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27. Jahrgang, Ausgabe 03_2021, www.convenience-shop.de

ZKZ 13952

3

2021

Edeka 24/7 Shop

Aral übernimmt

Shops für Frankreich

Und dann entsorgt

Nutzfahrzeuge

Edeka-Südwest bereitet den weiteren Rollout seines Automaten-Shops vor. Der Prototyp in Renningen wurde zusammen mit der Bahn geplant. Seite 04

Nicht nur die Rewe To Go Shops an den unternehmenseigenen Aral Tankstellen werden künftig von der Mineralölgesellschaft geführt. Seite 04

Im Nachbarland sorgt die Handelskette Comptoire de Campagne mit staatlicher Hilfe dafür, dass es in vielen Dörfern wieder kleine Läden gibt. Seite 09

Das Thema Verpackungen wird für Retailer gerade in Zeiten der Pandemie immer wichtiger. Thematisch sollten sie immer auf dem Laufenden sein. Seite 16

Auch die Zukunft der Transporter steht unter Strom. Die Hersteller sind vorbereitet. Seite 22

Impressum Seite 04

LEKKERLAND AGIERT WEITER EIGENSTÄNDIG Die Integration von Rewe To Go, der Ausbau der eigenen Logistik und Tests von Selfservice-Konzepten: Der Convenience-Großhändler Lekkerland bearbeitet derzeit herausfordernde Projekte. Text Hans Jürgen Krone

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ewe To Go ist bei Lekkerland komplett integriert. Die ReweAbteilung für das Kleinflächenkonzept ist seit Anfang Oktober 2020 in Gänze in Frechen angesiedelt. Der Großhändler führt damit das System. Die Verantwortlichen, CEO Patrick Steppe und COO Hilmar Hübers betonen, dass man nicht plane, weitere in Eigenregie betriebene Shops unter der Marke zu eröffnen „Das Konzept Rewe To Go werden wir nicht eigenständig weiterverbreiten“, sagt Steppe. Man habe derzeit 18 eigene Rewe To Go-... Lesen Sie weiter auf Seite 3

CEO Patrick Steppe (l.) und COO Hilmar Hübers vor der Lekkerland-Zentrale in Frechen.

Chef des Aufsichtsrats Jörg Biebernick ist neuer Vorsitzender des Reemtsma-Aufsichtsrats. Als Executive Director Europe und Mitglied des Vorstands der ReemtsmaMuttergesellschaft Imperial Brands PLC wurde er einstimmig gewählt. Er folgt auf Walter Prinz, der in den Ruhestand ging. Biebernick ist 2017 zu Imperial Brands gekommen und leitet seither das Europageschäft des viertgrößten Tabakherstellers.

Steuerfrei bis 44 Euro 44-Euro-Prepaid-Karten bleiben steuerfrei. Voraussetzung ist, dass man mit ihnen nur Waren und Dienstleistungen erwerben, aber kein Bargeld abheben kann, teilt der Prepaidverband mit. Das habe das Bundesfinanzministerium klargestellt.

ZUKUNFT MIT FORMAT! Nach mehr als 25 Jahren Convenience Shop als Magazin freue ich mich sehr darüber, dass wir die Gelegenheit bekommen, mit unseren Lesern, Kunden und Partnern in für uns ganz neuer Form in die Zukunft zu gehen: Als Zeitung. Dieses Format ist aufmerksamkeitsstark und lässt eine Themen- und Meldungsvielfalt zu, die im Magazin so nicht immer möglich war. Wir wollen auf diese Art und Weise Themenschwerpunkte nicht immer über mehrere Seiten ziehen müssen, sondern können sie auf einzelnen Seiten übersichtlich und leserfreundlich gestalten. So fördern wir moderne Lesegewohnheiten, auch jenseits des Internets. Für die vielen Leser, von denen

wir wissen, dass sie sich die Lektüre und manchmal auch die „Bearbeitung“ ihrer CS mit Kollegen und Mitarbeitern teilen, ist die Aufteilung der neuen CS in drei „Bücher“ sicherlich hilfreich. Ein gutes Stichwort, denn praktisch hilfreich will ihre Fachzeitung Convenience Shop weiterhin auf allen Ebenen und für alle seine Leser sein. Darauf kommt es am Ende an. Ich würde mich freuen, wenn Sie uns mitteilen, ob wir mit dieser ersten Ausgabe als Zeitung aus Ihrer Sicht diesem Anspruch gerecht geworden sind. Oder nicht. Sagen Sie uns, welche Änderungswünsche Sie haben. Hans Jürgen Krone, Chefredakteur hansjuergen.krone@lp-verlag.de

Regalordnungsysteme I Neuproduktpräsentationen I Diebstahlschutzlösungen I Digitale Warenbestandsanalysen I Hygiene-Schutzartikel

Fotos: Peter Eilers, Reemtsma, Knuspr, Total, Getty Images

Knuspr will bald starten Der neue E-Food-Anbieter Knuspr zeigt sich nach wie vor entschlossen, noch im zweiten Quartal 2021 in München mit seinem Angebot zu starten. In Garching baut der Ableger des tschechischen Online-Lebensmittelhändlers Rohlik dafür derzeit seinen ersten deutschen Standort, ein 7.500 Quadratmeter großes Logistikzentrum. Dies sei das „Herzstück“ sagt der Online-Lebensmittelhändler. Von hier aus sollen die Einkäufe dann aus einem Sortiment von etwa 8.000 Artikeln, innerhalb von drei Stunden nach Bestellung, in Münchner Haushalte geliefert werden.

Unsere Mission:

EINKAUFEN. EINFACH. BESSER. MACHEN. ER TARK IHR S DEN R FÜR E N T PAR ALE T OF S POIN

Wir automatisieren und digitalisieren die Warenbewegung im Regal des stationären Einzelhandels um Zeit für das Wichtigste zu schaffen: den Kunden.

Mehr Infos gibt es hier: www.postuning.de


INHALT

3 2021

02 | News

27. Jahrgang, Ausgabe 3_2021 Valora ergänzt das erfolgreiche Tabak-Geschäft der stationären K Kioske jetzt um einen OnlineShop. Hier sollen etwa 1.000 Produkte zu Auswahl stehen.

NEWS 02 Der US-Handelskonzern investiert in

die Zukunft selbstfahrender Autos und steigt bei der GM Roboterwagen-Tochter Cruise ein.

TITELSTORY 03 Lekkerland hat Rewe To Go nun

integriert, wird künftig aber wohl nicht als Betreiber neuer, eigener Standorte aktiv.

HANDELSTHEMEN 06 Hellofresh baut eine eigene Kühllogistik auf und Tankstellen sollen bald mehr E-Ladesäulen aufstellen und betreiben.

K Kiosk mischt bei Tabakwaren im Online-Geschäft mit

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as Online-Geschäft mit Tabakwaren will Valora nicht mehr allein seinen Wettbewerbern im Internet überlassen. „Denn immer mehr Menschen kaufen Tabakprodukte im Internet“, weiß der Anbieter. Deshalb hat das „Foodvenience“-Unternehmen jetzt den Online-Shop tabak.kkiosk.ch gelauncht. Mit ihrem OmniChannel-Ansatz will die Valora nach eigener Aussage die „Kompetenz im Bereich Tabakprodukte“ stärken. Im neuen Online-Shop können die Kunden aus etwa 1.000 Produkten auswählen. „Ob Päckli oder Stange, ob Zigaretten, Zigarren oder alternative Nikotinprodukte“, teilt das Schweizer Unternehmen mit. Die auf tabak.kkiosk.ch bestellten Produkte sollen am Folgetag per Post beim Besteller ein-

treffen. Ab einer größeren Bestellmenge gebe es Rabatte. Auf unterschiedliche Art und Weise stellt Valora zudem eine Verbindung zu den stationären K Kiosk-Shops her. Zum eine erhalten die Kundinnen und Kunden Coupons, die sie an den Verkaufsstellen von K Kiosk gratis einlösen können. So gab es zum Start des Online-Shops beispielsweise pro Bestellung einen Gutschein für einen Gratis-Kaffee in einem der Shops. Zum anderen ist nach Darstellung von Valora so, dass sich die Kunden ihre Produkte entweder in einer K Kiosk Verkaufsstelle nach Wahl abholen oder sich die bestellten Produkte per Sofort-Lieferung unmittelbar nach Hause bringen lassen können. Auf diese Weise soll es dann auch eine Art Online-Impulskauf geben.

SHORT NEWS

E-Food-Händler Picnic ist im Corona•jahrDer2020 deutlich gewachsen. Die Zahl der Kunden habe sich innerhalb eines Jahres von 50.000 auf 200.000 erhöht, die Zahl der Mitarbeiter von 500 auf rund 2.000, berichtete Deutschland-Chef Frederic Knaudt. Picnic beliefert mit 400 selbst entwickelten Elektrofahrzeugen zurzeit Kunden in 45 Städten in Nordrhein-Westfalen. Man werde 2022 vielleicht auch in andere Bundesländer expandieren. Hinter Picnic stehen niederländische Investoren und die Edeka Rhein Ruhr. Rügenwalder Mühle, Hersteller von •Wurstwaren und fleischlosen Alternativen, steigt mit zwei Mini-Salami-Produkten ins Snackgeschäft ein. Grundlage dafür ist ein deutlicher Anstieg des Nettoumsatzes im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 233,7 Millionen Euro. Der Umsatz mit vegetarischen Produkten habe um 73 Prozent zugenommen. Rügenwalder rechnet auch für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem ausgeprägtem Wachstum.

MEINUNGEN 08 Die Edeka Regionalgesellschaft Südwest startet mit einem Automaten-Shop ins Convenience-Geschäft. Die Hamburger EdekaZentrale hält sich bei dem Projekt zurück.

Lorenz nutzt als erster deutscher Marken•hersteller im Snackbereich die Lebensmittelkennzeichnung Nutri-Score, die den Nährwertvergleich in einer Kategorie ermöglicht. Aktuell findet sich die Farbskala bereits auf vielen Verpackungen, wie etwa bei den Saltletts, den Rohscheiben oder den Erdnußlocken. Weitere Marken des Sortiments sollen im Laufe des Jahres folgen.

HANDELSTHEMEN 2 11 Seit kurzem ist der Webshop Tabak-welt aktiv. Der Betreiber, der aus der Branche kommt, verzeichnet starkes Wachstum.

Die zur Bell Food Group gehörende •Hilcona übernimmt die Sandwichproduktion

PRODUKTE 12 Die neuen Produkte für die Sommersai-

der Aryzta Schweiz. Laut Bell werden sämtliche Mitarbeitende sowie die Produktionsstätten übernommen. Damit baue Hilcona seine Marktposition im Bereich tagesfrischer Sandwiches aus. Zusammen mit dem Produktionsstandort in Orbe könne Hilcona jetzt auf die erhöhte Nachfrage nach tagesfrischen Sandwichvariationen eingehen.

son sind vielfältig. Varianten mit Hanfsamen und zuckerreduzierte Sorten sind dabei.

Der Gesamtabsatz von Tiefkühlkost in •Deutschland verzeichnete 2020 einen Rück-

Was hier fehlt, sieht man vielleicht nur auf den zweiten Blick: das Lenkrad. Selbstfahrende Autos brauchen dieses natürlich nicht mehr, wenn die Autonomie-Technik einmal richtig ausgereift ist. In einem solchen Fahrzeug sind alle Insassen Beifahrer.

und doch gesunde Gerichte.

INDUSTRIETHEMEN 15 Der TK-Pizza-Umsatz ist im vergangenen

Jahr gestiegen. Vor allem mit veganen und vegetarischen Alternativen wollen die Hersteller auch 2021 punkten.

COMMUNITY 23 The Retail Marketeers und Weischer

GeoConsult habe den Marktreport „Tankstellen & Convenience“ vorgelegt, inklusive Empfehlungen für Tankstellenprofis.

STANDARDS 01 Editorial 04 Impressum

Autonomes Fahren kann auch Handelsunternehmen nützen

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ahren in selbstfahrenden Autos scheint von einer Utopie schneller als gedacht zu einer echten Möglichkeit zu werden. Das glaubt offenbar auch der amerikanische Supermarkt-Konzern Walmart, der sich kürzlich bei der GM-Roboterwagen-Tochter Cruise eingekauft hat. Branchenexperten meinen, Einzelhändler könnten beispielsweise ihren Kunden ohne Auto oder Führerschein Robotertaxi-Fahrten zu ihren Läden spendieren. Auch Ford stellte im Rahmen einer aktuelle Studie fest, dass die Entwicklung, hin zum vollständig implementierten autonomen Fahren, durch eine intelligente Stadtplanung Tempo aufnehme. Das Unternehmen berichtete auch von einer globalen Studie nach der bereits

67 Prozent der Erwachsenen weltweit sagen, sie seien „hoffnungsvoll im Hinblick auf die Zukunft autonomer Fahrzeuge“. 68 Prozent der Eltern würden sogar angeben, dass sie ihre Kinder lieber einem selbstfahrenden Auto anvertrauen würden als einem fremden Autofahrer. Derweil kommt auch das Thema selbstfahrende LKWs voran. So hat Iveco Mitte April ein „Memorandum of Understanding (MOU)“ mit Plus, einem weltweit führenden Unternehmen für autonomes Fahren, unterzeichnet. In die neueste Generation des Iveco S-Way soll das vollständig autonome Fahrsystem Plus Drive integriert und im Kontext der Kooperation auch der Einsatz eines mit LNG betriebenen autonomen Lkws geprüft werden.

Der Großhandelskonzern Metro senkt •angesichts des Lockdowns seine Ziele im laufenden Geschäftsjahr 2020 und 21. In den sechs Monaten bis März ging der Gesamtumsatz, laut vorläufiger Zahlen, um 11,5 Prozent zurück. Metro erwartet bis September einen Rückgang des Gesamtumsatzes um drei bis sechs Prozent. Der Umsatz der Karlsberg Brauerei ver•zeichnete 2020 ein Minus von 12,9 Millionen Euro auf 112,9 Millionen Euro. Allerdings konnte die Marke Mixery mit einer mengenund wertmäßigen Steigerung punkten und ihre Position als nationaler Marktführer im Markt der Biermischgetränke behaupten. Das Ergebnis konnte stabil gehalten werden.

Fotos: Cruise, Walmart, Hoppen, Arnold André, Tabak-welt,

STARTUPS 14 Every bietet eiligen Konsumenten fertige

gang von 4,5 Prozent auf 3.660 Millionen Tonnen. 2019 waren es noch 3.833 Millionen Tonnen. Der TK-Gesamtumsatz sank um 1,8 Prozent auf 15,081 Milliarden Euro. Das Minus sei durch den anhaltenden Gastronomie-Lockdown begründet. Der Einbruch im Außer-Haus-Markt konnte nicht aufgefangen werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank um 2,1 auf 44,8 Kilogramm.


Titelstory | 03

27. Jahrgang, Ausgabe 3_2021

Fortsetzung Titelstory

LEKKERLAND AGIERT WEITER EIGENSTÄNDIG

„Das Konzept Rewe To Go werden wir nicht eigenständig weiter verbreiten.“ Patrick Steppe, CEO Lekkerland Die Lekkerland-Entscheider wissen, dass sie in den kommenden Monaten weiterhin vor großen Aufgaben in diesem Geschäft stehen.

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Fortsetzung Titelstory

S

tandorte, beispielsweise an Bahnhöfen und in Innenstädten, die das Unternehmen auch behalten und sie als „Labor-Läden“ nutzen wolle. Kunden, die Formate von Lekkerland, wie beispielsweise Frischwerk, für sich einsetzen wollen, könnten dies tun – wo es Sinn mache. Dafür arbeitet das Team in Frechen an deren Weiterentwicklung. Vorzeigeprojekt ist dabei weiterhin die Kooperation mit Aral. Natürlich weiß man bei Lekkerland, dass es bei den Rewe To Go Shops an Tankstellen darauf ankommen wird, ein Frische-Konzept zu platzieren, das wirklich funktioniert und dessen Kosten nicht mit zu viel Abschriften aus dem Rahmen laufen. Dass Aral den Betrieb zentral in die eigenen Hände nimmt, wird in Frechen offensichtlich positiv bewertet. In das Frische-Konzept müsse trotz aller Anlaufschwierigkeiten weiter investiert werden, denn das seien die Sortimente, die die Kunden in diesen Shops künftig sehen wollten, ist Steppe überzeugt.

Fotos: Peter Eilers

„Experience-Welt“ und SB Frischwerk Um den vorhandenen aber auch potenziellen Kunden mit Interesse an den Lekkerland-Formaten und Modulen noch besser zeigen zu können, wie man diese in den Shops umsetzen und anwenden kann, baut Lekkerland aktuell, auf einem Gelände in Frechen, nahe der Zentrale und gegenüber seiner Foodservice-Akademie, eine neue „Experience-Welt“ für Formate und Module auf. Bei dieser Format-Entwicklung kommen jetzt auch Selfservice-Konzepte hinzu. Denn Lekkerland testet im Rahmen eines Pilotprojektes mit Krankenhausbetreiber Sana Kliniken in Stuttgart und München erstmals, unter der Marke Frischwerk, Verkaufsstellen ohne Verkaufspersonal und mit Self-Checkout-Lösung. In den Selbstbedienungs-Kiosken erhalten Kunden Snacks wie Sandwiches und Wraps, gekühlte Getränke und Kaffee, Eis, Süßwaren sowie Non-Food-Produkte wie Drogerieartikel und Smartphone-Ladekabel. Die Kunden nehmen sich die Produkte aus den Regalen beziehungsweise Kühlschränken und scannen sie an einem Terminal, an dem sie anschließend bargeldlos bezahlen. Doch nicht nur die Integration von Rewe To Go und der Plan für die neue „Experience-Welt“, sondern der gesamte Integrationsprozess bieten aus Ansicht der Verantwortlichen Anlass zur Zufriedenheit. „Wir bleiben eigenständig und investieren in unser eigenes Logistik-Netzwerk“, betonte Lekkerland-CEO Patrick Steppe im Gespräch mit Convenience Shop-Chefredakteur Hans Jürgen Krone. Innerhalb der Rewe Group sei „Convenience“ jetzt ein eigener Bereich, wie die Bereiche Handel Deutschland und Handel International, so Steppe weiter: „Wir berichten

direkt an den Vorstandsvorsitzenden Lionel Souque“, sagt er. Der Merger der beiden Handelsunternehmen hatte in der Branche durchaus für Unruhe gesorgt und die Frage, wie das Convenience-Geschäft von Lekkerland künftig bei der Rewe aufgestellt sein werde, bewegte so manchen Retail-Manager in der Convenience-Branche. Denn durch die nicht zu leugnende starke Stellung des Großhändlers in diesem Geschäft, geht der Markt mit der Positionierung von Lekkerland zumindest immer ein Stück weit mit.

