VINSCHGER GESELLSCHAFT
Faschingsfeier in Vetzan
VETZAN - Am Unsinnigen Donnerstag war es endlich soweit: Unsere Schule verwandelte sich in eine kunterbunte Faschingswelt! Mit tollen Kostümen, ausgelassener Stimmung und viel Musik feierten die Schülerinnnen und
Schüler gemeinsam ein fröhliches Faschingsfest. In der Turnhalle wurden lustige Spiele durchgeführt. Anschließend zogen wir gemeinsam mit den Kindergartenkindern durch das Dorf. Ob Piraten, Prinzessinnen, Superhelden
oder wilde Tiere, alle präsentierten stolz ihre fantasievollen Kostüme. Dabei wurde gesungen und getanzt und es wurden Gedichte vorgetragen. Zahlreiche Zuschauer säumten die Wege. Auf dem Dorfplatz erhielten alle noch einen
leckeren Faschingskrapfen. Es war ein unvergesslicher Tag voller Spaß und guter Laune! Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgefeiert, organisiert und zugeschaut haben.
reisen momentan nur etwa 7% der Touristen im Zug an. Politiker*innen in Europa rufen Das heißt: 93% kommen mit nun nach Trumps Poltern nach dem Auto, mit Bussen oder mit mehr Aufrüstung, Selbstvertei- dem Flugzeug. Allerdings leidigung. In welchem Jahrhundert det Südtirol seit Jahren unter sind denn diese Leute stecken dem starken Autoverkehr. Vor geblieben? Haben sie denn nicht allem der Individual-PKW verbemerkt, dass sich allerhand ursacht Staus, die von der ein- für sie vielleicht allzu rasch heimischen Bevölkerung immer - verändert hat? Oder stecken stärker als Einschränkung der mächtige Einflüsterer dahinter? Lebensqualität gefühlt werden. Wenn Herrscher mit schlechten Der Ausweg muss also darin Absichten die Stromverteilnet- liegen, das Auto vermeiden zu ze oder die Navigationssysteme können. Es muss für unsere lahm legen, liegt ganz Europa Gäste möglich sein, mit dem flach. Das sind die neuen Waffen Zug bequem anzureisen. 2017 und nicht Panzer und Kampf- hat der Landtag eine direkte flugzeuge. Und wer von Atom- Railjet-Verbindung von Bozen waffen träumt, hat gar nichts nach Wien unterstützt und verstanden. Neue Probleme schon 2019 gab es diese perfekte brauchen neue Lösungswege. und bequeme Verbindung. Und In einer Autowerkstätte ist auch genauso könnte es mit relativ genicht mehr der Schraubenzie- ringem Aufwand möglich sein, her das wichtigste Werkzeug. tägliche, direkte Verbindungen Allerdings müssen wir Europä- von München nach Meran und er*innen schon aufwachen und von Verona nach Innichen herwachsam bleiben, sonst fallen zustellen. München und Verona wir wieder in die falschen Fäuste. sind „Hubs“, wo ein Umstieg aus anderen Richtungen leicht mögHELMUT ZISCHG, MALS, 06.03.2025 lich ist. Wenn man bedenkt, dass es schon vor 40 Jahren direkte „Kurswagen“ aus Deutschland Anreise unserer Gäste im nach Meran gegeben hat, ist dieser heutige Zustand wahrlich ein Zug, ist das möglich? beschämender Rückschritt. Von Laut verfügbaren Zahlen aus Innsbruck nach Meran benötigt Tourismus und Landesämtern man mit den Bummelzügen und
dem obligatorischen langen Halt an der Grenze fast 3 Stunden. Was auch fehlt, sind Nachtzugverbindungen aus dem Norden nach Bozen. Schaut man die europäische Nachtzug-Karte an, besteht zwischen Innsbruck und Verona eine Lücke. Die ÖBB-Nightjets fahren viele Strecken: München-Verona oder Hamburg-Bozen fehlen aber. Mit Direktzügen von München nach Meran kann der Gast mit nur 2 Zügen aus allen deutschen Ballungsgebieten nach Meran fahren. Und Meran bzw. das Burggrafenamt haben 2023 über 7 Millionen Übernachtungen generiert. Mit ca. 70% Gästen aus Deutschland. Wenn nur ein Viertel unserer Gäste mit dem Zug käme, würde niemand mehr von Verkehrschaos reden. Diese 25% Zugreisenden sind ein hohes, aber machbares Ziel. Es sollte sich von der Tourismuswirtschaft und von der Landespolitik zu eigen gemacht werden. Die Autonomie Südtirols muss endlich genutzt werden, um die Gleisanlagen in Südtirol selbst zu verwalten. Das ist eine politische Frage. Aber was haben wir denn nicht schon alles „heimgeholt“. Der nächste Schritt ist die Zweigleisigkeit der Strecke Meran-Bozen. Sie wird jetzt schon von Pendlern und
Touristen genutzt, vielleicht sogar einmal auch von Güterzügen. Natürlich brauchen wir dann auch Pendlerparkplätze oder günstige Zubringerdienste von den Dörfern zu den oft abgelegenen Bahnhöfen. Die Tourismuswirtschaft kann Abholdienste zu den Hotels organisieren. Die Bahnhöfe hier in Südtirol gleichen oft eher einem aufgelassenen Industriegelände, als einem modernen Knotenpunkt der Mobilität. Österreich hat uns gezeigt, was eine „Bahnhofsinitiative“ bewirken kann. Es wurden Rolltreppen oder Lifte gebaut, es gibt „kiss-and-ride“Parkplätze, Fahrradunterstände und Taxidienste. Hier kann sich die Politik Ruhm verdienen. Zusammengefasst lautet die Devise: Keine Maßnahmen mehr setzen, die den Autoverkehr begünstigen, sondern nur mehr in Systeme investieren, die eine autofreie Mobilität ermöglichen und fördern! Der Zug kann eine verlockende Alternative bieten. Er muss nur gut gemacht sein. Und dafür braucht es den Willen von der Bevölkerung und den politischen Willen von den Abgeordneten im Landtag und im Parlament.
JULIANE RAINER (GS VETZAN)
LESERBRIEFE
Aufrüsten - Abrüsten
16 DER VINSCHGER 05/25
UMWELTSCHUTZGRUPPE VINSCHGAU, 25.02.2025