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AUSGABE OKTOBER | NOVEMBER 2012

Verlagspostamt 8020 Graz • P.b.b. GZ 02Z033225 M • 2 Euro

VOR STEI N IN RER USA : & KA NAD A

KLAR • STEIRISCH • UNABHÄNGIG

BRISANTES THEMA:

FUSSFESSEL

STATT HÄF'N


Mario Eustacchio

POLITI

K

MIT HA U VERST SAND

Besser für Graz! FPÖ wählen!

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Zurück geklipp t

... ins Jahr 1999 „Wende“, hieß es damals vollmundig beim Start der schwarz-blauen Koalition unter Wolfgang Schüssel und mit Jörg Haider. Heute ist erkennbar: Es war die Wende Richtung Gericht und Gefängnis. Noch nie sind so viele Regierungsmitglieder, politische Funktionäre und Manager vor dem Staatsanwalt, auf der Gerichtsbank gelandet wie in den letzten zehn Jahren. Noch nie hat es so viele Korruptionsfälle, Skandale, Betrügereien gegeben wie in den letzten zehn Jahren. Den Vogel schießt dabei unser Nachbarland Kärnten ab, das bis zum Hals im Korrup­tionssumpf steckt. Doch erst Jörg Haiders Tod im Jahr 2008 machte den Weg frei, den Saustall

hoffentlich auszumisten. Zugegeben: Der Tod eines Menschen bewegt. Die Sonne sei vom Himmel gefallen, trauerte Landeshauptmann Dörfler, als Haider mit 180 km/h bei einer 70-km/h-Beschränkung in den Tod gerast war. Zum Glück allein. Nie hat seine Tempobolzerei zu einer Anklage geführt, denn der Landesfürst und seine Kameraden konnten sich in Kärnten alles erlauben, waren sakrosankt. Die Skandale um die Hypo Alpe Adria Bank sind wohl der schlagendste Beweis dafür. Leider müssen dafür alle Österreicher – von Vorarlberg bis zum Burgenland – haften. Denn nach der Verstaatlichung benötigt sie rund 2,5 Milliarden Euro Steuergeld, um überhaupt zu überleben.

im pressu m Medieninhaber und Herausgeber: Klipp Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Helmut Dietl, Michaela Vretscher Karin Klug, Marguerita Fuller, ­ Maximilian Rombold, David Donnerer, Elisabeth Hewson. Produktionsleitung: Isabella Hasewend Produktion: Martin Druschkowitsch, Christian Wallner, Mag. Florian Offner Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Cover-Illustration:

Druck: KOOTIS d.o.o., Slowenien Abonnentenpreise: Jahresabo: 20 Euro Zweijahresabo: 35 Euro Vertrieb: Hurtig & Flink Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungs­termin: 50. Woche

Die Strafrechtsexperten Dr. Manfred Rath und Dr. Gunther Ledolter zum Thema „Opferschutz im Strafverfahren“

Opferschutz im Strafverfahren Als Anwälte sind wir in Strafverfahren ständig auch mit der Vertretung und Interessenwahrung der Opfer von Straftaten befasst. Verbrechensopfer sollten von Anfang an von ihren umfangreichen Rechten in einem Strafverfahren gegen den Täter Gebrauch machen, einerseits um eine möglichst schonende und würdevolle Behandlung durch die Strafbehörden (Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Gericht) zu erfahren, andererseits um alle Möglichkeiten auszunützen, um zumindest die aus der Straftat resultierenden Schadenersatzansprüche ersetzt zu erhalten. Verbrechensopfer haben in jedem Stadium des Strafverfahrens Recht auf Akteneinsicht und Vertretung durch einen Rechtsanwalt und sind von allen gerichtlichen Schritten zu informieren, insbesondere von einer allfälligen Einstellung des Verfahrens als auch von einer Freilassung des Täters. Der Anwalt Ihres Vertrauens hat insgesamt sehr viele Möglichkeiten, um Ihre Rechte im Verfahren bestmöglich durchzusetzen und einen Schutz Ihrer Privatsphäre und Ihrer persönlichen Sicherheit zu gewährleisten. Selbst wenn die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren aus bestimmten Gründen einstellt, kann das Opfer die Fortführung des

