VINSCHGER GESELLSCHAFT
Wieder Bauernmarkt SCHLANDERS - Am 3. März hat in der Fußgängerzone in Schlanders die heurige Bauernmarktsaison begonnen. Bis Weihnachten werden an rund 10 Marktständen jeden Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr hochwertige Produkte angeboten. Mit Brot, Fleisch- und Wurstwaren, Honig und Marmeladen warten die Produzenten ebenso auf wie mit Käse, Joghurt und weiteren Erzeugnissen. Auch saisonales Gemüse und Obst sowie auch Spargel werden zu gegebener Zeit zu haben sein. Die Bauernmarktbesucher und Produzenten freuen sich gleichermaßen über die Eröffnung der Saison. Zurzeit gibt es zwar mehrere Baustellen in der Fuzo, „aber das wird sich mit der Zeit ändern“, gab sich Romana Kuen von Schlanders Marketing zuversichtlich, die für die Koordination des Bauernmarktes SEPP zuständig ist.
Daniel und Cilli Folie von der Hofbäckerei „Folie Othmar & Cilli“ in Prad mit Ramona Kuen (Schlanders Marketing).
Edmund und Achim Patscheider von der Hofkäserei Rieglhof kommen jeden Donnerstag von Langtaufers zum Bauernmarkt nach Schlanders.
Stefanie Wallnöfer und ihr Vater Florian Wallnöfer vom „Hof am Schloss“ in Lichtenberg, wo u.a. Fleisch- und Wurstwaren erzeugt werden.
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DER VINSCHGER 05/22
Stilfs freut sich Projektvorschlag zur Aufwertung des Haufendorfs landet auf Platz eins. Bis zu 20 Millionen Euro sollen fließen.
Bei der Vorstellung des Projektvorschlages am 21. Februar konnten Roland Angerer, Armin Angerer und Franz Heinisch (v.l.) vorerst nur hoffen, dass das Projekt als Siegerprojekt hervorgehen würde. Nun ist es Gewissheit. STILFS/BOZEN - 8 Projekte hatten Gemeinden aus ganz Südtirol eingereicht, um in den Genuss einer Finanzierung aus dem gesamtstaatlichen Fonds für Aufbau und Resilienz (PNRR) zu kommen. Die Projekte wurden von einer eigenen Kommission bewertet. Die Landesregierung machte sich am 8. März den Vorschlag der Kommission zu eigen, wonach das von der Gemeinde Stilfs vorgelegte Projekt den Vorgaben und Absichten der Ausschreibung am besten entspricht. Das Land hat dieses Pilotprojekt bereits termingerecht dem Kulturministerium übermittelt. Bei positiver Bewertung seitens der staatlichen Gremien und Einhaltung der Vorgaben bei der Umsetzung kann das Stilfser Projekt mit bis zu 20 Millionen Euro an PNRR-Fördermitteln bedacht werden. Das Projekt der Gemeinde Stilfs für die Aufwertung und Wiederbelebung des Dorfes Stilfs war von der Kommission mit 580 Punkten versehen und somit an die erste Stelle gesetzt worden. „Die Kommission unter dem Vorsitz von Abteilungsdirektor Volker Klotz hat dem ausgewählten Projekt bescheinigt, dass die kulturellen Aspekte gut durchdacht sind, und die auf mehrere Bereiche aufgeteilten Investitionen geeignet erscheinen, die abwanderungsgefährdete Ortschaft Stilfs auf-
Bis zu 20 Millionen Euro aus dem staatlichen Fonds für Aufbau und Resilienz sollen in Maßnahmen zur Aufwertung und Wiederbelebung des Dorfes Stilfs investiert werden.
zuwerten“, sagt Landesrat Philipp Achammer, der den Beschluss gemeinsam mit seinem italienischen Amtskollegen Giuliano Vettorato und dem ladinischen Kulturlandesrat Daniel Alfreider vorgelegt hatte. Stilfs erfülle das Kriterium der Abwanderung. Das Haufendorf zähle nur noch 421 Einwohner. Im Projektvorschlag überzeuge die Verbindung zwischen Tradition und Innovation ebenso wie die Einbeziehung vieler Partner aus unterschiedlichen Bereichen, sagte der Landesrat. Auch der Südtiroler Gemeindenverband habe seine Zustimmung erteilt. Vorgesehen sind u.a. Coworking-Räume, die Umwandlung des Dorfladens in ein Dienstleistungszentrum, ein Streumuseum, Investitionen in die Landwirtschaft, Künstlerresidenzen und das Kulturfestival „Stelvio Festival“. Hinzu kommt ein Streuhotel, das Entwicklungspotenzial für einen sanften Tourismus schafft. Wie berichtet (der Vinschger Nr. 4/2022), umfasst das Projekt eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Abwanderungsgefahr und zur Steigerung der Wohnattraktivität und der wirtschaftlichen Tätigkeiten. Die Nachricht, dass die Kommission das Projekt der Gemeinde Stilfs für die Förderung auserkoren hat und die Landesregierung diesem
Vorschlag folgte, wurde in Stilfs mit großer Freude zur Kenntnis genommen. „Es ist uns gelungen, in relativer kurzer Zeit ein gutes und überzeugendes Konzept auf den Weg zu bringen“, sagte Bürgermeister Franz Heinisch. Ohne die Mitarbeit von Vizebürgermeister Armin Angerer, des Ratsmitgliedes Roland Angerer sowie von Armin Bernhard, der die Koordination des Projektvorschlages „Stilfs – Die Resilienz erzählen“ übernommen hatte, wäre das Unterfangen nicht geglückt. Auf dem 2. Platz war mit 550 Punkten der Vorschlag der Gemeinde Salurn gelandet, auf dem 3. jener der Gemeinde Klausen (520), gefolgt von Sterzing (500), Graun (460) und Franzensfeste (155 Punkte). Nicht zugelassen werden konnten die Projektanträge der Gemeinden Truden, Altrei und Aldein sowie der Gemeinde Kastelruth, da beide nicht den Vorgaben entsprachen. Aus dem staatlichen Fonds für Aufbau und Resilienz (PNRR) sollen insgesamt 21 Projekte (je eines für jede Region und autonome Provinz) zur Aufwertung von abwanderungsgefährdeten Ortschaften oder Ortsteilen (borghi) finanziert werden. Für jedes dieser Projekte will der Staat über das Kulturministerium bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen. LPA/SEPP