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IMPRESSUM | SportPresse Nummer 4 | AUGUST/SEPTEMBER 2008 HERAUSGEBER | Rocket Medien GmbH & Co. KG, München VERLAGSLEITUNG | Florian Schlecht CHEFREDAKTEUR | Roland Grill REDAKTIONSLEITUNG | Wolfgang Greiner (V.i.S.d.P.) REDAKTION | Astrid Schlüchter, Tanja Krauß, Sebastian Schulke, Matthias Beldzik

LEKTORAT | Jutta Mlnarschik

„Ein paar Worte über Verantwortung...“ titulierte Chefredakteur Roland Grill ursprünglich sein Editorial für die letzte SportPresse des Jahres 2008. Wenige Tage darauf machte er sich in seiner Freizeit in die Berge auf, wollte einen genussvollen Klettertag im Wilden Kaiser verbringen und dann zurückkehren, um dieses Heft fertig zu stellen. Doch er kehrte nicht zurück. Roland Grill verunglückte am 29. Juli im letzten Teil des Kopftörlgrats tödlich. Unfassbar für seine Familie, seine Freunde, seine Kollegen. Nichtsdestotrotz möchten wir seine letzten Worte der Begrüßung hier an Sie abdrucken. Außerdem stellen wir Ihnen diesen großartigen

MITARBEITER DIESER AUSGABE | Christian Penning

Menschen, Alpinisten und Journalisten auf den Seiten 12 bis 13 noch einmal genauer vor. Roland wird in der

FOTOGRAFEN | Roland Grill, Christian Penning, Thomas Ulrich, Michael

SportPresse – „seinem“ Heft – für immer weiterleben. Wir werden das Magazin in seinem Sinne weiterführen,

Habe, Tanja Krauß, Astrid Schlüchter, Matthias Gravelmann, Sebastian Schulke, Hersteller und laut Bildnachweis

seine bereits produzierten Beiträge auch in den kommenden Ausgaben veröffentlichen und seine Visionen so

GRAFIK, LAYOUT UND ILLUSTRATIONEN | Suny Mayer

aber auch, um über die Risiken aufzuklären. Sein eigenes Leben nahm nun in den Bergen ein Ende. Roland

REDAKTIONSANSCHRIFT |

war ein erfahrener Bergsportler, er war sich der Risiken bewusst. Doch selbst die Erfahrendsten und

SportPresse c/o Rocket Medien GmbH & Co. KG, Richard-Strauss-Str. 75, D-81679 München, Tel. +49/(0)89/95 95 11-0, eMail: sportpresse@rocket-medien.de

Gewissenhaftesten sind vor Unfällen nicht gefeit. Und davon schrieb Roland noch wenige Tage vor seinem

PRODUKTION | Rocket Medien GmbH & Co. KG, München

genießen und sich gleichzeitig der Naturgewalten bewusst sind. Lebe wohl, Roland, wir werden Dich vermissen!

Druck | Grafica Editoriale Printing SRL, Bologna, ITA

Die Raketen Tanja, Suny, Astrid, Flo, Sebastian, Matze, Ralf und Wolfgang im Namen aller Mitarbeiter von Rocket Medien...

Anzeigenverkauf |

gut wie möglich umsetzen. Denn er tat es für seine Leser, um Lust auf das Leben in den Bergen zu machen,

Unfall, als hätte er eine gewisse Vorahnung gehabt... Wir wünschen uns, dass Roland Grill auch für Sie immer mit der SportPresse verbunden bleibt und dass Sie in seinem Sinn weiterhin die wunderbare Welt der Berge

Ralf Jirgens (Leitung), eMail: jirgens@rocket-medien.de Florian Schlecht, eMail: schlecht@rocket-medien.de Sandra Wilderer, eMail: wilderer@rocket-medien.de

„Sunny heißt die Malamute-Hündin, die treue Gefährtin unserer Grafikerin,

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2008, zu beziehen über die Anzeigenleitung (Redaktionsanschrift).

Hund ein schönes Ende ohne Schmerzen zu bereiten, liegt bei unserer Gra-

Das Kleingedruckte | SportPresse ist eine unabhängige, kostenfreie Zeitschrift und erscheint in den Sommermonaten drei Mal bei Rocket Medien GmbH & Co. KG, München. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Herausgeber keine Haftung. Sie werden zurückgesendet, wenn Porto beigefügt ist. Alle in SportPresse veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers erlaubt. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder. Für Preis-,

die sterben wird, weil in ihrem Magen ein Tumor, so groß wie ein Handball, wächst. Uns allen hat sie viel Freude bereitet, doch die Verantwortung, ihrem fikerin. Verantwortung haben auch Veranstalter der Events von Extremsportarten. Wenn junge Sportler, die sich der Gefahr sehr wohl bewusst sind, an derartigen Events teilnehmen, tun sie das, um der Welt zu zeigen, wie viel Spaß es macht, ‚mehr als andere zu können‘. Es geht um Anerkennung – oft auch um Geld – und eine neue Zukunft für die Sportler. Manche erleben diese Zukunft nicht. Die Verantwortung dafür tragen wir alle.

Datums- und Produktangaben keine Gewähr. SportPresse wird online auch auf www. skipressworld.com und www.epaperstar.de angeboten. SportPresse, SkiPresse, www.skipressworld.com, www.skipresse.de, www.rocket-medien.de und Rocket Medien GmbH & Co. KG übernehmen keinerlei Haftung für die im Magazin oder im Internet angegebenen Links. Sollten diese gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen, ist Rocket Medien GmbH & Co. KG nicht verantwortlich, sondern die Urheber der jeweils verlinkten Seite. Bei Rocket Medien GmbH & Co. KG erscheinen: SkiPresse, SportPresse, ShowPress.

Bestellung von Einzelheften | Einzelhefte können nach Verfügbarkeit gegen beigefügtes Rückporto (D: 1,45 EUR in Briefmarken; AUT: 5 EUR in bar; CH: 5 sFr in bar) bei der Redaktionsanschrift bestellt werden. SportPresse bietet nun auch private Direktabonnements in Kombination mit dem Titel SkiPresse an (siehe Seite 53). SportPresse wird kostenfrei in Deutschland, Österreich, Südtirol und in der Schweiz über den Sportfachhandel, Hotels, Tourismuspartner und Fitnessstudios vertrieben (siehe auch www.rocket-medien.de). SportPresse Ausgabe Nummer 4 (August/September 2008) hat eine gedruckte Auflage von mindestens 145.000 Stück. Die nächste SportPresse erscheint voraussichtlich: Mitte April 2009. Ab Oktober 2008 gibt es wieder die SkiPresse! Änderung vorbehalten.

www.rocket-medien.de www.skipressworld.com

Der Kick beim Base Jumping oder das bei anderen Sportarten ausgestoßene Adrenalin zuckt für Sekunden durch Körper und Gehirn. Jeder Sportler kennt diesen Rausch. Aber lohnt es sich, dafür zu sterben – wie der französische Base Jumper bei den Outdoor-Games in Interlaken im Juli? Auch Bergsteiger leben gefährlich. Ueli Streck hält seit Juni 2007 den Speed-Kletter-Rekord an der 1.800 Meter hohen Eiger Nordwand. Mit 2:47 Stunden unterbot er den Rekord von Christoph Hainz, der wiederum kürzlich mit Roger Schäli mit ‚Magic Mushroom‘ eine schwierige neue Route am Eiger eröffnete. Sie alle begeben sich ganz bewusst immer wieder in Extremsituationen. Ueli war im Mai mit Simon Anthamatten an der Annapurna Südwand, als sie der Notruf einer anderen Expedition erreichte. Sie stiegen zu einem Spanier auf, der in der Höhe kollabierte. Sie konnten ihn nicht retten und mussten die Expedition danach völlig erschöpft abbrechen. Edurne Pasaban und Gerlinde Kaltenbrunner liefern sich laut Medienberichten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, um die ‚erste Frau zu sein, die alle 14 Achtausender bestiegen hat‘. In Wirklichkeit wollen beide ihren letzten Gipfel am liebsten gemeinsam besteigen. Sie alle lieben die Bergwelt und handeln dennoch verantwortungsvoll.

Es sind Menschen, die Verantwortung tragen, so wie Joachim Franz. Der frühere Schichtarbeiter bei Volkswagen unternimmt und veranstaltet heute als AIDS-Aktivist weltweit Expeditionen. Um auf die Krankheit AIDS aufmerksam zu machen, leitet sein Team zur Zeit die größte globale Gipfelkampagne: die World AIDS Awareness Expedition, www.waae.de. Am 31. August startet der größte wohltätige Lauf der Welt: Das Nike Human Race findet in 25 Städten gleichzeitig statt. Teilnehmen können alle! Verantwortung kann jeder übernehmen, jeden Tag! Unser Kollege Ralf ist im Mai Vater geworden – sein Sohn Ben kam 6 Wochen zu früh. Jeden Tag fuhr Ralf zu ihm in die Klinik und heute nimmt er auch mal eine Vaterwoche frei, um seine Frau zu entlasten. Die Zeiten ändern sich, und das ist gut. Verantwortung heißt für Rocket Medien auch, gegen Kinderarbeit zu sein und auf nachhaltig fair produzierte Waren zu achten, wie es die Firmen in unserem Modeshooting tun. Tourismus, Reisen und Sport werden sich verändern – jeder von uns trägt die Verantwortung, wohin die Reise geht. Übrigens: Was Sie im Sommer noch machen können, wenn Sie Zeit für Sport haben, lesen Sie auf den nächsten Seiten. Denn wenn Sie keinen Sport

Aufgrund der tragischen Ereignisse hat sich die Redaktion dazu entschlossen, ein Foto von Roland Grill auf den Titel zu nehmen. Das ursprüngliche Titelfoto stammte von (©) Fotograf Michael Habe (Kurzporträt Seite 63).

machen und der Sommer Ihnen keine Freude macht, haben wir das möglicherweise zu verantworten...“

Ihr Roland Grill


INHALT SportPresse Nummer 4 6–11

| AKTUELL FAMILIE & KINDER /// FRAUEN /// MÄNNER

Produkte & Reisen, Medien-News, Fotografen-Portrait, Sportmodels, Vorschau Eurobike 2008/09, Gewinnspiele

38 –41

12-13 | NACHRUF ROLAND GRILL Ein Leben für die Berge ... Portrait eines außergewöhnlichen Freundes, Journalisten und Bergsteigers

14–21 | KLETTERSTEIGE DIE RÜCKKEHR DER VIA FERRATA SportPresse war für Sie unterwegs und hat die schönsten Klettersteige der Alpen ausgewählt

22–25 | REISE ZILLERTAL & MAYRHOFEN Give me Five – volle Kanone für Sportfreunde

26–33 | FASHION 100 % NATUR & FAIR Lifestyle – das ist fair produzierte Mode für Sport & Freizeit

34–37 | PORTRÄT ANNIKA UND THOMAS LURZ Zwei Schwimmstars auf dem Weg ins Gück

38–41 | STÄDTEREISE 48 STUNDEN OSLO

50– 52

1 4 –21

Ein Wochenende im bunten Mix von Sport und Kultur

42–45 | BIKEN 30 ALMEN IN 3 TAGEN Traumtouren beim Biken im Salzburger Land

46–47 | FAMILIE & BIKEN URLAUB MIT KINDERN Für Kinder gibt es in Kärnten auch Mountainbike-Kurse. Astrid Schlüchter war mit Tochter Lea vor Ort

48–49 | PROMOTION ABENTEUER OUTDOOR MIT NISSAN Nissan organisiert einen spannenden Outdoor-Sommer

50–52 | KÖRPER & GEIST FERNWANDERWEGE 3 Geheimtipps zu Fuß: Schwarzwald, Piemont und Kerry

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26– 33

| VORSCHAU SKIPRESSE NR. 11

54–57 | KAUFBERATUNG OUTDOOR-JACKEN Neun Jacken im Praxischeck für Regen, Sturm und Kälte

58–60 | FITNESS & ERNÄHURNG KALORIEREN PURZELN LASSEN Metabolic Balance – mit bewusster Ernährung Sport treiben

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| REPORT ALPINE SKI-WM GAP 2011

Das deutsche Slalom-Ass Felix Neureuther hat sich die neuen Strecken mit uns angesehen

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| FOTOGRAFIE KURZPORTRÄT MICHAEL HABE

64–65 | TREND & WASSER SOMMER IST ... ... wenn man richtig Spaß hat. Wir zeigen Ihnen, welche Produkte den Sommer versüßen

42–45

6–11

66

| LETZTE SEITE 8 FRAGEN AN HERMANN MAGERER

Der ehemalige Moderator von „Bergauf-Bergab“ erzählt über die Berge und seine neue Leidenschaft


AKTUELL /// FAMILIE & KINDER

© Tirol/ Salzburger Land

© Tirol/ Salzburger Land

ALMLIESL BERGHÜTTEN-ZAUBER FÜR DIE GANZE FAMILIE Lust auf Freiheit, Abenteuer und Natur? Die Selbstversorgerhütten von „Almliesl“ bieten genau das Richtige, wenn es darum geht, den Nachwuchs bei Laune zu halten. Ob rustikal mit Plumpsklo, Kerzenlicht sowie Brunnen als Kühlschrank oder gemütlich mit Dusche, Heizung und Geschirrspüler – bei „Almliesl“ findet jeder Naturliebhaber das zu seinen Vorstellungen passende Feriendomizil. Die Almhütten wurden ursprünglich von Bauern errichtet, die ein eigenes Almgebiet zu ihrem Besitz zählen durften. Heute werden diese oft nicht mehr benötigt, und einige der Bauern wollen ihre Schätze auch Urlaubern zugänglich machen. Wer also zurück zur Natur, zum Ursprünglichen will, für den ist Hüttenurlaub mit „Almliesl“ genau das Richtige. Keine Almhütte gleicht der anderen, jede hat ihren speziellen Charme. Mit der Auswahl der Hütte können Sie selbst bestimmen, wie nah an der Natur und wie fern der Zivilisation Sie sein möchten. Kerzen, Taschenlampe, Feuer-Anzünder und Feuerzeug sollten Sie in so einen Urlaub aber in jedem Fall mitnehmen. Weitere Infos zu allen Hütten, Häusern und Ferienwohnungen in Tirol und im Salzburger Land: www.almliesl.com

ng © Ötztal Tourismus/ Tirol Werbung

ÖTZTAL FAMILIENBIKEN IN TABALUGAS ABENTEUERLAND Lust auf Radeln mit der ganzen Familie? In den Ötztaler Alpen finden große wie kleine Bikefans etliche Leckerbissen. Ob Anfänger oder Könner – das Gebiet mit einigen Dreitausendern bietet für jeden Geschmack etwas. Insgesamt 24.465 Höhenmeter auf 687 Kilometern können im Ötztal mit dem Bike erkundet werden. Während Bike-begeisterte Mamas und Papas ihr Abenteuer am Start des höchsten offiziellen Singletrails in den Alpen auf 3.058 Metern Höhe suchen, reisen die Kleinen ins Ötztaler Tabaluga-Land, erkunden den Badesee in Umhausen, das Ötzidorf, den Funpark in Huben oder die Freizeitarena in Sölden. Oder sie steigen selbst aufs Rad: Die Familien-Radrunde Oetz–Sautens–Haiming–Sautens–Oetz führt entlang der Dorfstrasse, durch idyllische Felder und vorbei an der Erlebnisanlage Kalkofen. Hier können die Kids dann nach der Tour ausgiebig toben und spielen!

Lust bekommen? Mit ein wenig Glück sind Sie dabei, denn Tirol Tourismus verlost ein Bike-Wochenende im Ötztal! Entdecken Sie selbst die vielseitige Welt des Radfahrens und Tabalugas Abenteuerland. Für zwei Erwachsene und zwei Kinder geht es in das gemütliche Apartmenthaus Romana. Lassen Sie sich ein Wochenende lang verwöhnen und genießen Sie die Ferienregion rund um das Ötztal! www.tirol.at/xxl/

de/773335/_id/870281/index.html Wie können Sie mitmachen? Auf www.skipressworld.com finden Sie die Gewinnspielfrage und alle weiteren wichtigen Infos!


AKTUELL /// FRAUEN

©PlayStation

PARCOUR-KURSE FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN THE WAY ART OF MOVEMENT TOUR VON PLAYSTATION® Wände, Bänke, Treppen, Geländer – was sich einem Läufer in den Weg stellt, wird kurzerhand übersprungen, überrollt oder hochgeklettert. „Parkour“ ist eine Bewegung, die seit einiger Zeit auch deutsche Großstädte erobert. Die Läufer, Traceure genannt, üben die Kunst der effizienten Fort bewegung allein mit den Fähigkeiten ihres Körper – unorganisiert, einzeln oder in Gruppen. Dabei bleiben die Mädchen oft auf der Strecke; aufgrund ihrer Kraftnachteile fühlen Sie sich schwächer und nicht ernst genommen. Die „PlayStation® the way art of movement tour“ wendet sich explizit auch an das vermeintlich schwache Geschlecht und bietet Parkour-Workshops in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an. Die Mädels verlieren an der Seite der besten Trainer Europas Angst und Hemmungen und vergessen schon bald ihre Kraftnachteile. Einen Wettbewerb gibt es nicht, in den Trainingsgruppen sind alle ein Team. Teilnehmen kann jedes Mädchen ab 14 Jahren, mitzubringen sind bequeme Trainingsklamotten und genügend Motivation. Demnächst macht die Tour in Wien und Berlin Halt. Weitere Infos und Online-Anmeldung gegen 20 Euro Gebühr auf www.playstationtheway.com

© Craft

REZEPTE WAS KOMMT BEI „ZWILLINGSCRAFT“ AUF DEN TISCH? Spätestens seit dem Überraschungssieg bei der TransalpChallenge 2006 ist das Team „Zwillingscraft“ im MountainbikeTopsport angekommen. Während bis dahin nur ProfiMountainbikerin Peggy Klose sportlich Furore machte, setzte sich kurzerhand auch ihre Zwillingsschwester Sandra aufs Rad – und Zwillingscraft war geboren. Seither bestreiten die beiden begeisterten Hobbyköche nicht nur Radschlachten miteinander. Peggy verrät uns, was sie am Liebsten auf die Teller zaubert:

Mariniertes Schweinesteak mit Limette, dazu junge Kartoffeln und Spargel Zutaten – für 4 Schweinesteaks (à 160 Gramm): © Craft

1 Zitrone, 1 Limette, Rosmarin, Salbei, 4 EL Olivenöl, 1 EL bunte Pfefferkörner, 1 TL Rosenpaprika. So geht’s: Schale der Zitrone dünn abreiben, ein Hälfte auspressen. Mit Öl und gehackten Kräutern verrühren. Steaks damit bepinseln, mit Limettenscheiben belegen, mindestens 30 Minuten marinieren. Salzen, von jeder Seite 3–4 Minuten braten. Mit geschrotetem Pfeffer bestreuen. Fertig!

www.zwillingscraft.com

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8 | AKTUELL /// MEDIEN & NEUES © 2008 Majestic Film Verleih GmbH

BUCHTIPP VOM EVEREST ZUR ATACAMA „NORDWAND“ – DER FILM ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE Eiger, Mönch und Jungfrau , das Dreigestirn der Berner Alpen. An der Eiger Nordwand haben sich zahlreiche Kletterdramen ereignet und ihr Namen wie „Mordwand“ oder „Schicksalsberg“ beschert. Dramen, die in der Weltpresse immer wieder Schlagzeilen machten, und die uns jetzt einen neuen atemberaubenden Bergfilm bescheren. „Nordwand“, der neue Film von Regisseur und Multitalent Philipp Stölzl, bringt das Bergabenteuer über den gescheiterten Versuch der Erstbegehung der Eiger Nordwand zurück in die Kinos. Die Neuver filmung basiert auf einer wahren Geschichte und wurde von Mitte April bis Ende Juni 2007 zum Teil an Originalschauplätzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gedreht. Deutschland im Sommer 1936: Toni (Benno Fürmann) und Andi (Florian Lukas) sind begeisterte Bergsteiger. Ein Berg hat es ihnen besonders angetan: der Eiger und seine bis dato unbezwungene Nordwand, verschrien als „Mordwand“. Doch die beiden sind überzeugt, dass sie es schaffen können. Während der Vorbereitungen begegnet ihnen Luise (Johanna Wokalek), Tonis Jugendliebe, die als Journalistin an der Seite des Nazi-treuen Reporters Arau (Ulrich Tukur) über die Erstbesteigung berichten soll. Verzweifelt beginnt Toni mit Andi den Aufstieg in die Nordwand, wo sie auf die Österreicher Willi (Simon Schwarz) und Edi (Georg Friedrich) treffen. Alles läuft hervorragend, doch dann verlieren die Bergsteiger die Kontrolle. Während in der Nordwand ein dramatischer Kampf ums Überleben stattfindet, macht sich Luise auf, ihren Geliebten zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit und Naturgewalten beginnt …

Majestic Filmverleih wird „Nordwand“ im Oktober 2008 in die Kinos bringen. Parallel startet der Film in Österreich (Filmladen Filmverleih) und der Schweiz (Rialto Film).

Pünktlich zum Jubiläum der Erstbezwingung der Eiger Nordwand vor genau 70 Jahren setzen die beiden Extrembergsteiger Roger Schäli und Christoph Hainz vom Salewa alpineXtrem Team neue Maßstäbe. „Magic Mushroom“ heißt die Strecke, die sich in 20 Seillängen durch eine rund 600 Meter hohe Wand direkt zu dem berühmten Steinpilz erstreckt, von dem sich Base-Jumper ins Tal stürzen. Bei einem Schwierigkeitsgrad von 7c muss man sich wohl im Rausch des Berges verlieren, um dann als Belohnung die Freiheit auf dem steilsten Pilz der Welt genießen zu dürfen. „Der Pilz ist einfach ein mystischer Platz“, so Roger Schäli. Schon oft wurden die beiden Extrembergsteiger von der Magie der Wand angezogen. Bei perfekten Wetterbedingungen erreichten sie nach sechs Tagen Nordwand endlich ihr Ziel: Sie stehen auf dem „Magic Mushroom“ und erleben den Zauber ihres ungewöhnlichen Geschenks an einem geschichtsträchtigen Berg. „Die Route ,Magic Mushroom‘ zu nennen, war für uns naheliegend“, so Roger. „Wenn du erst unten stehst, dann oben, ein Base Jumper kommt dir wie in Trance entgegen, und du selbst bist voll konzentriert und strebst Stück für Stück dem Ziel entgegen, dann hat das Ganze schon eine berauschende Wirkung.“ Als Jubiläumsgeschenk für sich und alle anderen Kletterbegeisterten haben Roger und Christoph die Route mit soliden Bohrhaken bestmöglich abgesichert. Ein magisches Ziel für den nächsten Sommer ...

„Vom Everest zur Atacama – Extremtouren mit dem Mountainbike“ Holger Feist, mit Texten von Tobias Kurzeder und Jan Sallawitz Delius Klasing Verlag, Bielefeld. 160 Seiten, 26 €

© Thomas Ulrich

„MAGIC MUSHROOM“ NEUE KLETTEROUTE AM EIGER ERÖFFNET

Ein Fahrrad und die Leidenschaft für das Biken – viel mehr haben Holger Feist & friends auf ihren Reisen rund um den Globus nicht im Gepäck. Sie sind auf der Suche nach neuen Trails und Abenteuern auf zwei Rädern. In „Vom Everest zur Atacama“ beschreiben die begeisterten Mountainbiker spannende Touren in Regionen, die bisher eher unentdeckt oder Rucksacktouristen und Bergwanderern vorbehalten blieben. Abseits bekannter Routen führt die Reise nach Kambodscha, Chile oder auf die Liparischen Inseln. Im Mittelpunkt der Tourenbeschreibungen stehen weder Höhenmeter noch Herzschlag. Jede Reiseroute erzählt ihre Geschichte rund um spektakuläre Strecken, rasante Abfahrten und interessante Begegnungen. Nicht weniger eindrucksvoll: die gelungene Bildsprache mit eindrucksvollen Naturaufnahmen und landestypischen Impressionen, fotografiert von Stefan Neuhauser, Stefan Eisend, Thorsten Indra und Stefan Hunziker. Zu jeder Route gibt es Reise-Infos zum Nachlesen und Nachmachen. Ein außergewöhnlicher Bild- und Textband für Mountainbikefans auf der Suche nach extremen Bikestrecken in den abgelegenen Winkeln der Erde.


