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Gesch채ftsbericht 2013

Wir vernetzen Gesundheit BlueCare AG Pflanzschulstrasse 3 CH-8400 Winterthur www.bluecare.ch

Wir vernetzen Gesundheit


1 Million CHF

Inhaltsübersicht

Um stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr Das entspricht einem Wachstum von

12.5 %

50 Mitarbeitende tragen zum Erfolg der BlueCare bei

Dank steter Optimierung konnte der Informatik­aufwand um über 20 % gesenkt werden

Über

1’300’000 Managed Care Versicherte werden heute in BlueEvidence verwaltet.

18 %

Das sind rund mehr als im Vorjahr.

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Editorial4 Jahresrückblick6 Entwicklungspotential ausschöpfen

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Qualität, Patientennutzen, Kosteneffizienz

22

Unsere Managed Care Kunden

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Expertenstimmen: Integrierte Versorgung Ein Begriff – viele Facetten Ein Quantensprung der Solidarität Fortschritte im hinderlichen System Erfahrungsbericht Kanton Graubünden

40 44 48 52

BlueEvidence Wandelnde Kundenbedürfnisse Zuverlässig, sicher, schlüsselfertig

58 64

HIN Starke Position und neue Märkte

68

TrustX Marktresonanz und neue BI Technologie

72

Team In die Zukunft investiert 80 Eine Kultur für zündende Ideen 84 Aktionariat und Verwaltungsrat 86 Geschäftsleitung88 Team90 Finanzen Erfolgsrechnung94 Bilanz96 Impressum99

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Editorial

Über Widersprüche hinausblicken Geschätzte Aktionäre, Kunden und Partner Das Schweizer Volk entschied sich 2012 gegen einen Managed Care Zwang. Dennoch wählen die Stimmbürger als Versicherte immer häufiger eine Versicherungspolice in einem Managed Care Modell. Zu Beginn des Jahres 2014 sprach sich das Volk für eine striktere Kontingentierung der Zuwanderung aus. Dennoch wünschen sich alle mehr Pflegende, Ärzte und Fach­­­kräfte im Gesundheitswesen. Vordergründig scheint dies paradox. Doch als Pioniere der integrierten Versorgung müssen wir über solche Widersprüche hinausblicken können, wollen wir innovative Lösungen realisieren.

Philip Baumann, CEO

Peter Bettoni, VR-Präsident

«Wir setzen da an, wo sich die Politik mit den Herausforderungen des ­Gesundheitswesens schwertut.»

Da wo sich die Politik schwertut, Lösungen zu finden, setzen wir an. Unser Fokus galt auch 2013 den Chancen, welche die integrierte Versorgung zur Optimierung der Prozesse entlang der Behandlungskette bietet. Unsere Vision ist ein besseres Gesundheitswesen. Diese streben wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern der Schweizer Ärzteschaft an. Konkret wird sie durch praxisnahe Lösungen zur Optimierung des Nutzens, der Qualität und der Sicherheit der Patienten. Diese Lösungen zu entwickeln, sie unseren Kunden schlüsselfertig und datenschutzkonform anzubieten, ist unsere Mission. Das Jahr 2013 war für uns aus drei Gründen ausserordentlich erfreulich: › Die gemeinsame Vision mit den uns anvertrauten Unternehmen potenziert die

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bisherige strategische Kooperation und schafft Synergiepotentiale – mit Projekten wie LARNAGS, PonteVecchio und eFaktura lief die Umsetzung der Vision an. › Der Ausbau unserer Büros und die Inves­tition in die Infrastruktur schuf die logistische Basis für das künftige Wachstum des interdisziplinären Teams auf bis zu 70 Mitarbeitende. › Die Finanzkennzahlen erreichten Rekordwerte. Die Umsatzsteigerung betrug erstmals über eine Million CHF. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Weichen richtig gestellt sind und die Leistungskultur Früchte trägt. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wollen dies weiter fördern. Dank gebührt unseren Aktionären, für ihre langjährige Unterstützung. Auch unseren Kunden und Partnern, welche die Entwicklung in fruchtbarer Zusammenarbeit fördern, danken wir herzlich. Vor allem danken wir ­unseren Mitarbeitenden. Täglich tragen sie tatkräftig dazu bei, die Umsetzung unserer Vision voranzutreiben. Darauf sind wir besonders stolz. Wir wünschen Ihnen einen anregenden Einblick in den Alltag des BlueCare-Teams.

Peter Bettoni VR Präsident

Philip Baumann VR Delegierter und CEO

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Jahresrückblick

Das erste Halbjahr 2013 im Überblick 27. Juni

Symposium Forum Managed Care 2013

24. Januar

Das Symposium des ­Forum Managed Care in Zürich ist der Jahres­ kongress der integrierten Versorgung in der Schweiz. BlueCare ­unterstützt das Forum ­Managed Care seit über 10 Jahren und ist auch 2013 Goldsponsor.

Der erste Infolunch des Jahres Rund einmal im Monat trifft sich das BlueCare-Team zum Infolunch. Im ersten Teil erfahren die Mitarbeitenden Neues aus allen Geschäftsbereichen. Danach folgt ein gemeinsames ­Mittagessen.

Jan.

13. Februar

Zieldefinition

Feb.

Die Geschäftsleitung opera­ tionalisiert am Workshop die Jahresziele 2013, legt die ­Eckwerte für die Lohnrunde fest und fällt den Entscheid zur Einführung der KANBAN Methode zur besseren ­Steuerung der vielen parallel laufenden Vorhaben im Hause.

22. und 23. Januar

Workshops für die Mitarbeitenden Im Kernsatz «Ein besseres Gesundheits­wesen» hat BlueCare Ende 2012 ihre Vision neu geschärft. Nun gilt es, sie mit den ­Mitarbeitenden zu ­teilen, damit alle am gleichen Strang ziehen.

Mär.

22. Mai

Erfahrungsaustausch BlueEvidence 1. April

Anpassung der ­Aufbauorganisation BlueCare optimiert und strafft ihre Organisation. Künftig sorgen drei Markt­ einheiten und drei Fach­ bereiche für eine optimale Kundenbetreuung, den Betrieb und die Weiter­­­­­ entwicklung aller ICT-Plattformen.

Zweimal jährlich trifft sich BlueCare zum aktiven ­Austausch mit den Managed Care Organisationen. Die Community of Practice #4 befasste sich mit dem neuen Datenverarbeitungs­ cockpit und dem Leistungs­ marker.

Mai Winterweekend in ­Unterwasser

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29. Juni

BlueCare baut ihre Büros aus

8. bis 10. März

Gemeinsam mit Familien und Partnern fährt das BlueCare Team zu Schnee, Sonne und Fondue nach Unterwasser im Toggen­ burg. Wir erfreuen uns am Teilnahmerekord mit über 20 Kindern und 50 Er­ wachsenen.

Jun.

Apr.

15 Jahre Managed Care

25. März

ePatient Dave inspiriert Dave deBonkart überlebte 2007 einen Nierenkrebs in sehr spätem Stadium, dank hervorragender Ärzte, viel persönlichem Einsatz und dem für jedermann verfüg­ baren Wissen im Internet. Heute setzt er sich für eine aktive Rolle der Patienten im Gesundheits­­ wesen ein. Sein Vortrag berührte und ­inspirierte das ganze BlueCare Team.

Mai

5. April

Managed Care Plattform Schwerpunktthema der vierten BG-Plattform, dem Treffpunkt von BlueCare und den grössten Managed Care Organisationen, ist die Optimierung der Ange­ bots- und Produktestrategie in den Managed Care Modellen.

Seit 15 Jahren setzen sich Argomed, hawadoc und eastcare als Managed Care Organisationen für die integ­ rierte Versorgung ein. BlueCare war bei deren Gründung und Aufbau als Pionierin massgeblich beteiligt und bedankt sich mit einem Jubiläums­ geschenk für die langjährige Partner­ schaft.

Im Frühjahr investierte BlueCare kräftig in die ­eigene Infrastruktur der Räumlichkeiten. Heute lädt die neue Begegnungs­ ­zone zum Verweilen ein, grossräumige B ­ üros sorgen für regen Austausch und bieten Platz für bis zu 70 Mitarbeitende.

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Jahresrückblick

Das zweite Halbjahr 2013 im Überblick 25. und 26. Oktober

NIZZA macht die Leistungen von Ärztenetzen transparent

10. Juli

An der fünften Plattform mit den drei Managed Care Organisationen Argomed, hawadoc und eastcare (MCOs) stellt BlueCare die Ergeb­ nisse aus dem Projekt NIZZA zum Leistungsangebot der Ärztenetze vor. Die wichtige Grund­lagen­ arbeit, welche BlueCare den drei MCOs zum 15. Jubiläum ­geschenkt hat, wird breit diskutiert und oft gelobt.

BlueEvidence Datenverarbeitungscockpit Das neue Online-Tool liefert Pilotkunden ­detaillierte Informationen über die Verarbeitung ­aller ­Datenlieferungen der ­angeschlossenen Krankenversicherer in BlueEvidence.

Jul.

6. August

Nachwuchsförderung Im Sommer stossen zwei Mediamatiker-Lernende ­sowie ein Informatik-­ Lernender mit Schwerpunkt Systemtechnik neu zum Team hinzu.

Sep.

Aug.

Ausgerüstet mit Fahrrad und Landkarte fährt das Team in Gruppen los. Die sportlichen überque­ ren schon auf dem Weg zum ersten Posten den Eschenberg. Andere pirschen sich vorsichtiger an den Grillabend im Restaurant auf dem Gipfel heran.

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30. Oktober

Seminar «Verwaltungsrats-Know-how»

11. Juli

Sommerevent rund um Winterthur

Okt.

29. August

Tag der offenen Tür bei BlueCare Nach dem Umbau und der Renovation der Räume feiert BlueCare mit einem Tag der offenen Tür mit Angehörigen, Partnern und Kunden. Nebst Team­ präsenta­tionen, Kinder­ betreuung und einem reichhaltigen Buffet wer­ den die Gäste auch musikalisch verwöhnt.

BlueCare und ausgewählte Experten vermitteln spezi­ fisches Know-how für die Tätigkeit als Verwaltungsrat im ­Gesundheitswesen. Die Rückmeldungen der ­Kursteilnehmenden sind sehr erfreulich.

14. November

21. November

Nationaler Zukunftstag

Erste übergreifende eHealth-Lösung

1.2 Million Versicherte

Schweizweit begleiten Jugen­­ dliche ihre Eltern an den Arbeitsplatz. Auch bei Blue­ Care ist der Nachwuchs zu Gast und kann sich ein Bild der Arbeitswelt bei BlueCare machen.

Hausarztmodelle erfreuen sich trotz negativem Aus­ gang der Volksabstimmung weiterhin grosser Beliebt­ heit. Auch 2013 stieg die Zahl der mit BlueEvidence verwalteten Managed Care Versicherten um 20% auf neu 1.2 Millionen.

Nov.

1. November

Im Kanton St.  Gallen kommt es zum Brücken­ schlag zwischen den ­Gemeinschaften der ­Spitalverbunde und der Hausärzte. Die eHealthLösung von BINT, HIN, BlueCare und des ­Kantons St. Gallen bringt allen Beteiligten grossen Nutzen und stösst in der Fachwelt auf beachtliche Resonanz. 30. November

Workshops für die Mitarbeitenden An drei Workshops lernen die Mitarbeitenden die auf Basis der neuen ­Vision ge­ schärfte Strategie und den BluePrint zu deren Umset­ zung kennen.

7. bis 8. November

Jährliche Verwaltungsrats-Klausur Verwaltungsrat und Ge­ schäftsleitung überprüfen gemeinsam die aktuellen Entwicklungen der Märkte, Kundenbedürfnisse und den Stand der laufenden Geschäfte. Sie hinterfragen die Strategie und passen diese, wo nötig, den ­absehbaren Trends an.

3. Dezember

BlueEvidence CoP#5 Auch die fünfte Commu­ nity of Practice dient der Weiterentwicklung von BlueEvidence. Thema ist neben anderen das neue Online-Tool für die Busi­ nessanalyse von MCOs.

Dez.

19. Dezember

Jahresend-AbschlussEvent in Zürich Das Jahresende beschliesst das Team auf den Hügeln um Zürich. Beim Curling auf der Dolder-Eisbahn misst man sich im Fein­ gefühl, das Abendessen im Hotel Zürichberg lässt das Jahr wunderbar ausklingen.

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Fokusthema

Entwicklungs­potential voll ausschöpfen Erfahren Sie, wie BlueCare nach der internen Konsolidierung das Potential von integrierter Versorgung und eHealth noch gezielter nutzbar machen will.

«Die Patienten erwarten auch im Gesundheitswesen einen einfachen Zugang und die ­Möglichkeit zur interaktiven Partizipation, wie in anderen Lebensbereichen auch.» Philip Baumann, CEO

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Fokus

Mehrwerte schaffen – für Leistungserbringer und Patienten

Das Schweizer Gesundheitswesen gehört zu den besten der Welt. Doch bei eHealth und der integrierten Versorgung besteht noch viel Entwicklungspotential. BlueCare schärfte 2013 die Strategie und setzt alles daran, gemeinsam mit den im Managementmandat geführten Firmen HIN und TrustX noch bessere Lösungen zu realisieren, die Vernetzung zu fördern und intergierte Prozesse zu ermöglichen, welche echte Mehrwerte schaffen.

Aus dem Jahr 2012 ging BlueCare mit einer geschärften Vision hervor. Diese wird auch von den beiden Managementmandaten HIN AG und TrustX Management AG ge­ teilt. Die Gruppe bewegt sich damit zuneh­ mend als gut organisierter Schwarm, mit sich ergänzenden Zielen, vielen Synergien und einer gemeinsamen Vision.

Ein besseres Gesundheitswesen Die gemeinsame Vision ist die eines besse­ ren Gesundheitswesens, eines integrierten Gesundheitswesens, dessen Akteure ent­ lang der Behandlungskette effizient kom­ munizieren und partnerschaftlich koope­ rieren. Ein Gesundheitswesen, welches den Patientennutzen ins Zentrum stellt, die verfügbaren Ressourcen optimal einsetzt und die Wünsche der Patienten nach Infor­ mation und Partizipation erfüllt. Diese Vision mündet in zwei Grundauf­ trägen der BlueCare. Einerseits entwickeln und betreiben wir ver­ netzende Systeme, damit Leistungserbrin­ ger alle Informationen entlang der Behand­ lungskette sicher, einfach und zeitnah nut­ zen können.

Andererseits gestalten wir gemeinsam mit unseren Partnern die integrierte Gesund­ heitsversorgung von morgen und wirken bei verschiedenen Themen als treibende Kraft der Innovation. Die Strategie zur Umsetzung der Vision Die Vision ist das Fernziel am Horizont. Es ist ambitioniert, liegt im Übermorgen und ist nicht leicht zu erreichen. Aber genau das spornt uns an: Ist das Übermorgen be­ kannt, lässt es sich leichter auf die Schritte dorthin schliessen. Ausgehend von der Vi­ sion haben wir 2013 die Strategie zur Um­ setzung erarbeitet und gemeinsam mit HIN und TrustX das Visier neu geschärft. Denn die Gruppe agiert im Verbund und erreicht damit eine deutlich höhere Wir­ kung, als jeder einzelne für sich.

Wo wir heute stehen Heute sind BlueCare und die ihr anvertrau­ ten Managementmandate auf die Leis­ tungserbringer entlang der Behandlungs­ kette fokussiert. Diesen bieten sie direkt oder über Partner Dienstleistungen und elektronische Werkzeuge an, welche die Administration vereinfachen oder die Pro­ zesse entlang der Behandlungspfade un­ terstützen. Die Wertschöpfung erbringen wir somit vorwiegend ohne eine direkte Beteiligung am medizinischen Behand­ lungsprozess. Auch haben die Patientin­ nen und Patienten noch keine aktive Rolle in den von uns angebotenen Lösungen.

