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Schweizer Das aktuelle Monatsmagazin f체r den J채ger Nr. 5 Mai 2010 95. Jahrgang Fr. 9.80 (inkl. MWST) ISSN 0036-8016

Welche Munition f체rs Rehwild? 24 Keiler in der Fussg채ngerzone 42 Wie tickt die biologische Uhr? 48

Interview: Jachen Wehrli Neu bei Swarovski Optik 16

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IMPRESSUM

ISSN 0036-8016

Publikationsorgan für JagdSchweiz Geschäftsstelle: PF 2, 7605 Stampa www.jagdschweiz.org Schweizerischer Patentjäger- und Wildschutzverband SPW

Sekretariat:

Editorial

Bernstrasse 65, 3175 Flamatt www.spw.ch Schweizerischer Laufhundclub Schweizer Niederlaufhund- und Dachsbracken-Club Schweiz. Club für Deutsche Jagdterrier Der Grüne Bruch Jagdgruppe Schweiz. Foxterrier-Club Schweiz. Klub für Österr. Bracken Schweiz. Falkner-Vereinigung Förderverein Magyar Vizsla Organisation SPW-Vorstand Präsident Tarzisius Caviezel Mattastrasse 48, 7270 Davos Platz Telefon 081 413 22 56 Fax 081 413 22 57 t.caviezel@burkhalter.ch Finanzen Stefan Frischknecht, Vizepräsident Dürrhalde 24, 9107 Urnäsch Telefon P 071 364 23 31 Telefon G 071 364 16 25 frischknecht4@bluewin.ch Sekretariat Philippe Voler y Betreuung (Präsident) der SPWStiftung Naturland Bernstrasse 65, 3175 Flamatt Telefon P 031 741 36 40 Mobile 079 322 12 90 phvoler y@hispeed.ch Redaktion Kur t Gansner, Parschientsch 528 7212 Seewis Dorf Telefon P 081 325 22 02 Mobile 079 236 73 55 redaktion@schweizerjaeger.ch Konzept und Gestaltung: Rolf E. Jeker, Vreni Füchslin Druck, Verlag, Adressänderungen und Abonnement-Bestellungen Kürzi AG, PF 261 8840 Einsiedeln PC-Konto 80-16768-7 Telefon 055 418 43 43 Fax 055 418 43 44 www.schweizerjaeger.ch kontakt@schweizerjaeger.ch Abonnementspreis (erscheint 12x jährlich) Fr. 98.– jährlich (inkl. 2,4% MwSt) Fr. 116.– Jahres-Abonnement für Ausland Einzelpreis Fr. 9.80 (inkl. 2,4% MwSt) Anzeigenverkauf RG-Annoncen GmbH, Nicole Gyr Postfach 1121, 5401 Baden Telefon 056 221 88 12 Fax 056 221 84 34 info@rgannoncen.ch

Politisches Machtgerangel Was sich in diesem Frühjahr bei unseren Nachbarn im Bundesland Bayern ereignete, dürfte manchem Grünrock die Zornesröte ins Gesicht treiben. Ein «geheimes» Papier einer hochrangigen Arbeitsgruppe aus Ministerialen, Förstern und Wissenschaftlern, das im Jahre 2008 ausgearbeitet wurde und jetzt ungewollt in die Öffentlichkeit gelangte, erhitzt die Gemüter. Uneinsichtig und zu konservativ seien die Jäger, ja sogar von jagdlichem Filz wird ganz offiziell darin gesprochen. Und das alles kam zustande ohne Beteiligung der Jagdvertreter im bayerischen Landwirtschafts- und Forstministerium. Der Landwirtschaftsminister Helmut Brunner verkündete darauf Mitte März in einem Schreiben an die BJV-Kreisgruppen: «Von den darin getroffenen, völlig überzogenen Formulierungen zur Jagd und zum Bayerischen Jagdverband distanziere ich mich in aller Deutlichkeit.» Die Affäre forderte keine Köpfe und es dürfte sich eher um ein rein politisches Machtgerangel von Politikern gehandelt haben. Mindestens so sehen es unabhängige Beobachter. Dass eine solch unglückliche Situation überhaupt erst zu Stande kommt, bedarf es vor allem Einem – fehlender Kommunikation gewürzt mit politischer Kurzsicht. Zurück bleibt ein Scherbenhaufen, der nicht so einfach zu beseitigen ist und vor allem wurden dabei wieder alte Gräben zwischen Forst und Jagd aufgerissen. Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, auf dem politischen Parkett mit dabei zu sein. Mit unserer Dachorganisation JagdSchweiz besitzen wir ein entsprechendes Instrument, um unsere Anliegen zu deponieren und Gewicht zu verleihen. JagdSchweiz hat in der Vergangenheit die Wegrichtung aufgezeigt und Schwerpunkte gesetzt: die weitsichtige Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz (IGS) gegen die Waffenschutzinitiative oder das Thema der nachhaltigen Nutzung – auch bezüglich des Grossraubwildes – anlässlich der Ausstellung «Fischen Jagen Schiessen» in Bern. Nun gilt es, das Aufgegleiste in Zusammenarbeit mit den kantonalen Verbänden umzusetzen und sich auch neu auftretenden Herausforderungen zu stellen. Dem in Zuoz neu gewählten Vorstand wird die Arbeit also nicht ausgehen und wir wünschen ihm viel Erfolg dabei.

Mit Weidmannsgruss

Kurt Gansner

Titelbild: Die Reviere sind vergeben Foto: Michael Breuer

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Monatsthema Heimvorteil 2. Teil Die Wildforschung liefert spannende Fakten und Erklärungen zum Territorialverhalten des Rehwildes. Wildbiologin und Rehwildexpertin Gundula Thor berichtet über eigene Resultate und Erkenntnisse von Kollegen.

Lebensraum Die Phänomene des chronometrierten Lebens Die innere biologische Uhr tickt. Draussen in der Natur begegnet der Jäger ihr auf Schritt und Tritt, ja er spürt sie sogar an sich selber.

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Unterwegs Ein Keiler in der Fussgängerzone

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Ein spannender Ausflug nach München – kommen Sie mit!

INHALT Jagd & Wild Monatsthema Wildkunde Testen Sie Ihr Wissen

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Waffen & Ausrüstung Ausrüstung Welche Munition für Rehwild? Zu Beginn der Bockjagd stellen sich viele Jäger immer wieder dieselbe Frage: welche Munition ist wohl am besten geeignet für die Rehwildjagd? Peter Pulver hat den Überblick.

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Interview Patronen für die Bockjagd IWA-Neuheiten 2010 Neuheiten für den Jäger Jägermarkt

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Jäger & Hund Ortungsgerät Berichte

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Jagdspektrum Veranstaltungen Satire Blattschuss Unterwegs Lebensraum Jagdschiessen Fehlschuss Jagdgeschichten Jägersprache Bund und Kantone Literatur Sonne, Mond, Solunar Wettbewerb

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Vorschau 6/2010 s Hege-Konzept im Kanton Graubünden s Rekord der Wildtiere Schweizer Jäger 5/2010

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Monatsthema Wer errichtet beim Rehwild wann ein Territorium? Was ist der Unterschied zum Streifgebiet? Sind nur die Böcke territorial oder auch die Geissen? Was hat der Inhaber eines Territoriums davon? Und welchen Nutzen bringt das Territorialverhalten dem Rehwildbestand? Die Wildforschung liefert Fakten und Erklärungen. Wildbiologin und Rehwildexpertin Gundula Thor berichtet über eigene Resultate und über Erkenntnisse von Kollegen. Den ersten Teil des Beitrags finden Sie in der Aprilausgabe (Nr. 4, 2010) des «Schweizer Jäger». 6

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HEIMVORTEIL

Teil 2

Foto: Michael Breuer

Von Gundula Thor Wollen wir die wichtigsten Punkte aus Teil 1 des Beitrags noch einmal kurz rekapitulieren: Rehböcke errichten Territorien, indem sie deren Grenzen markieren und gegen Geschlechtsgenossen verteidigen. Die Markieraktivität beginnt Mitte bis Ende Februar, erreicht Ende April / Anfang Mai einen ersten Höhepunkt und dann im Juli einen zweiten. Die Bockterritorien bleiben also

vom Vorfrühling bis nach der Blattzeit bestehen. Ihre Grösse liegt etwa zwischen fünf und 50 Hektar. Sie befinden sich innerhalb der Sommerstreifgebiete der Böcke, meist in den Kernzonen. Die Grösse der Streifgebiete und Territorien hängt von der Rehwilddichte ab. Geissen sind nicht territorial. Ihre Streifgebiete können sich sehr stark überschneiden, und zwar nicht nur mit den Wohngebieten anderer Geissen, sondern auch mit denjenigen verschiede-

ner Böcke gleichzeitig. Der Einzelgänger Rehwild geht seinen Artgenossen auf den Schnittflächen gegebenenfalls zeitlich versetzt aus dem Weg. Feldrehe sind dagegen ein ganz anderes Phänomen; sie haben ihr ursprüngliches Verhalten sehr stark geändert und befinden sich womöglich genetisch auf dem Weg zu einer eigenen Unterart. In der Regel kann sich ein Rehbock in seinem dritten Lenz ein exklusives Revier sichern, wobei nicht selten bereits Zweijährige Schweizer Jäger 5/2010

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Sinn und Zweck der Territorien Territorialität ist ein Paarungssystem, das bei den Hirschartigen (Cerviden) sehr selten ist. Über den Zweck von Bockterritorien gab und gibt es verschiedene Theorien. Wir wollen uns die wichtigsten einmal ansehen und diskutieren. Früher nahm man mehrheitlich an, dass die Territorialität beim Rehwild vor allem dazu diene, die Dichte der Populationen zu regulieren. Die Hypothese lautete: Bei hoher Bestandsdichte entstehe durch die Territorialität ein starker sozialer Druck, der die Abwanderung eines Teils der Rehe erzwinge. Dadurch werde der Bestand ausgedünnt und eine

Foto: Gundula Thor

Übernutzung der Vegetation vermieden. Stimmt das? Meine Radiotelemetriedaten auf der Schwäbischen Alb zeigten, dass Rehe unter Umständen ganz erstaunlich eng zusammenrücken und mit geringen Flächen auskommen können. (Siehe auch Teil 1 des Beitrags.) Die Streifgebiete der männlichen und weiblichen Rehe waren dort (im Unterschied zu verschiedenen anderen Untersuchungsgebieten) mit nur rund fünf bis fünfzehn Hektar vergleichsweise sehr klein. Bei Zähltreiben konnten bis zu 80 Stück Rehwild auf 100 Hektar Wald registriert werden – in freier Wildbahn, ungezäunt. Es kann also keine Rede davon sein, dass die Territorialität der Rehböcke dort über einen starken sozialen Druck zu verstärkter Abwanderung mit der Folge einer mittleren oder niedrigen Bestandsdichte geführt hätte. Die Theorie der Bestandsausdünnung zur Schonung der Äsungsgrundlagen müsste ausserdem für einen Rehwildgesamtbestand gelten, also für beide Geschlechter. Und hierin offenbart sich gleich ihr grösster Schwachpunkt: Warum sind dann nicht auch oder gerade die Rehgeissen territorial? Denn das weibliche Wild ist ja der eigentliche Zuwachsträger innerhalb ei-

Markierte Rehe wie dieser Rehbock mit der Lauschermarke Nr. 135 aus dem Bayerischen Wald sind eindeutig identifizierbar und liefern wichtige Erkenntnisse für die Wildforschung.

Die Abwanderung birgt auch Gefahren und fordert beim Rehwild vor allem im Strassenverkehr Opfer.

Foto: Rolf Giger

Monatsthema

und als Ausnahme auch der ein oder andere starke Jährling territorial sein können. Gerade die stärkeren unter den Jungspunden werden von den territorialen Böcken konsequent vertrieben, während schwächere eher geduldet werden. Die Abwanderungsrate ist bei den starken Jährlingen am höchsten, weshalb für sie die grösste Gefahr besteht, dem Strassenverkehr zum Opfer zu fallen. Trotz einigermassen ausgeprägter Standorttreue – auch hinsichtlich der Bockterritorien – ist Rehwild insgesamt doch etwas mobiler, als man lange Zeit glaubte.

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ner Population; und es sind die Geissen, die durch die Trächtigkeit und Laktation einen weit höheren Energiebedarf haben als die Böcke. Das wohl schlagkräftigste Argument gegen die Bestandsausdünnung als Zweck der Bockterritorien ist genau die Tatsache, dass eben nicht nur männliches Rehwild, sondern auch Schmalrehe und Geissen abwandern – und das völlig ohne Territorialität beim weiblichen Geschlecht. Zwar ist die Abwanderungsrate, wie bereits im ersten Teil des Beitrags und eingangs in der Zusammenfassung erwähnt, bei starken Jährlingen summa summarum am höchsten, was für einen gewissen Einfluss der Attacken durch territoriale Böcke spricht. Dies kann aber nicht die Abwanderung beim weiblichen Rehwild erklären, das keinen territorial bedingten Angriffen von Artgenossen ausgesetzt ist. Es reichen ganz offensichtlich das Abgeschlagenwerden durch die Muttergeiss und der Verbreitungsinstinkt (eine Art innerer Wandertrieb) dafür aus, dass sich jüngere Rehe beiderlei Geschlechts auf die Schalen machen, um die Welt zu erkunden. Der englische Fachbegriff dafür lautet «dispersal». Dies dient der Ausbreitung einer Art, fördert die genetische Durchmischung und wirkt der Inzucht entgegen. Man findet es bei sehr vielen, wenn nicht sogar den meisten Wildtierarten in der ein oder anderen Weise, in der Tat häufig ohne jede Form der Territorialität.


Foto: Michael Breuer

Vererber und Familienvater? Ganz Schlaue haben daraufhin die Strategie der Rehböcke mit dem englischen Fachbegriff «resource defense polygyny» bezeichnet. Was im Englischen auch schon reichlich kompliziert klingt, wird bei der Übersetzung ins Deutsche vollends holprig und umständlich: «Vielweiberei mit gleichzeitiger Verteidigung von Äsungsquellen». Hmmm… Was ist dann aber mit der bereits erwähnten Tatsache, dass das Sommerstreifgebiet einer einzigen Geiss sehr oft mit den Streifgebieten und Territorien mehrerer verschiedener Böcke überlappt? Würde dann ein Bock womöglich unwillentlich und für sich selbst gänzlich unrentabel die Äsung für Nachbars Gattin und deren «Rehkids» verteidigen? Aber selbst wenn eine Geiss nur im Einzugsbereich eines einzigen Bocks leben würde, müssten ihre Kitze trotzdem noch lange nicht von diesem Bock sein. Denn über 40 Prozent der Geissen unternehmen in der Brunft Ausflüge aus ihren Sommerstreifgebieten zu Böcken, die bis zu einem Kilome-

Bei der Vererbung zählen die inneren Werte oft mehr als die äusseren. Der geringe Gablerbock, der sich erfolgreich durchgewurstelt hat, kann für seine Nachkommen und den Fortbestand der Art wichtiger sein als der nicht so schlaue kapitale «Revierinhaber». ter oder noch weiter entfernt stehen, wie mein Kollege John Linnell aus Norwegen nachweisen konnte (siehe auch «Schweizer Jäger» Nr. 9, September 2007). Während wir also den starken Sechser bei uns im Revier als vermeintlich guten Vererber schonen, sind die Kitze der Geiss, die wir in seiner Nähe beobachten, womöglich vom Knopfer aus Nachbars Revier. Was nicht schlecht sein muss. Denn einerseits sind nur Elemente der Form (Lyra, Korb, parallel etc.) des Gehörns beim Rehbock vererbbar, also genetisch fixiert. Die Gehörnstärke (Endenzahl, Höhe, Umfang, Volumen) dagegen unterliegt der so genannten «modifikatorischen Variabilität». Sie ist ausschliesslich abhängig von äusseren Lebensbedingungen wie zum Beispiel Grundgestein, Böden, Mineralstoffen, Vegetation, Verfügbarkeit von Äsung, Rehwilddichte etc. Die Trophäenstärke kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen und muss nicht einmal mit der momentanen körperlichen Verfassung eines Bocks übereinstimmen. Einige Beispiele: Der stärkste Bock, den ich je gefangen und mit einem Sender markiert habe, brachte ein Lebendgewicht von 32,6 Kilogramm auf die Waage, war körperlich in blendender Verfassung und der territoriale Herrscher im Herzen eines meiner Rehwildforschungsgebiete. Er war als Kitz markiert worden und es gelangen mir jährlich regelmässig ein bis zwei Wiederfänge von ihm, bis er sechs Jah-

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Als nächstes wurde die Interpretation favorisiert, dass ein Bock ein attraktives Territorium etabliert, um dort eine Geiss zu halten (zu binden) und für seinen eigenen Nachwuchs ein Gebiet mit guter Äsungsgrundlage zu verteidigen. Aber das ist gleich aus mehreren Gründen nicht stichhaltig. Zum Beispiel sind Böcke nicht monogam. Der territoriale Bock wird also den Teufel tun und wegen der mutmasslichen Mutter (Mütter?) seiner Kinder irgendwelche anderen weiblichen Rehe als potenzielle Äsungskonkurrentinnen aus seinem Revier vertreiben.

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Raffiniert Wenn nicht die Ausdünnung des Bestands, das Binden einer Geiss oder die Verteidigung von Äsung als Triebfeder der Natur für die Entwicklung der Territorialität bei den Rehböcken infrage kommen, was dann? Betrachten wir einmal meine Sommerdaten von Senderrehen aus dem Bayerischen Wald. Fast 1000 Ortungen von Senderrehen kombiniert mit einer 50 mal 50 Meter genauen Feinkartierung des Unterwuchses auf über 600 Hektar Fläche innerhalb der Sommerstreifgebiete von Böcken und Geissen ergaben unter anderem Folgendes: Obwohl es sich um einen günstigen Sommerlebensraum handelte, war die Rehwilddichte in diesem bewaldeten Mittelgebirge im Vergleich zu anderen Untersuchungsgebieten relativ niedrig. Sie betrug etwa acht bis zehn Rehe auf 100 Hektar Wald. Dementsprechend waren die Sommerstreifgebiete meiner Senderrehe mit durchschnittlich fast 45 Hektar ziemlich gross (siehe auch Teil 1 des Beitrags). Die Sommerstreifgebiete der Sen-

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Foto: Michael Breuer

Monatsthema

re alt und das Forschungsprojekt beendet war. Er hatte niemals besonders stark auf. Sein Bruder, der ebenfalls einen Sender angelegt bekam, war körperlich weit weniger stark, trug jedoch ein kapitales Gehörn. Ein gehörnmässig sehr starker, wie es gemeinhin heisst «gut veranlagter» Jährling wiederum war beim Wiederfang im Folgejahr nur ein schwacher Gabler und wurde auch als adulter Bock nie etwas Besonderes. Und ausserdem ist es beim Rehbock wie überall: Bei der Vererbung zählen die inneren Werte oft mehr als die äusseren. Der gewiefte Knopfer, der sich erfolgreich durchgewurstelt hat, kann für seine Nachkommen und den Fortbestand der Art wichtiger sein als der womöglich nicht so schlaue Kapitale. Wie auch immer: Der Rehbock ist kein treu sorgender Familienvater, der ein Heim für Frau und Kinder schaffen und ihre Ernährung sichern würde.

Der Rehbock ist kein treu sorgender Familienvater und schon gar nicht monogam.

derböcke hatten Anteil sowohl an guten als auch an schlechteren Äsungsflächen. Modellhaft kann man sich das etwa folgendermassen vorstellen: Sie lagen eher vertikal ausgerichtet schön nebeneinander entlang eines Gradienten der Äsungsqualität. Dieser Gradient begann in den oberen Mittelgebirgsbereichen mit Bergfichtenwald (grasreicher Unterwuchs, geringe Äsungsqualität für Rehwild), ging über in die Hanglagen mit Bergmischwald (Unterwuchs mit viel Kräutern, Zwergsträuchern und Sträuchern, hohe Äsungsqualität) und endete im Aufichtenwald der Tallagen (viel Moose und Farne, geringe Äsungsqualität). Diese guten und schlechten Ressourcen hatten sich die Böcke durch ihre Territorialität getreulich untereinander aufgeteilt. Wobei anzumerken ist, dass sich ältere, sehr dominante Böcke schon mal ein Gebiet mit besonders guter Äsung sichern können, dann

aber meist auch nur eine entsprechend kleinere Fläche für ihr Territorium beanspruchen. Auf jeden Fall wird damit verhindert, dass sich alle Böcke nur im gemütlichsten und äsungsreichsten Eck des Lebensraums einstellen, sich dort gegenseitig auf die Schalen treten und den Geissen zu viel Hochwertiges wegäsen. Daher könnte die Territorialität der Rehböcke, zwar, wie wir gesehen haben, nicht zu einer Bestandsreduzierung, wohl aber zu einer gleichmässigeren Verteilung der Böcke innerhalb eines gegebenen Lebensraums führen – unabhängig davon, ob die Rehwilddichte hoch oder niedrig ist. Meine Sendergeissen hingegen legten ihre Sommerstreifgebiete mehrheitlich eher horizontal in den mittleren Bereich des Untersuchungsgebiets, den äsungsreichen Bergmischwald, und liessen sie munter überlappen. Die Fläche war bei Böcken und Geissen in etwa gleich. Aber: In den Som-

Unterwuchs in Sommerstreifgebieten von Rehgeissen und Rehböcken Ergebnisse aus Geissen dem Bayerischen Wald: Die Som24% 29% merstreifgebiete der Rehgeissen enthalten mit rund 65% hoch12% signifikant mehr 17% Unterwuchs von guter Äsungsqua3% 15% lität als diejenigen der Böcke mit rund 42%. Hochwertige Äsung krautreich (Quelle: G. Thor) Strauchschicht, niedrig Strauchschicht, hoch

Böcke

21% 9%

12% 13% 2% 43% Schlechte oder keine Äsung grasreich farnreich kein Unterwuchs (z.B. in Dickungen)


merstreifgebieten der Geissen fand sich mit rund 65 Prozent hochsigniďŹ kant mehr Unterwuchs von hochwertiger Ă„sungsqualität als bei den BĂścken, die davon nur knapp Ăźber 40 Prozent besassen. RafďŹ niert! (HĂśre ich da ein ÂŤWie im richtigen LebenÂť?) Durch dieses nicht-territoriale System kĂśnnen die Geissen sich ganz zwanglos mehr gute Ă„sung einverleiben, ohne dafĂźr weiter umherziehen zu mĂźssen und grĂśssere Streifgebiete zu benĂśtigen. Auf diese Weise kann der hĂśhere Energiebedarf gedeckt werden, der fĂźr die beschlagenen und säugenden Geissen entsteht. Die Rehdamen kĂśnnen also offensichtlich ganz gut fĂźr sich selbst sorgen. (Siehe Abb. Kuchendiagramme.) My home is my castle Es gibt aber auch noch einen anderen wichtigen Nutzeffekt von Bockterritorien: Als taktisches Mittel fĂźr die Brunft. Aber warum werden sie dann schon etwa vier Monate vor der Brunft etabliert? Und warum wird einiger Aufwand darauf verwendet, sie zu markieren und zu verteidigen, bevor sie wirklich gebraucht werden? Der tatsächliche Aufwand fĂźr die BĂścke ist in Wirklichkeit gar nicht so gross. RehbĂścke wenden nicht mehr als fĂźnf Prozent ihrer Aktivitätszeit fĂźr die territoriale Grenzsicherung auf, wie mein Kollege John Linnell herausfand. Es kĂśnnte sich jedoch um eine Art Wettlauf oder ÂŤRĂźstungsspiraleÂť zwischen den BĂścken handeln. Derjenige Bock, der mĂśglichst zeitig im Jahr ein Territorium besetzt, ist im Vorteil. Er hat lange genug Zeit, seine Qualitäten als Souverän unter Beweis zu stellen, Ă  la ÂŤDer frĂźhe Vogel fängt den WurmÂť. Frei nach diesem Motto wurde ja beim Rehwild im Laufe der Evolution schon einmal verfahren: Mit der ErďŹ ndung der Keimruhe wurde die Rehbrunft aus dem Spätherbst oder Winter (wie bei anderem Schalenwild Ăźblich) in den Hochsommer ÂŤvorverlegtÂť. So sind die Rehe mit der Paarung unter angenehmen Witterungsbedingungen frĂźher dran als andere Paarhufer, und trotzdem werden die Kitze erst im folgenden FrĂźhjahr und unter gĂźnstigen Aufzuchtbedingungen gesetzt. Nach monatelanger, grĂźndlicher Vorarbeit kann der Inhaber eines Territoriums jedenfalls in der Brunft endlich die FrĂźchte seiner BemĂźhungen

geniessen. Er kann die aufreibenden und mĂśglicherweise verletzungsriskanten Brunftkämpfe mit Rivalen auf ein Minimum reduzieren. Und er hat einen gewaltigen Heimvorteil: Sollten Brunftkämpfe dennoch einmal unvermeidlich sein, geht der Inhaber des Territoriums gegenĂźber seinem Herausforderer in Ăźber 97 Prozent der Fälle als Sieger hervor. Und selbst wenn er dem Kontrahenten unterliegen sollte, muss er deshalb keine Gebiete abtreten oder Grenzen neu ziehen. (Linnell, ÂŤSchweizer JägerÂť 9/2007). FĂźr die Geissen wiederum ist einerseits das Angebot an Kandidaten gut Ăźber den Lebensraum verteilt. Und andererseits kĂśnnen sie sich, nachdem sie ÂŤden RichtigenÂť gefunden haben, sorglos und unbeschwert ihrem Bock und dem Brunftritual hingeben, denn es ďŹ ndet auf sicherem Terrain statt. Um die wichtigsten Aspekte der Territorialität bei RehbĂścken noch einmal in einem Bild zusammenzufassen: Die Schrebergartenanlage wird unter den Bewerbern gleichmässig aufgeteilt. Jede Parzelle bekommt einen bestimmten Anteil an sonnigen und schattigen Flächen. Die Grenzen zwischen den Parzellen werden mit Jägerzaun gesichert. Und dann werden lauschige Liebeslauben errichtet. â– 

  





               

 Zur Autorin

Dipl.-Biol. GundulaThor ist Wildbiologin und Journalistin. Sie hat an der Universität MĂźnchen Zoologie, Ă–kologie und Wildbiologie studiert. Ăœber zehn Jahre lang leitete sie Rehwildforschungsprojekte in freier Wildbahn SĂźddeutschlands und arbeitet seit 1997 als Redakteurin und freiberuiche Journalistin.Von Kindesbeinen an hat sie ihren Vater, der Forstamtsleiter in einem Rotwildgebiet in Bayern war, mit grosser Begeisterung auf der Jagd begleitet. Seit mehr als 20 Jahren geht sie selbst auf die Jagd und ist passionierte HundefĂźhrerin und ZĂźchterin von Deutsch-Langhaar. Sie schreibt in der Schweiz exklusiv fĂźr den ÂŤSchweizer JägerÂť.

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Veranstaltungen

Veranstaltungen Ausstellungen Ausflüge 8. Mai ab 14.00 Uhr: Öffentlicher Taminataler Jägerabend in der Turnhalle Vättis (siehe auch Seite 13) 15. Mai Start der diesjährigen Roadshow in Göttingen www.dieroadshow.de (siehe auch Seite 33) 22. Mai Generalversammlung Gesellschaft Schweizer Museum für Wild und Jagd 10.00 Uhr auf Schloss Landshut in Utzenstorf 23./24. Mai 2. Internationales Falknerfestival in der Freizeitwelt Hochrhein Bad Säckingen (siehe auch Seite 13) 29./30. Mai JagdSchaffhausen: Tag der Biodiversität Anlässlich «100 Jahre Forstverein Schaffhausen» Werkhof/Forstareal beim Engeweiher in Schaffhausen (siehe auch Seite 13)

29. Mai Hegetag der Diana Leuk Hegetag der Jägerinnen, Jäger und Jungjäger der Diana Leuk, organisiert in der Region des Bezirkes Leuk durch die Ortsgruppe Varen-Leukerbad mit gemeinsamem Mittagessen und musikalischer Umrahmung durch die Jagdhornbläser Pfynwald Kontakt: Adrian Zumstein, Tel. +41 79 302 35 62 2.–4. Juni Die Einarbeitung des Gebrauchshundes zur Nachsuche mit dem Fährtenschuh 3-Tages-Kurs mit HansJoachim Borngräber im Zentrum Wald in Maienfeld 5. Juni Jagen und Nachsuchen Vortragsseminar im Auditorium St. Luzisteig (siehe auch Seite 36) 7.–8. Juni Techniken der Nachsuche Kurs mit Hans-Joachim Borngräber im Zentrum Wald in Maienfeld

3. Juli Fortbildungsseminar «Treffpunkt Jagd: Wie führe ich eine Informationsveranstaltung durch?» St. Gallischer Jägerverein Hubertus; Schiessanlage Erlenholz, Wittenbach; ab 08.00 Uhr 9.–10. Oktober 18. Europameisterschaft der Laufhunde in Martigny Schweizer Museum für Wild und Jagd Schloss Landshut 3427 Utzenstorf BE Saison 2010: 9. Mai bis 17. Oktober Sonderausstellung 2010: «Mit Grossraubtieren leben – Herausforderung und Chance» Öffnungszeiten: Di–Sa 14–17 Uhr; Sonntage sowie Auffahrt (13. Mai): 10–17 Uhr; Montags sowie Pfingstmontag (24. Mai), 1. August (Nationalfeiertag) und Eidg. Bettag (19. September) geschlossen

Natur-Museum Luzern Kasernenplatz 6, 6003 Luzern 041 228 54 11 Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr, Mo geschlossen, geöffnet an Feiertagen www.naturmuseum.ch Bündner Naturmuseum Masanserstrasse 31, Chur Telefon 081 257 28 41 Rendez-vous am Mittag jeweils von 12.30–13.30 Uhr: 19. Mai: Knochen – ein ganz besonderes Material; Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Flurin Camenisch, Museumspädagoge. 15. September: Einfach Spitze; Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Flurin Camenisch, Museumspädagoge. Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr Mo geschlossen www.naturmuseum.gr.ch Alpengarten Schynige Platte Öffnungszeiten: täglich 08.30 bis 18.00 Uhr www.alpengarten.ch Schweiz. Nationalpark Zernez Auskunft: Tel. 081 856 83 78 Fax 081 856 17 40 Agenda Natur Aktuelle Zusammenstellung aller Anlässe und Tagesprogramm unter: ww.nationalpark.ch/ veranstaltungskalender Natur- und Tierpark Goldau Parkstrasse 40 Telefon 041 859 06 06 www.tierpark.ch Täglich geöffnet 1. April bis 31. Oktober: Mo– Fr 9–18 Uhr, Sa/So 9–19 Uhr 1. November bis 31.März: täglich 9–17 Uhr Wildpark Peter und Paul Kirchlistrasse 92, St. Gallen Telefon 071 244 51 13 www.wildpark-peterundpaul.ch Der Wildpark ist bei freiem Eintritt 7 Tage in der Woche geöffnet. Hunde sind an der kurzen Leine zu führen!

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8. Mai 2010, ab 14.00 Uhr in der Turnhalle Vättis Ausstellung: s %INHEIMISCHE3CHLANGEN und Reptilien s &ISCHEREIVEREIN3ARGANSERland s "ARTGEIERPROJEKT!USWILderung von Jungvögeln im Calfeisental s 3!#3ARGANSERLAND s i*AGDwNEBENDEN*AGDZEIten Programm s /FlZIELLES0ROGRAMM Begrüssung durch Ferdinand Riederer, Gemeindeammann Gemeinde Pfäfers s i%INHEIMISCHE3CHLAN gen und Reptilien», Vortrag

von Ruedi Wyss (Naturschutzbeauftragter des Kantons Bern). s  4ANZMUSIK !LPENwind, ÂŤWarm-upÂť s  i!USWILDERUNG DES Bartgeiers im CalfeisentalÂť, Vortrag von Guido Ackermann (Amt fĂźr Natur, Jagd und Fischerei Kanton St. Gallen) und Daniel Hegglin (GeschäftsfĂźhrer Stiftung Pro Bartgeier). s 4ANZ 5NTERHALTUNG mit Tanzmusik Alpenwind Nachmittag: WĂźrste vom Grill u.a. Ab 18.00 Uhr: Warme KĂźche, ab 22.00 Uhr: Barbetrieb. Wettbewerb – Attraktive Preise in Verlosung, 22.30 Uhr.

JagdSchaffhausen Tag der Biodiversität Anlässlich 100 Jahre Forstverein Schaffhausen Samstag/Sonntag, 29./30. Mai 2010; Werkhof / Forstareal beim Engeweiher in Schaffhausen. Programm Samstag 13.30 Uhr: ErÜffnung Waldparcours, Festbeiz, Demonstrationen, Ausstellungen: Wildtierpräparate, Fische in Aquarien, Tßchelbohren, Kleintiere im Wasser und Waldboden (Binokulare fßr Kinder), lokale Obstsorten, Info-Stände, Jagdmobil, Jagdhunde-Demo Apportieren, gebackene Leckerbissen aus Wildkräutern. 14.00, 15.00, 16.00, 17.00 Uhr: Parallel je ca. einstßndige Exkursionen zu den Themen Wildkräuter, VÜgel, Käfer und Wanzen. Alle Exkursionen mit Schwerpunkt Wald und Waldrand sowie Exkursion Obstgarten-Anlage. 21.15 Uhr, ab Forsthaus: Fledermaus-Exkursion. Festbeiz bis spätabends.

Programm Sonntag 09.00 Uhr: Gottesdienst 10.00 bis ca. 17 Uhr: Waldparcours, Demonstrationen, Ausstellungen: Wildtierpräparate, Fische in Aquarien, Tßchelbohren, Info-Stände, Jagdmobil, Exkursion Obstgarten-Anlage und Wildkräuter, Festbeiz. Beteiligte Im Rahmen 100 Jahre Forstverein: Forstverein Schaffhausen, Planungs- und Natur-schutzamt, Waldbesitzerverband. Im Rahmen Tag der Biodiversität: JagdSchaffhausen, Kantonaler Fischereiverband, Turdus Vogel- und Naturschutzverein, Pro Natura, WWF, Rheinaubund, Reiten und Gesundheit.

Informationen: Daniel Leu, leu@leupartner.com, Tel. 052 625 69 29 (P+G), Natel 079 322 85 72

30. Mai 11.30 Uhr Hubertusmesse in der Liebfrauenkirche Zßrich Jagdhornbläser SonatES 12. Juni 33. Kantonalbernisches Jagdhornbläsertreffen in Oeschberg/Koppigen 13. Juni 09.45 Uhr Hubertusgottesdienst in der Kirche Saanen Jagdhornbläser SonatES 19./20. Juni EidgenÜssisches Bläserschiessen 2010 in der Jagdschiessanlage KIGRO Grosswangen und im Schloss Wyher Ettiswil Gemeinschaftsanlass mit dem Luzerner Kantonalen Jagdschiessen

26. Juni 1. Internationaler ungarischer Jagdhornbläserwettbewerb auf 2 Austragungsplätzen, in der Fussgängerzone von PĂŠcs/Ungarn Infos und Anmeldung: www.mecsekerdo.hu/?l=d 30. Oktober 17.15 Uhr Jägermesse Besammlung beim Hotel Bad, Schwarzsee Die Jägermesse ďŹ ndet bei trockenem Wetter unter freiem Himmel statt. Sie wird von den Jagdhornbläsern der Diana Sense Oberland umrahmt. 31. Oktober 09.30 Uhr Jägergottesdienst in der reformierten Kirche Vordemwald mit den Jagdhornbläsern Freiwild/Wiggertal

2. Internationales Falknerfestival PďŹ ngstwochenende in der Freizeitwelt Hochrhein in Bad Säckingen Am 23. und 24. Mai 2010 ďŹ ndet bei der Freizeitwelt Hochrhein das 2. Internationale Falknerfestival statt. Bereits im Oktober letzten Jahres hat hier eine Greifvogelugschau das Publikum begeistert. Das Gelände ist ideal fĂźr eine solche Veranstaltung geeignet. DarĂźber hinaus gibt es viele interessante MĂśglichkeiten der Freizeitgestaltung fĂźr Jung und Alt. Im Wildlife-Museum der Erwin-Himmelseher-Stiftung kĂśnnen die Besucher nicht nur Exponate aus fĂźnf Kontinenten besichtigen, hier beďŹ ndet sich auch die grĂśsste Jagdtrophäensammlung Europas. Das Wildlife-Museum ist als Lern-

ort Natur konzipiert und beherbergt auch eine grosse Zahl von Greifvogelpräparaten. In einem modernen Medienraum kÜnnen hier die Besucher ihre Kenntnisse in einem Biofotoquiz testen. Bei den Veranstaltungen werden die Besucher moderne Falknerei hautnah erleben und seltene GreifvÜgel aus nächster Nähe kennen lernen. Im Rahmen der Vorfßhrungen erleben Sie die VÜgel im freien Flug und erfahren Wichtiges und Wissenswertes ßber die Falknerei, die besonderen Eigenschaften der GreifvÜgel und die interessante Zusammenarbeit zwischen Falkner und Vogel. Es ist eine Zusammenarbeit, die auf gegenseitigem Vertrauen aufbaut. Der Vogel macht Schweizer Jäger 5/2010

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Veranstaltungen

Taminataler Jagdhornbläser Jägerabend Vättis Hubertusmessen


Foto: Matthias Münzer

aus freiem Willen mit, so dass die Vorführungen durch seine jeweilige Tagesverfassung und Laune geprägt werden. Das macht jede Vorführung zum besonderen Erlebnis!

aus nächster Nähe bewundert werden. Auch in diesem Jahr ist für die Kinder wieder ein junger Uhu dabei, der auch mal gestreichelt werden darf.

Einzigartig in der Region An beiden Veranstaltungstagen gibt es 4 Flugvorführungen. 14 Falkner mit über 30 Vögeln werden erwartet. Mehr als 30 Vögel sind zu bewundern, von der kleinsten Eule Europas, dem Sperlingskauz mit nur 10 cm Spannweite bis zur grössten Eule der Welt. Wanderfalken, Steppenadler, Königsraufussbussard, Adlerbussard sowie Geier können

Falknerzubehör-Markt Ein grosser Falknerzubehör-Markt, wahrscheinlich der grösste, den es je in Süddeutschland gab, wird eine besondere Attraktion sein. Händler aus ganz Europa präsentieren alles, was das Falknerherz begehrt. Falknertagung Am 23. Mai 2010 findet eine Falknertagung im Jagdzimmer

Rahmenprogramm Eine Jagdhornbläsergruppe begleitet das Falknerfestival, für das leibliche Wohl aller sorgt das Restaurant Taparia in der Freizeitwelt Hochrhein. Für die Kleinen gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm mit Ponyreiten, Juniorfalknerschein, Schiesskino, Kinderschminken usw. Erstmalig findet auch ein Preisausschreiben/Fotowettbewerb statt. Die Gewinner erhalten für die schönsten Fotos einen Preis, die Fotos werden auf unserer Webseite veröffentlicht. Näheres unter www. falknerfestival.de Das internationale Falknerfestival ist das ideale Ziel für Ihren Familienausflug an Pfingsten. Öffnungszeiten: 10.00 bis 18.00 Uhr. Der Falknerzubehör-Markt am 24. Mai ist bis 20 Uhr geöffnet. Hunde müssen ausserhalb des Geländes bleiben. Ein entsprechender Platz dafür ist vorgesehen. Näheres unter www.falknerfestival.de

Börsenklassiker im Doppel brachte frischen Wind

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Schweizer Jäger 5/2010

Ab 2011 mit mehr Uhrenausstellern Die neu vereinte Thematik Waffen und Uhren hat Synergien geweckt und verhalf dem Börsendoppel zu einem inte-

ressanten Besuchermix. Viele Sammler reisten aufgrund beider Anlässe in die Zentralschweiz. Die Produkteauswahl der 21 Aussteller war attraktiv: antike und moder-

Beliebtes Probeschiessen Geübte Könner als auch Einsteiger und Amateurschützen machten rege Gebrauch von den angebotenen Sportschiessständen für Bogenund Armbrustschiessen, Luftgewehrschiessen und Airsoft IPSC. Die immer beliebter werdende Airsoft-Technik sowie ihre Geräte konnten bei einem Parcours, der grosse Sicherheit und Seriosität voraussetzt, erprobt werden. Seltene Waffen und viel Zubehör Einmal mehr waren Tausende von Gästen von der einzigartigen Internationalen Waffen-Sammlerbörse 2010 in Luzern mit Freude erfüllt. Die Auswahl reichte von der antiken bis zur fabrikneuen Feuerwaffe über aktuelle Sport- und Jagdgewehre, Militaria, Zubehör und Bekleidung bis zum dekorativen und mit viel Leidenschaft angefertigten Lederkunsthandwerk. Organisation und Information: ZT Fachmessen AG, www.fachmessen.ch, info@fachmessen.ch

Foto: Kurt Gansner

Mit über 9000 zufriedenen Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt ging in der Messe Luzern die 36. Internationale Waffen-Sammlerbörse erfolgreich zu Ende. Die deutlich grösseren und hellen Platzverhältnisse in neu zwei Hallen, mit der 1. Internationalen Uhren-Börse Luzern als Premiere, verliehen dem diesjährigen Börsenklassiker viel Charme. Die Wirtschaftskrise war laut Ausstellern kaum spürbar. Während am Freitag in erster Linie Händler und Sammler die rund 100 Stände in Beschlag nahmen und ihre Geschäfte tätigten, waren über das Wochenende viele Jäger und Schützen, treue private Kunden und das breite Publikum unterwegs.

ne Armband- und Sackuhren, Spieluhren, Pendulen sowie Uhren- und Feinwerkzeuge von hoher Qualität. «Wir möchten der Innerschweiz – welcher bisher eine Uhrenbörse fehlte – in Zukunft einen noch grösseren Sammlerliebhabertreffpunkt mit Internationalität bieten», resümiert Messeleiter Marco Biland, «auch Luzern und seine Umgebung als interessante Tourismusregion können davon profitieren». Für 2011 rechnet die Messeleitung mit einer Verdoppelung der Uhrenaussteller.

