Bitte unter die Erde!

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Klumperplatte wieder im rechten Lot KASTELBELL - Schon seit Monaten gab die geheimnisumwitterte Klumperplatte am Vinschger Sonnenberg in der Nähe von Kastelbell nur mehr klägliche Töne von sich, da ein unsachgemäßer, unsensibler Umgang zur Signalerzeugung sie aus ihrem jahrtausendealten Bett verrückt hatte. Das Ziel einer Fürsten­ burger Praxisgruppe mit ihren Fachlehrern Karl Punter und Andreas Paulmichl bestand darin, das „Steinzeittelefon“ wieder instand zu setzen. Trotz der etwas brachial wirkenden Werkzeuge gelang den Schülern/ innen durch ihre Präzisionsarbeit die Wiederherstellung in den O ­ riginalzustand. Eine anschließende Probealarmierung erweckte das Instrument zu neuem Leben, das sich durch seinen sonoren Klang gewissermaßen wieder mit einem ersten Geburtsschrei lautstark bemerkbar machte. Zukünftigen Benutzern wird empfohlen, sensibel mit dem „Jumpscreen®“ umzuspringen, um eine neuerliche Missstimmung des Instrumentes zu vermeiden, moderne „Touchscreens“ der „Smartphones“ verlangen ja auch einiges an Sensibilität vom Nutzer. Für eventuelle Reparaturarbeiten wende man sich an das erfahrene, bewährte Fürstenburger Expertenteam! - Ist es Zufall, dass auf der gegenüberliegenden Talseite

Mit Hilfe starker Hebstangen gelingt es, die Platte in ihr ursprüngliches Bett zurück zu manövrieren.

bei Tarsch eine weitere Platte zu finden ist, die nach demselben Prinzip mit rhythmischen Sprüngen urig anmutende Tonfrequenzen erzeugt, und so eine Verständigung zwischen den Talseiten ermöglichen würde? Jedenfalls ist durch die Menhirfunde in der Bichlkirche bei Latsch und den kürzlich entdeckten ­anthropomorph gestalteten Figurenmenhiren aus Vetzan zusammen mit den Klumperplatten ein interessantes Ensemble jungsteinzeitlicher Relikte zu sehen, die zusammen mit den zahlreichen ­mysteriösen Schalensteinen ­allmählich die Konturen der

Megalithkultur archaischer Zeiten auch im Vinschgau erkennbar werden lassen. Denkbar wäre, dass beide „Platteninstrumente“ zur Einberufung der an den Berghängen und auf Anhöhen angesiedelten Bevölkerung zu Festlichkeiten oder Ritualversammlungen oder aber auch als Warnsignale dienten. Die Gelegenheit, die in der Schlandersburg in passendem Ambiente präsentierten Menhire aus Vetzan zu besuchen, bildete einen weiteren Mosaikstein im Puzzle der Vinschger prähisto­ rischen Zeit, das sich langsam zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen lässt. RED

Schüler der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg beim Besuch der Menhir-Ausstellung in der Schlandersburg mit dem über 3 m großen männlichen Menhir.

Die Klumperplatte von Tarsch auf der gegenüberliegenden Talseite

A PILLELE FIR DI SEAL

Die Katze hat ihn gefressen! Wie oft passiert es, dass wir dem Herrgott unter die Arme greifen wollen, ja, dass wir selber Herrgott spielen wollen! Anlässlich eines Pfingstfestes wollte ein Pfarrer origineller Weise den Gläubigen das Kommen des Heiligen Geistes anschaulich machen. Darum kaufte er eine weiße Taube und überreichte sie dem Mesner mit dem Auftrag: „Wenn wir die dritte Strophe vom Heilig-Geist-Lied `Komm, Schöpfer Geist´ singen, lässt du die Taube durch die Dachluke in das Kircheninnere fliegen.“ „Jawohl, das mach ich gerne!“ , antwortete begeistert der Mesner und nahm die Taube mit sich nach Hause. Der Pfingstgottesdienst begann. Nach dem Evangelium sang die Pfarrgemeinde bereits die sechste und letzte Strophe des Liedes, als der Mesner verzweifelt von der Dachluke herab rief: „Heuer wird leider nichts mit dem Heiligen Geist. Die Katze hat ihn gefressen!“ - Liebe Leserinnen und Leser! Jeder Mensch hat einen Vogel. Das ist Tatsache. Nur meinen manche: ihr Vogel sei der Heilige Geist! Da wünsche ich uns allen rechtzeitig eine Katze, die unseren Vogel frisst, bevor er größeren Schaden anrichtet. Übrigens: In jedem Witz steckt ein Körnchen Wahrheit. Obiges Beispiel sagt uns: Wir sind nicht für den Sturm, für das Feuer und dass Brausen des Heiligen Geistes zuständig. Das ist allein Gott! Viele liebe Überraschungen durch IHN wünscht uns allen MARTIN GEORG JOHANN, PFARRER IN PRAD UND LICHTENBERG

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DER VINSCHGER 22/17


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