AKTUELL /// EUROBIKE | 9

EINIGE HÖHEPUNKTE DER BIKE-SAISON 2009

WIR HABEN SCHON MAL REINGESCHAUT…

DER TREND GEHT WEISS

UND DAS FOCUS CAYO LIGHTWEIGHT GEHT MIT

RENNRAD-BEKLEIDUNG

MAVIC BRINGT FRAUEN AUF SPEED „Xena“ heißt das neue Topmodell der RennradschuhKollektion im Jahr 2009. Die Energy Full Carbone Sohle (nur 5,5 mm dünn) bietet Steifigkeit für maximale Kraftübertragung. Das Netzgewebe und das Ergo Strap Verschlusssystem bieten optimalen Halt. Die 245 Gramm leichten Renntreter kosten rund 200 Euro. Die „Ventoux“-Short setzt mit dem Ergo 3D Women Sitzpolster auf absoluten Sitzkomfort. Gut gefallen hat uns, dass die Passform der Hose die Muskelarbeit unterstützt und feminines Styling präsentiert. Für die anspruchsvolle Fahrerin. Ab 100 Euro. Bei „Barcelona“ ist der Name Programm: ein leichtes Trikot für „heiße“ Tage im Sattel. Seitliche Netzeinsätze dienen der Zusatzbelüftung. Schönes Extra: drei Rückentaschen, eine davon wasserdicht, für MP3-Player oder Mobiltelefon. Ab 85 Euro. www.mavic.de

RENNRAD-FANS AUFGEPASST

SHIMANOS NEUE DURA ACE AUS DEM PROFIRENNSTALL IST DA

Shimano stellt die neue „Dura Ace 7900“-Serie vor, die im Rennradkomponenten-Bereich einen neuen Maßstab auf höchster Ebene setzt. Neben der verbesserten Leistung und dem attraktiven Design ist die siebente Generation der neuen Dura Ace deutlich leichter geworden: „Eine Gewichtseinsparung von ca. 150 Gramm sind im Spitzenbereich viel, das gibt zusätzliche Reserven“, ist Johannes Fröhlinger vom Tour de France-Team Gerolsteiner überzeugt. „Kaum zu glauben, aber das schon hervorragende Schaltverhalten konnte nochmals getoppt werden.“ Fröhlinger muss es wissen: Das Team Gerolsteiner war mit dem neuen Prachtstück bereits auf der Tour de France unterwegs. Der Preis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. www.paul-lange.de

Weiß ist heiß. Was herauskommt, wenn Stil und perfekte Technik sich verbinden, zeigt das Rennrad „Cayo Lightweight“ von Focus. Rahmen und Komponenten setzen auf Gewichtsreduzierung. Leicht und supersteif ist der moderne Carbon-Rahmen mit dem FOCUS SSPS-System. Am Schalthebel darf sich der Fahrer mit der neuen Shimano Dura Ace vergnügen und erlebt, was sonst den Profi s vom Team Gerolsteiner vorbehalten ist. Die steifen Dura-Ace-Kurbeln übertragen jedes Quäntchen Kraft direkt auf die Straße. Die Lightweight Standard 3 Laufräder gehören zum Leichtesten und Edelsten was man sich in Sachen Rennrad gönnen kann. Das Focus Cayo Lightweigth wird ab 5.999 Euro zu kaufen sein. www.focus-bikes.de

KOMPAKTER WERKZEUGRUCKSACK

RK-41, DIE REPARATURWERKSTATT VON PARK TOOLS Fahrradwerkzeuge gehören nicht zu den billigsten – das wissen alle, die sich schon einmal einen Abzieher kaufen mussten. Taschen sind zwar praktisch, doch der Rucksack des amerikanischen Spezialisten Park Tools ist einfach perfekt. Das Werkzeug ist übersichtlich im Rucksack zu finden. Anwendungstipp: Den Rucksack zu Hause in der kleinen Bikewerkstatt aufhängen und unterwegs für Begleitfahrzeuge einfach ins Auto packen. Gutes Werkzeug hat allerdings seinen Preis, ca. 500 Euro. Eine fantastische Geschenkidee mit 41 Profi-Werkzeugen für alle Bike-Fans. www.parktool.com


10 | AKTUELL /// GEWINNEN

WASSERSPORTZENTRUM ACHENSEE | ABHEBEN MIT DEM KITE Der Achensee, der größte Badesee Tirols, bietet optimale Bedingungen für zahlreiche Funsportarten. Segler und Surfer schätzen die hervorragenden Windverhältnisse, Taucher die Unterwasser-Sichtweiten von bis zu zehn Metern, Kleine und große Wasserratten tummeln sich vor allem in den flacheren Bereichen auf der Südseite, wo sich das Wasser im Sommer bis auf 22 Grad Celsius erwärmt. Dank der überdurchschnittlich guten Windbedingungen finden seit einigen Jahren auch die Kitesurfer regelmäßig den Weg ans „Tiroler Meer“. Wer selbst einmal abheben und über den Achensee fliegen möchte, kann sich an eine der Wassersportschulen vor Ort wenden. Diese bieten neben Kursen für Einsteiger und Fortgeschrittene auch Leihmaterial an.

Mit etwas Glück wirbeln vielleicht auch Sie bald durch die Luft. SportPresse und der TVB Achensee verlosen ein Wochenende für zwei Personen in einer gemütlichen Pension mit Frühstück inklusive zwei HalbtagesKiteschnupperkursen in der Region Achensee. Mitmachen auf www.skipressworld.com

RACING RALPH PERFEKTER MOUNTAINBIKE-REIFEN

DUOSYSTEM SPORT & FREIZEITBRILLEN – NEUE LÖSUNG FÜR FEHLSICHTIGE

Schnell, schneller – „Racing Ralph“! Dieser Mountainbike-Reifen von Schwalbe ist geeignet für Cross Country und Marathon. Revolutionär sind die neuen U-Block Schulterstollen. Sie wurden gegen die Laufrichtung platziert und bewirken deutlich mehr Kontrolle in Kurven. Das macht ihn zu einem perfekten Allrounder. Denn: Jeder Reifen will in der Kurve nach außen wandern. Doch die U-Blocks stemmen sich mit ihren nach vorne halb offenen Lamellen dagegen. Der überraschende Effekt: weniger Untersteuern, mehr Stabilität. „Mit dem neuen Profildesign haben wir den Racing Ralph konsequent weiterentwickelt und damit seine Schwachstelle, den Kurvengrip, ausgemerzt“, erklärt Schwalbe-Techniker Markus Hachmeyer.

Die Duosystem Sport- und Freizeitbrille hilft Sportlern mit Sehschwäche.Die optischen Gläser werden in eine Astralon-Folie eingefräst. Diese kann in jeden Rahmen der Duosystembrille mit unterschiedlichen Tönungen eingesetzt werden. Bei einem Sturz bleibt die Folie in der Fassung und kann nicht herausfallen. Die Astrolon-Folie wird erst zerstört, wenn die Gläser nach der Montage aus der Folie entfernt werden. Die Fassung ist leicht und wird von erfolgreichen Triathleten empfohlen.

Diesen Renner können Sie gewinnen. Wie? SportPresse verlost drei Racing-Ralph-Reifensets unter www.skipressworld.com

Das Basisgestell mit individuellen Extras ist bei www.Lifestylebrille.de erhältlich. SportPresse verlost zehn Duosystem Sport & Freizeitbrillen. Optische Folie in der nötigen Stärke kann gegen einen Aufpreis von 69 Euro beim Hersteller angefordert werden. Gewinnspieldetails unter www.skipressworld.com

DEUTER – MEINDL – LEKI SPORTPRESSE SCHNÜRT IHR WANDERPAKET Ein gemütlicher Tagesausflug, eine mehrtägige Hüttentour oder ein anspruchsvoller Klettersteig –mit der passenden Ausrüstung macht Wandern gleich doppelt so viel Spaß. Sicheren Tritt garantieren die mehrfach ausgezeichneten „Air Revolution®“-Modelle vom bayerischen Bergsportspezialisten Meindl. Sie basieren auf einem Pumpeffekt, der bei jedem Schritt Luft aus dem Schuh pumpt und frische Luft ansaugt. Dadurch erhöht sich die Atmungsaktivität bei gleichzeitig hoher Stabilität und gewohnt guter Passform sowie geringem Gewicht. Proviant und Ausrüstung haben in den robusten Leichtgewichten „ACT Lite“ von Deuter Platz. Ein spezieller Damenrucksack zeichnet sich durch schmälere Schulterträger und einen stärker konisch ausgeprägten Hüftgurt aus. Vor allem in unwegsamem Gelände sind Trekkingstöcke ein gern gesehener Begleiter. Die Leki Dreifach-Teleskopstöcke „Yukon“ und „Shiva Antishock“ sind durch das Super Lock System stufenlos verstellbar, das Soft Antishock Lite System dämpft Stöße und entlastet die Gelenke.

SportPresse bringt die Wanderlust ins Haus: Gewinnen Sie jeweils ein hochfunktionales Damen- und Herren-Wanderset inklusive Meindl-Trekkingschuh, Deuter-Rucksack und Leki-Stöcke. Weitere Infos in Kürze unter www.skipressworld.com


AKTUELL /// GEWINNEN

Abnehmen ohne Leistungseinbruch? Die Firma Squeezy präsentiert mit „squeezy athletic“ ein neuartiges diätetisches Lebensmittel. Anders als viele herkömmliche Diätmittel verhindert es den Abbau von Muskeln. Gewichtsverlust bedeutet bei diesem Produkt Fettabbau – nicht Kraftverlust. Sport, sowohl im Ausdauer- als auch im Kraftbereich, kann so uneingeschränkt fortgesetzt werden. Das Weizenvollkornprodukt versorgt den Körper mit allen wichtigen Eiweißen und Kohlenhydraten. Durch die patentierte ZweifachFermentierung ist squeezy athletic ideal für die Stoffwechselprozesse des Körpers. Nach einer Initialphase von drei Tagen können eine oder mehrere Mahlzeiten durch squeezy athletic ersetzt werden.

SportPresse verlost zwei Travel-Sets (zehn Portionsbeutel à 45 g) von Squeezy. Weitere Infos zur Verlosung in Kürze unter www.skipressworld.com

GARMIN ETREX VISTA HCX WISSEN, WO ES LANG GEHT Die neue Generation der „eTrex“-Serie von Garmin ist mit einer verbesserten Antenne und einem High Sensitivity Empfänger-Chip ausgestattet, der auch unter ungünstigen Empfangsbedingungen die Position anzeigt. Das High-End-Modell der Serie kann digitale Karten im Display darstellen und ist mit geeigneten Karten routingfähig (es gibt akustische und optische Abbiegehinweise). Der Speicher lässt sich um Micro SD-Karten erweitern. Vor allem im Gelände bewähren sich der barometrische Höhenmesser sowie der magnetische Kompass. Erhalten bleiben hingegen die bewährten Funktionen der bekannten eTrex-Modelle: intuitive Menüführung, praktische Einhandbedienung, geringer Batterieverbrauch, gut ablesbares Display und ein robustes Gehäuse.

Das eTrex Vista HCx gibt es im Handel für 249 Euro. Mit ein bisschen Glück können Sie dieses Topmodell zusammen mit SportPresse und Garmin gewinnen. Details zum Gewinnspiel folgen in Kürze unter www.skipressworld.com

BAUCH WEG MIT SLENDERTONE GESUCHT: KNACKIG, STRAFF UND SEXY! Wer ein entspanntes Bodytoning stundenlangem, schweißtreibendem Training in der Fitnessbude vorzieht, braucht außer der Slendertone-Technologie nicht viel. Das von Bio-Medical Research Ltd. entwickelte System kann auf Knopfdruck mittels elektrischer Impulse Muskeln aufbauen und so den Körper straffen. Je nach Muskulatur und Einsatzbereich sind die Stimulatoren in einen Gürtel, in Shorts, Armsets oder einen Mini integriert und werden über einen wiederaufladbaren Intensitäts-Controller bedient. Bei regelmäßigen Einheiten von 20 bis 30 Minuten täglich stellen sich bereits nach vier Wochen erste Erfolge ein. Und das Beste: Alle Geräte verschwinden unsichtbar unter der normalen Kleidung.

Ein bisschen Nachhilfe für den Body gefällig? SportPresse verlost jeweils einen Slendertone Bauchmuskelgürtel für Damen und Herren im Wert von 169,99 Euro. Wie’s geht, erfahren Sie in Kürze unter www.skipressworld.com

© TVB Achensee

SQUEEZY ATHLETIC LEICHTGEWICHT MIT POWER


12 | NACHRUF /// ROLAND GRILL

Socke, sein treuer Huskyrüde

Rolands letztes, selbst aufgenommenes Foto am Kopftörlgrat im Wilden Kaiser

von Wolfgang Greiner

Am 29. Juli 2008 verunglückte der Chefredakteur der SportPresse, Roland Grill, im Wilden Kaiser bei einer Klettertour tödlich. Den letzten Tag seines Lebens verbrachte „Roli“, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wurde, dort, wo er sich am wohlsten fühlte: in den Bergen. Sie waren sein Leben, sowohl privat als auch beruflich. Von den bayrischen Voralpen bis zum Himalaya – für Roland Grill war es das Höchste, sie zu erforschen, zu begehen, sie auf Bildern festzuhalten und seine Geschichten in sein kleines schwarzes Buch zu notieren, um sie danach mit der Öffenltichkeit zu teilen. In Gedenken an unseren soeben von uns gegangenen Freund und Mitarbeiter widmet das Team der Sport- und SkiPresse diese zwei Seiten einem außergewöhnlichen Menschen, dessen Ideen, Geschichten und Visionen immer inspirierend waren und auch bleiben werden und dessen unvergleichbare Art viele Menschen auf Dauer geprägt hat.


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Alles begann am 17. Januar 1967. Roland Grill erblickte das Licht der Welt, er ist ein Einzelkind. Seine Kindheit und Jugend verbringt er im Münchner Stadtteil Trudering. Seine Eltern sind sehr jung und Roland genießt die volle Aufmerksamkeit und grenzenlose Liebe seiner Eltern. Mit 15 Jahren macht Roland seinen Quali, dann ein Jahr Ausbildung im Reisebüro, anschließend eine Lehre als Betonbauer. Dabei geht es ihm nicht so sehr um die Arbeit selbst, sondern um sein Hobby, das Motocross-Fahren. Denn die Lehre finanziert ihm seinen Freizeitspaß. Was ihm auf dem Bau gefällt, ist die Arbeit mit den Händen, aber nicht der Alltag – zu laut, zu dreckig; das frühe Aufstehen und auch der Umgang untereineinander sind nicht seine Welt. Nach der Bundeswehr geht er auf die Berufsaufbauschule und macht seine mittlere Reife. Es folgt die Berufsoberschule und schließlich ein Jahr Französisch – Roland schafft sein allgemeines Abitur.

Mit 27 Jahren, das Abi gerade knapp bestanden, arbeitet Roland als Festspielaushilfe an der Oper und strotzt nur so vor Energie. Er will studieren, eine Idee, die bei Familie und Freundeskreis nicht gerade auf Begeisterung trifft, doch er will es unbedingt. Zuvor fliegt er noch fünf Monate nach Asien und hält sich dort unter anderem im Himalaya auf – ein Erlebnis, das ihn sehr prägt. 1995 beginnt Roland das Studium der Ethnologie, Kommunikations- und Politikwissenschaften. Im zweiten Nebenfach wechselt er oft – Sozialwissenschaften, Pädagogik, Psychologie. Die Welt der Universität belibt ihm jedoch immer fremd, zu kopflastig, einseitig. Roland sehnt sich nach Praxis. Ausgleich findet auf vielen Reisen während der Studienjahre mit seiner Freundin: Borneo, Kambodscha, Laos, Thailand, Peru, Bolivien.... Und wenn er in Deutschland ist, geht er in die Alpen: Im Winter auf Touren, im Sommer zum Klettern. Roland genießt die Berge, hier wird sein Kopf frei, sie bringen ihm Ruhe und Klarheit. Er hat die Idee, Reisen, Abenteuer, Sport und die Lust am Schreiben zu verbinden und bewirbt sich bei dem Magazin Tours. Dort wird er als Praktikant genommen und sofort nach Ägypten auf seine erste Reise geschickt. 2001 besteht Roland sein Studium mit Biegen und Brechen und arbeitet danach weiter bei Tours. Ende 2001 lerne ich noch vor dem Start unserer SkiPresse Roland Grill auf einer Veranstaltung der Firma Gore im Kaunertal kennen. Es dauert länger, bis Roland fester Mitarbeiter bei Tours wird. Schließlich bekommt er die Redaktion für den Equipmenttestbereich zugewiesen. Um sich sein Leben zu finanzieren, macht er nebenbei viele verschiedene Jobs – Autoüberführungen, Radlkurier, Verkauf bei Tollwood... Probleme in der Redaktion zwingen ihn dazu, das Team zu verlassen, kurz darauf wechselt jedoch die Belegschaft und Roland kehrt zurück. In dieser Zeit arbeitet er viel an seinen Kontakten und bildet sich weiter.

Ende 2005, Roland und ich waren seit unserem ersten Zusammentreffen 2001 erst nur sporadisch, dann immer häufiger in Kontakt, überrede ich ihn zu einer ersten Geschichte für die damals noch junge SkiPresse, die dann im Februarheft 2006 erscheint: Es geht um Skitouren mit Hunden. Roland und die Redaktion verbindet nicht zuletzt das Herrchen-Dasein. Sein treuer Husky „Socke“ wird zum Redaktions-Gasthund, was die Bevölkerungszahl der Vierbeiner zeitweise auf vier anwachsen lässt. Die hundeverrückte Redaktion ist begeistert von Rolands Hunde-Tourenartikel und will fortan mehr! Die Zusammearbeit klappt perfekt, denn Roland ist menschlich wie fachlich eine absolute Bereicherung, nicht nur wenn es um Hunde geht. Als unser Team an dem Konzept für ein Sommermagazin bastelt, bringt Roland sein geballtes Wissen mit ein, stellt seine Visionen vor und signalisiert allen, dass er ebenfalls Lust auf ein neues, ungewöhnliches Projekt hat. Die SportPresse wird geboren, doch Rocket Medien ist zu diesem Zeitpunkt noch zu klein, um Roland einen festen Job anzubieten. Er bekommt ein Angebot der Trekker‘s World, das er annimmt. 2007 erscheint im Sommer die erste Ausgabe der SportPresse und die Rocket Medien Redaktion und Roland bleiben in freundschaftlichem Kontakt.

Im Herbst des gleichen Jahres kreuzen sich auch die beruflichen Wege wieder. Rocket Medien braucht einen kompetenten Chefredakteur für die SportPresse. Jemanden, der auf den Bergen ebenso zuhause ist wie vor der Tastatur in der Redaktion. Roland glänzt zusätzlich durch sein fotografisches Können, die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt sowieso. Wir müssen nicht zweimal fragen – Roland ist an Bord. Drei wunderbare Ausgaben folgen im Sommer 2008. Roland scheint überall gleichzeitig zu sein – in der Redaktion, in den Bergen in ganz Europa, auf Pressekonferenzen, auf Messen. Seine unvergleichbare Art – freundlich, unkonventionell, zielgerichtet, humorvoll, besonnen, loyal und neidlos – kommt auf allen Seiten gut an. Die SportPresse wird sein Heft, trägt seine Handschrift. Unbeirrt produziert er Geschichten, viele davon schon für den Sommer 2009. Um sich zu erholen, verbringt er seine Freizeit immer in der Natur – mit Socke oder alleine, in den Münchner Stadtparks oder auf Tagestouren in die Bayrischen und Tiroler Alpen. So auch am 29. Juli 2008. Roland geht an seinem freien Tag in den Wilden Kaiser, um seine fast jährliche Überschreitung des Kopftörlgrates zu machen. Er kehrt nicht zurück. Alle, die ihn kannten, sind zutiefst erschüttert, können es nicht fassen. Unsere Trauer und die seiner Familie und Freunde ist grenzenlos. Doch Roland würde sich wünschen, dass wir weitermachen, so wie er es sich immer vorgestellt hat: Mit der Liebe zum Sport, zum Schreiben und zu den Bergen. Denn dort war er zuhause, sie waren sein Leben.

Vielen herzlichen Dank an Rolands langjährige Freundin und Reisegefährtin Bezi Fellner für alle Informationen zu seinem Werdegang.


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Å Das Brenta-Massiv ist in seiner Vielfalt eine unvergleichliche Schönheit. È Zweites Bild von rechts: Wahren Felsmeeren begegnet man auf dem „Sentiero Ideale“, beim Weg über die Ambiez-Hochebene, von der Pedrotti-Hütte zur Zwölf-Apostel-Hütte. Typisch Brenta: die hoch aufragenden Monolithen und die langen Felsbänder in luftiger Höhe.

Diesen Weg sollte keiner verpassen: Der Sentiero „Bochette Centrale“ ist ein absoluter Höhepunkt im Leben jedes Bergsteigers.


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IM RAUSCH DER TIEFEN SCHLUCHTEN – DIE BRENTA „Un momento“ ruft uns Mauro über die enge Schlucht zu. Der Trentiner Bergführer steht breitbeinig auf einem Felsband mitten in der Wand. Unter ihm: 500 Meter Luft bis zum weißen Geröllfeld. In seinen vom Wetter gezeichneten Händen hält er eine kleine Digitalkamera. Er soll ein Foto machen, gestikuliert seine Kundin. Am Seil führt er eine italienische Mama mit ihrem Sohn über eines der langen Felsbänder mitten durch den „Sentiero Benini“-Klettersteig in der Brenta. Mama und Sohn stellen sich in Siegerpose vor die Wand,

KLETTERSTEIGE

DIE RÜCKKEHR DER VIA FERRATA Vor einigen Jahren ging ein Aufschrei durch die Berge: „Eiserne Tritte und Stahlseile in den Bergen“ – das machte die Traditionalisten unter den Alpinisten fuchsteufelswild. Mehr als 1.500 Vie Ferrate – eiserne Wege – schlängeln sich mittlerweile in den Alpen an Wänden, über Grate und durch Rinnen. Der Trend des Kletterns am festen Drahtseil boomt. SportPresse hat einige Klettersteige ausprobiert und die schönsten für Sie ausgewählt.

zwischen ihnen prangt eine Bronzetafel am Felsen „Sentiero Alfredo Benini 1972“. Die beiden lachen stolz, Mauro drückt den Auslöser der Kamera, dann verschwinden alle drei aus unserem Blickfeld. Ihre Tour ist zu Ende, unsere beginnt gerade. Von Ferne sehen die senkrecht aufragenden Monolithen mit ihren steilen Wänden unbezwingbar aus. Doch mitten durch das Herz der Brenta, vorbei an der 3.151 Meter hohen Cima Brenta, führt der „Bochette“Weg – was übersetzt „kleine Scharte“ bedeutet. Mit der Fertigstellung des Sentiero Alfredo Benini war das letzte Bindeglied für die Verbindung der Brentasteige geschaffen, die am Grostepass (2.446 m) beginnen und nach zwei bis drei Klettertagen an der Bocca di Brenta (2.582 m) enden.


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Dafür ist die Brenta berühmt: Nebelmeere, herrliche Sonnenuntergänge mit Blick auf Adamello und Presanella, lange Eisenleitern und Felsbänder. Noch im Spätsommer trifft man hier auf beinhart gefrorene Schneefelder. Ab Mitte September schließen die Hütten, dann beginnt in der Brenta die einsamste Zeit. Wer dann unterwegs ist, sollte ein kurzes Seil, Eispickel und Steigeisen dabei haben.


