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Freitag, 24. Juni 2022

Verlagsbeilage

ADOBE STOCK

Nachhaltig investieren

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«PUBLIREPORTAGE»

Investitionslücken in Infrastruktur nachhaltig schliessen Der technologische Wandel und der Klimaschutz verleihen Infrastrukturprojekten eine ganz neue Dynamik und lassen den Investitionsbedarf in die Höhe schnellen. Die bestehenden Finanzierungslücken lassen sich dabei nur mit Unterstützung privater Investoren schultern. Mit Infrastruktur werden gemeinhin Strassen, Brücken, Kraftwerke, Krankenhäuser, Schulen oder Flughäfen assoziiert. Doch das Spektrum an Infrastrukturprojekten ist heute viel breiter. Die digitale Revolution und die Klimawende eröffnen Anlagemöglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren gar nicht existiert haben. Der weltweite Kapitalbedarf steigt unaufhörlich. Energiewirtschaft und Dekarbonisierung Um die CO2-Emissionen der Stromerzeugung zu verringern, führt kein Weg an erneuerbaren Energien vorbei. Sinkende Kosten und Effizienzsteigerungen bei Windkraft und Solartechnik machen die Erneuerbaren zu den günstigsten Quellen für neuen Strom. Rückenwind erhalten sie überdies von der Politik. Stellvertretend seien die Infrastrukturpläne von USPräsident Biden oder die Klimaziele der EU erwähnt. Im Rahmen des Grünen Deals will die EU mit dem Europäischen Klimagesetz bis 2050 die Klimaneutralität erreichen. Dies setzt voraus, dass die Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten erheblich zurückgehen. Als Zwischenschritt hat sich die EU dazu verpflichtet, ihre Emissionen bis 2030, um mindestens 55% zu reduzieren. Um die Regeln an die Ziele für 2030 und 2050 anzupassen, befasst sich die EU derzeit im Rahmen des Pakets «Fit für 55» mit der Überarbeitung ihrer klima-, energie- und verkehrsbezogenen Rechtsvorschriften. Interessant für Investoren sind hier insbesondere die Cashflows, die sich aus den Strompreisen ergeben. Diese werden zwischen den Betreibern von Solar- oder Windfarmen – ähnlich wie in regulierten Strommärkten – während der ersten Investitionsphase im Voraus ausgehandelt. Grüne Infrastruktur auf Wachstumskurs Trotz COVID-19 erreichten die Investitionen in Technologien für den Klimawandel im Jahr 2020 ein Allzeithoch von USD 524 Mia. Zählt man noch die Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz dazu, betragen sie nahezu USD 800 Mia. An der UN Climate Chance Conference UK 2021 (COP26), die im Oktober/November 2021 in Glasgow stattgefunden hat, wurde klar, dass die Investitionen in eine grüne Infrastruktur weiterhin stark ansteigen werden.

Hinweis: In USD Milliarden Quelle: IRENA (2021), World Energy Transitions Outlook: 1.5 °C Pathway, International Renewable Energy Agency, Abu Dhabi. IRENA = International Renewable Energy Agency

Transportwesen zwischen Pandemie und Elektrifizierung Von der sukzessiven Umstellung auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien werden alle Glieder von Lieferketten betroffen sein. Dazu gehören neben der industriellen Produktion auch der Transport und die Transportinfrastruktur. Tatsächlich sind etwa die Elektrifizierung und die Verbreitung der E-Mobilität bereits im vollen Gang und offenbaren ein hohes Wachstumspotenzial. Betreiber von Flug- und Frachthäfen, Mautstrassen oder Eisenbahnen verzeichneten infolge der COVID19-Pandemie deutliche Kurskorrekturen, die sich nun als Einstiegschancen erweisen könnten. Chancen für Anleger Klimaneutralität, Transportkapazitäten und weiteren Infrastrukturanlagen ist ein sehr hoher Investitionsbedarf gemeinsam. Das dazu erforderliche Kapital ist so hoch, dass es von den staatlichen Haushalten nicht bereitgestellt werden kann und privatwirtschaftliche Akteure die Lücke füllen müssen.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Das Premium Clients Team der Credit Suisse bietet Ihnen ein breites Spektrum an Dienstleistungen, bei denen Ihre individuellen Bedürfnisse stets im Mittelpunkt stehen: credit-suisse.com/premiumclients

Mehr als das Vermögen wachsen sehen. Erzielen Sie nachhaltigen Nutzen. Unser Premium Clients Team berät Sie gern zu Impact Investing, ESG-Mandaten sowie individuellen, nachhaltigen Anlagemöglichkeiten und Stiftungen. credit-suisse.com/premiumclients

*Gemäss der Euromoney Private Banking and Wealth Management Survey 2021 und 2022.

Beste Bank für UHNWI*

Für Anleger sind Investitionen in Infrastrukturprojekte aus mehreren Gründen attraktiv. So sind viele Infrastrukturprojekte von ihrer Natur her langfristig und erschliessen einen Anlagehorizont über viele Jahre. Die Chancen stehen gut, dass Marktschwankungen über die Zeit ausgeglichen werden. Gleichzeitig sind die Cashflows recht stabil und wenig zyklisch, da die Märkte stark reguliert sind und/oder hohe Eintrittsbarrieren aufweisen. Vorteilhaft ist zudem, dass in regulierten Märkten die erlaubte Verzinsung der geleisteten Investition periodisch an die Kapitalmarktzinsen angepasst wird und somit eine adäquate Rendite sichergestellt ist. Diese mag relativ bescheiden ausfallen, taugt jedoch mit ihrer Stetigkeit als Rentenersatz. In nicht regulierten Märkten verfügen die Infrastrukturbetreiber oft über eine Quasi-Monopolstellung und damit über eine erhebliche Macht zur Preissetzung.

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«Meist verwalten Männer das Geld, obwohl Frauen erfolgreichere Investments tätigen» ESG, ETF etc. – wie findet man sich im heutigen Finanzdschungel zurecht? Aysha van de Paer erklärt, worauf man und frau achten soll. Als Personal Finance Specialist hilft sie, die Welt des nachhaltigen Investierens zu verstehen. RACHEL FASSBIND

Warum lohnt es sich, zu investieren? Aysha van de Paer: Viele glauben, dass Investieren nichts ist für sie. Denn: Was sie darüber wissen, schreckt sie ab. Die Thematik scheint komplex und riskant – gerade Frauen beschäftigen sich deshalb viel zu wenig damit. Sobald man jedoch mehr über die Funktionsweise von Geld, Sparen und Investieren lernt, wird klar, wie wichtig langfristige Geldanlagen sind. Nehmen wir als Beispiel eine 40-jährige Frau, die 10 000 Franken an Ersparnissen hat. Wenn sich dieses Geld auf dem Sparkonto befindet, wird sie im Alter von 65 Jahren bei der derzeitigen Inflation von 2,9 Prozent nur noch rund 4800 Franken übrig haben. Selbst wenn die jährliche Inflation nur 0,5 Prozent beträgt, verlieren ihre Ersparnisse ­12 Prozent an Wert.

«In der Schweiz haben wir das Glück, dass es viele tolle Wege gibt, um auch mit begrenzten Ersparnissen auf nachhaltige Weise zu investieren.»

Was raten Sie dieser Frau als Anlage­ expertin? Da gibt es viele Möglichkeiten. Hier mal zwei zum Vergleichen: Würde sie in einen nachhaltigen ETF mit einer jährlichen Gebühr von 0,2 Prozent investieren – ausgehend von einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6 Prozent, würde ihre Investition auf 40 000 Franken ansteigen bis zum Pensionsalter. Alternativ gäbe es nachhaltige Fonds mit einer jährlichen Gebühr von 1,5 Prozent, wie von traditionellen Banken angeboten. Dann würde ihre Anlage auf 30 000 Franken wachsen. Da rate ich aber zur Vorsicht, weil traditionelle Banken oft zusätzliche, etwas versteckte Gebühren erheben, was den endgültigen Betrag schmälern würde. Kurz für das allgemeine Verständnis: Was genau versteht man unter ETFs? Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind kostengünstige Fonds, die an der Börse gehandelt werden. In der Regel investiert ein ETF in alle Unternehmen, die in einem Marktindex enthalten sind, zum Beispiel der SMI in der Schweiz oder der S&P 500 in den USA. Ein nachhaltiger ETF kann Unternehmen ausschliessen, die in Sektoren tätig sind, die als «nicht nachhaltig» gelten, sprich mit Waffen, Tabak, Öl und Gas zu tun haben. Sie empfehlen also grundsätzlich nach­ haltige Anlagen. Warum? Ganz einfach: Weil nachhaltige Anlagen gut performen und langfristig ­ausgelegt sind. Wie beginnt man konkret, ein nachhal­ tiges Portfolio aufzubauen? In der Schweiz haben wir das Glück, dass es viele tolle Wege gibt, um selbst mit begrenzten Ersparnissen oder wenig Einkommen auf nachhaltige Weise

dann gibt es zusätzliche Optionen. Sie können beispielsweise in Risikokapitalfonds investieren, die in Startups investieren, die beispielsweise klimafreundliche Dienstleistungen anbieten.

Aysha van de Paer ist seit 2019 als Personal Finance Specialist selbstständig tätig. zu investieren. Am einfachsten gelingt der Einstieg mit einem Online-RoboAdvisor wie VIAC, TrueWealth, Selma Finance oder Inyova. Auch wenn die Worte «Online» und «Robo» für viele etwas befremdlich klingen, ist es wichtig zu verstehen, dass es sich nicht um Roboter handelt, die das Geld online verwalten. Stattdessen unterstützen diese nur dabei, ein Bankkonto auf den eigenen Namen bei einer ausgewählten Bank in der Schweiz zu eröffnen. Anhand der eigenen Präferenzen wird dann ein entsprechendes Port­folio zusammengestellt. Das «Robo»-Unternehmen besitzt niemals das Geld. Es kann der Bank lediglich mitteilen, wie das Geld der Anlegerinnen und Anleger investiert werden soll. Somit erleichtert dies das Kontoeröffnungsverfahren. Automatisierte monatliche Zahlungen simplifizieren das weitere Vorgehen.

PD

Welche Gründe sprechen denn dagegen, dass man direkt Geld über die eigene Hausbank anlegt? Es scheint verlockend, in die nachhaltigen Fonds der eigenen Hausbank zu investieren. Das Geld ist ja bereits da, das Vertrauen auch. Die Gebühren jedoch, die die Banken erheben müssen, um ihren umfangreichen Betrieb, einschliesslich der Mitarbeitenden, den Filialen und der internen Systeme, zu finanzieren, sind jedoch sehr hoch. Das wiederum wirkt sich negativ auf das eigene Portfoliowachstum aus. Was raten Sie Investorinnen und Inves­ toren mit vertieften Finanzkenntnissen und mehr Budget? Wenn jemand über viel mehr Geld verfügt und die gesetzlichen Anforderungen eines qualifizierten Anlegers erfüllt, also mindestens 500 000 Franken Vermögen ohne Eigenkapital besitzt,

Weitere Möglichkeiten? Wer will, kann direkt in nachhaltige ETFs investieren, indem man eine Online-Handelsplattform wie Swissquote nutzt. Dies ist eher für Fortgeschrittene geeignet, weil es viel mehr Wissen, Aufwand und Disziplin erfordert. Wer zum Beispiel direkt auf Swissquote handelt, wählt unter Tausenden ETFs mit kryptischen Namen die geeigneten aus. Deren Unterscheidung ist jedoch komplex. Danach kommt hinzu, dass man Geld über die Plattform überweist, manuell Transaktionen durchführt und das Portfolio selbst verwaltet. All das ist durchaus möglich, erfordert aber ein gewisses Verständnis – weshalb ich mein Programm «Invest at REST» gegründet habe, um ausführlich zu informieren. In Ihrem Programm fokussieren Sie vor allem auf die Zielgruppe Frauen. Brau­ chen diese mehr Hilfe? Rund 90 Prozent der Frauen sind ­irgendwann allein, wovon laut UBS etwa drei Viertel schlechte finanzielle Erfahrungen machen. Genau so war es auch bei mir: Als mein Mann ü ­ berraschend bei einem Autounfall starb, war ich plötzlich allein mit zwei kleinen Kindern und hatte ­wenig Ahnung von unseren Familienfinanzen. Das war ein zusätzlicher Schock – aber auch ein ­Sinnbild,

wie es vielen Frauen geht. Meist verwalten die Männer das Geld, obwohl statistisch gesehen Frauen erfolgreichere Investments tätigen. Laut einer Stu­ die von Fidelity erzielen Frauen höhere Renditen, weil sie bedächtiger und weniger risikofreudig anlegen. Ausserdem liegt es ihnen eher am Herzen, zu wissen, wo genau ihr Geld hinfliesst und was damit passiert – weshalb Frauen besonders oft nachhaltige Anlagen wählen. Frauen sind nicht nur gute ­Anlegerinnen, sondern oftmals auch die e­ rfolgreicheren Unternehmerinnen. Was halten Sie vom «Gender-Lens Investing»-Ansatz? Bei Gender-Lens fokussiert man sich nach weiblichen Kriterien auf Investments in Firmen. Aus drei Gründen bin ich hiervon eine grosse ­Befürworterin: Erstens wird so die Förderung der ­ Gleichstellung der Geschlechter am ­ Arbeitsplatz voran­getrieben, ­zweitens erzielen Unternehmen mit mindestens 20 Prozent Frauen­ anteil in der Geschäfts­leitung höhere Renditen, und drittens thematisieren sie eher Lösungen zu klimarelevanten Massnahmen. So ergab eine Studie der Credit Suisse, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil im Mana­gement in allen drei ESG-Bereichen (Environment, Social und Governance) deutlich besser abschneiden. Investieren ist aber mehr als ESG. Was sollte man oder frau zusätzlich ­beachten? ESG-Investitionen machen Investieren interessanter und zielgerichteter. Dennoch ist es wichtig, auch die ­anderen Elemente zu verstehen, die für eine erfolgreiche Investition notwendig sind. Ein wichtiger Aspekt ist die Höhe der Gebühren, die der Investmentfonds selbst und das Finanzunternehmen erheben. Denn wenn diese Gebühren hoch sind, kann das Portfolio nicht optimal wachsen. Grundsätzlich lohnt es sich, zu vergleichen und sich umfassend zu informieren – hierfür bin unter anderem ich gerne da.

Zur Person Nach über zehn Jahren im Finanz- und Immobiliensektor machte sich Aysha van de Paer 2019 selbstständig. Sie ist Gründerin des Programmes «Invest at REST», in dem sie insbesondere Frauen und ­Expats unterstützt, die P ­ ensionierung zu planen und langfristig zu investieren. Als unabhängige Spezialistin gibt sie auch internationalen Unternehmen Workshops im Bereich Altersvorsorge. investlikeaysha.com

Impressum

Inhalt HERAUSFORDERUNGEN

KRYPTOWÄHRUNGEN

KRISENRESISTENT

Der Schweizer Markt für nachhaltiges Investieren wächst und wächst.

Können auch Bitcoin und Co. nachhaltig sein? Das sollte man wissen.

Kritikern zum Trotz halten sich nachhaltige ­Anlagen selbst in turbulenten Zeiten gut.

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MEHR TRANSPARENZ

VERSICHERUNGSLÖSUNGEN

GRÜNE IMMOBILIEN

Pionier Andreas Knörzer ­erklärt im Interview, worauf es jetzt ankommt.

Nachhaltige Policen sind ­sowohl für Privatkunden als auch Firmen ein Thema.

Eine Studie der Universität Lausanne prüft, ob den ­Worten auch Taten folgen.

