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Holzbulletin 95/2010 Am und auf dem Wasser Neubau Garderobengebäude, Flussbad Schwäbis, Thun Tauchzentrum, Sutz-Lattrigen Bootshaus des Ruderclubs, Thalwil Bootshaus der Seerettung, Uster Privathaus, Lachen Sommerhaus auf dem Seerücken, Kanton Thurgau Ferienhäuser am Ufer des Bielersees

Die ochsenblutrote Schalung prägt das Erscheinungsbild des neuen Bootshauses des Seerettungsdienstes Greifensee. Architektur: moos giuliani herrmann architekten ag, Uster


Wasser, Sinnbild des Seins ‹Panta rhei›, ‹alles fliesst›, wird Heraklit gern verkürzt zitiert. Das Element Wasser, das sich nicht festhalten lässt und unaufhörlich seine Erscheinung wechselt, ist seit Menschengedenken ein gängiges Sinnbild des Seins. Der Blick hinaus in ungeformte Wasserweiten erinnert wohltuend an grössere Dimensionen – es ist, als ob er einen für ein paar Minuten, für ein paar Stunden, einige Tage von den Lasten des Alltags befreite. Millionen pilgern Sommer für Sommer an die nächste Küste, um dies in ihren Ferien zu er­leben. Wen wundert’s, dass es zu den häufigsten Träumen gehört, ein Haus mit weiter Sicht übers Wasser zu besitzen? Wenn es nicht das Meer ist, über welches das Auge schweifen kann, tut es auch ein See, ein Fluss, ja gar ein Weiher. Wassersicht: das ist ein Mehr, für das viele viel zu bezahlen bereit sind. Nicht umsonst liegt die erste Reihe der Immobilien am Zürichsee, am Bodensee, am Bielersee in einer nicht eben volksnahen Preislage. Doch träumen ist schliesslich erlaubt, und das Erträumte muss ja auch nicht immer das ganz und gar Eigene sein. So gibt es bei den Objekten in diesem ‹Holzbulletin› zum Bauen am Wasser nicht nur private Bauherrschaften mit einem Einfamilienhaus, mit Ferienhäusern oder einer Sommerresidenz, sondern auch Vereinsgebäude. Und da gibt es öffentliche Auftraggeber, denen es eminent einfacher fällt, an solch begehrten und unter strenger Auf­ sicht stehenden Lagen zu bauen, da sie eine besondere Aufgabe für die Öffentlichkeit wahrzunehmen haben, sei es für den Seerettungsdienst, für Badegäste oder für die Kulturpflege – wenn es etwa um archäologische Arbeiten geht. Ganz gleich, wie man dazu kommt, direkt am oder sogar auf dem Wasser zu bauen, der Holzbau zeigt sich auch für die so privilegierten Orte bestens geeignet. Gerade hier, wo die Zugänglichkeit vom Lande nicht von allen Seiten oder eben gar nicht gewährleistet ist und der Baugrund stets eine wesent­ liche Randbedingung für das Bauobjekt darstellt, zeigen sich Vorfertigung und leichte Bauweise als grosse Vorteile, auch weil die Montage sehr sauber verläuft. Diese technologischen Grundlagen spielen also dem Architekten wieder alle Trümpfe in die Hand, um den gewählten Gestaltungsansatz in der gestellten Bauaufgabe präzise umzusetzen und mit einem optimalen Konzept die Bauherrschaft für ein Vorhaben zu gewinnen.

1962

Roland Brunner Technische Kommunikation Lignum


Neubau Garderobengebäude, Flussbad Schwäbis, Thun Schwäbis heisst der idyllische Aarebereich, wo die innere und die äussere Aare zu­ sammenfliessen. Dort stand das Wasser früher, bevor der Strom gefasst wurde, häufig beinahe still, es ‹schwebte›. Dieses schwebende Wasser gab dem Gebiet seinen Namen. Das Flussbad Schwäbis wurde 1869 von Architekt Friedrich Hopf im Schweizer Holzstil erbaut. Es ist im Inventar der Denkmalpflege der Stadt Thun als schützenswert eingestuft und gilt als bedeutendes Beispiel der Badehausund Tourismusarchitektur. Beim zum Zeitpunkt der Erneuerung bereits über 130 Jahre alten Flussbad erforderten verschiedene sicherheitstechnische und bau­ liche Mängel eine Gesamtsanierung. Die Anlage wurde von Erweiterungsbauten befreit, die im Laufe der Zeit hinzugekommen waren, und mit einem neuen Garderobentrakt ergänzt. Das fast 30 Meter lange, schmale Garderoben­ gebäude steht wie ein Möbelstück im Park inmitten grosser Bäume, leicht abgeknickt am Parzellenrand. Der Bau öffnet sich zu Wiese und Aare hin und lädt mit den Vorsprüngen von Betonplatte und Vordach zum Betreten ein. Der ganz in naturbelassenem Eichenholz

gebaute Pavillon wächst und entwickelt sich aus dem historischen Bau. Anstelle der reichen Verzierungen des Altbaus wird beim Neubau mit einem edlen Holz und einer plastisch wirkenden Oberfläche gearbeitet. Das Gebäu­ de kann sein Gesicht verändern: In geschlos­ senem Zustand wirkt es zurückhaltend als

Abschluss der Anlage; sobald sich die raum­ hohen Türelemente öffnen, wird der Neubau zur begehbaren Schatztruhe. Das unbehan­ delte Eichenholz strahlt Ruhe und Wärme aus und wirkt anziehend. Das Spiel von Licht und Schatten wird durch den leichten Knick verstärkt wahrgenom­men.

