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Jahrgang 22 ∙ Ausgabe 1/2019

Stift Wilten Aktuell Für Mitbrüder & Freunde des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten

Ostern 2019


LEITWORT

Liebe Freunde unseres Stiftes! Im Unterschied zu Weihnachten ist das Festgeheimnis von Ostern kein besonders ergiebiges Thema für die Zeitungen. In den Osterausgaben findet man eher Frühlingsthemen oder negative Schlagzeilen über die Situation der heutigen Kirche. Was soll man auch über Auferstehung schreiben? Da ergeht es Abt Raimund Schreier den Journalisten nicht anders OPraem als den Malern und Künstlern. Die Auferstehung gehört eher zu den raren Bildmotiven der christlichen Kunst. Es gibt wenige Gemälde, die es wagen, Christus als Auferstandenen direkt vor Augen zu stellen. Ein moderner Künstler, Herr Peter Kostner aus St. Ulrich im Grödental in Südtirol, hat es gewagt, einen auferstandenen Christus in Anlehnung an die Figur des spätgotischen Auferstandenen in unserer Stiftskirche für unsere Chorkapelle zu schnitzen (siehe Titelseite). Christus, ganz hell, in der Herrlichkeit des neuen Lebens. Er leuchtet von innen heraus und strebt nach oben. Gleichzeitig ist er durch den Holzsockel mit dem Boden verbunden. Er bleibt als Auferstandener mitten unter uns in dieser Welt. Die Botschaft, dass Christus wahrhaft auferstanden ist, ist einfach unfassbar, nicht zu fassen – nicht in Worte zu fassen. Die Evangelisten haben sie nicht und konnten sie nicht beschreiben. Es gab ja keine Augenzeugen. Die Kunde von Ostern ist tatsächlich unglaublich. Selbst die Jünger glauben zunächst nicht der Nachricht der Maria Magdalena. Immer mehr Menschen, auch Christen glauben nicht mehr an die Auferstehung und haben damit auch keine Hoffnung auf Erfahrungen der Auferstehung im Leben wie auf die Auferstehung am Jüngsten Tag. Der Erfurter Bischof Joachim Wanke schreibt einmal: „Die meisten Christen leben heute so, als habe es Ostern nie gegeben.“ Und doch: Keine andere Botschaft hat die Welt so verändert: Es ist die Grundwahrheit unseres Glaubens. Wäre Christus nicht auferweckt worden, dann wäre unser Glaube umsonst – schreibt Paulus (vgl. 1 Kor 15,14). Diese Wahrheit kann mein Leben verändern, wenn ich daran glaube. Mit unserem Verstand können wir diese Wahrheit

nicht begreifen. Aber wir können uns ergreifen lassen und um diesen Osterglauben bitten, indem wir Ostern feiern – jetzt in der 50-tägigen Osterzeit sowie an jedem Sonntag während des Jahres. Denn jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Und dann dürfen wir den Auferstandenen schauen, wir dürfen ihm im täglichen Leben begegnen, ihn greifen in den Erfahrungen von Auferstehung im Leben. Er hat uns ja versprochen, unter uns zu bleiben, hier auf dieser Erde, weshalb unser Künstler die Figur des Auferstandenen mit dem Boden verbindet. Der Engel im leeren Grab fordert die Frauen auf, sie sollten den Jüngern sagen: „Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr in sehen“ (Mt 28,7). Galiläa, das ist unsere Welt, das Land, in dem wir heute leben. Dort dürfen wir den Auferstandenen schauen. Wir werden ihn schauen, wenn wir in ein menschliches Antlitz sehen, das nach Zeiten der Trauer wieder lachen kann, in dem Hoffnung und Zuversicht aufleuchten. Wir werden den Auferstandenen sehen, wenn wir beobachten, wie ein Konflikt sich löst, wie sich die Atmosphäre bei einem Gespräch entspannt, wie Menschen sich miteinander versöhnen und Frieden stiften. Der Auferstandene ist ganz präsent in unserem Leben, in unserem Galiläa. Er hat es uns versprochen. Wenn wir IHN mit wachen Augen mitten im Leben entdecken, dann wird Auferstehung greifbar. Ostern ist nicht zu fassen, kaum zu beschreiben, Ostern ist unsagbar. • Aber wir können uns ergreifen lassen und so etwas erahnen von diesem Geheimnis bei der Feier der österlichen Liturgie. • Und wir dürfen Auferstehung schauen, be-greifen mitten in unserem Leben, so wie Marie-Luise Kaschnitz schreibt: Manchmal stehen wir auf Stehen wir zur Auferstehung auf Mitten im Tage Mit unserem lebendigen Haar Mit unserer atmenden Haut… Ich wünsche uns ein frohes Osterfest mit vielen Erfahrungen der Auferstehung im Hier und Jetzt!


INHALT INHALTSVERZEICHNIS LEITWORT 2 Liebe Freunde unseres Stiftes

CONTEMPLATIO 16 Zur Geschichte des Stiftes Wilten

Impressum Herausgeber

21 Bach und die Sängerknaben ACTIO 4 D. Magnus Roth – 70 Jahre

PrämonstratenserChorherrenstift Wilten Klostergasse 7

5 Rudi Mair - ein Fünfziger

CARITAS 22 Danke

5 Erwin Falkner – 90 Jahre

22 Wandel wagen

6020 Innsbruck Tel. 0512/58 30 48 www.stift-wilten.at Redaktion

6 Georg Gleinser - ein Vierziger

Reinhold Sigl

COMMUNIO 23 Jugendkreuzweg

Erscheinungshinweis

6 Tod von Sigrid Christler 7 Ein bewegtes und erfülltes Leben

23 Die Firmlingsnachmittage

Titelbild

4 x im Jahr

Christus als Auferstan-

7 Neue Pächter für das Gasthaus Heiligwasser

24 Im „Jetzt Gottes“

dener (aus Lindenholz; noch nicht farbig ge-

26 Ehrenring für Herwig van Staa 8 Diakone sind Diener der Zuversicht

fassen), Peter Kostner Foto: Reinhold Sigl

26 Die Kirche zu Hettingen 10 Tag des geweihten Lebens

Fotos

27 Auf die Fürbitte des Heiligen Blasius 11 Sehnsucht nach Frieden

Diözese Innsbruck, Land Tirol,

28 Herausragendes Engagement 11 Dem Wunder leise das Herz hinhalten

Inge Sigl, Iris Sigl,

29 Turn Your Radio On 12 2. Patrozinium der Stiftskirche

Reinhold Sigl, Hannelore Steixner,

29 Trau dich, es ist dein Leben 12 Jahresmotto: Jesus

Ludwig Winkler, Stift Wilten

30 Ruft an - Ruft auf! 13 Jesus – der Superstar (-stern)

Datenschutzerklärung

31 Klosterladen 13 Du bist von Gott geliebt

Mit unserer Zeitschrift „Stift Wilten Aktuell“

32 Gottesdienste und Termine 14 Die brennende Kerze

informieren wir Sie über uns, unsere Arbeit, Angebote und Veran-

14 Aschermittwoch

staltungen. Sie können den Erhalt der Zeitschrif-

15 Fastenpredigten

ten jederzeit ablehnen, indem Sie uns dies telefonisch unter der Telefonnummer: +43 512 583048 oder per E-Mail unter:

Weitere Berichte, Predigten, Termine und Bilder finden Sie auf der Stift-Wilten-Homepage: www.stift-wilten.at

pforte@stift-wilten.at mitteilen. Stift Wilten Aktuell

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ACTIO

D. Magnus Roth – 70 Jahre Am Sonntag, 10. Feber, feierten die Pfarren Igls und Vill den „70er“ ihres Pfarrers im Congress Igls. Kinder überreichten D. Magnus Roth OPraem eine Stola mit vielen von ihnen gestalteten Bildern

Prior Klemens Halder gratuliert dem Jubilar

crucifixus

Text: Prior Klemens Halder OPraem 4

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Zunächst wurde dort ein festlicher Dankgottesdienst gefeiert. Die Predigt begann D. Magnus mit den Worten: „Die Geschichte vom Fischfang im heutigen Evangelium (Lk 5,1-11) veranschaulicht, was Kirche sein soll, was die Gemeinde unter anderem für eine Aufgabe hat: Das Netz der Beziehung auszuwerfen, die Menschen zusammenzuführen (nicht einsperren!) in all ihrer Buntheit und Verschiedenheit, zusammenzuführen zur Gemeinde Jesu.“

Magnus Roth als Künstler - Sein Vater war ein außergewöhnlicher Holzschnitzer. Von ihm dürfte Magnus die musischen Talente geerbt haben: die Liebe zur Musik, zum Violinspiel und auch das Malen. Jedes Jahr kann er an den Tagen der „Igler.Art“ eine Reihe seiner Werke zum Kauf anbieten. Der Erlös konnte schon viele Beiträge liefern für Anschaffungen und Renovierungen in den beiden Kirchen, ebenso für soziale Initiativen.

Mahler II - Ausschnitt

Ökumene

Gratulationen einer Reihe von Gruppen folgten. Es wurde betont, dass Herr Magnus schon das 27. Jahr Pfarrer von Igls-Vill ist. Auch wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass er diese Tätigkeit noch einige Jahre ausüben könne. Schließlich waren alle zum Mittagessen im Congress Igls eingeladen.


ACTIO

Rudi Mair - ein Fünfziger Am 12. Jänner hat unser langjähriger Verwalter und sehr geschätzter Mitarbeiter sein 50. Lebensjahr vollendet. V. l. n. r.: Rainer Khälß, Rudi Mair, Abt Raimund Schreier

Am 16. Jänner versammelten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stiftes mit Abt Raimund, um unserem Jubilar

Rudi Gesundheit, eine erfüllte Zeit mit seiner Familie und vor allem die Fülle des Segens Gottes zu wünschen.