Behandlungspfad (Medizin) A ufnahme

Behandlung/ Überweisung

Na chbetreuung

Administrativer Pfad Erfassung patiernt

Administrative Überweisung

Abrechnung

Services Morgen

Services heute

Unterstützende prozesse Qualitätsmana gement

Statistik Und Benchmark

Sichere Kommunikation

Die integrierte Versorgung fordert zunehmend integrierte Prozesse zwischen den Leistungserbringern.

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Fokus

fa charzt Ambulante Na chsorge

Apotheke

Nachhaltiges Wachstum heisst für uns, den Patienten ins ­Zentrum zu stellen und den Mehrwert für die Kunden ­spürbar zu steigern.

Paradigmenwechsel als Chance nutzen Unbestritten ist heute, dass die Zukunft der integrierten Versorgung gehört - ob vertikal oder horizontal. Und, dass der Paradigmen­ wechsel von einer akteurzentrierten hin zu einer vermehrt patientenzentrierten Sicht­ weise alle Akteure vor eine grosse Heraus­ forderung stellen wird. Beides bedingt mehr Effizienz und Zusammenarbeit bei der Be­ handlung der Patienten, aber auch die ent­ sprechenden technologischen Werkzeuge und Infrastruktur. Darin sehen wir die grosse Chance für unsere künftige Entwicklung.

SPITAL

PATIENT

Grundver­s or­ gerpraxis, Dia gnostik

Ambulante Therapie rehabilitation Der Patient steht im Zentrum der Behandlungskette.

Die Patienten aktiv in den digitalen Informationsfluss einbeziehen

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bereichen auch tun. Dies wollen wir ih­ nen künftig bieten, und damit die Modelle der integrierten Versorgung vorantreiben.

BISHER: HA USARZTVEREINE

NEU: BEHANDLUNGSKETTE

Wir wollen die Akteure entlang der Be­ handlungskette dazu befähigen, optimal miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Und wir wollen dabei den Patientennutzen immer stärker ins Zent­ rum stellen. Die Patienten sind heute bes­ tens informiert, vernetzt und mündig. Sie gehören ins Zentrum des Gesundheits­ wesens. Als aktive Partner und als gleich­ berechtigtes Gegenüber. Denn sie kön­ nen massgeblich dazu beitragen, dass unser Gesundheitswesen besser wird. Dies bedingt jedoch, dass sie in den digi­ talen Informationsfluss entlang der Be­ handlungskette eingebunden werden und sich ebenso aktiv daran beteiligen können, wie sie dies in anderen Lebens­

HA USARZT THERAPIEN

PATIENT

SPEZIALIST REHA

SPITEX

Konkretisierung der Strategie Unsere Vision ist bereits auf diesen Wandel hin ausgerichtet. 2013 haben wir auch die Strategie entsprechend geschärft und er­ gänzt. Die Umsetzung der strategischen Ziele erfordert von uns Entwicklungen in zwei verschiedenen sich aber auch gut ergänzenden Dimensionen:

In Zukunft wollen wir den ­Leistungserbringern vermehrt Instrumente zur direkten ­Optimierung der Behandlungs­ prozesse anbieten.

Näher an die medizinischen Behandlungsprozesse Heute sind wir mehrheitlich in den admi­ nistrativ-unterstützenden Prozessen der Arztpraxen tätig. Wir unterstützen diese mit Administrationslösungen für Managed Care Modelle, Technologien zur sicheren Kom­ munikation und Kollaboration sowie aus­ sagekräftigen Statistiken. In Zukunft wollen wir den Leistungserbringern vermehrt Inst­ rumente zur direkten Optimierung der ­Be­­handlungsprozesse und Arbeit mit ihren Patienten anbieten.

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Fokus

Fokus auf institutionsübergreifende und integrierte Prozesse eHealth und die integrierte Versorgung leben von Vernetzung und Zusammenar­ beit. Je enger Leistungserbringer ihre Pro­ zesse ineinander verzahnen, desto höher ist der Nutzen, den sie daraus erhalten wer­ den. Wie bisher wollen wir daher die insti­tutionsübergreifende Zusammenarbeit wei­ terhin fördern. Die partnerschaftliche Kommunikation und Kooperation sollen vereinfacht und verbessert werden, indem durch die Integration der Akteure und die Optimierung der Prozesse eine moderne Kollaborationslösung aufgebaut wird.

Service in der Institution

(Praxis, MCO, Spitäler) Integrierte Prozesse

Vernetzen, Kommunikation sicherstellen

Institutionsübergreifende Services (Praxis, MCO, Spitäler) Stossrichtung 2 « W i r k u n g s ko n t e x t »

Stossrichtung 1 « P ro z e s s g e g e n s ta n d »

Gemeinsame Datenbasis

Je enger Leistungserbringer ihre Prozesse ineinander ver­ zahnen, desto höher ist der Nutzen, den sie daraus erhalten.

Kollaboration statt Briefpost und Fax Nachvollziehbar werden die Vorteile von integrierten Prozessen anhand einer Ana­ logie: Als vor Jahren noch die Briefpost das Mittel der Wahl für die Korrespondenz war, erfolgte Kommunikation zwar zuverlässig, aber langsam und umständlich. ­Jeder Brief wurde unabhängig vom bisherigen oder künftigen Austausch verfasst und ver­ schickt, der Empfang jeder Sendung er­ forderte die Zuordnung zum passenden Kontext. Heute erfolgt die Geschäftskom­ munikation vorwiegend via E-Mail und elektronische Kommunikationsplattfor­ men. Die Prozesse sind aufeinander abge­ stimmt, klar strukturiert und erfolgen ohne zeitliche Verzögerung. Wir suchen und vereinbaren Termine mit Online-Tools, be­ stellen und bezahlen online und nutzen vielzählige Dienste, um uns jederzeit und von überall mit unseren Kommunikations­ partnern austauschen zu können.

Nur im Gesundheitswesen nicht? Nur im Gesundheitswesen scheinen diese Technologien noch nicht angekommen zu sein. Hier ist die Prozessintegration noch nicht ausgereift. Nach wie vor spielen Fax und Brief eine tragende Rolle in der Kommunikation im Gesundheitswesen, sei es zwischen behandelnden Ärzten, zwi­ schen Leistungserbringern und Versiche­ rern oder mit Patienten. Diese Formen der Kommunikation erfüllen zwar ihren Zweck und haben ihre Vorteile. Doch sie verhin­ dern die effiziente und schnelle Zusam­ menarbeit aller in der Behandlungskette beteiligten Akteure. Echte Mehrwerte für Arztpraxen Hier will BlueCare in Zukunft noch stärker ansetzen und für die Kunden Mehrwerte schaffen. Dazu entwickeln wir praxisnahe und effiziente Lösungen wie LARNAGS, welche die Vorteile von Brief, Fax und Telefon aufgreifen, darüber hinaus aber auch den gesamten Kommunikationspro­ zess für die Leistungserbringer verbessern (Mehr über LARNAGS auf S.20). Wir wollen jeder Arztpraxis einfach und praktisch einen Nutzen bieten, damit Praxisassistentinnen und Ärzte ihre Alltagsarbeit übersichtlicher ordnen und schneller bewältigen können.

Identifizieren

BlueCare wird sich in zwei Stossrichtungen weiterentwickeln.

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Fokus

BlueEvidence, HIN und TrustX bieten bereits hervorragende, im Schweizer Gesundheitswesen einmalige Lösungen. Diese wollen wir künftig weiter nutzen.

Auf Bestehendem aufbauen Medizinische Behandlungsprozesse opti­ mieren, institutionsübergreifende Zusam­ menarbeit fördern und Prozessintegration ermöglichen. Darauf arbeitet BlueCare also hin. Dieses Ziel zu erreichen, ist nicht unre­ alistisch. BlueCare, HIN und TrustX bieten bereits hervorragende, ausgereifte und im Schweizer Gesundheitswesen weit ver­ breitete IT-Infrastrukturlösungen. In Kom­ bination und unter Ausdehnung ihres Nut­ zens öffnen sie Türen, welche ohne diese Basis verschlossen blieben. Prämisse ist bei jeder Lösung, dass sie die strengen gesetz­ lichen Vorgaben zum Datenschutz und der ärztlichen Schweigepflicht einhält. Grosse Synergiepotentiale Die Umsetzung dieser Strategie bis in die Projekte hinein anzupacken, daran arbei­ tete BlueCare 2013. Sei es in eigenen Pro­ jekten oder auch zusammen mit der HIN AG und der TrustX Management AG. Einige dieser Projekte ermöglichen bereits insti­

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tutionsübergreifende und integrierte Pro­ zesse. Dennoch können die Synergien künftig noch stärker genutzt und das Zu­ sammenspiel der drei Firmen noch opti­ miert werden. Das Synergiepotential der engen strategischen Kooperation und ­Annäherung sowie des fruchtbaren Aus­ tausches zeigten sich bereits mehrfach. Für die weitere Entwicklung stimmt uns dies zuversichtlich.

Ein Team zieht am gleichen Strang Sei es Vision oder Strategie – mit Elan reali­ sieren lassen sie sich in einem Unterneh­ men nur dann, wenn alle Beteiligten am gleichen Strang ziehen. Selbstverständlich gehen Verwaltungsrat und Geschäftslei­ tung in die gleiche Richtung. Noch wichti­ ger ist aber, dass auch alle Mitarbeitenden dafür begeistert werden können. Sie sollen die Vision mittragen, sich darin wiederer­ kennen und motiviert sein, an der Umset­ zung der Strategie mitzuarbeiten. Ohne dies blieben Vision und Strategie Worthül­ sen ohne Gehalt. Zu Beginn und zu Ende des Jahres waren die Vision und die Strate­ gie daher zentrale Themen in den Work­ shops, wo sich Mitarbeitende und Ge­ schäftsleitung vertieft gemeinsam damit auseinandersetzten.

Führungsorganisation gestrafft Um den Marktanforderungen und den stra­ tegischen Zielen besser gerecht zu werden, wurde per April 2013 die Organisations­ struktur der BlueCare AG leicht angepasst und gestrafft. Seither werden die Kunden in drei Sparten und drei zentralen Fachberei­ chen gemeinsam betreut. BlueCare stellt sich somit konsequent nach den drei Marktsegmenten und Kundengruppen Managed Care, Data & Statistics sowie eHealth auf. Nach einem Jahr mit der neuen Führungsstruktur zeigt sich, dass die Reorganisation richtig war. Die Arbeitsab­ läufe sind heute klarer und die Zusammen­ arbeit effizienter organisiert.

Unternehmensleitung

Solutions Development

Applications Management

Finanzen & Administration

Managed Care

Data & Statistics

eHealth

Marktfokus Integrierte Versorgung Managed Care

Marktfokus CH-Datenpool, Statistiken

Marktfokus eSecurity, eHealth Integration

Kunden MCOs, Ärztenetze, Versorg. Regionen

Kunden NewIndex, Trustcenters

Kunden Abonnenten, Institutionen, Service Provider

Produkt BlueEvidence

Produkt TrustX

Produkt HIN-Plattform

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Fokus

Projekt LARNAGS

Gegen schlecht organisierte Prozesse Das zurzeit aussichtsreichste Projekt, an welchem BlueCare in Kooperation mit dem Zürcher Gesundheitsnetz (zgn) und mit Grisomed arbeitet, ist das Projekt LARNAGS. Es setzt an einem neuralgi­ schen Punkt der Arbeitsorganisation in Arztpraxen an: bei der Triage von Infor­ mationen über die Behandlungsschritte der Patienten. Heute gibt eine durch­ schnittliche Gruppenpraxis täglich rund

50 Aufträge für weiterführende Untersu­ chungen in Spitälern, Labors und bei an­ deren Dienstleistern weiter. Gleichzeitig gehen rund 70 bis 100 Rückmeldungen anderer Leistungserbringer ein. Diese kommen teilweise via E-Mail, zu 70% aber nach wie vor per Fax oder Brief in die Praxis. Die medizinische ­Praxisassi­­­­stenz verbringt daher einen Grossteil ihrer Arbeitszeit damit, diese eingehen­

den Informationen jeweils dem Kontext des richtigen Patienten und Arztes zu­ zuweisen. Überblick und Ordnung verschaffen Eben hier soll die neue Lösung ansetzen. Sie soll eine praxisnahe und effiziente ­Alternative für das Versenden und Emp­ fangen der behandlungsrelevanten Infor­ mationen bieten und die Triage zum Pati­ entenkontext automatisieren. Diese Lö­ sung soll die Vorteile von Brief, Fax und

Telefon aufgreifen und darüber hinaus den gesamten Kommunikationsprozess verbessern. Damit wollen wir jeder Arzt­ praxis einfach und praktisch einen Nut­ zen bieten. Medizinische Praxisassisten­ tinnen und -assistenten sowie Ärztinnen und Ärzte sollen künftig ihre Ressourcen nicht mehr an schlecht organisierte ad­ ministrative Prozesse verschwenden, sondern in den Behandlungsprozess in­ vestieren können.

Personal • Durchschnittlich 6 ärzte • 7 Medizinische Praxisassistentinnen (MPAs) Pat i e n t e n • 25’000 bis 30’000 Konsultat ionen pro Jahr

Arzt  A / Pati e n t X

• Täglich ca. 150 Patienten

E- mai l

üb e r w e i s u n g e n •  A ufträge für weiterführende Untersuchungen bei 35% der Patienten (ca. 50 Aufträge täglich)

Arzt  B / Pati e n t Y

Bri e f

täglich 70 bis 100 Rückmeldungen (Laborergebnisse etc.) •  •  Per Mail (30%), per Fax und per Brief (70%)

Triage

Arzt  C / Pati e n t Z

T e le fo n

• äusserst aufwändige Triage der eingehenden Informationen • Zuordnung zu einzelnen Patienten • Doppelt- und Dreifachbenachrichtigungen erkennen

Arztpraxen kämpfen heute mit der Informationsflut rund um die Behandlung. ­Beispiel einer mittelgrossen Gruppenpraxis.

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LARNAGS automatisiert die Triage der ein­treffenden Information und verbessert den Kommunikationsprozess.

FAX

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Managed Care

Steigerung von ­ Qualität, Patientennutzen und Kosteneffizienz Was BlueCare zur Erreichung der Ziele der integrierten Versorgung und der Managed Care beiträgt, erfahren Sie hier.

«Die Weiterentwicklung der integrierten Versorgung im intensiven Austausch mit langjährigen Partnern und Kunden ist für uns der entscheidende Erfolgsfaktor.» Cyrill Rüegg, Leiter Managed Care & BlueEvidence

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Managed Care

Neue Konzepte für den Ausweis von Managed Care Leistungen von Ärztenetzen Die effektiven Leistungen von Ärztenetzen sollen klarer ausgewiesen, fairer gemessen und adäquater abgegolten ­werden. Die Gesundheitsversorgung in der Schweiz ist gut, und sie hat deshalb auch ihren Preis. Seit Jahren sind Massnahmen und Projekte in Gang, um ihre Qualität noch weiter zu optimieren, den optimalen Einsatz der beschränkten Ressourcen zu fördern und in der Konsequenz die Kostensteigerung einzudämmen. Hierauf konzentrierte BlueCare auch 2013 ihr Engagement und ihre Innovationskraft.

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Managed Care ist in der Schweiz seit über 10 Jahren die Erfolgsgeschichte der integrierten Versorgung. Versicherte in verbindlichen Managed Care Modellen lassen sich von ihrem Hausarzt durch ihre Behandlung bei Spezialisten und Spitälern führen und sparen damit Monat für Monat Prämien. Das System ist auf die Optimierung der Abläufe im Gesundheitswesen und den engeren Austausch zwischen Leistungserbringern ausgelegt, um die Effizienz zu fördern und als Folge Kosten zu sparen. Inzwischen profitieren immer mehr Versicherte von den attraktiven Hausarztmodellen. Etwa 75 Ärztenetze engagieren sich für solche Modelle und optimieren diese in den jährlich über 3’000 Qualitätszirkeln laufend weiter. Rund 1.8 Millionen Versicherte haben ein verbindliches Managed Care Modell gewählt. Das sind trotz der 2012 gescheiterten Managed Care-Vorlage wiederum fast 20% mehr als im Jahr davor. Der Trend zur integrierten Versorgung bleibt ungebrochen.