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Nachhaltig investieren ist eine Verlagsbeilage des Unternehmens NZZ. Inhalt realisiert durch NZZ Content Creation. Verlagsbeilagen werden nicht von der Redaktion produziert, sondern bei NZZone von unserem Dienstleister für journalistisches Storytelling. nzzcontentcreation.ch Projektmanagement NZZ Content Creation: Roberto Stefano (Inhalt) und Sara Sparascio (Layout); NZZone: c/o Neue Zürcher Zeitung AG, Falkenstrasse 11, CH-8021 Zürich, +41 44 258 16 98, inserate@nzz.ch. nzzone.ch


Bieten Sie Ihren Mitarbeitenden die Aussicht auf bis zu 30 % mehr Altersrente Die Altersvorsorge bereitet vielen Menschen Sorgen. Wie viel Rente man am Ende des Arbeitslebens ausbezahlt bekommt, hat nicht nur mit dem Lohn zu tun. Wichtige Faktoren sind auch die Höhe der Verzinsung des Kapitals und der Umwandlungssatz. Mit der richtigen Pensionskasse können Mitarbeitende von der Aussicht auf bis zu 30 % mehr Altersrente profitieren. So werden Sie garantiert zur Lieblingschefin oder zum Lieblingschef. Die 1. und 2. Säule sollen nach der Pensionierung ein Renteneinkommen von rund 60 % des letzten Einkommens garantieren und damit den gewohnten Lebensstandard sichern. Doch mit der gestiegenen Lebenserwartung, dem vorherrschenden Tiefzinsumfeld und den politischen Rahmenbedingungen wird es in der 2. Säule zunehmend schwierig, diesen Wert zu erreichen. Während der Beitrag der AHV zum späteren Renteneinkommen bis dato weitgehend unverändert geblieben ist, steuert die 2. Säule immer weniger dazu bei, da sich die Verzinsung auf den Altersguthaben und der Umwandlungssatz im Überobligatorium stetig reduzieren. Diese Entwicklungen wirken sich je nach Versicherungsmodell unterschiedlich auf die Versicherten aus. Die AXA bietet deshalb seit Anfang 2019 anstelle der Vollversicherung nur noch teilautonome Pensionskassenlösungen an. Denn der «dritte Beitragszahler», also der Zins, kommt in teilautonomen Lösungen mit einer ausgewogenen Diversifikation der Anlagen viel stärker zum Tragen als in der Vollversicherung, deren Anlagemöglichkeiten durch ein enges regulatorisches Korsett begrenzt sind. Höhere Verzinsung – höhere Rente Für die Höhe der zukünftigen Altersrente ist vor allem die Verzinsung des Alterskapitals ausschlaggebend. Dabei macht es einen grossen Unterschied, ob das Altersguthaben mit dem BVG-Mindestzinssatz von 1 % verzinst wird oder mit 2 %, wie es in der Teilautonomie langfristig gesehen möglich ist. Konkret konnte die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge ihren Versicherten im Jahr 2021 eine Verzinsung der Altersguthaben von 3 % im Obligatorium und 5 % im Überobligatorium bieten. Insgesamt konnten die teilautonomen Sammelstiftungen der AXA im vergangenen Jahr über 800 Millionen Franken mehr an die Versicherten ausbezahlen, als es der in der Vollversicherung übliche Mindestzins ermöglicht hätte. Über die letzten drei Jahre gesehen erhielten die Versicherten so mehr als 1,8 Milliarden Franken an zusätzlichem Zinsertrag gutgeschrieben. Die Mehrverzinsung inklusive Zinseszinseffekt führt im Verlaufe eines Arbeitslebens bis zur Pensionierung zu einer bis zu 20 % höheren Altersrente. Gleichzeitig können bei teilautonomen Lösungen die Umwandlungssätze länger stabil gehalten werden. In der Summe haben Versicherte einer teilautonomen BVGLösung im Vergleich zu einer Vollversicherungslösung so die Aussicht auf eine bis zu 30 % höhere Altersrente. Das macht pro Monat mehrere Hundert Franken aus. Solide finanzielle Ausstattung Die Sammelstiftungen der AXA verfügen zudem über sehr gute finanzielle und strukturelle Voraussetzungen, wie einen tiefen technischen Zins, adäquate Umwandlungssätze, eine gute Altersstruktur, einen sehr tiefen Rentneranteil und einen hohen Anteil an überobligatorischem Altersguthaben. Die geringen Rentenverpflichtungen haben einen massgeblichen

Bis 20 % mehr Altersguthaben

Bis zu 10 % höhere Altersrente

Höherer Zins = höherer Zinseszinseffekt = mehr Altersguthaben

Höherer Umwandlungssatz = höhere Rentenauszahlung

Bis zu 30 % mehr Rente mit teilautonomer Lösung

reduzierenden Einfluss auf die Umverteilung von aktiv Versicherten zu Altersrentnerinnen und -rentnern. Dadurch ermöglichen sie für die angeschlossenen Firmen und deren Mitarbeitende eine nachhaltig leistungsfähige Pensionskassenlösung, die auch für die Zukunft solide aufgestellt ist. So beträgt beispielsweise der massgebende Deckungsgrad der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge per 31.12.2021 über 112 % (nicht revidiert). Sicher und doch rentabel Dank des guten Portfoliomanagements konnte das Asset Management der AXA trotzt anhaltender Negativzinsen und volatilem Anlageumfeld eine Rendite von 6,9 % (nicht revidiert) zugunsten der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge erreichen. Dies dank einer risikobewussten und nachhaltigen Anlagestrategie mit einer hohen Diversifikation, was hinsichtlich Performance und Deckungsgrad Stabilität gibt. Mit einem Aktienanteil von fast 30 % sind die Anlagen der Sammelstiftungen der AXA eher defensiv aufgestellt. Kurzfristige Schwankungen an den Kapitalmärkten und insbesondere an den Aktienmärkten kommen in regelmässigen Abständen vor. Die berufliche Vorsorge ist jedoch ein auf Langfristigkeit ausgelegtes Geschäft, und darauf zielt auch die durch die Stiftung definierte Anlagestrategie ab. Aufgrund seiner Versicherungswurzeln verfolgt das Asset Management der AXA seit jeher eine risikobewusste Anlagestrategie und hat bereits früh auf interessante Anlageklassen wie Schweizer Immobilien und Hypotheken, ausländische Immobilien, Unternehmenskredite oder Privataktienanlagen (Private Equity) gesetzt und entsprechende Expertise aufgebaut, um zugunsten der Kundinnen und Kunden attraktive und nachhaltige Investitionen zu tätigen. Dank der ausbalancierten Anlagestrategie und der umsichtigen Vermögens-

verwaltung bestand für die teilautonomen Sammelstiftungen der AXA im bisherigen Verlauf der Coronapandemie und der damit verbundenen Börsenschwankungen zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, in Unterdeckung zu geraten. Nachhaltige und leistungsfähige Lösungen für die 2. Säule Die AXA hat sich zum Ziel gesetzt, Firmen und ihren Angestellten nachhaltige und leistungsfähige Lösungen in der 2. Säule anzubieten. Langfristig haben die Versicherten deutlich bessere Aussichten auf eine hohe Altersrente, was die Attraktivität eines Unternehmens mit leistungsstarker Vorsorgelösung für (potenzielle) Arbeitnehmende steigert. Zusätzlich ist es der AXA ein Anliegen, mit ihren Investitionen auch einen Beitrag für die Umwelt und Gesellschaft zu leisten. Sie ist überzeugt, dass ein verantwortungsbewusster und nachhaltiger Einsatz sämtlicher Ressourcen langfristig Wert schafft. Ausserdem glaubt die AXA daran, dass motivierte und gesunde Mitarbeitende für KMU der Schlüssel zum Erfolg sind. Entsprechend bietet sie ihren Unternehmenskundinnen und -kunden interessante Zusatzservices für Lohnnebenleistungen sowie ein umfassendes Programm zur Förderung von Mitarbeitergesundheit an.

Erfahren Sie mehr unter: AXA.ch/pensionskasse


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Zu grün, um wahr zu sein? Nicht erst seit der Razzia bei DWS ist die Greenwashing-Problematik bei nachhaltigen Anlagen ein brennendes Thema. Mit Mindestanforderungen und noch mehr Transparenz will die Branche die Herausforderungen in den Griff kriegen. ROBERTO STEFANO

Die Razzia Ende Mai bei der Fondsgesellschaft DWS wegen potenziellem Greenwashing hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Erstmals untersuchen Behörden im grossen Stil, ob die Deutsche-­ Bank-Tochter ihren Kundinnen und Kunden «grüne» Finanzprodukte als grüner und nachhaltiger verkauft hatte, als sie tatsächlich waren. Die Vorwürfe kamen dabei aus den eigenen Reihen. Ins Rollen gebracht hat die Nachforschungen die ehemalige Nachhaltigkeitschefin von DWS, Desiree Fixler. Ermittelt wird nun wegen Kapitalanlagebetrugs. Aufgrund der Untersuchung hat DWS-Chef Asoka Wöhrmann bereits seinen Hut genommen. Ob die Ermittlungen neben dem Wechsel an der Spitze der Fondsgesellschaft noch weitere Folgen für das Unternehmen haben wird, ist offen. DWS hat die Greenwashing-Vorwürfe stets bestritten und will den ESG-Fokus auch zukünftig beibehalten. Sofern sich keine schweren, vorsätzlichen Handlungen beim Fondshaus nachweisen lassen, dürfte eine Verurteilung schwierig werden. Denn allgemein verbindliche Standards in Bezug auf Nachhaltigkeit sind in der Finanzbranche kaum vorhanden. Und dies trotz des anhaltenden Booms in der Anlagekategorie.

Ausschluss als beliebtester Investmentansatz Seit die grossen Fondsgesellschaften begonnen haben, ihre Produkte auf ­ nachhaltig zu trimmen, erleben diese Investments einen fulminanten Aufstieg. Alleine von 2018 bis 2021 nahm in der Schweiz das Volumen der nach nachhaltigen Ansätzen investierten Gelder um über 1,2 Billionen Franken zu. Die jüngste Studie von Swiss Sustainable ­Finance, die sich auf Daten zu den Fonds und Mandaten von Banken und Vermögensverwaltern sowie intern verwalteten Anlagen von Asset-Ownern stützt, zeigt 2021 eine Zunahme um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1982,7 Milliarden Franken. Ebenfalls der Studie ist zu entnehmen, dass von diesem Volumen bei 1,4 Billionen Franken hierzulande der ­sogenannte Ausschlussansatz, sei dies alleine oder in Kombination mit ­anderen Nachhaltigkeitsprinzipien, am häufigsten zum Tragen kommt. Dabei werden Investitionen in Unternehmen aus ­kritischen Branchen, wie beispielsweise Rüstungsgüter, Tabak oder Erdölförderung, gemäss den gewählten Ausschlusskriterien nicht berücksichtigt. Nachdem bei der letztjährigen Erhebung die ESG-­Integration, bei der systematisch Umwelt-, Sozial- und GovernanceAspekte bei der Wertpapieranalyse integriert werden, auf Platz eins lag, ist es bei den Ausschlüssen im Jahr 2021 zu einem Wachstum um rund 48 Prozent gekommen. Dieser markante Anstieg wird vor allem damit erklärt, dass sich die Kohle­ ausschlüsse im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hätten. Mit dem Ausschlussprinzip wollen die Investoren verhindern, dass mit ihren Geldern Branchen unterstützt werden, die ihren Ansichten von Nachhaltigkeit widersprechen. Das Problem d ­ abei: Auch wenn die Investoren ihre Titel verkaufen, werden die Firmen bestehen bleiben und möglicherweise sogar weniger nachhaltig arbeiten. Gleichzeitig wird man mit einem reinen Ausschluss bei den Unternehmen keinen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit erreichen können. Was bleibt, ist eine Signalwirkung.

Weglassen, was ohnehin nicht passt Auf der anderen Seite ist es ein Leichtes für die Finanzbranche, mit diesem ­Ansatz nachhaltige Finanzprodukte anzubieten. So haben Untersuchungen durch die

Der Problematik der unterschiedlichen Nachhaltigkeitsziele der Finanzprodukte ist sich auch Swiss ­Sustainable ­Finance bewusst.

Nicht-­Regierungsorganisationen Facing Finance (2020) und Urgewald (2021) gezeigt, dass 650 Geldanlagen sich selbst in den Anlegerinformationen als «nachhaltig» bezeichneten, oft aber auch in Unternehmen investierten, die zu den grössten Treibhausgas-Verursachern gehören und damit der Umwelt massiv schaden. Pikant: Besonders aufgefallen sind den NGO mehrere DWS-Fonds, insbesondere der DWS-Fonds Europe Energy ESG Screened ETF. Dieser entpuppte sich als reiner Öl- und Gasfonds. Als Nachhaltigkeitskriterien hatten die Fondsmanager den Ausschluss von Waffen, Tabak, Kohleabbau oder Ölförderung aus Ölsanden angegeben. Dabei spielen die meisten dieser Wirtschaftszweige für einen ausgeprägten Öl- und Gasfonds sowieso keine Rolle. Gerade bezüglich der alleinigen ­Anwendung des Ausschlussansatzes gibt es schon länger Kritik, sogar aus der ­ Finanzbranche selber. So forderten Nachhaltigkeitsexperten denn auch,

Das nachhaltige Anlagevolumen ist 2021 in der Schweiz auf 1982,7 Milliarden Franken gewachsen.

dass Strategien, die nur einfache Ausschlüsse vornehmen, nicht länger als nachhaltig bezeichnet werden. Nachhaltiges Investieren sei auch wesentlich schwieriger, als lediglich einen Satz ESG-Scores zu kaufen und ihn auf ein Portfolio anzuwenden. Gleichentags mit der Veröffentlichung der Studie hat hierzulande wiederum Greenpeace moniert, dass ­ Swiss Sustainable Finance mit ihrer Erhebung den Begriff der Nachhaltigkeit verwässere. Die Nachhaltigkeitsdefinition sei irreführend, weil die ­Branchenorganisation alle Anlagen als nachhaltig a­ ufsummiere, die in irgendeiner Weise nachhaltigkeitsbezogene Kriterien berücksichtigen – auch solche, die nicht die Wirkung der Unternehmen auf Klima und Biodiversität im Auge haben. Wenig überraschend ist die Definition von Nachhaltigkeit bei der Umweltorganisation eng gefasst und schliesst indirekte Wirkungen der Geldanlagen aus.

Entwicklung der nachhaltigen Investitionen in der Schweiz in Milliarden Franken

2021: Nachhaltiges Anlagevolumen von total1982,7 Milliarden Franken (+30% gegenüber 2020)

2250 1982.7

2000

1750 1520.2 1500

1250

1163.3

1000 716.7

750

500

390.5

250 41.2

47.6

56.1

71.1

2012

2013

2014

141.7

215

0 2011

2015

Asset Owners

2016

Mandates

2017

2018

2019

2020

2021

Funds QUELLE: «SWISS SUSTAINABLE MARKET STUDY 2022»

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Enttäuschungen vermeiden Der Problematik der unterschiedlichen Nachhaltigkeitsziele der Finanzprodukte ist sich auch Swiss ­Sustainable ­Finance bewusst. Die Organisation führt denn auch Enttäuschungen bei den Anlegerinnen und Anlegern unter anderem auf die Diskrepanz zwischen den Kundenerwartungen und Produktmerk­ malen zurück. Beispielsweise würden die Käufer mit Nachhaltigkeit oftmals primär Umweltschutz verbinden, während die Vermögensverwalter auch soziale Faktoren oder Governance-Aspekte in ihre Überlegungen einbeziehen, sodass nicht nur Firmen in einem Portfolio erscheinen, die beim Klimaschutz führend sind. Gleichzeitig sieht Swiss Sustainable Finance auch die Finanzindustrie in der Pflicht, «die zentralen Nachhaltigkeitsmerkmale eines Anlageproduktes transparent und verständlich darzustellen und den Nachweis zu erbringen, dass die in den Marketingdokumenten gemachten Versprechen und Zielsetzungen auch eingehalten respektive erreicht wurden und sogenanntes Greenwashing vermieden wird». Zu diesem Zweck hat die Organisation zusammen mit der ­Asset Management Association Ende letztes Jahr die «Empfehlungen zu ­ Mindestanforderungen und Trans­ parenz für nachhaltige Anlage-Ansätze und Produkte» veröffentlicht. Die wichtigen Stichworte lauten hier Mindestanforderungen und Trans­ parenz: Mindestanforderungen, weil ein zu enges Korsett die noch junge Disziplin «Nachhaltig Investieren» zu stark einschränken und zu wenig auf die ­Dynamik sowie die neu gewonnenen Erkenntnisse eingehen würde. Und Transparenz, weil nur so gewährleistet werden kann, dass die Kunden auch tatsächlich jene Produkte erhalten, die sie mit ihren Idealen vereinbaren können. Ob unter diesen Umständen der erwähnte DWS-Fonds noch immer ein ESG-Label verdient hätte, ist zumindest fraglich. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Kunden dank mehr Transparenz genau wissen, in welche Firmen sie tatsächlich investieren. Ob das Produkt auch dann noch gekauft wird, bleibt ­Sache der jeweiligen Investoren.