KLIPP Oktober / November 2012

Strafverfahrens verlangen und muss dann das Gericht darüber entscheiden, ob die Einstellung berechtigt war oder das Strafverfahren fortzusetzen ist. Im Strafverfahren können auch bereits Schadenersatzansprüche dem Grunde und der Höhe nach geltend gemacht und vom Gericht zugesprochen werden. Ein solcherart erwirktes Urteil stellt dann auch bereits einen Exekutionstitel gegen den Täter dar. Opfer von Sexualdelikten oder sonstigen Gewaltdelikten haben auch das Recht, in Abwesenheit des Täters im Rahmen einer Videokonferenz einvernommen zu werden und brauchen dann im Strafverfahren selbst nicht neuerlich auszusagen. Bei Opfern, die jünger als 14 Jahre sind, ist diese Form der Vernehmung vom Gericht ohne gesonderten Antrag durchzuführen. Man erspart dem emotional besonders betroffenen Verbrechensopfer damit die Belastung einer neuerlichen direkten Konfrontation mit dem Täter. Im Regelfall wird auch Kostendeckung für die Vertretung und Durchsetzung der Rechte des Opfers gegen den oder die Täter im Rahmen einer privaten Rechtsschutzversicherung gegeben sein.

Dr. Manfred Rath

Dr. Gunther Ledolter

Die Kanzlei Friedhofgasse 20 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at

www.rath-partner.at

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Inhalt Seite 13 Fotos: Der Macher (1), Heimo Ruschitz (1), Rothwangl Photography (1)

Fußfessel statt Häf ’n Brisantes und heiß diskutiertes Thema – auch für Sittlichkeitsverbrecher?

Seite 16

Exekutive kann Gewalt und Raubüberfälle nicht eindämmen Landespolizeidirektor Josef Klamminger im Gespräch

Seite 18

Grazer Wahl am 25. November Hat Bgm. Siegfried Nagl die Stimmen schon in der Tasche?

Seite 44

Wieder Zuversicht gewinnen Sterntalerhof hilft schwerkranken Kindern und deren Familien

SPOTS

06 08 12

Aufgeklappt Klipp als Gastgeber im St. Veiter Schlössl Teppiche, Teppiche, Teppiche: Harald Gebas Leidenschaft Arnold Schwarzenegger: Das Hasta-la-Vista-Baby-Phänomen

COVER

13 Fußfessel statt Häf ’n Brisantes Thema

POLITIK

18 Gemeinderatswahlen Wer macht das Rennen?

HINTERGRUND

39 42 44

Finale in Formel 1 Marko hofft natürlich auf Vettel Schmeckt sauer Haus des Apfels … eines aus Beton mit Kunststoff-Fenstern Wieder Zuversicht gewinnen Sterntalerhof hilft schwerkranken Kindern und deren Familien

AUTO & MOTOR

48 Expertenbefund Mazda CX - 5: „Er geht wie die Hölle, …“

GESUNDHEIT

50 Osteoporose: Das schleichende Ungeheuer

LEBEN & LEUTE

54 Kulinarische Spezialitäten aus Rosen produziert von steirischen Bauern

Seite 20

Von Timbuktu nach Kalamazoo Steirer-Delegation in USA & Kanada

GENUSS

56 Wilder Schoko-Workshop Zu Gast bei Eveline Wild

WINTERSPORT

62 Vom Holzbrett zur Schi-WM

Seite 56

STANDARDS

36 38 60 64 66

Mit Stil Lilly Lotterblume Urlaubstipps Golf Bücher & Filme

Wilder Schoko-Workshop Zu Gast bei Eveline Wild 4

KLIPP Oktober / November 2012


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Jürgen Lehner, Pepo Puch, Karl Heinz Arlati

