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Herr Mag. Heinz-Peter Platzer begehrt nachfolgende Mitteilung gemäß § 37 Abs 1 MedienG:

Auf Seiten 1 und 20 der elektronischen Ausgabe des Druckwerkes „KLIPP“, Februar 2010, abrufbar unter www.klippmagazin.at, wurde Herr Mag. Heinz-Peter Platzer als „Hochstapler“ bezeichnet. Gemäß § 37 Abs 1 MedienG wird mitgeteilt, dass deswegen vom Genannten gegen die Taymour SchwarzMedien GmbH als Inhaberin des Mediums ein Verfahren wegen des Vergeweiß bis in hens der üblen Nachrede nach § den Tod. Treue 111 Abs 1 und 2 StGB iVm § 3 Fans machen die VbVG anhängig gemacht wurde. Der Ankläger begehrt „Schwoazn“ zum weiters den Zuspruch eiechten Kult-Klub. ner Entschädigung iSd §§ 6, 7a und 7b MedienG.

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Mediengesetzmitteilung


COVER 8

Warum gerade Sturm? Schwarz-weiß bis in den Tod. Treue Fans machen die „Schwoazn“ zum echten Kult-Klub

AKTUELL 12 Paradies für Stierler Alle zwei Jahre wieder – der Fetzenmarkt in Wundschuh 13 Studentenhochburg Zinzendorfgasse Irgendein Beisl hat immer offen

POLITIK 16 Voves in Nöten Wenn’s net lauft, lauft’s net.

Seite 19 – Kräftiges Lebenszeichen Foto: Der Plankenauer

am Erzberg

Seite 8 – Warum gerade Sturm? – Schwarz-weiß bis in den Tod

21 Sarajewo Starker Auftritt der Steiermärkischen

WIRTSCHAFT 18 Europeum Mariazell Bauchfleck statt Absprung 19 Erzberg – Kräftiges Lebenszeichen 200 neue Arbeitsplätze könnte es geben

I N H A L T

HINTERGUND 22 Fragwürdig – Ehre und Respekt Türkische Soziologin: Zuwanderer sind nicht Opfer der hiesigen Gesellschaft

AUTO & MOTOR 26 E-Mobilität im Vormarsch Klarerweise beeinflussen die Preise die Kaufentscheidung Foto: Steiermark Tourismus

Seite 35 – Vorschnelle Rückenoperationen: 80 % überflüssig

Seite 28 – Kulinarische Genüsse in der Steiermark

LEBEN & LEUTE 28 Kulinarische Genüsse in der Steiermark

GESUNDHEIT 34 DOKTOR X … … oder wie ich lernte die Ärzte zu lieben

LEBEN & LEUTE 42 Eine Urlaubswelt für sich Die kroatische Küste, lang gezogen mit unzähligen Inseln, Halbinseln und Buchten

STANDARDS 4

Spots

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Der KLIPPer

20 Lilly Lotterblume 34 Gesundheit

Seite 13 – Zinzendorfgasse: Verdursten unmöglich

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48 Urlaubstipps

Seite 42 – Die kroatische Küste – eine Urlaubswelt für sich

50 Bücher KLIPP Mai/Juni 2010


IMPRESSUM

Editorial

Eindrucksvoll zurück gemeldet

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ch persönlich bin Zeit meines Lebens Fußballinteressiert, spielte selbst (auch wenn nur unterklassig), bin weder ein Sturm-Knofel, noch GAK-Anhänger. Diese Aussage ist durch viele Zeugen auch belegbar. Ich schicke dieses Statement bewusst voraus, damit die folgende Feststellung nicht im falschen Licht gesehen wird. Die 20.000 Fans beim Cup-Finale am Wörthersee haben eindrucksvoll bewiesen, dass der sprichwörtliche „SturmGeist“ heute lebendiger denn je ist. Kein anderer Klub in Österreich – ausgenommen Rapid – hat ein derartiges Potential von Fans hinter sich. Nach dem

drohenden Abstieg und dem drohenden Ende vor drei Jahren wie der viel zitierte Phönix aus der Asche zu steigen – das zeigt, dass die Fans einer Mannschaft wirklich helfen können und dass der Fußball quer durch alle Bevölkerungsgruppen noch immer die beliebteste Droge in Sachen Sport ist. Für Sturm schwer genug: in der kommenden Europacup-Saison zu bestehen. Doch mit diesen Fans im Rücken sollte auch das gelingen – ganz unabhängig davon, ob und wer den Klub adieu sagt. Jürgen Lehner

Medieninhaber: KLIPP Zeitschriften KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Herausgeber: KLIPP Zeitschriften KG Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Helmut Dietl, Carmen Reiterer, Karin Klug Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Christian Wallner. Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Hurtig & Flink Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: Juli 2010

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Das neue Wiesler: Abschied von den fünf Sternen

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Auch etwas Wehmut war dabei

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un hat Graz kein Fünf-Sterne-Haus mehr. Denn das neue Wiesler hat sich selbst aus diesem Bewertungsritual herausgenommen und geht ab sofort ohne Sterne künftig auf Gästesuche. Florian Weitzer, der junge Geschäftsführer der Familien-Hotelgruppe, ging schon beim Umbau einen neuen Weg und setzt diesen bewusst legeren Stil nun konsequent fort. Knapp 1.000 Gäste feierten mit ihm die Neueröffnung des Traditionshauses, das um eine Million Euro modernisiert wurde. Der neue Auftritt kommt beim jungen Publikum besonders gut an. Man würde sagen, fast logischerweise waren die ersten Eindrücke der gesetzteren Gäste eher zwiespältig. Hat Graz doch damit in der offiziellen Tourismus-Sprache sein FünfSterne-Haus „verloren“. Die Eigendefinition für das neue Wiesler: „Unseren Sternen haben wir Lebewohl gesagt. Um uns aufs Wesentliche zu konzentrieren. Auf Sie, unseren Gast. Auf Graz, unsere Stadt. Und auf all jene Dinge, die das Leben ein Stückchen schöner machen: ein bisschen Soul, ein saftiges Steak, eine perfekte Rasur oder viel Senf und Kren zum gekochten Würstel.“ O Fotos: Hotel Wiesler, Graz

-Echo KLIPP-Artikel zum Thema Pflege (April 2010): „… der Gesetzgeber hat die Möglichkeit geschaffen, dass man mit Pflegeheimen Geld verdienen kann, und das ist völlig korrekt …“ Ich habe zum Beschluss der SPÖ, KPÖ und Grünen, nur mehr gemeinnützige Betreiber auf dem Pflegeheim-Markt zuzulassen, gesagt, dass es das Recht bzw. die Pflicht der Politik ist, diesen Sektor zu steuern. Bisher hat die Politik die Arbeit von gewerblichen Betreibern zugelassen und gewerblichen Betreibern obliegt natürlich als Handlungsmaxime auch die Erzielung eines betriebswirtschaftlichen Gewinnes. Das muss der Politik damals auch bewusst gewesen sein. Ich habe aber auch gesagt, dass aus meiner Sicht der Sektor Pflege wegen des hohen Anteils an „bezuschussten Personen“ nicht für einen gewerblichen/gewinnorientierten Markt taugt, weil die von der Leistung abhängigen Menschen (BewohnerInnen) nicht marktfähig sind (über 80 % vom Staat bezuschusste Personen). Ich wollte es nicht prinzipiell gutheißen, dass man mit Pflegeheimen „Geld verdienen“ kann. Allerdings ist eine transparente und faire Finanzierung auf Kostendeckungsbasis für die Anbieter (gemeinnützig, öffentlich, kirchlich, gewinnorientiert) natürlich wichtig und existenziell notwendig. Sie sichern ja auch Pflege und Betreuung auf verbindlichem Niveau und schaffen auch Arbeitsplätze in den steirischen Regionen. Franz F.

Reaktionen: office@klippmagazin.at 4

Robert Rogner jun. vor der Wassergöttin

Therme Blumau feiert: Vor 13 Jahren kamen die ersten Gäste

Nun „locken“ Wassergöttin, Windbilder und Feuervögel

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ie wird bald ein beliebtes Fotomotiv sein – die Wassergöttin von André Heller, die nun unmittelbar neben dem großen Parkplatz die Besucher der Therme Blumau einlädt. Von ihrer Gestaltung her erinnert sie an die Swarovski Kristallwelten, die ebenfalls von Heller stammen. Im Eingangsbereich der Therme wehen dem Blumau-Besucher 12 tanzende Windbilder entgegen, die phantasievolle Namen wie „Wolkenfänger“, „Winddiebe“, „stürmisches Orakel“ oder „windiger Spaziergänger“ tragen. Diese Fahnen wurden von Monika Gilsing, einer Freundin André Hellers, für die Therme gestaltet. Die fröhlichen Abbildungen mit den kräftigen Farben begrüßen die Gäste und sollen in Anlehnung an tibetanische Gebetsfahnen gleichzeitig die Botschaft und positive Energie von Blumau mit dem Wind in die Welt nach außen tragen.

Lebendige Wächter Das Wasser der Quelle Vulkania kommt aus 3.000 Metern Tiefe. Fasziniert von der Vulkanwelt und der Vorstellung eines Feuersees in 3000 Meter Tiefe lag es nahe, dieses Thema auch künstlerisch aufzugreifen und mit den Feuervogel-Skulpturen, insgesamt sieben im ganzen Areal, lebendige Wächter für die feurige Welt in Blumau zu schaffen. Friedensreich Hundertwasser, nach dessen Konzept die Therme in Blumau entstand, und André Heller waren einander in tiefer Freundschaft verbunden. 1997 wurde die Therme als ein Refugium im oststeirischen Thermenland von Friedensreich Hundertwasser geschaffen – ohne Ecken und Kanten, dafür mit Mut zu organischen Formen und Farben.

Nicht nur die Therme feiert Geburtstag, sondern auch ThermenPionier Robert Rogner senior – nämlich seinen 69. Geburtstag. Sein unglaublicher Aufstieg vom armen Dorfjungen aus Aich bei Velden am Wörthersee zu einem international anerkannten Bauunternehmenschef mit viel beachteten Projekten auch im Tourismus weltweit wird in seiner Biographie dargestellt, die anlässlich des Geburtstages präsentiert wurde. O

Lachen ist die beste Medizin Mutter: „Bist du dir im Klaren, dass Gott anwesend war, als du den Keks in der Küche geklaut hast?“ – „Ja.“ – „Und dass er dich die ganze Zeit über angeschaut hat?“ – „Ja.“ – „Und was, meinst du, hat er zu dir gesagt?“ – „Er sagte: ,Niemand ist hier außer uns beiden – nimm zwei.‘“ Ein kleines Mädchen steht mit einer Bananenschale in der Hand vor einem Obstladen. „Was möchtest du, Kleine?“, fragt der Verkäufer. „Eine Nachfüllung“, lautet die Antwort. Ein Betrunkener, der nachts unterwegs war, fiel in eine Jauchengrube. Als er immer tiefer in die flüssige Masse sank, beginnt er „Feuer“ zu schreien. Mehrere Passanten hörten ihn und stürzten herbei, um ihm zu helfen. Als sie ihn herausgezogen hatten, fragten sie ihn, warum er „Feuer“ geschrien habe, obwohl doch nichts gebrannt hatte. Er gab ihnen die Antwort: „Wäre einer von Ihnen zu Hilfe gekommen, wenn ich ,Scheiße‘ geschrien hätte?“ Quelle: „Zeiten des Glücks – Geschichten für Herz und Seele“ von Anthony de Mello (Herder Verlag)

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Die vier KAPO-Gesellschafter Karl Hans, Karin, Karl und Stefan Polzhofer (v.l.).

Foto: KAPO

Karl Polzhofer (KAPO) ist nun der „Exchef“ – dafür aber mit viel mehr Freizeit

Jetzt sind die Jungen am Zug

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s hat ihn niemand gedrängt, sondern er wollte das einfach geregelt wissen. Denn Ordnung und Genauigkeit sind für Karl Polzhofer, den gelernten Tischler, sehr, sehr wichtig. Seine drei Kinder Karin, Karl Hans und Stefan haben nun als gleichberechtigte Gesellschafter das Sagen in der Unternehmensgruppe KAPO. Die Geschäftsführung der Holding hat seit zwei Monaten Stefan Polzhofer, 33, vom Vater übernommen. Nach dem Diplomstudium der Rechtswissenschaften war Stefan Polzhofer seit 2003 in verschiedenen Bereichen der UniCredit-Gruppe beschäftigt. Nach der Absolvierung des Traineeprogramms arbeitete Stefan Polzhofer zunächst in der Stadtregion Wien City als Firmenkundenbetreuer für die Bank Aus-

tria. Im Jahr 2006 wechselte er in das Investment Banking, wo er zuletzt bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank in München in leitender Funktion mit direkter Berichtslinie an den Vorstand tätig war. Sein Vater Karl Polzhofer hat die Firma KAPO in den vergangenen vier Jahrzehnten von einer kleinen Tischlerei zu einem international agierenden Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aufgebaut. Eine starke Leistung, ist doch KAPO damit zu einem der größten Arbeitgeber in der Region geworden. Die ersten Auswirkungen für den „Neo-Pensionär“: Er tut sich nun leichter bei der Planung seiner Radtouren und Reisen, weil der Termindruck nicht mehr so groß ist. O

Ich bin ein Grieche

Andreas Vitásek zur Steiermark-Premiere in Graz

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Foto: www.lukasbeck.com

39,2° – Ein Fiebermonolog on Grippeviren gebeutelt durchforstet Vitásek mit detailreicher Kenntnis die Beipackzettel seiner Medikamentensammlung, vermisst die guten alten Quecksilber-Thermometer, die man noch „raufschütteln“ konnte, und lässt seinem grundlegenden Misstrauen gegenüber Ärzten freien Lauf. Im fieberheißen Kopf vermischt sich die Kindheit in Favoriten mit den Anforderungen moderner Vaterschaft, verlassen die Anekdoten alle herkömmlichen Grenzen von Zeit und Raum: so schwappt ein Einbrecherduo der 1970er-Jahre über in den Kremser Supermarktüberfall oder vermischt sich Goethes Erlkönig mit den Missbrauchsfällen der Kirche. Und auch der Mops, liebster Vierbeiner von allen, kommt zu Wort. All das meistert Vitásek mit Bravour, kommt dabei vom Hundertsten ins Tausendste, biegt geschickt zurück zum Hundertsten, legt als Pirouette eine kleine Tagesaktualität ein, lächelt verschmitzt und redet weiter … Andreas Vitásek, am 29. Mai 2010 um 20:00 Uhr im Grazer Orpheum. Karten: 0316 8008 / 9000, www.spielstaetten.at. O

Gerade deshalb fahren wir gerne in Länder wie Griechenland, weil das Unperfekte und Improvisierte in Kombination mit überschäumender Lebenslust einen starken Reiz darstellen. Der Süden hat sich – neben seiner Schlampigkeit, Unzuverlässigkeit und übertriebenen Lautstärke – Entscheidendes bewahrt: Kraft, Echtheit und die Treue sich selbst gegenüber. Auch wenn die Hotels einen Stern mehr haben, sind sie schlicht wie früher. Die Tavernen spielen sich nicht international auf, sondern sind bei ihrer bescheidenen Auswahl an heimischen Speisen geblieben. Und nirgendwo im Süden funktio-

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riechenland hat ordentlich eine auf den Deckel bekommen. Vorbei ist es jetzt mit Pensionen für unverheiratete Töchter, Boni für Pünktlichkeit von Beamten oder die Verwaltung eines ausgetrockneten Sees. Auch dass Staatsbedienstete mit dem 50. Lebensjahr in Pension gehen können, soll abgeschafft werden. Eine gefährliche Drohung. Aber ist das wirklich eine griechische Tragödie, die da ihren Lauf nimmt, und wird Griechenland nicht länger das Traumland sein, mit blühenden Oliven und Zitronen und majestätischen Inseln, die aus dem tiefblauen Meer ragen?

Der Fall Griechenlands ist auch eine Warnung an Österreich. Auch bei uns gibt es fragwürdige Pensionen für Hinterbliebene von Beamten, großzügige Frühpensionierungen, üppige dreizehnte und vierzehnte Bezüge für Bestverdiener bzw. bestgestellte Pensionisten. Und statt ausgetrockneter Seen werden bei uns unscheinbare Rinnsale verwaltet, man muss sich nur die Retentionsbecken anschauen, die derzeit in Mode sind und die mit gewaltigen Erdbewegungen und luxuriösen Betonwällen prunken. Hier werden Bächlein gezähmt, die mit freiem Auge gar nicht als solche erkennbar sind. Ich staunte nicht schlecht, als ich kürzlich in Mariatrost einen solchen kleinen Monumentalbau entdeckte. Aber anscheinend haben wir keine anderen Sorgen. Wir sind eine Art umgekehrtes Griechenland, mit dem Hang zu einem Übermaß an Perfektion. Wir haben zum Beispiel zu viele Versicherungen gegen alles und jedes, zu viele Ampeln, Verkehrsschilder und Straßenreinigungsfahrzeuge. Die machen den Verkehr inzwischen fast so chaotisch wie in Athen oder Istanbul. Obwohl wir das Gegenteil wollen. Wir haben einen neurotischen Zwang zur Vorsorge und Absicherung.

niert die Müllabfuhr, ob in Griechenland, Italien oder Kroatien. Das soll kein Plädoyer für Müll auf den Straßen sein. Aber wie auf der anderen Seite unsere Tourismusbranche bemüht ist, den Gästen alles recht zu machen, grenzt an Selbstaufgabe. Inklusive ist das aufgesetzte, Freundlichkeit simulierende Grinsen, das einem in Tourismusgebieten entgegenschlägt. Dann lieber die unverfälschte Emotion des Südländers, manchmal grantig, wurschtig, wenn aber freundlich, dann ehrlich. Egal, wie sich Gesellschaft und Wirtschaft verändern: Griechenland wird weiter ein Traumland bleiben, so wie der gesamte Süden ein Traumland für uns zwanghafte, vorsorgende und frierende Mitteleuropäer bleiben wird. Zwar braucht es jetzt unsere Hilfe, aber wir brauchen es ebenfalls. Wir brauchen die bescheidene Küche, die majestätischen Inseln, das tiefblaue Meer, die Ehrlichkeit. Und wer hat nicht bei einer Schifffahrt über glitzernde Wellen und vorbei an sagenumwobenen Inseln wenigstens für einen Moment den Wunsch gehabt: Ich bin ein Grieche. Deshalb ist es okay, dass wir jetzt zahlen. Reinhard Schuch

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„Käufer“ kamen mit ihrem Trick nicht weit. Mit 400.000 Euro teurem Offshore-Flitzer davongebraust

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Glück im Unglück für einen Grazer Mit dem Konkurs und den umstrittenen Geschäftspraktiken des Grazer Bootshändlers Pulko stellen sich viele Geschädigte bei Gericht an. Auch ein junger Grazer Geschäftsmann wäre beinahe zu einem „Opfer“ Pulkos geworden. Sein superschnelles Offshore-Boot wäre bald auf Nimmerwiedersehen verschwunden gewesen.

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as Boot ankert seit einigen Saisonen in einer Marina an der oberen Adria. J. R. trug sich mit der Absicht, sein fast 1.000 PS starkes Gefährt durch ein anderes zu ersetzen – natürlich vorausgesetzt, es zahlt ein Interessent den erhofften Preis. Daher ließ der Grazer auch René Pulko davon wissen, sollte dieser einen interessierten BootFan an der Angel haben. J. R. gab ihm auch die schriftliche Erlaubnis, sein in Kroatien vertautes Boot mit Kaufinteressenten zu besichtigen. Dies ist eine logische Voraussetzung dafür, dass die Security der Marina Fremde aufs Boot lässt. Von einem Verkauf war also überhaupt noch nicht die Rede. Bestürzt und überrascht reagierte J. R. daher, als er einen Anruf seines privaten Bootsbetreuers erhielt, dass sein Boot aus der Marina aus-

gelaufen und Richtung Italien unterwegs sei. „Es hat überhaupt keine Aktivität in Richtung Verkauf gegeben“, sagt er heute. Mehrere Varianten gibt es daher für die „Entführung“ seines Offshore-Flitzers. Möglicherweise wurde das Boot tatsächlich von Pulko verkauft, ohne dass dieser je einen Auftrag gehabt hat. Eine andere Variante: Ein Interessent, der das Boot besichtigt hat, versorgte sich mit gefälschten Papieren, zeigte diese in der Marina vor und konnte diese so verlassen. Es ist nicht auszuschließen, dass es dabei Mittäter im Umfeld der Marina gibt. „Die Verantwortlichen der Marina erwiesen sich als äußerst abweisend, als die ganze Angelegenheit bei der Polizei landete“, so der Grazer. Man zeigte sich nicht auskunftswillig (nur im Beisein eines Rechtsanwalts), also

Pardon E

Mehr Infos: www.hidra.at

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J. R. wurde verständigt und eilte daraufhin nach Italien zur Polizei und Staatsanwaltschaft. Diese konnte er mit Vorlage seiner Papiere überzeugen, dass er das Boot nicht verkauft hatte. Auch wenn die aufgegriffenen Deutschen andere Papiere vorgelegt hatten. Die Versicherung machte offensichtlich den entsprechenden Druck und war zusätzlich ein guter Zeuge. Nur eine Woche später – für die italienische Bürokratie überraschend – konnte J. R. dann sein Boot in Italien wieder in Empfang nehmen und fuhr es in seine kroatische Marina zurück. Eines wird er in Zukunft nicht mehr versäumen: Seine hochsensible elektronische Start-Stopp-Mechanik zu aktivieren, die er sich einbauen hat lassen, damit es niemand unerlaubterweise in Betrieb nimmt.

Trotz Ertragsproblemen des nationalen Spitzeninstituts

s gibt auch bei Segel-Yachten (Segel-Booten) so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, pardon: Liebe nach dem ersten Wind. Die T-34 des italienischen Maßschneiders in Sachen Segel-Yachten T-Yachts löst bei den Kennern ein solches Gefühl aus. So wie Michelangelo vor Jahrhunderten mit seinen Schülern seinen Apollo modellierte, formte Yacht-Bauer T-Yachts mit den besten Handwerkern, die Italien im Bootsbau hat, den besten Materialien, den besten Ideen, bis ins Detail das beste Schiff in seiner Klasse – ohne Kompromisse. Mit einer Länge 9,99 Metern ärgert sich möglicherweise der Zahlmeister einer Marina, freut sich aber der Besitzer, weil sie damit unter 10 Meter bleibt und kostengünstig anlegen kann.

Die T-34 – familiär, aber auch schnell. Gemacht für den Wind.

fehlte jede Kooperationsbereitschaft. Nur der italienischen Polizei ist es zu verdanken, dass J. R. sein Boot heute wieder hat. Denn nach der Hiobsbotschaft verständigte er sofort die Versicherung für das Boot. Weil – so steht es im Vertrag – diese nur dann zum Schadenersatz verpflichtet ist, wenn die Schadensmeldung unmittelbar nach Bekanntwerden des Diebstahls erfolgt. Die Versicherung setzte daraufhin ihr weit umfassendes Netzwerk ein, sodass das Boot nicht „unentdeckt“ eine Marina anlaufen konnte. Denn welche Versicherung zahlt schon gerne 200.000 Euro. Und es wirkte. Denn als die neuen Besitzer in Italien das Boot aus dem Wasser holen ließen und gerade verladen wollten, hat die Polizei zugeschlagen und das Boot beschlagnahmt.

So stand es in der Klipp-Ausgabe April 2010. Leider passierte uns als „Nicht-SegelExperten“ ein Fehler. Denn die Fotos dazu zeigten nicht die T-34. Das holen wir diesmal nach.

Volksbank Graz-Bruck schaffte 2009 ein Plus

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as Spitzeninstitut des Österreichischen Volksbanken-Sektors, die Österreichische Volksbanken AG, hat im Vorjahr mehr als 1 Milliarde Euro Minus gemacht. Im Vergleich dazu erzielte die Volksbanken Primär-Stufe mit ihren 33 Sektor-Banken durchaus solide Ergebnisse. Auch die Volksbank Graz-Bruck – mit ihren 13 Geschäftsstellen in Graz, Bruck, Frohnleiten und Seiersberg – kann im Jahr 2009 einen positiven Jahresüberschuss nach Steuern in der Höhe von 1,8 Millionen Euro ausweisen. Vorstandsvorsitzender Gerhard Reiner: „Wir leben regionale Verantwortung, und die Liquidität bleibt in der Region.“ Der Wermutstropfen durch die prekäre Lage des Spitzeninstituts: Die Beteiligung (2,27 Prozent) musste um 10,5 Millionen Euro abgewertet werden. Vorstandsdirektor Dr. Michael Klampfl (li.), Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Reiner: „Im Herbst planen wir die Eröffnung einer Zweigstelle in Graz-Straßgang!“

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SPOTS vlnr Generaldirektor Mag. Martin Gölles, HYPO Steiermark, LR Dr.in Bettina Vollath, Margret Roth, Prof. Edith Temmel, Vorstandsdirektor Bernhard Türk, HYPO Steiermark

Gelungene Premiere für „Steiermark Galerie“

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enn Margret Roth, die Frau von SaubermacherChef Hans Roth sich für eine Sache begeistert, dann bringt sie diese auch auf Schiene. Wie jüngst mit der ersten „Steiermark Galerie“ im öffentlichen Raum. Da werden die Werke steirischer Künstler der letzten fünf Jahre in einmaliger Weise präsentiert. Sie sind das Ergebnis von Künstler-Klausuren im Zisterzienzerstift Rhein bei Graz, das für ein inspirierendes Ambiente gesorgt hat. Beim Vorbeifahren allen einem die großflächigen Plakate der „Steiermark Galerie“ auf. Nicht jedem schnellen Betrachter wird bewusst, dass es sich dabei schon um eine

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Vernissage handelt. Er vermutet eher die Ankündigung einer Ausstellung. Weitere Plätze sind Dreiecksständer sowie die 240 Infoscreens in den Grazer Straßenbahnen und Bussen. „Sie wollen die Steirerinnen und Steirer einfach für das Thema Kunst noch mehr sensibilisieren und sie über die großartige heimische Szene informieren“, erklären Margret Roth und die Initiatorin Edith Temmel und bedanken sich auch bei den Sponsoren, die sie dafür begeistern konnten. Die beiden Damen hoffen darauf, dass sich durch diese Initiative Unternehmen verstärkt für die Gegenwartskunst erwärmen können und zu sammeln beginnen.

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COVERSTORY

Schwarz-weiß bis in den Tod. Treue Fans machen die „Schwoazn“ zum echten Kult-Klub.

Warum gerade STURM

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aher war auch die Prozession der 20.000 Fans an den Wörthersee zum Cup-Finale eine Demonstration von „Wir sind Sturm“. Unverbesserliche Schwoaze glauben sogar daran, dass eines Tages mittels DNA ein alles erklärendes Sturm-Gen entdeckt wird. Bis dahin mögen alle Erklärungsversuche, warum gerade Sturm, zwar bemüht und tiefschürfend sein, aber unvollständig bleiben sie allemal. Auch der vorliegende Klipp-Report zählt dazu.