Erwin Falkner – 90 Jahre Seit fast 70 Jahren ist der Jubilar eng mit dem Leben im Stift Wilten verbunden. Unser Mitarbeiter Erwin ist im Spätherbst letzten Jahres in seinen Heimatort Niederthai im Ötztal zurückgekehrt. Abt Raimund und Rudi Mair gratulierten ihm an seinem Geburtstag, dem 23. Feber, im Krankenhaus Zams, wo sich Erwin gerade für eine kleinere Operation aufhielt. Seit dem Jahr 1950 hat Erwin Falkner seinen Dienst im Stift Wilten getan. Zuerst als Mesner, dann als Holz- und Sägewerkarbeiter. In den Jahren seiner Pension tat er allerhand Dienste für die gute Pflege unseres Obstgartens. Gerne feierte er auch an Werktagen die hl. Messe in Kirchen der Stadt mit. Er nahm inneren Anteil am Leben der einzelnen Konventmitglieder. Wir danken ihm für seine Verbundenheit und wünschen ihm Freude und Gesundheit. V. l. n. r.: Bruno Falkner, Rudi Mair, Erwin Falkner, Abt Raimund Schreier Stift Wilten Aktuell

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ACTIO

Georg Gleinser - ein Vierziger Seit Juli 2000 sorgt Georg in der Stiftsküche mit seinen Kolleginnen für das leibliche Wohl des Konventes, der Stiftsmitarbeiter und Gäste. Am 18. März war es beim Jubilar soweit, er feierte seinen „runden“ Geburtstag. Bei einer gemütlichen Feier im Stift stellten sich Abt Raimund und die Kolleginnen mit herzlichen Glückwünschen ein

und ließen Georg hochleben! Wir gratulieren herzlich und wünschen weiterhin viel Gesundheit, Freude und Gottes Segen.

V. l. n. r.: Abt Raimund Schreier, Georg Gleinser, Rainer Khälß

Tod von Sigrid Christler Am 19. Dezember 2018 mussten wir uns am Grab von unserer ehemaligen Mitarbeiterin und Schneiderin verabschieden. Nach langem, geduldig ertragenem Ringen verlor Sigrid den Kampf gegen eine heimtückische Krankheit. In ihrem Leben war sie unermüdlich für Mitmenschen im Einsatz, „die es nicht so Sigrid Christler geb. Hörtnagl * 22. September 1940 +19. Dezember 2018

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gut erwischt haben“. Ihre kompromisslose Bejahung des Lebens, ihre Lebendigkeit und ihr Glaube bleiben unvergessen. Wir legen Sigrid voll Vertrauen in Gottes Hände zurück.


ACTIO

Ein bewegtes und erfülltes Leben Am 6. Dezember verstarb Notburga Diensthuber geb. Prosch, die Frau des letzten „Schaffers“ des Stiftes Wilten, im 99. Lebensjahr. Wir verabschieden uns von einer starken, optimistischen Frau. Notburga wurde 1919 am Gostnerhof in St. Leonhard bei Brixen (Südtirol) geboren. Ihre Mutter war die zweite Frau ihres Vaters, der sieben Kinder mit in die Ehe brachte (seine 1. Frau verstarb früh). Der Vater starb, als Notburga fünf Jahre alt war. Neben diesem privaten Schicksalsschlag war das junge Mädl auch noch dem sozialen und gesellschaftlichen Wandel nach dem verlorenen Krieg durch die neue Staatsmacht Italien ausgesetzt. Der Schulunterricht fand ausschließlich auf Italienisch statt. „Die Lehrerin verstand kein Wort deutsch und wir Kinder kein Wort italienisch ... Ich wurde trotz allem eine gute Schülerin“, erzählte Notburga. Nach der Schule lernte sie in einem Gasthof Kochen. Lohn bekam sie dafür keinen. Als dann in den späten 30er-Jahren die Diskussionen ausbrachen, nach Deutschland zu gehen, sah Notburga darin eine Chance, um der tristen Situation ihres bisherigen Lebens zu entfliehen. Ihre Option war kein Bekenntnis zur deutschen Kultur, sondern sie wollte als 20-jährige auf eigenen Füßen stehen. Mit dem Zug ging es nach Innsbruck, wo die fleißige Frau sofort eine Anstellung als Magd am Ferrarihof fand. Dazu schrieb Notburga in einem Brief: „Zum ersten Mal

im Leben habe ich eigenen Lohn erhalten. Wie herrlich!“ Der Ferrarihof gehörte zum Stift Wilten. Im dazugehörenden landwirtschaftlichen Betrieb war ein Schaffer (heute würde man Agrarökonom dazu sagen) tätig. Dieser warf ein Auge auf das hübsche „Bauernmadl“. 1942 wurde geheiratet. Die Wohnung war Notburga Diensthuber fortan der Mairhof des Stiftes. geb. Prosch Die Nazis verjagten nach der * 6. Dezember 1919 Machtübernahme den Kle- +19. Dezember 2018 rus aus dem Kloster und der Mann von Notburga wurde einer Firma zur Ernährung der Zivilbevölkerung zugeteilt. Nach dem Kriegsende kam der Prälat des Stiftes zu ihrem Mann und sagte: „Ich habe dich nie entlassen, du gehörst zum Stift.“ Für die junge Familie Diensthuber war es kein Neubeginn, sondern ein nahtloser Übergang zu glücklichen Zeiten in den Diensten des Stiftes Wilten.

Neue Pächter für das Gasthaus Heiligwasser Nach zahlreichen Bewerbungsgesprächen ist es gelungen, mit der Familie Koll aus Patsch ein junges, motiviertes Pächterehepaar für das Gasthaus Heiligwasser zu gewinnen. Es ist mit den neuen Pächtern vereinbart, das Gasthaus Heiligwasser schnellstmöglich (ab Anfang/Mitte Mai 2019) wieder zu öffnen. Details zum Termin der Eröffnung werden rechtzeitig bekanntgeben. Emilie und Stephan Koll wohnen aktuell mit ihren beiden Kindern Marie und Philip (und einem Hund) in Patsch. Nach erfolgreich abgeschlossenen Gastronomieausbildungen und -studien konnten Emilie und Stephan jahrelange Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen der Gastronomie sammeln. Zusätzlich verfügt Emilie über eine abgeschlossene Ausbildung zur Fach-Sozialberaterin (Schwerpunkt Behindertenbegleitung). In diesem Bereich war sie unter anderem im Verein „Wir“ in Tulfes tätig. Die Pächterin und damit Wirtin ist Emilie Koll. Mit ihrer Familie will sie zukünftig im Gasthof Heiligwasser woh-

nen und plant langfristig - und mit Leidenschaft – den Betrieb wieder zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region zu machen. Aktuelle Informationen: www.heiligwasser.at Die neue Heiligwasserwirtin Emilie Koll mit ihrem Mann Stephan (re.) und Stiftsverwalter Dr. Rainer Khälß (li.)


ACTIO

Diakone sind Diener der Zuversicht Sechs Männer wurden am 17. März im Innsbrucker Dom zu Diakonen geweiht, Gruppenbild der neuge-

darunter auch unser Mitbruder D. Leopold Baumberger OPraem.

weihten Diakone mit Bischof Hermann Glettler, Weihbischof Josef Graf, Abt Raimund Schreier, den Ausbildungsleitern sowie den Frauen und Kindern der Ständigen Diakone

Diakonenweihe im Dom St. Jakob

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Stift Wilten Aktuell

Bischof Hermann Glettler weihte am Sonntag, dem 17. März im Dom zu St. Jakob vier verheiratete Männer zu Ständigen Diakonen und zwei Ordensmänner zu Diakonen auf dem Weg zum Priesteramt. Mit den Gläubigen feierten unter anderem Josef Graf, Weihbischof von Regensburg, Abt Raimund Schreier OPraem, der Provinzial der Kapuziner Erich Geir und Generalvikar Florian Huber. In seiner Predigt betonte Bischof Glettler, dass Diakone „für den Dienst der Zuversicht geweiht werden. Als Hörende, Betende und mit dem Herzen Glaubende können sie diesen wichtigen Dienst an unserer Gesellschaft tun“. Heute müsse der Auftrag für die geweihten Diakone noch deutlicher auf die unterschiedlichen Lebens- und Konfliktfelder der Gesellschaft präzisiert und möglicherweise geweitet werden, sagte Glettler. Das Spektrum umfasse unter anderem die Sorge um Suchterkrankte, Hilfestellung in der Wohnversorgung, Begleitung von Arbeitslosen und Armutsgefährdeten, Unterstützungsangebot in Pflege und Altenversorgung, Engagement in der sozial-politischen Bildungsarbeit, Präsenz im Medienbereich und in der Schu-

lung für Social Media. Diakone seien in diesen Lebens- und Aktionsfeldern mit ihren Charismen gefragt, „anwaltschaftlich für ein menschenwürdiges und zukunftsfittes Leben überall die Gegenwart des dienenden Christus erfahrbar zu machen“. Diakone sollten dabei „keine Strahlemänner im Sinne weltlicher Kategorien sein, aber lichterfüllte Menschen, verbunden mit Jesus“, so Glettler. Sie verpflichteten sich, nicht nur schöne Worte von sich zu geben, sondern Bereitschaft für neues Handeln. Ihr Vorbild werde viele aus der Bequemlichkeit herausreißen, es werde Kraft geben, um der Ohnmacht zu trotzen und neue Wege zu wagen - in welchem Bereich auch immer. Denn Diakone sind nach den Worten des Innsbrucker Bischofs „hörende, zuversichtliche Männer der Tat“. Aktuell 67 Ständige Diakone in der Diözese Innsbruck - Ausbildungsleiter Karl Eller hat in den vergangenen drei Jahren die angehenden Ständigen Diakone durch die Ausbildung begleitet und auf die Weihe vorbereitet. In der Diözese Innsbruck sind die Frauen und Kinder in die Vorbereitung involviert. Insgesamt sind jetzt 67 Ständige Diakone in der Diözese


ACTIO im Amt. Die Ordensmänner wurden in ihren Ordenseinrichtungen auf dem Weg zum Diakonat begleitet. Die jetzt geweihten Ständigen Diakone: Herbert Lechner ist 42 Jahre alt und Religionslehrer. Mit seiner Frau Ingrid und ihren beiden Kindern, Clara und Elisa, wohnen sie in Telfes im Stubaital. Das konkrete Sein im Alltag, die Haltung des Dienens – besonders im Hinblick auf Personen, die am Rande der Gesellschaft stehen - ist für Herbert ein wesentlicher Aspekt für sein Leben als Diakon. Mit den Verantwortlichen der pfarrlichen Vinzenzgemeinschaft, beim gemeinsamen Bibellesen, mit seinen Schülerinnen und Schülern, aber auch in der Nachbarschaft versucht er dieses Amt zu verwirklichen. Josef Quitterer, geb. 1962, ist verheiratet mit Birgit. Sie haben zwei Töchter, Natalia (21) und Daniela (18), und wohnen in Zirl. Josef Quitterer ist Ao. Univ.-Prof. am Institut für Christliche Philosophie und derzeit Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. Sein diakonaler Schwerpunkt in der Dompfarre St. Jakob ist die Tätigkeit in der Vinzenzgemeinschaft, sowie die Mitarbeit im klinischen Ethikkreis. Verkündigung, Liturgie und die Sorge für ein gutes Miteinander in der Pfarre gehören ebenfalls zu seinen Aufgabenbereichen. Markus Wallisch, geb. 1977, ist verheiratet mit Andrea. Sie haben zwei Kinder, Hannah und Mirjam, und wohnen in Ehrwald. Markus ist hauptberuflich NMS-Lehrer, in der Pfarre Pfarrkoordinator, Organist, Chorleiter, Kinder- und Jugendbetreuer. Sein diakonales Feld liegt in der Vinzenzgemeinschaft, deren Obmann er seit zwei Jahren ist, sowie in der Begleitung sowohl junger Menschen (Ministranten, Firmlinge) als auch älterer (Hauskommunion). Liturgie und Verkündigung (Religionsunterricht) gehören ebenso dazu. Bernd Zeidler, geb. 1976, ist verheiratet mit Susanna Paoletti. Sie haben zwei Kinder, Silvia und Isabel, und wohnen in Zirl. Bernd Zeidler ist Bildungsreferent für Kirche, Arbeit und Wirtschaft im Haus der