Situation

1963


Ort Grabenstrasse 40A, 3600 Thun Bauherrschaft Einwohnergemeinde Thun, Amt für Stadtliegenschaften Architektur Johannes Saurer Architekt BSA, Thun Holzbauingenieur Indermühle Bauingenieure, Gümligen Holzbau Gfeller Holzbau GmbH, Worb Materialien Vollholz in Eiche 500 m, Eichenbretter 27 mm für Fassadenelemente 200 m², Massiv­ holzplatte in Eiche 40 mm für Dachbekleidung 150 m² Baukosten BKP 1– 9 CHF 631 000.– davon BKP 214 CHF 90 000.– Grundstücksfläche SIA 416 2200 m² Geschossfläche SIA 416 98 m² (Neubau) Gebäudevolumen SIA 416 234 m² (Neubau) Bauzeit Oktober 2006 – April 2007 (Gesamtbauzeit), Januar – März 2007 (Holzbau) Fotografin Christine Blaser, Bern

10 m

Grundriss

Querschnitt

1964

Längsschnitt


Dachaufbau von aussen: Dichtungsbahn beschiefert, zweilagig Dichtungsbahn einlagig Trennlage Massivholzplatte in Eiche 40 mm Balken in Eiche 120 mm Aufbau Aussenwand von innen: Eichenstützen 80 x 80 mm Eichenbretter 27 mm, Nut und Kamm, auf Innenrahmen 27 x 100 mm Rahmen in Eiche 45 x 70 mm

Detailschnitte

Aufbau Boden von oben: Zementüberzug 30 – 60 mm, imprägniert, mit Gefälle ca. 2 % Betonplatte auskragend 250 mm Kieskofferung 450 mm

1965


Tauchzentrum, Sutz-Lattrigen Die prähistorischen Siedlungsreste unter der Oberfläche des Bielersees bei Sutz-Lattrigen zählen zu den bedeutendsten archäologi­ schen Kulturgütern Europas und haben gute Aussichten, in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen zu werden. Für die not­ wendigen Unterwasserforschungen wurde bei Sutz-Lattrigen ein Tauchzentrum erstellt. Vom Wasser perfekt geschützt, sind die Spuren unserer Vorfahren aus der Pfahlbauerzeit bis zum heutigen Tag in einem ausser­gewöhnlich guten Zustand erhalten geblieben. Besonders organische Materialien wie Holz, Textilien oder Pflanzenreste geben ein unglaub­lich lebendiges Bild vom Alltagsleben vor 6000 Jahren. Dieser historische Reichtum will erforscht und dem Publikum zugänglich gemacht werden. Zur Er­ füllung dieser doppelten Mission stellte die kulturelle Stiftung von Rütte-Gut für die Dauer von zehn Jahren ein Grundstück am See zur Verfügung. Das Tauchzentrum befindet sich in einer kleinen Bucht gegenüber dem Stiftungsgebäude und ist dank des dichten Baumbestandes vom Park aus kaum sichtbar. Erst wenn man sich dem Ufer nähert, erschliesst sich der Bau. Er beherbergt nicht nur die für die Unterwasser­ grabungen notwendige Infrastruktur, sondern dient auch der Information des breiten Pub­likums und zum Empfang von kleinen Besucher­ gruppen und Schulklassen. Hervorgegangen aus einem Architekturwett­ bewerb, zeichnet sich der Bau dadurch aus, dass er seine vielfältigen Aufgaben günstig zu erfüllen vermag. In seiner zurückhaltenden Art erinnert er an eine einfache und zweckmäs­ sige Fischerhütte. Die Besucher gelangen über einen Steg vom Ufer auf die Plattform.

1966

Eine Vitrine in der Giebelwand informiert über die Ausgrabungen, und je nachdem kann man den Tauchern bei ihrer Arbeit zuschauen. Das Zentrum ist als kompakte Abfolge von einzelnen Räumen konzipiert. Zuvorderst be­ findet sich ein unbeheizter Lagerraum mit einer Vitrine. Nach einem Zwischengang folgen die eigentlichen Betriebsräume: Werkstatt, Umkleideraum, Trocknungszimmer sowie ein Büro mit Sitzungszimmer. Die einzelnen Räume sind untereinander nur durch den Aus­ senraum auf der Nordostseite verbunden, den ein ausladendes Dach vor den Unbilden der Witterung schützt. Dank dieser Anord­ nung lässt sich das beheizte Volumen auf ein Minimum reduzieren. Auf der Südwestseite führt eine Rampe zur schwimmenden Anlegeund Eintauchstelle, welche von einem frei­ stehenden Wellenbrecher abgeschirmt wird. Der ganze Bau ruht auf einer Metallplattform, die an Ort und Stelle mit den eingerammten Pfählen verschweisst wurde. Der Boden besteht aus Kastenelementen, die Wände und das Dach sind in Holzrahmenbauweise vorfabriziert. Das ganze Zentrum ist vollständig mit profi­ liertem Aluminiumblech bekleidet. Dieses schützt die Konstruktion optimal vor Nieder­ schlag und Gischt und unterstreicht zusätzlich das gewählte Konzept von Einfachheit und günstiger Zweckmässigkeit. Da der Park des Stiftungsgebäudes vom Bau nicht tangiert werden durfte, erfolgte die Montage vom See aus. Zu diesem Zweck wur­ den die verschiedenen Elemente mit einem Kahn herbeigeführt und von diesem aus mit einem Kran eingebaut. Lediglich die kleineren Elemente wurden über den Steg herbeigeführt. Nach Abschluss der Forschungsarbeiten kann das Zentrum zusammen mit der Metall­