Kommt nicht wieder Als Red Bull Salzburg, die bestbezahlte Söldnertruppe Österreichs, zum alles entscheidenden Meisterschaftsmatch nach Graz musste, begleiteten rund 2.000 Anhänger die Mateschitz-Truppe. Bescheiden zur Karawane der 20.000 nach Klagenfurt und deren Auftritt dort. Seit dem drohenden Ende des Vereins im Jahr 2006, als Hannes Kartnig den Fast-Konkurs verschuldete, stehen die Fans noch unverrückbarer zum Klub. Obwohl der Vollstän-

Die Treue und Liebe zu einer noch so attraktiven Frau mag enden wollend sein, zerbrechen – die Treue eines, meist männlichen Sturm-Fans zu seinen Schwoazn hält ewig. Bis zum Tod. So steht es nicht geschrieben, aber so ist es. Sturm Graz ist neben Rapid zu einem Kult-Klub in Österreich geworden. 8

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COVERSTORY

Foto: Der Plankenauer

Wir sind ein volkstümlicher Klub Niemand kennt die Geschichte der Schwoazn besser als Mag. Herbert Troger. Er ist das lebende Sturm-Lexikon und hat den Sturm-Geist schon mit der Muttermilch mitbeFoto: SturmTifo.com kommen, war sein Vater doch Präsident des Anhängervereins. Troger und Martin Behr sind die Autoren des Buchs „Wir

Nach südländischen Vorbild: Fangruppen traten in den 90ern erstmals auf und machten Stimmung

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sind Sturm“ und Troger ist auch Mitverantwortlicher des „SturmEchos“. Beide waren wichtige Quellen für diese Story. Woher kommt dieses viele Herzblut der Massen für Sturm? „Weil Sturm immer ein Klub der breiten Masse, der kleinen Leute war. Wenn sie so wollen, das steirische Rapid im Gegensatz zum GAK“, so Herbert Troger. Außerdem holten SturmTrainer schon in den 60er- und 70er-Jahren auch Talente aus der Obersteiermark (Kaiser, Peintinger), Ost- und Weststeiermark. Diesen wiederum folgten deren Fans zu den Spielen in die Murstadt. Auch ein Geheimnis, warum Sturm auch eine derart große Fan-Schar außerhalb von Graz hat. „Wir waren auch nie ein Retortenklub wie die Salzburger. 1992 waren alle ziemlich mutlos“, so Herbert Troger. Die Begeisterung sei aber mit der Ära Osim wiedergekommen und dann richtig explodiert – in eine völlig neue Dimension. Die Gruabn war zwar einmalig, aber im neuen Stadion gab es dann von Spiel zu Spiel immer mehr weibliche Fans. Internet und Facebook mobilisieren Seit dem Fast-Ende 2006 sind dies wichtige Plattformen für die Fangruppen. Sie hatten sich schon vorher auf Hannes Kartnig als Feindbild eingeschossen, der mit den Fanklubs nicht wirklich zurande

kam. Ein Verhalten, das seinen erzwungenen Abgang beschleunigte. Von wegen Proletenklub – Am Anfang war ein Philosoph 1962 schrieb Richard Ott, Gründungsmitglied des SK Sturm, im Sturm Sportprogramm über die Anfänge: Wir frönten im Augarten mit allen möglichen tauglichen und auch untauglichen runden Gegenständen unserer Fußball-Leidenschaft. Da erschien eines Tages mein Schulkamerad Fritz Longin, eine der markantesten Persönlichkeiten, die Sturm je hatte, mit einem wirklichen Leder-Fußball. Zwar wurde der Ball bei Regenwetter sofort eingezogen, doch beginnt trotzdem mit ihm unsere Vereinsgeschichte. Denn wir 12- bis 13-jährigen bildeten darauf die nach dem Ballbesitzer genannte Schülermannschaft, die „Longin-Elf“. Durch vorbildliche Kameradschaft entstand eine Einheit, die über Jahre anhielt und uns zur besten Mannschaft des Augartens entwickelte. Unsere Begeisterung steckte an: Wir schufen aus Gegnern dieses damals noch vielfach verpönten Sportes be-

geisterte Freunde. Schicksalhaft war der Kontakt zur Familie Schönbacher, wo es zwölf Kinder gab. Das Schönbacher-Heim blieb noch lange unser liebster Aufenthalt. Der Schlüssel zum SK Sturm heißt aber Fritz Longin. Die Wurzel und der Anfang des 100-jährigen Klubs liegen bei ihm. Auch wenn Karl Assmann, die Schönbachers, Anton Schmidt, ein Philosoph – er „goss“ die kampfeslustige Mannschaft in die Vereinsform – und viele andere bald wichtige Rollen übernahmen. Es war ein Sonntag im Mai 1909, als es zur Gründung der Fußballmannschaft Sturm kam. Im Gasthaus Schafzahl in der Pestalozzistraße unweit des Augartens fand die Gründungsfeier statt. Über die Namensfindung gibt es keine authentische Interpretation. Möglicherweise war Sturm Prag ein Vorbild.*

Der erste Lederball Friedrich „Fritz“ Longin wurde 1893 in St. Stefan ob Leoben geboren, wo sein Vater Oberlehrer, Bürgermeister und Kapellmeister war. Nach dem frühen Tod des Vaters

Foto: Privat

digkeit halber nicht verschwiegen werden darf, dass Hannes Kartnig die Schwoazn zum ersten nationalen Meistertitel führte und damit den steirischen Fußball von einem Minderwertigkeitskomplex gegenüber Wien befreite. Mit den weiteren internationalen Erfolgen in der Champions League unter Trainer Ivica Osim und mit Ivica Vastic wurde eine „Duftmarke“ gesetzt, die einmalig bleiben wird. „Geld schießt Tore“ – heute mehr denn je – im internationalen Klub-Fußball mit den Stars aus Südamerika und Afrika. Die Großen können hin und wieder geärgert werden von den Nobodys, aber mehr nicht mehr.

Aus den Anfängen der Augartenmannschaft: Funktionäre im noblen Look

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Denkwürdiger Sonntag in Klagenfurt aus der Sicht eines Fans

Auf die Schwoazn! Gemma, gemma, gemma Weil wir einfach viel von der Stimmung erleben wollten, waren wir schon zu Mittag in Klagenfurt. Ankick war ja erst um 16:30 Uhr. Doch es gab Fans, die sogar schon vor uns da waren. Erst nach und nach trudelte ein Bus nach dem anderen ein. Die Fans mit den PKWs mussten ja außerhalb parken und kamen per Shuttle zum Stadion.

Von Isabella Hasewend

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e näher die Stunde des Ankicks rückte, umso nervöser wurden wir. Ein Plauscherl da und dort, wer wohl gewinnen würde, mit Anhängern der Wiener Neustädter. Doch irgendwie wollten wir gar nicht daran denken, dass wir verlieren könnten. Das wäre ja peinlich bis zum Gehtnichtmehr. Da wir schon den FC Barcelona im Camp Nou Stadion erlebt haben, wissen wir, was eine tolle Kulisse ist. Aber auch Klagenfurt war was ganz Außergewöhnliches. Schon bei der Nennung der Aufstellung unserer Mannschaft wird jeder Name lautstark mitgeschrien. Die Fan-Gesänge sind ohrenbetäubend. Endlich geht es los. Auch wenn in der ersten viertel Stunde die Wiener Neustädter dominieren und wir nur mit Glück einem Rückstand entgangen sind, singen die 20.000

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Schwoazn ab. Denn alle wollen wir nur eines: Endlich das erlösende Tor. „Gemma, gemma, gemma“, dröhnt es am Wörthersee. Nur noch eine viertel Stunde in der regulären Spielzeit und noch immer null zu null. Uns wird mulmig, bloß keine Verlängerung oder gar ein Elferschießen. Doch dann die Erlösung. Nach Zuspiel von Mario Haas und einem gefühlvollen Heber von Samir Muratovic köpfelt Klemen Lavric den Ball ins Tor. Ich weiß nur noch, dass ich aufgesprungen bin, jetzt war keiner mehr zu bremsen. Wir alle jubelten. In den letzten fünf Minuten geht eine Welle nach der anderen durchs Stadion. Es ist unbeschreiblich. Drei Minuten Nachspielzeit. Oh Gott, Schiri, pfeif doch endlich ab! Und dann ist es so weit. Wir sind Cup-Sieger. Wir haben es geschafft! Ein Traum wird wahr. Endlich wieder ein Titel für Sturm Graz. Die Spieler tanzen, springen, umarmen einander – es sind unvergessliche Momente für alle, die im Stadion sind. Einige Fans stürmen zu ihren Idolen auf den Rasen und „busseln“ diese ab. Dann die Übergabe des Cup-Pokals. Kapitän Mario Haas stemmt ihn als Erster in die Höhe. Wahnsinn! Wir warten darauf, dass die Mannschaft zu unserem Sektor kommt, um den Pott zu präsentieren. Jubel ohne Ende. Selbst als wir uns daheim die Aufzeichnung im Fernsehen anschauen und die Momente noch einmal genießen wollen, kriege ich noch Gänsehaut.

an der Ostfront beendete 1916 alle fußballerischen Freuden des 23jährigen Leutnants. Den Zweiten Weltkrieg überlebte er verletzt und war bis 1949 bei Belgrad in Kriegsgefangenschaft. Mit nur 42 kg Gewicht kehrte er heim nach Leoben. In Göss bei Leoben wurde er später Schuldirektor und auch Bürgermeister. Im Dezember 1965 verstarb der charismatische Sturm-Gründer. Geburtsstunde der späteren Gruabn Dokumentiert ist eine Zeitungsmeldung aus dem „Grazer Volksblatt“ vom 5. März 1919: Dem Grazer Haus-Ballklub Sturm ist es durch das Entgegenkommen des bekannten Grazer Bäckermeisters Michael Höller gelungen, sich für das laufende Jahr einen Sportplatz zu sichern. Derselbe liegt hinter der Trabrennbahn und hat seinen Zugang am Jakominigürtel. In dankenswerter Weise erhielt der junge Klub vom Österreichischen Fußballverband und vom Staatsamt für soziale Volksgesundheit finanzielle Unterstützung zum Platzausbau. Im Unterschied zum sieben Jahre älteren GAK hat sich der Sportklub Sturm seit 1919 zu einem Klub aller Bevölkerungsschichten – von Arbeitern und Lehrlingen über die damaligen Privat-Angestellten, bis zu Beamten, Studenten, Akademikern und Unternehmern – entwickelt. Der GAK konnte seine selbst auferlegte Rolle als Geidorfer „Nobelklub“ nicht länger durchhalten und begann auch im Jakominiviertel Spieler abzuwerben.

Foto: Oliver Parfi

Augarten rasch zum Fixstern, um den sich alles drehte und aus dem sich langsam der Fußballklub Sturm formte. 1909, als die Longin-Mannschaft den Namen „Sturm“ annahm, war er gerade 16 Jahre jung. 1912 wurde er dann Lehrer in seiner Heimatstadt Leoben. Seinem FC Sturm aber blieb er treu. Wochenende für Wochenende fuhr er mit dem Fahrrad von Leoben nach Graz und kämpfte für Sturm. Ein Knieschuss

Auf ewig…

auf ihren liebsten Gegner verzichten müssen, schrieb Roth. Es sei nichts anderes als würde über Nacht der Schlossberg verschwinden oder die Mur austrocknen. Nicht alle SturmKnofler haben ein derart nobles Verhältnis zum Erzrivalen. Daher waren auch immer wieder auftauchende Überlegungen einer Fusion der beiden Traditionsklubs nicht mehr als Gedankenspielereien. Als der GAK Foto: Der Plankenauer

COVERSTORY

übersiedelte Mutter Longin mit dem kleinen Fritz nach Graz, wo sein älterer Bruder Arthur studierte. Direkt von der Schule eilte Fritz am liebsten in den Augarten, wo die Buben mit dem Fetzenlaberl ballesterten. Arthur, der als Ingenieur in der Maschinenfabrik Andritz arbeitete, schenkte Fritz den legendären Lederball. Die soziale Ader gepaart mit Willensstärke und Überzeugungskraft machten Fritz Longin im

Unvergessliche Derbys Es sei nur ein vorläufiger Abschied, das letzte Derby werde kein letztes sein und daher auch kein Begräbnis, machte Schriftsteller Gerhard Roth, bekennender Sturm-Fan, dem beliebten Erzfeind Mut in der Kleinen Zeitung anlässlich des letzten Derbys im Mai 2007. Jeder Jahr waren die Derbys die Höhepunkte. Der GAK werde nicht nur den GAK-Anhängern fehlen, er werde auch der Bundesliga und den Sturm-Fans fehlen, die

Von jubelnden Fans umringt: Goldtorschütze Klemen Lavric

2004 erstmals den Meisterteller schaffte, schaffte Sturm erst im letzten Spiel den Klassenerhalt. Viel Schadenfreude war da im Roten Lager zu spüren, aber auch die SturmFans ätzten, als es anlässlich der Siegesfeier einen heftigen Regenguss gab: „Nicht einmal der Herrgott ist einverstanden damit, dass die Roten Meister geworden sind.“

Sturms größte internationale Erfolge Champions League 1998/99 Real Madrid, Inter Mailand, Spartak Moskau Champions League 1999/2000 Manchester United, Olympique Marseille, Croatia Zagreb Champions League 2000/01 (Zwischenrunde) Glasgow Rangers, AS Monaco, Galatasaray Istanbul; Manchester United, CF Valencia, Panathinaikos Athen

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Foto: Plankenauer

antreten muss. Ausnahmslos. Ob es auf die Gugl oder nach Favoriten, auf den Tivoli oder nach Klagenfurt geht, regelmäßig rollen Bus- oder PKW-Kolonnen durchs Land, werden Bahnhöfe in Schwarz-Weiß getaucht, Auswärtsspiele zu Heimspielen umfunktioniert. Während in den meisten heimischen Stadien die Anzahl an aktiven und organisierten Kurvengängern eine überschaubare bleibt, entwickelte sich beim SK Sturm eine über Jahre gewachsene

Kapitän Mario Haas, Sturm-Leitfigur und Rekord-Torschütze, stemmt nach 11 Jahren wieder eine nationale Trophäe

Fankultur, die immer stärker im Verein und der Stadt verwurzelt ist.

Südländische Atmosphäre am Jakominigürtel Seine Geburtsstunde erlebte das organisierte Grazer Fanwesen in den 90er-Jahren. „Black Fanatics“, „Brigata“, „Jewels“, „Sturmflut“ hießen die Gruppen, die da auftauchten. Ihr Vorbild waren die italienischen Fankurven mit ihren farbenfrohen und ausgelassenen Inszenierungen, Trommeln, selbst gemachten Riesenfahnen, Megaphonen und Fanklub-Transparenten. Ein erstes Feuer war entfacht. Schlussendlich sollte es viele Saisonen dauern, bis sich selbst innerhalb des aktiven Teiles der schwarzweißen Fangemeinde die Philosophie durchgesetzt hatte, der Mannschaft 90 Minuten lang ungeachtet des Spielstandes stimmkräftig zur Seite zu stehen und sie auch bei jedem Auswärtsspiel zu begleiten. Zwischen den einzelnen Fangruppen gab es aber arge Rivalitäten, kam es zu Grabenkämpfen, Unstimmigkeiten betreffend der Choreographie, Schlachtgesänge oder die Haltung gegenüber der Klubführung.

Sektor 25 hinter dem Südtor Der sollte das Epizentrum der Fans, so schreibt Oliver Parfi, im neuen Stadion sein. Zur Enttäuschung

Nationale Titel Österreichischer Fußballmeister 1998, 1999 Österreichischer Cupsieger 1996, 1997, 1999, 2010 Österreichischer Supercupsieger 1996, 1998, 1999 Österreichischer Amateurstaatsmeister 1934

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das Kurvenkollektiv gelingt immer besser, gemeinsame Treffen, Choreographien und Auswärtsreisen stehen mittlerweile an der Tagesordnung. Das ist wichtiger denn je, zumal die zu koordinierenden Massen immer größer werden. Die Zeiten wechselseitiger Ressentiments innerhalb der Sturm-Familie sind jedenfalls passé. Das beweisen nicht zuletzt die seit 2005 zur Tradition gewordenen beliebten Frühschoppen der Fanklubs, wo Jung und Alt, Stehplatzfanatiker und Sitzplatzveteran miteinander feiern und im Anschluss zum Stadion marschieren. Sturm, das ist Leidenschaft, Tradition, Treue. Was die heutige Fußballergeneration betrifft, mag der so genannte „moderne Fußball“ auf Werte wie Vereinstreue, Identifikation mit dem Klub, vielleicht keine Rücksicht nehmen, doch innerhalb der Sturm-Familie, besonders in der Fankurve, ist der viel gepriesene „Sturm-Geist“ lebendiger denn je. „Samma schwoaz, samma weiß, samma Sturm, samma Grazer!“

COVERSTORY

wurde dort allerdings ein massiver Zaun aufgestellt. Damit war der Fanklub vom Rest der Sturm-Familie isoliert. Er platzte bald aus allen Nähten, diese Enge schweißte aber alte und neue Fangruppen noch mehr zusammen. Das Aufblühen der Fankultur machte sich besonders bei Auswärtsspielen bemerkbar, man reiste gemeinsam an. Es kam in der Folge zu Reibereien zwischen Fangruppen und Klubführung wegen der Erweiterung des Fansektors. Der Führungsstil von Präsident Hannes Kartnig und seine verschwenderische Transferpolitik machten ihn bald zum Feindbild. Dieser wiederum sah in den Fanklubs Unruhestifter, weil sie auch auf die prekäre Finanzsituation hinwiesen. Kartnig reagierte mit totalem „Liebesentzug“, er verfügte einen Mitglieder-Aufnahmestopp, ließ keine Erweiterung des Fansektors zu, wollte diese weiter im Käfig halten und lehnte auch verbilligte Eintrittskarten ab. All das hat Kartnigs unfreiwillige Ablöse beschleunigt. In den kritischen Wochen im Herbst 2006, als sich Sturms Schicksal entschied, pilgerten sie zu vielen Tausenden nach Liebenau und ließen das Feuer der Begeisterung um die Schwarz-Weißen lichterloh brennen. Niemand konnte einen solchen Klub sterben lassen. Grazer Kurvenkultur Wenige der noch heute an vorderster Front aktiven Gründerväter der organisierten Grazer Fankultur hätten sich träumen lassen, was im Laufe der Jahre aus dem fanatischen Häufchen Jugendlicher schräg hinter den Trainerbänken in der Gruabn wachsen sollte. Nämlich eine von vielen Hunderten getragene und aus dem Verein nicht mehr wegzudenkende Fankultur, die ihren eigenen Stil entwickelt hat. Wie die großen Vorbilder in Italien nahm sie erst aus einer Protestbewegung heraus jenes gut strukturierte Aussehen an, das wir heute kennen. So sind die Fanvertreter im Vorstand und heute in wichtige Entscheidungen des Vereins eingebunden. Sie versuchen, alte Traditionen der Vereinsgeschichte wieder zu beleben und bei einer fairen Eintrittspreispolitik mitzuwirken. Seit die Fankurve im Sommer 2008 vom Süden hinter das Nordtor verlegt wurde und mittlerweile fast 3.000 Plätze zählt, lassen sich die begeisterungsfähigen Stadionbesucher auf den übrigen Tribünen viel leichter in die FanGesänge einbinden. Und auch die Integration neuer Fangruppen in

Höchststrafe Diese erhielt Hannes Kartnig von den Fans. Ein Moment, vor dem er sich als Präsident immer gefürchtet hat. „Wenn sie dich beim Verlassen des Stadions nicht mehr hochleben lassen und bejubeln, sondern beschimpfen und möglicherweise sogar anspucken.“ Das kann jenem Mariazeller Sturm-Fan nicht passieren, der als Schüler vor rund 15 Jahren seine Mannschaft gegen Sturm 12 zu 1 verlieren hat sehen und seit dem ein treuer Fan der Fußballkuns der Schwoazn ist, aber, und diese platonische Liebe ist wohl einmalig, seit damals noch nie live bei einem Match seiner Schwoazn dabei war. Wie meint Trainer-Philosoph Ivica Osim: „Am Anfang war der Fußball und nicht das Wort … wie es in der Bibel heißt.“ O

Foto: Sturm Echo

Pointiert und detailliert beschreibt Oliver Parfi im Buch „Wir sind Sturm“ die Entwicklung und Bedeutung der Sturm-Fanklubs. Da heißt es auf Seite 428: Wir schreiben die Herbstsaison 2008. Wann immer die Mannschaft in den schwarz-weißen Trikots am Liebenauer Rasen steht, steigen aus der Kurve hinter dem Nordtor imposante Gesänge empor und wehen Fahnenmeere. Von mehreren Einpeitschern dirigiert, verschmelzen Tausende Kehlen zu einer Stimme und versuchen 90 Minuten lang die Blackies nach vorne zu treiben. Aufwendige Choreographien werden auf die Tribüne gezaubert. Viele kommen nicht zuletzt deshalb Woche für Woche, um am kollektiven Begeisterungstaumel teilzuhaben. Denn die Atmosphäre ist einzigartig, und längst hat sich herumgesprochen, dass man bei Spielen gegen Sturm nicht gegen elf, sondern immer gegen zwölf Mann

Foto: Der Plankenauer

Wenn sie hier stehen, sind sie wie benommen ...

*Quelle: „Wir sind Sturm – 100 Jahre Grazer Fußballgeschichte“ von Martin Behr und Herbert Troger (Foto)

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Aktuelles

Paradies für Stierler Alle zwei Jahre wieder – der Fetzenmarkt in Wundschuh Von Vera Leon „So viele schöne Sachen kommen zum Restmüll, weil sie keinen Abnehmer finden“, bedauert Julius Rinner, einer der Organisatoren des Fetzenmarkts in Wundschuh. Dieses Paradies für Stierler gibt es alle zwei Jahre und beweist, in welch unglaublichem Wohlstand wir leben, dass wir fürwahr eine Wegwerfgesellschaft sind.

I

n der Gemeinde Wundschuh, mit den Ortschaften Kasten, Ponigl, Forst und Gradenfeld, ist es wieder einmal so weit. Die Bewohner stellen alles Gerümpel, was sie absolut nicht mehr brauchen, hinter den Gartenzaun oder vor ihre Tür. Ein Trupp der Fetzenmarkt-Organisation holt den „Restmüll“ ab. „Man glaubt es nicht, was da alle zwei Jahre wieder zusammenkommt, welche schönen Sachen es da gibt“, so Julius Rinner. Da türmen sich am Vorplatz beim Feuerwehrhaus in einem Zelt Kleidung, säuberlich geordnet, Jeans, Blusen, Röcke, Sakkos, Mäntel – für Kinder und Erwachsene, alles bestens geschlichtet, wie in einem Kaufhaus. „Wir nehmen nur gereinigte Stücke und verkaufen das kilo12

weise, großzügig gewogen“, so Julius Rinner. Der Hammerpreis pro Kilo: 1 Euro. Rund 2,5 Tonnen kommen da zusammen. Leider findet vieles keinen Interessenten, wiewohl die Kenner in Scharen kommen und sich eindecken oder ihre Lager auffüllen. Mit Spielwaren, Geschirr, Gläsern, Bildern, Schuhen – für einige Euro ist das alles zu haben. Bücher kosten 50 Cent, Computer 10 Euro, ein Fernseher 5, eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank jeweils 30 Euro, Polstermöbel, Teppiche, Radios und andere Elektrogeräte, Dutzende Fahrräder, Gartenmöbel gibt es auch für einen Schnäppchenpreis. „Besonders gefragt sind Rasenmäher und Motorsägen – so kaputt können die gar nicht sein“, sagt Julius Rinner. Landwirtschaftliche Maschinen und viele andere Geräte gehen in den Osten. Die Einkäufer wissen von den Terminen der Fetzenmärkte und kaufen dann gleich in größerer Stückzahl.

teillager. Also eine – modern ausgedrückt – echte „Win-win-Situation“. „Die haben was davon und wir auch“, freut sich Julius Rinner. „Die Sachen sind bei uns entsorgt, werden in Afrika wieder verwendet und mit dem eingenommenen Geld gibt’s Unterstützung für Gemeindeprojekte. Ob das nun ein Bus oder Wartehäuschen für Schulkinder ist, die Unterstützung für die Beschilderung von Wanderwegen, eine Sitzbank, ein Beitrag für die Kirche, weil dort was renoviert wird …“ Rund 60 Mitarbeiter bereiten den Fetzenmarkt vor. Ein eigener Wachdienst sorgt dafür, dass ungebetene Gäste nicht schon vorher oder bei Nacht das Gelände bevölkern. Der nicht verkaufte Rest – leider sind das noch immer große Mengen – wird vom Saubermacher als Restmüll entsorgt. Die Dinge müssen aber ohnehin entsorgt werden und daher sehen die Wundschuher das eher gelas-

sen. Für die Fetzenmarkt-Arbeiter gibt’s als kleines Dankeschön einige Wochen später ein kleines Festl mit Musik, und was ganz wichtig ist: „Wir fördern damit auch das Zusammenleben in der Gemeinde. Man lernt einander besser kennen und tut das nicht nur so über den Gartenzaun hinweg.“ v

Bis nach Afrika Darunter sind aber auch Schwarz­ afrikaner, die ganz eigene Strategien haben. Sie füllen einen Lieferwagen voll mit Fernsehern, Computern, Waschmaschinen, nehmen dabei aber nur Markengeräte. Das Auto wird dann nach Hamburg gebracht, verschweißt und geht dann nach Afrika per Schiff. Und dort werden die Geräte repariert und neu zusammengebaut. Vieles dient auch als Ersatz-

Diese Fahrräder „fahren“ in den Osten.

Schwarzafrikaner füllen den Lieferwagen mit Fernsehern per Schiff nach Afrika.

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Aktuelles

Studenten-Hochburg Zinzendorfgasse Irgendein Beisl hat immer offen, Nachschub ist gesichert

Verdursten unmöglich

Von David Donnerer Auch ein Schnäppchen: Bücher um 50 Cent

Profi-Einkäuferin aus Ungarn hat die volle Geldtasche an sicherer Stelle platziert.

Eines kann man als Bewohner des Uni-Viertels mit dem Zentrum Zinzendorfgasse niemals: verdursten oder gar verhungern. Praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit hat irgendeines der Beiseln oder ein Bistro offen. Also kann man immer Nachschub besorgen. Irgendein Geschäft oder irgendeine Pizzeria, Bar oder ein Café hat immer geöffnet. Und das ist nicht ganz unwichtig, denn Studenten, so lautet ja das Vorurteil, schlafen am Tag lange, sind aber ständig nachts aktiv.

C

afés, Beisls, Pubs, Bier-Stuben, Ess-Lokale jeder Art – ob Mensa oder japanisches Restaurant – die Zinzendorfgasse und deren Umgebung bietet das alles und mehr.; nur einen Katzensprung von der Uni entfernt, mit guter Infrastruktur (Banken, Buchhandlung, Ärzten usw.) zu günstigen Preisen. Eine attraktive Gegend für Studierende, um abseits von Vorlesungen und Prüfun-

gen im Univiertel zu entspannen. Die Zinzendorfgasse ist sicher die am meisten frequentierte Einbahnstraße in Graz, nicht zu Unrecht auch als „Dorf in der Stadt“ bezeichnet.

Zeiten ändern sich Das hat es früher nicht gegeben, aber im Zeitalter der Massen-Uni: Bereits in den frühen Morgenstunden, wenn die meisten Grazer

Straßen noch verschlafen und menschenleer wirken, kommt Leben in die Zinzendorfgasse. Ein Pulk an radelnden Studenten, Fußgängern, Autos und Lkws vom Glacis biegt in die Straße ein und fährt Richtung Arbeitsplatz auf der Universität. Ein studentischer Radfahrer liefert sich dabei ein Duell mit den hupenden Autofahrern, indem er in der Mitte der Straße fährt. Eine alltägliche

und Computern voll, dieser wird verschweißt und geht

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Aktuelles Die Mensa wird täglich zu Mittag „gestürmt“.