Kunden sorgten sich „Uns ist durchaus bewusst, dass es auf der Seite unserer Kunden Sorgen gab, dass Lekkerland einfach von der Rewe geschluckt wird“, sagt Steppe offen. Das sei absolut nicht der Fall. „Dies ist ein Wachstumsmerger“ ergänzt Hübers. Er war zuvor bei der Rewe-Gruppe als Bereichsvorstand Handel Deutschland tätig und zuständig für das Ressort Customer & Analytics. Seit März 2020 ist er bei Lekkerland. Dort verantwortet Hilmar Hübers im Vorstand die Bereiche Category Management, Einkauf, IT, Logistik und Digitalisierung. Es solle jetzt darum gehen, so Hübers weiter, „Lekkerland zukunftsfit und noch leistungsfähiger“ zu machen, vor allem in Sachen Frische und Ultrafrische. Man werde im Bereich Logistik

einige Standorte neu bauen, aber auch viel renovieren und erweitern, beschreibt der COO das Vorgehen: „Konkret hat in Kerpen bei Köln der Neubau eines Logistikzentrums für das Rheinland begonnen, das Ende 2022 in Betrieb gehen soll“, sagt er. Hübers sieht in diesen Möglichkeiten ein positives Zeichen dafür „dass uns unser Shareholder unabhängig handeln lässt und die Transformation zu 100 Prozent mitträgt.“ Natürlich gebe es technische Beziehungen zwischen den Rewe-Lagern und den Lekkerland-Lagern, beispielsweise beim Thema Eigenmarken, aber Lekkerland-Lager würden nicht angedockt.

Attraktivere Shops auch durch Big Data In Richtung der Kunden und ihrer Shops sieht sich Lekkerland in der Verpflichtung, diese zu unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, der zweifellos zunimmt. Die Trends führen dazu, dass Retailer aller Art, aber auch Bäcker und Quickservice-Restaurants, auf Convenience setzen. „Die Shops, die wir beliefern, müssen insgesamt vom Sortiment bis zum Service attraktiver werden, sonst werden wir nicht gewinnen“, sagt Steppe. Doch der Kunde bestimme, wie man gemeinsam vorgehe. Auch Hübers weiß: „Die anderen geben Vollgas“. Aus Lekkerland-Sicht müsse vor allem das Frische-Angebot weiter ent-

Das Redaktions-Gespräch fand in der Foodservice-Akademie des Unternehmens in Frechen statt. Die Teilnehmer wurden vorher natürlich auf Corona getestet und alle geforderten Abstände wurden eingehalten.

Hilmar Hübers , COO Lekkerland

Patrick Steppe, CEO Lekkerland

wickelte werden. In dieser Warengruppe sieht Steppe sein Unternehmen nun optimaler aufgestellt: „Wir profitieren vom Knowhow der Rewe in Sachen Endverbraucher-Präferenzen, Formatentwicklung und Category Management“. Durch die Zugehörigkeit zur Rewe Group habe Lekkerland jetzt einen anderen, breiteren Zugriff auf relevante Daten zu fast allen Standorten in Deutschland, sagt Hübers. Auf diese neuen Möglichkeiten hätten einige Kunden beinahe „enthusiastisch reagiert“, berichtet er: „Unsere Aufgabe ist es deshalb auch, Big Data und Künstliche Intelligenz zu nutzen.“ Bei den Shops spielten Modularisierung und standortspezifische Sortimente, gerade bei der Frische, eine große Rolle. Diese Möglichkeiten wolle man auch den kleineren und mittelständischen Kunden bieten. „Auch sie sind weiterhin für uns sehr wichtig“, betont der COO. Dass die Shops, angesichts der Erfahrungen in der Pandemie künftig alle wieder deutlich stärker in Richtung Nahversorgung tendieren, glaubt man bei Lekkerland nicht. Das könne „vielleicht, an wenigen Standorten“ möglich sein, sagt Steppe. Den Weg in Richtung Sofortverzehr und Foodservice sollte die Branche deshalb aus Lekkerland-Sicht aber weitergehen.

Eigenmarken werden aufgewertet Bei den Retail-Produkten könnten Eigenmarken, sowohl die von Rewe als auch die von Lekkerland, künftig eine noch größere Rolle spielen. Die Lekkerland-Eigenmarken nimmt sich das Unternehmen jetzt alle noch einmal vor und will sie in jeder Beziehung weiterentwickeln. „Da müssen wir Weltklasse sein“, ist Hübers überzeugt. Das erstreckt sich von der Überprüfung der Rezepturen bis hin zu den Verpackungen. Zur Mitte des Jahres relauncht werden in diesem Sinne auch die Produkte der Snack-Marke „Go Fresh“, die verzehrfertige Frische- und Superfrische-Artikel umfasst. Mit den Rewe-Sortimentsbausteinen, die auch viele Rewe-Eigenmarken enthalten, kann Lekkerland Kunden mit passenden Standorten und Shops künftig ein preislich interessantes Angebot machen. Auch die Verantwortlichen von Lekkerland wissen, dass der Großhändler ein Problem beim Preisimage hat und sich kleine Kunden jeden Tag entscheiden müssen, ob sie bei Lekkerland kaufen oder nicht. „Unsere Preise müssen wettbewerbsfähig sein“, sagt Steppe, wenn Lekkerland seinen Kunden zu mehr Sellout verhelfen will. Doch das Unternehmen ist sich bewusst, dass es in diesem Geschäft in Deutschland nicht allein ist. Hübers: „Wir bleiben trotz allem bescheiden, haben aber dennoch eine sehr große Aufgabe. Der Wettbewerb ist weder klein noch schwach, deshalb setzen wir alles daran, unsere Kunden jeden Tag aufs Neue zu begeistern und sie noch erfolgreicher zu machen“.


04 | Handel + People

27. Jahrgang, Ausgabe 3_2021

PEOPLE

EDEKA WILL KÜNFTIG MEHR AUTOMATEN

Carsten Simon hat Anfang April 2021 die Position des General Managers bei Mars Wrigley in Deutschland übernommen. Der 42-jährige berichtet an Shaid Shah, Regional President Europe, CIS & Turkey Mars Wrigley. Zuvor war er Geschäftsführer von Mars Multisales in der Schweiz. Simon folgt auf Laurence Etienne.

Edeka plant den weiteren Rollout seines neuen 24/7 Automaten-Shop-Formats. Obwohl der Test erst begonnen hat, gibt es Gespräche mit weiteren Edeka-Händlern. Text Martin Heiermann Die Kunden bestellen in diesem Shop über Touchscreen.

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raue Container, übereinander gestapelt, mit zwei langen, zur Straße und zu den Bahnsteigen hin ausgerichteten Glasfassaden: Was so wenig spektakulär aussieht, soll doch Zukunft enthalten. Denn die Container neben dem Bahnhof in Renningen, westlich von Stuttgart, bergen ein neues Shop-Format der Edeka Südwest, der Deutschen Bahn und des Startups Smark. Das neue Format an dem Zukunftsbahnhof befindet sich seit einigen Wochen im Test. Betrieben wir es von den Edeka-Kauffrau Gisela KarowSchäfer. Es soll eine Antwort der drei Partner auf die gestiegene Flexibilität und Mobilität der Kunden sein. Schriftzüge, Plakate und Transparente auf den Containern machen die Pendler auf das neue Vertriebskonzept, den AutomatenShop, der an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden geöffnet ist, aufmerksam.

Personal verkauft bei starker Frequenz Backwaren „Das Konzept passt sehr gut zu diesem Standort mit vielen Pendlern und hoher Frequenz. Es eignet sich insbesondere für kleine Flächen“, sagt Jürgen Mäder, Geschäftsführer der Edeka Südwest.„Bestellen können Kunden von unterwegs per App oder an einem Touchscreen im Markt“, erläutert Smark-Gründer Philipp Hoening. Die Waren werden anschließend, im rückwärtigen Bereich durch eine Robotik kommissioniert und an einer Ausgabe bereitgestellt. Backwaren werden im Foyer in Regalen präsentiert. Bezahlt wird per Bankkarte oder per App. Zu stark frequentierten Tageszeiten erfolgt der Verkauf von Backwaren allerdings durch die Mitarbeiter der Edeka-Unternehmerin Gisela Karow-Schäfer

Auch frische Kaffeespezialitäten hat der kleine Markt im Angebot. Während das Smark-Team für den Verkaufsautomaten verantwortlich zeichnet, hat den Backshop die Augsburger Firma Aha 360 umgesetzt. „Für das gesamte Konzept gilt: Standortentwicklung, Standortplanung und Projektkoordination wurden von unseren Kollegen der Bereiche Expansion und Ladenbau gestemmt“, betont Mäder. Die Deutsche Bahn investierte dort rund 700.000 Euro in die Realisierung des Markts, berichtet Bahnsprecherin Carmen Göbel gegenüber Convenience Shop. Bei Edeka Karow & Sommer liegen alle Kosten, die mit dem Betrieb des Markts direkt zusammenhängen.

Weitere Edeka-Automaten-Shops sind in Planung Insbesondere für Pendler sei das Angebot interessant, trotz des Kleinformats mit nur rund 50 Quadratmetern Verkaufsfläche . Derzeit umfasst das Sortiment 300 Artikel und kann auf bis zu 800 Artikel erweitert werden. Dann ist der Shop eventuell sogar für den Wochenende-Einkauf interessant. Hinzu kommt die Backwarentheke. „Mit der Resonanz auf unser neues Vertriebskonzept sind wir bisher zufrieden,“ sagt Mäder, auch wenn die Zahl der Reisenden am Bahnhof Renningen derzeit noch nicht auf dem gewohnten Niveau liege. Weitere Zahlen und Pläne will Edeka aktuell nicht nennen. „Wir sammeln weiterhin wertvolle Erfahrungen für dieses Vertriebskonzept und können uns zusätzliche Standorte dieser Art vorstellen“, so die Edeka Südwest. Planungen für diese Märkte laufen bereits: „Wir stehen dazu auch mit weiteren Edeka-Kaufleuten im Gespräch.“

Andreas Nickenig folgt ab August 2021 auf Christian Seifert in der Geschäftsführung von Genuport Trade. Dort bildet er künftig gemeinsam mit dem Inhaber Uwe Lebens die Unternehmensspitze. Nickenig bringt langjährige Erfahrungen in der Süßwarenbranche mit, unter anderem bei Haribo, Wawi Schokoladen und Griesson-de Beukelaer.

IMPRESSUM www.convenienceshop.de LPV GmbH Amtsgericht Münster, HRB 16530 Hülsebrockstr. 2–8, 48165 Münster Rechnungseingang bitte per E-mail: rechnungseingang@lp-verlag.de Redaktionsadresse: Hülsebrockstr. 2–8, 48165 Münster Verlagsstandort Neuwied: Niederbieberer Straße 124, 56567 Neuwied, Telefon: 02631/ 879–0

ARAL FÜHRT SHOPS IM AGENTURSYSTEM

Redaktion Hans Jürgen Krone, Chefredakteur, Objektleiter, E-mail: hansjuergen.krone@lp-verlag.de, Mobil: 0152 22576375 Martin Heiermann, Redakteur, E-mail: martin.heiermann@lp-verlag.de, Mobil 0152 22576371 Layout Carsten Hoppen –114, Anne Kremer –172, Claudia Krumm –169, Elfriede Münk –115,

Nicht nur für die Rewe To go Shops, sondern für alle 1.240 eigenen Stationen steuert, die Bochumer Mineralölgesellschaft das Shop-Geschäft an ihren Tankstellen künftig zentral. Text Hans Jürgen Krone

Benjamin Richter –136, Nina Vahrenkampf –116 Layoutkonzept Anja Steinig Verlag Geschäftsführung: Dr. Thorsten Weiland; Leiter Media & Sales: Torsten Zelleröhr –144; Mediaberatung: Birgit Schuld –143, Judith Schuhmacher –210, Irene Schaible –208, Anzeigenverwaltung: Christiane Bock –133, Dorothe Scherer –146, Online: Regina Kofler –194, Marketing Leitung: Marcus Schmidt –216 Vertrieb: LV-Service-Center, Telefon: 025 01/

Mehr Provision für Kraftstoffe „Darüber hinaus wird sich deren Kraftstoffprovision erhöhen“, verspricht die Mineralölgesellschaft. Die Strategie der Mineralölgesellschaft war es bisher, das Eigengeschäft der Betreiber im Shop stark zu regulieren. Trotzdem sollten sie damit einen großen Teil ihres Verdienstes erzielten. Im Gegenzug gaben sich diese beim Kraftstoff-Agenturgeschäft mit wenigen Cent Provision pro Liter zufrieden. Jetzt müssen beide Agenturmodelle einen gleichberechtigteren Beitrag zu Verdienst beisteuern. „Die Umstellung führt zu einem veränderten und wirtschaftlich ausgeglicheneren Ertragsmix der Tankstellenpartner“, behauptet Aral jedenfalls.

Anzeigenvertretungen Nielsen 1, 5, 6, 7, Dänemark: Volker Geuer Verlagsvertretung, Röpckes Mühle 2, 25436 Uetersen, Telefon: 0 41 22/ 9 99 79–11; Nielsen 2, Niederlande:

Spannend dabei wird es sein, zu erleben, wie sich in der neuen Konstellation die Kooperation mit Lekkerland entwickelt, in deren Reihen sich ja jetzt die Rewe-To-go-Abteilung befindet. Es könnte für die Frechener einfacher sein, sich konzeptionell mit den für das Geschäft zentral verantwortlichen Bochumer Gesprächspartnern auf Lösungen für die Praxis zu einigen als mit vielen einzelnen Betreibern.

Holger Grossmann c/o RegioSales Solutions

Spekulation über Begrenzung der Betreiberzahl

Schweiz, Österreich: Cornelia Tahotny,

Die Tendenz von Aral, über die derzeit viel öffentlich spekuliert wird, das ganze Geschäft künftig mit weniger Partnern und vielen Mehrfachbetreibern abzuwickeln, könnte diese konzeptionellen Abstimmungen weiter vereinfachen. „Rewe To Go ist bei Aral in guten Händen. Das Unternehmen passt auf die Marke sehr gut auf“, sagt jedenfalls Lekkerland COO Hilmar Hübers im Gespräch mit Convenience Shop. Knackpunkt dabei war und ist natürlich das FrischeGeschäft, das in den vergangenen Monaten mit seinen Abschreibungen immer wieder für Unruhe im Netz gesorgt hat. Offensichtlich sind Aral und Lekkerland aber gemeinsam der Auffassung, dass diese Frische-Orientierung ganz entscheidend für die Zukunft der Shops insgesamt ist. Als Grund für den Ausbau dieses Geschäfts werden meist Kundenwünsche ins Feld geführt: „Mit der Einführung des Agenturmodells schaffen wir die Voraussetzung für eine schnellere Ausrichtung unseres Sortimentes auf die sich verändernden Kundenbedürfnisse“, sagt Johannes Rödder, Projektleiter für das neue Betreibermodell bei Aral.

Graf-Recke-Str. 18, 40239 Düsseldorf,Telefon: 02 11/ 55 85 60, Mobil: 01 75/ 63 30 782; Nielsen 3 a: adwork GmbH Günter Scheffel,Straßheimer Weg 49, 61191 Rosbach, Telefon: 0 60 03/ 82 901 80; Nielsen 3 b, 4: Mediavertretung Annette Weller, Carl-Orff-Weg 3, 82008 Unterhaching, Telefon: 089/ 54 84 35 04; Telefon: 0202/ 76 9026 04 Gültiger Anzeigentarif vom 01.01.2021 Bezugspreis Einzelheft 3,80 EUR Jahresabo Inland: 31,20 EUR; Ausland: 39,40 EUR Kein Anspruch auf Rückgabe des Bezugsgeldes bei Ausfall der Lieferung durch höhere Gewalt. Nachdruck, auch von Auszügen, nur mit Genehmigung des Verlages. Der Gesamtauflage dieser Ausgabe liegt eine Beilage der JT International Germany GmbH bei. Wir bitten um Beachtung! Gesamtherstellung Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel Mitglied im BUNDESVERBANDDER DEUTSCHEN VENDING-AUTOMATENWIRTSCHAFT E.V. G13952

ISSN 0948–8855

Fotos: Aral, Mars Wrigley, Genuport, Deutsche Bahn

B

ei dem Umstellungsprojekt auf ein Agentursystem für die eigenen Shops der Aral zeigt sich, dass dieses Projekt Zeit braucht. So startete man in Bochum damit erst im April 2021. Ende 2022 soll das gesamte Projekt dann umgesetzt sein. Zentrale Veränderung dabei: Das Shop-Geschäft war bisher Eigengeschäft der Tankstellen-Partner. Nun übernimmt Aral „die Verantwortung für die Waren und den gesamten Warenbestand an Produkten.“ Einkommen im Shop-Geschäft erzielen die Partner künftig aus Provisionen auf die unterschiedlichen Warengruppen. Waschgeschäft und Nebengeschäfte wie Werkstattangebote oder Lotto-Annahmestellen bleiben in der Verantwortung der Tankstellenpartner. Außerdem sollen sie weiter die Personalverantwortung tragen und für die Betreibung des Standortes zuständig sein.

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06 | Handel

Der Kochboxen-Lieferdienst Hellofresh hat einen überraschend guten Jahresstart 2021 hingelegt und schaut noch optimistischer in die Zukunft. Der Umsatz werde um 35 bis 45 Prozent wachsen, prognostiziert das Unternehmen. Zuvor war Hellofresh von 20 bis 25 Prozent Wachstum ausgegangen. Für das erste Quartal geht der in Berlin ansässige Lieferdienst davon aus, dass der Umsatz von knapp 700 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf fast 1,5 Milliarden Euro kletterte. Zulegen will der Anbieter auch durch das Angebot günstigerer Boxen unter der Marke Every Plate sowie durch den Ausbau seines Sortiments mit Snacks und Desserts.

Uber Eats kommt Uber steigt nach eigenen Angaben ins Geschäft mit Essenslieferungen in Deutschland ein. Aktuell wird dieses Geschäft hier zu Lande vor allem von dem Lieferdienst Lieferando abgedeckt, mit dem auch Shell Deutschland an rund zwanzig seiner Stationen zusammenarbeitet. Uber will seinen Dienst Uber Eats in einigen Wochen zunächst in Berlin starten. Während der Pandemie wurden Essenslieferungen für Uber zu einem deutlich wichtigeren Geschäftsbereich. Das Unternehmen habe bereits eine Vielzahl großer und kleiner Restaurants in Berlin an Bord geholt. Uber arbeite zudem mit lokalen Lieferfirmen zusammen, bei denen Kuriere angestellt seien.