plattform wieder demontiert und an einem anderen Ort für den gleichen Zweck wieder­ aufgebaut werden. Lediglich die in den Seeboden gerammten Metallpfähle werden zurückbleiben und an ihre Vorgänger aus der Pfahlbauerzeit erinnern.

552 817

Situation


Ort von Rütte-Gut, 2572 Sutz-Lattrigen Bauherrschaft AGG Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern Architektur Architektur Stettler, Bern Ingenieur Tschopp Ingenieure GmbH, Bern Holzbau Hector Egger Holzbau AG, Langenthal Materialien Vollholz in Fichte/Tanne 19 m³ und in Dou-glasie 4 m³, Brettschichtholz in Fichte/Tanne 2 m³ und in Douglasie 12 m³; Platten: OSB-Platten 485 m², Faserplatten 160 m² Baukosten BKP 1– 9 CHF 930 000.– Gebäudegrundfläche SIA 416 105 m² Aussenplattform 165 m² Bauzeit Januar – April 2010 Fotograf Alexander Gempeler, Bern

1967


Dachaufbau von aussen: Wellblech in Aluminium eloxiert Lattung Unterdachbahn Holzfaserdämmplatte 22 mm Sparren 220 mm/Dämmung OSB-Platte 15 mm Aufbau Aussenwand von innen: OSB-Platte 15 mm Ständer 200 mm/Dämmung Holzfaserdämmplatte 22 mm Windpapier Lattung 40 mm Wellblech in Aluminium eloxiert Aufbau Boden von oben: Kautschuk-Noppenboden 2 mm Kastenelement: OSB-Platte 22 mm Rippen 220 mm/Dämmung OSB-Platte 22 mm, Schwarzanstrich gegen Spritzwasser

Querschnitt

1968


427.00

427.00

Längsschnitt

Grundriss

10 m

1969


Bootshaus des Ruderclubs, Thalwil Schon das 1955 errichtete und 1982 renovierte Bootshaus befand sich an bester Lage in Thalwil, unweit des Bahnhofs, direkt am See neben dem Hotel Alexander. An derselben Stelle konnte 2008 ein Ersatzbau in Betrieb genommen werden. Anstehende Reparaturen am Baubestand und ein Platzmanko bezüglich Bootslagerung sowie Trainingsraum mit Ruderergometern und Gewichten gaben den Ausschlag für den Neubau des Bootshauses. Die Sicherstel­ lung der Finanzierung mittels vom Ruder­club Thalwil gesammelten Spenden (ca. 64 %), eigenen Mitteln (ca. 9 %), einem Beitrag der Sport-Toto-Gesellschaft (ca. 6 %) und Fremdkapital (ca. 21 %) ermöglichte dessen Realisation. Die Erscheinung des Neubaus und die Gliede­ rung der Räume ordnen sich der Nutzung unter. Der verfügbare Raum wurde optimal ausgenutzt, und seine Gliederung orientiert sich am Praktischen und am Prinzip Einfachheit. So ist die Bootshalle im Erdgeschoss unge­ dämmt, bietet aber alle Möglichkeiten für Lage­ rung und Unterhalt der teils kostbaren Boote, inklusive einer kleinen Werkstatt. Im gedämmten Obergeschoss stehen neben Trainingsräumen getrennte Garderoben mit Duschen und ein Büro zur Verfügung. Mit einem grosszügigen Clubraum an bester Lage wird auch dem Geselligen viel Platz gegeben. Ein seeseitiger Laubengang, der alle Räume miteinander verbindet,

1970

lädt zu einem Gespräch ein und bietet über eine Aussentreppe die Möglichkeit, die gross­zügige Terrasse auf dem Dach zu besuchen. Das wesentlich massigere neue Bauvolumen erforderte auch eine Baugrundverstärkung mittels Bohrpfählen. Zusammen mit dem Ein­ bringen der betonierten Bodenplatte und dem Hochziehen der Sichtkalksteinwände dauerte dieser Bauabschnitt drei Monate. Nach nur drei weiteren Tagen war der Rohbau komplett: Der Stahlrahmen wurde ins Erd­ geschoss eingehoben, die Kastenelemente für

Situation

die Decke wurden verlegt, die mit einer vor­ vergrauten Holzschalung bekleideten Rahmen­ bauwände im Obergeschoss mit den Stahl­ rahmen der Seefront und der Mittelzone plaziert, ehe die Kastenelemente des Daches das Ganze abschlossen. Im schlichten Baukörper und der einfachen Kons­truktion verbirgt sich eine konstruktive Qualität, welche auf sorgfältige und sichere Planung des Holzbaus zurückzuführen ist: Das Flachdach ist belüftet aufgebaut, und die Zu- und Austrittsöffnung wurden grosszügig ausgelegt und in der Ausführung kontrolliert.