Näher zur integrierten ­Versorgung Die Vision der BlueCare ist dementsprechend eine besser integrierte Versorgung, welche eine Steigerung der Qualität und des Patientennutzens bei höherer Kosteneffizienz für alle Beteiligten möglich machen soll. Seit 1997 ist das Unternehmen als Pionier in der Entwicklung und Verbreitung der Managed Care und der integrierten Versorgung engagiert. So unterstützen wir Managed Care Organisationen, Krankenversicherer und weitere Partner immer wieder als Berater, Projektleiter und mit spezifischem Fachwissen bei der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens. Leistungen der Ärztenetze besser messbar machen Zentrales Element der integrierten Versorgung sind die Ärztenetze. Bis heute werden die Leistungen von Ärztenetzen mehrheitlich über deren finanziellen Erfolg gemessen. In der 2011 erstellten Analyse der bestehenden Erfolgsbemessungsmodelle zwischen Ärztenetzen und Versicherern zeigte sich indes, dass die Ergebnisse der primär finanziellen Erfolgsbemessung oft willkürlich zu erfolgen und nicht in Korrelation mit der Leistung der Ärztenetze zu ste-

hen scheinen. Doch es fehlen die Grundlagen für eine zweckdienliche und faire Messung der Leistung von Ärztenetzen. Daraus entstand das Bedürfnis, die effektiven Leistungen von Ärztenetzen klarer zu dokumentieren und eine tragfähige Basis zu schaffen, damit diese fair gemessen und adäquater abgegolten werden können. Die bisher eindimensional, auf die finanziellen Parameter ausgerichtete Bemessung sollte differenzierter werden und die relevanten Leistungsdimensionen einbeziehen. Versicherer und Ärztenetze – ein Ziel Sowohl Versicherer als auch Ärzte wollen den Nutzen ihrer Tätigkeit im Bereich Managed Care transparenter und nachvollziehbarer machen. Versicherer suchen dabei nach Mehrwerten und konkretem Nutzen für ihre Versicherten, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren. Sie wollen Versorgungssicherheit und -effizienz, suchen die Nähe zu ihren Versicherten und wollen, dass diese den Nutzen und die Qualität der Managed Care über den Prämienrabatt hinaus wahrnehmen können. Die Ärztenetze fokussieren auf ein umfassendes und gut koordiniertes Versorgungsangebot, suchen Wege, um die Zusammenarbeit mit anderen Leistungserbringern und die Schnittstellen in einer zunehmend spezialisierten und fragmentierten Behandlungskette zu optimieren.

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M anaged Care

Sie vernetzen sich mit verschiedenen Akteuren und streben einen maximalen Nutzen für ihre Patienten an, über alle Stationen einer Behandlungskette hinweg. Dies wollen sie objektiv messbar machen, damit die Anerkennung und die faire Abgeltung ihrer Leistungen in den Managed Care Verträgen möglich werden. Individuelle Leistungsprofile BlueCare hat sich dieser Herausforderung gestellt und in Zusammenarbeit mit den Managed Care Verantwortlichen von argomed, eastcare und hawadoc ein Konzept erarbeitet, welches die Frage beantwortet, wie sich die Leistungen von Ärztenetzen systematisch dokumentieren sowie auch individuell weiterentwickeln und adäquater abgelten lassen. Als Ergebnis daraus entstand ein modularer Werkzeugkasten, der die spezifischen Leistungsangebote der Ärztenetze in sechs verschiedenen Leistungsdimensionen umfasst und mit Submodulen spezifiziert und dokumentiert. Für jede der Leistungsdimensionen enthält das Konzept zudem Optionen zur Weiterentwicklung und zum Ausbau der Leistungsangebote, welche je nach Vision,

Zielsetzung und Bedarf der einzelnen Ärztenetze angestrebt und mit den Versicherern vereinbart werden können. Alle Leistungsbausteine der einzelnen Dimensionen und Module sind spezifisch, konkret, individuell und auf den Nutzen der Patienten, der Ärztinnen und Ärzte sowie der Krankenversicherer ausgelegt. Sie bilden das heute bestehende Angebot sowie künftige Entwicklungen der Angebote der Ärztenetze sehr umfassend ab. Damit lassen sich die vielen und durchaus unterschiedlichen Selbstverständnisse, Strategien und Reifestufen der Ärztenetze in verschiedenen Regionen in einem ein­ heitlichen methodischen Raster besser vergleichen und damit die Basis für deren Abgeltung verbessern. Startschuss für die Zukunft BlueCare wollte mit diesem Innovationsschub, welchen sie ihren treuen Kunden und Partner zu deren 15-jährigen Jubiläum geschenkt hat, einen spürbaren Mehrwert für die Vision und Zukunft der integrierten Versorgung schaffen. Die bisherigen Rückmeldungen seitens der Managed Care Organisationen, Krankenversicherer und der Ärztenetze belegen, dass dieses Ziel erreicht wurde. Die Basis für eine bessere Messbarkeit, Weiterentwicklung und Abgeltung der Leistungen von Ärztenetzen ist gelegt. Auch wenn deren Umsetzung noch einige Jahre benötigen wird, ist damit der Startschuss gegeben.

Enge Zusammenarbeit mit Kunden Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist BlueCare ein grosses Anliegen. Nur so können wir ihre Ziele, Vorstellungen und Wünsche erkennen und sicherstellen, dass wir unsere Ressourcen so einsetzen, dass möglichst viele Synergien genutzt werden und Mehrwerte entstehen. Dies ermöglichen wir durch gemeinsame Workshops, an welchem wir uns mit ihnen in unterschiedlichen Konstellationen zu aktuellen Themen austauschen. An einem der letzten Workshops diskutierten wir beispielsweise mit drei der grössten Managed Care Organisationen die Vor- und Nachteile des standardisierten und modularisierten Modells des Leistungsangebotes der Ärztenetze. Auch an der Community of Practice beziehen wir unsere Kunden in die Weiter-

Budgeteinhaltung

Optionen

Nur in der engen und ­partnerschaftlichen Zusammen­ arbeit mit unseren Kunden ­können wir ihre Ziele erkennen und ­unsere Ressourcen bestmöglich einsetzen.

entwicklung der Systeme und Prozesse der integrierten Versorgung rund um BlueEvidence, dem Administrationssystem für Managed Care, mit ein. Dieser intensive, komplementäre Austausch mit unseren langjährigen Partnern und Kunden auf Augenhöhe ist einer der zentralen Erfolgs­ faktoren der BlueCare. Auch unsere Kunden möchten ihn nicht mehr missen.

Projekt Nizza Mit dem modularen ­Bausatzsystem lassen sich Leistungen der Ärzte­netze individuell definieren und fair messen.

Netz Individuell

Basis

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M anaged Care – Kunden

300 % Wachstum in fünf Jahren

Dass die Krankenversicherer zahlreiche Managed Care Modelle, wie zum Beispiel ein Hausarztmodell, anbieten,

2013

lohnt sich. Denn immer mehr Versicherte entscheiden sich für ein solches Versicherungsmodell.

1’207’000 Versicherte

2008 waren rund 326’000 Versicherte in einem in BlueEvidence verwalteten Mana­ ged Care Modell erfasst. Innert nur fünf Jahren wuchs diese Zahl um beinahe den Faktor vier auf über 1.2 Millionen Ende 2013. Für das Jahr 2014 zeichnet sich wie­ derum ein Wachstum ab. Die Managed Care Versichertenmodelle erfreuen sich anhaltender Beliebtheit.

CSS

Weitere

2008

SWICA

326’000 Versicherte CSS

Helsana Gruppe

Weitere

Helsana Gruppe Visana Gruppe

SWICA

Concordia Concordia

Groupe Mutuel Visana Gruppe Groupe Mutuel

28

RVK Gruppe

RVK Gruppe

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M anaged Care – Kunden

Erfolgsgeschichte Managed Care

Managed Care Organisationen tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zur Beliebtheit der Hausarztmodelle bei.

Die Entwicklung von Managed Care in der Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte. Jedes Jahr wählen mehr Versicherte ein Haus­ arztmodell. Dieses Wachstum ist nur dank dem breiten Angebot rund um Managed Care möglich. Managed Care Organisatio­ nen entwickeln sich mit dem zunehmen­ den Interesse der Versicherten und bieten zahlreiche medizinische und administra­ tive Dienstleistungen – sei es gut ausge­ rüstete Gruppenpraxen oder eng vernetzte Ärztenetze mit einer Philosophie der Zu­ sammenarbeit und des Austauschs. Da­ durch spüren Versicherte die Vorteile der Managed Care Modelle nicht nur kosten­ seitig immer deutlicher. Wie sich die Managed Care Organisationen als Dienstleistungsunternehmen für Ärzte­ netze und als BlueEvidence Kunden heute präsentieren, erfahren Sie auf den folgen­ den Seiten.

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Argomed ist die grösste Organisation für medizinische Versorgungsmodelle und Ärzte­ netze in der Schweiz. Das Dienst­ leistungsangebot ist gewachsen aus dem Verhandlungssupport und der Abwicklung von Hausarztmodellen mit Datenauswer­ tungen und Statistik. Das heutige Dienst­ leistungsangebot von Argomed umfasst den Aufbau und Support von Ärztenetzen, die Entwicklung von integrierten Versor­ gungsmodellen, die Förderung von eHealth im Umfeld der medizinischen Grundver­ sorgung, den Aufbau und Betrieb von ärzteeigenen Gruppenpraxen, Projektma­ nagement und Studien im Gesundheits­ wesen, Informatik Services für Arztpraxen und den Support junger Ärztinnen und Ärzte beim Einstieg in die Hausarztmedizin.

ARGOMED Ärztenetze

19

Ärzte

740

MC Versicherte

430’000

Krankenversicherungen

13

Mitarbeitende

23

Gründungsjahr

1998

Geschäftsbereiche Managed Care, Versorgungsmanagement, ­Praxisentwicklung, IT & eHealth Management, Operations, Kommunikation

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M anaged Care – Kunden

Gemeinsam für die Gesundheit

meconex Ärztenetze

3

Ärzte

187

MC Versicherte

48’850

Krankenversi­ cherungen

12 Versicherungsgruppen (33 einzelne Versicherungspartner)

Geschäftsbereiche Versorgungsnetzwerke, eigene ­Gesundheitszentren

Meconex ist eine Managed Care Organisa­ tion, welche medizinische Versorgungs­ netzwerke und eigene Gesundheitszent­ ren betreibt mit dem Ziel, für Patientinnen und Patienten sowie Versicherer eine gute Gesundheitsversorgung zu tragbaren fi­ nanziellen Bedingungen zu erbringen und

santémed Praxen

21

Ärzte

210

MC Versicherte

118’5 00

Krankenversicherungen

20

Geschäftsbereiche Gesundheitszentren/Ärztepraxen, ­betriebliches ­Gesundheitsmanagement, Arbeitsmedizin, sante24

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zu ermöglichen. Die Netzwerke bestehen aus Gesundheitszentren und Arztpraxen, deren Ärztinnen und Ärzte entweder selb­ ständig erwerbend oder bei Meconex an­ gestellt sind. Alle Beteiligten wenden sys­ tematisch Qualitäts- und Kostensteue­ rungsinstrumente an.

Die santémed Gesundheitszentren bieten mit ihrem ganzheitlichen schul- und kom­ plementärmedizinischen Angebot eine qua­ litativ hochstehende Grund- und Zusatzver­ sorgung. Mit jährlich über 370’000 Patien­ ten sind sie eine der führenden Ärzte- und Therapieeinrichtungen der Schweiz. Dazu bietet santémed betriebliches Gesund­ heitsmanagement, Arbeitsmedizin sowie die telefonische Gesundheitsberatung sante24. Letztere betreut jährlich über 300’000 Anrufer zu Gesundheitsfragen al­ ler Art. Bei santémed arbeiten über 200 Ärzte, mehr als 100 Therapeuten sowie über 250 paramedizinisch ausgebildete Fachpersonen. Die santémed Gesund­ heitszentren AG ist eine juristisch eigen­ ständige Einheit innerhalb der SWICAGruppe.

eastcare ist der sympathische Dienstleister mit ökonomisch-medizinischem Sachver­ stand für die Herausforderungen der Ost­ schweizer Ärzteschaft. Sie unterstützt und fördert als ärztliches Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum seit über 15 Jahren den Betrieb von Managed Care-Systemen – insbesondere von integrierten Ärztenetz­ werken – und betreibt ein Trustcenter. Zu­ dem berät eastcare Ärztinnen und Ärzte beim Aufbau einer Gruppenpraxis oder ei­ nes Ärztezentrums. Die von erfahrenen Praktikern entwickelten Leistungen umfas­ sen die Module Analyse, Entscheidungs­ findung, Businessplan, operative Umset­ zung, Geschäftsführung und Controlling. Abgerundet wird das Angebot im Ge­ schäftsfeld Praxis-Services mit vielfältigen Dienstleistungen in den Bereichen Perso­ naladministration, Informatik, Buchhaltung und Praxis-Website.

eastcare Ärztenetze

8

Ärzte

495 Netzärztinnen/Ärzte 1280 Ärztinnen und Ärzte im TrustCenter

MC Versicherte

260’000

Kranken­ versicherungen

23

Geschäftsfelder

Managed Care, TrustCenter, Praxis Services

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M anaged Care – Kunden

grisomed grisomed

Grisomed setzt sich als flächendeckendes integriertes Ärztenetzwerk des Kantons Graubünden für eine neue und innovative Form der Patientenbetreuung ein. Das Be­ treuungsarztmodell garantiert eine indivi­ duelle Begleitung durch den gesamten Behandlungsprozess. Die über 160 Griso­ med Ärztinnen und Ärzte legen den Fokus auf die Begleitung der Versicherten ent­

Ärzte

163

MC Versicherte

68’200

Krankenversi­cherungen

24

lang der Behandlungsprozesse und über­ nehmen als persönliche Betreuungsärztin­ nen und –ärzte wichtige Koordinationsund Überwachungsfunktionen. Sie opti­ mieren den Zugang der Bevölkerung zum lokalen Gesundheitssystem, koordinieren in Zusammenarbeit mit an der Behandlung beteiligten Fachleuten die notwendigen Behandlungsschritte und stellen sicher, dass diese über die benötigten medizini­ schen Informationen verfügen – das Ein­ verständnis der Patientinnen und Patienten vorausgesetzt.

medplace Praxen

9 Gesundheitszentren

Ärzte

56

Krankenversicherungen

9

MC Versicherte

5200

Geschäftsbereiche Hausarztmedizin (Allgemeine und Innere), ­Kinder-und Jugendmedizin, Gynäkologie, ­Psychiatrie, Ultraschall, Labor, digitales Röntgen, EKG und Telemedizin

Medplace betreibt neun Gesundheitszent­ ren, die qualitativ hochstehende medizini­ sche Dienstleistungen in der Allgemeinen Inneren Medizin, Kinder- und Jugendme­ dizin sowie Gynäkologie, Geburtshilfe und Schwangerschaftsbetreuung anbieten. Di­ agnostik und Therapie sind evidenzbasiert.

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Die medizinischen Dienstleistungen sind eingebettet in die integrierte Versorgung mit Partnern im ambulanten, stationären und Reha Bereich. Medplace engagiert sich für die Zukunft der ambulanten Grundversorgung und die Stabilisierung der Gesundheitskosten.

