VINSCHGER GESELLSCHAFT
Sie wollen ja nur leben! SCHLANDERS - Wie schön wäre es,
als sterbenskranker Mensch einfach aus dem Krankenhaus auszubüxen und sich noch einmal in das Abenteuer „Leben“ stürzen zu können! Den beiden todkranken Jugendlichen Marvin und Felix im jüngsten Stück des Jugendtheaters Vinschgau „7 Things – Sieben Dinge“ ist es gelungen, noch mal kurz Freude am Leben zu spüren und ein Stück Freiheit zu genießen. Sieben Dinge, auf einer Liste aufgeschrieben, möchten sie in ihrem Leben noch tun, sieben Träume verwirklichen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise begegnen sie den zwei pfiffigen Brüder Alex und David, die als Waisenkinder mehr Freiheiten haben als ihnen recht ist. Ihnen allen gemeinsam ist die Suche nach Erfüllung und Abenteuer … und auf einen Sternenhimmel. Das 90-minutige Jugendstück „7 Things – Sieben
einen Ort, in dem Lebendigkeit, Lebensfreude und Abenteuerlust spürbar wurden. Matthias Gabl als Marvin und Marian Horrer als Felix überzeugten durch ihr gutes Zusammenspiel, ihre Spontaneität und ihren hintersinnigen Humor. Die zwei jungen Spieler Noah Frischmann als David und Jakob Al Hasan als Alex spielten frisch, unkonventionell und völlig authentisch. Seiner seriösen Rolle gerecht wurde Martin Stocker als Kommissar Peters, während Sonia Thöni als Marvins Mutter die typische Karrieremama hervorDie Schauspieler auf der „Bühne“ (von links): Martin Stocker, Sonia Thöni, Noah ragend und amüsant parodierte. Frischmann, Marian Horrer, Matthias Gabl und Jakob Al Hasan Das Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus für die AufDinge“ des Vinschger Autors und schon die Bühne, eine leicht chao- führung. Ein Kompliment dem Regisseurs Daniel Trafoier wur- tische Baustelle, war Neuland für Team Juvi, seiner Obfrau Nadja de innerhalb von fünf Wochen das theateraffine Publikum. Viel Senoner, dem Regisseur Daniel einstudiert und ab Anfang Sep- Musik, Gesang und besondere Trafoier für ihren Befreiungstember unter freiem Himmel im Lichteffekte verwandelten den schlag, endlich wieder Theater zu INGE Kasernenareal aufgeführt. Allein Aufführungsort schon bald in spielen!
Das Heilige Jakobsjahr in Söles GLURNS/SÖLES/SANTIAGO DE COMPOSTELA - 2021 ist das Jubeljahr
des Jakobsweges, weil der Tag des Apostels Jakobus am 25. Juli auf einen Sonntag gefallen ist. In diesem Jahr werden allen Jakobspilgern die Sünden erlassen. Am letzten Freitag im Juli 2021 war es keine Pilgerschar, die am traditionellen Bittgang von St. Pankraz in Glurns zum Kirchlein St. Jakob in Söles teilnahm und zum kurzen Gebet an den Kreuzwegstationen des Ton-Künstlers Franco Berluti verharrte. Es waren der neue Pfarrer von Glurns, Roland Mair, Glurnser Bürger, Verwandte und viele Freunde der Familie, die der Einladung von Christine und Walter Rizzi gefolgt waren. Nach der würdevollen Messfeier mit Gesang und musikalischer Begleitung durch Gernot Niederfriniger am Hackbrett und Lukas Punter am Spinett ging Walter Rizzi auf seine persönlichen Gründe der Feier im Heiligen Jakobsjahr ein. Er erinnerte an den Grundkauf in Söles, den zufälligen Erwerb der Kirchenruine und deren Entdeckung als älteste Jakobskapelle Tirols. Er dankte dem Landeskonservator Helmut Stampfer, dem 32
DER VINSCHGER 29-30/21
Eintreffen der Bittgänger in St. Jakob bei Söles
Architekten Kurt Stecher und dem Archäologen Hans Nothdurfter. Die Wiederweihe durch den Marienberger Abt Bruno Trauner vor 25 Jahren nannte Rizzi „einen nicht angestrebten Zufall“. Fast am Todestag des Latscher Orgelvirtuosen Dieter Oberdörfer habe einer seiner Schüler, der Marienberger Organist Lukas Punter, diesen Jakobstag mitgestaltet. Der bedeutenden
Jubiläum und Familienfeier für Christine, Samuel, Walter, Anna, Miriam mit Elias und Lukas Rizzi (v.r.)
Die Jakobsgemeinschaft Tirol verlieh Walter Rizzi die Goldene Jakobsmuschel für die Renovierung der Jakobskirche vor 25 Jahren.
Ereignisse nicht genug gratulierte Walter Rizzi seiner Frau Christine zum 50. Hochzeitstag und kündigte die Taufe seines jüngsten Enkels Elias an. Der besondere Jakobstag endete mit Franz von Assisi‘s „Sonnengesang“, umgeschrieben in Burggräfler Dialekt durch drei Schulfreunde von Walter Rizzi. GÜNTHER SCHÖPF