Begegnung und Pastoralassistent in der Dompfarre St. Jakob. Er möchte im Haus der Begegnung durch Bildungsangebote wie z. B. Betriebsseelsorge diakonale Akzente setzen. In der Dompfarre will er durch die Begleitung von Kindern und Jugendlichen den Blick auf sozial benachteiligte Menschen richten sowie bei Beerdigungen als Diakon wirken. Diakone auf dem Weg zum Priesteramt: D. Leopold Baumberger OPraem, wurde 1987 in Steyr (OÖ) geboren. In seiner Heimatpfarre St. Franziskus am Resthof fand er über viele Jahre eine feste Verwurzelung, ehe er nach dem Studium der Pharmazie in Graz in das Linzer Priesterseminar eintrat. Während des Theologiestudiums in Innsbruck führte ihn seine innere Sehnsucht nach einem Gemeinschaftsleben in das Stift Wilten, wo er am vergangenen Christkönigsfest die Ewige Profess feierte. Derzeit absolviert er das Pastoraljahr im Seelsorgeraum Zams-ZammerbergSchönwies.

D. Leopold (2. v. r.) mit seiner Familie bei der Apage am Domplatz.

Br. Matthias Reich OFMCap ist seit sechs Jahren Kapuziner und als neu geweihter Diakon nun auf dem Weg zum Priestertum. Aufgewachsen ist er in Heimschuh in der Steiermark. Seine Eltern sind von Beruf Landwirt und Lehrerin. Sie sind regelmäßige Kirchgänger und aktive Pfarrmitglieder. Diesem Beispiel zu folgen war den Kindern freigestellt. So kam Matthias über den Ministrantendienst zur Kirchenmusik und nun auf den Weg in die Seelsorge. Es ist für ihn, wie es im Psalm heißt: „Du führst mich hinaus ins Weite.“ Stift Wilten Aktuell

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ACTIO

Tag des geweihten Lebens P. Christian Marte SJ predigte bei der Vesper am 1. Februar in der Stiftskirche Wilten über den Beginn und die Bedeutung unseres persönlichen Christseins.

P. Christian Marte SJ bei der Predigt in der Stiftskirche

Agape im Leuthaus

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Stift Wilten Aktuell

Der „Tag des geweihten Lebens“ wurde mit zahlreichen Veranstaltungen in ganz Österreich begangen. Papst Johannes Paul II. hatte den Tag am Kirchenfest „Mariä Lichtmess“ im Jahr 1997 eingeführt, um die Wertschätzung von Orden und anderen Gemeinschaften geistlichen Lebens zu fördern. In der Diözese Innsbruck lud das Stift Wilten zu einer Vesper in die Stiftskirche mit anschließender Agape ein. P. Christian Marte SJ erinnerte in seiner Predigt an die Bedeutung der Taufe: „Vor ein paar Jahren habe ich einen gu-

ten Freund von mir besucht, Benno Elbs in Feldkirch. Wir haben hier in Innsbruck unsere Studienzeit gemeinsam verbracht. Er hat mir sein Büro gezeigt: da gibt es ein sehr schönes Kreuz, und auf einer Wand hängt ein ansprechendes modernes Gemälde. Und auf der dritten Wand, direkt vor ihm, hängt ein kleiner Bilderrahmen mit einer Urkunde. Man muss hingehen und entdecken, was das für eine Urkunde ist. Es ist nicht die Ernennung zum Bischof, sondern seine Taufurkunde. Ich bin dann nach Hause und habe gleich meine Taufurkunde gesucht … und nun hängt sie auch bei mir in meinem Büro im Jesuitenkolleg. Jeder Besucher kann sie sehen. Diese Taufurkunde ist gleichsam die Bestätigung des Anfangs meines Christ-Seins. So wie mein Reisepass meine Staatsbürgerschaft bestätigt. Beide Urkunden zusammen zeigen uns: wir sind Bürger zweier Welten. Als Christin und Christ können wir uns nicht auf die Staatsbürgerschaft reduzieren lassen, so dankbar wir auch für unser geordnetes und sicheres Gemeinwesen sind. Gerade als Christen haben wir ein Gespür für das Größere: für unser Land, für Europa, für die Welt. Gerade als Ordensleute pflegen wir den internationalen Austausch und lassen uns nicht durch nationalistische Parolen beeindrucken. Bei einer Taufe ist mir etwas aufgegangen, als ich mit den Eltern den Taufritus besprochen habe. Dort gibt es vor der Taufe eine wichtige Frage: ‚Widersagst du dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben?’ So wird der Täufling gefragt, bei der Kindertaufe die Eltern und die Paten. Das bedeutet, dass wir als Christinnen und Christen zuerst lernen müssen, gut Nein zu sagen, bevor wir unser Ja sagen. Und es braucht viele kleine Nein, um ein großes Ja zu sagen.“


ACTIO

Sehnsucht nach Frieden Christmette 2018 in der Stiftskirche Wilten - 200 Jahre „Stille Nacht“ „Weihnachten verweist auf das Geheimnis einer strömenden Liebe, die aus den Abgründen des Göttlichen kommt. ‚Et incarnatus est’ – ‚und ist Fleisch geworden.’ Wir bekennen, dass der große Gott sich klein gemacht hat, vom Himmel auf die Erde gekommen ist und Mensch geworden ist. Er allein verheißt einen Shalom, einen Frieden, der das ersehnte Schweigen der Waffen bei weitem übersteigt und mitten in einer schwierigen Lebenswirklichkeit aufblühen kann, wenn wir unsere Herzen öffnen. Dann wird sich die weihnachtliche Verheißung, dann wird sich unsere Sehnsucht erfüllen, die Sehnsucht nach Zeiten himmlischer Ruhe, nach Frieden und echter Liebe. ‚Stille Nacht, heilige Nacht, holder Knab im lockigen Haar, schlaf‘ in himmlischer Ruh.’ Amen“, predigte Abt Raimund.

Capella und Chorus Wilthinensis

Christmette im Stift Wilten

Dem Wunder leise das Herz hinhalten Pontifikalamt am Hochfest der Geburt des Herrn in der Basilika Wilten

Jedes Jahr löst das Weihnachtsfest eine Flut von Weihnachtspost aus. Mit der Weihnachtspost angefangen hat allerdings Gott selbst in der Geburt seines Sohnes Jesus von Nazareth. Gott schickt uns in Jesus einen lebendigen Liebesbrief, und er schreibt uns durch die Worte und Taten Jesu ins Herz: „Ich liebe dich, du Mensch! Deshalb will ich bei dir sein und bleiben!“ Abt Raimund forderte die Gläubigen auf, nicht darauf zu vergessen, die Weihnachtspost Gottes zu beantworten und

noch heute abzuschicken: „Auch ich liebe dich, o Gott! Auch ich möchte bei dir sein und bei dir bleiben – im Gebet, im sonntäglichen Gottesdienst, im Lesen der Heiligen Schrift, aber vor allem in der Liebe zu den Mitmenschen. Ich möchte so wie du den Menschen die Hand hinhalten, die Hände reichen. Denn, wie der mittelalterliche Philosoph und Theologe Duns Scotus sagt: Du willst Mitliebende!“

Links: Pontifikalamt in der Basilika Wilten

Die Capella Wilthinensis musizierte Karl Kempters Pastoralmesse in G op. 24


ACTIO

2. Patrozinium der Stiftskirche Hl. Stephanus – Zweites Patrozinium der Stiftskirche am 26. Dezember Dem Hochamt zum Gedenken an den ersten Märtyrer, den Heiligen Stephanus, stand Prior Klemens Halder vor.

Die Schola Gregoriana Wilthinensis sang das Proprium im Gregorianischen Choral.

Patrozinium in der Stiftskirche

Jahresmotto: Jesus Jahresabschlussmesse am 31. Dezember in der Stiftskirche Wilten

Tobias Moretti bei der Lesung Capella Wilthinensis

Abt Raimund segnet die Gläubigen

Am letzten Tag des Jahres forderte Abt Raimund die versammelte Gemeinde auf, Jesus in das Zentrum des Lebens zu stellen. 12

Stift Wilten Aktuell

„JESUS. Das ist die Überschrift jedes neuen Jahres, ja jedes neuen Tages für uns Christen. Und dieser Name ist Programm. Denn ‚Jesus’ heißt wörtlich übersetzt: ‚Gott hilft’ oder ‚Gott ist Hilfe’. Wir sollen ein Christ sein, der wie Er Gutes tut, das Böse meidet, der Frieden stiftet, der verzeiht, der alle Menschen liebt, sympathische und unsympathische, Freund und Feind, natürlich in verschiedener Intensität; der alle respektiert; der Freude ausstrahlt; der teilt – ob Spirituelles oder Materielles; der andere tröstet in ihrer Traurigkeit und Depression; der anderen Hoffnung schenkt, wenn sie resignieren; der wie Jesus anderen hilft ganz gemäß dem Namen Jesu: Jesus - Gott hilft. Vor allem sollen wir ein Christ sein, der liebt – wie Gott uns liebt. Denn Gott ist Liebe, sagt uns der Apostel Johannes.“


ACTIO

Jesus – der Superstar (-stern) Epiphanie am 6. Jänner in der Stiftskirche Wilten „Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt“ (Mt 2,9) Abt Raimund: „Jesus Christus ist der Stern, der Star. Vor Jahren gab es das Musical ‚Jesus Christ Superstar’. In Jesus leuchtet uns wirklich ein Hoffnungslicht, ein Hoffnungsstern auf, der uns Orientierungshilfe ist. Jesus zeigt uns den Weg zu einem geglückten, zu einem sinnvollen, zu einem heilsamen Leben. Möge es im kommenden Jahr viele solcher Sternstunden geben: Stunden, in denen wir diesen

