolgen. In Feuchtlagen und mittelschweren Böden ist der Düngezeitpunkt zweitrangig. Die Kalidüngung erfolgt am preiswertesten als Kaliumchlorid mit 40er-Kali (40 % K2O, 6 % MgO, chloridhältig) oder auch mit 60er-Kali erfolgen. Die meisten Pflanzen wie Zuckerrüben, Futtergräser, Spinat, Kohl, Sellerie sind chlorbedürftig. Zu den chlorempfindlichen Kulturen zählen hingegen Erdäpfel, Wein, Obst- und Beerenkulturen. Im Umweltprogramm ÖPUL sind derzeit bei Verzicht auf ertrags-

steigernde Betriebsmittel chloridhältige Dünger nicht erlaubt. Hier ist wie im Biolandbau nur Patentkali erlaubt. Sulfatbedürftige Kulturen wie Erdäpfel oder Raps werden bevorzugt mit Kaliumsulfat (schwefelsaures Kali mit 50 % K2O) oder Patentkali (magnesiumhaltiges Kaliumsulfat mit 30 % K2O und 9 % MgO) bevorzugt im Frühling gedüngt, da hier die Schwefelmineralisierung aus dem Bodenhumus aufgrund niedriger Bodentemperaturen noch gering ist. ❉ Dipl.-HLFL-Ing. Josef Galler ist Pflanzenbauberater der LK Salzburg.

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ckene Wetterbedingungen vorherrschen. Eine Aufbringung bei akuter Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Bodenbehandlung Nourivit plus wird gemeinsam mit circa 500–1000 Liter Wasser vermischt in einem feinen Sprühnebel auf die Feldoberfläche, wenn möglich noch bei vorhandenen Ernterückständen, aufgebracht und eingearbeitet. Pro Hektar sollten 50 Liter Nourivit plus verwendet werden. Die Nourivit Tiefenlockerung mit integrierten Bodendüsen ermöglicht die mikrobielle Düngung angepasst an die vorhandenen Bodenverhältnisse, einstellbare Bodentiefe und gleichmäßige Lockerung des Erdreichs. Der optimale Durchführungszeitpunkt ist unmittelbar nach der Ernte oder zu Beginn des Frühjahrs. INFORMATION: Martin Rath, Tel.: 0681/10 50 80 85, martin.rath@nourivit.com, www.nourivit.com

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ken und Grasnarbe werden bestens geschont. Eine Verletzung der Grasnarbe führt zu mehr Unkraut- und Ampferdruck, mehr Schmutz- und Steineintrag im Futter und schlechterem Aufwuchs. Nachfolgende Erntegeräte können eine höhere Leistung erzielen, weil intakte Schwaden besser und schneller aufgenommen werden. Aufgrund der Laufruhe sind beste Rechqualität und gleichzeitig höhere Fahrgeschwindigkeiten bis 15 km/h möglich. Das ist ein deutlicher Beitrag zur Produktivitätssteigerung. Die Vorteile von Multitast liegen somit klar auf der Hand: Optimale Laufruhe durch deutlich größeres Aufstandsdreieck; Kreisel folgen bestens der Bodenkontur -> optimale Bodenanpassung; Schmutzeintrag ist drastisch verringert, vor allem bei Wannenlage; weniger Steine im Futter; keine Rechverluste bei Kuppenlage. INFORMATION: www.poettinger.at

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20 Jahre x Grünlandpflege

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ie Idee war einfach, der Erfolg groß: Ein Salzburger Bauer war vor 20 Jahren der Meinung, dass sein Grünland mehr Potenzial hätte, wenn es nur die richtige Pflege bekäme. Einböck erkannte den Bedarf, war innovationsbereit und entwickelte einen Hackstriegel in Kombination mit einem Sägerät. Der Grundstein für ein weiteres Firmenstandbein, nämlich die Grünlandbearbeitung, war gelegt. „Schon vor 20 Jahren war klar erkennbar, dass eine intensive Grünlandbewirtschaftung nur mit einer entsprechenden

Impos x Sortiment erneut erweitert! Multitast x immer ein Rad voraus

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chonende Futterbehandlung ist bei Pöttinger oberstes Gebot. Schwaden mit geringsten Bröckelverlusten und minimaler Verschmutzung sichert energiereiches Futter und wirtschaftlichen Grundfuttereinsatz. Dafür sind die PöttingerSchwader konzipiert. Multitast-Rad – exklusiv bei Pöttinger-Schwadern. Für die optimale Bodenanpassung führt kein Weg am Tastrad vor dem Kreisel vorbei. Multitast nennt Pöttinger dieses System. Das Multitast-Rad ist ein vor jedem Kreisel laufendes Rad in unmittelbarer Nähe zu den Kreiselzinken. Die Zinken werden somit optimal über das Gelände geführt und reduzieren damit erheblich den Bodenkontakt. Steuereinheit, Zin-

D

ie erfolgreiche Produktlinie Impos wird 2014 weiter ausgebaut. Seit 2010 sind Stretchfolie und Rundballennetz von Impos im Lagerhaus erhältlich. Seitdem wurde das Sortiment, nicht zuletzt wegen der positiven Rückmeldungen der

Pflege auf Dauer funktionieren kann“, so Leopold Einböck, der erzählt, dass der erste verkaufte PNEUMATICSTAR nach Norwegen ging. Es folgten Tausende weltweit. Ständig weiterentwickelt und technisch perfektioniert, sorgt der seit Kurzem auch in 12 m Arbeitsbreite erhältliche PNEUMATICSTAR-PRO auch dieses Frühjahr wieder für viel frisches Grün. Unerwünschte Narbenbestandteile (Filz und Rispe) werden gründlich ausgekämmt und Lücken geschlossen. Einböck hat heute eine Vorreiterrolle: Immer neue Entwicklungen und 20 Jahre Erfahrung im Grünlandpflege-, Nach- und Untersaatbereich machen Einböck zum erfahrenen Problemlöser. INFORMATION: www.einboeck.at


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