Die MedSolution AG unterstützt als Dienst­ leistungszentrum in der ganzen Schweiz Ärztenetze und HMO-Praxen mit Budget­ verantwortung beim Aufbau und im Be­ trieb von professionellen Strukturen. Med­ Solution gehört zu den Pionieren im Be­ reich Managed Care und bietet alles, was es für den reibungslosen Aufbau und den erfolgreichen Betrieb eines Ärztenetzes braucht. Ihre Kunden profitieren von der langjährigen Erfahrung, einem lösungsori­ entieren Vorgehen und rascher Umsetzung

sowie guten Beziehungen zu den führen­ den Krankenversicherern. Die Kernkompe­ tenzen sind Potentialabschätzungen und die Erstellung von Businessplänen, Netz­ management, Datenmanagement, Ver­ träge mit Budgetmitverantwortung, Finan­ zen und Buchhaltung, Controlling, Marke­ ting und Verkaufssupport für Ärztenetze. Zudem engagieren sie sich im Bereich Chronic Care, Behandlungsrichtlinien, in­ tegrierte Versorgung und Optimierung der Medikamentenverschreibung.

medsolution Ärztenetze

8

Ärzte

410

MC Versicherte

290’000

Krankenversicherungen

13

Geschäftsbereiche Netz-/und Behandlungsmanagement Vertrags-/und Datenmanagement , Praxismanagement

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M anaged Care – Kunden

ctésias

Die 2003 gegründete Ctésias ist Spezialis­ tin für die Sammlung und Analyse von Da­ ten. Das Unternehmen bietet Praxisärztin­ nen und -ärzten Produkte und Dienstleis­ tungen im Bereich der Wirtschaftlichkeit, des Internets und der Managed Care. Das

PonteNova Ärztenetze

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7

Ärzte

282

MC Versicherte

54’000

Ärztenetze

3

Ärzte

241

MC Versicherte

20’500

Krankenversi­ cherungen

CSS, Groupe Mutuel, Helsana, Visana

Managed Care Kompetenzzentrum der Ctésias berät und begleitet die Ärztinnen und Ärzte, welche in ihrer Region ein Ma­ naged Care Netz gründen möchten und übernimmt bei Bedarf die operationelle Führung des Netzes.

PonteNova, das TrustCenter der Berner und Solothurner Ärzteschaft, fördert mit Ponte­ Net den Aufbau und den Betrieb von Ärzte­ netzwerken im Kanton Bern und unterstützt diese mit Dienstleistungen. Damit kann sie die weitere Entwicklung für Managed Care und integrierte Versorgung mitgestalten und sich für zeitgemässe Versorgungsstruk­ turen einsetzen. PonteNet bietet Dienstleis­ tungen an, welche den Strukturaufbau von Ärztenetzen fördert und nimmt alle Funktio­ nen rund um das Sammeln, Auswerten und Analysieren der Daten aus den Managed Care Kassenverträgen wahr.

Die hawadoc AG betreibt die Administration von Ärztenetzen mit Mitgliederverwaltung, Vertragsverhandlung, Datenmanagement, Buchhaltung und vielem mehr. Weiter be­ treibt sie im Auftrag der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich ein Trustcenter, wozu auch Druck und Versand von Rechnungen und der elektronische Datenaustausch ge­ hören. Daneben erbringt sie Beratungs­ dienstleistungen für Ärztinnen und Ärzte sowie Ärzteorganisationen aller Art.

Zu den Mitarbeitenden der hawadoc AG zählen sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Fachkräfte aus dem Kaufmännischen und der Ökonomie. Offenheit schafft ge­ genseitiges Verständnis und vereint Kom­ petenzen. Eine ausgezeichnete Basis für zielgerichtete und zweckdienliche Lösun­ gen sowie für Initiativen, um die Zukunft aktiv mitzugestalten.

hawadoc Ärztenetze

5

Ärzte

280 Netzärztinnen/-ärzte 745 Ärztinnen/Ärzte im Trustcenter

MC Versicherte

118’900 Versicherte im Hausarztmodell

Krankenversicherungen

28

Geschäftsbereiche

hawanet, hawatrust, hawaplus

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Expertenstimmen

Wo liegen die Chancen und Herausforderungen der integrierten Versorgung? Wir fragten Experten nach den ­Schwierigkeiten und MÜglichkeiten der ­zunehmenden Prozessintegration im Schweizer Gesundheitswesen.

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Integrierte versorgung

Integrierte Versorgung: ein Begriff – viele Facetten Einfache Patentrezepte für die integrierte Versorgung gibt es keine. Welche Lösungen trotzdem in Sicht sind und wo diese bereits gelebt werden.

An der ersten Nationalen Konferenz Gesundheit2020 von Bundesrat Alain Berset im September 2013 erhielt das Ziel «Zeitgemässe Versorgungsangebote fördern» höchste Priorität. Das ist bemerkenswert, wenn eine vorrangige Weiterentwicklung der integrierten Versorgung in der Schweiz von so vielen erwartet wird. Hintergrund dieser Prioritätensetzung dürfte die Erkenntnis sein, dass die Herausforderungen vor allem bezüglich chronischen und ­psychischen Krankheiten in den heutigen fragmentierten Strukturen und Prozessen kaum zu meistern sind.

«In einem Punkt sind sich alle einig: Integrierte Behandlung und Betreuung wird der Standard von morgen sein.» Dr. med. Denise Roth, Geschäftsführerin fmc PD Dr. med. Peter Berchtold, Präsident fmc

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Viele Menschen leiden an einer oder mehreren chronischen Krankheiten. Diesen stehen heute eine immer grössere Zahl an wirkungsvollen Behandlungen und Betreuungsmodellen zur Verfügung. Das führt aber auch dazu, dass eine immer grössere Zahl unterschiedlicher Berufsgruppen wie Allgemein- und Spezialärzte, Pflegefachpersonen, Apotheker, Physiotherapeuten, Ernährungsberaterinnen oder Sozialarbeiter zusammenarbeiten müssen. Das heisst zwangsläufig mehr Schnittstellen in den Behandlungs- und Betreuungsabläufen, die

es vermehrt und besser aufeinander abzustimmen gilt. Einfache Patentrezepte dafür gibt es keine, dafür viele Stolpersteine. Und trotzdem sind Lösungen in Sicht und werden punktuell bereits erfolgreich gelebt: Versorgungsforschung Grundlage für Optimierungen von Strukturen und Prozessen ist fundiertes Wissen darüber, welche Angebote wo und in welchen Kooperationen eine effektive Versorgung ergeben. Auch die integrierte Versorgung soll evidenzbasiert sein. Ein wichtiger Weg dazu ist die Versorgungsforschung, welche die Patientenversorgung als Ganzes in den Fokus nimmt, neue Versorgungsmodelle evaluiert, regionale Unterschiede in der Versorgung oder zwischen Populationsgruppen untersucht und Massnahmen zur Weiterentwicklung vorschlägt. Versorgungsforschung leistet damit einen essentiellen Beitrag zur notwendigen ­Modernisierung unserer Gesundheitsver­ sorgung. Auch das fmc will einen Beitrag dazu leisten und wird seine bisherige Ärztenetzerhebung im Jahr 2015 zu einer Nationalen Erhebung zur integrierten Versorgung ausweiten.

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Integrierte versorgung

Verbindlichkeit ist der Kern der integrierten Versorgung: die Verbindlichkeit zur ­kooperativen und vernetzten Zusammen­arbeit der Akteure auf Augenhöhe.

eHealth als «selbstverständliches» Integrationsvehikel Die Fragmentierung der Gesundheitsversorgung – sowohl zwischen Fachpersonen wie Institutionen – schafft Probleme in der Kommunikation und Kontinuität: «inter­ disziplinär» bedeutet fast immer auch «interinstitutionell». Auf die Bedürfnisse der Leistungserbringer zugeschnittene eHealth Lösungen können zur wesentlichen Verbesserungen beitragen. Noch ist die Machart und Vereinbarkeit der verschiedenen eSysteme ungenügend und damit das Frust­ potential aufseiten der Anwenderinnen und Anwender zu hoch. Das ist weitherum erkannt und sollte sich in naher Zukunft ändern, beispielsweise durch verbindliche Standards im Rahmen der Strategie eHealth Suisse oder durch einen selbstverständlicheren Umgang der jüngeren Generation an Fachpersonen mit elektronischen und mobilen Daten.

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Multidisziplinäre und multiprofessionelle Teams Die hausärztlichen Kapazitäten stossen vor allem in nicht städtischen Regionen an Grenzen, die lückenlose Betreuung der Patienten – namentlich von chronisch Kranken – droht nicht mehr in jedem Fall gesichert zu sein. Anderseits erlangen Gesundheitsberufe wie beispielsweise die Pflege durch Aus- und Weiterbildungen auf Hochschulniveau immer bessere und spezifischere Qualifikationen. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für neue Aufgabenteilungen zwischen ärztlichen und nichtärztlichen Fachpersonen. Entscheidend für die Zusammenarbeit wird sein, dass die Fachbereiche ihre Kompetenzen und Verantwortlichkeiten unter­ einander regeln und Interessenkonflikte erkennen und lösen können. Dynamik neuer Akteure Bis vor wenigen Jahren wurden die Vernetzung und die integrierte Versorgung primär von Hausärzten vorangetrieben. Nun ist eine neue Dynamik zu beobachten: ­Spitäler interessieren und engagieren sich stärker für integrierte Versorgungsformen, mehr spezialisierte Fachärzte schlies­ sen sich Ärztenetzen an, Spitex-Organisationen arbeiten als wichtige Kooperationspartner eng mit Netzen zusammen und einzelne Netze positionieren sich als Chronic-Care-Spezialisten. Diese Dynamik hin zur vertikalen, sektorenübergreifenden Integration von Leistungen, wird die Qualität in der Patientenbetreuung entlang des Patientenpfades weiter verbessern.

«Regionalität» als Erfolgsfaktor Die Gesundheitsversorgung im Allgemeinen und die integrierte Versorgung im Speziellen werden sich künftig differenzierter und je nach Umfeld unterschiedlich entwickeln. Regionalen Besonderheiten wird mehr Rechnung getragen und für die jeweiligen Regionen werden massge­ schneiderte Lösungen erarbeitet. Diese Entwicklungen werden weiterhin massgeblich durch Initiativen der Akteure selber, insbesondere der Leistungserbringer und Versicherer vorangetrieben. Zu erwarten ist aber auch, dass sich Kantone und Gemeinden künftig stärker in diesen Entwicklungen engagieren werden.

Behandlung und Betreuung wird der Standard von morgen sein. Zentraler Treiber dieser Entwicklung wird weiterhin das Zusammenspiel von Versicherten/Patienten, Leistungserbringern und Krankenversicherern bleiben, welche ihre wechselseitigen Beziehungen vertraglich und verbindlich regeln. Verbindlichkeit ist der Kern der ­integrierten Versorgung: die Verbindlichkeit zur kooperativen und vernetzten Zusammenarbeit der Akteure auf Augenhöhe mit dem gemeinsamen Ziel, den Patienten die individuell optimale Behandlung und ­Betreuung zukommen zu lassen.

Alle reden von integrierter Versorgung! Das haben wir mitunter auch den Diskussionen rund um die Abstimmung zum Managed Care-Artikel im Juni 2012 zu verdanken. Aber es wird nicht nur davon geredet, die integrierte Versorgung nimmt auch einen immer wichtigeren Platz in der Gesundheitsversorgung der Schweiz ein. In diesem Punkt sind sich alle einig: Integrierte

Über die Autoren Peter Berchtold ist Facharzt für Innere Medizin mit Führungstätigkeit als Spitalarzt, Co-Leiter des College-M und Präsident des Forums Managed Care (fmc), der Plattform für Managed Care und integrierte Versorgungssysteme. Denise Roth, Geschäftsführerin des fmc, ist Medizinerin mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund sowie Erfahrung in Marketing und Kommunikation.

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Integrierte versorgung

Ein Quantensprung der Solidarität im KVG Mit der KVG-Reform vom 21. März 2014 werden chronisch Kranke ­effektiv und nachhaltig in die Solidarität der Krankenversicherung eingebunden und Risikoselektion unrentabel gemacht. Das entspricht der seit 1996 erhobenen Forderung des CSS Instituts.

«Jetzt sind die Voraussetzungen dafür gegeben, dass der Wettbewerb der Versicherer auch die chronisch Kranken miteinbezieht.» Prof. Dr. Konstantin Beck, Leiter CSS Institut

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Es ist zu befürchten, dass die Stimmberechtigten im Herbst über eine Krankenversicherungsbranche abstimmen werden, die ihnen weitgehend unbekannt geblieben ist. In dieses Bild passt, dass auch der bahnbrechende Entscheid des Bundesparlaments zum sogenannten Risikoausgleich vom 21. März 2014 unter dem Radar der meisten geblieben sein dürfte. Was ist am 21. März geschehen? Um die weitreichende Bedeutung dieses Tages für die soziale Krankenversicherung der Schweiz verstehen zu können, muss man bis ins Jahr 1996 zurückgehen. In diesem Jahr wurde in dieser Branche ein Wettbewerb lanciert, der einen schwerwiegenden Konstruktionsfehler enthielt. Jeder Kasse, die sich zu stark für chronisch Kranke engagierte, drohte der Konkurs.

Der Grund lag darin, dass zwar alle Versicherten ihren Versicherern gleiche Prämien bezahlten, aber nicht alle Versicherten gleich gesund waren. Gerade bei chronisch Kranken war es vorhersehbar, dass ihre Kosten auch mit den Prämien der Gesunden gedeckt werden müssten. Ein Versicherer, der eine hohe Konzentration an chronisch Kranken unter Vertrag hätte, müsste sehr hohe Prämien verlangen und würde riskieren, auf Grund der unattraktiv hohen Prämien aus dem Markt zu fallen. Wir sehen, gleiche Prämien für alle Kunden eines Versicherers sind zwar sozial, funktionieren aber in einem Markt mit freiem Kassenwechsel der Versicherten nicht. Ist eine Einheitskasse demnach zwingend? Nein, denn es gibt eine flankierende Massnahme, den sogenannten Risikoausgleich,

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Integrierte versorgung

der die Gesundheitsunterschiede weitgehend ausgleichen kann. Dazu muss er aber statistisch richtig konstruiert sein, kurz er muss Gesundheitsunterschiede messen können. Und genau hier lag der Konstruktionsfehler. Das Schweizer Parlament glaubte, dass ein Ausgleich einzig entlang von Alter und Geschlecht ausreichend sei und dass dieser primitive Ausgleich zudem ein Auslauf­ modell sei. Er bestrafte die junge Diabetikerin, die trotz ihrer bereits hohen Krankheitskosten ­einen Solidaritätsbeitrag für oft weniger kranke, aber ältere Personen zu leisten hatte. Dafür subventionierte der Ausgleich den joggenden Senior stärker, als es nötig gewesen wäre. Kurz, es resultierte ein System voller Widersprüche.

Mit dem Quantensprung des Risikoausgleichs bekommt die Schweiz einen sozialen ­Krankenversicherungsmarkt, der diesen Namen verdient.

Das durchschauten die grossen Versicherer sehr rasch und legten bereits 1998 eine pragmatische und 2006 eine ausgefeilte Lösung vor. Es ging dabei immer darum, chronische Krankheiten zu erkennen und so zu messen, dass sie mit einer Risikoausgleichsformel berücksichtigt und ausgeglichen werden können. In anderen Staaten (z.B. in Deutschland, den Niederlanden und in Belgien) hatte man den Wettbewerb schon längst auf die richtigen Schienen gestellt. So wirbt ein holländischer Versicherer beispielsweise gezielt Diabetiker an. Das Problem der Schweiz lag darin, dass die Definition dieser weitgehend technischen Frage in der Kompetenz des Parlaments lag. Ich erinnere mich an Kommissionssitzungen, die zu eigentlichen Einführungskursen in Versicherungsmathematik mutierten.

Mit dem Entscheid vom 21. März ändern sich gleich drei Dinge: Der Risikoausgleich ist kein befristetes Auslaufmodell mehr, sondern Teil des ordentlichen Gesetzes. Die Kompetenzen werden dorthin verschoben, wo sie vorhanden sind, zu den Experten des Bundesamts für Gesundheit. Und schliesslich das Wichtigste, der Gesundheitszustand wird zur Messgrösse des Risikoausgleichs. Ab dem heutigen Tag sind die Voraussetzungen gegeben, dass der Wettbewerb auch die chronisch Kranken miteinbezieht. Die Versicherer, die bisher den chronisch Kranken gegenüber reserviert eingestellt waren, werden ihr Verhalten ändern. Neu wird derjenige Versicherer der Erfolgreiche im Markt sein, der sich am besten auch und gerade um die chronisch Kranken kümmern wird und dafür sorgt, dass gerade sie eine effektive aber auch effiziente Behandlung bekommen. Der Quantensprung, ausgelöst vom neuen Risikoausgleich, besteht darin, dass die Schweiz einen sozialen Krankenversicherungsmarkt bekommen hat, der diesen Namen vollumfänglich verdient.