Registrierungen belohnt Mit einem Wettbewerb für Tankstellen, bei dem Tankstellenpartner mit den meisten Online-Erstregistrierungen des Tabakerhitzungsproduktes (THP) Glo Preise gewinnen konnten, hat BAT die Branche unterstützt. THP haben nach Erwartung von BAT noch enorme Wachstumspotenziale. Ein Wachstum von 85 Prozent, allein im Jahr 2020 (Quelle: Nielsen, 2021), spreche für sich. Um die Chance nutzen zu können, sei es wichtig, anfängliche Unsicherheiten von Kunden zu überwinden. „Die Handhabung von THP bedeutet für viele loyale Zigarettenraucher erst einmal eine Änderung ihres Konsumverhaltens“, sagt das Unternehmen. Um Retail-Partner bei diesem Kontakt mit den Konsumenten zu unterstützen, bietet BAT ihnen an, ihre Kunden darauf hin zuweisen, dass sie sich bei Glo registrieren können und da die Möglichkeit haben, verschiedene Neo-Sticks zu probieren und so das THP richtig kennen zu lernen.

Unsichere E-Mobilität Einige Ergebnisse der Global Automotive Consumer Study 2021 des Beratungsunternehmens Deloitte deuten auf aktuelle Unsicherheiten hin. War der Anteil der Befragten, die sich für ihr nächstes Auto einen alternativen Antrieb wünschen, 2019 noch gestiegen, fiel er bei der jüngsten Befragung im Herbst 2020 nahezu auf das Niveau von 2018. 2019 hatten 51 Prozent angegeben, beim nächsten Autokauf einen alternativen Antrieb zu bevorzugen – ein Plus von 14 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Jetzt sank der Anteil dieser Gruppe auf 41 Prozent.

HELLOFRESH: HERR ÜBER DIE LETZTE MEILE Im vergangenen Jahr hat der KochboxenLieferant einen wahren Boom erlebt. Als ein Liefer-Dienstleister wegbrach, startete Hellofresh kurzfristig die eigene Logistik. Text Martin Heiermann

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Über eine App können Hellofresh-Kunden ihre Bestellung tracken.

lexiblere Lieferzeiten und auch mehr Nachhaltigkeit: das versprechen sich der Kochboxen-Versender Hellofresh und sein Co-Gründer Thomas Griesel vom Aufbau einer eigenen Kühlwarenflotte. Ganz freiwillig und aus eigenen Antrieb ist der Lieferdienst aber nicht in dieses Projekt eingestiegen. Vielmehr ist der Entschluss, eine eigene Lieferlogistik zu etablieren, auf eine Entscheidung der Otto-Gruppe zurückzuführen. Das verriet Griesel in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Denn Ende vergangenen Jahres verkündete das Hamburger Handelsunternehmen Otto das überraschende Aus für seine Tochter Liefery. Dieser Logistiker war bisher ein wichtiger Dienstleister für Hellofresh – neben DPD oder UPS. Nun will der Kochboxen-Lieferant die Organisation der so genannten Letzen Meile selbst in die Hand nehmen und verspricht dadurch seinen Kunden weitere Vorteile. Mit der Investition in ein eigenes Liefernetzwerk rücke Hellofresh die Kunden erneut in den Mittelpunkt, verkünden die Berliner. Der eigene Service erlaube eine zuverlässigere Zustellung zum angegebenen Zeitpunkt und biete langfristig mehr Flexibilität, indem zusätzliche Lieferzeitfenster und -tage angeboten werden könnten. Ein weiterer Vorteil sei, dass durch die neu etablierte Infrastruktur dem Lieferdienst eine schnelle Reaktion auf Nachfrageschwankungen, bei gleichzeitiger Verringerung der Abhängigkeit von Dienstleistern, möglich geworden sei. Und so ist der Ablauf: Seit einigen Wochen werden die Kochboxen von einem Dienstleister aus der zentralen Produktionsstätte in Verden abgeholt und in die neu eingerichteten Depots geliefert, die in Zusammen-

arbeit mit Partnern innerhalb relativ kurzer Zeit aufgebaut wurden, berichtet das Unternehmen. Von dort aus werden die Boxen mit Kleintransportern an ihr Ziel gebracht. Kunden in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, München und Wien werden jetzt schon von der hauseigenen Kühlwagenflotte angefahren.

Die Kundenzahl stieg um 78 Prozent Finanzieren kann Hellofresh den Aufbau der eigenen Logistik auch, weil es im vergangenen Jahr international, aber auch in Deutschland einen großen Nachfrageschub zu verzeichnen hatte. Die Zahl der Kunden sei weltweit um 78 Prozent auf 5,29 Millionen gestiegen. Der Konzernumsatz für das vergangene Geschäftsjahr 2020 belaufe sich auf 3,75 Milliarden Euro. Das sei ein währungsbereinigter Anstieg von 111 Prozent im Vorjahresvergleich. So sei es möglich, für den Logistikausbau rund 150 Millionen Euro im laufenden Jahr einzuplanen. Zudem erwägt der Kochboxen-Lieferdienst für die Zukunft den Aufbau einer eigenen Flotte, in der dann auch verstärkt elektrisch angetriebene Lieferfahrzeuge mit eigener Kühlung verwendet werden könnten. Auf der Letzten Meile würden sich mit dieser Maßnahme sowohl Verpackung als auch CO2-Emissionen einsparen lassen, rechnen die Berliner vor. Dies seien zwei wichtige Ziele in der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. In den Niederlanden, wo Hellofresh bereits eine eigene Lieferflotte betreibt, erfolgen die Lieferungen wohl schon jetzt teilweise emissionsfrei. „Dadurch konnten 2020 bereits 60 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden, 255 Prozent mehr als noch in 2019“, sagt das Unternehmen.

DER TEURE ZWANG ZUR STROMSÄULE Der Druck der Bundesregierung auf TankstellenBetreiber wächst, an ihren Stationen E-Loading möglich zu machen. Doch die Kosten sind hoch. Nur zusätzlich Shopumsätze könnten helfen. Text Martin Heiermann

Tankstellen-Betreiber sollten dafür sorgen, dass Kunden während des Ladevorgangs im Shop konsumieren und nicht am Auto verweilen.

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ral zeigt sich entschlossen, die Entwicklung der E-Mobilität voranzutreiben. Der Marktführer im Tankstellen-Geschäft beabsichtigt sein Netz mit ultraschnellen E-Ladesäulen unter dem Namen „Aral pulse“ schneller auszubauen als geplant. Bis zum Ende des Jahres sollen demnach rund 500 Ladepunkte mit bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung an über 120 Aral Tankstellen hier zu Land in Betrieb sein. Und auch die anderen großen Mineralölkonzerne investieren. Mit dabei sind Total und Shell Deutschland. Shell investiert nicht nur in eigene E-Infrastruktur, sondern auch in Firmen, die spezifisches Knowhow entwickeln. Total rüstet seine Stationen international mit mit E-Ladepunkten aus.

Das Ziel: E-Loading an 25 Prozent der Tankstellen Die Großen der Branche geben damit auch dem Druck der Bundesregierung nach. Die hat beschlossen, dass 25 Prozent aller deutschen Tankstellen bis Ende 2022 mit mindestens zwei E-Ladepunkten auszustatten sind. Der Entschluss soll in die Form eines Gesetzes gegossen werden, das die Gesellschaften in die Pflicht nimmt. Manche in der Branche sprechen deshalb von „Zwangssäulen“. Bis 2026 soll der Anteil der Stationen, die diese vorhalten, in zwei Schritten auf 75 Prozent anwachsen. Eine Herausforderung, gerade für Mittelständler, und wenig realistisch, wie Sebastian Herkenhoff vom Tankstellen-Betreiber Q1 urteilt. Sein Unternehmen will bis Ende 2021 an rund zehn Prozent der eigenen Stationen Stromsäulen anbieten. Davon sind die meisten Mittel-

ständler noch weit entfernt, zumal man solche Einrichtungen derzeit kaum wirtschaftlich betreiben kann. Dennoch signalisiert der Bundesverband Freier Tankstellen, bft, grundsätzlich seine Unterstützung. Allerdings fordert er von der Bundesregierung Hilfen, besonders bei der Überwindung von Problemfeldern: Bei einigen Tankstellen fehle der Platz, um eine Ladesäule aufzustellen. Andere kämpfen offenbar über Monate wegen komplizierter Genehmigungsverfahren und Förderanträgen mit den Behörden. Die größten Schwierigkeiten bereiten jedoch die Anschlüsse an entsprechend leistungsstarke Stromverteiler. „Hier liegen die Kosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich“, berichtet der bft. Die fehlenden Wirtschaftlichkeit von Ladesäulen sei für kleinere Tankstellen-Betreiber kaum zu kompensieren. Allenfalls sei das derzeit über den Tankstellen-Shop möglich. Das berichtet auch Peter Herm, Inhaber der gleichnamigen Tankstellen-Kette, während der Online-Veranstaltung Convenience-Campus der MCS. Herm, der vor zwei Jahren die ersten Ladesäulen aufstellte und jetzt vier weitere Stationen damit ausrüstet, beschreibt: „Wir beobachten, dass die Kunden während des Ladevorgangs im C-Store verweilen. Alternativ kaufen sie ein Heißgetränk, und bleiben im Wagen .“ Es gehe also darum, den Shop mitsamt Bistro zur Verweilzone aufzuwerten, meinte Christian Warning, Berater und Geschäftsführer von The Retail Marketeers, im MCS-Campus-Gespräch. Reisende und Außendienstler seien die Hauptzielgruppe. Nur mit einer WlanLounge sei E-Loading derzeit einigermaßen darstellbar.

Fotos: Hellofresh, Aral, Archiv

Snacks von Hellofresh

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08 | Meinungen

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LEKKERLAND KÖNNTE MUTIGER SEIN DIE EDEKA-ZENTRALE IST GEFRAGT

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pannende, an allen Standorten einsetzbare Convenience-Formate, die Kunden begeistern und dazu bringen, regelmäßig zu kaufen: Diese Kriterien werden immer mehr zu wichtigsten Erfolgsfaktor im deutschen Convenience-Geschäft. Das einzige bisher wirklich in größerer Zahl eingesetzte ConvenienceKonzept der Lebensmittelhändler in Deutschland ist Rewe To Go. Klar gibt es Spar Express und Edeka X-press und -Express sowie neuerdings Tegut Quartier et cetera von Seiten der Wettbewerber. Aber die hinken in ihrem Rollout, vor allem wegen der Kooperation von Rewe mit AralTankstellen, deutlich hinterher. Deshalb bietet es sich an, dass Lekkerland das Convenience-Geschäft unter der Marke Rewe To Go forciert. Wenn der neue Lekkerland COO Hilmar Hübers im Gespräch mit CS (Seite 3) betont, dass das Engagement bei Aral auch auf die Marke Rewe einzahlt, dann hat das sicherlich auch damit zu tun, dass der Name in der deutschen Handelslandschaft dadurch einfach noch häufiger präsent ist. Durch die Wettbewerbsbestimmungen in Deutschland, die vom Bundeskartellamt kontrolliert werden, ist es den großen Händlern Edeka und Rewe kaum noch möglich, eine große Zahl weiterer Supermärkte anderer Betreiber zu übernehmen und so deutlich zu wachsen. Aber kleine C-Shops in Innenstädten und allen Bereichen des Travel Retail sowie an noch mehr Tankstellen könnten Sinn machen. Sie würden nicht nur Zusatz-Umsatz bringen, sondern eine ganz andere Sichtbarkeit der Marke Rewe erzeugen, als es die Supermärkte an ihren typischen Standorten können. Wenn der Schriftzug Rewe dann nachts von vielen Tankstellen- und Raststätten- Standorten aus leuchtet und Lebensmittelversorgung signalisiert, dann ist das ein Effekt, den man nicht unterschätzen sollte. Vieles würde also dafür sprechen, als Lekkerland jetzt damit selber richtig loszulegen. Schließlich könnten auch angesichts der aktuellen Lage demnächst viele gute Standorte frei und vielleicht auch preiswerter zu haben sein, als es ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Doch einer solchen Strategie steht weiterhin und immer wieder entgegen, dass Lekkerland als Großhänd-

ler nicht seinen bundesweit mehreren zehntausend Retail-Kunden, unter ihnen die größeren Ketten der Branche, mit eigenen Läden Konkurrenz machen will. Deshalb erteilt wohl Patrick Steppe der eigenen Expansion des Konzepts im Gespräch mit CS erneut eine klare Absage. Die Erfahrungen mit der eigenen Kiosk-Kette „Everyday“ im Jahr 2004, die ganz kurz vor den Rollout gestoppt wurde, weil dem Vernehmen nach große Kunden deutlich signalisiert hatten, dass sie sich das nicht gefallen lassen würden, ist wohl unvergessen. Aber das ist 17 Jahre her und so vieles hat sich verändert. Deshalb haben Lekkerland und Rewe aus meiner Sicht in Sachen Rewe To Go als Stand Alone heute durchaus die Möglichkeit, eine solche Expansion gegen alle Widerstände durchzukämpfen. Es fragt sich nämlich, ob es für die großen Kunden wirklich realistisch und sinnvoll wäre, auf die Dienste dieses Partners zu verzichten. Denn wenn Rewe To Go weiter gut ankommt und von LekkerlandPartnern entsprechend breit umgesetzt wird, ist die Wettbewerbs-Situation für die Kunden auch da. Letztlich entscheiden das die Verbraucher. Hans Jürgen Krone Chefredakteur Convenience Shop

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deka will dem Geschäft mit automatisierten Shops hier zu Lande weiteren Schwunge verleihen. Das Unternehmen ist soeben ins Automaten-Geschäft eingestiegen, genauer gesagt die Regionalgesellschaft Edeka Südwest hat diesen Schritt vollzogen. (Wir berichten in CS auf Seite 4.) Denn bekanntlich haben die Offenburger zusammen mit Station & Service, Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, in Renningen in Baden-Württemberg nahe Stuttgart vor einigen Wochen einen solchen Automaten-Store eröffnet. In einem Container-Gebäude neben dem so genannten Zukunftsbahnhof ist der 24/7-Store ans Netz gegangen. Auffällig und überraschend ist, mit wie viel Medienunterstützung die südwestdeutschen Edekaner diesen Schritt vollzogen haben. Eigentlich ist das Unternehmen nicht unbedingt dafür bekannt, das Licht der Öffentlichkeit zu suchen – auch nicht beim Start eines Pilotprojekts – das dieser Shop in Renningen ganz offensichtlich ist. Edeka Südwest reiht sich jedenfalls damit in die wachsende Gruppe von Lebensmittel-Einzelhändlern ein, die schon zuvor bekannt gegeben haben, mit dieser Form der automatisierten und unbemannten Shops ihr Nahversorger- und Convenience-Geschäft ausbauen zu wollen. Nach der Bünting-Gruppe und Tegut ist Edeka damit der dritte größere deutsche Food-Händler – neben zahlreichen Retailern in Europa, Asien und Amerika – die diese Form des Verkaufens für sich ausprobieren wollen. Vermutlich beabsichtigen die Offenburger mit soviel öffentlicher Resonanz nicht nur den Erfolg ihres Projekts zu fördern, sondern auch die Zukunftsfähigkeit der eigenen Handelssparten voran zu treiben. Auffällig ist allerdings, dass das innovative Format nicht von der Hamburger Zentrale auf den Weg gebracht worden ist, sondern ein solcher Schritt erneut von einer Regionalgesellschaft angeschoben wurde: Auch im Falle der Beteiligung an dem stark expandierenden E-FoodHändler Picnic waren es nicht die Hamburger, die sich bei dem Startup einkauften, sondern die Regionalgesellschaft Edeka Rhein Ruhr mit Sitz in Moers. Der Erwerb des Lebensmittel-Online-Retailers Bringmeister wurde dagegen durch die

Edeka-Zentrale vollzogen und nach einer Phase wenig dynamischer Entwicklung auch wieder verkauft. Mit anderen Worten: Die wirklich mutigen und fortschrittlichen Anläufe in Richtung neuer Formate und Vertriebsformen kommen beim größten deutschen Lebensmittel-Einzelhändler vor allem aus der Region. Das war auch schon bei den meisten Convenience-Konzepten so, die Edeka bisher entwickelt hat. Ein Grund für diese Beobachtung liegt wahrscheinlich auch darin, dass die Region deutlich näher am Markt und auch bei ihren selbstständigen Kaufleuten vor Ort ist, als die Zentrale. Das zeigt sich auch beim Projekt 24/7 AutomatenStore. Er wird betrieben von der Edeka-Kauffrau Gisela Karow-Schäfer. Ein weiterer Rollout der Shops ist ohne die Unterstützung der selbstständigen Edekaner nicht möglich. Also ist die Regionalgesellschaft mit ihnen bereits im Gespräch. Doch bei aller Innovationsfreude und aller Nähe zum operativen Geschäft, wird auch der neue Automaten-Store seine Wirtschaftlichkeit noch beweisen müssen, ähnlich den Teos und Mini-Markets der Wettbewerber. Dabei kommt es darauf an, passende Convenience-Standorte, eventuell sogar jenseits von Bahnhöfen, zu erschließen. Sollte das gelingen, wird es sicherlich in der Folge auch möglich sein, andere Regionalgesellschaften und auch die Hamburger Zentrale mit ins Boot zu nehmen, um den 24/7 Projektstore zum Erfolg zu führen. Für die ConvenienceBranche wäre das eine wünschenswerte Entwicklung. Martin Heiermann Redakteur Convenience Shop

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AKTUELLE HANDELSTHEM MEN

2021

Avia mit Bezahl-App

Die Nachbarschaftsläden sollen das soziale Miteinander fördern. Oft gibt es nur diesen einen Laden im Dorf.

Die Avia will es den Kunden ihrer Tankstellen ermöglichen, mit der neuen Avia-App und der Bezahlfunktion Payvia die Tankung direkt an der Zapfsäule zu bezahlen. Diese Funktion sei „eine smarte Alternative“, sagt das Unternehmen. Die neue App ist für die Betriebssysteme Android und iOS in den jeweiligen App-Stores verfügbar. Ziel sei es, Payvia sukzessive für das gesamte Akzeptanznetz der Avia-Card anzubieten. Mit der App sollen Kunden künftig auch weitere Services der Tankstellen nutzen können.

Präg unterschreibt bei Lekkerland Das Energie- und Tankstellenunternehmen Adolf Präg und Lekkerland Deutschland haben ihre Geschäftsbeziehung verlängert. Der Großhändler beliefert die rund 120 Tankstellen mit einem Großteil des Shopsortimentes. Darunter fällt auch die Bereitstellung von Waren für die Bereiche Kaffee und Bistro. Darüber hinaus unterstützt Lekkerland bei Themen wie Category Management oder der Weiterentwicklung des Foodservice-Angebots. Ebenso werde die Weiterentwicklung der Shops einen Schwerpunkt der Zusammenarbeit bilden. Gemeinsam mit der Präg-Gruppe sollen neue Lösungen für die Shops entstehen. Die Präg-Gruppe hat ihren Sitz in Kempten im Allgäu.