Birgitta und Rudolf Steiner

André Stangl, Eveline Goigner, Gudrun Hosztinek

Alois Prutsch mit Gattin

Andreas Zorn, Andrea Wirnsberger, Kurt Schadl, Nicole Zingerle

Maximilian Rombold und Frau

Jelena Reisinger, Joachim Haidacher

Carina Harbisch, Birgit Windisch

Gert Maria Hoffmann mit Gattin

Stefan Hase, Klaus und Heidi Bechter, Dirk Schweinsberg

Heike Mitterhammer, Willi Bittermann

Annemarie Kumpusch, Nicole Kavc, Barbara Duller

Elfi Ortner mit charmanter Damenbegleitung

Ruth Edith Ferschli, Robert Scholz

Christian Walcher, Ursula Stross, Alexander Schlick

Theresina Jürgens, Dirk Schweinsberg, Ruth Edith Ferschli

Armin Karisch

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KLIPP Oktober / November 2012


Klipp als Gastgeber im St. Veiter Schlössl

Karl Heinz Arlati, Stefan Hase, Gonzo Renger, Jürgen Lehner

Jörg Pruckner und Frau

Erich und Doris Riavitz

Hubert Hammer, Alexander Doder

Sabina Leitner, Elke Spiller

Erika Zander, Michael Stoff

Karl Heinz Arlati, Ursula Hilberger, Andreas Oberbichler, Herbert Pirker

Daniela Gruber, Andrea Wirnsberger, Sabine Hennebichler

Rene Janger

Susane Mohapp, Ehepaar Stimpfl

Emilia Spielbichler, Peter Wiesler

Sabrina Naseradsky, Gerald Gaksch, Barbara Steiner

Ali Rosker und Begleitung

Astrid Müller, Elke Furtner-Hanisch

Andrea Steinberger, Pepo Puch, Manfred Braun mit seiner Tochter

KLIPP Oktober / November 2012

Erika Zander, Egon Oppelt

Ursula Stross, Alexander Schlick

Fotos: Heimo Ruschitz (34), Manfred Lach (1)

Monika Panzenböck, André Stangl

Als Pepo Puch den Moment schildern wollte, als er realisierte, dass er in London Gold gewonnen hatte, blieb ihm die Stimme weg – so rührte ihn die Erinnerung daran. Mit Standing Ovations halfen ihm die Zuhörer über diese „Gefühls-Klippe“ hinweg. Für jene, die nicht im Sport zu Hause sind: Der gebürtige Obersteirer war einer der erfolgreichsten österreichischen Sportler bei den Paralympics in London. Er holte dort eine Gold- und eine Bronze-Medaille. Eine unglaubliche Leistung, denn Pepo Puch hatte sich im Jahr 2008 beim Reit-Turnier in Hamburg das Genick gebrochen. Er war nach dem Unfall völlig gelähmt, konnte sich mit seiner Umwelt nur über seine Augen verständigen. Mit dem Vorsatz „meine Tochter soll mich nicht im Rollstuhl vor dem Christbaum erleben“ lernte er wieder gehen und schaffte es auch zurück aufs Pferd. Die Erzählung seines Leidensweges machte die Zuhörer betroffen, zeigte aber einmal mehr, was Hoffnung und Willensstärke schaffen können. Klipp-Teilhaber Carlo Arlati war es gelungen, mit dem St. Veiter Schlössl – Hausherr ist dort Michael Stoff – die passende Umgebung für „AUFGEKLAPPT“ zu finden. Nach der Premiere von Aufgeklappt in der Säulenhalle der Bank Austria in der Herrengasse in Graz, der Skybar am Grazer Schloßberg eine stilgerechte Fortsetzung. Die Exponate der Teppichgalerie Geba an den Wänden fanden viel Beachtung bei unseren Gästen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann haben Sie das Aufgeklappt für die neue Ausgabe – eben in der besagten Teppichgalerie in der Grazer Hans-Sachs-Gasse – entweder versäumt oder sind gerade dabei.

