VINSCHGER GESELLSCHAFT
Frühschoppen für guten Zweck
Freiwillige der AIDO-Gruppe Vinschgau mit Markus Tumler (im Hintergrund) SCHLANDERS - Markus Tumler, der zusammen mit seiner Familie das „Café am Platzl“ in Schlanders führt, hat zweimal Geburtstag. Einmal am 4. Jänner und seit 2016 auch am 19. Juli, „denn am 19. Juli 2016 bekam ich eine neue
Leber. Ohne diese Organspende wäre ich nicht mehr hier.“ Um die Gruppe Vinschgau von AIDO (Vereinigung Freiwilliger für die Organ- und Gewebespende) zu unterstützen, lud Markus Tumler am 18. August zu einem be-
Der Frühschoppen war gut besucht.
Marco Diana
sonderen Frühschoppen im und vor dem „Café am Platzl“ ein. Der Erlös der von ihm spendierten Weißwürste war für die Vereinigung AIDO bestimmt. Für Musik sorgte Marco Diana. Zur gut besuchten Veranstaltung
gehörte auch eine Bilderausstellung von Herbert Tappeiner aus Schlanders. Zum Gelingen des Frühschoppens beigetragen haben auch Freiwillige der AIDO-Gruppe Vinschgau. SEPP
LESERBRIEFE
Gülle auf Bergwiesen stinkt zum Himmel und zerstört die Artenvielfalt Die Umweltschutzgruppe Vinschgau macht in einer Presseaussendung auf einen eklatanten Fall von fehlgeleiteter Landwirtschaftspolitik aufmerksam. In der Gemeinde Graun wurde kürzlich auf artenreichen Bergwiesen Gülle ausgebracht, was wissenschaftlich nachgewiesen zur Zerstörung der Blumen- und Kräuterpracht führt. Bergwiesen sind hochsensible Lebensräume, entstanden durch jahrhundertelange sorgsame bäuerliche Bewirtschaftung. Gedüngt wurden die Bergwiesen in der Vergangenheit niemals, das Heu wurde aus schonend geernteten Kräutern und Gräsern gewonnen. Die Südtiroler Landwirtschaftspolitik fördert seit Jahrzehnten die intensive Milchwirtschaft mit öffentlichen Geldern. Das Ergebnis sind viel zu viele Rinder für die vorhandenen Wiesen und Weiden, ungefähr die Hälfte der notwendigen Futtermittel (Heu und Kraftfutter) müssen daher aus dem Ausland und aus Übersee importiert werden. Überschüssige Gülle und Mist sind aber im Land zu entsorgen. Die Düngung der Talwiesen ist verständlich, aber für
das Grundwasser problematisch. Die Ausbringung der Gülle auf Bergwiesen ist eine Verzweiflungshandlung, weil die Bauern nicht mehr wissen, wohin damit. Der Mehrertrag an Heu kann vernachlässigt werden, die Zerstörung der Bergblumen ist fatal. Es verschwinden damit auch unzählige Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten, die auf diese Bergkräuter angewiesen sind. Die Südtiroler Landwirtschaftspolitik ist in einer Sackgasse gelandet, da sie maßgeblich für den massiven Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich ist. Wir stehen für ein sofortiges und radikales Umdenken. Südtirol braucht jetzt die Ökowende! DIE GRÜNE FRAKTION IM LANDTAG (HANSPETER STAFFLER, BRIGITTE FOPPA, RICCARDO DELLO SBARBA), BOZEN, 22.08.2019
Plakate für mehr Verkehrssicherheit Wiederum machten zahlreiche Anrainer der verkehrsgeplagten Hauptstraße in Prad am Stilfserjoch mit einer gemeinsamen Plakataktion auf die große Verkehrsbelastung aufmerksam. Mit 25 Plakaten wurde eine ganze
Woche lang entlang der Stilfser-Joch-Straße in Prad auf die fehlende Verkehrssicherheit hingewiesen. Gerade jetzt in der Haupturlaubszeit ist die Belastung für die Anwohner und Feriengäste entlang der Straße am größten. Immer wieder rasen rücksichtslose Verkehrsteilnehmer mit Geschwindigkeiten durchs Dorf, die auch das Doppelte des aktuellen Limits von 50 km/h überschreiten. Dementsprechend hoch sind auch die starke Lärmbelastung und das Unfallrisiko. Sehr gravierend ist die Situation auf den geraden Abschnitten wie im Ortsteil „Schmelz“. Deshalb fordern die besorgten Anrainer immer wieder regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen. Nachdem die Bezirksgemeinschaft Vinschgau noch über kein Lärmmessgerät verfügt, fordern die Anrainer diese auf, ein solches Gerät an-
zukaufen und dieses einzusetzen. Auch wenn derzeit lt. Aussagen des Verkehrslandesrates Daniel Alfreider noch keine zeitlich begrenzten Straßensperren und Mauteinhebungen möglich sind, so sind die verantwortlichen Politiker auf Gemeinde- und Landesebene aufgerufen, die aktuellen Möglichkeiten wie Kontrollen und baulichen Maßnahmen gänzlich auszuschöpfen. Es ist zu hinterfragen, ob die angekündigte „Aufwertung der Stilfser-Joch-Straße“ in Wirklichkeit eine „Abwertung“ für die Lebensqualität der Bewohner und Feriengäste bedeutet, so wie es bereits im Unesco-Weltnatur-Erbe Dolomiten der Fall ist. Die Anrainer der Stilfser-Joch-Straße in der Gemeinde Prad werden weitere Sensibilisierungs-Kampagnen durchführen und erwarten sich ein Mitsprache-Recht bei der Ausarbeitung des dringend geforderten Mobilitätskonzeptes für das Stilfser-Joch-Gebiet. GERDA BERGER UND RUDI MAURER (FÜR DIE ANRAINER DER STILFSER-JOCHSTRASSE), PRAD AM STILFSERJOCH, 19.08.2019
DER VINSCHGER 28/19
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