Asset Management Wealth Management Asset Services Alternative Investments

Pioniere entdecken das Unbekannte. Auch die Investitionsthemen der Zukunft.

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«Die Auswahlkriterien müssen transparent und schlüssig sein» Mehr noch als zusätzliche Regulierungen braucht es bei nachhaltigen Anlagen griffige Offenlegungsvorschriften, ­­ um Greenwashing zu vermeiden, so Andreas Knörzer. Im Interview blickt der Pionier im nachhaltigen Investieren auf die Anfangsjahre zurück und erklärt, weshalb es für ihn im eigentlichen Sinn keinen guten oder schlechten Investmentansatz gibt, sondern nur unterschiedliche. wusster Akt. Diesen kann man mit einer ­sauberen Dokumentation, mit verbindlichen Reportings und Kontrollen eindämmen.

ROBERTO STEFANO

Sie sind als einer der Pioniere in der Schweiz seit über 30 Jahren im Bereich nachhaltiges Investieren tätig. Wie hat sich die Disziplin in dieser Zeit verändert? Andreas Knörzer: Heute sind nachhaltige Anlagen ein Muss. Die Kunden fordern es – und zwar nicht nur die Privaten, sondern auch Pensionskassen, die im Vergleich zum Ausland in der Schweiz anfangs noch zögerten. Ohne ein Mindestmass an nachhaltigen Produkten dürften es die Finanzinstitute schwer h ­ aben, überhaupt noch Geschäfte zu tätigen. Gleichzeitig ist der Bereich inzwischen besser reguliert. Man achtet v ­ ermehrt ­darauf, wie der Begriff Nachhaltigkeit umgesetzt wird, um Greenwashing zu verhindern. Dank der ­verstärkten Offenlegungspflicht und internationalen Standards wie der EU-Taxonomie hat sich die Transparenz erhöht. War nachhaltig Investieren früher nach­ haltiger als heute? Nein, ich denke nicht. Unser erster Fonds bei der Bank Sarasin war ein ÖkoEffizienz-Fonds. Die Zusammensetzung des Portfolios erfolgte nach dem Bestin-Class-Prinzip unter Berücksichtigung von Branchenrisiken. Für die Auswahl der Branchenbesten mussten wir erst einen Kriterienkatalog erstellen und die Unternehmen anhand dieser Vorgaben selbst analysieren. Inzwischen ist die ­Forschung weiter fortgeschritten, die Selektion erfolgt deutlich systematischer. Zudem waren in den Anfangsjahren ­Ansätze wie ESG-Engagement ­(Environment, Social, Governance) oder Impact Investing noch nicht bekannt. Nachhaltige Anlagen waren vor allem Umweltinvestments. Zuerst stand sicherlich die Ökologie im Vordergrund. Dann kamen Kriterien wie Soziales oder Governance hinzu. Man spricht heute von ­ESG-konformen Investments. Wegen der EU-Taxonomie, die bisher hauptsächlich auf den Umweltschutz abzielt, hat dieser Bereich wieder an Bedeutung gewonnen. Heute jedoch scheinen alle Finanzanla­ gen irgendwie nachhaltig zu sein. Fast alle Finanzinstitute sind auf den Zug aufge­ sprungen. Macht das noch Sinn? Grundsätzlich begrüsse ich es, dass sich der Anlageansatz breit durchgesetzt hat. Denn wer nachhaltig investiert, profitiert einerseits von einem besseren ­Risiko-Return-Profil, andererseits sollten nachhaltige Anlagen über die Zeit zu Verbesserungen beim Klimawandel, der Biodiversität und dem sozialen Zusammenleben führen. Somit wäre das Ziel erreicht? Nein, denn die Kriterien bezüglich Nachhaltigkeit sind nicht fix, sondern verändern sich. Sie sind ein Spiegelbild der Gesellschaft und passen sich laufend an das aktuelle Geschehen an. Gleich­ zeitig erzielt die Wissenschaft ständig Fortschritte, die in den Investmentansatz einfliessen. Nachhaltiges Anlegen erfordert eine gewisse Offenheit, die Vorgaben dürfen nicht starr sein. Trotz der enormen Geldvolumen, die be­ reits in nachhaltige Anlagen geflossen sind, ist die Wirkung in der Realwirtschaft überschaubar. Woran liegt das? Die Wirkung ist am grössten, wenn man als Anleger einen möglichst direkten Zugang zum Investment hat. Ein Beispiel: Der Ausschluss einer Firma aus einem Portfolio, weil diese zu wenig nachhaltig arbeitet, hat keinen direkten Einfluss auf das Unternehmen.

Bräuchte es nicht vielmehr standardi­ sierte Vorgaben, an die sich alle zu hal­ ten ­haben? Beispielsweise die EU-Klima­ taxonomie? Mehr noch als die Taxonomie braucht es dazu griffige Offenlegungsvorschriften. Die Anleger müssen wissen, was sie kaufen. In Zukunft wird der Beratungsprozess – und damit auch die Ausbildung der Kundenbetreuer – noch wichtiger werden. Gänzlich verhindern lässt sich Greenwashing allerdings kaum.

Andreas Knörzer: «Heute sind nachhaltige Anlagen ein Muss. Die Kunden fordern es.» PD Die Nichtberücksichtigung ist nur ein Signal und könnte dessen Reputation schädigen. Wenn man dagegen über Aktien oder Anleihen direkt in eine ­ Firma investiert, kann man Einfluss nehmen. ­Aktive Aktionäre, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, können etwas verändern. Dies gilt insbesondere für grosse Investoren wie Pensionskassen. Der ESG-Engagement-Ansatz, bei dem die Anleger Position beziehen, zeigt durchaus Wirkung in der Realwirtschaft. Der Ausschluss-Ansatz erfreut sich ge­ mäss neuster Marktstudie gleichwohl einer grossen Beliebtheit. Kritiker monie­ ren denn auch, dass damit nur das Gewis­ sen der Investoren beruhigt werden soll. Nein, es gibt viele Anleger, die aus Überzeugung Ausschlusskriterien anwenden. Stiftungen beispielsweise, deren Investitionen nicht dem Stiftungszweck zuwiderlaufen sollen. Das muss man respektieren. Tatsächlich wenden viele Vermögensverwalter Ausschlusskriterien in Kombination mit anderen Anlage­ ansätzen an. Ansonsten wäre es aber tatsächlich sinnvoller, ein Unternehmen in ­seiner Transition hin zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell zu unterstützen, statt es gänzlich auszuschliessen. So wird aktuell wegen des Krieges in der ­Ukraine wieder über den Sinn von üblichen Ausschlusskriterien wie Waffenproduktion – auch Mittel zur Selbstverteidigung – oder harte Ausschlüsse von Kohle nachgedacht, die plötzlich wieder als Alternative zum russischem Gas herhalten muss. Sie sprechen nachhaltigen Anlagen ein besseres Risiko-Rendite-Profil zu. Müss­ ten diese nicht eher geringere Renditen ab­ werfen, weil für risikoreichere Assets im Normalfall mehr bezahlt werden muss? Vorweg: Nachhaltige Anlagen m ­ üssen keine besseren Renditen als konventio-

«Aktive Aktionäre, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, können etwas verändern.»

nelle Produkte abwerfen. Investoren müssen aber auch längerfristig keine Minderrendite fürchten, selbst wenn aktuell Investments in fossile Energien und Waffenproduzenten wegen dem angesprochenen Ukrainekrieg wieder florieren. Wir messen die Performance der Anlagen seit Jahrzehnten und konnten bereits mehrfach aufzeigen, dass die Anleger nicht auf Renditen verzichten müssen. Insbesondere in den Emerging ­Markets, wo der Anteil der als nachhaltig beurteilten Unternehmen noch geringer ist, hat der Best-in-Class-Ansatz sogar zu einer besseren Performance geführt. In den entwickelten Märkten besteht zwischen nachhaltigen und ­konventionellen Anlagen keine grosse Differenz. Am Ende hängt die Performance auch von den Entscheidungen und Erfahrungen der Manager ab. Hierzulande wird der grösste Teil der Gelder von Ausschlusskriterien einmal abgesehen nach dem ESG-Integrations­

ansatz investiert. Dabei berücksichtigen die Portfoliomanager bei der Beurteilung der Unternehmen neben Finanzkennzah­ len auch Nachhaltigkeitskriterien. Was halten Sie davon? Grundsätzlich gibt es für mich keinen guten oder schlechten Investmentansatz, sondern nur unterschiedliche. Wenn ein Portfoliomanager beispielsweise ein grosses Titeluniversum überblicken muss, dann eignet sich Best-in-Class sehr gut, um eine qualifizierte ­Vorauswahl zu treffen. Wenn ein Investor seine Port­ foliogesellschaften dagegen sehr aktiv und eng betreut, macht ESG-Integration Sinn; schliesslich dürfte er die Unternehmen dann wohl besser beurteilen können als mancher Nachhaltigkeitsanalyst. Entscheidend ist in diesem Fall, dass das Votum für oder gegen ein Unternehmen transparent, nachvollziehbar und systematisch festgehalten wird. Der Ansatz steht in der Kritik, weil, an­ gesichts der zahlreichen ESG-Ratings, am Ende fast jedes Portfolio irgendwie nachhaltig erscheint. Wie verlässlich ist der ­Ansatz? Genau deshalb ist es entscheidend, dass die Auswahlkriterien transparent und schlüssig sind. Ohnehin würde ich mich nicht auf Ratings von Agenturen stützen, sondern auf ESG-Rohdaten, wie beispielsweise den CO2-Ausstoss. Diese sind heute relativ leicht erhältlich. Die Portfoliomanager müssen wissen, ­welche Daten sie benötigen, diese einkaufen und danach richtig interpretieren. Öffnet dies nicht Tür und Tor für so­ genanntes Greenwashing? Mir gefällt die Unterscheidung zwischen Greenwashing und Greenwishing: Beim Greenwishing agiert ein Port­ foliomanager mit einer guten Absicht, erreicht aber das Nachhaltigkeitsziel nicht. Greenwashing dagegen ist ein be-

Zurück zur Wirkung: Auch heute noch dürften jene Anleger am meisten errei­ chen, die Impact Investing betreiben. Sollte man den Schwerpunkt nicht auf diesen Ansatz legen? Mit Impact Investing lassen sich die Nachhaltigkeitsziele sicherlich am besten umsetzen. Allerdings eignen sich nur ausgewählte Anlageklassen dazu. Häufig handelt es sich dabei um nicht liquide ­Investments, die auch mit einem gewissen Risiko verbunden sind. Für die grossen Summen, die nachhaltig angelegt werden wollen, ist der Ansatz nicht geeignet. Pensionskassen beispielsweise können aufgrund der regulatorischen Vorgaben hier nur einen geringen Anteil investieren. Auf einer tiefen Basis ist das Wachstum im Bereich Impact Investing zusammen mit dem artverwandten thematischen Investing gemäss aktuellen Zahlen allerdings gross – und dürfte es auch zukünftig bleiben. Stichwort Zukunft: Wie wird sich der ­Bereich der nachhaltigen Investitionen weiter entwickeln? Nachhaltige Anlagen dürften weiter zulegen. Dabei wird sich die Professionalisierung in diesem Bereich wohl noch erhöhen, genauso wie die Qualifikation der Manager und die Q ­ ualität der Analysen. Früher stützten wir unsere Analysen auf einen überschaubaren Datensatz. Inzwischen mangelt es nicht mehr an Daten. Umso wichtiger sind Auswertungen und Interpretation der Ergebnisse. Denn nicht für alle Firmen und Branchen gelten die gleichen K ­ riterien. Daher bin ich auch e­ twas kritisch, was eine Verschärfung der Regulierungen betrifft. Wenn diese k ­ einen Mehrwert für die Anleger bringen, u ­ npraktikabel und nur «regulierte» Nachhaltigkeit als Tick-the-Box-Übung darstellen, sollte man sie nochmals überprüfen oder gleich weglassen. Alles in allem wird die Bewegung weitergehen und auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen abbilden. Denn Nachhaltigkeit ist immer auch ein Weg und nicht nur ein Ziel.

Zur Person Andreas Knörzer (62) hat ab 1989 bei der damaligen Bank Sarasin die nachhaltige Produktlinie des Finanzdienstleisters ­aufgebaut. Nach der Übernahme durch ­J. Safra wechselte der Betriebsökonom zur Notenstein Privatbank und später zur Bank Vontobel, wo er als ­Vice Chairman von Vontobel Asset Management und Chairman des ESG Investment Governance Committee tätig war. Heute ist Knörzer selbstständig und bietet mit seiner Firma Knörzer Consulting Nachhaltigkeitsberatung für Finanz und Wirtschaft an.


Neue Horizonte für nachhaltigkeitsbewusste Anleger ESG ist Kernbestandteil unserer Anlagestrategien und Entscheidungsprozesse. Unsere erfahrenen Investment-Spezialisten entwickeln fortschrittliche Anlagelösungen, mit denen unsere Kunden auch ESG-Ziele umsetzen können.

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Inzwischen hat auch die Kryptoszene erkannt, dass sie bei der Frage der CO2-Emissionen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten muss.   ADOBE STOCK

In Kryptos investieren – von Möglichkeiten und Risiken Investitionen in Kryptowährungen werden immer beliebter. Deshalb stellt sich vermehrt die Frage, wie nachhaltig solche Investitionen überhaupt sind und welche Möglichkeiten es für Sustainable Investments in Kryptos gibt. CARSTEN PRIEBE

Das Kürzel ESG ist zum Synonym für nachhaltige Investitionen geworden. Dahinter verbirgt sich ein Ansatz, der die drei Säulen Umwelt, Soziales und Regulierung (englisch ­Environmental­,­ Social, Governance; kurz: ESG) als gleichwertig für die Nachhaltigkeit eines Investments ansieht. Entstanden ist der Ansatz in den muffigen Hinterzimmern der UN. An einer dieser Sitzungen über nachhaltige Finanzprodukte habe ich in Genf selbst teilgenommen und wunderte mich, dass von all den Schweizer Anbietern, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, nachhaltige Finanz­ produkte anzubieten, kein einziger Vertreter teilgenommen hat. Die Abwesenheit der Kryptoszene hingegen war verständlich, denn Nachhaltigkeit stand damals nicht im Vorder­ grund bei den Schöpfern der digitalen Währungen. Inzwischen werden ­Aspekte der Nachhaltigkeit aber auch für diese Anlageklasse wichtiger. Schliesslich litt das Image der Kryptominer an ihrem hohen Stromverbrauch, der meist nicht aus Erneuerbaren Energien stammte, sondern in vielen Fällen aus asiatischen Kohlekraftwerken, die unter Klima­ aktivisten nicht den besten Ruf haben. Deshalb hat das IPCC wegen des hohen CO2-Ausstosses von Kryptowährungen bereits Alarm geschlagen.