Ort Seestrasse 178, 8800 Thalwil Bauherrschaft Ruderclub Thalwil Architektur Heiko Bachmann Architekten, Thalwil, und Horst Klingler, dipl. Arch. ETH SIA, Zürich (Projekt), sowie Thomas Schoch Architekt, Thalwil (Planung und Bauleitung) Bauingenieur Federer & Partner Bauingenieure AG, Zürich Holzbauingenieur Hanspeter Fäh, Ingenieur- und Beratungsbüro für Holzbau, Thalwil Holzbau W. Rüegg AG, Kaltbrunn Materialien Konstruktionsholz: Rahmenbaukanteln 30 m³, Brettschichtholz 90 m³; Platten: Dreischichtplatten 27 mm 750 m², 45 mm 1200 m² und 80 mm 25 m², Furnier­schichtholz 490 m², OSB-Platten 550 m², Gips­ faserplatten 980 m², Holzfaserdämmplatten 190 m²; Fassadenbekleidung: Rhomboidschalung in Fichte, geschlossen, 20 x 135 mm 315 m²; Stahlkonstruktion: 20 Tonnen Baukosten BKP 2 CHF 1,898 Mio. davon BKP 214 CHF 602 300.– Grundstücksfläche SIA 416 889 m² Kubatur SIA 116 4215 m³ Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 450.– Bauzeit Januar – Juli 2008 Fotograf Hans Loepfe, Rüschlikon

1971


Querschnitt

Erdgeschoss

Obergeschoss 10 m

1972


Dachaufbau von aussen: Substrat 80 mm Dichtungsbahn Kastenelement: Dreischichtplatte 45 mm Rippen 360 mm/Dämmung 200 mm Dreischichtplatte 45 mm Aufbau Aussenwand von innen: OSB-Platte 15 mm Ständer 180 mm/Dämmung Holzfaserdämmplatte 19 mm Winddichtung Lattung 30 mm Fassadenschalung 20 mm Aufbau Boden von oben: Parkett/Kunststoff Zementunterlagsboden 80 mm Trennlage Kastenelement: Furnierschichtholz 39 mm Rippe 360 mm Dreischichtplatte 45 mm Aufbau Aussenwand von innen: OSB-Platte 15 mm Ständer 200 mm Zementgebundene, glasfaserbewehrte Sandwichplatte 15 mm

Axonometrie

Detailschnitte

1973


Bootshaus der Seerettung, Uster Der markante Baukörper des neuen Boots­ hauses für den Seerettungsdienst bildet am Ustermer Ufer des Greifensees den Ab­ schluss der Badebucht und definiert so einen neuen Raum, der sich subtil in die natürliche Ufervegetation integriert. Die ochsenblutrote, sägerohe Stülpschalung prägt das Erscheinungsbild des Gebäudes. Das jahrelang vom Seerettungsdienst genutzte Bootshaus mit zwei Liegeplätzen musste insbesondere wegen des personellen Zuwach­ ses beim Seerettungsdienst im Aufenthaltsund Garderobenbereich wesentlich vergrössert werden. Baulich vorhanden war ein auf Holzpfählen fundiertes, betoniertes Untergeschoss mit einem Oberbau in Holzständerbauweise. Die ins Auge gefassten Massnahmen zur Er­weiterung verlangten vom Gesetz her eine ener­ getische Sanierung der Gebäudehülle. Zudem ist die geologische Situation am Standort äusserst diffizil, da die dünne oberste Boden­ schicht den See gegenüber dem Grundwasser abdichtet. Wird diese Schicht bei Rammungen verletzt, muss eine von drei Trinkwasserfassun­ gen geschlossen werden. Andere Fundations­ arten als ein verdrängendes Pfahlsystem waren somit von vornherein ausgeschlossen. Das von den Architekten ausgearbeitete Projekt sah den Einbezug des bestehenden Betongeschosses vor, ergänzt um einen neuen Oberbau in Holzelementbauweise, was den Abbruch des früheren Aufbaus bedeutete.

1974

Der neue Aufbau mit gedämmten Holzelemen­ ten kragt seitlich bis zu 3,5 m über das be­ stehende Untergeschoss aus und wirkt so, als ob er schwebte. Die statischen Abklärungen ergaben, dass die Übertragung der zusätz­ lichen Last der Aufbauten auf die bestehende Pfahlfundation möglich war, ohne diese zu verstärken. Die Plazierung der Garderoben beim Eingang ist so gewählt, dass kurze Wege bei einem Einsatz mit Ankunft, Tenue-Wechsel und Beset­ zung der Boote gewährleistet sind. Die An­ ordnung der Garderobenelemente und eine variable Trennwand ermöglichen eine flexible Aufteilung zwischen der Frauen- und Män­ nergarderobe. Der in zwei Zonen gegliederte Kommandoraum umfasst einen Bespre­ chungs- und Aufenthaltsbereich mit Blick auf den See und ins Bootshaus sowie einen Beobachtungsbereich mit freiem Seeblick und direkter Verbindung (Schiebetür) zur vorgelagerten Ausguck-Terrasse. Die angestrebte Erweiterung der früheren Grundrissfläche liess sich nur mit den erwähn­ ten auskragenden Elementen erreichen, welche dem ganzen Gebäude sein ‹fliegendes› Aussehen verleihen. Quer zur Auskragung wurden dafür drei Binder eingesetzt, worin Brettschichtholzträger die Ober- und Untergur­ ten ausbilden, abhängig von den Durchdrin­ gungen mit Querschnittshöhen bis 800 mm. Quer darüber sind die Kastenelemente für das Dach montiert. Im Gegensatz dazu sind die Kastenelemente für den Boden längs zu den

