Anfrage des Abgeordneten Klubobmann Johannes Rauch Herrn Landeshauptmann Mag. Markus Wallner Herrn Landesrat Dr. Christian Bernhard Landhaus 6901 Bregenz 31. Jänner 2014
Betrifft: Unzumutbare Arbeitsbedingungen in der Zentralküche des LKH Feldkirch? Anfrage gem. § 54 der GO des Vbg. Landtages Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrter Herr Landesrat! Schilderungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zentralküche am Landeskrankenhaus Feldkirch veranlassen mich diese Anfrage an Sie zu richten. Offensichtlich herrschen dort Arbeitsbedingungen, die zu gehäuften Krankenständen, Dauerstresszuständen, hoher Fluktuation und Kündigungen von Mitarbeitern führen. Das Team in der Küche leistet – in Anbetracht der Rahmenbedingungen – großartige Arbeit und versucht, ständig wachsende Aufgaben zu bewältigen. Derzeit werden unter höchstem Zeitdruck etwa 2.500 Mittagessen täglich zubereitet, in der Endausbauphase, wenn alle externen Landeskrankenhäuser beliefert werden, sollen es 3.500 bis 4.000 sein. Hinzu kommt, dass eine Verdoppelung der Kapazität des Speisesaales im LKH Feldkirch geplant ist. Es bestehen ernsthafte Zweifel, dass dies unter den gegebenen Rahmenbedingungen auch nur annähernd zu leisten sein wird. Die Kapazität der Küche scheint sowohl was das Raumangebot als auch was die Personalausstattung angeht, komplett falsch geplant worden zu sein, was zu einer permanenten Überlastungssituation führt, die so von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr lange durchgehalten werden kann. Aus diesem Grund erlaube ich mir, gem. § 54 der GO des Vorarlberger Landtages folgende Anfrage an Sie als Zuständige für das Ressort Personal und Finanzen bzw. Spitäler und Gesundheit zuständige Regierungsmitglieder zu stellen:
1. Sind Ihnen die geschilderten Arbeitsbedingungen in der Zentralküche des LKH Feldkirch bekannt, wenn ja seit wann? 2. Wie stellt sich die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Einrichtung der Zentralküche Feldkirch dar? (Anzahl Beschäftigte, aufgegliedert nach Berufsgruppen, Angabe in Vollzeitäquivalenten und Planstellen) 3. Wie stellt sich die Entwicklung der Krankenstandstage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralküche Feldkirch in den letzten drei Jahren dar? (Anzahl und Dauer der Krankenstände) 4. Wie war die Entwicklung im Vergleich dazu in den Küchen der Landeskrankenhäuser Bregenz, Hohenems, Rankweil und Bludenz? 5. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den Jahren 2010 – Ende 2013 gekündigt? Wie war die Entwicklung im Vergleich dazu in den Küchen der Landeskrankenhäuser Bregenz, Hohenems, Rankweil und Bludenz? 6. Wie ist das Lohnniveau der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aufgegliedert nach Berufsgruppen und Verwendung? (Monatsbruttolöhne)? 7. Trifft es zu, dass aufgrund der Rahmenbedingungen an der Zentralküche Feldkirch gar nicht mehr regionale Rohwaren und Halbfertigprodukte zubereitet werden können, weil schlicht weder Platz noch Zeit vorhanden sind? 8. Trifft es zu, dass aufgrund der fehlenden Anzahl an Beschäftigten in der Zentralküche Feldkirch, aufgrund der nicht mehr weiter vorhandenen Kapazität sowie aus Platzgründen (Kühlmöglichkeiten) die für heuer geplante Belieferung des LKH Bregenz auf zwei Jahre verschoben wurde? 9. Trifft es zu, dass für dieselbe Tätigkeit in der Zentralküche Feldkirch bei selber Qualifikation mitunter weniger bezahlt wird als an anderen Landeskrankenhäusern? Ich bitte um anonymisierte Auflistung der Monatseinkommen der Bediensteten in der Zentralküche Feldkirch und den Landeskrankenhäusern Bregenz, Hohenems, Rankweil und Bludenz, die dort in der Küche arbeiten. 10. Welche Maßnahmen werden Sie setzen, um die Arbeitsbedingungen in der Zentralküche des Landeskrankenhauses für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern? Halten Sie es für vertretbar, dass ausgerechnet an einem Landeskrankenhaus, in dem Menschen sich zur Genesung aufhalten, die Bediensteten der Küche krankmachenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind? Für die Beantwortung der Anfrage bedanke ich mich im Voraus und verbleibe Mit freundlichen Grüßen,
Klubobmann Johannes Rauch