Stern über unserem Leben entdecken, den Superstar, der uns aufleuchtet, wenn wir seine Worte in der Bibel lesen, diese betrachten und dann konkret ins Leben umsetzen. Dann finden wir Freude am Leben – wie die Magier zu Bethlehem: ‚Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt’ (Mt 2,10). Im Griechischen finden wir diese große Freude ausgedrückt durch ein Zeitwort und ein Hauptwort: Wörtlich übersetzt: Sie freuten sich in einer sehr großen Freude – echáresan charàn megálen. Megas = groß. Wir könnten auch übersetzen: Sie freuten sich mit einer Mega-Freude.“

D. Nikolaus Albrecht nimmt die Hostien entgegen

Wiltener Sängerknaben

Du bist von Gott geliebt Mit dem Fest der Taufe des Herrn endet die Weihnachtszeit in der römischkatholischen Kirche. Dieses Fest wird am Sonntag nach der Erscheinung des Herrn (Dreikönig) gefeiert und leitet in die Zeit im Jahreskreis über. Abt Raimund erinnerte die Gläubigen an die Bedeutung der Taufe: „Über jeder Taufe öffnet sich der Himmel. Und bei jeder Taufe spricht Gott auch zum Menschen: ‚Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich meine Freude gefunden.’ Das ist der Kernsatz unseres Glaubens. Denn mit dem Wasser der Taufe ist Gottes Liebe in uns eingeflossen. Mehr noch: Wir sind in die Tiefen der Liebe Gottes hineingetaucht, so wie die Täuflinge der Urkirche und heute noch in verschiedenen Kirchen hineingetaucht werden in die Tiefen des Wassers. Diese seine Liebe hebt unser Alleinsein auf. Die göttliche Liebe erfüllt und befähigt uns zu einer Liebe, die nicht aus uns selbst, sondern aus Gott kommt.“

Konventmesse in der Stiftskirche Stift Wilten Aktuell

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ACTIO

Die brennende Kerze Vierzig Tage nach Weihnachten wurde Mariä Lichtmess - das Fest der Darstellung des Herrn - in der Basilika Wilten gefeiert.

Blasiussegen in der Basilika Wilten

In alter Tradition ziehen beim päpstlichen Gottesdienst an diesem Tag in einer schier

endlos erscheinenden Prozession Ordensleute und Priester, Frauen und Männer aus den verschiedensten Studienhäusern Roms zum Altar und übereichen dem Papst eine kunstvoll bemalte Kerze als Opfergabe. Abt Raimund sprach in seiner Predigt über die Symbolik der brennenden Kerze: „Die brennende Kerze ist Sinnbild für den Menschen, der sich ganz Gott hingibt. Die brennende Kerze ist Zeichen für Christus, der von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt. Die brennende Kerze erinnert uns an den Auftrag: Ihr seid das Licht der Welt!“

Aschermittwoch Beginn der heiligen 40 Tage der österlichen Bußzeit. Die Fastenzeit diente und dient vor allem der persönlichen Vorbereitung auf das Fest unserer Erlösung an Ostern. Der Liturgiewissenschaftler aus Trier, Balthasar Fischer, nennt die österliche Bußzeit die „großen Jahresexerzitien des Volkes Gottes“. „Fastenzeit ist die Zeit der großen Jahresexerzitien, in denen wir wieder unsere Wurzel suchen, um aus dieser Wurzel zu leben. Wurzel heißt im Lateinischen radix. Wenn wir aus dieser Wurzel leben, dann können wir in diesem Sinne radikale Christen sein. Deshalb dient aller Verzicht, alles Fasten, alles, was wir in diesen Tagen und Wochen bewusst auf uns nehmen, einem einzigen Die Capella Wilthinensis sang „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“, BWV 131 von Johann Sebastian Bach

Mensch gedenke, du bist Staub ... 14

Stift Wilten Aktuell

Ziel: uns abzuwenden vom Weg der Bequemlichkeit, der Oberflächlichkeit, vom Weg eines seichten Christentums und uns hinzuwenden zu Gott, täglich umzukehren, hin zu Gott. Die Worte, die wir zu Beginn der Fastenzeit hören, sind voller Kraft. Ob wir uns trauen, das eine oder andere in unseren von Routine gekerbten Alltag zu übernehmen? Lassen wir uns von dieser heiligen Zeit erfassen, und lassen wir die Gnade wirksam werden, die uns Gott für diese besonderen Tage versprochen hat, ganz besonders im intensiven Gebet,“ lud Abt Raimund ein.


ACTIO

Fastenpredigten Als Vorbereitung auf das Hochfest Ostern waren die Gläubigen zur Mitfeier der Gottesdienste mit Kurzpredigten an den Fastensonntagen eingeladen. Für die Fastenzeit 2019 konnten wieder Prediger gefunden werden, welche die Fastensonntage mit ihren Gedanken zu den Schriftlesungen bereicherten. Am 1. Fastensonntag wurden Auszüge des Fastenhirtenbriefes von Bischof Hermann Glettler verlesen, Auf die „Unglaubliche Verheißung“ ging Vikar Martin Ferner am 2. Fastensonntag ein. Generalvikar Propst Florian Huber predigte am 3. Fastensonntag „Von der Engelsgeduld und anderen Herausforderungen.“ Ihm folgte am 4. Fastensonntag Msgr. Michael Wil-

helm. „Er wurde zornig und wollte nicht hineingehen“ (Lk 15,28) lautete der Titel seiner Predigt. Ein herzliches Vergelt´s Gott den Predigern für die Bereitschaft, mit ihren Gedanken wertvolle Impulse für eine gute österliche Vorbereitung gegeben zu haben. Das Fasten geht in den christlichen Kirchen auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Als Vorbereitung auf Ostern fasten die Gläubigen vierzig Tage lang. Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet mit der Osternacht. Die Sonntage werden nicht mitgezählt, da sie nicht als Fastentage gelten.

Abt Raimund Schreier verliest den Fastenhirtenbrief

Vikar Martin Ferner

Generalvikar Propst Florian Huber

Msgr. Michael Wilhelm

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CONTEMPLATIO

Zur Geschichte des Stiftes Wilten 23. Kapitel - Reformation, Bauernkrieg und Wiedertäufer in Tirol. Das Konzil von Trient (1545-1563) zur Erneuerung der katholischen Kirche. Text: Prior Klemens Halder OPraem

Ferdinand I. als junger Erzherzog. Hans Maler zu Schwaz, Kunsthistorisches Museum Wien

Schon 1521 fand die Lehre Luthers Gehör in Tirol. In der Bevölkerung gab es Heilssehnsucht. Andererseits wurde beklagt, dass es der Geistlichkeit um möglichst große Einkünfte gehe und sie untauglich für ihre Tätigkeit sei; auch die Art ihrer Bestellung wurde kritisiert. Die neue Lehre wurde in Tirol vor allem durch Welt- und Ordenspriester der alten Kirche verbreitet. Solche predigten in Städten und Märkten Nordtirols die lutherische Lehre. Sie fanden besonders in den Bergwerkstädten Schwaz und Hall Gehör. Die soziale Lage der Knappen war schlecht; tausende von ihnen kamen aus Deutschland, dem Ursprungsland der Reformation. Der Landesfürst Erzherzog Ferdinand I., der schon aufgrund seiner habsburgisch-spanischen Abstammung katholisch gesinnt war, betrieb – auch auf Wunsch des Brixner Bischofs – die Verweisung der Prediger aus dem Land. Er konnte sich dabei auf den Reichstag in Worms von 1521 berufen, auf dem nach dem Kirchenbann über Martin Luther die Reichsacht verhängt worden war. Bauern, Bürger und Knappen wehrten sich gegen die Ausweisung jener Prediger und das Verbot lutherischer Schriften, konnten sich aber gegen den Landesfürsten nicht durchsetzen. Da und dort fand die lutherische Lehre auch in Klöstern Eingang, so 1524 im Zisterzienserkloster Stams. Nach längerem Druck der Landesregierung schworen fünf Mönche der neuen Lehre ab, einer wurde zur Besserung in ein anderes Kloster geschickt. Eine Hinwendung von Mitgliedern des Stiftes Wilten zum Luthertum scheint nicht vorgekommen zu sein. Nach Unterdrückung dieser ersten Welle der Reformation in Tirol brach – im Vergleich zu Deutschland viel später – der Bauernaufstand los. Der Südtiroler Peter Paßler aus Antholz hatte im Streit um Fischereirechte mit den Beamten des Bischofs von Brixen einen Kleinkrieg begon-

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nen und sollte wegen seines Widerstandes am 9. Mai 1525 hingerichtet werden. Das verhinderten Bauern und plünderten am nächsten Tag die Häuser der Geistlichen und des Adels in Brixen, schließlich auch den bischöflichen Hof, am 12. Mai auch das Kloster Neustift. Am 13. Mai wählten sie Michael Gaismair, den Sekretär des Bischofs, zu ihrem obersten Feldhauptmann. Die Bischöfe von Brixen und Trient flohen in entlegene Gebiete. Hauptsächlich in Südtirol wurde eine Reihe von Klöstern geplündert, mehr oder weniger auch das Haus jedes Geistlichen. Am 17. Mai wurden die Mönche aus Stams vertrieben. Das Stift Wilten kam vergleichsweise durch Übergabe des gesamten Fleischund Weinvorrates gut davon. Die Pfarrhöfe der Wiltener Urpfarren Ampass und Patsch wurden allerdings geplündert. Auch hatten Leihnehmer des Stiftes begonnen, die Leistung der Grundzinse zu verweigern. Ab Mai 1525 wurden in verschiedenen Teilen Tirols Forderungskataloge erstellt, in denen die Verkündigung des unverfälschten Wortes der Schrift, die Entfernung der Geistlichen aus allen weltlichen Ämtern und Stellungen und die „freie Wahl“ der Gemeinden bei der Bestellung der Pfarrer verlangt wurde. Michael Gaismair hatte Michael Gaismair. Von einem unbekannten Künstler