Foto: Kurt Gansner

Veranstaltungen

des Wildlife-Museums statt. Ein auf Greifvogelkrankheiten spezialisierter Tierarzt aus Karlsruhe ist vor Ort und berichtet über Greifvogelkrankheiten und deren Heilung.

Das Waffen-Uhren-Börsendoppel lockte Tausende an.

Die Auswahl schöner Uhren und die hohe Qualität wurden gelobt.


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Jachen Wehrli – Neu im Interview

AUSSENDIENST BEI SWAROVSKI

Für die Region Schweiz Ost ist seit dem 1. März Jachen Wehrli aus Chur für Swarovski im Aussendienst tätig. Der «Schweizer Jäger» sprach mit Jachen Wehrli. «Schweizer Jäger»: Geschätzter Jachen, du hast dich diesen Frühling beruflich neu orientiert und hast zu einem der führenden Optikhersteller gewechselt. Kannst du dich den Leser/innen des «Schweizer Jäger» kurz vorstellen? Jachen Wehrli: Gerne, Kurt. Ich bin vor 33 Jahren in Chur geboren und auch hier aufgewachsen. Danach war ich einige Jahre an verschiedenen Orten in der Schweiz sowie im Ausland zuhause, bevor ich vor zwei Jahren mit meiner Familie nach Chur zurück gekommen bin. Ich bin stolzer Vater von drei Kindern und glücklich mit meiner Frau Michaela verheiratet. Seit sechs Jahren arbeite ich im Aussendienst und war in dieser Zeit bei namhaften Firmen im Bereich Gastronomie tätig. Durch den Wechsel zur Swarovski Optik habe ich die einmalige Gelegenheit, meine Leidenschaft und Hobby, die Jagd, mit meiner beruflichen Tätigkeit zu verbinden. Der Aussendienst ist für dich ja somit nichts Neues. Trotzdem dürfte der Schritt auch Umstellungen mit sich bringen. Welchen Bezug hast du zur Fern- und Zieloptik? Es ist sicherlich eine Umstellung, aber eine sehr interessante. Ich kann mich nun täglich mit fernoptischen Geräten und ihrem Einsatz für Jäger und Naturlieb-

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Schweizer Jäger 5/2010

haber beschäftigen. Mein Bezug zur Fernoptik ist von Kindesbeinen an gegeben, da ich schon von klein auf mit meinem Grossvater

«Es ist für mich sehr wichtig, dass ein Jäger Vertrauen in seine Ausrüstung hat.» und meinem Onkel zur Jagd gehen durfte und auch da schon einen «Habicht» um den Hals hatte. Bei der Zieloptik kommt für mich auch der weidmännische Aspekt zur Geltung. Es ist für

mich sehr wichtig, dass ein Jäger Vertrauen in seine Ausrüstung hat und sich in jeder Situation sicher ist, die besten Voraussetzungen für einen sauberen Schuss zu haben. Du bist aktiver Jäger und Jagdhornbläser. Wo übst du deine Passionen aus und was bedeutet für dich die Bündner Jagd im Speziellen? Meine Vereinskollegen der «Jagdhornbläser Rätia» und ich sind in der Region Chur und Umgebung tätig. Wir teilen die Leidenschaft der Bündner Jagd und haben so die ideale Grundlage für viele kameradschaftliche Treffen, lange Diskussionen über unsere Passion und viel Jägerlatein. Die Bündner Jagd, vor allem die Hochjagd, ist für mich die schönste Zeit im Jahr und ich geniesse diese in vollen Zügen. Mit meinen Jagdkollegen verbringe ich die Hochjagd im Val Ferrera – Avers. Doch auch die Niederjagd sowie die Passjagd faszinieren mich immer wieder aufs Neue. In meiner Kindheit und Jugend habe ich sehr viel Zeit im wunderschönen Engadin und im Val S-charl verbracht. Mein Bazegner (romanisch für Grossvater) und mein Onkel Mario haben mir die Grundlagen unserer Jagd beigebracht und mich gelehrt, die Natur als etwas Besonderes zu schätzen. Somit war der Grundstein für meine Jagdleidenschaft gelegt.


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Als Bßndner Jäger und ken der Produkte, die du seit Präsident einer Jagdhorn- zwei Monaten vertrittst? bläsergruppe verfßgst du Fßr mich liegt die grÜsste auch privat ßber einen gros- Stärke in unseren Produkten sen Kreis potenzieller Kun- selbst, der Qualität und der den in deinem Heimatkan- Firma, die hinter der Marke ton. Wie schwierig gestaltet Swarovski steht. Die Swasich die Kundenpege und rovski Optik hat eine sehr -akquisition in den anderen grosse Akzeptanz im FernGebieten deiner Zuständig- und Zieloptik-Bereich, welkeit? che ich mit grosser Freude Dieser Aufgabenbereich vertrete. ist sehr interessant und macht Mit unserm neuen Fernmeine Arbeit zu einer beson- glas, EL Swarovision und deren Herausforderung. Be- den Z6-Zielfernrohren, hasonders spanWir haben eine neue nend wird es in Gebieten, wo die Generation an fernoptischen Jagd nicht so Geräten und Zieloptik stark verangeschaffen. kert ist wie bei uns. Mit unserem Vertriebsleiter Valentin ben wir eine neue Generation Brßgger habe ich einen Vor- an fernoptischen Geräten und gesetzten, der die Jagd auch Zieloptik geschaffen. Sehr selbst sehr aktiv lebt und er- fasziniert bin ich persÜnlich lebt und mich in meinen Tä- auch vom neuen SLC HD, tigkeiten in jeder Hinsicht welches im fernoptischen unterstßtzt. Somit bin ich Bereich in der hÜchsten Liga ßberzeugt, diese schwierige bezßglich der Qualität und Aufgabe zu meistern. der optischen Leistung einMeine Hauptaufgabe ist zuordnen ist. die Betreuung unserer FachNicht zu vergessen ist jehändler, jedoch ist unser doch auch die DienstleisTeam auch sehr aktiv an der tung, die wir bieten, sowie die grosse UnterMein Grossvater und stßtzung, die uns unsere Fachhändmein Onkel Mario haben ler Tag fßr Tag ermir die Grundlagen bringen, um ununserer Jagd beigebracht. sere Marke im Markt zu positioFront tätig und unterstßtzt nieren und zu stärken. unsere Händler an FernopJachen, ich bedanke mich tik-Testtagen und Kunden- fßr das ausfßhrliche und inEvents. Auch an diversen teressante Gespräch und Ausstellungen und Jagd- wßnsche dir weiterhin viel schiessen werden wir präsent Erfolg und Freude in deiner sein, um direkt den Kontakt Tätigkeit. zu unseren Endkunden zu Vielen Dank, Kurt. Ich haben. Der Verkauf unserer wßnsche allen Lesern und Geräte erfolgt jedoch aus- Leserinnen und auch dir ein schliesslich ßber unsere au- kräftiges Weidmannsheil und torisierten Fachhändler. in bocca d`luf. Gezielt nachgefragt: Wo Kurt Gansner siehst du persÜnlich die Stär-

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Wildkunde

Der

HASE macht JAGDGESCHICHTE

Der Feldhase in der Kultur- und Jagdgeschichte (Teil 3) Von Klaus Böhme

(Repro: Verfasser)

Eine Hasenjagd zu Pferd mit einer Zweispitzlanze ist auf diesem römischen Wandmosaik aus Sizilien dargestellt.

Um aber den Feldhasen, sei es als Braten, als Felllieferanten oder als laufende Apotheke verwerten zu können, musste man ihn erst einmal haben und das war und ist nicht immer ganz so einfach. Aus Funden fossiler Knochen, die oft allerdings zu Schneehasen gehört haben dürften, wissen wir aber, dass Hasen schon in urgeschichtlicher Zeit bejagt wurden. Jagdwaffen waren wohl zunächst nur Steine und Stöcke, aber auch einfache Fallen wie Gruben und Schlingen aus Pflanzenmaterial waren schon bald bekannt, später kamen Lanzen und Speere hinzu und die Fallen wurden raffinierter.

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In der Späteiszeit und gegen Ende der Epoche wurde die Speerschleuder als erste Fernwaffe des Menschen erfunden und schliesslich auch Pfeil und Bogen. In den nachfolgenden Kulturepochen der Metallzeiten dürfte sich an diesen Jagdmethoden wenig geändert haben, zumal die Jagd mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht für den Lebensunterhalt an Bedeutung verlor. Unter den Völkern der Antike jedoch massen ihr schon in archaischer Zeit die Griechen wiederum eine ganz besondere, wenn auch andersartige Bedeutung zu. Als Geschenk der Götter an die Menschen und elementar wichtig für die körperliche und geis-

tig-sittliche Erziehung der jungen Männer stellt der vielseitige griechische Schriftsteller Xenophon, der etwa von 428 bis 354 v. Chr. lebte, die Jagd dar; «Kynegetikos» heisst das Werk. Es befasst sich, wie der Name in der Übersetzung (kynos = Hund) schon vermuten lässt, eigentlich mit der Erziehung der Jagdhunde, enthält aber die ersten umfassenden Schilderungen zur Ausübung der Jagd in der Weltliteratur überhaupt. Xenophon beschreibt sehr genau die Konstruktionen von Fall-, Wege- und Stellnetzen, die von einem Netzwächter betreut werden sollen, der «der Sprache nach Grieche, dem Alter nach gegen zwanzig Jahre, der Statur nach groß und kräftig und dem Geiste nach flink und ausdauernd sein» musste, also ganz erstaunlich hohe Anforderungen zu erfüllen hatte. Dann wendet er sich den Hunden zu, von denen er zwei Arten beschreibt und kommt schliesslich auf die Hasenjagd zu sprechen: «Viel Geschicklichkeit erfordert die Jagd mit Hunden auf Feld-, Berg- und Sumpfhasen. Da auf den meisten Inseln – bewohnten und unbewohnten – wenig Adler und Füchse leben, sind dort mehr Hasen anzutreffen als auf dem Festland. Ferner kommen auf die entlegenen, kleineren Inseln nur selten Jäger mit ihren Hunden, so dass sich die Hasen ungestört vermehren können. Da man auf heilige Inseln gar keine Hunde bringen darf, gibt es dort Hasen in großer Fülle ...»


unter der Überschrift «Von den Thier-Gärten» sogar ein Passus in Gesners «Thierbuch»: «Den ersten Thier-Garten / wilde Thiere darin zu erhalten und zu speisen / hat unter den Römern Fulvius Hirpinus gebauet / sind lustige Oerter mit Bäumen und Stauden besetzt / und mit Ring-Mauren umgeben / in welchen die wilden Thiere den Mensche zur Lust / zum Jagen / wie auch zur Speiß und Nahrung / so man ihrer bedarff gelaten / gespeißet / und aufferzogen werden. … Etliche der alten Bauleute haben besondere für die Haasen gemacht / damit man solch fruchtbares Wildprätt allezeit / zur Speyß und Nahrung / bey der Hand haben könnte.» Die Hetzjagd aber blieb eine bevorzugte Methode und rund 500 Jahre nach seinem Tod wurde Xenophons Werk im Zusammenhang mit den jagdlichen Gebräuchen einer dritten Volksgruppe, die in der Antike eine grosse Rolle spielte, noch einmal aufgegriffen und entscheidend ergänzt. Der um 95 n. Chr. in Kleinasien geborene Historiker und Schriftsteller Flavius Arrian verehrte den alten Griechen so sehr, dass er sich nach Erwerb des Athener Bürgerrechts selbst Xenophon nannte, eines seiner Geschichtswerke wie Xenophon «Anabasis» titulierte und unter dem ebenfalls abgeleiteten Titel «Cynegeticus» eine Schrift verfasste, die nach seinen eigenen Worten vor allem die Jagd mit den berühmt gewordenen keltischen Hunderassen und den skytischen und lybischen Pferden darstellen sollte. Er betont den sportlichen Charakter der Jagd bei den Kelten, «welche nicht von der Jagd leben,

sondern dieselbe um ihrer Annehmlichkeit willen treiben» und den hauptsächlichen Sinn der Jagd im Wettkampf zwischen Hase und Hund sehen. «Es führen nämlich die echten Jäger wenigstens die Hunde auf die Jagd nicht zum Fange des Wildes, sondern zum Kampfe und WettHier treibt, in eine eifer im Lauf, und sind zufrieden, römische Glaswenn der Hase das Versteck glücklich erreicht. Und wenn sie den schale graviert und von innen zu zuweilen in dünnes Dorngebüsch betrachten, ein sich Flüchtenden auch angstvoll Jäger zu Pferd und ermattet sehen, so rufen sie die Hunde ab, zumal wenn er den einen Hasen mit Kampf gut bestanden hat.» Nicht Hunden in ein Netz, um ihn dort immer gelang es den Jägern, selbst mit Prügel nicht, die Hunde von wohl mit der Lanze abzufangen. ihrer Beute abzubringen, aber immerhin ist hier bereits der Gedanke des «fair play» zu erkennen, vielleicht auch der einer gewissen weidmännischen Gerechtigkeit. Sicherlich noch nicht hingegen enthalten ist die Idee einer massvollen Bejagung und Schonung des Wildbestandes. Dies ist im sechzehnten Kapitel von Arrians Werk zu lesen, das insgesamt fünfunddreissig Kapitel umfasst und im Übrigen nicht etwa die in West- und Nordeuropa ansässigen Kelten wie unter anderen die Gallier, sondern allein den auch aus der Bibel bekannten Stamm der Galater in Kleinasien beschreibt, wo der Autor römischer Statthalter in Kappadokien war. So lässt sich festhalten, dass der Hase, klein und unscheinbar, aber beliebt wegen seiner Schnelligkeit und seiner Geschicklichkeit auf der Flucht, für die Entwicklung der Hetzjagd, die in der antiken Epoche begann, im Mittelalter zur Blüte gelangte und in der frühen Neuzeit in Form der Parforcejagd zu einem – in Frankreich und England bis heute existenten – sozial- und gesellschaftspolitischen Faktor und Problem wurde, eine Bedeutung hatte, die hinter der des Hirsches nicht weit zurücksteht und den Einfluss zahlreicher anderer Wildarten auf die Entwicklung der Jagdgeschichte übertrifft. Hinzu kommt, dass die Hasenjagd mit Hunden in Westeuropa zur Züchtung einer besonderen, jagdhistorisch bedeutSchweizer Jäger 5/2010

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Wildkunde

(Rhein. Landesmus. Bonn, Repro: Verfasser)

Auch mit Fallgruben und Trittfallen, «podagra» genannt, stellten die Griechen dem Wild nach, verwendeten auch Lanzen und Speeer, die äusserst beliebte Steinschleuder und das «lagobolon», eine Art von gekrümmtem, einem Bumerang ähnlichen Wurfholz, das ursprünglich offenbar in Ägypten entwickelt worden war. Pfeil und Bogen waren natürlich ebenfalls bekannt, spielten aber erstaunlicherweise offensichtlich weder im Kriegswesen noch auf der Jagd eine grosse Rolle. Als beliebteste Methode der Hasenjagd aber war offensichtlich die Hetzjagd mit Hunden im antiken Griechenland entwickelt worden; die Jagd zu Pferd hingegen erwähnt Xenophon mit keinem Wort und es mag auch sein, das diese zu seiner Zeit noch nicht üblich war und erst durch Kontakte mit den Persern und eurasiatischen Reitervölkern eingeführt wurde. Die Römer, die etwa ab der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. die antike Welt beherrschten, übernahmen zwar vieles von der griechischen Kultur, liessen die Jagd aber eher eine angenehme Nebensache sein. Darstellungen auf Glasschalen und Tonbechern zeigen jedoch Jäger zu Pferd, die Hasen jagen sowie Hunde, die ihnen nachstellen. Der Dichter Vergil, der um Christi Geburt lebte, pries in seiner «Georgica», einer Art von lehrreichem Gedicht über die Landwirtschaft, die Jagd nach «langohrigen Hasen» und spanische Hasen galten als Delikatesse. Daneben aber wurden Hasen, wie bereits erwähnt, als Haustiere und Liebesgabe in Gehegen gehalten und waren bei der römischen «High Society» anscheinend sehr beliebt. Diese «leporaria» dienten aber auch als «Vorratshaltung» für die berühmt-berüchtigten Zirkusveranstaltungen, wo man besonders gern weisse Hasen von Löwen fangen liess und – als Novum in der Geschichte – offenbar sogar jagdlichen Zwecken. Interessanterweise findet sich zu diesen jagdlichen Einrichtungen aus der Römerzeit, die als «Hasenhegen bis in die Neuzeit viele Jahrhunderte überdauern sollten,


Jagdmethoden in Mittelalter und Neuzeit Die in der Antike wurzelnde Treibjagd in aufgestellte Netze blieb für Jahrhunderte eine der hauptsächlichen Jagdarten auf das Langohr. In «Geheimen und gar raren Jäger-Künsten» des sächsischen Wildmeisters Johann Täntzer konnte man schon im Jahre 1631 nachlesen, was zu tun sei, damit der Hase «nicht anders wohin, als ins Netze lauffe, … so nimm Segspäne, thue sie in Menschen-Harn, und laß sie darinnen wohl erweichen und acht Tage lang liegen. Alsdenn nimm die Segespän wieder heraus, und trockne sie, und diß thue zweymal, denn je länger sie im Harn liegen, je besser sie werden. Wann du nun einen Hasen weist, so stelle das Netze nach dem Winde, oder wo du meynest, da es am besten sey. Nimm ferner die Segespäne, und säe sie, gleich als wenn du mehr Netze wolltest stellen, nach einer Zeilen, zu beyden Seiten, auch rings um den Hasen, als wenn man ihn mit Netzen umzogen hätte. Jage darnach den Hasen auf, er läufft dir fürwahr nicht über die Segespäne, sondern viel lieber ins Netze, denn es der Natur gar sehr zuwider, und sehr wittert.» Im «Lexikon für Jäger und Jagdfreunde» des königlich-preussischen Oberlandforstmeisters Dr. Georg Ludwig Hartig aus dem Jahre 1836 wird ein solches Hasennetz, auch Hasengarn genannt, als ein 150 Schritte langes und fünf Fuss hohes Geflecht aus starkem Bindfaden in etwa drei Zoll grossen Maschen beschrieben, das mit Hilfe von zehn Stellstäben federnd und dehnbar auf eine Länge von 100 Schritten und eine Höhe von dreieinhalb Fuss aufgespannt wurde. Aber nicht nur die gross angelegte Treibjagd mit Pferden und

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Hunden, wie sie Arrian bei den Galatern erlebte, wurde mit Netzen ausgeübt, sondern auch die «kleine Jagd» der Bauern in Feld und Flur. Im berühmten «Buch von der Jagd» des französischen Feld- und Lehnsherrn Gaston Phoebus, Comte de Foix aus dem 14. Jahrhundert, von dem um die vierzig Manuskripte über die grossen Museen der Welt verteilt sind, wird eine solche Szene sehr anschaulich geschildert: «Während der Nacht haben die Bauern über den ganzen Waldsaum ihre Netze ausgebreitet. Bei Anbruch des Tages kehren sie in die Wiesen zurück und machen dabei einen großen Umweg, damit die Hasen nicht aufgescheucht werden. In einem weiten Halbkreis halten sie nun ein langes Seil zwischen sich, an dem unzählige Glöckchen hängen. Begleitet von deren Geräusch nähern sich die Bauern in langer Reihe dem Wald und treiben das Wild so vor sich her, das unweigerlich den tückischen Maschen zum Opfer fällt.» Der Text zu einem anderen Bild schildert den Fang mit so genannten Sacknetzen: «Der Hase ist ein Leckermaul, er weiß, sich die zartesten Kräuter und die köstlichsten Gemüseblätter zu suchen. Selbst ein Zaun hält ihn nicht von solchen Delikatessen ab; er findet immer einen Durchschlupf in die Gärten, Obsthaine und Weinberge. Ein Dorfknecht hat ihm in aller Geduld unzählige Male aufgelauert und spannt jetzt, gerade vor dem Durchgang, ein Sacknetz, das sich plötzlich über dem unvorsichtigen Plünderer schließt.» Neben der Jagd zu Pferd mit Pfeil und Bogen auf den sich ins Gras duckenden Hasen und die Hetze mit Windhunden am Waldrand geht Gaston Phoebus auch auf die Fallenjagd ein, die er jedoch in bemerkenswerter Weise nur unter den Gesichtspunkten der Fairness und Weidgerechtigkeit zulassen will: «Der Hase kehrt im Morgengrauen gern in sein Ruhelager zurück. Diese Gewohnheit erlaubt dem Jäger, sein Hin und Her nach Belieben zu beobachten, seinen Ausflügen in die Wiesen, Äcker und Obstgär-

(aus Nachdr. des Ex. der Bibl. Nat. Paris, Repro: Verfasser)

Wildkunde

samen Hunderasse führte, dem «lévrier», dem leichten französischen Windhund, der Art nach unmittelbar von der keltischen Hetzhunderasse, den so genannten «vertragus» abstammend und dem Namen nach von dem Attribut «leporarius» geprägt, also eigentlich ein «Hasenhetzhund».

«Wie man den Hasen ihre Spur kreuzt» ist diese Darstellung im «Buch der Jagd» des Gaston Phoebus überschrieben und schildert den Fang der Hasen unter Ausnutzung der bekannten Gewohnheit dieser Tiere, stets die gleichen Pfade bei der Rückkehr zur Sasse zu benutzen.

ten zu folgen, wo er dann vor Tagesanbruch seine Schlingen und Netze legt. Nachdem er so seine Fallen verteilt hat, besonders dort, wo die Spuren sich kreuzen, braucht er nur noch den heimkehrenden Nachtwandler abzuwarten, dessen voller Magen ihn so unvorsichtig macht, dass er häufig innehält, um sich zu putzen oder seinen Kot abzuwerfen. … Die Bauern entfalten bei der Hasenjagd große Kenntnis aller möglichen Fallen, von der Laufschlinge bis hin zu künstlichen Hecken, die man quer zu den aufgespürten Fährten errichtet. Jede einzelne dieser Fallen ist arg hinterlistig und ihr Gebrauch wird vom Landherrn verurteilt!» Ausser den von alters her gebräuchlichen Schlingen, Netzen und Fallgruben sind schon aus dem frühen Mittelalter hölzerne Klappenfallen bekannt, die der griechischen «podagra» ähnlich gewesen sein dürften und auch auf Füchse und Wölfe angesetzt wurden. Wo die jeweiligen Landesherren und adligen Grossgrundbesitzer ihr Jagdprivileg sogar auf diese kleine Wildart ausdehnten und die übrige Jägerei sowie die Bevölkerung davon ausgeschlossen waren, wurden vielfach so genannte Hasenhegen angelegt. Dies waren manchmal besonders angelegte Gehölze, Hecken und Gebüschstreifen, die Waldwiesen und offene Flächen umgaben und mehr oder weniger einfriedeten. Oftmals wurden aber auch, wie zum Beispiel um 1550 in der landgräflichen Residenzstadt Kassel, ein-


ter stammenden Ratschläge, von denen das ÂŤGeheime Jäger-CabinetÂť des pfälzischen Landjägermeisters Georg Christoph Becher aus dem Jahre 1701 die bekannteste Version ist, haben zu diesem Problem einige interessante LĂśsungen anzubieten. Zwar dĂźrfte es nicht einfach und schon gar nicht unumstritten sein, diese besonderen Verfahren heute zu praktizieren, aber beispielhaft soll hier wenigstens die ÂŤbewährte Kunst, die Hasen in einem Felde alle zusammenzubringenÂť in einer lesbaren Neufassung noch beschrieben werden: ÂŤNimm die Hoden vom Hasen, drei oder vier, Odermennig und drei Lot Zucker miteinander vermengt. Nimm auĂ&#x;erdem Birkenzweige, beize sie in

Wildkunde

Heringslake oder Fleischwasser oder in Harn drei Tage und drei Nächte. Streiche mit dem oben Genannten die Birkenrinden im Feld so weit oben ein, dass die Hasen es nicht erreichen kĂśnnen. Danach nimm die eingebeizten Zweige und stecke sie ab und zu in das Feld oder GehĂślz, wo gewĂśhnlich die Hasen sind, so kommen groĂ&#x;e Mengen von Ihnen dorthin.Âť Was zu tun ist, wenn man einen Hasen schiessen oder schleifen, also eine Lockspur legen will, kann aus dem als Abbildung beigefĂźgten Original des Textes mit der Nummer 48 aus der 1727 erschienenen Auage der ÂŤJägerKĂźnsteÂť entnommen werden. SprichwĂśrter – das kulturhistorische Erbe Hasen begegnen uns heute ausser in der Natur, wozu allerdings in vielen Regionen etwas GlĂźck gehĂśrt, nicht selten in Werbespots und auf Werbeplakaten, dazu natĂźrlich in ZeichentrickďŹ lmen und Kindersendungen im Fernsehen. Mehr als durch all diese Ă„usserlichkeiten steht der Hase im täglichen Leben sowohl dem Jäger wie auch dem eher naturfernen Stadtbewohner vielleicht auch heute noch nahe Ăźber die vielen Redewendungen und SprichwĂśrter, in denen sein Name genannt wird. Redewendungen, auch ein-

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Schweizer Jäger 5/2010

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(Quelle:Wikipedia, Public Domain)

fach die gesamten Feldgemarkungen, von denen die Stadt umgeben war, zur Hasenhege erklärt. Den BĂźrgern der Stadt und der umliegenden DĂśrfer war es in diesem Gebiet nicht nur ÂŤbei hĂśchster Poen und StrafÂť verboten, Hasen zu fangen und zu tĂśten, sondern sie durften auch nur einen einzigen Hund halten und diesen ÂŤdermaĂ&#x;en verwahren, daĂ&#x; er uns an der Hasenhege keinen Schaden thue.Âť So berichtet es der hessische Chronist Georg Landau, der im Ăœbrigen erzählt, dass Hasen – jedenfalls im Hessischen – in der frĂźhen Neuzeit recht selten waren und in älteren fĂźrstlichen Jagdregistern wegen der geringen Zahl Ăźberhaupt nicht besonders aufgefĂźhrt sind. Andererseits sollen jedoch die Hasenhegen nahe der Städte und DĂśrfer durch den hohen Wildbestand oft zu grossem Schaden auf den Feldern und in den Gärten gefĂźhrt haben und natĂźrlich auch zu ebenso grossem Zorn wegen der Machtlosigkeit, mit der die Menschen dieser verordneten Unbill gegenĂźber standen. Auch in WĂźrttemberg waren Hasen, zumindest im 18. Jahrhundert, keineswegs selten: Die dortige HofkĂźche soll 1728/1729 die herrschaftliche Tafel mit 420 Langohren bereichert haben. Bei alledem waren Hasen nicht immer leicht zu fangen oder zu schiessen und daran hat sich bis heute nicht sehr viel geändert. Die bereits zitierten ÂŤGeheimen und gar raren Jäger-KĂźnsteÂť wie auch spätere Fassungen dieser wohl schon aus dem Mittelal-

Die Hasenhetzjagd des bayerischen Malers Wilhelm von Kobell (1766–1855) stellt eine typische Szene dieser Art gegen Ende des 18. Jahrhunderts dar.

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(Repro: Verfasser)

Wildkunde zelne Begriffe, die mit dem Hasen zusammenhängen, sind oft vom Aberglauben alter Zeiten geprägt. Über 300 Sprichwörter, die den Hasen zum Gegenstand haben, kennt allein das 1870 in Leipzig herausgegebene Deutsche Sprichwörter-Lexikon. Ein grosser Teil dieser geflügelten Worte beruht auf den altbekannten Verhaltensweisen des Hasen wie Furchtsamkeit und scheinbare Feigheit, ein wohl nicht geringerer Teil hat seinen Ursprung in überlieferten Erfahrungen und im Brauchtum der Hasenjagd und so bewahren viele Redewendungen und Sprichwörter – meist ohne dass derjenige, der sie ausspricht, es weiss – das kulturhistorische Erbe der gemeinsamen Geschichte von Feldhase und Mensch. «Hasenfuss» war ursprünglich wohl die anerkennende Bezeichnung für einen schnellen Läufer, wird aber bereits seit dem ausgehenden Mittelalter im Sprachgebrauch für einen von Ängsten und Aberglauben gequälten Menschen angewandt. Der Hasenfuss selbst, nämlich die Pfote eines Hasen, sollte übrigens, an der rechten Stelle aufgebunden, gegen Bauch- und Kreuzschmerzen helfen oder, in der Tasche getragen, sogar vor der Einberufung zum Militärdienst bewahren. Wichtig war jedoch, dass der Hase an einem 3. März erlegt worden war. «Hasenherz» hingegen war schon nach dem frühmit-

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Schweizer Jäger 5/2010

telalterlichen Recht der Salier ein Schimpfwort, für das man Busse tun musste. «Viele Hunde sind des Hasen Tod» lautet eines der bekanntesten Sprichwörter aus dem jagdlichen Umfeld, das in allen denkbaren Zusammenhängen häufig gebraucht wird. Wenn man es aber genau liest, ist damit auch gesagt, dass die Hasenjagd nicht immer schnell zum Erfolg führt und Redewendungen aus vielen Ländern Europas von Russland bis nach Dänemark und Holland sagen sinngemäss, dass «der Hase leichter aufgejagt als gefangen ist» und dass man ihn «nicht eher braten und essen kann als man ihn hat». Dieses Sprichwort, das es sinngemäss auch mit dem Fell des Bären gibt, soll unter anderem davon abraten, Geld zu verplanen, das man noch nicht besitzt. Ebenso viele Sprichwörter, schon aus sehr alter Zeit, warnen davor, zu viel auf einmal erlangen zu wollen: «Duos insequens lepores, neutrum capit – Wer zwei Hasen zugleich nachjagt, bekommt keinen» heisst es bereits seit dem Mittelalter in vielen Sprachen quer über den Kontinent. Dann kann es sogar geschehen, dass «einer den Hasen aus dem Lager treibt und der andere ihn schiesst», also ein Anderer den Nutzen hat, den man für sich selbst erwartete. Bei vielerlei geschäftlichen und privaten Planungen möchte man gern rechtzeitig wissen,

Dieser Textauszug aus den 1727 von Johann Täntzer veröffentlichten «Geheimen und selten beschriebenen Jäger-Künsten» nennt als eines der «siebzig hochnützlichen Geheimmittel bezüglich der Jägerei» unter der Nummer 48 eine ungewöhnliche und kaum zur Nachahmung empfohlene Methode, ein Lockmittel für Hasen herzustellen.

«wohin der Hase läuft» und sagt gern: «Da liegt der Hase im Pfeffer!», wenn etwas eben mal nicht so läuft und man den Grund dafür oder den Fehler entdeckt hat. Der Pfeffer in diesem Sinne ist übrigens nicht das Gewürz an sich, sondern eine aus dem Mittelalter bekannte braune Brühe mit Pfeffer und anderen Zutaten, aber oft nur wenig Fleisch, so dass man diesen Satz ursprünglich vielleicht dann ausrief, wenn man endlich einmal ein Stück gefunden hatte. Auch ein «alter Hase, dem man die Kohlfelder nicht zu zeigen und das Kohlfressen nicht zu lehren braucht», ein Mensch also, der sein Geschäft beherrscht und sein Leben im Griff hat, sucht die Ruhe vor der Hektik des Alltags sicher am liebsten an einem ruhigen, abgelegenen Ort, umgeben allein von der Natur, also «wo sich die Hasen – oder auch Fuchs und Hase — gute Nacht sagen». So bleibt zu wünschen, dass solche Orte, an denen sich Menschen und ihre Begleiter durch die Kulturgeschichte der Jahrtausende, die Feldhasen, wohl und geborgen fühlen können, in dieser von Technik, Rastlosigkeit und Streben nach immer mehr Gütern und Erfolg geprägten Welt dennoch für immer erhalten bleiben mögen und dass auch unsere Enkel und Urenkel noch aus dem hohen Gras einer Waldwiese oder dem Blattwerk eines Rübenackers die langen, braunen Löffel des Begleiters der schönen Göttinnen vergangener Welten hervorlugen sehen mögen. ■ Literatur- und Quellenverzeichnis: Appuhn, Horst: Die Jagd als Sinnbild in der norddeutschen Kunst des Mittelalters. Hamburg/Berlin,1964.Böhme,Klaus:Illustrierte Jagdgeschichte – Vom Steinwurf des Vormenschen zum Waidwerk der Antike. Melsungen, 1991. Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben, Faksimile-Ausgabe der 1. Auflage Hildburghausen 1864, Band 1: Die Säugethiere. Stuttgart, 1979. Gesner, Conrad: Thierbuch, Nachdruck der Ausgabe 1669. Hannover, 1980. Grzimek, Bernhard u.a. (Hrsg.): Grzimeks Tierleben, Band 12: Säugetiere 3. München 1979/1980. Grzimek, Bernhard: Wildes Tier – weisser Mann. München 1967. Hartig, Georg Ludwig: Lexikon für Jäger und Jagdfreunde. Nachdruck der Ausgabe Berlin 1836. Osnabrück 1979. Landau, Georg: Die Geschichte der Jagd und der Falknerei in beiden Hessen. Nachdruck der Ausgabe 1849. Kassel 1992. Lindner, Kurt: Geschichte des deutschen Waidwerks, Band II: Die Jagd im frühen Mittelalter. Berlin 1940. Täntzer, Johann: Geheime und selten beschriebene Jäger-Künste oder siebzig hochnützliche Geheimmittel bezüglich der Jägerei etc. Nachdruck der Ausgabe Nürnberg/Altdorf 1727. Melsungen, 1982. Willkomm, Hans-Dieter: Die Weidmannssprache. Berlin 1990. Willkomm, Hans-Dieter (Hrsg.): Geheimes Jäger-Cabinet, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1755. Melsungen o. J. www.zeno.org (Literaturdatenbank).


 

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Typ A 1/2 Schweizer Jäger 5/2010

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Ausr체stung

Patronen f체r die Bockjagd

Foto: Werner Nagel

WELCHE IST DIE RICHTIGE ?

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Schweizer J채ger 5/2010


Ich werde häufig gefragt, welches die ideale Patrone für die Jagd auf Rehwild sei. Meine Standardantwort «es kommt darauf an...» vermag nur wenige Fragesteller zu befriedigen. Es sind vor allem diejenigen, welche selbst alles am besten wissen und meine Bestätigung ihrer klugen Wahl nur zum Polieren ihres Egos brauchen ... Es kommt wirklich darauf an ... ob auf dem Feld auf 200 m entfernte Rehe geschossen werden soll, ob ab dem Hochsitz auf max. 100 m oder im Waldrevier auf 60 m geschossen werden soll. Das Geschoss ist entscheidend Rehe sind zarte Tiere. Sie haben ein Widerstands-Äquivalent von ca. 8 bis 10 cm Gelatine. Es braucht wenig, um ein Reh zu erlegen. Dementsprechend genügen bereits kleine, leichte Geschosse. Unsere kantonalen Gesetze variieren als Minimalkaliber zwischen 5,6 mm und 7 mm. Nur im Kanton Graubünden ist auch für Rehe die 10,3x60R vorgeschrieben. Die vorgeschriebene Minimalenergie liegt bei ca. 1200 J bei 100 m Entfernung (Kanton Zürich). Patronen, welche hier in Frage kommen, sind also .222 Rem, 223, 5x6x50, 22 - 250, die 5,6x57 etc. ferner 6-mm-Patronen wie z.B. die bekannte 243 Win. Die meisten dieser Patronen haben glühende Befürworter und ebenso militante Gegner. Den einen sind sie auf grosse Entfernungen zu schwach, für andere sind sie überstark. Den 222 z.B. wird nachgesagt, dass sie gewaltige Hämatome auslösen würden, andere behaupten, die 222 gäbe keinen Ausschuss. Nun, die Wirkung im Tier hängt nicht in erster Linie von der verwendeten Patrone ab, sondern vom Geschoss. Das Geschoss allein – und dessen Auftreffgeschwindigkeit – bestimmt die Art und Grösse der Verletzung, welche letztendlich für das Verenden des Wildes sorgt.

Kraftwirkung auf ein Geschoss beim Auftreffen auf Muskulatur.

Geschossgewicht 50 gr = 3,2 g 60 gr = 4,1 g 80 gr = 5,2 g 100 gr = 6,5g 126 gr = 8,2 g 123 gr = 8 g 160 gr = 10,5 g 172 gr = 11,2 g 183 gr = 11,9 g EVO 197 gr = 12,8 g ID 293 gr = 19 g UNI 254 gr = 16,5 g

Querschnittsfläche 0,246 0,246 0,3 0,3 0,35 0,41 0,41 0,41 0,48 0,53 0,68 0,83

Auftreffgeschwindigkeit und Sprengwirkung Tendenziell hat eine grosse Auftreffgeschwindigkeit eine grössere Sprengwirkung in flüssigkeitsgefüllten Organen. Eine hohe Auftreffgeschwindigkeit hat auch eine grössere Kraftwirkung auf das Geschoss zur Folge. Das Geschoss wird bekanntlich beim Durchdringen des Zielmediums frontal belastet. Das ist im Diagramm 1 klar ersichtlich. Ebenfalls da zu erkennen ist, dass diese Kraft deutlich mit dem Kaliber zunimmt.

Diagramm 1 zeigt die approx. frontale Belastung in kg, welche auf ein Geschoss beim Auftreffen auf ein muskulaturähnliches Medium wirkt. Wenn Sie bei einer angenommenen Auftreffgeschwindigkeit von 800 m/s, zuunterst beim 5,6 mm-Geschoss beginnen, erkennen Sie eine Belastung von etwas über 300 kg. Die absolute Grösse ist nicht von Belang. Uns geht es hier ausschliesslich um den Vergleich. Ein Geschoss vom Kaliber .308 erfährt schon eine Belastung von etwas über 600 kg. Das Bündner-Geschoss wird bei gleicher Geschwindigkeit mit ca. 1100 kg gestaucht. Fazit: Schnelle grosskalibrige Geschosse brauchen starke Geschossmäntel.

QB = Querschnittsbelastung 13 17 17 22 23 19 25 27 25 24 28 20

Kleinkalibrige Patronen werden in der Regel auf hohe Geschwindigkeitsniveaus geladen. Das ergibt gestreckte Flugbahnen, zudem geringen Rückstoss bei kleiner Patronenhülse. (Tabelle oben.) Die Querschnittsbelastung ist der Quotient von Geschossgewicht zu Querschnittsfläche in g/ cm2. Man erkennt, dass die Schwankungsbreite innerhalb der Kaliberpalette geringer ist, als man anzunehmen geneigt wäre. Grössere Querschnittsbelastung steht für höhere Durchschlagskraft und für geringeren Geschwindigkeitsverlust auf dem Flugweg. Welches ist die Richtige? Interessanterweise ist in keiner Vorschrift die max. Grösse des Kalibers bzw. der Patrone fixiert. Man kann also auf die zarten Rehe auch mit der sehr potenten 416 Rigby oder der 458 Win. Mag. weidwerken. Das muss nicht unweidmännisch sein, so absurd das vorerst wirken mag. Die grosskalibrigen Geschosse sind gebaut für hohe Zielwiderstände bei Rot- und Schwarzwild. Sie sind dementsprechend mit starken Mänteln versehen. Das Geschoss wird beim Durchgang durch ein Reh nicht deformieren und faktisch als Vollmantelgeschoss wirken. Dieses Geschoss hat mit seiner grossen Querschnittsfläche mehr Wirkung als ein aufgepilztes kleinkalibriges Geschoss. Die Sprengwirkung ist durch die relativ geringe Geschwindigkeit dieser Geschosse auch im Rahmen. Allerdings braucht es dahinter einen massiven Kugelfang, denn das potente Projektil wird mit eiSchweizer Jäger 5/2010

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Ausrüstung

Patrone 222 5,6x50 243 Win 243 Win 6,5x65 7x57 7x64 7x64 308 Win 8x57 IS 9,3x62 10,3x60R

Von Peter Pulver


Ausrüstung

Austrittsgeschwindigkeit Va in Prozenten der Auftreffgeschwindigkeit Vz.