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CHIANTI UNTER FELSWÄNDEN Elegant schlingt sich der Steig auf Bändern, Felsstufen und leichten Kletterpassagen um die Cima Grosté herum. Das metallene Schnappen der Karabiner verstummt in der Weite der Schluchten. Nicht selten müssen wir uns selbst zur Konzentration ermahnen. Beim Anblick der Furcht einflössenden Nordfelsen

BRENTA INFO

der Cima Brenta erstarren wir: „Der Berg zeigt Schwung und

ZEIT /// 3 Tage | HÖHENMETER /// je nach Variante | PROFIL /// leicht/mittel | TALORT /// Madonna di Campiglio | ABSTIEG /// Groste-Seilbahn | VARIANTEN /// Die Brenta-Durchquerung lässt sich auch anders herum machen: Aufstieg von Vallesinella (1.513 m), Übernachtung im Rifugio Brentei (2.182 m) und über die Bocca di Brenta mit dem „Bochette Centrale“ beginnen. Oder: Start von der Ostseite in Molveno, Aufstieg in ca. 5 Stunden zum Rifugio Pedrotti; Übernachtung; am nächsten Morgen den Bocchette Centrale. Geht man die beiden Varianten bis zum Grostepass durch, kann man über den „Sentiero Sosat“-Klettersteig die Runde abschließen, ohne einen Weg zweimal gehen zu müssen. Dauer: je nach Kondition 3–6 Tage. Tipp: Aufstieg durch das ruhigere Val d’Agola zum Rifugio Dodici Apostoli (2.489 m) mit Anschluss über den „Sentiero Brentari“ oder „Sentiero Ideale“ zum Rifugio Pedrotti. Beide Wege erfordern Erfahrung und je nach Saison Steigeisen und Eispickel. Als reine Klettersteige betrachtet sind die Wege nicht außergewöhnlich schwierig, sie erfordern jedoch gute Orientierung und sicheres Gehen im ungesicherten Gelände.

und Formen auf grobe Formen und harte Felsschründe treffen.“

Eleganz und eröffnet den Kontrast dieser Landschaft, wo Linien

erklärt Bergführer Stefano. Später brütet der Pfeifenraucher über seinem Tagebuch. Die Eindrücke der Tour vom Rifugio Graffer bis hierher und ein Glas Chianti verklären seinen Blick, als er seine Notizen auf den Holzbänken des Rifugio Tuckett beendet. Bergführer sind kleine Philosophen. Die ersten Nebelschwaden legen sich um die Brenta, hier steigt der Nebel so schnell auf, dass es einem vorkommt, als habe jemand ganz oben plötzlich das Licht ausgeschaltet. Auf den Leitern des Bochette Alte tauchen die Ferratisti in ein geschickt angelegtes System aus Leitern ein, überraschend tauchen kühne Aufschwünge an Felsblöcken auf, die mit Klammern und Drahtseilen überwunden werden. Dann wird es plötzlich wieder dunkel. Der Nebel ist zurückgekommen und das lässige Dahinspazieren hat ein jähes Ende. Auf empfindlich weit überhängenden Leitern steigen wir in das Herz der Finsternis – die dunkle Schlucht Bocca degli Armi – hinab, queren auf Fels- und Eisenstiften die Bänder und umrunden die Torre di Brenta. Sonnenstrahlen durchbohren die letzten Nebelfetzen, und mit dem Licht kehrt auch die Leichtigkeit wieder in die Brenta zurück. Wie ein sinkendes Schiff richtet sich die Spitze der Spalla di Brenta vor uns auf. Auf dem terrassenartigen Aussichtspunkt erreicht der Weg mit 3.020 Metern seine höchste Stelle.

FELSGRAUES HAAR WIE DOLOMITENGESTEIN Im Rifugio Pedrotti begleitet Signor Fortunato die Bergsteiger

ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL /// Mit der Bahn nach Trento, ab dort gibt es regelmäßige Busverbindungen – und in gut zwei Stunden ist man in Madonna di Campiglio.

höchstpersönlich zu ihren Schlafkammern. Sein Haar ist felsgrau wie die Wände, seine sonore Stimme wirkt entspannend auf die Gäste. Er und seine Familie betreiben die Pedrotti-Hütte und hundert Meter weiter unten die Tosa-Hütte schon lange. Signor Fotunato mag die Atmosphäre seiner Hütte am späten Nachmittag: „Wenn die Sonne schnell hinter der Bocca di Brenta, der engen Scharte auf der Westseite, verschwindet, kehrt Ruhe ein.“ Signor Fortunato ist kein Bergsteiger. Keiner aus seiner Familie ist das. Um die Berge der Brenta zu lieben, muss man das auch nicht sein. Es genügt, einfach nur hier zu sein und die Felsen auf sich wirken zu lassen. In der gemütlichen Gaststube serviert seine Schwiegertochter Trentiner Spezialitäten: Makkaroni mit Kapern, Oliven, Chili und Knoblauch. An Organisationstalent mangelt es der Familie nicht. Auch der Weinkeller ist gut sortiert. An den schweren Holztischen werden bald Geschichten von zackigen

Graten

und

dunklen

Schluchten

ausgetauscht.

Der Wein lockert die Zungen, die Hüttenruhe wird auf später verschoben, und Rosas Mann Alfredo spielt auf seiner Gitarre italienische Lieder. Die Nacht ist noch lange nicht zu Ende. Die Zeit der Klettersteige auch nicht.


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HERZSTÜCK MIT HISTORIE ALPINSTEIG (2.717 m), HOCHPUSTERTAL Auf den ersten Blick wirkt der Alpinsteig leicht – auf vielen Wegpunkten ist er eher ein Wanderweg zwischen den Felsen, mit fantastischer Aussicht natürlich. Seine Schwierigkeiten hängen sehr von den äußeren Bedingungen ab. Im Frühjahr kann man in der Sentinellascharte auf unangenehme Altschneefelder stoßen. Einstieg: Mit dem Rotwandwiesen-Gondellift fährt man am besten gleich um 9 Uhr nach oben. Der Weg führt an der Rudihütte vorbei; danach geht’s weiter zur Elferscharte, und man steckt mitten drin, in einem der berühmtesten Weganlagen aus dem Ersten Welt-

So fühlen wir uns sicher und komfortabel: Handschuhe helfen Kraft sparen und verhindern Verletzungen an den Drahtseilen. Handschuhe „B-Lay Open“, ab 18 ¤; Klettersteigset Edelrid „Brenta De Luxe“, ab 75 ¤, www.vaude.de • Sieht gut aus, wiegt nicht viel und passt, wie ein Gurt passen muss. Klettergurt Baffin, ab 80 Euro, www.mammut.com • Den mögen wir: leicht, sehr gute Belüftung, gute Passform und optimiertes Handling: Black Diamond Helm „Tracer“, ab 75 ¤, www.blackdiamondequip.com •Ein Rucksack mit Fronteingriff und ohne Schnick Schnack – für echte Alpinisten: „Peuterey 30+ 5“, ab 90 ¤, www.salewa.de

krieg. Bekannt ist der Alpinsteig für sein Brenta-Band bei Salvezza (Fotoapparat nicht vergessen!) und seine fantastischen Ausblicke zu den Drei Zinnen. Der Abschnitt zwischen Elfer- und SentinellaScharte ist zum Teil stark vereist, daher sind Steigeisen, Pickel und Seil oft notwendig. Gondelbetrieb der Rotwandwiesenbahn: Juli bis Anfang Oktober. Übernachtungstipp: Talschlusshütte, Tel. +39/0474/71 06 06

ZEIT /// 6–7 Stunden | HÖHENMETER /// ca. 1.000 | PROFIL /// leicht/mittel | TALORT /// Bad Moos im Fischleintal | ABSTIEG /// Hüttenweg zur Talschluss-Hütte und zum Fischleinboden. Den Rest per Anhalter zum Auto zurück | INFOS /// Tourismusverband Sexten, Tel. +39/04 74/71 03 18, www.hochpustertal.com

FREIE TURNEREI ÜBER LUFTIGEN GRAT HINDELANGER KLETTERSTEIG (2.235 m), ALLGÄU „Manche behaupten ja, der Mindelheimer Steig nebenan sei leichter, weil am Hindelanger einige Passagen luftiger sind.“ Das ist richtig, betont Katrin aus Hindelang, aber mit der Aufstiegshilfe Nebelhornbahn erspart man sich die Mühen, Höhenmeter aufsteigen zu müssen. So wird der Hindelanger Klettersteig zur Gratüberschreitung und zum Genussweg. Schwindelfrei und trittsicher muss man dennoch sein. Dass er beliebt ist, merken wir schon auf dem Weg von der Bergstation zum Einstieg. Dass er deswegen auch ganz schön abgespeckt ist, sollte klar sein, „dafür löste sich auch kein Griff mehr beim Steigen“ betont Katrin. Fühlbar wird das, als sie über den letzten Grat und eine weitere Leiter (gut 100 Meter Leitern sind es insgesamt), auf den Östlichen Wengenkopf (2.280 m) steigt. Wer noch Power und Zeit hat, findet in der anschließenden Überschreitung zur Tour „Hohe Gänge“ eine unschwierige Verlängerung. Allerdings steht man dann in Hinterstein und sollte sich schon vorher einen Abholer organisiert haben oder den Busfahrplan gut kennen.

ZEIT /// 6 Stunden | HÖHENMETER /// keine | PROFIL /// mittel | TALORT /// Oberstdorf | ABSTIEG /// Nebelhornbahn | INFO /// Tourismusverband Oberstdorf, Tel. +49/(0) 83 22/70 00


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HIMMELSLEITERN ZUM DACHSTEIN JOHANN-KLETTERSTEIG, (2.730 m), STEIERMARK Am „Johann“ ist alpinistische Umsicht gefragt: Zugestiegen wird über ein Altschneefeld, das in den frühen Morgenstunden noch bockhart gefroren ist. Der Einstieg ist ein klasse Überhang – klettertechnisch locker eine 4 bis 5. Die siebenjährige Eileen wird von ihrem Papa Andi am kurzen Seil hochgezogen, während ich von unten schiebe. Später wird es einfacher, und Eileen stellt sich fröhlich lachend für Fotos in Pose, wann immer es nötig ist. So behaglich fühlen sich nicht alle, die auf den eisernen Himmelsleitern am Johann über mehrere hundert Metern die aalglatte Wand zum Dachstein senkrecht nach oben steigen. Ratgeber: klettertechnisch nur für erfahrene Steiggeher. Wir haben den Steig mit der siebenjährigen Eileen getestet, die am kurzen Seil zusätzlich gesichert wurde. Der Johann ähnelt eher einem Leiternsteig als einem klassischen Klettersteig. Großartige Fernblicke zeichnen ihn aus, dazu kommt das besondere Erlebnis: Gerade die Absurdität, dass

BUCHTIPPS & SCHULEN BÜCHER /// In allen Klettersteigführern der Buchverlage Rother und Bruckmann wird die Schwierigkeitsskala erklärt. Die Klettersteige werden dementsprechend bewertet. Eine erste Grundeinführung verschafft das neue Buch „Richtig Klettersteig gehen“ von Stefan Winkler. blv-Verlag, ab 13 Euro. In klaren und kurzen Worten bietet die Lehrschrift „Klettersteiggehen“ von Pit Schubert (Bergverlag Rother) dem Anfänger eine erste Orientierungshilfe – die Erfahrung am Berg kann aber auch sie nicht ersetzen. Buchtipp: Hüslers Klettersteigatlas Alpen, ab 49 Euro, Bruckmann Verlag

man über Eisenleitern durch glatte Wände steigt, die zum Klettern eine -7 bis 7+ wären, machen ihn in dieser Kulisse einzigartig.

ZEIT /// 6 Stunden | HÖHENMETER /// 1.700 | PROFIL /// schwer | TALORT /// Ramsau ABSTIEG /// Dachsteinbahn | INFO /// Tourismusverband Ramsau am Dachstein, Tel. +43/(0)36 87/8 18 33 33

BERGSTEIGERSCHULEN /// Einsteiger wenden sich am besten an einen erfahrenen Veranstalter. Bergschule Oberallgäu, Tel. +49/(0)83 21/49 53, www.alpinschule.de | Hindelanger Bergführerbüro, Tel. +49/(0)83 24/95 36 50, www.bergschulen.de | Globo Alpin, Tel. +39/04 74/97 61 39, www.globoalpin.com | DAV Summit Club, Tel. +49/(0)89/64 24 00,

www.dav-summit-club.de

SCHAULAUFEN AM GRAT INNSBRUCKER KLETTERSTEIG (2.480 m), TIROL Wenn frühmorgens um acht Uhr die erste Zahnradbahn von Innsbruck nach oben startet, gehört der „Innsbrucker“ noch den Tirolern. „Vor allem im August schwirren die Deutschen wie Mückenschwärme hier oben herum“, raunzt uns ein Österreichisches Kletterpaar zum Spaß an. Mit zwei Gondeln schwebt man fast bis zum Einstieg auf 1.905 Meter hinauf. Das spart Zeit und Kraft – und die braucht man schon bald auf der pfiffigen Wegführung, wenn alle Register eines erstklassigen Dolomiten-Steigs gezogen werden: senkrechte Wände, Kamine, Genusskletterei am griffigen Grat, hoch auf scharfe Türmchen. Sogar eine fantastische Hängebrücke führt über einen tiefen Abgrund. Fast dreineinhalb Kilometer, mit Spaß und fantastischen Griffkombinationen, klettert man entlang und bekommt immer ein perfektes Panorama serviert. Zum Abschluss zischen wir ein Weißbier an der Bergstation vom Hafelekar und fahren mit der letzten Bahn nach Innsbruck hinunter. Dort bleibt immer noch genug Zeit, um die Stadt mit den goldenen Dächern zu erleben.

ZEIT /// 6 Stunden | HÖHENMETER /// keine | PROFIL /// mittel | TALORT /// Innsbruck | ABSTIEG /// Hafelekarbahn | INFO /// Tourismusverband Innsbruck, Tel. +43/(0)512/5 98 50


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INFOS KLETTERSTEIGE Die Höhenangabe in der Überschrift, in Klammern hinter dem Namen des beschriebenen Klettersteigs, bezeichnet den jeweils höchsten Punkt, der auf den Touren erreicht wird. TIPP /// Die Bewertung der Schwierigkeitsgrade bei Vie Ferrate unterscheidet sich vom alpinen Klettern (z.B. nach UIAA). Berücksichtigt werden klettersteigtechnische Anforderungen und alpine Rahmenbedingungen. Diese richten sich z.B. nach Höhenlage, Steilheit des Felsgeländes, Exponiertheit, nötiger Klettersteigerfahrung, Kraftaufwand, Aussicherung der Steige und vor allem den technischen Schwierigkeiten, zu denen auch die Trittsicherheit im ausgesetzten Gelände gehört. Die Skala verläuft von KS 1 (sehr einfache Klettersteige) bis KS 6 (äußerst schwierige Klettersteige). Tipp: Mit kurzen einfachen Steigen anfangen und immer das Wetter im Auge behalten. Klettersteige können bei Unwettern extrem gefährlich werden, da die Blitzeinschlaggefahr bedingt durch die Stahlversicherungen hoch und ein schneller Rückzug aus der Route meist nur bedingt möglich ist. FITNESS & PSYCHE /// Körperliche Fitness ist entscheidend für den Genuss eines Klettersteigs; die Erfahrung im Gelände kann sie freilich nicht ersetzen. Es ist wichtig, physische und psychische Belastungen in der unbekannten Umgebung simultan und langsam zu entwickeln. Beim Klettersteiggehen sollten Überreaktionen (Panik) vermeiden werden. INFOS IM INTERNET /// www.bergsteigen.at | www.klettersteig.de | www.via-ferrata.de

KLETTERTRAUM AM HOCHKÖNIG KÖNIGSJODLER (2.875 m), SALZBURGER LAND Wer einen VW-Bus besitzt, kann gleich am Parkplatz in Dienten übernachten. Schon gegen 7 Uhr brechen Theo, Stefan und ich auf. Der „Königsjodler“ fordert seine Zeit. Erst 2001 wurde er in meisterhafter Routenführung angelegt. Dieser Steig zieht alle Register, um aus einem normalen Bergtag, einen unvergesslichen zu machen: Mit einem Flying Fox wird eine Schlucht überquert, den „Jungfrauensprung“ überwindet man im Spreizschritt und klettert vertikal, querend und Grate überschreitend über Türme und Spitzen, vom Schatten in die Sonne hinauf. Als wir am südlichen hohen Kopf aussteigen, ist noch lange nicht Schluss. Der Abstieg über das Birgkar wird sogar für den Bergführer zur kleinen Prüfung. Theo, der gerne Gewicht spart, ist mit leichtem Schuhwerk unterwegs – doch in der Scharte liegt verdammt viel Schnee. Rutschend und mit patschnassen Leichtbergschuhen kommt er unten an. Ratgeber: Wer den König früh in der Saison beginnen will, muss für den Abstieg Steigeisen mitnehmen. Variante: Vom Ausstieg weiter zum Matrashaus – dort übernachten. Der Abstieg über die Birgkarscharte ist kaum gesichert und führt steil durch oftmals wegloses Gelände.

ZEIT /// 9 Stunden | HÖHENMETER /// 1.700 | PROFIL /// sehr anspruchsvoll | TALORT /// Dienten | ABSTIEG /// Birgkarscharte | INFO /// Tourismusverband Dienten, Tel. +43/(0)64 61/263


22 | REISE

Die schönste Aussicht hat man beim Tandemflug über das Zillertal. Unser Autor Christian Penning war fast gar nicht auf den Boden zurückzuholen.

Der Sportklettergaren „Ewige Jagdgründe”, zählt zu den schönsten Europas. Der Schwierigkeitsgrad der sehr gut abgesicherten Routen reicht von 4 bis 10.

Bis auf 2.000 Meter Höhe erstreckt sich das Wegenetz mit insgesamt 800 Kilometer Bikestrecken.


REISE | 23

ZU FUSS

„Berge sind ein Ruhepunkt.

Selbst wenn ich schlecht gelaunt von zu Hause weggehe, fällt diese Beklemmung auf dem Weg nach oben von mir ab. Ich gehe auf den Gipfel, und wenn ich wieder runter komme, bin ich ein anderer Mensch.“ Peter Habeler muss es wissen. Der 65-jährige

Text: Christian Penning; Fotos: Christian Penning, TVB Mayrhofen, Mountain Sports Zillertal

ZILLERTAL & MAYRHOFEN – VOLLE KANONE FÜR SPORTFREUNDE

GIVE ME FIVE!

Bergsteigerpionier aus Mayrhofen hat die höchsten Gipfel der Erde bestiegen und erklomm 1978 zusammen mit Reinhold Messner den Mount Everest als erste Seilschaft ohne künstlichen Sauerstoff. Doch den Zillertalern hat er bis heute die Treue gehalten. Nicht ohne Grund. Die Seitentäler Richtung Alpenhauptkamm – die „Gründe“, wie sie die Einheimischen nennen – führen in eine noch weitgehend intakte und fast unberührte hochalpine Landschaft mit glitzernden Bergseen, Gletschern, Almwiesen und Hütten. „Es sind nur

IM WINTER IST MAYRHOFEN DAS EPIZENTRUM DER SKI- UND SNOWBOARDSZENE. DOCH AUCH IM SOMMER IST DAS HINTERE ZILLERTAL MIT SEINEN VIER SEITENTÄLERN EIN IDEALER SPORTPLATZ FÜR OUTDOOR-ENTHUSIASTEN. FÜNF TÄLER, FÜNF SPORTMÖGLICHKEITEN – PERFEKT, UM SICH AN EINEM LANGEN WOCHENENDE IN FORM ZU BRINGEN UND DIE AKKUS AUFZULADEN.

ein paar Kilometer vom Ortszentrum in Mayrhofen“, sinniert Habeler, „und doch bist du hier in einer anderen Welt.“ Ein Hauch von Anden und Himalaya, im MiniFormat. Der Vorteil: „Du musst kein hoch trainierter Extremalpinist sein und musst keine wochenlangen Expeditionen unternehmen, um diese abgelegene Bergwelt zu erleben.“

Wenn die Skilifte in Mayrhofen im Frühjahr ihren Betrieb einstellen, ist sportlich noch längst nicht Schluss – höchstens Halbzeitpause. Denn kaum hat die Sonne die letzten Schneeflecken weggeleckt, kommen Wanderschuhe, Mountainbike, Kletterseil,

379 Quadratkilometer und 85 Gletscher umfasst der Hochgebirgs-Naturpark Zillertal. Mittendrin: der Berliner

Kajak oder Gleitschirm zum Einsatz. Und damit das Ganze nicht in Freizeitstress

Höhenweg – eine der schönsten Durchquerungen der

ausartet, gibt’s komfortable Wellness-Hotels mit Sauna und urige Berghütten mit

Ostalpen. Eine Woche ist man auf der Zillertalrunde

Sonnenterrasse und Gletscherblick. Mayrhofen bietet für jeden etwas. Wer schnell hoch hinaus will, nimmt eine der Bahnen zum Penken, dem Action-Berg. Wer es ganz entspannt angehen lassen möchte, gondelt mit Österreichs größter Pendelseilbahn auf den Ahorn, den Genießer-Berg. Und wer so richtig tief in die unberührte Bergwelt eintauchen will, wandert oder radelt in den Hochgebirgs-Naturpark Zillertal. Idealer Ausgangspunkt ist Mayrhofen. Hier zweigen fingerartig fünf Täler ab: Zillertal, Tuxertal und die schluchtenartigen Hochtäler Zillergrund, Stilluptal und Zemmgrund. Also nichts wie los und ab ins Sport-Wochenende.

durchs Hochgebirge unterwegs. Doch auch Teilabschnitte von einem, zwei oder drei Tagen sind möglich. Ideal, um mal zu erschnuppern, was Hochtouren so bieten: einsame Pfade, Murmeltiere, Gämsen, Steinböcke, Adler – und vor allem viel, viel Ruhe. Dabei muss man nicht unbedingt spartanisch leben. Die Berliner Hütte, mittlerweile unter Denkmalschutz, zählt ohne Übertreibung zu den alpinen Prunkbauten. Im Speisesaal mit vier Metern Deckenhöhe, aufwändigem Schnitzwerk und Holzvertäfelungen schlürft man nicht seine Bergsteigersuppe – hier wird diniert.

MIT DEM RAD

Aber nicht nur in Gletschernähe kann man an der Mehr als 1.000 Höhenmeter aufwärts,

ohne zu schwitzen? Die Penkenbahn macht’s möglich. Oben warten herrliche Panoramatouren mit Blick auf die Zillertaler Gletscherwelt. Damit die Abfahrt ins Tal wirklich verdient ist, strampelt man bis zum Penkenjoch noch 300 Höhenmeter bergauf. Königstour für Höhenmeter-Fetischisten ist aber die große Penkenrunde mit 46 Kilometern und 2.046 Höhenmetern. Sie startet in Mayrhofen und führt über Vorderlanersbach und die Wanglalm zum Penkenjoch. Zurück geht’s über die Mittertrettalm nach Hippach und Mayrhofen. Genusstouren sind die Routen zum Schlegeisspeicher, durch das Stilluptal oder durch den Zillergrund.

BIKEN /// Von Genuss- bis Transalp-Etappen ist alles möglich. Toureninfo: www.bike-gps.com Die Biketouren-Karte „Hinteres Zillertal“ bekommt man beim Tourismusverband Mayrhofen. Geführte Touren: Seasonality – Guided Bike Tours, Tel. +43/(0)664/5 88 26 25, www.seasonality.eu

eigenen Kondition arbeiten. Der Run & Walk Park Mayrhofen-Hippach bietet 200 Kilometer Trails für Läufer und Nordic Walker. Die Trainingsstrecken entstanden in Zusammenarbeit mit dem Lokalmatador und österreichischen Berglaufmeister Markus Kröll. Sie sind nach dem jeweils erforderlichen Fitness-Niveau markiert. Ultimative Herausforderung für gestählte Berglauf-Freaks: die mit 78 Prozent steilste Skipiste Österreichs, der Harakiri-Run – selbstverständlich bergauf.