Klicken Sie rein: Mehr Fotos unter: „KLIPP im Bild“ auf www.klippmagazin.at

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SL PE OB TE SN & L E U T E

Ungebrochene Leidenschaft bis heute

Teppiche, Teppiche, T Von Isabella Hasewend

Harald Geba: „Meine Teppiche sollen zeitlos sein und das Handwerk in ihnen spürbar bleiben.“

Für fremde Länder, Menschen und andere Kulturen hat sich Harald Geba schon in jungen Jahren interessiert. „Und so habe ich im Alter von 17 Jahren meine Leidenschaft für Orient-Teppiche entdeckt“, er-

Harald Geba mit seinem Sohn Paul

Karl Heinz Arlati, Günter Höfler, Gudrun Winter und Harald Geba

zählt er bei der Feier zum 25-JahrJubiläum seiner Teppichgalerie klarerweise davon. Begonnen hat er nach der kaufmännischen Ausbildung – no na net – in einem klassischen Orientteppich-Geschäft in

Graz, bis ihm diese Teppiche aber zu langweilig wurden. „Mich haben eher geometrische Formen, so wie sie auf Kurden- und Nomadenteppichen sind, interessiert.“ Für ein halbes Jahr hat es ihn dann nach Lon-

Verwöhnte die Gäste kulinarisch: Ferdl Purgstaller von Ferdls Gasthof

don verschlagen, ins Mekka für antike Teppiche. „Dort habe ich die moderne Malerei für mich entdeckt und mir gedacht, das könnte man auch in modernen Teppichen umsetzen.“ Zurück von London kündigte er in

v. l.: Eröffnungsredner Wolfgang Uranitsch, Asma Kocjan und Merkur-Generaldirektor Alois Sundl

Ihre Wurzeln hat sie in Jordanien und Slowenien, außer in Graz und Salzburg lebte sie auch schon in Prag und Mailand, einen Großteil des Jahres verbringt sie auf Mallorca. Asma Kocjan darf ohne weiteres als Kosmopolitin bezeichnet werden. Die gebürtige Grazerin beeindruckte nicht nur mit ihren „AsmaArtShoppern“, kreativ gestalteten Einkaufstaschen aus Lastwagenplanen, sondern auch mit abstrakter Acrylmalerei sowie ihren Collagentechniken. In der Merkur-Galerie gab es kürzlich die Vernissage ihrer Ausstellung „Up and down“, die noch bis 22. November zu sehen ist. Die Eröffnungsrede wurde von „Metal Spray Artist“ Wolfgang Uranitsch vorgenommen. 8

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Foto: ©Heimatwerk/www.camera-obscura.at

Kreatives „Up and down“

Die Winterkreationen vom Heimatwerk weisen hohe Qualität und Handwerkskunst auf.

Trachtig schick durch die kalte Jahreszeit Alles, was mit Heimat, Volkskultur und Tradition zu tun hat, erlebt derzeit einen Boom. Auch die Trachtenmode. Wenn früher nur eingefleischte Fans den Weg zum Heimatwerk in die Sporgasse fanden, so freut man sich nunmehr über reges Kundeninteresse und gute Verkaufsabsätze. Bei der jüngst über die Bühne gegangenen Winterpräsentation steht

Qualitätshandarbeit wieder deutlich im Vordergrund. „Nahezu unsere gesamte Ware wird in der Steiermark kreiert und produziert“, erklärt Volkskultur-Geschäftsführerin Monika Primas. Das Motto der neuen Kollektion lautet „PANTHERSTRICK & LODENSCHICK“ und bietet hauptsächlich Trachtenstoffe mit Loden und Wolle – allesamt

spiegeln das steirische Lebensgefühl wider. „Wo steirisch draufsteht, ist schließlich auch Steirisches drinnen“, betont Primas. Somit bleibt das geschichtsträchtige Heimatwerk seiner Kompetenz treu: Es ist die erste Adresse, wenn es um maßgefertigte Alltags , Festtags und Sonntagstrachten sowie Männeranzüge geht.