Das empfehlenswerte 4,1-gGeschoss der 5,6x50 Magnum von RWS. Es pilzt schön auf, ohne sich zu zerlegen. Vz = 780 m/s / 4 cm Gelatine.

Diagramm 2 zeigt, wie die Austrittsgeschwindigkeit abnimmt, als Funktion der Dicke des Zielmediums und der Querschnittsbelastung. Ein wenig deformierendes Geschoss behält eine grosse Querschnittsbelastung und dementsprechend eine grosse Austrittsgeschwindigkeit. Bei Rehen kann die Dicke zu ca. 10 cm angenommen werden. nigen tausend Joule Energie weiterfliegen... Diagramm 2 stellt dar, wie viel bzw. wie wenig die Geschwindigkeit des Geschosses beim Durchgang durch ein Reh abnimmt. Die Dicke des Zielmediums Reh darf zu etwa 10 cm angenommen werden. Bei einer Querschnittsbelastung von ca. 20 g/cm2 ist die Austrittsgeschwindigkeit – bei undeformiertem Geschoss – noch etwa 90% der Auftreffgeschwindigkeit. Generell ist ein Trend zu vermehrter Vernunft erkennbar. Darunter verstehe ich die Beschränkung auf die Möglichkeiten der bestehenden Patronen, ohne die letzten 20 m/s herausholen zu wollen. Nachdem der sogenannte «paarige Schock» endgültig widerlegt werden konnte, entfernt man sich von der zeitweise grassierenden Magnumitis... Sie erinnern sich, als «paariger Schock» wurde die Wirkung eines Kugelschusses über ca. 850 m/s quer durch ein Stück Wild, bezeichnet. Das Dumme dabei war nur, dass der paarige Schock – seiner Definition gemäss – physiologisch, bzw. anatomisch gar nicht möglich ist. Dazu kommt, dass in mehr als 50% der Fälle das Tier nicht im Feuer lag, sondern – nicht definitionsgemäss! – floh... Die für einen schnellen Tod erforderliche multiple Verletzung grosser Ge-

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Schweizer Jäger 5/2010

fässe kann auch ohne die Sprengwirkung ultraschneller Projektile erzielt werden. Die Auswahl von Patrone und Geschoss ist immer ein Kompromiss zwischen Schussentfernung, Wildart und -stärke und Patronengrösse. Schliesslich ist in starkbesiedelten Gebieten die Stärke des Schussknalles in Erwägung zu ziehen. Kleine Patronen – mit geringen Pulvermengen – verursachen deutlich schwächeren Schussknall.

Nosler Ballistic Tip-Geschoss im Kaliber 22, 3,6g/55gr. Das schnelle Geschoss zerlegt sich beim Schuss durch 4 cm Gelatine in mehrere Teile. Das ergibt in der Regel schnelle Wirkung – mit dem Risiko von erhöhter Wildbretentwertung. Die Gefährdung des Hinterlandes hält sich in Grenzen. Auftreffgeschwindigkeit Vz = 810m/s in 4 cm Gelatine.

Ein 11,3g/175gr Nosler Partition-Geschoss nach dem Schuss durch 4 cm Gelatine. Der vordere Teil der Spitze hat sich in Form von winzigen Splittern zerlegt. Der Geschossrestkörper wirkt nun quasi als Vollmantelgeschoss. Die Austrittsgeschwindigkeit bei einem Reh wird über 80% der Auftreffgeschwindigkeit betragen. Hier also über 550 m/s. Vz = 710 m/s.

Ähnliches gilt für das – starkmantelige – Scirocco-Geschoss 9,7g/150gr von Remington aus


Zu guter Letzt noch die Bündner-Patrone 10,3x60 R. Das klassische Geschoss 16,5g/254gr von SM Thun nach dem Schuss durch 4 cm Gelatine mit 698 m/s. Die Deformation hält sich in Grenzen. Das Geschoss hat gegenüber einer 22er-Patrone ca. 3x mehr Querschnittsfläche. Die Wirkung im Reh ist gut, ohne es zu zerfetzen.

Aus der Kalibergruppe 308 hier noch eine Reihe von EVO-Geschossen 11,9g/184gr von RWS. Das Geschoss hat einen äusserst breiten Einsatzbereich in Bezug auf die Verformungs(un)abhängigkeit von der Auftreffgeschwindigkeit. Es lässt sich hervorragend als Rehgeschoss verwenden, quasi auf alle Entfernungen und gilt als sehr präzise ... der Kugelfang ist dennoch zu beachten. Vz = 545, 630, 716, 799 und 890 m/s in 4 cm Gelatine.

Bemerkung zu den Versuchen Sie werden bemerkt haben, dass bei den Versuchen immer von 4 cm Gelatine die Rede ist. Das ist damit begründet, dass der Widerstand eines halben Rehs gerade einer Gelatinescheibe von 4 cm Dicke entspricht. Warum ein

halbes Reh? Wir möchten ja alle wissen, wie weit sich das Geschoss in Rehmitte deformiert hat, um Aussagen über die zu erwartende Wirkung zu machen. Das Geschoss wird sich in der zweiten Körperhälfte noch weiter deformieren, entsprechend der noch vorhandenen Geschwindigkeit (gemäss Diagramm 1). Knochentreffer können die Deformation vergrössern. ■

Verformung eines Norma-Oryx-Geschosses, Kal 308, 13g/200gr , mit 751 m/s durch 4 cm Gelatine geschossen und ein gleiches Geschoss mit 746 m/s durch 8 cm Gelatine. Es zeigt sehr schön die weitere Verformung des Geschosses in der zweiten Körperhälfte des Rehs.

Auch bleifreie Geschosse sind geeignet. Hier das Lapua Naturalis 11g/170gr aus Kupfer und im Kaliber .308. Der Einsatzbereich ist in seiner Breite sehr gut. Vz = 537, 639, 7400 und 830 m/s und 4 cm Gelatine. Auch mit 9,3-mm-Geschossen können Rehe absolut weidmännisch erlegt werden. Hier ein 9,3 mm KS = Kegelspitz-Geschoss 16g/246gr von RWS nach Auftreffen bei 860 m/s. Diese Geschwindigkeit kann mit Fabriklaborierungen üblicherweise nicht erreicht werden. 4 cm Gelatine.

Seite aus RWSKatalog mit kleinkalibrigen Patronen und deren Leistungsdaten. Die Geschwindigkeits- und Energiewerte gehen von links nach rechts und entsprechen den Distanz-Werten 0, 50 m, 100 m, 150 m, 200 m, 250 m und 300 m. Schweizer Jäger 5/2010

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Ausrüstung

der Kalibergruppe 308. Kann problemlos auf Rehwild verwendet werden, ohne dass übermässige Wilbretentwertung zu befürchten ist. Vz = 716 m/s – 4 cm Gelatine.


Ausrüstung

IWA NEUHEITEN 2010 Text und Fotos: Peter Pulver Die erste IWA gehört nach der erneuten Verschärfung des deutschen Waffenrechts der Vergangenheit an. Offensichtlich lässt sich die Branche von dem deutschen Waffen(Un)recht wenig beeindrucken. Da gibt es einzelne EU-Länder, welche allfällige Weisungen aus Brüssel sehr dosiert und quasi länderspezifisch umzusetzen verstehen. Die IWA ist eine reine Messe für sogenannte Fachbesucher,

Die leichte Zerlegbarkeit macht die Waffe für Jagdreisen interessant.

d.h. Detailhändler im Bereich aller ausgestellten Sparten können hier das Neueste und – nicht immer – Beste bestaunen, auswählen und bestellen. Das ist der Punkt, den der Berichterstatter immer bedauert, dass der Endverbraucher keine Möglichkeit hat, dieses Schlaraffenland zu bestaunen. Die üblichen Handelsmargen sind erstaunlich gering. Der Waffenhändler wird sich also hüten, potenzielle Ladenhüter ins Lager aufzunehmen. Er wird entsprechend konservativ einkaufen,

was ihm nicht zu verübeln ist. Die Bilder vermögen nur einen marginalen Überblick über die vielfältigen ausgebreiteten Schätze geben. Vieles ist nicht zwingend nötig, der Jäger kann sich trotzdem freuen über etwas, das «nice to have» ist. Die IWA unterscheidet grob die Sektoren Waffen, Munition, Optik, Sicherheit, Outdoor und Bekleidung. Die Ausstellung fand in grösserem Rahmen als bisher statt, wobei der Zuwachs vor allem die Sparte Sicherheit betraf. Wer die Sicherheitsdefizite im so friedlich vereinigten Europa bestaunt, wundert sich da nicht. Im Bereich Waffen sind einige Neuheiten zu sehen, wobei das klassische Angebot an Jagdund Sportwaffen, sowie Verteidigungswaffen – wie immer – vorhanden ist. Blaser R8 Die neu ausgestellte Blaser R8 erfreute sich regen Interesses. Blaser ist mit den Verkäufen sehr zufrieden und konnte mit dem neuen Repetierer an den Erfolg des R93 anknüpfen.

Hier ist der kurze Repetierweg zu erkennen.

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RX Helix Merkel zeigte einen brandneuen Geradezug-Repetierer mit der Bezeichnung RX Helix. Das ist nun eine echte Neuheit, welche Beachtung verdient und sicher auch finden wird. Repetiert


Die Sensation der Messe war sicher der MerkelRepetierer Helix. Gut getimt, wurde das Geheimnis erst an der Messe gelüftet. Das Interesse war enorm.

wird mit einem seitlichen Hebel. Dieser Hebel ist quasi übersetzt, so dass mit einem Hebelweg von nur sechs Zentimeter der Repetiervorgang ausgeführt wird. Weitere Pluspunkte sind die leichte Zerlegbarkeit. Die Waffe wird innert Sekunden so zerlegt, dass sie bequem in einem normalen Koffer mitgeführt werden könnte. Das Zusammensetzen ist ebenso leicht und logisch. Die Waffe kann im Herbst ausgeliefert werden. Wir sind gespannt – man wird sich den Namen Helix merken müssen. Innogun Hybrid Eine originelle Kombinationswaffe, «Innogun Hybrid», wurde von einer deutschen Firma präsentiert. Über das Grundgerüst eines Vorderschaft-Repetierers wurde ein aufkippbarer Schrotoder Kugellauf gelegt. Dadurch entsteht entweder eine BBF, eine BDB oder ein Bergstutzen. Der

Impuls Vorderschaftrepetierer von Innogun. Durch ein raffiniertes Kipplaufsystem wird aus dem Impuls der Bockbüchsflintenrepetierer Hybrid.

untere Lauf ist immer ein Kugellauf mit einem Magazin für bis zu fünf Patronen. Hochwertige SuhlerEinhakmontage In den Bereich der Waffen gehört auch eine auf CNC gesteuerten Maschinen gefertigte Suhler-Einhakmontage. Früher war es der Stolz jedes Büchsenmachers, eine Einhakmontage mit viel Feil- und Einpassarbeit so zu fertigen, dass das ZF immer perfekt unverrückbar auf der Waffe sass. Mit den steigenden Löhnen stiegen auch die Kosten für diese Montageart in die Höhe, welche den Jäger leer schlucken liessen und die Wahl einer anderen Montageart nahelegten. Mit den hochpräzise gefertigten Fuss- und Passteilen rückt die elegante Einhakmontage wieder in die Reichweite jedes Jägers. Munition Zu den vielen hunderten von Patronen stossen jedes Jahr einige neue – angeblich unverzichtbare – Neuentwicklungen dazu. Wenige reüssieren im gewünschten Mass, die anderen wandern in die Kategorie der «verzichtbaren». Die neuen Geschosse, welche weniger Rückstoss verursachen, immer treffen und nie Hämatome verursachen, waren ebenfalls immer wieder anzutreffen. Eine Analogie zur Waschmittelreklame drängt sich auf. Gesucht ist die Steigerung von «am weissesten». Für den Bündner Jäger steht eine Neuentwicklung von RWS bereit, eine schnelle 10,3x60R mit einem leichten 12gr-Teilzerlegungsgeschoss. Die Patrone nennt sich GR Spezial 10,3x60 R. Optik Die vier Grossen dominieren den Markt. Zeiss überzeugt schon mit Auftritt und Grösse des IWA-Standes. Die Produkte sind generell von fast nicht zu übertreffender Perfektion.

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Ausrüstung

Verbesserungen in optischer und mechanischer Richtung sind fast nicht mehr möglich. Der Trend geht vermutlich Richtung vermehrten Einbezugs von Elektronik. Denkbar wäre z.B. eine elektronische Bildstabilisierung in Ferngläsern. Auch Swarovski gehört zu den Top vier. Die Produkte sind in der höchsten Präzisionsklasse angesiedelt und ebenfalls kundenfreundlich präsentiert. Der Schweizer Jäger würde ein Allround-Zielfernrohr mit ein- bis sechsfacher Vergrösserung und 40-mm-Objektiv, anstelle des 1–6x24, begrüssen. Swarovski bietet ein reines Drückjagd-Zielfernrohr mit 1–6 und 24 mm an. Das ZF mit 42-mm-Objektiv hat die Vergrösserungswerte von 1,7– 10-fach. Man darf daher gespannt auf die Neuigkeiten sein. Schmidt und Bender stellt neu ein achtfach variables Zoom-ZF vor. Leica ist bekannt für herausragende Ferngläser und Entfernungsmesser. Daneben werden neu auch Zielfernrohre angeboten. Man kann von fertigungstechnisch und optisch hochwertigen Geräten ausgehen, die letzten Finessen, wie z.B. Rotpunkt-Absehen etc. werden noch erwartet.

Carl Zeiss hat den von weitem sichtbaren Stand in die Höhe erweitert. Das ergibt Weitblick und Übersicht.

Security steht für – aktive – Sicherheit im Sinne von Gewaltprävention bzw. -Verhinderung, z. B im polizeilichen Bereich. Dieser Bereich füllt alleine eine der riesigen IWA-Hallen. Schlagstöcke, Fesselketten, Abwehrsprays, Taser etc., Schutzanzüge und Helme zeigen ein Bedürfnis in unserer – angeblich – so friedfertigen Gesellschaft auf. Die von linken Kreisen geforderte Entwaffnung des Bürgers schwächt weiterhin dessen Bereitschaft und Möglichkeit, sich gegen gewalttätige Angriffe aller Art selbst zu wehren. Grosses Angebot und Wildschweintreiben Über 1100 Aussteller aus 55 Ländern im Bereich Outdoor, Hundezubehör, Bekleidung, Reviereinrichtungen, Messer, Lampen, Wild-Lockgeräte etc. waren in beinahe unübersehbarer Fülle

Safety und Security Zwei verwandte Begriffe aus dem englischen Sprachraum. Safety bedeutet dabei – passive – Sicherheit im Sinne von Gefahrlosigkeit oder Gefahrvermeidung.

Polizisten oder Astronauten?

Schöne Schafthölzer werden zusehends teurer, da schönes altes Holz immer rarer wird. Blaser stellt die verschiedenen Holzklassen mit typischer Maserung vor.

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zu finden. Die insgesamt 32 000 Besucher fanden alles, was das Jägerherz begehrt. An vielen Ständen aus dem Bereich Zieloptik, Jagdwaffen, waren grosse TV-Bildschirme mit Video-Sequenzen im Betrieb. Es wurden fast ausschliesslich Drückjagdszenen auf Schwarzwild gezeigt. Ein typisches Szenarium: ein Jäger auf einem Hochsitz, von links und rechts anwechselnde Sauen, die beschossen werden. Es wurden sichere Schützen gezeigt. Die Sauen rollierten spätestens beim zweiten Schuss. Da lagen dann mehrere erlegte Sauen im Schnee herum. Es mag Leute geben, welche das erstrebenswert finden. Ich empfand das als Totschiessen bzw. Schädlingsbekämpfung. Jagd, wie wir sie verstehen, ist das nicht. ■


Der Künstler Marcel Moser wird 80 JUBILÄUMS-KALENDER 2011 Reproduktionen nach 12 OriginalGemälden (47x34 cm) Preis

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Ausrüstung Die Besucher schätzen die Beratung aus erster Hand durch Blaser und Swarovski.

Hochsitze im Baukastensystem erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit.

Frühlingsausstellung bei Büchel-Waffen

namhafter Marken wie Zeiss und Leica. Im SchnäppchenZelt lockten attraktive Angebote zu reduzierten Preisen.

Ob Jäger, Outdoor-Sportler, Naturbeobachter oder Sportschütze – bei Büchel Waffen & Outdoor in Altstätten SG finden alle das Richtige für ihre Passion. Alle zwei Jahre lädt das Fachgeschäft zusammen mit der benachbarten Sportgarage Kuratli gemeinsam zur Frühlingsausstellung ein. Die Frühlingssaison 2010 wurde entsprechend am Wochenende vom 27./28. März eröffnet und zahlreiche Besucher konnten sich über Neuheiten informieren, Schnäppchen finden oder in der Festwirtschaft verweilen. Insbesondere die exklusive Ausstellung von Swarovski-Produkten mit Beratung aus erster Hand durch die anwesenden Mitarbeiter Valentin Brügger und Jachen Wehrli stiess bei Jägern und Naturliebhabern auf grosses Interesse. Thomas Schreibmüller von Blaser Jagdwaffen Isny war ebenfalls direkt vor Ort präsent. Er führte dem interessierten Publikum den neuen Repetierer R8 vor und warb mit den Vorzügen der F3-Flinte. Draussen vor dem Geschäft waren diverse Hochsitze ausgestellt. Das Baukastensystem erfreut sich dabei immer grösserer Beliebtheit und überzeugt mit einem guten PeisLeistungs-Verhältnis.

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Neben diesen drei Hauptattraktionen präsentierte das Fachgeschäft die Frühlingsund Sommerkollektionen für Wandern und Trekking von Jack Wolfskin, Mammut und Fjäll Räven, dazu ein grosses Angebot an Fernoptik anderer

Neue Mitsubishi-Modelle Die Sportgarage Kuratli stellte die aktuellen Modelle von Mitsubishi aus. Die ausgezeichnete Technik sowie hervorragende Qualität zeichnen die Marke der drei Diamanten aus. Unter dem Motto «genial bis ins Detail» wurden tolle Leasingkonditionen und diverse

Aktionen offeriert. Im gemeinsam geführten Festzelt wurde über Offroad-Autos, Jagderlebnisse, Bergtouren sowie Gott und die Welt gesprochen. Das Büchel- und Kuratli-Team dankt den zahlreich erschienenen Kunden und Freunden an dieser Stelle recht herzlich und wünscht allen ein kräftiges Weidmannsheil, tollen Anblick und eine gute Fahrt. Text und Fotos: Nina Hemmi

Bushnell Fusion 1600 Das neue Bushnell Fusion 1600 ARC Fernglas kombiniert Qualitätsoptik mit leistungsstarker Laserentfernungsmesstechnik. Kaum grösser und schwerer als ein herkömmliches 10x42Fernglas, bietet das Fusion 1600 dank der Kombination mit einem leistungsstarken Laserdistanzmessgerät eine Vielzahl von Vorteilen. Die Optik ist mit der Rainguard-HD-Antibeschlagbeschichtung ausgestattet. Der Laserdistanzmesser erlaubt auf Knopfdruck die genaue Messung von 10 bis 1465 m (Hirsch 455 m). Dabei kommen zwei neue Technologien zum Einsatz. Dank

der VDT (Vivid Display Technologie) sind die Angaben deutlich lesbar ohne Einbussen bei den optischen Werten. Zudem bietet der eingebaute Neigungswinkelmesser unter Berücksichtigung von Distanz und ballistischen Daten eine komfortable Anzeige der Haltepunktkorrekturwerte im Display an. Des weitern sind der Modus Scan, Bullseye (für kleine Ziele) und Brush (zeigt nur entfernte Messwerte an)

vorhanden. Das Gerät ist 100% wasserdicht und wird mit Tragetasche, Batterie (1xCR123) und Halsriemen zum Preis von Fr. 1490.– ab Juni im Fachhandel erhältlich sein.

OptiLink AG, Poststrasse 10, 2504 Biel, Telefon 032 323 56 66, Fax 032 323 56 64, info@optilink.ch


Jagd einzigartig erleben!

ROAD

SHOW

J AG D E I N Z I G A R T I G E R L E B E N !

Die Krieghoff und Schmidt & Bender ROADSHOWs waren nicht nur bei den Teilnehmern ein voller Erfolg, sondern konnten 2009 auch drei renommierte Firmen aus dem jagdlichen Bereich als Partner gewinnen. Ab sofort sind die Firmen K&K Premium Jagd, Outfox und das Labor für Ballistik neue, gleichberechtigte Partner der ROADSHOW. K&K Premium Jagd, der Reiseveranstalter für weltweite Jagdreisen, die Jagdkleidungsmarke Outfox mit der revolutionären Ergotarn-Technologie und das Labor für Ballistik, Hersteller von hochwertiger Munition für verschiedenste Anforderungen, ergänzen die ROADSHOW optimal. Start der diesjährigen ROADSHOW ist der 15. Mai in Göttingen. Diesmal wartet die ROADSHOW nicht nur mit den beliebten Praxistests der Produkte von Krieghoff und Schmidt & Bender auf, sondern lädt dazu ein, exklusive Vorträge von herausragenden Spezialisten zu besuchen. Praxisnahe Themen vermitteln wertvolle Kenntnisse und informieren die Teilnehmer über aktuelle Technologien. Anschliessende Diskussionen erlauben es, direkte Fragen zu stellen und Wissen zu vertiefen. Alles mit einem Ziel: Jagd einzigartig erleben! Weitere Informationen unter: www.dieroadshow.de

Auflösung

Termine und Themen der Fachvorträge im Überblick Samstag, 15.05. Schiesskino der Jägerschaft Göttingen e.V., 37081 Göttingen Samstag, 12.06. Schiesskino Rhein-Main, 63579 Freigericht Samstag, 24.07. Schloss & Gut Liebenberg, 16775 Liebenberg Samstag, 21.08. Jagd-Schiesscenter Schmithüsen, 46509 Xanten Samstag, 18.09. MSZU Müller Schiesszentrum, 89081 Ulm Fachvorträge Vergrösserung und Deckung 10.00

Udo Brück, Schmidt & Bender

Planung einer perfekten Jagdreise

10.45

Hubertus von Knigge, K&K Premium Jagd

Bewegungsschiessen

11.30

Hans-Josef Hensch, Schiessausbilder

Revier und Hege

14.00

Wildmeister Hans-Joachim Duderstaedt, Revier Forstbach

Ballistik

15.00

Klaus Herrlinger, Labor für Ballistik

Witterungsverhalten des Wildes

15.45

Kai-Uwe Kühl, Outfox

Die Läufe schiessen, der Schaft trifft®

16.30

Ralf Müller, Krieghoff

Seiten 60/61 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Echoortung A A A A B B B A C Siebenschläfer Schläfer, Schlafmäuse A B A+B+C

Der Heckträger, der keine Wünsche mehr offen lässt Wohin mit dem Fuchs vom Strassenrand, der Sau nach nächtlichem Ansitz, dem Dachs mit dem betörenden Duft oder dem weidwunden, schweissenden Bock? Ins Auto? Neben den Hund? Mit lange anhaltender Duftmarke? Oder doch eher ausserhalb, in den im Kofferraum vorsorglich mitgeführten, schnell montierten Heckträger?

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Ausrüstung

Aller guten Dinge sind drei, dachten sich die beiden Veranstalter der ROADSHOW Krieghoff und Schmidt & Bender und holten sich Ende 2009 drei neue Partner für das dritte Jahr ihrer erfolgreichen Veranstaltungsreihe ins Boot.

Testen Sie Ihr Wissen


Hund

BS 102 RS5 – Cleveres

ORTUNGSGERÄT FÜR HUNDEGESPANNE Welcher Hundeführer kennt das Problem nicht? Der treue Vierbeiner ist nach der Stöberjagd, auch nach langem Warten, nicht zurückgekommen. Oder der geschnallte Schweisshund kann nicht schnell genug verfolgt und somit lokalisiert werden. Der Markt bietet eine Vielzahl von Ortungsgeräten. Mit dabei ist auch das italienische Unternehmen BS Planet mit Sitz in Gaggio Montano, das über eine jahrelange Erfahrung verfügt und pro Jahr etwa eine Million elektronische Geräte für die unterschiedlichsten Bereiche herstellt. Text: Kurt Gansner

Korrekte Position des GPS-Funkhalsbandes vor dem Einsatz.

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Klein, leicht und einfach zu bedienen Das sind, neben der Präzision, die Anforderungen, die der Jäger an ein solches Gerät stellt. Besonders die Bedienung muss so einfach als möglich aufgebaut sein, denn wer mag schon während einer Nachsuche eine Gebrauchsanleitung lesen? BS 102 RS5 hat

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dies mit einem grossen Tastaturfeld mit entsprechenden Symbolen gut gelöst. Hier muss sich der Benutzer während dem Einsatz nicht durch ein komplexes Bedienungsmenü durchwählen. Mit einfachem Knopfdruck wird die Position des Hundes ermittelt und auf dem Display Distanz und Richtung mittels Pfeil gut leserlich angezeigt. Dabei wiegt das Ortungsgerät gerade mal 186 Gramm und das GPS-Hundehals-

band 217 Gramm. Somit können problemlos auch kleinere Hunde damit ausgerüstet werden. Übrigens lassen sich laut Hersteller bis zu 1000 Halsbänder in einem Ortungsgerät abspeichern, was in der Anzahl wohl nicht praxisnah ist, aber die Möglichkeit eröffnet, mit einem Gerät im Bedarfsfall mehrere mit GPS-Halsbändern ausgestattete Hunde gleichzeitig von einem Punkt aus zu orten.


In der Praxis Im Sender des Halsbandes ist ein GPS-Chip eingebaut, der wie bei einem Fahrzeugnavigationsgerät die aktuelle Position mit einer hohen Genauigkeit (Herstellerangabe –/+ 10 Meter) ermittelt. Über das GPS-Signal (siehe Kasten) wird der Standort des Halters und der des Hundes ermittelt. Durch Drücken der Positionstaste werden die Daten vom Halsband aus über Funk an das Handgerät übertragen und durch eine Software auf dem Display mit Richtung und Entfernungsangabe angezeigt. Dabei kann unter anderem auch die Höhendifferenz mittels Tastenwahl angewählt, resp. angezeigt werden. Während die Übertragung über Satelliten mehrheitlich immer gewährleistet ist, sind den Funkwellen im Bezug auf natürliche Hindernisse verständlicherweise gewisse Grenzen gesetzt. Das bedeutet, dass im Extremfall die Funkübertragung der Daten vom Halsband auf den Handempfänger schlecht oder im Extremfall überhaupt nicht erfolgt. In die Praxis übersetzt heisst das, dass in stark kupiertem Gelände ein erhöhter Geländepunkt aufgesucht werden muss, um eine erneute Peilung vorzunehmen. Wer seinen Hund vermisst, wird dies sicher gerne in Kauf nehmen. Gegenüber dem Vorgängermodell (BS101LC) wurde das Funksystem technisch aber deutlich verbessert und gewährt mehr Sicherheit. Bei Feldversuchen zeigte das Gerät eine Abweichung von acht, im Ausnahmefall bis ca. 30 Meter. Dies hört sich vielleicht nach viel an, aber im Wald oder sonstigem unübersichtlichem Gelände dürfte ein Hund in einem solchen Radius wohl gefunden werden. Und wenn die Suche einmal länger dauert, darf beruhigt festgestellt werden, dass der Lithium-Polymere-Akku des Halsbandes bei voller Ladung über 100 Stunden Einsatz garantiert. Als hilfreich erweist sich auch die Möglichkeit, die letzten Positionen des Vierbeiners abzurufen, sollte der Kontakt wirklich ganz abgebrochen sein und ein Absuchen des Geländes anstehen.

Das Halsband lässt sich individuell auch für kleinere Hunderassen anpassen. Das Ortungsgerät – übersichtlich und mit gut verständlicher Tastatur.

Daneben stehen je nach Funkhalsband weitere Funktionen zur Verfügung wie: «Hund im Wagen», «Hund steht vor», oder «Hund gibt Standlaut». Diese Einstellungen haben aber einen höheren Batterieverbrauch zur Folge. Und zu guter Letzt: Da es sich beim Gerät um ein eigenständiges Funksystem handelt, entstehen keine Zusatzkosten, z.B. durch Mobilfunkgebühren wie bei anderen Ortungssystemen. Im Detail Das Set beinhaltet ein Sendehalsband mit Ortungsfunktion und Halsung, Empfänger, Ladegerät und Koffer. – Durch neuste GPS-Technik wurde die Geschwindigkeit der Messung verbessert. – Durch neuste GPS-Technik wurde auch die Präzision verbessert (bei optimalen Bedingungen bis zu 5 m). – Durch ein neues Funk-System wurde die Reichweite gesteigert (je nach Gelände bis 20 Kilometer)

Was ist GPS? Global Positioning System (GPS), offiziell NAVSTAR GPS, ist ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung. Es wurde in den 70er-Jahren vom US-Verteidigungsministerium entwickelt und löste ab etwa 1985 das alte Satellitennavigationssystem NNSS der US-Marine ab, ebenso die Vela-Satelliten zur Ortung von Atombombenexplosionen. GPS ist seit Mitte der 90er-Jahre voll funktionsfähig und stellt seit Mai 2000 auch für zivile Zwecke eine Ortungsgenauigkeit in der Grössenordnung von oft besser als 10 Meter sicher. GPS hat sich als das weltweit wichtigste Ortungsverfahren etabliert und wird in Navigationssystemen weitverbreitet genutzt. Die offizielle Bezeichnung ist «Navigational Satellite Timing and Ranging – Global Positioning System» (NAVSTAR GPS). GPS wurde im Juli 1995 offiziell in Betrieb genommen.

– Das Sendehalsband ist klein und leicht (217 Gramm) und somit auch für kleine Hunde geeignet. – Das Sendehalsband verfügt jetzt über einen fest eingebauten Lithium-Polymer-Akku der neusten Generation ohne Memory-Effekt, der eine Funktion von über 100 Stunden bei einer Ladung garantiert. – Kürzeste Ladezeit von nur ca.1 Stunde, auch über den Zigarettenanzünder im Auto. – Keine Zusatzkosten für Batterien des Funk-Halsbandes. Funk-Halsband mit verschiedenen Funktionen – Grundausführung mit reiner Ortung (UVP CHF 1780.–) – Ortung für die Drückjagd mit Anzeige bei Standlaut (+ CHF 46.–) – Ortung für die Vorsteharbeit mit Anzeige beim Vorstehen (+ CHF 23.–) – Ortung mit «mini-Beep» für die Erziehung (+ CHF 34.–) – Ortung mit «Vibration» für die Erziehung (+ CHF 62.–) – Ortung mit «mini-Beep» und «Vibration» kombiniert für die Erziehung (+ CHF 96.–) – Oder eine Kombination nach Wunsch, z.B. alle Funktionen zusammen (+ CHF 112.–) ■ Bezugsquellen gemäss Hersteller in der Schweiz: The Hunter, Sandbuckstrasse 36, 8173 Neerach ZH, Tel. 044 462 80 82, Fax: 044 462 80 81, info@the-hunter.ch, www. the-hunter.ch – Maison du Chasseur, Rue du Rhône 3, 1920 Martigny, Tel. 027 722 19 91, Fax 027 723 37 80, maisonduchasseur@vtxnet.ch – Christensen ARMS, Chemin Rieu 8, 1208 Genf, Tel. 022 830 03 22, Fax +41 228 30 03 23, t.pilloni@christensenarms.ch Schweizer Jäger 5/2010

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Hund

Schweissprüfung «Der Silberne Bruch» auf der künstlichen Wundfährte Ausarbeitung der Fährte ohne Richterbegleitung – Wildschweiss mit Fährtenstock (2.5 dl) oder Fährtenschuh (1 dl) gespritzt – Fährtenlänge 1000–1100 Meter – Min. 3 Winkel und 3 Wundbetten sowie gekennzeichnete Pirschzeichen auf der Schweissfährte – Stehzeit mindestens 20 Stunden. Die Prüfung ist offen für alle gemäss TKJ zur Jagd erlaubten Hunde im Alter von mindestens 2 Jahren.

Datum: Samstag, 21. August 2010. Ort/Raum: Reiden, Kt. Luzern. Anzahl: Maximal 12 Gespanne. Meldeschluss: 1. Juli 2010. Prüfungsleiter: Ruedi Hauser, Spittel 11, 8762 Schwanden. Zulassungsbedingungen Nachweis der bestandenen Schweissprüfungen 500 m und 1000 m Übernacht. Nachweis einer Jagdberechtigung des Schweisshundeführers, resp. -führerin.

Anmeldungen sind schriftlich zusammen mit den nachstehend aufgeführten Unterlagen an den Prüfungsleiter einzureichen. – Fotokopie der Ahnentafel mit dem Namen des Besitzers und den genauen Daten des Hundes. (ZuchtbuchNr., Rasse, Geschlecht, Name und Zwingername sowie Wurfdatum) – Fotokopien der bestandenen Schweissprüfungen 500 m und 1000 m Übernacht. – Fotokopie einer Jagdbe-

rechtigung des Schweisshundeführers, resp. -führerin. Die beigelegten Kopien werden nicht retourniert. Die Prüfungsleitung entscheidet in eigener Kompetenz über die Auswahl der 12 Gespanne und der ReserveGespanne. Dies unter Berücksichtigung des Alters, der Rasse, der bestandenen Prüfungen des Hundes sowie der Landesgegend. Es wird kein Nenngeld erhoben.

Rote Fährte Sense Obwaldner RFS Schweisshundeprüfung 22. Mai 2010, Obwaldner Schweisshundeprüfung. Infos: Urs Kathriner, Tel. 079 402 33 38.

Anmeldeschluss: 22. Mai 2010. Teilnehmerzahl beschränkt!

Herzliche Gratulation Schweiz. Niederlaufhund- und Dachsbracken-Club Wir gratulieren den Mitgliedern zum Geburtstag Mai

Zum 60. Zum 65. Zum 70. Zum 72. Zum 75. Zum 76. Zum 85. Zum 94. Zum 97.

Gabi Hofmann, Embrach (14.) Elisabeth Rupp, Oberstammheim (15.) Huldi Bosshard, Gibswil (22.) Adolf Amacher, Oberried Brienz (3.) Andreas Bieri, Rohrbach (3.) Wilhelm Wiedmer, Diepflingen (1.) Franz Christen, Luthern (3.) Hans Lang, Wettswil (12.) Karl Ryser, Hinterkappelen (12.) Fritz Meier, Gütighausen (14.) Alois Metz, Altishofen (7.) Alfred Liechti, Grünenmatt (13.) Rudolf Leuenberger, Riedholz (5.) René Noser, Küsnacht (31.) Robert Isler, Horgen (8.) Jean Herbst, Zürich (15.)

Präsident SNLC: Fredy Kuster, Gräbackerstrasse 117, 5735 Pfeffikon, Tel. 062 771 82 01 Sekretariat SNLC: Gertrud Fehlmann, Forchenmattweg 4, 8624 Grüt, Tel. 044 932 29 74 Zuchtwart: Samuel Kaderli, Kreuzfeldstrasse 44, 4932 Lotzwil, Tel. 062 922 16 87

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Schweisshundeprüfung SKG 500 und 1000 m Samstag, 24. Juli 2010, im Raum Rechthalten FR. Organisator: Rote Fährte Sense (RFS). Anzahl Fährten: 6 Fährten à 500 m und 3 Fährten à 1000 m.

Anmeldetermin: Samstag, 5. Juni 2010, beim Obmann. Die Anmeldeformulare können ebenfalls beim Obmann angefordert werden. Obmann: Niklaus Leuenberger, Weihermatt 5, 3182 Ueberstorf, 079 687 67 01, niklaus.leuenberger@ bluewin.ch

Jagen und Nachsuchen! Vortragsseminar am 5. Juni 2010, ab 13.30 bis ca. 18.00 Uhr, im Auditorium St. Luzisteig. Programm Begrüssung und Einleitung, Dr. Oliver Brandt Der Hannoversche Schweisshund – Geschichte und Gegenwart, Zucht und Führung, Bernd Krewer Jagd in Bewegung, Gunther Stoschek, Blaser Jagdwaffen GmbH Das Verhalten nach dem Schuss auf Schalenwild –

wenn dieses nicht in Sichtweite verendet, Hans-Joachim Borngräber, Wildmeister Gemütlicher Ausklang im Anschluss mit den Referenten ab ca. 18.00 im PanoramaRestaurant, St. Luzisteig. Kostenbeitrag CHF 25.–, zu zahlen an der Tageskasse. Anmeldung erforderlich unter: brandt@becon.ch oder Fax 033 228 50 33. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt und wird nach Eingang der Anmeldung berücksichtigt.


GV des Schweizer Niederlaufhundeund Dachsbracken-Club (SNLC)

Wachstum durch Regionalgruppen Stolz betonte der Präsident das Wachstum und die Aktivitäten der Regionalgruppen. In den Regionen Bern, Mittelland, Ostschweiz und Zürich bildeten sich Gespanne von Niederlaufhunden und Dachsbracken, denen nun kostenlos Trainings- und Übungsgelegenheiten geboten wurden – und das fast vor der Haustür der Teilnehmer. Übungen und Prüfungen Nebst den guten Übungsmöglichkeiten organisierte der Club auch im abgelaufenen Jahr wieder Schweisshundeprüfungen. Höhepunkte des Vereinsjahres waren die zweitägigen Jagdhundeprüfungen des SNLC, die Anlageprüfung für Junghunde, die Gebrauchsprüfung, sowie als Krönung die Vielseitigkeitsprüfung. Neu bietet der SNLC auch den seit 1. September 2008 in der Schweiz obligatorischen Sachkundenachweis (SKN) für den Erwerb von Hunden an. Mit

dem entwickelten Wesenstest wurde ein weiterer Schritt für die Verbesserung der Zucht getan. Der Wesenstest ist in Zukunft zwingende Voraussetzung für die Ankörung und Züchtung von Schweizer Niederlaufhunden und Dachsbracken. Zuchterfolge im Ausland Die Dachsbracken haben eine grosse Basis im Stammland Österreich, aber erfreulicherweise auch in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Die Schweiz besitzt mit den vierfarbigen Niederlaufhunden Berner, Jura, Luzerner und Schwyzer, eine sehr gute Zuchtbasis. Es gilt deshalb – wie der abtretende Präsident und der Zuchtwart Fredy Kuster betonten – dieses genetische Gut sorgsam zu pflegen und weiter zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist es erfreulich, dass im Ausland, besonders in Deutschland, die Schweizer Niederlaufhunde sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Sie werden besonders bei der Gemeinschaftsjagd und der Schweissarbeit eingesetzt, zudem wurden bereits erste Zuchterfolge erzielt. Zusammenarbeit mit der Universität Bern Wie ernst es der Niederlaufhundeclub mit der Qualität seiner Hunde nimmt, zeigte der neu gewählte Zuchtwart und Körmeister Samuel Kaderli auf. Er gab die Grundlagen seiner zukünftigen Arbeit bekannt, und betonte speziell

Hund

Am Samstag, den 27. März, fand im Gasthaus Wallberg in Volketswil die 105. ordentliche Generalversammlung des SNLC statt. Punkt 14.00 Uhr eröffnete der Präsident, Dr. Günther Eckstein, die Versammlung und begrüsste die zahlreich erschienenen Mitglieder und Funktionäre. Gekonnt und routiniert führte er die Anwesenden durch die reich befrachtete Traktandenliste, standen doch auch Neuwahlen des Vorstands an. In seinem Jahresbericht würdigte Günther Eckstein die vielen Aktivitäten, die der SNLC seinen Mitgliedern für einen bescheidenen Jahresbeitrag von Fr. 65.– pro Mitglied bietet. Sein Dank galt insbesondere jenen Mitgliedern, die sich in den freiwilligen Dienst des Clubs stellten, sei es als Funktionär, Richter oder Helfer, bei den verschiedensten Anlässen.

