Steiermarkmagazin Klipp Mai-Juni 2010

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„Käufer“ kamen mit ihrem Trick nicht weit. Mit 400.000 Euro teurem Offshore-Flitzer davongebraust

SPOTS

Glück im Unglück für einen Grazer Mit dem Konkurs und den umstrittenen Geschäftspraktiken des Grazer Bootshändlers Pulko stellen sich viele Geschädigte bei Gericht an. Auch ein junger Grazer Geschäftsmann wäre beinahe zu einem „Opfer“ Pulkos geworden. Sein superschnelles Offshore-Boot wäre bald auf Nimmerwiedersehen verschwunden gewesen.

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as Boot ankert seit einigen Saisonen in einer Marina an der oberen Adria. J. R. trug sich mit der Absicht, sein fast 1.000 PS starkes Gefährt durch ein anderes zu ersetzen – natürlich vorausgesetzt, es zahlt ein Interessent den erhofften Preis. Daher ließ der Grazer auch René Pulko davon wissen, sollte dieser einen interessierten BootFan an der Angel haben. J. R. gab ihm auch die schriftliche Erlaubnis, sein in Kroatien vertautes Boot mit Kaufinteressenten zu besichtigen. Dies ist eine logische Voraussetzung dafür, dass die Security der Marina Fremde aufs Boot lässt. Von einem Verkauf war also überhaupt noch nicht die Rede. Bestürzt und überrascht reagierte J. R. daher, als er einen Anruf seines privaten Bootsbetreuers erhielt, dass sein Boot aus der Marina aus-

gelaufen und Richtung Italien unterwegs sei. „Es hat überhaupt keine Aktivität in Richtung Verkauf gegeben“, sagt er heute. Mehrere Varianten gibt es daher für die „Entführung“ seines Offshore-Flitzers. Möglicherweise wurde das Boot tatsächlich von Pulko verkauft, ohne dass dieser je einen Auftrag gehabt hat. Eine andere Variante: Ein Interessent, der das Boot besichtigt hat, versorgte sich mit gefälschten Papieren, zeigte diese in der Marina vor und konnte diese so verlassen. Es ist nicht auszuschließen, dass es dabei Mittäter im Umfeld der Marina gibt. „Die Verantwortlichen der Marina erwiesen sich als äußerst abweisend, als die ganze Angelegenheit bei der Polizei landete“, so der Grazer. Man zeigte sich nicht auskunftswillig (nur im Beisein eines Rechtsanwalts), also

Pardon E

Mehr Infos: www.hidra.at

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J. R. wurde verständigt und eilte daraufhin nach Italien zur Polizei und Staatsanwaltschaft. Diese konnte er mit Vorlage seiner Papiere überzeugen, dass er das Boot nicht verkauft hatte. Auch wenn die aufgegriffenen Deutschen andere Papiere vorgelegt hatten. Die Versicherung machte offensichtlich den entsprechenden Druck und war zusätzlich ein guter Zeuge. Nur eine Woche später – für die italienische Bürokratie überraschend – konnte J. R. dann sein Boot in Italien wieder in Empfang nehmen und fuhr es in seine kroatische Marina zurück. Eines wird er in Zukunft nicht mehr versäumen: Seine hochsensible elektronische Start-Stopp-Mechanik zu aktivieren, die er sich einbauen hat lassen, damit es niemand unerlaubterweise in Betrieb nimmt.

Trotz Ertragsproblemen des nationalen Spitzeninstituts

s gibt auch bei Segel-Yachten (Segel-Booten) so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, pardon: Liebe nach dem ersten Wind. Die T-34 des italienischen Maßschneiders in Sachen Segel-Yachten T-Yachts löst bei den Kennern ein solches Gefühl aus. So wie Michelangelo vor Jahrhunderten mit seinen Schülern seinen Apollo modellierte, formte Yacht-Bauer T-Yachts mit den besten Handwerkern, die Italien im Bootsbau hat, den besten Materialien, den besten Ideen, bis ins Detail das beste Schiff in seiner Klasse – ohne Kompromisse. Mit einer Länge 9,99 Metern ärgert sich möglicherweise der Zahlmeister einer Marina, freut sich aber der Besitzer, weil sie damit unter 10 Meter bleibt und kostengünstig anlegen kann.

Die T-34 – familiär, aber auch schnell. Gemacht für den Wind.

fehlte jede Kooperationsbereitschaft. Nur der italienischen Polizei ist es zu verdanken, dass J. R. sein Boot heute wieder hat. Denn nach der Hiobsbotschaft verständigte er sofort die Versicherung für das Boot. Weil – so steht es im Vertrag – diese nur dann zum Schadenersatz verpflichtet ist, wenn die Schadensmeldung unmittelbar nach Bekanntwerden des Diebstahls erfolgt. Die Versicherung setzte daraufhin ihr weit umfassendes Netzwerk ein, sodass das Boot nicht „unentdeckt“ eine Marina anlaufen konnte. Denn welche Versicherung zahlt schon gerne 200.000 Euro. Und es wirkte. Denn als die neuen Besitzer in Italien das Boot aus dem Wasser holen ließen und gerade verladen wollten, hat die Polizei zugeschlagen und das Boot beschlagnahmt.

So stand es in der Klipp-Ausgabe April 2010. Leider passierte uns als „Nicht-SegelExperten“ ein Fehler. Denn die Fotos dazu zeigten nicht die T-34. Das holen wir diesmal nach.

Volksbank Graz-Bruck schaffte 2009 ein Plus

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as Spitzeninstitut des Österreichischen Volksbanken-Sektors, die Österreichische Volksbanken AG, hat im Vorjahr mehr als 1 Milliarde Euro Minus gemacht. Im Vergleich dazu erzielte die Volksbanken Primär-Stufe mit ihren 33 Sektor-Banken durchaus solide Ergebnisse. Auch die Volksbank Graz-Bruck – mit ihren 13 Geschäftsstellen in Graz, Bruck, Frohnleiten und Seiersberg – kann im Jahr 2009 einen positiven Jahresüberschuss nach Steuern in der Höhe von 1,8 Millionen Euro ausweisen. Vorstandsvorsitzender Gerhard Reiner: „Wir leben regionale Verantwortung, und die Liquidität bleibt in der Region.“ Der Wermutstropfen durch die prekäre Lage des Spitzeninstituts: Die Beteiligung (2,27 Prozent) musste um 10,5 Millionen Euro abgewertet werden. Vorstandsdirektor Dr. Michael Klampfl (li.), Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Reiner: „Im Herbst planen wir die Eröffnung einer Zweigstelle in Graz-Straßgang!“

KLIPP Mai/Juni 2010


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