Bindern verlegt. Sie tragen somit als Einfeld­ träger mit Auskragung und leiten die Lasten direkt in den massiven Unterbau ab. Zusätz­ lich wurde beim Innenauflager die Mittelwand auf die Bodenelemente gestellt, um die ab­ hebenden Kräfte an diesem Auflager zu ver­ ringern. Die beiden Längswände und einige kurze Balkenlagen sind an den Bindern aufge­ hängt. Der Bauablauf wurde durch den golfplatzartigen Seebadrasen und das Verbot, den Seebo­den zu berühren, stark erschwert. Das Gerüst musste mit Konsolen an der bestehen­ den Betonfundation befestigt werden. Für die Aufrichte wurde als ökonomischste Lösung einer der grössten Pneukrane der Schweiz eingesetzt, da die nächste befahrbare Strasse ca. 90 m entfernt verläuft und einzelne Elemente über 1,5 Tonnen wogen. Eindrücklich ist auch, welche Erfordernisse neben den Aspekten Nachhaltigkeit und Kosten für den Holzeinsatz sprachen. Im Vor­ dergrund stand eine kurze Montagezeit, um die Bauarbeiten in der Zwischensaison von Strandbadnutzung und Seerettungsbereitschaft abschliessen zu können. Sie wurde möglich dank der Vorfertigung in Elementbauweise mit Holz. Des weiteren erlaubte der Holzbau zum einen, den bestehenden Betonunterbau dank des geringen Gewichtes weiter zu verwenden, und zum anderen, die Verunreini­ gung des Seewassers während der Bau- und Nutzungsphase zu minimieren.


Situation

Ort Seeweg, 8610 Uster Bauherrschaft Stadt Uster, Abteilung Sicherheit, mit sämtlichen Seeanstössergemeinden (Egg, Fällanden, Greifensee, Maur, Mönchaltdorf, Schwerzenbach) Architektur moos giuliani herrmann architekten ag, Uster; Projektleiter: Roger Moos und Christoph Schneider Bauingenieur ibeg, bauengineering gmbh, Uster Holzbauingenieur Ivo Diethelm GmbH, Gommiswald Holzbau Jakob Moser Holzbau AG, Gossau (Ausführung), und Holzbasis GmbH, Ottikon (Planung) Materialien Konstruktionsholz: Vollholz in Fichte/Tanne 5,3 m³ und in Lärche 6,5 m³, Brettschichtholz in Fichte/Tanne 17,5 m³ und in Eiche 0,3 m³; OSB-Platten 960 m²; Bekleidungen: Dachschalung in Fichte 230 m², Fassadenschalung in Tanne, gestülpt, sägeroh und ge­ strichen 215 m²; Auskragungsuntersicht in Lärche 60 m² Baukosten BKP 2 CHF 400 700.– davon BKP 214 CHF 184 000.– Geschossfläche SIA 416 197 m² Gebäudevolumen SIA 416 715 m³ Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 675.– Bauzeit September 2006 – März 2007 Fotograf Beat Bühler, Zürich

1975


Querschnitt

Grundriss

1976

10 m


Montageplan Bodenund Wandelemente

1977


Dachaufbau von aussen: Kupferbeschichtetes CNS-Blech Trennlage Holzschalung 27 mm Lattung 60 mm Unterdachbahn Kastenelement: Holzschalung 27 mm Rippen 240 mm/Dämmung Dampfbremse OSB-Platte 25 mm Aufbau Aussenwand von innen: OSB-Platte 25 mm Dampfbremse Ständer 160 mm/Dämmung OSB-Platte 25 mm Lattung 50 mm Stülpschalung Aufbau Boden von oben: Naturgummi 5 mm OSB-Platte 25 mm Dampfbremse Balken in Lärche 240 mm/wasserfeste Dämmung 160 mm, gesichert mit Alu-Winkel Untersicht in Lärche bei Auskragungen 20 mm