Immer wieder frei: Studentenbuden

Studentenfamilien: keine Seltenheit

Leechkirche

Ruhige Innenhöfe in der Zinzendorfgasse sorgen für ruhiges Wohnen.

Szene, die ohne Folgen bleibt. Trotz Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung. Etliche der Studenten legen vor der Vorlesung einen Zwischenstopp in einem der zahlreichen Cafés ein. Für jden gibt‘s das Passende. Kaffeeliebhaber machen einen Abstecher im „Kaffeehaus und Rösterei Wohnzimmer“, geführt von Joachim Sperl, Gründer des „Beanery“, und Philipp Geiger. Hochwertiger, aromatischer, frisch gerösteter Kaffee von verschiedenen Arabica-Sorten macht die Besucher in gemütklicher Atmosphäre richtig munter und arbeitsbereit. Für jene, die zum Kaffee gerne amerikanische Leckereien wie Brow-

nies oder Bagels genießen wollen, bietet sich das „Beanery“ gleich gegenüber an. „Starbucks“-Kenner erleben dabei ein kleines Déjà-vu, denn Design und Angebot ähneln dem amerikanischen CoffeeshopModell. Das „Karl Franz“, das „Café Degustibus“ und der „Auer“ runden das exzellente Kaffeeangebot ab. Gegen Mittag, wenn dann die ersten Studierenden ihre wohlverdiente Mittagspause vom Uni-Alltag nützen, herrscht Hochbetrieb im kleinen „Dorf“. Fans einer zünftigen Leberkässemmel und bodenständigen heimischen Küche sind beim „Mosshammer“ an der richtigen Adresse. Seit knapp 25 Jahren gibt es die Fleischerei an diesem Platz;

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sie bietet neben einem preiswerten Mittagsmenü und saisonalen Spezialitäten auch einen Partyservice für Studenten an. Für den Chef Josef Mosshammer ist sie ein wichtiger Teil der „Genussmeile Zinzendorfgasse“, zu der er auch seine Kooperationspartner, die „Weinhandlung Kohlbacher“ und „Sonnenfrosch – das Reformhaus“, zählt. Für Freunde der asiatischen Küche ist das günstige Restaurant „Z 10“ absolut empfehlenswert. „Unser Schwerpunkt liegt auf japanischen und chinesischen Speisen“, betont der taiwanesische Besitzer Puilun So. Die Einrichtung ist schlicht, dennoch fühlt man sich rundum wohl, was auch am überaus freund-

lichen Personal liegt. Neben traditionellen Spezialitäten gibt es auch ungewöhnliche Speisen wie die Mangoente, die man aufgrund des tollen Geschmacks unbedingt probieren sollte. Die „Posaune“ wiederum bietet Studenten die Gelegenheit, eine eigene Pizza aus mehr als einem Dutzend verschiedener Zutaten zu gestalten. Die Palette reicht dabei von scharfen Pepperoni, Rucolasalat bis hin zu Lachs. Je nachdem, welche innovative Kombination man wählt, schmeckt die Pizza jedes Mal ein wenig anders. Der eigenen Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, und die Preise reißen auch kein Loch ins studentische Geldbörserl.

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Aktuelles

Bereits seit 1984 gibt es das Druck- und Kopiergeschäft Holper.

Michaela Dellemeschnigg, Inhaberin von „Michaelas Papierfachgeschäft“

Helmut Holper von Holper Bürosysteme

Fotos (4): Heimo Ruschitz

Auch das Café Degustibus bietet ­kulinarische Köstlichkeiten.

Auch das „Uni-Kebap“, das „Babe“ mit asiatischem Essen zum Mitnehmen und natürlich das „Propeller“ mit dem „All you can eat“-Mittagsmenü bieten kostengünstige, exzellente Mahlzeiten für hungrige Studenten. Vertreter der gesunden Nahrungsschiene finden eine gute Alternative im „Sonnenfrosch“, wo es einen nahrhaften Vitalburger sowie leckere Gemüsesäfte gibt. Das „Zinzendorf“ offeriert nicht nur Morgenkaffees und kulinarische Spezialitäten, sondern auch praktische Dienste für Studierende. Die Buchhandlung „Drahdiwaberl“, die bereits seit 1983 in der Straße ist, hat wahrscheinlich den höchsten Bekanntheitsgrad unter Studenten. Hier

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Heinz Failer und Kollege vom Brücke-Shop

Fans einer zünftigen Leberkässemmel sind beim Mosshammer an der richtigen Adresse.

findet man alle notwendigen Bücher für die Uni, angefangen von Fachliteratur für Geschichte, 1000-seitigen Medizinbüchern bis hin zu aktuellen Gesetzeskodexen. Dabei hilft das Personal unter dem Leiter Leopold Jungbauer sofort und ohne Aufwand beim Durchforsten des großen Sortiments, sodass das gewünschte Buch schnell gefunden ist. Und wer beim Mitschreiben in der Vorlesung plötzlich gemerkt hat, dass der Kuli mal wieder leer ist, findet passenden Ersatz in „Michaelas Papierfachgeschäft“, das auch bereits seit knapp 30 Jahren an der Ecke zum Glacis steht. Dort findet der Suchende nicht nur eine große Auswahl an Schreibzeug und

Büroartikeln, sondern auch zahllose Geschenkartikel. „Dabei bieten wir auch Hallmark-Grußkarten für Geburtstags-, Hochzeits- und Sponsionswünsche“, wie Inhaberin Michaela Dellemeschnigg zu erzählen weiß, die guten Kontakt zum Mosshammer und Drahdiwaberl in der Straße pflegt. Gleich gegenüber steht das bereits seit 1984 laufende Druck- und Kopiergeschäft „Holper“ – für viele Studenten so etwas wie eine MussAdresse. Dort kann der angehende Bachelor oder Magister preiswert seine Diplomarbeit drucken und binden lassen. „Wir setzen dafür Speedprint Digitaldruck ein“, so Firmenchef Helmut Holper. Weiters

umfasst das Holper-Service auch Broschüren, Visiten- und Geburtstagskarten – also alles, was man drucken oder kopieren kann. Klipp war nicht in allen Geschäften und Lokalen rund um die Zinzendorfgasse, führt auch nur einige als Beispiel in dieser Reportage an. Doch verlassen wirkt die Zinzendorfgasse, wenn überhaupt, nur während der Ferienzeit. Da kommt man auch beim „Hairkiller“ und „Hairhunter“ rasch dran, um sich für das nächste Date schick stylen zu lassen. Ach ja, weil ja das Leben auch in der Zinzendorfgasse etwas kostet: Die Bankomaten der Sparkasse und der Raiffeisenbank,haben auch rund um die Uhr geöffnet. v

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Styria Panther gut gebrüllt POLITIK

In der Steiermark ist der Styria Konzern bei den PrintMedien ein Quasi-Monopolist (sieht man von der Krone ab) und österreichweit sogar der größte Medien-Player. Styria-General Hort Pirker hat schon vor längerer Zeit zum Hallali gegen den staatlichen ORF und seine Privilegien am so genannten „freien Markt“ gerufen. Seiner breit aufgestellten Prätorianer-Garde hat er „Feuer frei“ gegeben und diese versucht nun, den ORF weitwund zu schießen. Alles unter dem Schlachtruf: Chancengleichheit für die Privaten gegenüber dem gebührenpflichtigen Staatsrundfunk. Dessen Führung leider auch zu wenig Qualität und Visionen zeigt, um substantiellen Widerstand zu leisten.

W

enn man als TV-Konsument die ORFProgramme und deren Qualität analysiert, dann ist diese Schwäche und Passivität nicht verwunderlich. Der ORF braucht dringend eine personelle Erneuerung. Alexander Wrabetz mag ein ganz guter Kaufmann sein, aber ihm fehlt journalistisches Feingefühl. Die Herren Oberhauser und Lorenz gehen in Pension, es ist eine Verkleinerung des Direktoriums von Horst Pirker gab sechs auf vier angekündigt und daher gibt’s aus seiner Prätorianerder obersten Führungsetage des ORF wenig Vi- Garde „Feuer frei“. sionäres. Jede Regierung kann nur überleben, wenn sie den ORF nicht gegen sie hat. In diesem Sinne agieren auch Kanzler Werner Faymann und sein Koalitionspartner Josef Pröll – jeder auf seine Weise. Denn bei der Zukunft des ORF geht es auch um das eigene politische Überleben. Gewählt wird erst 2013, doch die Weichen werden schon jetzt gestellt. Hinter den Kulissen wird im Parlament heftig um die bevorstehende Novelle zum ORF-Gesetz gerungen. Diese könnte für den ORF bitter werden. Konkret geht es dabei vor allem um zwei Kernthemen: Die österreichischen Privatsender seien durch die Gebührenfinanzierung des ORF stark benachteiligt und das ORF-Gesetz unterstütze diese Tendenz noch. Die Werbebeschränkungen wären zahnlos. So wollen die Privatsender vor allem, dass der ORF künftig keine Kampagnen mehr werbemäßig begleiten dürfe. Dies würde wiederum zu einem Wegfall von Werbeeinnahmen in zweistelliger Euro-Millionenhöhe führen. Auf politischer Ebene wird auch der Ausgang der Steiermark-Landtagswahl im Herbst nicht ganz ohne Bedeutung für den ORF sein. Verliert die steirische SPÖ ihre Vormacht-Stellung, dann ist der SPÖ-nahe Alois Sundl als ORF-Stiftungsrat Vergangenheit. Gegenwärtig verfügt die Faymann-Partei noch über eine Mehrheit von 15 zu 13 gegenüber der ÖVP. Von Kanzler Werner Faymann weiß man, dass er sich einer Ablöse von Alexander Wrabetz nicht mehr entgegen stellen wird und dass ihm ein frühes Inkrafttreten der ORF-Novelle und damit das Ende der Ära Wrabetz, Lorenz, Oberhauser durchaus ins politische Konzept passen. Denn die neue ORF-Führung sollte zeitlich möglichst weit weg vom nächsten Nationalratstermin installiert werden. Wunsch-Kandidat wäre Werner Zeiler, bereits einmal an der Spitze des ORF gewesen. Er ist einer der führenden Manager bei RTL. Zeiler traut man zu, in einem „Befreiungsschlag“ den ORF zu neuen Ufern zu führen. Er hat viel journalistisches Feeling, kombiniert mit kaufmännischem Verständnis, kommt von einem erfolgreichen Privatsender und von ihm erwartet man, dass er auch den Zangengriff in Richtung ORF von Pirker und Co. abwehren kann. O

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Landtagswahl am 26. September 2010 rückt rasch näher:

Auch

Wie sich die Zeiten ändern: Man wäre froh, stimmenstärkste Partei zu bleiben, heißt es bei den steirischen Sozialdemokraten. Von einer Mehrheit der Mandate gegenüber der in der Wählergunst aufholenden ÖVP spricht kaum noch ein maßgeblicher Funktionär. Nur, wenn er mit der SPÖ bei Mandatsgleichstand am Wahltag, dem 26. September 2010, stimmenstärkste Partei bleibt, hat Landeshauptmann Franz Voves auch eine Chance, noch einmal zum Landeshauptmann gewählt zu werden. Weil Grüne und FPÖ das Zünglein an der Waage wären, wird dieser Urnengang im Herbst spannend. Verständlich, dass daher die Nervosität der Verantwortlichen in der Umgebung von Voves und Schützenhöfer zunimmt.

W

er und was kommt nach Voves? Natürlich Voves, was sollte die SPÖ in dieser Phase auch anderes plakatieren. Dies hat auch die ÖVP mit Waltraud Klasnic im Jahr 2005 so gehalten. Es gab nicht weniger Personenkult um sie in ihrer Partei, als jetzt Voves in der SPÖ erfährt. Doch nach dem Personenkult in einer Partei kommt meist das große Tief. Nüchtern, reibungslos wird dann der nötige Machtwechsel vollzogen. Die Alten, Wichtigen verschwinden in der Versenkung, an ihre Stelle treten neue Strahlemänner.

großen Parteien zu schaffen machen, sind auch in der Steiermark angekommen. Die Steiermark ist damit kleiner geworden, denn bislang war der Erfolg der Steirer auch eine Legitimation, in Wien stark mitzure-

Unberechenbares Wahlverhalten Wie viel Macht eine Partei in der Steiermark auf sich nehmen kann, hängt aber allein vom Wahlergebnis ab. Die Landesregierung besteht aus neuen Landesräten. Laut jüngsten Meinungsumfragen gibt es einen stetigen Trend für die ÖVP, aber auch Grüne und FPÖ können mit Zugewinnen rechnen. Niemand von den Meinungsinstituten hat die SPÖ mit Franz Voves auf der GewinnerSeite. Bei der letzten Wahl im Jahr 2005 schaffte Franz Voves ein Ergebnis jenseits der 40 Prozent. Alles deutet darauf hin, dass weder Hermann Schützenhöfer, noch Franz Voves im Herbst 2010 bei einem Wähler-Anteil von mehr als 40 Prozent ein Überraschungsergebnis erzielen. Denn es gibt im Pool der Wähler starke Veränderungen. Die alten Partei-Milieus schrumpfen für die Wähler, die Stammwähler gehen zurück, unberechenbares Wahlverhalten nimmt zu. Entwicklungen, die europaweit seit längerem allen

Entspannt und locker sieht anders aus: Nur die Gläser treffen sich, nicht aber die Augen der beiden Kontrahenten und Hauptdarsteller der kommenden Landtagswahl Franz Voves und Hermann Schützenhöfer.

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den. Doch das verflüchtigt sich mehr und mehr. Kanzler Werner Faymann hat zwar die Forderungen von Franz Voves für mehr Einkommensgerechtigkeit aus dem Vorjahr übernommen, doch der steirische Landeshauptmann kann aus diesem Schwenk keinen Nutzen ziehen.

Bei den Grünen wiederum wurde mit ihrem neuen Spitzenkandidaten wieder Hoffnung geweckt, doch einmal auch in der Steiermark den Sprung in die Landesregierung zu schaffen. In Oberösterreich und Tirol war das ja schon der Fall. Die steirische FPÖ wiederum ist auferstanden und sie wird mit Sicherheit

wieder im neuen Landtag vertreten sein. Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann hofft sogar auf einen Regierungssitz – die Latte ist damit sehr hoch gelegt. Eines ist sicher: Von den Klein-Parteien kann nur eine – Grüne oder FPÖ – einen Regierungssitz schaffen, die KPÖ ohne

Ernest Kaltenegger ist da nicht im Rennen. Eine traditionelle Lösung wäre, dass ÖVP und FPÖ sich in einem Arbeitsübereinkommen finden. In Graz gibt’s aber auch bereits eine Schwarz-Grüne Koalition. Daher hat auch diese Variante eine Realisiev rungschance.

Wer mit wem? Franz Voves nützte 2005 die Gunst der Stunde, doch es zeichnet sich für 2010 keine Wiederholung ab. Auch die Sehnsucht der ÖVP nach ihrer alten unangefochtenen Rolle wird so nicht erfüllt werden. Denn der steirischen ÖVP fehlt so etwas wie Krisen-Erfahrung. Die souveräne Unverfrorenheit mit der Krainer und Klasnic über Jahre hinweg auftraten, ist einer gewissen Unsicherheit gewichen.

Mediengesetzmitteilung Herr Mag. Heinz-Peter Platzer begehrt nachfolgende Mitteilung gemäß § 37 Abs 1 MedienG:

Auf Seiten 1 und 20 der elektronischen Ausgabe des Druckwerkes „KLIPP“, Februar 2010, abrufbar unter www.klippmagazin.at, wurde Herr Mag. Heinz-Peter Platzer als „Hochstapler“ bezeichnet. Gemäß § 37 Abs 1 MedienG wird mitgeteilt, dass deswegen vom Genannten gegen die Taymour Medien GmbH als Inhaberin des Mediums ein Verfahren wegen des Vergehens der üblen Nachrede nach § 111 Abs 1 und 2 StGB iVm § 3 VbVG anhängig gemacht wurde. Der Ankläger begehrt weiters den Zuspruch einer Entschädigung iSd §§ 6, 7a und 7b MedienG. KLIPP Mai/Juni 2010

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POLITIK

Nervosität nimmt zu


POLITIK

11 Millionen Euro teures Kongresszentrum Europeum in Mariazell läuft nicht – schwere Verluste

Bauchfleck statt Absprung Was den Fohnsdorfern ihre Therme Aqua Lux, ist den Mariazellern ihr Europeum. Zwei ambitionierte Projekte, die ihren laufenden Betrieb nicht verdienen können und damit in ihrer weiteren Existenz bedroht sind. Das ursprüngliche Ziel für das Europeum: Nebst WallfahrerTourismus mit einem Kongress- und Veranstaltungszentrum ein zusätzliches Standbein für die Wertschöpfung von Mariazell zu schaffen.

E

rst im November des Jahres 2008 eröffnet, ist es heute ein Sanierungsfall. Aus dem geplanten Absprung wurde ein Bauchfleck. Niemand kann den Verantwortlichen dafür die Beichte abnehmen, sie von ihren Planungssünden und Versäumnissen frei sprechen. Auch nicht die Schutzheilige von Mariazell. Möglicherweise ist das Europeum für die Region auch um zwei Nummern zu groß geraten. Einen Schub bei den Nächtigungen hat man erwartet, nun kam es nur zu einem Schuldenschub. Rund 70.000 Euro soll der monatliche Abgang betragen. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung hat das Land Steiermark 1,5 Millionen Euro beisteuern müssen, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Mitarbeiter

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Luftige Kulisse, schwungvolle und stilsicher Architektur – eindrucksvolles Panorama: das Europeum Mariazell. Gar nicht so eindrucksvoll, sondern katastrophal sind die Gäste-Zahlen. 70.000 Euro Abgang im Monat, in „echtem Geld“ rund eine Million Schilling. Da kann auch die Schutzheilige von Mariazell Maria Mutter Gottes nicht helfen, sondern nur die Steuerzahler.

von Gastronomie, Wellness stehen sich buchstäblich die Füße in den Bauch. Die Mariazeller sind mit dem Europeum bis jetzt nie warm geworden, obgleich es auch für einheimische Gäste gedacht ist. Einer der Väter dieses 11-Millionen-Euro-Projektes war Nikolaus Hulatsch, mehrjähriger Geschäftsführer des Mariazellerland Tourismus GmbH und dann auch Geschäftsführer des Europeums. Ihm traute man die erfolgreiche Führung zu, doch Nikolaus Hulatsch warf schon nach wenigen Monaten das Handtuch und wandte sich einem weiteren, neuen Projekt zu. Gemeinsam mit seiner Frau kaufte er das Hotel Feichtegger und baute es zu dem 4-Sterne-Hotel „Weißer Hirsch“ um. Mit einem kleinen

Wollte hoch hinaus, aber strauchelte: Nikolaus Hulatsch, mit vielen VorschussLorbeeren bedacht, Ex-Geschäftsführer des Europeums, ging auch mit seinem Hotel „Weißer Hirsch“ in Konkurs.

Schönheitsfehler: ohne die entsprechenden nötigen Eigenmittel. Wie heißt es: Das einzige, was man ohne Geld machen kann, sind Schulden.

Vor wenigen Wochen musste nun daher das Hotel beim Landesgericht in Leoben den Konkurs anmelden. Auch der Hotelbetrieb war wie das Europeum nie wirklich ins Laufen gekommen. Im Winter hatte es sogar „wegen Betriebsurlaubs“ geschlossen. Nun hat der katholische Sehnsuchtsort ein geschlossenes Hotel, das top in Schuss ist und ein Europeum, dem die Gäste fehlen. Der Glaube versetzt Berge, heißt es, doch in Mariazell greift diese Weisheit nicht. Das Land als neuer 75Prozent-Eigentümer hat nun ein angeblich straffes Fortführungskonzept erstellt, welches von der neuen Geschäftsführerin Elisabeth Hansa umgesetzt werden soll. Eine NeuKonzeption von Tourismus-Projekten für eine Region stellt immer auch ein Risiko dar. Anders, als bei einem bestehenden Angebot, das man erweitert, ist ein Vorhaben wie das Europeum nicht nur ein Sprung ins kalte Wasser, sondern auch ein Sprung in völlig fremde Gewässer. Das Europeum mit eingeschlossenem Ausstellungs-, Gastronomieund Wellnessbereich hätte laut dem damaligen Geschäftsführer Nikolaus Hulatsch „eine neue Dimension im österreichischen Kongresstourismus“ darstellen sollen. Und da besteht die Gefahr, dass man auch untergeht. O KLIPP Mai/Juni 2010


um die steirische Pyramide

Totgesagt wurde er in den letzten Jahren immer wieder – der Erzberg. In Schulstunden von Lehrern oft auch als „steirischer Brotlaib“ bezeichnet, weil er über Generationen hin tausenden Familien in der Obersteiermark den Lebenserwerb sicherte. Zweihundert Beschäftigte sind der Rest früherer Jahre. Die starke Stahlnachfrage soll diese Zahl verdoppeln.

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n Zeiten wie diesen hören das Menschen und Politiker gerne. Inmitten eines sternförmig verlaufenden Tales, umrahmt von gewaltigen Gebirgsriesen, thront der KLIPP Mai/Juni 2010

steirische Erzberg. Im Laufe der Jahrtausende wurde der Berg terrassenförmig abgetragen, was ihm sein heutiges Aussehen und den Namen „Steirische Pyramide“ einbrachte.

WIRTSCHAFT

Kräftiges Le benszeichen 200 neue Arbeitsplätze könnte es in Eisenerz geben Im Jahr 1951 zählte Eisenerz noch 13.000 Einwohner. 4.000 davon verdankten ihren Arbeitsplatz dem Erzberg. Derzeit leben nicht einmal mehr 6.000 Menschen in Eisenerz. Gegenüber anderen Vorkommen habe das Gestein am Erzberg zu wenig Erzgehalt und damit sei es für eine hochwertige Stahlgewinnung nur bedingt einsetzbar. 250 Millionen Tonnen Erz wurden bisher abgebaut. Früher, da lebten nicht nur tausende Menschen in Eisenerz davon, sondern die gesamte Stahlregion zwischen Judenburg und Mürzzuschlag profitierte durch den Abbau am steirischen Erzberg. Während hochwertige Abbaustätten mit 50 % bis 60 % Erzgehalt äußerst rentabel sind, ist das Gestein am Erzberg nur zu 30 % erzhältig. 7 Millionen Tonnen müssen jährlich aus dem Berg gesprengt werden, woraus man dann 2 Millionen Tonnen Erz gewinnen kann. Mit den 2 Millionen Tonnen decken die Eisenerzer zwischen 20 und 25 Prozent des Voestalpine-Bedarfs ab. Für verstärkte industrielle Produktionen hatte Eisenerz bisher schlechte Karten. Die Chance für die Region lag bis jetzt nur in der Freizeitwirtschaft. Nun ließ VoestVorstandschef Wolfgang Eder damit aufhorchen, mehr Eisenerz vom Erzberg beziehen zu wollen. Der Erzabbau soll um 67,5 Prozent gesteigert werden, auf 3,3 Millionen Tonnen Feinerz im Jahr. Damit könnte die Voest immerhin ein Drittel ihres Bedarfs decken.

Pelletierung Für den Erzberg würde das nicht nur mehr Einnahmen durch den Erzverkauf bedeuten, sondern auch mehr Mitarbeiter für den Bergbau. Doch damit nicht genug: Um die Stahlkocher in Linz und Donawitz mit mehr Erz versorgen zu können, muss eine neue Verarbeitungsanlage her, eine sogenannte Pelletieranlage. Das kostet mehr als 180 Millionen Euro und bringt bis zu 200 neue Arbeits-

plätze sowie eine Absicherung der Bergbautätigkeit für die kommenden 20 bis 30 Jahre. Die Behördenverfahren der im Bereich des Erzsees geplanten Anlage sind im Laufen. „Eine solche Anlage ist deshalb notwendig, weil die Kapazitäten der Sinteranlagen für mehr Erz zu gering sind“, erklären Josef Pappenreiter, technischer Direktor der VA Erzberg, und sein Kollege Christian Treml, zuständig für die Finanzen am Berg. Ein Pferdefuß dabei sind derzeit noch die teuren CO2-Emissionszertifikate. Wichtig sei auch die ausreichende infrastrukturelle Versorgung mit Strom und Ferngas. Dabei fordert Eder eine klare Unterstützung der Politik. Ob die Anlage kommt, wird nicht vor dem Sommer entschieden.

Doch nicht nur das Äußere imponiert Im Inneren des Berges befindet sich ein unterirdisches Stollenlabyrinth, welches sich über 40 km erstreckt. Die Reise durch die Erlebniswelt Schaubergwerk beginnt mit einer Abenteuerfahrt mit den bekannten Haulys. Moderne Multimediatechnik bringt dem Besucher die Entstehungsgeschichte des Erzberges, beginnend mit dem Urknall bis zur Alpenfaltung, auf beeindruckende Art und Weise näher. Ein absolutes Highlight des Schaubergwerkes ist der „Wassermann“, der vor vielen tausend Jahren den Bewohnern der Gegend um Eisenerz „Gold für 10 Jahr, Silber für 100 Jahr oder Eisen für immerdar“ bot. Denn auch wie in der Vergangenheit erscheint er vor den Augen der Besucher aus den Fluten der Schwarzen Lacke. Sie wirken wie Geister, sind jedoch realistisch und gegenwärtig, die Teilnehmer eines der spektakulärsten Offroad-Motorspektakel. 60.000 bis 80.000 Bikerfans sind dabei. Je nach Wetter machen Dreck, aber auch die massive Steigung jede Fahrt zum Höllenritt. O

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LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! In den letzten Wochen da hing bei uns wieder der Haussegen schief. Nein, nicht zwischen mir und meinem Allerliebsten, sondern wegen unseres Nachwuchses. Weil Glatzköpfe gefragt sind – es kommt ja die warme Jahreszeit und der Sommer – , haben sich auch unsere Tochter, auf ganz kurz geschnitten und der ältere Sohn überhaupt seiner Haarpracht entledigt. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie teufelswild und unangenehm der Vater meiner Kinder darauf reagiert hat. Ich muss das Ganze nun irgendwie wieder glätten und ins Lot bringen. Kühl erklärt unser Nachwuchs dem Vater, es sei im Sommer einfach äußerst praktisch. Was diesen zusätzlich ärgert, weil er mit vielen, aber untaug-

lichen Mitteln gegen seine spärlicher werdende Haarpracht an– kämpft. Es ist also Feuer am Kopf. Nein, am Dach. > Wenn der Herrgott net wül, nützt des gor nix, sagt meine Tarock-Freundin Sabine, die brav am Sonntag in die Kirche geht. „Wenn’s net läuft, dann läuft’s net“, drückt sich viel profaner mein Allerliebster aus. Und er ist ja zumindest mir bekannt dafür, dass er in der SPÖ Freunde und viele Sympathisanten hat. Und diese äußern sich sehr offen darüber, so erzählt er mir, dass die Verunsicherung bei den Funktionären wächst. Niemand glaubt mehr so richtig an einen vollen Erfolg von Franz Voves. Sein Vorstoß für gerechtere

Einkommens- und Vermögensverteilung wurde jetzt sogar von Kanzler Werner Faymann aufgenommen, doch Franz Voves profitiert davon nicht wirklich. Parteifreund und Genosse Werner Faymann erwähnt auch mit keiner Silbe, dass es Franz Voves war, der dafür noch im Vorjahr auch von den Medien geprügelt worden ist. Ja, er wisse schon, sagt mein Allerliebster, dass da auch Tolpatschigkeit im Spiel war, weil Voves verheimlichte, dass die steirische SPÖ selbst über ihre Stiftung das Parteivermögen steuerschonend angelegt hat. > Ein großes Problem, das bis zum Herbst sicher nicht zufriedenstellend gelöst wird, gibt’s im SPÖ-Haus Graz. Dort wird nur noch mit Mühe der Konflikt zwischen Wolfgang Riedler und seinen Kritikern kleingeredet. Es sei eine nützliche und offene Diskussion, heißt es. Diese Feststellungen entfernen sich aber immer mehr von der Realität. Graz hat klarerweise eine Schlüsselstellung auch bei der Landtagswahl und eine Grazer SPÖ in schlechter Verfassung wirkt sich ganz sicher auch auf das Wahlergebnis, möglicherweise sogar schicksalhaft, aus. Da ja im Wahlkreis Graz die meisten der 56 Mandate vergeben werden. Genau dieser Umstand macht ja den Wahlmanagern von Franz Voves so viel Kopfzerbrechen und er setzt daher seine Gefolgsleute in Graz gehörig unter Druck, endlich für eine bessere Grundstimmung zu sorgen. > Ich persönlich hab‘ ja keinen Führerschein. Daher muss ich bei unseren Karten-Runden und abendlichen Plaudereien nicht darauf achten, ob ich schon ein Glas Sherry zu viel getrunken habe oder nicht.

