Nach Brand neu aufgebaut

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Der Umweltkatastrophe entgegenwirken Tiny FOP MOB zieht Bilanz. SCHLANDERS - Von Juli bis Ok-

tober 2021 war das Tiny FOP MOB, das kleine rollende Forschungs- und Praxis-Mobil aus Holz und Hanf, unterwegs durch den Vinschgau. In den vergangenen Monaten wurden dazu noch intensiv Ergebnisse von Befragungen ausgewertet. Am 17. Juni fand in der Drusus-Kaserne in Schlanders, in den Räumen von BASIS Vinschgau, die offizielle Abschlussveranstaltung dazu statt. Das Projekt von Eurac Research wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Als Partner fungierten die Freie Universität Bozen und die Handwerksbetriebe Habicher Holzbau GmbH und Schönthaler Bausteinwerk GmbH.

Abschlussveranstaltung in der BASIS.

Wirtschaft. Die Initiatorinnen des Personen besuchten das rollende Projekts, Ingrid Kofler, Soziologin Reallabor. Dabei konnten sich und Projektleiterin, sowie Daria Besucherinnen und Besucher auf Habicher, Sozioökonomin und freiwilliger Basis mittels FrageboCo-Projektleiterin, stellten den gen an einer Befragung beteiligen. Abschlussbericht vor. Das Mobil Rund 150 Fragebögen zum Thema hatte in den Gemeinden Latsch, Nachhaltigkeit und UmweltbeSchlanders, Prad, Mals und Graun wusstsein wurden ausgefüllt. Die Zum Nachdenken anregen Halt gemacht. Vorweg: „Es sollte Aussage, dass wir einer Umweltkaetwas gebaut werden, das per se tastrophe zusteuern, wenn wir so Das Tiny FOP MOB soll nachhaltig ist“, erinnerte Daria weitermachen wie bisher, erzielte Bauprojekt, Bildungs- und For- Habicher. So entstand das Tiny dabei die höchste Zustimmung: schungsinitiative in einem sein. Es FOP MOB auf kleinstem Raum. 58,6 Prozent der Befragten stimsolle Menschen zum Nachdenken Beim Bau ging man auf keine men voll und ganz zu, fast 30 Proüber Nachhaltigkeit anregen und Kompromisse ein, Plastik und Co. zent weitgehend. Beinahe ähnlich Raum für innovative Ideen bieten. wurden freilich ganz vermieden, hohe Werte erreichte die Aussage, Das Projekt hat in der BASIS in Holz und Hanf waren die einzigen dass die Grenzen des Wachstums Schlanders begonnen und fand Rohstoffe. Es sei kein CO2-Abfall unserer Industriegesellschaft damit auch dort seinen Abschluss. entstanden. schon überschritten wurden oder „Es ist für mich als Schlanderser sehr bald erreicht werden. Viele Bürgermeister und als Präsident Befragte stimmen zu: Unterwegs Menschen sind beunruhigt, was der Bezirksgemeinschaft ein Tag in Richtung Umweltkatastrophe die Zukunft betrifft. Der Aussage „es beunruhigt mich, wenn ich der Freude. Es ist ein großes Forschungsprojekt mit wichtigen AkIn jeder Gemeinde standen drei daran denke, unter welchen Umteuren“, betonte Dieter Pinggera Events im rollenden Forschungs- weltverhältnissen unsere Kinder bei der Abschlussveranstaltung. und Praxis-Mobil an. Workshops, und Enkelkinder wahrscheinlich Die BASIS sei genau der richtige Vorträge etc. wurden abgehalten. leben müssen“, stimmten über 44 Ort hierfür und biete Raum für In- Interessierte konnten sich auch Prozent voll und ganz zu und 42,5 novation. „Nachhaltigkeit ist der- einfach so ein Bild vom Mobil Prozent weitgehend. Eine hohe zeit eines der wichtigsten Schlag- machen. Insgesamt rund 1200 Uneinigkeit herrschte hingegen worte. Ich wünsche mir genauso wie die Verantwortlichen, dass dieses Projekt zu weiteren Diskussionen anstoßen kann“, erklärte Pinggera. Nicht umsonst trug die Abschlussveranstaltung den Titel „Eine Reise geht (nicht?) zu Ende“. Denn fest steht: Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung sind erste Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Das Mobil tourte durch den Vinschgau. 44

DER VINSCHGER 12/22

bei der Aussage „wir vertrauen zu sehr der Wissenschaft und der Technik und zu wenig unseren Gefühlen“: Den höchsten Wert erreichte dabei dann auch die Antwortmöglichkeit teils/teils mit über 30,1 Prozent. 46,4 Prozent stimmten ganz oder weitgehend zu, 23,5 Prozent eher nicht bzw. überhaupt nicht. Für mehr Nachhaltigkeit im Bauen Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem auch Maßnahmen „für mehr Nachhaltigkeit im Bereich Bauen und Wohnen“ erarbeitet, und zwar: Die Anpassung politisch-juristischer Rahmenbedingungen; Förderung von Forschung und Entwicklung; Förderung von gemeinschaftlichen Wohn- oder Arbeitsprojekten; Innovative Projekte im Bereich Flächennutzung, Ortskernentwicklung & Grünraumgestaltung; Ausgleichszahlungen für die Begleichung von Kaufoder Mietspesen; Herstellung der Kostenwahrheit; Information zu nachhaltigem Bauen & Wohnen; Stärkung der Kooperationen – etwa zwischen Planer, Bauherren aber auch der Kundschaft – sowie Schulungen für Handwerksunternehmen & Planungsbüros und freilich Leuchtturmprojekte wie Tiny FOP MOB. MICHAEL ANDRES


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