Geflügelschlachthof

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Fragwürdiges „Manöver“ für Sitz im Ausschuss SCHLANDERS - Für einiges Unver-

ständnis in der Bevölkerung und für Kritik seitens der SVP und der Süd-Tiroler Freiheit sorgt ein ungewöhnliches „Manöver“ der Liste „Zukunft Schlanders Silandro Futuro“. Der interethnischen Bürgerliste ist es gelungen, mit drei Ratsmitgliedern in den Gemeinderat einzuziehen. Das beste Ergebnis erzielte Dunja Tassiello mit 262 Stimmen, gefolgt von Ossi Kofler (141) und Simone Koppmann (70). Zumal aber nur Tassiello der italienischen Sprachgruppe angehört und eine Vertretung dieser Gruppe im Ausschuss nur dann verpflichtend zu garantieren ist, wenn mindestens zwei Ratsmitglieder der italienischen Sprachgruppe angehören, hat man sich innerhalb der Gruppe auf ein „Manöver“ geeinigt, das vielen nicht gefällt. Vorgesehen ist demnach, dass Ossi Kofler zurücktritt. Weil dann aber als Nächstgewählte Michaela Theiner (37 Stimmen) nachrücken würde, die ebenfalls der deutschen Sprachgruppe angehört, tritt auch Theiner

Dunja Tassiello setzt offensichtlich alles daran, um wieder im Gemeindeausschuss vertreten zu sein.

zurück, um Filippo Manzella (28 Stimmen) den Vortritt zu lassen. Damit wäre die Präsenz zweier Ratsmitglieder der italienischen Sprachgruppe garantiert und Dunja Tassiello könnte erneut in den Ausschuss bestellt werden. Dass dies das Ziel des Ganzen ist, hat der politische Koordinator der Liste, Ernesto Rubini, unmissverständlich geäußert: „Für

uns ist neben der Vertretung im Gemeinderat auch eine politische Vertretung im Gemeindeausschuss sehr wichtig.“ Es seien daher die „politischen-administrativen Bedingungen“ geschaffen worden, um sicherzustellen, „dass unsere Listenführerin Dunja Tassiello wieder in den Gemeindeausschuss zurückkehren kann.“ Darauf hätten sich die Kandidaten kürzlich bei einem politischen Treffen geeinigt. Auf die Frage des der Vinschger, wie er den Rücktritt vor seinen 141 Wählerinnen und Wählern rechtfertige, meinte Ossi Kofler, dass die Gruppe um Dunja Tassiello und Ernesto Rubini zum Schluss gekommen sei, „dass das eine gute und wichtige Möglichkeit ist, dass Dunja ihre hervorragende Arbeit im Ausschuss weitermachen kann.“ Die vielen Listenstimmen würden „in unseren Augen einen zweiten italienischsprachigen Vertreter und eine damit einhergehende Stärkung der Liste rechtfertigen.“ Mit Simone Koppmann sei außerdem immer noch eine starke deutschsprachige Frau im Trio.

Ossi Kofler bedankt sich für die Vorzugsstimmen, die er erhalten hat, für die Listenstimmen und für die Bereitschaft von Michaela Theiner, bei dem Ganzen mitzumachen. Er sei überzeugt, „dass unsere Wähler und Wählerinnen das auch verstehen und gutheißen werden.“ In Kreisen der SVP wird indessen unverhohlen von einem rein taktischen Manöver gesprochen, um Tassiello wieder in den Ausschuss zu bekommen. Auch von einer eklatanten Missachtung des Wählerwillens ist die Rede. Peter Raffeiner, Ratsmitglied der Süd-Tiroler Freiheit, spricht von Postenschacher und „einer äußerst fragwürdigen Methode, um sich doch noch einen Platz im Gemeindeausschuss zu ergattern.“ Die Vorgehensweise der Bürgerliste sei „höchst undemokratisch und fragwürdig.“ Raffeiner: „Mit diesem politischen Theater wird die Demokratie mit beiden Füßen getreten. Hier wird der Wählerwille nicht beachtet, vor allem jener der deutschsprachigen Wähler der Bürgerliste.“ SEPP

PR-INFO

Hofer Tiefbau eröffnet neuen Firmensitz PRAD - Zahlreich waren sie gekommen: Mitarbeiter, Freunde, Bekannte sowie Gäste aus Politik und Gesellschaft. Sie alle ließen sich die offizielle Eröffnungsfeier des neuen Hauptsitzes der Hofer Tiefbau GmbH in Prad nicht entgehen. Chef Michael Hofer blickte zurück. Auf diesem Areal habe sich früher eine Halle und Werkstätte seines mittlerweile verstorbenen Großvaters befunden. Nach reibungslosen Verhandlungen innerhalb der Familie sei der Grund 2018 an die Hofer Tiefbau GmbH übergegangen. „Ich bin sehr glücklich, dass mein Opa noch miterleben durfte, dass seine Halle in Familienbesitz bleibt“, so Michael Hofer, der 2007 in den Betrieb eingestiegen war und bereits 2010 in jungen Jahren das Unternehmen übernommen hatte. Heute blickt der mittlerweile 31-Jährige auf einen gesunden Betrieb mit rund

Freuten sich über eine gelungene Eröffnung (v.l.): Landtagspräsident Sepp Noggler, Bürgermeister Rafael Alber, Landesrat Philipp Achammer, Michael Hofer und LVH-Präsident Martin Haller.

50 Mitarbeitern. Und einen neuen Sitz als Aushängeschild. „Das Ziel war es, einen Firmensitz zu bauen, der uns logistisch unterstützt, der unsere Firma präsentiert und wo sich sowohl Mitarbeiter, als auch Kunden gleichermaßen wohl fühlen“, erklärte Hofer. Dass dies gelungen ist, davon konnten sich die Besucher gleich ein Bild machen.

Diakon Norbert Punter bei der Segnung.

Lob gab es auch von Landesrat Philipp Achammer: „Was er in jungen Jahren aus dem Betrieb gemacht hat, ist bemerkenswert. Es braucht Jungunternehmer wie euch. Diese Eröffnung in Corona-Zeiten ist ein starkes Signal und zeigt: Die Wirtschaft ist da!“. Seinen ersten Auftritt als neuer Prader Bürgermeister erlebte Rafael Alber. „Michael

Konnten zahlreiche Gäste begrüßen: Manuela Kofler und Michael Hofer.

und Manuela haben großes geleistet. Der Betrieb ist wichtig für unsere Gemeinde und den gesamten Vinschgau. Es freut mich, heute hier zu sein“, erklärte Alber. Diakon Norbert Punter segnete den neuen Firmensitz. Im Anschluss wurde unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen gefeiert. AM DER VINSCHGER 34/20

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