VINSCHGER THEMA
Im Bild links (v.l.): Josef Prister, Siegfried Debiasi und Martin Forcher im Jahr 1947 bei einem Sonntagsausflug (Foto: Matin Forcher, Pinthofer in Galsaun); im Bild rechts die Situation von heute.
Auf dem Weg in ein neues Zeitalter Ist Kastelbell-Tschars für die Zeit danach vorbereitet? KASTELBELL-TSCHARS - Bei der Vorstellung des Maßnahmenpakets für das Südtiroler Straßennetz im Februar 2018 erwähnte Landeshauptmann Arno Kompatscher auch die Umfahrung Kastelbell-Galsaun: „Die Arbeiten für diese Umgehungsstraße sollen noch im Herbst 2018 in Angriff genommen werden“. Diese entlastet die beiden Ortschaften und ängstigt den gewerblichen Bereich. Im Interview mit dem „der Vinschger“ spricht Bürgermeister Gustav Tappeiner über die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Umfahrung sowie über seine Bilanz zur Halbzeit der Amtsperiode 2015-2020. der Vinschger: Aller Voraussicht
nach erfolgt im Herbst dieses Jahres der Spatenstich. Ist die strukturschwache Gemeinde Kastelbell-Tschars auf die Zeit danach vorbereitet? GUSTAV TAPPEINER: Vorweg danke ich der Südtiroler Landesregierung für die Genehmigung, Finanzierung und Umsetzung dieses, selbst für das Land große Bauvorhaben. Die vierjährige Bauzeit ist noch ein guter Zeitraum für eine attraktive Gestaltung des Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraumes Kastelbell-Tschars. Aufbauend auf unsere bereits bestehenden Stärken wie Landschaft und Landwirtschaft, Wandern und Radfahren, Kultur und Gastronomie, Sportstätten und Vereinswesen wird sich die
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DER VINSCHGER 11/18
Gemeindeverwaltung gemeinsam mit der Bevölkerung und den Wirtschaftstreibenden den Herausforderungen stellen. Unser Ziel ist es, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen und die sich bietenden Synergiemöglichkeiten zu nutzen. Im Hinblick auf die Umfahrung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Regionalentwicklung Eurac Research das Entwicklungskonzept: „Kastelbell-Tschars: Unsere Gemeinde 2025“ erstellt. Wie schaut es mit der Umsetzung aus? Nun ist die Gemeindeverwaltung am Zug, die vorgeschlagenen Maßnahmen nach Prioritäten durchzuführen. Es ist unsere Absicht, die jeweiligen Themenbereiche in Arbeitsgruppen zu vertiefen, aufzubereiten und dann umzusetzen. In diesem Zusammenhang ergeht auch an die Bevölkerung der Appell um aktive Mitarbeit. Was ist Ihrer Meinung nach besonders wichtig, damit dann in Kastelbell und Galsaun nicht „tote Hose“ herrscht? Durch die Umfahrung von Kastelbell-Galsaun werden sich die Abgas- und Lärm-Emissionen im Ortskern und entlang der Straße spürbar verringern. Weniger Autos bedeuten mehr Sicherheit, dies alles ist ein großes Plus an Lebensqualität. Nun gilt es, diese Verkehrsberuhigung als Chance zu nutzen. Auf der anderen Seite braucht es nun Maßnahmen
zur Aufwertung der Freiräume, zur Belebung und für die Weiterentwicklung zum attraktiven Wohn- und Urlaubsort sowie als Gewerbestandort, um nur einige zu nennen. Bei der Vorstellung der Studie betonte Professor Harald Pechlaner, dass auf die Nahversorgungssituation ein besonderes Augenmerk zu legen sei. Welche Möglichkeiten hat die Gemeinde, um diese zu sichern? Die Gemeinde kann unterstützend eingreifen. Neben den Voraussetzungen für eine positive Bevölkerungsentwicklung z. B. durch eine familienfreundliche Tarifgestaltung, gilt es gute Rahmenbedingungen für den Einzelhandel, den Tourismus, und dem Dienstleistungsbereich zu schaffen.
Diesbezüglich sind insbesondere auch Initiativen der Kaufleute und Touristiker von großer Wichtigkeit. Auch die Bevölkerung kann durch die Annahme der Nahversorgungsangebote in unserer Gemeinde zur Sicherung dieser Strukturen beitragen. Neben Kastelbell und Galsaun fordert auch Tschars Maßnahmen zur Verkehrsentlastung. Gibt es dafür bereits Lösungen oder Konzepte? Ich möchte vorausschicken, dass zurzeit im Bauleitplan auch für Tschars eine Umfahrung eingetragen ist. Im Arbeitsprogramm für die Amtsperiode 2015-2020 sind zudem die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für eine eventuelle Untertunnelung sowie kurzfristige Lärmschutzmaßnahmen vorgese-
Rendering der Kreuzung Ost