Aber jetzt habe ich wieder eine ganz seltsame Geschichte gehört, die mir der Udo erzählte, dem die Polizei den Zettel abgenommen hat. Ich kann es fast nicht glauben, was ich da höre. „Bei der Feuerwehr müsste man sein“, seufzt der Udo. Er wurde nämlich mit 0,4 Promille bei einer Planquadrat-Aktion der Exekutive erwischt. Sie meinen, das ist ja nicht zu viel? Das habe auch ich gedacht. Aber der Haken ist ein anderer. Der Udo ist mit einem großen Brummer unterwegs, der mehr als siebeneinhalb Tonnen wiegt und für ein so schweres Auto, so haben mich die männlichen Karten-Kollegen aufgeklärt, gilt die 0,1-Promille-Grenze. Auch gut, denke ich mir. Aber jetzt kommt’s. Es gibt nämlich oder soll sie geben Ausnahme-Regelungen für die Florianijünger. Sie dürfen angeblich auch mit 0,4 Promille mit einem schweren Einsatzfahrzeug zum Löschen ausrücken. Nein, nicht des eigenen Durstes, sondern nur, wenn’s ein Feuer gibt. Na, ja, wenn man wirklich überlegt, sagt mein Allerliebster wieder, wenn es diese Ausnahme nicht gäbe, dann wäre wahrscheinlich ein großer Teil der 40.000 steirischen Feuerwehrmänner – so es am Wochenende einen Einsatz gibt – nicht wirklich einsatzbereit. Denn selbst, wenn sie schon zu Hause friedlich im Bett vor sich hin schnarchen, nach ihrer Stammtisch-Runde, gibt’s ja noch immer einen Restalkohol im Blut. Wenn es stimmt, ist es schon ganz, ganz „lustig“. Da kommt ein Fahrzeug mit Blaulicht daher und hinterm Lenkrad sitzt ein Florianijünger mit Restalkohol im Blut, der mit seinem Privatfahrzeug gar nicht auf die Straße dürfte. Also dann, bis zum nächsten Mal, Eure Lilly

Attraktive monatliche Rückzahlungsraten: 2-Zimmer-Wohnung, 58 m2 für rund 500 Euro, 3-Zimmer-Wohnung, 74 m2 für 650 Euro, 4-Zimmer-Wohnung, 91 m2 für 800 Euro.

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KLIPP Mai/Juni 2010


Viel beachteter Auftritt Zahida Karic, Gerhard Maier und Nedim AlihodÏic, Vorstand Sparkasse Bank Sarajewo sowie Steiermärkische-Auslandschef Franz Kerber (v.l.)

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in Dutzend Fernsehteams und eine Meute von Journalisten drängte kürzlich ins neu erbaute, neunstöckige Headquarter der „Sparkasse Bank“ (Kosten rund 12,6 Millionen Euro) im Geschäftszentrum an der Zmaja od Bosne 7 in Sarajewo. 200 Mitarbeiter sind dort tätig. Insgesamt gibt es in Bosnien und Herzegowina 430 Mitarbeiter. Die Eröffnung des Headquarter in so schwierigen Zeiten wie diesen war für die Bosnier doch eine Sensation. „Wir haben uns vor drei Jahren ent-

200 Mitarbeiter im neuen Headquarter der „Sparkasse Bank“ in Sarajewo

40 Prozent zum noch immer guten Geschäftsergebnis bei. Für das heurige Jahr peilt die Steiermärkische insgesamt 60 bis 70 Millionen Euro an, am Höhepunkt der Krise im abgelaufenen Jahr schaffte man knapp mehr als 40 Millionen Euro.

Serbiens Präsident in Graz schlossen, hier zu investieren und bleiben hier, weil wir an die Zukunft des Landes glauben“, sprach Steiermärkische-Auslandschef Franz Kerber in die Mikrofone. Rund 200 Millionen Euro macht bisher das Engagement der Steiermärkischen in Bosnien aus. Derzeit ist man damit die Nummer sieben in der Banken-Landschaft (Bilanz-Volumen ca. 400 Millionen Euro) und möchte innerhalb von drei Jahren zur Nummer fünf aufsteigen. Marktführer in Bos-

nien ist Raiffeisen. Die Steiermärkische ist in allen sechs ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens vertreten. In Bosnien und Mazedonien allein als Steiermärkische, in Slowenien mit der Kärntner Sparkasse und in Kroatien, Montenegro und Serbien gemeinsam mit der Ersten. Am längsten vertreten ist man und das größte Engagement gibt es in Kroatien. Die Banken-Beteiligungen liefern auch insgesamt beachtliche Ergebnisse ab. Sie steuern auch jetzt in der Krise

Eine Schlüsselrolle am Balkan spielt Serbien, wo die Steiermärkische ebenfalls einen guten Zukunftsmarkt sieht. Präsident Boris Tadic ist Gast beim Symposium „check in! Südosteuropa“ in Graz. „Er denkt nach Europa und Serbien ist schon rein psychologisch ein Schlüsselland für die Stabilität am West-Balkan“, sagt Steiermärkische-Auslandschef Franz Kerber. Und diese Ausrichtung nütze der EU, biete österreichischen Investoren damit mehr Chancen in Serbien.

Steirische Meisterstrasse

Ein Jahrmarkt hoher Qualität „Dingl-Dangl“ Streifzug durchs Handwerk: „Meisterstücke aus der Steiermark“ nennt sich der neue Katalog der „Meisterstrasse“ - präsentiert wird steirische Wertigkeit aus erster Hand.

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ahlreiche steirische Betriebe mit handwerklich gefertigter Ware aller Art erwartet Qualitätsliebhaber auf der „Meisterstrasse“: vom Lodenwalker, über den Spengler, Uhrmacher und Tischler bis hin zur breiten Palette von Lebensmittelproduzenten. Meisterbetriebe sind Paradebetriebe, die mit authentischer Qualität auf du und du stehen und die Besonderheiten, wie auch die Einzigartigkeit der Region, widerspiegeln. Es handelt sich um ein Netzwerk wahrlicher Meister, die als Aushängeschilder fürs steirische Handwerk gelten. Gerhard Lammer von der gleichnaKLIPP Mai/Juni 2010

v. l.: Karl Groisberger (Dekormaler, Großklein), Ulfried Hainzl (Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark), Sonja Grill (Schuhmacher, Bad Aussee), Bertram Mayer (ARGESprecher der Meisterstrasse Steiermark), Karl Hager (Naturbäcker, Murau)

migen Tischlerei Lammer in Mariazell zeigt sich als beteiligter Fachmann über dieses Netzwerk höchst erfreut: „Man spürt die Annerkennung und Unterstützung der Organisation. Das wiederum trägt zur Kreativität und Freude meiner Arbeit bei und findet letztlich hohen Anklang beim Kunden!“ Beim Mariazeller

Adventmarkt etwa kaufen die Besucher regionaltypische „Meister-Produkte“ und werden mit Hilfe des neue „Meisterstrassen“-Kataloges auf alle Mitgliedsbetriebe in der Steiermark aufmerksam. Als „sinnig und stimmige“ Initiative lässt sich die „Meisterstrasse“ auch in Kooperation mit der steirischen

Wirtschaftskammer bezeichnen: Die Menschen können in fünf Meister-Regionen am handwerklichen Prozeß teilhaben - überliefertes Wissen wird auf heutige Innovation und damit verbundener Zukunftsperspektive umgelegt. 91 Mitgliedsbetriebe aus 44 verschiedenen Branchen bilden zur gut aufgestellten Industrie und High-tech-Betrieben eine zusätzliche Ergänzung für die Wirtschaft auf grün-weißem Boden. „Familienunternehmen – diese findet man vornehmlich in ländlichen Gebieten - liefern somit einen beachtlichen Beitrag zur Festigung der Lebensstruktur außerhalb von großen Städten“, zeigt sich Ulfried Hainzl von der WK Steiermark erfreut über die prognostizierten 30 Neuzugänge an Meistern. „Jene werden so wahrgenommen, wie sie sind und das entscheidende Kriterium einer Mitgliedschaft ist immer noch das „Ich-Original“ eines Ladens, bestätigt unter anderem auch ARGE Sprecher Bertram Mayer. O

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WIRTSCHAFT

Steiermärkische eröffnete ein neues Headquarter in Sarajewo


Fragwürdig – Ehre und Respekt D

ie türkischstämmige Soziologin Necla Kelek setzt sich in ihrem neuesten Buch Himmelsreise kritisch mit dem Lebensstil der Moslems auseinander. Sie wurde in Istanbul geboren und lebt in Berlin. Ihr Credo: Wir müssen den Glauben von seinem patriarchalischen Missbrauch befreien und ihn spirituell rehabilitieren. Als Muslimin fordert sie die Frauen auf: „Legt das Kopftuch ab.“ Im türkisch-muslimischen Wertekanon spielt der Begriff „Respekt“ eine große Rolle. Man hat der gottergebenen Ordnung „Respekt“ zu erweisen. Der ältere Bruder beruft sich auf Gott, wenn er der Schwester Vorschriften macht, die Mutter auf diese Ordnung, wenn sie die Tochter verheiratet. Respekt hat man dem Älteren, dem Stärkeren, der Religion, der Türkei, Vater, Onkel, Bruder zu erweisen. Wenn ein Abi, ein älterer Bruder, von einem Jüngeren oder Fremden „Respekt“ einfordert, fordert er eine Demutsgeste ein. Auch erwachsene Söhne reden oder rauchen zum Beispiel in Gegenwart ihrer Väter oder Onkel nicht unaufgefordert, sie ordnen sich unter, erweisen so den Älteren „Respekt“. Es ist der zentrale Begriff für die abverlangte Orientierung auf den hierarchisch Höherstehenden, auf ein patriarchalisches System. „Respekt“ bedeutet deshalb nichts anderes als Unterwerfung – wie auch das Wort „Islam“ im Wortsinn „Unterwerfung“ und „Hingabe“ be-

Die wollen zwar alle Vorteile unserer Gesellschaft, soziale Sicherheit und kostenlose Bildung, aber sich nicht integrieren. Vielmehr versuchen moslemische Zuwanderer bei uns ihren Lebensstil durchzusetzen, mit dem Bau von Moscheen, dem Tragen von Kopftüchern, dem Fernbleiben von Mädchen beim Turnunterricht usw. Das sind häufig die Vorwürfe in eine Kurzformel gebracht, die Vorhaltungen von „Altösterreichern“ gegenüber Zuwanderern. Damit versuchen Rechtsextreme, aber auch die Strache-FPÖ Stimmung gegen Zuwanderer mit moslemischem Glauben zu machen. deutet. „Respekt haben“ beinhaltet, die gegebenen Machtverhältnisse anzuerkennen, folglich auch das Prinzip dieser Religion zu akzeptieren. Die Mitglieder der Gruppe, der Familie, des Clans usw. sind nicht auf gleiche Weise, sondern abgestuft nach Geschlecht, Alter und Rang zu respektieren. Gegen einen Älteren aufzubegehren ist in diesem religiös-kulturellen System deshalb dasselbe wie gegen die göttliche Ordnung aufzubegehren.

Was ist Ehre? Als Europäer erwirbt man sich Ehre durch Leistung – man hat vielleicht einen großartigen Roman geschrieben, eine physikalische Entdeckung gemacht, Zivilcourage gezeigt oder von Abschiebung bedrohten Flüchtlingen geholfen. Dann wird jemand hier „geehrt“, man hat Ehre erworben. In den archaisch-muslimischen Gesellschaften kann man sie höchstens verlieren. Denn sie ist ein Besitz der Familie, sie besteht, wie die Autorin Farideh Akashe-

Böhme schrieb, „in dem Ansehen, das die Familie in der Öffentlichkeit genießt. Der Einzelne partizipiert an diesem Ansehen, insofern er Mitglied der Familie ist. Er muss sein Verhalten in der Öffentlichkeit so einrichten, dass er das Ansehen der Familie nicht beschädigt. Die Ehre ist deshalb ein Besitz, der stets gefährdet ist.“ Der Kulturanthropologe Werner Schiffauer interpretiert „Ehre“ in den vom Islam und von dörflichen Strukturen geprägten Gesellschaften als die „Integrität, die Unantastbarkeit und Unbescholtenheit eines Haushaltes“. Wer ein Mitglied der Familie angreift oder eine der Frauen beleidigt, verletzt die „Ehre“ der Familie. Sie wird aber auch verletzt, „wenn sich ein Familienmitglied ,unehrenhaft‘ verhält, d.h. als Mann in den Ruf eines ,Feiglings‘, als Frau in den Ruf einer ,Hure‘ gerät. In beiden Fällen sind alle anderen Familienmitglieder mit betroffen: Von ihnen wird verlangt, die ,befleckte‘ Familienehre zu ,reinigen‘.“ Die muslimische Gesellschaft trennt die Gemeinschaft vertikal in Männer und

Foto: Pachernegg

HINTERGRUND

Türkische Soziologin: Zuwanderer sind nicht Opfer der hiesigen Gesellschaft

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Frauen. Männer, das ist die Öffentlichkeit, d.h. alles, was außerhalb des Hauses liegt. Die Frauen sind demgegenüber die Privatheit des Mannes. Er wacht über sein Haus und über seine Frauen. Die muslimische Gesellschaft ist patriarchalisch und patrilinear ausgerichtet. Somit gehören auch die Kinder ihm, und im Falle einer Verstoßung der Frau bleiben sie in seinem Haus. Ein Mann verliert seine Ehre erst dann, wenn er auf die Herausforderung eines Mannes nicht reagiert. Auf Beleidigungen oder üble Nachreden gegenüber den Frauen seiner Sippe, seiner Familie muss ein Mann reagieren und die „Ehre“ aktiv verteidigen. So hat sich – um die „Verletzung der Ehre“ herum – eine Beleidigungskultur entwickelt. Ein fremder Mann überschreitet bei einer Beleidigung die Grenze zum Privaten des muslimischen Bruders, wenn er verbal die Frauen sexuell belästigt. Wenn er seinem Gegenüber beispielsweise sagt, dass er es dessen Mutter „besorgen“ wird, müsste der Beleidigte, um ein Gleichgewicht herzustellen, seinem Gegner zur Antwort geben, dass er es dessen Frau ebenso „geben“ wird. Ein Vater verliert sein „Gesicht“, wenn er nach den Maßstäben seiner traditionellen Kultur nicht in der Lage ist, seine Töchter, sprich: seine „Ehre“, zu kontrollieren – zum Beispiel, wenn eine Frau aus dem Clan ausbricht, um ihren eigenen Weg zu gehen. Der Ungehorsam gegen den Mann oder den Vater kann als Unzucht angesehen werden. Auch „Ehrenmord“ wird damit begründet. Nach dem Koran soll die Frau, die „Unzucht“ betrieben hat, im Haus eingesperrt werden, „bis der Tod sie abberuft oder Gott ihr einen Ausweg schafft“ – was nichts anderes ist als eine Umschreibung für die Aufforderung zum Suizid. Nach den Maßstäben der Scharia muss eine solche Tat vergolten werden, weil sie im islamischen Sinne ein „Grenzvergehen“ ist, ein Vergehen gegen Gott. Sie kann nicht, wie Mord und Totschlag, mit Wiedervergeltung – durch ein „Blutgeld“ – wiedergutgemacht werden. KLIPP Mai/Juni 2010


HINTERGRUND

Die Beleidigungskultur Männer verbringen einen großen Teil ihres Lebens mit anderen Männern im Kartenhaus, in der Moschee oder im Teehaus. Hier entscheidet sich, welches Ansehen sie genießen. Ihre „Fürsorge“ für ihre Frauen und ihre Familie besteht darin, darauf zu achten, dass niemand schlecht von ihnen spricht oder die Frauen des Hausherrn gar beleidigt. Das gilt auch für die größere Einheit der muslimischen Community, die Umma. Wird der Prophet oder der Islam durch Karikaturen „verunglimpft“, sind alle Mitglieder der Umma angehalten, die Ehre aktiv zu verteidigen. Weder Zweifel noch Kritik oder Ironie sind erlaubt – sie werden gleichgesetzt mit Gotteslästerung. So hat sich eine Beleidigungskultur entwickelt, in deren Zentrum die Verletzung der „Ehre“ steht. Sie ist ein Besitz, der ständig gefährdet ist, den man verlieren und damit das „Ansehen“ in der muslimischen Community einbüßen kann. Welche gewalttätigen Ausschreitungen das oft nach sich zieht, wissen wir inzwischen zur Genüge. Fünfzig Prozent ihrer muslimischen Patientinnen, sagte mir eine türkische Frauenärztin, die in einer deutschen Großstadt praktiziert, „haben Gewalt erlebt“. Körperliche oder sexuelle Gewalt auszuüben, so glauben viele Musliminnen, sei ein Recht der Männer. Die Aufklärung und der Schutz dieser Frauen stecken noch in den Anfängen, weil in diesen Gemeinschaften eine „Schweigekultur“ vorherrscht, die nichts nach außen dringen lässt. Eine Frau, die über diese Dinge spricht, bringt sich in Gefahr. Auch bei Missbrauch wird der Mann nicht zur Verantwortung gezogen. Selten erfahren Außenstehende davon, lieber würde sich das Kind das Leben nehmen, als sich jemandem anzuvertrauen. Meist wird ein solcher Missbrauch, so haben es mir türkische Ärztinnen berichtet, anal vollzogen, damit die Töchter als „Jungfrauen“ verehelicht werden könnten. Denn sind sie das nicht mehr, ist der Vater und somit auch die Familie entehrt. O

Quelle: Necla Kelek „Himmelsreise – Mein Streit mit den Wächtern des Islam“ (Kiepenheuer & Witsch) KLIPP Mai/Juni 2010

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„Ich kann auch ohne Bach und Mozart musikalisch sein.“

Ein Klipp-Gespräch mit Pfarrer Paul Schleichenberger

Wo ist das

Heilige

hingekommen?

Seine Ansichten sind nicht jedermanns Sache

Pfarrer Paul Schleichenberger

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er gebürtige Oststeirer Mag. Paul Scheichenberger ist Priester aus Leidenschaft und Berufung und leitet die Pfarre St. Paul-Waltendorf in Graz. Wer ihn predigen gehört hat, weiß, dass Lauwarmes und Unverbindliches nicht seine Sache sind. KLIPP hat ihn zur aktuellen Lage der römisch-katholischen Kirche befragt. Wieso driften Kirche und Gesellschaft heute immer weiter auseinander? Scheichenberger: Die grundsätzliche Frage ist: Gibt es Gott oder nicht? Wer hat die Interpretationshoheit, das öffentliche Leben zu bestimmen? Über Jahrhunderte hat die Kirche mit ihrem Gottglauben Familie, Kunst und Gesellschaft gefördert und die Menschen seelsorgerisch betreut. Heute erleben wir einen weichen Atheismus, Gott kommt in Schule, Staat und Gesellschaft kaum mehr vor. Leider wird auch die Demokratie ohne den Glauben schnell zur Barbarei. Ohne Gott sind Werte wie Familie, Mut zur Vaterschaft, Mut zur Mutterschaft, Hemmschwellen gegenüber den klassischen Sünden und anderes nur einer privaten Weltanschauung überlassen. Dazu kommt, dass die Medien an Gesinnung verloren haben, berichtet wird, was sich 24

gut verkauft. Die Kirche und der Glaube fallen aus dem Mainstream heraus, daher werden sie immer weniger beachtet. Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben der Kirche heute? Scheichenberger: Die Kirche darf ihre Säkularisierung, die schon viel zu weit fortgeschritten ist, nicht weiter vorantreiben. Es geht ihr deshalb schlecht, und auch, weil es zu einer Art Gesellschaftsspiel geworden ist, auf sie einzuschlagen. Die Kirche muss betonen, dass sie nicht fortschrittlich oder konservativ ist, sondern dass es ihr um das Heilige geht, um das Geheimnis Gottes und um die leibliche Auferstehung. Sie sollte den Menschen klarmachen, dass der Glaube nicht auf einem Gefühl aufbaut, sondern auf dem Willen. Das haben schon die großen Mystiker wie Theresa von Avila oder Ignatius von Loyola erkannt. Den Willen aber kann man trainieren wie einen Muskel. Thema sexueller Missbrauch in katholischen Internaten. Wird seitens der Kirche genug getan für die Aufklärung? Scheichenberger: Ich möchte Letzteres nicht beurteilen. Aber ich möchte betonen, dass ich mich ange-

sichts dieser Vorfälle schuldig fühle, obwohl ich nichts damit zu tun habe. Es gibt hier nichts zu entschuldigen und es muss Aufklärung erfolgen. Hier sind ohne Zweifel einige unter die Räder gekommen. Die Säkularisierung und eine gewisse Glaubensschwäche scheint auch uns Priester ergriffen zu haben. Odysseus war an den Mast seines Schiffes festgebunden, als er den Ruf der Sirenen hörte. Welche Bindung haben wir Priester heute? Wäre es nicht an der Zeit, den Zölibat neu zu überdenken? Scheichenberger: Solange die Kirche interessant bleiben will, muss der Zölibat bleiben. Er ist absolut, ein Geheimnis und Zeichen der ausschließlichen Hinwendung zu Gott. Wenn die Kirche ihn fallen lässt, wird sie ein weiteres Stück Selbstauflösung betreiben. Wo ist das Heilige hingekommen? Nicht jeder bewältigt den Zölibat, nicht jeder Christ kann eine Ehe halten, es gibt das Scheitern. Da gehört viel mehr Menschlichkeit und Hilfe angeboten. Viele Gläubige fragen sich: Wie kann ein guter Gott Katastrophen, Leid und Schmerz der Menschen zulassen? Scheichenberger: Sehen Sie, ich habe viele Menschen erlebt, die eine Katastrophe mitmachten, unter anderem war ich als Seelsorger beim Grubenunglück in Lassing. Diese Menschen stellen sich in der Situation diese Frage gar nicht, sie sind ein einziger Schrei nach Gott. Nur der Beobachter stellt sich diese Frage. Die von Unglück betroffenen Menschen sind wie eine Wunde, ein Psalm oder ein Klagelied. Wir können die Frage nach dem Leid nicht

rational beantworten. Es ist die Urfrage, und man hüte sich vor Lehren, die darauf vorschnell eine Antwort wissen. Warum hat Gott seinen Sohn hingerichtet? Wir haben nur einen Trost: Der Mensch ist mehr als sein diesseitiges Leben, er ist für die Ewigkeit. Im Vatikan gibt es einen Chefexorzisten. Der sieht in Homosexualität und Missbrauch Werke des Teufels. Ist das noch zeitgemäß? Scheichenberger: Der Teufel gehört auch zur Glaubenslehre, aber im Modus des „Ich widersage“, damit wir wach bleiben. Überall kokettiert die Öffentlichkeit mit dem Okkulten. Aber wenn die Kirche zum Beispiel Halloween kritisiert, erntet sie Kopfschütteln. Das Evangelium lehrt, dass der Satan nicht über den Willen des Menschen herrschen kann, aber man kann ihn einladen. Wissen Sie, wie viele Menschen heute wieder vor einem Fluch Angst haben, dass Jugendliche „Ti­scherl rücken“ und Tote befragen und dann trotz Therapie jahrelang nicht schlafen können? Betet dann ein geweihter Priester auf Wunsch ein Befreiungsgebet, wird das Reizwort „Exorzismus“ undifferenziert lanciert, und jeder assoziiert irgendeinen Schauerfilm. Kann man auch ohne Kirche gläubig sein? Scheichenberger: (Lacht) Darauf kann ich nur mit Ironie antworten. Man kann ohne Kirche gläubig sein, in der Kirche, mit einer anderen Kirche und sogar trotz der Kirche. Oder anders formuliert: Ich kann auch ohne Bach und Mozart musikalisch sein.v Das Gespräch Schuch.

führte

Reinhard

KLIPP Mai/Juni 2010


MOTOR

Auch Mittelklasseautos werden bald internetfähig sein

Knopfdruck reicht Je zwei Kameras im Kühlergrill, in der Heckklappe und in den Außenspiegeln übertragen Umgebungsbilder auf den zentralen Touchscreen in der Mittelkonsole. Das erleichtert nicht nur das Ein- und Ausparken, sondern auch das Manövrieren im unwegsamen Gelände. Über dieses technische Gustostückerl verfügt zum Beispiel der neue VW Tuareg. Eine ähnliche Technik können Besitzer des BMW Geländewagens nützen. Der Fahrer sieht seinen Wagen aus der Vogelperspektive, die Bilder der Kameras werden von der eingebauten Elektronik so zusammengefügt und er kann damit

rover ist jede Kamera sogar einzeln anwendbar und der Lenker kann das Bild sogar zu sich heranzoomen.

Mehr Verkehrssicherheit

schnell und einfach auf Hindernisse reagieren. Im Discovery vom Land-

Die Kameras im Opel Insignia, im 7er BMW und in der Mercedes EKlasse erkennen Verkehrsschilder und blenden auch die aktuellen Tempolimits im Cockpit ein. Neueste Infrarottechnik unterstützt auch bei schwierigen Sichtverhältnissen den Fahrer. Eines ist damit bereits klar: Die Kameras und Assistenzsysteme im Auto erleichtern nicht nur den Umgang mit dem Fahrzeug, sondern erhöhen auch die Verkehrssicherheit. O

Klipp fuhr den neuen SUV Urban Cruiser 1,33 Dual-VVT-i aus dem Hause Toyota

Mit dem „Stadt-Gleiter“ nach Klagenfurt

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as geschah kürzlich mit einer besonderen Testfahrt – und zwar nach Klagenfurt zum Cup-Finale von Sturm Graz gegen Wr. Neustadt. Ausgang mittlerweile bekannt. Und an diesem Nachmittag war nicht nur Sturm ganz oben, sondern auch wir – und zwar in der erhöhten Sitzposition im Urban Cruiser von Toyota. Damit hatten wir beste Übersicht. Irgendwo zwischen Kleinwagen und Mini-Van ist Toyotas „Stadt-Gleiter“ angesiedelt. Und im Praxistest erwies er sich als grundsolides und überraschend geräumiges Auto. Der Kofferraum bietet jede Menge Stauraum. Auch wenn wir nur mit mittlerem Gepäck in Klagenfurt nächtigten. Die Instrumente am Armaturenbrett – gerade für weibliche Lenker wichtig – sind klar und übersichtlich gestaltet und nicht nur im Fond haben auch größere Leute ausreichend Platz.

lehmigem Untergrund zeigte der Allradantrieb ansatzweise schon seine Qualitäten. Auch an das SechsGang-Schaltgetriebe habe ich mich schnell gewöhnt. Durch das StoppStart-System ist der Verbrauch – besonders in der Stadt – niedrig. Im Autohaus Winter, das uns das Fahrzeug zur Verfügung stellte, erklärte man uns auch noch, dass es für den Urban Cruiser ein umfangreiches Zubehörprogramm mit einem so genannten Interieur-Paket, Technologie-Paket oder ProtectionPaket gibt und dass man mit einer weiteren Reihe von stylischen und praktischen Artikeln das Fahrzeug auf sich abstimmen kann. Weil der Preis ja immer eine Rolle spielt: Ab 17.800 Euro gehört der Urban Cruiser Ihnen. O

Gutes Fahrverhalten Der neue SUV Urban Cruiser lässt sich so problemlos fahren wie seine Allrad-Vorgänger von Toyota und überzeugt durch sein dynamisches, robustes Außendesign. Wechselnde Straßenbedingungen hatten wir nicht wirklich, nur beim Parken auf durch den Regen aufgeweichtem KLIPP Mai/Juni 2010

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AUTO

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üros, Wohnzimmer hat das Internet bereits erobert. Nun soll auch das Auto bald online sein. Spezielle Anwendungen sollen als Serienausstattung in alle Fahrzeugklassen gebracht werden. Bisher gibt es diese Infotainmentdienste ausschließlich in der Oberklasse. Fahrzeuge werden zunehmend nicht nur mit Internet ausgestattet sein, sondern sie erkennen dank neuartiger Kamerasysteme auch Straßenschilder, geben dem Fahrer mit Rundum-Videosystemen einen perfekten Überblick der unmittelbaren Autoumgebung. Die Annehmlichkeiten sorgen damit auch für mehr Verkehrssicherheit.