Umweltaspekte von Kryptowährungen Inzwischen hat die Kryptoszene erkannt, dass sie bei der Frage der CO2Emissionen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Hier ein Beispiel: Bei der Erdölförderung fällt meist Erdgas als Nebenprodukt an. Dies wird in vielen Fällen immer noch abgefackelt, da es vor Ort nicht anderweitig genutzt werden kann. Die Ölfelder der Golfstaaten sind weltweit für bis zu 38 Prozent

des abgefackelten Erdgases verantwortlich - mit entsprechenden Folgen für die CO2-Bilanz dieser Länder. Der Oman will daher das Abfackeln bis 2030 be­ enden. Deshalb hat die Oman Investment Authority nun einen Deal mit dem US-Unternehmen Crusoe Energy abgeschlossen, die das überschüssige Gas der omanischen Ölfelder zum Mining von Bitcoin verwenden will. Bitcoin kann durch solche Massnahmen in der Kategorie Environmental also ein paar Nachhaltigkeitspunkte gewinnen. Das Crypto Carbon Ratings Institute (CCRI) hat zudem ein Crypto Climate Impact Accounting Framework ent­ wickelt, mit dem die Treibhausgasemissionen von Kryptowährungen b ­ ewertet werden. Inzwischen gibt es zahlreiche Kryptowährungen, die als besonders umweltfreundlich gelten. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sie bei Proofof-Work-Operationen besonders effi­ zient arbeiten und weniger Strom benötigen. Oder aber sie basieren auf dem Konzept Proof of Storage oder Proof of Stake und benötigen schon deshalb deutlich weniger Strom. Zu den Kryptowährungen, die auf Proof of Stake basieren, gehört Cardano. Cardano benötigt nicht nur besonders wenig Strom, sondern ist auch sehr leistungsfähig, weshalb diese Digitalwährung zu den grünen Kryptos gezählt wird. Eine weitere Möglichkeit ist, dass zwischen der Kryptowährung und Erneuerbaren Energien ein enger Zusammenhang besteht, beispielsweise bei SolarCoin. Das Konzept dahinter sieht vor, dass für jede Megawattstunde Solarstrom ein SolarCoin erzeugt werden kann. Interessanterweise hinterfragen oder vergleichen die Kritiker von Kryptowährungen nie die Umweltaspekte ­herkömmlicher Währungen und deren ­Ressourcenverbrauch. Herstellung und Entsorgung nickelhaltiger Euromünzen oder plastifizierte Banknoten h ­ aben die Anhänger von Greta Thunberg bislang

noch nicht auf den Plan gerufen und auch das IPCC schweigt zu den abgeholzten Wäldern zum Druck indischer Banknoten.

Soziale Aspekte von Kryptowährungen In der Kategorie Social schneiden Kryptos generell nicht schlecht ab, da sie theoretisch ein staatlich nicht kontrolliertes Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel solchen Personen anonym bereitstellen, die sonst keinen Zugang zu Bankdienstleistungen haben, beispielsweise Regimekritiker in totalitären Staaten. Dennoch ist der Punkt «social» besonders umstritten, da insbesondere die EZB hinter fast jeder Kryptotrans­ aktion dubiose Machenschaften wittert. Das World Economic Forum hat sich der Problematik angenommen und den Crypto Impact and Sustainability Accelerator (CISA) lanciert, dessen Aufgabe es unter anderem ist, globalen Führern die Möglichkeit zu geben, den sozialen Einfluss von Kryptowährungen wie auch immer zu beeinflussen.

Für Investoren, die ein nachhaltiges Investment im ­Kryptobereich ­wünschen, sind Kompromisse fast unvermeidlich.

Auch ohne WEF und Co. ist bekannt, dass Kryptowährungen natürlich auch für illegale Geschäfte genutzt werden, beispielsweise für den Verkauf von an die Ukraine gelieferten NATO-Waffen über das Darknet. Einige chinesische Triaden haben sogar eigene Kryptowährungen lanciert. Um beim Beispiel der Triaden zu bleiben, so sind deren Kryptooperationen allenfalls ein Nebengeschäft zu den Milliarden US-Dollar aus illegalen Geschäften, die von diesen Organisationen jährlich weitgehend unbehelligt am Immobilienmarkt von Vancouver oder über europäische Firmennetzwerke gewaschen werden. Dies relativiert das schlechte Image der Kryptowährungen bei Strafverfolgern zumindest ein ­wenig. Dafür, dass Kryptowährungen soziale Aspekte berücksichtigen, spricht hingegen, dass sie im Sinne der 17 UNNachhaltigkeitsziele die Forderung erfüllen, dass Überweisungen kostengünstig erfolgen können, da Kryptowährungen nicht auf Banken angewiesen sind. Unter dem Strich bleibt die Abwägung schwierig, wie der soziale Aspekt von Kryptowährungen bewertet werden soll. Bleibt also noch das Thema Governance.

Unternehmensführungsaspekte von Kryptowährungen Für Zentralbanken ist der Wildwuchs im Kryptouniversum ein Alptraum, denn der Kontrollverlust droht. Insbesondere bei inflationsanfälligen Fiat-Währungen greift Gresham´s Law: Die weiche Zentralbankwährung wird ausgegeben und über die erhöhte Umlaufgeschwindigkeit wird die Inflation weiter angeheizt. Gleichzeitig horten die Wirtschaftssubjekte die im Vergleich weniger von Inflation betroffenen Kryptowährungen. Ganz schlecht aus Sicht der Zentralbank ist die eigene währungspolitische Ohnmacht in einer solchen Situation. Die Zentralbanken versuchen deshalb, durch die Schaffung eigener Digi-

talwährungen die regulatorische Hoheit zurückzugewinnen. Während die Zentralbanken von London bis Tokio am digitalen Zentralbankgeld feilen, hat ­ die Kreativität der dubiosen und kriminellen Kryptoanbieter noch zugenommen. Sie nutzen immer neue Maschen, um Kryptoinvestoren um ihr Geld zu bringen. Aus dieser Perspektive scheint die Governance von Kryptowährungen also schwach zu sein allerdings betrifft diese Sichtweise meist nicht die Kryptowährungen selbst. Denn die den meisten Kryptowährungen zu Grunde liegende Blockchain-Technologie stellt ein Peerto-Peer-Netzwerk dar, das sich durch Transparenz und strenge Regeln auszeichnet. Unter diesem Aspekt schneiden Kryptowährungen bei der Governance eigentlich gut ab. Doch auch hier ist ein eindeutiges Urteil schwierig zu fällen.

Nachhaltige Investments in Kryptowährungen Für Investoren, die ein nachhaltiges Investment im Kryptobereich wünschen, sind Kompromisse fast unvermeidlich. Bitcoin als grösste und wichtigste Krypto­ währung ist als nachhaltiges Investment nur schwer zu rechtfertigen. Eine Diversifikation in als nachhaltig geltende Kryptowährungen ist möglich, birgt aber die Gefahr, dass man im Zweifel ein wenig liquides und hoch volatiles Portfolio besitzt. Algorand, dessen Blockchain komplett kohlenstoffneutral ist, hat eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 2,6 Milliarden Franken. Die von Green Crypto Research aus Zug ebenfalls mit einen besonders guten ESG-Rating der Stufe A versehene Kryptowährung Avalanche hat eine Marktkapitalisierung von 6,7 Milliarden Franken. Allerdings sind nur etwa 39 Prozent davon im Umlauf, und seit Jahresbeginn hat Avalanche etwa 80 Prozent des Wertes verloren. Die Risiken nachhaltiger Krypto-Investments sollten also nicht unterschätzt werden.


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Freitag, 24. Juni 2022

Nachhaltige Versicherungen: Noch vielfach unbekannt, aber durchaus mit Potenzial Nachhaltige Finanzprodukte werden hierzulande immer beliebter, so auch entsprechende Versicherungslösungen. Eine solche Police zu finden, ist aber nicht ganz einfach – sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmen. MARTINA WACKER

Umweltkriterien prägen immer mehr die Kaufentscheidungen. Das gilt auch beim Abschluss einer Police. Mehr als 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wollen, dass ihre Versicherungen nachhaltiges Verhalten fördern, wie aus einer Befragung des Beratungsunternehmens BearingPoint im Jahr 2021 hervorgeht. «Nachhaltigkeit ist ein starkes Kundenbedürfnis», sagt Martin Eling, Ver­ sicherungsökonom und Professor an der Universität St. Gallen. Dementsprechend findet im Moment bei den Versicherern in der Schweiz und global eine erstaunlich schnelle Transformation der Anlageseite hin zu nachhaltigem Investieren statt. Aber nicht nur bei Lebensversicherungen wie einer Säule 3a, bei denen ein gewisser Betrag in adäquate Anlagen ­investiert wird, sondern auch bei Sachversicherungen zeichnet sich eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Versicherungslösungen ab.

Verändertes Schadenmanagement Dies spürt unter anderem die Helvetia. Nach eigenen Angaben habe sowohl die Nachfrage nach Versicherungen für nachhaltige Energiequellen, beispielsweise Photovoltaikanlagen oder Erdwärmesonden, als auch die Nachfrage für Versicherungen von elektrifizierten Fahrzeugen wie E-Bikes oder E-Autos zugenommen. Parallel dazu hat sich das Schaden­ management verändert. So würden heute defekte Geräte wenn immer möglich repariert und erneut verwendet, erklärt Helvetia-Sprecher D ­ ominik Chiavi. Sprich, defekte Notebooks, Tab­ lets oder Smartphones werden nicht mehr entsorgt, sondern wieder instand gesetzt. «Gleiches gilt für Waren und Gegenstände, die beispielsweise bei Unwettern in Kellern oder Lagerräumen zerstört wurden», sagt Chiavi.

Ureigenes Interesse am Thema Nachhaltigkeit Während bei den Lebensversicherungen schon länger auch nachhaltige Produkte angeboten werden, hat die Transfor­ mation bei den Sachversicherungen erst begonnen. «Noch ist aber unklar, inwiefern die Kundinnen und Kunden tatsächlich bereit sind, einen allfälligen Aufpreis zu bezahlen», so Martin Eling.

Laut Bearing-Point glauben immer noch viele, dass gerade im Nachhaltigkeitsbereich falsche Versprechungen ­gemacht werden.

Die Assekuranzen selbst stellen sich vermehrt die Frage, welche Risiken sie noch versichern wollen. Dennoch rechnet der Experte damit, dass sich die Transformation hin zu nachhaltigeren Produkten auch in diesem Bereich durchsetzen wird. Denn nicht nur die Konsumentinnen und Konsumenten, sondern auch die Versicherungen hätten ein ureigenes Interesse am Thema Nachhaltigkeit. «Das sogenannte Underwriting und damit das Kerngeschäft der Versicherer ist im hohen Masse von einer nachhal­ tigen Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft betroffen», führt Eling weiter aus. So würden die grossen Erst- und Rückversicherer schon seit Längerem vor dem enormen Einfluss des Klimawandels auf das Kerngeschäft der Ver­sicherer warnen. «Und sie stellen auch die Grenzen der Versicherbarkeit infrage», ergänzt Eling.

Langer Atem und Transparenz gefragt Was den Versicherungsgesellschaften zugutekommt, ist die Tatsache, dass sich die Branche im Kern eigentlich immer mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen musste. Die Assekuranzen sind in der Lage, langfristig zu denken und potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen. Damit nachhaltige Versicherungen vermehrt nachgefragt werden würden, bedarf es jedoch viel Informationsaufwand, so Eling. «Versicherer müssen ihren Kun-

dinnen und Kunden erklären, warum sie allenfalls einen Aufpreis bezahlen und weshalb sich das für sie lohnt.» Laut der Befragung von Bearing­ Point glauben immer noch viele, dass gerade im Nachhaltigkeitsbereich falsche Versprechungen gemacht werden. Deshalb fordern sie Transparenz. «Die Versicherer müssen genau informieren und erklären, was dies für den Kunden im Einzelnen bedeutet», wird Claudio Stadelmann, Versicherungsexperte von Bearing-Point in einer entsprechenden Mitteilung zitiert. So würden die Kunden wissen wollen, wie Nachhaltigkeit in die Prämienkalkulation einfliesst. ­Allein der Bedarf an Nachhaltigkeit sei kein Argument, einfach die Preise erhöhen zu können. Hinzu kommt: Nur die wenigsten Kundinnen und Kunden sind bereit, der Nachhaltigkeit zuliebe auf Rendite zu verzichten, wie die Studie von BearingPoint weiter zeigt.

Welche Risiken sollen versichert werden? Nicht nur bei den Privatkunden, sondern auch bei den Unternehmenskunden rückt die Nachhaltigkeit in den Fokus. So haben die meisten Versicherer bereits damit begonnen, ihre Kapitalanlagen und jene ihrer Sammelstiftungen konsequent auf grüne Investments umzustellen.

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Gleichzeitig stellen sich die Assekuranzen selbst vermehrt die Frage, welche Risiken sie noch versichern wollen. Einzelne Versicherer nehmen schon heute keine Unternehmen mehr in ihr Portfolio, die die Mehrheit ihres Umsatzes mit Kohle erwirtschaften. Oder sie steigen aus dem Geschäft mit Firmen aus, die einen negativen Beitrag zum ­Klimawandel leisten. Das betrifft vor allem Unternehmen, die fossile Energieträger abbauen beziehungsweise zur Energiegewinnung nutzen. «Die Versicherungen müssen sich künftig vermehrt die Frage stellen, welche Risiken sie noch versichern wollen», sagt auch Martin Eling, Ver­ sicherungsökonom und Professor an der Universität St. Gallen. Die Entscheidung vieler Versicherer berührt primär das Neugeschäft, aber auch das Bestandsgeschäft ist betroffen. Bei der Analyse ihrer Versicherungstätigkeit würden die Assekuranzen gemäss Eling vor allem zwei Ansätze ­verfolgen: den Risiko- und den ImpactAnsatz. Während beim Risikoansatz die Versicherer bestimmte Gefahren bewusst ablehnen, treten sie beim ImpactAnsatz mit den verschiedenen Firmen in den Dialog. «Dabei versuchen sie, mit verschiedenen Lösungsansätzen ein besseres Verhalten der Unternehmen im Umgang mit Ressourcen herbeizuführen», bringt es Eling auf den Punkt.

Zunehmende Diversität in der Assekuranz Nebst immer nachhaltigeren Produkten haben die Versicherungen hierzulande auch im Bereich guter Unternehmensführung einen grossen Schritt hin zu mehr Diversität gemacht. «Gab es vor zehn Jahren noch Geschäftsleitungen, die vollständig aus Männern bestanden, sind inzwischen die CEOPosten grosser Lebens- und Sachversicherer ­sowie Krankenversicherer von Frauen besetzt», erklärt Martin Eling, Versicherungs­ökonom und Professor an der Universität St. Gallen (HSG). Aber nicht nur in der obersten Etage, sondern auch im unteren Kader nimmt der Anteil Frauen stetig zu. So zeigt der «Diversity Benchmarking Report 2021» des an der HSG situierten Competence Center for Diversity & Inclusion, dass 34 Prozent der Kaderstellen in Ver­sicherungen weiblich besetzt sind. Untersucht wurden 11 der 15 grössten Schweizer Privatversicherer. Um den Anteil weiter zu erhöhen, setzen viele Versicherer vor allem bei der Rekrutierung stark auf Frauen. Der Untersuchung der HSG zufolge seien Frauen bei Neueintritten im unteren ­Kader klar in der Mehrheit.

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Performen «Grüne» besser als gedacht? Entgegen manchen Befürchtungen haben sich nachhaltige Anlagen in der aktuellen Krise bisher offenbar gut behauptet. Das sehen jedoch nicht alle Experten so.

Wichtig ist, an der eigenen Anlagestrategie festzuhalten, die dem persönlichen Risikoprofil und den eigenen finanziellen und ethischen Ansprüchen entspricht.

Nicht alle grünen Indizes und Sektoren haben sich als gleich krisen­ resistent erwiesen.

FREDY GILGEN

Das Versprechen war von Anfang an vollmundig: Wer umweltgerecht mit gutem Gewissen investiert, soll auch ­ gutes Geld verdienen und nicht auf ­ Rendite verzichten müssen. Im Ver­ gleich zum Marktdurchschnitt sollte sogar ein kleines Plus herausschauen. Auch in schwierigen Zeiten. Die Anleger haben die Botschaft rasch verstanden. Gemäss Marktanalyse von Swiss Sustainable Finance ist das nachhaltig angelegte Kapital jedenfalls auch 2021 kräftig angestiegen, nämlich um 30 Prozent auf 1983 Milliarden Franken. In den vergangenen fünf Jahren hat es sich mehr als verfünffacht. Auf grüne Produkte entfallen nun etwas mehr als die Hälfte des gesamten Schweizer Fondsmarkts – Tendenz weiter steil aufwärts. Auch in der EU ist der Zufluss der grünen Gelder massiv. Mit insgesamt 4180 Milliarden Euro haben sie schon fast die Hälfte des Fonds­ universums der EU erreicht.