Der scheidende Präsident Dr. Günther Eckstein (links) gratuliert seinem Nachfolger Fredy Kuster. die Zusammenarbeit mit dem Institut für Genetik der Universität Bern. Neuwahlen Nach vierjähriger Amtsdauer trat – wie vor zwei Jahren bereits verkündet – der bisherige Präsident Dr. Günther Eckstein von seinem Amt zurück. Er wurde von der Versammlung mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet, wegen seiner grossen Verdienste für die Führung und Entwicklung des Clubs mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Zuchtwart Fredy Kuster gewählt, aber auch weitere Vorstandsressorts wurden neu besetzt. Mehrere Mitglieder wurden für ihre Leistungen bei Prüfungen, Wettbewerben und Ausstellungen speziell geehrt und erhielten Medaillen und ansehnliche Sachpreise. Im Anschluss an die Gene-

Vorstand 2010 Präsident: Vizepräsident: Sekretärin + Aktuarin: Kassiererin: Zuchtwesen: Richterwesen: PR: Beisitzer:

Fredy Kuster (neu) Ueli Eicher (neu) Gertrud Fehlmann (bisher) Sabine Kellenberger (neu) Samuel Kaderli (neu) Ueli Eicher (bisher) Crista Niehus (bisher) Marc Beuchat (bisher) und Elisabeth Duss (neu)

ralversammlung, die durch die Jagdhornbläser vom Zimmerberg, unter der Leitung von Peter Korrodi, würdig und stilvoll umrahmt wurde, fand bei Speis und Trank mit dem gemütlichen Teil die 105. Generalversammlung des SNLC ihren Abschluss. Josef Griffel

Beschlussprotokoll der 105. ordentlichen Generalversammlung des Schweizer Niederlaufhunde- und Dachsbracken-Club Die 105. Generalversammlung wird durch das Spiel der Jagdhornbläser vom Zimmerberg, unter der Leitung von Max Bodmer, eröffnet und vom Präsidenten herzlich verdankt. Günther Eckstein begrüsst die anwesenden Damen und Herren, Jagdkameraden und Hundefreunde, die Ehrenmitglieder Albert Berbier, Jacques Bosshard, Gertrud Fehlmann, Arthur Schmid und Elaine Wartze sehr herzlich. Die Einladung zur Generalversammlung mit der Traktandenliste wurde statutengemäss einberufen und im «Schweizer Jäger» Nr. 2/2010 und in «Jagd&Natur» Nr. 3/2010 publiziert. Gegen die Traktandenliste erfolgt keine Einsprache; der Präsident erklärt die Versammlung als eröffnet. Schweizer Jäger 5/2010

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Hund

Als Stimmenzähler werden gewählt und bestätigt: Peter Knecht, Thomas Kellenberger und Kathrin Rieder.

Traktanden 1. Protokoll der 104. GV vom 28. März 2009 Das Protokoll wird von der Versammlung genehmigt und der Aktuarin Gertrud Fehlmann verdankt. 2. Jahresberichte a) des Präsidenten b) des Kommissionspräsidenten für das Zuchtwesen c) des Kommissionspräsidenten für das Leistungs-Richterwesen d) der Kommissionspräsidentin für das Ausstellungswesen Diese Jahresberichte sind im Clubheft publiziert. Max Schaufelberger, Kommissionspräsident für das Schiesswesen, liest seinen Bericht persönlich vor und bedauert, dass im Verlaufe der letzten 15 Jahre das Interesse für das SNLC-Schiessen langsam aber stetig abgenommen hat. Deshalb hat er dem Vorstand beantragt, das SNLCSchiessen aufzugeben. Diesem Antrag hat der Vorstand stattgegeben. Die Jahresberichte werden von der Versammlung einstimmig genehmigt. 3. Mitgliederbewegungen im Jahr 2009 Austritte 15 Streichungen 3 (gem. Art. 10 der Statuten) Ausschluss keine Verstorben 12 Neumitglieder 27 Mitgliederstand per 31.12.2009 472 Mit einer Schweigeminute und «Jagd vorbei» der Bläser wird den folgenden, im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder gedacht: Heinz Burghold, Henri Egli, Herbert Elsasser, Ruth Freiburghaus, Hans Jörg, Hans-Ulrich Lattmann, Jakob Müller, Alex Ratti, Walter Schneebeli, Ernst Zwahlen, und im Februar 2010 Caspar Manz.

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4. Bericht der Revisoren und Abnahme der Jahresrechnung Der Revisorenbericht wird zur Kenntnis genommen und die Jahresrechnung einstimmig genehmigt und damit dem Vorstand Décharge erteilt. 5. Budget für das Jahr 2010 Das Budget für 2010, welches in der Beilage zum Clubheft enthalten ist, wurde vom Vorstand genehmigt und wird der Versammlung zur Genehmigung beantragt; es wird einstimmig gutgeheissen. 6. Festsetzung des Mitgliederbeitrages für das Jahr 2011 Die vom Vorstand beantragte Erhöhung des Einzelmitgliederbeitrags um Fr.10.– auf Fr. 75.– für das Jahr 2011 wird von der Versammlung mit 70 zu 2 Stimmen zugestimmt. 7. Clubanlässe für das Jahr 2010 Die Clubanlässe für das Jahr 2010 werden von der Versammlung einstimmig genehmigt. 8. Wahlen a) Vorstand b) Rechnungsrevisoren und Ersatzrevisor c) Leistungsrichterin Folgende Personen treten aus dem Vorstand zurück: Günther Eckstein, Präsident; Rudolf Tanner, Kassier; Max Schaufelberger, Kommissionspräsident Schiesswesen; Daniela Weber, Kommissionspräsidentin Ausstellungswesen. Fredy Kuster tritt von seinem Amt als Kommissionspräsident für das Zuchtwesen zurück und stellt sich zur Wahl als neuer Präsident. Ueli Eicher stellt sich zusätzlich zu seinem bisherigen Amt als Vizepräsident zur Verfügung. a) Vom Vorstand werden der Versammlung folgende Personen für die entsprechenden Ämter im Vorstand zur Wahl empfohlen: Präsident: Fredy Kuster, Pfeffikon; Vizepräsident: Ueli Eicher, Hünenberg See; Kassiererin: Sabine Kellenberger, Brig-Glis; Kommissionspräsident Zuchtwe-

sen: Samuel Kaderli, Lotzwil; Beisitzerin: Elisabeth Duss, Hasle. Die obengenannten Personen werden einzeln mit grossem Applaus von der Versammlung in ihr neues Amt gewählt. Folgende bisherigen Vorstandsmitglieder werden von der Versammlung in Globo in ihrem Amt mit Applaus einstimmig bestätigt: Sekretärin und Aktuarin: Gertrud Fehlmann, Grüt; Kommissionspräsident für das L-Richterwesen: Ueli Eicher, Hünenberg See; PR: Crista Niehus, Zumikon; Beisitzer: Leiter Regionalgruppe Bern, Mitglied Vorstand TKJ, Marc Beuchat, Goldiwil. Das Amt der Kommissionspräsidentin Ausstellungswesen ist vakant. b) Die Rechnungsrevisoren Peter Knecht, Hinwil, Willy Hofstetter, Hersberg und als Ersatzrevisor Theo Leuthold, Volketswil, werden mit Akklamation einstimmig bestätigt. c) Als neue Leistungsrichterin wird Katharina Zemp, Romoos, von der Versammlung mit Applaus einstimmig gewählt. 9. Antrag Vorstand Genehmigung Reglement über den Wesenstest: Die SKG hat verfügt, dass von sämtlichen Rasseclubs ein Reglement für einen Wesenstest erstellt werden muss. Für Hunde, welche der Zucht zugeführt werden sollen, ist ein erfolgreich absolvierter Wesenstest zwingend. Der SNLC hat nach einigen Bemühungen und Interventionen mit den zuständigen Stellen der SKG ein «schlankes» Reglement entworfen, das unseren Bedürfnissen und unseren Jagdgebrauchshunden gerecht wird. Der Vorstand empfiehlt Annahme des Reglements. Dieses wird mit 70 Ja-Stimmen gegen 2 Nein-Stimmen von der Versammlung genehmigt. Der Vorstand beantragt die Wahl folgender Ehrenmitglieder: Günther Eckstein, Max Schaufelberger. Günther Eckstein würdigt die langjährigen Verdienste von Max Schaufelberger (54 Jahre Mitglied, davon 22 Jah-

re im Vorstand), die letzten 6 Jahre war Max Kommissionspräsident für das Schiesswesen. Der Präsident überreicht Max den Ehrenmitgliedteller, das goldene Clubabzeichen sowie einen Becher. Der bisherige Vizepräsident Fredy Kuster seinerseits würdigt das Engagement und die Verdienste von Günther Eckstein. Günther Eckstein ist 1975 als Mitglied in den SNLC eingetreten und war 10 Jahre im Vorstand tätig, davon die letzten 4 Jahre als Präsident. Im Jahr 2000 hat er die erste Regionalgruppe Mittelland gegründet. Fredy Kuster überreicht ihm ebenfalls den Ehrenmitgliedteller und das goldene Clubabzeichen. Günther Eckstein verabschiedet Daniela Weber. Sie ist im Jahr 2005 als Vorstandsmitglied in den Club eingetreten und hat sich als Sekretärin um die Belange des Ausstellungswesens gekümmert. Von 2006–2010 war sie Kommissionspräsidentin für das Ausstellungswesen, ihr oblagen auch die Auswertungen der Wanderpreise sowie die Auszeichnungen unserer Veteranen. Der Präsident überreicht ihr zum Dank einen Becher und einen Blumenstrauss. 10. Verschiedenes Am 24. April 2010 findet die Delegiertenversammlung (DV) der SKG in Martigny statt. Fredy Kuster nimmt als Vertreter des SNLC daran teil. 11. Ehrungen a) Ernennung von Ehrenveteranen des SNLC (Eintrittsjahr 1970) b) Ernennung von Veteranen des SNLC (Eintrittsjahr 1990) c) Ernennung von SKG-Veteranen (Eintrittsjahr 1985) d) Abgabe der Wanderpreise für das vergangene Vereinsjahr Zu Ehrenveteranen wurden ernannt: Werner Bosshard, Pfäffikon, Heinrich Küng, Zürich, Hans Manser, Gibswil, Siegfried Noser, Oberurnen, Prof. Dr. Franz Rhomberg, Zürich.


(Relief gestiftet von Josef Brülisauer, Oberegg): Alpenländische Dachsbracken v. Rüfitobel, Daniela und Marcel Weber, Mollis. Ausstellung und Leistung (Jäger mit Hund, gestiftet von Max Grossenbacher, Pfäffikon): Alpenländische Dachsbracke, Axel v. Neufunder, Stoll Christoph, Röschenz. Höchster Ausstellungserfolg (Saufeder, gestiftet von Jacques Bosshard, Gibswil): Berner Niederlaufhund, Asta v. d. Elbisfluh, Wyttenbach Friedrich, Cham.

Der Dank des scheidenden Präsidenten geht an die Vorstandsmitglieder, die den Club wieder mit grossem Engagement, viel Arbeitseinsatz und Verantwortung durch das vergangene Jahr geführt haben. Aber auch an die Mitglieder, die mit ihrer aktiven Teilnahme an Prüfungen, Übungen und sonstigen Anlässen zu einem lebhaften Vereinsleben beigetragen und damit den Club unterstützt haben. Herzlichen Dank an unser Mitglied Martin Kaiser, der uns den Wallbergsaal wieder kostenlos zur Verfügung ge-

stellt und uns zu moderatem Preis einen schmackhaften Aser serviert hat. Das Datum der nächsten Generalversammlung ist: Samstag, 19. März 2011. Der Präsident schliesst die Versammlung und mit den Klängen der Jagdhornbläser vom Zimmerberg wird zum gemütlichen Teil übergegangen. Die Aktuarin Gertrud Fehlmann Das vollständige Protokoll sowie die Jahresberichte können von unserer HP unter www.snlc.ch heruntergeladen werden.

Schweizerischer Club für Deutsche Jagdterrier 57. Generalversammlung im Waldstätterhof in Brunnen Am 20. März 2010 trafen sich 54 Vereinsmitglieder und einige Freunde des SCDJT im Waldstätterhof in Brunnen zur 57. Generalversammlung. Der Präsident, Josef Sticher, begrüsste speziell die anwesenden Ehrenmitglieder. Besonders freute man sich über die Anwesenheit der ältesten Vereins-Mitglieder, Walter Rothenbühler und Hansruedi Merz. Die Jahresberichte des Präsidenten, des Zuchtwartes, über das Prüfungswesen sowie das Protokoll der letzten GV wurden einstimmig genehmigt. Ebenso die Vereinsrechnung und das Budget 2010. Die Clubkasse schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Die Clubbeiträge blieben unverändert.

Der Club musste die Demission unseres langjährigen Zuchtwartes, Max Stacher, entgegen nehmen. 23 Jahre hat er gewissenhaft dieses Amt ausgeübt. Ihm wurde als Dank mit grossem Applaus die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Das frei gewordene Amt des Zuchtwartes konnte vorstandsintern durch Nick Bäbler besetzt werden. Der neue Prüfungsobmann heisst Andreas Bieri und als Beisitzer durfte Ruedi Roschi willkommen geheissen werden. Alle neuen Vorstandsmitglieder wurden für 3 Jahre einstimmig gewählt. Die bisherigen Mitglieder im Vorstand wurden ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Alois von Rotz hat seine Anwartschaften als Prüfungsleiter erfolgreich absolviert. Der Präsident stellte ihn der

Max Stacher

Neuer Vorstand SCDJT

Versammlung zur Wahl vor. Mit Applaus und einstimmig wurde er zum Prüfungsleiter und internationalen Leistungsrichter gewählt. Walter Beyeler und Andreas Bieri haben ihre Anwartschaften als Leistungsrichter ebenfalls erfüllt und können im Frühjahr ihre Richterprüfung ablegen. Für 25-jährige Clubmitgliedschaft wurde Primo Fedeli zum SKGClubveteran ernannt. Fünf neue Mitglieder konnten im Cub willkommen geheissen werden. Zwei Clubmitglieder haben sich in diesem Jahr auf ihren letzten Wechsel begeben, vier Mitglieder baten um Entlassung aus dem Verein. Der Präsident liess das Prüfungs- und Ausstellungswesen nochmals Revue passieren. Er hob die besten Resultate hervor und dankte allen für das Führen und Präsentieren der

Hunde. Gleichzeitig übergab man die Urkunden und belohnte die Gespanne zusätzlich mit einem Sack Hundefutter, gesponsert von der Firma Hokovit in Bützberg. Der Wanderpreis für die beste Zuchtprüfung konnte an Kanis Brülhart mit Uno vom Goldacker vergeben werden. Der Wanderpreis für die beste Schweissprüfung wurde anlässlich der Prüfung an Urs Küng mit seiner Hündin Cassi vom Luchstal vergeben. Der von Karl Dähler gestiftete Wanderpreis für die schönste Hündin ging an Roger Bisig mit seiner Hündin Cilli vom Luchstal und der von Urs Graf gestiftete Wanderpreis für den schönsten Rüden an Nick Bäbler mit Grizzli von Habsburgwald. Die Statutenrevision und die neue Prüfungs- und Leistungsrichterordnung des

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Hund

Zu Veteranen wurden ernannt: Fritz Gubler, Buch am Irchel, Hans Hufschmid, Wohlen, Jakob Neuburger, Zürich, Dr. Verena Neuburger, Zürich. Zu SKG-Veteranen wurden ernannt: Bruno Gitzelmann, Adliswil, Marc Lenzlinger, Urdorf, Dr. Jakob Meier, Unterengstringen, Hans Oettli, Bussnang, Dr. med. Josef Sidler, Hünenberg See, Josef Waller, Büron, Norbert Winter, Adliswil. Die Wanderpreise für das Jahr 2009: Erfolgreichster Zwinger


Hund Max Stacher wurde für 23-jährige Vorstandstätigkeit die Ehrenmitgliedschaft verliehen. SCDJT wurden einstimmig genehmigt. Auf die Anpassung und Überarbeitung der Prüfungsordnung wurde in Anbetracht der anstehenden Revision der eidgenössischen Jagdverordnung verzichtet. Max Stacher informierte die Clubmitglieder über die Situation betr. Linsenluxation. Das defekte Gen, das zur Erblindung des DJT führt, ist entschlüsselt worden. Dieser Meilenstein in der Genforschung wird dazu führen, dass in absehbarer Zeit das Risiko des Erblindens beim Deutschen Jagdterrier auf Null sinken wird. Der Präsident der Kunstbaugenossenschaft, Nick Bäbler, orientierte über das Geschehen an der Bauhundeanlage. Er erklärt, dass nach einem neuen Standort gesucht werden muss, da der Vertrag gekündigt wurde. Der Präsident bedankt sich zum Schluss bei seinen Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit. Bei den Richtern, Helfern, Inserenten und Sponsoren für die spontane und grosszügige Unterstützung während des ganzen Jahres. Ein Dank gebührt Ruedi Wildi für das Unterhalten der Homepage der letzten Jahre und bedankt sich bei Martha von Rotz für die Neugestaltung der jetzigen Internetseite. Das Jahresprogramm findet man auf www.jagdterrier.ch. Den Anwesenden wünscht er alles Gute im angelaufenen Jahr, verbunden mit der Hoffnung, alle bei der nächsten Versammlung wieder begrüssen zu können. Martha von Rotz Sekretariat SCDJT

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Jahresbericht 2009 Ein Jahr mit vielen Überraschungen in der Finanzbranche, mit vielen Anpassungen in der Weltwirtschaft und politischen Differenzen weltweit liegt hinter uns. Viele Baustellen sind noch nicht aufgeräumt, ein ähnliches Jahr scheint vor uns zu liegen. Die Jagd und das Hundewesen in der Schweiz wurde weitgehend von Turbulenzen verschont. Was jedoch im laufenden Jahr auf uns zukommt mit der Revision der eidgenössischen Jagdverordnung wird sich zeigen. Prüfungen, Ausstellungen Das Interesse an der Frühjahrs-Zuchtprüfung entsprach in etwa dem der letzten Jahre. Ein paar Teilnehmer absolvierten die Spurlautprüfung mit ihren Hunden in Italien, der Rest wie gewohnt in Müntschemier. Die Prüfung im Berner Seeland wurde zusammen mit dem Foxterrierclub durchgeführt. Für die stets gute Zusammenarbeit mit Hanspeter Bürki und Wildhüter Fritz Murer sei an dieser Stelle bestens gedankt. Der Rest der ZP durfte wiederum in Utzenstorf und Oberburg absolviert werden. Dass die Prüfung nicht alle mit Erfolg beenden können ist meist auf fehlende Einarbeitung der Hunde zurückzuführen. Natürlich weiss ich um die prekären Hasenbestände. Aber wir haben nun mal immer noch den Spurlaut, der beim Hasen geprüft wird. Auch die Arbeit am Rundkessel kann kaum ein Jagdterrier bestehen, der nicht Übungen am Bau besucht hat.

Drei Gespanne haben im Herbst die Zuchtprüfung abgelegt. Diese Resultate waren sehr erfreulich. Für die Überprüfung des Spurlautes stellte uns Paul Schmid sein Revier in Freiburg im Breisgau zur Verfügung. Die Schweissprüfung fand zum ersten Mal im Revier Knutwil/LU statt. Marcel Roos hat zusammen mit seinen Mitpächtern eine einwandfreie Infrastruktur und ein hervorragendes Prüfungsgelände zur Benutzung bereit gestellt. Allerbesten Dank der JG Knutwil. Eine GP wurde mangels Anmeldungen nicht organisiert. Das Wesen unserer Hunde wurde wie in der Vergangenheit an der Zuchtprüfung und anlässlich der Ankörung beurteilt. Die 15. Internationale Prüfung «Arbeit nach dem Schuss», verbunden mit einer Zuchtschau, organisierte dieses Jahr die Landesgruppe Niederösterreich. Unter den 20 Gespannen aus ganz Europa waren auch 3 Teilnehmer aus unserem Club vertreten. Für die Vorbereitung und Präsentation ihrer Hunde sei ganz herzlich gedankt. Marcel Roos wurde mit seinem selbst gezüchteten Rüden «Axel vom Foxberg» mit einem feinen 1. Preis belohnt. Bravo. Die Gebrauchsprüfung bei der Arbeitsgruppe Oberschwaben hat Ruedi Roschi mit seinem «Bronco» im 1. Preis beendet. Herzliche Gratulation. Auch allen anderen Hundeführern, die ihre Hunde irgendwo geführt oder gezeigt haben, möchte ich bestens danken. Ich persönlich begrüsse es sehr, wenn wir uns auch ausserhalb unseres Clubs mit unseren Hunden präsentieren. Sei es in der Schweiz oder anderswo in Europa. Oft gibt es dadurch gute persönliche Kontakte und davon profitieren kann jeder Einzelne, der Club und unsere Rasse. Ich weiss, oft sind es weite Wege, aber wir haben nun mal nicht immer die Möglichkeiten, den Hunden und Führern das Nötige zu bieten. Und wenn sich mal der Aufwand nicht lohnt und das Ziel nicht

erreicht wurde, so kann man daraus was lernen! Die Club-Schau anlässlich der CAC-Terrierschau in Eiken/AG wurde durch unsere Mitglieder sehr gut besucht. 10 Deutsche Jagdterriers an einer Ausstellung in der Schweiz hat es vermutlich schon lange nicht mehr oder überhaupt noch nie gegeben. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es nötig ist, unsere Jagdhunde an Ausstellungen zu zeigen. Persönlich finde ich es jedoch gut, wenn wir unsere Hunde auch ab und zu einem nichtjagenden Publikum vorstellen. Vorurteile gegenüber dem Deutschen Jagdterrier können so oft ohne Worte widerlegt werden. Ich konnte erfahren, dass unsere Anwesenheit sehr geschätzt wurde. Anlässlich beider Zuchtprüfungen wurde die Form- und Haarbewertung vorgenommen. Nicht immer stossen die Beurteilungen bei den Hundeführern auf Verständnis. Auch an Zuchtschauen im Ausland haben Club-Mitglieder ihre Hunde vorgestellt. Besten Dank für die Präsenz bei unseren Freunden. Zuchtgeschehen Die Nachfrage nach dem Deutschen Jagdterrier hat sich im Rahmen vergangener Jahre bewegt. Hündinnen waren sehr gefragt, jedoch war das Geschlechterverhältnis der Welpen eher gegenteilig. Der eine oder andere musste deshalb zum Kauf eines Rüden überzeugt werden. Den Züchtern danke ich für ihr Engagement zugunsten unserer Rasse. Unserem langjährigen Zuchtwart, Max Stacher, möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich Dankeschön sagen für seine 23-jährige Tätigkeit als Zuchtwart. 23 Jahre ist eine unglaublich lange Zeit. Ausser in der bezahlten Politik ist heutzutage kaum noch jemand zu finden, der sich so lange uneigennützig engagieren lässt. Nicht nur die Züchter und die Zucht des Deutschen Jagdterriers in der Schweiz haben von seinem Fachwissen, seiner Kompetenz und seinem Fingerspitzengefühl profitiert.


Zukunft Im laufenden Jahr sind wir alle sehr gespannt auf die angekündigte Revision der eidgenössischen Jagdverordnung. Interessant und zukunftsweisend für unsere Rasse wird sein, wie der Bundesrat auf die Forderungen des Tierschutzes betr. Baujagdverbot agiert. Es ist zu hoffen, dass die beteiligten Sachverständigen alle Vorund Nachteile zusätzlicher Verbote und Einschränkungen seriös beurteilen und die richtigen Entscheidungen treffen. Unabhängig von der Entscheidung müssen wir stets Augen und Ohren offen halten. Wir müssen und wollen

aktuelle und zukünftige Erkenntnisse über die Jagd und der Hunde bei der Zucht und in der Ausbildung einfliessen lassen. Dabei denke ich an den Tierschutz, das Wesen, die Brauchbarkeit im Jagdbetrieb, die Gesundheit und an die Umwelt und die Gesellschaft. Dank... ...allen Mitgliedern des SCDJT für ihren Einsatz zugunsten des Deutschen Jagdterriers. Besonders allen Richtern für ihr Engagement, wenn sie gebraucht werden, den stillen Helfern im Hintergrund und allen Mitgliedern der KBG Oberburg, meiner Kollegin im Sekretariat und den Kameraden im Vorstand. Allen Freunden des Deutschen Jagdterriers im neuen Jahr viel Glück und Gesundheit, viel schöne Stunden mit den Hunden und ein gefreutes Weidmannsheil. Sepp Sticher, Präsident

Stab-Übergabe im SVC-Vorstand Anlässlich seiner Jahresversammlung am 7. März 2010 in Luthern wählten die Vereinsmitglieder das Vorstandsmitglied Martin Peter aus Uitikon zu ihrem neuen Präsidenten. Als zentrale Themen der kommenden Vereinsarbeit bezeichnet Martin Peter: – den Vorstehhund in der Schweiz als Vollgebrauchshund weiter etablieren durch jagdliche Auslese- und/oder Leistungszucht sowie entsprechende Angebote für die jagdliche Ausbildung und Anlage- und Leistungsprüfungen im Einklang mit den AGJ und JGHV Prüfungsordnungen; – Öffentlichkeitsarbeit für den Vorstehhund verstärken durch entsprechende Präsenz an jagdlichen Anlässen;

– Anerkennung der vom SVC betreuten Rassen in der Schweiz als Vollgebrauchshunde angesichts der sich ändernden Jagdarten und Wildbestände, v.a. Zunahme der Schwarzwildbestände; – ein positives Umfeld für die notwendigen Übungsmöglichkeiten für die Vorstehhunde in der Schweiz schaffen, mit dem angestrebten Ziel, Anlage- und Leistungsprüfungen für unsere Hunde auch in der Schweiz absolvieren zu können. Die Versammlung wählte den scheidenden Präsidenten, Dr. Walter Müllhaupt, zum Ehrenpräsidenten. Er hat nach 24-jähriger engagierter Tätigkeit im Vorstand, davon 20 Jahre als Präsident, Grosses

für unsere Jagdhunde, deren Züchter und Führer geleistet. Selber hat er drei Vorstehhunde zur erfolgreichen VGP geführt und führt heute einen Hannoverschen Schweisshund. In seine Amtszeit fielen u.a. die – Neugestaltung Clubnachrichten – SVC Homepage – EDV-Programm für die Anlage- und Leistungsprüfungen – 100-Jahr-Feier des SVC Seit zwei Jahren ist Walter Müllhaupt Präsident der AGJ, der Arbeitsgemeinschaft für das Jagdhundewesen. Zu ihrem Ehrenmitglied wählten die Vorstehhündeler

die aus dem Vorstand scheidende Yvonne Blatter. Yvonne Blatter war viele Jahre als zuverlässige Schafferin im Vorstand tätig. Sie hat selber rund ein halbes Dutzend Hunde durch die VGP geführt. Ihr Herz schlägt für DD, KlM und GM und mit GM und KlM hat sie auch erfolgreich gezüchtet. Der Schweizerische Vorstehhund-Club ist der Zuchtverein der kontinentalen Vorstehhunde: Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Grosser Münsterländer, Deutsch Langhaar, Pudelpointer, Stichelhaar, Griffon. Schweizerischer Vorstehhund Club Marc Lenzlinger, Club-Redaktor

WAIDWERK – Die neue TV-Marke für Jäger und Angler

Blattschuss So heisst die neue TV-Marke für Jäger, Angler und Naturfreunde, die der Dokumentationssender PLANET ab dem 1. März 2010 ins Programm genommen hat. Jeden Montag und Dienstag können die PLANETZuschauer zwischen 19.15 Uhr und 20.15 Uhr Dokumentationen und Reportagen zu den Themen Jagen und Angeln sehen. Das Programmfenster legt seinen Schwerpunkt auf Sendungen, die den deutschsprachigen Raum und Europa abbilden. Lokale Jagdreviere, heimische Flüsse und Seen sowie deutschsprachige Experten stehen im Mittelpunkt des WAIDWERK-Programms. Neben aktuellem Know-how im Jagd- und Angelbereich, wie die richtige Ausrüstung, die besten Jagd- und Angelreviere sowie die erfolgreichsten Fangmethoden, zeigen die Programme spannende Jagd- und Angelszenen, seltene Tieraufnahmen und die Schönheit der Natur. In der Schweiz ist TV-Planet über verschiedene Kabelnetzbetreiber zu empfangen. Weitere Infos zum Empfang unter: http://planet-tv.de/empfang

Über Positives und Vorbildliches wollen wir unter dieser Rubrik berichten. Wir freuen uns über jede Kurzeinsendung!

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Auch unser Club hat von seiner Persönlichkeit geniessen können. Im Besonderen denke ich da an seine Tätigkeit als Richter im In- und Ausland und seine Besonnenheit und Ruhe in Fragen der Jagd und der Hundezucht. Ich schätze es, ihn auch zukünftig als kompetenten Vertreter des DJT in unserem Club zu wissen.


Unterwegs

Kein Wald weit und breit. Ein Jäger weiss, dass Füchse und Marder hie und da durch Wohnquartiere streunen, sich die Turmfalken von den Domglocken nicht verscheuchen lassen, die Fledermäuse zur Stadtfauna gehören. Aber eine Wildsau zwischen Stachus und Isartor? Wohl nur als Wildbret auf dem Viktualienmarkt.

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KEILER FUSSGÄNGERZONE

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Foto: S. Mueller, TAM

Unterwegs


«Geweihtes» in der alten Augustinerkirche Am Hubertustag 1966 ging ein lang gehegter Wunsch – nicht nur der bayrischen Jägerschaft – in Erfüllung. Das Deutsche Jagdmuseum wurde feierlich eröffnet. Nach zähen Verhandlungen und aufwändigem Umbau der ehemaligen Augustinerkirche, wurde die weltberühmte Sammlung von Max Graf von Arco-Zinneberg – ursprünglich im Schloss Nymphenburg ausgestellt – end-

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Unten links: Der imposante Bronzekeiler vor dem Eingang des Jagdmuseums ist ein beliebtes Fotoobjekt. Unten: Den Treppenaufgang zum weissen Saal zieren kapitale Trophäen.

gültig in die Innenstadt verlegt. Im Zuge der Säkularisation war die Klosterkirche 1802 aufgehoben worden. Dr. Karl Sälzle, der erste Museumsdirektor, schilderte den desolaten Zustand nach dem Krieg: «Die Decke des Längsschiffes war herabgebrochen, man schritt über feuchte Stuckbrocken, übersät von toten Tauben, während die lebenden in allen Nischen nisteten und nach Belieben ein- und ausflogen, weil die Fensterscheiben fehlten.» Nichtdestotrotz war er felsenfest überzeugt: «Wenn überhaupt, kommt nur dieses Haus für uns in Frage.» Dem Visionär ist es zu verdanken, dass die hochkarätige Sammlung heute in diesem stimmungsvollen Ambiente gezeigt werden kann. Kristall-Lüster beleuchten den Treppenaufgang, kapitale Siegeszeichen begleiten den Besucher auf Schritt und Tritt. Die Trophäen werfen Schatten, wirken wie Hieroglyphen, die der erfahrene Weidmann zu entziffern weiss. Familienfreundlich Im Eingang an der Neuhauser Strasse 2 winkt über der Kasse tapsig der Grizzlibär. Die Kinder stürmen die Treppe hoch, stehen fasziniert vor den Dioramen. Putzige Frischlinge wühlen mit der Bache im Schlamm, wer hat schon eine Rotte so einträch-

Foto: Magda Ganz

Ein imposanter Bronzekeiler ist das Wahrzeichen des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums in München. Wenige Schritte vom Marienplatz entfernt, im hastigen Getriebe der Einkaufsstrasse, lagert das gutmütige «Borstenvieh». Kaum erspäht, springen die Kinder auf den Keiler zu, klettern furchtlos auf dessen Rücken und halten sich an den Tellern fest. Ein Bild fürs Familienalbum. Ob jung verliebt oder alt vertraut, aus Stralsund oder Shanghai, alle schmunzeln und verweilen. Die positive Begegnung mit dem Wildschwein motiviert die Touristen, früher oder später das Museum zu besuchen. Es lohnt sich unbedingt, selbst für Museums-Muffel.

Foto: Magda Ganz

Unterwegs

Von Magda Ganz

tig beieinander gesehen? Oder die glückliche Fuchsfamilie, verspielte Welpen vor dem Bau in der Obhut der Fähe, das Gamsrudel im Schnee, Böcke mit Krucken, die jeder Gebirgsjäger gerne heimbrächte. Ungewöhnlich ist die Inszenierung. Die detailgenauen Radierungen des bekannten Tier- und Landschaftsmalers Johann Elias Ridinger (1698–1769) inspirierten die Szenografen. Die historischen Vorlagen wurden gekonnt vergrössert und wirken verblüffend stilvoll und zeitlos. Die zurückhaltend gestaltete Umgebung lenkt nicht von den vorzüglich präparierten farbigen Wildfamilien ab. Ein innovatives Konzept des ersten Museumsleiters. Die Dioramen sind zugleich eine Hommage an den Künstler Ridinger, dem Jagd-Chronisten aus dem 18. Jahrhundert. Manuel Pretzl, Museumsdirektor, freut sich, wenn Eltern mit neugierigen Kindern durchs Museum pirschen und knifflige Quizfragen beantworten. In der Streichelecke dürfen die Kleinen dem Bärenjungen das Fell kraulen, berühren ist hier erwünscht. Verdutzt werden sie vor der Vitrine mit den «Wolpertingern» stehen, skurrile Fabeltiere, Mischwesen, die es so in der Natur nicht gibt: etwa einen gehörnten Hasen oder einen Fisch mit Habichtsschwingen oder Wildsaugewäff. Wo und wann wurden diese Prachtshirsche gestreckt? Die Apsis mit den hohen Kirchenfenstern ist – aus Jägersicht – wohl jederzeit eine spontane Pilgerfahrt nach München wert. Zu bewundern sind vier unvergleichliche Hirschgeweihe aus der Rominter Heide in Ostpreussen. Im Hirschlagerbuch sind die Träger dieser Trophäen namentlich registriert: «Leutnant» (24-Ender), «Matador» (22-Ender), «Augustus» (26-Ender) und der elfjährige «Odin» mit einem Geweihgewicht von 10,5 kg, wurden zwischen 1942 und Oktober 1944 erlegt, das heisst vor dem Einmarsch der russischen Armee. Die Rominter Heide war Staats-


Vom adeligen Zeitvertreib Die Beize im hohen Flug mit dem Falken, die Jagd auf Rot- und Schwarzwild, war das Privileg des Landesfürsten. Der niedrige Adel musste sich mit Fuchs, Reh und Hasen begnügen. In kriegslosen Zeiten war die Jagd die Lieblingsbeschäftigung der gekrönten Häupter. So verwundert es nicht, dass die kunstvollen Objekte in den Glasvitrinen vorwiegend aus adeligem Besitz stammen. Wurden diese

Hunter

Netz und Saufedern für die Wildschweinhatz.

schmucken Vorderlader jemals benutzt? Die Holzschäfte sind geschnitzt und mit Elfenbein-Intarsien veredelt. Nicht weniger fantasievoll sind die Pulverfläschchen geschmückt, ein profaner Gegenstand wurde zum Kunstobjekt. Das Museum besitzt eine besonders wertvolle Sammlung von Pulverbüchsen. Jedes Material schien sich zu eignen: Hummerschere und Muschelschale, eine Gamskrucke oder Steinbockhorn, Silberblech und Bergkristall. Hauptsache: prunkvoll dekoriert musste das Pulverhorn sein, mit Gold oder Silber beschlagen sowie mit jagdlichen Motiven verziert. In längst vergangenen Zeiten wurde mit kalten Waffen gejagt. Die Saufeder erinnert daran, dass nach der Sauhatz manch erschöpfter Jäger neben der Strecke liegenblieb. Er musste das zu Tode gehetzte Schwarzwild auf den Spiess auflaufen lassen, was vielen zum Verhängnis wurde.

Expedition Kit

Ein Gemälde, das nachhaltig in Erinnerung bleibt Jacques A. Volland ist Beirat im Förderverein des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums. Als Jäger, Forstingenieur und Historiker ist er bestens vertraut mit den Jagdritualen in der Barockzeit, der Geschichte der Wittelsbacher, dem bayrischen Königshaus. War die Parforcejagd ein Festival der Eitelkeit, zwar nicht auf dem roten Teppich, sondern im grünen Wald? Mag sein. Auf höfischen Sitten und ausgeklügelten Regeln beruhte das fürstliche «Open Air», das mehrere Tage dauern konnte. Zweifelsohne ein einzigartiges Erlebnis mit berittenen Jägern, Bläsern und rassenreinen Hunden. Der Künstler hat auf dem Oelgemälde einen entscheidenden Moment der Jagd festgehalten, den mir Experte Volland erklärt: «Es handelt sich hier um die Curée, dem Dank der Jäger, die Hunde werden genossengemacht.» Der Hirsch ist abgeblasen und ausgeweidet. Reiter, Treiber und Bläser in der bayrischen Galauniform versammeln sich um den Jagdherrn, ihm wird jeweils der Ehrenlauf überreicht. Die Meute wedelt und winselt. Als Weidrecht gehört ihr ein Teil der Innereien, allerdings die zarte Leber ist für die fürstliche Tafel bestimmt. Zuerst wurde der Leithund (Suchhund) mit dem Hirschhaupt belohnt, anschliessend ein Gemisch aus Schweiss, Fleisch und Innereien auf der Decke zubereitet. Heulend stürzen sich die Hunde auf die verdienten Leckerbissen. Die Eidgenossen haben die Vögte verjagt, pompöse Parforcejagden wie sie auf Gemälden und Radierungen geschildert werden, gab es wohl bei uns nicht, es fehlte

www.victorinox.com

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Vollblutjäger Maximilian Graf zu Arco-Zinneberg Im Stadtpalais am Wittelsbacherplatz wohnte der Graf mit seinen dreizehn Kindern und einem überwältigenden Sammelsurium von Trophäen aus aller Welt. Möbel und Leuchter aus Hirschstangen, wertvolle Waffen und rare Kuriositäten. An die 2000 Rehgehörne, Gamskrucken und kapitale Geweihe wurden im Nachlass erwähnt. Mit Respekt sprach man vom verwegenen Weidmann, der wohl auf die schützende Kraft seiner Amulette vertraute. In Silber gefasst, trug er an seiner Uhrenkette Grandeln, Krallen, Haken, Marderzähnchen und Knöchelchen, sie sollten ihn vor Unbill bewahren. In steiler Felswand kletterte er bis hinauf zum Adlerhorst, um die verwaisten Jungvögel zu bergen. Die Sammlung des Grafen wurde zum Grundstock des Deutschen Jagdmuseums.

Foto: Magda Ganz

revier, Reichsjägermeister Hermann Göring, der Nazi-Wilderer, hatte es auf die Edelhirsche abgesehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das 25 000 Hektar grosse Jagdgebiet mit dem legendären Rotwildbestand durch die russisch-polnische Demarkationslinie getrennt.


«München mag Dich » «Hab’ i’s net g’sagt, a Fremda! Glei’am Red’n hab’i’s g’merkt, glei’tun, als ob’s bei uns daheim’i wärn.» Keine Bange,einem derart verärgerten Münchner sind wir nicht begegnet, im Gegenteil. Heute wirbt das Stadtmarketing mit dem Slogan «München mag Dich». Wer wäre nicht gerne geliebt und fühlte sich in der faszinierenden Stadt willkommen? ■

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Ein paar Tipps, die sich bewährt haben Anreise: Vier Gründe sprechen für die Reise mit der Bahn: s Von Zürich, via St.Gallen, erreicht man mit dem Eurocity München in knapp vier Stunden. Ausgeruht und entspannt, kann das individuelle Programm, unmittelbar nach der Ankunft beginnen. s Mit dem Halbtax-Abo oder GA erhält der Tourist aus der Schweiz, auf der deutschen Strecke 25% Vergünstigung. s Wohin mit dem Auto? Es ist in einer Stadt, die man noch nicht kennt, eher lästig. s Mit der Citytour-Partnerkarte können alle öffentlichen Verkehrsmittel, kreuz und quer durch die Stadt, beliebig oft benützt werden. Die Karte gilt für fünf Personen, lohnt sich jedoch schon für zwei.