Details Querschnitt

1978


1979


Privathaus, Lachen Am Standort des Hauses am oberen Zürich­ see wurde vor vierzig Jahren eine kleine Bucht für einen Sporthafen angelegt. Es ent­ standen in äusserst attraktiver Lage am Wasser eine Reihe von Wochenendhäusern in der damals üblichen Leichtbauweise. Raumplanerisch ein faszinierendes Vorhaben, dessen architektonischer Umsetzung im einzelnen aber offenbar wenig Beachtung geschenkt wurde. An diesem hervorragenden Standort wäre ein Masterplan mit eindeutigen Qualitätsvor­ gaben ein Segen gewesen, formal ebenso wie ökonomisch. Für die Architekten lieferte das Umfeld jedoch keine Antworten auf die Frage nach Anhaltspunkten und Massstäben, und zugleich forderte es architektonisch auch keinen besonderen Respekt ein ausser gegenüber dem Grundstück selbst, gegenüber der Natur und den Menschen, die einmal Nachbarn des Neubaus sein würden. Deshalb wollten die Architekten ein Zeichen setzen, das in die Zukunft weisen, Nachah­ mung im Sinne von Aufnahme des gewählten Ansatzes einfordern sollte, um an diesem Ort irgendwann wieder Architektur und Natur in ihrer Qualität zu synchronisieren. Entstanden ist unter diesen Überlegungen ein architektonischer Gegenpol zur baulichen Nachbarschaft. Das Haus für eine junge Familie eignet sich als Ferienhaus, erfüllt aber auch

1980

als permanenter Wohnsitz alle funktionalen Erfordernisse. Der dynamisch ausgeformte Baukörper inszeniert durch raumhohe Glasfas­ saden den Bezug zum See; gleichzeitig bietet er dennoch grösstmögliche Geborgenheit. Der Grundriss ist perspektivisch verzerrt. Die Aussenwände folgen sichtlich der Grund­ stücksgeometrie, fokussieren aber auch die Sicht auf den See wie durch ein Fernglas. Die erwünschte Geborgenheit wird durch die in der Fassade zurückgesetzt angeordneten Fenster erreicht. Einblicke seitens der Nach­ barn sind nicht möglich. Gleichzeitig dient die Einfassung zur Verschattung gegen die Sonneneinstrahlung in der heissen Jahreszeit. Auf die baurechtlichen Forderungen bezüglich Gebäudehöhe und Höhenunterschied zwischen Zugangsweg und Garten am See reagiert der Entwurf mit einem halbgeschossigen Ver­ satz im Grundriss, der den Wohntrakt gleich­ sam ins Gelände einbettet. Das Gebäude wurde als bauphysikalisch adäquate Antwort auf die Nutzungsvor­stellun­gen als Holzkonstruktion errichtet. Mit der Wärmedämmung in der tragenden Ebene ist bereits die thermische Trennung realisiert; die geringe Masse des Holzbaus lässt sich auch für den kurzen Wochenend­ aufenthalt schnell aufheizen. Dasselbe gilt für die Kühlung im Sommer. Eine LuftWasser-Wärmepumpe wird als Heizquelle eingesetzt.

Die Fassade aus Aluminiumtafeln verweist mit der sichtbaren Befestigung durch Nieten auf die traditionelle Schiffbauästhetik. Durch den Schliff der Tafeln parallel zur längeren Ele­ mentseite changieren die Fassadenflächen in unterschiedlichen Wettersituationen je nach Lichteinfall entsprechend der Spiegelung des Wassers. Der Einsatz von Aluminium natur mit konstruktivem Schutz durch Fassaden­ rücksprünge lässt eine langjährige Haltbarkeit der Gebäudehülle mit geringem Unterhalt erwarten.

Situation


Ort 8853 Lachen Architektur wild bär heule architekten ag, Zürich Holzbauingenieur Josef Kolb AG, Uttwil Holzbau M. Keller Holzbau AG, Altendorf Materialien Konstruktionsholz: Rahmenholz 21 m³, Brettschichtholz 6 m³; Platten: Furnierschichtholz 30 m³, OSB-Platten 294 m², Gipsfaserplatten 287 m², Gipskartonplatten 195 m², Holzfaserdämmplatten 260 m² Baukosten BKP 2 CHF 1,8 Mio. davon BKP 214 CHF 235 000.– Grundstücksfläche SIA 416 719 m² Geschossfläche SIA 416 197 m² Kubatur SIA 116 1483 m³ Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 1213.– Bauzeit Juli 2006 – Mai 2007 Fotograf Roger Frei, Zürich

1981


Dachaufbau von aussen: Kiesbelag Schutzvlies Wassersperrschicht Kastenelement: Furnierschichtholz 33 mm Rippen 190 – 220 mm/Dämmung Furnierschichtholz 33 mm Dampfsperre Lattung 40 mm Gipsfaserplatte 15 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipsfaserplatte 15 mm Lattung 40 mm OSB-Platte 18 mm Ständer 220 mm/Dämmung Holzweichfaserplatte 52 mm Z-Profil 45 mm Aluminium, natureloxiert, grob geschliffen Deckenaufbau von oben: Parkett 15 mm Zementunterlagsboden mit Bodenheizung 85 mm Trennlage Trittschalldämmung 20 mm Kastenelement: Furnierschichtholz 65 mm Rippen 180 mm/Dämmung Dampfsperre Furnierschichtholz 33 mm Lattung 30 mm Gipskartonplatte 15 mm Putzträgerdämmplatte 40 mm

