Mehrwert – Made in Südtirol

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Karin Oberegelsbacher wurde kürzlich zur Ministerialrätin im Bundeskanzelamt in Wien befördert.

„Es gibt keine Alternative zu einer gemeinsamen Zukunft in Europa“ Karin Oberegelsbacher aus Schlanders arbeitet seit vielen Jahren im Bundeskanzleramt in Wien. Seit kurzem ist sie Ministerialrätin. Im der Vinschger-Interview spricht sie über ihre Arbeit, über Wien, die EU, den Brexit und die Krise, in der die Europäische Gemeinschaft derzeit steckt. der Vinschger: Wann und wie ka-

men Sie von Schlanders nach Wien? KARIN OBEREGELSBACHER: Mei­ nen Eltern habe ich es vor al­ lem zu verdanken, dass ich nach der Matura in Schlanders nach Wien zum Geschichtsstudium gehen konnte. Sie haben mich und meine zwei Schwestern,

Karin Oberegelsbacher (rechts) mit ihrer Arbeitskollegin Ursula Eder.

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DER VINSCHGER 13/17

­ orothea und Sabine, ermutigt D eine eigenständige Lebenswahl zu treffen und Bildungschancen zu nutzen. Vor allem haben sie uns Vertrauen geschenkt. So bin ich 1980 in die pulsierende Groß­ stadt gekommen mit ihren vielen kulturellen Angeboten. Hatten Sie ursprünglich die Absicht, nach dem Studium nach Schlanders bzw. Südtirol zurückzukehren? Ja, ich wollte zurückkehren, un­ terrichten und mich in kulturel­ len Projekten für den Vinschgau engagieren. Sie haben zu Beginn in der Bibliothek im Schloss Laudon gearbeitet. Wie wird aus einer Bibliothekarin eine Ministerialrätin? Die Bibliothek des Schlosses Laudon gehörte zur Verwal­ tungsakademie des Bundes und war eine der bestsortierten EUHand­bibliotheken im deutsch­

sprachigen Raum. Recht bald wurde mir aufgrund meines Stu­ diums angeboten, auch in den Kursbetrieb der Europaakademie einzusteigen, die nach dem EUBeitritt Ö ­ sterreichs die Beamten sozusagen EU-fit machte. Dann übernahm ich auch andere Se­ minare. Heute bin ich mit meiner

Kollegin federführend zuständig für die Weiterbildung der öster­ reichischen Bundesbediensteten im Bereich Europa und Sprachen. Als Südtirolerin und italienische Staatsbürgerin bin ich ein Teil des internationalen Flairs im Bun­ deskanzleramt. Meine Herkunft und Erfahrung dient mir auch

Das Schloss Laudon am Stadtrand von Wien, wo die EU-Kurse des Bundeskanzleramtes stattfinden.


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