Foto: L. Kaster, TAM

Wohnen: Kostbare Zeit und Energie spart, wer zentral wohnt. Das Hotel Torbräu, ein historisches Haus in der Altstadt, empfehlen wir gerne. Es wurde rundum modernisiert.Vom Hauptbahnhof führen fünf direkte U- und S-Bahnlinien zum Isartor, wo sich das komfortable 4-Stern-Haus befindet. Zu Fuss erreicht man den Marienplatz und das Jagdmuseum in wenigen Minuten. Positiv aufgefallen sind die hilfsbereiten Mitarbeiter an der Réception und die aufmerksame Chef de Service im Frühstücksalon. «Möchten Sie wieder einen doppelten Espresso und nachher einen Earl Gray Tea?», begrüsste sie mich am zweiten Tag. Torbräu Hotel,Tal 41, D- 80331 München, www.torbraeu.de

Beliebter Viktualienmarkt – bayrische «Schmankerl» kosten zwischen gartenfrischen Blumen, Obst und Gemüse. Im Hintergrund die Türme der Frauenkirche, des Rathauses und St. Peter. Köstliche Schmankerl unter bayrisch blauem Himmel Auf dem beliebten Viktualienmarkt Blumen, Obst und gartenfrisches Gemüse, köstliche Häppchen und heitere Stimmung. Mahlzeit... es könnte besser nicht sein. Doch schon mahnt «der Alte Peter» zum Aufbruch, München hat noch so viele Trümpfe im Spiel. König Ludwig I hat die Kulturstadt an der Isar geprägt. In seinen Spuren werden auch heute Kunst,Theater und Musik gefördert. Die Pinakothek der Moderne, die Kunsthalle, das Lenbachhaus und Brandhorst-Museum überraschen mit hochkarätigen, zeitgenössischen Ausstellungen. Das Deutsche Museum begeistert technisch interessierte Besucher und die BMW-Welt ist für Jung und Alt ein grandioses Erlebnis. Sympathische Unternehmenskultur, überwältigende Architektur. Durch das Werk und das Museum werden diverse Führungen angeboten. Lehrreich sind die Workshops im «Junior Campus» für die Jungen (Reservation für Führungen empfohlen). Die U3 führt direkt vor den Haupteingang (Station Olympia Zentrum). Stadtführungen für Einzelgäste finden täglich um 10.30, 13.00 und 15.00 Uhr statt. Anmeldung ist nicht nötig, man trifft sich bei der Mariensäule vor dem Rathaus. Wo wir gerne einen anregenden Tag beschliessen Gault Millau hat uns tüchtig reingelegt. Sportlich war zwar unser Kultur-Marathon durch München, aber den FCBayern Fitness-Teller haben wir natürlich nicht gewählt.Verlockend schienen uns eher die Linguini mit schwarzen Trüffeln. Die Fischsuppe hat gefallen, der hausgebeizte Lachs ebenfalls, doch die restlichen Gerichte waren eine Zumutung.Waren das Trüffel oder Radiergummispähne? In den Medien ist der Gastgeber zwar ständig präsent, aber die Küchenbrigade war an jenem Abend wahrscheinlich ohne Chef. Glücklicherweise haben wir unser Lieblingsrestaurant doch noch gefunden und zwar das «Spatenhaus an der Oper». Kuffler-Kultur heisst hier: Gepflegte, holzgetäferte Stuben, flinker, aufmerksamer Service, Tafelspitz, gefüllte Kalbsbrust und die legendären Weisswürste aus der eigenen Metzgerei. Zauberhafter Blick vom ersten Stock auf die festlich beleuchtete Oper, mittendrin im königlich-historischen Herz Münchens. Das Spatenhaus wurde sozusagen unser bayrisches Stammlokal. Preis, Leistung und Genuss sind optimal. «Spatenhaus an der Oper», Residenzstrasse 12, U 4/5 Odeonsplatz. Magda Ganz Gemütliche Atmosphäre – Foto: Magda Ganz

Unterwegs

die wohlhabende Elite. Der Jagdschmuck der Kaiserin im Museum ist ein prachtvolles Juwel, es beweist wie fürstlich eine Gala im Jagdschloss zelebriert wurde. Kunstmaler Bert E. Ergert, bis 2007 hoch verdienter Leiter des Jagdmuseums, hat Jahr für Jahr ein farbenfrohes Jagdreiten organisiert. Dem Jagdherrn Ergert auf dem Schimmel Wuddy folgten jeweils an die fünfzig Rotröcke. Es fehlten weder Jagdbläser, noch Meute, an dieser optischen und akustischen Veranstaltung, die viele Gäste begeisterte. Im letzten November versammelten sich bayrische Jagdreiter im Park vom Schloss Schleissheim, es handelt sich selbstverständlich um ein unblutiges, sportliches Treffen. Die Fährte wird künstlich gelegt, das Ritual der Parforcejagd mit Signalzeichen, Curée und anschliessendem Bankett wird zur Freude aller Beteiligten, nach historischen Regeln befolgt. Seit 1982 befindet sich in der ehemaligen Augustinerkirche auch das Fischerei-Museum, das besucht werden kann. Das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum ist täglich (mit wenig Ausnahmen) von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen sind nach telefonischer Vereinbarung möglich. Direktor Manuel Pretzl hat verschiedene Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen und Workshops für Kinder geplant, doch konnte er uns noch keine präzisen Termine nennen. Es wird rechtzeitig informiert auf www.jagd-fischerei-museum.de Deutsches Jagdund Fischereimuseum, Neuhauser Strasse 2, München, Tel. 0049 89 22 05 22 .

Residenzstube im Spatenhaus.

Information: Deutsche Zentrale für Tourismus, Zürich


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Lebensraum

Wie tickt die

BIOLOGISCHE

UHR ?

Alles Leben ist chronometriert Dem Jäger werden sie ganz besonders bewusst, die Phänomene des chronometrierten Lebens; denn er begegnet ihnen auf Schritt und Tritt draussen in der Natur und in deren Geschöpfen, ja er spürt sie sogar an sich selber, zum Beispiel dann, wenn die innere Uhr tickt «es ist Jagdzeit»…

Felsennelke

Kleine Malve

Waldkauz

11

Wiesen-Salbei

12

Gartenrotschwanz

1

Bitterkraut

Amsel

2

10

Acker-Winde Acker-Ringelblume

9

3



Kohlmeise

4

8 Langhaariges Habichtskraut

7

Pippau

5

6

Buchfink

Grünfink

Doldiger Milchstern

Graslilie

Gemeines Steinkraut

Seerose Girlitz

Versuch einer adaptierten Darstellung der Linné’schen Blumenuhr in Kombination mit der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Vogeluhr auf bebildertem Zifferblatt.

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Schweizer Jäger 5/2010

Star Bachstelze

Bild: MCZL


Blumen- und Vogeluhr Je kultivierter und zivilisierter die Menschheit wurde, desto mehr verspürte sie das Verlangen nach Einteilung und Messung der Zeit, dieses kostbaren, aber vergänglichen Gutes. Die banale Frage «Wie spät ist es?» wurde zur Standard-Redewendung. Doch was tun, wenn keine Uhr zugegen ist? Ganz einfach: auf die Vögel hören und die Blumen beobachten! So legte der berühmte schwedische Naturforscher Carl von Linné, Begründer der biologischen Systematik, bereits 1751 eine Blumenuhr vor, die auf dem zeitlich gestaffelten Sichöffnen und Schliessen verschiedener Blütenpflanzen basierte und recht präzise zu sein schien. Noch detaillierter versuchte eine Vogeluhr aus dem 19. Jahrhundert eine Skala der Zeitmessung zu konstruieren; eine Kostprobe daraus: 1.30–2.00 Uhr: 2.00–2.30 Uhr: 2.30–3.00 Uhr: 3.00–3.30 Uhr: 3.30–4.00 Uhr: 4.00–4.30 Uhr: 4.30–5.00 Uhr: 5.00–5.30 Uhr:

Buchfink Mönchsgrasmücke Wachtel Weissbartgrasmücke Amsel Pirol Weidenmeise Hausspatz

Ein wichtiges Regelwerk ist die «Liebesuhr». Sie lässt Tiere erahnen, wann Fortpflanzungszeit ist. Doch nicht alle spüren den «Frühling» zur selben Zeit, wie das Beispiel einheimischer Schalentiere zeigt, welche die heissen Tage in die kühle Jahreszeit verlegen; so fällt die Brunft beim Hirsch auf Oktober, bei der Gams dauert sie bis November, und das Schwarzwild rauscht sogar erst im Dezember. Die Rehe dagegen paaren sich bereits mitten im Hochsommer, lassen dann aber die befruchteten Eizellen fast ein halbes Jahr ruhen, ehe die Einnistung in die Gebärmutter und damit das Embryonalwachstum einsetzt. Doch wie «tickt» eigentlich diese «Liebesuhr» – zum Beispiel bei den Rehen? Die länger werdenden Tage im Frühsommer stimulieren die Hypophyse und setzen dadurch die Produktion von Geschlechtshormonen in Gang. Den eigentlichen Brunfttermin bestimmen die Geissen, indem sie bereits in der Vorbrunft Pheromone (Dufthormone) aussenden, auf welche die Böcke reagieren. Doch wirklich paarungsbereit sind sie nur während weniger Stunden. Ähnlich wie beim Vogelzug, so spielt auch bei der Brunft das Wetter keine Rolle. Indirekt allerdings schon; denn Rehgeissen können bei ungünstiger Witterung die Tragzeit ein klein wenig verlängern, weshalb der Setztermin in der gleichen Population von Jahr zu Jahr etwas schwanken kann. Eine solche Zeitverschiebung überträgt sich dann aber auch auf den nächsten Eisprung und den erneuten Brunftbeginn. Der Paarungszeitpunkt ist also nicht vom Wetter, sondern vom letzten Setztermin abhängig. HH

Nun, jeder Frühaufsteher und Naturfreund weiss aus eigener Anschauung, dass dieser BioChronometer nicht allzu ernst genommen werden darf; denn Vögel zwitschern zwar zu festen Zeiten, jedoch zeitlich sich überlappend. Innere, biologische Uhr Im Bereich der Zivilisation trägt heute praktisch jeder Mensch eine Uhr am Arm, und überall befinden sich Zeitmesser, am Kirchturm, im Auto, in öffentlichen Gebäuden und in der privaten Stube. Ob wir uns jedoch bewusst sind, dass auch in unserem Körper Uhren ticken, und zwar deren Abermillionen? Das ganze Leben ist chronometriert, und alle Lebewesen, ob Mensch oder Einzeller, richten sich in ihrer Tagesrhythmik nach inneren, biologischen Uhren. Diese molekularen Schrittmacher steuern – der Erdrotation gehorchend – einen Grossteil der biologischen Funktionen in einer

Periode von ungefähr 24 Stunden, was etwa einem Tag entspricht. Dafür hat man, zusammengesetzt aus den lateinischen Wörtern circa (ungefähr) und dies (Tag) den Begriff zirkadianer Rhythmus geprägt; er wird gesteuert durch Lichtwahrnehmung über noch nicht schlüssig erforschte Rezeptoren. Die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, heisst Chronobiologie. Diese innere Uhr funktioniert wie ein Schwingkreis, der den Tagesrhythmus regelt. Sie hilft uns zum Beispiel beim Einschlafen oder Erwachen, kann uns aber auch irritieren bei Reisen in andere Zeitzonen durch den unangenehmen Jet-Lag. Oder sie verwirrt uns in unterirdischen Anlagen ohne Tageslicht, weshalb in militärischen Festungen und Kommandobunkern 24-Stunden-Zifferblätter zur Anwendung kamen. Missachtung des Biorhythmus kann sogar zu chronischen Erkrankungen von Schichtarbeitern

Die für den Fortpflanzungszyklus beim Reh verantwortliche biologische Uhr steht zwischenzeitlich still; denn obschon die Paarung im Sommer stattfindet, setzt das Embryonalwachstum – nach einer Eiruhe – erst Monate später ein. Schweizer Jäger 5/2010

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Lebensraum

Die Schweiz steht nicht nur für Schokolade, Käse und Maschinen; sie ist vor allem das Land der Uhren, die Wiege der mechanischen Zeitmessung. Die 1601 gegründete Maîtrise des horlogers de Genève war die wohl erste Uhrmacherzunft der Welt. Trotzdem erfanden nicht die Schweizer die Uhr; es war vielmehr die Natur! Zwar gab es vor der elektronischen und mechanischen Uhr auch schon Zeitmesser, so die Sonnenuhr mit dem wandernden Schatten, die Wasser- und Sanduhr sowie die Öl- und Kerzenuhr. Doch bevor sich der Mensch mit Zeitmessung befasste, kannte die Natur längst die biologische, die so genannt innere Uhr, ein ausgeklügeltes Meisterwerk, gegen das jeder Chronometer verblasst.

Liebes-Chronometer

Foto: Kurt Gansner

Von Heini Hofmann


Bild: MCZL

Lebensraum führen oder zu Konzentrationseinbussen, was die Häufung von Industrie-Störanfällen in den frühen Morgenstunden belegt.

Foto: Kurt Gansner

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Machen die Schwalben tatsächlich den Frühling? Die Forschung zeigt, dass der Reiseantritt den Zugvögeln angeboren und somit nicht wetterabhängig ist.

Die innere Uhr, die den Fortpflanzungszyklus steuert, tickt von Art zu Art unterschiedlich.Während die Brunft beim Hirsch auf den Oktober entfällt, dauert sie bei der Gams bis im November.

Geniales clock-Gen Momentan wird intensiv nach dem verantwortlichen Lichtempfänger tierlicher Biouhren geforscht. Nachdem feststand, dass die beiden Rezeptortypen der Foto: Kurt Gansner

Angeborenes Zeitgefühl Wie eine innere Uhr funktioniert, zeigt die Forschung am Beispiel Zugvögel, die sich nicht nach dem Wetter richten, sondern am saisonalen Verlauf der Tageslänge orientieren. Werden die Tage im Herbst kürzer, beginnen sie mit den Vorbereitungen für den Distanzflug durch Aufbau der Fettreserven (als Reiseproviant), nachdem sie schon vorher in der sommerlichen Mauser – vergleichbar dem grossen Service beim Auto vor der Ferienfahrt – ihr Federkleid erneuert haben. Als Treibstoffreserve fressen sie sich ein zünftiges Fettpolster an, oft

bis zur Verdoppelung des Eigengewichts. Selbst der Stoffwechsel wird während der Zugzeit derart umgestellt, dass die Vögel während des Langdistanzfluges bis zu 95 Prozent der notwendigen Betriebsenergie aus dem Körperfett beziehen können. Aber nicht nur die Physiologie, auch das Verhalten wird von der inneren Uhr umgepolt. Vor dem Zug werden viele sonst rein tagaktive Vögel plötzlich nachtaktiv. Selbst gefangen gehaltene Zugvögel zeigen diese nächtliche Unrast mit Hüpfen und Flattern, wobei diese Aktivitäten auf die angeborene Zugrichtung ausgerichtet sind und zudem bei Langstreckenfliegern ausgeprägter ausfallen als bei Kurzstreckenziehern. Dies deutet auf ein vererbtes Richtungs- und Distanzgefühl.

Keine Bahnhof-Uhren Als man Ende der fünfziger Jahre die biologischen Uhren bei Fliegen und Menschen entdeckte, ging man noch davon aus, dass ein solcher Zeitgeber nur im Gehirn angesiedelt sein könne. Doch nachdem solch zirkadiane Rhythmen auch in Bakterien, Pilzen und Pflanzen nachgewiesen wurden, die über keine zentralen Steuerungsmechanismen verfügen, erkannte man, dass auch Körperzellen über eigene biologische Uhren verfügen. Während man früher die Steuerung von Biorhythmen nur dem Gehirn zuschrieb, konnte die neuere Forschung nachweisen, dass es auch in Organgeweben und Einzelzellen Taktgeber gibt, die nicht bloss einfache Oszillatoren, sondern autonome Biozeitgeber darstellen, welche unabhängig von einer zentralen Schaltstelle funktionieren, also nicht wie BahnhofUhren an einer Mutteruhr hängen. Und dennoch scheint es einen Zusammenhang zu geben, indem die dezentralen Uhren der Wirbeltiere mit der Zirbeldrüse im Gehirn zusammen arbeiten, welche durch Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin den Tagesrhythmus steuert.

Schweizer Jäger 5/2010


Katzen als Uhren? VomTibet- und Chinareisenden Le Huc ist aus dem Jahre 1896 folgende Begebenheit überliefert: Er soll in China unterwegs einen Knaben, der gerade einen Ochsen hütete, gefragt haben, wie spät es sei und ob zwölf Uhr schon vorüber sei. Der Knabe sah nach der Sonne, die jedoch in Wolken gehüllt war. «Wartet einen Augenblick», sagte er und lief zum nahegelegenen Bauerngehöft. Bald kehrte er zurück, eine Katze unter dem Arm, zeigte auf deren Augen und meinte: «Es ist noch nicht Zwölf». Die Katze blieb bei diesem Prozedere ruhig, wie wenn sie gewohnt wäre, eine Uhr zu sein. Als Le Huc zu seinen Freunden zurückkam, fragte er diese verwundert, was dies für eine Bewandtnis habe. Sie lachten und holten ein paar Katzen herbei um zu zeigen, dass diese «Uhren» alle dieselbe Zeit anzeigten. Denn die Pupillen der Samtpfötigen würden bis zwölf Uhr mittags immer kleiner, schliesslich senkrecht-schlitzförmig, worauf sie sich wieder erweitern, bis sie um Mitternacht die Form einer grossen Kugel haben. Jedes Kind in China könne diese felinen Biouhren ablesen.

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Wer’s glaubt, zahlt einen Taler, denn die Pupillen reagieren natürlich auch kurzfristig auf sich verändernden Lichteinfall, je nachdem, wo sich eine Katze gerade befindet... HH

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Bild: ABT

Netzhaut, das heisst Zapfen und Stäbchen, für die Eichung der Biouhr entbehrlich sind, konzentriert sich jetzt das Interesse bezüglich Photorezeptorfunktion auf die sowohl bei Tieren wie Pflanzen verbreitete Gruppe von lichtaktiven Substanzen, die – entsprechend ihrer noch nicht enträtselten Funktion – Cryptochrome heissen. Man nimmt an, dass solch zirkadianer Lichtsensor Impulse ans Gehirn sendet, das dann Botenstoffe in die Blutbahn abgibt und so die Milliarden von Körperuhren mit der Erdrotation abstimmt. Weil der Zebrafisch eines der bestuntersuchten Modelle der Wirbeltier-Genetik darstellt, wurde an ihm die Aktivität des sogenannten clock-Gens untersucht, das im Tierreich massgebend für das Funktionieren der zirkadianen Uhr verantwortlich ist. Zur Ermittlung der Aktivität dieses clock-Gens mass man die Konzentration der BotenRNA, das heisst jener Genabschrift, die als Blaupause die Proteinfabriken steuert. Und siehe da: Die clock-Aktivität schwankte im Tagesablauf nicht bloss im Gehirn, sondern auch in andern Organen. Was wiederum dafür spricht, dass es sich bei den dezentralen Uhren nicht bloss um externe Zifferblätter einer Zentraluhr handelt.

Zwar funktionieren auch die Samtpfötigen nach der inneren Uhr; doch ihre schlitzförmigen Augenpupillen haben keine chronometrische Funktion, da sie je nach Lichteinfall am Aufenthaltsort anders reagieren. Die Schicksals-Uhr Neben der zirkadianen Uhr, welche die periodischen Abläufe des Lebens steuert, gibt es auch noch die langsamer, aber umso unerbittlicher «tickende» Lebensuhr, die bestimmt, wann die ersten Barthaare spriessen oder wann sich die weibliche Brust zu entwickeln beginnt, wann das Körperwachstum aufhört, wann die Haut altert und die Haare ergrauen. Dieser Schicksals-Chronometer, der individuell die Lebensspanne bemisst und über dessen Funktionsweise man noch rätselt, gleicht einer auslaufenden Sanduhr, die kein Sterblicher umdrehen kann, und die eines Tages – stillsteht. ■

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Jagdschiessen

Jagdschiessen Daten 2010 Jagdschiessanlage Mattwald Schrotkurs und Kugelschiessen nach Anmeldung an Heinz Gruber, 079 221 19 07, 027 956 19 07 Bei extremen Witterungsverhältnissen bleibt die Schiessanlage geschlossen. Jagdschiessanlage Oberboden Zumdorf, Hospental Übungsschiessen für Jedermann jeden Mittwoch ab 17.00 Uhr Kontakt: Peter Schmid, Hotel Rössli, Hospental am Gotthard, Tel. 041 887 13 76 Fax 041 887 02 82 Andreas Schmid, Rest. zum Dörfli, Zumdorf, Hospental, Tel. 041 887 01 32 a.i.schmid@bluewin.ch www.zumdoerfli.ch Jagdhof Felder Entlebuch Jagd- und Sportwaffen – Schiesszentrum – Schiessschule Die Innenschiessanlage ist während der Geschäftszeit geöffnet. Di–Fr: 8.00–12.00 und 13.30 –18.00 Uhr, Sa 9.00–15.00 durchgehend, Do Abendverkauf bis 20.30 Uhr, Mo geschlossen

12. Mai Training Kugel 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 15. Mai 75 Taubenmatch Jagdschützen Berken 12.30–19.30 Uhr Auskunft bei F. Gertsch, Tel. 062 961 25 04 oder www.jagdschuetzen-berken.ch 15. Mai Kugelübung, 13.00–18.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch

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Schweizer Jäger 5/2010

ohne Gewähr

21. Mai ● Übungsschiessen im Stand Zollhaus, Diana Sense 17.00–20.00 Uhr Kugel und Schrot, Wettschiessen Rote Fährte Sense 21. Mai Training Kugel + Schrot 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 26. Mai Übungsabend 17.30–20.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch 27. Mai Trainingsschiessen 18.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 28./29. Mai Hubertusschiessen im Kleinkaliberstand Gstipfj in Glis Fr ab 16.00 Uhr, Sa ab 08.00–16.00 Uhr Kleinkaliberwaffen werden zur Verfügung gestellt. Kantine vorhanden. Jeder Teilnehmer erhält einen Preis. Unter den bei der Preisverteilung anwesenden Teilnehmern wird ein Steingeissabschuss verlost. Hubertusjünger Glis K. Biderbost, 079 611 68 49 29. Mai Trainingsschiessen 18.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 29. Mai Schiesstraining für Anfänger und Fortgeschrittene Kugel + Schrot 13.30–17.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen

29./30. Mai 51. Bürser Jagdschiessen in der Bürser Schlucht Leitung des Jagdschiessens: Erich Plangg 2. Juni Parcours-Training 17.30–20.00 Uhr Kugelübung 17.30–20.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch 4. Juni Training Kugel + Schrot 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 4./5. Juni Kantonales Jagdschiessen AR Fr 16–20 Uhr; Sa 8.30–12, 13.30–17 Uhr; 17–18 Uhr Ehrenscheibe Schrot muss im Stand bezogen werden! Doppelschluss am Samstag 16 Uhr, weitere Weisungen sind im Stand angeschlagen 4./5. Juni 6. Schwyzer Kantonale Jagdmeisterschaft im Selgis, Muotathal Fr 18.00–20.00 Uhr Sa 10.00–12.00 Uhr So 13.30–15.30 Uhr Abgabe von drei Lebendpreisen – Nur für Schwyzer Jagdberechtigte 5. Juni Jagdparcours & Taubenmatch Jagdschützen Berken 12.30–19.30 Uhr Auskunft bei F. Gertsch, Tel. 062 961 25 04 oder www.jagdschuetzen-berken.ch 5./6. Juni 12. Jagdparcours im Klöntal Sa 13.30–18.00 Uhr So 08.30–16.00 Uhr, Standblattausgabe bis 15.00 Uhr Auskunft: Thomas Leuzinger, Präsident, Tel. 055 644 38 85 und 078 735 26 21 tomleuzinger@bluewin.ch 9. Juni Übungsschiessen 17.30–20.30 Uhr Jägerverein des Seebezirks, Diana du Lac

Die Schiessnadel an Hut oder Kittel ist das sichtbare Zeichen des weidgerechten Jägers, dass er auch seine Waffe beherrscht. Die Nadel trägt Jahrzahl und das Logo von JagdSchweiz. Sie kann an den bezeichneten Jagdschiessen erworben werden. Bestellungen der Schiessnadel (es werden nur Sammelbestellungen für Schiessanlässe ausgeführt) sind so früh als möglich zu richten an Verlag Schweizer Jäger, Pf. 261, 8840 Einsiedeln, Tel. 055 418 43 43, Fax 055 418 43 44, E-Mail: kontakt@ schweizerjaeger.ch, wo auch jede gewünschte Auskunft erhältlich ist.

12. Juni Trainingsschiessen 08.30–12.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 12./13. Juni 30. Jagdschiessen Pfannenstiel, Schiessanlage auf der Büelen, Meilen Sa 8–12 / 13–18 Uhr So 8–12 / 13–17 Uhr 16. Juni Training Kugel 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 17. Juni Trainingsschiessen 18.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 18. Juni ● Übungsschiessen im Stand Zollhaus, Diana Sense 17.00–20.00 Uhr Kugel- und Schrot 12./18./19. Juni Luzerner Kantonales Jagdschiessen 2010 in der Jagdschiessanlage KIGRO Grosswangen 19./20. Juni Eidgenössisches Bläserschiessen 2010 in der Jagdschiessanlage KIGRO Grosswangen und im Schloss Wyher Ettiswil


19. Juni Ăœbungsschiessen 13.30–18.00 Uhr Jägerverein des Seebezirks, Diana du Lac 19. Juni Schiesstraining fĂźr Anfänger und Fortgeschrittene Kugel + Schrot 13.30–17.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 19./20. Juni ZĂźrcher Oberländer Jagdschiessen, PfäfďŹ kon ZH Sa 13.30–18 Uhr So 9–12, 13–15.30 Uhr Reichhaltiger Gabentisch 19./20. Juni Urner Jagdschiessen 2010 Jagdschiessanlage Standel Sa 13–18 Uhr So 09–12, 13–17 Uhr Schiesspläne ab 15. April unter www.urnerjaegerverein.ch Mobile 079 425 52 64 20. Juni 100er-Tontaubenmatch 25 Jahre SportschĂźtzen Vuggs-Ballma, Täsch Training: 19. Juni ab 13.00 Uhr Preisgeld: Fr. 3000.– Sichere Teilnahme durch Voranmeldung: Tel. 079 653 40 86

An Schiessen mit blauem Punkt � kann die Schiessnadel erworben werden. Auskßnfte ßber die Schiessnadel und Bestellungen: Verlag Schweizer Jäger, PF 261, 8840 Einsiedeln, Telefon 055 418 43 43, Fax 055 418 43 44, kontakt@schweizerjaeger.ch

26. Juni Trainingsschiessen / Gruppenwettkampf 08.30–12.00 Uhr, 13.00–16.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch

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30. Juni Ăœbungsabend 17.30–20.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch 2. Juli â—? Ăœbungsschiessen im Stand Zollhaus, Diana Sense 17.00–20.00 Uhr Kugel und Schrot 2. Juli Training Kugel + Schrot 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 2./3./4. Juli Jagdschiessen Goldingen im ÂŤTĂśbeliÂť in Goldingen Programme erhalten Sie bei: T. Oberholzer, 055 284 16 72, jagd.goldingen@bluewin.ch 7. Juli Training Kugel 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 7. Juli Ăœbungsschiessen 17.30–20.30 Uhr Jägerverein des Seebezirks, Diana du Lac 8. Juli Trainingsschiessen 18.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 12. Juli Kugel reserviert PJV 17.30–20.00 Uhr Nur SchrotĂźbung 17.30–20.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch

Jagdschiessen

19. Juni Ăœbungstag 13.00-18.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch

26. Juni Vereinsjagdschiessen des Glarner Jagdvereins (GJV) 09.00–15.00 Uhr Jagdstand Aeschen, Oberseetal, Gemeinde 8752 Näfels

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15. Juli Trainingsschiessen 18.00â&#x20AC;&#x201C;20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 16. Juli Training Kugel + Schrot 18.30â&#x20AC;&#x201C;20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 22. Juli Trainingsschiessen 18.00â&#x20AC;&#x201C;20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 24. Juli Ă&#x153;bungsschiessen 13.30â&#x20AC;&#x201C;18.00 Uhr Jägerverein des Seebezirks, Diana du Lac

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18./19. Juni Traditionelles Jagdschiessen (Jagdparcours) der Jägervereinigung Sarganserland in Vättis Fr 13.30â&#x20AC;&#x201C;20.00 Uhr Sa 09.00â&#x20AC;&#x201C;16.30 Uhr (siehe auch Seite 54)

24./25. Juli â&#x2014;? 24. Urschner Jagdschiessen 2010 im Oberboden, Zumdorf Jagdschiessanlage zwischen Hospental und Realp Kontakt: Peter Schmid, Hotel RĂśssli, Hospental am Gotthard, Tel. 041 887 13 76 Fax 041 887 02 82 Andreas Schmid, Rest. zum DĂśrďŹ&#x201A;i, Zumdorf, Hospental, Tel. 041 887 01 32 a.i.schmid@bluewin.ch www.zumdoerďŹ&#x201A;i.ch 29. Juli Trainingsschiessen 08.30â&#x20AC;&#x201C;12.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch

Schweizer Jäger 5/2010

53


Jagdschiessen

5. August Trainingsschiessen / Seniorenschiessen 15.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 7. August Jagdschiessen Grün Bruch 13.00–16.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 6. August Training Kugel + Schrot 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 7. August Jagdparcours Jagdschützen Interlaken Jagdparcours 75 Tauben, 12 Finalisten zusätzlich 25 Tauben, letzte Standblattausgabe 11.00 Uhr, Teilnehmerzahl: 36 (nach Datum der Anmeldung), Verpflegung im Beizli, Training möglich am Donnerstag, 5. August, ab 17.30 Uhr Anmeldung: Ferdinand Gertsch, 079 431 54 68 www.jagdschuetzen-interlaken.ch 9. August Kugel reserviert PJV 17.30–20.00 Uhr Nur Schrotübung 17.30–20.00 Uhr www.jagdschuetzen-berken.ch 11. August Letztes Training, Kugel 18.30–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen 12. August Trainingsschiessen 18.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 14. August Übungsschiessen 13.30–18.00 Uhr Jägerverein des Seebezirks, Diana du Lac

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Schweizer Jäger 5/2010

14. August Trainingsschiessen 08.30–12.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch 19. August Trainingsschiessen 18.00–20.00 Uhr Jagdschiessanlage Standel www.urnerjaegerverein.ch

21. August ● Diana Jagdschiessen Kugel + Schrot 08.00–17.00 Uhr Jagdschiessanlage Mattwald Auskunft: 079 221 19 07 Jagdverein Hubertus, St. Niklausen

21./22. August 6. Walliser Jagdparcours in Oberwald (Gerental) Sa 13–18, So 8–17 Uhr Organisator: Diana Goms Kontakt: Adrian Imwinkelried, 3904 Naters, 079 608 08 77

Jagdschiessen Jägervereinigung Sarganserland Am Freitag, 18. Juni, von 13.30 bis 20.00 Uhr und am Samstag, 19. Juni 2010, von 09.00 bis 16.30 Uhr, führt die Jägervereinigung Sarganserland im Bergdorf Vättis ihr traditionelles Jagdschiessen (Jagdparcours) durch. Der Jagdparcours findet in der näheren Umgebung des

300-m-Schützenstandes statt (ist signalisiert). Die Infrastruktur, Festwirtschaft, Anmeldung, Büro usw. ist beim 300-m-Schützenstand. Der Jagdparcours besteht aus 5 Schüssen, auf 5 verschiedene Wildtierscheiben, ohne Probe (Der erste Schuss zählt)! Jeder Teilnehmer erhält ein ge-

diegenes Erinnerungspräsent und für die besten 50 Schützen gibt es lohnenswerte Naturalgaben! Genaue Unterlagen anfordern oder offene Fragen klären können Sie ab Mitte Mai bei: OK-Präsident Karl Kohler, Halde 12, 7315 Vättis, Telefon 079 476 11 60, karl.kohler@axpo.ch

SCI Bavaria Grosskaliberschiessen und Neuwahlen Mitte März 2010 fand in der Frankonia-Jagd-Schiessanlage in Amerdingen das traditionelle Grosskaliberschiessen des Safari Club International Bavaria Chapters statt. Ganztags konnte man an den verschiedenen Kugelständen seine Schiessfertigkeit üben, nachmittags wurde auch die Möglichkeit geboten, das Flintenschiessen zu praktizieren. An allen Ständen waren sachkundige Mitarbeiter der Firma Frankonia zugegen, die auch praktische Tipps zur Verbesserung der Schiessergebnisse gaben. Höhepunkt des Tages am Schiessstand war das Grosskaliberschiessen «auf den annehmenden Büffel». 1. Schützenkönig wurde Franz H. Zambelli Sopalú; den 2. Platz belegte Fritz Hörmannsdorfer und Dritter wurde Philipp Ullmann. Am frühen Abend fand dann die diesjährige Jahres-

hauptversammlung statt. Bei den turnusgemäss anstehenden Wahlen für die Wahlperiode 03/2010 bis 03/2013 wurden folgende Mitglieder gewählt: Norbert Ullmann, Präsident; Franz H. Zambelli Sopalú, stellv. Präsident; Peter Drollin-

ger, Dr. Steffen Heitland und Axel Kuttner, Vizepräsidenten; Bernhard Knöbel, Werner Lettl und Philipp Ullmann, Vorstandsmitglieder. Norbert Ullmann, Forsthart

Die Schützenkönige des Grosskaliberschiessens 2010 und Mitglieder des Vorstandes des SCI Bavaria Chapter: Philipp Ullmann; Franz H. Zambelli Sopalú; Norbert Ullmann, Dr. Steffen Heitland; Fritz Hörmannsdorfer und Axel Kuttner (vlnr).


Jagdschiessen

Missliebiges und Negatives finden Sie unter diesem Titel. Entsprechende Kurzmeldungen aus dem Leserkreis publizieren wir an dieser Stelle.

Praxisgerechte Jagdvorbereitung Veranstaltungen des Berner Jägerverbandes Pirsch am Sustenpass 28./29. August 2010 Samstag 08.00–19.00 Uhr Sonntag 08.00–17.00 Uhr Schiessplatz ab Hotel Steingletscher (3863 Sustenpass, Berner Seite) signalisiert. Auskunft: 079 222 40 04 (OK, R. Rohrbach).

Pirsch Rouchgrat 6./7. August 2010 Freitag 14.00–19.00 Uhr Samstag 08.00–12.00 Uhr 13.00–17.00 Uhr Schiessplatz ab 3538 Röthenbach i. E. signalisiert. Auskunft: 079 235 43 43 (OK, F. Catocchia).

Die praxisgerechte Jagdvorbereitung für verantwortungsbewusste Jägerinnen und Jäger! Zusätzlich zu den Pirschgängen stehen wiederum die Anlagen für den Schrotschuss zur Verfügung (Rollhasen/Wurftauben). Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

12. Jagdparcours von Berken Am 18. April führten die Berkener Jagdschützen den 12. Frühlings-Jagdparcours durch. Die Schützen massen sich bei schönem Wetter im Wettkampf um schöne Fleischpreise. Der Tagessieger heisst Széchényi Bela aus Hünibach mit 65 Treffern von total 75! Herzlichen Dank allen Teilnehmern und Gratulation den Gewinnern. Besten Dank ebenfalls allen Sponsoren und Helfern des Vereins. Fritz Gertsch

Rangliste Kat. Senioren: 1. Ruedi Meyer, Langenthal, 61; 2. Ueli Lischer, St. Niklausen, 60; 3. Marco Allenbach, Adelboden, 57; 4. Lothar Völker, Sax, 55; 5. Rudolf Graber, Niederönz, 55; 6. Beat Matti, Saanen, 55; 7. Joseph Gwerder, Muotathal, 53; 8. Dyonis Imboden, Täsch, 50; 9. Stefan Dobler, Gelterkinden, 40; 10. Patrice Sommer, Kleindietwil, 34; 11. Urs Rotzetter, Aarwangen, 30; 12. Michael Wüthrich, Bützberg, 23. Kat. Veteranen I + II: 1. Bela Széchényi, Hünibach, 65; 2. Hans Wenger, Bühl b. Aarberg, 64; 3. Gyula Széchényi, Thun, 61; 4. Martin Reiter, St. Gallen, 60; 5. Werner Gasser, Heimenschwand, 58; 6. Toni Fritschi, Reigoldswil, 47; 7. Marco Calzavara, St. Gallen, 46; 8. Pascal Ruhle, Kloten, 41; 9. Franz Felder, Entlebuch, 37; 10. Rolf Vogt, Strengelbach, 26. Kat. Junioren: 1. Lucien Ruhle, Kloten, 51; 2. Benjamin Streit, Steffisburg, 50. Kat. Damen: 1. Bonnie Hamann, Zürich, 44; 2. Ivana Mellon, Hünibach, 36.

Forst hintergeht BJV

Fehlschuss Ein «Geheimpapier», das eine hochrangige Arbeitsgruppe aus Ministerialen, Förstern und Wissenschaftlern ohne Beteiligung der Jäger im bayerischen Landwirtschafts- und Forstministerium erarbeitete, bringt die Jägerschaft in Wut. In dem geheimen Gutachten werden Vorschläge unterbreitet, wie die Gesellschaft auf den geplanten Umbau der Wälder – Stichwort Klimawandel – und auf eine grundlegende Veränderung der Jagd vorbereitet werden soll. Weil die im Bayerischen Landesjagdverband zusammengeschlossenen Grünröcke ohnehin «konservativ und uneinsichtig» seien und «verfilzten Strukturen» unterlägen, sollten Waldbesitzer künftig Front gegen sie machen. So lautete ein Vorschlag. Wie das geschehen soll, liest sich in dem Dossier der eigens gebildeten Projektgruppe, zu der neben einem Marketing-Unternehmen auch hochrangige Mitarbeiter der Landwirtschaftsämter, der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sowie Ministeriumsmitarbeiter gehörten, so: Wildschadensmeldungen, Argumentationsketten und «rhetorische Fallen». Oberste Priorität habe das Gesetz in Bayern: «Wald vor Wild». Gleichzeitig wird empfohlen, den winzigkleinen Ökologischen Jagdverband (ÖJV), von Forstleuten dominiert, dem ungeliebten Bayerischen Landesjagdverband (BJV) mit immerhin 43 000 Mitgliedern «öffentlich gleichzustellen und jeweils immer beide Spitzen zu öffentlichen Anlässen einzuladen». Die Demontage des BJV soll nach Ansicht der Projektgruppe zudem von einer Aufklärungskampagne in den Medien begleitet werden, um die Öffentlichkeit auf den Umbau von Wald und Jagd günstig einzustimmen. Jetzt hagelt es Proteste aus der Jägerschaft und der Politik. «Mit äusserster Schärfe» protestierte der BJV «gegen forstministerielle Bestrebungen, die Jäger aus ihrer Aufgabe eines artengerechten Wildmanagements zu verdrängen». Der derzeitige Landwirtschaftsminister, vor dessen Amtsantritt das Geheimpapier verfasst wurde, zog das Gutachten aus dem Verkehr. Die Jäger bekamen eine Entschuldigung für «überspitzt festgehaltene Formulierungen». P.B. Schweizer Jäger 5/2010

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Erinnerung an eine ERFOLGREICHE Jagdgeschichten

NACHSUCHE im Jahr 2007 Es ist der erste Jagdtag der Walliser Hochjagd. Ich stehe neben meinem Wagen auf dem Parkplatz an der Simplonstrasse und suche mit dem Feldspiegel nach Wild. Es ist kurz nach halb acht Uhr morgens, als mich das Vibrieren meines mobilen Telefons in meiner Hosentasche aufschrecken lässt. Während ich nach meinem Handy greife, denke ich bei mir, es könnte sich um eine Anfrage für eine Nachsuche handeln. Schon meldet sich eine mir vertraute Stimme, die mir mitteilt: «z’Koni het uf na Stier gschossu, wier chänenu aber nit findu, chom schisch bitte mim Hund cho nasüechu!» Was mir mein Kollege, z’Manz Murri, soeben mit erhöhtem Adrenalinspiegel mitteilt, veranlasst mich zu keinen weiteren Fragen. So beschliessen wir, uns in einer Stunde am Ort des Anschusses zu treffen. Beim Einsteigen ins Auto, sage ich zum Hund «Asso», einem Deutschen Kurzhaar, welcher meinem Jagdkollegen Schmidhalter Peter gehört: «So jetz geits los, gäwer ga lüegu, wa isch der Hirsch.» Sofort wedelt der Rüde mit seiner kopierten

Schweisshund «Asso», ein unermüdlicher Champion an der langen Leine.