Krisenresistent Gutes tun und damit sogar Geld verdienen: Diesen Anspruch können nachhaltige Investments zumindest teilweise erfüllen, wie die Fondsresearchfirma Scope Analysis herausgefunden hat. Danach erzielen global investierende Aktienfonds mit den höchsten Nachhaltigkeitsansprüchen bei Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) im Vergleich zu traditionellen Anlagen über fünf Jahre ein leichtes Ertragsplus von im Schnitt 0,2 Prozentpunkten jährlich. Mit ihrem Eco-Portfolio ist etwa der Anleger-Zeitung «Finanz und Wirtschaft» in den letzten zwei Jahren sogar eine deutliche Mehrperfomance gegenüber dem Marktdurchschnitt gelungen. Die stark im nachhaltigen Bereich tätigen Finanzinstitute brauchen sich nicht zu verstecken. «Trotz der jüngsten Turbulenzen: Langfristig fällt die Performance von sektorneutralen Nachhaltigkeitsindizes nach wie vor positiv aus», sagt Christof Buri, Sprecher der LGT Gruppe. Das intern verwaltete MultiAsset-Nachhaltigkeitsmandat habe auch in den letzten Monaten eine relativ gute Performance gezeigt, da sich die LGT stärker auf nachhaltig ausgerichtete Unternehmen in anderen, besser perfor-

menden Sektoren konzentriert habe, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei Versicherungen. Thomas Pfyl, Leiter Investment Selection der Globalance Bank, zieht ­ ähnliche Schlüsse: «Die nachhaltigen Aktienindizes haben in dieser volatilen Zeitperiode quasi gleich abgeschnitten wie der breite Markt. Es lassen sich keine grösseren Abweichungen feststellen.»

Kritische Stimmen Allerdings: Nicht alle grünen Indizes und Sektoren haben sich als gleich krisen­ resistent erwiesen. Mehrere Finanz­ institute wie die UBS bedauern dabei, dass es für dieses Segment keine generell gültigen Indizes gebe. Nach Beobachtungen von Markus Lackner, Chef Research des VZ Vermögenszentrums, haben nachhaltig eingestufte Anlagen seit Jahresanfang gegenüber den traditionellen Marktindizes tendenziell schlechter abgeschnitten. «Im Grundsatz kann man sagen: Je nachhaltiger die Ausprägung, desto grösser der Performancenachteil». Gleichzeitig seien Unternehmen im Bereich alternativer Energien zuletzt eher zurückgeblieben. Nachhaltige Aktienfonds hätten diese Effekte oft nicht kompensieren können. «Immerhin, bei Schweizer Aktien hingegen waren die Unterschiede nur sehr gering. In diesem Marktsegment ist der Energieanteil aber auch deutlich geringer als bei globalen Produkten.» Für die ganz kurze Frist haben auch die Scope-Analysten für die Nachhaltigen Mindererträge festgestellt. Sie führen als einen der Gründe die steigenden Preise für Öl und Gas an. Das habe zu einem Comeback von Ölaktien geführt.

Die Standhaftesten Globalance-Experte Thomas Pfyl widerspricht: «Im Bereich der erneuerbaren Energien haben diverse Firmen durch die höheren Energiepreise ebenfalls deutlich profitiert: Beispielsweise SMA Solar Technology (Wechselrichter), die um über 50 Prozent zulegen konnten. Positiv abgeschnitten haben auch die Solarpanelfirma Sunpower, die britische 3i Infrastructure und der dänische Energiekonzern Orsted.» Bei den Fonds hebt Pfyl Mikrofinanz Funds wie Blue Orchard und Dual

Return hervor. Die hätten sich sehr gut gehalten und positive Renditebeiträge erwirtschaftet. Doch gibt es bereits erste Lehren, die der nachhaltige Anleger aus den jüngsten Krisenmonaten ziehen kann. So sollte er die wichtigste Regel beim Investieren beherzigen und stets über verschiedene Anlageklassen, Regionen, Sektoren und Anlagethemen diversifizieren. «Das hat sich auch in der aktuellen Börsenbaisse einmal mehr bestätigt und gilt generell, also nicht nur für nachhaltige Anlagen», sind sich die Marktstrategen einig. Über die Zukunft der Grünen gibt es dagegen keine Einigkeit. Thomas Pfyl ist fest überzeugt, dass das aktuelle Umfeld dem langfristigen Potenzial nachhaltiger Themen wie beispielsweise neue Mobilität, Urbanisierung, Klima und Energie, Ressourcenverknappung keinen Abbruch tut. An diesen festzuhalten, macht somit aus Anlegersicht weiterhin Sinn. Die UBS äussert sich ebenfalls positiv: «Ein sektorübergreifendes Port­folio aus nachhaltigen Titeln wird künftig gegenüber einem konventionellen Portfolio gut mithalten können. Man müsse also nicht auf Rendite verzichten, wenn man nachhaltig investiere.»

Realitätsschock Nüchterner äussert sich VZ-Experte Markus Lackner: «Einigen Anlegern ist nach den schwierigen letzten Monaten wohl bewusst geworden, dass ein Fokus auf Nachhaltigkeit in gewissen Marktphasen auch eine Underperformance nach sich ziehen kann.» Die ­Anleger sollten demnach keine überzogenen Renditeerwartungen an nachhaltige Unternehmen stellen, sondern davon ausgehen, dass längerfristig weder ein Mehr- noch ein Minderertrag bei nachhaltigen Anlagestrategien resultieren dürfte. Ausserdem sollten sich die Anleger bewusst sein, dass sie in gewissen nachhaltigen Produkten eine stark abweichende Ausrichtung und infolgedessen auch stark unterschiedliche Performanceresultate erzielen könnten als bei der Investition in klassische Indizes. Je nach Ausprägung einer nachhaltigen Anlage könne dadurch auch die Diversifikation geschmälert werden. Die Berner Kantonalbank findet es nicht sinnvoll, nach einigen Krisen­

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monaten bereits allgemeingültige Schlüsse zu ziehen. Sicher sei aber: «Nachhaltige Anlagestrategien erfahren aktuell ­einen veritablen Realitätsschock. ­Investoren sehen sich mit unangenehmen Fragen und Abwägungen konfrontiert: Sind etwa Rüstungs­aktien im aktuellen Umfeld des Ukraine­ krieges wirklich verwerflich? Soll die Kernenergie wegen der durch Russland verursachten Energiekrise als Energiequelle wieder zugelassen werden? Und so weiter.» Die Antworten müssten hier offenbleiben. Wichtig sei es aber, so die Kantonalbank weiter, an der eigenen Anlage­ strategie festzuhalten, die dem persönlichen Risikoprofil und den eigenen ­finanziellen und ethischen Ansprüchen entspräche.

Green Bonds immer gefragter Grüne Obligationen seien eine interessante Möglichkeit, über Obligationen in nachhaltige Projekte zu investieren, ist Globalance-Experte Thomas Pfyl überzeugt. Oftmals hätten diese Green Bonds jedoch Laufzeiten von deutlich über fünf Jahren. Im aktuellen Umfeld steigender Zinsen sei aber darauf zu achten, die Laufzeiten möglichst kurz zu halten. VZ-Experte Markus Lackner erwartet, dass die Nachfrage nach grünen Anleihen robust bleiben wird. Die Tendenz der letzten Jahre, dass ESG-Anleiheprodukte grössere Zuflüsse als traditionelle Anleihefonds generieren, werde sich auch 2022 fortsetzen. Mit Green Bonds könne ein positiver Impact erzielt werden. Die Berner Kantonalbank rät zur Vorsicht: «Wenn ein Unternehmen grüne Bonds emittiert, ist dies noch kein Garant für Nachhaltigkeit.» Eine genaue Prüfung des Anlageobjekts sei immer empfehlenswert. Nach Beobachtungen von UBS haben grüne und nicht-grüne Bonds in j­üngster Zeit performancemässig vergleichbar abgeschnitten: «Dies könnte sich in den nächsten Monaten zugunsten der nachhaltigen ändern, wenn die Märkte beginnen, höhere Rezessionsängste einzupreisen.»


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Fünf Gründe, warum die Zukunft von nachhaltigen Investments langfristig ist Das Wachstum nachhaltiger Anlagen wird durch die Investorennachfrage sowie durch Produktinnovationen dank neuer Technologien angeführt. Unternehmen weltweit sind sich dem Handlungsbedarf hinsichtlich der ESG-Themen bewusst. Zusätzlich wird das Wachstum auch durch die Weiterentwicklung von sogenannten ESG Research Frameworks unterstützt. Die Energiewende schafft neue Risiken und Chancen – und genau hierfür gilt es die Portfolios zu wappnen, um zu einer nachhaltigeren Welt beizutragen. JENNIFER WU

Die Nachfrage nach nachhaltigen ­Investmentfonds, die Umwelt-, Sozialund Unternehmensführungsfaktoren (ESG) berücksichtigen, wird voraussichtlich auch in diesem Jahr stark zunehmen. Die folgenden fünf Gründe zeigen, warum davon auszugehen ist, dass ESG-Investments viel mehr als ein kurzfristiger Trend sind.

1. Die Nachfrage wird von Investoren angeführt Über 500 Milliarden US-Dollar flossen im Jahr 2021 in ESG-integrierte Fonds und trugen zu einem 55-prozentigen Wachstum des verwalteten Vermögens in diesen Produkten bei. Es ist davon auszugehen, dass das Wachstum von ESG-Investments bis 2022 sowie weit darüber hinaus anhalten wird, denn die Nachfrage wird von den Anlegern selbst vorangetrieben. Privat­ anleger bis hin zu grossen Institutionen richten einen immer grösseren Anteil ihrer Portfolios auf nachhaltige Strategien aus, um mit ihrem Kapital zu einer nachhaltigeren Welt beizutragen.

Es wird für Anleger einfacher, ­ESG-Risiken in ihren Portfolios zu senken und gleichzeitig zu einem positiven Wandel beizutragen.

2. Technologie treibt die Produktinnovation voran Neue Technologien unterstützen Fondsmanager dabei, mit dieser stark steigenden Nachfrage Schritt zu halten. Das Internet hat die Art und Weise, wie Informationen erfasst, dokumentiert und verbreitet werden, drastisch verändert. Investoren haben Zugang zu mehr Daten als je zuvor. Doch erst die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) bietet eine Möglichkeit, alles zu analysieren. Das Ergebnis ist eine deutliche Verbesserung der Unternehmenstransparenz, da neue Datenquellen bessere Einblicke bieten, wie Unternehmen aus ESG-Perspektive geführt werden. Da Fondsmanager KI einsetzen, um «Big Data» zu nutzen, entstehen neue Investitionsmöglichkeiten entlang einer ständig wachsenden Palette nachhaltiger Strategien.

3. Unternehmen werden zum Handeln aufgefordert Immer mehr Unternehmen rund um den Globus werden sich der Notwendigkeit bewusst, hinsichtlich ESGThemen aktiv zu werden. Denn es lässt sich nur dann ein nachhaltiges Wachstum erzielen, wenn sie mit Ressourcen umsichtig umgehen, ihre Mitarbeitenden mit Respekt behandeln und sich um die Interessen der Umwelt kümmern. Die E-, S- oder G-Themen und ihr Optimierungspotenzial ­unterscheiden sich von Unternehmen zu Unter­ nehmen. Wollen Anleger Unter­nehmen zum Handeln ermutigen, sollten sie sich dort engagieren, wo die grösste Wirkung erzielt werden kann. Ebenso kann es viel effektiver sein, die Nachzügler in Sachen Nachhaltigkeit nicht einfach zu veräussern, sondern mit ihnen in einen aktiven Dialog zu treten, um Veränderungen zu fördern. Gleichzeitig kommt den Regierungen weiterhin eine Schlüsselrolle zu: Eine unterstützende Politik und kohärente Regulierung können ent­

«Investoren haben Zugang zu mehr Daten als je zuvor»: Jennifer Wu. PD

scheidend sein, Unternehmen zu ermutigen, ihren ESG-Verpflichtungen nachzukommen, und um Investoren von der langfristigen Rentabilität nachhaltiger Anlagen zu überzeugen.

4. Research konzentriert sich auf nachhaltige Ergebnisse ESG Research Frameworks werden entwickelt und verfeinert, um das Wachstum des nachhaltigen Investitionsmanagements zu unterstützen. J. P. Morgan ­Asset Management kombiniert innovative Produktentwicklung und firmeneigene Forschung mit strengem Investment Stewardship, um das ESG-Engagement zu bieten, welches Anleger suchen. Um Anlegern beispielsweise eine Möglichkeit zu bieten, dem Klima­ wandel entgegenzuwirken, hat J. P. Morgan Asset Management ein eigenes Auswertungsmodell entwickelt, das auf der Analyse von Rohdatenpunkten beruht. Dabei werden Unter­ nehmen identifiziert, die Lösungen für den ­Klimawandel entwickeln, und solche, die dazu beitragen, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen, während man sich gleichzeitig mit Nachzüglern im Umwelt­bereich befassen kann.

5. Die Energiewende schafft neue Risiken und Chancen Anleger konzentrieren sich zunehmend nicht mehr nur auf ESG-Referenzen einzelner Unternehmen, sondern schenken vermehrt auch Sektoren, Ländern und Regionen Aufmerksamkeit, die sich auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Zukunft als widerstands- und wettbewerbsfähig erweisen. Bei der Widerstandsfähigkeit geht es vor allem darum, wie gut nachhaltige Portfolios dem Übergang zu sauberer Energie sowie den Auswirkungen physischer Klimaereignisse bei steigenden globalen Temperaturen gewachsen sind. Anleger müssen sich nicht nur fragen, welche Unternehmen am besten vorbereitet sind, sondern auch, ob die Länder, in die sie investieren, über die n ­ ötigen Reserven verfügen, um die K ­ osten der Energiewende zu tragen und die der Anpassung an eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu bezahlen. Bei der Wettbewerbsfähigkeit geht es darum, dass sich die Regierungen verpflichten, ihre Volkswirtschaften so zu transformieren, sodass Unternehmen nicht durch die weltweit höheren Kohlenstoffpreise ins Hintertreffen geraten. Die Senkung der Kohlenstoffemissionen wird ein erhebliches Wachstum der CO2-

Märkte erfordern und dieses Wachstum wird einen entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit haben. Länder, die sich den technologischen Fortschritt, der zur Erreichung der Netto-Null-Emissionen erforderlich ist, zunutze machen, positionieren sich am besten für die CO2-neutrale Zukunft.

Fazit: Nachhaltiges Investieren ist gekommen, um zu bleiben Steigendes Investoreninteresse, stärkerer Unternehmensfokus und eine deutlich verbesserte Datenbereitstellung werden das Wachstum nachhaltiger Investitionen weiter fördern. Es gilt, weitere Hindernisse zu überwinden – sowohl in Bezug auf die Akzeptanz der Anleger als auch auf die Umsetzung bei den Unternehmen. Parallel werden aber bereits neue Möglichkeiten zur Erzielung nachhaltiger Erträge entwickelt und immer mehr Unternehmen verpflichten sich zu nachhaltigen Geschäftszielen. Dadurch ist es für Anleger einfacher denn je, ESG-­Risiken in ihren Portfolios zu senken und gleichzeitig zu einem positiven Wandel beizutragen. Jennifer Wu ist Global Head of Sustainable ­Investing bei J.P. Morgan Asset Management.


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Grüne Immobilien in der Schweiz: Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand Sehr viele Anleger, aber auch die Öffentlichkeit verlangen heute Rechenschaft über Ökobilanzen und ESG-Strategien. Inzwischen richtet sich eine Mehrheit der Immobilienfonds und ähnlicher Anlagevehikel danach aus. Eine Studie der Universität Lausanne prüft, ob den guten Worten auch Taten folgen.