Parcel Lock expandiert Parcel Lock ist mit seinen öffentlichen Paketstationen „Hamburg Box“ auf Expansionskurs. Das Unternehmen weitete sein anbieterneutrales Paketstationsnetzwerk in der Metropolregion Hamburg auf Winsen an der Luhe in Niedersachsen aus.. Parcel Lock bietet deutschlandweit laut Unternehmen das einzige System mit Integration verschiedener Paketdienstleister wie DPD, GLS und Hermes. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit der lokalen Direkteinlieferung durch stationäre Händler oder lokale Lieferdienste. Die Stadt Winsen wolle durch Parcel Lock den lokalen Handel unterstützen. Als Betreiber vor Ort sind die Stadtwerke für die Betreuung der Paketstationen sowie die Verträge mit dem lokalen Handel zuständig. Gunnar Anger, Geschäftsführer von Parcel Lock: „Städte und Kommunen müssen Voraussetzungen schaffen, um dem Online Boom zu begegnen.“ Die beiden Paketstationen stehen an zwei Hotspots, beispielsweise dem Bahnhofsplatz.

Fotos: Comptoires de Campagne

Oest testet Dorflädle Die Tankstellen-Gesellschaft Oest führt derzeit rund 90 Stationen unter der Marke Avia.. Dieses Knowhow nutzen die Verantwortlichen in Freudenstadt im Schwarzwald jetzt für das neue Projekt Dorflädle und Dorfstüble in der verkehrsgünstig gelegenen Avia-Station in Dornhan. Im Dorflädle sollen regionale Produkte von unterschiedlichen Erzeugern rund um Dornhan angeboten werden und im integrierten Dorfstüble regionale Gerichte. Die dezentrale Lage des Standortes außerhalb des Stadtzentrums, das große Platzangebot sowie das ländliche Umfeld in der Region seien gute Rahmenbedingungen.

AUF DIE DÖRFER GEHEN In Frankreich will die Handels-Kette Comptoire de Campagne mit kleinen Shops dafür sorgen, dass Nahversorgung auch auf den Dörfern in der Provinz wieder gewährleistet ist. Text Hans Jürgen Krone

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ie es in Frankreich um das Thema Nahversorgung in ländlichen Gebieten wirklich steht, hat vor einiger Zeit eine Studie des französischen Nationalinstituts für Statistik und Wirtschaftsstudien, die in diesen Wochen und Monaten immer wieder zitiert wird, schlaglichtartig beleuchtet. Ihr zu Folge, müssen inzwischen immerhin etwa 30 Prozent der Franzosen mehrere Kilometer mit ihrem Auto fahren, um ihre täglichen Einkäufe zu erledigen. Dieses Themas nahm sich 2014 die Marketingspezialistin Virginie Hils an. Sie beteiligte sich vor Jahren an einem Ideenwettbewerb in Lyon und gründete schließlich eine Kette von Nahversorgern unter den Namen Comptoir de Campagne. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Sylviane Barce sammelte sie dafür 4,5 Millionen Euro bei Investoren ein.

vereinheitlichen. Zusammenschlüsse gibt es beispielsweise im Gebiet Vals du Dauphiné, zwischen La Tour du Pin und Chambéry, Beaujolais und dem Süden von Burg sowie in Belleville-sur-Saône. „Jedes der Cluster hat seine eigene kurze Lieferkette für lokale Produkte“, sagt das Unternehmen dazu. Doch trotz aller unternehmerischer Initiative reicht es dem Vernehmen nach wohl nicht aus, die Shops an ihren ländlichen Standorten dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen. Manche Gemeinde muss sich finanziell, mit Manpower für Renovierungen, aber auch mit Mietstundungen, oder anderen Maßnahmen beteiligen, ist zu hören. Die Unternehmerinnen haben sich der Gemeinnützigkeit und der demokratischen Organisation verpflichtet. Damit haben sie die Grundvoraussetzungen dafür geschaffen, auch Zugang zu öffentlichen Finanzierungsquellen zu bekommen.

2021 soll es noch schneller vorangehen

Um die Eröffnung von neun eigenen und Franchise-basierten Geschäften im Jahr 2021 und zwölf im Jahr 2022 zu unterstützen, konnte Comptoir de Campagne am 12. Oktober 2020 eine Spendenaktion in Höhe von 3,4 Millionen Euro abschließen, darunter war auch Geld von Banken und Versicherungen. Auf der Crowdfunding-Plattform Lita kamen außerdem fast 700.000 Euro von 280 Spendern zusammen, wird berichtet. Laut NZZ konnte Comptoir de Campagne 2019 einen Umsatz von etwas mehr als einer Million Euro erzielen. Die Unternehmerinnen hätten sich vorgenommen, bis spätestens 2023 die Zahl der Läden zu verdreifachen und damit dann auch schwarze Zahlen zu schreiben.

Bisher sind auf dieser Grundlage elf eigene Läden in ländlichen Gemeinden eröffnet worden. Um den Prozess voranzutreiben werden ab 2021 nicht mehr nur eigene Läden des Unternehmens eröffnet. In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ, berichteten die beiden Unternehmerinnen, dass ihr Unternehmen mit rund 40 Angestellten, viele davon in Teilzeit, künftig schneller wachsen und über den Großraum Lyon hinaus Fuß fassen soll. Um dies zu erreichen, wollen sie neue Läden im Franchise-System durch Einzelunternehmer betreiben lassen. Dabei gehen die Ziele der Unternehmerinnen weit darüber hinaus, einfach nur kleine Lebensmittel-Shops zu eröffnen. „Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben wir uns ein neues physisches und vernetztes Geschäftsmodell mit mehreren Diensten vorgestellt“, sagt das Unternehmen in seiner Präsentation. Dabei gehe es darum, neben Produkten wie Tabakwarenund Impulswaren vor allem lokale Erzeugnisse anzubieten. Dabei sind bekannte Produkte und Hersteller nicht ausgeschlossen, sollen aber wohl nur etwa fünf bis zehn Prozent des Sortiments ausmachen.

Dienstleistungen und Vermietungen Ergänzt wird das Angebot durch lokale Dienstleistungen wie Post, Lotto oder Fahrkartenverkauf. Hier werden von beteiligten Anbietern auch Gebühren für die Präsenz in den ländlichen Shops bezahlt. Dazu können Reinigung, Schuhreparaturen, Internet-Zugang und vieles mehr kommen. Ergänzt wird das Multi-Service-Angebot von Comptoir de Campagne durch besondere Services, wie die Vermietung von Räumlichkeiten für Gesundheitsberufe. Angeschlossen werden kann auch ein Online-Shop und ein Lieferservice. Die Läden in bestimmten Gebieten arbeiten zwar autark, aber sie organisieren sich darüber hinaus, um ihre Lieferungen, Mittel und Ressourcen zu

Die Läden sollen die Ortskerne von Dörfern beleben, die in Frankreich vielfach verwaist sind.

Breite finanzielle Unterstützung

Die Einrichtung der Nachbarschaftsläden soll ins Umfeld passen, hübsch und einfach sein. Die Investitionskosten dürfen nicht ausufern.

Ein n wichtige Aufgabe der Märkte soll es auch sein, zusätzliche Ve ermarktungsmöglich hkeiten für vielfältige Produkte lokaler An nbieter zu schaffen.


10 | Handel

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Seit mehr als 20 Jahren Moderator der Jahrestagung: Hans Jürgen Krone. Er freut sich trotzdem und hofft, dass der rein digitale Event für die Jahrestagung eine Ausnahme bleibt.

WonderMe soll für Austausch sorgen

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in persönlicher Austausch zwischen den Besuchern der Jahrestagung Handel und Wandel in Tankstellen und Convenience Shops soll auch in diesem Jahr möglich werden, dank der Technik von WonderMe, einem Startup aus Berlin. Das Online-Tool, das viele Business-Entscheider sicherlich 2020 bei digitalen Messen und Events bereits kennengelernt und einige entsprechend dabei auch ausprobiert haben, macht soziale Räume virtuell erlebbar. Wie im wirklichen Leben können sich kleine oder größere Gruppen auf der Plattform online zu spontanen Gesprächen treffen. Sie tun das, indem sie sich per Mausklick mit ihren Avataren frei durch einen vorgegebenen Raum bewegen. Gehen dabei zwei oder mehrere Personen aufeinander zu, bilden sie einen virtuellen und visuellen Gesprächskreis. Hier können sie sich dann per Video, Audio und Chatnachricht unterhalten, als würden sie wie sonst bei einem Kaffee zusammenstehen. Wer hier auch dabei sein will, kann sich der Gruppe annähern und sich so am Gespräch beteiligen. Bei Handel und Wandel gibt es vormittags, mittags und zum Abschluss drei Zeitfenster, in denen sich die Teilnehmer auf diese Art und Weise treffen können. So kann man die hier immer sehr wichtigen persönlichen Kontakte dennoch schließen, um sie vielleicht später persönlich zu vertiefen.

HANDEL UND WANDEL VERNETZT DIESMAL ONLINE Die Jahrestagung, die seit mehr als 20 Jahren die Branche zum Informationsaustausch zusammenbringt, tut das im Jahr 2021 ebenfalls engagiert, aber rein digital. Text Hans Jürgen Krone

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Mit dem digitalen Networking-System WonderMe kann eine ähnliche Situation entstehen, wie bei einem spontanen Treffen in der Kaffeepause.

Live aus dem Studio moderiert Moderiert wird auch diese Veranstaltung von CS-Chefredakteur Hans Jürgen Krone, der sich vom Düsseldorfer Handelsblatt-Studio aus darum bemühen wird, eine ähnlich kreative Atmosphäre herzustellen, wie sie bei den Events in Berlin, Düsseldorf, Köln oder München immer war. Ein wenig Live-Atmosphäre wird also dabei sein. Zudem kommt es für die Teilnehmer natürlich darauf an, dass Vorträge und Diskussionsrunden mit Themen und Teilnehmern besetzt sind, die zu diesem Geschäft wirklich etwas zu sagen haben. Dabei hat man die Organisation der Jahrestagung an die Situation angepasst. Die Veranstaltung beschränkt sich für dieses eine Mal auf nur einen Tag, auch weil der von allen Teilnehmern sonst so hoch geschätzte persönliche Networking-Abend nicht stattfinden kann.

Aussagekräftiges Programm „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir für unsere Teilnehmer wieder ein entsprechend aussagekräftiges Programm zusammengestellt haben“, sagt Ingrid Della Giustina, Event Production Lead der Handelsblatt GmbH. Das Team hat, gemeinsam mit CS, den Markt in den vergangenen Monaten aufmerksam beobachtet und Vertreter von Unternehmen eingeladen, die zu wichtigen Weichenstellungen in den vergangenen Monaten oder in der kommenden Zeit für die Convenience-Branche etwas Spannendes zu sagen haben. Prominent vertreten ist Großhändler Lekkerland, dessen CEO Patrick Steppe mit seinem Vortrag die Veranstaltung eröffnet. Er erläutert, warum sich aus der Sicht des Großhändlers die Zukunft der Tankstelle im Shop entscheiden wird. Anschließend erörtert Dr. Stefan Telschow von der Gim-Gesellschaft für innovative Marktforschung, wie sich die Ausgangslage, angesichts des New Normal verändert.

Aus dem Handel kommen beispielsweise Katja Bayrak von Valora, Andre Stracke von Westfalen, Volker Behn von Team Energy und Jan Toschka von Shell zu Wort. Dazu kommt Thomas Stäb vom Einzelhändler Tegut, der jüngst mit seinem neuen Convenience-Konzept “Quartier” für Aufsehen sorgte. Aus dem Bereich E-Food sind Thorsten Bauch, Enso E-Commerce und Eike-Claudius Kramer von Wochenmarkt24 dabei. Auch in diesem Jahr trägt Christian Warning von The Retail Marketeers wieder mit seiner “Hour of Power” zur Jahrestagung bei. Diesmal sind bei ihm zu Gast: der internationale Convenience-Spezialist Scot Anahan. Marco Fuhrer aus der Schweiz und der frühere Tank & Rast-Manager Carlo Caldi, der mit dem Selfservice-Konzept Typy von sich reden machte. Infos und Anmeldung unter https://veranstaltungen. handelsblatt.com/tankstellen/

2020 war Handel und Wandel noch einer letzten Kongresse, bei dem noch persönlich diskutiert werden konnte. Die Gespräche auf der digitalen Bühne, am 16. Juni 2021, werden sicherlich genauso spannend.

Spannende Startups gehören dazu

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ute Übung ist es bei Handel und Wandel inzwischen in jedem Jahr, junge Startups vorzustellen, die erneut von ihrem Kollege Robert Kronecker von Hafervoll präsentiert werden. Dieser Part gehörte in den vergangenen Jahren regelmäßig zu den sehr positiv bewerteten Beiträgen. Grund dafür ist sicherlich auch, dass die Entscheider aus dem Convenience-Handel sich im Rahmen der Jahrestagung mal Zeit nehmen können, sich ganz in Ruhe und ausführlich mit den jungen Unternehmern und ihren Innovationen zu beschäftigen. In diesem Jahr haben die Startups JoyBräu, Sveetz und Isaac Nutrition die Gelegenheit, Produkte und Konzepte vorzustellen und vor allem auch zu erläutern, welcher Nutzen in Convenience Shops durch ihre Produkte entstehen kann. In den vergangenen Jahren konnten auf dieser Basis erfolgreiche Geschäftsbeziehungen geknüpft werden.

JUNGE GRÜNDER SIND SEHR AKTIV Entwicklung der Zahl von Startups in Deutschland

Der Veranstalter

Euroforum ist eine Tochtergesellschaft der Han•delsblatt Media Group GmbH & Co. KG. „Gemeinsam erarbeiten wir Konzepte zu aktuellen und richtungsweisenden Themen. Die detaillierte inhaltliche Ausarbeitung, die Vermarktung und Durchführung der Veranstaltungen erfolgen durch Euroforum“, sagt das Handelsblatt. Als Veranstalter engagiere man Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und schaffe damit Foren für Wissenstransfer und Meinungsaustausch. Dabei würden neueste Trends beleuchtet und aktuelle Informationen für die praktische Unternehmensführung geboten. Darüber hinaus könnten Führungskräfte Kontakte mit den Entscheidern der Branche knüpfen.

54.000 2017

60.000 2020

70.000

Quelle kfw Startup Report

Fotos: Euroforum

ie Convenience-Branche steht zusammen. Dass machte sich schon kurz nach Bekanntgabe des neuen, diesmal digitalen Termins für die Traditionsveranstaltung „Handel und Wandel in Tankstellen und Convenience Shop“, die das Handelsblatt seit über 20 Jahren in Kooperation mit Convenience Shop veranstaltet, bemerkbar: Der Termin ist der 16. Juni 2021. Unmittelbar kamen Anmeldungen herein. Man kennt sich und will dabei sein, wenn sich die Branche trifft. Das wird auch diesmal nicht anders sein. Die einzelnen Beiträge im Programm der Jahrestagung sind kürzer und straffer als auf der analogen Bühne, was nach den Erfahrungen mit OnlineEvents, die in den vergangenen Monaten wohl alle Beteiligten reichlich sammeln, einer solchen Veranstaltung generell gut tut. So werden die Vortragenden und Diskutanten dazu bewegt, sich auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren, um die versammelte Online-Fach-Community auch effektiv zu erreichen.


Handel | 11

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MEHR UMSATZ ALS BEI EBAY Ende vergangenen Jahres ging Tabak-welt online. Der Webshop startete im richtigen Moment und erhielt Rückenwind durch die Corona-Pandemie. Zuvor war der Betreiber vor allem auf dem Online-Marktplatz Ebay aktiv. Text Martin Heiermann

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er E-Commerce-Newcomer Tabak-welt.de hat sich zum Ziel gesetzt, fast alle Kundenwünsche im Bereich Tabakwaren und Zubehör zu erfüllen. Branchenerfahrung bringt Geschäftsführer Ünver Yilmaz aus seinen stationären Store in Köln, seinen Ebay-Shop und sein Unternehmen Dein Tabako Yilmaz mit. Wir stellten ihm einige Fragen zu seinem neuen Webshop.

Convenience Shop Was war der Anlass für Sie, Tabak-welt.de zu gründen und wann sind Sie gestartet?

CS Wie viel kaufen die einzelnen Kunden bei Ihnen ein?

Ünver Yilmaz Die Frage lässt sich recht leicht

Yilmaz Das ist sehr unterschiedlich. Manche

beantworten, wenn man bedenkt, wo wir herkommen. Seit 1998 verkaufen wir bereits Tabakwaren in unserem Geschäft in Köln. Vor etwa sieben Jahren haben wir unseren Vertriebsweg ausgebaut; Seitdem bieten wir sämtliche Tabakprodukte auch über Ebay an. Vergangenes Jahr habe ich mich dazu entschlossen, den Onlineshop zu gründen. Im Oktober 2020 konnte er bereits an den Start gehen. Leitgedanke war, uns von Ebay unabhängig zu machen und unseren Kunden für den Erwerb ihrer Lieblingswaren mehr Möglichkeiten zu bieten.

Kunden kaufen mit wenigen Klicks eine Stange Zigaretten. Andere lassen sich erst ausführlich beraten und erwerben dann einen ganzen Monatsvorrat an Stopftabak. Uns sind alle Kunden lieb. Je mehr wir zu tun haben, desto mehr wissen wir unsere Arbeit zu schätzen.

CS Welche Zielgruppen sprechen Sie an und wen erreichen Sie derzeit tatsächlich? Yilmaz Unsere Zielgruppe können wir mit nur einem Wort benennen: Raucher. Unsere Produktpalette passen wir den Bedürfnissen unserer Kunden an und erweitern – abhängig von der Häufigkeit der Nachfragen und den aktuellen Verkaufszahlen – regelmäßig das Sortiment. Fragt ein Kunde beispielsweise nach der Zigarre XY und wir können ihn aus unserem Warenlager nicht bedienen, stocken wir auf und vergrößern unser Angebot. Kundenservice ist uns wichtig und wir möchten keine Wünsche offenlassen. Eine direkt Zielgruppenanalyse mit anschließender Produktauswahl halten wir nicht für notwendig.

CS Durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage in Ihrem Shop wahrscheinlich gestiegen. Wie haben Sie die Situation bisher bewältigt? Yilmaz Die aktuelle Lage hat sich bemerkens-

Foto: Tabak-welt.de.

Yilmaz Wie bereits erwähnt, war die Personalauswahl ein entscheidender Faktor. Jeder Mitarbeiter gibt sein Bestes entsprechend seiner Kompetenzen. Wir beschäftigen Kollegen, die sich ausschließlich um die Suchmaschinenoptimierung kümmern, andere erstellen Banner, weitere verfassen die Produktbeschreibungen. Noch sind unsere Möglichkeiten etwas begrenzt. Wir hoffen, dass uns der Gesetzgeber mittelfristig etwas mehr Spielraum lässt.

wert positiv auf unser Geschäft ausgewirkt. Dreh- und Angelpunkt war eine gute Personalauswahl – von Beginn an. Dadurch konnten wir die stetig steigernde Nachfrage gut bewältigen und sind auch für die Zukunft gut aufgestellt. Natürlich bleibt dabei immer etwas auf der Strecke. Mein Privatleben hat sich geändert; sieben Tage die Woche bin ich im Geschäft, fast rund um die Uhr. Dafür braucht man einen starken Partner an seiner Seite. Ich bin dankbar und stolz, dass mir meine Lebensgefährtin diesen Karriereschritt ermöglicht. Sie bringt sehr viel Geduld und Verständnis auf. Ohne sie wären wir nicht so weit gekommen.