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Schweizer Jäger 5/2010

Rute und signalisiert mir sein aufdrängendes Verlangen, seine schon mehrmals erfolgreichen Nachsuchen um eine weitere ergänzen zu wollen. Als ich bei der vereinbarten Flurstrasse eintreffe, erwarten mich der Schütze, z’Imfäld Koni, und sein Sherpa Murri bereits in voller Aufregung. Nach der Begrüssung schildern mir die beiden, wie der Hirsch nach der Schussabgabe reagiert hat. Obwohl der Hirsch mit beiden hinteren Läufen stark nach hinten ausgeschlagen habe, könne am Anschuss kein Schweiss gefunden werden. So beschliesse ich, mich am Ort des Geschehens selbst einmal gründlich umzusehen. Hund «Asso», den ich inzwischen mit der langen Schweissleine ausrüste, lege ich einige Meter vom Anschuss entfernt ins Platz. Anschliessend betrete ich die Stelle, wo der Hirsch laut Aussagen von Murri gestanden und gezeichnet hat. Sofort fallen mir die vier Schalenabdrucke des Hirsches auf, welche dieser nach der Schussabgabe im Herd hinterlassen hat. Jedoch weder Schweiss noch Schnitthaare können wir entdecken. So beschliesse ich, mit dem Hund die Suche aufzunehmen und bitte den Schützen Koni, mir stets dicht zu folgen. Ich rufe «Asso», welcher bereits vor Aufregung und Tatendrang am ganzen Körper zittert, zu mir. In ruhigem Ton erteile ich dem Hund den Suchbefehl: «Asso such verwund!» Witternd die Nase stets filtrierend zum Boden gerichtet, fordert mich der Hund

auf, ihm zu folgen. Es dauert nicht lange, bis wir ein Waldgebiet erreichen, in dem dichte Fegföhren sowie umherliegendes Lawinenholz ein rasches Fortbewegen erschweren. Immer noch können wir weder Schweiss noch sonstige Merkmale erkennen, welche auf die Gewissheit eines Treffers schliessen lassen. Einzig das Verhalten des Hundes, welcher mir mit seiner geradezu schienenähnlichen Spurfolge die Richtung weist, lassen mich an der Schweissleine keine Sekunde zweifeln, dass dieser Hirsch angeschossen ist. Nach vierzig Minuten und ca. einem Kilometer Nachsuche in unwegsamem Gebiet, verweist mir der Hund zum erstenmal drei kaum sichtbare Bluttropfen auf einem Stein. Ich warte nun bis Koni, welcher wenige Tage zuvor seinen 65. Geburtstag feiern konnte, zu mir aufschliessen kann. Nach einer kurzen Verschnaufpause folgen wir erneut unserem vierbeinigen Wegweiser. Doch diesmal dauert es nicht all zu lange, da stöbern wir den Hirsch im dichten Unterholz in einem Wundbett auf und zwingen ihn erneut zur Flucht. Leider ist beim kurzen Sichtkontakt weder genaues Ansprechen, noch eine Schussabgabe möglich. Erstaunt sind wir, als wir auch im Wundbett keinen Tropfen Schweiss entdecken können. Das Winseln, Drängen und Ziehen des Hundes auf der jetzt vor uns liegenden Frischfährte, verleiht uns neue Kräfte und die Hoffnung, den Hirsch baldmöglichst finden oder stellen zu können.


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HundefĂźhrer Norbi und sein Jagdkollege Salomon freuen sich mit dem SchĂźtzen Ăźber diesen Erfolg. Als ÂŤAssoÂť plĂśtzlich vor mir auf einer Ă&#x153;bergangskuppe zu einem steinigen Gelände vorsteht, bemerke ich, dass mir Koni in dem von mir bezeichneten ÂŤUrwaldÂť nicht mehr folgen kann. Da sehe ich ca. 30 Meter vor mir den Hirsch, der breit steht und zu mir herĂźberschaut. Sofort erteile ich ÂŤAssoÂť den Befehl: ÂŤWarte!Âť Auf mein leises Rufen ÂŤKoni ich gseh der Hirsch, wa bisch de?Âť, hĂśre ich nicht weit entfernt ÂŤchumu ja schoÂť. Total aufgewĂźhlt legt sich der SchĂźtze kurze Zeit später an meine rechte Schulter und sagt zu mir: ÂŤNorbi, ich bi ďŹ x und fertigÂť. Während ich versuche beruhigend auf Koni einzureden, lĂśst sich der Schuss aus seiner Winchester 300 Mag. und lässt den Hirsch mit einem sauberen Blattschuss im Feuer zusammenbrechen. Die Strapazen der vergangenen drei Stunden kommen jetzt zum Tragen und noch bevor wir uns dem Hirsch nähern, liegen sich SchĂźtze und HundefĂźhrer erschĂśpft in den Armen. Als wir Minuten später vor dem Hirsch stehen, kĂśnnen wir dieses Jagd-

glĂźck nicht in Worte fassen. Ein junger, gut veranlagter, 174 kg schwerer, gerader Vierzehnender liegt vor uns. Nachdem wir den Hirsch auf den Einschuss des ersten Schusses absuchen, kĂśnnen wir nicht glauben, was wir sehen. Bei der talwärts abgegebenen Schussabgabe hat das Teilmantel-Projektil die Kniescheibe des unten liegenden vorderen Laufes wie mit einem Bohrer durchschlagen. Auf der darauf folgenden Flucht schwoll das Bein zu seiner dreifachen GrĂśsse an. Einzig die weidmännische und ethische Einstellung des Jägers, sein beschossenes StĂźck nachsuchen und ďŹ nden zu wollen, haben hier zum Jagderfolg gefĂźhrt! Einmal mehr hat die Praxis aufgezeigt, dass das AufďŹ nden eines angeschossenen Wildes auch ohne Blutverlust erfolgreich sein kann. Unbeschreiblich gross ist daher die Freude Ăźber diesen Hirsch. Abends während einem herrlichen Raclette im Ferienchalet unseres hervorragenden Gastgebers Hans Fercher, erfolgt unter anderem folgender Eintrag ins Gästebuch: Um 21.45 Uhr konnte der SchĂźtze nur noch lallen. Norbert Heldner

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REHWILD

Das Rehwild gehört zur Niederen Jagd. Doch wegen der grossen Popularität um den «Hirsch des kleinen Mannes» haben sich zahlreiche Begriffe in der Jägersprache gebildet.

Bock

Licht

Lauscher

Windfang Ziemer Widerrist

Träger

Stich Vorderlauf Pinsel Kurzwildbret Geäfter Ballen Schalen

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Dünnungen

Text und Bilder: Birte Keil Bock Dieser Bock in der roten Sommerdecke hat aufgeworfen, um zu sichern – er hat etwas vernommen. Einen Moment wird er noch verhoffen, um sich durch Äugen und Winden besser zu informieren. Bei Gefahr wird er flüchtig abspringen. Wenn er in hohen Fluchten davonstürmt, überfällt er Hindernisse und kleinere Gewässer. Sind sie zu breit, kann er sie auch durchrinnen. Hat er die Gefahr nicht als ernsthaft eingestuft, wird er bald wieder vertraut ziehen und hoffentlich nicht vergrämt sein. Hat er über vertraute Wechsel seinen Einstand erreicht, schlägt er sich ein Bett und tut sich nieder, um endlich seine Äsung (Geäse) wiederzukäuen. Nach kurzer Ruhe wird er wieder hoch, löst sich und nässt. Er steht in diesem Revier schon länger als Platzbock, und um das anderen Böcken kund zu tun, markiert er seinen Einstand mit Schlagen und Plätzen. Er fegt nur ein bis zwei Tage, um den Bast (die Haut, die das wachsende Gehörn umhüllt und versorgt) loszuwerden. Im Frühsommer ist er feist. Nach den Anstrengungen der Brunft wird er nicht mehr so gut bei Wildbret sein. Er wird Ricken (Geissen) suchen, treiben und beschlagen. Vielleicht muss er mit anderen Böcken kämpfen, wobei nicht allein die Stärke entscheidet, ob einer der Kontrahenten abgeschlagen oder geforkelt wird. Wenn sich mit der Blattzeit (die Zeit, in der Böcke am besten auf das Blatt springen) das Ende der Brunft nähert, können Anstrengungen und Verletzungen dazu führen, dass er stark abkommt, wenn er nicht sogar verendet und als Fallwild verludert. Sollte er aufs Blatt springen (falls er nicht vorher durch zu viele falsche Töne verblattet wurde), hat er die Chance, dass der Jäger ihn fehlt. Trifft der Schuss ins Leben, in die Kammer, bricht er nach kurzer Flucht verendet in der Fährte zusammen. Traf der Schuss ihn schlecht, wird er sich nach längerer Flucht ins Wundbett setzen. Die


Aug-, Vorder- oder Kampfsprosse

Hinterspross

Rillen oder Riefen

Stange

Perle Rose Rosenstock Stirnlocke Muffelfleck Lecker Äser

hoffentlich erfolgreiche Nachsuche endet mit dem Fangschuss, wenn er nicht mit dem Nicker abgefangen werden muss. Danach wird er aufgebrochen und zu Hause aus der Decke geschlagen und zerwirkt.

Noch ist nicht zu erkennen, ob es sich beim Nachwuchs um ein Bock- oder ein Rickenkitz handelt. Ist das Kitz früh genug gesetzt und kräftig, kann man es im Winter an Pinsel und Erst(lings) gehörn als Kitzbock ansprechen. Mit Anfang des neuen Jagdjahres wird er zum Jährling(-sbock), seine weiblichen Altersgenossen zu Schmalrehen. Ob in den nächsten Jahren ein Kümmerer, ein braver oder guter Bock daraus wird, vielleicht gar ein Starker oder Kapitalbock – wer weiss. Beim Abwerfen der Stangen kann man nur mutmassen, was für eine Krone er im nächsten Frühjahr trägt, wenn er blank verfegt hat. Daher wird man während der Kolben- oder Bastzeit versuchen zu beobachten, was er schiebt (oder aufgesetzt hat). Es besteht immer die Möglichkeit, dass das Gehörn abnorm wird. Geht alles seinen normalen Gang, kann er als Jährling sowohl ein Knopfbock als

Ricke/Geiss

Kruppe Wedel

Ricke – Kitze Diese Ricke hat noch eine weitgehend graue Decke, das Winterhaar. Sie wird erst verfärben, wenn ihr Kitz aus dem Gröbsten heraus ist, auch wenn an einigen Stellen schon etwas Sommerhaar hervorlugt. Schon als sie hoch beschlagen war, hat die Tracht sie sehr beansprucht, und als sich die Setzzeit näherte, musste sie schliesslich für zwei äsen und schöpfen. Da hatten es die gelten (alte, nicht fruchtbare) oder übergangene (nicht beschlagene) Stücke einfacher. Da sie ein Kitz führt, hat sie eingefallene Dünnungen und eine deutlich sichtbare Spinne. Die auffallenden langen weissen Haare, die im Winter als Spiegel mit anhängender Schürze das Feuchtblatt verdeckten, verschwinden in der Färbezeit, so dass auch der unauffällige kleine Wedel und das Weidloch besser zu sehen sind.

auch ein Spiesser, (Ungerader) Gabler oder auch schon ein (Ungerader) Sechser sein. Bis aber ein Jährlingsbock daraus wird, ist im Moment noch lange hin. Sollte jemand ihrem Kitz zu nahe kommen, wird die Ricke laut schrecken. Fiept oder klagt das Kitz, zögert sie nicht, kleinere Angreifer mit kräftigen Schlägen der Läufe zu vertreiben. Im Herbst schliessen sich beide einem Sprung anderer Rehe an. Auf den Äckern fährten sie sich dann regelmässig: Im weichen Boden lassen sich die Abdrücke der Schalen und Ballen in den zierlichen Trittsiegeln gut erkennen. Bei einer Fluchtfährte drücken sich auch die Geäfter ■ (Oberrücken) ab.

Keule

Weidloch Spiegel Blatt Schürze Spinne Vorschlag Hinterlauf Kitz

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Jägersprache

Mittelspross oder Stangenende


GESCHÜTZTE

SÄUGETIERE

1

Obenstehende Abbildung zeigt schlafende Langohrfledermäuse. Fledermäuse sind nachtaktiv. Wie erfolgt die Orientierung im Flug?

2

Woraus besteht die Nahrung der Fledermäuse?

A

hauptsächlich aus Insekten, die im Flug erbeutet werden

B

zu einem beträchtlichen Anteil aus Früchten und Beeren

C

Die Nahrung ähnelt der der Bilche.

3

In verschiedenen Teilen der Schweiz haben sich wieder Biberpopulationen gebildet. Wie sind diese Vorkommen in erster Linie entstanden?

A

durch Aussetzaktionen

B

durch entkommene Biber aus Pelztierfarmen

C

durch Zuwanderer aus dem Osten

Wodurch erleidet der Igel jedes Jahr die stärksten Verluste?

A

durch den Strassenverkehr

B

durch landwirtschaftliche Maschinen

C

durch Raubwild

4

5

6 Woraus setzt sich die Hauptnahrung der Igel zusammen?

Der Biber ernährt sich zu einem grossen Teil von Rinde und Zweigen verschiedener Bäume. Welche Bäume bevorzugt er?

A

Insekten, Spinnen, Würmer

B

Mäuse und Schlangen

A

Fichte und Kiefer

C

Vogelbrut, Beeren, Nüsse und Sämereien

B

Pappel und Weide

A

Ja

C

Esche und Birke

B

Nein

60

Schweizer Jäger 5/2010

7

Hält der Biber einen Winterschlaf?


13 A

B

C

Die Abbildungen zeigen drei bei uns vorkommende Bilche. Ordnen Sie sie richtig zu!

8 9 10 11

Gartenschläfer

Wie werden die Bilche noch bezeichnet?

Gartenschläfer und Baumschläfer halten einen langen Winderschlaf. Trifft dies auch für die Haselmaus zu?

A

Ja

B

Nein

14

Sind die Bilche tagaktiv?

Haselmaus

A

Ja

Baumschläfer

B

Nein

Zu den Bilchen zählt auch eine Art mit langem, buschigem Schwanz (nicht abgebildet). Sie gilt als unsere grösste Bilchart und ist sehr scheu. Wie heisst sie?

15

Woraus besteht die Nahrung der Bilche?

A

Insekten

B

junges Obst, Beeren, Nüsse, Sämereien

C

aus Vogelbruten

Abdruck aus den Lehrheften für Jungjägerausbildung mit freundlicher Genehmigungvon Heintges Lehr- und Lernsystem GmbH. (Vervielfältigung, Fotokopie und Nachdruck verboten!) Bezugsquellennachweis siehe Rubrik «Jägermarkt», Seite 1, oben links. Antworten siehe Seite 33

www.schweizerjaeger.ch

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12


CH

Interkantonales Rothirsch-Projekt

Albert Stössel (links) gratuliert seinem Nachfolger Tarzisius Caviezel zur Wahl als neuer SPW-Präsident.

Stabübergabe im SPW-Präsidium Erstmals hat sich das oberste Organ des SPW, die Präsidentenversammlung, zu seiner Jahresversammlung getroffen. Im Bahnhof Zürich wurden statutengemäss die Geschäfte erledigt. Auf der Traktandenliste standen die Abnahme der Protokolle, des Jahresberichtes und der Jahresrechnung 2009. Gleichzeitig wurde das Budget 2010 verabschiedet. Kernpunkt der Versammlung war sicher die Wahl des neuen SPW-Präsidenten und die Nominationen für den Vorstand in JagdSchweiz. Albert Stössel (ZG) hat Ende vergangenen Jahres seinen Rücktritt als SPW-Präsident und als Vorstandsmitglied in JagdSchweiz erklärt. Albert Stössel wurde 2003 an der DV in Appenzell als Nachfolger von Franz Huber in den Vorstand gewählt. Er übernahm die Ressorts Umwelt/Tourismus und das Hundewesen, sowie das Präsidium der SPWStiftung Naturland. Bereits 2004 wurde Stössel zum Vizepräsidenten und ein Jahr später zum Verbandspräsidenten des SPW gewählt. In seiner Funk-

62

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tion war er auch Vertreter des SPW im Vorstand von CHJV (später JagdSchweiz). Er hat massgeblich am Zusammenschluss der Schweizer Jäger im neuen Einheitsverband JagdSchweiz mitgewirkt. Wir danken Albert für sein Engagement zu Gunsten einer starken Jägerschaft in der Schweiz. Die Bündner Jägersektion (BKPJV) hat in der Person von NR Tarzisius Caviezel (Davos) einen starken Kandidaten als Nachfolger von Albert Stössel nominiert. Ohne Gegenstimme wurde Tarzisi mit Applaus zum neuen SPW-Präsidenten gewählt. Wir gratulieren dem Gewählten ganz herzlich und wünschen eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit. Im Übrigen haben die Präsidenten die Kandidaten für den Ersatz des Präsidiums und eines, allenfalls zweiten Vertreters in JagdSchweiz beraten. Da die Wahlen an der DV in Zuoz bereits erfolgt sind, wenn unsere Leser diesen Artikel lesen können, verzichte ich auf weitere Ausführungen. Hans-Peter Breitenmoser

Hintergrund In der Schweiz galt der Rothirsch um 1850 als praktisch ausgerottet. Einzig im Kanton Graubünden hatten kleine Restbestände dem hohen Jagddruck und der stetigen Einengung des Lebensraumes entgehen können. Obwohl die Wiederbesiedelung der geeigneten Lebensräume schon bald einsetzte, vergingen noch Jahrzehnte, bis der Rothirsch in weiten Teilen der Schweiz wieder heimisch wurde. In verschiedenen Regionen der Schweiz, so auch im Bereich der westlichen Voralpen, ist dieser Prozess auch heute noch in Gang. Mit der Rückkehr des grössten heimischen Wildwiederkäuers und dem kontinuierlichen Ansteigen der Bestände ergeben sich zwangsläufig auch Interessenkonflikte zwischen Forst, Na-

turschutz, Jagd und Landwirtschaft. Basierend auf den jüngsten Erkenntnissen zweier im Kanton Freiburg besenderter Rothirsche (siehe Kasten) einigten sich daher die Kantone Freiburg, Bern und Waadt zu Beginn dieses Winters im Rahmen eines interkantonalen Rothirsch-Projektes darauf, in den kommenden Jahren die notwendigen Grundlagen zur Raumnutzung der Rothirsche zu erarbeiten, welche für ein angepasstes Management dieser Tierart notwendig sind. Ziel ist es, durch die Besenderung von 10–12 Rothirschen mittels GPS-Halsbändern zuverlässige Angaben über die saisonalen Aufenthaltsgebiete und Wanderkorridore der Hirsche in den westlichen Voralpen zu gewinnen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollen in der Folge dazu dienen, das Rothirsch-Management in den drei aneinander angrenzenden Kantonsregionen, die einen gemeinsamen Rothirschlebensraum darstellen, zu koordinieren. Weil verlässliche Bestandesangaben eine grundlegende Basis für

CP200, © Swisstopo. Reproduziert mit Bewilligung von swisstopo (BA100128).

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Interkantonales RothirschProjekt FR-BE-VD Einfang, Besenderung und erste vorläufige Evaluation der Raumnutzung von Rothirschen in den westlichen Voralpen: Konsequenzen für das Rothirsch-Management.

Die letztjährigen Aufenthaltsorte einer Kuh (Kreise) und eines Spiessers (Quadrate), welche im Februar 2009 in der Region Broc (FR) besendert wurden. Die jeweiligen Sommereinstandsgebiete (grün) der beiden Tiere liegen in den Kantonen Waadt und Bern, während sich die Wintereinstandsgebiete (blau) im Kanton Freiburg befinden.


Projektstand im März 2010 Neben den beiden bereits im Text und Kasten erwähnten, sendermarkierten Hirschen, welche vor rund einem Jahr im Kanton Freiburg gefangen wurden, gelang es den verschiedenen Fangequipen, in diesem Winter vier weitere Hirsche mit GPS-Halsbändern und farbigen Ohrmarken auszurßsten. So wurden noch im Februar, und somit schon kurz nach Aufnahme der ersten Fangversuche, zwei Hirschkßhe im Kanton Freiburg gefangen. Im März darauf folgten dann eine weitere Hirschkuh

WeitläuďŹ ge Raumnutzung zweier im Kanton Freiburg besenderter Rothirsche Im Kanton Freiburg wurden im Februar 2009 zwei Rothirsche (eine Hirschkuh und ein Spiesser; siehe Karte) mit GPS-Halsbändern ausgerĂźstet. Die Lokalisationsdaten dieser beiden Hirsche zeigen, dass die Voralpen im Westen des Kantons Bern, in Freiburg und in Waadt einen zusammenhängenden Hirschlebensraum darstellen. So hielten sich beide Tiere während des Winterhalbjahres im Grossraum sĂźdĂśstlich von Broc (FR), zwischen Saane und Hochmatt auf, wo sie 2009 besendert wurden. Im FrĂźhsommer verschoben sie ihre Aufenthaltsgebiete ins etwa 10â&#x20AC;&#x201C;15 km weiter sĂźdlich gelegene Pays dâ&#x20AC;&#x2122;Enhaut. Die Kuh wählte ihren Sommereinstand in der Nähe von Montbovon (VD), wobei der Spiesser sich in der Region zwischen Rougemont (VD) und Saanen (BE) niederliess. Erst nach dem Ende der Jagdsaison im Kanton Freiburg kehrten beide Tiere wieder in ihre Wintereinstandsgebiete sĂźdĂśstlich von Broc zurĂźck.

im Kanton Bern, sowie ein Hirschstier im Kanton Waadt. Entsprechend dem gemeinsam gesteckten Ziel, das Rothirsch-Management untereinander zu koordinieren, fanden zudem in diesem FrĂźhjahr erstmalig simultan durchgefĂźhrte und standardisierte Scheinwerfer-Taxationen im

gesamten Untersuchungsperimeter statt. Der Grossteil der beobachteten Hirsche wurde demnach im Kanton Freiburg registriert; in den Kantonen Bern und Waadt wurden nur verhältnismässig wenige Tiere festgestellt. Kommuniziert durch: FaunAlpin, Bern

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Lettre de la Romandie Der Wolf als Dauerbrenner ÂŤDie Bergbewohner mĂźssen in der Lage sein, ihren Lebensraum nutzen zu kĂśnnen. Eine bessere Lebensqualität erfordert eine abwechslungsreiche Landschaft, die Erhaltung einer diversiďŹ zierten Fauna und Flora, was eine Verwaltung der natĂźrlichen Ressourcen durch den Menschen nĂśtig macht. Das ist fĂźr den Tourismus von elementarem Interes-

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se. Die romantische Verherrlichung einzelner Arten muss einer intelligenten Verwaltung des entsprechenden Alpenhabitats Platz machen. Die Wolfpopulation ist demnach zu regulieren, zur Herstellung des Ükologischen und Ükonomischen Gleichgewichts im Sinne nachhaltiger Entwicklung. Keine dummen Worte, gewiss. Sätze, welcher einer ge-

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den Umgang mit einer jagdlich genutzten Tierart bilden, soll im speziellen die Erhebung der Frßhjahrsbestände in den drei betroffenen Kantonen zeitlich und methodisch synchronisiert werden. Einfang und Besenderung werden durch das Bßro FaunAlpin in Bern koordiniert, wobei die einzelnen Fangaktionen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen, kantonalen Wildhßtern, sowie Veterinärmedizinern des Instituts fßr Fischerei- und Wildtiermedizin der Universität Bern ausgefßhrt werden.

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WIR SETZEN STANDARDS. SEIT 1898.


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wissen Logik keineswegs entbehren. Keine Geringere als die Briger Volksvertreterin Viola Amherd lässt so ihre Gedanken über die Regulierung der Wolfpopulation im Kanton Wallis in eine nationalrätliche Motion einfliessen. Einen Moment lang stockt mir beim Lesen der Atem. Ist da nicht von der Verherrlichung einzelner Arten die Rede? Meint Frau Amherd damit gar die (zu)vielen Schafe, welche, bundes-subventioniert, hinter den privaten Chalets das Gras ausrupfen? Nüt isch, vom bösen Wolf ist da wieder einmal die Rede. Ihm soll im wehrhaften Kanton Wallis partout keine Chance eingeräumt werden. Ohne den Walliser Volkszorn nochmals auf mich zu laden, sei mir dieser eine Kommentar gegönnt: Die Motion enthält insofern einen Widerspruch, als dass sie «die Erhaltung einer diversifizierten Fauna» fordert. Für viele, nicht nur Jagdgegner und Grüne, gehört mitunter auch … der Wolf zur Vorstellung einer diversifizierten Fauna.

men, wurde jedoch schon früher beobachtet. Im Frühjahr kommen sie über die französischen Voralpen bis in die Savoyer Alpen und von dort, bei gutem Aufwind, über den Genfersee.

Geier über Vevey Ich gebe es ja zu, ich bin ein Romantiker. Und so erfreue ich mich an Meldungen dieser Art: Über der pittoresken Stadt Vevey, an den Gestaden des Genfersees, kreisen die Geier. Sicher nicht die Pleitegeier (in Vevey bezahlt Nestlé Steuern!), sondern die echten, jene mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,65 m und einem Gewicht von 8 kg. Sicher schlagen die Herzen der Ornithologen höher, wenn sie diese Meldung vernehmen. Warum die Kahlgeier im Frühjahr ihre Kreise über den Gestaden des Lac Léman ziehen, ist unklar. Während eines ganzen Jahrhunderts wurden in der Schweiz gerade mal um die 70 Individuen gezählt, in der Folge dann aber plötzlich gegen 600 Exemplare in den Jahren 2004 bis 2009 … In Frankreich wurde diese Art 1980 wieder in die Natur ausgesetzt. Bei den Geiern handelt es sich nicht um Wandervögel; dass sie solche Erkundungstouren unterneh-

Kaum ist die Flinte gereinigt … … schickt mir die Sektion Diana de Cossonay in verdankenswerter Weise ihren diesjährigen Schiesskalender. Seit Mitte April wird von der Anlage in Cuarnens/l’Isle (VD) wieder tüchtig Gebrauch gemacht. Zur Erinnerung: der Waadtländer Jäger absolviert alle fünf Jahre eine Schiessprüfung. Tut gut daran, wer vorher seine Jagdwaffen in den Übungsstand trägt, will er beim Obligatorischen am 18. Mai keine böse Überraschung erleben. Am 21. August findet am Südfuss des Juras ein abschliessendes Schiessen statt: Für Informationen und diesbezügliche Fragen (… warum nicht einmal mit ein paar Gleichgesinnten in die Westschweiz reisen …?) erhalten Sie Auskunft über die folgenden Telefonnummern: 021 864 44 72 oder 079 754 35 41. stuckjohn@hotmail.com

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Biodiversität in Genf Im Kanton Genf, mittlerweile bis über die Grenzen als jagdfreier Kanton bekannt, gibt es 20 000 Tierarten. Ein Viertel der Gesamtfläche Genfs besteht aus Waldgebiet und offener Wasserfläche. Genf hat über 50 Biotope von nationaler Bedeutung und rühmt sich der grössten Dichte von Hasen in der ganzen Schweiz. 2010 feiert der Westschweizer Kanton seine grosse Biodiversität. Dazu lud Regierungsrätin Michèle Künzler kürzlich zu einer Rundfahrt auf der unteren Rhone. Die Wasserlandschaft könnte beeindruckender nicht sein – sie bietet tausenden von Vögeln ein intaktes Habitat. Gerade im Frühjahr, wo die Natur wieder voll im Saft ist, erlebt diese Vielfalt eine beeindruckende Renaissance.

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TreibjagdVerbotsinitiative

Der «Verein zum Schutze der bedrohten Wildtiere» mit dem bekannten Sonderling Peter Suter an der Spitze und einigen jagdfeindlich eingestellten Tierschützern sammelt eifrig Unterschriften für eine erneute Volksinitiative «Jagen ohne tierquälerisches Treiben». Darüber hat das aargauische Stimmvolk bereits am 27. November 2005 abgestimmt und damals diese Volksinitiative mit 2/3 Nein und 1/3 Ja deutlich verworfen. Der erneute Vorstoss dieser zwielichtigen Gruppierung ohne jeglichen Leistungsausweis für den Tierschutz ist ein klarer Missbrauch und eine Strapazierung unserer Volksrechte! Eigenartigerweise sind Peter Suter und seine Anhänger gegen das neue, seit 1.1.2010 gültige Aargauer Jagdgesetz nicht

aufgetreten, das die Zustimmung von allen massgebenden Schützer- und Nützer-Organisationen bekam. Die Zahl von nur 3000 gültigen Unterschriften wird dieser Jagdgegnerverein mit Leichtigkeit erreichen. Mit der Initiative für ein «Verbot der Jagd von Feldhasen und Blässhühner» am 22. September 2002 sowie der Initiative für ein «Verbot der Jagd ohne tierquälerisches Treiben» am 27. November 2005 wäre das die dritte Jagdverbotsinitiative innert 9 Jahren im Aargau, über die der Stimmbürger abzustimmen hat. Jedenfalls sind damit die Jägerinnen und Jäger im Aargau einmal mehr finanziell und einsatzmässig herausgefordert, um diesen erneuten Angriff auf die eigenverantwortliche Jagd abzuwehren.

Wo das Wild an Grenzen stösst Podiumsdiskussion des Naturama Aargau vom 25. März 2010 Wo das Wild an Barrieren stösst, braucht es Brücken. Andernfalls werden die Populationen isoliert – und sterben über kurz oder lang aus. Am diesjährigen NaturschutzRoundtable des Naturama Aargau diskutierten Experten Probleme und Lösungen am Beispiel des international bedeutenden Wildtierkorridors Suret.

«Die Sache ist vertrackt, aber lösbar», bringt es Artenspezialist Martin Bolliger vom Naturama Aargau am Ende des Podiums auf den Punkt. Vor vollen Rängen diskutierten Experten aus Behörden, Politik, Landwirtschaft, Verwaltung und Wildtierbiologie das Thema Wildtierkorridore am Beispiel des «Suret» in der Region Aarau. «Der ’Suret’ ist einer der wichtigsten Wildtierkorridore des Mittellandes und von in-

Der «Suret» – eine Chance für die Schweiz Zwischen Zürich und Olten ist der «Suret» die einzige vollständig wieder herstellbare Bewegungsachse zwischen Deutschland/Jura und Innerschweiz. Damit ist sie von internationaler Bedeutung. Es sind mehrere Über- und Unterführungen für Wildtiere geplant; ausserdem sollen Heckenstrukturen den Tieren die Möglichkeit bieten, geschützt von einem Wald in den nächsten zu wechseln. Kostenpunkt: rund 18 Millionen Franken, wobei der Kanton voraussichtlich fünf zu leisten hat. Das Projekt bietet der Region und der Schweiz eine grosse Chance: Hier ist es möglich, die erste Studie Europas zur so genannten «Entschneidung» durchzuführen. Und damit die Frage zu klären, welche Auswirkungen es hat, wenn man Wildtierverbindungen wieder herstellt.


«Wir unterstützen das Projekt» Die Schwierigkeit dabei? «Mit seiner Mehrfachbarriere ist der ’Suret’ einzigartig», sagt Gremminger. «Wir müssen mehrere Bauwerke planen, dabei sind verschiedene Behörden und Landbesitzer involviert.» Die Krux an der Sache liegt aber woanders: In den unterschiedlichen Interessen. Selbst innerhalb der kantonalen Verwaltung gibt es Zielkonflikte. Und die Bauern südlich des Surets sind «froh, dass es mit den Wildtierkorridoren nicht so vorwärts geht», wie Andreas Villiger, Präsident des Bauernverbandes Aargau

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Pelzfellmarkt Rohrbachgraben

Am 4. März hat im sogenannten «Pintli» Rohrbachgraben der 15. Pelzfellmarkt stattgefunden. Von nah und fern sind bei Schneegestöber zahlreiche Jäger mit ihren Fellen angereist. Zeitweise war um den Tisch, bei welchem die Felle von den altbekannten Hofstettlers und der Jagdgruppe Rohrbachgra-

ben entgegengenommen und begutachtet wurden, kaum ein Durchkommen möglich. Innert kurzer Zeit war das erste Palet gefüllt und bereit zum Verladen. Rege wurde diskutiert, gefachsimpelt und Altbekannte begrüsst. Es war beeindruckend, dass trotz massivem Preisabfall die

Foto:Andreas Rohner, Naturama Aargau

Das Ausrottungsrisiko ist gross Eine eben publizierte Studie zeigt, dass im «Suret» vier isolierte, genetisch verarmte Rehpopulationen leben. «InzuchtErscheinungen sind eine Frage der Zeit. Das Ausrottungsrisiko ist gross», erläutert Wildtierbiologe Dominik Thiel von der Sektion Jagd und Fische-

rei. Die ganze Artenvielfalt sei stark bedroht durch Lebensraumverlust und -zerschneidung. So sei etwa der Feldhase in manchen Regionen bereits ausgestorben. Thiel fordert deshalb Leitstrukturen für die Tiere: Grünbrücken, Unterführungen, Hecken. «Nach den vielen Jahren der politischen Diskussion müssen die Wildtierkorridore jetzt endlich verwirklicht werden. Dazu sind wir gegenüber unseren Folgegenerationen verpflichtet.» Dabei habe der «Suret» als zentrale Nord-Süd-Achse Europas höchste Priorität.

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ternationaler Bedeutung», erläutert Thomas Gremminger, Projektleiter «Wildtierkorridore Aargau» der Sektion Natur und Landschaft. Der «Suret» verbindet Deutschland und den Schweizer Jura mit der Zentralschweiz und dem Berner Oberland. Seit Jahrtausenden wandern Wildtiere durch dieses Gebiet. Durch die wachsende Agglomeration ist es zu einem «Flaschenhals» geworden und für landgebundene Tierarten fast undurchdringbar. Autobahn A1, Aaretalstrasse T5, Kantonsstrassen K 244 und K 247, 4-spurige SBB-Linie Rupperswil-Aarau, einspurige Linie Hunzenschwil-Suhr: Zu viele tödliche Barrieren befinden sich auf engem Raum, wie Norbert Kräuchi, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer, in seinem Eingangsreferat eindrücklich zeigte.

bestätigt. Denn anders als ihre Kollegen im nördlichen Teil des Kantons haben die Landwirte im Freiamt keine Probleme mit Wildschweinen – es gibt fast keine. «Mit den Korridoren kommen die Wildsauen nicht rottenweise. Das ist eher ein Tröpflisystem», versichert Thiel. Die Bauern seien nicht prinzipiell gegen Wildtierkorridore, lenkt Villiger ein. Wer aber die Schäden trage, müsse entschädigt werden. «Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, um das Ärgernis Wildschwein im Griff zu halten, unterstützen wir das Projekt», versichert der Bauernverbands-Präsident. «Wichtig ist das frühzeitige Einbeziehen aller Beteiligten, vor allem der Grundeigentümer», betonte Gemeindeammann Beat Rüetschi von der direkt betroffenen Gemeinde Suhr. Andreas Krebs

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Die Wildtierproblematik in der Schweiz Ein dichtes Netz von Siedlungen, Strassen (140 000 km) und Bahnen (5000 km) schränken heute die natürlichen Wanderungen und die Ausbreitung landgebundenerTierarten ein. Schleichend und lange Zeit fast unbemerkt sind viele traditionelle Wanderachsen für die Wildtiere unpassierbar geworden. Die gesamte Fauna muss zum Überleben aber mobil sein können. Ausgeprägt ist diese Notwendigkeit bei unseren Wildtieren. Deshalb müssen ihre Lebensräume mit Wildtierkorridoren vernetzt und nötigenfalls Wildtierpassagen gebaut werden. Das hat auch der Bund erkannt: Das Eidgenössische Departement für Umwelt,Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat 2001 eine Richtlinie über den Bau von Wildtierpassagen erstellt, damit die Bewegungsfreiheit wild lebender Tierarten in der Schweiz wieder erhalten und teilweise wiederhergestellt werden kann.

Vor vollem Saal diskutierten Fachpersonen im Naturama Aargau die Situation der Wildtierkorridore im Aargau. Schweizer Jäger 5/2010

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Fuchsjagd von etlichen Jägern auch in diesem Winter intensiv betrieben wurde. Zeit investiert, um die Füchse abzubalgen und die Felle bis zum Verkauf zu pflegen. Bis am frühen Nachmittag wechselten total 1197 Felle den Besitzer. Davon 1073 Fuchs, 36 Dachs, 79 Hausmarder, 7 Edelmarder und 2 Kaninchen. Auch der schon bekannte «Murmelisalbe»- und Hirschwurst-Verkäufer aus dem Berner Oberland hatte seinen Stand aufgestellt. Die Wirtin Heidi Kölliker mit ihrem Team war wieder um das leibliche Wohl der Gäste besorgt und hatte alle Hände voll zu tun, bis alle ih-

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Informationsabend

Informationsabend für deutsch sprechende Freiburger Jäger Datum und Zeit: Donnerstag, 10. Juni 2010, 19.30 Uhr. Ort: Restaurant Stöckli, Löwenberg 55, 3280 Murten. Themen – Erfahrungen aus der Jagd 2009/10 – Ausblick auf die kommende Jagdsaison – Interkantonales Wildschweinprojekt FR-BE-VD, 2007–2009

Referenten Roman Eyholzer, Chef Sektor terrestrische Faune und Jagd; Stefan Suter, Dr. der Biologie. Alle interessierten Jäger sind herzlich eingeladen. Toni Honegger Präsident Ausbildungskommission

Jahresbericht Kommission Aus- und Weiterbildung für Jäger (KoAWJ)

Die Kommission für Ausund Weiterbildung für Jäger (KoAWJ) erfüllt als Subkommission des Bündner Kantonalen Patentjägerverbandes eine wesentliche Aufgabe in der Aus- und Weiterbildung und der Öffentlichkeitsarbeit. Es ist ihre und die Aufgabe der Ausbildner, Jägerkandidaten und Kandidatinnen auf die Jagdprüfung vorzubereiten. Als Grundlage dient ein «Jagdlehrgang». Dieser «Jagdlehrgang» soll für Ausbildner und Kandidaten eine Grundlage zur Vermittlung des zur Ausübung der Jagd notwendigen ganzheitlichen Wissens dienen. Der «Jagdlehrgang» wird zurzeit überarbeitet. Dieser «Jagdlehrgang» wird mit den Prüfungszielen des Amtes für Jagd und Fischerei abgestimmt. Der Jagdlehrgang wird demnächst in Kraft gesetzt. Selbstverständlich werden in der Ausbildung auch Inhalte vermittelt, die nicht prüfungsrelevant sind. Der überarbeitete Jagdlehrgang der KoAWJ wird zu gegebener Zeit im Internet unter www.bkpjv.ch veröffentlicht.

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ren Durst und Hunger gestillt hatten. Am Nachmittag war eine Kapelle anwesend, welche die Gäste mit volkstümlicher Musik erfreute. Vom frühen Abend bis spät in die Nacht wurde altbekannte Schlagermusik gespielt, die ein paar jung Gebliebene dazu animierte, das Tanzbein zu schwingen. Nach und nach leerte sich das «Pintli» und auch dieser «Pelzmärit» gehört schon wieder der Vergangenheit an. Maria Bieri

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Nachfolgend ein Auszug aus dem Jahresbericht des Präsidenten der Komimssion für Aus- und Weiterbilung. topfi Jungjägerausbildung (KoAWJ) Die KoAWJ ist seit diesem Jahr autonom. Dieser Entscheid der DV 2009 war für die Kommission sehr wichtig und für die Sache ein wirklicher Meilenstein. Sehr viele Prozesse konnten so vereinfacht und beschleunigt werden. So konnten Ausbildner gewählt werden, welche auch von der Kommission gewünscht wurden und gezielt als fachspezifische Spezialisten eingesetzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass heute die Jägerkandidaten durch die modernen Medien wie das Internet, schon ein sehr breites Wissen mit in die Kurse bringen. Deshalb wird von den Ausbildnern sehr viel erwartet. Wir sind heute in der glücklichen Lage, dass die Ausbildner sehr motiviert sind und über ein breites Wissen verfügen. Die Kursteilnehmer profi-

tieren ebenfalls von der Tatsache, dass der Ausbildungsstoff auf die Anforderungen der Prüfung jährlich abgestimmt wird. Das überaus gute Verhältnis zwischen dem Amt für Jagd und Fischerei und KoAWJ macht das Abgleichen von Kursunterlagen und Prüfungsanforderungen einfach und effizient. Die KoAWJ empfiehlt vor allem das Lernen und Erfahrungen sammeln auch nach Erlangung der Patentbezugsberechtigung nicht ausser Acht zu lassen. Die digitalen Ausbildungsgrundlagen, welche in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und erneuert wurden, haben sich bewährt. Wir verfügen über digitale Kursunterlagen und perfekte inhaltliche und technische Betreuung. Eignungsprüfungen Jagdaufseher Gian Fadri Largiadèr, Koordinator Eignungsprüfungen, steht in engem Kontakt mit der KoAWJ und liefert uns wichtige Daten und Fakten. Diese Infos geben uns Hinweise über Trends und Tendenzen und sind für uns

wichtige Indikatoren der Qualität unserer Arbeit. Die Teilnehmerzahlen bewegen sich im Rahmen der Vorjahre. Theoretische Prüfung Wild und Jagd 2009: Vom Amt für Jagd und Fischerei (AJF) waren 252 Kandidaten aufgeboten, davon sind 220 zur Prüfung angetreten, 196 (89.1%) haben mit Erfolg bestanden. Waffenkunde / Schiessprüfung 2009: Das AJF hat 232 Kandidaten zur Hauptprüfung aufgeboten, 206 sind zur Prüfung erschienen, deren 163 (79.2%) haben die Prüfung bestanden. An der Nachprüfung haben sich 42 Kandidaten beteiligt, davon haben 24 die Prüfung nicht erfolgreich absolviert. Die Prüfung 2009 haben 187 Prüflinge mit Erfolg absolviert. Finanzen der KoAWJ Detaillierte Informationen zur finanziellen Situation können der Abrechnung des Kassiers in der Verbandsabrechnung entnommen werden. Es sind keine grösseren Ausgaben getätigt worden. Die Anschaffungen beliefen sich im Rahmen des Budgets.