HIKING, WALKING & RUNNING /// Alpinschule Mount Everest, Tel. +43/(0)52 85/6 28 29, www.habeler.com Zillertal aktiv, Tel. +43/(0)664/53 20 00 07, www.zillertal-aktiv.at


24 | REISE

PETER HABELER

„DAS ZILLERTAL IST MEIN SHANGRI-LA“

Peter Habeler zählt zu den weltbesten Extrembergsteigern. 1978 schrieb er mit Reinhold Messner Berggeschichte: Gemeinsam bezwangen sie den Mount Everest – ohne künstlichen Sauerstoff. Heute, 30 Jahre später, denkt der sympathische Zillertaler längst nicht ans Aufhören. SportPresse hat ihn im Zillertal besucht:

AUF DEM WASSER

Gerade im Hochsommer

bietet das Zillertal viele Erfrischungen. Zum Beispiel Rafting auf dem Ziller. Wer es noch turbulenter möchte, reitet im Schlauchboot über die Stromschnellen der Imster Schlucht. Routinierte Kajakfahrer kommen auf der Strecke Hochsteg bis zum Gasthof Zillertal auf ihre Kosten. Sogar eine 90 Kilometer lange Drei-Flüsse-Bootstour auf Zemm, Ziller und Inn ist möglich. Spritzig geht’s beim Canyoning zur Sache. Mit Seil,

SportPresse: Herr Habeler, Sie haben die höchsten Gipfel der Welt bestiegen und verbringen immer noch einige Monate im Jahr in Nepal – wie beschreiben Sie ihre Beziehung zum Zillertal? PETER HABELER: Zillertaler sind sehr heimatverbunden, stämmige Naturliebhaber. Das Zillertal ist mein Shangri-La, mein Zuhause, wo es mir gut geht und meine Leute leben. Klar suche ich neue Herausforderungen, will ausbrechen!

Klettergurt und Neopren geht man den Klammen und Schluchten der Seitentäler im wahrsten Sinne auf den Grund.

WASSERSPORTELN/// Action Club Zillertal, Tel. +43/(0)52 85/6 29 77, www.action-club-zillertal.com Mountain Sports Zillertal, Tel. +43/(0)664/3 12 02 66, www.mountain-sports-zillertal.com Zillertal Aktiv, Tel. +43/(0)664/53 20 00 07, www.zillertal-aktiv.at Kajakclub Mayrhofen, Michael Platzgummer, Tel. +43/(0)664/1 80 24 83

Genieße es, zeitweise primitiv zu leben, mich von Reis und Kartoffeln zu ernähren und im Zelt zu schlafen. Aber nach Hause kehre ich immer wieder zurück, denn was man als Kind erlebt, bleibt in einem. Ich habe in meiner Welt viele entwurzelte Menschen kennengelernt, die fühlen sich nirgendwo mehr wohl.“

AM SEIL

Ein absolutes Highlight für Sportkletterer sind die

„Ewigen Jagdgründe“ zwischen Ginzling und dem Gasthof Breitlahner. Direkt aus dem Bachbett des Zemmgrundes ragen zwei etwa 60 Meter hohe Granitblöcke

Sie hatten als Jugendlicher das Ziel, auf jeden Gipfel im Zillertal zu steigen. Gibt es für Sie einen Favoriten?

und beherbergen eines der schönsten Sportklettergebiete der Alpen. Drumherum finden Boulder-Fans ihr Paradies an unzähligen kleineren Felsblöcken. Für

„Ich habe alle Berge sehr gerne, gehe immer noch oft und

Einsteiger und Fortgeschrittene sind die Klettergärten „G’schöss“ und „Knorren“

zum wiederholten Male hoch. Die Zillertaler Dreitausender

am Penken ideale Trainingsplätze. Sie sind mit der Bergbahn schnell erreichbar

sind für mich etwas Außergewöhnliches, sie besitzen ihren

und perfekt abgesichert.

eigenen Reiz. Vor allem zum „Olperer“ habe ich eine besondere Beziehung: Klettern, Fels, Haken und die tolle Aussicht faszinieren mich. Die „Ahornspitze“ ist unser Mount Everest, von meinem Haus aus erkennt man sogar eine Ähnlichkeit.“

KLETTERN /// Tolle Sportklettergebiete mit Routen im Niveau zwischen 4 und 10: Ewige Jagdgründe/Zemmgrund, Gschöss/Penken, Knorren/Penken, Schwendau/Hippach. Kletterkurse: Action Club Zillertal, Tel. +43/(0)52 85/6 29 77, www.action-club-zillertal.com Lokale Kletterszene und Routen: www.stonemonkeys.com

Wandern erlebt eine Renaissance – auch im Zillertal? „Die Menschen suchen Orte, um Stress abzubauen. Kein Telefon, keine Hektik – die gibt es beim Wandern nicht. Dafür körperliche Arbeit, ohne jedoch Weltmeister sein zu müssen. Wandern ist bunter und lustiger geworden, nicht mehr grau

IN DER LUFT

Die Almwiesen glänzen in der Sonne.

und verstaubt. Ein großes Thema auch

Am Horizont wachsen weiße Bergspitzen in den blauen Himmel. Tief unten liegt

für junge Menschen und Familien.

Mayrhofen. Wer am Penken oder Ahorn aus 2.000 Metern Höhe in die Runde blickt,

Vor allem das Hüttenwandern wird immer beliebter. Das Zillertal ist bekannt für sein gut ausgebautes Hütten-

fühlt sich wie ein Adler. Da bekommt man Lust, abzuheben. Nach der Wandertour mit dem Gleitschirm ins Tal – das ist hier für jeden möglich. „Schirm aufziehen, ein paar Laufschritte ... schon weicht der Boden unter den Füßen, der Wind pfeift, und plötzlich schwebst du 1.500 Meter über dem Tal“, grinst Paul Gröblacher. Er ist Fluglehrer und

netz. Ganz neu: der

lenkt das Taxi – keinen beigen Mercedes, sondern einen Tandemschirm. Vom Penken

Adlerweg, mit vielen

geht’s in weitem Bogen hinüber Richtung Ahorn. Dann lässt Paul die Steuerleinen

Gipfeln. Das spornt an.

los. „So, jetzt übernimmst du“, meint er locker. „Okay!“ Ein vorsichtiger Zug links,

Um die Wanderbewegung weiterzubringen, muss es auch „höhere Dinge“ geben: Gipfelerlebnisse oder

und – hey, der Schirm folgt! „Ich kann fliegen!“ Dann ein beherzterer Zug rechts – und schon geht’s rasant in die Kurve, in Spiralen dem Landeplatz entgegen. „Net schlecht“, meint Paul, als wir wieder am Boden stehen. Augenzwinkernd hält er die Hand zum Abklatschen in die Höhe: „Give me five!“

Klettersteige; junge Menschen wollen turnen!“

FLIEGEN /// Penken und Ahorn sind prima Startrampen für Paraglider. Zillertaler Flugschule, Tel. +43/(0)52 85/6 49 06, www.zillertaler-flugschule.com Tandem-Flüge: Flugtaxi Mayrhofen, Tel. +46/(0)664/2 05 50 11


REISE | 25 Kalte Dusche bei großer Hitze gefällig? Beim Canyoning gibt es garantiert eine frische Abkühlung.

Alleine im Zillertal gibt es über 200 Kilometer gut ausgebaute Wege zum Wandern.

ALLGEMEINE INFOS Tourismusverband Mayrhofen, Tel. +43/(0)52 85/67 60, www.mayrhofen.at | Mayrhofner Bergbahnen, Tel. +43/(0)52 85/ 6 22 77, www.mayrhofner-bergbahnen.com | www.zillertal.at HÜTTEN-TIPPS /// Grüne-Wand-Hütte: Hinteres Stilluptal, beliebte Rast für Biker und Wanderer, Tel. +43/(0)52 83/32 61. /// Greizer Hütte: Floitental, Klettergarten in Hüttennähe, Tel. +43/(0)664/1 40 50 03. /// Berliner Hütte: Ginzling (2.042 m), Glanz und Gloria mitten im Hochgebirge, Tel. +43/(0)52 86/52 23. /// Wirtshaus Griena: in Mayrhofen; alte Stuben mit heimeligem Kachelofen. Zillertaler Spezialitäten, Tel. +43/(0)52 85/6 27 78

Einer der großen Trümpfe des Zillertals ist seine Vielseitigkeit. Sehr gut eingerichtete Sportklettergärten und ein ausgezeichnetes Verbindungsnetz der Wanderwege lassen keinen Wunsch offen.

Gleich hebt er ab: unser Autor beim Tandemflug über das Zillertal.


26 | FASHION

100 % NATUR 100 % FAIR 100 % ORGANIC FASHION „DU BIST, WAS DU ISST“! DER BEGRIFF BIO HAT SCHON SEIT LÄNGEREM KEINEN FADEN BEIGESCHMACK MEHR. VIELMEHR STEHT BIO – EGAL OB BIOFOOD, BIO-HOTELS, BIOAUTOS, BIO-SUPERMÄRKTE ODER BIO-RESTAURANTS – FÜR EINEN KORREKTEN, GESUNDEN UND UNABDINGBAREN LIFESTYLE. EINEN LIFESTYLE, DER INZWISCHEN AUCH DIE LAUFSTEGE ANGESAGTER MODEMETROPOLEN EROBERT HAT. BIO STECKT HEUTE IMMER ÖFTER IN UNSERER KLEIDUNG. ÖKO-BAUMWOLLE, MERINO, BAMBOO ODER FAIRTRADE, DEM ÖKOFREUNDLICHEN MATERIALMIX WERDEN DABEI KEINE GRENZEN GESETZT. DAS AKTUELLE SPORTPRESSE-FOTOSHOOTING ZEIGT DIE COOLSTEN ÖKOTRENDS, WIE SEXY ÖKO SEIN KANN UND WIE WICHTIG ÖKOLOGISCHES DENKEN IST: „DU FÜHLST, WAS DU TRÄGST“!


FASHION | 27

RECYCLING

100 % ÖKO – WAS HEISST DAS EIGENTLICH? SPORTPRESSE KLÄRT AUF UND STELLT DIE WICHTIGSTEN NATURSTOFFE VOR.

ORGANIC COTTON bezeichnet Baumwolle, die ohne Einsatz von chemischen Düngern und Pestiziden angebaut und ebenso umweltfreundlich verarbeitet wird. KbA ist das Gütesiegel für Bio- Baumwolle.

Zukunftsorientiertes Denken beweisen die zahlreichen Recyclinglösungen: Polyester, Gummi und Leder, Fleece-Materialien aus Flaschen, Flusen und Mais ebenso wie gebrauchte Plastikflaschen und industrielle Produktionsabfälle erhalten in recycelter Form neuen Glanz! So wie die Taschen und Rucksäcke von Keen, Osprey und Lafuma. TERRA PLANA /// Die Palette der Materialien reicht von chromfreien und speziell gegerbtem Leder über recycelte Stoffe für die Worn-Again-Linie bis hin zu wieder aufgearbeiteten Schuhkartons oder Autositzgurten. ARBOR BOARDS /// Die Gürtel des Boardsport-Labels sind aus dem Restmaterial der Snowboard-Top-Sheets gemacht. Daher die verschiedenen Materialien wie Eukalyptus, Bambus oder Koa. Aufgepasst! SportPresse verlost eine Gürtelschnalle von Arbor Boards – einfach auf www.skipressworld.com klicken!

BERGANS /// Der Bloom Sweater ist aus unbehandelter Baumwolle, recyceltem Polyester und Wolle. Ein Mix, der am Ende eine ökologisch korrekte Mischung ergibt.

Quiksilver /// T-Shirt aus 100 % Organic Cotton. Think green! Choose Organic! BERGHAUS /// Die 365Life-Linie repräsentiert einen freien Geist, kombiniert mit Authentizität und Qualität – und natürlich 100 % Organic Cotton!

WRANGLER /// Die Biowelle hat längst auch den Jeansmarkt erobert. Die kontrollierte verarbeitete Baumwolle, die Wrangler in der Organic Blue Linie verarbeitet, ist zu 100 % organisch und vom Organic Exchange zertifiziert. PRPS /// Stil-Ikonen wie David Beckham zeigen Flagge und schwören auf den angesagten „Street Style“ aus New York. Das neue In-Label garantiert zudem weichste, biologisch angebaute Baumwolle aus Zimbabwe und damit ein stilistisch einwandfreies Produkt. ONAGONO /// Organic Cotton – Fairtrade – Recycling, auf diesen drei Grundpfeilern stützt die japanische Designerin Tomomi Kojo-Robertson ihr Fashion- und Lifestylelabel Onagono.

MERINOWOLLE ist weltweit die feinste Wolle. Ausschlaggebend für die Bewertung sind die Länge der Faser, die Dicke, der Glanz und die Kräuselung. Das wechselnde Klima, dem die Schafe ausgesetzt sind, ähnelt einem Gerbprozess, durch den die Wolle hohe Widerstandsfähigkeit erreicht. ORTOVOX /// Mit dem Textilduo aus natürlichen Rohstoffen verbindet Ortovox Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit mit Funktionalität, Komfort und modernem Design.

ICEBREAKER /// Seit diesem Sommer sind Kleidungsstücke von Icebreaker mit einem Innenetikett sowie einer eigenen „Baacode“-Nummer ausgestattet. Kunden können die Wolle ihres Kleidungsstücks damit bis zur neuseeländischen Schaffarm zurückverfolgen und sich sogar über die Lebensbedingungen der Schafe informieren.

KOKOSFASER Cocos nucifera ist die Bezeichnung für Fasern aus der Kokos-Frucht.

HALTI /// Shirts aus Bambusfaser für ein besseres Tragegefühl!

FAIR TRADE ... 1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das TransFair Siegel erhalten Produkte, die zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt wurden. So kann eigenverantwortlich gewirtschaftet werden, die Menschen in den Entwicklungsländern können ihre Existenz weitgehend sichern und soziale Mindeststandards in punkto Gesundheit und Bildung erreichen. VEJA /// Die stylishen Oldschool-Sneaker sind aus chromfrei gegerbtem Naturleder, die Sohle ist aus wildem Naturkautschuk aus ökologischem Anbau. Die beiden Veja Gründer verzichten bewusst auf große Budgets für Werbung und Marketing und zahlen stattdessen faire Löhne und garantieren gerechte Arbeitsbedingungen.

BAMBOO Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff (bis zu ein Meter Wachstum pro Tag sind möglich), der wegen seiner natürlichen, antibakteriellen Inhaltsstoffe ohne Pestizideinsatz angebaut werden kann. Die Bambusfaser ist erstaunlich robust, klebt nicht auf der Haut und besitzt kühlende und antibakterielle Eigenschaften. Außerdem hat Bambus einen UV-Schutz von 30+ und ist geruchsneutraler als Kunstfasern.


28 | FASHION

100 % ORGANIC COTTON | Shirt & Hose von Berghaus ca. 40 ¤ & 100 ¤, Gürtel & Hut von Arbor Boards ca. 65 ¤ & 40 ¤ Horn-Korrektionsfassung von Freudenhaus ca. 858 ¤, Schuhe von Simple ca. 119 ¤


FASHION | 29

100 % ORGANIC 100% FAIRTRADE | f Shirt von Quiksilver ca. 40 ¤, Tulpenrock von Onagono ca. 64 ¤, Schuhe von Terra Plana ca. 154 ¤ /// m Shirt &

Hose von PRPS, ca. 79 ¤ & 380 ¤, Schuhe von VEJA ca. 100 ¤


30 | FASHION

SHOOTING

100 % MERINOWOLLE | f Shirt & Hose von Ortovox, ca. 60 造 & 55 造 /// m Shirt & Hose von Ortovox, ca. 60 造 & 55 造


FASHION | 31

100 % MERINO 100% ORGANIC | f Shirt von Icebreaker ca. 55 造, Jeans von Wrangler ca. 89 造 /// m Shirt von Icebreaker ca. 65 造, Jeans von Wrangler ca. 129 造


32 | FASHION

100 % ORGANIC COTTON | Sweater von Bergans ca. 150 造, Jeans von PRPS ca. 380 造


FASHION | 33

100 % BAMBOO | f Shirt & Hose von Halti ca. 40 ¤ & 50 ¤, Schuhe von Camper ca. 125 ¤ /// m Shirt & Hose von Halti ca. 50 ¤ & 80 ¤, Schuhe von Camper ca. 125 ¤

FOTOGRAF /// Matthias Garvelmann, www.garvelmann.de ASSISTENT /// Sveinn Baldvinsson MODELS /// Isabelle Beyschlag, Java Models, www.javamodels.de /// Denis Witham, Louisa Models, www.louisa-models.com HAARE & MAKEUP /// Anna Ploch, agentur Phoenix, www.phoenix-agentur.de STYLING & PRODUKTIONSLEITUNG /// Astrid Schlüchter Vielen Dank an: glore concept Store in Nürnberg und in München, globally responsible fashion für Frauen und Babys: Baaderstr. 55 / 80469 München / www.glore.de & an Fairtrade / TransFair für ihre Unterstützung: www.transfair.org


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© arena

© arena


PORTRÄT | 35

Text: Sebastian Schulke

PORTRAIT/// THOMAS & ANNIKA LURZ

Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm. Thomas und Annika Lurz sitzen in Korbsesseln, machen es sich bequem. Thomas genießt die Sonne, Annika einen saftigen Apfel. Neben den beiden ragen Palmen in die Höhe. In der Ferne rauscht das Meer – Hawaii lässt grüßen. Doch statt Dschungel, Strand und Pazifik breiten sich ringsherum weiße Fliesen aus. Das endlose Meer erstreckt sich in Form eines 50 Meter langen und 25 Meter breiten Schwimmbeckens. Wasserfälle strömen aus metallenen Duschköpfen. Die Palmen wachsen aus Kübeln. Und über ihren Köpfen erstrahlt kein endlos blauer Himmel sondern weißer Beton.

U

nd statt Aloha-Tänzerinnen in bunten Röcken springen hier Frauen und Männer in

schlichten Badeanzügen herum. Wenn sie aus dem Becken steigen und an Thomas und Annika vorbeilaufen, winken sie kurz, lächeln oder rufen ihnen ein paar aufmunternde Worte zu. Die beiden Schwimmstars des SV Würzburg 05 sind nicht nur bekannt, sondern auch sehr beliebt. „Wir sind eine große Familie“, meint Thomas Lurz, „jeder kennt hier jeden. Da gibt es keinen Starkult.“ Daran ändern auch die Olympischen Spiele in Peking nichts. Keine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille wird daran etwas ändern. „Würzburg ist und bleibt für uns ein Traum, besser geht es wirklich nicht“, meint Thomas Lurz (28), sechsfacher Weltmeister (Langstrecke). Annika Lurz (28), doppelte Staffel-Europameisterin sowie Vize-Weltmeisterin über 200 Meter Freistil, nickt. Den beiden gefällt ihre ruhige und beschauliche Schwimmhalle mit angrenzender Fitnessworld, gelegen auf einem der grünen Hügel von Würzburg, im Stadtteil Frauenland. Da sitzen sie und schwimmen sie. Auch heute. Gut vier Wochen vor der Eröffnungsfeier am 8. August im „Nationalstadion Peking“ – dem sogenannten „Vogelnest“ – läuft das Training auf Hochtouren. Wenn Annika dann im „Water Cube“, dem Nationalen Chinesischen Schwimmzentrum, an den Start geht, zählt sie zu den Favoritinnen. Gleiches gilt für Thomas, wenn er im Ruder- und Kanupark „Shunyi“ ins Wasser springt, um die Fünf- und Zehn-Kilometer-Distanz auf der Ruderregattastrecke zu meistern. Doch noch befinden sich beide in Würzburg, sitzen am Beckenrand und stehen im Rampenlicht. Das gefällt ihnen nicht sonderlich. Interview-Anfragen und Pressetermine häufen sich, füllen ihre Trainingspausen. Die Fotografen und Journalisten bringen Rummel in ihr Leben, doch das bringt Annika und Thomas nicht aus der Ruhe. Nur wenn das Thema „Gold“ allzu oft durch die feuchte Luft in der Halle zieht, ziehen die beiden ihre Augenbraun genervt hoch. „Seit Wochen reden wir nur über Peking und unser kleines Familientreffen“, sagt Annika. „Das wird langsam echt anstrengend.“

Über Peking wollen wir aber eigentlich auch gar nicht reden. Was? Thomas und Annika schauen, als ob ihnen gerade Pippi Langstrumpf vor der Nase herumgesprungen wäre. Kurz darauf macht sich Erleichterung in ihren Gesichtern breit. Wir wollen erfahren, wie das Leben der beiden Spitzensportler ohne die Jagd nach Gold aussieht. Was bewegt sie? Was planen sie? Woran glauben sie? „Peking ist schon das große Highlight für Thomas und mich“, sagt Annika und betont: „Gerade für mich, da das meine ersten und definitiv letzten Olympischen Spiele sein werden. Und dafür werde ich alles geben. Trotzdem ist Schwimmen aber nicht alles in meinem Leben. Ich brauche meine Freiheiten.“ Für Thomas sind es bereits die zweiten Sommerspiele. In Athen lief es nicht so gut. „Auch für mich wird Peking wohl die letzte Chance auf Gold sein“, sagt er gelassen.


36 | PORTRÄT

ährend er auf seinem Skateboard die Freiheit draußen auf der Straße schätzt, bevorzugt Thomas Lurz beim Schwimmen die vier Wände seines Trainingsbeckens beim SV Würzburg 05. „Ich kenne bereits jede Fliese in- und auswendig“, grinst er. lympia und Freiheit passen schlecht zusammen. Schon der Trainingsplan gibt

200 Bahnen legt er allein bei einem Trainingslauf über die Zehn-

den beiden kaum Zeit zum Luftholen: Um 7 Uhr in der Früh springen sie das erste Mal

Kilometerstrecke zurück. „Aber das macht mir nichts aus. So

ins Wasser, ziehen zwei Stunden lang ihre Bahnen. Ab 15 Uhr stehen eine Stunde

erhalte ich die besten Trainingswerte. In einem See oder im

Kraftraum sowie Gymnastik und Massage auf dem Programm. Danach tauchen die

Meer sind die Bedingungen unberechenbar. Das gebe ich mir

beiden Schwimmstars für zwei Stunden wieder ab – und das tagein, tagaus! Nur am

dann lieber bei den Wettkämpfen.“ Sechs WM-Titel und zwei

Sonntag und Donnerstagvormittag dürfen sie die Beine und Arme hochlegen. „Dann

EM-Titel sprechen für sich. Allerdings: „Am Anfang war das

packe ich mich auf die Couch, bleibe einfach im Bett liegen oder surfe durchs Internet“,

schon komisch für mich. Ich musste mich an die offenen Gewässer

sagt Thomas, „mehr ist da kaum drin. Nach dem harten Training kann und will man

erst mal gewöhnen. Ich will nicht wissen, was da im Meer schon

auch nicht viel mehr machen.“ Annika ergänzt: „Das mag komisch klingen, aber was

alles unter mir geschwommen ist“, sagt Thomas, der 2004 in

mich runterholt und auf andere Gedanken bringt, ist Bügeln oder Wäsche waschen. Ich

Dubai auf der Zehn-Kilometer-Strecke seinen ersten WM-Titel holte

brauche diese Aufgaben einer Hausfrau und Ehefrau.“ Thomas Lurz hilft ihr dabei nicht.

– der erste deutsche Weltmeister auf der Langstrecke. Ab und zu

„Es ist immer amüsant, wenn wir für ein Ehepaar oder Geschwister gehalten werden“,

führen die Wettkampfstrecken auch durch Hafenbecken oder an

grinst er. Das sind sie nämlich nicht. Thomas ist der Schwager von Annika Lurz.