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Mit Bordkameras mehr Sicherheit


MOTOR & AUTO

Klarerweise beeinflussen die Preise die Kaufentscheidung stark

E-Mobilität im Vormarsch Das Bekenntnis zur grünen Mobilität ist da. Nur die Anwendung – der nationale Aktionsplan – kommt erst langsam ins Fahren. Die E-Cars, die E-Bikes und E-Fahrräder sind nicht die seligmachenden Heilbringer, aber sie helfen die CO2-Emissionen zu verringern. Und klarerweise beeinflussen die (noch sehr) stolzen Preise die Kaufentscheidung stark.

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ie Zukunft der E-Mobilität ist nicht mehr aufzuhalten, doch es fehlt noch die entsprechende Fahrzeugpalette und es gibt daher große Skepsis unter den Autofahrern. Laut einer Studie der Universität Duisburg sei ein Haupthindernis der zu hohe Preis. Kurzfristig sind allerdings große Serien und damit Stückzahlen nicht vorhanden. Was es gibt, sind viele Absichtserklärungen, doch die europäischen Hersteller laufen Gefahr, im Vergleich zu den Asiaten den Anschluss zu verlieren.

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Oft zu teuer Potentielle Käufer von Elektroautos sind bereit zwischen 10.000 und 25.000 Euro zu bezahlen, wie aktuelle deutsche und österreichische Untersuchungen belegen wollen. In Österreich, von der Motivforschung Karmasin erhoben, endet die Ausgabenbereitschaft bei knapp 18.000 Euro. Und das ist der Haken, denn damit liegt die maximale Zahlungsbereitschaft um mehr als 10.000 Euro unter den am Markt vorgesehenen Preisen. Auslöser für dieses „Knausern“ beim E-Autokauf

scheint allerdings der niedrige Kenntnisstand zu sein. Wüssten die Autofahrer besser über die Vorteile von E-Autos Bescheid, würden sie vermutlich auch höhere Preise akzeptieren. Denn grundsätzlich herrscht gegenüber E-Autos eine positive Einstellung. Wie „bio“ sind E-Fahrzeuge wirklich und sind sie tatsächlich der ökologische Rettungsanker

für die kriselnde Automobilindustrie? Die Antwort lautet: „Jein.“ Zwar stimmt es, dass E-Autos schadstofffrei ihre Kilometer abspulen, allerdings – und jetzt kommt das große ABER – sind Emissionen damit nicht abgeschafft, sondern lediglich verlagert, etwa ins Kohlekraftwerk, wo der alles andere als saubere Strom für die sauberen Flitzer erzeugt wird, oder – im Idealfall – in die Fotovoltaik-Produktion, wo die Grundlagen für die Nutzung der Sonnenenergie geschaffen werden. Egal, wie man es betrachtet: Auch E-Autos sind alles andere als die großen Umwelt-Heilsbringer, sie können aber die Emissionsbilanz bei einer äußerst ökologischen Produktions- und Energiekette zumindest verbessern. Österreich ist auf dem Weg zur Elektro-Mobilitäts-Nation. So zumindest der Plan von Infrastrukturministerin Doris Bures, die auf Basis einer breiten Zusammenarbeit von Industrie, Forschung und Politik die Einführung von E-Mobilität hierzulande vorantreiben möchte. Gemeinsamer Nenner soll dabei der „Nationale Aktionsplan E-Mobilität“ sein, den die Infrastrukturministerin vor wenigen Tagen gemeinsam mit Gabriele Lutter, Vorstandssprecherin der ÖBB-Personenverkehrs AG, Peter Reif, Präsident von Magna E-Car-Systems, Harald Plöckinger, Vorstand der KTM Sportmotorcycle AG, Wolf-

gang Anzengruber , Vorstandsvorsitzender der Verbund AG, und Anton Plimon, Geschäftsführer des AIT, präsentierte. Eine erste realistische Zielsetzung des Aktionsplans lautet: 130.000 bis 150.000 rein batteriebetriebene EFahrzeuge und rund 900.000 Hybrid-Fahrzeuge bis 2020. „Von 4,3 Millionen Autos, die es jetzt in Österreich gibt, soll dann jedes vierte

Fahrzeug einen ökologischen, alternativen Antrieb haben“, so Bures. Dadurch würde sich trotz Verkehrssteigerung eine CO2-Reduktion von minus sieben Prozent ergeben. „Das Bekenntnis zur E-Mobilität gibt es von vielen Seiten“, erklärt die Ministerin, die besonders gute Chancen dafür bei Pendlern und Jugendlichen sieht. „Wenn es gelingt, Elektro-Mobilität als echte Option zu etablieren, haben wir viel in Richtung umweltfreundlicher Verkehr gewonnen“, so Bures, die auch die wirtschaftliche Bedeutung des Projektes hervorstrich: „Jetzt werden die Weichen gestellt, ob Österreichs starke und innovative Automobil- und Zulieferindustrie mit der europäischen Entwicklung nur mitschwimmt oder vorn mit dabei ist. „Für den Wirtschaftsstandort ist EMobilität eine große Chance, auch, um zusätzliche Arbeitskräfte auf höchstem technischen Niveau zu generieren“, so Reif. „Es geht darum, sich diese riesige Chance für den österreichischen Wirtschaftsstandort nicht entgehen zu lassen“, ist Wolfgang Anzengruber derselben Meinung. „Der Nationale Aktionsplan E-Mobilität setzt einen wesentlichen Schritt, um die Kräfte in Österreich zu KLIPP Mai/Juni 2010


Uni Graz: Forscher entwickeln erstes wasserstoffbetriebenes Auto mit Verbrennungsmotor

Neues AVL-System erhöht Reichweite

Es wird die eine Lösung nicht geben, meint Manfred Klell in Richtung des derzeit großen Themas E-Mobility.

Die AVL hat mit ihrem „Pure Range Extender“ ein neues Tool präsentiert, um die Reichweite von Elektrofahrzeugen auszuweiten und Batteriegrößen sowie -kosten zu senken. Die Kompaktlösung ist mit einem neu entwickelten Wankelmotor mit integriertem Generator ausgestattet und erzeugt bei Bedarf Strom. Eine praktische Umsetzung des Systems präsentierte Audi am Genfer Autosalon mit seinem Audi A1 e-tron. Der AVL „Pure Range Extender“ des Concept Cars kann im Bedarfsfall den rein elektrischen Antrieb ergänzen, die Batterie nachladen und somit die Reichweite erhöhen.

E-Bike von KTM Den ersten Prototyp namens ZEM (zero emission motorcycle) präsentierte KTM im Oktober 2008. Im Laufe dieses Jahres werden die ersten Vorserienmodelle auf den Straßen zu sehen sein. 2011 sind die ersten Serienmodelle zu erwarten. Der Preis dafür soll auf jeden Fall unter 10.000 Euro bleiben. Das Elektro-Sportbike ist emissionsfrei, nahezu geräuschlos, 19 kg leicht und hat maximal 30 PS – vergleichbar mit einer aktuellen 125er-Zweitakter. Die erste Elektro-KTM kommt vorerst in zwei Varianten auf den Markt: als Enduro für den OffRoad-Einsatz und als Supermoto für die asphaltorientierte Kundschaft. KTM-Chef Stefan Pierer: „Wir haben damit die Chance, neue Zielgruppen zu erschließen.“ O

KLIPP Mai/Juni 2010

AUTO

&

Ein Brückenkonzept E

r ist Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria und entwickelte gemeinsam mit der Forschungsgesellschaft für Verbrennungsmotoren der TU Graz das erste Auto mit Verbrennungsmotor, das mit jeder beliebigen Mischung Wasserstoff und Erdgas betrieben werden kann. Mit herkömmlichem Treibstoff sowieso. Gegenwärtig laufen weltweit 1 Milliarde Autos mit Verbrennungsmotoren. Elektroautos, Erdgas- und Wasserstoff-Autos sind künftig wichtige Nischenprodukte. Wobei vor allem in Indien und China ein starkes Interesse an diesen Fahrzeugen besteht. Für Wasserstoff-Fahrzeuge müssen vor allem die Tanks verstärkt werden. In Italien sollen 10.000 Fiat Pandas mit Wasserstoffantrieb auf den Markt kommen. In Österreich gibt es eine psychologische Barriere beim Kauf von Erdgasfahrzeugen, so Manfred Klell. Obwohl diese auch mit herkömmlichen Treibstoffen fahren. O

Große Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungen Die teuerste Haftpflichtversicherung für Kfz kann doppelt so viel kosten wie die billigste. Wer beim Neuabschluss Preise vergleicht und allenfalls noch verhandelt, kann sich bei der Jahresprämie mehrere Hundert Euro ersparen – das geht aus einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Vergleich des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hervor. Der VKI warnt aber davor, sich auf die pauschale Bewertung zu verlassen. Jeder Versicherungsfall sei unterschiedlich, der Preisvergleich müsse individuell gemacht werden. Sicher sei aber, dass man sich bei einer jährlichen Zahlung den Unterjährigkeitszuschlag bei der motorbezogenen Versicherungssteuer erspare – das waren bei den getesteten Modellen bis zu 67 € im Jahr. Gerade junge Autofahrer müssten genau aufpassen, unter welchen Konditionen sie eine Versicherung an-

MOTOR

bündeln und die Investitionen zu fokussieren.“ Dabei sollen alle am Aktionsplan Mitwirkenden ihren Beitrag leisten. U. a. kündigte Gabriele Lutter an, dass die ÖBB ihre Park-and-RideAnlagen sowie Autozüge mit der nötigen Infrastruktur für E-Fahrzeuge ausstatten würden.

zunehmen bereit seien. „Manche Versicherer akzeptieren junge Lenker erst ab einem bestimmten Alter, mit einer begrenzten kW/PS-Leistung ihres Fahrzeugs oder nur, wenn bereits ein anderes Familienmitglied einen bestehenden Vertrag hat“, so der VKI abschließend. Das Vergleichsportal „durchblicker.at“ hat Mitte Februar seinen Betrieb aufgenommen und bietet derzeit den Vergleich von Autoversicherungen an. Im ersten Monat haben rund 20.000 User die Seite besucht und insgesamt 28.000 Vergleiche gerechnet. Die Bandbreite zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter war dabei enorm und betrug im Durchschnitt 414 €, und das bei praktisch gleichem Deckungsumfang. Besonders groß sind die Abstände, wenn neben der Haftpflicht auch noch eine Kaskoversicherung gewünscht wird. O

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Auf den steirischen Höfen und in Gaststätten wird seit Jahrhunderten die Tradition der Herstellung von schmackhaften Spezialitäten gepflegt. Diese Tradition setzt sich in der heutigen bäuerlichen Direktvermarktung und in Verpflegungsbetrieben fort. Ob Bauernmärkte, Buschenschenken, Hofläden oder regionale Veranstaltungen – die Qualitätsprodukte aus steirischer Hand liegen voll im Trend.

S

teirische Erzeuger und Vermarkter bäuerlicher Produkte bündeln ihr Wissen, ihren Marktauftritt sowie auch ihre Interessen. Ziel ist es, den Liebhabern von steirischen Schmankerln beste Produkte anbieten zu können und den Einkauf zu einem Erlebnis zu machen. Zum einen organisieren sich die Bauern im Landesverband zu Direktvermarktern, zum andern fühlen sich die Genuss-Wirte aufgerufen, ihre kulinarische Kompetenz spielen zu lassen. Unter dem Motto „Die frische Lust am Gaumen“ laden die Genuss-Wirte österreichweit zu den Frühlingsgenusswochen ein. Diese Produkte spielen mittlerweile auch bei herkunftsfremden Besuchern und Urlaubern eine tragende Rolle, oder sie dienen einfach zum Weiterschenken. Das Land Steiermark hat als Hilfestellung 100 Genuss-Adressen zwischen Gletscher und Wein veröffentlicht – „So

Fotos: Steiermark Tourismus/Wolf/Ikarus/Schiffer/

G e n u ss

Kulinarische Genüsse in der Steiermark

schmeckt die Steiermark“. Hierin finden sich kulinarische Betriebe von A–Z sowie wertvolle Tipps zur steirischen Küche.

Bio – eine Erfolgsgeschichte Heute ist Biokonsum kein Privileg mehr und hat sich mit einer Vielzahl gesellschaftlicher Trends ver-

bunden. Der gesundheitsbewusste Mensch zeigt mit dem Kauf von BioProdukten Verantwortung für sich selbst und die Umwelt, er sichert damit ein Stück intakte Natur. Allen voran sind jedoch Gesundheit und Genuss die zentralen Kaufanreize für heimische Lebensmittel. So gab es selbst im schwierigen Jahr 2009 entgegen der allgemeinen Neigung Zuwächse beim Bio-Umsatz. Noch nie war deren Anteil bei Lebensmitteln in Österreich so hoch wie 2009.

Was macht Qualität aus der Steiermark aus?

Steirische Schmankerl sind gefragt …

Dahinter verbirgt sich eine klein strukturierte Landwirtschaft im normalen Dasein althergebrachter Produkterzeugung, ganz im Gegensatz zu riesigen EU-Erzeugungsstätten und deren Preiskampf. Die Steiermark hat sehr viel Grünland, ein Großteil der Tiere, besonders im nördlichen Landesteil, verbringt

den Sommer tatsächlich noch auf der Alm. Das bringt eine bessere Fleischqualität mit sich, die es selbst in vielen Teilen Österreichs und Europas einfach nicht gibt. Ausländische Gäste etwa sind von dieser Tatsache geradezu überwältigt und deshalb sollte auch in den eigenen Reihen genügend Respekt aufgebracht werden, heimische Qualität zu schätzen. Prognostikern zufolge dürften heimatliche Produkte aus Fleisch-, Obst/Gemüse- und Milchproduktion künftig immens an Bedeutung gewinnen, weil die Konsumenten sich zusehends rückbesinnen. Qualität hat natürlich auch ihren Preis, obgleich früher, da machte zum Beispiel der Fleischeinkauf einen spürbaren Brocken im Monatsgehalt aus. Damit war es aber auch noch wertvoll, damit wurde ihm die Bedeutung eingeräumt, die ihm auch heute noch zustehen müsste! v

… egal ob am Bauernmarkt, im Gourmet-Tempel oder auf der Almhütte. 28

KLIPP Mai/Juni 2010


„Biodiversität“ – zum Kuckuck, worum geht’s?

HEIMIS

K

EN? UF A

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und setzen sich in Form von Blühstreifen auf Äckern und Wiesen sowie Hecken und Stauden oder Bäumen gleichermaßen auch für den Artenschutz ein. Streuobstwiesen etwa sind der Lebensraum für bis zu 80 Tierarten und wichtiger Teil der Artenvielfalt. Die Weiterzucht alter Nutztierrassen, wie Murbodner Rinder oder NorikaPferde, und die Sicherung von alten Mais- und Bohnen­ arten schützen den Arten­reichtum bei Pflanzen und Tieren ebenso. Der Landwirt tritt sozusagen automatisch als vernünftiger Natur- und Tierschützer auf.  v

G e n u ss

O

hne Landwirtschaft keine Artenvielfalt. Heuer ist das Jahr der „Biodiversität“, was bedeutet: Die bäuerliche Bevölkerung wird via Aufklärung der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft in die Erhaltung der Artenvielfalt eingebunden. Wer jetzt unter blühenden Obstbäumen sitzt, liegt oder wandert und dem Summen der Bienen lauscht, weiß vielleicht nicht, dass er diesen Genuss der Biodiversität der Natur verdankt. Landwirte leisten einen wesentlichen Anteil an der Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume für Pflanzen und Tiere und sorgen durch flächendeckende Bewirtschaftung für einen automatischen Beitrag zu unserem ökologischen Gleichgewicht. Trotz jahrhundertelanger För-

derung, etwa von Holz aus steirischen Wäldern, gibt es zwischen kommerziell-menschlichen Interessen sowie der Fauna und Flora ein harmonisches Auskommen, und das soll auch so bleiben: Mitunter 80 % der Bauern bekennen sich dazu, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit aufrechtzuerhalten. Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski: „Das ist keineswegs eine Neuerfindung, um dem prognostizierten Klimawandel entgegenzuwirken. Seit etwa 20 Jahren nehmen wir großen Bedacht auf umweltfreundliche Bewirtschaftung!“ Ab Mitte der 90er Jahre wird dieses Programm geführt und gefördert, aber die Finanzierung gestaltet sich zusehends schwieriger. Die tägliche Versiegelung (Verlust) von cirka 12 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche in ganz Österreich bringt zusätzlich Gefahr in Verzug mit sich! Heimische Bauern setzen auf ihren Grundstücken allerdings klare Zeichen für ihre Weiterbewirtschaftung. Sie legen natürliche „Schutzzäune“ an

Foto: Steiermark Tourismus/Strasser

Wobei der Kuckuck nicht weit vom Thema fällt: Die Landund Forstwirtschaft setzte sich in der „Woche der Landwirtschaft“ verstärkt für den Artenschutz ein.

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17.05.2010 16:55:13 Uhr

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„Heimatliebe wecken“ Interview mit BauernbundPräsident Fritz Grillitsch zur neuen InformationsFritz Grillitsch kampagne: „Heimisch kaufen – Heimische Arbeitsplätze sichern“ KLiPP: Wie wirkt sich die Einkaufsentscheidung der Konsumenten auf die heimische Wirtschaft aus? Fritz Grillitsch: Jeder Griff ins Regal zu einem heimischen Produkt ist gleichzeitig auch ein Auftragsschein für unsere Wirtschaft. Aus Untersuchungen geht hervor, dass bei 10 Prozent mehr Einkauf von heimischen Lebensmitteln rund 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Und dies ohne Konjunkturmilliarden, sondern durch bewusste Kaufentscheidung für österreichische Lebensmittel. KLiPP: Man möchte bei Lebensmitteln sozusagen die Heimatliebe wecken? Grillitsch: Grundlegend sei gesagt, die Österreicher sind treue Konsumenten. Wir wollen aber den Konsumpatriotismus stärken, denn die Effekte durch gezieltes Einkaufen – speziell die Arbeitsplätze betreffend – sind enorm. Und wir sollten in schwierigen Zeiten bewusst machen, welche Möglichkeiten jeder von uns beim täglichen Lebensmittel­ einkauf hat, um mitzugestalten. KLIPP: Und wie sehen das die Verarbeiter? Grillitsch: Positiv! Bisher haben wir sehr viele Rückmeldungen, wie das Mitwirken von namhaften, europaweit agierenden Partnern beweist. Ob Schirnhofer im Fleischbereich, die Molkereien mit Berglandmilch oder OM oder die Stainzer, es werden noch viele weitere Firmen folgen. Die Initiative „Heimisch Kaufen“ soll zu einer Sammelbewegung anwachsen. www.heimischkaufen.at

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Doppelt gemoppelt Mit zwei Doppelsiegern ging die diesjährige Landesprämierung zur Kür der besten Säfte, Moste und Edelbrände über die Bühne.

D

as Orpheum in Graz stand am 29. April ganz im Zeichen hochgeistiger und vitaminhaltiger Gaumenfreuden. Die Verkostung und Prämierung der edlen Tropfen zählt alljährlich zum großen Beisammensein und Kräftemessen der Obstverarbeitungsbetriebe. Eine Prominenten-Jury – bestückt mit zarten „Schnapsnasen“ – kürte die zwölf Landessieger, darunter zwei Doppel-Packs: Anton und Theresia Haspl aus Riegersbach bei Vor­au für ihren „Apfelmost-Cuvée“ und „Apfelschaumwein“ sowie Anton Holzer für seinen „Hirschbirnenmost“ und den „Eisapfelmost Prinzessin süß“. Alois Hadler – ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Säfte – schlug mit einem klaren Votum für den Erdbeernektar zu.

Anton, Martha und Markus Holzer sowie Anton, Theresia und Michael Haspl (v. l.)

Insgesamt machten 178 Teilnehmer an der heurigen Landes-Kür mit, wovon 33 Sortensieger den Weg zum finalen Stelldichein fanden. Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski goutierte als Mitinitiator des Wettbewerbes bei der Preisverleihung das Engagement aller Beteiligten: „Die Stärke unserer Struktur liegt in der Qualität, etwa dieser Produkte!“ Der Weg zum finalen Sieg ist für die Teilnehmer aber letztlich kein

Spaziergang. Jedes eingereichte Produkt durchläuft mehrere Prüfstellen, sprich „intensive“ Einzelverkostungen, und demnach kommen laut Fachjury alle Erzeugnisse mit 19 und 20 Punkten ins Finale, das aus einer direkten Verkostung nach dem Knock-out-Verfahren besteht. Als Erkennungszeichen für prämierte Produkte dürfen sich ab sofort 129 Betriebe mit Auszeichnungsplaketten und Medaillen schmücken.  v

Bauernstand in unserer Hand Selbst ertappt beim alltäglichen Einkauf

I

ch stehe im Supermarkt vor der Fleischvitrine und kaufe in der Büro-Mittagspause auf die Schnelle ein vorgeschnittenes Filetstück fürs Abendessen: Möglichst mager soll es sein, nicht blutunterlaufen, feinfasrig und überdies steril verpackt. Das Auge isst bekanntlich ja schon beim Einkauf mit. AMA-(Bio)-Gütesiegel hin oder her! Bei Erledigungen habe ich weder den Nerv noch die Zeit für intensive Qualitätskontrolle. G’schmackig aussehen soll’s und der Preis muss stimmen. Ohne lange zu überlegen greife ich daher zu. Im Anschluss eile ich durch die Getränkeabteilung, erwische im Vorbeigehen noch eine Flasche Cola und schon geht’s ab zur Kassa, um baldigst wieder meiner Arbeit nachgehen zu können. Schließlich will ich mich abends satt und zufrieden zurücklehnen. Die heimischen Bauern kommen mir dabei nicht in den Sinn. Sollte dennoch irgendwann

ein verdorbenes Lebensmittel oder ein Press-Mix von in- und ausländischem Fleisch auf meinem Teller landen, würden die Lebensmittelkontrollore im Zuge von HACCP ohne­dies für Recht und Ordnung sorgen. Je strikter diese Maßnahmen allerdings Sterilität vorschreiben, desto schwächer wird das menschliche Immunsystem. Ein Schuss ins eigene Knie, dämmert es mir. Warum also nicht gleich zu rein österreichischen Produkten greifen, auch wenn die Besorgung hurtig abläuft? Zudem hätte ich mit anderwärtiger Auswahl einen Beitrag für die heimische Wirtschaft leisten können. Nun denn – es bleibt mir nach dieser Erkenntnis nichts anderes übrig, als

den gefährdeten heimischen Bauernstand weiterhin einfach nur zu bedauern. Ein „Ja“ zu heimischen Produkten ist im Übrigen noch lange kein „Nein“ zur Importware. Das Gesetz zur Markenkennzeichnung erlaubt derzeit: Wenn nur ein einziger Arbeitsschritt in unserem Land stattfindet, dürfen Produkte von Verarbeitern und Herstellern auch als „österreichisch“ deklariert werden. Der Konsument erwirbt im guten Glauben heimische Ware – die rotweißrote Flagge macht’s möglich – und wird trotzdem belogen. Es geht also bei weitem nicht darum, den qualitätsbewussten Kunden aufzuklären – jener steht ohnedies mit Argusaugen vor der Kühlvitrine –, sondern darum, unwissende Konsumenten, welche für den Hauptanteil des Absatzes sorgen, nicht zu betrügen. Für diese „Minderheit“ muss elementar erkennbar werden, ob ein Produkt tatsächlich und ausschließlich österreichisch ist. v KLIPP Mai/Juni 2010


Thema der Anzeigenredaktion

W

enn man unter Jugendherberge noch immer an große Schlafsäle denkt, mit Dusche und Toilette am Gang: bei den JUFA Gästehäusern ist davon nichts mehr zu merken! Beim Betreten eines JUFA Gästehauses fühlt man den speziellen JUFA-Spirit. Jugendliche aus aller Herren Länder finden sich hier ein, und man taucht ein in ein munteres Durcheinander an Stimmen, Sprachen und Gesichtern. Die Räume sind lichtdurchflutet, hell und schaffen eine lockere Atmosphäre. 40 Häuser stehen im Betrieb der ­Jugend- und Familiengästehäuser, zehn weitere sind in der Planungsbzw. Umsetzungsphase. Preiswerte Unterkünfte mit hoher Ausstattungsqualität und eigenen regionalen Schwerpunkten sind Grundpfeiler der JUFA Gästehäuser, die im Segment Jugend- und Familientourismus in Österreich mit über 850.000 Nächtigungen Marktführer sind. Stark punkten die JUFA Gästehäuser mit ihrem Programmangebot. Zum Beispiel mit den Erlebniscamps im

neuen JUFA Sportcampus in Leibnitz: Kinder von 8 bis 11 Jahren und Jugendliche von 12 bis 16 Jahren können dort eine Woche Sport, Sun und Fun erleben – zum Beispiel, wenn sie eine der vielen Sportarten ausprobieren, die der Sportcampus bietet: Beachvolleyball, Handball, Fußball, Tennis, Radfahren, Judo, Bogenschießen, Badminton und vieles mehr steht am Programm. Zusätzlich zu Bewegung und Spaß mit Gleichaltrigen gibt es pädagogische Betreuung rund um die Uhr – JUFA ist mit dem Qualitätsgütesiegel für Ferienanbieter des Landes Steiermark ausgezeichnet. Neben den klassischen Feriencamps und speziellen Fußball-

Fakten JUFA-Camps für Kids: Erlebniscamps, Gesundheitsferien, Fußballcamps, Mittelalter-Camps Infos: www.jufa.at Buchung: JUFA Gästehäuser, Tel. 05/7083711

camps für die Fußballprofis von morgen bieten die JUFA Gästehäu­ ser auch eine Reihe von Gesundheitscamps, die sich mit speziellen Proble-

men von Kindern und Jugendlichen beschäftigen: Diätferien, MobiCamps für Rollstuhlfahrer und Bettnässerferien stehen allen Kindern offen, die mit Problemen zu kämpfen haben. Aufbauend auf den drei Säulen Bewegung, Ernährung und Bewusstsein erlernen die Kids dabei einen bewussten Umgang mit Sport, Ernährung und dem eigenen Körper. Zusammen mit Gleichaltrigen gewinnen sie an Selbstbewusstsein. Auch dabei stehen Spiel, Spaß und Sport auf der Tagesordnung. „Mit unseren Gesundheitsferien setzen wir eine Initiative in Richtung Prävention und Reduktion von Übergewicht bei den Jüngsten von uns. Vor allem wollen wir damit aber zeigen, dass Bewegung und gesunde Ernährung Spaß machen“, so Gerhard Wendl, Vorstand der JUFA Gäste­ häuser. v

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che Tourismus ist d Österreicher. Der steiris un nen rin che rei ter Ös . Das sind um iebteste Urlaubsland der Grünen Herzen Österreichs im e ätz spl Die Steiermark ist das bel eit Arb 0 .00 38 und tschaftsfaktor, er sichert nte Berufsmöglichkeiten aber auch ein wichtiger Wir tet auch weiterhin interessa bie us rism Tou r De . ren vor fünf Jah 25 Prozent mehr als noch ft. Jobchancen für die Zukun

Tourismusressort www.tourismus-ressort.steiermark.at, www.tourismusjobs.at

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Ferienspaß im Sportcampus Leibnitz


Thema der Anzeigenredaktion

Völlig neues Foto: Heimo Ruschitz

Radlergefühl Von Helmut Dietl Ein Fahrrad mit Motor? So etwas habe ich als sportlicher Zeitungsredakteur doch nicht nötig!