JÜRG ZULLIGER

Immobilieninvestments im In- und Ausland werden immer mehr nach dem Massstab der Nachhaltigkeit beurteilt. Klimafreundlich und energieeffizient sollen Gebäude sein. Mit der massiven Verteuerung von fossilen Brenn­ stoffen dürfte der Druck jetzt noch deutlich steigen, Gebäude rasch auf erneuerbare Energie umzurüsten und den CO2-Ausstoss zu senken. Doch ESG heisst noch weit mehr als Energie- und Ökobilanz, geht es doch um vielfältige ­Aspekte in den Bereichen Umwelt ­(Environmental), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmens­ führung ­(Governance).

Fokus auf Energie und CO² «Die Energieeffizienz und der CO2-Ausstoss von Gebäuden können heute gut gemessen werden», sagt der Immobilienexperte Jean-Marc Schneider. Die Umsetzung sei letztlich nur eine Frage der Zeit und der Prioritäten. Schon schwieriger verhält es sich mit dem «S», da sich soziale Aspekte erfahrungsgemäss schwer quantifizieren lassen. Auch das «G» ist nicht innerhalb kürzester Frist umgesetzt; denn es genügt nicht, wenn das Management und das Marketing entsprechende Botschaften nach aussen tragen. «In der täglichen Arbeit im Betrieb gleicht dies einer Kulturrevolution wie die Einführung der Risikodimension bei den Banken der 1990er-Jahre», betont Schneider. Eine neue Studie der Universität Lausanne hat wichtige Kennzahlen bei den professionell gemanagten Schweizer Immobilienanlagen analysiert und einen ESG-Score eingeführt.* Sie entstand in Kooperation des Center for Risk Mana­gement der Universität Lausanne (CRML) und der Banque Cantonale Vaudoise. Die Studie belegt auf einer soliden Datenbasis, dass im Bereich CO2Emissionen schon gute Resultate vorliegen. Im G ­ esamtdurchschnitt der untersuchten Portfolios betragen die Treibhausemissionen 19,58 Kilo CO2 pro Quadratmeter (Masseinheit zur Vereinheitlichung unterschiedlicher Treibhausgase). Das ist ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass sich in jedem durchschnittlichen Portfolio auch viele ältere Immobilien finden. Die Zahl 19,58 liegt leicht unter dem strengen Grenzwert (20 Kilo CO2), der bei der letzten Revision des CO2-Gesetzes angestrebt worden ist. Gegenüber der Plattform ­ Immoday.ch sagte Eric Jondeau, Co-­ Direktor des CRML und Professor an der Universität Lausanne: «Mit der Zeit wird dieser jährliche Bericht einen wertvollen Hinweis auf die ESG-Trends im Schweizer Immobilienmarkt liefern.»

Keine Bestnoten für S und G Doch wie steht es mit den Aspekten S und G? Die Informationen zu sozialen Aspekten, zu Biodiversität, Abfall­ trennung oder Wasserverbrauch sind spärlich. Das hat auch damit zu tun, dass es für die Eigentümer und Betreiber schwierig ist, bestimmte ökologische oder soziale Dimensionen der Nachhaltigkeit zu messen. So fällt dann die Gesamtbilanz doch eher ernüchternd aus: Die Wissenschafter der Universität Lausanne erteilen der Branche – eben vertreten durch die Fonds, Stiftungen und Immo-AGs – insgesamt eine Note von 4,7 (auf einer Skala von 0 bis 10). ­Etwas höher liegt die ESG-Bewertung, wenn man einen vermögensgewich­ teten Durchschnitt nimmt. Die besten

Noten erhielten Anlagestiftungen, an zweiter Stelle folgten die Immobilienfonds, während die Investmentgesellschaften schlechter abschnitten. Grosse Unternehmen erzielen in der Nachhaltigkeit meist bessere Ergebnisse, was offenbar auch mit internen Ressourcen und Kompetenzen zu tun hat. Im Übrigen ­konnten die Wissenschafter keinen signifikanten Zusammenhang zwischen ESG-Scores und Finanzergebnis feststellen.

Noch keine einheitliche Entscheidungsgrundlage Eine erste Schlussfolgerung: Verbesserungen beim Klimaschutz und auch der Wille zu mehr Transparenz sind ausgewiesen. Für Anlegerinnen und An­leger bleibt es dennoch schwierig, sich ein unabhängiges und objektives Bild zu ­machen. Ein Anleger, der strenge Ausschlusskriterien anwendet, müsste zum Beispiel seine Immobilieninvestments auf Neubauten einschränken – die sind im Betrieb gut als Zero-Emission-­ Gebäude möglich. Das löst freilich das Problem nicht, dass ja auch ältere Gebäude einen Transformationsprozess durchlaufen sollten. Folglich greifen praktisch alle Player im Markt zum Mittel von Öko- und Nachhaltigkeitslabels. Dies führt in der Praxis zu einem kaum noch zu überblickenden Wildwuchs an ESG-­Standards. Von GEAK-Gütesiegeln (Gebäudeenergieausweis der Kantone), Minergie, SNBS oder 2000-Watt-Areal ­haben sich unzählige etabliert. Kommen noch die internationalen Standards wie Leed, Breeam, Well und Gresb dazu. Wohl alle Anleger wünschen sich eine Vereinheitlichung. Wenn dann aber der Bund gewisse Labels auslaufen lässt, wie jüngst das Gütesiegel 2000-Watt-Areal, sorgt auch dies für Kontroversen. Denn ­immerhin haben grosse Investoren wie Credit Suisse Asset-Management oder Entwickler wie Losinger Marazzi mit grossem Aufwand über Jahre solche Areale entworfen und realisiert – etwa Greencity in Zürich. In der Kommunikation und in den Rechenschaftsberichten dominieren derzeit die Klimaziele. Die meisten professionellen Immobilieninvestoren bekennen sich zu den Zielsetzungen des ­Pariser Klimaabkommens. So haben sich zum Beispiel AXA, Allianz, Zurich, Swiss Re, Generali und andere zur NetZero Insurance Alliance zusammengeschlossen. Da die grossen institutionellen Investoren einen wesentlichen Teil der Versicherungsgelder in Immobilien investieren, hat dies auch wieder Folgen für diese Sparte: Die entsprechenden Portfolios werden gründlich analysiert, und letztlich wird für jedes Projekt und jede Liegenschaft ein konkreter Massnahmenplan ausgearbeitet.

Investoren definieren den CO²-Abesenkpfad So hat auch Swiss Life völlig unabhängig von aktuellen oder künftigen gesetzlichen Grenzwerten beschlossen, die CO2-Emissionen deutlich zu senken. Ein Zielwert von 20 Kilo CO2 pro Quadrat­ meter sei durchaus realistisch, erklärt eine Sprecherin. Dementsprechend setzt sich das Portfoliomanagement dafür ein, den Energieverbrauch und die CO2Emissionen im Gebäudepark stetig weiter zu reduzieren, wo immer möglich auf Wärmeverbundnetze zurückzugreifen und einen Teil des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energieträger abzudecken. Beim UBS Asset-Management gilt für die Immobilienportfolios schon seit 2019 eine interne Weisung, dass kei-

Der Verwaltungsneubau des Bundes am Eichenweg in Zollikofen (BE) wurde mit dem   ROLF SIEGENTHALER/BBL Platin-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) ausgezeichnet.

nerlei fossile Heizsysteme mehr eingebaut werden dürfen, weder bei Neubauten noch bei Bestandesliegenschaften. Die gewichtigen Player wie UBS Asset-Management oder auch Swiss Prime Site (SPS), die grösste Immobilien-AG der Schweiz, haben für sämtliche Portfolios einen Absenkpfad bei den CO2-Emissionen und konkrete Massnahmen definiert. «Bei den CO2Emissionen gilt bei uns das Ziel NettoNull im Betrieb bis 2040», sagt ein Sprecher von SPS. Die baulichen Massnahmen und Umrüstungen bedeuten ohne Zweifel Aufwand an Ressourcen in Form von Zeit, Kapital, Planung und juristischen Fragestellungen. Viele Studien und Um­fragen belegen, dass Nachhaltig-

Für Anlegerinnen und Anleger bleibt es schwierig, sich ein objektives Bild zu machen.

keit einen positiven Effekt auf die Bewertung von ­Immobilien hat. In einer Umfrage erklären sich etwa mehr als 40 Prozent von Investoren bereit, für eine ­Immobilie mit guter CO2-Bilanz einen höheren Preis zu bezahlen. Was der Markt aber noch nicht oder weniger honoriert, ist der Aspekt der grauen Energie und der schädlichen Treibhausgasemissionen bei der Erstellung (siehe Grafik). Es ist bekannt, dass Bau und Umbau sowie Materialien wie Beton, Stahl oder Dämmmaterialien in hohem Mass CO2-Emissionen verursachen. * Studie: «How Sustainable Is Swiss Real Estate? Evidence from Institutional Property Portfolios; Swiss F ­ inance Institute Research (Paper 22-46)»

Umfrage bei institutionellen Immobilieninvestoren Die Frage lautete: Haben Sie eine höhere Zahlungsbereitschaft für ... ? Umfrage bei institutionelle Immobilieninvestoren. Die Frage lautete: Haben Sie eine höhere Zahlungsbereitschaft für ...? Gebäude mit sehr tiefen Treibhausgasemissionen im Betrieb (SIA-Effizienzpfad Energie) Gebäude, das sich durch eine sehr hohe Nutzungsflexibilität und Umnutzbarkeit auszeichnet Gebäude, das mehr Energie produziert als es verbraucht (Minergie-A) Besonders energieeffizientes Gebäude, das einen hohen Anteil erneuerbarer Energie verwendet (Minergie-P) Niedrigstenergie-Gebäude (Minergie) Besonders energieeffizientes Gebäude, das einen hohen Anteil erneuerbarer Energie verwendet (Minergie) Gebäude mit sehr tiefen Treibhausgasemissionen in der Erstellung (SIA-Effizienzpfad Energie) Besonders energieeffizientes Gebäude, das sehr wenig graue Energie aufweist (Minergie-ECO) 20% Höhere Zahlungsbereitschaft?

40%

60%

80%

100%

■ Ja, mehr als 6% ■ Ja, bis zu 6% ■ Ja, bis zu 3% ■ Nein ■ Weiss nicht/ keine Angabe

Datengrundlage: Umfrage in Zusammenarbeit mit der Senn Resources AG bei 237 institutionellen Immobilieninvestoren der Schweiz im Jahr 2021

Datengrundlage: Umfrage in Zusammenarbeit mit der Senn Resources AG    Quelle: Wüest Partner. bei 237 institutionellen Immobilieninvestoren der Schweiz im Jahr 2021.

QUELLE: WÜEST PARTNER


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Nachhaltig investieren

NZZ-Verlagsbeilage

Freitag, 24. Juni 2022

Aus Raupen Schmetterlinge werden lassen mit den Global SDG Engagement Equities Eine neue Robeco-Strategie wirft einen anderen Blick auf die 17 Sustainable Development Goals, kurz SDGs, indem sie in Unternehmen investiert, die sich in Sachen Nachhaltigkeit noch in der Entwicklung befinden. PETER VAN DER WERF

RobecoSAM Global SDG Engagement Equities nutzt 100 Prozent aktive Einflussnahme in den Unternehmen, die sie im Portfolio hält, um deren Beitrag zu einem oder mehreren der 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen zu verbessern. Die Strategie wurde ursprünglich im Jahr 2021 für UBS aufgelegt und steht nun auch anderen Anlegern zur Verfügung.

Einzigartige Konstellation Um herauszufinden, welche Unternehmen das grösste Potenzial bieten, ist einer der Portfoliomanager der Strategie ein Engagement-Experte. Diese Konstellation ist bei Robeco ebenfalls einzigartig. Den erfahrenen Anlagemanagern des Robeco Global Equity Team steht bei der Aktienauswahl Peter van der Werf, Senior Manager for Engagement, zur Seite.

Nicht gerade «Best-in-Class» Die Strategie hebt sich deutlich von anderen ab, da sie sich auf eine schmale

Bandbreite an Unternehmen konzentriert – darunter auch Nachzügler in ­Sachen SDGs, die andere grundsätzlich verschmähen. Global SDG Engagement Equities investiert in Unternehmen, die noch viel zu tun haben, noch nicht am Ziel sind und daher in Bezug auf ihren SDG-Beitrag (und ihren Aktienkurs) Aufwärtspotenziale aufweisen. Ausgewählt werden Unternehmen, die dem proprietären SDG-Rahmenwerk von Robeco zufolge einen Score zwischen –1 und +1 aufweisen, wobei Scores von –3 (Unternehmen, die sich sehr negativ auf die SDGs auswirken) bis +3 (Unternehmen, die einen sehr positiven Einfluss haben) vergeben werden. Gängige SDG-Strategien sind auf Unternehmen ausgerichtet, die sich bereits auf der positiven Seite der Skala befinden.

Port­ folio bedeutet nicht, dass es auf ­irgendeine andere Weise eingeschränkt wäre. Es handelt sich um eine globale Strategie, bei der zu bestimmen ver­ sucht wird, welche Unternehmen über das grösste Potenzial verfügen. In erster Linie geht es um den Dialog mit Unternehmen, von denen Robeco ­ glaubt, dass sie auf lange Sicht das Potenzial für ein hohes Mass an Nachhaltigkeit haben.

Was hinter einer Raupe steckt, entpuppt sich erst beim Wandel zum Schmetterling.

PD

SDGs im Fokus

Die Erfahrung hat gezeigt, dass einige der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) wegen der eingeschränkten Bandbreite der Strategie leichter investierbar sind als andere. Es ist schwieriger, börsennotierte Unternehmen ausfindig zu machen, die zu weitergefassten Zielen wie BilStark diversifiziert dung, Armut oder Ungleichheit beitraDie Investment- und Engagement-­ gen. Diese Bereiche werden tendenziell Strategie führt zu einem stark konzenvon nicht gewinnorientierten Organisatrierten Portfolio aus lediglich 25 bis tionen dominiert. 35 Aktien. Ein derart kleines – und So sind beispielsweise die Ziele Wirtschaftswachstum und Infrastruktur in h ­ohem Masse marktkonträres –

Die eigens für UBS aufgelegte Strategie steht nun auch ­anderen Anlegern zur Verfügung.

(SDG 9) einfach investierbar, da sämtliche Banken und Finanzunternehmen darauf abzielen. Im Bereich «Innovationen» finden wir ebenfalls viele Unternehmen, die für das Portfolio infrage kommen. Das einzigartige Verfahren hinter Global SDG Engagement Equities steht für die gebündelten Stärken und Kompetenzen von Robeco – und zwar auf Ebene des ganzen Unternehmens. Peter van der Werf ist Senior Manager for Engagement bei Robeco.

Hält auch mein Portfolio Schritt mit der nachhaltigen Entwicklung? Zeit für Anlagen, die zukunftsfähig sind und nachhaltig fit investieren. Mehr auf swisscanto.com/nachhaltige-anlagefonds

Rechtliche Hinweise: Die vorliegende Werbung stellt weder ein Angebot, eine Beratung noch eine Empfehlung zum Erwerb, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar, noch bildet sie eine Grundlage für einen Vertrag oder eine Verpflichtung irgendwelcher Art. Jede Investition ist mit Risiken, insbesondere denjenigen von Wert-, Ertrags- und allenfalls Wechselkursschwankungen, verbunden. Hinsichtlich Nachhaltigkeit wird darauf hingewiesen, dass es kein allgemein akzeptiertes Rahmenwerk und keine allgemeingültige Liste von Faktoren gibt, die es zu berücksichtigen gilt, um die Nachhaltigkeit von Anlagen zu gewährleisten. Alleinverbindliche Grundlage für den Erwerb von Anlageprodukten bilden deren Prospekte/Vertragsdokumente. Für diese wenden Sie sich bitte an die Swisscanto Fondsleitung AG, Bahnhofstrasse 9, CH-8001 Zürich. © 2022 Zürcher Kantonalbank. Alle Rechte vorbehalten.