Fassadenschnitt

1982


Schnitt

Erdgeschoss

Obergeschoss

10 m

1983


Sommerhaus auf dem Seerücken, Kanton Thurgau Die Parzelle liegt auf dem Seerücken an einem künstlichen Weiher, der vor langer Zeit zur Eisgewinnung angelegt wurde. Er ist von einem kleinen, etwas verwilderten Wäldchen umschlossen, das Teil eines malerischen Landschaftsparks ist. Neben dem Weiher versetzen kraftvolle Land­ schaftselemente wie Reihen mächtiger Pappeln, riesige Rosenbüsche, beschauliche Sitzplätze und abgestorbene Baumgiganten den Ort in einen Zustand zeitloser Ruhe. Der Neubau konnte gegenüber seinem Vor­ gängerbau leicht verschoben plaziert werden, um einer grossen Kletterrose der Sorte Rosa filipes – Kiftsgate mehr Raum zu geben. Das Erdgeschoss beherbergt neben dem be­ scheidenen Eingang und den erforderlichen Nebenräumen eine grosszügige Wohnküche, die sich ebenerdig auf den umliegenden Landschaftsraum ausrichtet. Darüber thronen die von einer Loggia gekränzten Schlaf-, Wohn- und Gästeräume fast wie in einem Baumhaus. Sie öffnen vielfältige Blicke in die Tiefe der Naturräume. Trotz seiner präg­ nanten Gestalt werden die Grenzen und Übergänge des Bauvolumens auf beiden Ge­ schossen allseitig fliessend interpretiert und räumlich aufgelöst. Nicht nur aufgrund der erwähnten atmo­ sphärischen Einbettung fiel die Wahl auf den Holzbau: Die Erfahrungen mit dem Vor­ gängerbau, der nicht zuletzt unter der Last

1984

von unsachgemässen Betonaufstockungen im Moor versunken war, liessen eine leichtere Bauweise sinnvoll erscheinen. Die Pfählung, die auf dem tiefliegenden Sandstein gründet, konnte auf diese Weise minimiert werden. Über den Pfählen sind acht Pfeiler aus massivem Lärchenholz eingespannt. Sie tragen über die zwei Längsträger die Kastenelemente der Decke, die allseitig auskragt. Darüber stützen die A-förmigen Wandscheiben das Dach und bilden gleichzeitig die Aussteifung des Obergeschosses. Die Nutzräume sind unten

Situation

wie oben an diesem Geviert in freier Geometrie eingeschrieben. Die Lärchensäulen bleiben sichtbar, das Holzwerk im Innern wurde weiss ausgestrichen. Aussen erhielt das tieferliegende Holzwerk eine dunkle Lasur, um die räumliche Vielschich­ tigkeit des Baukörpers auszuzeichnen. Die der Witterung ausgesetzte Obergeschossfassa­ de ist mit rostendem Eisenblech ver­kleidet und in ihren zwölf trapezförmigen Öffnungen im Obergeschoss mit ornamentalen Gelän­ dern aus Eisendraht veredelt.


Architektur Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld; Mitarbeit: Marcel Woerz, Enis Basartangil Holzbauingenieur Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur Holzbau Kämpf Holzbau AG, Raperswilen Materialien Konstruktionsholz: Vollholz 18,3 m³, Brettschichtholz in Fichte/Tanne 3,2 m³ und in Lärche 7,4 m³; Platten: Dreischicht­ platten 80 mm 13,5 m³ und 27 mm 280 m², OSB-Platten 270 m²; Schalungen: Fassade 120 m², Innenbekleidung 156 m², Balkonbodenroste in Lärche 51 m² Geschossfläche SIA 416 142 m² Gebäudevolumen SIA 416 805 m³ Bauzeit März – Dezember 2006 Fotografen Heinrich Helfenstein, Zürich, und Roland Bernath, Zürich

1985


Längsschnitt

Erdgeschoss

Obergeschoss

1986

10 m


Anschlüsse der Streben in den Querwänden: Die aus 80 mm starken Dreischichtplatten bestehenden Streben sind oben mit Nagelplatten an die Randrippe der Dachplatte (Dreischichtplatte 80 mm) befestigt. Voll­ gewindeschrauben verbinden die Dachplatte mit der Randrippe. Die Befestigung der Streben an die Kastenelemente der Decke (Dreischichtplatte 27 mm, Rippen 100 x 260 mm/Dämmung 100 mm, Dreischichtplatte 27 mm) erfolgt mittels Winkel und Selbstbohrschrauben.

Stützen und Unterzug: Die Stützen sind dreiteilig mit Brettschichtholz in Lärche aufgebaut (3x 200 x 600 mm). Der Unterzug mit einem Querschnitt von 200 x 400 mm ist oben mittig aufgelegt und mit Selbstbohrschrauben gehalten. Stahlteile mit Schlitzblechen und Stabdübeln verankern die Stützen.

1987


Ferienhäuser am Ufer des Bielersees Die beiden neuen Ferienhäuser am Südufer des Bielersees ersetzen ein älteres, welches den beiden jüngsten Generationen der Besitzerfamilie zu eng geworden war. Jede wollte ein eigenes Gebäude für sich mit einem gemeinsamen Aussenraum. Der baurechtliche Rahmen war durch einen Uferschutzplan gemäss kantonalem Seeufer­ gesetz vorgegeben. Der entsprechende Überbauungsplan regelte insbesondere die maximale Baufeldgrösse, die Dachneigung und die Vordächer. Ein zum See ausgerichtetes Doppelhaus (Wohneinheiten A und B) und ein rückwärtiges, versetzt angeordnetes Einzelhaus (Wohn­ einheit C) prägen die Situation. Die beiden voneinander abgedrehten Bauten sind so situiert, dass alle Wohneinheiten über einen optimalen Seebezug verfügen. Durch die versetzt angeordneten Bauvolumen entstehen spannungsvolle und grosszügige Aussen­ räume. Der Baumbestand konnte weitgehend erhalten bleiben. Das Doppelhaus gliedert sich in drei Raum­ schichten. Die lateralen Schichten nehmen je die Wohn-, Ess- und Kochbereiche auf, die mittige Raumschicht beinhaltet die Zimmer und die Sanitärräume. Eine einläufige Treppe erschliesst eine Galerie. Zusammen mit dem überhohen Wohn-, Ess- und Kochbereich ent­ steht ein grosszügiges Raumkontinuum. Durch die Verschränkung der beiden Wohn­ einheiten im Schnitt und Grundriss können die mittigen Galerien jeweils der östlichen respek­