CONTEMPLATIO bereits vor dem 14. Mai seine erste Landesordnung verfasst, in der er hinsichtlich der Führung des Landes die konsequente Ausschaltung der bischöflichen Behörden, der Klöster und des Adels verlangte. Das Land sollte vom Landesfürsten und den politischen Gemeinden geführt werden. Erzherzog Ferdinand I. musste daraufhin einen Landtag einberufen, der vom 12. Juni bis 21. Juli 1525 in Innsbruck tagte. Auf Forderung der Aufständischen durften die Bischöfe und Vorstände der Klöster nicht am Landtag teilnehmen; der Adel, der zunächst auch ausgeschlossen war, durfte in einem späteren Abschnitt doch teilnehmen. In der Großen Tiroler Landesordnung die als Ergebnis des Landtages erschien, wurde die Lage der Bürger und Bauern verbessert, indem unter anderem verschiedene Abgaben und Dienstleistungen aufgehoben wurden; auch wurden ihnen Zugeständnisse hinsichtlich Fischerei und Jagd gemacht. Ebenso wurde die Predigt nach dem Evangelium erlaubt. Ab Beginn des Bauernaufstandes im Mai 1525 traten an verschiedenen Orten wieder lutherische Prediger auf, die gegen die heilige Messe, Krankenkommunion und Ohrenbeichte predigten. Nach energischem Einschreiten der Landesregierung im Sommer 1526 endete diese zweite Welle der Reformation. Als 1525 Forderungskataloge erstellt wurden und der Landtag tagte, bemühte sich Michael Gaismair um Wiederherstellung der Ordnung. Am 11. August 1525 wurde er nach Innsbruck vorgeladen, aber sofort eingekerkert. Am 7. Oktober 1525 gelang ihm die Flucht. Aus dem Reformer wurde nun ein Revolutionär, er floh in die Schweiz und ließ sich vom Gedankengut des Züricher Reformators Ulrich Zwingli prägen. Dort verfasste er seine zweite Landesordnung, die – auch aus religiöser Sicht – für die Gleichheit aller Menschen eintrat und Tirol in eine freie, soziale und demokratische Bauernrepublik umwandeln wollte. Nach dem Vorbild Zwinglis forderte er auch die Abschaffung der hl. Messen sowie die Beseitigung von Bildern und Statuen in Kirchen. Im Sommer 1526, als er

seine Bemühungen gescheitert sah, floh er nach Venedig und trat in den Dienst des Dogen. Aufgrund einer hohen Belohnung, die der Tiroler Landesfürst und der Hofrat für seine Ermordung ausgesetzt hatten, fand er am 14. April 1532 den Tod. Nach dem Ende des Bauernaufstandes wandten sich Bauern, Bürger und Knappen Tirols in beachtlicher Zahl den Täufern zu. Die Täufer, die 1525 in der Schweiz entstanden waren, waren der Meinung, dass nur, wer persönlich glaubt, getauft werden könne. Daher lehnten sie die Kindertaufe ab. Sie verschmähten den Priesterstand – ein großer Teil der Priester lebte ja mit einer Frau zusammen. Sie lehnten hl. Messen, Obrigkeit, Kriegsdienst, Eidesleistung und Privateigentum ab. Als sich ab Mitte 1527 das Täufertum in Tirol verstärkt ausbreitete, verhängte Erzherzog Ferdinand I. über diejenigen, die vor Gericht an ihrer Überzeugung festhielten, die Todesstrafe. Die Verurteilten wurden enthauptet oder bei lebendigem Leib verbrannt, Frauen wurden vielfach ertränkt. Die bedeutendste Persönlichkeit unter den Tiroler Täufern war Jakob Huter aus Moos bei St. Lorenzen im Pustertal. Bald gründete er in Welsberg die erste Täufergemeinde. Die katholischen Kirchen nannte er Huren- und Götzentempel, im Papst sah er einen Diener des Teufels und in den Geistlichen falsche Propheten. Wegen der starken Verbreitung des Täufertums griff die Regierung hart durch. Bis Ende 1532 wurden in Tirol und in den habsburgischen Vorlanden ungefähr 600 Wiedertäufer an verschiedenen Orten hingerichtet. Jakob Huter organisierte wegen der Verfolgung die Auswanderung der Täufer und gründete schon 1529 in Mähren/ Tschechien eine Brudergemeinde. Öfters kam er geheim nach Tirol, wurde Ende 1535 bei einem solchen Aufenthalt verhaftet und am 3. März 1536 in Innsbruck beim Goldenen Dachl auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Heute erinnert dort eine Gedenktafel an seine Hinrichtung.

Abt Johannes Brunner (1536-1576), Äbtebilder, Stift Wilten

Gedenktafel an die Hinrichtung Jakob Huters beim Goldenen Dachl, Innsbruck

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CONTEMPLATIO Mitglied einer HuttererGemeinde bei einer Gedenkveranstaltung in Moos bei St. Lorenzen im September 2018.

Stiftsarchivarin Hannelore Steixner (2. v. l.) 1997 beim Besuch einer Hutterer-Gemeinde im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington.

Rechts: Generalkonsultation des Konzils von Trient in der Kirche Santa Maria Maggiore. Elia Naurizio, Diözesanmuseum, Trient

Auch Martin Luther und seine Mitstreiter waren eindeutig gegen die Wiedertäufer und der Meinung, dass jene die Todesstrafe verdienten. In Zürich wurden sie unter dem Reformator Ulrich Zwingli hingerichtet. Zwischen 1527 und 1627 dürfte Alttirol zirka 20000 Täufer gezählt haben; das waren etwa fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Rund 6000 mussten zwischen 1525 und 1540 auswandern. 1622 mussten schließlich die „Huterischen Brüder“ Mähren verlassen. Sie zogen nach Siebenbürgen, dann nach Südrussland. Im Jahr 1874 wanderten sie nach Nordamerika aus.

Derzeit leben zirka 45000 Hutterer im Nordwesten der USA und im Südwesten Kanadas. Ihre Zahl wächst ständig, sie sind wohlhabend wegen ihrer in Gütergemeinschaft betriebenen Landwirtschaft. Sie leben in 462 Kolonien, die bis zu 150 Mitglieder zählen dürfen, nach den ursprünglichen Prinzipien. Für einen Kontakt nach außerhalb der Huttererkolonien ist die Erlaubnis des Predigers nötig. Wenn Mitglieder diese Lebensart nicht mehr teilen wollen, müssen sie die Kolonien verlassen; ein Kontakt zu ihnen ist dann nur mehr schwer möglich. In neuerer Zeit wurden Zeichen der Versöhnung gesetzt, indem solche Tiroler Täufer bei der Anbringung von Gedenktafeln oder Errichtung von Denkmalen in die alte Heimat eingeladen wurden. Nach Luthers Tod im Jahr 1546 kam es zwischen den protestantischen Fürsten, die im Schmalkaldischen Bund zusam-

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mengeschlossen waren, und dem katholischen Kaiser Karl V. zum Krieg. Im Laufe der Kämpfe drang der protestantische Fürst Moritz von Sachsen 1552 sogar kurzfristig bis Innsbruck vor. Als Abschluss dieser Auseinandersetzungen musste der Kaiser im Augsburger Religionsfrieden von 1555 das Nebeneinander der katholischen und evangelischen Konfession in seinem Reich akzeptieren. Die Konfession der Herrschenden in einer Region oder einer selbständigen Stadt sollte in Hinkunft auch die Konfession der betreffenden Untertanen sein.

Schon vor den zuletzt genannten Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Lutheranern hatte das Konzil von Trient im Dezember 1545 begonnen. Seit der Verurteilung Luthers im Jahr 1521 war der Ruf nach einem Konzil laut geworden. Nach beinahe jahrzehntelangen Schwierigkeiten verschiedener, gerade auch politischer Art, konnten sich Papst Paul III. und Kaiser Karl V. hinsichtlich des Konzilsortes auf Trient einigen. Diese Stadt Alttirols lag innerhalb des römisch-deutschen Kaiserreiches und in etwa an der deutsch-italienischen Sprachgrenze. Als Hauptaufgaben des Konzils sah der Papst die Überwindung der religiösen Spaltung und die Kirchenreform. Zur Leitung des Konzils entsandte Paul III. (1534-1549) Legaten, die mit ihm in Verbindung blieben. In drei Tagungsperioden (1545-48, 1551-52, 1562-63) wurden Themen des Glaubens und des kirchlichen Lebens, die durch die Reformation in Frage gestellt worden waren, behandelt. Die katholische Kirche musste wesentliche Lehren wie das Ver-


CONTEMPLATIO hältnis von Heiliger Schrift und kirchlicher Glaubenstradition, die Rechtfertigung des Menschen vor Gott, die Wesenszüge der Kirche oder die Sakramente umfassend klären. Daneben wurden die nötigen Reformmaßnahmen innerhalb der Kirche behandelt. Zur zweiten Tagungsperiode erschienen auch Gesandte aus protestantisch gewordenen Gebieten. Sie verlangten, das Konzil dürfe nicht unter der Leitung des Papstes stehen, außerdem müssten die Dekrete der ersten Periode unter der Rücksicht, dass nur die Heilige Schrift Glaubensquelle sei, neu verhandelt werden. Auf diese Bedingungen konnte das Konzil nicht eingehen. Als im Laufe der dritten Tagungsperiode dreizehn französische Bischöfe erschienen, die andere Auffassungen über das Bischofsamt in Bezug zum Primat des Papstes hatten und an der Überordnung des Konzils über den Papst festhielten, geriet das Konzil in eine Sackgasse. Deswegen verhandelte der französische Kardinal Guise im Feber 1563 in Innsbruck mit Ferdinand I., der nach Abdankung seines Bruders Karls V. 1556 Kaiser geworden war. Nach Intervention des Kaisers bei Papst Pius IV. (1559-1565) und Verhandlungen in Innsbruck mit Kardinal Morone, dem 1. Legaten des Papstes, im März/April 1563 wurde beschlossen, die Frage zum Verhältnis von Bischöfen und Papst auszuklammern, jedoch eine umfassende Kirchenreform anzustreben. So war der Weg frei für den abschließenden Teil des Konzils, das am 3./4. Dezember 1563 beendet wurde. In den Kirchenreformdekreten wurde unter anderem verlangt: die Bischöfe sollten ihr Amt ernst nehmen durch Anwesenheit in ihrer Diözese, durch Visitationen des Klerus und durch Abhaltung von Synoden. Sie wurden veranlasst, Seminare zu gründen für eine gute Ausbildung des Klerus. Die Glaubensverkündigung wurde den Bischöfen als erstrangige Aufgabe aufgetragen. Durch ein Ordensdekret sollten die Missstände in den Klöstern beseitigt werden. Das Ergebnis des Konzils von Trient weist manche Mängel auf. Es wurde aber eine gründliche Klärung der katholischen Lehre

erreicht, die für die folgenden Jahrhunderte maßgeblich blieb. Auch kam es im Laufe der Zeit zu einer wirklichen Hebung der Seelsorge.