Über dEN Autor Konstantin Beck ist Leiter des CSS Instituts für empirische Gesundheitsökonomie sowie Titularprofessor für Gesundheitsökonomie und empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich. Zudem war er 20 Jahre Leiter der Abteilung ­Mathematik & Statistik der CSS Versicherungen. Er gilt als Vater des Risikoausgleichs. Dieser Artikel wurde erstmals am 24. März 2014 im «Tages-Anzeiger» publiziert.

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Integrierte versorgung

Kleine Fortschritte in einem ­hinderlichen System Integrierte Versorgung ist im Gesundheitswesen in aller Munde: ­Artikel erscheinen, Denkfabriken nehmen sich des Themas an, Symposien finden statt, es wird Forschung betrieben, Netzwerke und Vereine fördern sie. Verstehen wir alle das Gleiche darunter? Wie und was soll integriert werden? Weshalb überhaupt?

«Nur dir öffentliche Hand kann die richtigen Anreize schaffen, damit die integrierte ­Versorgung ­gelingen und wirken kann.» David Fehr, Präsident Gesundheitsnetz

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Dass integriert werden soll, hier sind sich die meisten Akteure im Gesundheitswesen einig. Das Angebot Gesundheit hat sich über die letzten 50 Jahre zu einem hochkomplexen Markt entwickelt. Immer mehr Krankheiten können diagnostiziert und behandelt werden. Wo früher fast nur der Hausarzt war, gibt es heute eine Vielzahl von Spezialisten und Organisationen. Fachleute blicken kaum mehr durch dieses ­Dickicht an Angeboten, die Patientinnen und Patienten erst recht nicht. Die Gegenkraft zu dieser Fragmentierung ist die integrierte Versorgung. Schlagworte dazu sind: Patientenorientierung und Behandlungsqualität, Interdisziplinarität und Kooperation, Innovation und Effizienz.

In meinem Alltag sehe ich viel Engagement und kleine Fortschritte in der integrierten Versorgung: Fachleute tauschen sich aus, sie kennen das lokale Angebot immer besser, Überweisungsprozesse werden optimiert und erfolgen immer einfacher und rascher. Darüber hinaus wird ­interdisziplinär und organisationsübergreifend zusammengearbeitet. Im Idealfall werden Leerläufe und Doppelspurigkeiten vermieden. Und manchmal kann gemeinsam etwas Neues, sogar etwas Grösseres, aufgebaut werden. Gerade kürzlich haben drei unterschiedliche Partner – zwei davon Mitglieder des Gesundheitsnetz 2025 – das Haus der Gesundheit in Zürich-Wipkingen eröffnet. Unter dem Motto «Von

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Integrierte versorgung

Schnittstellen zu Nahtstellen» ist ein interdisziplinäres Angebot entstanden: Über 30 Ärztinnen und Ärzte unterschiedlichster Fachbereiche stellen die medizinische Grund­ versorgung sicher, es besteht vor Ort ein physiotherapeutisches Angebot und die Spitex Zürich zog an diesem Standort alle ihre Fachstellen zusammen. Und doch sehe ich immer wieder, dass wir noch weit von einer integrierten Versorgung entfernt sind. Was aber macht es denn so schwer, diese Integration zu erreichen? Das Gesundheitswesen ist eine sehr heterogene Branche, die von Abhängigkeiten, Wettbewerb und Gegensätzen gekennzeichnet ist: Ambulanter und stationärer Sektor, selbständig erwerbende und angestellte Fachpersonen, öffentliche und private Anbieter, Leistungserbringer und Leistungsaufträge, mächtige und kleine Akteure. Wie ist es zu bewerkstelligen, dass sich all diese Akteure zusammenraufen und gemeinsam eine integrierte Gesundheitsversorgung anbieten? Um die integrierte Versorgung voranzubringen, braucht es eine nachhaltige und einheitliche Lösung für eHealth. Gerade hier zeigt sich, dass die Heterogenität des Gesundheitswesens selbst bei viel gutem Willen Hindernisse mit sich bringt. Den grossen, hochorganisierten Spitälern stehen eine Vielzahl von lose miteinander

Die Bevölkerung sieht die Notwendigkeit der integrierten Versorgung nicht.

verbundenen Hausärzten gegenüber. Wie soll zwischen einem Spital und den umliegenden Hausarztpraxen eine Lösung dafür gefunden werden, wie ein einheitliches elektronisches Patientendossier organisiert werden kann? Nun stehen zudem im Kanton Zürich mehrere Spitäler mit unterschiedlichen Softwarelösungen tausenden von Hausärzten mit nochmals anderen Lösungen gegenüber. Hier mangelte es in Zürich bisher an einer treibenden Kraft, welche die Vereinheitlichung vorantreibt. Weshalb zögert die kantonale Gesundheitsdirektion hier, wo sie in anderen Bereichen beispielhaft voranschreitet und landesweit nachgeahmt wird?

Und was wollen eigentlich die ­Patientinnen und Patienten? Gemäss einer jährlichen Umfrage der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich ist die Bevölkerung mit dem Gesundheits­ wesen – abgesehen von den steigenden Kosten – weiterhin sehr zufrieden. Die Bevölkerung sieht die Notwendigkeit der integrierten Versorgung nicht. An der Urne hat sie sich klar dagegen ausgesprochen. Auf der anderen Seite steht der (Leidens-) Druck der kranken Menschen und meist auch der Akteure im Gesundheitswesen selbst: Sie sehen komplizierte Übertritte und Austritte, erleben Informationsverluste an Schnittstellen, suchen den Umgang mit steigenden Gesundheitskosten, kämpfen um die knappen Fachkräfte.

es ähnliche Initiativen – als Netzwerke, Projekte, Vereine. Allerdings brauchen diese Initiativen auch einen fruchtbaren Boden, auf dem sie gedeihen können. Ich bin überzeugt, dass die öffentliche Hand hier eine wichtige Rolle zu spielen hat: Sie kann die notwendige finanzielle und politische Unterstützung bieten und nur sie kann die richtigen Anreize schaffen, damit eine integrierte Versorgung gelingen und wirken kann.

Wie geht es weiter? Um diesen grossen Herausforderungen in Zürich aktiv zu begegnen, wurde vor fast fünf Jahren das Gesundheitsnetz 2025 gegründet. Es vereint 26 Mitglieder, welche sich für eine integrierte Versorgung einsetzen. In anderen Städten und Regionen gibt

Über den Autor David Fehr ist Geschäftsführer der Arud, Zentren für Suchtmedizin, und Präsident vom Gesundheitsnetz 2025, dem Verein, der die integrierte und patientenorientierte Versorgung in und um die Stadt Zürich fördert.

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Integrierte versorgung

Ein Erfahrungsbericht aus dem Kanton ­Graubünden 2007 standen im Kanton Graubünden der Fall des Kontrahierungszwangs sowie die Absicht, die Versorgungsprozesse für die Bevölkerung zu ver­ bessern, im Raum. Ein Jahr später entstand Grisomed als flächendeckendes ­Ärztenetzwerk. Ein Blick auf die ersten Erfahrungen lohnt sich.

«Prognosen zeigen, dass 2018 bereits in elf Regionen die Notfallversorgung nicht mehr gewährleistet sein wird.» Gieri Derungs, Geschäftsführer Grisomed

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Eine Arbeitsgruppe des Verbandes der Hausärztinnen und Hausärzte Graubünden arbeitete Anfang 2007 ein Konzept für ein flächendeckendes, integriertes Ärztenetzwerk aus. Motivation dazu war der damals als drohend empfundene Fall des Kontrahierungszwangs sowie die Absicht, die Position der niedergelassenen Ärzte zu stärken und die Versorgungsprozesse für die Bevölkerung des Kantons zu verbessern und aktiver zu steuern. Am 8. August 2008 nahm die Grisomed AG als flächendeckendes Netzwerk des Kantons Graubünden ihren Betrieb auf und konnte bereits einige Ziele erreichen. Ziel 1: Ein flächendeckendes Ärztenetzwerk Bereits nach kürzester Zeit haben sich über 80% der Betreuungsärztinnen und Betreuungsärzte des Kantons Graubünden dem Ärztenetzwerk Grisomed angeschlossen. Aktuell sind die 141 Mitglieder fast im ganzen Versorgungsgebiet vertreten. Über 40% der Bevölkerung des Kantons Graubünden im verbindlichen Hausarztmodell von Grisomed versichert.

Ziel 2: Kompetenter Ansprechpartner Grisomed soll der kompetente Ansprechpartner für Krankenversicherer, Spitäler, Politik und weitere Organisationen im Gesundheitswesen sein. In den letzten fünf Jahren schloss sie mit allen grossen, im Kanton Graubünden tätigen Krankenversicherern einen Managed Care Vertrag ab. Für die Vertreter des Gesundheitswesens ist Grisomed zum Partner und Kontaktpunkt zu einer sehr grossen Zahl von Grundversorgerinnen und Grundversorgern geworden. So konnten Projekte mit Spitälern, wie etwa der gemeinsame Gesundheitsratgeber im Regionalradio, mit dem Schweizerischer Verband der Praxisassistentinnen, etwa die Ausbildung von QZ-Moderatorinnen, oder mit der Spitex durchgeführt werden. Auch für die Gemeinden und die Bündner Regierung gilt Grisomed heute als wichtiger Partner im Gesundheitswesen. So gelingt es immer besser, den Anliegen der Mitglieder politisches Gehör zu verschaffen. Ziel 3: Integration von Spezialisten Von Beginn an integrierte Grisomed Spezialistinnen und Spezialisten in das Netzwerk.

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Integrierte versorgung

Einige der zurzeit 24 Spezialisten n ­ ehmen regelmässig an den regionalen Qualitäts­ zirkeln teil und besuchen die Netzwerkveranstaltungen von Grisomed. Das Verhältnis zwischen Grundversorgern und Spezialisten ist gut, teilweise gelang es, die Spezialisten in Projekte zu integrieren. Ziel 4: Geschäftsstelle zur Unterstützung der Ärztinnen und Ärzte Seit 2010 verfügt Grisomed über eine eigene Geschäftsstelle. Das Team des Geschäftsführers im Vollzeitpensum, der Sekretariatsleiterin und des medizinischen Leiters bearbeitet die Ansprüche der Mitglieder und der Partner professionell. Die Software BlueEvidence ermöglicht den Betreuungsärztinnen und Betreuungsärzten eine schnelle und sichere Administration der Managed Care Versicherten. Ziel 5: Sicherstellung der künftigen ­medizinischen Grundversorgung im Kanton Graubünden Standen in den ersten Geschäftsjahren noch der Aufbau der Qualitätsarbeit und die administrativen Tätigkeiten innerhalb des verbindlichen Hausarztmodells im

Vordergrund, beschäftigt uns heute zunehmend die Frage, wie die Versorgung durch die Hausärztinnen und Hausärzte auch in peripheren Regionen in Zukunft sichergestellt werden kann.

Prognosen zeigen, dass 2018 bereits in elf Regionen die Notfallversorgung nicht mehr gewährleistet sein wird, im Jahr 2023 wird sie nur noch in sechs von 23 Regionen ausreichend sein.

Um die aktuelle und künftige Versorgungssituation zu ermitteln, führte Grisomed im Herbst 2013 zusammen mit dem Bündner Ärzteverein und den Hausärzten Graubünden eine Umfrage unter den Grundversorgern im Kanton Graubünden durch. Das Ziel war eine möglichst wahrheitsgetreue Abbildung der bestehenden und der drohenden Versorgungslücke, unter Einbezug der Arbeitsbelastung der Grundversorger und der Präsenzzeiten im Notfalldienst. Die Umfrage ergab, dass im Kanton Graubünden im Jahr 2013 bereits drei von 23 Notfallregionen die Notfallabdeckung aufgrund massiver Überbelastung der Grundversorger nicht gewährleisten können. Dafür bedürfte es eines Arbeitspensums der Grundversorger von über 150 %. In sieben weiteren Regionen ist die Notfallabdeckung ebenfalls ungenügend, hier wäre ein Arbeitspensum der Grundversorger zwischen 100 % und 150 % notwendig. Die

Diese Resultate der Umfrage nahm Grisomed zum Anlass, um mit den Ärztinnen und Ärzten in den Regionen, den Gemeindeund Kantonsvertretern, Spitälern und weiteren Gruppierungen Handlungsmassnahmen zu diskutieren. Es zeigte sich, dass Gruppenpraxen als interessante Lösung ­angesehen werden, um dem Problem der Unterversorgung entgegenzutreten. Dies vor allem in Kombination der Praxen mit weiteren Dienstleistern am gleichen Ort, etwa Spitexdiensten, Spitalinfrastruktur oder Alterswohnungen. Dies deckt sich mit der Strategie der kantonalen Behörden. Neben den konkreten Projekten in den Regionen ist es wichtig, dass die Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung die Tätigkeit in einer Hausarztpraxis kennen lernen und ihr Interesse daran steigern können. Um dies zu fördern, engagiert sich Grisomed im kantonalen Projekt «Capricorn», welches die Be-

Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung müssen die Tätigkeit in einer ­Hausarztpraxis wieder vermehrt kennen lernen und ihr Interesse an dieser Tätigkeit steigern können.

setzung von Assistenzstellen in Arztpraxen mit Spitalassistenten fördert, ebenso wie in der Ausbildung von Lehrpraktikern und der Lehrarzttätigkeit von Grundversorgern. Förderung der integrierten Versorgung auch in Randregionen Grisomed wurde innerhalb weniger Jahre zu einem wichtigen Partner im Gesundheitswesen des Kantons Graubünden und meisterte das schnelle Wachstum dank dem Engagement seiner Mitglieder und einem hohen Organisationsgrad. Ihre Rolle in der kantonalen Gesundheitspolitik will sie für die weitere Förderung der integrierten Versorgung und der Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung auch in Randregionen einsetzen.

Fehlende Betreuungsärzte Über DEn Autor

< 20 % fehlen 2013

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2018

20 % bis 50 % fehlen

Gieri Derungs ist Geschäftsführer von Grisomed. Der Ökonom (HSG) war im ­Treuhand- und Schulbereich sowie als Leiter Rechnungswesen im Kantonsspital Graubünden tätig. Er ist Stiftungsrat eines Altersheims in Chur und war Präsident des Vereins zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender im Kanton Graubünden.

> 50 % ­fehlen

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BlueEvidence

Wandelnde Kunden­ bedürfnisse und proaktives Life Cycle Management Welche Optimierungen und Neuerungen das System BlueEvidence 2013 erfuhr, ­lesen Sie hier.

«Mit unseren Systemen wollen wir die institutionsübergreifende Zusammenarbeit einfacher und angenehmer machen. Dorthin entwickeln wir sie konsequent weiter.» Marco A. Zimmer, Leiter Solutions Development und CTO

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BlueEvidence

Ein System für übergreifende Abläufe

Managed Care bedingt einen steten Informa­­­tionsfluss zwischen den an einer Behandlung beteiligten Leistungserbringern und den Krankenversicherern. Das Informationssystem BlueEvidence kommt dazu in der Schweiz weitaus am häufigsten zum Einsatz. Und es wird in enger Zusammenarbeit mit den Kunden laufend weiterentwickelt.

BlueEvidence dient dem Informationsfluss zwischen Ärzten, Ärztenetzen, Managed Care Organisationen und Krankenversiche­ rern, der für Managed Care Modelle zentral ist. Über 1.2 Millionen Versicherte waren Ende 2013 in BlueEvidence erfasst, rund 18% mehr als noch 2012. 11 Managed Care Organisationen und über 2’700 Praxen in 57 Ärztenetzen nutzen das System. Blue­ Evidence steht den Kunden in jeweils auf ihre Bedürfnisse zugeschnittener Form zur Verfügung.