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fern für Harald Geba die Teppiche geknüpft haben. Weil die türkischen Familien ja Bauern waren und daher nur in den Wintermonaten für Harald Geba Teppiche knüpfen konnten, schaute er sich nach einer Alternative um. „In der Türkei habe ich immer schon ein Jahr im Voraus bestellen müssen. Aber wenn jemandem ein Teppich gefällt, ihm aber die Größe nicht passt, dann wartet er nicht ein Jahr, bis er diesen erhält“, so Harald Geba. Von Nepal wusste er, dass es eine alte tibetische Knüpftradition gibt. „Es ist mir dann gelun-

Rechtsanwalt Dr. Gass und seine bezaubernde Frau

gen, zwei Ateliers in Nepal aufzubauen. Dort erfolgt alles mit der Hand – auch die Vorbereitung der Wolle. „Der Teppich hat dann, wenn er gefärbt ist, viel mehr Charme und Charakter.“ Für kreative und visionäre Typen, wie Harald Geba, spielen auch Fairness und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. „Die Zusammenarbeit in Nepal war auch mit dem Aufbau einer Schule und eines Kindergartens für Familien verbunden.“

Der KLIPPer als Buch-Autor Kritisch-satirisch, unterhaltsam und manchmal anarchisch streifen die Kolumnen des KLIPPer alias Reinhard Schuch durch den Mikrokosmos Steiermark und die Restwelt. Wie kann man sich Franz Voves und Hermann Schützenhöfer als Jacke und Hose vorstellen? Was bedeuten rote Rosen auf Facebook? Wer feiert KLIPP Oktober/November 2012

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wann und wo den Tag des Knies? Von KLIPPer Reinhard Schuch erfahren wir auch, warum Erdbeeren und Hunde wählen sollten, Geld nicht oder doch glücklich macht und warum KHG (Karl Heinz Grasser) der ideale neue Kaiser wäre. Viele dieser Kolumnen, die in den vergangenen Jahren im Steiermarkmagazin

Klipp erschienen sind, werden jetzt „in Buchform gegossen“. Der Leykam Verlag wird Überraschendes und Ironisches, augenzwinkernd auf den Punkt gebracht, aus der Gedankenwelt des Journalisten, Werbetexters und studierten Philosophen Reinhard Schuch im Frühjahr 2013 unter die Leute bringen.

Beeindruckten die Zuhörer am „Tag der Erinnerung“: die Jazz Big Band der Kunstuniversität Graz. Im Bild Rudi Roth mit Bürgermeister von Devecser.

Es war der 4. Oktober 2010, als es im ungarischen Devecser zur verheerenden Giftschlammkatastrophe kam. Nach einem Dammbruch wälzte sich eine aluminiumverseuchte Schlammlawine durch die Stadt. Es gab Tote und arge Verwüstungen. Der Hilfsappell von Rudi Roth, dem ungarischen Honorarkonsul, unterstützt vom Land Steiermark und Burgenland, löste eine Spendenflut aus. Der total verwüstete Kindergarten wurde praktisch neu errichtet. 60 Kinder zählte man beim Neubeginn am Anfang des Jahres, heute fühlen sich dort 180 Kinder gut betreut. Eine weitere hilfreiche Geste der Steiermark: Am „Tag der Erinnerung“ spielte die Jazz Big Band der Kunstuniversität Graz in Devecser groß auf.