Bei der Verwirklichung der Reformen kam neben vielen Einzelpersönlichkeiten auch neuen oder erneuerten Orden eine besondere Bedeutung zu. Einige Einzelpersonen seien hier genannt. Der Hl. Karl Borromäus (1538-1584), Erzbischof von Mailand, lebte in überzeugender Art und Weise und führte richtunggebend für Europa die Reformvorgaben des Konzils von Trient in seinem Gebiet durch. Der Hl. Franz von Sales (15671622) war bestens ausgebildet und gegen den Willen seines Vaters Priester geworden. Er wurde schließlich Bischof für die Gegend von Genf, wo Johannes Calvin (1509-1564) seine, die Schweiz prägende Form der Reformation durchgeführt hatte. Franz von Sales verwirklichte in seiner Diözese die Beschlüsse von Trient. Seine zahlreichen weltoffenen geistlichen Schriften übten jahrhundertelang eine große Wirkung aus. Auf Seite der Frauen sei nur die Hl. Teresa von Avila (1515-1582) genannt. Sie war mit 20 Jahren in das Karmelitinnenkloster von Avila, Spanien, eingetreten. Sie fand keine Ruhe im damaligen lockeren Leben des Ordens. 1560 entschloss sie sich nach einem mystischen Erleben Jesu Christi, die ursprüngliche Ordensregel streng zu befolgen. Gegen große Widerstände gründete sie – unterstützt vom Hl. Johannes vom Kreuz – Klöster, in denen das ursprüngliche Ideal treu gelebt wurde.

Franz von Sales, Stift Wilten

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Hl. Ignatius von Loyola, Mosaik am Jesuitenkolleg Innsbruck Quellen: Gelmi, 137-143; Palme, 39-45; Lentze, Geschichte, 235. Gelmi, 145-148. Lentze, 234f. Gelmi, 148-152. Gelmi, 153. Roper, 422. Palme, 41-54; Gelmi, 153-157; Information von Hannelore Steixner; http://www.hutterites. org/the-leut/ distribution/ Roper, 517-522. Klaus Ganzer, Trient, Konzil. In: LThK, 10. Bd., 2001, 225-232. Burkhart Schneider, Ignatius von Loyola. In: Peter Manns (Hrsg.), Die Heiligen. Mainz 1975, 457-460. 20

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Beispielhaft für einen Gründer eines neuen Ordens sei der Weg des Ignatius von Loyola geschildert. Der spanischbaskische Edelmann wurde 1521 dreißigjährig aus seiner bisherigen Lebensbahn herausgerissen, als ihm als Offizier in einem Krieg ein Bein zerschmettert wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt wollte er sich Kriegsruhm erwerben, auch gab es Frauengeschichten in seinem Leben. Während der langen Krankenzeit fand er als Lektüre nur ein Buch über das Leben Jesu und eines über die Heiligen. Beim Lesen ging in ihm eine tiefe innere Wandlung vor sich. Nach der Genesung hielt er sich ein Jahr lang in Manresa beim Marienwallfahrtsort Montserrat auf. Dort wurde ihm tiefe Erleuchtung über Gott und den Glauben zuteil. Er vertiefte sich meditierend ins Leben Jesu und vollzog die Entscheidung, Jesus ähnlich leben zu wollen und sich ganz für dessen Dienst zur Verfügung zu stellen. Diesen eigenen Weg schrieb er im Buch der „Geistlichen Übungen“ (Exerzitien) nieder. Er begann von Grund auf mit Studien, die er in Spanien und zuletzt an der Universität von Paris absolvierte. Neben seinem Studium hielt er für Einzelne die „Geistlichen Übungen“. Dieses Laienapostolat führte zu Anklagen vor der Inquisition, der kirchlichen Behörde zur Überprüfung der Rechtgläubigkeit. Lange Verhöre musste er über sich ergehen lassen und eine zweimalige Inhaftierung. Das konnte seine grundsätzliche Treue zur Kirche nicht erschüttern, wobei er klar zu seinen von Gott her erkannten Überzeugungen stand. Während der Studien in Paris konnte er Gefährten für eine Gemeinschaft gewinnen. Sie versprachen 1534 in den Gelübden, Gott in Armut und Jungfräulichkeit

zu dienen und für das Heil der Seelen tätig zu sein. Da die Tätigkeit im Heiligen Land, wie ursprünglich geplant, wegen des bevorstehenden Krieges mit den Türken nicht möglich war, stellten sie sich dem Papst zur Verfügung, damit ihnen Christus durch ihn den Weg ihres Dienstes weise. Papst Paul III. nahm ihre Bereitschaft 1538 an und bestätigte 1540 ihren neuen Orden der „Gesellschaft Jesu“, der Jesuiten. Ignatius wurde erster Generaloberer und hatte die Sorge für die schnell wachsende Ordensgemeinschaft zu tragen. Bald war sie in ganz Europa verbreitet. Und kaum hatte man neue Seewege entdeckt, übten die Jesuiten ihre Missionstätigkeit schon in Indien und im Fernen Osten bis nach Japan aus. Als der Hl. Ignatius am 31. Juli 1556 starb, zählte der Orden bereits 1000 Mitglieder und war zu einer wichtigen Stütze für die Erneuerung der katholischen Kirche geworden. Ignatius von Loyola, Seitenkapelle der Jesuitenkirche Innsbruck


CONTEMPLATIO

Bach und die Sängerknaben Zwei der genialsten und berührendsten Werke von Johann Sebastian Bach präsentierten die Wiltener Sängerknaben gemeinsam mit dem Barockorchester Academia Jacobus Stainer in der Basilika Wilten.

Die Wiltener Sängerknaben und das Barockorchester Academia Jacobus Stainer musizierten das Weihnachtsoratorium in der Basilika Wilten

Traditionellerweise wurde knapp vor Weihnachten - 2018 am Samstag, dem 22. Dezember - in der Basilika Wilten das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach zur Aufführung gebracht. Unter der Leitung von Johannes Stecher sangen Chor und Solisten der Wiltener Sängerknaben. Wie zur Zeit Bachs üblich kamen alle Soli aus dem Chor: Knaben übernahmen die Sopran- und Altsoli, darüber hinaus sangen Pascal Ladner, David Kerber, Matteo Rasic und Oliver Sailer die weiteren Solopartien. Das Barockorchester Academia Jacobus Stainer mit zahlreichen Spezialisten für das Instrumentarium jener Zeit vermittelte besinnliche Andacht und stimmte festlich auf die Weihnachtsfeiertage ein. Chor und Solisten erzählten die Geschichte der Geburt Jesu, genial in Töne gesetzt von einem der besten Komponisten der Menschheitsgeschichte. Am ersten Samstag in der Fastenzeit präsentieren die Wiltener Sängerknaben dann die Matthäus-Passion. Aufgeteilt auf zwei Kammerchöre und

den Konzertchor wurde abwechslungsreich von der intimen Kleinbesetzung bis zu großen, mächtigen Chören musiziert. Paul Schweinester, Oliver Sailer, Pascal Ladner, David Kerber, Matthias Hoffmann und Knaben aus dem Chor sangen die Solopartien. Im April sind die Wiltener Sängerknaben wieder auf Tournee in China, wo sie in den größten Metropolen des Landes Konzerte geben. Am 11. Mai erfreuen sie ihre Zuhörer dann wieder in der Heimat beim Muttertagskonzert im Congress Innsbruck.

Matthäus-Passion in der Fastenzeit


CARITAS

Danke In der Stift Wilten Aktuell-Weihnachtsausgabe haben wir Sie gebeten, der prämonstratensischen Gemeinschaft in Mananthavady bei der Bewältigung der Folgen der Flutkatastrophe in Kerala/Südindien schnell und konkret zu helfen. Im Namen von Prior Vincent Mattammel OPraem bedanken wir uns herzlich für die bisher eingegangenen Spenden und bitten weiterhin um Ihre Unterstützung. Der Bau von einfachen Häusern an einem sicheren Ort für Menschen, die alles verloren haben, steht im Zentrum der Bemühungen unserer indischen Mitbrüder. Die Folgen der durch ungewöhnlich hef-

tige Niederschlagsmengen ausgelösten Katastrophe im August 2018 sind noch lange nicht überwunden. Bitte helfen auch Sie den Flutopfern mit einer Spende! Spendenkonto: BTV - Stift Wilten, Kennwort „Wiederaufbau Kerala“, IBAN: AT62 1600 0001 0014 0675

Wandel wagen Den offiziellen Auftakt in der Diözese Innsbruck zur heurigen Aktion Familienfasttag machte das traditionelle Benefizsuppenessen am Aschermittwoch beim Innsbrucker Stadtturm. Eingeladen dazu hatte die Katholische Frauenbewegung gemeinsam mit Bischof Hermann Glettler. Für die köstlichen Suppen sorgten Schülerinnen der HBLFA Kematen. Das Brot spendete die Bäckerei Moschen in Innsbruck. Die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Innsbruck Bernadette Fürhapter konnte zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kirche begrüßen, unter anderem Abt Raimund Schreier, Bischofsvikar Jakob Bürgler, die Landesräte Gabriele Fischer und Johannes Tratter, Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi, die Nationalräte Hermann Gahr und Selma Yildirim, Bauernbund-Direktor Peter Raggl und dessen Stellvertreter Martin Klingler, ORF-Landesdirektor Robert UnDas Team der Katholischen Frauenbewegung stellte das Energiesparöfen-Projekt für Tansania vor. Traditionelles Suppenessen zum Beginn der Fastenzeit beim Innsbrucker Stadtturm – mit viel Prominenz.. 22

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terweger, Seelsorgeamtsleiterin Elisabeth Rathgeb, Caritas-Direktor Georg Schärmer und viele mehr. Heuer lautet das Motto: „Wandel wagen! Gemeinsam für eine Zukunft aus eigener Kraft.“ Es geht darum, Bewusstsein für systemische Zusammenhänge zu schaffen und auf das heurige Modellprojekt in Tansania aufmerksam zu machen. Das Frauenkollektiv WODSTA im Norden Tansanias ermöglicht Frauen am Land den Bau von kostengünstigen und umweltfreundlichen Energiesparöfen und das Pflanzen von Baumsetzlingen. Weitere Informationen: www.teilen.at


COMMUNIO

Jugendkreuzweg Am 8. März trafen sich Jugendliche aus den Wiltener Stiftspfarreien in Patsch, um ausgehend von der Pfarrkirche zur Edith-Stein-Andachtskapelle zu ziehen.

