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NEU IM MÄRZ 18

JEAN SEBERG – AGAINST ALL ENEMIES BROT – DAS WUNDER, DAS WIR TÄGLICH ESSEN Österreich, Deutschland 2019 — Dokumentarfilm

Fast jeder isst es, meist jeden Tag: Brot, in all seinen vielen Formen, Arten und Qualitäten. Der österreichische Filmemacher Harald Friedl konzentriert sich in seiner Dokumentation auf die Gegenüberstellung von kleinen Handwerksbetrieben und industrieller Herstellung. Einstmals wurden die Gefangenen in Kerkerhaft nur von Wasser und Brot ernährt, was auf Dauer sicherlich eine etwas langweilige Ernährung war, aber doch auch zeigt, wie nahrhaft ein Lebensmittel ist, das oft kaum mehr als Beilage oder Basis für allerlei Aufstriche ist. Die Rede ist vom Brot, einem der beliebtesten Produkte der europäischen Küchen. Besonders in Deutschland, wo 2014 das Deutsche Brot mit seinen über 3000 verschiedenen Varianten in den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes erhoben wurde. Ob das auch für das Brot vom Discounter gilt? Die im Geschäft, in Elektro-Öfen aufgebackenen Fertigteige? Denn so beliebt das Brot auch ist, immer mehr Menschen kaufen es nicht mehr in kleinen Bäckereien, sondern in möglichst günstigen Ketten oder gleich im Supermarkt. Zwischen diesen beiden Polen – der individuellen Herstellung im Handwerksbetrieb und der Industrieproduktion in Fabriken – bewegt sich Harald Friedl in seiner Dokumentation „Brot“. Wo dabei seine Sympathien liegen, ist unschwer zu erraten. Es mutet fast schon erotisierend an, wie die Kamera etwa in der Backstube von Christophe Vasseur in Paris den Meister dabei beobachtet, wie er den Teig knetet, die Laibe zuschneidet, mit Mehl bestäubt und von Hand in den Ofen schiebt. Gegen so viel Handwerk kann die industrialisierte Produktion der Firma Harry-Brot (allein der Name wirkt schon um Längen profaner als der Name von Vasseurs Geschäft: „Du Pain et des Idées“–„Brot und Ideen“) natürlich nicht mithalten. Hier formen Maschinen den Teig, laufen tausende Klumpen über Fließbänder, werden automatisch in Tüten und Kisten gepackt und anschließend verschickt. Doch wie bei so vielen Aspekten unserer kapitalistischen Welt heißt es auch hier: Zeit ist Geld. Wie Friedl immer wieder zeigt: man muss es sich leisten können und wollen, vergleichsweise hohe Preise für ein Produkt auszugeben, das oft nur Nebensache ist. Friedls Film zeigt dagegen, dass für manche Menschen Brot weit mehr ist als nur ein Grundnahrungsmittel.

AB 26. MÄRZ IN DER SCHAUBURG

Großbritannien, USA 2019

Sie war eine der Ikonen der Nouvelle Vague – und wurde vom FBI wie ein Staatsfeind verfolgt: Jean Seberg, amerikanische Schauspielerin, die in Frankreich mehr geschätzt wurde als in ihrer Heimat. So wie auch Kristen Stewart, deren Darstellung den Film sehenswert macht. Ende der Sechzigerjahre. Jean Seberg (Kristen Stewart) ist noch immer eine Schauspielikone. Seit Neuestem unterstützt die politisch engagierte Frau Mitglieder der Black-Panther-Bewegung. Mit dem Aktivisten Hakim Jamal (Anthony Mackie) beginnt sie sogar eine Affäre. Diese Liaison rückt sie ins Visier des FBI. Von ihr unbemerkt wird Jean Sebergs Haus verwanzt und steht fortan permanent unter Beobachtung. Doch die junge Schauspielerin hat empfindliche Antennen für das, was um sie herum passiert. Sie ahnt, dass sie verfolgt wird, doch ausgerechnet in ihrem Ehemann Roman (Yvan Attal) findet sie nicht den Halt, den sie benötigt. Jean Seberg stürzt in eine tiefe Depression … Benedict Andrews‘ „Jean Seberg“ hätte vielleicht den für den deutschen Markt extra hinzugefügten Untertitel „Against All Enemies“ nicht zwingend gebraucht, aber der Regisseur des Drama-Geheimtipps „Una & Ray“ gibt schon mit dem Filmtitel (im Original heißt der Film sogar einfach nur „Seberg“) vor, dass er die im Mittelpunkt stehende Aktrice als vollwertige Person ansieht. Jean Seberg ist hier nicht einfach nur Jean, ein emotionales Persönchen, sondern eine Frau, die abseits ihrer Schauspielkarriere ein gleichermaßen aufregendes wie bemitleidenswertes Dasein fristete, als sie ins Visier des FBI geriet und dadurch tief in eine Depression gedrängt wurde. Benedict Andrews inszeniert sein Biopic als Mischung aus Thriller und Drama, in dem die Schauspiellegende Jean Seberg kaum eine Rolle spielt. Man sieht sie nur einziges Mal, verkörpert von einer überragenden Kristen Stewart („Die Wolken von Sils Maria“), wenn diese hier in einem Filmset liegt und sich der Blicke eines Kameramanns zu erwehren versucht. Eine Szene, in der die professionelle Bühnen- respektive Leinwandpersona mit der durch die Ereignisse gebeutelten Frau zusammenkommen. „Jean Seberg – Against all Enemies“ ist ein Biopic im Gewand eines Spionagethrillers, das uns zwar nicht die Schauspielerin Jean Seberg, wohl aber ihre komplexe Persönlichkeit, ihre Kraft, ihre Furchtlosigkeit und ihre Emotionalität hervorragend vor Augen führt.

AB 26. MÄRZ IN DER SCHAUBURG REGIE Benedict Andrews DREHBUCH Joe Shrapnel, Anna Waterhouse DARSTELLER Kristen Stewart,

REGIE & BUCH Harald Friedl LAUFZEIT 94 Minuten

Verleih: Real Fiction

Jack O'Connell, Margaret Qualley, Gabriel Sky, Vince Vaughn, Anthony Mackie, Stephen Root LAUFZEIT 102 Minuten VERLEIH Prokino Filmverleih​

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Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft März 2020  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat März 2020

Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft März 2020  

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