Zukunft Für die Zukunft der Jäger ist es der Kommission ein Anliegen, die Kandidaten nicht nur das Wissen über die Jagd für die Prüfung und der späteren Praxis zu festigen, sondern auch ein breites Wissen gegenüber der nichtjagenden Bevölkerung zu vermitteln. Es

ist heutzutage ebenso wichtig, unsere geliebte Jagd erklären, den Grund für unser Handeln erläutern zu können. Dank Auch in der KoAWJ geht es ohne die freiwillige Hilfe von Mitgliedern des BKPJV nicht immer. Mein Dank geht an die Vorstandsmitglieder der KoAWJ, den Zentralvorstand, die Koordinatoren und Ausbildnerinnen und Ausbildnern, welche sich unermüdlich für die Kandidaten einsetzen sowie an den BSC mit den delegierten Hundeführern und Christian Riffel, welcher jährlich den sehr beliebten Jagdhundetag in der Ganda fachkundig moderiert. Bedanken möchte ich mich aber auch beim Koordinator Eignungsprüfung, bei WH Gian Fadri Largiadèr, der mir jeweils die Resultate der Prüfungen zur Verfügung stellt und einen Dank an das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden. Marcel Rickenbacher Kommission für Aus- und Weiterbildung KoAWJ

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Mutationen Die KoAWJ bleibt im Ausbildungsjahr 2010 vor grossen Mutationen verschont. In einzelnen Fächern haben sich personelle Veränderungen ergeben. Der Vorstand der Ausbildungskommission 2010 ist wie folgt zusammen gesetzt: Marcel Rickenbacher, Präsidium; André Schmid, Kassier; Orlando Bieler, Waffenkunde/Schiessen; Luca Plozza, Wild + Umwelt (ital); Toni Pfiffner, Wild + Umwelt (dtsch) + Weiterbildung; Dr. Jürg Paul Müller, Wildkunde; Gabriela Huber, Gesetz; Pirmina Nay, Jagdkunde + Hege; Sep Antona Bergamin (Vertreter BSC).

«VIELE WEGE FÜHREN ZUM ZIEL – ABER NUR EINER FÜHRT ZUM GLÜCK» Kaum ein Sport stellt so hohe Anforderung an die Ausrüstung wie die Jagd. Anstrengende und schweisstreibende Aktivitäten wechseln sich mit Wartezeiten ab. Ein Zusammenspiel von kalt und warm - von schnell und langsam - von nass und trocken. Eine Formel auf diese Gegensätze zu finden - das ist unser Ehrgeiz. Deshalb verwenden wir nur die neusten Technologien der Textil-Technik und kombinieren sie mit über 30 Jahren Erfahrung aus der Bündner Hochwildjagd. Das Resultat sind kompromisslose Produkte auf technisch hohem Niveau. Aber wir wissen auch: Jäger ist man das ganze Jahr. Also muss unsere Bekleidung auch schön sein.

Hegebericht der Hegekommission Die Hegekommission ist das Führungsinstrument und die Koordinationsstelle des Bündner Kantonalen Patentjägerverbandes für eine gezielte Hege und nachhaltigen Einsatz der materiellen Mittel, die durch den Kanton zur Verfügung gestellt werden. Sie hat die Aufgabe, das Amt für Jagd und Fischerei, zusammen mit anderen interessierten Kreisen bei der Erweiterung und Revision der regionalen Hegekonzepte zu unterstützen und die Ausführungen der Massnahmen durch die Jäger in den örtlichen Hegeorganisationen (Sektionen des BKPJV) zu überwachen. Die Kommission setzt sich zusammen aus 14 Bezirkshegepräsidenten, die in Zusammenarbeit mit der Wildhut festlegen, welche Massnah-

men und wann ausgeführt werden. Es darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass die Jäger im Kanton Graubünden einen massgeblichen Beitrag zur Erhaltung des Lebensraumes und damit zur Biodiversität leisten. Dies zeigen die vielen Massnahmen, die – wie im nachfolgenden Auszug aus dem Jahresbericht des Präsidenten der Hegekommission aufgeführt – durch harte Arbeit in etwa total 25 000 Mannstunden (Kandidaten und Jäger) ausgeführt werden. topfi Hegekommission Kamerad Reto Zanetti hat aus beruflichen Gründen seine Demission als Vorstandsmitglied eingereicht. Im Namen der Hegekommission möch-

FADRI JACKET Dank Silent-Wool Material und 4x4 Stretch besonders leise und angenehm zu tragende Jacke // wasserfest // atmungsaktiv // leichte 3-Lagen Konstruktion // lle Nähte verschweisst // wasserfeste Reissverschlüsse // Ventilations Reissverschlüsse unter den Armen // 3D Bodyform Schnitt ADELBODEN, ROESTI SPORT - ALTSTÄTTEN SG, BÜCHEL WAFFEN UND OUTDOOR GMBH - BELLINZONA, GROSSI SPORT AG - BRIG-GLIS, BERG - UND SCHNEESPORTCENTER - BÜRGLEN, IMHOLZSPORT AG - ENTLEBUCH-EBNET, FELDER JAGDSPORT - FILZBACH, MENZI SPORT - ILANZ, MENZLI SPORT - KLOSTERS, ANDRIST SPORT - KONOLFINGEN, BERGER SCHUHE & SPORT - LOCARNO, BELOTTI SPORT & MODE - LUGANO, CASARMI SA - LUNGERN, WAFFENWERKSTATT MING - MARTIGNY, MAISON DU CHASSEUR - MÜNSTER, BACHER SPORT - MUOTATHAL, GWERDER SPORT MÜSTAIR, GROND SPORT - POSCHIAVO, SALA SPORT S.A. - SAAS-GRUND, FUN SPORT - SATTEL, SPORTSHOP AM GLEIS - SAVOGNIN, BANANAS - SCHATTDORF, EPP BRUNO SPORT - SCUOL, BERGSPORT SESVENNA - SION, DAYER G. ARMES SA - SPIEZ, FISCHEREI+JAGDZEIT BEDARF - ST. MORITZ, HAUS DES JÄGERS - TRIMMIS, VALI SPORT AG - WEISSBAD, DÖRIG SPORT AG - WILER, KILY-SPORT ZERMATT, BAYARD SPORT & FASHION - ZOFINGEN, WILDI WAFFEN AG - ZUOZ, WILLY SPORT SA MENCO SVIZRA ∏ RUESSENSTRASSE 6 ∏ CH-6341 BAAR ∏ TEL +41 (0)41 769 72 20 ∏ WWW.MENCO.CH

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Hegekommission Vorstand Präsident Vizepräsident Aktuar Abrechnungen Wildruhezonen

Paul Sprecher Reto Zanetti Andrea Clalüna Mario Lombris Toni Cavelti

te ich ihm für seine Arbeit als Vizepräsident bestens danken. Administration Im organisatorischen und administrativen Bereich ist das vergangene Hegejahr ruhig verlaufen. Der Vorstand hat sich zu einer Sitzung getroffen. Die Kommission ist zu zwei Versammlungen einberufen worden. Die Frühjahrsversammlung wurde am 27. März 2009 in Thusis zusammen mit dem erweiterten Zentralvorstand durchgeführt. Zur Herbstversammlung traf sich die Kommission in Summaprada/Cazis am 12. November 2009. An dieser Versammlung sind die Notmassnahmen als Ergänzung der Wildhege in die Wege geleitet worden. Das Resultat der Notmassnahmenkonzepte kann im «Bündner Jäger» (Ausgabe März 2010) nachgelesen werden. Die Überarbeitung vom Hegereglement des BKPJV ist abgeschlossen und kann an der Frühjahrsversammlung 2010 durch die Kommission zuhanden der DV 2010 verabschiedet werden. Hegeleistungen Die Jagdprüfungskandidaten und -kandidatinnen haben auch 2009 grosse Arbeit geleistet. Wie jedes Jahr werden Leistungen durch Gianni Largiadèr, Adm. Leiter Eignungsprüfungen, erfasst und uns zur Verfügung gestellt. (Siehe Tabelle rechts.) Totale Leistung von 220 Prüfungsteilnehmern im Frühjahr 2009 = 11 937 Stunden, was einer durchschnittlichen Leistung von 54.26 Stunden pro Kandidat entspricht. (2008 = 232 Kandidaten mit 12 513.0 Stunden = 54.0 Stunden/Kandidat.) Es muss aber auch im diesjährigen Hegebericht erwähnt werden, dass der Einsatz von Kandidaten und Kandidatin-

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In dr Gassä 7D, Calfreisen Metzgerei, Sent Muntac, Stampa Via Dulezi, Mustér Fuschina 10, Bergün

nen von einzelnen Sektionen nicht immer ernsthaft genug angegangen wird. Es ist aber sehr wichtig, dass ein diversifizierter und vielseitiger Einsatz als absolute Bedingung im Vordergrund steht. Die Jungjäger und Jungjägerinnen sind die Zukunftsmitglieder unseres Verbandes. Nur wenn wir sie mit Überzeugung für die zu erbringenden Hegeleistungen einsetzen, bleiben sie uns als Verbandsmitglieder erhalten. Jägerschaft: Auch im vergangenen Verbandsjahr ist wieder sehr gute Hegearbeit geleistet worden. Dies bezeugen auch die Berichte in der Lokalpresse sowie in unserem Verbandsorgan. Mit einem verantwortungsvollen Einsatz von finanziellen Mitteln und vertretbaren Hegemassnahmen leistet die Jägerschaft mit ihrem Einsatz immer sinnvolle Arbeit, welche der Erhaltung der Lebensräume der gesamten Artenvielfalt dient. An dieser Stelle möchte ich unseren Redaktor, Peter Vonow, nicht vergessen und auf die objektive Berichterstattung bei der gesamten Hege hinweisen. Wildruhezonen: Die Schaffung von Ruhezonen ist das

eine, die Umsetzung der Vorschriften das andere. Nur wenn alle, welche die Erholung in der Natur beanspruchen, am gleichen Strick ziehen, hat eine solche Zone auch den entsprechenden Erfolg. Deshalb ist es wichtig, dass die Abstimmung bei der Ausscheidung mit den Standortgemeinden, welche für die Ausscheidung von Zonen verantwortlich sind (Art. 27 JG), aber auch mit allen Interessierten der Dialog gesucht wird. Gerade der Winter 2008/09 zeigt auf, wie wichtig es ist, dass das Wild Ruhe hat und nicht unnötig gestresst wird. Finanzen Hege Bei einem bewilligten Budget von Fr. 184 887.20 für 2009, hat die Kommission den Betrag von Fr. 169 199.90 abrechnen können. Enthalten sind ebenfalls Fr. 611.– für die Vogelschutzvereine Chur und Landquart und Fr. 14 528.– für Leistungen, welche für die Markierung von Ruhezonen aufgewendet worden sind. Für Sitzungsgelder und Spesen der Hegekommission wird ein Anteil von Fr. 5000.– zu Gunsten des Verbandes vergütet (siehe Tabelle unten). Gesuche 2010: Gestützt auf Art. 7 der Kantonalen Hegeverordnung vom 14. Januar 1991 sind seitens des BKPJV fristgerecht die Gesuche für Beiträge an die Hegemassnahmen in der Höhe von total Fr. 191 260.65 eingereicht worden. Nach der genauen Prüfung der Gesuche wird das

Massnahmen

2008

2009

Sicherung, Pflege, Gestaltung und Unterhalt wichtiger Lebensräume

4377

2694

Pflege von Waldrändern, Hecken, Brut- und Äsungsgehölzen

2476

3343

Bewirtschaftung von Brachflächen

2482

2209

Bereitstellen von Futtermitteln

363

541

Bau, Unterhalt von Futterstellen

439

363

Verschiedenes

2377

2833

Massnahmen

2006

AJF der Regierung ein Gesuch im Betrag von Fr. 184 090.– stellen. Aktionsprogramm Weisstanne (2008–2011) Das Aktionsprogramm Weisstanne ist im 2009 etwas ins Stocken geraten. Zusammen mit dem Amt für Wald muss analisiert werden, wieso das doch zum Teil passive Verhalten beiderseits entstanden ist. Dank Selbstverständlich will ich es nicht unterlassen, allen Funktionären unserer Hegeorganisation für die geleistete Arbeit bestens zu danken. Den Bezirkshegepräsidenten, den Sektions- und Vereinshegepräsidenten sowie allen fleissigen Hegerinnen und Hegern in den Sektionen und Vereinen, aber auch der Wildhut, welche die Hegebemühungen der Jägerschaft unterstützt und ermöglicht, gebührt ein aufrichtiger Dank. Speziell bedanken möchte ich mich aber bei Georg Brosi, Vorsteher vom Amt für Jagd und Fischerei sowie Hannes Jenny, für die sehr gute Zusammenarbeit. Daniel Bundi, Wildhüter, verantwortlich für die Hegeabrechnungen und Hegegesuche, muss hier unbedingt auch erwähnt werden. In diesen Dank eingeschlossen werden muss selbstverständlich auch unser Hegekommissionsmitglied Mario Lombris, welcher mit der Datenerfassung eine grosse Vorarbeit für eine saubere Auflistung der Abrechnungen und der Hegegesuche leistet. Paul Sprecher Präsident der Hegekommission BKPJV

2007

2008

2009

Schaffung und Unterhalt Biotope

57’131.10

52’565.70

57’718.90

43’368.50

Pflege Waldränder, Hecken, Äsungsgehölze

25’709.50

31’254.50

27’758.00

26’449.50

Bewirtschaftung Brachflächen (170 ha)

86’073.10

87’493.20

90’810.70

93’564.35

Futtermittel (nur Heutransporte)

2’220.00

1’330.00

3’984.00

2’624.60

Bau, Unterhalt von Futterstellen

6’134.25

1’659.20

4’404.05

3’192.95


Erster Sachkundenachweis unter Revierjagd Luzern

Seit dem 1. September 2008 muss ein Hundebesitzer bei der Anschaffung eines Vierbeiners den Sachkundenachweis mit dem Besuch eines Kurses erwerben. Revierjagd Luzern kann dank seinem Mitglied und Jagdprüfungsexperten Josef

Sticher aus Dürenäsch, welcher die Ausbildung zum anerkannten SKN-Ausbildner absolviert hat, seit diesem Jahr Kurse anbieten. Der erste Doppelkurs mit insgesamt sechs Teilnehmern, vier sind pro Lehrgang erlaubt, wurde im Revier Ruswil-Nord

in der RJL-Sektion Pilatus ausgetragen. Zwei Teilnehmer haben im März zuerst den theoretischen Teil absolvieren müssen, da sie Erstlingsführer sind. In den vier Lektionen à 1 Stunde wurde in den vergangenen Wochen der praktische

Die erfolgreichen Gespanne von links: Markus Zurkirch, Martin Steger, Paul Zemp, Guido Marti, Linda Schwenk, Urs Stadelmann und Josef Sticher.

HV des St. Galler Jägervereins Hubertus

727 Mitglieder zählt der grösste St. Galler Jägerverein. 183 von ihnen hatten der Einladung zur jährlichen Hauptversammlung Folge geleistet. Diese fand nicht alter Tradition entsprechend am ersten Märzsonntag, sondern aus terminlichen Gründen am 13. März, einem Samstagnachmittag, wiederum im Gemeindezentrum in Mörschwil statt. Die acht Gäste vertraten das ANJF, die kantonale Wildhut, die Jägerprüfungskommission, benachbarte Jägervereine, die Jagdverwaltung AR, JagdThurgau, Pro Natura SG und den St. Galler Bauernverband. Sie alle sowie die anwesenden Vereins- und Ehrenmitglieder wurden durch den Präsidenten Oskar Trunz zu Beginn der Versammlung herzlich willkommen geheissen. Entschul-

digt hatten sich nebst etlichen Vereinsmitgliedern auch RR Dr. J. Keller, der Leiter des ANJF sowie der Präsident der Gastgebergemeinde. Für den Schmuck des Lokals hatten wieder die Mitglieder der JG Mörschwil und deren Frauen gesorgt. Den musikalischen Part des Anlasses bestritten Erwin Müller und seine Jagdhornbläserkollegen. Abschied galt es zu Beginn der Versammlung von sieben verdienten und langjährigen Vereinskameraden zu nehmen. Jeder hatte auf seine ihm eigene Art zum Wohl und Ansehen des Jägervereins beigetragen. Das Andenken an sie alle ehrten die Versammelten durch ihr schweigendes Verweilen und Innehalten.

Der Jahresbericht des Präsidenten kann unter www.jagd-sg. ch/hubertus eingesehen werden. Daher soll im Folgenden nur auf Aussagen und Feststellungen von besonderer Bedeutung für Wild und Jagd eingegangen werden.

Auch in Teilen des Kantons tat sich das Wild mit den Folgen des strengen Winters 2008/2009 äusserst schwer. (Ob dabei vor allem kranke und schwache Tiere selektioniert wurden, sei für einmal dahingestellt. Verf.) Als Ursachen für die Verluste wurden durch Trunz die anhaltend hohen Schneelagen, die fehlende Ruhe und der Mangel an Nahrung erwähnt. Er sieht mögliche Problemlösungen in der Schaffung von Wildruhezo-

Foto: Markus Boschung

SG

Umgang mit dem Hund geübt. Das Ziel war dabei, den Hund tiergerecht und methodisch korrekt zu erziehen, in Alltagssituationen zu führen, Risiko-Situationen zu erkennen und zu meistern. So fand der Kurs nicht nur im Grünen statt, sondern auch im Dorf Ruswil, wo die Hunde und Besitzer auf das Verhalten in Begegnungen mit weiteren Verkehrsteilnehmern trainiert wurden. Am 12. April konnte Seppi Sticher die Kursbestätigung den sechs Teilnehmern aushändigen. Erfüllt haben: Markus Zurkirch, Kriens (LNLH), Linda Schwenk, Eigenthal (BGS), Paul Zemp, Ruswil (DW), Guido Marti, Ruswil (BGS), Urs Stadelmann, Entlebuch (LLH), Martin Steger, Ruswil (SNLH). Den Hundeführern gratulieren wir herzlich zum Sachkundenachweis. Weitere Kurse unter der Leitung von Josef Sticher finden Sie auf der Homepage www.rjl.ch.

Die Mörschwiler verstehen zu Dekorieren. Schweizer Jäger 5/2010

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Bund und Kantone

LU


Foto: Markus Boschung

Foto: Markus Boschung

Bund und Kantone

Oski Trunz führte souverän durch die Geschäfte.

Er hütet die Kasse wie seinen Augapfel.

nen mit entsprechenden Sanktionen für Uneinsichtige und in vernünftigen und den betroffenen Gebieten angepassten Fütterungskonzepten in besonders strengen Wintern. Als weiteres grosses Problem erachtet er die immer stärker zunehmende Belastung der Wildlebensräume durch das Mountainbiking. Hier erhofft er sich vor allem auch die Unterstützung von Forstseite und erwähnte als positives Beispiel den WEP «Gallus», in dessen Arbeitsgruppe auch die Meinung der Jägerschaft miteinfliessen soll. Ob und wie das Beispiel Schule machen wird, muss die Zukunft zeigen. Hier wird auch das Kantonsforstamt gefordert sein.

«Weniger Wildunfälle», woran sich 35 Jagdgesellschaften aus dem ganzen Kantonsgebiet aktiv betätigen. Er kam aber auch auf die kantonale Informations- und Bildungskampagne bezüglich der Biodiversität zu sprechen und munterte die Jägerschaft zu aktiver Mitwirkung auf.

Dass auch das Schwarzwild immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt, zeigte Trunz am Beispiel zweier Fürstenländer-Reviere. Dort trafen sich auf Initiative des St. Galler Bauernverbandes dessen Vorstand mit den Jagdvertretern, um über den Entschädigungsmodus – die Bauern streben eine dem Kanton Zürich analoge Pauschalentschädigung an – von Schwarzwildschäden zu diskutieren. Um zu vernünftigen Lösungen zu gelangen, werden in den beiden Revieren künftig sämtliche Schäden erfasst und statistisch ausgewertet. Sollten sich die Lösungsansätze als sinnvoll erweisen, müssten damit verbundene Anpassungen bei der Teilrevision des JG Beachtung finden. Im weitern orientierte Trunz über das laufende Projekt

70

Schweizer Jäger 5/2010

Zahlen und Bemerkungen zum Jagdjahr 2009 können im Präsidialbericht im Internet eingesehen und nachgelesen werden und sollen hier nicht näher kommentiert werden. Gleiches gilt für die zusammenfassenden Kurzberichte von Trunz zu Themen wie Vereinsgeschehen, Schiessbetrieb, Finanzen, Schweisshundewesen, Jagdpolitik, Aus- und Weiterbildung, Jägerprüfungen und Jagdhornbläser, um nur auszugsweise auf die wichtigsten Punkte zu verweisen. Sie werden teilweise nachfolgend noch näher erläutert. Zur Mitgliederentwicklung führte Trunz aus, dass im Berichtsjahr 65 Neumitglieder aufgenommen werden konnten. Sieben Mitglieder traten aus Altersgründen oder infolge Wegzug aus dem Verein aus. Einige mussten wegen mehrfachen Nichtbezahlens des Jahresbeitrages ausgeschlossen werden. Leider waren 2009 auch mehrere Todesfälle zu beklagen. Revierjagd Schweiz wurde als Verband aufgelöst. Darüber und auch über die Verteilung des vorhandenen Ver-

mögens wurden die Versammlungsteilnehmer durch Trunz ebenso orientiert wie auch über das aktuelle Geschehen innerhalb von JagdSchweiz. Als Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit von RJSG erwähnte Trunz die finanzielle Unterstützung der Sanierung des Steinbockgeheges im städtischen Wildpark. Dass auch im Kleinen hervorragende Arbeit geleistet wurde, zeigte Trunz mit Hinweis auf die JG Gossau und deren erfolgreicher Auftritt anlässlich der dortigen Gewerbeausstellung G.09. Die JG wurde durch RJSG und den Jägerverein finanziell unterstützt. Berichte der Ressortverantwortlichen Der Arbeitstag 2009 wurde dazu genutzt, einen geschlossenen Holzunterstand für den bestehenden RollhasWurfautomaten und diverse Arbeitsgeräte und -maschinen zu erstellen. Gleichentags wurde auch die schadhaft gewordene Betondecke beim Tontaubenstand saniert. Dies dank guten Vorarbeiten durch ein Team von sachkundigen Helfern aus den Reihen des Vereins. Auf Vordermann gebracht wurden auch die Kipphasen-, Keiler-, Rehund Gamsanlagen. Dass Arbeitswille und Einsatzfreude der Kameradschaft nicht schaden, bewies der Vizepräsident als für den Tag Verantwortlicher mit trefflichen Bildern. Es wurde aber nicht nur gehämmert, gesägt und gemauert. Auch die Umgebung des Blockhauses erhielt die notwendige Pflege und damit ihr anziehendes Aussehen. Der heurige Arbeitstag im Erlenholz findet übrigens am Samstag, 29. Mai, statt. Drei Jagdparcours-Kurse konnten zur Zufriedenheit der daran Beteiligten durchgeführt werden. Als grosser Erfolg erwies sich mit 228 Teilnehmern auch das Säulischiessen. Und was wäre eine Schiesssaison ohne das allseits beliebte Helferessen, das all jene belohnt, die in irgend einer Funktion zum guten und vor allem unfallfreien Gelin-

gen in der Jagdschiessanlage beitragen. HP Kamber, Obmann der Schiesskommission, verwies am Schluss seiner Ausführungen auf die wiederum stattfindenden ParcoursSchiesskurse für jeweils 5 Teilnehmer/innen und auf das Schiessen von Schussbildern mit Schrot- und Flintenlaufmunition im September. Hubertus Aktuell erschien auch 2009 dreimal. 179 reich bebilderte Textseiten orientierten die Vereinsmitglieder über Aktualitäten und Aktivitäten innerhalb des Vereins, über kantonale und schweizerische Jagdpolitik und über Vieles mehr, was Jägerinnen und Jäger im Allgemeinen interessiert. Dank treuen Inserenten – sie füllen 73 Seiten mit ihren Anzeigen – blieb die Vereinszeitschrift auch 2009 gewinnbringend. Ihnen galt denn auch der spezielle Dank des Chefredaktors HR Albrecht. Gedankt wurde auch für alle Beiträge und Fotos. Und Dank erfuhren auch die Leser/innen und das Redaktionsteam. Und wer jeweils Genaueres über und zum Verein erfahren möchte, dem helfen rund 20 Navigationspunkte unter www.jagd-sg/hubertus weiter. «Neues Waffenrecht» Dies der Weiterbildungsschwerpunkt 2009. Dass das Thema unter den Nägeln brennt, bewies der grosse Publikumsaufmarsch im Erlenholz. Dem Leiter der Fachstelle «Waffengesetz» der Kapo St. Gallen gelang es hervorragend, seine Zuhörer/innen mit den Neuerungen des Waffengesetzes und den Bestimmungen des EU-Waffenpasses bekannt und vertraut zu machen. Der diesjährige Weiterbildungsanlass ist ganz dem Thema «Durchführung von Info-Veranstaltungen für Schulen und Öffentlichkeit» gewidmet und findet am 3. Juli im Erlenholz statt. Hunde und ihre Führer/innen Aus- und weitergebildet wurden aber auch Hunde und ihre Führer/innen. Fünf Jagdgesellschaften stellten ihre Re-


Kassa- und Revisionsbericht warfen ebenso wenig hohe Wellen wie die Genehmigung des Budgets und die Festsetzung des Jahresbeitrags. Karl Romer hĂźtete und hĂźtet die Vereinskasse wie ehemals der Zwerg Alberich den Nibelungenschatz. Dank sei-

ner klugen Finanzverwaltung, disziplinierten Zahlern und freigebigen GÜnnern und Spendern steht der Jägerverein auch im neuen Vereinsjahr auf soliden Grundpfeilern. Geleitet von einem Vorstand, dem auch heuer wieder einstimmig Entlastung erteilt und der wohlverdiente Dank ausgesprochen wurde. Die Ehrungen waren vom erst vor kurzem erfolgten Hinscheiden HR Wßrths ßberschattet, der an der diesjährigen HV fßr 50 Jahre VereinszugehÜrigkeit geehrt worden wäre. Sein Schalk und seine tatkräftige Mithilfe gaben manchem Arbeitstag ihre ganz eigene Prägung. Er hätte sich bestimmt ßber diese Ehrung und Anerkennung gefreut, so wie dies weitere fßnf Vereinsmitglieder taten, denen der Präsident fßr 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft Urkunde und Präsent ßberreichte. Zwei andere mussten der Versammlung aus gesundheitlichen und

beruďŹ&#x201A;ichen GrĂźnden fernbleiben. Die Allgemeine Umfrage nutzte W. Enderli, um das Ausbildungsprogramm von RJSG vorzustellen. Geplant sind je zwei WildbrethygieneKurse in Salez und Bazenheid. Im Werdenberg werden vor allem JG aus der Ăśstlichen Kantonshälfte berĂźcksichtigt, im Toggenburg solche aus dem westlichen Kantonsteil. Jeder JG steht ein Ausbildungsplatz zu. Die Kursteilnehmer erhalten nach Bestehen einer AbschlussprĂźfung einen Attest, der sie als Sachkundige fĂźr Wildbrethygiene ausweist. Am 3. Juli fĂźhrt RJSG im Erlenholz zudem einen Kurs zum Thema ÂŤTreffpunkt JagdÂť durch. Dieses Seminar ist auf 24 Teilnehmer begrenzt. Bei Ă&#x153;berbuchung ist ein weiterer Kurstermin geplant. Der Abteilungsleiter Jagd im ANJF, Markus BrĂźlisauer, orientierte im Zusammenhang mit der Teilrevision des

Jagdgesetzes zu Themen wie Finanzierungsmodell, Wildschadenverfahren, Reviervergabe/Revierbewertung und Zeitplan. Danksagung Der Präsident schloss die wie immer hervorragend vorbereitete und straff gefĂźhrte Hauptversammlung mit Dankabstattungen an seine Kollegen, an die JG MĂśrschwil und deren Helfer/innen, an die Jagdhornbläser, an die Gemeinde fĂźr den gespendeten Kaffee, an Maagâ&#x20AC;&#x2122;s Party& Festservice fĂźr den GratisApĂŠro, an das AJNF und vor allem an alle Helfer/innen im und ums Erlenholz. Den Anwesenden aber wĂźnschte er fĂźr das kommende Jagdjahr guten Anblick und Weidmannsheil. Aber nur dann, wenn dem Aufruf ÂŤDer erste Schuss zähltÂť auch wirklich nachgekommen wird. Und zwar lĂźckenlos. fjs

     

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Bund und Kantone

viere fĂźr drei HundeĂźbungen zur VerfĂźgung, wofĂźr ihnen auch anlässlich der HV gedankt wurde. RJSG organisierte im Juni und August je eine kantonale SchweissprĂźfung. 2010 bestehen wiederum bei drei Gelegenheiten in verschiedenen Jagdrevieren Ă&#x153;bungsmĂśglichkeiten fĂźr Hund und Mensch. RJSG fĂźhrt zudem im Juni und August die entsprechenden PrĂźfungen auf kĂźnstlicher Fährte durch. Als fĂźr die Hunde-Ausbildung Verantwortlicher dankte Markus Butz nicht nur den einzelnen Reviergemeinschaften sondern auch Bruno Scheiwiler, dem Lieferanten von Decken und Schweiss.


Rothirsch-Hegeschau 2010 in Walenstadt

555 Stück betrug der Abgang beim Rotwild im vergangenen Jagdjahr 2009. Davon wurden 458 Hirsche im Verlauf der ordentlichen Jagd erlegt und 97 als Fallwild verzeichnet. Die Trophäen und Unterkiefer der männlichen Hirsche wurden am 19. März in Walenstadt durch die Mitglieder der Bewertungskommission beurteilt und ausgewertet. Am spätern Nachmittag öffneten sich dann die Tore der militärischen Mehrzweckhalle, um die dort ausgestellten «Befunde» der Sachverständigen durch ein fast 900-köpfiges Fachpublikum begutachten und verifizieren zu lassen. Organisiert wurde der Anlass einmal mehr durch den einheimischen Wildhüter Albert Spirig. Die Mitglieder der JG Berschis, ihre Frauen und zahlreiche Helfer/innen waren dafür besorgt, dass niemand Hunger oder Durst zu leiden brauchte, und auch die Nüchternheit der Halle durch deren «jagdliche» Ausschmückung in den Hintergrund trat. Für die musikalische Bereicherung des Anlasses zeichneten die Jagdhornbläser des JV Seebezirk & Gaster verantwortlich. Kauflustigen wurden an verschiedenen Ausstellungsständen Möglichkeiten für das Ausgeben von Geld geboten. Im offiziellen Teil des Abends wurden zuerst die Ergebnisse der St. Galler Rothirschjagd 2009 durch den Tagesobmann der Bewertungskommission vorgestellt. Im Anschluss daran erfolgte die Analyse der Jagdstrecke durch den Leiter des ANJF. Das weitere Abendprogramm stand dann im Zeichen des Wolfes, den vorzustellen Dr. Reinhard Schnidrig-Petrig eigens aus Bern ins Sarganserland angereist war. Doch zuvor begrüsste der Regierungspräsident und Vorsteher des VD, Dr. Josef Kel-

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Schweizer Jäger 5/2010

Foto: Karin Ulli

Bund und Kantone

SG

Die Hegeschau lockt jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern nach Walenstadt. ler, die zahlreich erschienenen Gäste und vor allem die Hundertschaften der Jäger und Jägerinnen aus dem St. Gallischen, den benachbarten Kantonen, aber auch aus dem Fürstentum und dem Vorarlberg. Obwohl selbst Nichtjäger, so Keller einleitend, würden ihn viele Themen aus dem jagdlichen Umfeld ansprechen. Als Beispiel erwähnte er das Stichwort «Biodiversität«. Nach ihm beinhaltet der Begriff in umfassendem Sinn «intakte Natur mit ihrer faszinierenden Arten- und Lebensraumvielfalt.» Dazu gehöre auch die Jagd als nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource. Biodiversität kenne auch keine guten und bösen Arten. Als Beispiele wurden durch ihn Bartgeier und Wolf erwähnt. Da Forst und Jagd neu im VD untergebracht sind, streifte Keller auch kurz die Wald-Wild-Frage. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass es diesbezüglich keine Einseitigkeiten gebe, sondern dass stets das ganze Ökosystem mit Wald und Wild im Auge behalten werden müsse. Die laufende Teilrevision des Jagdgesetzes anspre-

chend gab er sich bezüglich möglicher Lösungen trotz Finanzkrise zuversichtlich. Zur Bejagung und Hege des Rothirsches hielt Keller wörtlich fest: «Der Rothirsch führt uns wie keine andere einheimische Tierart vor Augen, wie wichtig grosse, zusammenhängende und vor allem im Winter ungestörte Lebensräume sind. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass Lebensraumprobleme mit Wildfütterungen nicht gelöst werden können. In diesem Sinn befürworte ich die Bestrebungen der Hegegemeinschaften, auf Wildfütterungen ganz zu verzichten bzw. sie auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Anstelle von Wildfütterungen müssen die verbliebenen Wintereinstände erhalten und – wenn nötig – als Wildruhezonen ausgeschieden und geschützt werden. Die vor allem in den Regionen Sarganserland und Toggenburg bereits rechtsverbindlich ausgeschiedenen Wildruhezonen zeigen, Altersklasse

dass die Gemeinden, aber auch die verschiedenen Interessengruppen, sich ihrer Verantwortung zur Erhaltung der Wildlebensräume immer mehr bewusst werden. Es geht nun darum, diese positive Entwicklung weiter zu verfolgen und mit einer konsequenten Umsetzung auch die Wirksamkeit der Ruhezonen zu gewährleisten.» (Zitatende.) Zum Schluss seiner Ausführungen dankte Keller den anwesenden Jägerinnen und Jägern für den grossen Einsatz. Die vielfältigen jagdlichen Aufgaben sind nach ihm nur durch eine starke und leistungsfähige Jagd zu erfüllen. Das vorliegende Ergebnis der letztjährigen Rothirschbejagung beweise, dass die Hegegemeinschaften die jagdlichen Ziele vor allem in den wichtigsten Wald-Wild-Konfliktgebieten erreicht oder gar übertroffen hätten. Die Ergebisse der Rothirschjagd wurden durch den Obertoggenburger Revierförster Richard Tobler vorgestellt und sind nachfolgend zusammengefasst wiedergegeben. Der Gesamtabgang an Rotwild betrug auf Kantonsgebiet 555 Stück Rotwild. Erlegt wurden in beiden Hegegebieten 111 Stiere, 95 Alt-, 69 Schmaltiere und 157 Kälber. 92 Rothirsche wurden als Fallwild gefunden. In Revieren ausserhalb der Hegegemeinschaften wurden 9 Stiere, 6 Alt-, 2 Schmaltiere und 9 Kälber erlegt. 5 Rothirsche wurden als Fallwild gemeldet. Das GV der Rothirschstrecke beträgt 1:1.35 (Das Abschussverhältnis, d. h. Verhältnis Hirsche zu Kahlwild, ergab 1:2.82) Der Kälberanteil beläuft sich auf 36%. Die Aufschlüsselung der Hirschstrecke nach Altersklassen ergibt das Folgende:

Anzahl

Anteil an Gesamtstrecke

Jugendklasse (1.–3. Kopf)

90

73.8%

Mittelklasse (4.–9. Kopf

26

21.3%

Altersklasse (ab 10. Kopf) Total

4

4.9%

120

100%


«Der Wolf kommt auf vier Pfoten und nicht wie so oft auch in Jägerkreisen behauptet auf

vier Rädern». Dies eine Kernaussage zu Beginn des spannenden Referats, mit dem der eidgenössische «Jagdinspektor» Dr. Reinhard Schnidrig seine Zuhörerinnen und Zuhörer für den Rest des offiziellen Teils in Bann schlug. Er spannte zuerst den Bogen zurück in die Zeit der Ausrottung dieses Grossräubers, die er als erste Biodiversifikationskrise bezeichnete. Die Wälder wurden und waren übernutzt, die Schalenwildpopulationen mit wenigen Ausnahmen ausgerottet und damit auch das Todesurteil über Wolf, Luchs und Bär gefällt. Denn wo Hirsch und Reh fehlten, holten sich diese «Grossen» ihren Tribut unter dem «Schmalvieh», wie Ziegen und Schafe auch bezeichnet werden, das in grossem Ausmass zur Futtersuche in die verbliebenen Wälder getrieben wurde. Der Schutz des Waldes führte dazu, dass heute wieder 31% der Fläche der Schweiz bewaldet sind. Der rigorose Schutz der Schalen-

wildarten liess auch deren Bestände nach ihrer Rückkehr, Rot- und Rehwild, oder ihrer Wiederansiedlung, Steinwild, zu überlebensfähigen Populationen anwachsen. Der Wolf wird auch in St. Gallen ankommen Dies eine weitere Kernaussage, die zwar nicht überall auf Gegenliebe stiess. Seit 1973 der Einsatz von Strychnin in Italien verboten wurde, nahm die dortige Wolfspopulation trotz Wilderei und andern Rückschlägen stark zu. Sie umfasst zur Zeit rund 50 Wölfe, die sich auf 14 Rudel verteilen. Der französische Wolfsbestand wird auf 100 bis 140 Individuen geschätzt. Vor allem aus der italienischen Population gelangen immer wieder Einzelgänger beiderlei Geschlechts in die Schweiz. Hier werden sie nach Möglichkeit auf ihre Herkunft überprüft, was mit Hilfe molekularbiologischer Methoden, DNA-Analysen von Kot- und Speichel-

Guido Ackermann, Leiter ANJF, informierte ausführlich über die Rotwildbestände und deren Entwicklung. Der Regierungspräsident und Vorsteher des VD, Dr. Josef Keller, stärkte der Jagd den Rücken.

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Bund und Kantone

Foto: Karin Ulli

Reinhard Schnidrig: «Der Wolf wird zum Prüfstein für die Jagd».

Foto: Karin Ulli

Zusammenfassend beurteilte Ackermann das Gesamtergebnis für die RHG 1 als sehr gut. Dies auch in Bezug auf das erreichte GV von 1:1.6 (AV 1:2).

In der RHG 2 konnte der geplante Abschuss von 224 Stück Rotwild mit 172 tatsächlich erlegten Rothirschen aus den zuvor angeführten Gründen nicht erreicht werden. Zum trotzdem festgestellten Abgang von 223 Tieren trug leider der hohe Fallwildanteil bei. Ackermann schloss nicht aus, dass der Gesamtbestand allenfalls zu hoch geschätzt wurde, und auch die Geburtenrate tiefer ausfiel. Bezüglich der Winterfütterung verwies Ackermann auf die Vorgaben durch die Jagdverordnung und die Jagdvorschriften. Die Verordnung verpflichtet die Hegegemeinschaften zur Erarbeitung von Fütterungskonzepten. In den Jagdvorschriften ist festgehalten, dass wildlebende Huftiere grundsätzlich nicht gefüttert werden sollen und dass über Ausnahmen im Sinn von Notfütterungen das ANJF entscheide. Als Beispiel führte er das Fütterungskonzept der RHG 2 an. Dort wird auf den ordentlichen Betrieb von Futterstellen im Sinn von Notfütterungen verzichtet. Das Anlegen von Tristen ist grundsätzlich möglich. Das Vorgehen dient auch der Lebensraumpflege, ist aber bewilligungspflichtig. Notfütterungen sind auf Extremsituationen reduziert. Es soll in Absprache mit den jeweiligen Waldeigentümern Prossholz bereit gestellt werden. Als flankierende Massnahmen werden Wildruhezonen und Lebensraumaufwertungen angeführt.

