bleibt stehen, geht an die Fraktion über und kann möglicherweise touristisch genutzt werden, zum Beispiel als Buschenschank. Wie steht es mit der Erweiterung der Erlebnisschule in Langtaufers? Eine Machbarkeitsstudie liegt vor, die weiteren Schritte sind noch zu tun. Welches sind die größten Projekte, die derzeit im Bau sind bzw. die heuer umgesetzt werden sollen? Zu den größten Vorhaben zählen sicher der Neubau des Sitzes für das Weiße Kreuz mit Gesamtausgaben von 1,85 Millionen Euro, das Sportplatz-Projekt in St. Valentin mit einem Kostenrahmen von 1,33 Mio. Euro, der Bau der Kite-Station Graun mit Ausgaben in Höhe von 600.000 Euro und die energetische Sanierung und Erweiterung der Grundschule St. Valentin in Höhe von 1,10 Mio. Euro. Weitere Vorhaben sind u.a. die Neugestaltung des Kreuzungsbereichs bei der Raiffeisenkasse in St. Valentin, der Umbau des Hallenbades in Graun, der Bau von Wohneinheiten für begleitetes Wohnen in St. Valentin, die Errichtung neuer Wohnbauerweiterungszonen in Graun und Pedroß, das Projekt Turm-Areal und viele weitere größere und kleinere Projekte im gesamten Gemeindegebiet.
Woran wird beim Projekt Turm-Areal konkret gedacht? Es handelt sich hierbei um ein ziemlich teures Vorhaben mit Kosten in Höhe von ca. 10 Millionen Euro. Weil es für die Gemeinde nicht möglich ist, diese Kosten zu stemmen, sind wir bestrebt, das Land als Bauherrn zu gewinnen. Gedacht wird an ein PPP-Projekt, also an eine öffentlich-private Partnerschaft. Landeshauptmann Arno Kompatscher war bereits öfters hier bei uns und hat uns seine volle Unterstützung für dieses Projekt zugesichert. Was soll auf dem Areal vor dem versunkenen Kirchturm entstehen? Grundsätzlich ist geplant, das Areal als „Tor zu Südtirol“ zu gestalten. Gedacht wird unter anderem an ein Bistrot, an ein Museum für die Seestauung, an einen Bauernladen, an Toiletten und weitere Infrastrukturen. Wie werten Sie den Umstand, dass in der neuen Landesregierung kein Vinschger mehr vertreten ist? Das ist natürlich sehr schade, denn es ist enorm wichtig, eine direkte Verbindung zur Landesregierung zu haben. Rückblickend getraue ich mich z.B. zu behaupten, dass man uns im Zusammenhang mit der Terna-Hochspannungslinie ohne die Unterstützung von Richard
Theiner und die Mithilfe von Albrecht Plangger wohl „überfahren“ hätte. Dass ich seit jeher einen guten Draht zum Landeshauptmann habe, freut mich jetzt umso mehr. Und wie ist der „Draht“ zur Nachbargemeinde Nauders? Nauders und Graun sind Tourismus-Gemeinden und haben daher weitgehend die gleichen Anliegen und Probleme. Die Beziehungen zu Nauders sind seit dem Amtsantritt von Helmut Spöttl als Bürgermeister eng und freundschaftlich geworden. Wir sind uns in vielen Bereichen nähergekommen, man denke etwa an die Zwei Länder Skiarena. Wir fühlen uns wie Geschwister. Nauders zieht es mehr nach Graun als nach Pfunds. Was waren im mehrjährigen Rückblick die wichtigsten Entscheidungen und Entwicklungen in Ihrer Gemeinde? Zusätzlich zur Fusion der Skigesellschaften und der Verbindung Schöneben-Haider Alm sind sicher der Ankauf des Stromnetzes und der Glasfaseranschluss im gesamten Gemeindegebiet zu nennen. Diese zwei letztgenannten Vorhaben konnten nur dank der engen Zusammenarbeit und der finanziellen Unterstützung der Energie-Genossenschaft Oberland EGO umgesetzt werden.