Öltankern vorbei. Einmal geriet Thomas in einen Quallenschwarm – sein langer Schwimmanzug bewahrte ihn jedoch vor größeren

Ein Blick zurück: Im Frühjahr 2001 lernt Annika Liebs bei einem Trainingscamp auf

Verbrennungen. Zuletzt triumphierte er im Mai bei der WM in

Teneriffa Stefan Lurz – Bruder und Trainer von Thomas – kennen und lieben. Ein halbes

Sevilla über fünf Kilometer. „Das läuft wie bei einer Etappe der

Jahr später zieht Fräulein Liebs von Frankfurt nach Würzburg. Wegen Schulterproblemen

Tour de France. Es gibt immer wieder Ausreißer, die sich vom Feld

hatte sie bereits ans Aufhören gedacht.

lösen. Du kannst aber auch im Windschatten

Doch Liebe verleiht Schwimmflügel –

schwimmen und einfach abwarten. Ich warte

fünf Jahre später gelingt Annika mit

gerne lange ab und ziehe dann auf den letzten

27 Jahren nicht nur der internationale

1.500 Metern davon.“

Durchbruch bei der EM in Budapest, sie heiratet auch ihren Trainer, Stefan

Auf und davon ziehen möchte Annika mit ihrem

Lurz. „Das hat Vor- und Nachteile“,

Ehemann Stefan. „In Peking werden wir nicht viel

gibt sie zu. „Einerseits kennt er mich

Zeit haben – zumal er dort nicht mein Trainer ist.

sehr gut. Andererseits bleibt uns kaum

Stefan betreut die beiden deutschen Langstreckler,

Zeit und Raum zum Abschalten“ meint

also seinen Bruder Thomas und Angela Maurer“,

Annika. „Wir nehmen den Sport immer

erklärt Annika. „Aber danach hoffe ich, dass

mit nach Hause. Das lässt sich kaum

wir endlich mal in Urlaub fahren. New York oder

vermeiden. Umso mehr brauche ich

Madrid – da lebt mein Bruder – würden mir sehr

meine Freiheit, sonst drehe ich durch.“

gefallen. Seit sieben Jahren hatten Stefan und ich

Sie findet sie bei Freunden, die nichts mit Schwimmen zu tun haben. Oder in Form von Taschen und Schuhen. „Meine

große

Schwäche“,

gesteht

sie. 30 Taschen und 40 Paar Schuhe

ANNIKA LURZ | GEBURTSTAG: 6. September 1979, Karlsruhe /// PARADESTRECKE: 200 m Freistil /// GRÖSSE: 1,72 m /// Gewicht: 62 kg /// SPONSOREN: arena, ProTrainingTours, Autohaus Rhein, cellagon, WVV /// TRAINER: Stefan Lurz (Ehemann) /// BESONDERES: Ihr Glücksbringer ist eine alte Badehose ihres Mannes. /// www.annika-lurz.de

gerne mal einen Tag mit Paris Hilton verbringen – allerdings nicht wegen ihrer unzähligen Schuhe und Taschen. „Nur, um zu sehen, ob der Rummel um ihre Person wirklich so schlimm ist.

nur schnell, sie studiert auch noch – Lehramt für Grundschule. „2009 werde ich meinen Abschluss machen“, sagt Annika.

„Es macht

mir sehr viel Spaß, mit Kindern zu arbeiten.“ Besonders mit ihren eigenen. „Ich weiß nicht wie

stapeln sich in ihrem Kleiderschrank und im Keller. Außerdem würde sie

keine freie Minute.“ Denn Annika schwimmt nicht

THOMAS LURZ | GEBURTSTAG: 28. November 1979, Würzburg /// PARADESTRECKE: 5 km und 10 km /// GRÖSSE: 1,83 m /// Gewicht: 76 kg /// SPONSOREN: arena, Powerbar, Deutsche Sporthilfe, ProTrainingTours, WVV, Kiliansbäck, Autohaus Rhein /// TRAINER: Stefan Lurz (Bruder) /// BESONDERES: Holte bislang 21 Deutsche-Meister-Titel /// www.thomas-lurz.de

Ich hätte keinen Spaß daran, ständig beobachtet und verfolgt zu werden.“ Ihr

lange ich noch im Becken bleibe. Ein oder zwei Jahre. Danach wollen wir eine Familie gründen. Zwei Kinder wären toll.“ Thomas Lurz hat bereits sein Studium zum Sozialpädagogen in Würzburg abgeschlossen. Dennoch denkt er noch nicht an Familienglück. Ihm bleiben nach Peking nur zwei Wochen, dann startet er bei den „Fina European Open Water Championships“ in Kroatien. „In ein

genügt es, wenn sie in Würzburg beim Einkaufen oder auf der Straße mal angesprochen

oder zwei Jahren könnte ich mir aber gut vorstellen, einmal beim

wird. Thomas Lurz hätte nichts dagegen, sich einmal mit Michael Schumacher zu

Ironman auf Hawaii zu starten und dann vielleicht die bestehende

treffen und sich für ein paar Runden in seinen Ferrari zu setzen. Ansonsten steht er auf

Rekordzeit im Schwimmen zu brechen. Oder ein Abenteuer wie

die vier Rollen seines Skateboards, mit dem er Hardflips und 360er-Flips auf der Straße

die Durchquerung des Ärmelkanals. Das würde mich sehr reizen.“

zelebriert. „Nicht weit von unserer Schwimmhalle entfernt liegt die Uni. Da gibt es einige

Annika muss erst wieder im Oktober ran: beim Weltcup in Brasilien –

gute Spots. Früher bin ich auch in Nürnberg und Frankfurt gefahren“, erzählt Thomas.

wenn sich das nicht mit den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften

„Aber momentan steht mein Brett in der Ecke. Die Verletzungsgefahr ist zu groß. Aber

Schwimmen (DMS) überkreuzt. Denn mit dem Damenteam der

nach Peking werde ich mich wieder öfter draufstellen.“

Würzburger ist Annika in die 1. Liga aufgestiegen. „Die werde ich nicht im Stich lassen.“ Komme, was wolle – olympische Stürme, goldene Taschen oder Aloha-Tänzerinnen aus Hawaii.


XXXXXX | 37


38 | STÄDTEREISE

Lebensqualität pur – im Sommer geht die Sonne fast nicht unter. Oben links im Abendlicht: das Rathaus.

Integralhelm und Protektoren werden angelegt. In der Tube machen sich Freerider bereit. Die Downhillstrecke beginnt bei der Endhaltestelle der S1 in Frognerseteren.

Der Autor nach einem Besuch im Kon-Tiki- und Fram-Museum, am Kai der Halbinsel Bygdoy. In der Nähe befinden sich viele kleine Badebuchten, die mit Fahrrad oder Bus gut zu erreichen sind.


STÄDTEREISE | 39

Schiff im Ruhestand: Die Christian Radich segelte einst in der deutschen TV-Serie „Die Onedin-Linie”.

Text und Fotos: Roland Grill

ZEIG' MIR DEINE STADTOSLO IN 48 STUNDEN DIE STADT, IN DER SPORT UND KULTUR IM GLEICHKLANG PULSIEREN

Dass Oslo wirklich die teuerste Stadt der Welt ist, wie viele behaupten, mag sein. Klar ist, dass die Metropole am Meer zu den sichersten Städten der Welt gehört. Nicht ohne Grund wurde Norwegens Hauptstadt bereits fünf Mal zur Stadt mit dem „weltweit höchsten Lebensstandard“ gewählt. An einem langen Wochenende haben wir Oslo auf ihre Klasse in Sachen Sport und Kultur getestet. Ein Protokoll zweier beeindruckender Tage.

„Früher steckte man die Touristen in Busse zur Stadtrundfahrt“, erzählt Reidun, „heute wollen die Leute die Stadt mit Bewegung erleben“. Sie walken oder biken durch die Stadt, halten ihren Kreislauf in Schwung und erleben die Stadt als Aktiv-Urlauber. Reidun ist Skilehrerin. Im Sommer führt sie Touristen auf dem Bike oder im flotten Nordic-Walking-Schritt durch die Stadt. Zwei Tage lang hat uns die sportliche Norwegerin Reidun ihre Stadt gezeigt.

TAG EINS | 8.32 Uhr | Brötchen, Marmelade oder Rührei, dazu Fischvariationen. Und Kaffee – schwarz. Norweger schätzen ein

Mit rund 1 Million Besucher im Jahr ist der Vigelandsparken die meistbesuchte Attraktion Norwegens.

deftiges Frühstück. Das Frühstücksbuffet im Hotel ist entsprechend üppig – und im Preis inbegriffen.

| 9.45 Uhr | Ab zum Sightseeing, direkt

vom Rathauskai: Hier kauft man das Ticket für den Lunch Cruise. Vor der Abfahrt noch ein kurzer Abstecher zum Rathaus um die Ecke. Im roten Backsteinbau werden jedes Jahr am 10. Dezember die Friedensnobelpreise vergeben.

| 10.30 Uhr | Lunch Cruise: Links liegt die

Christian Radich vor Anker – das Schiff war Schauplatz der beliebten BBC-Serie „Die Onedin Linie“. An sonnigen Wochenenden schwärmen die Osloer mit Segelschiffen und Kajaks in den Fjord hinaus. „Wie lange schätzt Ihr die Wartezeit für einen Anlegerplatz?“ fragt die norwegische Reiseleiterin Carola. Fünf Jahre! In der Bjorvika-Bucht dominiert das neue Operngebäude. Der weiße Carrara-Marmor reflektiert das Licht wie ein Gletscher. Die vorgelagerten Inseln Lindoya und Nakholmen sind beliebte Wochenendziele der Stadtbewohner. Die kleinen bunten Holzhäuschen mit Mini-Garten auch. Kaufpreis: ab 3 Millionen Kronen, das sind gut 370.000 Euro.

| 12.30 Uhr | Mit der Bahn S1 von Majorstuen

geht’s hinauf in die grüne Lunge der Stadt, die Nordmarka. Beim Holmenkollen-Skistadion drängen junge Freerider mit Protektoren und

Oberhalb von Holmenkollen, beginnen bei Frognerseteren die Wälder der Nordmarka.

Bikes in die S-Bahn.


40 | STÄDTEREISE

Wer in die Szene will, fährt mit der Tram 12 ins Viertel der Künstler und Freaks nach Grüner Loka.

INFOS ALLGEMEIN /// Unter www.visitoslo.com finden sich alle Hinweise zu Unterkunft, Anreise und Sportaktivitäten inklusive Telefonnummern. Leider sind insbesondere die interessanten Spezialangebote zu Klettern, Wandern, Biken im Internet nur auf Websiten auf Norwegisch präsentiert. ANREISE /// Günstige Tickets gibt es bei Norwegian Air.

www.norwegian.no SPARTIPP /// Mit dem Ticket „Visit Oslo Pass“ hat man freien Eintritt in Museen, freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zusätzliche Ermäßigungen. Erhältlich beim Tourismusbüro in Oslo oder direkt im Internet.

ZENTRAL WOHNEN /// Anker Hotel, Storgata 55, Tel. +47/(0)22 99 75 00, www.anker-hotel.no Noch preiswerter ist es nebenan im Anker Hostal. Tel. +47/(0)22 99 72 00, www.ankerhostal.no SPORT /// Die größte Kletterhalle Skandinaviens hat für Anfänger den Vorteil, dass viele Routen per Top Rope gesichert sind. Klatreverket, Sandaker 24C, Tel . +47/(0)22 04 06 80, klatreverket.no Zum Fahrradfahren kann man sich kostenlos eines der Stadtfahrräder ausleihen (Karten am Bahnhof oder im Internet). Neue Scott Mountain Bikes ab 292 NOK (ca. 36 Euro) pro Tag (inkl. Helm) verleiht Skiservice Bike Rental, Tel. +47/(0)22 13 95 00, in der Nähe der Metrostation Voksenkollen; oder direkt bei Reidun Lovtstuen, Tel. +47/(0)91 51 46 33; Downhillbikes von Scott kosten etwa das Doppelte. Zum Wandern fährt man mit der S1

Mit 1.200 Kilometern markierter Wanderwege zählt Oslo zu wanderfreundlichsten Städten der Welt.

Skater-Paradies: Der Osloer Skulpturenpark wurde von Gustav Vigeland mit rund 200 Figuren ausgestattet, die den Zyklus des Lebens beschreiben.

Die einstige Speicherstadt Aker Brygge am Hafen ist das Ausgehviertel Nummer Eins in Oslo.

nach Frogeretsen – dort findet man gut ausgeschilderte Touren durch schattige Wälder. Alle Touren enden an einer bewirtschafteten Hütte. Laufen geht man in einem der vielen umliegenden Wälder oder im Vigelandpark. Dort treffen sich auch Skater, Fußballer, Beachvollyballer, Badmintonspieler, Yoga- und Tai-Chi-Fans. KULTUR /// Kon-Tiki Museum (interessant für Ethnologen & Reiselustige), Fram Museum (ein Muss für jeden Abenteurer), Skimuseum (für Ski- und Abenteuerenthusiasten), DesignMuseum (für Künstler und Freunde von schönem Interieur), Oper (das architektonische Meisterwerk muss man gesehen haben!), Wikingermuseum (das meistbesuchte Museum des Landes), Munch -Museum (Kunsthöhepunkt Oslos). LESESTOFF /// Merian Reiseführer „Norwegen“, 398 S., Travel House Media 2008, ISBN 978-3834202338; 28 ¤


Minuten später stürzen sich die Jungs mit ihren BikeMaschinen vom Bahnsteig direkt in den Freeride-Parcours, der durch schattige Wälder bergab führt. Gemütlicher gehen es die Trekker an. Auf gut beschilderten Wegen wandern sie in zwei Stunden zur Hütte von Skjennungstua. Der Lohn: himmlische Blaubeerkuchen. Zwei Stück genehmigen wir uns von dieser norwegischen Spezialität.

| 16.00 Uhr | In

Voksenkollen lassen wir den Bikes freien Lauf, rollen die Straße vom Skistadion hinunter, auf Forstwegen durch den Wald und durch Holmenkollen, das teuerste und schönste Viertel von Oslo. Beliebt, weil man einen fantastischen Blick über die Bucht hat.

| 20.00 Uhr | Abendstimmung an der

Flaniermeile Akker Brygge. Eis essen und Ambiente aufsaugen – bis zum Sonnenuntergang gegen 23.30 Uhr. Schlendern, aber nicht einkehren – die Restaurants am Hafen sind Touristenfallen. Wir wechseln das Viertel und lassen den Abend in „Teddy’s Soft Bar“, einer der coolsten Kneipen der Stadt, ausklingen.

| TAG ZWEI | 10.00 Uhr | Kulturtag. Start im

Skimuseum. „Die ausgestellten Stücke dürfen angefasst werden“, sagt Direktorin Karin Berg. Mit Tube, Bus und zu Fuß wechseln wir den Schauplatz. Auf der Halbinsel Bygdoy ins Fram Museum, wo das berühmte Nordpolarschiff von Fridtjof Nansen sogar im Original begangen werden kann. Nebenan im Kon-Tiki-Museum geht es um Thor Heyerdahl und seine Forschungen. Beeindruckend: die Kon-Tiki, das Floß aus Balsaholz, mit der Thor Heyerdahl den Pazifischen Ozean überquerte.

| 13.00 Uhr | Ab ins Meer. Das Wasser hat

schon 18 Grad Celsius, die Naturstrände sind ein Traum. Wer es sich leisten kann – viele Osloer haben ein Boot –, verbringt diesen Tag auf seinem Segelschiff.

| 15.00 Uhr | Mit

einem der kostenlosen Stadtfahrräder radeln wir zum MunchMuseum. „Der Schrei“, Munchs berühmtestes Gemälde, wird immer noch restauriert, der Besuch lohnt sich dennoch.

|

18.00 Uhr | Treffpunkt Viggelandenpark: Hierher kommt Jung und Alt zum Joggen, Volleyball, Fußball, Skaten und Grillen. Ein Freibad und eine große Tennisanlage sind nur einen Eingang weiter.

| 21.00 Uhr | Nachtschwärmer und Hungrige

ziehen weiter nach Grüner Lokka. Im Viertel der Jungdesigner und Studenten gibt es viele kleine Parkanlagen und Grünflächen, wo am Abend munter gegrillt und Musik gemacht wird. Ein Badminton-Match macht Appetit – auf mexikanische Burritos im „Mucho Mas“ an der Thorvaldsen Gate. Der Laden brummt! In der Gartenkneipe „Freddy’s Corner“ sammelt sich gemischtes Publikum, gegenüber im „Fonte“ sitzen Musiker, Journalisten und solche, die es werden wollen. Unter ihnen ein berühmter Mann: Olsos Operntenor Alexander Rein sang gestern noch auf der 100-Jahr-Feier von Bergans, heute sitzt er mit kurzer Hose im Fonte bei einem Glas Bier. Das kostet hier rund 70 Norwegische Kronen – etwa 8,60 Euro!

| 23.40 Uhr | Die

Sonne geht unter. An Schlafen denkt um diese Jahreszeit hier jedoch niemand.


42 | BIKEN

Î Beim Mountainbiken gilt: Ohne Schweiß kein Downhill. Auf der Almentour kommen auch Anfänger in den Genuss von schönen Downhills. Schwierige Anstiege gibt es genausowenig wie große fahrtechnische Herausfoderungen.

Ï Der dritte Etappentag, von Strobl nach Annaberg, führt ins einsame Lienbachtal.

ÎZieleinfahrt zum Etappenziel des ersten Tages nach Hintersee. Im Gasthof Hintersee können sich die Biker anschließend in einer herrlichen WellnessOase erholen.

ÐKurze Erfrischung am Wasserfall – auf der 14 Kilometer langen Auffahrt zur Postalm.


BIKEN | 43

Text und Fotos: Roland Grill

SALZBURGER LAND – 30 ALMEN IN 3 TAGEN

ÜBER BACH UND ALM IN SISSIS BERGWELT Leise und noch still liegt das Lammertal im Schatten des großen Dachsteins und der Berchtesgadener Alpen. Die urige Region, nahe am Feriendomizil von Sissi und Kaiser Franz am Wolfgangsee, hat sich in den vergangenen Jahren ganz nebenbei zu einer Oase für Genussbiker entwickelt, die vor allem eines erleben wollen: Auf- und Abfahrten im technischen Mittelbereich, ohne dass sie ihr Bike stundenlang über Bergpässe tragen müssen. Doch ganz ohne Schweißtropfen kommt man auch im Salzburger Land nicht aus.

„Im Winter geht’s in Annaberg wieder rund“, erzählt uns Josef Bergschober. Zusammen mit seinem Bruder Georg betreibt er seit 1972 den Dolomiten Hof. Tourismus ist im Lammertal noch nicht durchgestylt: Hier herrschen Architektur und Dekor der 70er. Man kennt das von der Wohnzimmereinrichtung der

Seine Waden sind stramm und sehnig, wie sonst fast nur bei Rennradfahrern. Aber

Eltern und Großeltern: schmiedeeiserne

„Rennradfahren, das würd’ ich ja nie“, betont

Lampenschirme, zu starren Quadraten

der grauhaarige Franz. Vor den Motorrädern

geformt, Teppichböden, wohin der Fuß tritt,

hat er zu viel Respekt. Aber wo sind die nur?

schwere Vorhangstoffe. Macht aber nichts,

Die Straßen sind ruhig. Einen schönen Gruß

denn draußen wartet ein Naturschauspiel par

vom Franz sollen wir dem Schorsch bestellen,

excellence. Alles ist hier etwas rustikaler und

sagt er. „Von welchem Franz?“, wollen wir

natürlicher, als man es von anderen Regionen

wissen. „Vom Mountainbike-Franz“ erklärt

gewohnt ist. Am Abend brennen auf den

er schlicht. Die Welt ist hier noch klein. Man

Gipfeln 16 Sonnwendfeuer – auf dem felsigen

kennt sich auch ohne Nachnamen.

Gosaukamm und der Großen Bischofsmütze;

Steil und irgendwie ewig ziehen sich die

sie thront als felsiges Haupt über dem Ort. „Im

Kieswegrampen von Voglau nach oben.

Juni ist’s immer recht ruhig bei uns“, erzählt Schorsch. Warum das so ist, weiß er auch

Die Sonne entfacht ihre Backofenhitze im Aufwärtstritt. Schatten? Fehlanzeige,

nicht. Auf der Terrasse sitzen die Biker aus der

zumindest im Juni. Aber ab der Sonnwende

Umgebung gerne zusammen und halten einen

sinkt die Sonne ja wieder!

Schwatz. Alle nennen sich beim Vornamen.

INS LAND DER KAISERIN SONNIGE RAMPEN Es ist heiß, der Sommer zeigt beste Laune. Das Hoch aus Spanien hält, was es verspricht. Kein Lüftchen weht, nur stehende Backofenhitze breitet sich im Salzburger Land

traumhaften Seewaldsee, an ihm endet auch die Hitzewallung. Am Gegenufer, auf der Aueralm, serviert Bianca aus Reutte erfrischende Brennnessel–Limonade. Das

aus. Von Annaberg cruisen wir ins Tal – von

Etappenziel Hintersee ist noch fern. Also

777 Metern hinunter auf 550. Der Fahrtwind

lassen wir den Rädern bald wieder freien Lauf,

trocknet den Schweiß von der Stirn. Für ein

vorbei an Sommergästen, die vom nahen

paar Meter begleitet uns der Mountainbike-

Parkplatz aus mit Kühlboxen und Schlappen

Franz aus dem Lammertal.

Ï Momente, die man nicht vergisst. Blick auf den Wolfgangsee, aufgefangen beim Downhill vom Zwölferhorn.

Die Steigung endet in einem Wäldchen am

zum Seewaldsee hochlaufen. Ein paar Stunden später empfängt uns der alte Michi an der Bergalm. „Ob der Weg in Ordnung war“, möchte er wissen und ob’s uns gefällt, hier im Land der Kaiserin.


44 | BIKEN

Zum Kaffee empfiehlt er Povesen. Die einheimische Süßspeise wird warm und mit Zwetschgenmarmelade gefüllt serviert. Die dünne Kaiserin Sissi konnte an den „Armen Rittern“, wie die in Ei herausgebackenen Brotscheiben auch heißen, keinen Genuss finden. „Zu mächtig“ lagen sie ihr im Magen, erzählt man sich.

Den Wolfgangsee bei hochsommerlichen Temperaturen umstrampeln? Etwas Schöneres kann einem überhitzten Biker kaum passieren. Gefallen haben das Salzburger Land, und ganz besonders der Wolfgangsee früher auch der jungen Kaiserin. Schon im Juni hat der See ordentliche Badetemperaturen. Nach einem heißen Biketag ist eine kurze Abkühlung genau das richtige. Die Kulisse drumherum: Berge, Kirchtürme, grüne Almwiesen, schattige Wälder

SISSIS BLÜTENRAUSCH 14 Kilometer sind es bis zur Postalm, vorbei an gurgelnden Bächen, Wasserfällen und gegen den eigenen Schweinehund. Schweiß fließt reichlich auf der asphaltierten Straße. Dann ist es endlich so weit:

und noch mehr Berge. „Genau wie damals bei der

An der Postalm weitet sich der Horizont. Dort, wo

Sissi“, erzählt eine alte Verkäuferin am Kiosk des

einst Kaiserin Sissi von der Pflanzenwelt und den

Badestrandes. Am Strandbad reihen sich Fahrrad

blühenden Almwiesen begeistert über die Wiesen

an Fahrrad – Schlösser? Fehlanzeige. Am Ufer des

spazierte, steht nicht nur eine Kapelle für Kaiserin

Wolfgangsees vertrauen sich die Einheimischen. Wir

Sissi, auch der Wolfgangsee ist tief unten im Tal zu

kühlen uns kurz im Wasser ab und suchen unseren

sehen – und das ist der eigentliche Höhepunkt der

Schlafplatz für die Nacht. Von außen macht das Haus Weißenbach den Eindruck, als wären seine besten Zeiten bereits vorüber. Doch der Schein trügt.

Bergkulisse. Vorerst zumindest, denn dorthin, wo Sissi niemals kam, werden wir nun hinradeln: ins abgelegene Lienbachtal.

Das Essen zählt zum gelungensten der gesamten Tour. Derbe aber duftend gute Käsespätzle für den Vegetarier, ein Hirschragout mit Preiselbeeren für den anderen. Zum Abschluss ein Erdbeersorbet, und wir fallen in die Betten.

TRAUMATISCHE TROPEN Wenn der Puls sich nach der langen Auffahrt, vorbei an Postalm und Abtenauer Hütten, wieder auf Normalniveau einpendelt, beginnt die Träumerei. Im Lienbachtal öffnet sich das Tal wie ein mächtiger

INFOS ALMEN-TOUR /// Im Salzburger Dolomitenhof in Annaberg beginnt die sehr gut ausgeschilderte Biketour. Von jedem Startpunkt aus wird der Gepäcktransport zum nächsten Ziel arrangiert. Das Paket „Almentour“ gibt’s´ ab 195 Euro mit Halbpension und Karte inklusive Tourenbeschreibung. Die GPS-Daten sind zwar abrufbar, die Tour ist aber so gut ausgeschildert, dass man den Weg leicht findet. In drei Tagen macht man insgesamt 147 Kilometer und 4.170 Höhenmeter. Die Fahrräder werden jeweils direkt in den Hotels untergebracht (ohne Bewachung).