Foto: Karin Ulli

Die Ergebnisse der Analyse der Rothirschstrecke stellte Guido Ackermann, Leiter ANJF, vor. Er fasste zusammen: – Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich der Abschuss im ganzen Kanton von 495 auf 458 Stück Rotwild. Der Gesamtabgang übertraf aber wegen des hohen Fallwildanteils (97 Stück statt wie 2008 deren 46) mit 555 Tieren das Vorjahr um 14 Stück. – Weil in der RHG 1 die Bestandesschätzung im Frühling 2009 klar höher als erwartet ausfiel, wurde als Ziel der Jagdplanung die Reduktion des Rothirschbestandes definiert. Die Abschussplanung sah vor, im Gegensatz zu den im Vorjahr geplanten 225 Stück Rotwild deren 280 und doppelt so viel weibliches wie männliches Wild zu erlegen. – Mit 272 geschossenen Stück Rotwild wurde das Ziel beinahe, in Bezug auf das GV, ganz erreicht. Der Gesamtabgang, erlegte Stücke + Fallwild, betrug 301 Rothirsche. – In der RHG 2 sehen Ausgangslage und Ergebnis anders aus. Trotz tieferer Bestandesschätzung wurde im Sinn der nachhaltigen Nutzung der gleiche Abschussplan (224 Stück Rotwild) wie im Vorjahr vereinbart. Im Frühjahr wurde dann aber bedeutend mehr Fallwild gefunden. Diese Tatsache und auch die milde Witterung während der Jagdzeit – das Rotwild verblieb bis zum Jahresende in den Bergtälern – reduzierten den Jagderfolg deutlich. Es konnten nur 172 (2008: 224) Stück Rotwild erlegt werden. Fallwild inklusive betrug der Abgang daher 223 Tiere. (2008: 241). – Der hohe Kälberanteil von 36% an der Gesamtstrecke zeugt von nachhaltiger Nutzung der Wildart.


Ohne Probleme kein Wolf Auch auf diese Feststellung ging Schnidrig auf Grund seiner Erfahrungen erklärend ein. Wenig problematisch erscheint ihm im Augenblick das Verhältnis Wolf – Jäger, was er am Beispiel des Rüden in der Surselva aufzuzeigen vermochte. Probleme aber gebe es dort, wo im Lebensraum eines Wolfes auch Kleinviehalpen bestossen würden. Der Wolf sei nun mal Fleisch- und auch Aasfresser. Schnidrig gab offen zu, dass der Anblick von gerissenen Schafen keine Augenweide darstelle. Dabei habe das Reissen mehrerer Tiere aber nichts mit Blutdurst, sondern allein mit Vorratshaltung zu tun. Der Wolf schafft sich so als Aasfresser den nötigen Vorrat an Fleisch und Innereien, seiner Hauptnahrung. Dass es beim Wild kaum zu «Massentötungen» kommt, liegt am Fluchtverhalten dieser Tierarten. Erfahrungen in zahlreichen Ländern Europas haben gezeigt, dass sich Schafhaltung und Wolfsvorkommen dann vertragen, wenn die Herden behirtet und durch Schutzhunde verteidigt werden. Schnidrig führte als einleuchtende Beispiele Frankreich, Spanien, die Karpaten und die Tatra an. Im Schutzhund werde der Wolf gleichsam gegen den Wolf umgekehrt, so der Referent. Schutzhunde gewinnen auch in der Schweiz je län-

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Schweizer Jäger 5/2010

ger je mehr an Bedeutung. Sie sind wesentlicher Bestandteil des Wolfkonzepts Schweiz, das der Bund in den kommenden drei Jahren mit jährlich CHF 830 000.– finanziert. Darin enthalten sind Beiträge für gerissenes Kleinvieh, an das Kompetenzzentrum für Herdenschutz und für die speziell zur Wolfsabwehr geschaffene nationale Eingreiftruppe. Zurzeit sind ungefähr 170 Hunde im Einsatz. Über 20 weitere verfügt die Eingreiftruppe. 2009 wurden CHF 100 000.– als Schadensentgeltung ausbezahlt. Schnidrig bewertete den Herdenschutz als Investment in die Zukunft. Dauernde Behirtung setzt nach ihm aber Herdengrössen zwischen 300 bis 800 Schafen voraus. Zum Umgang mit Grossraubtieren führte er aus, dass die Schweiz in acht sogenannte Wolfskompartimente unterteilt wurde. Den Totalschutz des Wolfes (wie auch des Luchses) erachtet er als falsch. «Haustierspezialisten» sollten im Interesse der Art selbst durch deren Erlegung aus der Wildbahn entnommen werden. Für das Wild sieht er weniger Probleme, da der Wolf bald da bald dort ein Stück reisse und daher für seine Beutetiere unberechenbar werde. (Georg Suter vermochte in seinen Referaten aufzuzeigen, dass viele der von ihm gefundenen und als Wolfsrisse identifizierten Beutetiere entweder jung und unerfahren, alt oder gar krank/verletzt waren.) Wichtig erscheint Schnidrig auch die Akzeptanz durch die Bevölkerung vor Ort. Der Wolf ist kein Menschenfresser, wie er auch in Märchen und Erzählungen immer wieder dargestellt wird. Ausnahmen gibt es nach ihm immer. Als Gründe für mögliche Wolfsattacken erwähnte er die falsche Gewöhnung an den Menschen oder die Erkrankung an Tollwut. Seine Feststellung, dass der Wolf zum Prüfstein für die Jagd wird oder es schon ist, sollte immer dann als Warnzeichen aufleuchten, wenn an Stammtischen über den Wolf gesprochen wird.

Fazit Die Rotwildhegeschau 2010 wurde einmal mehr zu einer umfassenden und kritischen Auseinandersetzung mit der Hirschjagd. Sie vermochte aufzuzeigen, dass Jagd mehr als nur Jagen bedeutet. Der moderne Rotwildjäger beiderlei Geschlechts muss sich bei seinem Tun mit der WaldWild-Thematik ebenso befassen, wie er sich auch ein umfassendes Wissen auf dem Gebiet der Winterfütterung aneignen, sich in der Öffentlichkeit für Wildruhezonen

engagieren und vor allem den Schutz der noch vorhandenen Wild-Lebensräume vorantreiben soll. In enger Zusammenarbeit mit all jenen, die diese Lebensräume mitnutzen und mitbevölkern. Dies die Zusammenfassung und freie Interpretation der Gedanken des Amtsleiters Guido Ackermann, die er zu Beginn der Veranstaltung äusserte. Und dafür wie RR Keller, Richard Tobler und Reinhard Schnidrig kräftigen Applaus erhielt. Fjs

UR

Infoabend Urner Jägerverein

Am Infoabend des Urner Jägervereins standen der Entwurf eines neuen Gämsbejagungskonzeptes und ein Referat Wofskonzept Schweiz/Uri im Zentrum. Seit einigen Tagen ist bestätigt worden, dass Mitte Februar ein Wolf im Kinziggebiet eine Gämse gerissen hat. Damit ist das Thema wieder brandaktuell, ein Referat über das Wolfskonzept Schweiz/Uri kam somit genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Interesse der Urner Jäger war sehr gross. Das Pfarreizentrum in Erstfeld platzte aus allen Nähten, gegen 300 Jäger wollten die neuesten Informationen über Wolf und Gämsbejagungskonzept nicht verpassen. Walter

Baumann, Präsident des Urner Jägervereins, bat die Anwesenden in anschliessenden Diskussionen sachlich zu bleiben, auch wenn das Thema mit grossen Emotionen verbunden ist. Sachlich und ohne Emotionen lieferte Referentin Kristina Vogt von der Institution KORA viel Wissenswertes über den Wolf und das Wolfskonzept Schweiz. Im Moment ca. 15 Wölfe in der Schweiz – noch kein gesicherter Stand... Um 1970 galt der Wolf in der Schweiz als ausgerottet, inzwischen zählt man wieder ca. 15 Tiere, die meist aus Italien eingewandert sind. Nach Ansicht Wolfskonzept Schweiz ist dies

Foto: Georg Epp

Bund und Kantone

proben, geschieht. Schnidrig verbürgte sich für die Solidität und Glaubwürdigkeit dieser Methoden. Er ging in diesem Zusammenhang auch auf die (kontrollierbaren) Wanderungen und die Verbreitung dieser Neuzuzüger in der Schweiz ein. So wechselte ein Rüde vom Thuner- zum Genfersee. Der Luzerner Wolf lebte ursprünglich im Wallis. Je ein Rüde wanderte aus Graubünden ins Vorarlberg und nach Bayern aus. Es bleibt eine Frage der Zeit, wann die zugewechselten Weibchen für Nachwuchs sorgen und dann höchst wahrscheinlich mit einem Rüden zur Bildung von Kleinrudeln, 4 bis 6 Tiere, beitragen.

Das Thema Wolf ist wieder brandaktuell, nachdem eine DNA-Analyse bestätigte, dass ein Wolf im Kinziggebiet eine Gämse tötete.


Der Infoabend des Urner Jägervereins mit dem Referat Wolfskonzept Schweiz/Uri und der Vorstellung eines neuen Gämsbejagungskonzeptes war ausgezeichnet besucht. Im Bild von links Walter Baumann, Präsident Urner Jägerverein, Josef Walker, Jagdverwalter, und Kristina Vogt. de auch das Konzept mit den Herdenschutzhunden, in Uri mit Herden zwischen 20 und 1400 Tieren sei dieser Schutz wenig geeignet. Aus Zeitgründen beendete Walter Baumann die Diskussionen und meinte: «Wir müssen das Beste daraus machen und sind froh, wenn wir bei Konzeptänderungen frühzeitig mit einbezogen werden».

Foto: Georg Epp

Entwurf Gämsbejagungskonzept Uri Jagdverwalter Josef Walker orientierte über den Entwurf Gämsbejagungskonzept Uri. Die Diskussion über das Hornmass ist nichts Neues, in den letzten Jahren stand die Frage im Vordergrund, wie Gämspopulationen bejagt werden können, sodass Altersaufbau und Geschlechterverhältnis optimiert werden können. Erfahrungsgemäss ist das simple Krickelmass dafür nicht geeignet, der Kanton Uri ist letzter Kanton mit dieser Regelung. An der GV des Urner Jägervereins 1992 wurde bereits heftig über dieses Thema debattiert. Das neue Gämsbejagungs-

Mit Blumen und einem Buch des Urner Jägervereins bedankte sich Präsident Walter Baumann bei der Referentin Kristina Vogt (Wolfskonzept Schweiz/Uri).

konzept wurde vom Vorstand der beiden Urner Jägervereine, den Jagdkommissionsmitgliedern, den Wildhütern und Jagdaufsehern und den Forstorganen zur Stellungnahme unterbreitet. Bis 9.April 2010 sollte die Stellungnahme beim AFJ (Amt Forst und Jagd) eintreffen. Danach wird die Stellungnahme ausgewertet und der Jagdkommission Anfang Mai 2010 unterbreitet. Man geht davon aus, dass ein neues Gämsbejagungskonzept frühestens im Jahre 2011 in Kraft treten wird, am Schluss entscheidet der Regierungsrat im Rahmen der Jagdbetriebsvorschriften. Gründe für die Systemänderung sind: Der Bund schreibt im Anhang 8 zur NFA Vereinbarung Schutzwald vor, wie die Gämsjagd durchgeführt werden soll. Damit im Wald gejagt werden kann, ist die Abschaffung des Hornmasses zentral. Wildbiologische Gründe sind: Heute werden die jungen Böcke und Geissen mit Hornmass geschützt und auf die mittelalten Tiere besteht ein grosser Jagddruck. Dabei sollten die Abschüsse besser verteilt sein und bei den jungen Tieren (v.a. den schwächeren) kann man viel mehr eingreifen, ohne den Bestand zu gefährden. Diese Gründe haben alle anderen Kantone bewogen, diese Art der Gämsbejagung aufzugeben und das Hornmass so abzuschaffen. Zielsetzungen sind: Das Geschlechterverhältnis der Strecke muss rund 1:1 sein; Anteil Kitze/Jährlinge muss rund 25% der Strecke sein und auf 75% der Waldfläche muss die natürliche Verjüngung ohne Schutzmassnahmen möglich sein.

Der Entwurf lautet wie folgt Jeder Jäger bekommt zu Beginn der Gämsjagd eine Abschussmarke. Mit dieser Abschussmarke kann er entweder – eine galte Geiss (mind. 2½jährig, ohne Hornmassbeschränkung) – einen Bock (mind. 2½jährig, ohne Hornmassbeschränkung) – oder ein Jahrtier (männlich oder weiblich) mit Krickelmass unter 14 cm schiessen (wir könnten uns auch eine Regelung w 13 / m 15 vorstellen). Vorweisen muss der Jäger diese Abschüsse nicht – Markentausch ist erlaubt wie bis anhin. Wenn der Jäger eine galte Geiss (mind. 2½-jährig, aber ohne HM) oder ein Jahrtier (männlich oder weiblich) mit Krickelmass unter 14 cm schiesst, kann er (oder ein Beauftragter mit der entsprechenden Abschusskarte) innert 24 Stunden das erlegte Tier dem Wildhüter / Jagdaufseher vorweisen und bekommt eine zweite Marke für ein weiteres Tier. (Bei der aktuellen Bestandessituation für einen Bock – mindestens 2½-jährig, kein HM – oder ein Jahrtier mit Krickelmass unter 14 cm.) Die Jäger können die erlegten Tiere der Wildhut im Feld oder aber auch bei der ARA (Vorweisungsstelle) vorweisen. Nach dem Vorweisen darf der Jäger wieder in sein Jagdgebiet zurück (die Vorweisungspflicht wirkt auch als eine Art Bremse und wirkt als Geissschutz). Die reich befrachtete Traktandenliste erlaubte hier keine Diskussion, man war aber froh, erstSchweizer Jäger 5/2010

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Bund und Kantone

Foto: Georg Epp

noch kein gesicherter Stand. Das Wolfskonzept Schweiz stützt sich auf die Organisationen BAFU (Bundesamt für Umwelt/Wolfskonzept), KORA (Wolfsmonotoring), AGRIDEA (Herdenschutz) und die Interkantonalen Kommissionen ab. Zwischen 1999 und 2006 kostete der Herdenschutz in der Schweiz rund 6 Mio. Franken. Zwischen 1995 und 2009 wurden 7 Wölfe getötet, ein Wolfsabschuss kostete rund 100 000 Franken. Abschusskriterien im Wolfskonzept Uri sind: 25 Nutztiere gerissen in einem Monat oder 35 Nutztiere gerissen in 4 Monaten. In der anschliessenden Diskussion zeigten sich die Anwesenden wenig begeistert über das Wolfskonzept Schweiz. So meinte Ernst Imholz aus Unterschächen, er glaube nicht, dass alle Wölfe von Italien her stammen, er habe den Verdacht, dass einige davon illegal ausgesetzt wurden. Zu den hohen Abschusskosten meinte er: «Wir würden den Wolf auch gratis abschiessen, wenn wir den Auftrag erhalten». Kristina Vogt dementierte die Vermutung von illegal ausgesetzten Tieren, mindestens vom Verein KORA sei davon nichts bekannt. Ein anderer Versammlungsteilnehmer meinte: «In Uri ist der Wolf überhaupt nicht erwünscht». Er machte kurzerhand eine Konsultativabstimmung: «Wer mit dem Wolfskonzept einverstanden ist, soll die Hand heben.» Natürlich blieben alle Hände unten. Kritisiert wur-


Bund und Kantone

mals eingehend über das neue Konzept orientiert worden zu sein. Schweisshundewesen – Nachsuche in Uri gut organisiert Wildhüter Fredy Arnold referierte über das Schweisshundewesen, eine wichtige Sache für die Jäger. Die organisierte Wildnachsuche, die im Jahre 1981 durch Wildhüter Anton Infanger gestartet wurde, darf sich heute sehen lassen. Im Jahre 2000 wurde das Konzept überarbeitet und erstmals ein Präsident gewählt. Präsident der IGNWU (Interessengemeinschaft Nachsuchewesen Uri) ist nach wie vor Max Arnold. Die Organisation ermöglicht dem Jäger, einen entsprechenden Nachsucheführer mit einem einsatzfähigen, auf Schweiss geprüften Hund aufbieten zu können. Im vergangenen Jahr wurde dieses Angebot 46x genutzt, über 50% der Nachsuche war von Erfolg gekrönt. Um die Erfolgsquoten noch zu steigern, verriet Fredy Arnold wichtige Tipps an die Jägerschaft. Einsatzlei-

VS

terin Nachsuche ist seit vielen Jahren Annelies Müller. SPW-Stiftung Naturland, eine gute Sache In kurzen Zügen orientierte Landschreiber Klaus Weibel über die modernisierte, neuzeitliche Jagdpatentausgabe und beantwortete diverse Fragen. Beat Zgraggen, das neue Stiftungsratsmitglied SNL (Stiftung Naturland) referierte über die wertvollen Tätigkeiten der SNL. In Uri konnten dank SNL diverse Wildbiotophegeprojekte realisiert werden. Die Organisation wurde durch den Schweizerischen Patentjäger- und Wildschutzverband SPW gegründet und wird mit einem jährlichen Franken pro Mitglied unterstützt. Ziel der Stiftung ist es, natürliche Lebensräume zu bewahren und wildlebende Tiere und Pflanzen zu erhalten. Am Schluss der Infoversammlung orientierte Walter Baumann über diverse Anträge, die an der GV vom 23. April, ebenfalls wieder in Erstfeld, zur Sprache kommen werden. Eg.

Hegeeinsatz im Biotop Brigerbad

Die angehenden Jägersleute, egal ob Mann oder Frau, sind voll motiviert und leisteten einen tollen Arbeitseinsatz. verschönert. Eine 1997 eigens gegründete Stiftung, bestehend aus dem Natur- und Vogelschutzverein Oberwallis, Pro Natura Oberwallis und dem Oberwalliser Jägerverband, hat sich verpflichtet, die Hege und Pflege zur Erhaltung von diesem Tier- und Pflanzenreich sicherzustellen. Waren anfänglich erfreulicherweise noch Helfer von allen Stiftungsparteien vertreten, glänzten in den letzten Jahren die Mitglieder vom Natur- und Vogelschutzverein sowie von Pro Natura durch ihre Abwesenheit. Zufälligerweise(?) hatten diese Organisationen am diesjährigen Aufräumtag eine Heckenpflanzaktion angesagt. Einzig Ruedi Salzgeber, Präsident der Stiftung Lonza-Biotop, fand den Weg

Brigerbad ist ein kleines Dorf am südexponierten Hangfuss des Rhonetales und liegt zwischen Brig und Visp. Es hat seinen Namen von den berühmten Thermalquellen und war bis 1970 eine autonome Gemeinde. Heute gehört Brigerbad zur Stadtgemeinde Brig-Glis. Die trotzdem weitgehend eigenständig gebliebene Dorfschaft mit ihrem ausgeprägten Vereinsleben hat rund 700 Einwohner. Mit 2200 m² Wasserfläche sind die Thermen von Brigerbad das grösste FreiluftThermalbad der Schweiz, mit dem ersten Grottenschwimmbad Europas, der längsten alpinen Thermal-Wasserrutschbahn (182 m), dem turbulenten Flussbad und dem einmaligen Olympiabad mit 4 Schwimmbahnen à 50 Meter. Die Temperatur der ergiebigen Quelle beträgt rund 42 °C und die Wassermenge erlaubt es, das Wasser in sämtlichen Bädern täglich zu wechseln. Die von Hans und Celine Kalbermatten mit freundlichem Personal aufgebaute Anlage weist 450 Gratisparkplätze sowie einen grossen und gut gepflegten 4-Sterne-Campingplatz auf.

Rund dreissig Jungjäger und Jäger der Dianas Visp, Brig, östlich Raron und Goms, führten im Biotop in Brigerbad die jährlichen Aufräumarbeiten durch. Das Biotop befindet sich am Rande der Campinganlage des Thermalschwimmbades Brigerbad. Die zahlrei-

chen Sommergäste wissen bei ihren Spaziergängen die Artenvielfalt in der idyllischen Anlage sehr zu schätzen und zu geniessen. Anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums hat die Lonza AG das Biotop Brigerbad im westlichen Teil erweitert und

Diese Nisthilfen werden von zahlreichen Wildbienen angenommen.

Nach beendigter Arbeit stellt man sich zum «Familienfoto» auf.

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Schweizer Jäger 5/2010

zur Jägerschaft, um diese zu begrüssen und ihren Einsatz zu verdanken. Dabei wäre der Dialog zwischen Naturschützern und Jägern wünschenswert und wichtig. Sie haben dieselben Ziele – eine intakte Natur. Der Gedankenaustausch der verschiedenen Interessengruppen, die bekanntlich das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne haben, kann bei solchen Anlässen gefördert werden. Anstehende Probleme können bereinigt, Steine aus dem Weg geräumt und Brücken geschlagen werden. Von einer intakten Fauna und Flora profitieren wir alle: Ornithologen, Jäger und Naturliebhaber, ja sogar die ganze Bevölkerung profitiert, wenn unser grösster «Roh-


Fachkundig erläutert Josef Theler die Funktion eines Nistkastens. stoff», unsere Natur und Heimat, erhalten bleiben. Die Jungjäger leisteten einen tollen Einsatz. Schilf wurde gemäht und zu Haufen geschichtet sowie Bäume, Weiden und Sträucher zurück geschnitten. Die Aufwertung und Pflege von ökologisch wertvollen Lebensräumen bietet nicht nur für Vögel wertvolle Nist- und Nahrungsplätze, sondern beherbergt auch zahlreiche Insektenarten und bietet Unterschlupf für weitere Kleintiere. Neben der Freude an der Natur werden bei einem solchen Pflegeeinsatz auch handfeste Fähigkeiten gefordert: Mit Motorsäge, Motorsense, Baumschere und Fuchsschwanz bewaffnet ging die Arbeit von statten. Welche Alternativen gäbe es zur ausgeführten Biotoppflege? Man könnte die ganze Schilffläche abbrennen. Abbrennen ist aus gutem Grunde verboten. Abbrennen ist nur erlaubt, um einer anderen Tierart einen Lebensraum zu verschaffen und dafür kleinere Tiere, wie Insekten und Reptilien, zu opfern. Unser Walliser Sommergast, der Ortolan, auch Gartenammer genannt, lässt grüssen! Jährlich werden ebenfalls etliche Säcke mit Zivilisationsabfall gefüllt. Man kann über die Entsorgungspraktiken einiger Erdenbürger nur staunen. Durch die Jägerschaft wurden zusätzlich die Nistkästen gereinigt und so gut als möglich wieder instand gestellt. Bei der abschliessenden Übungsbesprechung erläuterte Wildhüter Josef Theler fachkundig den Aufbau eines Nistkastens. Jean-Louis Borter, Hegeausbildner Diana Brig

Die letzte Sitzung (März 2010) vor der kantonalen Delegiertenversammlung vom 17. April galt der Antragsbereinigung und bot Gelegenheit, Fragen an die anwesenden Vertreter der Jagdabteilung zu richten. Regulationsart beim Wolf Der Antrag der Diana Brig wurde vorläufig sistiert. Ihm lag zu Grunde, das Ungleichgewicht zwischen Wild und Wolf während der ordentlichen Jagd zu korrigieren. Man will kompromissbereit zuerst die Schlussfolgerungen der ins Leben gerufenen Kommission «Grossraubtiere» abwarten. Je nach Ausgang behält sich die Diana Brig vor, den Antrag wieder zu stellen. Das Schweisshundewesen Beim Schweisshundewesen scheiden sich die Geister. Während das Oberwallis nach den Richtlinien der Technischen Kommission für das Jagdhundewesen (TKJ) richtet, möchte das Unterwallis eine largere Prüfung. Patrick Lavanchy, Präsident der Diana St. Mau-

rice, begrüsst die Idee, im ganzen Kanton ein einheitliches Schweisshundereglement einzuführen. Das wichtigste aber bleibe stets die Nachsuche. Die TKJ schreibt vor: Ein Hund kann später nur zu einer erhöhten Nachsucheprüfung gestellt werden, wenn die erste Prüfung vor zwei Richtern bestanden wurde. Lavanchy sprach, dass im Unterwallis von 255 Schweisshunden nur ein Führer seinen Hund einer weiteren Prüfung unterziehen wollte. Man einigte sich mit zwölf Ja, acht Nein und acht Enthaltungen auf einen Kompromiss. Es wird nach den Grundsätzen der TKJ mit zwei Abänderungen gerichtet. An die kantonale DV geht folgender Vorschlag: Die Hunde lassen sich von einem Richter prüfen. Jeder Hundeführer besitzt aber das Recht, einen zweiten Richter anzufordern. Gämsbejagung beim Jährling Jean-Michel Micheloud stellte mit Bedauern fest, dass sich mit dem bestehen-

den 5-Jahresbeschluss der Abschuss weiblicher Gämsjährlinge verdoppelt habe. Jagdchef Peter Scheibler erwiderte ihm, dass – obwohl der Winter 2008/09 stark in den Bestand der schwachen Jahrtiere eingegriffen habe – es keinen Sinn mache, diese zu schützen. In erster Linie sei es diese Kategorie, die den Krankheiten, dem Grossraubwild und dem Winter zum Opfer fielen. Wegen 130 weiblichen Jährlingen in Panik zu machen, sei verfehlt. Bei 160 Banngebieten kompensiere sich der Verlust leicht. Die Fuchspassjagd nur noch ein Dienst an der Öffentlichkeit? Angesichts der niedrigen Fellpreise sei das Fuchspassen dem Gesuchsteller ohne Patentgebühren auszuhändigen oder die Abschussprämien zu erhöhen. Diesen Voten hält Peter Scheibler entgegen, dass mangels Einnahmen die Abschussprämien nicht mehr bezahlt werden könnten. Demzufolge dürfte sich die Katze in den eigenen Schwanz beissen. r.w.

Der Oberwalliser Jägerverband tagte in Zermatt Das Hotel Pollux mit Alex Taugwalder war ein ausgezeichneter Gastgeber. Präsident Florian Eggel begrüsste dort das Quorum der Delegierten und das Bläsercorps Diana Mettelhorn. Die Traktanden passierten ohne Gegenstimmen den statutarisch vorgeschriebenen Ablauf. Ein Zeichen der vorzüglich geleisteten Arbeit des Vorstandes.

2011 stellt Zermatt ihren Mann Turnusgemäss stellt 2011 die Diana Mettelhorn, bestehend aus den Gemeinden Zermatt, Täsch und Randa, den Oberwalliser Präsidenten. In der Person von Daniel F. Lauber, Sohn von Alt-Ständerat Daniel Lauber, fand die Diana einen geeigneten Nachfolger von Florian Eggel. Anträge bilden in der Regel das Salz in der Suppe. In den bis zu sechs jährlich stattfindenden Präsidentenkonferen-

zen diskutieren die Präsidenten über Anträge der Dianas, entwerfen Strategien und setzen sich mit den dargelegten Vorstellungen der Jagdabteilung auseinander. Die Jagdabteilung, einer zeitgemässen Informationspflicht folgend, bringt zusätzlich eine Fülle von Informationen in die Vereinsversammlungen. Diese Vorarbeiten erfüllen den Zweck, die Basis stets auf dem Laufenden zu halten und vermindern so eine Flut von Schweizer Jäger 5/2010

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Bund und Kantone

Präsidentenkonferenz des Walliser Jägerverbandes


Bund und Kantone

geslicht treten. Der Kantonale Jägerverband setzt noch diesen Monat die Kommission «Grossraubwild» in Kraft, die die verschiedensten Aspekte durchleuchten, erfassen und kommunizieren soll.

Bläsercorps Diana Mettelhorn, Zermatt. Anträgen in Unkenntnis der Sachlagen. Aktuell werden Änderungsvorschläge und Wünsche seitens der Jäger in der Regel erst auf das letzte Jahr vor Inkrafttreten des Fünfjahresbeschlusses verschoben. Willkommen daheim Das wichtigste Traktandum war das Gesuch der Diana Goms um Wiedereintritt in den Oberwalliser Jägerverband.

Der Wolf ist mehr als ein Thema Wenn im Wallis das Wild den sechs Wölfen (Stand anfangs Jahr) grossen Tribut zollen muss, kann ein Jagdverband nicht zur Tagesordnung übergehen. Präsident Florian Eggel widmete sich der Tatsache, dass über 100 Nutztiere (trotz zum grossen Teil vorgenommenen Schutzvorkehrun-

gen) gerissen wurden und die Präsenz des Wolfes in 10 Kantonen zu denken gibt. Diese Vorkommnisse fordern zwingend ein Handeln sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene. Die zurzeit im Dunkeln liegenden Eingriffe in den Wildbestand dürften in absehbarer Zukunft bei den jährlichen Bestandesaufnahmen ans Ta-

Bevormundung des Berggebietes oder was? Anlässlich des Podiumsgesprächs über Biodiversität bei «Fischen Jagen Schiessen» in Bern verstieg sich die Vertreterin von Pro Natura in der Aussage, bei Änderungen oder Gestaltung des Berggebietes sei den «Flachländern» ein Mitspracherecht einzuräumen. Im Unterland verdientes Geld, das als Subventionen ins Berggebiet fliesse, berechtige zu dieser Forderung. (Anmerkung Red.: s. auch «Jagd und Natur» 04/2001). r.w.

Die Diana Brig, die Nationalrätin und der Wolf

Beni Truffer, Präsident der Diana Goms, brachte die Diana wieder in den Verband.

Nationalrätin Viola Amherd, Gast an der GV der Diana Brig, sicherte dem von den Mitgliedern mit 112 zu 8 Stimmen verabschiedeten Antrag für eine konsequente Wolfsregulierung ihre Unterstützung zu. Am 15. März 2010 reichte sie die Motion «Handlungsspielraum für eine sinnvolle Regulierung des Wolfsbestandes» im Nationalrat ein.

2001 verliess sie infolge Ablehnung ihres vorgeschlagenen Kandidaten zum Oberwalliser Präsidenten den Verband. Unüberbrückbare Differenzen, die voraussichtlich während fünf Jahren ein Spannungsfeld zwischen der Jagdabteilung und den Vereinen erzeugt hätten, vermied die Nichtwahl. Dem weitsichtigen und konzilianten Präsidenten der Diana Goms, Beni Truffer, gelang es, die Mitglieder (87.5%) zu überzeugen, ein Wiederaufnahmegesuch zu stellen. Diesem Wunsch stimmten die Oberwalliser Delegierten einstimmig zu.

Der Bundesrat wird beauftragt – einen Vorbehalt zum Artikel 22 der Berner Konvention anzubringen, der den Handlungsspielraum für eine Eingrenzung der Wolfspopulation im Sinne einer vernünftigen und nachhaltigen Nutzung des Lebensraumes Alpen erweitert; – notfalls die Kündigung der Konvention und einen Neubeitritt mit Vorbehalt zur Wolfsfrage gemäss Artikel 21 der Berner Konvention vorzunehmen; – über die neugeschaffene Plattform der Alpenkonven-

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Schweizer Jäger 5/2010

tion «Grosse Beutegreifer und freilebende Huftiere» eine gemeinsame Haltung der Alpenländer zur Senkung des Schutzstatuts des Wolfes in den Alpen zu erwirken. Die Begründung Die Situation bezüglich des Wolfes hat sich seit der Unterzeichnung der Berner Konvention stark geändert. Heute zeigt sich, dass eine sinnvolle Regelung des Nebeneinanders von Mensch und Wolf durch die Konvention verunmöglicht wird. Diese ist zu einseitig auf

Viola Amherd, Nationalrätin und Stadtpräsidentin von Brig.

den Schutz des Wolfes ausgerichtet. Die Bergbevölkerung muss ihren Raum nutzen können. Einer vielfältig genutzten Kulturlandschaft wird höchste Lebensqualität zugesprochen. Dazu gehören sowohl der Erhalt einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt als auch die ressourcenschonende Bewirtschaftung durch den Menschen. Das ist insbesondere auch für den Tourismus von zentraler Bedeutung. Was es braucht, ist ein kluges Management des sensiblen Lebensraumes Alpen, keine romantisierende Verklärung von einzelnen Tierarten. Die Population der Wölfe muss also reguliert werden können, wenn es das ökologisch-ökonomische Gleichgewicht im wahren Wortsinn der Nachhaltigkeit erfordert. Die Anpassung der Jagdverordnung, wie sie in der Motion der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) gefordert wird, ist dazu nötig, aber sie allein reicht nicht aus. r.w.


Trotz vermeintlicher Naturfeindlichkeit lebt mittlerweile eine Vielzahl von Wildtieren in den vom Menschen geprägten Siedlungen und Städten. Nicht nur Siebenschläfer und Fuchs, sondern auch Mauereidechse, Igel oder Hausrotschwanz haben in unserer Nähe ein neues Zuhause gefunden. Hier gibt es für sie Nahrung und Unterschlupf zuhauf, die Bedingungen sind mitunter besser als auf dem Land. Doch im Lebensraum des Menschen leben diese Wildtiere auch gefährlich. So kommen allein in der Schweiz jährlich Millionen von Vögeln zu Tode, weil sie mit Glasscheiben kollidieren. Nicht gerade besser ergeht es den Abertausenden von Amphibien, Reptilien und anderen Kleintieren, die Jahr für Jahr in Baugruben und Schächte fallen oder in der Kanalisation verschwinden, wo sie meist elend vertrocknen oder verhungern müssen. Fallen die Kleintiere in Wasserbecken oder Swimming-Pools, ist ihr Tod meist ebenso besiegelt. Unerwartete Gefahren drohen Wildtieren im Siedlungsraum aber auch durch den Strassenverkehr, durch Zäune, Wohlstandsmüll oder etwa Kunstlicht, welches Myriaden von Insekten jedes Jahr zum Verhängnis wird. Die Liste der Gefahrenquellen und Wildtierfallen ist lang – das müsste aber nicht sein. Mit mehr Aufmerksamkeit und verantwortungsvollem Handeln lassen sich viele Problembereiche, oft auf einfache Weise, entschärfen. Der neuste WILDBIOLOGIE-Artikel greift dieses Thema auf und zeigt, wo überall Gefahren lauern. Er will den Blick dafür schärfen und Anregungen zum Beseitigen geben, auch wenn es nicht in allen Fällen Patentlösungen gibt. Ebenfalls erschienen ist ein Artikel über die Biologie der Alpengämse, einer Tierart, die

trotz ihrer Bedeutung bis heute noch keineswegs abschliessend erforscht ist. So wird denn im Artikel auch früheres Wissen hinterfragt, wenig Beachtetes ans Licht geholt und damit ein Bild der Alpengämse auf dem Stand relevanter Kenntnisse gezeichnet. Die beiden Artikel sind erhältlich zu jeweils Fr. 7.– bei WILDTIER SCHWEIZ (Strickhofstr. 39, 8057 Zürich, Tel. 044/635 61 31). Ein Abonnement WILDBIOLOGIE mit viermal 2–3 Artikeln pro Jahr kostet Fr. 58.– (Ausland: Euro 45.–).

Keil, Postenhirsche und Minenkeiler. Jagd im Schatten der Zonengrenze. Neumann-Neudamm; 34.50. Die deutschdeutsche Grenze, ein Schandfleck für die zivilisierte Welt und ein erbarmungslos brutaler Todesstreifen für Mensch und Tier. Von Besonderheiten und Tragödien der Jagd auf beiden Seiten dieser Grenze erzählt dieses Buch.

Nehlsen, Nur um der Beute willen ... wollt’ ich kein Jäger sein. NeumannNeudamm; Fr. 49.50. Im vorliegenden zweiten Band der jagdlichen Aut o b i og r a p h i e des Autors geht es um Jagen und Erleben jenseits der Grenzen seiner Heimat: in bundesdeutschen, europäischen und südwestafrikanischen Ländern. Bezugsquellennachweis siehe 1. Seite «Jägermarkt», oben links.

Sonne Mond Solunar Mai So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Juni Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di

Aufgang

Untergang

Aufgang

Untergang

16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31.

05.50 05.49 05.47 05.46 05.45 05.44 05.43 05.42 05.41 05.40 05.40 05.39 05.38 05.37 05.36 05.36

20.56 20.57 20.58 20.59 21.01 21.02 21.03 21.04 21.05 21.06 21.07 21.08 21.09 21.10 21.11 21.12

07.24 08.32 09.47 11.05 12.24 13.42 14.59 16.15 17.32 18.48 20.02 21.12 22.13 23.04 23.44 00.16

23.58 00.43 — 01.18 01.47 02.12 02.35 02.57 03.20 03.45 04.15 04.51 05.36 06.30 07.30 08.35

02.49 03.54 04.59 00.13 01.09 01.59 02.21 03.04 03.47 04.32 05.20 00.26 01.22 — 02.50 03.46

09.04 10.09 11.13 06.00 06.56 07.47 08.33 09.16 10.00 10.45 11.34 06.12 07.08 08.05 09.03 09.58

15.18 16.23 17.27 12.40 13.34 — 14.45 15.29 16.13 16.58 17.47 12.54 13.49 14.19 15.15 16.11

21.33 22.38 23.41 18.27 19.21 20.11 20.57 21.41 22.25 23.11 — 18.40 19.35 20.32 21.28 22.23

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.

05.35 05.34 05.34 05.33 05.33 05.32 05.32 05.32 05.31 05.31 05.31 05.31 05.31 05.30 05.30

21.13 21.14 21.15 21.16 21.17 21.17 21.18 21.19 21.19 21.20 21.21 21.21 21.22 21.22 21.23

00.42 — 01.04 01.23 01.41 01.59 02.18 02.39 03.05 03.37 04.18 05.10 06.15 07.30 08.50

09.41 10.46 11.50 12.53 13.56 15.01 16.07 17.16 18.28 19.39 20.47 21.48 22.38 23.18 23.50

04.40 05.30 00.27 01.09 01.49 02.07 02.44 03.24 04.06 04.53 00.00 00.58 01.26 02.34 03.39

10.52 11.41 06.16 06.59 07.39 08.17 08.55 09.35 10.19 11.07 05.45 06.43 07.45 08.49 09.53

17.03 17.52 12.47 13.29 — 14.27 15.06 15.47 16.32 17.21 12.29 13.29 14.00 15.04 16.07

23.14 — 18.37 19.19 19.59 20.38 21.17 21.59 22.45 23.35 18.15 19.13 20.15 21.19 22.21

Solunarzeiten: Die fettgedruckten Zeiten erstrecken sich auf einen Zeitraum von 2½ Stunden, während die normal gedruckten Zeiten ungefähr 1½ Stunden andauern. Die Solunarzeiten sind Beisszeiten der Fische, können aber auch für den Jagderfolg günstig sein. Entsprechenden Rückmeldungen sehen wir mit Interesse entgegen. Die Redaktion Schweizer Jäger 5/2010

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Literatur

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Bezugsquellennachweis Die im Inhalt erwähnten Bßcher und Produkte sind im Fachhandel und beim Verlag Schweizer Jäger, Postfach 261, 8840 Einsiedeln, Telefon 055 418 43 43, Fax 055 418 43 44, EMail: kontakt@schweizerjaeger.ch, zu beziehen.

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Schriftliche Bewerbungen mit Nachweis der Jagdpachtfähigkeit sind bis 26.05.2010 an die Stadt StĂźhlingen, SchlossstraĂ&#x;e 9, 79780 StĂźhlingen, zu richten. Nähere Einzelheiten auf unserer Homepage unter www.stuehlingen.de. Die Bewerbungsunterlagen kĂśnnen Sie unter E-Mail stadtverwaltung@stuehlingen.de oder telefonisch unter Tel. 07744/532-30 anfordern.

        

                            

     

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Nächste Nummer: 9. Juni

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Inseratenschluss: 20. Mai Schweizer Jäger 5/2010

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Der Experte In welchem Bundesland liegt das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum? Mitmachen beim Wettbewerb lohnt sich! Unter den richtigen Einsendern werden jeweils 1 LED-Taschenlampe «Wild Finder» mit grünem Licht, Wert Fr. 206.– 1 Jagdbuch, Wert Fr. 60.–; 1 JägerTool von Victorinox, Wert Fr. 52.– 2 Taschenmesser Victorinox «Waiter», Wert je Fr. 14.– verlost. Senden Sie Ihre Antwort mit Angabe des Absenders bis zum 10. Juni 2010 an: Verlag Schweizer Jäger, «Der Experte», Postfach 261, CH-8840 Einsiedeln, oder per E-Mail an: kontakt@schweizerjaeger.ch

Auflösung Wettbewerb Ausgabe 3/2010: Das Bild zeigt einen verschneiten Holzstapel Herzliche Gratulation den Gewinnern! 1 LED-Taschenlampe «Wild Finder» mit grünem Licht: Reto Betschart, Unterägeri. 1 Jagdbuch: Konrad Fuhrer, Courlevon. 1 JägerTool von Victorinox: Werner Burkhalter, Unterseen. Je 1 Taschenmesser Victorinox «Waiter»: Albert Raymann, Ricken Peter Cotting, Oberschrot Die Gewinner/innen erhalten den Preis persönlich zugestellt. Wir danken fürs Mitmachen und muntern Sie auf, die gestellten Wettbewerbsaufgaben weiterhin zu lösen!

Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeiter/innen des Verlages, der Redaktion und der RG Annoncen und ihre Angehörigen. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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