1988

tive der westlichen Wohneinheit zugeschaltet werden. Das Einzelhaus ist aufgrund der Situation in Strassennähe hauptsächlich Richtung Süden und Westen ausgerichtet, insbesondere sein Wohn-, Ess- und Kochbereich. Die grosszügige Galerie im Dachgeschoss erstreckt sich über die ganze Haustiefe und steht in räumlichem Bezug zum überhohen Wohnraum. Das Fundament der Gebäude besteht aus einer Betonplatte, welche auf einer Pfählung fundiert. Dies schützt das Anwesen vor Hochwasser. Das näher am Wasser gelegene Ferienhaus besteht aus einer massiven Kern­ zone und einer Hülle in Holzrahmenbauweise. Das zweite ist vollständig in Holzbauweise ausgeführt. Die Innenbekleidungen aus Holz schaffen in den von Licht durchfluteten Räu­ men eine warme Atmosphäre und verbessern deren Akustik. Das dunkel lasierte Holz lässt die Bauten kompakt erscheinen und intergriert sie in die baumbestandene Parzelle. Zusammen mit den naturbehandelten Fenstern wirkt die Mate­ rialisierung rundum stimmig.

Situation


Ort Südufer des Bielersees Architektur Kistler Vogt Architekten AG, Biel; Mitarbeit: Silvia Kistler, Rudolf Vogt, Matthias Stauffer Holzbau Gehri Holzbau AG, Vinelz Materialien Konstruktionsholz: schichtverleimtes Vollholz 8,9 m³, Brettschichtholz 16,3 m³; Platten: Dreischichtplatten in Douglas 19 mm 492 m², Dreischichtplatten in Fiche/Tanne 27 mm 170 m²; Fassadenbekleidung: Schalung lasiert 173 m² Baukosten BKP 2 CHF 1,26 Mio. Gebäudevolumen SIA 416 1092 m³ Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 1150.– Bauzeit März���– September 2008 Fotograf Thomas Jantscher, Colombier

1989


180°

Haus A/B Querschnitt

Haus C Querschnitt

180°

Haus C Grundriss

Haus A/B Grundriss

Haus C Galerie 180°

10 m

Haus A/B Galerie

1990


Dachaufbau von aussen: Doppeldeckung mit Faserzementschiefer Lattung 24 mm Konterlattung 45 mm Mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm Sparren 280 mm/Dämmung Dampfbremse Lattung 30 mm Dreischichtplatten in Douglasie 19 mm Vordach mit Dreischichtplatten 2x 27 mm Aufbau Aussenwand von innen: Dreischichtplatten in Douglasie 19 mm Lattung 30 mm Dampfbremse Ständer 180 mm/Dämmung Mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm Lattung 30 mm Schalung 25 mm Aufbau Boden von oben: Bodenbelag Zementunterlagsboden 80 mm/Fussbodenheizung Dämmung 120 mm Dichtungsbahn Betonplatte 210 mm

Fassadenschnitt

1991


Lignum Holzwirtschaft Schweiz Economie suisse du bois Economia svizzera del legno Falkenstrasse 26 CH-8008 Zürich Tel. 044 267 47 77 Fax 044 267 47 87 info@lignum.ch www.lignum.ch

Holzbulletin, Juni 2010 Herausgeber Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich Christoph Starck, Direktor

Verantwortlich Roland Brunner Redaktion Roland Brunner, Lignum, Mélanie Pittet-Baschung und Denis Pflug, Lignum-Cedotec Gestaltung BN Graphics, Zürich Druck Kalt-Zehnder-Druck AG, Zug Administration, Abonnemente, Versand Andreas Hartmann, Lignum

ISSN 1420-0260

Das Holzbulletin erscheint viermal jährlich in deutscher und französischer Sprache. Jahresabonnement CHF 48.– Einzelexemplar CHF 20.– Sammelordner (10 Ausgaben) CHF 100.– Sammelordner leer CHF 10.– Preisänderungen vorbehalten. Lignum-Mitglieder erhalten das Holz­bulletin und die technischen Informationen der Lignum, Lignatec, gratis. Die Rechte der Veröffentlichung für die einzelnen Bauten bleiben bei den jeweiligen Architekten. Alle Angaben stammen von den Bauplanern. Lignum-Hotline: 044 267 47 83 Benutzen Sie unsere Fachberatung am Tele­fon von 8 –12 Uhr, die täglich von Montag bis Freitag gratis zur Verfügung steht.


Holzbulletin 95/2010