Infos: www.almentour.com, Salzburger Land, Tel. +43/(0)662/66 88-44, www.bike.salzburgerland.com REISEZEIT /// Im Mai muss auf der Tour trotz niedriger Lage mit Tragepassagen über Schneefelder gerechnet werden. Die Almen sind dann nur zum Teil geöffnet. Ruhig ist der Juni. Tourenhauptsaison ist von Juli bis Anfang September. Dpch selbst dann ist die Tour nicht überlaufen. Ein Farbenspektakel sind die Monate September und Oktober. ALMEN-EINKEHR /// Erste Etappe: Die Auerhütte oberhalb des Seewaldsees ist ein guter Mittagsstopp. Herrlich, mit Blick auf das Tennengebirge, liegt die Bergalm (geöffnet 20. Mai bis Allerheiligen) – optimal für den letzten Stopp vor dem ersten Etappenziel. Zweite Etappe: Uriger als die Bartlhütte kann man sich eine Alm nicht vorstellen. Das Panorama mit Blick auf den Wolfgangsee und das Zwölferhorn verpflichtet zum Besuch. Nach der langen und harten Auffahrt zum Zwölferhorn ist die Terrasse der Arnika-Alm der beste Platz zum relaxen. Weitblick bis zum Hochkönig oder Wolfgangsee. Dritte Etappe: Heute wird viel Strecke gemacht – erste Einkehrmöglichkeit nach der 14 Kilometer langen Auffahrtsrampe ist die Postalm. Romantischer liegt allerdings die Edtalm kurz vor Ende der Tour.

tropischer Canyon. Weit und breit ist nichts von Zivilisation zu hören und zu sehen. Von allen Seiten sprudelt Wasser in diesen Taleinschnitt. Die Vegetation dampft. Die feuchte Luft liegt träge im Tal und simuliert tropische Faulheit. Wir strampeln und schwitzen. Von Faulheit keine Spur. Zugegeben, der Weg macht es einfach: leichtes Gefälle – stets am Flussufer entlang. Das Grün der Pflanzen ist hier grüner als Grün, die Formen erinnern an Farnbüsche im Regenwald. Üppig. Wer schon mal im bolivianischen Amazonas-Tiefland zu Gast war, vermisst im grünen Lienbachtal nur noch die kreischenden Scharen bunter Papageien. In den Tropen fault alles dahin, das Lienbachtal aber bleibt, wie es ist: ruhig und voll sprudelnder Wasserläufe. Voll tiefer Schluchten mit Wasserfällen und Gumpen mit tosenden Strudeln. Wir reiten weiter locker abwärts. Ein Adler in den Baumwipfeln schreckt auf, ergreift die Flucht. Im Flug schneidet er unseren Weg und schießt über den Fluss ans andere Ufer. Eines ist sicher: Die Salzburger Almentour ist für jeden etwas, der wieder einmal etwas Neues kennenlernen will. Für Tropenreisende hat diese Erfahrung etwas Vertrautes, für den MountainbikeFranz aus dem Lammertal vielleicht auch.


BIKEN 45 ÍÓ Bilder links: Ausblick und Abfahrt vom Zwölferhorn. Ð Bild unten: An der

urigen Bartlhütte hilft die kleine Anna beim Servieren. Von der Hütte hat man einen Traumblick zum Wolfgangsee. .

Ï Vorbei an den „wilden Tieren der Alpen“. Hinter der Almweide der harmlosen Kühe liegt der eiskalte Seewaldsee – nur für Abgehärtete zu empfehlen.

Î Kleine Abenteuer wie eine Tragepassage über gurgelnde Bergbäche machen den Reiz einer besonderen Mountainbiketour aus.


46 | FAMILIE & BIKEN

Text und Fotos: Astrid Schlüchter

KÄRNTEN: MOUNTAINBIKEN MIT KIDS

AUF DIE RÄDER, FERTIG, LOS ... Bereits mit vier Jahren können Kinder das Radfahren lernen. Und haben die Kids erst mal Gefallen daran gefunden, wird das Anfängerrad schnell durch ein cooles Mountainbike ersetzt. Die Sportart steigert ganz nebenbei Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit. Positiver Nebeneffekt: Man legt aus eigener Kraft eine weite Strecke zurück und kommt dem Traum von Freiheit, Abenteuer und Glück ein Stückchen näher. In Kärnten können Eltern mit ihren Kindern zusammen Kurse machen.


FAMILIE & BIKEN | 47

Dem Traum von Freiheit, Abenteuer und Glück ein Stück näher kommen wollten meine neunjährige Tochter Lea und ich in der Urlaubsregion Kärnten. Das Gebiet rund um den Weissensee ist bekannt

Lea hat auf der Tour großen Eindruck gemacht.

für sein vielseitiges Familienangebot. Traumhafte Landschaften, zahlreiche Seen, unberührte

Schließlich müssen die Kleinen neben Kondition und

Natur und märchenhafte Wälder bieten die perfekte Kulisse abseits von Stress, Hektik und

Technik vor allem sehr viel Mut, Durchhaltevermögen

Massentourismus. Und wie sieht das Angebot für Bike-begeisterte Familien aus? Was kann man

und Kraft mitbringen. Wieder zu Hause angekommen,

dem Nachwuchs zumuten, welche Strecken sind sinnvoll, und wie geübt sollte mein Kind sein?

sind wir zwei dann bestens trainiert einmal um den Ammersee geradelt, 50 Kilometer weit! Und das war

Bevor man mit dem Nachwuchs auf große Tour geht, ist es ratsam, ein Fahrtechnikseminar zu

nur der zweite vieler Mountainbike-Späße!

besuchen. Denn was nützt das funktionstüchtigste High-Tech-Mountainbike, wenn man nicht damit umgehen kann? Auf einem speziellen Schulungsparcours mit verschiedenen Hindernissen werden Bewegungs-, Koordinations- und Gleichgewichtsübungen durchgeführt. Dabei lernen die Kinder Tricks und Kniffe, die zur Grundlagenausbildung im Mountainbiken gehören: zwischen zwei Baumstämmen hindurchfahren, das Befahren einer Wippe bzw. Rampe meistern, über Wurzeln springen, eine Vollbremsung sowie die passenden Gänge beim Bergauf- bzw. Bergabfahren verwenden. „Die meisten Kinder und Jugendlichen haben Freude an der Bewegung und lernen schnell. Sie sind unglaublich motiviert und mutig, da sie einen Sturz viel gelassener hinnehmen als die meisten Erwachsenen. Je früher man sich eine gute Technik antrainiert, umso sicherer wird man sich schließlich auf dem Bike bewegen. Dadurch lassen sich schlimme Unfälle von vornherein vermeiden,“ erklärt Mountainbike-Guide Mario vom Bikezentrum Drau Aktiv.

Nach einer Theorie- und Praxisstunde geht’s los zu unserem ersten Radlabenteuer. Wir entscheiden uns gleich für eine längere, recht anspruchsvolle Tour, da wir uns danach auf eine Rückfahrt mit

BIKEN IN KÄRNTEN /// Mountainbikereisen sind zu buchen über: Mountain Bike Holidays: www.bike-holidays.com Hier werden alle Elemente und Aspekte des Bikeurlaubs erfasst. Die Gastgeber und Guides der Mountain Bike Holidays richten sich nach den Wünschen ihrer Gäste – vom aktiven Bikeurlaub bis hin zum entspannten Familienaufenthalt. Diese Kompetenz der Top-Profis steht Ihnen bereits bei der Planung zur Verfügung, erstreckt sich über die Ausstattung der Hotels und bis hin zur Durchführung der Touren.

dem Schiff freuen können. Start ist vor dem Weissensee Haus. Ab hier können wir uns auf der

Strapazen bergauf! Hier kann Lea

HOTEL KREUZWIRT /// Das Familienhotel Kreuzwirt bietet alles, was das Herz kleiner und großer Bikerherzen höher schlagen lässt. Neben zahlreichen Rundum-Paketen für den perfekten Familienurlaub überrascht Familie Aigner mit einem täglich wechselnden Kinderprogramm für die Kleinen sowie einem spannenden Aktivprogramm für die Großen. Selbstverständlich darf der begeisterte Bikernachwuchs auch mit auf die täglichen Radltouren, denn vom hilfreichen Biketechnikkurs bis zur geführten Biketour wird hier für jeden Geschmack etwas geboten. Highlights: Kinderhallenbad, Kinderbetreuung, Wellness, Fitnesscenter, Frühstücksbuffet für Groß und Klein.

ihr

www.hotelkreuzwirt.at

Süduferstrasse bis zum Paterzipf erst einmal gemütlich warmradeln. Danach geht es durch den Wald, immer steiler bergauf. Ich selbst habe Schwierigkeiten, muss manchmal kurze Schiebepausen einlegen. Lea hält sich tapfer, schließlich hat sie zuvor gelernt, dass man als echter Biker nicht absteigen darf! Ich bin erstaunt und überrascht, wie viele Höhenmeter man den Kleinen schon zumuten kann. Endlich sind wir auf der Bodenalm angekommen. Erschöpft und unendlich stolz gönnen wir uns eine Pause und genießen den traumhaften Ausblick. Lea versucht, Kühe anzulocken und freut sich schon auf die lange Abfahrt. Bergab geht es durch Wälder und über Almen – eine schöne Entschädigung für die anstrengenden

Fahrtechniktraining

einbringen.

Gekonnt rollt sie über Wurzeln, Geröll und Steine! Auf der Stockenboier Landesstraße angekommen, radeln wir noch ein paar Kilometer bis zum

INFOS RUND UM DIE URLAUBSREGION KÄRNTEN ///

www.weissensee.com | www.kaernten.at | www.naturarena.com

Dolomitenblick, wo das Schiff ablegt. Zurück geht’s mit der Weissensee

TOURENTIPPS /// www.alpintouren.at | www.berfex.at

Schifffahrt zu unserem Ausgangspunkt.

Unsere Bilanz: Vier Stunden waren wir insgesamt unterwegs, fast 20 Kilometer Strecke haben wir bezwungen – und ca. 305 Höhenmeter. Eine Glanzleistung, wenn man bedenkt, dass KinderMountainbikes in der Regel genauso schwer sind wie ihre „großen Geschwister“, und dass die Kids ihre Kraft noch nicht richtig einteilen können. Man sollte in jedem Fall spannende Touren wählen. Perfekt sind Routen, die an einem See vorbeiführen und nebenbei genug Zeit für Pausen lassen. Beliebt sind steile Auf- und Abfahrten, abwechslungsreicher, unebener Untergrund sowie Hindernisse aus Steinen oder Wurzeln.

AUSRÜSTUNG /// • rutschfestes, stabiles Schuhwerk, damit die Füße auch auf unebenem Gelände auf den Pedalen bleiben! • gepolsterte Radlerhose, insbesondere für längere Touren! • gut sitzender Mountainbike-Helm! • bei längeren Touren spezielle Mountainbikehandschuhe! • Mountainbike in technisch einwandfreiem Zustand! • WICHTIG: genug zu trinken und kleine Snacks für Zwischendurch!!


48 | PROMOTION

AUCH 2008 ENGAGIERT SICH NISSAN FÜR EINEN SPANNENDEN SPORTSOMMER

ABENTEUER OUTDOOR

Ob Mountainbiken, Gleitschirmfliegen, Freiklettern oder Off-Road-Fahren: Das Automobilunternehmen engagiert sich in ausgewählten Outdoor-Sportarten und präsentiert unter dem Dach der NISSAN SPORTS ADVENTURE spektakuläre Wettkämpfe mit Weltklasse-Athleten. Dazu zählen: der NISSAN UCI MTB World Cup, die NISSAN QASHQAI CHALLENGE der Mountainbike-Freerider oder die NISSAN OUTDOOR GAMES im schweizerischen Interlaken. www.nissan-sportsadventure.com | www.4x4-challenge.com Im Rahmen der noch jungen Zusammenarbeit unterstützt Nissan nun im zweiten Jahr in Folge als Titelsponsor den UCI Mountainbike-Weltcup, der über 14 Läufe in 13 Ländern in den Disziplinen Cross-Country, Downhill und 4-Cross ausgetragen wird. Für alle, die lieber selbst in die Pedale treten, gibt es die Langstrecken-Veranstaltungen CRAFT BIKE TRANSGERMANY und JEANTEX BIKE TRANSALP powered by Nissan. Nissan engagiert sich dieses Jahr erstmals bei den beiden Mountainbike-Etappenrennen, bei denen sich gut trainierte Freizeitsportler mit Profis messen können.


PROMOTION | 49

FESTIVALS, TRENDS UND ENTWICKLUNGEN …

DIE SPEKTAKULÄRE NISSAN QASHQAI CHALLENGE …

… rund um das Mountainbike wurden beim SYMPATEX BIKE Festival Garda Trentino powered by Nissan und auf dem SYMPATEX BIKE Festival Willingen powered by Nissan präsentiert. Auf der Eurobike, der größten Fahrradmesse Europas vom 4. bis 7. Sep tember in Friedrichshafen, präsentiert Nissan mit den neuen Crossover Automodellen „Murano“ und „Qashqai+2“ echte Highlights für den Outdoor- und Bikesportler.

… war in diesem Jahr die Fortsetzung der inoffiziellen WM der Freeride-Mountainbiker 2007. Die Freeride Challenge fand in den vier europäischen Metropolen Mailand, Madrid, München sowie London statt und war mit einem rekordverdächtigen Preisgeld von 100.000 Euro dotiert. Auf mitten in den Metropolen angelegten Parcours zeigten Weltklasse-Biker wie der Münchener Benny Korthaus oder der Katalane Andreu Lacondeguy den Zuschauern ihre Klasse. Alleine in München lockten die besten Freerider der Welt mehr als 25.000 Zuschauer an die Strecke aus Erde und Sand.

NUR ETWAS FÜR PROFIS … … sind die NISSAN OUTDOOR GAMES, die vom 29. Juni bis 6. Juli 2008 in Interlaken (Schweiz) stattfanden. „Fünf" ist heiß, denn jeden Sommer kommen in Interlaken die besten Athleten in fünf Disziplinen zusammen: Kajak, Mountainbike, Gleitschirmfliegen, Base Jump und Freiklettern. Ton- und Bildprofi schließen sich den fünf Teams an und realisieren jeweils einen fünfminütigen Film über die fünf Tage dauernde Veranstaltung. Prämiert werden die schönsten und aufregendsten Outdoorfi lme der Teams – ein echtes Film- und Outdoorhighlight.

AUF VIER RÄDERN … … genauer gesagt in den Nissan-Modellen „Pathfinder“, „Navara“, „X-TRAIL“ und dem OffRoad Klassiker „Patrol“, sind dagegen die Teilnehmer der 4x4 CHALLENGE unterwegs. Der anspruchsvolle und faszinierende Off-Road-Wettkampf von Nissan und Auto Bild geht in diesem Jahr bereits in die neunte Runde. Der Preis für „Deutschlands besten Offroader“ ist ein Nissan „X-TRAIL“ im Gesamtwert von rund 35.000 Euro.


50 |KÖRPER & GEIST

© Baiersbronn Touristik


KÖRPER & GEIST | 51

Aussichtspunkt: das Naturschutzzentrum Ruhestein, Ausflugsziel für Naturliebhaber und Pistengaudi für Skifahrer im Winter. Der höchste Punkt der Tour ist

Text und Fotos: Tanja Krauß

die 1.164 Meter hohe Hornisgrinde – der Weg dorthin

DEM GENUSS AUF DER SPUR –

jedoch nicht weniger spektakulär. Der Wildseeblick

MEHR-ETAPPENWEGE HAUTNAH ERLEBEN

und das selbstgebackene Holzofenbrot mit Schinken am Mummelsee entschädigt alle Aufstiegsmühen. Oben angekommen reicht der Blick an klaren Tagen auf die Vogesen und die Schweizer Alpen.

Wer die Schwarzwaldhochstraße vom idyllischen

Manchmal möchten wir die Zeit anhalten, atemlos staunen. Die ersten deutschen Reiseschriftsteller, Johann Gottfried Seume, Johann Wolfgang von Goethe, oder Friedrich Schiller erlebten das aufregende Unbekannte beim Gehen – in der Nähe und Fremde. Gehen hat etwas Zeitloses, und Wandern erlebt derzeit eine Renaissance. Abseits überlaufener Fernwanderwege gibt es auch ruhige Mehretappenwege,die zu einem Naturerlebnis, zu Kultur und Genuss der besonderen Art einladen. Auf dem Seensteig im Schwarzwald, dem Mairaweg im Piemont und dem Kerry Way in Irland, ist der Weg das Ziel.

Bulbachsee rechts hinauf über den Hauptkamm überquert, dem eröffnet der Seensteig eine völlig andere, beinahe bizzare Naturlandschaft. Sturm „Lothar“, ein weiterer Zeitzeuge unbezwingbarer Naturgewalten, zerstörte 1999 im Schwarzwald große

Waldbestände,

Streichhölzer

als

abknickten.

die

Bäume

Statt

wie

aufwändiger

Aufräumarbeiten überließ man die Natur sich selbst. Aus der verwüsteten Sturmwurffläche ist

DER BAIERSBRONNER SEENSTEIG – EIN NEUER STERN AM WANDERHIMMEL

neuer Lebensraum für wilde Bäume, Sträucher

Beinahe himmlisch verweilt es sich auf den „Himmelsliegen“, ergonomisch geformten Holzbänken,

Kunstlehrpfad schlängelt sich entlang entwurzelter

die rund um Baiersbronn wunderschöne Aussichtspunkte zieren und den Blick zum Himmel

Baumriesen über abgestorbene Baumtrümmer, die

schweifen lassen. Am Horizont der Wanderhimmel: 550 Kilometer Wanderstrecke. Ausgangspunkt

sich kreuz und quer türmen. Am Ende des Pfades

und Wanderzentrum ist der kleine malerische Ort Baiersbronn im nördlichen Schwarzwald. Der

belohnt ein wunderschöner Aussichtspunkt den

jüngste Stern, der 84 Kilometer lange Seensteig ist ein geballtes Naturerlebnis auf vier bis fünf

teils akrobatischen Hindernislauf durch den Pfad.

Tagesetappen, das an landschaftlicher Vielfalt, großartigen Szenerien und Charme Seinesgleichen

Der Weg zum nahe gelegenen Etappenziel, dem

sucht. Auf weitgehend naturbelassenen Pfaden und Steigen schlängelt sich der Weg durch

Schliffkopf, bietet gerade so viel Zeit, sich auf das

ausgedehnte Tannenwälder, über sanfte Gipfel, vorbei an geheimnisvoll leuchtenden Karseen und

Erlebte, die Macht der Natur und den Kreis des

Hochmooren. Wandergenuss pur – mit jedem Schritt ein bisschen mehr.

Lebens, zu besinnen.

und

Tiere

entstanden.

Ein

eigens

errichteter

Tief schwarz, fast unheimlich, blickt das „schwarze Auge“ auf, umringt von grünen Wäldern. Bereits wenige Meter hinter der Ortsgrenze steigt der schmale Waldpfad das Sankenbachtal hinauf und erreicht den ersten Zeitzeugen der letzten Eiszeit. Der Sankenbachsee ist einer von sieben der insgesamt 70 Karmulden auf dem Rundwanderweg, die noch nicht verlandet sind. „Früher lebte mindestens ein Waldgeist in jedem Karsee, im Volksmund auch ‚schwarze Augen des Schwarzwalds’ genannt. Der bekannteste ist der Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße“ erklärt Wanderführerin Regina, eine waschechte Baiersbronnerin, beinahe flüsternd angesichts der Ruhe, die den See umhüllt. Das moorige Wasser bietet lediglich ein paar Enten Zuflucht. Es hat seinen Zufluss in den Grinden – baumfreie Hochmoorflächen –, die während der Jahre durch Rodung und Bewaldung entstanden sind. Die Kinder haben längst andere Gedanken. Sie nehmen den fast alpinen Steig hinauf zu den Sankenbachfällen im Eilschritt. Stolz nimmt der erste die letzten steilen Fels- und Wurzelstufen, während die anderen unten gespannt abwarten. Es rummst, und binnen weniger Sekunden verwandelt sich das kleine Rinnsal in einen rassanten Fall, der einige Meter in die Tiefe donnert. Der „Schleusenwärter“ steht vor dem leer gelaufenen Stauwehr und grinst über beide Ohren.

An genussvollen Tälern mangelt es dem Seensteig keinesfalls. Ob im Ellbachtal, Hinterlangenbachtal oder Tonbachtal – jeden Tag beginnt eine neue Entdeckungsreise. Doch steigt der Weg über Serpentinen oder schmale Steige aus den Karkesseln empor, überwindet er an einigen Stellen die Tausendmetermarke. Der Aufstieg lohnt sich mit Garantie, die wunderschöne Aussicht stellt alle Mühen in den Schatten. Der Schliffkopf (1.054 m) mit dem gleichnamigen Hotel ist nicht nur eine der höchsten Erhebungen sondern ein Etappenziel, das man auf keinen Fall auslassen sollte. Die Sonnenauf- und -untergänge über dem Rheintal inszenieren hinter den Scheiben des Panoramarestaurants ein unnachahmliches Naturspektakel. Über die „Hölle“ geht es zum nächsten

INFOS SCHLAFEN & ESSEN /// Entlang des Weges gibt es eine breite Auswahl von günstigen Pensionen bis zu Spitzenhotels. Besondere Unterkünfte, mit dem Siegel „Qualitätsgastgeber Wandern“, bieten speziell auf Wanderer zugeschnittene Serviceleistungen: kurzfristige Buchungen für eine Nacht, Wanderkompetenz und Infomaterial vor Ort, entsprechende Verpflegung, Gepäcktransport oder Ausrüstungsverleih. Ein gut ausgebautes Busnetz verbindet die einzelnen Etappen für all diejenigen, die gerne von einem Basispunkt aus starten. Hoteltipp: Das Hotel „Schliffkopf“ mit abwechslungsreicher Wellnesslandschaft für müde Beine und einzigartiger Aussicht. Sehr gute landestypische Speisen wie Maultaschen oder Wildgerichte servieren die Hotels „Lamm“ (Mitteltal) oder „Auerhahn“ (Hinterlangenbach). INFORMATION /// Baiersbronn Touristik und Nebenstellen, +49/(0)74 42/8 41 40, www.baiersbronn.de. KARTEN /// Eine reißfeste und wetterbeständige Baiersbronner Wanderkarte im Maßstab 1:25.000 ist für vier Euro im Wander-Informationszentrum und in allen Nebenstellen erhältlich.


52 | KÖRPER & GEIST

DER MAIRAWEG – ALTE WEGE NEU ENTDECKEN Die Höhenwege sind so alt, wie die Dörfer durch die sie führen. Die Bergwelt ist wild und das Leben abgeschieden. Das Valle Maira, das sich beinahe unscheinbar über den Haupttälern Varáita und Po in den italienischen Weltalpen erhebt, ist weniger etwas für partyhungrige oder wellnessbedürftige Urlauber, dafür ein wahrhafter Genuss für naturverliebte und kulturbegeisterte Wandertouristen. Das Hochgebirgstal vereint eine Vielfalt an Landschaften und dünn besiedelte Bergdörfer mit einem erstaunlichen Schatz an Kunstwerken und jeder Menge Charme. Das 1993 zum Leben erweckte Wegenetz führt Wanderer auf einem zehn- bis 14-tägigen abwechslungsreichen Rundwanderweg durch die einstige kulturelle Blüte im Tal. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie die Gardetta-Hochebene, überragt von der dolomitenähnlichen Rocca la Meja (2.831 m), den Lago Resile oder die aus dem 15. Jahrhundert stammenden Fresken von Hans Clemer.

