VINSCHGER GESELLSCHAFT
„Verschuldung muss machbar sein“ BOZEN/VINSCHGAU - „Familien, Betriebe und deren Mitarbeiter*innen befinden sich in großer Not. Ihnen muss geholfen werden. Dafür muss das Land Geld in die Hand nehmen können. Denn Hilfe wird jetzt benötigt, nicht erst in einem Jahr. Dann kann es für viele schon zu spät sein“, so die SVP-Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner (im Bild) aus Partschins. „Es ist paradox, dass eine Verschuldung des Landes selbst in einer Ausnahmesituation wie der diesen nur für Investitionen möglich ist, nicht aber für dringend benötigte Hilfsgelder. Das ist schlicht nicht vermittelbar und genauso wenig nachvollziehbar“, so Ladurner zur geltenden Bestimmung in der italienischen Verfassung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Es gilt einerseits die verfassungsrechtliche Norm in diesem Zusammenhang; andererseits sieht auch das Prinzip des ausgewogenen Haushalts vor, dass es keine Neuverschuldung geben darf. „Eine Krisensituation wie derzeit gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht. Gerade deshalb denke ich, dass es einen eigenen Weg erfordert, der das Prinzip des ausgewogenen Haushalts in den Hintergrund rücken lässt und den Menschen schnell unter die Arme greift“, sagt Ladurner. Weiters unterstreicht die Abgeordnete: „Es kann nicht sein, dass ein Land wie Südtirol, das in den letzten Jahren immer gut gewirtschaftet hat, jetzt keine Schulden aufnehmen darf. Denn es hat sich in all den letzten Jahren gezeigt, wie fleißig die SüdtirolerInnen sind und dass wir - wenn die Pandemie überwunden ist - zu alter Stärke zurückfinden werden.“ Insbesondere auf europäischer Ebene wäre ein starkes, einheitliches Signal wünschenswert, um eine Verschuldung und entsprechend dringend benötigte Hilfsmaßnahmen zu ermöglichen. „Ich hoffe sehr, dass sich rasch eine Möglichkeit auftut, um den Menschen zu helfen, Betriebe und Arbeitsplätze zu sichern und damit auch Jugendlichen in diesen Zeiten Perspektiven zu bieten“, so Ladurner RED abschließend.
22
DER VINSCHGER 03-04/21
Land will Liegenschaften verkaufen
Das Bild links zeigt die Schaubachhütte in Sulden, rechts ist das Hauptgebäude der ehemaligen Ferienanlage der Staatspolizei „Drei Brunnen“ in Trafoi zu sehen. TRAFOI/SULDEN/TSCHENGLS - Drei
Liegenschaften, die schon vor geraumer vom Staat in das Eigentum des Landes Südtirol übertragen wurden, stehen zum Verkauf. Das hat die Landesregierung am 26. Jänner beschlossen. Bei den ehemaligen Staatsliegenschaften handelt sich um die Schaubachhütte in Sulden, die ehemalige Ferienanlage der Staatspolizei „Drei Brunnen“ in Trafoi (siehe der Vinschger Nr. 21/2020) sowie um das ehemalige Munitionsdepot in Tschengls. Auf Antrag von Hochbau- und Vermögenslandesrat Massimo Bessone hat die Landesregierung der Veräußerung zugestimmt. Im Vorfeld hatte die Landesregierung im April 2020 ein erstes Protokoll dazu genehmigt. „Wir bemühen uns darum, das Landesvermögen aufzuwerten“, erklärt Landesrat Bessone. „Gleichzeitig ist es uns
aber auch wichtig, nicht in die Sanierung von Gebäuden zu investieren, die wir zu institutionellen Zwecken nicht mehr benötigen. Vielmehr gilt es, diese Liegenschaften zu veräußern, bevor sie weiter an Wert verlieren, und die Erlöse daraus zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger neu einzusetzen.“ Zum Verkauf steht die Schaubachhütte in Sulden mit einer Fläche von 2.788 Quadratmetern. Die Schutzhütte liegt auf 2.573 Höhenmetern nahe der Bergstation der Seilbahn Sulden. Der Verkaufswert wird mit rund einer Million Euro angegeben. Das Areal der ehemaligen Ferienanlage der Staatspolizei „Drei Brunnen“ in Trafoi umfasst 19.723 Quadratmeter und ist als Waldgebiet ausgewiesen. 980.000 Euro sind als Verkaufspreis veranschlagt. Das ehemalige Munitionsdepot in Tschengls umfasst eine Fläche von
1.097 Quadratmetern und befindet sich im Landwirtschaftsgebiet. Der angegebene Veräußerungswert liegt bei knapp 33.000 Euro. Die Verkaufswerte wurden vom Landesamt für Schätzungen und Enteignungen festgelegt. Es handelt sich um Schätzwerte, die sich im Rahmen einer Versteigerung erhöhen können. „Die Verzeichnisse der abzutretenden Liegenschaften werden nun für 30 Tage an der Amtstafel der betroffenen Gemeinden veröffentlicht“, heißt es einer Aussendung des Landespresseamtes vom 27. Jänner. Wer einen Vorzugstitel geltend machen möchte, muss dies innerhalb von drei Monaten nach dem Ende der Veröffentlichung dem Vermögensamt des Landes mitteilen (E-Mail: vermoegensamt@ provinz.bz.it oder PEC-Mail vermoegensamt.patrimonio@pec. prov.bz.it). LPA/SEPP
HGJ und lvh informieren ST. VALENTIN AUF DER HAIDE - Die Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ) und die Junghandwerker im lvh waren im Rahmen der Berufsinformationskampagne in der Mittelschule von St. Valentin auf der Haide zu Gast. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler von den vielfältigen Möglichkeiten im Gastgewerbe und im Handwerk. Zunächst informierte Andrea Baumgartner (HGJ) über die verschiedenen Berufe, Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen im Hotel- und Gastgewerbe. Vier Videobeispiele gaben den Jugendlichen dabei einen Einblick in die Berufe in
den Bereichen Küche, Service, Rezeption und Management. „Die Schüler haben gesehen, dass die Berufe sehr vielseitig sind. Teamwork sowie die Freude am Beruf sind dabei besonders wichtig. Dies ist besonders für junge Menschen interessant“, ist HGJ-Ob-
mann Hannes Gamper überzeugt. - Endlich fertig mit der Mittelschule, aber was dann? Bei dieser Entscheidung versuchten kürzlich auch die Junghandwerker im lvh den rund 40 Mittelschülern in St. Valentin zu helfen. In einem interaktiven Vortrag und durch mehrere Kurzfilme bekamen die Schüler hilfreiche Informationen und Tipps zur Berufswahl. „Uns ist es wichtig, dass Jugendliche den Beruf finden, der ihren Fähigkeiten entspricht, denn dann üben sie ihn auch gerne aus“, sagt Alexander Dallio, Landesvorsitzender der Junghandwerker im lvh. RED