CS Wie haben Sie Ihren Onlineshop bekannt gemacht?

„Unser Shop entwickelt sich stetig weiter, wächst jeden Monat aufs Neue.“ Ünver Yilmaz Geschäftsführer Dein Tabako Yilmaz

aufs Neue. Das eröffnet uns nicht nur Chancen, sondern stellt uns auch vor die eine oder andere Herausforderung. Angefangen von der Warenbeschaffung über den Lagerplatz bis hin zum Versand. Obwohl wir uns rasend schnell entwickeln, bieten wir unseren Kunden den gewohnten Service inklusive schneller Abwicklung und raschem Versand.

CS Wie beurteilen Sie die geplante Erhöhung der Tabaksteuer, auch für Erhitzer und E-Zigaretten? Yilmaz Über die geplante Tabaksteuer an sich

kann man denken, was man möchte. Unseres Erachtens ist die Angleichung der Preise für Tabakerhitzer und E-Zigaretten der nächste, logische Schritt.

CS Wie stellen Sie in Ihrem Geschäft den Jugendschutz sicher? Yilmaz Bei der Einhaltung des Jugendschutzes beschreiten wir den klassischen Weg. Das bedeutet, dass wir jeden einzelnen Kunden per Ausweiskontrolle beziehungsweise SchufaVerifikation überprüfen. Eine Bestellung im Shop kann nicht abgeschlossen werden, bevor keine Altersüberprüfung erfolgt ist.

Verbesserte Customer Journey mit SIQMA-Lösungen

CS Wie groß ist Ihr Sortiment und was sind die beliebtesten Produkte? Yilmaz Die Anzahl der Hersteller, mit denen

wir zusammenarbeiten, ist recht groß und steigt unaufhörlich. Bisher haben wir noch keinen Hersteller, der wegen einer Kooperation angefragt hat, abgelehnt. Unser Bestseller ist und bleibt der Stopftabak. Darauf sind wir spezialisiert und damit werden wir unseren Kunden weiterhin treu bleiben.

CS Wie groß ist Ihr Liefergebiet? Yilmaz Wir liefern in diesem Geschäft zurzeit ausschließlich national.

CS Mit welchen Logistikpartnern arbeiten Sie zusammen, um Ihre Kunden zu erreichen? Yilmaz Unsere Sendungen werden von der DHL ausgeliefert. Wir haben mit der DHL gute Erfahrungen gemacht und sehen keinen Grund, den Logistikpartner zu wechseln.

CS Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie derzeit? Yilmaz Aktuell sind wir ein Team von 15 Per-

sonen, inklusive zwei Auszubildende. Der Zusammenhalt im Kollegenkreis ist ausgesprochen gut. Man kann tatsächlich sagen, dass wir eine familiäre Füreinander-Kultur pflegen. Jeder gibt sein Bestes. Vor allem unsere Versandabteilung ist sehr engagiert und leistet fast Übermenschliches.

CS Was sind Ihre wichtigsten Ziele und größten Herausforderungen? Yilmaz Unser Wachstum. Unser Shop entwi-

ckelt sich stetig weiter, wächst jeden Monat

/ SIQMA Charge.Connect / Bezahlen von EV-Charging am SIQMA POS / Integrierte Lösung über Standardschnittstellen / Umsatzsteigerung durch Cross-Selling / Akzeptanz aller gängigen Zahlungsmittel / Statusanzeige im Shop

www.siqma.de


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HANFSAMEN UND BEEREN

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Newcomer für die Shops 12

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BURGER UND SPIESSE LECKER KOMBINIERT UND VERFEINERT

01. Bel Deutschland

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Die Brotaufstriche „Mix“ von La vache qui rit bereichern das Foodservice-Sortiment von Bel. Sie bestehen aus einer Kombination von Käse, Hülsenfrüchten und Gewürzen und eignen sich als Brotaufstrich wie zum Verfeinern. Erhältlich sind drei Sorten: Linsen & Curry, Kichererbsen & Kräuter sowie Kidneybohnen & Paprika.

02. Tulip

Kräftige Fleischsnacks für unterwegs sind nach wie vor gefragt, beispielsweise Burger. Backwaren sind sowieso unverzichtbar.

Die Fleischpatties des Nordic Craft Burger von Tulip sollen durch handwerkliche Optik, lockere Struktur und den saftigsten Biss überzeugen – bei allen angebotenen Grammaturen zwischen 65 und 200 Gramm. Zur Range gehören Patties vom Hereford-Rind, eine Dry Aged Qualität und ein Smokey Burger.

03. Campofrio Food Group Der Hersteller bringt Mini-Chorizos auf den Markt. Die Grillwürste im „One Bite“-Format eignen sich für die Kreation von Spießen.

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04. Dr. Oetker Ab sofort bietet Dr. Oetker Professional Blechkuchen mit unkompliziertem Handling an. Nach einer Auftauzeit von vier bis sieben Stunden, können Kuchenstücke mit einer Portionsgröße von etwa 100 Gramm ausgegeben werden. Es gibt die Varianten: Pflaumen-Kuchen mit Streusel, ApfelKuchen mit Streusel, Apfel-Creme-Kuchen, Schoko-Kirsch-Kuchen und Donauwelle.

05. Arytza

06. Alpro Pflanzlich, exotisch, fruchtig und ohne Zuckerzusatz: so präsentiert sich die neue Soja-Joghurtalternative von Alpro in der Sorte Ananas-Passionsfrucht, die ab sofort erhältlich ist. Das Produkt für Kunden mit besonderen Ernährungswünschen wird im 400 Gramm Becher angeboten.

Fotos: Hersteller

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Zur Fußball-EM gibt es den Otis Spunkmeyer Cola Donut – Football Edition. Er ist mit grasgrüner Glasur überzogen und mit Zuckerdekor in Form von schwarzen und weißen Trikots bestreut und bietet eine Füllung mit Cola-Geschmack. Er ist fertig gebacken und tiefgekühlt.


Neue Produkte| 13

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01. PepsiCo Ab sofort gibt es einen neuen Energy Drink von Rockstar für die Regale der Shops. Hersteller PepsiCo bringt im EnergySegment eine Innovation mit Hanfsamenextrakt: Rockstar Energy + HEMP. Deutschland ist damit der erste Markt weltweit, in dem das Unternehmen dieses innovative Produkt launcht. Mit der Neuheit erweitert Rockstar sein Energy Portfolio um drei Sorten. Es gibt den Drink in den Geschmacksvarianten Origina, Tropical Burst und Prickly Cactus. Die neuen Wachmacher sollen für einen intensiven Frischekick mit einem Mix aus Koffein, Guarana und Taurin sorgen, verbunden mit einem Hanfsamen-Geschmack. Die 0,5-Liter-Dosen sind in einem aufmerksamkeitsstarken Goldton gehalten.

Limited Edition präsentiert sich im neuen Design, mit den beiden Sorten Apfel-Mango und Kirsche. Das mineralwasserbasierte, leicht kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränk mit 20 oder 22,7 Prozent Fruchtgehalt ist kalorienarm. Jede der beiden Sorten gibt es mit acht verschiedenen Botschaften auf dem Etikett. Die Limited Edition wird in der Gerolsteiner 0,75-Liter-PET-Einwegflasche angeboten, die zu 50 Prozent aus recyceltem PET besteht.

02. Innocigs Mit der SC Easy 4 launcht der Hersteller ein Umsteigerprodukt für Raucher. Der All-In-One-Dampfer sei Dank seines Cap-Systems zum Aufstecken besonders einfach in der Handhabung, da das Liquid nicht händisch nachgefüllt werden müsse, sagt das Unternehmen. Zudem verfüge er über eine lange Akkulaufzeit. Das Produkt sei besonders für den Vertrieb an Tankstellen, Kiosken und im ConvenienceMarkt geeignet meint Innocigs. Dem Handel stehe dafür ein Kassendisplay zur Verfügung.

08. Freche Freunde 03. Emmi Mit dem neuen Emmi Caffè Latte Double Zero Macchiato ergänzt der Schweizer Hersteller seinen Drink um eine neue Variante: Der neue Latte Macchiato aus Arabica-Kaffee kommt ohne zugesetzten Zucker oder Süßstoffe, ist laktosefrei und wird ohne künstliche Zusatzstoffe hergestellt. Er geht damit auf die aktuellen Bedürfnisse der Verbraucher ein. Seit Ende April kommt die Sorte in die Kühlregale.

Pünktlich zum Start der Beerenzeit präsentiert die Marke zwei Neuheiten: die Freche Freunde Smoothie-Chips in der Geschmacksrichtung Banane, Apfel, Erdbeere mit Joghurt sowie die Fruchtgummis mit Reispops, in der Variante Apfel-Himbeere. Die fruchtig-beerigen Snacks seien dank ihrer wiederverschließbaren Verpackung geeignete Begleiter für unterwegs.

09. DMK Eis 04. Arnold André Im vergangenen Jahr gut gestartet ist, laut Hersteller, die Innovation WTF Shisharillo. Der Geschmack, das Aroma und der Preis habe ihn zu einer echte Alternative für Shisha-Fans gemacht. Ab sofort gibt es viermal so viel Shisha-Aroma auf

Vom Hersteller DMK und Capri-Sun kommt die Marke zum ersten Mal als fruchtiges Stieleis in die Truhen: 35 Milliliter in den Sorten Orange und Kirsche. „Mit 30 Prozent Fruchtgehalt, nur 32 Kilokalorien und zudem vegan laden die Capri-Sun Freezies dazu ein, sie nach Herzenslust zu genießen“, meinen die Anbieter. In Lizenz von DMK Eis produziert, sind die Capri-Sun Freezies ab sofort verfügbar.

10. Barebells Der Newcomer erweitert sein Sortiment der Proteinriegel um eine neue Produktkategorie – die Double Bars – je zwei kleinere Riegel in jeder Verpackung. Sie sind mit 16 bis 17 Gramm Protein angereichert und werden ohne Palmöl hergestellt. Die Double Bars gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Caramel Crisp mit knusprig-gepufftem Soja, mit buttriger Karamellsauce und cremiger Schokolade sowie Chocolate Crisp als Sojapuffs mit Kakao und einer cremigsalzige Schokoladenhülle.

11. Mövenpick einen Schlag: Shisharillo gibt es nun auch im zwanzigerPack in den bekannten Aromen Cray (Apfel), Lit (dunkle Beeren), Squad (Zitrus) und Seeesh (Vanille) inklusive Filter. Um das Paket rund zu machen, bringt Arnold André das Aroma im Big Pack auch auf die Theke.

Der Anbieter erweitert sein Eiskaffee-Sortiment um den Neuzugang Caffè Freddo Schümli, inspiriert vom Schweizer Kaffeeklassiker. Präsentiert wird er mit feiner MilchschaumKrone. Er überrasche nach dem Schütteln mit seiner Textur, die an den typischen Milchschaum des Schümlis erinnere. Die Innovation gibt es ab sofort im 200-Gramm-Becher.

05. Coca-Cola

12. Eckes Granini

Der Hersteller verändert im Frühjahr 2021 sein Design für Coca-Cola Zero Sugar und Coca-Cola light. Es ist eine Weiterentwicklung der One Brand- Strategie. Das neue Design sei vereinfacht und entferne zusätzliche Elemente, wie die rote Scheibe, um die Schrift als Markenzeichen aufzuwerten und die Verpackungen zu vereinheitlichen. Als visuelle Metapher für das Belebende des Produktes hebe das neue Design auch das Logo an den oberen Rand des Etiketts. Im Zentrum des Designs stehe die weltweit bekannte Markenfarbe Rot. Wird sie mit weißer Schrift kombiniert, kennzeichnet sie Coca-Cola Original Taste. Verbunden mit schwarzer Schrift steht sie künftig für Zero Sugar. Zudem gibt es eine neue Rezeptur von Coca-Cola Zero Sugar. Die Einführung wird durch einen Marketingkampagne unterstützen.

Nach der Neueinführung der ersten Sorte KokoswasserZitrone vor rund einem Jahr gibt es jetzt mit Orange die zweite Geschmacksrichtung von Die Limo Ultra Leicht. Die Range kommt ohne Süßungsmittel aus und sei „damit einzigartig im Limonadenmarkt“. Optisch überzeuge sie mit transparentem Look, in der 1-Liter PET-Flasche.

13. Intersnack Mit intensiverem Geschmack und neuem Design haben bereits Chio Tortillas und Chio Chips auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt kommt auch Chio Popcorn im neuen Design. Chio vervollständigt damit den Relaunch des Portfolios, um neue visuelle Impulse im Snackregal zu setzen.

EINFACH ALLES IM GRIFF Voll im Trend: Würstchen-Varianten mit einfachem Handling Top Convenience: Baguette mit fertigem Loch für Würstchen und Sauce Kein Kleckern, kein Krümeln: Baguette als essbare Verpackung Schnell & frisch zubereitet: Baguette grillen, Sauce auftragen, heiße Wurst einfügen – fertig

06. Langnese Für mehr Nachhaltigkeit steht die Produktinnovation „Likkies“ von Langnese. Mit dem neuen Eis am Stiel launcht die Marke aus dem Hause Unilever ihre erste Neuheit, die ausschließlich aus natürlichen Zutaten hergestellt wird. Likkies startet mit zwei Geschmacksvarianten: Die Sorte Strawberry Cheesecake ist Cheesecake Eiscreme, verstrudelt mit Erdbeersorbet und mit 72 Prozent Erdbeeranteil. Chocolate Caramel verbindet schokoladige Eiscreme mit Karamelleiscreme und 25 Prozent frischer Sahne. Die Sorten werden regional in Deutschland hergestellt und die Kartonverpackung besteht aus recyceltem Papier.

07. Gerolsteiner Nach dem Erfolg 2020, so der Hersteller, lädt die Gerolsteiner Freunde Edition auch dieses Jahr ab Mai dazu ein, Menschen mit einer kleinen Geste eine Freude zu machen. Die

Lantmännen Unibake Germany GmbH & Co. KG www.schulstadbakerysolutions.de


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Weizen-Wurst-Snack Rügenwalder Mühle steigt ins Snackgeschäft ein und kreiert die vegetarische Mini-Salami. Es gibt den unkomplizierten Snack ab Mai mit und ohne Teigmantel.

Mit viel Natur und Superfoods Genuport hat sein Portfolio um eine neue Marke erweitert, die das Snacken mit viel Natürlichkeit verbinden soll. Snatt‘s steht für beide Aspekte.

inzeln verpackt und ungekühlt haltbar sollen die beiden neuen Snacks auf Basis von Weizen in jede Tasche passen. „Unsere neuen vegetarischen Mühlen Snacks sind eine Proteinquelle und reich an ungesättigten Fettsäuren“, sagt Rügenwalder Mühle. Angesprochen werden Verbraucher, die den Geschmack von Salami lieben, aber ihren Fleischkonsum reduzieren möchten. Der Mühlen Snack sieht genauso aus wie einen Salami und soll den gleichen Biss sowie den würzig-rauchigen Geruch haben. Er schmecke ebenso lecker wie das Pendant aus Fleisch, meint der Hersteller.

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m Namen Snatt‘s verschmelzen die Worte „snacks“ und „natural“, die beschreiben, wofür die Marke steht. Die Produkte von Snatt‘s seien mit natürlichen Zutaten hergestellt und damit eine gesündere Alternative, sagt Genuport. Es gibt drei Varianten: Hummus Sticks mit Basilikum und Petersilie, Linsen Chips mit Käse und Gewürzen sowie Quinoa Chips mit Tomate und Petersilie. Alle in der 85-Gramm Verpackung. Die Snacks werden in der Herstellung gepufft. Als Zutaten kommen Superfoods zum Einsatz.

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te im Tiefkühlfach immerhin neun bis zwölf Monate haltbar sind. Dazu habe auch die Zusammenarbeit mit Ernährungswissenschaftlern beigetragen „Jedes Rezept haben wir sorgsam ausgetüftelt“, heißt es von den Gründern dazu. Geholfen hätten dabei Experten wie Anna Culina, Bianca Zapatka, Liberta sowie Carolin Kotke , erklärt Casimir Rob. Obwohl alle ausgewogenen Mahlzeiten rein pflanzlich sind, gehörten zu den Every-Fans offenbar keineswegs nur Vegetarier oder Veganer. Dennoch sagt Benjamin Ahlers: „Wir haben uns aus voller Überzeugung für den Verzicht auf tierische Produkte entschieden, weil uns Klima und Tierwohl am Herzen liegen“. Die Bowls sollen eine Kombination aus Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten und Ballaststoffen liefern.

CLEAN EATING ABER SCHOCKGEFROREN Mit ihrem Startup Every wollen die beiden Gründer mobilen und eiligen Konsumenten fertige, gesunde und nachhaltige Gerichte bieten. Sie werden online bestellt und anschließend tiefgefroren geliefert.

Text Martin Heiermann

enjamin Ahlers und Casimir Rob haben eine Mission. Sie wollen, dass eine bewusste Ernährung für jeden möglich ist. Sie wollen es hinbekommen , dass auch Menschen mit vollen Terminkalendern künftig auf schnelle und ungesunde Mahlzeiten verzichten können. Einen Alternative zu solchen schnellen Gerichten bieten sie mit ihrem im vergangenen Jahr gegründeten Startup Every. Das Unternehmen liefert seit einigen Monaten deutschlandweit Boxen mit schockgefrorenen Kreationen wie „Golden Curry“, „Velvet Crunch“ oder „Happy Quinoa“ als schnelle Mahlzeiten direkt an die Haustür. „Das was wir machen, hat wenig mit normalen Tiefkühlgerichten zu tun“, sagt Casimir Rob. Die pflanzlichen Bowls würden auch jene ansprechen, die sich ihr Essen sonst nur vom Lieblingsrestaurant liefern lassen würden, meint Rob.“

Zubereitet in zehn Minuten Unter every-foods.com warten derzeit dreizehn verschiedene tiefgekühlte Gerichte darauf, bestellt zu werden. Allerdings wird jede Order, nach Angaben von Rob, zu einer individuellen Box zusammengestellt. „Jede einzelne Mahlzeit besteht aus bis zu zwanzig verschiedenen, aufeinander abgestimmten Zutaten“, sagt der Co-Gründer Benjamin Ahlers. Und natürlich würden alle Gerichte ganz ohne künstliche Zusätze zusammengestellt. „So etwas bereitet man allein nicht mal eben in zehn Minuten zu,“ ergänzt er. Mit Every funktioniere das aber. Es sei möglich, sowohl in der heimischen Küche als auch im Büro. Der Bowl solle einfach erwärmt werden.

