Als dieses Foto entstand, war der Rat noch nicht beschlussfähig. LATSCH - Auf mindestens 4,5 Millionen Euro beläuft sich der Schuldenberg des Sonderbetriebes Gemeindewerke Latsch. Der schrittweise Abbau der Verbindlichkeiten wird den Haushalt der Gemeinde über Jahre belasten. Dass der Gemeinderat Ende 2017 mehrheitlich beschlossen hat, die Stromverteilung an die Edyna zu verpachten, die eine Jahresmiete von 257.483 Euro zahlt, und nicht an das VEK, das nur 25.000 Euro geboten hatte, dürfte sich einmal mehr als richtig erweisen. Außerdem bleibt abzuwarten, wie sich der Kleinverteiler Vion, der sich in einem bestimmten Medium mit bezahlten Beiträgen regelmäßig „in den Himmel“ schrei-
ben lässt, in Zukunft entwickeln wird. Bei der Gemeinderatssitzung am 28. Juni kündigte der Latscher Bürgermeister Helmut Fischer an, dass die Gemeinde beabsichtige, das SGW-Personal zur Gänze zu übernehmen, „allerdings zu den Bedingungen, wie sie für das gesamte Gemeinde-Personal gelten.“ Über den genauen Schuldenstand, die Maßnahmen zum Abbau der Schulden, die Übernahme des Personals und weitere Punkte im Zusammenhang mit dem SGW soll im Gemeinderat in absehbarer Zeit ausführlich berichtet werden. Einige finanzielle Maßnahmen enthält die Bilanzänderung, die der Gemeinderat einstimmig guthieß. Der Beschluss konnte
erst gefasst werden, als 2 Räte mit Verspätung eintrudelten und die Beschlussfähigkeit somit mit 10 anwesenden Räten gegeben war. Die Bilanzänderung sieht u.a. vor, Investitionsbeiträge vorzuziehen und den Kassastand der Gemeinde zu erhöhen, „weil auch der SGWKassastand auf die Gemeinde übergehen wird.“ Einhellig genehmigt hat der Rat auch das im Vergleich zu ursprünglichen Plänen etwas abgespecktes Vorprojekt „Erneuerung der Schmutzwasserhauptleitung und Verlegung neuer Schmutzwasseranschlussleitungen für Höfegruppen, sowie Errichtung einer Kleinkläranlage in St. Martin im Kofel.“ Die Argumentation des Bürgermeisters, wonach es nicht sinnvoll sei, „jeden Hof mit immensen Kosten für den Steuerzahler und zum Teil auch für die Privaten zu erschließen“, stieß auf breite Zustimmung im Rat. Die Kosten für die Umsetzung der „kleinen, lokalen Lösung“ belaufen sich auf etwas mehr als 1 Mio. Euro und werden de facto zur Gänze vom Land getragen. SEPP
Schloss Goldrain: Neue Stellplätze im Visier LATSCH/GOLDRAIN - Einstimmig genehmigt hat der Latscher Gemeinderat die Vereinbarung mit der Genossenschaft Bildungshaus Schloss Goldrain „bezüglich der Sanierungs- und Adaptierungsarbeiten im Schloss und im Bettenhaus sowie die unentgeltliche Leihe der Liegenschaften zur Führung und Verwaltung als Bildungshaus.“ Nach dem Ablauf der bisherigen Vereinbarung geht es laut BM Fischer im Kern darum, zu garantieren, dass das Schloss für weitere 20 Jahre ausschließlich als Struktur für Bildungstätigkeit dient. Die derzeitige Bildungstätigkeit sei sehr zufriedenstellend. Bei künftigen Sanierungen wird es laut Vereinbarung so sein, „dass Ausgabensätze im Haushaltsplan der Gemeinde veranschlagt und deren unabdingbare finanzielle Deckung gemäß den Bestimmungen der Gemeindeordnung in geltender Fassung gegeben sind sowie alle urbanistischen Voraussetzungen.“ Größere künftige Vorhaben des Bil-
dungshauses sind die Schaffung eines größeren Seminarraums sowie die Erweiterung des Bettenhauses, von der sich die Genossenschaft Einnahmen erwartet. Nicht aus den Augen verlieren will die Gemeinde laut dem Bürgermeister den Ankauf eines ca. 1.700 Quadratmeter großen Grundstückes (Weinberg) seitens des Diözesaninstituts für den Unterhalt des Klerus für die Schaffung von ca. 50 neuen Parkplätzen beim Bildungshaus. Als nicht verloren nannte Fischer den im Herbst vom Land zugesagten Beitrag in Höhe von 1 Million Euro für künftige Investitionen im Bildungshaus. Im Herbst soll es eine Ratssitzung im Schloss geben, bei der die Vorhaben des Bildungshauses im Detail vorgestellt werden sollen. Fischer hofft, dass bei künftigen Neuinvestitionen auch die Bezirksgemeinschaft mithelfen wird und dass „die politische Konstellation der Gemeinde Latsch gegenüber zugeneigter wird.“ Unter dem Punkt Allfälliges brachte
Thomas Pichler das Problem auf’s Tapet, dass Gastbetriebe in Tarsch und Latsch zum Teil zeitgleich geschlossen sind. Das sei vor allem für Gäste, aber nicht nur, ein Problem. Der Bürgermeister sagte, dass die Gemeinde hier keine Handhabe zum Eingreifen habe. Er werde aber dennoch mit dem HGV Kontakt aufnehmen. Bislang erfolglos blieb die Suche nach Unterkünften für Asylwerber. „Wir warten derzeit auf die Zusage seitens eines Privaten. Interessierte Private, die Wohnungen zur Verfügung stellen möchten, sollen sich bitte melden“, sagte Vizebürgermeisterin Sonja Platzer. Bezüglich des Mesnerhauses in Morter informierte sie über einen Lösungsvorschlag. Demnach könnte das Haus für den öffentlich geförderten Wohnbau dienen. Zusammen mit dem BM stimmte sie darin überein, dass es gelingen sollte, jungen Familien leistbares Wohnen zu ermöglichen. Die Entscheidung obliegt dem Pfarrgemeinderat von Morter. SEPP
© Frieder Blickle
„SGW-Loch“ wiegt schwer
9 - 12.30 Uhr und 14 - 18 Uhr Juli & August freitags: 9 - 12.30 Uhr und 14 - 20 Uhr
jeden Mittwoch & Samstag bis 29. September 2018 Kulinarische Almenwanderung Samstag, 14. Juli 2018 Käserverkostung auf der Tarscher Alm Sonntag, 15. Juli 2018 Latscher Almfest
Tel. + 39 340 11 53 045
Tel. + 39 340 11 53 045 www.almlounge.it
Tel. +39 334 15 62 692
www.bogensport-suedtirol.com Tel. +39 335 73 61 041
DER VINSCHGER 23/18
7