VINSCHGER GESELLSCHAFT
Veränderung der Alpen dokumentieren MARTELL - Unser Hochgebirge verändert sich laufend: Gletscher schmelzen, Bäche bahnen sich neue Wege, Pflanzen besiedeln vom Gletscher freigegebene Flächen und Rutschungen verlagern Steine und Geröll. „Die Veränderung unserer Alpen gemeinsam erleben und dokumentieren“: So lautete der Titel eines Vortrages, der unlängst im Nationalparkhaus „culturamartell“ stattgefunden hat. Dabei wurde nicht nur auf die Landschaftsentwicklung des Vinschgaus geblickt, sondern auch das Forschungsprojekt SEHAG und die App MyALPICS vorgestellt. Im Projekt SEHAG (Sensitivität Hoch Alpiner Geosysteme gegenüber dem Klimawandel ab 1850) erforscht eine interdisziplinäre Forschungsgruppe die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Landschaften. Während der Klimawandel selbst und einige seiner Folgen – wie das Abschmelzen der Alpengletscher – unbestritten sind, sind zahlreiche weitere Folgen noch unerforscht: Wie wirkt sich das Abschmelzen
Das Organisationsteam des Infoabends (v.l.): Erich Tasser (Eurac Bozen), Sebastian Mikolka-Flöry (TU Wien), Piero Bruschi (Präsident „Servizio glaciologico“ des CAI), Katharina Ramskogler (Eurac Bozen), Georg Altstätter (Bürgermeister), Heidi Gamper (Vizebürgermeisterin) und Florian Felderer (Leiter „culturamartell“).
der Gletscher beispielsweise auf den Transport in den Flüssen aus? Werden sich die Größe und/ oder die Häufigkeit von Lawinen, Muren oder Steinschlägen verändern? Wie verändert sich die Pflanzenwelt im Vorfeld der Gletscher und in den verschiedenen alpinen Höhenlagen? Diese Fragen werden im Projekt SEHAG mittels modernster Technologien
(Laserscanning, Bodensonden, Messstationen) untersucht, unter Einbeziehung historischer Quellen (Luftbilder und terrestrische Aufnahmen). Während in SEHAG großflächige Veränderungen über Jahrzehnte hinweg mit diesen Ansätzen gut dokumentiert werden können, hat sich gezeigt, dass es kaum Beobachtungen von lokalen oder plötzlich auftretenden
Ereignissen, welche oft auch nur kurz sichtbar sind, gibt. Somit fehlt ein wichtiger Baustein, um die aktuellen Veränderungen, vor allem im Zusammenhang mit dem Klimawandel, besser verstehen zu können. Diese Lücke soll durch die App MyALPICS geschlossen werden. Damit können sämtliche Beobachtungen mittels Fotos dokumentiert und mit den Projektverantwortlichen geteilt werden. Zudem wurden hunderte historische Fotos aufgearbeitet, diese können mit den aktuellen Bildern verglichen werden. myALPICS ist eine Erweiterung von SEHAG und wurde gemeinsam von der Technischen Universität Wien und der EURAC Research in Bozen entwickelt. Zum Start des Projekts konzentrieren sich die Verantwortlichen vorerst auf das Martell- und das Kaunertal. Diese Auswahl kann nach Bedarf und Interesse im Laufe des Projektes erweitert werden. Weitere Informationen zum Projekt, Download und Installation der App im Internet (www.myalpics.com). RED/AM
30 Jahre Seniorenklub Tschars TSCHARS - Vor 30 Jahren, genau
gesagt am 27. Juni 1994, erfolgte die Gründung des KVW-Seniorenklubs von Tschars unter dem einstigen KVW-Obmann Ludwig Aster. Der erste Ausschuss setzte sich aus Zenzl Kaserer (Vorsitzende/Obfrau), Luise Kaserer (Obfrau-Stellvertreterin/Kassierin) und Johanna Maier (Schriftführerin) zusammen. Weitere Ausschussmitglieder waren Barbara (Betti) Kaserer, Maria Santer Pirhofer, Lidia Götsch Pixner und Maria Messner Laimer. Beim ersten Treffen am 20. Juli 1994 im Pfarrsaal referierte die Vorsitzende der KVW-Dienststelle für Altenarbeit, Lisl Lantschner, über „Sinn und Zweck eines Seniorenklubs“ und munterte zur Arbeit auf. Pfarrer Karl Fritz freute sich ebenfalls über das damalige Motto „Das Licht über das Finstere siegen lassen“. Gemeindereferentin Monika Kofler begrüßte die Gründung und wünschte von Herzen „viel Erfolg“. Dass dieser 28 DER VINSCHGER 13/24
Wunsch in Erfüllung ging, zeigte sich bei der 30-Jahrfeier, zu der sich die Senioren und Seniorinnen von Tschars am 5. Juni 2024 eingefunden haben. In den vergangenen 30 Jahren wurden viele lehrreiche Vorträge, erlebnisreiche Ausflüge und Feiern zu Geburtstagen, Advent und Weihnachten sowie vierzehntägige Nachmittagstreffs zum Plaudern, Karten- und Gesellschaftsspielspielen, Seniorentanz und vieles mehr angeboten. Dabei wurde stets für das leibliche Wohl gesorgt. 13 Jahre lang hatten Zenzl
und Luise an der Spitze des Vereins die Leitung inne. Danach übernahm Marianne Tappeiner für zwei Jahre die Leitung des Seniorenklubs, bis Wilfried Telfser 2010 den Vorsitz übernahm. Seit dieser Zeit führt Telfser nun die Seniorengruppe mit viel Einsatz. Dafür danken wir ihm ganz herzlichst und wünschen weiterhin gutes Gelingen in seinem Tun für unseren Seniorenklub. Ein großer aufrichtiger Dank gilt auch den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser letzten 30 Jahre für ihren freiwilligen Einsatz. Zu
danken ist außerdem Manfred Markt, der seit vielen Jahren mit seiner Frau gemeinsam, ganz still und unauffällig mit viel Fleiß und Einsatz die Einladungsplakate gestaltet. Ein weiterer Dank geht an alle, die uns durch ihre finanziellen Beiträge jährlich unterstützen: die Gemeinde, die Raiffeisenkasse, die Landesstelle der KVW-Abteilung für Senioren in Bozen und die Pfarrei für die Benützung der Räumlichkeiten im Widum für unsere Zusammenkünfte. Im Rahmen der 30-Jahrfeier bedankte man sich beim derzeitigen Ausschuss für die viele Arbeit und Mühe, die zum guten Gelingen der Seniorentreffen beitragen. Ein aufrichtiges Vergelt‘s Gott gilt den aktiven Seniorinnen und Senioren für die rege Teilnahme und die großzügigen „freiwilligen Spenden“ bei den Veranstaltungen. ERNESTINE BRUNNER, KVW SENIORENKLUB TSCHARS