Hergestellt werden alle Gerichte in Norddeutschland. Viele Rohwaren wie Spinat, Erbsen oder Kartoffeln stammen direkt aus der Region und werden nach Angaben der Gründer im Freiland kultiviert. In Deutschland wachse auch die Favabohne, aus der die besonders proteinreichen Ackerbohnennudeln für die „Spicy Noodles“ hergestellt werden. Mit im Angebot sind auch ausgewählte exotische Spezialitäten wie CrunchyWasserkastanien und die nährstoffreiche Jackfrucht. „Wir wissen sehr genau, woher welche Zutat kommt. Unsere Landwirte durchlaufen strikte Qualitätskontrollen“, betonen die Gründer. Nachhaltiges Handeln gehöre zur Every-DNA. Das junge Unternehmen mit bald 17 Mitarbeitern arbeitet nach eigenen Angaben komplett klimaneutral. „So bestehen etwa alle Verpackungen für die Bowls aus recycelbarem Karton und sogar die Isoliermaterialien für die Kühlung während des Versands sind komplett kompostierbar“, hebt Ahlers hervor. Allein im Januar dieses Jahr konnte das Unternehmen immerhin 3.000 Neukunden gewinnen. Der Anspruch der Gründer ist es jetzt, genau diese Konsumenten auch von ihrem hohen Anspruch an die Produktqualität zu überzeugen.

Lebensmittelverschwendung soll vermieden werden Hinzu kommt – und das ist offenbar für Benjamin Ahlers und Casimir Rob genauso wichtig –, dass Lebensmittelverschwendung bei Every fast ausgeschlossen ist. Denn die Beiden weisen darauf hin, dass ihre Gerich-

Unter every-foods.com warten dreizehn tiefgekühlte Gerichte darauf, bestellt zu werden. Die Mahlzeiten sind vegetarisch, sollen aber auch Nicht-Vegetarier oder -Veganer ansprechen.

Fotos: Every, Rügenwalder Mühle, Genuport

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Benjamin Ahlers (u.) und Casimir Rob: die Gründer von Every.


Die pflanzliche Käse-Alternative *

mit der Sie die neue Kunden-Generation gewinnen!

Vegan ist mega in! 32% der Verbraucher kaufen bereits pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten1. Das enorme Wachstum im Retail (+218% in 2 Jahren)2 zeigt das Potenzial für OOH. Vor allem jüngere Konsumenten achten auf eine bewusste Ernährung und wollen dabei Aspekte wie Gesundheit, Tierwohl und Klimaschutz in Einklang mit adäquatem Genuss bringen3. Attraktive Wertschöpfung durch höhere Ausgabenbereitschaft der Vegan-Konsumenten.

nurishh - Food für Körper und Geist! Geschmack: hohe Akzeptanzwerte durch Verbraucher bestätigt5 Vielseitigkeit: unterschiedliche Produkte und Geschmacksrichtungen für warme & kalte Anwendungen Natürlichkeit: auf Basis von Kokosöl, ohne Zusatz von Konservierungsstoffen Mineral- und vitaminreich: Calcium und B12

Entdecken Sie auf unserer Homepage weitergehende Informationen, tolle Rezeptvorschläge und bestellen Sie unsere Neuprodukte gratis zum Ausprobieren! www.bel-foodservice.de/nurishh-gratismuster * Auf Basis von Kokosöl 1 Consumer Panel FMCG, MAT FEB 20, Käufer in %, RP, Future Cow Client Study 2 Quelle: IRI, Menge Pflanzlicher Käse-Alternativen, 2020 vs 2018 3 BMEL-Ernährungsreport 2020 5 Quelle: Qualitative Product Sensory Test, Lifesights Company GmbH

Bel Deutschland GmbH Werner-von-Siemens-Ring 12 85630 Grasbrunn www.bel-foodservice.de


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VERPACKUNG UND ENTSORGUNG Gerade in Zeiten der Pandemie ist das Thema Verpackungen für die Retailer existenziell wichtiger denn je. Sie müssen hier thematisch auf dem Laufenden sein, um richtig zu agieren. Text Hans Jürgen Krone

Reclay Group, im Gespräch mit Convenience Shop. Das Unternehmen, das über seine Aufgaben in der Entsorgung hinaus inzwischen vielfältige Beratungsaufgaben übernimmt, hatte in den vergangenen Monaten immer wieder ausführlich darauf hingewiesen, auf welche Veränderungen sich die „Inverkehr-Bringer“ von Verpackungen vorbereiten müssen.

Nur die richtig entsorgten Wertstoffe werden nicht einfach verbrannt.

Verbote und Gebote Ganz konkret sind das in diesem Jahr, so berichtet Sabrina Goebel, Leiterin Consulting, Reclay Group, auf Grund der Novellierung des Verpackungsgesetzes und durch die Einwegkunststoffverbotsverordnung, ab 3. Juli 2021 beispielsweise Vertriebsverbote für Einwegkunststoff-Bestecke, -Teller, -Trinkhalme, -Rührstäbchen, und so weiter. Dazu kommen zum selben Stichtag weitere Kennzeichnungspflichten für Einwegkunststoff-Produkte und Verpackungen beispielsweise von Filtern zur Verwendung in Kombination mit Tabakprodukten, Tabakprodukte mit Filtern sowie Getränkebecher, wenn sie ein Einwegkunststoff-Produkt sind. Weitere Änderungen, Gebote und Verbote, auch bezüglich Shop relevanter Produkte, sind im Gesetz bereits bis zum Jahr 2025 festgelegt. Und bei manchen Regelungen weiß noch niemand so richtig, wie sie in der Praxis funktionieren sollen. So beispielsweise bei der ab

„Kunststoffrecycling ist immer noch ein Nischengeschäft“, betonte das Duale System Deutschland im Krisenjahr 2020.

Anfang Januar 2023 geltenden Pflicht, in den Shops Mehrwegverpackung als Alternative für Einwegkunststoff-Lebensmittelverpackungen und für Einweggetränkebecher zum gleichen Preis anzubieten. Und das vielleicht sogar an Verkaufsautomaten. Laut Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) sind bei der reinen Mitarbeiterversorgung im Catering die Automaten von der Mehrwegpflicht ausgenommen. In Produktionsbetrieben sollen generell keine Mehrwegbecher erlaubt sein. Diese ganze Vorschrift ist auch für alle Arten von C-Shops schwierig und es ist nur ein kleiner Trost, dass es den kleinsten Läden, unter 80 Quadratmetern, erlaubt sein soll, stattdessen auch nur die Abfüllung in mitgebrachten Mehrwegbehältnissen des Endverbrauchers anzubieten.

Gute Kenntnis der Materie erforderlich Doch welche Regelungen es auch immer gibt – bei der Diskussion der Umweltproblematik bei Verpackungen wird immer wieder sehr deutlich, dass sowohl Industrie als auch Handel und schließlich die Verbraucher aktiv mitwirken müssen, um die Dinge wirklich zu verbessern. Unabdingbar ist eine gute Kenntnis der Materie. „Unsere Aufgabe ist es auch, allen Beteiligten immer wieder Informationen über die Basics zur Verfügung zu stellen, ohne deren Kenntnis sich nichts wirklich bewegen kann“, sagt Sabrina Goebel dazu. Beispielsweise ein Joghurtbehältnis aus Kunststoff mit einem Aludeckel und einer zu entfernenden Papiermanschette: Wirklich recycelt werden könnten diese Gebinde nur, wenn der Endverbraucher die drei Elemente Metall, Plastik und Papier aktiv voneinander trenne und diese entsprechend entsorgt würden. „Wir bewegen Massenströme und können diese Art von

Verpackung nicht im Nachhinein trennen“, sagt Goebel. „Nur was in gelbem Sack oder Tone, im Papiermüll und im Glascontainer entsorgt wird, kann recycelt werden, so einfach ist das“ sagt sie. Im Restmüll werde alles verbrannt.

Industrie muss liefern Entscheidend ist dabei natürlich auch, dass die herstellende Industrie von vorne herein wirklich recyclingfähige Produkte auf den Markt und in die Regale bringt. Und damit nicht immer erst hinterher herauskommt, wie recyclingfähig eine Verpackung ist und dann oft teuer nachgebessert werden muss, berät Reclay beispielsweise solche Hersteller. Auf der Grundlage aller Daten zu Materialkombinationen et cetera kann Reclay schließlich den Beteiligten sagen, zu wie viel Prozent recyclingfähig die geplante Verpackung wirklich ist. Ist die Prozentzahl dem Hersteller oder dessen Kunden zu niedrig, kann Reclay Vorschläge machen, wie diese Prozentzahl erhöht werden kann. Der Druck des Handels in diese Richtung wird bei diesem Thema sicherlich eine gewisse Rolle spielen. Große Unternehmen wie Aldi haben schon jetzt angekündigt, in wenigen Jahren nur noch Produkte in die Regale zu nehmen, deren Verpackungen zu 100 Prozent recyclingfähig sind. Ob das wirklich durchgehend zu erreichen ist, kann heute noch niemand ganz genau sagen. Der Convenience-Branche, mit ihren vielen Kleinpackungen und dem zusätzlichen Transport- und Verpackungsmaterialproblem im To-Go-Geschäft, stünde es in jedem Falle gut an, hier ebenfalls frühzeitig und sehr deutlich entsprechende Standards zu setzen und in Zusammenarbeit mit Herstellern und Großhandel dieses Thema zu forcieren, um nicht diesbezüglich Problemfall zu bleiben oder zu werden.

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Grüne Punkt

as Thema Verpackung, Entsorgung, Recycling und alles darum herum wird auch die Shop-Betreiber in den kommenden Monaten und Jahren stark weiter beschäftigen. Fachleute gehen davon aus, dass den in diesem Jahr in Kraft tretenden gesetzlichen Veränderungen und Verschärfungen in den kommenden Jahren weitere Maßnahmen und Vorschriften folgen werden. Kürzlich forderte beispielsweise der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einweg-To-Go-Verpackungen in Berlin. Auf Einweg-Verpackungen solle eine Abgabe von 50 Cent und für EinmalBesteck von 20 Cent pro Stück fällig werden. Die Reclay Group ist seit 2002 im Markt aktiv und ein duales System in Deutschland. Sie betreut weltweit über 3.000 Kunden aus Industrie, Handel und Gewerbe. Ihr Metier sind alle Fragen des Verpackungs- und Entsorgungsmanagements, die Entwicklung von Rücknahmesystemen für Verkaufs- und Transportverpackungen, Elektro- und Elektronikaltgeräten und Batterien sowie der nationale und internationale Wertstoffhandel. „Wir könnten nach der Bundestagswahl erleben, dass Kunststoff national bald besteuert wird, wohl auch weil der Staat schlicht Geld braucht“, sagte in diesen Tagen Fritz Flanderka, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der

Fotos: obs/DSD/Der

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AKTUELLE INDUSTRIETHE EMEN Rum mit Gewürzen Als eine Spezialität ist der Rum der Marke Black Magic neu im Markt. Er ist ein kräftig-milder und dunkler Spiced Rum mit 40 Volumenprozent Alkohol. Durch die Zugabe von Gewürzen erhält er laut Anbieter eine besondere Note. Das Etikett zeigt ein Mehrfachbild mit einem versteckten Symbol seiner Legende. Manche Betrachter sehen ein Schiff, andere einen Totenkopf. Der Blend aus hellem und dunklem Rum mit einem Mix aus verschiedenen Gewürzen soll ihn zu etwas Besonderem und Vielseitigem machen. Die Innovation ist für den Pur-Konsum gemacht, aber auch zur Verwendung in Mixgetränken zum Beispiel mit Cola und tropischen Cocktails geeignet. Vertrieben wird die Produktneuheit in Deutschland von der Underberg Gruppe.

Deinhard auch als Wein Nach dem Erwerb der Marke Deinhard, der im September 2020 durch die Weinkellerei Peter Mertes vollzogen wurde, erweitert das Unternehmen nun das Markenangebot auch um eine Weinserie. Drei Rebsortenweine im klassisch gehaltenen Design gehören dabei zum Portfolio. Den Auftakt im Weinregal machen ein feinherber Riesling sowie ein trockener Weißburgunder. Ein feinherber Spätburgunder Rosé wird das Rebsortentrio abrunden. Alle drei Varianten werden nach Angaben der Weinkellerei aus über 25 Jahre alten Rebpflanzungen gewonnen. Deshalb erhalten die Weine die Bezeichnung „Alte Reben“. Sie sollen einkommensstarke Zielgruppen mit Anforderungen an Qualität und Geschmack ansprechen.

Fotos: Diageo, Berentzen

Wein ohne Prozente Bottega 0 ist ein neues alkoholfreies Sprudelgetränk, das von der gleichnamigen Weinkellerei in Bibano di Godega, Italien, hergestellt wird. Er werde aus Traubenmost gewonnen und wurde mit dem Ziel produziert, die Bedürfnisse derjenigen zu befriedigen, die aus bestimmten Gründen keine alkoholischen Getränke konsumieren, teilt das Unternehmen mit. Zielgruppe sind auch diejenigen, die Wein mögen, aber beim Alkoholkonsum vorsichtig sein wollen. Bottega 0 stehe in der Tradition von Schaumweinen, sei aber als alkoholfreie Weiterentwicklung Ergebnis jahrelanger Forschung. Er ist als Rosé und bald auch in einer weißen Variante erhältlich.

2021

POPCORN ODER LIMONE, JETZT AUS DER FLASCHE In Zeiten geschlossener Gastronomie ergeben sich für C-Stores in der Kategorie Spirituose neue Chancen. Besonders jüngere Konsumenten kaufen hier gerne trendige Produkte k ein. Text Martin Heiermann

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uch jüngere Konsumentinnen und Konsumenten gönnen sich in Krisenzeiten gerne mal einen besonderen Genuss. Den bieten auch Spirituosen. Und nicht nur Ready-to-Drinks, also bereits vorbereitete Mischungen im Dosengebinde, liegen dabei deutlich im Trend, sondern auch hochwertige Spirituosen und solche, die zur Zubereitung von Mixes und Cocktails einladen. Gerade in Convenience Stores kauft diese Zielgruppe gerne und bequem ein. Deshalb sollten die Stores wichtige Trendprodukte in den Regalen haben. Dazu gehören Gin und auch Liköre. Als weiteren großen Schlüsseltrend definieren viele der Marktforscher dabei auch die Bevorzugung regionaler Produkte. Dies sei eine Folge der Globalisierung. Bei geschlossener Gastronomie kommen die Drinks allerdings nur in den eigenen vier Wänden ins Glas.

Drinks mit weniger Alkohol Die Berentzen Gruppe bediente diese Wünsche mit einer neuen Likör-Range. „Die Nachfrage nach süßen Likörvarianten steigt in Deutschland ungebrochen“, erklärt Stephan Susen, Marketingleiter der Gruppe. Die Konsumenten seien auf der Suche nach besonderen Geschmackserlebnissen. Folgerichtig hat das Unternehmen aktuell unter der Dachmarke Berentzen drei neue Sorten ins Likörregal gebracht: Sie heißen Donut, Popkorn und Hanf Waldmeister. Kernzielgruppe seien die 18- bis 29-Jährigen. „Wie ein unabhängiges Marktforschungsinstitut bestätigt, birgt die neue Range großes Potenzial“, zeigt sich der Hersteller voll und ganz überzeugt. 83 Prozent der Befragten, so die Umfrage, beschreiben demnach das Produkt als einzigartig, 69 Prozent würden die neuen Sorten kaufen. Zudem bediene die Range mit einem Alkoholgehalt von 15 Volumenprozent zusätzlich auch den Trend zu weniger Alkohol.

Fruchtig und sommerlich Fruchtig und süß kommt auch eine neue Wodka-Variante aus den Hause Berentzen daher. Mit der Summer Edition Passionfruit Yuzu der Marke Puschkin erfülle man, laut Unternehmen, aktuelle Kundenwünsche. Kernzielgruppe sind auch

Die neuen Liköre von Berentzen heißen Donut, Popkorn und Hanf-Waldmeister. Die Kernzielgruppe seien die 18- bis 29-Jährigen, so der Hersteller.

hier jüngere Konsumenten sumenten zwischen i 18 und 25 Jahren mit viel Probier-Interesse. Pur, eiskalt oder auf Crushed Ice, soll die Variante als Sommerdrink geeignet sein. Auf einen höhren Alkoholgehalt mit Volumenprozenten von 37,5 Prozent setzt Spirituosenanbieter Diageo. Er baut seine Flavoured Gin Range Gordon‘s aus und bringt die Variante Sicilian Lemon Distilled Gin auf den Markt. Geschmacklich soll sie zwischen dem London-Dry-Klassiker und der pinken Variante, dem beerigen Pink Distilled Gin, liegen. Die zitrusfruchtige Innovation soll durch ihr „sizilianisches Flair“ sowohl Frauen als auch Männer als Verbraucher erreichen.

Finger Food!

Keine Z ei t, keine Idee, kein Plan? Pizza Pockets sind die schnelle Antwort auf knurrende Mägen. www.frostkrone-foodgroup.de


18 | Industrie

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GRAS MÄHEN, STATT BÄUME ZU FÄLLEN Mit dem Verbot von Einweg-Plastik, das in Deutschland im Sommer 2021 in Kraft tritt, werden Papier-Produkte wichtiger. Das Unternehmen Creapaper will auch diese umweltgerechter machen und setzt dabei auf den zusätzlichen Einsatz von Gras. Text Hans Jürgen Krone

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apier rückt für Verpackungen, in Gastronomie und Retail im Jahr 2021 noch stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Aber auch Papier könnte umweltverträglicher sein, denn seine Herstellung aus Holz ist energieintensiv, erfordert den Einsatz chemischer Mittel, zum Beispiel für das notwendige Herauslösens des Stoffes Lignin, und verbraucht sehr viel Wasser. Ein Unternehmen, das diesbezüglich einen vielleicht bahnbrechenden Ansatz verfolgt, ist Creapaper aus dem rheinischen Hennef. Sein Gründer, Uwe D’Agnone, machte sich auf die Suche nach einer Alternative zum Einsatz des Rohstoffes Holz und fand sie: Gras. Dieses wird in Zeiten des Kraftfutters von Bauern immer weniger eingesetzt und zu riesigen Mengen schlicht verbrannt. Das geht besser. Im Rahmen von D‘Agnones Forschungen, in die auch die Universität Bonn involviert war, kam heraus, dass bei der Papierherstellung – je nach Endprodukt – bis zu 60 Prozent des sonst einge-

setzten Holzes durch Gras ersetzt werden kann. Und das in den gleichen Maschinen, die schon bisher Zellstoff aus Holz verarbeiten. „Deshalb ist dies keine disruptive Technik, die bestehende Geschäftsmodelle bedroht“, sagt Jeannette Thull, Geschäftsführerin des Unternehmens, im Gespräch mit CS. Inzwischen konnten einige große Food-Hersteller für die Idee gewonnen werden. So gab Coca-Cola ein Tray in Auftrag, das mit 50 Prozent Gras hergestellt wurde. Überzeugend dabei auch: Bei der Produktion werden 99 Prozent weniger Wasser als bei der konventionellen Zellstoff-Produktion verbraucht und bis zu 95 Prozent CO2-Emissionen eingespart. Rewe, Aldi und Kaufland setzen inzwischen Graspapier-Schalen für die Vermarktung von Bio-Obstund -Gemüse ein. Rossmann ist auch Kunde und Tests mit Graspapier-Tüten laufen in einigen Edeka-Märkten. Um liefern zu können, hatte Creapaper 2018 die weltweit erste Grasfaseranlage in Düren mit einer Kapazität von etwa 25 000

Tonnen Graspellets pro Jahr gebaut.. Im nächsten Schritt möchte das Unternehmen mit Produkten wie Servietten,Toilettenpapier und Trinkhalmen auf den Markt kommen. Interessant für die Shops sind vor allem die vielseitigen Verpackungen für das Gastro-To-GoGeschäft vom Burger-Karton bis hin zum umweltfreundlichen Einweg-Kaffeebecher, der ebenfalls bald fertig sein soll. Allerdings können aktuell noch keine einzelnen Shop-Betreiber die Produkte direkt ordern. Creapaper braucht große Partner und Abnehmer aus Handel und Großhandel, die das Geschäft mit ihnen machen und voranbringen. Wenn es jedoch so weit ist, dann könnte eine Überraschung auf den Handel warten: „Wenn wir entsprechende Mengen herstellen können, dann können die Produkte, bei denen unsere Pellets eingesetzt werden, sogar preiswerter sein als konventionell produzierte Produkte. Umweltfreundlich bedeutet eben nicht immer teurer“, sagt Jeannette Thull.