I

ch bin oft mit dem Mountainbike unterwegs. Also eher sportlich. Hin und wieder auch in der Stadt. Daher war ein E-Bike bislang für mich nicht wirklich ein Thema. Das ist eher was für Bequemere, wenig Trainierte, ältere Zeitgenossen, dachte ich. Nach Testfahrten mit verschiedenen BionX-Modellen – jüngst auch mit der Styriette – bin ich aber gerne bereit, dieses Vorurteil zurückzunehmen.

will dort schon verschwitzt antanzen. Es ist daher einfach angenehm, sich zum Beispiel auf die Styriette zu schwingen und damit in die Stadt zu brausen, ohne dass man zum Schwitzen kommt. Magna Marque stattet aber auch Fahrräder, unter anderem der Marken KTM, Trek-Dia­ mant oder Steppenwolf, aus und diese sind sozusagen fix und fertig im Double mit dem E-Motor aus der Oststeiermark erhältlich.

Mehr Mobilität mit weniger ­Belastung

„Styriette“

Die BionX-Technik unterstützt die Geschwindigkeit in der Ebene und verleiht Kraft in der Steigung und ­dafür verantwortlich zeigt sich ein leistungs­starker Antriebsmotor. Im Radler-Outfit kannst du in deiner Freizeit überall hin. Gerade jetzt aber, wo es wärmer wird, kannst du im Berufsdress nicht wirklich zu einem Termin in der Stadt. Denn wer 32

Eines vorweg: Ohne Muskelkraft und das Treten in die Pedale geht nichts.

Die „Styriette“ wiederum ist eine reine Eigenmarke von Magna Marque. Abseits des Automobilzulieferbereiches setzt man verstärkt auf neue Möglichkeiten im Mobilitätsbereich, und aus dieser Absicht heraus entsprang die Idee, die „Styriette“ wieder auf den Markt zu bringen. Manfred Gingl, langjähriges Führungsmitglied des Unternehmens: „Was gefragt ist, sind umweltfreundliche

und smarte Konzepte, um den Verkehr im urbanen Bereich in den Griff zu bekommen, und die ,Styriette‘ sorgt hierbei fürs nötige Prestige.“ 1938 wurde sie als hilfsmotorisiertes Fahrrad schon einmal vorgestellt und erlebt nun eine wahre Renaissance. Das witterungsbeständige Schmuckstück – 2010 wird eine auf 500 Stück limitierte Edition gefertigt

Beim Bergauftreten eine enorme Erleichterung.

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Traditionelle Werte mit neuer Technik

Flott bergauf und sicher bergab

Reichweite – reicht meist aus Wenn der Akku dann doch irgendwann dem Ende zugeht – gut und gerne lassen sich bei richtiger Handhabung 70 Kilometer zurücklegen – bleibt man nicht, wie beim Motorrad, einfach stehen, letztlich kann man ja per Muskelkraft weiterstrampeln. Eine Stunde Pause an der Steckdose – und im Nu sind 15 Kilometer und mehr im Speicher. Bei einer Ladezeit von rund drei Stunden ist sogar eine KLIPP Mai/Juni 2010

Marque S gna tyr Ma ie

tte

Einfach aufsteigen und losradeln – mehr braucht es nicht, um die Höhenpassagen rund um die oststeirische City zu erklimmen: Ein roter PKW hatte beim Anstieg zum WeizBerg nahezu Mühe, an meinem fachkundigen Begleiter Johannes Gruber von Magna Marque und mir vorbeizudüsen. Knapp danach, oben angekommen, meinte die Lenkerin des Autos (sie dürfte das Schauspiel allerdings sogleich durchschaut haben): „Ich habe den Fahrrad-Akku gleich gesehen und trotz Steigung euer breites Grinsen bemerkt, eine tolle Sache – diese EBikes!“ Es genügt ein Tritt in die Pedale und schon setzt die Muskelkraft die Pedelec-Technik frei. Es ist unglaublich, wie souverän man die Steigung ohne Schweißperlen bewältigt. Ich konnte mich ständig mit Herrn Gruber unterhalten, so als ob wir auf einer gemütlichen Wandertour wären. Es war einfach toll. Für gewöhnlich freue ich mich nach dem Hinaufstrampeln sodann auf den kühlen Fahrtwind beim Bergabdonnern. Diesmal war’s aber ganz anders: Ich stellte den Antrieb von plus vier auf minus vier zurück und rollte trotz Treten nur ganz langsam talwärts. Das war fantastisch und erinnerte mich sofort an die Wirkung einer Motorbremse, obwohl man es klarerweise auch gehörig krachen hätte lassen können. Die Stromrückspeisung jedenfalls profitiert vom Energie-Rückgewinnungspotential, was bedeutet, dass sich der Reichweiten-Gewinn erhöht.

Thema der Anzeigenredaktion

– eignet sich hervorragend für den städtischen Bereich, was natürlich nicht heißen soll, dass man nicht auch ins Gelände darf. Anstelle des einstigen Zweitakters schlägt nun der leistungsstärkste BionX-Hinterradmotor mit integrierter 3-GangNaben-Technologie.

Ex

Design trifft auf Stilsicherheit. Mit der neuen Generation der Styriette lebt Tradition. Optisch auf „alten“ Werten basierend, lebt in der neuen Styriette Technik, die den heutigen Anforderungen an Pedelecs mehr als entspricht. In der Styriette von

traE nergy.org

Technische Daten

heute schlägt die neueste Generation der Elektrotechnologie der BionX Hinterradmotor mit integrierter 3-Gang-Nabe. Die Styriette lebt auch heute ein eigenständiges und zukunftsweisendes Konzept.

Leistung (nominal)

250 W

Drehmoment (nom./max.)

9/32 Nm

Batterie

37 V LiMn/6,4Ah/237Wh

Unterstützungsstufen

35 %/75 %/150 %/300 %

Anzahl der Gänge

3

Gesamtübersetzung

186 %

Individuelle Übersetzung

0,74/1/1,36

Rahmenhöhe

S45/M50/L55

Magna Marque Europe GmbH, Südtiroler Platz 3, A-8160 Weiz t: +43 (0)3172/681 78-0, f: +43 (0)3172/681 78-444, e: office@magnamarque.com, h: www.bionx.ca, h: www.styriette.at

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Vollladung möglich. Über Nacht sowieso. Darüber hinaus kann das eigene Fahrverhalten die Reichweite beeinflussen – wer, wie beim herkömmlichen Rad, mitschaltet und ordentlich tritt, wird „Spritsparmeister!“

Pedelec ist nicht gleich E-Bike Künftig könnte ich es mir noch leichter machen und auf ein reines Elektrofahrrad umsteigen. Bei diesem ist das Fahren nämlich – ähnlich wie beim Mofa – auch ohne Treten möglich. „In Weiz allerdings hat man sich dem Pedelec (engl. Kunstwort:

23.04.10 11:26

Pedal-electric-cycle) verschrieben, da man treten muss, um vorwärtszukommen, und das ist auch aus gesundheitlichen Aspekten die bessere Wahl“, beschreibt Johannes Gruber einen weiteren Vorteil. Das Drei-Komponenten-System von BionX (Display, Batterie und Motor) wurde im Übrigen kürzlich von der Testorganisation „Extraenergy.org“ mehrfach ausgezeichnet. Fazit: Pedelecs sind für alle ein Highlight mit Fun-Faktor. Egal ob sportlich oder gemütlich, insbesondere auch für jene, die aus gesundheitli-

chen Gründen bislang dem „slow down“ beipflichten mussten. v

Infos Magna Marque Europe GmbH Südtirolerplatz 3, 8160 Weiz Tel.: +43 3172-68-178-0 Fax: +43 3172-68-178-444 www.styriette.at www.bionx.at office@magnamarque.com

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oder wie ich lernte die Ärzte zu lieben

Kein Grund zum Albtraum – ein Besuch beim Arzt tut nicht weh.

Von Karin Klug Okay, ja, ich gebe es zu, ich meide Ärzte wie der Vampir den Knoblauch. Und wie mein Mann mich, wenn ich Knoblauch gegessen habe – vorsichtshalber. Wann immer ich einen sehe, einen Arzt, wechsle ich die Straßenseite. Woran ich sie erkenne? Das spüre ich instinktiv.

S

obald im Vorbeigehen eine Ordination oder Praxis mit Dr. Sowieso auftaucht, mache ich mich dünn, nahezu unsichtbar und husche mit eingezogenem Kopf schnell vorbei. Ärzte sind jene son­ derbare Spezies Mensch, die ande­ ren Menschen in den Gedärmen he­ rumwühlen, Kniescheiben rausope­ 34

rieren, Herzschrittmacher reinope­ rieren, Blinddärme entfernen und neue Hüftgelenke verpflanzen – al­ lesamt keine wirklich erfreulichen Dinge, finde ich. Ärzte verschreiben uns weiße oder bunte Pillen, auf dass wir nicht mehr traurig, lustlos, voller Kopfweh, Bauchweh oder sonst was sind oder an zu hohem Blutdruck zugrunde gehen. Ich rie­ che Ärzte von weitem – Verband­ pflaster, Hustensaft, gelbe Wund­ brühe, tagelanges Herumliegen, während andere draußen herumtol­ len, das hat Spuren hinterlassen. Ärzte und ich, das verträgt sich ein­ fach nicht. Heute sehe ich ihn noch vor mir, Doktor X, der mir meine Kindheit verleidet hat. Wie er da steht, irgendein riesiges Werkzeug in der riesigen Hand, wie er droht, es mir in den Mund zu stecken – ab­ artig. Meine Zähne will er begutach­ ten, ich kneife die Lippen zusammen so gut es geht, er will sie aufzwän­ gen, dunkel, bedrohlich steht er vor

mir, bückt sich über mich, da kommt es über mich und ich öffne den Mund und spucke, was geht. Meine ganze Angst spucke ich aus mir raus. Dok­ tor X ist entsetzt, meine Mutter ist entsetzt, nur die Assistentin scheint sich ein Lachen kaum verkneifen zu können … Seither stehe ich mit Ärz­ ten auf Kriegsfuß. Taschengeldent­ zug hat’s auch noch gegeben – für mich, nicht für ihn! Und so bete ich tagtäglich meinen Körper an, bleib gesund, ich sorge auch gut für dich, wir brauchen keine Ärzte, wir zwei beide, gell? Doch eines schönen Tages, völlig unvermutet steht er wieder vor mir, Doktor X. Er hält unzählige silbern glänzende spitze Werkzeuge in der Hand, ein grausames Lächeln im Gesicht. Seine Furchen und Falten haben sich vertieft, bucklig und krumm steht er da und spricht mit lauter Stimme: „Jetzt hab ich dich, es ist so weit. Heute entkommst du mir nicht. Du bist schuld, dass es

uns Ärzten so schlecht geht. Wenn alle so denken wie du, dann stirbt unser Berufsstand noch aus. Mit dir können wir kein Geschäft ma­ chen. Du redest schlecht über uns. Du meidest uns, das ist nicht gut. Deshalb hat die oberste Ärztewei­ senkammer beschlossen, dir heute alle Zähne zu ziehen … und jeder einzelne davon wird dir verrechnet, hoho …“ Und er beugt sich über mich, ich sehe schon die silbrige Spitze glänzen – und fahre hoch mit einem Schreckensschrei. Schweiß­ nass sitze ich aufrecht im Bett und schreie, was das Zeug hält: Ich gehe ja auch zur nächsten Gesundenun­ tersuchung, ich schwöre, ich gehe künftig jedes Jahr zur Gesunden­ untersuchung, nie mehr werde ich schlecht reden über euch, ich melde mich heute gleich an – zum Zahnarzt und zum Augenarzt und zu allen an­ deren Ärzten gehe ich auch wieder – versprochen!!! v

KLIPP Mai/Juni 2010

Foto: IGG

G e su n d h e i t

DOKTOR X


wirksame, konservative Schmerztherapien

80 Prozent der Operationen überflüssig Schmerztherapie, innerhalb von sechs bis zwölf Wochen ab. Keinem Patienten sollte bei einem Bandscheibenvorfall oder bei Rü­ ckenbeschwerden Angst gemacht werden, denn sie sind niemals le­ bensbedrohlich und heilen durch die Natur, wie alle Statistiken zeigen, oft besser ab als durch einen großen operativen Eingriff. Die Natur und die Zeit sind die größten Freunde des Patienten und die größten Fein­ de der Operation. Man kann zwar nicht jede Operation verhindern, aber es muss unser Ziel sein, sie auf das wirklich notwendige Minimum zu reduzieren.

Foto: IGG

Sowohl Arzt als auch Patient

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. 85 Prozent aller Deutschen haben irgendwann im Leben Rückenbeschwerden. Millionen von Rückenpatienten sind auf der Suche nach der Therapie, die ihr Leiden beendet. Die Behandlungen kosten die Krankenkassen in Deutschland rund 40 Milliarden Euro jährlich.

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as Kreuz mit dem Kreuz: Für etwa 60 Prozent aller Schmerzen gibt es keine fundierte Diagnose. Um die zu be­ kommen, müsste man den Patienten zuhören. Doch das erlaubt unser Ge­ sundheitssystem aus Kostengrün­ den nicht. Also frustrierte Ärzte auf KLIPP Mai/Juni 2010

der einen Seite und leidgeprüf­ te Patienten auf der an­ deren, die sich zudem im TherapieDschungel schnell verloren fühlen. Auf der Suche nach schnel­ ler Hilfe bei starken Schmerzen wird, gerade nach einem Bandscheibenvorfall, häufig das Hauruckverfahren angewandt: die große Operation. Und das oft auf­ grund von Röntgen- oder Kernspin­ aufnahmen, von denen wir wissen, dass sie nur bedingt aussagekräftig hinsichtlich Beschwerden und Ur­ sachen der Schmerzen sind. Manch­ mal wird sogar präventiv operiert. Fast 230.000 Wirbelsäulenoperati­ onen finden pro Jahr in Deutschland statt! Das sind viel zu viele. Dabei wird billigend in Kauf genommen, dass ein Drittel nicht den gewünsch­ ten Erfolg bringt – eine unvorstell­ bare Relation bei Knie- oder Hüft­ operationen. Denn: 90 Prozent aller durch Bandscheibenvorfälle und Ähnliches hervorgerufenen Schmer­ zen klingen durch eine konservative Behandlung, also ohne Operation, eventuell in Verbindung mit einer

Martin Marianowicz weiß, wovon er spricht, und er tut dies nicht nur als Arzt, sondern selbst als leidgeprüf­ ter Patient. Schon als junger Medi­ zinstudent gab es für ihn die Ver­ dachtsdiagnose eines Bandschei­ benvorfalls. Er wurde auch operiert, fand sich in einer Reha-Klinik wie­ der und litt jahrelang danach unter permanenten Schmerzen. „Ich war richtig verzweifelt. Wenn mir ein Stück Seife in der Dusche hinun­ terfiel, hatte ich Probleme, mich danach zu bücken. Morgens nach dem Aufstehen brauchte ich fast eine halbe Stunde, um überhaupt gerade stehen zu können.“ Vor mehr als sieben Jahren entschloss er sich nach etlichen dramatischen Band­ scheibenvorfällen, sich nicht noch einmal operieren zu lassen, sondern wählte den Weg einer konservativen Schmerztherapie, und diese wirkte. „Ich bin seit dieser Zeit schmerz­ frei, treibe wieder Sport, kann mich im Liegen drehen, über lange Stre­ cken Auto fahren und sogar Koffer für die gesamte Familie schleppen. Wenn man allerdings die Kernspin meines Rückens sieht, ist das uner­ klärlich. Ich sage immer, die Natur legt in den meisten Fällen den He­ bel um, und niemand braucht bei akuten oder chronischen Schmer­ zen zu befürchten, dass es immer so bleiben wird oder er gar im Rollstuhl endet. Die Zeit und die Natur sind auf unserer Seite.“ Rückenspezia­ list Marianowicz entwickelte einen

5-Stufen-Plan. Die Stufe 1 besteht aus sanften Methoden (Massagen, Physiotherapie, Akupunktur, Cyro­ praktik und vielen anderen Spezial­ anwendungen). Bei Stufe 2 werden Schmerzmittelinjektionen und eine interventionelle Schmerztherapie angewendet. Stufe 3 ist eine Mik­ rotherapie. Dabei werden mit dem sogenannten M-Katheter Rücken­ probleme zielgenau da behandelt, wo sie liegen. Auf der 4. Stufe wird Wirbelzement eingesetzt, weiters gibt es Spreizer und endoskopi­ sche Eingriffe. Die 5. Stufe ist eine Komplextherapie, die allerdings nur stationär ideal einsetzbar ist. Erst wenn all diese Behandlungsformen keinen Erfolg bringen, ist die „große Operation“ unausweichlich. Ich möchte hier keine bestimmte Ärztegruppe angreifen, aber letzt­ lich bin ich nur dem Wohl meiner Patienten verpflichtet. Deshalb möchte ich auf einige Missstände hinweisen, die nicht nur dem Ein­ zelnen, sondern auch der Gemein­ schaft der Versicherten durch die so entstehenden Kosten großen Scha­ den zufügen können. Gemeinsam mit meinem hoch moti­ vierten Team habe ich auf der Grund­ lage der Erfahrung von 25 Jahren Praxis mit Tausenden Patienten, weltweitem Austausch mit Kollegen und der Auswertung internationa­ ler Studien ein Konzept entwickelt: unseren sogenannten 5-Stufen-Plan zur Behandlung, bei dem erst ganz zuletzt die Operation steht. Und die versuchte ich unter allen Umstän­ den zu vermeiden. Manchmal ist sie natürlich unumgänglich – etwa bei schwersten Verformungen oder schweren Stenosen (Verengungen des Wirbelkanals). Dass unser Kon­ zept funktioniert, zeigt die Tatsache, dass 80 Prozent unserer Patienten mit einer Therapie auf Stufe 1 und 2 bleiben – mit Schmerzmitteln, Phy­ siotherapie, anderen präventiven, schmerztherapeutischen und mini­ malinvasiven Maßnahmen – und nach kurzer Zeit wieder schmerzfrei sind. v Quelle: Dr. Martin Marianowicz „Aufs Kreuz gelegt“ (Goldmann Arkana) 35

G e su n d h e i t

Leidgeprüfte Patienten, vorschnelle Rückenoperationen,


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us vielen Berichten von Eheberatern und auch aus wissenschaftlichen Unter­ suchungen über Krisen in Ehen und Partnerschaften geht hervor, dass ein wesentlicher Anteil der Betrof­ fenen bei eingehender Befragung zu den Hintergründen einer Krise be­ richtet, Probleme mit dem Geruch des Partners zu haben. Der Satz „Ich kann dich nicht (mehr) riechen“ sagt also ganz wesentlich etwas darüber aus, ob eine Beziehung noch zu ret­ ten ist. Am Anfang einer potenziel­ len Liebesbeziehung oder am besten gleich am Beginn der Partnerwer­ bung sollte sich jeder im Falle eines Geruchsproblems die ernsthafte Frage stellen, ob die Partnerschaft überhaupt eingegangen werden soll. Wenn Probleme mit dem Geruch des Gegenübers bestehen, kann jeden­ falls davon ausgegangen werden, dass der Beziehung vermutlich kei­ ne glorreiche Zukunft beschieden sein wird. Der Geruch des Partners muss freuen, erregen und befeuern – ansonsten ist es trotz aller sonstigen vielleicht bestehenden Sympathien nicht weit her mit Ehe- und Nach­ wuchsglück. Natürlich muss man hier genau un­ terscheiden, ob der nicht passende Körpergeruch durch mangelnde

Pflege entsteht oder ob einfach die Grundnote im Duft nicht stimmt. Übler Körpergeruch von unge­ pflegten Menschen entsteht durch Buttersäuren im Schweiß, die wie­ derum durch bakterielle Zersetzung gebildet werden. Dieser Geruch hat definitiv nichts mit dem MHC-Kom­ plex oder dem Immunsystem zu tun, sondern nur mit der Körperhygiene. Sollte der Grund für eine Ehekrise im Pflegemangel liegen, lässt sich das ja beheben. Aber wenn jemand gar zu streng riecht und das immer wieder, dann wird er wohl bei der

Partnerwahl grundsätzlich nicht gerade die besten Chancen haben, auch wenn sein MHC-Komplex pas­ sen sollte. Zumindest beim Geruch ist es also so, dass die Frauen hier offenbar we­ sentlich mehr Einfluss auf die akti­ ve Partnerwahl haben, als die Män­ ner glauben. Die Männer buhlen, aber die Frauen wählen. Und diese Wahl ist hochselektiv. In Wahrheit entscheidet also die Frau über das Zustandekommen einer nachwuchs­ trächtigen Beziehung. Um diese Tatsache zu umgehen, haben sich

in verschiedenen Kulturen Mecha­ nismen herangebildet, welche die natürliche Wahlhoheit der Frau zu­ rückdrängen. Wir kennen Zwangs­ heiraten, Vermählungsversprechen bereits im Kindesalter usw. Der Ur­ sprung dieser an sich dem natürli­ chen Prozess der Partnerwahl zuwi­ derlaufenden Entwicklungen dürfte einst in den Machtinteressen einzel­ ner Clans und Familien respektive deren männlicher Oberhäupter ge­ legen sein. In Europa konnte man den biologi­ schen Pferdefuß dieser fragwürdi­ gen Traditionen recht gut an dege­ nerativen Erscheinungen in etli­ chen Adelsfamilien erkennen. Hier haben offenbar durch Heiraten trotz zu enger Verwandtschaftsverhältnis­ se bedingte zu große Ähnlichkeiten in den MHC-Komplexen immer wie­ der zu genetischen Unfällen geführt. Inzestuöse oder quasi-inzestuöse Verbindungen verursachen früher oder später regelhaft genetische Probleme.

Sexuelle Orientierung und ­Präferenzen der Nase Sowohl Geruchswahrnehmung als auch Geruchsmerkmale werden of­ fenbar auch von der sexuellen Ori­ entierung beeinflusst. So finden ho­ mosexuelle Männer den Geruch von

Ein wahres Ereignis W

ährend gegrillt wurde, stolperte Ingrid und fiel hin. Man bot ihr an, einen Krankenwagen zu rufen, doch sie versicherte allen, dass sie o.k. war und sie nur wegen ihrer neuen Schu­ he über einen Stein gestolpert war. Weil sie ein wenig blass und zittrig wirkte, half man ihr, sich zu säubern, und brachte ihr einen neuen Teller mit Essen. Ingrid verbrachte den Rest des Abends heiter und fröh­ lich. Ingrids Ehemann rief später an und ließ alle wissen, dass seine Frau ins Krankenhaus gebracht worden war. Um 23.00 Uhr verstarb Ingrid. Sie hatte beim Grillen einen Schlagan­ fall erlitten. 36

Hätten ihre Freunde gewusst, wie man die Zeichen eines Schlaganfalls deuten kann, könnte Ingrid heute noch leben. Manche Menschen ster­ ben nicht sofort. Sie bleiben oft lan­ ge in einer auf Hilfe angewiesenen, hoffnungslosen Situation. Es dauert nur eine Minute, das Fol­ gende zu lesen … Ein Neurologe sagte, dass wenn er innerhalb von 3 Stunden zu einem Schlaganfallopfer kommen kann, er die Auswirkung eines Schlagan­ falls aufheben könne. Er sagte, der Trick wäre, einen Schlaganfall zu er­ kennen, zu diagnostizieren und den Patienten innerhalb von 3 Stunden zu behandeln, was allerdings nicht leicht ist.

Erkenne einen Schlaganfall Es gibt 4 Schritte, an die man sich halten sollte, um einen Schlaganfall zu erkennen. • Bitte die Person, zu lächeln (sie wird es nicht schaffen). • Bitte die Person, einen ganz ein­ fachen Satz zu sprechen (zum Bei­ spiel: „Es ist heute sehr schön.“). • Bitte die Person, beide Arme zu erheben (sie wird es nicht oder nur teilweise können). • Bitte die Person, ihre Zunge her­ auszustrecken (Wenn die Zunge gekrümmt ist, sich von einer Seite zur anderen windet, ist das eben­ falls ein Zeichen eines Schlagan­ falls.).

Falls er oder sie Proble­ me mit einem dieser Schritte hat, rufe sofort den Notarzt und beschreibe die Symptome der Person am Te­ lefon. Ein Kardiolo­ ge hat gesagt, wenn man diese Zeilen als Mail an mindestens 10 Leute schickt, kann man sicher sein, dass irgendein Leben, eventuell auch unseres, dadurch gerettet wer­ den kann. v KLIPP Mai/Juni 2010

Foto: IGG

G e su n d h e i t

Krise durch Partnergeruch


Freizeit

ebenfalls homosexuellen Männern, aber auch von heterosexuellen Frau­ en angenehm. Sie selber kommen nicht besonders gut weg. Sowohl he­ terosexuelle Männer und Frauen als auch homosexuelle Frauen mögen ihren Geruch nicht so besonders. Interessant und unter Umständen einer weiteren Klärung bedürftig ist das Ergebnis einer allerdings sehr kleinen Untersuchung, derzufolge Frauen den Geruch homosexueller Männer angenehmer finden als den heterosexueller Männer – aber wie man weiß, mögen Frauen einen aus­ gesprochen maskulinen Geruch ja nur in Zeiten des Eisprungs. Damit wird auch verständlich, war­ um Gerüche in erster Linie Gefühle auslösen und Erinnerungen wecken. Jeder hat das schon erlebt: In der Se­ kunde, in der ein Duft aufgenommen wird, steigen Erinnerungen auf, so lange sie auch zurückliegen mögen, Bilder und Gefühle sind plötzlich da, die man schon längst vergessen glaubte. Ein klassischer Auslöser für Erinnerung an die Kindheit ist der Duft nach Keksen und Gewür­ zen in der Weihnachtszeit. Der Ge­ ruch von Holzleim in der Werkstatt des Großvaters, die Atmosphäre, die Stimmung, die Gefühle, die da waren. Ein ganz spezifischer Duft nach frischer Wäsche oder – viel­ leicht weniger angenehm – ein Ge­ ruch nach Kohl im Stiegenhaus. Die Macht der Erinnerungen bei Gerü­ chen kann auch ein verdorbener Magen eindrucksvoll belegen. Noch Jahre nach einer Fischvergiftung kann Fischgeruch einen Würgreflex auslösen.