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NZZ-Verlagsbeilage

Gold kann auch «grün» Goldmedaille für Goldanlagen: Auch in der aktuellen Krise hat sich das Edelmetall als bester Schutz erwiesen – wie schon in den meisten Baisse-Perioden zuvor. Trotzdem sind viele Anleger gegenüber dem Edelmetall skeptisch. Sie haben vor allem ökologische Bedenken. FREDY GILGEN

Der Ruf des Goldes ist unter Anlegern nicht eben goldig. Es sei kein echtes Anlageinstrument, heisst es, der Preis sei viel zu schwankungsanfällig, Gold werfe auch keinen laufenden Ertrag ab und weise keine Risikoprämie auf wie beispielsweise Aktienoder Obligationenanlagen. Und doch: In der Krise bietet Gold gemäss verschiedenen Studien nach wie vor den besten Schutz vor Verlusten. Auch während der jüngsten Marktturbulenzen. Das Edelmetall hat gezeigt, dass es nichts von seiner Funktion als Krisenschutz eingebüsst hat. Während die Aktien- und Obligationenmärkte Kursverluste verzeichneten, avancierte der Goldpreis.

Ergänzung im Portfolio Die Marktstrategen sind sich deshalb einig: Gold sollte weiterhin als langfristige und strategische Anlageklasse gesehen werden. Es stellt eine wichtige Ergänzung in einem ausgewogenen Portfolio dar: «Eine Inflation von 3,5 Prozent pro Jahr halbiert alle 20 Jahre den Wert des Geldes. Mit der starken Zunahme der Inflation sind Anlage­instrumente gefragt, die vor Wertvernichtung schützen», betont Roman von Ah, CEO der Swiss Rock Asset ­Management. Thomas Pfyl, Anlagestratege der Globalance Bank, sieht es ganz ähnlich: «In einem inflationären Umfeld befürworten wir, einem diversifizierten Portfolio auch eine Goldquote beizumischen. Wir halten 6 Prozent in einem ausgewogenen Risiko­ profil.» Zudem sei Gold eine Art Krisenwährung und stabilisiere ein Depot in einem Umfeld erhöhter geopolitischer Risiken. Für die Berner Kantonalbank ergibt eine strategische Goldquote von 3 bis 5 Prozent ebenfalls Sinn. Das Kantonsinstitut weist jedoch darauf hin, dass das Edelmetall in nachhaltigen Strategien sehr umstritten sei. Ein weiteres Aber kommt von Markus ­Lackner, Head of Research des VZ Vermögenszentrums: «Da verschiedene Treiber den Goldpreis beeinflussen, ist eine taktische Beimischung von Gold mit Risiken behaftet.» Zudem müsse sich ein Anleger bewusst sein, dass Gold keinen laufenden ­Ertrag abwerfe und keine Risikoprämie wie beispielsweise Aktien- oder Obligationenanlagen aufweise.

Während die Aktienund Obligationenmärkte Kursverluste verzeichneten, avancierte der Goldpreis.

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal von nachhaltigen Goldinvestitionen ist laut Roman von Ah, CEO der Swiss Rock, die lückenlose Rückverfolgbarkeit. Mine wird unter Wahrung bestmöglicher Umweltund Sozialstandards durchgeführt. Weiter gibt es auch Anlagefonds, die das Gold aus Elektroschrott recyceln und dann zu Goldbarren einschmelzen. Somit wird der Kreislauf des Rohstoffs wieder geschlossen, auch wenn die ursprüngliche Herkunft des Goldes nicht bekannt ist. Die zunehmende Sensibilisierung für das Thema Nachhaltigkeit hat aber viele Investoren und Finanzmarktteilnehmer beim Einsatz von Gold in der Vermögensverwaltung in die Zwickmühle gebracht. Das Zürcher Unternehmen Swiss Rock Asset Management will dieses Dilemma lösen helfen. Mit der Innovation «Green Gold» bietet sie für ökologisch orientierte Goldanleger einen möglichen Ausweg an: den Swiss Rock Gold Fund. «Dessen Gold stammt aus ausgewählten, zertifizierten Minen, die sich zu einem verant­ wortungsvollen Goldabbau nicht nur bekennen, sondern diesen auch aktiv praktizieren», erklärt Roman von Ah, CEO der Swiss Rock. «Für die i­ndustriell, also nicht artisanal (handwerklich; Anmerkung der Redaktion) produzierenden Minen gehören dazu Transparenz und die Einhaltung höchster internationaler Standards. Ziel ist es, die Umweltbelastungen während des Bergbaubetriebs so klein wie möglich zu halten und die Lebensbedingungen der Menschen, die im Bergbaugebiet arbeiten und leben, zu verbessern.» Zudem gebe es strenge Auflagen, was die Auswirkungen des Goldabbaus auf die Umwelt, die Verwendung von Chemikalien und die Ausbildung des Personals betrifft.

Verbesserungsprozesse

Auch der Ausblick für den Goldpreis ist nach Ansicht von UBS nicht rosig: «Wegen der steigenden Realzinsen haben wir einen negativen Ausblick auf das gelbe Metall», prognostiziert die Grossbank. Die häufigsten «Aber» gegenüber Goldinvestitionen betreffen allerdings nicht Anlage-, sondern Nachhaltigkeitsaspekte. Unbestritten ist der Abbau von Gold immer mit einem hohen Ressourcen­ einsatz verbunden. Zahlreiche Berichte über Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, Blutgold und Raubbau an der Natur halten so manche Anleger davon ab, in Gold zu investieren. Dies insbesondere, wenn Nachhaltigkeitskriterien (ESG) in die Vermögensverwaltung einfliessen. UBS rät daher: Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Investor sollte versuchen, Transparenz über seine Goldinvestitionen zu erhalten und die Unternehmen und/oder Minen sorgfältig auszuwählen.

Umwelt- und Sozialstandards Tatsächlich gibt es schon heute verschiedene Möglichkeiten, um nachhaltiger in Gold zu ­investieren. Globalance ist mit dem Swiss Rock Gold Fund in einen Anlagefonds investiert, bei dem man die Lieferkette von der Grube bis in den Tresor g­ enau kennt. Die Goldförderung in der ­zertifizierten

Vor Inbetriebnahme einer Mine muss deshalb ein glaubwürdiger und umsetzungsfähiger Plan vorgelegt werden, wie das Land nach Einstellung der Minentätigkeit wieder nutzbar gemacht werden kann. Dies setzt voraus, dass Prozesse definiert und bereits Umweltmanagementsysteme im Einsatz sind, die eine Verschmutzung des Erdreichs verhindern. Dazu zählt die Entsorgung von Minenwasser mit erhöhtem Säuregehalt, ein reduzierter Wasserverbrauch per se, der verantwortungsvolle Umgang mit Zyanid und Quecksilber sowie ein funktionierendes Abfallmanagement. Die Minen werden nicht nur im Hinblick auf den aktuellen Stand, sondern auch auf den historischen ökologischen Fussabdruck und die Beziehungen zu den lokalen Gemeinschafen analysiert. Das Wirken der Swiss Rock Asset Management im Bereich nachhaltiger Goldinvestitionen hat sich schon bewährt. Die Fondsgesellschaft wurde im «IFZ Sustainable Investments Report 2020» als einzige Anbieterin eines nachhaltigen Goldfonds erwähnt. In Europa können Goldfonds – wie der Swiss Rock Gold Fonds Nachhaltig – im Fondsmantel ­lediglich in der Schweiz aufgelegt werden, also beispielsweise nicht als UCITS Fonds. Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal von nachhaltigen Goldinvestitionen ist nach den Worten von Roman von Ah, CEO der Swiss ­ Rock, die l­ückenlose Rückverfolgbarkeit (Englisch « ­ seamless chain of custody») des Goldbar-

rens entlang der gesamten Lieferkette bis zurück zur Mine. Die nachhaltige Goldgewinnung ist ihm zufolge eine neuere Entwicklung. Es kommt bei nachhaltigen Goldinvestitionen nicht nur auf den Status quo an, sondern im Sinne einer permanen-

ADOBE STOCK

ten ­Weiterentwicklung von ESG-Standards explizit auch auf die nachhaltige Entwicklung. Aus diesem Gedanken heraus ist Swiss Rock nach eigenen Angaben bestrebt, die gesamte Lieferkette in Bezug auf Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.

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Wir kaufen Ihr Haus und geben es nie wieder her Was Nachhaltigkeit für uns bedeutet? Häuser so lange wie möglich nutzen, aber so früh wie nötig erneuern. Sonst werden die Mieten teurer und teurer. Genau das passiert derzeit in Zürich. Und Menschen, die auf eine erschwingliche Wohnung oder eine bezahlbare Gewerbefläche angewiesen sind, finden keine. Dagegen treten wir an.

Die Stiftung PWG erwirbt Liegenschaften und vermietet sie preisgünstig an eine breite Zielgruppe. Bei der Vermietung achten wir auf eine Mindestbelegung, die Dringlichkeit und die finanziellen Verhältnisse. Doch die Nachfrage nach unseren günstigen Wohnungen übersteigt das Angebot bei Weitem. Deshalb suchen wir laufend käufliche Liegenschaften in der Stadt Zürich.

«Menschen, die darauf angewiesen sind, finden keine erschwingliche Wohnung. Dagegen treten wir an.» Die ansässige Mieterschaft kann nach dem Erwerb der Liegenschaft durch die Stiftung PWG zu den gleichen Mieten bleiben. Unsere Mieten sind im Durchschnitt einen Drittel günstiger als der Markt und langfristig gesichert. Denn ein umsichtiges Vorgehen erhält den Wert der Liegenschaften, die dauerhaft im Bestand der Stiftung PWG verbleiben.

Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigen Wohnund Gewerberäumen der Stadt Zürich

pwg.ch


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Nachhaltig investieren

NZZ-Verlagsbeilage

Freitag, 24. Juni 2022

Wie Green Bonds den Wandel beschleunigen Viele Emittenten von grünen Anleihen sehen nur in einer nachhaltigen Wirtschaft eine Zukunft und streben bereits per 2040 oder früher das für 2050 global proklamierte Netto-Null-Ziel an. SACHA BERNASCONI

Für viele überraschend: Polen begibt im Dezember 2016 als erster Staat eine grüne O ­ bligation (Green Bond) und gewinnt damit das Rennen vor Frankreich, das bereits im April 2016 angekündigt hatte, ein solches, an grüne Zwecke gebundenes Instrument auf den Kapitalmarkt zu bringen. Auf dem gesamten Kapitalmarkt nehmen Staaten, Gebietskörperschaften und auch Unternehmen jedes Jahr ­ zigtausend Milliarden auf, um Projekte zu finanzieren. Auf der Investoren­seite ist er dementsprechend hauptsächlich durch institutionelle Teilnehmer geprägt. Die Schweiz ist erst mal in den Vorbereitungen und plant die Herausgabe erster grüner Obligationen per Ende 2022. Frankreich hat seit 2017 über 54 Milliarden an Green Bonds begeben und finanziert damit grüne Projekte. Deutschland hat 2020 eine spannende grüne Obligation begeben, die genau gleich lang läuft wie ihr nicht grünes Pendant. Daran lässt sich ablesen, wie gross eine Zins­differenz der zwei unterschiedlichen O ­ bligationen ist. Effektiv ist die Rendite­differenz mit nur 0,05 Prozent sehr gering. ­Andere Länder haben die Transformation zur Nachhaltigkeit mittels der Herausgabe von Green Bonds ebenfalls ernsthaft ­vorangetrieben.

Was wird mit den Geldern finanziert? Rund zwei Drittel der aufgenommenen Mittel werden für den Energieund Gebäudesektor eingesetzt. In den Energiesektor fallen vor allem Massnahmen zu Elektrizität und Wärme.

Unternehmen aus der Privatwirtschaft scheinen ganz spezifisch Massnahmen zur Reduktion der verbrauchten Energie zu ergreifen. So hat zum ­Beispiel Apple aus einer ersten Milliarden-­ Obligation gut 600 Millionen US-Dollar in den Entwicklungspark in Cupertino und weitere nachhaltige Gebäude investiert. Alleine dadruch kann das Unternehmen jährlich 725 000 Tonnen CO2-Ausstoss einsparen. Gleichzeitig wurden Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energie mit einer Kapazität von 267 Megawatt installiert, 48 000 Tonnen Abfall vermieden sowie 22 Millionen Liter Wasser gespart, und einige weitere Massnahmen konnten dank der Emission der grünen Obligation erreicht werden. Was ist denn derart neu, dass so viele Emittenten bemüht sind, grüne An­ leihen zu begeben? Seit Mitte 2014 agiert die International Capital Market Association (ICMA) als Sekretär der Green Bond Principles (GBP). GBP sind freiwillige Richtlinien für die Emission von grünen Anleihen, die gemeinsam von Marktteilnehmern erstellt wurden mit dem Ziel, Transparenz und Integrität des Green-Bond-Marktes zu fördern. Neuartig ist: Grüne Obligationen sind zweckgebundene Investments, aber im Wesentlichen bauen sie auf dem bewährten Format von Obligationen auf. Was mit «Sekretär» und «freiwilligen Richtlinien» zwar unspektakulär klingt, führte dennoch zu einer stillen und leisen Revolution. Denn wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass eines ­Tages das frische Geld für grüne Projekte gleich viel oder gar mehr sein wird als

das für alle weltweit frisch gezeichneten Aktien? Dieser Wendepunkt scheint nun möglicherweise bereits 2022 gekommen zu sein. Untenstehende Grafik zeigt, wie rasant sich der Markt für grüne Anleihen seit 2012 entwickelt hat.

Doch reichen die Volumen aus? Die Internationale Energieagentur schätzt, dass pro Jahr ein Investitionsvolumen von 1000 Milliarden US-Dollar notwendig ist, um die Energiewende zu schaffen. Auch die Climate Bonds

Initiative aus London hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst rasch ein jährliches Volumen für grüne Anleihen von über 1000 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Die ­Non-Profit-Organisation ist dabei als Vermittler unterwegs und berät Länder und Unternehmen, wie grüne Anleihen emittiert werden ­können. Während der UNO-Klimarat oder auch die Klimajugend berechtigterweise massive Forderungen stellen, um den Klimawandel rasch und konsequent zu bekämpfen, ist der internationale politische Wille darauf ausgerichtet, frühes-

tens per 2050 oder später auf Netto-Null umzustellen. Erfreulicherweise sehen aber viele Emittenten von grünen Anleihen nur in einer nachhaltigen Wirtschaft eine Zukunft und streben per 2040 oder früher das Netto-Null-Ziel an. Mit diesem freiwilligen und vom Volumen her massiven, aber stillen Umbau bleibt die Hoffnung, dass ein Übergang zu mehr Nachhaltigkeit mithilfe der Finanzmärkte einfacher vonstattengeht, als von vielen gedacht. Sacha Bernasconi ist Portfolio Manager bei Syz Asset Management.

Globale Entwicklung grüner Obligationen nach Verwendungszweck in Millionen US-Dollar

Nicht spezifiziert Informations- und Kommunikationstechnologie Industrie Landnutzung Abfall Wasser Transport Gebäude Energie

600 500 400 300 200 100 0 2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

QUELLE: CLIMATE BONDS INITIATIVE

Die Macht der Indexanbieter zur Klimaneutralität Schon jetzt beziehen die meisten ESG-ETFs im Rahmen der Umweltorientierung – das «E» in ESG – implizit oder explizit Klimabelange in die Indexmethodik ein. NIMA POUYAN

Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle bei den weltweiten Bemühungen um eine Verlangsamung der globalen Erwärmung. Sie werden ihren CO2Fussabdruck reduzieren und klima­ schonende Produkte und Dienstleistungen anbieten müssen. Das wachsende Bewusstsein für die D ­ ringlichkeit dieser globalen ­ Herausforderung schlägt sich in einer ständig wachsenden ­ Koalition von Akteuren nieder. Dazu gehören auch Indexanbieter und ­Asset ­Manager, die Produkte zur Förderung der Klimawende entwickeln, und Anleger, die ihr Kapital entsprechend ­anlegen. Mit dem Klimaabkommen von ­Paris haben sich im Jahr 2015 mehr als 190 Staaten dazu verpflichtet, den Klimawandel einzudämmen und die ­ Weltwirtschaft klimafreundlich umzugestalten. Ziel ist eine Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs möglichst auf 1,5 Grad Celsius, in jedem Fall aber auf deutlich unter 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Die EU soll bis 2050 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die weltweiten CO2-Emissionen nach Ansicht von Experten drastisch reduziert werden. Schaffen Unternehmen die ESG-Transformation nicht, drohen Reputationsrisiken sowie höhere Finanzierungskosten. Denn Investoren werden vermutlich künftig grosse Teile ihre ­Investitionsströme tendenziell stärker an ESG-konforme Unternehmen leiten.