Der Einsatz von Gras bei der Papierherstellung durch Creapaper, ist bei vielen Produkten möglich.

INNOVATIONEN RUND UM JACK DANIEL‘S Impulse bei Spirituosen-Premixes in Dosen sind für C-Shops immer interessant. Mit seinen Innovationen in diesem Segment setzt Brown Forman 2021 deutliche Zeichen. Text Hans Jürgen Krone

E Jack Apple & Tonic ist „der zweite Streich“ von Brown Forman 2021.

in offensichtlich innovatives Jahr mit spannenden Innovationen, gerade auch für die Convenience-Shops, soll 2021 für den Spirituosenhersteller Brown Forman geben. Im Mittelpunkt steht dabei die Whisky-Marke Jack Daniels. Im Januar stellte das Unternehmen gar eine neue Sortiments-Katego-

rie vor: „Gentleman Jack & Cola ist der erste Premixed-Longdrink im Super Premium Segment“, verkündete das Unternehmen nicht ohne Stolz. Die Kombination aus original Jack Daniel’s Gentleman Jack Whiskey und einer eigens für den neuen Premix angefertigten Cola Rezeptur, gab es europaweit zunächst nur im deutschen

Markt. Seit Anfang Mai ist der nächste Impuls in Sachen Premixed-Longdrink (PMLD) auf dem Markt: Jack Apple & Tonic: Das neue Produkt im 250 ml Slim Can Format, mit drei Prozent Alkoholgehalt, ist der erste Premixed Longdrink, den das Unternehmens auf der Basis des fruchtigmilden Jack Daniel’s Tennessee Apple einführt.

MIT COFFEE-PAIRING ZUM CROSS-SELLING In einer Zeit, in der sich die Menschen wenigsten innovative Produkt-Erlebnisse rund um den Coffee To Go wünschen, macht TK-Hersteller Erlenbacher solche auch für Shop-Betreiber in ihrem To Go-Angebot einfacher realisierbar.

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ass der TK-Backwarenhersteller Erlenbacher Kucheninnovationen auf den Markt bringt, ist an sich nichts Neues. Doch die aktuellen Barista-Cakes sind Ergebnis eines anspruchsvollen Projektes. In die Entwicklung des für Erlenbacher „einzigartigen Produktkonzeptes auf dem Markt“, wurden Kaffeeröster und Barista einbezogen. Ziel war es nämlich, die Rundkuchen speziell auf die Aromen unterschiedlichster Kaffeespezialitäten abzustimmen. „Ideal für alle gastronomischen Betriebe mit hoher Kaffeekompetenz, die ihr Angebot ausdifferenzieren möchten“, sagt das Unternehmen. Zu unterschiedlichen Kaffeezubereitungen wurden schließlich vier passende Kuchen als Begleiter entwickelt: Chocolate Raspberry, Apple Cassis, Chocolate Salted Caramel und Banana Walnut. Dies seien keine zufälligen Kombinationen. Zusammen mit Kaffeeröster Jonas

Braun wurde an feinen Geschmacksnuancen gefeilt. „Die vier Kuchen decken das ganze Spektrum der über 800 vorhandenen Kaffeearomen ab“, sagen die Beteiligten jetzt stolz und das sei kein Selbstzweck, sondern gebe den Betreibern in ihren Cafés vor Ort die Möglichkeit, „mehr Umsatz durch Coffee-Pairing“ zu machen.

Kunden ordern Kuchen zum Kaffee Erlenbacher hatte 2019 in einer YouGov-Befragung herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Gäste regelmäßig ein Stück Kuchen zum Kaffee ordert. Diese Mechanik funktioniert wahrscheinlich aber in vielen Shop-Bistros noch nicht so richtig. Ganz zu zu schweigen von den To Goorientierten Pandemie Zeiten. Grund genug, meint das Unternehmen, gerade jetzt damit anzufangen. Erlenbacher: „So geht Cross-Selling 2.0, raffiniert und zielgruppengerecht.“ Dafür,

vor allem in der Convenience-Branche wichtig, sollen sich die neuen Barista Cakes nicht nur durch ihre Aromaprofile, sondern auch durch ein einfaches Handling auszeichnen. Kurze Auftauzeiten und eine lange Standzeit von bis zu 48 Stunden in der Kühlung, können das Angebot gerade für kleine Shops durchaus attraktiv machen und „je nach Bedarf lassen sich die vorgeschnittenen Kuchenstücke einzeln entnehmen und können in der Auslage miteinander kombiniert werden“, so das Unternehmen weiter.

Attraktiv auf kleiner Fläche So lasse sich auch auf kleinstem Platz ein attraktives Angebot schaffen. Von der Firmenzentrale in Groß-Gerau aus werden von Erlenbacher inzwischen 450 verschiedene Artikel im Bereich TK-Backwaren für den Außen-Haus-Markt hergestellt und in rund 45 Länder exportiert.

Ob To Go oder, wenn wieder möglich, im Bistro: Kunden bestellen gerne Kuchen zum Kaffee.

Fotos: Creapaper, Erlenbacher, Brown-Forman

Text Hans Jürgen Krone


Industrie | 19

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Relativ neu im Markt ist der Hersteller Franco Fresco mit der Pizza-Marke Gustavo Gusto.

PIZZA UND PANDEMIE – DAS GEHT ZUSAMMEN Der Pizza-Umsatz ist 2020 gestiegen. Vor allem mit veganen und vegetarischen Alternativen wollen die Hersteller auch 2021 punkten. In Pandemie-Zeiten stehen die Chancen dazu gut. Text Silke Hoyer

Fotos: Dr. Oetker, Franco Fresco, Getty Images

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izza ist als italienisches Nationalgericht weltberühmt und gehört zu den Lieblingsessen der Deutschen. Und während der Corona-Krise ist die Lust auf Pizza sogar noch gewachsen: Das Marktforschungsinstitut Iri hat herausgefunden, dass der Pizza-Umsatz von Januar bis November 2020 um sieben Prozent, auf 1,3 Milliarden Euro, gestiegen ist. Vor allem Tiefkühl-Pizza ist im komplizierten Alltag zwischen Homeoffice, Homeschooling und Kleinkindbetreuung oft die perfekte Lösung, um sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Außerdem muss es oft schnell gehen – nicht nur bei der Zubereitung, sondern auch bei der Beschaffung. Für die schnelle Versorgung zwischendurch sind Convenience-Shops, Tankstellen und andere Convenience-Kanäle für dieses Produkt daher beliebte Einkaufsorte. Doch bei allen Vorteilen gilt: Beim Pizza-Genuss sollte keine Langeweile aufkommen.

Aus der vegetarischen Ideenschmiede Das ist eine Herausforderung für die Ideenschmieden der Hersteller, die Trends erkennen und den Geschmack der Verbraucher treffen müssen. Da zurzeit vor allem vegetarische und

vegane Produkte beliebt sind, bedienen auch die Hersteller von TK-Pizza verstärkt dieses Segment. „Gut ein Drittel unserer Pizzen ist für Vegetarier geeignet – und ständig kommen neue Varianten hinzu. So wurde unser Intermezzo-Sortiment im März um die Sorte Spinat mit Hirtenkäse ergänzt“, berichtet Christiane Koßmann, Abteilungsleiterin Marketing Pizza Deutschland bei Dr. Oetker.

Mit Kokosöl oder Sojaeiweiß Bereits eingeführt wurden die Geschmacksrichtungen Drei Käse mit Frühlingszwiebeln und Sauerrahm sowie der Klassiker Mozzarella mit Pesto. Mit der Ristorante Pizza Margherita Pomodori hat Dr. Oetker, ebenfalls im März, die erste vegane Tiefkühlpizza in Deutschland auf den Markt gebracht. Eine Pizza-Variante, die einiges Kopfzerbrechen mit sich brachte. „Da auf unseren Tiefkühlpizzen bisher ausschließlich echte Käse wie Mozzarella, Edamer oder Gouda zum Einsatz kamen, war die Suche nach einer Alternative, die geschmacklich gleichwertig ist, die größte Herausforderung“, erläutert Insa Parkan, Produktentwicklerin Pizza bei Dr. Oetker, die Schwierigkeiten. Das Ergebnis kann sich sehen

lassen: Ein Belag aus Cocktailtomaten, marinierten Tomatenstückchen und einer Käsealternative auf Kokosölbasis soll vollen Ristorante-Genuss versprechen, ist Dr. Oetker überzeugt. Auch Pizzaspezialist Wagner hat vegane Produkte im Angebot, geht jedoch einen anderen Weg und substituiert mit Sojaeiweiß. Auf diese Weise haben die Entwickler drei vegane beziehungsweise fleischfreie Sorten Piccolinis kreiert, die seit April auf den Markt sind: Spinach Creamy Style ist mit Blattspinat, Sonnenblumenkernen und Zwiebeln belegt, serviert auf einer veganen, mit Knoblauch verfeinerten hellen Soße. Die neue BBQ Chicken Style besteht aus veganen Filetstücken nach Hähnchen-Art aus Sojaeiweiß, roter Paprika sowie roten Zwiebeln und einer BBQ-Soße. Die dritte Sorte heißt Bolognese Style und ist komplett fleischfrei. Die Pizza ist mit veganem Hack aus Sojaeiweiß sowie mildem Edamer auf einer würzigen Tomatensoße belegt.

Vegetarische und vegane Varianten: Gut ein Drittel der TKPizzen von Dr. Oetker sind, laut Unternehmen, inzwischen fleischlos oder sogar ohne tierische Bestandteile.

Pizza Margherita, Pizza Spinacie e Ricotta und die Pizza „Vier Käse für ein Halleluja“, mit der dem Unternehmen ein schlagkräftiger Werbecoup gelungen ist: Gleich mit vier unterschiedlichen Motiven stehen die legendären Kultschauspieler Bud Spencer und Terence Hill unter dem Slogan „Vier Käse für ein Halleluja“ Pate für die neue Gustavo Gusto-Tiefkühlpizza. Diese Pizza wird nicht nur typisch italienisch, sondern auch mit Cheddar, Bergkäse und von Hand aufgelegtem Blauschimmelkäse hergestellt. „Mit unserer neuen Pizza ‚Vier Käse für ein Halleluja‘ setzen wir konsequent unseren Weg fort, Tiefkühlpizzen auf den Markt zu bringen, die sich durch besondere Zusammenstellungen und witzige Verpackungen auszeichnen“, betont Christoph Schramm, Geschäftsführer von Franco Fresco. Er will damit vor allem zeigen, dass Verbraucher, neben Geschmack und Qualität, auch mit aufmerksamkeitsstarken sowie witzigen Kampagnen zu gewinnen sind – gerade in Krisenzeiten.

Mit Bud Spencer und Terence Hill Relativ neu am deutschen Pizza-Markt und offenbar erfolgreich ist das Unternehmen Franco Fresco mit der Premium-Pizza-Marke Gustavo Gusto, die es in drei vegetarischen Varianten gibt:

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20 | Show Star

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01. Digitale Inspirationen nutzbar gemacht

10. Vollautomatisch mit Filter

09. Passend für jede Umgebung

Unter dem Motto #EineIdeeMehr hat Milram Foodservice eine eigene Online-Messe und einen neuen Web-Auftritt ins Leben gerufen. Unter Messe.milram-food-service.de finden Köche und Bäcker, auch aus dem Shop-Geschäft, eine Mischung aus Trends, Tipps und Talk. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Digitalisierung. Präsent ist Milram auf vielen Kanälen, von Facebook über Instagram bis hin zu Youtube. Die Messe bietet neue Kanäle und Bildwelten sowie individuelle Ansprache für die unterschiedlichen Anwendergruppen. So zeigt Heiko Antoniewicz, wie die Anwender mehr aus Körnigem Frischkäse herausholen können. Die Community erfährt, wie sie mit der TrendApp Inspirationen aus aller Welt für ihr Geschäft bekommt.

Einen frisch gebrühten Kaffee zum Mitnehmen anbieten, das ging und geht sogar in Zeiten der Pandemie. Melitta Professional hat jetzt die schnelle Zubereitung aus frisch gemahlenen ganzen Bohnen möglich gemacht. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie To Go. Mit dem Filter-Vollautomaten Melitta Cafina CT8-F setzt Melitta Professional einen neuen Maßstab für die Zubereitung von frischem Filterkaffee. Die Maschine kann, je nach Bedarf, bis zu 500 Tassen frischen Filterkaffee pro Stunde aufbrühen.

Mix & Match für höchste Individualität: Das ist das Konzept der Maschine Coffee Soul mit Select-Konzept von Schaerer. Das neue Design, zwei Modelle und drei Benutzeroberflächen, bietet Kunden unzählige Konfigurationsmöglichkeiten. Das Konzept basiert auf der Grundidee, technische Ausstattung, Benutzerführung sowie Farben und weitere Designelemente unabhängig voneinander zu kombinieren und Kunden somit größte Flexibilität bei der exakten Anpassung an ihr Geschäftsmodell zu eröffnen. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Flexibilität. Auch die technischen Features der Maschine richten sich exakt an den Bedürfnisse, ob Restaurant, Kaffee, Tankstellen-Shop, Convenience Store oder Büro aus, sagt das Unternehmen.

INNOVATIV IM GASTROGESCHÄFT

02. Produkte impulsgerecht präsentieren

08. Milch sortenrein getrennt

Mit der Modellreihe Caleo, die Nordcap präsentiert hat, will das Unternehmen die steigende Nachfrage nach Take Away und Convenience bedienen können. Schließlich entscheiden sich immer mehr Betreiber für neue Raumkonzepte und Verkaufsflächen. Mit flexiblen Systemgeräten könne jetzt für jede Verkaufsfläche ein unverwechselbares Profil entwickelt werden. Caleo ermögliche es, spezielle Angebote für den Sofort-Verzehr über mehrere Warengruppen hinweg – von Obst, Sushi, Salaten, Brot und Gebäck bis zum heißen Snack – in einer einzigen SB-Einheit zu präsentieren. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Präsentation. Die Geräte sind ebenfalls flexibel positionierbar.

Kuhmilch oder vegane Milch, die Wünsche der Kunden für ihren Coffee To Go sind heute vielfältig, aber meist klar definiert. Nur wer die entsprechende Technik hat, kann automatisch von den aktuellen Entwicklungen profitieren. Mit der neuen Franke Individual Milk Technology bietet die Franke Speciality Beverage Station (SB1200) eine besondere Innovation. Mit ihr können Shop-Betreiber den Kunden nicht nur verschiedene Milcharten anbieten, sondern auch garantieren, dass die jeweilige Milch sortenrein und komplett mediengetrennt gefördert wird. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Trend. So kann glaubwürdig ein erweitertes Getränkeportfolio angeboten werden.

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03. Für jeden Bedarf und Geldbeutel passend Mit der neuen Produktlinie X-Line hat Palux eine nahtlose Herdanlage in modularer Bauweise auf den Markt gebracht. Diese ist laut Unternehmen gerade auch für die inhaber- beziehungsweise pächtergeführte Gastronomie sowie die System- und Verkehrsgastronomie geeignet. Das Unternehmen will mit der Flexibilität, den leistungsfähigen thermischen Komponenten und dem smarten Design der X-Line auch budgetorientierte Käufer und Startups im Gastrosegment ansprechen. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Einrichtung. Bei beengten Küchenraum kommen die Vorteile des Systems besonders zur Geltung.

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Auf den digitalen Gastro-Messen von Stuttgart und Hamburg wurden zahlreiche Innovationen vorgestellt. Diejenigen, die aus der Sicht der Redaktion besonders sinnvoll für das Gastro-Geschäft der Shops sind, belohnen wir mit einem Showstar. Text Hans Jürgen Krone

07. Becher und Flaschen hygienisch spülen Einwegprodukte wie der To Go-Becher aus Styropor gehören bald der Vergangenheit an. Spülbare Becher aus Kunststoff liegen hingegen voll im Trend, ebenso wie wieder befüllbare Flaschen. Für beides hat Spülmaschinenhersteller Hobart jetzt neue Korbsysteme für seine Spülmaschinen entwickelt. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Hygiene. Es gibt zum einen den neue Mehrwegbecherkorb, in dem 25 Becher gleichzeitig gespült werden können. Zum anderen bietet der neue Flaschenkorb Platz für zwölf Flaschen und ist für Getränkeflaschen bis hin zu Laborflaschen in den unterschiedlichsten Größen geeignet.

04. Pflanzliche Käse-Alternative

05. Nach bayrischer Art

06. Vollautomatisch reinigen

Im Foodservice-Geschäft außer Haus führt an „plant-based Food“ kein Weg mehr vorbei. Davon ist Hersteller Bel Foodservice überzeugt und hat mit Nurishh eine pflanzenbasierten Käse-Alternative auf den Markt gebracht. Deren Einführung soll ganz im Zeichen der nachhaltigen Unternehmensstrategie stehen. Sie bietet Betreibern die Möglichkeit, attraktive vegane Snacks zu kreieren. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Ernährung. Die Nurishh-Produkte werden milchfrei und auf Basis von Kokosöl hergestellt. Im Angebot sind seit April zwei pflanzliche KäseAlternativen in Scheibenform, ein Block zum selbst schneiden sowie zwei verschiedene Sorten veganer Reibekäse.

