Damit die Soy-Alm erhalten bleibt

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VINSCHGER THEMA

Frau Julia bewirtschaftet und Hirt, Senn und Koch in einem ist, bestätigte dem der Vinschger, dass ein Quad eine große Erleichterung für die Arbeit auf der Alm wäre: „Wenn es zum Beispiel einen Tierarzt braucht oder wenn andere dringende Dinge zu erledigen sind, kann ein Fahrzeug sehr hilfreich sein.“ Die Seilbahn bleibt als „Lebensader“ natürlich bestehen. Sie wird zum Transport von Material genutzt und auch zum Tranpsort der Milchkühe, für die der steile Anstieg auf die Alm nur schwer zu bewältigen wäre. Derzeit wird auf der Soy-Alm die Milch von 15 Kühen zu Käse und Butter verarbeitet. Außerdem genießen 4 Kälber, 8 Schweine, über 70 Ziegen, rund 40 Schafe und ein gutes Dutzend Hennen den Sommer auf der Alm. Erstmals zu Gast sind auf der Soy-Alm heuer übrigens 40 Haflinger- und 5 Noriker-Junghengste aus ganz Südtirol. Hinzu kommen mehrere Stuten, Ponys und Esel. Sozusagen in Ausbildung befinden sich zwei 8 Monate alte Herdenschutzhunde, die in einer eingezäunten Fläche auf Ziegen aufpassen. Es handelt sich um Maremmen-Abruzzen-Schäfer-

Derzeit im Gang sind die Arbeiten zur Erneuerung der Druckrohrleitung, über die Wasser aus dem Soy-Bach zum Zuftritt-Stausee geleitet wird.

hunde. Josef Kaufmann beabsichtigt, die Schutzhunde ab der nächsten Almsaison als Schutz vor Wölfen einzusetzen. Bisher sei die Soy-Alm vom Wolf verschont geblieben. Als de facto unmöglich bezeichnet er das Einzäunen der Weideflächen. Zu bedenken gibt er auch, dass Herdenschutzhunde zwar

Bei der Projektvorstellung in Goldrain (v.l.): Fraktions-Vizepräsident Hermann Proserpio, Fraktionspräsident Manfred Ladurner, Projektankt Hermann Tumler und Gemeindereferent Robert Zagler

imstande sind, die Herden vor Einzelwölfen zu schützen, „aber wenn ein ganzes Wolfsrudel angreift, sind auch die Schutzhunde machtlos.“ Wie auf vielen andern Almen gibt es auch auf der Soy-Alm Weideflächen, die zunehmend verwachsen und verwuchern. Der Hauptgrund dafür ist die nicht ausreichende Beweidung. Wie der Fraktionspräsident in Goldrain ankündigte, sind Weideverbesserungsmaßnahmen geplant. Als erster Schritt sollen im Frühjahr 2021 auf einer ausgesuchten Fläche die Alpenrosen mit Buckelmähern gemäht werden, damit wieder vermehrt Weidegras wachsen kann. Was sich die Fraktionsverwaltung noch wünscht, ist eine etwas stärkere Identifizierung der Dorfbevölkerung mit der Alm. So könnte etwa das jährliche Almfest ruhig von etwas mehr Goldrainerinnen und Goldrainern besucht werden. Es ist anzunehmen, dass sich diese Situation Hand in Hand mit dem neuen Wander- und Viehtriebweg ändern wird und dass künftig mehr Menschen auf die Alm wandern werden, um sich dort gut bewirten zu lassen. SEPP

Dornenkrone für das Friedenskreuz MARTELL - Es war im Jahr 2016, als auf Initiative des Alpenvereins Martell die sogenannten „Drei Kanonen“ am Eiskofel in Martell, die nur mehr herumlagen und abzurutschen drohten, aufgerichtet wurden. Gleichzeitig wurden die Schutzmauern saniert. Zudem wurden eine Informationstafel angebracht, ein Friedenskreuz aufgestellt und eine Broschüre herausgegeben. Viel Text- und Fotomaterial hatte Manfred Haringer, Mitglied

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DER VINSCHGER 28/20

des AVS Martell, für die Herausgabe des zweisprachigen Büchleins „Der Krieg über den Gletschern – Das Kriegsgeschehen im Martelltal 1915-1918“ geliefert. Wie Erwin Altstätter (AVS Martell) im Vorwort geschrieben hat, sollen die „Drei Kanonen“ - gleich wie alle Relikte der Kriege - als Mahnmal für die vielen einfachen Leute aller Nationen dienen, die im Krieg ihr Leben lassen mussten. Am Am Friedenskreuz am Eiskofel wurde 30. Juli 2017 fand am Eiskofel eine Dornenkrone angebracht.

eine schlichte, aber beeindruckende Friedensfeier statt, an der über 100 Bergfreunde aus dem Vinschgau und der Gemeinde Valfurva teilnahmen. Am vergangenen 6. August wurde am Friedenskreuz eine Dornenkrone angebracht, die an das Leid und an die Schmerzen der damals dort stationierten Standschützen und regulären Soldaten erinnern soll sowie an die Kostbarkeit des RED Friedens.