Die Verbindung bleibt Gerüche sind besonders gute Brü­ cken in die Vergangenheit. Warum ist eigentlich so oft die Rede von sehr lange zurückliegenden Erleb­ nissen? Neuere wissenschaftliche Untersuchungen können erklären, warum. Am besten im Gedächtnis bleiben nämlich offenbar diejenigen Eindrücke und Erlebnisse, die dann da waren, als man den Geruch das erste Mal wahrgenommen hat. Dabei entstehen spezielle Aktivierungs­ muster in Amygdala und Hippo­ campus. Die ersten Verknüpfungen mit einem Geruch hinterlassen die tiefsten Spuren. Interessanterweise bleiben unangenehme Dinge noch besser im Gedächtnis als angeneh­ me. Das könnte als Mahnung zur Vorsicht sinnvoll sein. v Quelle: Karin Gruber, Marcus Franz „Gerüche – Der sechste Sinn“ (Verlagshaus der Ärzte) KLIPP Mai/Juni Mai 2010 2010

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WOHNEN

Wohnen und Durchatmen

mit Holz Holz beruhigt - (auch die Gemüter). Die Mietkosten sind schließlich nicht höher als anderswo und die Vorbehalte gegenüber den hölzernen Geschoßwohnbauten haben sich gelegt. Die Voreile haben es offenbar in sich und nirgends weiß man darüber besser Bescheid als im obersteirischen Judenburg.

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aum wird man durch die Geräusche aus den Nachbarwohnungen gestört und unangenehme Gerüche verschwinden relativ rasch. Außerdem lädt es

erstmals über die Langzeit-Hürde Holz im Geschoßwohnbau hinweggesetzt und damals ein Vorzeigeprojekt mit buchstäblicher Nachhaltigkeit geschaffen.

Pionierarbeit 42 Schlüsseln zu den neuen „HolzDomizilen“ wurden 1998 von der Gemeinde mit ein wenig Bauchweh an die Mieter übergeben. Oder besser gesagt mit gespannter Erwartung über deren Resonanz. Nach längerer Bauzeit sowie nach zähen Verhandlungen und einer eingehenden Statik –und Sicherheitsprüfung konnte das Objekt im März 1998 aber schließlich an die neuen Bewohnern übergeben werden. Die zwei Wohnhäuer – geprägt durch architektonische Spielerei – , wurden hervorragend in die umliegende Landschaft eingebettet und durch die Ost-WestAusrichtung der Bauten wurde zwischen Küche und Wohnzimmer ein zusätzlicher Sonnenkorridor geschaffen.

Zufriedene Mieter waren Triebfeder für weitere Projekte

sich statisch nicht auf und zieht den Staub weit weniger an als andere Substanzen. Holz ist der umfassendste Werkstoff den es gibt und gehört zu den ältesten Baustoffen überhaupt. Es war lange Zeit die einfachste, günstigste und am weitesten verbreitete Methode, die eigenen vier Wände oder ein Nutzgebäude aus Holz zu errichten. Im Laufe der letzten Jahre hat man die Vorteile von Holz, speziell in Judenburg, auch für den Geschoßwohnbau mehr und mehr (wieder)entdeckt: Individuell einsetzbar, robust, variantenreich und dauerhaft. Vor gut zehn Jahren hat man sich vor Ort

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Mit der positiven Erkenntnis über dieses vollkommen neue Wohngefühl wurde in Judenburg demnach der Startschuß für andere Bauvorhaben abgefeuert. Laut Aussage von Dipl. Ing. Michael Paar vom städtischen Bauamt, zeigen sich die Mieter über die Vorzüge des Wohnklimas bis zum heutigen Tag überaus zufrieden: „Die Einheiten können ohne Gefahr von Feuchtigkeitsoder gar Schimmelbildung sofort nach Fertigstellung bezogen werden!“ Der Jahrhunderte alte Baustoff sorgt überdies für ein gesünderes Wohnen und ein angenehmes Klima und bietet bei der Innen- und Außengestaltung völlig neune Designmöglichkeiten. Indes hat man sich, zusammen mit dem Architekten Hierzegger, für drei weitere 3geschoßige Holzbauten entschieden. Und kurz darauf wurden zwei 4geschoßige Projekte ihrer Realisierung zugeführt, nicht zuletzt auch um einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. O

KLIPP-Kolumnist Ali Rosker und sein Zuhause

„Für mich

ein Genuss“

Oft dauert es Jahre, bis man sein Zuhause findet. Fast jeder weiß, dass es nicht einfach ist, sich das gewünschte Zuhause anzuschaffen. Ganz egal, ob es dabei um eine Wohnung geht oder um ein eigenes Haus, denn meist muss der Traum vom Wohnen sich auch am Kontostand und dem verfügbaren Einkommen orientieren, daher dauert es Jahre, bis man nach einem Umzug, nach einer Trennung oder familiären Veränderung wieder das entsprechende Zuhause hat.

KLIPP Mai/Juni 2010


WOHNEN

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eit Mitte des Jahres 2008 wohnt Klipp-Kolumnist Ali Rosker im Bezirk Mariatrost. „Ich habe vier bis fünf Jahre ernsthaft gesucht.“ Ursprünglich hatte er sich für einen Platz in St. Veit entschieden, das Objekt wurde allerdings nie realisiert. „Ich wollte mir diese Wohnung eigentlich gar nicht anschauen, weil ja die Mariatrosterstraße ziemlich nahe ist. Aber als ich das erste Mal auf der Terrasse stand und den Wald wie eine Parklandschaft vor mir gesehen habe, da wusste ich, das könnte mein Zuhause werden. Und heute sage ich, es ist ein Genuss und ich genieße jede Stunde, wenn ich zu Hause bin.“ Obwohl die 100-m2-Wohnung mit zusätzlich 55 m2 Terrasse im 2. Stock eines Mehrfamilienwohnhauses liegt, gibt es absolute Privatheit. Der eigene Zugang und die Doppelgarage sorgen dafür. Wichtig war, dass ich in der Bauphase die Raumaufteilung nach meinen Wün-

KLIPP Mai/Juni 2010

schen vornehmen konnte. Dazu gehörte ein großer kombinierter Wohn- und Essraum mit viel Licht. Die Einrichtung selbst hat mir die oststeirische Tischlerei Faustmann so gestaltet, wie die Babsi und ich es uns vorgestellt haben. Die ganze Einrichtung entspricht meinem Lebensgefühl. Da geht es auch um Kleinigkeiten, etwa dass du niemanden störst, wenn du ins Badezimmer willst, dort eine kombinierte Duschund Dampfsaunakabine hast. Die Fußbodenheizung sorgt für ein angenehmes nicht überhitztes Raumklima. Jeder hat beim Wohnen so seine Vorlieben. Ali Rosker „knotzt“ gerne vor dem Fernseher auf seiner Wohnlandschaft oder hält sich auf der Terrasse auf. „Weil ich da so richtig die Natur, den Wald und das Rundherum aufnehmen kann. Auf der Terrasse haben wir auch selbst genügend Grün.“ Ein Gustostückerl und ein weiterer Lieblingsplatz ist auch sein Yakuzipool. „Da kann ich das ganze Jahr über herrlich entspannen, die Stille genießen.“ Den sucht er gerne auf, wenn er vorher joggen war. „Das ist ja das Angenehme hier – man ist aber auch sehr rasch in Graz. Diese Kombination von Stadtnähe, Natur und Ruhe ist einfach so, dass ich gerne zu Hause bin.“ Das sagt einer, der sonst die meiste Zeit unterwegs ist. O

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WOHNEN

Eine moderne Villa im oststeirischen Herrnberg zählt mitunter zum Juwel von „wohnanders“. Das Privatrefugium eines steirischen Unternehmerehepaares mit herrlichem Weitblick auf die Riegersburg zeichnet sich durch klar offene Räume und gerade Linien aus. 250 m2 Wohnfläche wurde in passendes Interieur gekleidet.

Die Gediegenheit liegt in der Qualität der Möbel, gleichermaßen in der individuellen Beratung und Planung

Träume eins zu eins verwirklichen

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ls schlicht, linear und dennoch gemütlich hebt Heinrich Kaufmann, seines Zeichens Planer und Verkäufer eines Ingenieurbüros für Innenarchitektur, die gelungenen Kriterien seiner Einrichtungsarbeit des im modernen Stil errichteten Hauses hervor. „Ich versuche mich in die Lage der Menschen hineinzuversetzen, um deren Illusion zu verstehen“, erklärt Kaufmann. Der persönliche Kontakt und die zwischenmenschliche Sympathie sind alles – und natürlich zählt für den Fürstenfelder die Handschlagqualität. „Geld kann viel Gutes stiften, aber bei falscher Investition eben noch mehr Schlechtes. Wenn man einen fertig ausgestatteten Raum betritt, muss einfach der Wow-Effekt da sein.“

„Kaufmännisches“ Talent Zeitlose Dominanz und gut in Szene gesetzte Qualitätsmöbel prägen das gesamte Innenleben des neuartigen Hauses und somit erscheint es als harmonische Gesamteinheit. Allgemein viel Glas und die offenen Räume – was auch tatsächlich Freiraum vermittelt – binden die oststeirische Landschaft ins Haus ein. Die ruhige und edle Eleganz wird durch ge-

tiv und darüber hinaus wird niemand bestreiten, dass verschiedene Stilrichtungen dafür ausschlaggebend sind. So unterschiedlich die Projekte nicht zuletzt auch aufgrund der Kundenwünsche und Nutzung sind, so bemerkenswert erscheint das persönliche Engagement bei jedem Auftrag: „Alle bekommen eine individuelle Beratung und Planung“, schließlich weiß Kaufmann, wovon er spricht.

Gespür ist gefragt konnt eingesetzte Farbelemente getragen. Sozusagen eine Symbiose und dennoch ein Gegenpol zur Natur. „Die Räume sind bewusst nicht überladen, umso besser tritt die Wertigkeit der Einrichtungsgegenstände hervor“, erläutert der Architekt weiter. Heinrich Kaufmann (45) besuchte nach seiner Tischlerlehre die Meisterschule am Ortweinplatz in Graz. Beide Ausbildungswege schufen für seine dreidimensionale, aber dennoch nicht abgehobene Betrachtungsweise eine gute praktische Basis für sein Tätigkeitsumfeld bei

Geschäftseinrichtungen, Hotelausstattungen und natürlich für die privaten vier Wände. „Alles, was mir zu laufenden Vorhaben einfällt, wird sofort zu Papier gebracht. Ich sammle die Bilder im Kopf und probiere den Alltag der Bewohner nachzuvollziehen, sozusagen als Freund des Hauses!“ So wie ein Schneider den Maßanzug fertigt, stimmt auch der Architekt den Stil quasi auf die Bedürfnisse der Kunden ab, egal ob Landhausstil, klassisch oder eben modern. Geschmack und Urteil bei der Einrichtung des Eigenheims ist subjek-

Seit knapp 20 Jahren ist er im Einrichtungsgeschäft tätig, kennt die Anliegen der Kunden und die Kunden kennen ihn. „Für mich ist es absolut wichtig, dass der Abnehmer einschätzen kann, wofür er bezahlt. Was er investiert, bekommt er auch.“ Möglich gemacht wird diese Transparenz auch durch kompetente Partner wie Varenna-Poliform, Leuchtenfirma Occhio, Minotti, Walter Knoll usw. Der Kunde erhält alles aus einer Hand, braucht sich um nichts zu kümmern: Von der Wandfarbe, über Beleuchtung und Möblierung, bis hin zu integrierter Dekoration und Bepflanzung. O

Bismarckstraße 14, 8280 Fürstenfeld heinrich@wohnanders.at Tel.: 0664/105 96 10 Firma: Tel. 03382 - 51 9 15, Fax 03382 - 51 3 15 Öffnungszeiten Mo–Fr 9–12, 15–18 Uhr Sa nach Terminvereinbarung

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KLIPP Mai/Juni 2010


Privatklasse Novum

Die Merkur Versicherung bestätigt mit ihrer Privatklasse Novum neuerlich die Vorreiterrolle in der privaten Gesundheitsvorsorge. Mit ihrem innovativen und österreichweit einzigartigen Produkt, das sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungen abdeckt, begibt sich die Merkur wieder einmal auf einen völlig neuen Weg, was die Vorsorge für das „Wunder Mensch“ betrifft.

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S

eit 1. Mai bieten wir mit der Privatklasse Novum die erste Gesundheitsvorsorge Österreichs an, die sowohl die Abdeckung stationärer und ambulanter Behandlungen sowie zusätzlich eine Gesundheitsvorsorge durch unsere neuen ego4you-Programme beinhaltet“, sagt Generaldirektor Komm.-Rat Alois Sundl.

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In den vergangenen Jahren hat sich die Dauer der Krankenhausaufenthalte – bei gleichzeitig deutlicher Erhöhung der Fallzahlen – verkürzt. Viele Eingriffe werden bereits ambulant durchgeführt. Sundl: „Die Merkur Versicherung hat diesen Trend frühzeitig erkannt und als erste Versicherung Österreichs die optimale Gesundheitsvorsorge, zugeschnitten auf die aktuellen Kundenbedürfnisse der ÖsterreicherInnen, entwickelt.“

Auch Vor- und Nachsorge inkludiert Mit der Abdeckung stationärer und ambulanter Leistungen, einhergehend mit den attraktiven Gesundheitsvorsorgeprogrammen, beschreitet die Merkur einen ganz neuen Weg. Prokurist Dir. Herbert Schleich, Leiter der Sparte Gesundheitsvorsorge: „Ein weiterer Vorteil der Merkur Privatklasse Novum liegt darin, dass auch die für den Krankenhausaufenthalt notwendige am-

Foto: Helge Sommer

Merkur auf neuem Weg

Ausgezeichnet! Die Merkur (Generaldirektor Alois Sundl, links, und Prokurist Herbert Schleich) ist auch offiziell Österreichs Kranken- sowie Schaden-/Unfallversicherung Nummer 1.

bulante Vor- und Nachsorge inkludiert ist. Dies ermöglicht unseren Versicherten, im Vorfeld von Spitalsaufenthalten und auch anschließend den Arzt ihres Vertrauens zu konsultieren.“ Bei der Privatklasse Novum kommt erst ab dem achten Aufenthaltstag im Krankenhaus ein Selbstbehalt zum Tragen, auch dieser wird nur einmalig pro Kalenderjahr fällig.

Erst kürzlich wurde die Merkur wieder als beste Krankenversicherung und darüber hinaus auch als TopSchaden-/Unfallversicherung Österreichs ausgezeichnet. Alois Sundl: „Damit haben wir uns weiter als absolute Nummer 1 positioniert. Was eine besondere Bestätigung unserer Arbeit und gleichzeitig einen klaren Auftrag für die Zukunft darstellt.“ O

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MEER AM URLAUB

Die kroatische K체ste, lang gezogen mit unz채hligen Inseln, Halbinseln

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MEER Es gibt viele aufregende und einladende Urlaubsküsten, doch keine liegt so nah und ist so bequem erreichbar wie die obere Adria. Mit den italienischen Ferienklassikern Grado, Lignano, Rimini … auf der einen Seite im Westen. Klipp stellt Ihnen diesmal einige der bekannten Urlaubsziele Kroatiens vor und war dafür in Umag, Porec, Novigrad, auf Brac, Cres, Mali Losinij, Brijuni und in Opatija. Nach einer Halbtagesfahrt oder einer Stunde Flug (auch das gibt es) kann man bereits Meeresluft atmen und plantschen. Hunderttausende Österreicher genießen das. Auch für ein Wochenende lohnt sich die Fahrt.

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ichts gegen Italien, Griechenland oder Spanien. Wer auf Sandstrand schwört und EU-Land, sich gerne in übervolle Flugzeuge zwängt, der überblättert die Angebote Kroatiens. Wer die felsige Küste, den grobkörnigen Kies am Strand mag, die schattenspendenden Pinien, kostenloses Baden überall, stille und einsame Buchten (besonders für Verliebte reizvoll), Köstlichkeiten vom Grill und guten Wein, aufmerksamen Service und Hotels zu vernünftigen Preisen, Halbpension im 4-Sterne-Haus schon für 35 Euro pro Tag in der Vorund Nachsaison oder auch den 5Sterne-Luxus – für den ist Kroatien eine Reise wert.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Ex-Jugoslawische Adria ist als Urlaubsziel längst nicht mehr das, was sie einmal war – ein Land der „Kummerl“ mit Jugo-Cocta, oft unfreundlichem Service und Personal, das Gäste als Störenfriede ansah. Nicht zuletzt verantwortlich dafür sind die ausländischen Betreibergesellschaften und Investoren aus Österreich, Slowenien, Frankreich, Spanien, Deutschland, die neue Hotels bauten und alte zeitgemäß sanieren.

Stille Leidenschaften Es sind die „Landratten“, die es zum Wasser zieht. Auch die Steirer gehören dazu. Und Tausende von ihnen gehen ihrer Leidenschaft in Kroa-

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Foto: Igor Zirojevic

und Buchten

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URLAUB

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Foto: ART Redaktionsteam


Foto: Petr Blaha

MEER

www.valamar.com www.plavalaguna.hr Die Ferienanlagen dieser Hotel-Gruppen breiten sich beiderseits der historischen Altstadt von Porec aus. Foto: Sol Melia

www.istraturist.com Die Hotelanlagen der Sol-Melia-Gruppe (Umag) bieten moderne Infrastruktur mit attraktivem Preis-LeistungsVerhältnis. Geheimtipp: die „Istrian Villas“.

Der erste 18-Loch-Golfplatz in Istrien spielt alle Stückerl. Er gehört zum 5-Sterne-Hotel Kempinski, das in unmittelbarer Nachbarschaft liegt. Der Platz selbst ist so ausgelegt, dass auf ihm auch Spieler mit höherem Handicap gerne spielen. Auch die Kempinski-Golf-Pakete werden viele Spieler ans Cap Savudrija locken.

www.parenzana.com Das kleine preiswerte Landhotel „Parenzana“ des Österreichers Guido Schwengersbauer. Gute istrische Küche, Radverleih. www.idriva.de Zu mieten: romantische, steinerne Landhäuser (viele mit Pool) im istrischen Hinterland. www.scubacenter.de Ausgezeichnet als „bestes Tauchcenter am Mittelmeer“ von der Zeitschrift Tauchen.

tien nach – Kapitän zu sein auf dem eigenen Boot. In den Marinas der Kornaten und in Istrien, aber auch entlang der Dalmatinischen Küste liegen ihre stattlichen Boote, Segler und Schiffe vor Anker. Nicht wenige tun das in einer Art und Weise, dass die Finanz in der Heimat von ihrem Hobby nichts erfahren hat. „Es ist für mich die schönste Zeit im Jahr, wenn ich abschalten kann und für einige

Foto: TVB Istrien

www.3t-active.com Die Steirerin Barbara Tesar und ihr Team bieten umfassende Bike-Angebote von geführten Radtouren über genussvolle Bike-Ferienpackages bis zum Triathlon-Trainingscamp. www.istra.hr Infos, Prospekte sowie das kostenlose Istrien Magazin 2010 (www.istrienmagazin.at) gibt’s per Mailbestellung (info@istra.hr) gratis beim TVB Istrien, Tel. (deutsch): 00385/52/452 797 Neues Info- und Buchungscenter: info@istra.com Beratung: Tel. 00385/52/85 84 45

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Mit dem Lifestyle- und 5-Sterne-Hotel Monte Mulini verfügt Istrien über ein echtes Luxusdomizil. Es liegt direkt am Meer inmitten eines 100 Jahre alten Naturparks und gehört der Maistra AG, einem der führenden HotelUnternehmen Kroatiens. Die 99 modernen Zimmer und 14 Suiten bieten höchsten Wohnkomfort. Foto: Igor Zirojevic

www.zischka.at Die österreichische Tennisschule hat schon seit Jahren ein breites Angebot von Tennis-Packages in Istrien im Programm.

Tage oder auch längere Zeit durch die Kornaten segle“, sagt ein bekannter Grazer Kaufmann. „Wir haben unser Schiff in Punat liegen, die Anreise ist nicht zu lang und man kann sich auch schon mit zwei Tagen bestens erholen“, pflichtet sein Kollege Anton K. bei. Und die Kroaten behandeln die steirischen „Bootsleute und Kapitäne“ zuvorkommend, bringen sie doch zusätzliche Devisen.

Foto: ART Redaktionsteam

AM URLAUB

Web-Tipps

Luxuriöse Ferienanlage an der Adria: Die direkt am Meer gelegene „Rezidencija Skiper“ zählt schon jetzt zu den Vorzeigebetrieben der kroatischen Adria-Halbinsel Istrien. Die Kooperation mit den Kempinski-Hotels garantiert in Zukunft noch mehr Luxus. Prunkstück ist die „Villa Skiper Royal“ mit 1.200 qm vollklimatisierter Wohnfläche samt beheiztem Pool,Terrasse, Sport- und Relaxbereich (Jacuzzi, Sauna, Tischtennis, Billard und Fitnessraum) sowie eigenem Weinkeller.

Camping-Urlaub hat auf Istrien und in Kroatien viel Tradition. Die Camps sind auch entsprechend gut ausgestattet. Die Standpreise sind akzeptabel. Es gibt viele Österreicher, die dort auch ihren Wohnwagen das ganze Jahr über abgestellt haben und gleichsam dies als Sommerwohnsitz nützen.

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MEER Foto: Villa Tuturotto

URLAUB

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Foto: ART Redaktionsteam

Foto: ART Redaktionsteam

Rovinj, die Perle Istriens, beheimatet das jüngste Mitglied der stetig wachsenden Kooperation der Schlosshotels und Herrenhäuser, die behutsam restaurierte und modernisierte Villa Tuttorotto mit atemberaubender Fern- und Meersicht. In den 500 Jahre alten Gemäuern harmonieren Tradition und moderner Komfort auf gefühlvolle Weise. Vier Doppel- und zwei Einzelzimmer sowie die Suite lassen hinsichtlich Ausstattung keine Wünsche offen. www.villatuttorotto.com

Foto: Kosinozic

Foto: ART Redaktionsteam

Die Adria war bereits zu Zeiten der k. u. k. Monarchie ein beliebtes Reiseziel.Als mondänster Treffpunkt der Prominenz und Hocharistokratie galt der heutige Nationalpark Brioni Ende des 19. Jahrhunderts. Nach einem jahrzehntelangen „Dornröschenschlaf“ machte Jugoslawiens Ex-Staatschef Tito Brioni zu seinem Feriendomizil. Ein Erbe ist die großartige Park- und Naturlandschaft mit allerlei tierischen Exoten (Lamas, Zebras und Elefanten). Auch golfen kann man auf Brioni.

Radspaß und Wandern auf historischer Bahntrasse. Im Rahmen eines EU-Projektes wurde die stillgelegte Trasse der historischen Parenzana-Schmalspur-Eisenbahn revitalisiert und führt als unterhaltsame Bike- und Wanderstrecke durch eine der schönsten Landschaften Istriens (hohe Schluchten, tiefe Täler, mittelalterliche Dörfer). Die Strecke liegt zwischen den Hafenstädten Koper und Porec.

Foto: Krauskopf

Foto: Petr Blaha

Neu gestaltet ist das Kinderresort Vespera auf der Insel Losinj. Es darf heuer auch das Logo der „Kinderhotels“ führen, übrigens das einzige in Kroatien. Liebevoll gestaltete und modern ausgestattete Kinderspielstätten, eine sagenhafte Poolerlebnislandschaft mit mehr als 3.000 qm Wasserfläche und origineller, in Form eines Schiffdecks angelegter Sonnenwiese, großer Spielplatz, Tennisplätze, Beach-Volleyballplatz, Multifunktionsräume für Sport- und Unterhaltungsprogramme und geräumige Komfortzimmer.

Istrien produziert weltbeste Olivenöle. Seit 1997 wurde Istriens Olivenbaumbestand auf eine Million aufgestockt. Inzwischen zählt das Olivenöl der Halbinsel nicht nur zu den besten Mittelmeer-Ölen, wie bereits zu Zeiten der Griechen und Römer, sondern der Welt. Allein 40 istrische Olivenöl-Produzenten sind im aktuellen italienischen Guide „Fios Oli“ aufgenommen worden. Istriens kulinarisches Portal mit vielen Informationen und Adressen: www.istria-gourmet.com

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Ja, es gibt ihn, den edlen luftgetrockneten Schinken, dessen unvergleichlicher Geschmack sich nur hier, durch die Bora am Tag und die Feuchtigkeit am Abend, entwickelt. Und nein, man findet diese Köstlichkeit nicht einfach in einem Geschäft oder am Markt. Selbst Konobas und Restaurants tun sich mit dem Einkauf eines richtig guten Prsut oft schwer und servieren deshalb nicht selten die salzige Variante aus industrieller Produktion oder Prsut aus Dalmatien.

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Foto: ART Redaktionsteam

MEER AM URLAUB

Wie ein dicker Honigtropfen liegt Rovinj mitten im ruhigen Blau der Adria. Dicht drängen sich die verschachtelten Häuser mit ihren Ziegeldächern um den Altstadthügel, über dem die hl. Euphemia, in Kupfer gegossen, auf ihrem venezianischen Campagnile über das Wohl der Bewohner wacht.

Eine halbe Stunde samt Chauffeur kostet 440 Euro – allerdings ist da noch kein Trinkgeld dabei.

Beeindruckend: Die Insel Brijuni als Nationalpark. Rekordverdächtig: Dort gibt’s das teuerste Taxi der Welt

Fahrt im Tito-Cadillac

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Foto: Blaha

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er nicht mit dem eigenen Boot anlegen kann – und das sind die meisten Besucher der Insel Brijuni (Brioni) –, die kommen mit dem Fährschiff. Dieses bringt die Tagesgäste, aber auch Urlauber, die in einem der zwei Hotels gebucht haben, in rund 20 Minuten von Fazana auf die ehemalige FerienInsel des verstorbenen Staatschefs Josip Tito. Die wahre Attraktion der Insel ist die traumhafte kultivierte Naturlandschaft, auf der es – nur nebenbei erwähnt – auch einen der ältesten Naturgolfplätze Europas gibt. Brijuni erlebte seine Blüte in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, als dort noch Europas Aristokratie urlaubte. Mit Jugoslawien-Staatsgründer und Diktator Josip Tito kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg wieder „Leben“ auf die Insel zurück. Er machte sie zu seinem Sommersitz und ließ dort eine Reihe von feudalen Staatsvillen für seine Gäste und mehrere Hotels für deren Begleitung errichten. Weil es sich dort wirklich aushalten lässt, urlauben auch heute

Weitaus günstiger ist der Bummelzug.

noch der jeweilige kroatische Präsident und so genannte VIPs in diesen Domizilen. Die Ära Titos ist auf der Insel noch gegenwärtig. Eine ständige, umfangreiche Fotoausstellung sorgt dafür. Fast vier Jahrzehnte herrschte Tito als Diktator in Jugoslawien, und damals waren viele der großen Politiker und gekrönten Häupter jener Zeit, aber auch Künstler und Schauspieler Gäste von Tito, der gerne mit Glamour und dabei in strahlend weißer Admiralsuniform Hof hielt. Einmal im Jahr ist wieder ein Hauch von Exklusivität auf der Insel zu spüren. Dann, wenn die italienische Nobel-Modemarke Brioni zum ex-

klusiven Polo-Turnier einlädt und von den VIPs, vom Champagner bis zu den Pferden alles auf die Insel gekarrt wird. Einer der Firmengründer besuchte die Insel und war so begeistert, dass das Unternehmen danach benannt wurde. Begeistert sind die VIPs auch vom luxuriösen Oldtimer, der als Taxi dient. Es handelt sich um den völlig restaurierten Cadillac des ehemaligen Staatschefs Josip Tito. Die Luxuskarosse stammt aus den 50er-Jahren. Diese kann allerdings jeder Gast samt Chauffeur anheuern – zumindest aber für eine halbe Stunde. Diese kostet 3.000 Kuna, das sind knapp 440 Euro – ohne Trinkgeld versteht sich. Damit ist der Tito-Cadillac das teuerste Taxi der Welt. Wem das zu protzig sein sollte oder wer seine Kreditkarte nicht mithat, der kann auch wesentlich günstiger die Schönheiten der Insel mit ihren Ausgrabungen, dem Tierpark, der Pflanzenwelt genießen. Und zwar mit dem Flascherlzug, der einige Euro kostet, oder mit einem Leihfahrrad.