Die Firmlingsnachmittage Als Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung besuchten die Jugendlichen der Wiltener Stiftspfarreien das Stift. Nach der Begrüßung durch Prior Klemens Halder und der Einteilung in Gruppen lernten die Firmlinge ihren Firmspender Abt Raimund kennen. Die Frage: „Was macht eigentlich die Dekanatsjugendstelle Wilten-Land?“ wurde in der Bibliothek geklärt.

Im Norbertisaal erfuhren die Firmlinge wertvolle Informationen über das Leben des Hl. Norbert. Der Besuch „besonderer Orte“ in der Stiftskirche rundete den spannenden Besuch für die Jugendlichen ab.

Die Firmlinge unterwegs im Stift Wilten

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Im „Jetzt Gottes“ Weltjugendtag in Panama - ein Reisebericht Text: Thomas Folie, Pastoralassistent in der Pfarre Völs

Plötzlich sind wir da: Nach einem 12-stündigen Flug sind wir auf einem anderen Kontinent. Noch eben haben wir in der Münchner Flughafenkapelle einen bewegenden Gottesdienst gefeiert, jetzt sind wir, eine 16-köpfige Pilgergruppe aus Tirol, in der Millionenmetropole Bogota in Kolumbien gelandet. Hier beginnt also unser Pilgerweg zum Weltjugendtag nach Panama.

Menschen. Mitgebrachte österreichische Spezialitäten und eine beachtliche Geldsumme können wir mit Freude spenden, bevor wir als Abendprogramm das kolumbianische Nachtleben genießen. Der nächste Tag verspricht uns eine 22-stündige Busfahrt in das rund 1000 Kilometer nördlich gelegene Cartagena. In dieser ehemaligen spanisch-kolonialen Hafenstadt beginnt unsere Schiffs-

Zum Ausrasten ist keine Zeit. Wir werden umgehend von den Jesuiten in deren „Haus der Jugend“ aufgenommen und besteigen mit unserem Kontakt aus Südtirol, Pater Albert Holzknecht, den 3152 Meter hohen Hausberg Monserrate. Noch am selben Abend dürfen wir bei einer Organisation zu Gast sein, die verstoßene alte Menschen von der Straße in ihr Haus aufnimmt. Beeindruckende, herausfordernde und bewegende Momente und das alles innerhalb weniger Stunden in einem für uns fremden Land und einer fremden Kultur. Am nächsten Tag fahren wir nach Soacha, einer sehr armen Stadt neben Bogota. Wir besuchen dort ein Sozialprojekt der Jesuiten und sind beschenkt mit vielen Kontakten mit den vor Ort lebenden

reise nach Panama. Doch zuerst muss die erfahrene Crew unseren Katamaran in 35 Stunden durch bis zu fünf Meter hohe Wellen durch den Golf von Darién ans Ziel führen. Die San-Blas-Inseln in Panama erfüllen jede kitschige Vorstellung der Karibik: Türkises Meer, Traumstrände, einsame Inseln, ein Boot für uns, Sonne und Kokosnuss bescheren uns eine Kostprobe vom Paradies. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: In Wahrheit ist die Karibik eine für den Menschen nicht einfache Lebenswelt. Wir dürfen das eindrucksvoll bei dem dort lebenden indigenen Volk, den Guna, selbst erfahren. Angeschwemmter Plastikmüll, Wassermangel, Korruption und Drogenhandel sind die Realität dieser Lebenswelt. Als wir schließlich den Weltjugendtag in

Angekommen in Bogota

Als Pilger unterwegs

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CARITAS Panama erreichen, treffen uns die Worte des Jugendkreuzweges von Papst Franziskus ins Herz. Er benennt eindrucksvoll die realen Probleme der Jugend in Lateinamerika. Ebenso berühren uns seine klaren Worte zum Lukas-Evangelium. Im „Jetzt Gottes“ hat sich Jesus uns offenbart. Nicht im Morgen, nicht in einer unbestimmten „Zwischenzeit“, sondern im „Jetzt Gottes“ erfüllt sich das „Ja“ Gott anzunehmen, sagt uns der Papst. Der Weltjugendtag in Panama wird für unsere Gruppe aus Tirol zu einem Erlebnis einer jungen und vielfältigen Weltkirche. Unzählige Kontakte mit jungen Menschen aus der ganzen Welt hinterlassen einen bleibenden Eindruck bei uns. Ja, so wird für uns Glaube spürbar, und wir dürfen ein Teil dieser Gemeinschaft sein. Eine wesentliche Erfahrung während des Weltjugendtages ist der Kontakt mit den Menschen im Land. So wurden wir von unseren Gastfamilien wie verlorene Kinder aufgenommen und erlebten eine unvergessliche Gastfreundschaft. Der Abschied von diesen Familien ist entsprechend schwer, aber ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. In Panama-Stadt gibt es auch vieles zu sehen. Wolkenkratzer, eine historische Altstadt, der Panama-Kanal und Museen sind lohnende Ausflugsziele. Begegnungen mit

anderen jungen „Rucksacktouristen“ in Jugendherbergen sind für uns besonders wertvoll. Diese Kontakte weiten unseren Blick auf das Leben und die Welt. Am Gedenktag an Don Bosco, den 31. Jänner, dürfen wir die Salesianer von Panama-Stadt in ein Armenviertel begleiten. Wie präsent und aktuell die Spiritualität und das Wirken der Salesianer hier mit Kindern und Jugendlichen ist, beeindruckt uns zutiefst. Wir können einen beachtlichen Geldbetrag spenden, dort wo er am meisten gebraucht wird. Am letzten Tag feiern wir im Stadtpark einen Gottesdienst und sind erfüllt von großer Dankbarkeit. Wir sind berührt und sprachlos, was uns alles in dieser Zeit geschenkt wurde. Wir fühlen uns von Gott getragen, der uns mit Segen begleitet, wodurch wir selber zum Segen für andere werden. Wir kommen verwandelt von dieser ganz speziellen Pilgerreise zurück und wollen unsere Erfahrungen weitertragen.

Bei den Gastfamilien

Bei den Sozialprojekten

Am 7. Juni 2019, 20 Uhr, wird es im Leuthaus, Klostergasse 1, 6020 Innsbruck, einen Reisevortrag der Panama-Pilger geben. Wer weiterhin interessiert ist an unserer Pilgergruppe und weiteren Projekten, folgt dem Blog: http://auf-zum-weltjugendtagnach-panama.blogspot.com Beim Weltjugendtag

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Ehrenring für Herwig van Staa Tirols Altlandeshauptmann Herwig van Staa darf sich seit 17. Jänner Träger der höchsten Auszeichnung des Bundeslandes Tirol nennen: Im Rahmen einer Festsitzung des Landtages wurde ihm der „Goldene Ring des Landes“ verliehen.

Die Wiltener Sängerknaben überreichen „Rosen in Tirol“

Umrahmt wurde die Feierstunde von den Wiltener Sängerknaben, die neben der Tiroler Landeshymne „Zu Mantua in Banden“ auch die Europahymne darboten. Herwig van Staa hat sich über viele Jahre unzählige Verdienste um die Weiterentwicklung der Wiltener Sängerknaben erworben. Er war unter anderem maßgeblich daran beteiligt, dass der Fachbereich „Wiltener Sängerknaben“ ins Tiroler Landeskonservatorium integriert wurde. Das Stift Wilten gratuliert seinem treuen Freund Herwig von Herzen! Der „Ring des Landes“ wird auf Vorschlag der Landesregierung durch den Landtag mit Gesetzesbeschluss verliehen. Die Zahl der Ringträger wurde 1964 auf 15 „Lebende“ begrenzt.

Die Kirche zu Hettingen In einem neuen Film beleuchtet Walter Schipflinger die Alte Höttinger Pfarrkirche aus allen Blickwinkeln.

Patroziniums-Gottesdienst in Hötting

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Am 24. Jänner 2019 wurde das Werk in der Neuen Höttinger Pfarrkirche präsentiert. „Die Kirche zu Hettingen“ erzählt in Bildern, Text und Musik die wechselvolle Geschichte der Alten Höttinger Kirche über

die Jahrhunderte hinweg. Walter Schipflinger zur Entstehung des Filmes: „Schon 2011, als ich einen Film zum 100-Jahr-Jubiläum der Neuen Pfarrkirche Hötting vorstellte, hatte ich die Idee, auch einen über die Alte Kirche zu gestalten.“ Abt Raimund Schreier, stand am 10. Februar dem Patroziniums-Gottesdienst Hl.Ingenuin und Hl. Albuin - in der Neuen Höttinger Pfarrkirche als Zeichen der Verbundenheit des Stiftes Wilten mit der Pfarre Hötting vor. Als Dank wurde ihm eine DVD und ein Bild der Alten Höttinger Kirche als Geschenk überreicht. Der zirka 60-minütige Film mit Zeitzeugenberichten, Drohnenaufnahmen, 3DAnimationen (aufbauend auf den Grundrissen der ersten beiden Kirchen) und Constanze Köberl-Scozzafava als Sprecherin ist um 10 Euro im Pfarrbüro Hötting erhältlich.


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Auf die Fürbitte des Heiligen Blasius Am 3. Feber, dem Blasiustag, konnten heuer die zahlreich erschienenen Gläubigen am Völser Blasiusberg die Festgottesdienste mit Bischof Hermann Glettler feiern, der auch die Festpredigt hielt. Festandacht mit Bischof Hermann Glettler

Die Gottesdienste wurden vom Völser Kirchenchor musikalisch gestaltet. Nach jedem Gottesdienst wurde den Wallfahrern der Blasiussegen gespendet. Vor 285 Jahren wurde der Blasius-Messbund gegründet. Menschen wissen seit urdenklichen Zeiten, dass eine Gemeinschaft stärkt, unterstützt und einander Hilfe anbietet. So schloss man sich zu Berufsgemeinschaften, Gilden und Gebetsgemeinschaften zusammen, um seinem Anliegen mehr Kraft zu verleihen. Aus diesem Bedürfnis ist auch der Blasius-Messbund entstanden,

weil sich die Menschen in dieser spirituellen Gemeinschaft eine besondere Fürsprache und Unterstützung des Heiligen erhofften. Unzählige Votivtafeln und aktuelle Eintragungen ins Fürbittenbuch der Kirche bezeugen, dass diese Hoffnung begründet ist, sodass heute noch viele Pilger den „Hl. Berg von Völs“ besteigen, um ihre Freuden und Sorgen dem Heiligen Blasius anzuvertrauen, zu beten, zu bitten und zu danken. Dem Blasius-Messbund gehören über 4000 Mitglieder an. Er ist eine Gebetsgemeinschaft, von der viel Kraft ausgeht.

Impressionen

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Herausragendes Engagement Am Andreas-Hofer-Gedenktag bedankte sich Tirol bei zwölf herausragenden Persönlichkeiten.