Qualität der Daten als Schlüsselfaktor Für die Ärztinnen und Ärzte und die medi­ zinische Praxisassistenz in den Praxen ebenso wie für die Ärztenetze und Mana­ ged Care Organisationen, welche Blue­ Evidence nutzen, ist die Qualität der im Sys­ tem erfassten administrativen Patienten­ daten zentral. Die Datenqualität wird massgeblich an ihrer Quelle, also bei den Krankenversicherern, und in den einzelnen Prozessen geprägt. Diese Qualität stets und nachhaltig zu verbessern und nach Gesichtspunkten der Managed Care so korrekt wie möglich zu erfassen, war daher 2013 ein wichtiges Ziel. Dazu wurden in Zusammenarbeit mit den Managed Care Organisationen alle Prozesse nach organi­ satorischen und technischen Gesichts­ punkten geprüft und erste Optimierungen eingeleitet. Online Cockpit für Datenverarbeitung Zur Steigerung der Datenqualität wurde auch die Funktionalität von BlueEvidence ausgebaut. Für die Managed Care Organi­ sationen am deutlichsten erkennbar war die Einführung des Datenverarbeitungs­ cockpits im Juli 2013. Die neue Online-­ Applikation gibt den Nutzern jeweils tages­ aktuell die Übersicht über den Verarbei­ tungsstand der Versichertenangaben sowie zusätzliche Auswertungs- und Analyse­ möglichkeiten. Das kann die Datenqualität effizient und nachhaltig verbessern.

1’400’000 1’200’000 1’000’000 800’000 600’000 400’000 200’000

Die Qualität der In BlueEvidence erfassten Daten ist für die ­Ärztinnen und Ärzte zentral.

Administrativaufwand reduziert Das System BlueEvidence wurde zudem mit weiteren Releases und Neuerungen zusätzlich optimiert. Dazu gehörten neue Funktionen, wie die Schnittstelle zu den Arztinformationssystemen, welche in den Arztpraxen zur Anwendung kommen und die automatische Identifikation von Mana­ ged Care Versicherten erlaubt. Damit ­können Angaben zu Patienten direkt aus dem Arztinformationssystem in BlueEvi­ dence ab­gefragt und Managed Care Auf­ gaben direkt aus dem Arztinformationssys­ tem heraus ausgelöst werden. Dies verein­ facht die Administration und spart den Arztpraxen Zeit und Kosten. Die Schnittstelle entstand in enger Zusammenarbeit mit den Herstellern der Arztinformationssys­ teme.

0 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Anzahl Managed Care Versicherte in BlueEvidence

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BlueEvidence

Weniger Rückfragen dank den ­Leistungsmarkern Auch die Einführung der Leistungsmarker war 2013 eine bedeutende Verbesserung in BlueEvidence. Bei Arztrechnungen, wel­ che die Care Manager zur Prüfung und Freigabe erhalten, werden neu zusätzliche Informationen über die erbrachten Leis­ tungen mitgeliefert. Das Fehlen dieser In­ formationen war vor allem bei grösseren Sammelrechnungen, wie sie etwa ein Spi­ talambulatorium ausstellt, ein Problem. Diese enthalten verschiedene Behand­ lungsschritte in einer Rechnung, welche ohne die Leistungsmarker vom Care Ma­ nager nicht beurteilt werden konnten. Die Erweiterungen um die Leistungsmarker wurden in einem Pilotprojekt in enger Zu­

sammenarbeit mit MedSolution und dem Krankenversicherer CSS entwickelt. Der ­Erfolg der Massnahme ist beträchtlich und hat die Erwartungen übertroffen: Die Anfra­ gen für Rechnungskopien im Kostencont­ rolling in BlueEvidence konnten um 30% und die Verstossmeldungen an die Kran­ kenversicherer um 25% reduziert werden. Qualität der Pharmakotherapie Die Verschreibung von Medikamenten ist sowohl hinsichtlich der medizinischen Be­ handlungsqualität als auch bezüglich de­ ren Kosten ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Managed Care Modelle. Meist fehlen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten jedoch eine aktuelle und vollständige Übersicht über die Medikation, welche ihre

Ärztinnen und Ärzten sollen eine vollständige Übersicht über die Medikation ihrer ­Patienten durch andere ­Leistungserbringer erhalten.

Patienten von anderen Leistungserbrin­ gern verschrieben wurden und sie einnah­ men. In einem weiteren Pilotprojekt konn­ ten wir erstmals den Hausärzten die feh­ lenden Informationen zugänglich machen und das Nutzenpotential einer solchen Übersicht praktisch erörtern. Dieses scheint sowohl bezüglich Patientensicherheit, Be­ handlungsqualität sowie Kosten deutlich grösser als erwartet. Die Optimierung der Koordination und Steuerung der Pharma­ kotherapie ist damit zu einem wichtigen Ziel zur Erhöhung des Wirkungsgrades der Care Manager sowie zur Weiterentwick­ lung von BlueEvidence geworden.

sene Hausärzte, welche BlueEvidence nut­ zen, automatisch schneller und gesicher­ ten Einblick in die Spitalinformationen ihrer Managed Care Patienten. Sie sind damit früher und besser über den Behandlungs­ verlauf im Spital informiert. Für die Spitäler bedeutet dies einen geringeren administ­ rativen Aufwand, für die zuweisenden Pra­ xen einen besseren Service. Der Brücken­ schlag wurde technisch zwischen der IT Infrastruktur des stationären Sektors im Kanton St. Gallen, dem ShareCare HPI (Health Professional Index) der Health Info Net AG und BlueEvidence realisiert.

Brückenschlag zur Spitalwelt BlueEvidence kommt inzwischen auch über die bisherigen Grenzen der Managed Care Modelle hinaus zum Einsatz. Im Pro­ jekt «Ponte Vecchio» wurde 2013 eine Kommunikationsbrücke zwischen den Spitalverbunden St. Gallen und den Haus­ ärzten, welche Managed Care Patienten an die Spitalverbunde überweisen, realisiert. Über diese Brücke erhalten angeschlos­

BlueEvidence ist das führende Managed Care Informationssystem.

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BlueEvidence

Zuverlässig, datenschutz­konform und ­schlüsselfertig aus der Cloud Erfahren Sie, was alles zum umfassenden Service für unsere BlueEvidence Kunden gehört.

«Die angestrebte Zertifizierung wird die Leistungsfähigkeit, Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit unserer Informationsplattformen belegen.» Lucas Schult, Leiter Applications Management

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BlueEvidence

Schlüsselfertige ICT-Lösungen mit Rundum-Service In BlueEvidence verarbeiten, bewirtschaften und sichern wir monatlich die von über 70 Versicherern ­eintreffenden administrativen Daten.

BlueEvidence Praxis und BlueEvidence Admin kommen als schlüsselfertige Systeme zu unseren Kunden. Hinter diesem Service steckt eine Menge Arbeit.

Die für den Betrieb von BlueEvidence bei den Kundinnen und Kunden notwendigen Services werden von BlueCare getragen. Das erfahrene Team unterstützt sie bei der Aufsetzung und Anwendung der Systeme, zeigt sich verantwortlich für den zentralen, einwandfreien Betrieb der Applikationen auf den Servern im Rechenzentrum und für die Sicherheitsmassnahmen. Für die Kundinnen und Kunden bedeutet dies sehr tiefe Investitionskosten in Informatik-Infrastruktur und Know-how, planbare Betriebskosten, einen hohen Automatisierungsgrad und geringer Personalressourcenbedarf, womit sie sich auf ihr Kern­ geschäft konzentrieren können.

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Experten schulen Kommen neue Mitarbeitende zu Managed Care Organisationen hinzu, übernimmt das BlueCare Team, wie vertraglich vereinbart, deren Schulung als BlueEvidence-Anwender. Es beantwortet ihre Fragen und hilft soweit möglich, damit ihnen der Start mit dem System leicht fällt. Ziel der Schulungen ist es, den Mitarbeitenden von Managed Care Organisationen auf hohem und einheitlichem Standard auszubilden, ihnen hohe Fachkompetenz und Autonomie im Umgang mit BlueEvidence zu vermitteln und sie dazu zu befähigen, ihren Kunden selbst einen guten Erst-Level-Support zu bieten. Auch nach der Schulung steht das Support- und Betriebs-Team von BlueCare den Mitarbeitenden der Managed Care Organisation bei Fragen stets zur Verfügung. Es hilft telefonisch, via E-Mail oder Fernwartung bei Problemen schnell und zuverlässig weiter, in Ausnahmefällen erfolgt die Unterstützung auch vor Ort. Im Rahmen des Zweitebenen-Supports unterstützt das BlueCare Support-Team auch die Kundinnen und Kunden der Managed Care Organisationen, sollten ihnen letztere nicht weiterhelfen können.

Zuverlässigkeit und Performance Ebenfalls fester Bestandteil des BlueEvidence Dienstes von BlueCare ist die Verarbeitung, Bewirtschaftung und Sicherung der monatlich von den über 70 Versicherern eintreffenden administrativen Daten. Diese enthalten Informationen über die über 1.2 Millionen in BlueEvicence verwalteten Managed Care Versicherten. Dazu gehört auch das Fehlerhandling bei nicht korrekt vorliegenden Daten. Hier helfen unsere Systeme sowie Wissen und Können. Sollte es zu Fehlern oder Systemstörungen gekommen sein, bearbeitet das Team des Betriebs diese raschest möglich, um das anvisierte hohe Niveau der Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Performance zu halten. Die Verfügbarkeit lag 2013 bei 99.87%. Das Betriebsmonitoring stellt sicher, dass Störungen frühzeitig bemerkt und rasch behoben werden können. ­Wartungsarbeiten führt es in Randzeiten durch, um den Betrieb von BlueEvidence geringstmöglich zu beeinträchtigen.

Hohe Sicherheitsstandards zertifizieren Um künftig die hohen Leistungen der BlueCare bei der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit ihrer Informationssysteme auch belegen zu können, bereitet sich BlueCare auf die Sicherheitszertifizierung gemäss den ISO Normen 27001-5 vor, welche 2015 erfolgen soll. Dafür werden zurzeit ein Inventar der relevanten ­Sicherheitsthemen erstellt, der Reifegrad jedes Themas festgehalten und bei Bedarf erste Verbesserungsmassnahmen definiert. Dies gibt Gelegenheit, die internen Prozesse weiter zu optimieren, so dass wir künftig über Dritte nachweisen können, dass unsere Sicherheit anerkannten internationalen Standards genügt und alle relevanten Aspekte der Informationssicherheit abdeckt.

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HIN

Starke Position, neue Märkte und effektives Management Wie erfolgreich sich HIN 2013 entwickelte, erfahren Sie hier.

«In enger Abstimmung mit der FMH und auf ­einer Linie mit der eHealth Suisse Strategie ­enwickeln wir praxisnahe eHealth-Lösungen.» Christian Greuter, Leiter eHealth

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HIN

Integrierte Versorgung und eHealth konvergieren

HIN HOME VERBAND FMH

Im Jahr 2000 vertrauten die Aktionäre von HIN BlueCare das Management der 1996 gegrün­deten eHealth Plattform HIN an. Damals hatte HIN gerade mal 1’500 Kunden, eine instabile Technik und finanzielle Probleme. Heute nutzen über 16’000 Health Professionals und über 350 Spitäler, Labors und weitere Institutionen die grösste Schweizer eHealth Plattform mit zunehmender Intensität. Die Technologie ist rundum modernisiert und die finanziellen Engpässe sind überwunden.

In der Schweizer Ärzteschaft fest verankert bietet HIN einfache und datenschutzkonforme Lösungen für die sichere Kommunikation und Zusammenarbeit im Internet. Dies ermöglicht einzelnen Akteuren wie auch Institutionen des Schweizer Gesundheitswesens den einfachen Austausch von E-Mails und den Zugriff auf Onlinedienste unter Wahrung der strengen Auflagen im Umgang mit den hochsensiblen und schützenswerten Daten ihrer Patientinnen und Patienten. Trägerschaft und Kapitalbasis gestärkt Die Aktionäre der HIN AG haben 2013 ihr Engagement zur gemeinsamen Weiterentwicklung der HIN Plattform bekräftigt und die Kapitalbasis der Gesellschaft substantiell ausgeweitet. BlueCare unterstützte diesen Schritt als Minderheitsaktionärin tatkräftig, da die breite und feste Verankerung in der Schweizer Ärzteschaft und deren Institutionen einer der strategischen Erfolgsfaktoren der HIN Plattform darstellt. Gestärkte Marktposition, neue Märkte Die Anzahl der elektronischen Identitäten stieg 2013 um 13% beziehungsweise um über 1’700. Neben Ärzten und Spitälern nutzen zunehmend auch Behörden und Ämter wie Schulen und IV-Stellen oder Paramediziner wie Physiotherapeuten, Spitex

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SICHERES E-MAIL

ONLINEDIENST A

LABOR XY

SPITAL XY

ONLINEDIENST B

Die HIN Identität vernetzt die Akteure des Gesundheitswesens entlang der gesamten Behandlungskette.

und Pflege die vielfältigen Angebote von HIN. Im Bereich Secure Mail konnte der Umsatz um fast 30% gesteigert werden. Besonders erfreulich war dabei die zunehmende Akzeptanz der Secure Mail Lösung HIN Mail bei Versicherern und Behörden, welche ebenfalls sicher mit Leistungserbringern kommunizieren wollen. Auf ein neues Marktsegment zielte hingegen das Pilotprojekt HIN Access Gateway. Es ermöglicht Institutionen des stationären Bereichs den Zugang zu den umfassenden Diensten für sichere Zusammenarbeit und sicheren Zugriff auf Zuweiserportale. Bis anhin konnten Health Professionals innerhalb von Institutionen die sichere Kommunikation mit HIN Mail nutzen, neu ist ihnen die gesamte HIN Plattform einfach zu-

gänglich. Die durchwegs positiven Feedbacks der Pilotkunden haben den Entschluss zur Weiterentwicklung und Marktlancierung bestärkt. Konvergenz von eHealth und ­integrierter Versorgung Sowohl eHealth als auch die integrierte Versorgung streben die Optimierung der Qualität, der Sicherheit und des Nutzens für die Patienten an. Dank der gemeinsamen Vision und der engen strategischen Partnerschaft ergänzen und befruchten sich die Aktivitäten der BlueCare und HIN diesbezüglich hervorragend. Die integrierte Versorgung erfordert das Teilen der behandlungsrelevanten Informationen der Patienten unter allen beteiligten Akteuren. Ohne entsprechende Onlinedienste sowie

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HIN

jederzeit garantiertem und rigorosem Schutz der sensiblen Patientendaten, wäre dies nie möglich. Die zunehmende Konvergenz von eHealth und integrierter Versorgung hat den beiden stark komplementären Partner auch 2013 neue Potentiale zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen erschlossen und die bestehende strategische Kooperation zum Nutzen der weitgehend identischen Aktionäre und Kunden weiter potenziert. Synergien dank gemeinsamer Projekte Dieses Synergiepotential konnten die beiden Unternehmen im Verbund der Management Gruppe 2013 praxisnah ausschöpfen. Etwa mit dem Projekt «Ponte Vecchio», welches, entgegen der Bezeichnung, eine neue Kommunikationsbrücke zwischen den Spitalverbunden St. Gallen und ihren Zuweisern schuf. Diese wurde im Share Care HPI Dienst von HIN, dem Managed Care System BlueEvidence von BlueCare und der IT-Infrastruktur der Spitalverbunde St. Gallen realisiert. In der Informatikinfrastruktur konnten zusätzliche

Als standeseigene Unternehmen geniessen HIN und ­BlueCare das nötige Vertrauen der Schweizer Ärzte.

Synergien genutzt werden. Durch die weitere Virtualisierung der Server und die Automation der Testlandschaften für die zahlreichen angebotenen Dienste auf den unterschiedlichen Umgebungen konnten die Kosten für alle Beteiligten deutlich gesenkt und die Effizienz gesteigert werden. Stärken der Partner konsequent nutzen Das Rückgrat von HIN bildet die starke Allianz ihrer Aktionäre und die strategische Kooperation mit der BlueCare, welche die Effizienz im Gesundheitswesen optimieren wollen. Daher treiben heute beide, in enger Zusammenarbeit mit der FMH und abgestimmt auf die Strategie «eHealth Suisse» des Bundes, die Weiterentwicklung von praxisnahen eHealth Lösungen voran. Als standeseigene Unternehmen der Schweizer Ärzteschaft geniessen BlueCare und HIN das nötige Vertrauen, welches der Umgang mit den besonders schützenswerten Patientendaten bedingt. Die eigene, garantiert in der Schweiz basierte Infrastruktur, welche den Schutz dieser Daten vor unberechtigten Dritten sicherstellt, trägt ebenso dazu bei.