Eine Laugenbrezel nicht pur, sondern als fertigen Snack präsentiert Baker & Baker. Die Brezel mit Käsecreme wird nach bayrischer Art gebacken und anschließend mit würziger Camenbert-Schmelzkäsezubereitung befüllt, beschreibt das Unternehmen den Prozess. Dazu kommt dann noch ein Topping aus Pfeffer und Grieß. Das ganze Produkt wird schließlich auch noch mit einer leichten Kümmel- und Zwiebelnote veredelt. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Geschmack. Der Snack ist bereits fertig gebacken und kann vor allem auch in Convenience-Shops angeboten werden, die über keinen Ofen verfügen, weil man ihn nur auftauen lassen muss.

Das vollautomatische Reinigungssystem WMF AutoClean hat WMF Professional Coffee Machines vorgestellt. Dies sei die erste vollautomatische Lösung im Bereich Reinigung der Branche, sagt das Unternehmen. Sowohl das Kaffee- als auch das Milchsystem werden ohne fremdes Zutun HACCP-konform gesäubert. Alle für den Anwender sonst zeitaufwändigen und fehleranfälligen Reinigungsaufgaben entfallen vollständig und notwendige Eingriffe reduzieren sich auf ein absolutes Minimum. Dafür gibt es den Show Star in der Kategorie Service. Über einen integrierten Timer kann exakt festgelegt werden, wann und in welchen Zyklen das AutoClean-System mit der Arbeit beginnen soll.

Foto: Hersteller, Getty Images

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SHOW STAR


Industrie| 21

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zent. Natürlich scheuen kleinere Händler oft den Aufwand, aber für sie sei es „ein Risiko, sich dem Trend zu verweigern und auf Scan and Go zu verzichten, da Verbraucher sich an Self-Scanning und Self-Checkout gewöhnen werden und den Komfort und die Zeitersparnis dann nicht mehr missen möchten“, sagt Scandit dazu.

STATIONÄR WIRD AUCH DIGITAL

Wichtige Gesprächspartner Wenn man zu diesem Themenkreis auch noch die Automatisierung und Digitalisierung zahlreicher Einrichtungen in den Shops hinzu zählt, angefangen bei Kaffeemaschinen, über Kombidämpfer, bis hin zu elektronischen Preisetiketten, dann ist die Zahl wichtiger Gesprächspartner aus der Industrie zu diesen Themen wirklich groß. Um die Dinge besser zu koordinieren, sind diese, über die Grenzen von Angebot und Konzept hinaus, aufgefordert, sich auf gewisse Standards zu einigen und Partnerschaften zu initiieren.

Die Zeiten, in denen Fragen der Digitalisierung strikt vom stationären Shop getrennt behandelt werden können, sind vorbei. Shops müssen so eingerichtet und aufgestellt werden dass digitale Services funktionieren Text Hans Jürgen Krone

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er sich in der Industrie, von Ladenbauern bis hin zu Technik-Anbieten aller Art, neue Partner für die Gestaltung seines Shops sucht, der tut gut daran, zu hinterfragen, ob diese Industriepartner inzwischen wirklich verinnerlicht haben, dass das stationäre Geschäft und die digitale Ausstattung keine voneinander getrennten Bereiche mehr sind. Wie man heute einen Shop gestaltet, und wie flexibel man diese Gestaltung nutzen kann, hängt oft davon ab, wie die Vernetzung alle Komponenten funktioniert. Die technischen Entwicklungen sorgen dafür, dass die Einrichtung und Ausstattung von Shops, ohne Einbeziehung entsprechender digitaler Strategien und Einrichtungen, ein teurer Fehler sein kann, weil bald teuer nachgebessert werden muss.

Foto: Scandit

Der Handel muss umdenken Beispiel: Last Mile-Services. „Covid-19 zwingt den Handel zum Umdenken und beschleunigt neue Technologien und Services“, weiß der Manager Matthias Hofmann des Unternehmens Scala, das nach eigener Aussage Weltmarktführer für Digital-Signage-Lösungen ist. Dabei gehe es beispielsweise um mehr Kundenservice durch die Lieferung direkt in den Kofferraum des Kunden, Verkauf rund um die Uhr mit weniger Personal, mehr Individualität, mehr Information über das Smartphone des Kunden, im Laden oder an der Abholbox. Gerade für Güter des täglichen Bedarfs sei deshalb Click & Collect sehr gut geeignet. Aber gerade für die Verkaufsräume der Shops ist die Integration solcher Angebote eine echte Herausforderung. Der

Scandit hat eine Studie zum Stand bei „Scan and Go“ vorgelegt.

Platz für Instore-Abholmöglichkeiten, Schließfächer oder im Lager ist meist sehr begrenzt. „Päckchen und Tüten müssten deswegen in vielen Fällen just in time gepackt werden“, weiß man bei Scala. Die gesamte Lieferkette und Warenwirtschaft müsse digital gedacht werden – vom Einkauf über die Präsentation bis dahin, wo der Kunde freudig seine Ware auspacke, ist das Unternehmen überzeugt, das deshalb eine Click & Collect-Offensive gestartet hat. „Die Touchpoints, an denen der Kunde begeistert werden kann, werden tendenziell mehr“, sagt Hofmann und spricht damit einen wichtigen Punkt an. Es geht eben dabei gar nicht immer um die Technik selbst, sondern auch darum, ob die Kunden durch diese Services ganz subjektiv ein Stück mehr Lebensqualität bekommen oder diese einfach nur attraktiv finden und sie schlicht nutzen wollen. Das gilt es zu beachten.

Technik in aller Munde In aller Munde sind derzeit darüber hinaus unter den Stichworten Self-Scanning, Self-Checkout und Scan and go, Systeme deren Bereitstellung sich bestimmt auch in C-Shops deutlich auf den POS auswirken werden. Laut einer Studie des Technologie-Unternehmens Scandit setzen bereits 38 Prozent der großen europäischen Einzelhändler Scan and Go ein, weitere 21 Prozent arbeiteten an seiner Einführung. 27 Prozent der Händler, die bereits Scan and Go anbieten, verzeichneten in den vergangenen Monaten eine steigende Nutzung ihrer entsprechenden Apps – teilweise sogar um mehr als 50 Pro-

ZEITGEMÄßE OPTIMIERUNGEN Zentrale Ziel des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (Mehrfachnennungen)

Innovation Handel

58 %

Alle Branchen

45 %

Kunden binden Handel

28 %

Alle Branchen

21 %

Quelle Bitkom Research/TCS


22 | Industrie

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Der E-Sprinter ist für den Hersteller Mercedes Benz beim Ausbau des Transporter-Segments in Richtung E-Mobilität von zentraler Bedeutung, neben dem Modell E-Vito.

DIE ZUKUNFT DER FAHRZEUGE STEHT UNTER STROM In Deutschland hat die Elektromobilität kräftig Fahrt aufgenommen. Sie ist im vergangenen Jahr in der Mitte der mobilen Gesellschaft angekommen.

Volkswagen kontert die Attacke von Mercedes-Benz und anderer Konkurrenz: Bei den Nutzfahrzeugen hat VW in elektrischer Hinsicht den E-Crafter und den Caddy auf Elektro-Basis sowie über seinen Partner ABT den Elektro-Transporter 6.1. zu bieten. Letzterer ist erst seit dem vergangenen März zu haben: Die Firma ABT rüstet für Volkswagen den VW T6.1. auf Elektroantrieb um. Die KastenwagenVariante fährt je nach Ausführung bis zu 138 Kilometer weit und bringt es auf eine Nutzlast von knapp 1,1 Tonnen. Auch Opel meldet beachtliche Zahlen. Im ersten Quartal 2021 wurden in Deutschland unter seinem Dach 4.850 elektrifizierte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge neu zugelassen. Das waren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 2.900 Einheiten und somit 150 Prozent mehr. Inzwischen ist jeder zehnte verkaufte Opel hier zu Lande ein batterieelektrisches Fahrzeug oder ein Plug-In-Hybrid.

Im Jahr 2020 bisheriger Bestwert erreicht

Mercedes-Benz zum Beispiel sieht sich gewappnet. VanChef Marcus Breitschwerdt bläst zum Angriff auf seine Mitbewerber. Er sagt: „Wir unterstreichen mit unserer strategischen Säule Lead in Electric Drive unseren Führungsanspruch bei der Elektromobilität im Transportersegment.“ Von zentraler Bedeutung ist neben dem E-Vito auch der E-Sprinter. Seine nächste Generation soll ab dem zweiten Halbjahr 2023 gebaut werden. Dann wird CO2-neutral produziert. Ohnehin sollen ab 2022 alle eigenen Werke von Mercedes-Benz weltweit CO2-neutral fertigen. Noch in diesem Jahr wolle Mercedes den Kleintransporter Citan mit Elektroantrieb anrollen lassen, berichtet die Zeitschrift Auto Motor Sport. Dabei wird der Antriebsstrang aus dem Renault Kangoo übernommen. Der E-Citan schafft bei 75 kW eine Reichweite von 265 Kilometern.

uch das Leasing von E-Fahrzeugen wird mit staatlichen Geldern unterstützt. Dabei ist die Höhe der Förderung gestaffelt und von der Leasingdauer abhängig. Die Regelung galt für Fahrzeugzulassungen ab dem 16. November 2020 und einer Vertragslaufzeit von weniger als 24 Monaten. Der Staat bezuschusst außerdem den Kauf und das Leasing gebrauchter E-Autos und gebrauchter Plug-In-Hybride. Zusätzlich zeigt er sich in Sachen Kraftfahrzeugsteuer von seiner großzügigen Seite. Denn die Steuerbefreiung wurde im Rahmen des Corona-Konjunkturprogrammes bis zum 31. Dezember 2030 verlängert. Für E-Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis unterhalb von 60.000 Euro müssen statt einem Prozent bei Verbrennern monatlich nur 0,25 Prozent als geldwerter Vorteil besteuert werden. Bei teureren E-Fahrzeugen sind es 0,5 Prozent. Das E-Kennzeichen hilft ferner beim Parken im öffentlichen Raum. Es ist in einer Reihe von Kommunen gebührenfrei. Vorreiter war Hamburg. Einige Städte geben für E-Autos sogar Bus- und Taxispuren frei. Darüber hinaus wird in vielen Kommunen für das Installieren von Ladesäulen Rabatt gewährt.

Üppige staatliche Kaufanreize

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ber zu wenig staatliche Förderung können sich Käufer von Elektrofahrzeugen nicht beklagen. Denn es geht darum , mehr Stromer auf die Straßen zu bringen. Das Anschaffen reiner E-Autos wird mit bis zu 9.000 Euro vorangetrieben. Gezahlt wird seit Juni 2020 diese Höchstsumme bei einem Listenpreis unterhalb von 40.000 Euro. Bis 65.000 Euro gewährt der Staat 7.500 Euro. Bei Plug-in-Hybriden beläuft sich die Prämie auf bis zu 6.750 Euro.

Das Anschaffen reiner E-Autos wird mit bis zu 9.000 Euro gefördert.

Kosten deutlich unter Verbrenner-Niveau

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ährend Endverbraucher bei der Auswahl ihres Verbrennungsfahrzeug oftmals nur die Einkaufspreise analysieren, lohnt sich bei der Elektromobilität der Vergleich der kompletten Kostenbelastung im so genannten Total Cost of Ownership. Demnach gewinnen die Elektrofahrzeuge den Vergleich bei typgleichen Modellen mit Verbrennungsmotor. Und sie unterbieten die Verbrenner-Pkw in den Unterhaltskosten derzeit deutlich. Das betont der Bundesverband E-Mobilität, BEM. Der BEM rechnet vor, dass die geringeren Verbrauchskosten und der niedrige Wartungsaufwand ein starkes Argument für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen seien. Hinzu kämen, neben dem staatlichen Bonus und der drohende Abgabenlast für CO2-emittierende Fahrzeuge, die steigende Kfz-Steuer und nach oben treibende Spritpreise.

Auch Opel wird sein Portfolio im Bereich Nutzfahrzeuge und E-Mobilität ausbauen. Ein Beispiel dafür ist der Combo-e Cargo.

Opels E-Offensive Ab Herbst dieses Jahre gibt es bei dem Rüssels•heimer Konzern Opel ein neues E-Modell im Portfolio: der Combo-e Cargo. Er soll nach Herstellerangaben unter anderem mit einer Reichweite von 275 Kilometern punkten. Hinzu komme an Vorteilen: ein Ladevolumen bis zu 4,4 Kubikmetern sowie einer Nutzlast von 800 Kilogramm . Opel-CEO Michael Lohscheller erläutert dazu die Strategie der Rüsselsheimer: „Mit dem Combo-e führen wir unsere E-Mobilitätsoffensive bei den leichten Nutzfahrzeugen fort, die im vergangenen Jahr mit dem Vivaro-e begann. Mit dem Start des Movano-e wird unser komplettes Nutzfahrzeugportfolio bis Ende des Jahres elektrifiziert sein.“ Bei E-Autos sind die Kosten für Verbrauch und Wartung geringer. B

Fotos: Mercedes Benz, Opel, Ford, Peugeot,

ie Kanzlerin hat sich geirrt. 2010 sprach Angela Merkel von einer Million Elektrofahrzeugen, die zehn Jahre später auf den deutschen Straßen unterwegs sein würden. 2018 korrigierte sie sich und prophezeite die Million für 2022. Und tatsächlich: Die Chancen stehen gut, dass dieses Ziel im Laufe des nächsten Jahres zumindest annähernd erreicht wird. Denn die Elektromobilität hat hier zu Lande kräftig Fahrt aufgenommen. Im vergangenen Jahr erfasste das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Bestand 309.083 reine Elektrofahrzeuge und 279.861 Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Das macht insgesamt immerhin 589.752 Elektrofahrzeuge.

Führungsanspruch angemeldet

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Text Thomas Klaus

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Im vergangenen Jahr war für die Elektromobilität ein herausragendes Jahr: Nach KBA-Angaben wurden in Deutschland 194.163 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb zugelassen. Das war ein Rekord: Die Zahlen waren im Vergleich zum Vorjahr dreimal so hoch. 2019 waren es nur 63.281 Fahrzeuge. Das Jahr 2021 könnte ähnlich erfolgreich werden. Zumindest lassen die Zahlen für Januar bis März mit 64.694 Neuzulassungen schon einmal aufhorchen. KBA-Präsident Richard Damm kommentiert: „Die E-Mobilität ist in der Mitte der mobilen Gesellschaft angekommen.“ Und er meint: „Positive Nutzererfahrungen, verlässliche Technologien und ein wachsendes Angebot erleichtern den Umstieg in die E-Mobilität.“ Was Richard Damm unerwähnt lässt: Die Elektromobilität wird nicht zuletzt durch massive Unterstützung und Förderung seitens der Politik voran getrieben. Und: Elektrofahrzeuge verbessern das Image eines Unternehmens und seine Attraktivität als Arbeitgeber. Entsprechend groß ist der Druck auf die Automobilhersteller. Diese müssen sich neu positionieren. Und sie sind bereits unter Vollgas dabei.

Günstige Dienst- und Gebrauchtwagen


Community | 23

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VORSCHAU AUSGABE 04-21 TABAKWAREN

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erzeit beraten die Koalition und der Bundestag eine Novellierung der Tabaksteuer. Erstmals sollen auch Tabakerhitzer und E-Zigaretten nach ihrem Nikotingehalt besteuert werden. Große Teile der Branche halten das gesundheits- und wirtschaftspolitisch für kontraproduktiv. Wir schauen auf die Argumente. SÜßWAREN

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ie Klassiker in der Kategorie Süßwaren sind nach wie vor gefragt, obwohl auch bei Riegeln, Tafelschokolade & Co. die Hersteller auf Trends achten. Rezepturen werden aktuellen Geschmacksänderungen angepasst und Zuckerreduzierungen umgesetzt. Nicht zuletzt gewinnt auch der Nutri-Score an Bedeutung.

DER VELTINS VEREIN

NAHVERSORGER-SORTIMENTE

Trotz des Abstiegs des FC Schalke 04 aus der 1. Bundesliga bleibt die Veltins Brauerei ihrem Verein treu. „Den Traditionsclub und unser Haus verbindet eine lange, gemeinsame Wegstrecke“, so der VeltinsGeneralbevollmächtigte Michael Huber. Er betonte, 2022 mit Schalke und seinen Fans die 25-jährige Partnerschaft feiern zu wollen. Die Kooperation sichert exklusive Bierbelieferungsrechte in der Arena.

COMMUNITY

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ährend der Corona-Pandemie haben viele Convenience-Stores ihr NahversorgerSortiment auf Grund der steigenden Nachfrage in diesem Bereich ausgebaut. Eine große Zahl von Verbrauchern vermied so den Gang in den gut besuchten Supermarkt. Wir berichten, ob sich dieser Trend zur Nahversorgung verstetigen wird.

„Auch langjährige Tankstellen-Profis dürfen sich auf überraschende Fakten und neue Einblicke freuen.“ Christian Warning Geschäftsführer, The Retail Marketeers

Die Branche und der Fußball gehören zusammen, wie Veltins und Schalke 04. Tankstellen und Convenience auch.

Fotos: The Retail Marketeers/Weischer GeoConsult, Veltins, PepsiCo;

“FÜR EIN ERFOLGREICHES COMEBACK“ MESSI & CO.

Die Chipsmarke Lay‘s aus dem Hause PepsiCo hat ihre neue globale UEFA Champions League Kampagne gestartet. Sie soll Menschen auf der ganzen Welt durch Fußball vereinen und Momente der Freude schenken. Mit dabei sind die besten Fußballspieler der Welt: Lionel Messi, Paul Pogba und Lieke Martens.

Als Praxisleitfaden haben die Unternehmen The Retail Marketeers und Weischer.GeoConsult ihren Marktreport „Tankstellen & Convenience“ angelegt . „Wir freuen uns ein weiteres ‚New-to-Industry‘Praxis-Werkzeug für die Tankstellen-Branche entwickelt zu haben“, sagt Dirk Lüger, Geschäftsführer Weischer.GeoConsult. Christian Warning, Geschäftsführer The Retail Marketeers, betont, es gebe auch Handlungsempfehlungen für Tankstellen-Profis. In der nächsten Ausgabe stellen wir Kernaussagen vor.


Dreifach robust, einfach günstig: die EcoProfi Modelle Gebaut für die harten Einsätze: Die EcoProfi Modelle gibt es für Gewerbekunden jetzt zu besonders attraktiven Leasingkonditionen – inklusive Wartung & Verschleiß-Paket. Beim neuen Caddy Cargo EcoProfi und dem Transporter 6.1 EcoProfi profitieren Sie zusätzlich von unserer Tauschprämie1. Für mehr Informationen auch zum Crafter EcoProfi kontaktieren Sie Ihren Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner.

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