THE KERRY WAY – IRLAND IN SEINER GANZEN VIELFALT Satt grüne Täler, sanfte Hügel, raue Berge, schroffe Küsten, sagenhafte Gemäuer und traditionelle Pubs – wer auf der Suche nach der grünen Insel ist, findet auf dem Kerry Way, dem längsten Wanderweg der Insel, was er sucht. Auf seiner abwechslungsreichen Route durch den Südwesten Irlands, demonstriert er die landschaftliche Vielfalt samt einem herausragenden Artenreichtum an Flora und Fauna. Das Abenteuer beginnt und endet in dem Touristenörtchen Killarney. Von dort führt die Strecke durch den Killarney National Park, über felsige Glens, entlang der Küstenlinie der Iveragh Halbinsel. Trotz seiner Berühmtheit ist der Carrauntuohill (1.039 m), die höchste Erhebung Irlands, auf der Route nur Statist. Höhenmeter weichen sanften Hügellandschaften und Gebirgskämmen – für Hartgesottene lohnt sich das Gipfelerlebnis dennoch. Das kulturelle Irland kommt keineswegs zu kurz. Wer im Sommer reist – besonders beliebt: Mai, August und September –, sollte eines der zahlreichen traditionellen Musikfestivals besuchen.

STRECKE /// Die gut erhaltenen, durchgehend markierten „Percorsi Occitani“ verlaufen auf Verkehrswegen alter Tage auf beiden Talseiten die Hänge entlang. Für den Einstieg in den Rundkurs sind Dronero (600 m) am Taleingang oder Marmora (1.200 m) im oberen Mairatal beliebt. Beide Gehrichtungen sind empfehlenswert. Gesamtwanderzeit: ca. 60 Stunden, zehn bis 14 Etappen. Für wanderbegeisterte Familien mit Kindern (ab 10 Jahren). Talquerende Varianten ermöglichen eine Reisezeit von Mai bis Oktober. SCHLAFEN & ESSEN /// Hotels und Campingplätze im Tal. Einfache, meist komfortable Etappenunterkünfte in den höher gelegenen Dörfern. Reservierung am Vorabend von Unterkunft zu Unterkunft. Gepäcktransport gegen Aufpreis. Tipp: Pensione Ceaglio in MarmoraVernetti, ein kleines Hoteldorf. Übernachtet wird in restaurierten Bauernhäusern. Die Piemonteser Küche ist ein Highlight. Ein Mix aus edlen Gerichten und traditioneller Bauernküche zu vernünftigen Preisen. www.ceaglio-vallemaira.it INFORMATION /// ENIT, Italienische Zentrale für Tourismus, Tel. +49/(0)69/23 74 34, www.enit-italia.de. /// Vor Ort: I.A.T. Dronero, +39/01 71/91 70 80, www.vallemaira.cn.it; /// Centro Culturale Borgat in San Martino inferiore, Tel. +39/01 71/99 91 86. LITERATUR & KARTEN /// Ursula Bauer, Jürg Frischknecht: „Antipasti und alte Wege – Valle Maira.“, Rotpunkt Verlag | Iris Kürschner: „Piemont Süd. 50 Touren“, Bergverlag Rother, Karte: Istituto Geografico Centrale, Torino, Nr. 111 (1:25.000) und Nr. 7 (1:50.000).

STRECKE /// Auf leisen Sohlen folgt der 215 bis 250 Kilometer lange Rundkurs dem Ring of Kerry, der berühmten PanoramaKüstenstraße in der Grafschaft Kerry. Während sich auf den engen Straßen die Busse drängen, führt der Kerry Way die meiste Zeit über grasüberwucherte Busstrecken aus dem 17. Jhd., traditionelle „Butterwege“ und enge Pfaden durch Nationalparks und wildes Berg- und Farmland. Empfohlen werden neun Tagesetappen, die jeweils in gemütlichen Städten oder Dörfern enden: Killarney – Black Valley – Glencar – Glenbeigh – Cahersiveen – Waterville – Caherdaniel – Sneem – Kenmare – Killarney. Die Strecke erfordert Ausdauer, ist für Wandererprobte aber kein Problem. SCHLAFEN & ESSEN /// Gemütliche Übernachtungsmöglichkeiten verschiedener Kategorien sowie nette Pubs mit traditioneller Küche und Biersorten an jedem Etappenort. Tipp: Das neue „Sneem“-Hotel eröffnet einen wunderschönen Blick auf Kenmore Bay, den Ring of Kerry und Carrauntuohill (www.sneemhotel.com). Berühmt für seinen Irish Coffee ist das „Red Fox Inn“ außerhalb von Glenbeigh. Organisationen wie www.goireland.com oder www.southwestwalksireland.com buchen Unterkünfte und Gepäcktransport online oder vor Ort. INFORMATION /// Irland-Webseite: www.discoverireland.com (D). Details unter www.walkireland.ie oder www.kerryway.net (E). Vor Ort: Killarney Tourist Office, Tel. +35/(0)64/3 16 33. LITERATUR/KARTENMATERIAL /// Sandra Bardwell: „The Kerry Way“, Juni 2005 (mit aufklappbarer Karte)


VORSCHAU/// SkiPresse Nr 11 | 53

SKIPRESSE SKI-TEST 2008/09 Der komplette Test mit Hintergrundinformationen als exklusive Beilage.

KAUFBERATUNG SKI-BOOTS Ausgewählte Schuhmodelle für drei Einsatzbereiche

TOUR DE FRANCE AUF SKI

Mit SkiPresse unterwegs durch die französischen Alpen

KANADISCHE TRÄUME

Ein Road-Trip durch den Winter Albertas

SPITZENKLASSE LUXUS-LODGES Exklusivurlaub in den Bergen

AUTO-WINTERGUIDE /// EVENTKALENDER 2008/09 /// OPENINGS /// SHOOTING ZU COLOURS & PRINTS /// LAWINENSICHERHEIT Dies und vieles mehr erwartet Sie ab Mitte Oktober in der neuen SkiPresse. Wie immer kostenfrei in gewohnter Qualität bei ihrem Sportfachhändler, in allen INJOYFitness-Studios, ausgesuchten Hotels und Pensionen im deutschsprachigen Raum.

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WERDEN SIE ABONNENT! Mitreißender Sport, hochwertiger Service und angesagter Lifestyle – das ist bei Weitem nicht alles, was Rocket Medien mit SportPresse im Sommer und SkiPresse im Winter seinen Lesern bieten will. Aufgrund der großen Nachfrage können ab sofort auch außerhalb unseres Vertriebsnetzes Privatpersonen unsere Magazine in ganz Europa abonnieren. Dabei erhalten Sie zum Versandkostenpreis (ab 7,99 Euro, je nach Land) die drei Sommer-Ausgaben der SportPresse oder die drei Winter-Ausgaben der SkiPresse. Für einen Versandpreis ab 14,99 Euro können Sie alle sechs Ausgaben bestellen. Das Magazin bleibt kostenlos! So erhalten auch Sportbegeisterte außerhalb unseres Vertriebsnetzwerkes ohne Umstände und Umwege unsere Magazine.

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54 | KAUFBERATUNG /// OUTDOOR-JACKEN

© Berghaus

Text Tanja Krauß & Roland Grill

FÜR JEDEN SPASS ZU HABEN 9 OUTDOORJACKEN IM PRAXIS-CHECK

Voll gepackt mit den neuesten Technologien hängen Outdoorjacken kunterbunt, in Hülle und Fülle, im Sportfachhandel – das Angebot lässt keine Wünsche offen. SportPresse hat 9 Jacken mit nach Draußen genommen und in den Kategorien: Regen, Wind und Wärme die besten Modelle für Sie ausgesucht.

Eigentlich genügen wenige Vorkenntnisse, die den Jackenkauf schnell zum Erfolg und das Outdoorerlebnis zur reinen Freude machen. Wer gerne viel und oft bei wechselhaftem Wetter unterwegs ist, sollte zu einer wind- und wasserdichten Funktionsjacke greifen. Sie sind robust, halten trocken und sorgen für ein angenehmes Körpeklima. In Sachen Tragekomfort sind Softshells unschlagbar. Sie sind flexibel, gewähren maximale Bewegungsfreiheit, sind atmungsaktiv und bieten hervorragenden Windschutz. Im Gegensatz zur Funktionsjacke sind sie jedoch nicht wasserdicht. Wer es gerne schnell kuschelig warm hat, wird in der dritten Kategorie fündig. Der klassische Fleece – kurz oder hochflorig – hat immer noch und das ganze Jahr über Hochsaison. Gewichtsenthusiasten und Alpinspezialisten, ziehen oft leichte Microfaser-Isolationen vor. SportPresse hat jeweils drei Modelle pro Kategorie ausgewählt und beurteilt. Wer Sie in Zukunft nach Draußen begleitet, können Sie dann ganz einfach selbst entscheiden.


KAUFBERATUNG /// OUTDOOR-JACKEN | 55

 Bergans ///

HARDSHELL-JACKEN

LUSTER JACKET Sie haben Lust auf Bergtouren und Fernreisen? Dann ist die „Luster“ der richtige Freizeitpartner. Die wind- und wasserdichte Drei-Lagen-Dermizac-Membran lässt sich weder von Sommerregen noch von heftigen Herbststürmen beeindrucken und hält dazu noch den Klimakomfort aufrecht. Ordentlich Stauraum bieten die dehnbaren Taschen, für Proviant oder Digitalkamera. Abriebfest und gleichzeitig bequem, mit weichem textilem Griff. Lange Pitzips und eine abzippbare Kapuze mit vier Zugbändern für jede nur mögliche Einstellung (mit Helm sehr gut zu tragen!). Feiner Kragenabschluss: Hals und Kinn bleiben dank weichem Fleecebesatz von Scheuerstellen verschont. Einwände: Die Druckknopfleisten an Kinn und Regenabdeckleiste sind nicht ganz unser Geschmack – eher knifflig gestaltet sich die Handhabung gerade bei widrigen Bedingungen. Ohne Helm wird der Kapuzenschirm leicht unstabil, und auch die Unterarmbelüftungen könnten ein paar Zentimeter weiter vorne liegen. AUSRICHTUNG | Multiplayer für nasskalte Segel- und Wandertouren, mit Raum nach oben für härtere Touren, ohne ein Extremspezialist zu sein. PREIS | 399 Euro

HERREN DER STÜRME KEIN WETTER KANN DIESEN JACKEN DIE STIRN BIETEN. SIE HALTEN BEI JEDEM REGENSCHAUER DICHT – UND IHREN BEGLEITER TROCKEN. OB IM TROPFENDEN WANDERWALD, AUF DEM MATSCHIGEN BIKEPFAD ODER MITTEN AUF DEM STURMUMTOSTEN FELSGRAT. WOHIN SIE AUCH GEHEN – BEI UNSEREN DREI HERREN BLITZEN WIND UND WASSER DANK INNOVATIVSTER MEMBRANE UND MARKENEIGENER TECHNOLOGIEN FÜHRENDER HERSTELLER SAUBER AB.

 Maier Sports /// ROCKCREEK JACKE

 Norröna /// FALKETIND GORE-TEX® PRO SHELL JACKET Farbe gefällig? Bitte schön. Für Sie und Ihn. Das Abenteurerherz erobert das Falketind-Topmodell jedoch mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Das innovative Pro Shell definiert einen völlig neuen Einsatzbereich: wind- und wasserdicht, kältebeständig, robust und zugleich atmungsaktiv; leicht und flexibel. Selbst bei warmfeuchten Temperaturen bleibt der Tragekomfort angenehm hoch. Sehr positiv sind die gute Verarbeitung und der angenehme Griff (kein Plastiktütenrascheln oder Knistern). Besonders überzeugt haben uns die in beide Richtungen zu öffnenden Unterarm-Pitzips, Kinnschutz, geräumige Seitentaschen, laminierte Innentasche und eine Kapuze, die Höchstnoten in Sachen Sitz und Schirm verdient – mit und ohne Helm. Einwände: Kordelzüge am Bund funktionieren zwar, verursachen aber ein seltsam aussehendes Zusammenschrumpfen des Jackensaums. Der lange Rückenschnitt ist top, die Jacke könnte insgesamt körperbetonter geschnitten sein, das ist jedoch Geschmackssache. Preislich kein Schnäppchen. AUSRICHTUNG | Alpin und hochfunktionell. Wird auch gerne von Extrembergsteigern getragen, die von extremen Touren noch träumen. PREIS | 449 Euro

Konventionell und ausgereift für den leichten Outdoorurlaub. Vom Mittelgebirge über eine Almwanderung bis zum Segeltörn an der Adria überzeugt die Jacke durch gute Atmungsaktivität und Windschutz. Frischwasser perlt sehr gut ab, genauso wie Schmutz und Staub. Das bewirkt die Zwei-Lagen-Sympatex-Membran mit durchgehend verschweißten Nähten. Extras:abnehmbare oder wahlweise verstaubare Kapuze, regulierbare Ärmelbündchen, Handytasche, sehr geräumige Napoleontasche für Kartenmaterial (innen) sowie eine gut funktionsfähige Regenabdeckleiste an der Front. Der weiche Griff überzeugt Komfortliebhaber. Einwände: Zu kurze Pitzips und daher nur schwache Zusatzbelüftung. Dasselbe gilt für die Kapuze: Ohne ausgereifte Volumenregulierung bleibt das Sichtfeld in jeder Situation eingeschränkt. AUSRICHTUNG | Der Wanderer und Stadtbummler freut sich. Wer höher hinaus will, muss jedoch tiefer in die Tasche greifen. Aktuell nur als Herrenmodell erhältlich. PREIS | 199,95 Euro


56 | KAUFBERATUNG /// OUTDOOR-JACKEN

SOFTSHELL-JACKEN

CHEFSACHE WIND WETTERSCHUTZ UND TRAGEKOMFORT DEFINIEREN DEN EINSATZBEREICH VON SOFTSHELLS. SIE SIND DIE CHEFS DER WINDE UND BEHERRSCHEN ALLE REGELN DER WETTERBEOBACHTUNG: ATMUNGSAKTIV, LEICHT UND ANGENEHM WEICH. SELBST LEICHTER NIESELREGEN TROPFT SPURLOS AN DIESEN JACKEN AB. ERST BEI LANG ANHALTENDEN REGENSCHAUERN MUSS DIE SOFTSHELL DER KLASSISCHEN REGENJACKE WEICHEN.

 SALEWA /// GONIR 2/1 JACKET (HERREN) UND LOGI JACKET (DAMEN) Mann bekommt gleich zwei Jacken in einer. Die abzippbaren Ärmel machen die Softshell zur Weste für anspruchsvolle Touren oder den Herbsttag im Biergarten. Beim Damenmodell wurde auf die Abnehmfunktion verzichtet, für wärmere Tage gibt es regulierbare Belüftungsschlitze. Der Tragekomfort bleibt selbst bei andauernder sportlicher Betätigung hoch. Der lockere Schnitt unterstützt den Wohlfühlfaktor. Die beiden Seitentaschen sind groß und belüftet, in der aufgesetzten Napoleontasche verschwindet jede Brille sicher. Die „Gonir“ besitzt zusätzlich zwei Innenfächer, z.B. für Karten oder Routenführer. Die Notkapuze ist im Kragen verstaut und schnell einsatzbereit – sie bleibt aber, ohne Volumenregulierung und mit eingeschränktem Sichtfeld, eine Notkapuze. Einwände: An den Reißverschlussenden der abzippbaren Ärmel pfeift leicht der Wind hinein. Mit Handschuhen sind die Reißverschlüsse schwer zu bedienen. Die aufgesetzte Napoleontasche für Damen ist Geschmackssache. AUSRICHTUNG | Für Allroundsportler mit Ambitionen auf mehr. Durch die Herren-Doppelfunktion praktisch für Trekking-, Ski- und Gletschertouren geeignet. Für Bikeausflüge spricht der lange Rückenschnitt. PREIS | Gonir 169,95 Euro, Logi 159,95 Euro

 MILLET /// LD TOURING HOODY Was will man mehr als ein leichtes Softshell mit Windabweiser? Der ideale Wetterschutz für unterwegs, auch wenn die Jacke im ersten Moment etwas dünn erscheint. Aber: Regentropfen und Schnee perlen ab, sie ist warm, lässt die Temperatur gut nach außen abziehen und schützt bei eisigen Winden gegen den gefürchteten Windchill-Effekt, der den Körper schneller auskühlen lässt. Mindestens ebensoviel Sorgfalt wurde auf Abrieb und Atmungsaktivität gelegt. Bei Bedarf ist eine Zusatzbelüftung über die Schubtaschen möglich. Eine zweckmäßige Napoleontasche samt wasserabweisendem Reißverschluss fehlt ebensowenig wie ein geschützter Kinnbereich und ein praktischer Jackenbund mit Kordelzug und Daumenschlaufen für Bergsteiger. Die Kapuze ist zweifach verstellbar und sitzt selbst mit Helm unverrückbar – das mag der Hochtourengeher ganz besonders. Wer die Funktionsjacke gerne zu Hause lässt, wird sich die Touring zulegen. Einwände: Die hochwertige Multifunktionsjacke hat ihren Preis. AUSRICHTUNG | Hochfunktioneller Begleiter mit Polartec Powershield für Outdoorsportler, die gerne mehr haben. Frauen begeistern der Schnitt und die Passform. PREIS | 240 Euro

 MAMMUT /// ULTIMATE JACKET Selbst starkem Wind bietet die „Ultimate“ mit Gore-Windstopper-Softshell Paroli und schützt den Körper vor ungewollter Auskühlung. Das wasserfeste Außenmaterial übersteht kurze Schauer und trocknet schnell. Auch bei Wärme und sportlicher Bewegung funktioniert der Klimaaustausch bestens. Bei wechselhaftem Wetter punktet die angeschnittene, beidseitig regulierbare Kapuze, ab Herbst auch im Herrenmodell erhältlich. Sie lässt sich über Kopf oder Helm ziehen und sitzt perfekt. Durch die großen Seitentaschen kann zusätzlich Körperwärme entweichen. Wem das nicht reicht, der öffnet die extra langen, durchgezogenen Seitenreißverschlüsse. Sie lassen sich von beiden Seiten bedienen und gewähren maximale Bewegungsfreiheit für den Rumpf. Tourengeher sowie Kletterer freuen sich darüber: Die Jacke kann so unter und über Rucksack-Hüft- bzw. Klettergurt getragen werden. Die elastischen Bündchen mit Daumenschlaufen verhindern ein Hochrutschen der Ärmel. Einwände: Durch die durchgezogenen Seitenreißverschlüsse fehlt der Kordelzug am Bund. Sitzt die Jacke nicht exakt, findet der Wind doch noch seinen Weg. AUSRICHTUNG | vielseitig einsetzbare Allwetter-Softshell für Trekkingfans, Klettersportler und Radfahrer. Hochtourengeher schützt sie auch in kühleren Regionen oder bei leichtem Schneefall. PREIS | 200 Euro


KAUFBERATUNG /// OUTDOOR-JACKEN | 57

 Berghaus /// IGNITE JACKET (HERREN) UND CHYACHU LIGHT (DAMEN) Gemütlich wie ein Fleece, weich wie eine Daunenjacke. Wer eine „Infinity Light“ besitzt, hat ein isolierendes Superleichtgewicht, das in jedem Rucksack Platz findet. Die Nachfolger „Ignite“ und „Chyachu Light“ mit Primaloft PL1 sind noch leichter – das Damenmodell wiegt gerade 295 Gramm (vorher: 324 Gramm ). Neu an diesem Modell sind die Reißverschlüsse an beiden Einschubtaschen und der überarbeitete körperbetonte Schnitt für Damen. Die Jacken sind innen und außen wasserabweisend behandelt, windabweisend und atmungsaktiv. Die Mikrofaser-Isolation hält warm und trocken, ohne dass man gleich schwitzt und wärmt sogar noch im nassen Zustand.Wenn es wärmer wird, verschwindet die Jacke platzsparend in der eigenen Innentasche, Kordelschlaufe zum Anhängen an Rucksack oder Klettergurt inklusive. Einwände: Der elastische Schnürzug ist einhändig schwer bedienbar. Im Stylewettbewerb sicher nicht die Nummer Eins. AUSRICHTUNG | Für gemütliche Wanderungen genauso geeignet wie für hochalpines Gelände. Für Kletterer und Paraglider eine tolle zusätzliche Isolationsschicht, PREIS | 149,95 Euro

 Tatonka CZAR JACKET UND MARGOU LADY JACKET Hoher Flauschfaktor garantiert. Die beiden Kuscheltiger aus Pontetorto High Loft Fleece sind unschlagbar warm und weich. Nach Berg- und Biketouren die abendliche Stimmung vor der Hütte genießen? Genau das Richtige! Nur zögerlich dringt der Wind ein. Wem die Hände gar zu kalt werden, der findet zwei großzügige Einschubtaschen zum Aufwärmen. Weil die Jacke so schön leicht ist und sich recht klein zusammenknautschen lässt, passt sie in jeden Bergrucksack – auch für längere Touren, wo es schnell mal frisch wird. Zum Beispiel auf den Kilimandscharo in Afrika oder auf einer der beliebten Hüttentouren in den Alpen. Einmal nass geworden, trocknet sie schnell wieder. Für zusätzliche Bewegungsfreiheit wurden seitliche Strecheinsätze integriert. Praktisch ist der Zwei-Wege-Zipper mit Kinnschutz für zusätzliche Entlüftungsoption. Einwände: Die Daumenschlaufen, sie sind einfach zu eng – aber man muss sie ja nicht nutzen. AUSRICHTUNG | Weltreisende, Alpenwanderer, Seeumradler und Sportler, denen es mehr um Komfort als Geschwindigkeit geht, sind mit den Kuschelfleece stilsicher unterwegs. Für Alm-Tourerinnen auch als Weste samt passenden Accessoires erhältlich. PREIS | je 100 Euro

WARME JACKEN

KUSCHELMONSTER REINSCHLUPFEN UND WOHLFÜHLEN – OB FÜR DRÜBER ODER DRUNTER. WENN DAS WETTER KAPRIOLEN SCHLÄGT UND DIE TEMPERATUR SCHNELL FÄLLT, HABEN DIESE JACKEN EINIGE LÖSUNGEN PARAT. SIE HALTEN ANGENEHM WARM, OHNE DASS MAN DABEI INS SCHWITZEN GERÄT. MANCHE WÄRMEN SOGAR NOCH, WENN SIE NASS GEWORDEN SIND.

 The North Face /// SALATHE II JACKET Das Polartec-100-Fleece hält warm und transportiert die Feuchtigkeit vom Körper. Hat man ordentlich geschwitzt, trocknet die Jacke innerhalb kürzester Zeit, und der Körper kühlt nicht aus. Kühlung bringen die atmungsaktiven Polartec-Powerdry-Elastik-Einsätze seitlich vom Rücken bis unter den Arm. Beim Klettern oder Biken fallen die langen Ärmel positiv auf. In der Passform kann die „Salathe II“ ebenfalls punkten, Damen bekommen einen figurbetonten Schnitt. Taschen gibt es mehr als ausreichend: jeweils zwei geräumige Innen- und Außentaschen seitlich, eine frontal aufgesetzte Tasche – alle belüftet. Für das Leichtgewicht mit 294 Gramm fast ein bisschen zu viel Stauraum, ist doch das Gewicht ein entscheidendes Kaufkriterium. Der elastische Abschluss an Säumen und Bündchen ist komfortabel und sitzt gerade eng genug, um die Körperwärme einzuschließen. Einwände: Der durchgängige Frontreißverschluss schließt in Kinnhöhe ab und reibt. Die Napoleontasche stört beim Damenmodell eher. AUSRICHTUNG | Für Multisportathleten und Reiseaktive auf Wochenendausflug oder unterwegs in fernen Ländern. Für Bike-, Wander- oder Klettertouren geeignet. PREIS | 100 Euro


58 | FITNESS & ERNÄHRUNG

© Lafuma

LEICHTER & AKTIVER MIT METABOLIC BALANCE ®


FITNESS & ERNÄHRUNG | 59

BESSER UND BILLIGER ESSEN Wer mit Metabolic Balance beginnt, wird seinen Kochplan umstellen müssen. „Das fällt nicht so schwer, wie es aussieht“, macht Holger Westenbaum deutlich. Doch der Mensch ist ein

Beinahe zufällig entwickelte der Freisinger Internist Dr. Wolf Funfack vor sieben Jahren ein neues medizinisches Ernährungskonzept auf der Basis von Blutwerten. Mit Metabolic Balance kann man prima abnehmen und die sportliche Aktivität immens verbessern. Die deutsche Eiskunstläuferin Annette Dytrt trainiert seit einigen Jahren mithilfe diese neuen Ernährunskonzepts, eine deutsche Nationalmannschaft ließ sich vergangenen Monat die Ernährungspläne zusenden – welche, verraten wir erst im Oktober. Im Gespräch mit SportPresse erklärt Fitnesscoach und Ernährungsexperte Holger Westenbaum, wie Profis und Normalsportler von dem Konzept profitieren.