Effektives Management stärkt ­Ertragskraft Der Umsatz aus Dienstleistungen und Produkten konnte 2013 mit dem annä­ hernd gleich starken Verkaufsteam um über 845’000 CHF gesteigert werden. Dank konsequent straffem Kostencontrolling konnten fast 40% beziehungsweise 500’000 CHF davon zur Stärkung der Ertragskraft und der Amortisation von Investitionen genutzt werden. Als verantwortliches Management Team sind wir beson-

KEINE RECHTLICHE BINDUNG

AUSTAUSCH

ZUSAMMENARBEIT

ders stolz, dass diese markanten Verbesserungen mit weniger als 5% Mehraufwand bei den Personalkosten möglich wurden. Diese liegen dank der engen strategischen Kooperation mit BlueCare deutlich unter dem Niveau vergleichbarer IT-Unternehmen und Security-Dienstleister. Eine Leistung, welche wir auch künftig erbringen wollen.

VERTRAGLICHE BINDUNG/ SLA

KAPITALANTEILE GRAD DER BINDUNG

pilotprojekte aktionäre

eHealth Suisse etc. lieferanten

STRAT. KOOPERATION

INTEGRATION

OPERATIVE ZUSAMMENARBEIT

HIN arbeitet auf verschiedenen Ebenen mit Partnern zusammen.

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Trustx

Starke Partnerschaft, neue BI-Technologie und erfreuliche Markt­resonanz 2013 war TrustX auf vielen Ebenen aktiv. Wir zeigen Ihnen auf welchen.

«Jedes Quartal senden wir 5’000 gut ­verständliche und aussagekräftige Auswertungen an die Arztpraxen.» Heinz Bürli, Leiter Data & Statistics

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TrustX

Die Kraft liegt im starken Verbund kantonale ärztegesellschaften politische anforderungen

Seit 2003 sorgt BlueCare zusammen mit der Ärztekasse für die Entwicklung und den Betrieb von TrustX, dem Informationssystem des nationalen Datenpools der Schweizer Ärzteschaft. Diese Partnerschaft hat sich auch im ­Jubiläumsjahr 2013 bewährt. Wesentlich zur ­Erreichung der Ziele in einem turbulenten Markt­umfeld beigetragen haben die neu geschaffenen Synergien in der Management Gruppe.

TrustX verwandelt für die angeschlossenen Ärztinnen und Ärzte Leistungsdaten aus Millionen von Arztrechnungen in einfache, verständliche und aussagekräftige statistische Auswertungen. Das System bildet das Rückgrat des nationalen Leistungsdatenpools der Schweizer Ärzteschaft, in welchen jährlich rund 20 Millionen Arztrechnungen fliessen. Die daraus erstellten Auswertungen bieten den angeschlossenen Praxen eine wichtige Grundlage für Vergleiche auf der Ebene der einzelnen Praxen. Den Ärzteorganisationen dienen die Auswertungen auf standespolitischer Ebene als Basis für die Tarifverhandlungen mit Versicherungen und Behörden, zur Plausi-

regionale umsetzung

realisierung und betrieb

finanzierung

TrustX ist tief in der Schweizer Ärzteschaft verankert.

bilisierung und Steuerung der Tarifanwendungen, zur Revision einzelner Tarife wie Tarmed- oder Labortarife sowie zunehmend auch für die Versorgungsforschung und Studien mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen.

120% 115% 110% 105% 100% 95% 90%

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Index der Anzahl teilnehmenden Praxen im Vergleich zu 2007

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regionale trustcenter

Zunehmend gefährden jedoch Partikularinteressen den strategischen Nutzen der erreichten Datenparität, da nicht immer alle Partner des nationalen Datenpools am gleichen Strick und in die gleiche Richtung ziehen. Diesen Turbulenzen im Marktumfeld mit Weitsicht und Beharrlichkeit zu begegnen, war die grosse Herausforderung des Management Teams der BlueCare, um die Ziele der TrustX Management AG auch 2013 erreichen zu können.

Stabile Kundenbasis, trotz neuem ­Mitbewerber Der Bestand und die Volumen der angeschlossenen Praxen haben mit Ausnahme der Zentralschweiz 2013 weiter zugenommen. Die TrustCenter konnten ihre Marktposition trotz der zunehmenden Konzen­ tration in Gruppenpraxen und der Zunahme der Pensionierungen weiter leicht ausbauen. Durch den Markteintritt von Medpoint hat TrustX in der Zentralschweiz erstmals einen Mitbewerber. Ob und wie dieser ­bestehen wird, bleibt offen, da wichtige Fragen zur technischen Kompatibilität und der Integrationsfähigkeit in den nationalen Datenpool weiterhin ungelöst sind.

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TrustX

6’000 5’000 4’000 3’000 2’000 1’000

JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ

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2012

Anzahl registrierter Kunden

Mgt. Summary

Erfreuliche Resonanz der PS-Reports Die in enger Zusammenarbeit mit den TrustCentern lancierten Praxisspiegel-Reports haben 2013 den angestrebten Durch­bruch geschafft. Die Anzahl der Praxen, welche die PS-Reports abonniert haben, konnte auf fast 3’400 gesteigert werden. Jedes Quartal gelangen heute über 5’000 aussagekräftige Reports via E-Mail an diese Praxen. Die Anzahl der Kontakte zu den Kunden und wichtigsten Lieferanten des nationalen Leistungsdatenpools der Schweizer Ärzteschaft konnte so auf über 20’000 pro Jahr beinahe verdoppelt werden. Der vor über drei Jahren eingeschlagene Weg, den Ärztinnen und Ärzten ergänzend zum mächtigen Online-Tool einfache, gut verständliche und übersichtliche Auswertungen via E-Mail zuzustellen, bestätigte sich als zielführend. Die Verbreitung der PS-Reports soll auch weiterhin gefördert und damit das Potential des Leistungsda-

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2013 WZW Report

tenpools noch besser ausgeschöpft werden. Dementsprechende Projekte initiierte das Management Team, sie werden in enger Absprache mit den TrustCentern realisiert werden. QlikView bewährt sich Dank der neu eingesetzten Business Intelligence Technologie QlikView von Qliktech konnte der TX Analyzer, das neue online Tool der TrustCenter zur Auswertung der Praxisdaten, im September den Pilotbetrieb aufnehmen. Die erhöhte Benutzerfreundlichkeit und Gestaltungsvarianz der Technologie stösst bei den Nutzern auf sehr positive Resonanz. Mit dem neuen Instrument können die TrustCenter die Beratung der Praxen wesentlich optimieren.

Synergien im Verbund ­genutzt Die 2103 eingeführte BI-Technologie wird nicht nur im TrustX Mandat eingesetzt. Auch das Datenverarbeitungscockpit von BlueEvidence sowie das Managed Care Cockpit werden auf der gleichen Technologie implementiert. Durch diese Bündelung der Kräfte entstehen Synergien, welche bei allen Beteiligten zu besseren Lösungen, kürzeren Realisierungszeiten und tieferen Kosten führen. Aggregierte Auswertungen ermöglicht Im Jahr 2013 wurden auch die NAKOTools der NewIndex neu implementiert. Diese erlauben den kantonalen und nationalen Ärzteorganisationen aggregierte Auswertungen des Leistungsdatenpools und der fast 200 Millionen Arztrechnungen, welche seit dessen Gründung vor 10 Jahren bis zur einzelnen Tarmed-Position aufgeschlüsselt vorhanden sind. Papierlose ­Arztrechnungen Steter Begleiter des TrustX Management Teams der BlueCare im Jahr 2013 war das Thema der papierlosen Abwicklung des Rechnungsversands im Tiers garant. Es wurden mögliche Lösungsansätze dafür entwickelt, mit den TrustCentern diskutiert und das Interesse bei den Krankenversicherern ausgelotet. Die Digitalisierung des Rechnungsversands verspricht bei den Leistungserbringern und den Versicherer grosses Potential zur Einsparung von Arbeitszeit, Material und Portogebühren. Die Ansätze der eFaktura stiessen bei allen Zielgruppen auf grosses Interesse. Der innovative Dienst bedingt Investitionen in den

Die Digitalisierung des ­Rechnungsversands verspricht grosses Einsparungen bei ­Leistungserbringern und ­Versicherern.

Aufbau eines generisch nutzbaren Patientenstammes. Die papierlose Abwicklung von Arztrechnungen sollen auch Patientinnen und Patienten nutzen können. Zum ersten Mal ist damit die Implementierung eines Dienstes direkt für die Patientinnen und Patienten beabsichtigt. Finanzielles Gleichgewicht gehalten Das Finanzergebnis 2013 konnte trotz des erheblichen Volumenverlusts in der Innerschweiz auf Budgetkurs gehalten werden. Ebenso konnte der angestrebte Abbau der Aktionärsdarlehen sowie die den TrustCentern in Aussicht gestellten Rabatte vollumfänglich erreicht und erfüllt werden. Besonders erfreulich war 2013, dass trotz widrigem Marktumfeld und der Gewährung der Preisnachlässe an die Kunden, substantielle Investitionen in neue Projekte und Dienste möglich waren. Basis für das ausgeglichene Finanzergebnis bilden die konsequente Nutzung der Synergien im Verbund aller Geschäftseinheiten, welche vom Management Team der Bluecare betreut werden, sowie das beharrliche Kostenmanagement im Betrieb der sehr anspruchsvollen ICT-Plattformen.

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Team

Gute Kommunikation und Infrastruktur fördern die Teamkultur Warum die Investition in die Büroräumlichkeiten für die interne Zusammenarbeit so wertvoll ist, schildern wir hier.

«Gemeinsam etwas unternehmen, essen und lachen – die BlueCare Events sind ein essen­tieller Bestandteil der Firmankultur und nicht mehr wegzudenken.» Isil Günalp, Mitarbeiterin Kundendienst Backoffice

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TEAM

In die Zukunft des Unternehmens investiert Die offen gestalteten Grossraumbüros fördern und fordern vernetztes Zusammenarbeiten.

Infrastruktur ausbauen und optimieren kostet. Doch die Investitionen lohnen sich, wie BlueCare 2013 am eigenen Leib erfuhr. Modernisierung und Ausbau der Räumlich­­keiten brachten mächtig Schwung in die teamübergreifende Zusammenarbeit. Die neue technische Infrastruktur hat sowohl für die Kunden wie auch für die Mitarbeitenden viele Verbesserungen gebracht.

Umständlich über drei Stockwerke verteilt arbeitete man bei BlueCare noch Anfang 2013, verstreut auf zahlreiche Büros und mit nur geringer Fläche für gemeinsame Pausen, den Austausch oder das geplante weitere Wachstum. Neue Räumlichkeiten waren daher dringend gefragt ebenso wie eine Modernisierung der teilweise seit 10 Jahren bestehenden technischen Infrastruktur. Raumwunder als klarer Gewinner Zur Diskussion stand ein gänzlich neuer Standort an zentraler Lage in Winterthur, modern eingerichtet, jedoch deutlich teurer als die gegebenen Räumlichkeiten. Oder ein grosszügiger Um- und Ausbau am

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bestehenden Standort. Eine Analyse zeigte rasch die Vorteile des Ausbaus gegenüber dem Umzug an einen neuen Standort. Durch die Zumietung von Räumen in der Zwischenebene, einigen Wanddurchbrüchen sowie einer internen Verbindungstreppe entstand aus den alten Büroräumen ein kleines Raumwunder: Die grosszügige Begegnungszone mit gut ausgestatteter Küche und angenehmer Atmosphäre wurde zur zentralen Drehscheibe. Die angrenzenden, offen gestalteten Grossraumbüros fördern und fordern vernetztes Zusammenarbeiten zwischen den Teams. Die Sitzungszimmer unterschiedlicher Grösse und Formalität geben jedem Meeting den passenden Rahmen. Investiert in die bessere Zusammenarbeit Die Investitionen sowie die Lärm- und Staubemissionen während der anstrengenden Bauphase im Frühsommer haben sich gelohnt. Die Vorteile des Entscheids zugunsten des bestehenden Standorts zeigen sich schon im ersten Jahr nach dem Ausbau. Es arbeitet sich wie in gänzlich neuen Büros, die Begegnungszone hat sich zum wichtigsten Treffpunkt ent­ wickelt, Mitarbeitende und Gäste nutzen sie gleichermassen gern. In den Büros fänden auch 70 Mitarbeitende bequem Platz. Teamwork ist darin über Teamgrenzen hin-

aus Realität und neue Mitarbeitende finden dank gemeinsamer Mittagspausen und offenem Austausch über Schreibtische hinweg rasch Anschluss. Technologischer State of the Art Investiert hat BlueCare nicht nur in die Büroräume. Auch die technische Infrastruktur wurde 2013 auf Vordermann gebracht. Eine neu ausgelegte, redundante und sehr schnelle Netzwerkverkabelung samt komplett neuen Netzwerkkomponenten, eine bessere Firewall zum Schutz vor unberechtigtem Zugriff sowie ein sehr schneller Internetzugang wurden installiert. Der Serverraum erlaubt neu Stateof-the-Art-Überwachungs- und Sicherungsfunktionen. Parallel wurden die Telefonanlage des Callcenters sowie sämtliche Telefone ausgetauscht und es wurde auf Voice over IP Technologie umgestellt. Mit der neuen Anlage haben unsere Mitarbeitenden im Support die Übersicht über Anrufende in der Warteschlaufe, die Anruferkennung erleichtert ihnen die Arbeit ebenso wie Fax und Voice-Mail-Nachrichten, welche ihnen neu via E-Mail zugestellt werden. Die gesamte Anlage erlaubt eine bessere Übersicht über das Geschehen sowie ein zeitnahes Eingreifen bei Problemen. Feinjustierungen an der Anlage erfolgen laufend, sie stellte ihr Können jedoch schon mehrfach erfolgreich unter Beweis.

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Team

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01  / 0 5  / 0 6  / 0 7: Die ausge­bauten Räumlichkeiten der BlueCare fördern die Teamzusammenarbeit. 02  / 0 3  / 0 4  / 0 8  / 0 9: Am Tag der Offenen Tür weihten wir die Büros mit Partnern und Familien ein.

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TEAM

Eine Kultur für zündende Ideen unsere Sportlichkeit und erklommen mit dem Fahrrad den Eschenberg bei Winterthur. Im August luden wir zum Tag der offenen Tür in unsere neugestalteten Büros. Zum Jahresende im Dezember spielten wir Curling in Zürich und liessen den Abend bei gutem Essen besinnlich ausklingen. Rund 50 Mitarbeitende und drei Firmen sind unter dem Dach von BlueCare untergebracht. Viele der Mitarbeitenden sind zugleich in unterschiedlichen Pensen für BlueCare, HIN und TrustX tätig. BlueCare führt die beiden ­Firmen im Mandat und stellt die Mitarbeitenden. Das hört sich kompliziert an. Ist es auf der Ebene des Teams aber nicht.

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Das Team und die Kultur sind es, worauf der Erfolg von BlueCare zu grossen Teilen baut.

Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden bei BlueCare ist gut, es herrscht ein offener Umgang mit geschätzter Feedbackkultur. Dies, obwohl längst nicht alle immer einer Meinung sind. Unterschiedliche Disziplinen bringen unterschiedliche Sichtweisen, das ergibt schon mal Diskussionspotential. Doch die Interdisziplinarität des Teams fordert und fördert das Querdenken, das Aufdecken von Schwachstellen und Suchen neuer Lösungen. Genau das ist es, was immer wieder zündende Ideen entstehen lässt.

