Mehrwert – Made in Südtirol

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Im Bild (v.l.): Ulrich Veith, Lukas Gerstl und Joachim Theiner.

„Vorteile für beide Seiten“ Ferienregion Obervinschgau übernimmt für 2,180 Millionen Euro die Anteile der Gemeinde Mals an der Touristik & Freizeit AG. MALS - Die Gemeinde Mals tritt ihre Anteile an der Touristik & Freizeit AG, die sich auf 89,5288 % belaufen, an die Ferienregion Obervinschgau ab. Diese über­ nimmt die Anteile zu einem Preis von 2,180 Millionen Euro. „Die Abtretung der Anteile bringt Vor­ teile für beide Seiten“, stimm­ ten der Präsident der Ferien­ region Obervinschgau, Lukas Gerstl, das Vorstandsmitglied Joachim Theiner, seines Zei­ chens auch Tourismusreferent und Verantwortlicher für die Touristik & Freizeit AG, sowie Bürgermeister Ulrich Veith am 5. April bei einer Pressekonferenz in Mals überein. Der Gemeinde­ rat hatte schon vor einiger Zeit beschlossen, die gemeindeei­ genen Anteile zu bestimmten Bedingungen abzustoßen und den Bürgermeister mit den dafür notwendigen Verhandlungen zu beauftragen. „Der Verkauf der Anteile war der einzige und rich­ tige Weg“, blickte Veith zurück. Die öffentliche Verwaltung sei für die Gesellschaft mehr und mehr zu einer Bremse geworden. Finan­ zielle Unter­stützungen seitens der Gemeinde seien gesetzlich nicht mehr möglich gewesen und auch der Fördertopf des Landes für Kleinskigebiete, wie es der Watles ist, konnte nicht mehr angezapft werden. Veith gab sich überzeugt, dass sich die Gesellschaft besser

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entwickeln kann, wenn sie pri­ vatwirtschaftlich geführt wird. Wie Gerstl und Theiner erklärten, wird der Ankauf der Anteile aus­ schließlich mit den Einnahmen aus der Erhöhung der Ortstaxe finanziert. Die Anhebung der Taxe um 70 Cent ist seit heuer in Kraft. Die bisherige Tätigkeit der Ferienregion werde aufgrund des Ankaufs in keiner Weise ein­ geschränkt.

das Hallenbad energetisch zu sa­ nieren und weitere Maßnahmen zu treffen. Mit den 2,180 Mio. Euro sollen nicht nur die energe­ tische Sanierung fortgesetzt und statische Arbeiten am Dach aus­ geführt werden, sondern auch ein neuer Bereich für junge Leute und Familien geschaffen werden, und zwar dort, wo bisher das Heizwerk untergebracht war. Veith: „Damit kann die Attraktivität des Hallen­ bades merklich gesteigert werden.“ Eine größere Attraktivität des Verbindende Verpflichtungen Hallenbades ist übrigens einer Im Kaufangebot ist fest­ der Punkte des Bürgerhaushal­ geschrieben, dass sich die tes. Für die Führung des Hallen­ Touristik & Freizeit AG verpflich­ bades wird die Gemeinde der tet, die Sportanlagen „SportWell“ Touristik & Freizeit AG weiterhin für 4 Jahre zu führen und das einen jährlichen Beitrag gewäh­ Ski- und Wandergebiet Watles ren. sowie das nordische Skizentrum in Schlinig für jeweils 10 Jahre. Hallenbad wird attraktiver Als weitere Auflage seitens der Gemeinde muss die Gesellschaft Es ist vorgesehen, diesen Bei­ innerhalb von 6 Monaten einen trag sogar aufzustocken. Keine Reorganisationsplan vorlegen. Zweifel gibt es laut Gerstl, Theiner Hierfür wird ein Berater beauf­ und Veith daran, dass die Sport­ tragt. Es geht laut Theiner und anlagen, das Skigebiet Watles und Veith in erster Linie darum, Syn­ das nordische Skizentrum wich­ ergien und Einsparmöglichkeiten tige touristische und auch soziale auszuloten. Den Erlös aus dem Infrastrukturen sind, die nicht Verkauf der Anteile wird die Ge­ in fremde Hände fallen sollten. meinde laut dem Bürgermeister Wie der Bürgermeister ausführte, zu 100 % in das Hallenbad inves­ habe er lediglich das Angebot der tieren. Dieses ist seit einiger Zeit Ferienregion näher begutachtet wieder Eigentum der Gemeinde. und entsprechende Gespräche Diese hat in den vergangenen und Verhandlungen geführt. Mit Jahren bereits viel investiert, um 2 Angeboten von Investoren aus

dem Vinschgau sowie 2 weite­ ren von Investmentfonds aus Deutschland habe er sich nicht näher befasst. Das Kaufangebot soll nun auch noch im Gemein­ deausschuss bzw. Gemeinderat formell abgesegnet werden. Dass die Abtretung der Anteile an die Ferienregion rechtlich in Ord­ nung sei, belegt laut Gerstl ein Gutachten des Landes. Selbst Landeshauptmann Arno Kom­ patscher habe bestätigt, dass die Vorgehensweise korrekt sei. Ope­ rativ in Kraft treten soll das Ganze mit 31. Mai 2017. Veith freut sich, dass die Gesellschaft nun infolge des Einstiegs der Ferienregion so­ zusagen näher am Gast ist. Thei­ ner und Gerstl kündigten u.a. Investitionen am Watles an, etwa im Bereich der Beschneiung. Es gebe noch einiges Potential, um den Watles auch im Winter noch attraktiver zu gestalten. Aufrecht bleiben natürlich die Einnah­ men, die der Touristik & Freizeit AG aufgrund der Beteiligung am Zerzer-Kraftwerk zufließen. Es handelt sich immerhin um ca. 200.000 Euro pro Jahr. Weitere Details bezüglich der Übernahme der Anteile wird die Ferienregion bei der Vollversammlung am 19. April im Vintschger Museum in Schluderns bekannt geben. SEPP


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