Was tut sich in der Gemeinde in Sachen Verkehrsbelastung und Sicherheit? Die Verkehrsproblematik ist sicher eine der großen Herausforderungen, mit denen sich die Gemeinde in Zukunft zu beschäftigen hat. Wir haben 6 Speed-Boxen aufgestellt und auch die anstehende Neugestaltung des genannten Kreuzungsbereichs in St. Valentin wird die Sicherheit erhöhen, doch langfristig werden auch andere, sprich umfassendere Lösungsansätze ins Auge zu fassen sein. Ist die Apotheke noch immer ein Thema in der Gemeinde? Eigentlich nicht. Formell haben wir zwar nur eine Arzneimittelausgabestelle, die von der Apotheke „Gaudenz“ in Schluderns geführt wird, aber für uns ist und bleibt es die Apotheke. Sie ist von Montag bis Freitag jeden Vormittag geöffnet und jetzt zusätzlich auch jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag. Sie sind seit 2010 Bürgermeister. Werden Sie 2020 erneut als BM-Kandidat antreten? Wir haben bis dahin noch viele Arbeiten zu machen. Die Entscheidung über eine neuerliche Kandidatur werde ich zu gegebener Zeit fällen. INTERVIEW: SEPP LANER
„Mami sorgt vor“: Bis zu 18.000 Euro Unterstützung SCHLUDERNS - Das Land Südtirol fördert die Familien auf vielfältige Weise, sowohl finanziell, als auch mit Maßnahmen zur Unterstützung der Vereinbarkeit oder der frühzeitigen Stärkung von Familien. „Familien sind unsere Zukunft, darum ist jede Investition in diesem Bereich eine gute Investition“, betont Familienlandesrätin Waltraud Deeg. Manchmal fehle jedoch ein Überblick darüber, wo und unter welchen Voraussetzungen um finanzielle Unterstützung angesucht werden kann. Beim Vortrag „Mami sorgt vor“ im Gemeindesaal von Schluderns gaben demnach kürzlich Waltraud Deeg, Elisabeth Brichta, die Mitarbeiterin der ASWE (Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung),
Die Organisatoren und Referenten (v.l.): Andreas Oberhofer (Katholischer Familienverband Südtirol KFS, Ortsstelle Schluderns), Olav Lutz, Waltraud Deeg, Elisabeth Brichta, Thea Fabi (Öffentliche Bibliothek Schluderns), Sonja Abart und Annemarie Thaler (beide Bildungsausschuss Schluderns).
sowie Olav Lutz, Präsident des KVW Patronats, eine Übersicht über die unterschiedlichen Formen der finanziellen Unterstützung von Seiten des Landes und des Staates. Ein weiteres Augenmerk galt den Möglichkeiten der rentenmäßigen Absicherung der Erziehungszeiten, die von der
Region gefördert werde. „Wer Familie hat, hat vieles um die Ohren. Doch damit die täglichen Sorgen des Alltags nicht zu einer großen Sorge im Alter werden, ist es wichtig, frühzeitig vorauszudenken und vorzusorgen“, gibt Deeg zu bedenken. Mit bis zu 18.000 Euro unterstützt die
öffentliche Hand Eltern bei der freiwilligen Weiterzahlung der Rentenbeiträge. Wie erhalte ich das Landeskindergeld? Wie kann ich die Erziehungszeiten rentenmäßig absichern? Wer kann mir beim Ausfüllen des Ansuchens weiterhelfen? Diese und ähnliche Fragen wurden an mittlerweile 18 Abenden quer durch ganz Südtirol beantwortet. „Eltern nehmen ihre Zukunft in die Hand und informieren sich aktiv. Das ist ein sehr gutes Zeichen, vor allem, weil damit das Risiko der Altersarmut miniert werden kann“, ist sich Deeg sicher. Interessierte können sich die Informationen direkt bei den Patronaten des Landes oder bei den ASWE-Mitarbeitern holen. DANY DER VINSCHGER 05/19
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