VINSCHGER GESELLSCHAFT
VINSCHGAU - Drei Tage lang Locations (Orte) im Vinschgau entdecken, die hohes Potenzial für das Kino haben: 15 Filmschaffende, die sich für Südtirol als Drehort für ihr nächstes Filmprojekt interessieren, nahmen kürzlich an der „Location Tour“ PLACES teil. Dabei lernten sie in Begleitung des Teams des Bereichs Film Fund & Commission von IDM Südtirol Orte und Bauten kennen, in denen Filme und TV-Serien abgedreht werden könnten. Die Locations, die auf dieser Tour von den teilnehmenden Regisseuren und Produzenten besucht wurden, sind vielfältig: von modern bis alt, von Natur bis Kunst reicht die Palette. Das Kloster Marienberg aus dem 12. Jahrhundert, der Bunker 23 in Tartsch, der von Benny von Spinn in eine permanente Kunstinstallation umgewandelt wurde, und ein Gebäude, das architektonisch sehr interessant ist, nämlich das Haus von Othmar Prenner in Langtaufers: Das sind nur einige der Orte, die von den Teilnehmern der Location Tour besucht wurden. PLACES rückt auch noch andere interessante Plätze wie die riesigen Flächen
Foto: IDM/Davide Grotta
Auf der Suche nach dem perfekten Set
Die Teilnehmer der Tour beim Besuch des Reschensees.
des Laaser Marmorbruchs, die Panzersperre Plamort oder den Reschensee ins Zentrum der Aufmerksamkeit von Regisseuren und Produzenten aus dem restlichen Italien, aus Deutschland, Österreich und Dänemark. Bei der Tour waren Vertreter von Produktionsfirmen mit dabei, die das Filmland Südtirol bereits kennen, wie z.B. Cattleya („Mister Felicità“, „Gomorra – Die Serie“) aus Italien, aber auch Erfolgsregisseure wie der Däne Ask Hasselbalch
(„Antboy“) oder der Österreicher Adrian Goiginger („Die beste aller Welten“), die zum ersten Mal Locations in Südtirol besichtigen. Allen gemeinsam war die intensive Suche nach interessanten Orten für einen ihrer nächsten Drehs – eine gute Gelegenheit, ihnen die Vielfalt von Südtirols Landschaft im Allgemeinen und jene des Vinschgaus im Besonderen zu präsentieren. „Südtirol hat Orte und Bauten voller Gegensätze aufzuweisen. PLACES
zeigt Produzenten und Regisseuren das Potenzial unserer Filmlocation auf sowie die Möglichkeiten, die es Filmschaffenden für ihre Arbeit bietet. Mit dieser Initiative, die bereits 2012 gestartet ist, wollen wir das Interesse an unseren Locations steigern und so zum wirtschaftlichen Wachstum des Filmsektors beitragen“, sagt Birgit Oberkofler, Verantwortliche des Bereichs Film Fund & Commission von IDM. RED
AUFGESPÜRT & AUSGEGRABEN (12)
Ich habe gerade ein Hufeisen in meiner Lasagne gefunden Es ist genau so lange her wie die letzten Landtagswahlen in Südtirol. Aber während manch ein Nicht-mehr-Gewählter schmerzvoll auf das Jahr 2013 und glorreichere Zeiten zurückblickt, ist ein Skandal, der damals ganz Europa erschüttert hat, aus den Hauptnachrichten und den Köpfen verschwunden: der Pferdefleisch-Skandal. Alles hatte auf den britischen Inseln begonnen, als man in Tortellini und Lasagne nicht geringe Anteile von Pferdefleisch nachweisen konnte – undeklariert und oft mit Medikamenten belastet. Mehrere Fertigprodukte bestanden sogar zu 100 % aus Pferdefleisch. Die Verstrickungen der Branche lasen sich wie die Pervertierung des europäischen Einigungsgedankens: Ein schwedischer Lebensmittelkonzern liefert von einer französisch-luxemburgischen Firma produzierte Waren nach Großbritannien, die aus Zypern stammende Zutaten eines niederländisch geführten Unternehmens enthielten. Dabei war der Verantwortliche für die Justiz kein Unbekannter. Bereits im Jahr zuvor wurde er verurteilt, weil er südamerikanisches Pferdefleisch als Rindfleisch gehandelt hatte. Betroffen waren zahlreiche EU-Länder, Hausprodukte von Supermärkten genauso wie internationale Top-Marken. In anderen Worten: Egal, ob man wenig oder mehr für seine geliebte Lasagne ausgegeben hat, „Schimmel im Essen“ bekam eine ganz neue Bedeutung. Einige Kontrollen wurden zwar seither verbessert, wenn auch etwas halbherzig, aber solche Praktiken verschwinden kaum von einem Tag auf den anderen. Erst vor wenigen Wochen wurde – abseits der großen Schlagzeilen – ein neuer Fall von Lebensmittelbetrug mit Pferdefleisch bekannt. So wird auch heute noch manches Ross auf wundersame Weise zu einem Schwein. Aber vielleicht bevorzugen wir Letzteres zu Unrecht. China zum Beispiel hatte heuer seinen eigenen Lebensmittelskandal: Man hatte in Burgern statt des Z hochgeschätzten Eselsfleischs zum Ärger vieler tatsächlich Schweinefleisch gefunden.
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DER VINSCHGER 37/18