Rolle der Indexanbieter zu mehr Klimaneutralität Indexanbieter wie MSCI haben früh­ zeitig den Trend zum passiven I­ nvestieren sowie zur nachhaltigen Anlage erkannt und ihr Angebot darauf ausgerichtet. So hat die Zahl sowohl der klassischen als auch der ESG-Indizes stark zugenommen. Indexanbieter verfügen damit über zwei machtvolle Hebel, wenn es darum geht, weltweite Kapitalflüsse in entsprechende Investmentvehikel zu lenken: durch ein höheres ESG-Index­universum als auch in der Gestaltung der Index­ methodologie solcher Indizes. Schon jetzt beziehen die meisten ESG-ETFs im Rahmen der Umweltorientierung – das «E» in ESG – implizit oder explizit Klimabelange in die I­ ndexmethodik ein. Einen noch gezielteren Beitrag zu den weltweiten Klima­zielen können ETFs auf speziell ­konzipierte Klimaindizes leisten. So bieten die ­«Climate Paris Aligned Indizes» von MSCI ein Exposure, das im Einklang mit den Empfehlungen der Expertenkommission «Task Force on Climate-­ related Financial Disclosures» (TFCD) und dem 1,5-Grad-Ziel des ­Pariser Abkommens steht. Zudem sind sie so konzipiert, dass sie die Mindest­anforderungen der EU die Pariser Benchmark übertreffen. Dieser im Rahmen des Aktionsplans der EU für ein nachhaltiges Finanzwesen formulierte Standard verlangt eine Halbierung der ­CO2-Intensität gegenüber den Standardindizes sowie weitere jährliche Senkungen der CO2-Intensität um 7 Prozent.

Die Indexunternehmen müssen bestimmte Kriterien in Bezug auf die ­Risiken und Chancen des Klimawandels erfüllen. Zum Beispiel sollen physische Risiken durch extreme Wetterereignisse reduziert werden und gleich­zeitig Unternehmen höher gewichtet werden, für die sich durch die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft Chancen ergeben. Erfüllen Unternehmen definierte Kriterien, fliessen ihnen ­Investorengelder zu, die sie für Innovations- und Wachstumsstrategien einsetzen können. Da Indexanbieter ihre Indexmetho­ dologie öffentlich machen müssen, erhalten Anleger gleichzeitig eine Transparenz darüber, ob und wie ­ESG-Standards tatsächlich ­eingehalten werden. So ­qualifizieren sich beispielsweise etliche « ­Climate Paris ­ Aligned ETFs» (ETFs gemäss dem Pariser Klima­abkommen) als sogenannte Artikel-9-Produkte, also Fonds, die Anleger ansprechen, die besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit ­legen, ­gemäss der EUVerordnung über die Offen­legung nachhaltiger Finanzprodukte (SFDR).

Grösse korreliert mit Durchsetzungsstärke Möchten Anleger in ETFs mit Klima­ fokus investieren, könnten sie solche Produktanbieter auswählen, die aufgrund ihrer gesamten Grösse über einen aktiven Ansatz für Engagement und Stimmrechtsausübung ebenfalls auf positive Veränderungen der Unternehmenspraktiken hinwirken können.

Dabei stimmen die passiven ETFs dieser Anbieter in der Regel im Einklang mit der grössten aktiven Position beziehungsweise den ESG-Richtlinien dieser Asset Managers ab. Somit unterstützen Anleger neben den Index­anbietern auch ­solche Asset Manager, die ihre Stimme gebündelt für mehr Klima­ neutralität einsetzen.

Gezielteren Beitrag zu den weltweiten Klimazielen leisten.

Nima Pouyan ist Head ETF Switzerland & Liechtenstein bei Invesco.

Wachstum bei ESG-orientierten UCITS-ETFs Assets under Management (AuM)

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Anzahl Produkte QUELLE: BLOOMBERG (STAND 31. MAI 2022)


Nachhaltig investieren

Freitag, 24. Juni 2022

NZZ-Verlagsbeilage

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Jetzt ist die Zeit für Investitionen in die «Energy Transition» Die weltweite Energieknappheit und ein jahrzehntelanger Investitionsmangel bieten die einmalige Chance, die Zukunft des Energiesystems neu zu gestalten. ROLAND DÖRIG UND BEAT GOETZ

Hinter vorgehaltener Hand räumen ehemalige CEOs grosser Energiekonzerne ein, dass es zu Hause derzeit Spannungen gibt. «Wie konntest du das zulassen?», wollen Kinder und Enkelkinder wissen. Diese jüngere Generation erbt von uns eine Welt mit grossem Nachhol­ bedarf. Während die Bevölkerung weiter gewachsen ist und alte Kraftwerke in die Jahre kommen, gibt es kaum ein Land, das genug in neue Energieinfrastruktur investiert hat. Dies triff auch auf die Schweiz zu. Wie viele wohlhabende Länder w ­ aren auch wir unverantwortlich dekadent: Wir ­haben uns gegen weitere Investitionen in Kernkraftwerke entschieden, sind aber gleich­zeitig nicht bereit, unsere i­ dyllische Landschaft mit Windkraft- oder Photovoltaikanlagen zu verunstalten. Den Preis, den wir in der Schweiz, in Europa und global für diese dringend benötigte «Energy Transition» und Erneuerung zahlen müssen, lässt sich immer genauer beziffern. Nach Angaben des Bundesamts für Energie muss alleine die Schweiz bis 2050 mindestens 1,5 Billionen Franken investieren, was dem Doppelten des jährlichen Schweizer Bruttoinlandsprodukts entspricht. Das knappe Angebot an Strom hat Anfang dieses Jahres die Strompreise in Europa auf nie zuvor gesehene Niveaus gehoben, zwischenzeitlich auf das Zehnfache des Preises von 2021. In Texas fielen in diesem Frühjahr sechs Kraftwerke gleichzeitig aus, wodurch die kurzfristigen Strompreise um mehr als das Zwanzigfache anstiegen. In mindestens zwölf US-Bundesstaaten könnte es in diesem Sommer zu Blackouts kommen – eine schockierende Realität für die grösste Volkswirtschaft der Welt, aber leider ein globaler Trend. Tokio erlebte im März nach einem Erdbeben und kaltem ­Wetter ebenfalls beinahe einen gross­flächigen Stromausfall.

Die Zukunft des Energiesystems entscheidend mitgestalten «Die Zeit läuft uns davon, sie läuft uns buchstäblich davon», sagte kürzlich Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck im Deutschen Bundestag. Sein Land fürchtet immer mehr, dass die Lichter ausgehen, während Wladimir Putin den Gashahn weiter zudreht. Trotz dieser Notlage kann der jetzige Zeitpunkt auch als einmalige Chance gesehen werden, unser heutiges Energiesystem einer fundamentalen und nachhaltigen Erneuerung zu unterziehen. Energy Infrastructure Partners wurde 2014 mit genau dieser Vision gegründet, die Zukunft des Energiesystems entscheidend mitzugestalten. Gleichzeitig sind wir bestrebt, langfristige und nachhaltige Renditen für unsere institutionellen Investoren, insbesondere Schweizer Pensionskassen, zu erwirtschaften. Heute beschäftigen wir mehr als 70 Sektorspezialisten, die sich tagtäglich ausschliesslich mit dem Thema Energieinfrastruktur beschäftigen. Mit jedem unserer Portfoliounternehmen arbeiten wir individuell daran, Mehrwert zu schaffen, um die Energieproduktion sicherer und zugleich nachhaltiger zu machen. Mit jeder unserer weltweiten Energiebeteiligungen, aktuell mehr als 45 in 17 Ländern, tragen wir dazu bei, das Energiesystem nachhaltiger zu gestalten. Auch wenn sich die Welt bezüglich Energieversorgung in einer misslichen Lage befindet, dürfen wir nicht aufgeben, an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Selten lagen Notwendigkeit und Möglichkeiten näher beieinander. Denn wie Churchill treffend gesagt haben soll: «Lass niemals eine Krise ungenutzt verstreichen.» Diesem Leitsatz folgend, geht es uns jetzt darum, nachhaltig zu investieren.

Wir verstehen unter Nachhaltigkeit aber mehr als die blosse Reduktion von Kohlenstoffemissionen – auch wenn viele unserer Investitionen natürlich auch darauf abzielen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Energie Zukunft Schweiz aus dem Jahr 2021 wird dank der Investitionstätigkeit von Energy Infrastructure Partners weltweit dreimal mehr erneuerbare Energie erzeugt als durch jeden anderen Schweizer Investor, einschliesslich der grössten Versorgungsunternehmen des Landes. Ein ebenso wichtiger Bestandteil von Nachhaltigkeit ist für uns die Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Infolge des Ukraine-Krieges wurde uns eindrücklich aufgezeigt, wie verletzlich das aktuelle Energiesystem ist.

Den nächsten Generationen Alternativen bieten Deutschland beispielsweise hat derzeit keine andere Möglichkeit, als weiterhin Gas aus Russland zu beziehen und damit indirekt Russlands Invasion weiter zu finanzieren. Wir sind der Ansicht, dass wir der Welt und der nächsten Generation Alternativen bieten müssen. So leisten Investitionen von Energy Infrastructure Partners nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung der Energieversorgungssicherheit, sondern auch zur Stärkung des Selbstversorgungsgrads. Ohne Handel und Globalisierung dabei infrage zu stellen, sehen wir in unserer täglichen Arbeit, dass Selbstbestimmung die Grundvoraussetzung von Versorgungssicherheit bildet. Konkret bedeutet dies, erneuerbare Energiequellen dort auszubauen, wo ideale Voraussetzungen vorliegen, um die ­natürlich vorhandenen Ressourcen zu nutzen: Wasserkraft, wo es Berge gibt; Windkraft, wo es Flächen und Meer gibt; und Photovoltaik, wo es Sonne und Wüste gibt. Selbst wenn man das Argument des Klimawandels aussen vor liesse, gibt es keine bessere Möglichkeit zur Erhöhung der Versorgungssicherheit eines Landes, als mehr lokale und ausreichend vorhandene Energiequellen in den Mix aufzunehmen. Dieser Ansatz ist übrigens auch ökonomisch sinnvoll. Laut der jüngsten Analyse der Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity) der Bank Lazard werden erneuerbare Energiequellen auch im Hinblick auf die Kosten immer wettbewerbsfähiger gegenüber klassischen Energiequellen wie Kohle, Kernkraft und Gas. Sogar in der Schweiz, wo die Generationen vor uns vorausschauend in Wasserkraft investiert haben, stehen wir vor einem drohenden Versorgungsengpass. Unser Strombedarf steigt weiter an und gleichzeitig werden wir Kernkraftwerke vom Netz nehmen. Gemäss einer vom Bundesamt für Energie in Auftrag gegebenen Studie werden Stromimporte bis 2050 weiter zunehmen. Bereits heute importieren wir demnach im Jahresdurchschnitt bis zu 10 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Stroms.

Umbau des Energiesystems: Laut dem Bund muss die Schweiz bis 2050 mindestens 1,5 Billionen Franken investieren. rem Heim- und immer noch wichtigsten Markt, verwalten wir die Altersguthaben von Millionen von Pensionär:innen in systemrelevante Energieinfrastruktur. Beispiele dafür sind das Stromnetz der Schweiz und einige der grössten Wasserkraftwerke der Alpen. Ohne diese ­Infrastruktur wäre die Wirtschaft des Landes nicht funktionsfähig. Wir ermöglichen somit der Schweizer Bevölkerung, in das Rückgrat ihrer eigenen Volkswirtschaft zu investieren. Die Renditen, die wir mit unseren langfristigen Investitionen anstreben und erzielen konnten, kommen den Renten von Schweizer Arbeitnehmenden zugute. Das ist unsere Vorstellung von Nachhaltigkeit bei Energy Infrastructure Partners. Die Schwei-

Langfristige ­Investitionen in die ­Energieinfrastruktur kommen den Renten von Schweizer Arbeitnehmenden zugute.

zer Bevölkerung investiert nachhaltig in ihre eigene Energieinfrastruktur, sorgt selbst für ihre Versorgungssicherheit und profitiert dabei gleichzeitig von langfristig soliden Renditen. Dieser holistische Ansatz für nachhaltiges Investieren – in die Sicherheit, die Wirtschaft und den Wohlstand künftiger Generationen – ist einer, hinter dem Partner, Investoren und ­ Regierungen auf der ganzen Welt stehen können. Die Kinder und Enkelkinder von heute zählen auf uns. Für die «Energy Transition» heisst das: Jetzt oder nie! Roland Dörig ist Gründer und Managing Partner und Beat Goetz ist Global Head of Client Solutions von Energy Infrastructure Partners in Zürich.

Energy Infrastructure Partners Der in Zürich und Luxemburg ­ansässige Asset-Manager Energy Infrastructure Partners (EIP) ist ein Sektorspezialist mit ausgewiesener Erfahrung, der über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ausschliesslich in Energieinfrastruktur investiert. Der Fokus liegt dabei auf langfristigen Investitionen in systemkritische Energieinfrastruktur mit starken Industriepartnern. Nachhaltigkeit ist für EIP zentraler Bestandteil der Firmenphilosophie und EIP-Produkte leisten einen Beitrag zur Dekarbonisierung so-

Letztlich ist der Investitions­ ansatz ausschlaggebend Angesichts der angespannten Situation unserer Exportpartner – Frankreich hat unerwartete, beispiellose Wartungspro­ bleme bei einem Drittel seiner 56 Kernkraftwerke – ist diese Strategie, sich auf das Ausland zu verlassen, nicht nachhaltig. Der einzige langfristige Ausweg aus dieser Bredouille sind signifikante Investitionen in die Energieinfrastruktur unseres Landes. Zu guter Letzt: Der Investitions­ ansatz ist ausschlaggebend, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten und weiter zu fördern. In der Schweiz, unse-

PD

wie zu drei wichtigen Sustainable Development Goals (SDGs). Rund 180 Schweizer Pensionskassen sind in einer von EIP verwalteten Anlagegruppe investiert. Diese ist an systemkritischen Anlagen wie zum Beispiel Swissgrid oder ­Alpiq beteiligt, die den Strombedarf massgeblich decken und die Versorgungssicherheit in der Schweiz gewährleisten. Zudem ist EIP heute einer der bedeutendsten Investoren in OnshoreWindkraft­anlagen in Europa.

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Schweizer Pensionskassen investieren in Produkte, bei denen Energy Infrastructure Partners als Portfoliomanager tätig ist.

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Länder, in denen Beteiligungen von Energy Infrastructure Partners grüne Energie produzieren.

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Jahre Erfahrung mit Investitionen in die Schweizer Energieinfrastruktur.

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Terrawattstunden grüne Energie wird von den Portfoliounternehmen von Energy Infrastructure Partners jährlich produziert – genug, um die Hälfte der Haushalte in der Schweiz zu versorgen.

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SDGs, die durch die Investments von Energy Infrastructure Partners angestrebt werden (bezahlbare und saubere Energie; Industrie, Innovation und Infrastruktur; Massnahmen zum Klimaschutz).

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Megatonne CO² wird durch Portfoliounternehmen von Energy Infrastructure Partners jährlich eingespart – etwa so viel, wie 1,8 Millionen Bäume in einem Jahr absorbieren. QUELLE: ENERGY INFRASTRUCTURE PARTNERS


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