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begonnen habe, gefällt mir zwar sehr gut, aber ich werde ausscheiden, um mich ganz der Politik zu widmen. So verstehe ich den Wählerauftrag, dem werde ich Rechnung tragen.
politische Arbeit angehen werde. Wie schon gesagt, werde ich 100-prozentig da sein und mich allen Aufgaben stellen. Zur reinen „Handaufheberin“ werde ich sicher nicht.
Hatten Sie während des Wahlkampfes tatsächlich damit gerechnet, gewählt zu werden? Mein Motto heißt immer: alles erhoffen, nichts erwarten. Ich habe viel Leidenschaft und persönliches Engagement in den Wahlkampf investiert. Umso mehr freue ich mich über das große Vertrauen. Ohne Unterstützung wäre das alles aber nicht möglich gewesen. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Familie, meinen Freunden und der JG. Und eines haben diese Landtagswahlen für mich klar gezeigt: um gewählt zu werden, braucht es keinen Verband, keine Lobby, kein riesiges Budget und auch keinen großen Bekanntheitsgrad.
Welches sind die Themen, die Ihnen besonders am Herzen liegen? Jugend, Wirtschaft, Sport, Ehrenamt, Förderung von Klein- und Mittelbetrieben.
Warum haben Ihnen 6.825 Wählerinnen und Wähler im ganzen Land ihr Vertrauen gegeben? Mitentscheidend war sicher, dass ich wochen- und monatelang im ganzen Land unterwegs war. Ich klingelte an einigen tausend Haustüren, stellte mich vor, suchte das persönliche Gespräch und hörte zu. Zuhören ist ungemein wichtig. Und was haben Sie oft gehört? Die zwei größten Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen, sind zweifellos die Sani-
Die frisch gewählte Landtagsabgeordnete beim Reschenseelauf 2018.
tät und die Einwanderung. Sehr oft zu spüren war leider auch eine Verdrossenheit der Politik und allen Politikern gegenüber, egal welcher Partei sie angehören. Gerade als junge Politikerin möchte ich mich dafür stark machen, gegen diese Politikverdrossenheit anzukämpfen und die Leute wieder mehr für Politik zu begeistern, ganz besonders auch junge Menschen. Auch das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Wählens ist neu zu wecken. Deshalb werde ich auch weiterhin unterwegs und bei den Menschen sein. Ist es aber nicht so, dass sich viele junge Menschen eher bei anderen Parteien zu Hause fühlen, etwa bei der Süd-Tiroler Freiheit? Die Süd-Tiroler Freiheit und andere Parteien „spielen“ Themen, die viele junge Leute berühren. Viele „hupfen“ dem auf und bleiben einfach treu, ohne weiter nachzudenken. Als Junge Generation muss es uns vermehrt gelingen, alle wichtigen Themen
aufs Tapet zu bringen, zu diskutieren und Lösungen anzubieten. Als eines der Beispiele möchte ich hier nur das leistbare Wohnen nennen. Eine erste Analyse der Landtagswahl zeigt, dass wir bei den 18- bis 30-jährigen Wählern stark zugelegt haben. Ein Schritt in die richtige Richtung, daran wollen wir anknüpfen. Wie wollen Sie Ihre 6.825 Vorzugsstimmen im Landtag auf die Waage bringen? Die Arbeit im Landtag ist für mich natürlich völlig neu und ich muss erst schauen, wie und was ich bewegen kann. Grundsätzlich sehe ich hinter jeder Stimme einen Vorschuss von Vertrauen, das ich nicht enttäuschen möchte. Politik hat insgesamt sehr viel mit Vertrauen zu tun. Mehr denn je. Haben Sie nicht die Befürchtung, dass Sie als einfache Abgeordnete nicht viel werden ausrichten können? Das ist ganz sicher nicht die Einstellung, mit der ich meine
Apropos Wirtschaft: Nicht wenige sagen, dass die Grenzen so langsam erreicht sind, speziell im Tourismus. Wir müssen uns bewusst sein, dass unsere Natur unser großes Kapital ist. Über kurz oder lang können und müssen wir deshalb nur über Qualität und nicht über Quantität punkten. Der Erhalt der Lebensqualität von uns Südtirolern sowie der Schutz der Natur machen Überlegungen bezüglich sinnvoller Grenzen notwendig. Noch einiges zu tun gibt es sicher auch im Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Hier hat unser Land noch viel Luft nach oben. Eine dumme Frage zum Schluss: Fühlen Sie sich mehr als Burggräflerin oder als Vinschgerin? Beide Bezirke haben eigene Stärken und Besonderheiten. Ich habe das Glück, genau in der Mitte zu leben. INTERVIEW: SEPP LANER
Süd-Tiroler Freiheit im Vinschgau stabil VINSCHGAU - „Der Vinschgau ist zeigt sich aber über das Bezirkserjener Bezirk, wo die Süd-Tiroler gebnis optimistisch: „Wir konnten in den letzFreiheit seit ihrer Gründung bei jeder Wahl dazugewinnen konnte. ten Jahren So auch bei dieser, man konnte im Bezirk dem landesweiten Trend stabil eine solide entgegenwirken und sogar um Struktur an 0,8 Prozentpunkte aufstocken. GemeindeNun erreichte man zum ersten räten und Mal die zweistellige Prozentzahl aktiven von 10,6 %“, heißt es in einer Mitgliedern Pressemitteilung der Süd-Tiroaufbauen. ler Freiheit. Bezirkssprecherin Durch deSieglinde Gander Stocker (im ren harte Bild) bedauert zwar die landesArbeit erweiten Verluste der Bewegung, zielten wir
dieses Ergebnis. Wir bedanken uns bei all unseren Mitarbeitern und Wählern! Auch die vier Vinschger Kandidaten Natascha Santer Zöschg, Esther Tappeiner, Alfred Theiner und Benjamin Pixner konnten ein landesweit sehr gutes Ergebnis einfahren. Besonders der junge Kastelbeller Gemeinderat und Landesjugendsprecher Benjamin Pixner mischte im Spitzenfeld mit und überholte sogar in mehreren Gemeinden Spitzenkandidat Sven Knoll. Wenn, wie von verschiedenen Seiten prognostiziert, die
Süd-Tiroler Freiheit ihr 4. Mandat erlangt hätte, wäre Pixner wohl jetzt im Landtag.“ Pixner zeigt sich in einer Aussendung mit seinem persönlichen Ergebnis von 2.222 Vorzugsstimmen sehr zufrieden und blickt bereits in Richtung Zukunft: „Wir sind eine starke junge Truppe, die erst noch richtig heranwächst, wir haben noch viel Potenzial. Auch wenn wir nicht den erwünschten Erfolg eingefahren haben, sind wir uns jetzt bewusst, dass wir noch mehr anpacken müssen und das werden wir.“ RED DER VINSCHGER 37/18
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