Wissen aufbauen und pflegen Auch bei der Rekrutierung und Einarbeitung von neuen Mitarbeitenden sind die Unternehmenskultur und das Team relevant. So spielen bei der Wahl nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Merk­ male der Interessenten eine Rolle. Neue Mitarbeitende haben die Gelegenheit, mit jedem der neuen Kollegen ein Kennenlerngespräch zu führen, was einen raschen Einstieg in das Teamleben und die Arbeit ermöglicht. Alle sechs bis acht Wochen trifft sich das BlueCare-Team zudem zum

Aktive, begeisternde und inspirierende Teamevents Das Team und die Kultur sind es, worauf der Erfolg von BlueCare zu grossen Teilen baut. Beides hat im Unternehmen einen hohen Stellenwert, mehrere Anlässe im Jahr fördern den Zusammenhalt und die Begeisterung. Im März 2013 verbrachte das Team mitsamt Familien und Partnern drei aktive Tage am Winterweekend im schönen Toggenburg. Kurz darauf berührte uns die Geschichte von ePatient Dave, der sich für den Patienten als aktiven Partner im Gesundheitswesen einsetzt und uns zur weiteren Arbeit an der Verbesserung des Gesundheitswesens inspirierte. Am Sommerevent im Juli bewiesen wir

An den BlueCare Events lernen sich Mitarbeitende ausserhalb des Arbeitsalltags kennen.

Infolunch, tauscht wichtige Informationen über das Unternehmen und Projekte aus und isst danach gemeinsam zu Mittag. Dies gibt neuen und bisherigen Mitarbeitenden einen Überblick über aktuelle Themen, ebenso wie weitere institutionalisierte Wege für Wissenstransfer und interne Kommunikation. Hier will BlueCare künftig noch weiter zulegen und das breite Know-how im interdisziplinären Team nutzen.

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TEAM

Aktionariat und Verwaltungsrat

Hinter BlueCare stehen namhafte Institutionen der Schweizer Ärzteschaft. Dank ihrer Mit­wirkung im Verwaltungsrat profitiert das Unternehmen von einer einmaligen Verankerung im Gesundheitswesen. Die Fachkompetenz wird zusätzlich durch drei unabhängige Persönlichkeiten mit komplementären Fähigkeiten bestens abgerundet.

Die Aktienmehrheit der BlueCare ist fest in der Schweizer Ärzteschaft verankert. Die Aktien werden von der FMH, der Ärztekasse, der Zur Rose sowie dem Management der BlueCare gehalten. Ein Aktienbeteiligungsplan regelt den Erwerb und Verkauf von Aktien durch das Management und setzt Anreize für die personelle Kontinuität und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Balance der Kräfte ist zentral Obwohl die ursprüngliche Verteilung von je 25 % der Aktien auf die vier Parteien mit den Kapitalerhöhungen in den Jahren 2006 und 2009 leicht aus dem Gleichgewicht geraten ist, sind die Interessen der Parteien im Verwaltungsrat ausgewogen vertreten. Aus strategischer Sicht wäre die Rückkehr zur früheren Quotenparität dennoch zu begrüssen, da sie das auf Stabilität und Kontinuität ausgerichtete Kräftegleichgewicht wieder herstellen und verbindlich verankern würde. Hochkarätiges Expertenteam Das sechsköpfige VR-Team vereinigt eine eindrückliche Breite an unternehmeri­ schen und fachlichen Kompetenzen, ist im Schweizer Gesundheitswesen weit vernetzt und mit drei von den Aktionären unabhängigen VR-Mitgliedern, ausgewogen zusammengesetzt. Die Kompetenzen des Verwaltungsrats, der VR-Ausschüsse wie auch der Geschäftsleitung sind im Organisations- und weiteren Reglementen verbindlich geregelt. Philip Baumann ist als Delegierter des Verwaltungsrats und CEO mit der Führung der Geschäftsleitung betraut.

Peter Bettoni, Präsident*

Dr. med. Ernst Gähler, Vizepräsident

Rechtsanwalt Bettoni & Partner

Vizepräsident Zentralvorstand FMH Facharzt für Allgemeinmedizin

Philip Baumann, Delegierter des VR und CEO*

Prof. Dr. Andréa Belliger, Mitglied

Dr. Walter Hürsch, Mitglied*

Walter Oberhänsli, Mitglied*

Executive Partner und Gründungspartner Zühlke Ventures AG, Mitglied der Gruppenleitung Zühlke Group

Delegierter des Verwaltungsrats und CEO Zur Rose Gruppe

Prorektorin Pädagogische Hochschule Luzern Leiterin Institut für Kommunikation & Führung IKF

*Ausschussmitglieder

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TEAM

Geschäftsleitung

In der Geschäftsleitung sind die drei markt­spezifischen Business Units sowie die drei zentralen Fachbereiche zusammengefasst.

Die Geschäftsleitung der BlueCare setzt sich aus den Leitern der Geschäftseinheiten Managed Care und eHealth, den drei zentralen Fachbereichsleitern sowie dem CEO zusammen. Die Geschäftsleitung tagt alle drei Wochen, sorgt für die strategiekonforme Steuerung aller Projekte und Vorhaben, optimiert die Effektivität und Effizienz der Organisation und stellt die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie der guten Teamkultur sicher.

Unternehmensleitung / CEO Philip Baumann

Managed Care Cyrill Rüegg

Data & Statistics a.i. Heinz Bürli

eHealth Christian Greuter

Solutions Development Marco A. Zimmer

Marktfokus Integrierte Versorgung Managed Care

Marktfokus CH-Datenpool, Statistiken

Marktfokus eSecurity, eHealth Integration

Applications Management Lucas Schult

Kunden MCOs, Ärztenetze, Versorg. Regionen

Kunden NewIndex, Trustcenters

Kunden Abonnenten, Institutionen, Service Provider

Finanzen & Administration Catherine Aeberhard

Produkt BlueEvidence

Produkt TrustX

Produkt HIN-Plattform

Stab

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Philip Baumann CEO

Cyrill Rüegg Leiter Managed Care & BlueEvidence

Christian Greuter Leiter eHealth

Philip Baumann ist Gründungspartner der BlueCare und als Delegierter des Verwaltungsrats für die Gesamtleitung des ­Unternehmens verantwortlich. Daneben nimmt er als Verwaltungsrats- und Senior-Berater ­diverse Mandate im Auftrag der BlueCare wahr.

Cyrill Rüegg ist verantwortlich für den Bereich Managed Care und BlueEvidence. Er ist diplomierter Werkstoffingenieur ETH Zürich und hat einen MBA-Abschluss der University of Maryland.

Christian Greuter leitet den ­Bereich eHealth und das Mandat der Health Info Net AG (HIN). Er ist Informatikingenieur HTL, verfügt über langjährige Erfahrung im Gesundheitswesen und schliesst aktuell seine MBA-­ Zusatzausbildung ab.

Marco A. Zimmer Leiter Solutions Development

Catherine Aeberhard Leiterin Finanzen & Administration

Lucas Schult Leiter Applications Management

Marco A. Zimmer ist Leiter des Fachbereichs Solutions Development und CTO. Er hat einen MSc in Elementarteilchenphysik und einen MBA in Management, Technology and Economics der ETH Zürich.

Catherine Aeberhard ist Leiterin des Bereichs Finanzen, Administration und HR. Sie hat einen ­Abschluss in Betriebswirtschaft der HEC (Hautes Etudes Commerciales) in Lausanne ­sowie einen MAS in Controlling.

Lucas Schult leitet seit September 2012 den Fachbereich ­Applications Management. Er ist Certified Network Security ­Engineer (CNSE) und Certified in Risk and Information System Control (CRISC).

89


Team

Ein Team mit Zusammenhalt

01 02 03 04 05 06 07 08

90

1

2

25

26

27

3

4

5

28

29

30

31

6

7

8

9

32

33

34

35

10

11

12

13

36

37

38

39

14

15

16

17

40

41

42

43

18

19

20

21

44

45

46

47

22

23

24

48

49

50

Aaron Akeret Celina Dimier André Seiler Barbara Fuchs Andreas Wasmer Chantal Kuhn Peer Hostettler Christian Greuter

09 10 11 12 13 14 15 16

Christina Frei Cyrill Rüegg Daniel Huser Daniel Lehmann Dominic Schelling Fabienne Müller Felix Jost Geeta Kumar

17 18 19 20 21 22 23 24

Heinz Bürli Hubert Rütsche Isil Günalp Lucas Schult Katrin Eggimann Luca Stüdeli Jacqueline Huber Otto Schreibke

25 26 27 28 29 30 31 32 33

Marcel Canclini Marco Zimmer Marius Weber Michael Fickenscher Natalie Cartier Nicolas Schüpbach Marc Condrau Chris Langnickel Peter Börner

34 35 36 37 38 39 40 41 42

Philip Baumann Philipp Balthensperger Prisco Kaufmann Sandra Furrer Samuel Kühni Selcuk Ucar Simon Schmider Sonja Zbinden Stefan Müller

43 44 45 46 47 48 49 50

Tanja Sennhauser Terenzio Lüthi Thomas Gächter Catherine Aeberhard Thomas Marthy Tobias Wälti Ulrike Matzinger Zazan Merten

91


Finanzen

Hohes Umsatzwachstum und Kostenmanagement stärken die Ertragskraft Auch finanziell gesehen erreichte BlueCare 2013 viel. Wir zeigen Ihnen was.

«Das Jahr 2013 war in finanzieller Hinsicht in ­allen Aspekten ausserordentlich erfreulich.» Catherine Aeberhard, Leiterin Finanzen & Administration und CFO

92

93


Finanzen

Erfolgsrechnung

in TCHF

2013

2012

%

Ertrag Consulting & Management Support

177

322

-45

Management Services

5283

4879

8

Informationssysteme

3719

3197

16

273

1

9452

8398

13

-6834

-6312

8

Übrige Erträge Total Ertrag Aufwand Personalaufwand Aktivierungen im Personalaufwand

Starkes Umsatzwachstum Der Umsatz von BlueCare stieg 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1.05 Millionen CHF beziehungsweise 12.5%. Wesentlich zum Wachstum beigetragen hat die steigende Nachfrage in den Bereichen Management Services sowie bei den Informationssystemen. Die integrierte Versorgung und eHealth weisen damit, trotz der zum Teil gegenteiligen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, weiterhin auf solide Wachstumspotentiale. Wirksames Kostenmanagement Der Anstieg der Personal- und Betriebskosten konnte 2013 mit 5.9% deutlich unter dem Umsatzwachstum gehalten werden. Der Teamausbau von 2012 hat zwar zu einer Zunahme der Personalkosten um 8.3% geführt. Dank steter Optimierung konnte der Informatikaufwand jedoch um über 20% gesenkt und die Betriebskosten faktisch auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

0

100

-1170

-1249

-6

-298

-227

31

Verwaltungsaufwand

-233

-188

24

Informatik

-449

-572

-22

Betriebsaufwand

Ertragskraft weiter gestärkt Die strategisch angestrebte Stärkung der Ertragskraft gelang 2013 mit einer Steigerung des EBITDA um 0.61 Millionen CHF beziehungsweise 73% auf 1.44 Millionen CHF. Die EBITDA-Marge liegt damit nur noch wenige Prozentpunkte unter den Vorgaben, welche für eine nachhaltige Entwicklung angestrebt werden. Mit der kräftigen Stärkung der Ertragskraft ist BlueCare diesem Ziel einen grossen Schritt näher gekommen.

Raumaufwand, Energie

-189

-261

-28

Total Aufwand

Werbeaufwand

-8003

-7561

6

Abschreibungen und Wertberichtigungen

-1062

-606

75

386

231

67

Betriebsergebnis Ausserord. Erfolg und Finanzerfolg

-9

127

-107

Steuern

-87

-83

5

Unternehmensergebnis

290

276

5

Kosten (EBITDA)

Umsatzwachstum

in % vom Umsatz

in CHF

Umsatzwachstum

Ertragskraft

in TCHF

in % vom Umsatz

12’000

25%

12’000

30%

10’000

20%

10’000

25%

8’000

20%

6’000

15%

4’000

10%

2’000

5%

8’000

15%

6’000 10% 4’000 5%

2’000

0%

0 2009

94

2010

2011

2012

2013

2014

0%

0 2009

2010

2011

2012

2013

2014

95


Finanzen

Bilanz

Zunahme des Umlaufvermögens Die Zunahme des Umlaufvermögens um 36% resultierte zum einen aus dem gestiegenen Cashflow, zum anderen aber auch aus dem zur Finanzierung des Büroausbaus aufgenommenen Bankkredit. Damit konnten die Investitionen in den Um- und Ausbau der Büros ohne Beeinträchtigung der operativen und strategischen Liquiditätsreserven vorgenommen werden. Zunahme des Anlagevermögens Die Zunahme des Anlagevermögens um 6% resultierte einerseits aus der Aktivierung der Investitionen für den Büroausbau. Diese wurde andererseits jedoch teilweise durch weitere Wertberichtigungen auf den Finanzanlagen wieder kompensiert.

in TCHF

Erhöhung des langfristigen Fremdkapitals Das Fremdkapital ist durch die Aufnahme eines Bankkredites zur Finanzierung des Büroausbaus um 740’000 CHF gestiegen, womit die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr auf 57% sank. BlueCare ist jedoch weiterhin ausreichend solide finanziert, um den geplanten Investitionsbedarf aus eigener Kraft bewältigen zu können.

31.12.2013

31.12.2012

Umlaufvermögen

4’035.9

2’972.3

36

Flüssige Mittel

1’733.5

1’172.1

48

Forderungen

1’155.8

1’016.5

14

Aktive Abgrenzungen

1’146.6

783.7

46

Anlagevermögen

3’247.7

3’055.1

6

Finanzanlagen

1’464.4

1’996.1

-27

%

Sachanlagen

996.8

114.8

769

Informationssysteme

786.4

944.2

-17

Total Aktiven

7’283.6

6’027.4

21

Kurzfristiges Fremdkapital

2’351.9

1’938.9

21

Kurzfristige Verpflichtungen

640.2

297.4

115

Passive Abgrenzungen

1’711.8

1’641.6

4

Langfristiges Fremdkapital

770.0

30.0

k.A.

Eigenkapital

4’161.7

4’058.5

3

Aktienkapital

1’900.0

1’900.0

0

Reserven

1’206.5

1’361.6

-11

107.8

114.1

-6

Gewinnvortrag

657.8

406.6

62

Jahresgewinn

289.7

276.2

5

7’283.6

6’027.4

21

Eigene Aktien

Total Passiven

Liquidität dritten Grades

Ziel >150%

250% 200% 150% 100% 50% 0%

1Q

2Q

3Q

2010

96

4Q

1Q

2Q

3Q

2011

4Q

1Q

2Q

3Q

2012

4Q

1Q

2Q

3Q

2013

4Q

1Q

2014

97


Impressum Herausgeberin BlueCare Pflanzschulstrasse 3 8400 Winterthur www.bluecare.ch Kontakt Tel. +41 (0)52 235 19 35 Fax +41 (0)52 235 19 20 info@bluecare.ch Redaktion Natalie Cartier

Kommunikation & PR, BlueCare Konzept und Gestaltung Partner & Partner, Winterthur www.partner-partner.ch

Generisches Maskulinum Kundinnen, Mitarbeiterinnen und alle Frauen sind uns ebenso viel Wert wie die M채nner. Aus Gr체nden der Lesefreundlichkeit haben wir jedoch teilweise auf die Nennung beider Geschlechter verzichtet. Statt dessen verwendeten wir das generische Maskulinum, welches m채nnliche wie weibliche Personen miteinbezieht.

98

Fotografie Frank Blaser, Fotograf, Z체rich www.frankblaser.ch Ueli Steingruber www.partner-partner.ch Druck Mattenbach AG, Winterthur www.mattenbach.ch Papier Umschlag: Peyer Mattleinen Inhalt: Z-Offset Rough

99


Gesch채ftsbericht 2013

Wir vernetzen Gesundheit BlueCare AG Pflanzschulstrasse 3 CH-8400 Winterthur www.bluecare.ch

Wir vernetzen Gesundheit

Bluecare gb 2013 web  
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