Das Goldene Horn – der Traumstrand Kroatiens mit dem All-inclusive-Urlaubsresort Bretanide von Gruber Reisen auf der Insel Brac. Tausende Gäste landen jährlich in Brac. Und das bedeutet wirklich Urlaubsqualität, weil man rund drei Stunden nach dem Abflug in Graz, Klagenfurt, Linz, Wien, Innsbruck schon am Strand liegen kann.

Istrische Köstlichkeiten: „Die Speisekammer der Könige“ wurde Istrien bereits von altrömischen Feinschmeckern genannt. Dafür verantwortlich zeichneten hervorragende Grundprodukte, die sich oft selbst genügten. Und das tun sie heute noch.

KLIPP Mai/Juni 2010


MEER

Foto: IDRiva Tours

URLAUB

AM

Foto: Sergio Lussino

Foto: Petr Blaha

Mit über 2.500 Sonnenstunden jährlich zählt die etwa 75 km2 große Insel Losinj zu den sonnigsten Plätzen Europas und beheimatet eine subtropische Vegetation mit Palmen, Agaven, Oleander, Pinien, Zitrusbäumen, Salbei und Lavendel. Trotz des gesundheitsfördernden Mittelmeerklimas spielt der Kurbetrieb heute nur eine Nebenrolle auf der Insel, die vielmehr als Anziehungspunkt für Badeurlauber, Wassersportler, Nautiker, Tennisspieler und Naturliebhaber (220 km Wanderwege) punktet. Foto: Villetta Phasiana

Ausflugsschiffe, Motorsegler oder Segler zu anderen Inseln oder Urlaubsorten in Istrien bieten angenehme Abwechslung vom „Urlaubsalltag“. Mit Luftkissenbooten geht es mit Tagesausflügen, zugegeben zu manchmal sehr stolzen Preisen, sogar bis nach Venedig, Dubrovnik, Split und, und...

Foto: ART Redaktionsteam

Foto: ART Redaktionsteam

Fazana liegt nur 10 km von Pula entfernt. Das liebevoll restaurierte 4-Sterne-Hotel Villetta-Phasania verfügt über 18 individuell gestaltete Komfortzimmer, überwiegend mit Meeresblick bis zu den nahe gelegenen Brijuni-Inseln. www.villetta-phasiana.hr

Steirer Werner Cerutti „möbelt Losinij-Hotels auf“

Herausfordernd Mit ihm waren es zehn Kinder in der Eisenbahner-Familie zu Hause in Neumarkt. „Ich wollt‘ schon immer die Welt sehen“, kommt Werner Cerutti auf seine Berufswahl zu sprechen. Die Eltern haben sich das Geld für den Besuch der Hotelfachschule vom Mund abgespart, sagt er. Seit zwei Jahren ist er nun Chief Organisation Officier (COO) für die „Jadranka Hotels & Villas“ auf Mali Losinij. Was die Dienstleistung um und für die Feriengäste angeht, weiß Werner Cerutti Bescheid. Viele Jahre arbeitete er auf Kreuzschiffen, war schon auf der Queen Elisabeth, später dann Club-Direktor und General Manager auf der MS Europa (Aida), war Lehrer in Bad Gleichenberg an der Tourismusschule. Von dort engagierte ihn die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), die ihm diese wichtige Position auf Mali Losinij anbot. Die Bank gewährt dem kroatischen Eigentümer einen 80-Millionen-EuroKredit für die Totalsanierung aller ihrer Hotels und Villen zu günstigsten Konditionen. Selbst ist sie mit 27 Millionen Euro quasi eingestiegen und damit ist Werner War viele Jahre auf Kreuzschiffen Cerutti auch der starke Mann vor Ort.

Eine sportliche Herausforderung

Mit Angeboten für Geschäftsreisende oder Familien-Badegäste hat die Milenij Hotelgruppe positive Akzente gesetzt. Körperliche Wohltaten mit Massagen – unter dem Baldachin auf der Wellness-Terrasse – zeichnen sich durch originelle Highlights aus. Für Schokoladenkompressen beispielsweise verwendet das Milenij nur seine eigens hergestellte „Milenij Choco“.

KLIPP Mai/Juni 2010

So beschreibt Werner Cerutti zurückhaltend die Probleme bei der Realisierung des Riesenprojekts. Ist es doch nicht leicht, sich im Dickicht der kroatischen Geschäftspraktiken zurecht zu finden. Besteht doch auch die Gefahr darin stecken zu bleiben oder zu scheitern. Diese bittere Erkenntnis musste zum Beispiel der österreichische Investor Holleis in Rovinj gewinnen. Nur der EU-Beitritt Kroatiens wird entsprechend frischen Wind und jene Standards bringen, mit denen ausländische Investoren dann auch entsprechenden Sicherheiten und Transparenz bekommen. „Nirgendwo wäre das wichtiger als im Tourismus“, sagt auch Michael Schlögl, Chef von Gruber Reisen und Eigentümer des Club-Resorts Betanide auf der Insel Brac.

47


urlaubstipps

Shake the Lake

Grüner Rasen statt roter Teppich

Bereits zum 15. Mal wird das internatio-

„Zauner‘s Shake the Cake“ (03.06.10),

nale Boogie’n’Blues-Festival „Shake the

dem Bad Ischl Celebration Concert

Lake“ (02.–06.06.10) im Salzkammergut

(04.06.10) und der Samstagabend-Jubi-

inszeniert. Zum großen Jubiläum shaken

läumsgala (05.06.10) in St. Wolfgang auf.

an diesem Fronleichnamswochenende

Das große Finale ist dann der „1.780 m

Musiker, Künstler, Köche, Winzer und

Honky Tonk Steamtrain Boogie Brunch“ mit allen Künstlern des Festivals.

In der Zeit vom 13. bis 19. Juni wird rund

bewusst verzichtet. Stattdessen wird

natürlich das Publikum zwischen Salz-

um die Golfplätze von Reiter‘s Golfpara-

der grüne Rasen zum Dreh- und Angel-

burg und Bad Ischl. Das fünftägige Jubi-

dies im Südburgenland ein Golffestival

punkt der Veranstaltung. Drei Golfplät-

läumsfestival wartet mit Highlights wie

Infos: Tel.: 06132/ 269 09 0

mit brugenländischem Charme zeleb-

ze mit insgesamt 77 Loch laden hier zu

dem „Amuse-Gueule“ (02.06.10), dem

riert. Individualität und Beschaulichkeit

abwechslungsreichem Spiel in der bur-

zeichnen dieses siebentägige Golfevent

genländischen Hügelwelt ein. Abwechs-

aus, das in diesem Jahr erstmalig statt-

lungsreich gestaltet sich auch das Rah-

findet. Zur Premiere des ersten Golffes-

menprogramm des Festivals.

tivals wird dabei auf den roten Teppich

Infos: www.reitersgolfparadies.com

Erlebnisreich Wald Er ist geheimnisvoll wie die Welt der Märchen. Er ist eine Oase der Erholung und ein Refugium der Naturwunder. Im 4-Sterne-Hotel Gasteiger Jagdschlössl inmitten der Kitzbüheler Alpen wird

www.salzkammergut.at

Urlaub Kurhotel mit eigener Thermalquelle

2010 der Wald zum Erlebnisreich. Kein Wunder, denn an kaum einem Urlaubsdomizil kann man den Besonderheiten so nahe kommen wie im Jagdschlössl. Im hoteleigenen Naturbadesee, in der einzigartigen Bergwell©-Anlage oder am Jagdschlössl-Kraftplatz gehen Erholungssuchende mit der Natur auf Tuchfühlung. Alles ist auf die besondere Begegnung von Mensch und Natur ausgerichtet: Die bewusst regionale Küche,

schem Murmeltieröl machen die alpine

die Sonnenaufgangsausflüge mit dem

Schönheit zum Programm.

Hausherrn zur Pirsch oder Signature-

Infos: Tel.: 05352/ 64 532

Treatments wie die Massage mit heimi-

www.jagdschloessl.at

Wandern und Schlemmen im Lungau

Gastgeberfamilie Ortner öffnete pünkt-

Detail und dem Charme eines Kurhotels

lich zu Frühlingsbeginn wieder komplett

von Familie Ortner geführt. Das Kurho-

neu renoviert die Pforten des belieb-

tel hat sogar eine eigene Thermalquelle:

ten Lindenhofes in Bad Füssing. Neue

Seit 70 Jahren sprudelt aus einer Tiefe

Wohlfühlzimmer und Bäder, ein neues

von knapp 1000 m mit 56 Grad Tempera-

Therapiezentrum, neue Wellnessräum-

tur das Bad Füssinger Thermal-Mineral-

lichkeiten mit Fitnessraum sowie ein

Heilwasser, welches ausschließlich den

Tagungsraum locken die Gäste mit ihrem

Hausgästen zur Verfügung steht.

ganz besonderen Charme. Mit seiner über

48

Via culinaria nennt sich der wohl „kost-

radies Lungau, im Süden des Salzburger

barste“ Genuss-Wegweiser quer durch

Landes, lockt Sommerurlauber mit knapp

Stadt und Land Salzburg: Aufgeteilt nach

60 schimmernden Bergseen, gepäckfrei-

Genusswegen für Feinspitze, Naschkat-

en Wanderrouten von Gipfel zu Gipfel

zen, Bierverkoster, Schnapsfreunde,

und dutzenden reizvollen Mountainbike-

Käsefreaks, Fleischtiger und Hüttenho-

Touren von 560 Kilometern Länge auf

cker zeigt die Via culinaria die besten

herausfordernden Höhenmetern.

Adressen zum Essen und Trinken, Genie-

Infos: Tel.: 06477/ 8988

ßen und Beisammensein. Das Wanderpa-

60-jährigen Tradition wird der Lindenhof

Infos: Tel.: +49 (0)8531/279-0

seit 3 Generationen mit viel Liebe zum

www.ortners-lindenhof.de

www.lungau.at KLIPP Mai/Juni 2010


urlaubstipps

Foto: Tourismusverband PillerseeTal

Neuer Triassic Park auf Europas größtem Trockenriff

bsti pps

In den fünf PillerseeTal-Ferienorten Fie-

250 Millionen Jahren das Urmeer aus und

berbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus,

riesige Saurier beherrschten das Land.

St. Ulrich am Pillersee und Waidring er-

Das Triassic Center versetzt in dieses

wartet Kinder den ganzen Sommer über

Zeitalter zurück und macht aus Kindern

volles Programm. Der neu eröffnete

und Erwachsenen richtige Expeditions-

Triassic Park lockt Dinosaurierfans und

teilnehmer.

Urzeitforscher auf die Waidringer Steinplatte, Europas größtes Trockenriff. Wo

Infos: Tel.: 0664/ 154 76 48

heute Almkühe grasen, breitete sich vor

www.pillerseetal.at

„Seensucht“ für mutige Abenteurer

Glückgefühl hoch vier Foto: Lindner Hotels & Resorts

Zwischen Berg und See liegt das optima-

dazu: das Heritage.Hotel Hallstatt, ein

le Urlaubsvergnügen. Wenn die Sonne die

bodenständig nobles Hideaway, das

Luft zum Flirren bringt, findet jeder sei-

Haupthaus direkt am Bootssteg gelegen.

ne ganz persönlichen Sommerfestspiele

Von hier aus ist es auch nur ein Frosch-

an, auf und unter dem glitzernden Was-

sprung zur Tauchbasis von Gerhard Zau-

serspiegel. Eine vorsichtige Annäherung

ner. Er etablierte den historisch bedeut-

bringt eine spritzige Seeumrundung mit

samen und topographisch spannenden

Mit Luftsprüngen dem Sommer entge-

die klassischen Wellnesspfade verlassen

dem Bike. Doch der Hallstätter See lädt

Hallstätter See zu einem der bekanntes-

gen. Im 4-Sterne Premium Balance –

und einen neuen und einzigartigen Weg

auch zum Baden ein. Strand und Badein-

ten Tauchreviere Österreichs

dem 4 Elemente Spa & Wohlfühlhotel

eingeschlagen. Die 4 Elemente haben wir

sel, Spielplatz und Liegewiese machen

am Wörthersee steht im Frühling alles

nicht nur auf das Hotel und unser Ange-

das verträumte Plätzchen zur idealen

Infos: Tel.: 06134/ 200 36

unter dem Zeichen der Luft. Die Kraft

bot übertragen. Vielmehr basieren auch

Sommerfrische.

der 4 Elemente Erde, Feuer, Wasser und

alle Serviceleistungen, Anwendungen

Luft halten Mensch und Natur in Balan-

und die Kulinarik auf der Jahrtausenden

ce. Der Standort des Hotels, eine sonni-

alten Lehre“, erklären die Hotelliers

ge Anhöhe über dem See und ein uralter

Mag. Karl und Andrea Grossmann.

Perfekte

Ergänzung

www.heritagehotel.at

Klein Tarzan und Little Jane Metern Höhe. „Erleben Sie den ultimativen Adrenalin-Kick und loten Sie Ihre

keltischer Energieplatz sowie das durchdachte Konzept bündeln im Balance Ho-

Infos: Tel.: 04272/ 2479

Grenzen aus. Sich werden sich fühlen

tel die Naturkräfte. „Wir haben bewusst

wir Tarzan oder Jane“, garantieren die

www.balancehotel.at

Trainer vom Waldseilgarten Natrun. Ein

Vorreiter Burghotel Oberlech

Erlebnis für die ganze Familie, denn alle

Die Hotellerie-Familie Lucian am Arlberg

Oberlech am Arlberg setzt ihre Philoso-

pen in Anspruch genommen werden. Wer

steht für Innovationen. So verdankt

phie ganz auf Gesundheit und Entspan-

lieber am Boden bleiben will, kann den

Oberlech dem Erfindergeist von Fridolin

nung. Als einer der Leitbetriebe des

familientauglichen Murmeltierpfad er-

Lucian unterirdische Verbindungsgänge

Arlbergs hat das Hotel eine Vielzahl von

wandern, wo man die putzigen Tierchen

zu den Hotels am Berg und die umwelt-

prominenten und honorigen Gästen, die

hautnah beobachten kann. Doch irgend-

freundliche Hackschnitzelheizung. Die

verwöhnt werden wollen. Darum setzen

Bei den Familienhitwochen im 4-Stern-

wann sehnen sich auch Klein Tarzan und

BURG in Lech investiert regelmäßig in

deren Gastgeber, die Familie Lucian, auf

Berg & Spa Hotel Urslauerhof im Salz-

Litte Jane nach Erholung und der Pool

den Gästeservice und stattet den Well-

höchste Qualität in allen Bereichen.

burger Land urlauben Kinder bis 12 Jahre

ruft.

kostenlos. Sie schweben von Ast zu Ast

Infos: Tel.: 06584/ 8164

und stürzen sich im freien Fall aus 14

ness- und Schlafbereich nur mit dem Besten vom Besten aus. Die BURG in KLIPP Mai/Juni 2010

Infos: www.burghotel.at

Parcours können von allen Altersgrup-

www.urslauerhof.at 49


Bücher

A

Bestsellerliste Belletristik Alles über Sally Arno Geiger

Hanser

Der Koch Martin Suter

Diogenes

David Safier

Kindler

Hummeldumm Tomy Jaud

Scherz

Almgeschichten Irene Prugger

Löwenzahn

Sachbuch Ecowin Verlag

Am Puls des Erfolges Toni Innauer

Echtzeit, CSV

Der Weg des Raben Burkhard Ellegast

Ecowin Verlag

Tiroler Mountainbike Handbuch Kurt Pokos, Christine Mühlöcker Löwenzahn

Mutter Teresa Leo Maasburg

Pattloch

Lesestoff Alle Bücher erhältlich unter:

www.webbuch.at

in Graz, Liezen, Deutschlandsberg, Hartberg, Kapfenberg, Leoben und Feldbach

50

E

s ist die Geschichte einer Selbstfindung und zugleich eine Liebesgeschichte: Eine grüne Insel inmitten der blauen Adria. Meer, Sonne, Strand und frische Fische. Die Journalistin, die sich eine Auszeit nimmt, trifft auf den Auswanderer, der aus Amerika wieder heimgekehrt ist – und auf ein buntes Völkchen von kindlichen Individualisten … Baumängel Herbert Gartner, Karl Mezera Linde populär

A

m Arsch der Welt spielt es sich ganz schön ab: Die Innenministerin verschwindet, ein Einsiedler liegt tot in seiner Höhle, die Philharmoniker fallen vom Himmel und beim Fleischhacker stapeln sich die Leichen. Willkommen in Bad Fucking! Kurt Palm ist … schräg, brillant, irrwitzig, durchgeknallt, peinlich, unterhaltsam, zwangsoriginell, grenzgenial … Chronos‘ Erben Barbara Hagen Wagner Verlag

Vatikan AG

Dalmatinisches Inselbuch – Von der Kunst, nichts zu tun Friederun Pleterski Verlag Carinthia

Bad Fucking Kurt Palm Residenz Verlag

Plötzlich Shakespeare

Gianluigi Nuzzi

Africando – Literarische Reise durch einen Kontinent Manfred Loimeier Brandes & Apsel fricando – in Sprache und Musik der westafrikanischen Wolof die Einheit Afrikas bezeichnend – steht für den Versuch, in der Vielfalt der Literaturen Afrikas auch Verbindungen herauszuarbeiten. Loimeiers Streifzüge durch die zeitgenössische afrikanische Literatur führen von Westafrika über Zentral- und Ostafrika bis zum südlichen Afrika. Verfasst von einem der profiliertesten Kenner afrikanischer Literaturen in Deutschland.

D

er Eispanzer, der sich nach der Yellowstone-Katastrophe über die Kontinente gelegt hat, zieht sich zurück und unter der Führung einer charismatischen Präsidentin beginnt eine neue Ära der Raumfahrt. Doch die Leere zwischen den Sternen ist trügerisch. Der Klon, der schon so oft gestorben ist, dass er längst zu zählen aufgehört hat, die Raumfahrer, deren diplomatische Mission zu einem Albtraum wird, und der Wissenschaftler, dessen Liebe sich nicht in Formeln pressen lässt – sie alle müssen erkennen, dass das Universum wilder, stürmischer und ungezähmter ist, als sie es sich je vorgestellt haben. Dummgeglotzt – Wie das Fernsehen uns verblödet Alexander Kissler Gütersloher Verlagshaus

W

enn Kerner kuschelt, Klum kichert und Kallwass Krawall macht, dann ist das Fernsehen bei sich. Es belohnt Unterwerfung und bestraft die Meinung. Es verherrlicht das Fleisch und vertreibt den Geist. Es feiert sich selbst und denunziert den Menschen. Das Buch ist eine Expedition zu den Untiefen deutscher Fernsehkultur. Stöckelnde Topmodels, schwitzende Dschungelhelden und krächzende Superstars haben ihren Auftritt. Und über allem steht die knallbunte Drohung: „Bleiben Sie dran!“

E

in Ratgeber für alle, die Häuser und Wohnungen bauen, kaufen oder sanieren – mit allen rechtlichen Grundlagen. Das Buch stellt die Grundlagen von Haftung, Gewährleistung und Schadenersatz bei der Errichtung eines Einfamilien- oder Reihenhauses leicht verständlich dar und behandelt die wesentlichsten und mängelträchtigsten Baubereiche in rechtlicher und technischer Hinsicht. Die Autoren zeigen, wie Baumängel vermieden, behoben oder zumindest deren Folgen gelindert werden können. Der Ball ist bunt Diethelm Blecking, Gerd Dembowski Brandes & Apsel

F

ußball in Deutschland fasziniert mit ca. 80.000 Spielen pro Wochenende Menschen verschiedenster ethnischer und sozialer Herkunft; seien sie Spieler oder Fans, Männer oder Frauen, Mädchen oder Jungen. Sie alle haben den Fußball und sein Vereinsleben in Deutschland dadurch gründlich verändert. Inzwischen verkörpert der Fußball einen praktischen Kosmopolitismus, der jenseits von Ausgrenzungen, Rassismus und Geschlechtsbarrieren gelebt werden kann. Die 1010 einflussreichsten Personen, die es nie gab Dan Karlan, Allan Lazar, Jeremy Salter Bastei Lübbe

S

ie denken, der US-Präsident wäre der einflussreichste Mann der Welt? Weit gefehlt! Es ist der Marlboro-Man. Dies ist das ungewöhnlichste Who is who, das Sie jemals lesen werden. Erfahren Sie alles über 101 prominente Personen, die es nur in der Fiktion gibt, die unsere Kultur aber bis heute beeinflussen. Wussten Sie zum Beispiel, dass viele amerikanische Briefwähler gerne Mickey Mouse als Präsidenten hätten oder dass der Weihnachtsmann der reichste Mann der Erde ist? KLIPP Mai/Juni 2010


Filme

Ein Bolzplatz für Bouaké Willi Lemke DVA

W

illi Lemke setzt sich als UN-Sonderberater für konkrete Verbesserungen in den ärmsten und von Kriegen erschütterten Ländern unserer Welt ein. So gibt es in der vormals umkämpften westafrikanischen Stadt Bouaké auf seine Initiative hin jetzt einen Bolzplatz, auf dem die Kinder der Umgebung endlich etwas anderes als Krieg und Zerstörung erleben können und auf dem Blauhelmsoldaten mit den Rebellen Fußball spielen, statt aufeinander zu schießen. Aufmarsch – Die rechte Gefahr aus ­Osteuropa Gregor Mayer, Bernhard Odehnal Residenz Verlag

R

echtsradikale Parteien und neofaschistische Gruppen werden zu einem immer größeren Problem in den neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas. Wahlerfolge in Ungarn und der Slowakei machen ebenso Schlagzeilen wie die blutige Jagd auf Minderheiten durch paramilitärische Gruppen oder Skinheads in Serbien oder Tschechien. Die Autoren beobachten seit Jahren die wachsende Bedrohung – und sind dabei mitunter selbst in die Schusslinien geraten. In ihrem Buch beleuchten sie die rechtsextreme Szene in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Serbien, Kroatien und Bulgarien. Alles Neuro? Ralf Caspary Herder

A

ls ich dich zum ersten Mal umarmen durfte, wurde das Verliebtheitshormon ausgeschüttet. Sofort begannen sich die Schmetterlinge im Bauch zu regen. Dann folgte das Dopamin. Das wiederum stimulierte mein Belohnungszentrum, alle möglichen Gehirnregionen fanden sich nun zu einem großartigen Konzert zusammen. Ein Zaubercocktail aus Neurotransmittern durchströmte mein Gehirn.“ Was ist dran an der Hirnforschung, ihren Behauptungen und vielen Versprechungen? Vom Diesseits der Utopie zum Jenseits der Gewalt Claudia von Werlhof Centaurus

T

hema ist die Entwicklung von der feministischen Kapitalismus- und Patriarchatskritik zu der des „kapitalistischen Patriarchats“. Das heutige Patriarchat ist demnach nicht ein historisches „Überbleibsel“, das der kapitalistischen Moderne weichen wird, sondern der Kapitalismus selbst ist die neueste Variante, ja der Gipfel der historischen Entwicklung des Patriarchats. KLIPP Mai/Juni 2010

Robin Hood Abenteuer Darsteller: Russell Crowe, Cate Blanchett, Mark Strong, Matthew Macfadyen, Kevin Durand Regie: Ridley Scott

N

ach dem Tode König Richards lässt der begnadete Bogenschütze Robin den Krieg gegen die Franzosen hinter sich und kehrt zurück nach England, in ein durch Korruption und einen brutalen Sheriff gebeuteltes Nottingham. Schnell verliebt er sich in die willensstarke Witwe Lady Marion, die anfangs allerdings überaus skeptisch ist, was ihn und seine Beweggründe angeht. Er versammelt eine Truppe Gleichgesinnter und gemeinsam mit seinen Männern macht er dem Sheriff einen Strich durch seine gierige Rechnung und macht Jagd auf die Reichen, wobei er die Beute an die Armen verteilt …  Fotos: Universal Pictures International Austria GmbH

Anvil! The Story of Anvil Musikfilm www.robinhood-derfilm. www.robinho od-derfilm.atat

www.robinhood-derfilm.at

Darsteller: Steve „Lips“ Kudlow, Robb Reiner, G5, Ivan Herd, Chris Tsangarides Regie: Sacha Gervasi

AB 13. MAI IM KINO www.robinhood-derfilm.at

www.robinhood-derfilm.at

www.robin

hood-derfilm.at www.robinhood-de rfilm.at

www.robinhood-derfilm.at

film.at d-derfilm.at www.r binhoood-der www.roobinho

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.at

it 14 schworen sich KINO AB 13. MAI IM die Schulfreunde Steve „Lips“ Kudlow und Robb Reiner aus Toronto für immer zusammen zu rocken. Mit ihrer Band Anvil wurden sie zu Halbgöttern des kanadischen Metal und veröffentlichten 1982 eines der härtesten Alben in der Metal-Geschichte: „Metal on Metal“. Das Album beeinflusste eine ganze Generation von Musikern, darunter Metallica, Slayer und Anthrax. All diese Bands verkauften in der Folge Millionen von Platten, wohingegen Anvils Karriere einen ganz anderen Verlauf nahm – nämlich direkt in die Bedeutungslosigkeit. Aber Lips und Robb gaben ihren Kindheitstraum nie auf und rockten weiter, immer im Glauben daran, dass Anvil eines Tages der langersehnte Erfolg beschert werden würde. Fotos: Polyfilmverleih www.robinhood-derfilm

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www.robinhood-derfilm

film.at www.robinhood-der erfilm.at

www.robinhood-d

m.at www.robinhood-derfil

erfilm.at

www.robinhood-d

Sex and the City 2 Komödie Darsteller: Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis, Cynthia Nixon, Chris Noth

S

ex and the City 2 berücksichtigt die in der realen Welt vergangene Zeit zwischen den beiden Filmen und so spielt die Fortsetzung genau zwei Jahre nach Carries Hochzeit. Carrie, deren Ehe mit Mr. Big ein wenig kriselt, wird sich in Sex and the City 2 wie immer in skurrilen Momenten ihres Liebeslebens wiederfinden und am anderen Ende der Welt auf ihren Exfreund treffen. Samantha kämpft gegen das Älterwerden, Charlotte ist als zweifache Mutter mit ihren Kindern hilflos überfordert und auch Miranda muss den Spagat zwischen Kind und Karriere meistern. Fotos: Warner Bros. Pictures Ges.m.b.H. Die Glamour-Biester scheinen alt geworden zu sein … 51


Steiermarkmagazin Klipp Mai-Juni 2010  

klipp mai-juni

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