Beim Gottesdienst in der Hofkirche

Das herausragende Engagement von Sr. Pauline Thorer (vordere Reihe, 3. v. r.) und Dr. Karl Gruber (hintere Reihe, 1. v. r.) wurde mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol gewürdigt.

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Am 20. Februar jeden Jahres werden nach einer Kranzniederlegung am AndreasHofer-Denkmal am Bergisel und einem Gottesdienst in der Innsbrucker Hofkirche die Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen. Unter den Geehrten waren mit Sr. Pauline Thorer, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern in Innsbruck und Dr. Karl Gruber, Denkmalpfleger und früherer Konservator der Diözese Bozen-Brixen, auch zwei Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens. „Auch heuer werden zwölf Persönlichkeiten für ihre herausragenden Verdienste um das Land Tirol ausgezeichnet. Diese

engagierten Menschen haben sich um den Wirtschaftsstandort, die Medienlandschaft, das Bauerntum, die Sicherheit im Lande, das Sozialwesen und das Kulturleben mehr als verdient gemacht“, sagte Landeshauptmann Günther Platter beim Festakt in der Hofburg in Innsbruck: „Ohne diesen Einsatz würde unser Tirol anders dastehen – nicht so zukunftsorientiert, nicht so leistungsfähig, nicht so reichhaltig und nicht so kreativ. Ich danke Ihnen!“ Auch der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher dankte den bei dieser grenzüberschreitenden Veranstaltung ausgezeichneten fünf Frauen und sieben Männern: „Ihr Engagement für das Gemeinwohl, für die Kultur und Tradition sowie Ihr stetiger Einsatz für unsere vereinenden Werte und Ihre aktive Hilfeleistung für die Schwächeren unserer Gesellschaft schaffen Gemeinschaftssinn und gelten vor allem als Beispiel für uns alle. Die Verleihung der Ehrenzeichen des Landes Tirol am 20. Februar ist auch ein willkommener Anlass, daran zu erinnern, dass wir in einer Region leben, wo das Ehrenamt in allen Bereichen groß geschrieben wird. Dieses Ehrenamt ist unverzichtbar und unbezahlbar. Es versinnbildlicht wie kaum etwas anderes die Seele unseres Landes.“


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Turn Your Radio On Radio Maria: Eröffnung des neuen Studios im Leuthaus in Innsbruck/Wilten. „Turn Your Radio On“ von Ray Stevens war der Kerngedanke von Bischof Hermann Glettlers Predigt bei der Eröffnung des neuen Studios von Radio Maria. Das Leuthaus des Stiftes Wilten in Innsbruck ist die neue Heimat des Radiosenders. Am Samstag, 23. März, lud das Redaktionsteam zum Eröffnungsfest. Auf der Suche nach einem neuen Redaktionsbüro wurde Radio Maria beim Stift Wilten fündig. Das Radiostudio des christlichen Senders ist vor kurzem in das Leuthaus des Stiftes in Innsbruck-Wilten übersiedelt. Nach einem Gottesdienst mit Bischof Hermann Glettler und Abt Raimund Schreier in der Basilika in Wilten wurden die neuen Räumlichkeiten gesegnet. Radio Maria ist in Österreich mit Studios in Wien, Amstetten, Salzburg und Innsbruck vertreten. In Innsbruck arbeitet ein Team aus zwei hauptamtlichen und rund zehn ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Programm von Radio

Maria. Unter der Hauptfrequenz 91,1 kann man den Radiosender hören. Ein Stream ist verfügbar auf der Homepage: www.radiomaria.at.

V. l.: Christian Schmid, Bischof Hermann Glettler, Veronika Schonger, Abt Raimund Schreier, Antonia Kollmann und Barbara Ruml

Trau dich, es ist dein Leben Buchpräsentation und Lesung von Sr. Melanie Wolfers im Norbertisaal Warum scheuen wir uns, Entscheidungen zu treffen? Warum sind wir so zögerlich oder gar ängstlich und tun uns so schwer, etwas zu wagen? Sr. Melanie Wolfers beschreibt das Lebensgefühl vieler Menschen in ihrem aktuellen Buch „Trau dich, es ist dein Leben. Die Kunst mutig zu sein.“ in etwa so: „Ich habe es eigentlich satt, immer nur vorsichtig, quasi unter Vorbehalt zu leben. Ängstlich, einen Fehler zu machen. Mich lieber anzupassen, statt anzuecken. Ich will mutig leben! Aus ganzem Herzen.“ Die Autorin und Vortragende Sr. Melanie Wolfers SDS schafft durch ihre Bücher und Veranstaltungen „Räume der Nachdenklichkeit“. Stift Wilten Aktuell

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Ruft an - Ruft auf! Am 30. März kamen Gläubige der Stiftspfarreien zum Stationsgottesdienst.

Bußprozession durch den Kreuzgang

Stationsgottesdienst in der Stiftskirche

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Stift Wilten Aktuell

Im Zentrum der Heiligen Messe stand das Gebet um Ordenschristen- und Priesterberufungen. Am Beginn der Feier zogen die Gläubigen in einer Bußprozession durch den Kreuzgang des Stiftes, wo sie die Litanei vom barmherzigen Gott beteten. „GRANDIOS ist dieser Tag, noch dazu bei so strahlendem Wetter, an dem wir als Stiftspfarreien zusammenkommen, um unser großes Anliegen gemeinsam vor den gran Dios, den großen Gott zu tragen“, begrüßte Abt Raimund die Anwesenden am Beginn seiner Predigt. „Liebe Mitchristen! Gott hat uns gerufen, aufgerufen, und er ruft uns jeden Tag. Jetzt liegt es an uns: 1) Deshalb rufen wir ihn an, den gran Dios, den Großen Gott im Gebet und ant-

worten wie Samuel: Hier bin ich. Rede, Herr, dein Diener hört! 2) Haben wir mehr Mut und Courage, die Mitmenschen aufzurufen, diesen Weg zu gehen, vom dem wir überzeugt sind, dass er unserem Leben Halt gibt, Orientierung, Kraft und Hoffnung. Ruft an und ruft auf! So sei es!“ Sängerinnen und Sänger aus den Stiftspfarren sangen unter der Leitung von Stiftskapellmeister Norbert Matsch Lieder nach Sätzen von Leopold Friedl, Norbert Matsch und Johann Hermann Schein. Begleitet wurde der Chor vom Bläserensemble der Capella Wilthinensis. Organist Michael Anderl spielte an der Festorgel Werke von Dietrich Buxtehude.

Musikerinnen und Musiker aus den Stiftspfarren in der Stiftskirche

Nach dem Gottesdienst nutzten die Menschen am Stiftsplatz bei frühlingshaften Temperaturen die Gelegenheit zum pfarrübergreifenden Austausch.


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Klosterladen Stift Wilten

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Öffnungszeiten

Montag - Freitag: 8:00 -12:00 und 14:00 -18:00 Uhr Samstag: 8:00 -12:00 Uhr Pforte und Klosterladen Stift Wilten Klostergasse 7 • A-6020 Innsbruck Telefon: +43 512 583048 • e-mail: pforte@stift-wilten.at

www.stift-wilten.at Stift Wilten Aktuell

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Gottesdienste und Termine 18. April Gründonnerstag 19.00 Uhr Messe vom Letzten Abendmahl mit Fußwaschung in der Basilika Joseph Messner (1893 Schwaz-1969)

21. April 10.30 Uhr

Ostersonntag Pontifikalamt in der Stiftskirche

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

„Osterszene“ aus: Messiah HWV 56

aus: Messe in G

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Kyrie und Gloria

„Sanctus“ BWV 237

Kurt Estermann (*1960 Innsbruck) „Hoc corpus“

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

Norbert Matsch (*1969) „Ubi caritas“

Fuge G-Dur BWV 577

Gesänge im Gregorianischen Choral

Capella Wilthinensis

Orgelwerke von Michael Anderl (*1980)

Introductio ad Introitum „Nos autem gloriari oportet“

Capella und Schola Gregoriana Wilthinensis

18.00 Uhr Feierliche Ostervesper mit Taufwasserritus in der Stiftskirche Giovanni Paolo Colonna (1637-1695)

aus Psalmi ad Vesperas, Opus Duodecimus:

– „Dixit Dominus“

– „Magnificat“

Tomás Luis de Victoria (1548-1611)

19.00 Uhr Feier vom Leiden und Sterben Christi in der Stiftskirche Franz Danksagmüller (*1969)

„Vidi aquam“

Alle Gesänge alternierend mit dem Konvent

Musik für zwei Orgeln

Passio

Capella Wilthinensis

Peter Planyavsky (*1947)

Improperien

19. April 07.00 Uhr

Karfreitag Trauermette in der Stiftskirche

Capella Wilthinensis

20. April 07.00 Uhr

Karsamstag Trauermette in der Stiftskirche

10.00 Uhr

Anbetung der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem in der Basilika

Gesänge im Gregorianischen Choral

Schola Gregoriana Wilthinensis

Osternacht 20.30 Uhr Osternachtsliturgie in der Basilika

Gesänge für Kantor, Schola, Gemeinde,

Bläser und Orgel

Puellae Wilthinenses und Bläser der Capella Wilthinensis

22. April Ostermontag 10.30 Uhr Hochamt in der Stiftskirche Capella Wilthinensis Gottesdienstordnung Hl. Messe in der Stiftskirche 19.00 Uhr Sonntag 06.30 Uhr Montag, Dienstag, Donnerstag 07.30 Uhr Freitag, Samstag Hl. Messe in der Basilika 10.30 Uhr Sonntag 19.00 Uhr Mittwoch 19.00 Uhr Samstag Chorgebet in der Stiftskirche Laudes 07.30 Uhr Sonntag 07.00 Uhr Montag bis Freitag 07.30 Uhr Samstag (innerhalb der Hl. Messe) Vesper 18.00 Uhr jeden Tag An einzelnen Sonntagen (Hochfesten) findet die Eucharistiefeier um 10:30 Uhr in der Stiftskirche Wilten statt. Die Abendmesse um 19:00 Uhr wird dann in der Basilika gefeiert.

Das Jahresprogramm 2019 der Musica Sacra Wilthinensis ist in gedruckter Form und auf der Stift-Wilten-homepage verfügbar.

Profile for Reinhold Sigl

Stift Wilten Aktuell - Ostern 2019  

Die Zeitschrift für Mitbrüder und Freunde des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten.

Stift Wilten Aktuell - Ostern 2019  

Die Zeitschrift für Mitbrüder und Freunde des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten.

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