Gewohnheitstier: Wird es Ausnahmen geben können? Wird das Leben zur Askese? Natürlich erlaubt man sich immer wieder einmal eine „Schummelportion“. Gewichtszunahme ereignet sich nicht innerhalb eines Tages, sondern ist ein langfristiger Prozess. „Wird das Einkaufen der Lebensmittel teurer, weil man ganz gezielt einkaufen muss?“, möchten wir wissen. „Im Gegenteil, es wird billiger, weil man durch die Mengenrationierung weniger, aber in besserer Qualität einkauft.“ Wer die Vorteile einmal erlebt hat und sich „nach der Ernährungsumstellung wie neu geboren fühlt, der wird immer wieder freiwillig zurückkehren, auch wenn er ab und zu mal

WIE FÄNGT ALLES AN?

über die Strenge schlägt“, ist er sich sicher. Als ehemaliger

Exakt 36 Werte und persönliche Angaben geben Auskunft über den gesundheitlichen

Leistungssportler hat er es selbst einmal erlebt. Vor fünf

Zustand eines Menschen. Diese labortechnischen Werte sind der erste Schritt und die

Jahren zog der damals selbst Übergewichtige einen Strich,

Basis zur Erstellung eines individuellen Ernährungsprogramms. In dem Plan sind genau

sagte sich „so, nun ist aber Schluss“ und ließ mit Metabolic

die Nahrungsmittel enthalten, die der Körper benötigt, um seinen Närhstoffbedarf zu

Balance die eigenen Pfunde purzeln.

decken. So kann es sein, „dass es bei einem Menschen 15 Obstsorten sind, die er essen darf, beim anderen nur drei“, betont Holger Westenbaum. Am Anfang, in der strengen Phase, wenn Gerichte wie 151 Gramm Lammsteak und 168 Gramm Gemüse zubereitet

verändert werden. Idee des Programms ist, dass „ein untergewichtiger Mensch mit hoher

FÜR ATHLETEN UND FREIZEITSPORTLER

Wahrscheinlichkeit zunimmt, ein Übergewichtiger abnimmt, und gewisse Krankheitsbilder

Durch die eiweißbetonte Ernährung wird der Abbau

werden sollen, wird es nicht ohne Küchenwaage klappen. Später dürfen die Mengen

auf das Programm so positiv reagieren, dass sie möglicherweise ganz verschwinden“, erklärt Holger Westenbaum. Um den gewünschten Effekt – langfristig ein Gewicht zu halten, mit dem sich der Körper wohlfühlt – zu

von Muskelmasse verhindert, deshalb kann sich jeder Sportler nach dem Programm ernähren. Mit langkettigen Kohlenhydraten wird

erreichen, müssen einige Regeln in den ersten zwei Wochen strikt befolgt

die Volumenvergrößerung

werden: den Tag mit einem eiweißreichen Nahrungsmittel beginnen, drei

der Energiereserven

Mahlzeiten im Abstand von fünf Stunden essen, wenn möglich keinen

erreicht – der Vorteil

Alkohol oder nur wenig. Denn nicht nur bei Metabolic Balance gilt: Wer

ist eine permanente

am Abend mehr als ein Glas Bier oder Wein trinkt, pusht seinen

Energieleistung

Insulinwert so weit nach oben, dass der Abbau von Fett während

ohne Spitzen. Bei

der Schlafphase verhindert wird.

Spitzensportlern oder bei langen Rad- und Bergtouren kommt in Trainings- und Wettkampfphasen noch eine Zusatznahrung hinzu, um den hohen

DER VIER-PHASEN-ZEITPLAN Um den Stoffwechsel des Körpers komplett umzustellen, sind laut Metabolic Balance mindestens 14 Tage notwendig. In Phase eins wird der Körper ähnlich wie beim Heilfasten entschlackt und in ein, zwei Tagen schonend vorbereitet. In Phase zwei folgt

Energiebedarf schnell decken zu können. Ausdauerathleten betonen: „Wenn ich in der Grundlage drei bis fünf Stunden trainiere, komme ich ohne Zusatznahrung zurecht.“

die strenge, 14-tägige Umstellungsphase, die entscheidend für den weiteren Verlauf ist. Strenge Disziplin ist notwendig, damit der Stoffwechsel die Umstellung vornimmt. In dieser Zeit kommt es nicht nur zur ersten Gewichtsreduktion (bei Männer zwischen vier und acht Kilo), sondern auch zu einer Vitalisierung der Energie. „Bereits nach einigen Tagen habe ich mich gefühlt, als könnte ich Bäume ausreißen“, beschreibt

PASTA-PARTIES ADE „Während der ersten beiden Phasen sind die klassischen Einfachzucker-lastigen Nahrungsmittel wie Nudeln,

Westenbaum seine persönliche Erfahrung. Der Schlaf wird ruhiger und qualitativ besser,

Kartoffeln oder Reis verboten. Im weiteren Verlauf werden

man fühlt sich ausgeglichener. „Die Ausschüttung von Serotonin versetzt einen in einen

sie je nach Aktivitätenniveau sukzessive eingesetzt“, sagt

richtigen Hype. Stimmung und Lebensfreude steigen.“ Die gelockerte Phase drei erlaubt

Herr Westenbaum. Nach Metabolic Balance kann man

weitere Nahrungsmittel und großzügigere Mengen. „Das Programm endet mit der

diese Speisen nicht jeden Tag essen, denn Nudeln oder

Erhaltungsphase vier und der Lockerung der strengen Regeln“. Danach sollte der neue

Kartoffeln sind kurzkettige Kohlenhydrate. Bei extremen

Mahlzeitenrhythmus beibehalten werden. Neue und bekannte Lebensmittel dürfen den

Ausdauersituationen entscheidet der spezifische Fall darüber.

Speiseplan wieder ergänzen.

Wer einen Urlaub oder eine Sportreise plant, sollte seine Ernährungsgewohnheiten rechtzeitig mit dem Hotelier vor Ort abklären. Leicht zu organisieren ist diese besondere Ernährung auf Reisen nur, wenn man gut vorausplant.


60 | FITNESS & ERNÄHRUNG

GLYKÄMISCHER INDEX (GI) Lebensmittel haben unterschiedliche Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel – maßgebend dafür ist vor allem die Art der Kohlenhydrate. Ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder stärkearme Gemüsesorten) werden aufgrund ihrer langkettigen Struktur langsamer abgebaut als etwa Traubenzucker, dessen GI 100 beträgt und der sofort in Energie umgewandelt wird. Der Nachteil der rasch verfügbaren Energie sind erhöhte Blutzucker- und Insulinwerte. Die schnelle Energie verpufft schneller wieder, weil das erhöhte Insulin den Zuckerüberschuss in die Zellen des Körpers schleust, wo ein großer Teil in Fettspeicher umgewandelt wird.

GLYKÄMISCHE LAST (GL) Sie beurteilt Lebensmittel bezüglich der Menge der tatsächlich verzehrten Kohlenhydrate. Interessant sind die Vergleichswerte des GL der Lebensmittel pro 100 Gramm. Beispiele: Brezeln 55/Roggenbrot 20; Ananas 6/Bananen 16; Schnellkochreis 60/Pellkartoffeln 8; Bitterschokolode mit 70 Prozent Kakao 8/Vollmilch-Schokolade 65; Gemüse allgemein, Erbsen, Kürbis und Möhren 4/Vollkornnudeln 30. Den niedrigsten Wert Glykämischer Last erreicht die Sojabohne mit GL 1, gegenüber Traubenzucker mit der höchsten GL 100. Wer viele schlechte Kohlenhydrate (solche mit hohen Werten von mindestens 30 und mehr) zu sich nimmt, forciert in seiner Bauchspeicheldrüse eine Insulinresistenz, infolgedessen der Blutzuckerwert kaum mehr abgebaut werden kann. In der Regel wird dann mehr Fett angelagert, es sei denn, man hat eine ungewöhnlich robuste Bauspeicheldrüse.

© Südwest Verlag/Niclas Olonetzky

INFO Die Programmdauer ist abhängig von der Ausgangssituation. „Manche sind nach vier Wochen fertig und machen in Eigenverantwortung weiter. Andere Menschen brauchen ein Jahr oder länger.“ Das komplette Programm mit Blutwertanalyse und Betreuung gibt es ab 360 Euro. Auf www.mein-metabolic-balance.de können sich Kunden Rezepte für ihren persönlichen Ernährungsplan herunterladen. Infos: Tel. +49/(0)89/8 90 67 33-0.

www.metabolic-balance.de | www.fitness.metabolic-balance.de BUCHTIPP /// Dr. Wolf Funack & Holger Westenbaum: „Metabolic Balance®. Das Aktivprogramm“, Südwest Verlag 2007, ISBN 978-3517082776; 16,95 Euro. www.suedwest-verlag.de Das Buch zeigt Fitnessübungen für Zuhause und beinhaltet Rezepte mit hilfreichen Zubereitungstipps. Für jeden leicht verständlich werden der Aufbau von Ernährungsketten, die Grundlage zur Energiegewinnung und vieles mehr zu Metabolic Balance und drumherum erklärt. Geeignet für alle, die sich und ihren Körper in Zukunft besser behandeln wollen.

© Südwest Verlag/Klaus Arras

LEBENSMITTEL & GLYKÄMISCHE LASTEN


XXXXXX | 61


62 | REPORT /// SKI-WM 2011 Text und Foto: Sebastian Schulke

GROSSE LASTEN UND GOLDENE ZEITEN – FÜR FELIX NEUREUTHER Bagger und Lastwagen wühlen auf der Kandahar-Strecke durch Erde und Gestein, lassen die Motoren aufheulen. Ganz Garmisch-Partenkirchen packt das WM-Fieber – die Vorbereitungen für die alpine Ski-WM 2011 laufen auf Hochtouren. Das zeigt sich besonders an den Bauarbeiten an der Kandahar-Strecke.

„Das wird sehr schnell“, so Neureuther mit Blick auf Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Kombination sowie den Team-Wettbewerb. Sein größtes Interesse gilt allerdings dem Gudiberg. „Das ist mein Hausberg“, sagt er. Dort wird für die Slalomrennen fleißig aus- und

In einer Gondel der Kreuzeckbahn steht Felix Neureuther (24) und staunt. „Es ist schon

umgebaut: Drainagen werden verlegt, das Gelände

toll, was gerade in Garmisch passiert“, sagt das deutsche Slalom-Ass, das als große

geglättet und der Startbereich verbreitert – bis zu vier

Medaillenhoffnung ins Rennen geht. „Ich habe schon seit langem ein Kribbeln im Bauch“,

Millionen Euro werden so in den Gudiberg gesteckt.

gesteht er. Als er oben aus der Gondel steigt und ins Tal blickt, funkeln seine Augen: „Ich

Hohe Erwartungen werden in Felix gesteckt. Aber als

bin hier geboren, aufgewachsen und liebe diese Stadt und seine Berge. Eine Medaille wäre

Sohn von Christian Neureuther und der goldigen Rosi ist

für mich das Größte.“ Da rücken selbst die Olympischen Spiele in Vancouver 2010 in den

er das gewohnt. „Das ist eine große Last, wenn immer so

Hintergrund. Kurven, Sprünge und Steilhänge – eine österreichische Firma setzt Bagger und

viele Augen auf einen gerichtet sind. Aber das ist nichts

Schaufeln in Bewegung, damit die Kandahar-Strecke den Anforderungen des Internationalen

Neues für mich“, meint Felix, „ich habe gelernt, damit

Skiverbandes (FIS) gerecht wird. Denn für die Damen- und Herren-Konkurrenz müssen

umzugehen. Ich gehe meinen Weg.“ Er hat vor allem

weitgehend separate Kurse zur Verfügung stehen. Wettkämpfe, Training, Besichtigung und

seit seinem Weltcup-Debüt 2003 im Riesenslalom von

Präparation können so unabhängig voneinander geplant und gestartet werden. So wird

Kranjska Gora langsam aber sicher gelernt, dass Talent

der „Tröglhang“, der die Hauptverbindung vom Kreuzeck- zum Hausberg-Gebiet darstellt,

allein nicht reicht, um in der Weltspitze mitzufahren. Nach

untertunnelt, um den Damen und Herren einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Die

den beiden Ausfällen im Slalom und Riesenslalom bei den

Tunnel-Premiere läuft bei den Weltcup-Rennen im Januar 2009.

Olympischen Spielen 2006 in Turin war ihm klar: „Wenn

Es geht weiter: Im mittleren Abschnitt zwischen „Schussanger“ und „Bödele“ trennen

ich jetzt nicht gescheit trainiere, ende ich im Mittelmaß.“

sich die Strecken der Damen- und Herrenabfahrt. Maria Riesch und Co. werden vorbei

Er trainierte und trainierte, sechs Stunden am Tag – Kraft,

am „Himmelreich“ auf der altbekannten Kandahar-Abfahrt um Bestzeiten kämpfen, Felix

Ausdauer und Koordination. Mit Erfolg: Im Februar 2007

Neureuther und Co. rasen knapp 100 Meter unterhalb in Richtung Tal. Die größten Umbauten

tanzte nur Mario Matt (Österreich) am Gudiberg schneller

finden im unteren Bereich statt, zwischen „Eishang“ und Ziel. Dort entsteht ein komplett neuer

durch den Stangenwald als er. Und das war nicht sein

Abschnitt für die Herren: Die Rennpiste wird nach dem Seilbahnsprung in eine Schneise unter

einziger Podestplatz. Zu einem Sieg reichte es noch nicht,

der Kreuzeckbahn führen. Über die so genannte „Mauer“ springen die Rennläufer kurz vor

aber der dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

dem Ziel in den steilsten Teil (90 Prozent Gefälle) der Herrenabfahrt.

„Momentan dreht sich bei mir alles ums Skifahren“, sagt Felix und betont: „Meine Zeit als Skiläufer ist begrenzt. Ich will und muss jetzt alles geben.“ Dann ist nicht nur 2011 in Garmisch Edelmetall greifbar nahe.


FOTOGRAFIE | 63

KURZPORTRÄT

„MEIN NAME IST HABE“ DER FOTOGRAF MICHAEL HABE – SEIN LEBEN, DIE FOTOGRAFIE UND WIE ES DAZU KAM …

zeigt das Titelbild dieser Ausgabe der SportPresse. Darauf ist eine schroffe Felswand im Zillertal zu sehen, an der Hubert Ebner klebt. An einer Boulder-Route mit dem Schwierigkeitsgrad 7a+. Ein Kampf zwischen Naturgewalt und menschlichem Geschick, den Michael Habe unglaublich klar und dynamisch festgehalten hat. Mit einem Klick! Dabei arbeitet er sowohl analog (Minolta) als auch digital (Sony). „Allerdings finde ich auch Wegwerfkameras interessant – mit denen kann man einiges machen“, meint er.

Ein Bleistift und ein Snowboard – das sind die wichtigsten Zutaten für einen Fotografen. Für einen ganz bestimmten Fotografen. Michael Habe ist sein Name. Geboren 1978 in Bruck an der Mur in der Steiermark. Eine kleine Stadt, umringt von Bergen, an deren Flanken Michael mit seinem Snowboard schwingt und springt. Und so entdeckt er seine große Leidenschaft – die Fotografie. „Ich habe mir früher regelmäßig Snowboardmagazine gekauft und die Bilder darin bestaunt“, erzählt Michael, „und plötzlich wusste ich, dass ich genau solche Bilder machen will.“ Mit der Kamera seines Vaters, eine alte Minolta, versuchte er zunächst sein Glück. „Da war ich so 15 Jahre alt. Die Kamera benutze ich immer noch.“ Genauso wie seinen alten Skizzenblock. „Ich konnte schon als Kind ganz gut mit dem Bleistift umgehen. Und so schreibe und male ich in meinen Skizzenblock all die Dinge, die mir über den Weg laufen und sich in meinem Kopf festsetzen“, sagt er. Menschen, Skizzen, Telefonnummern, Gedanken über neue Projekte und Ideen – einfach alles. Wie gut er seine Skizzen und Ideen schließlich in Fotografien umsetzen kann,

Im Jahr 2000 schloss er die HTBL (Höhere Technische Bundeslehranstalt) für Maschinenbau erfolgreich ab. Es folgte ein Jahr Zivildienst, die Ausbildung zum Snowboardlehrer und schließlich 2003 der Besuch der Akademie für angewandte Fotografie in Graz. „Das war genial“, sagt Michael, der seitdem seine Bilder und Projekte nicht nur in Magazinen sondern auch bei Ausstellungen präsentiert. „Ich sehe mich eher als Künstler. Fotografie ist für mich Stilmittel. Wenn sich jemand meine Bilder ansieht, und in ihm ein Gefühl entsteht – egal (seb) welches, dann hat meine Arbeit was gebracht.“

www.habemich.com


64 | TREND & WASSER

 Lizard | Damit Mann und Frau auf nassem Untergrund nicht ins Rutschen kom-

MIT ALLEN WASSERN GEWASCHEN! WASSER BESTEHT AUS ZWEI GASEN: WASSERSTOFF UND SAUERSTOFF. LÄSST MAN DIESE GASE MITEINANDER REAGIEREN, KOMMT ES ZU EINER EXPLOSION. AUS DEN GASEN WIRD WASSER. WASSER IST DAS BEDEUTENDSTE ELEMENT DER MENSCHHEITSGESCHICHTE, EIN SYMBOL DER LEBENSKRAFT, DER REINIGUNG UND ERNEUERUNG. VIELE GRÜNDE FÜR SPORTPRESSE, MAL BIS ZUM HALS IM WASSER ZU STEHEN ...

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TREND & WASSER | 65

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66 | LETZTE SEITE

Text und Foto: Sebastian Schulke

8 FRAGEN AN HERMANN MAGERER Hohes Gras, bunte Blumen, summende Bienen – und dazwischen wachsen kleine Obstbäume in den blauen Himmel. Der Garten von Hermann Magerer versprüht den Charme einer unberührten Bergwiese. Nur, dass hier am Rande von München keine Berge zu erspähen sind. Aber das macht Hermann Magerer nichts aus. Er streift durch die Wiese, lacht. 22 Jahre lang moderierte und leitete er die Sendung „Bergauf-Bergab“ im Bayerischen Fernsehen, reiste quer durch die Bergwelt und avancierte zur Kultfigur. Daran hat sich auch mit 73 Jahren nicht viel geändert. Nur, das er jetzt öfter in die Luft geht ...

stand dabei aber nie vor der Kamera. Das war

zum Rummelplatz geworden. Heute nimmt sich

auch gut so. Doch mein damaliger Chef, Rudolf

kaum noch einer Zeit, die Berge richtig zu fühlen.

Mühlfenzl, meinte, ich hätte einen RucksackKopf, mir würden die Zuschauer alles glauben.

Könnten Sie ohne Berge leben? Nein. Aber ich hätte auch nicht gedacht,

Lag darin auch Ihr Erfolgsrezept?

dass ich ohne Bergsteigen auskomme. Da

Ich bin nie als Oberlehrer aufgetreten. Ich

hat mir das Gleitschirmfliegen sehr geholfen.

wollte für die Zuschauer einfach nur neutraler

Das Reisen macht uns auch viel Spaß. Heute

Berichterstatter sein. Das kam, glaube ich, ganz

gibt es ja so viel Literatur, da muss man nicht

gut an. Aber viel wichtiger war unser unglaublich

groß planen, sondern fährt einfach los. Zuletzt

eingespieltes Team. Im ersten Jahr hatten wir

waren wir in der Türkei und in China, das war

noch versucht, unsere Kameraleute durch

sehr interessant. Sonst gehen wir auch gerne

SportPresse: Herr Magerer, wie geht es Ihnen?

Kletterkurse an die Bergwelt zu gewöhnen.

in München zum Mittagskonzert des Richard-

HERMANN MAGERER: Danke, sehr gut.

Aber das brachte nichts und war auch viel zu

Strauß-Konservatoriums im Gasteig. Die

Meine Knochen machen beim Bergsteigen

gefährlich. So habe ich aus drei Bergsteigern

Abendkonzerte schaffen wir nicht.

allerdings nicht mehr so gut mit. Und so habe

drei Kameraleute geformt. Wir haben in all

ich zusammen mit meiner Frau Helga das

den Jahren nichts getürkt oder getrickst. Jede

Die Abendkonzerte schaffen Sie nicht?

Gleitschirmfliegen entdeckt. Da müssen wir nur

Tour, die wir vorgestellt haben, haben wir auch

Das ist uns einfach zu spät. Wir stehen jeden

noch den Berg hinauf laufen, hinunter geht es

wirklich selbst gemeistert. Sepp Wörmann hat

Morgen um 5.30 Uhr auf. Da liegen wir abends

dann im Flug. Das ist himmlisch!

mich mit seiner Kamera 18 Jahre lang begleitet,

spätestens um 21 Uhr wieder im Bett. Meine

er ist wie ein Sohn für mich. Genauso auch

Frau Helga und ich haben da immer noch den

Hannes Hochenleitner oder der Raki. Erst heute

alten Rhythmus der Berge in uns drin.

Himmlisch war für viele Millionen Zuschauer auch Ihre Sendung „Bergauf-Bergab“, die Sie bis 1998 moderiert haben. Hätten Sie jemals gedacht, dass Sie so ein Aufsehen mit einer Bergsteiger-Sendung erregen?

Was haben Ihre Kinder Markus, Michael und Nicola dazu gesagt?

Niemals. 1973 hatte ich bereits ein Konzept

Das war schon komisch. Wir waren viel

für eine Bergsteiger-Sendung geschrieben

unterwegs, reisten durch die Welt, da kannte

und meinem Chefredakteur vorgelegt.

ich den Sepp und den Hannes besser als meine

Das Bergsteigen boomte damals. Es gab

eigenen Kinder. Es ist ohnehin ein Wunder,

Bergbücher, Reinhold Messner stand mit seinen

dass meine Frau damals nicht mit den Kindern

Himalaya-Expeditionen in den Schlagzeilen,

abgehauen ist. Doch sie hat mich immer

und sogar im Radio gab es eine Sendung übers

fantastisch unterstützt und tut dies immer noch.

Bergsteigen. Nur im Fernsehen rührte sich

Im Mai haben wir Goldene Hochzeit gefeiert.

habe ich wieder mit Sepp telefoniert.

nichts. 1975 war es dann endlich so weit.

Live-Sendung nur 4.000 Mark zur Verfügung

Sind die Goldenen Zeiten der Berge vorbei – mit Blick auf Klimaveränderung und Übervölkerung?

gestellt. Das war auch für damalige

Das Bergsteigen hat sich total verändert durch

Verhältnisse gar nichts.

die Kommerzialisierung. Das Gute daran

Mir wurden allerdings für eine 60-minütige

ist, dass die Bergsteiger zu einer weltweiten

20 Jahre lang standen Sie da schon für den Bayerischen Rundfunk hinter der Kamera. Jetzt sollten Sie plötzlich vor die Kamera treten?

Gemeinschaft gewachsen sind. Ebenso hat sich

Ja, das passte mir überhaupt nicht. Ich war bei

die gleichen geblieben – der Drang nach Freiheit

den Olympischen Spielen in Innsbruck, Grenoble

und die Lust auf Abenteuer –, aber die Berge

und München, bei Fußball-Weltmeisterschaften,

sind im Laufe der Jahre und im Wandel der Zeit

das Material – Seile, Sicherungen, Kleidung – enorm verbessert. Die Sehnsüchte sind zwar



SportPresse Nr. 4