„Die Impfung ist ein Segen“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

KVW trifft Bezirksgemeinschaft VINSCHGAU - Virtuell statt persönlich ist das Gebot der Stunde. Das heißt aber nicht weniger produktiv. Ein Beweis dafür war das Treffen der KVW-Spitze im Vinschgau mit dem neu gewählten Bezirkspräsidenten Dieter Pinggera und der politischen Referentin für Soziales im Vinschgau, Roselinde Gunsch Koch. Das Online-Meeting fand am 24. Februar statt. Die Themen reichten vom Krankenhaus Schlanders mit seinen Diensten, dem Vormerksystem über die Hausärzte im Tal bis hin zum Corona-Impfplan. Daneben wurde über die AsylbewerberUnterkünfte im Tal gesprochen, das EU-Kompetenzzentrum in der Bezirksgemeinschaft sowie den Postdienst. Vor allem das Krankenhaus Schlanders ist ein stetes Thema. Nach einem harten und zähen Kampf während der vergangenen Legislaturperiode hat der derzeit zuständige Landesrat für Gesundheit wieder etwas Ruhe in die peripheren Strukturen ge-

bracht. So steht das Krankenhaus Schlanders mit seinen angebotenen Dienstleistungen heute sehr gut da, würde auch der ärztliche Leiter Robert Rainer bestätigen. Auch bei der Privatisierung des Reinigungsdienstes zeichnet sich ein Zwischenerfolg ab, sagte Dieter Pinggera. Die Situation mit den Hausärzten sei hingegen durchwachsen. Nicht überall könne man von einer für alle Bevölkerungsteile zufriedenstellenden Lösung sprechen. Vor allem dann nicht, wenn sich Ärzte sprachlich schwertun, mit den Patienten zu kommunizieren. Was die Unterkünfte für Menschen in schwierigen Lebenslagen

betrifft, so ist vor allem das diesbezügliche Konzept für die Wohnungssuche zu begrüßen, so der KVW. Damit könne vielen geholfen werden, Migranten ebenso wie anderen Bedürftigen. Eine positive Einrichtung auch für Vereine ist das EU-Kompetenzzentrum in der Bezirksgemeinschaft. Dieter Pinggera und Roselinde Gunsch Koch wollen hierzu auch den KVW miteinbeziehen, wenn es um die Suche nach zukunftsfähigen Themen geht, die gefördert werden sollen. Schließlich wurde der Postdienst thematisiert. Hier hat inzwischen vor allem Kammerabgeordneter Albrecht Plangger in Rom viel

erreicht. So sind die 30 Stellen an Briefträgern bis auf eine einzige besetzt und auch die Öffnungszeiten der Hauptpostämter sollen wieder ausgeweitet werden. Besorgt zeigten sich zum Abschluss der virtuellen Aussprache sowohl der KVW als auch die politischen Vertreter über eine Entwicklung, die international einzudämmen wäre. Gemeint ist das enorm gewachsenen Online-Shopping. Damit werden lokale Anbieter geschwächt, das stationäre Angebot verschwindet, Ortskerne verwaisen und die Umweltbelastungen nehmen zu. Wenn die neue Normalität hier nicht auch ein neues Bewusstsein bringt, hat die Pandemie am Ende nicht nur zu großen gesundheitlichen Problemen geführt. Ausdrücklich bedankt hat sich Pinggera für den Einsatz des KVW, als es darum ging, die Operationen des Grauen Stars von Meran an das Krankenhaus Schlanders zu bringen. JOSEF BERNHART

LESERBRIEFE

Zum Leitartikel „Kochen und Prozessieren“ (der Vinschger Nr. 3-4/2021)

Bahnverbindung Schweiz, Landeck oder Bormio? („Kämpfen für die Bahn“, der Vinschger Nr. 3-4/2021) Ich möchte dieser apokalypti-

schen Sichtweise, dass ein Leben ohne Fernseher, in einer Krise wie dieser, kaum vorstellbar wäre, entgegentreten! „Ohne Fernseher wären wir ganz schön arm dran“ steht da! Und ich sage: Nein! Ich habe keinen Fernseher im Haus und fühle mich dadurch besonders reich! Nämlich reich an Zeit, die mir gehört, zum Lesen von Nachrichten auf Papier und im Netz, zum Lesen von Büchern am Abend, statt sich von der tausendsten Serie in den Schlaf lullen zu lassen. Zeit, um sich mit sich selbst zu beschäftigen und nicht in diese Katastrophensucht zu verfallen, die allerorten wuchert! Ich empfehle allen, den Stecker des Fernsehers zu ziehen, und dafür in die Natur hinaus zu ziehen, zur großen Lehrmeisterin für unser hektisches Leben! SIGMUND KRIPP, PARTSCHINS, 17.02.2021

Seit Jahrzehnten, vor allem nach erfolgreicher Reaktivierung der Vinschger Bahn, gibt es verschiedene Bahnprojekte als Verbindung in die Schweiz (ehestens realistisch), nach Landeck (über den Reschenpass ein Nonsens) sowie nach Bormio mittels Tunnel (wohl eher eine Seifenblase). Wie immer man diese, zum Teil seit Jahrhunderten, im Gespräch befindlichen Bahnverbindungen zu betrachten geneigt ist, in Anbetracht der zur Zeit laufenden Elektrifizierung der bestehenden Vinschgaubahn im „Schneckentempo“, dann müsste ich vermutlich ein biblisches Alter von ca. 120 bis 200 Jahre erreichen um jemals eine Bahn in die Nachbarregionen besteigen zu können. Aber in einer Zeit, in welcher ein schier grenzenlos-kreativer Umgang mit der Wahrheit die

Gesellschaft beflügelt, kann der Bahnhof Mals in einigen Jahrzehnten, oder Jahrhunderten, vielleicht zur Drehscheibe für das Dreiländereck aufsteigen, ich wünsche das dem oberen Vinschgau von ganzem Herzen.

einmal gelesen, sondern es gilt das Motto: Einfach dreinhauen! Hier kommt es zu unverschämten Anfeindungen, die weder mit DiskussionsKULTUR noch mit freier Meinungsäußerung etwas zu tun haben. Gerade jene, die glauben, so ihre, durch WALTER PÖDER, NATURNS, 21.02.2021 unseren Rechtstaat garantierte Freiheiten verteidigen zu müssen, treten die Prinzipien desHass ist keine Meinung! selben Rechtsstaates mit Füßen. Ich kann hier nur die Worte Leider zeigt sich wieder einmal, unseres Landeshauptmannes wie tief die Diskussionskultur wiederholen: Hass ist keine Meiim Internet gesunken ist. Wenn nung! Und ich füge dem hinzu: man öffentlich seine Meinung Hass und Hetze (auch im Netz!) zu einem Sachthema vertritt sind strafbar und einfach nur und mit purem Hass darauf daneben! geantwortet wird, so wie am 26. Februar nach meiner Stel- JASMIN LADURNER, SVP-LANDTAGSABGElungnahme zum „Grünen Pass“ ORDNETE, 27.02.2021 erneut geschehen, hat das weder etwas mit Diskussion noch mit freier Meinungsäußerung zu tun. So verkommen soziale Medien zu Müllhalden für den persönlichen Frust von wenigen Fanatikern, die weder Anstand noch Argumente kennen. Inhalte werden offensichtlich nicht

DER VINSCHGER 07-08/21

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