Foto: Heimo Ruschitz

Graz als 24-Jähriger. „Ich habe mich ins Auto gesetzt, bin 10.000 km in der Türkei auf und ab gefahren, auf der Suche nach Leuten, die bereit waren, meine ersten Entwürfe in Teppiche umzusetzen. Durch Zufall habe ich in Zentralanatolien, in Konya, einen alten, urigen Türken kennengelernt, der einige Familien im Hochland von Zentralanatolien gekannt hat, die dann nach meinen fünf Entwürfen die ersten fünf Teppiche hergestellt haben.“ Das war sozusagen der Beginn. Im Laufe der Jahre sind es dann insgesamt 300 Familien gewesen, die in drei Dör-

Foto: Heimo Ruschitz

Fotos: Heimo Ruschitz Foto: ©Heimatwerk/www.camera-obscura.at

Christof Trümmer (Weingut Walter Skoff) mit Elke Furtner-Hanisch (Grazetta) und Harald Stangl (Steiermärkische Sparkasse)

SL PE OB TE SN & L E U T E

e, Teppiche

„Tag der Erinnerung“ in Devecser

Beeindruckten die Ehrengäste mit deutsch gesungenen Kinderliedern bei der Eröffnung im Frühsommer … 9

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Foto: Heimo Ruschitz

SL PE OB TE SN & L E U T E

Ohne Gage auf den Laufsteg: Stellten sich in den guten Dienst der Sache …

Durchhaltevermögen:

Stilecht: Herbert Schober (2.v.l.), der Herr der Kamele, mit erlauchten Gästen.

33. Diabetes-Gala wertvolle Korallen-Colliers für die abendliche Verlosung. Ein gelungener, unterhaltsamer Abend, den auch der ORF in einem Beitrag festhielt.

Foto: Heimo Ruschitz

Auch bei der 33. Auflage der traditionellen Benefizveranstaltung „Kostbarkeiten aus Graz“ zugunsten der Steirischen Diabeteshilfe konnten sich die Veranstalter Jutta und Gert Maria Hoffmann über ein volles Haus und viel Prominenz in der Teppichgalerie Harald Geba in der Grazer Hans-Sachs-Gasse freuen. Im Abendprogramm gab’s dann auch einen Mode-Cocktail von der Fame Boutique, die nicht nur bei Grande Dame Elfi Ortner viel Zustimmung fand. Fresh-Spa und „Thomas“Shop informierten über Beauty und Life Style, Neuroth und Bank Burgenland unterstützten ebenfalls die Veranstaltung und Juwelierin Elisabeth Gressle spendete gleich drei

Veranstalter-Ehepaar Hofmann.

Kamelfest in der Mostschenke ger ruhig geht’s dafür beim jährlichen Kamelfest zu – als Saisonabschluss gedacht. Auch diesmal gab’s ein riesengroßes Gedränge in Pechmann’s Alter Ölmühle.

„Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme“, heißt es in der Bibel. Doch in der Mostschenke der Familie Schober in Ratschendorf in der Südsteiermark versucht niemand, das Kamel durch ein Nadelöhr zu zwingen, sondern Irmgard und Herbert Schober wollen einfach, dass sich die Tiere bei ihnen wohlfühlen. Mittlerweile gibt’s schon mehr als 20, für die die Schobers das „Sorgerecht“ übernommen haben. „Da kann ich gut entspannen. Es sind einfach wunderbar beruhigende Tiere“, so Irmgard Schober. Weni-

„rotahorn“-Literaturpreisträger Kein Wort zu viel

Für ein Fest muss man natürlich auch ordentlich geschmückt sein …

Live-Painting und Jazz

Olga Flor und Cordula Simon sind

Der legendäre Jazz-Schlagzeuger Bert

die Preisträger des mit 5.000

Karl – der den Samba-Jazz von Brasilien

Euro dotierten Hans-Roth-Litera-

nach Europa gebracht hat – konzertiert

turpreises „rotahorn“. Sie über-

derzeit wieder in seiner Heimatstadt

zeugten die Fachjury, bestehend

Graz. Der gebürtige Oberösterreicher

aus Barbara Frischmuth, Alfred

übersiedelte im Jahr 1955 nach Brasi-

Kolleritsch,

Kolleritsch

lien, wo es ihm gelang, sich innerhalb

und Reinhard P. Gruber, mit ih-

kurzer Zeit als anerkannter Jazzer zu

Julian

rem literarischen Können. Die Jury lobte in ihrer Begründung

„rotahorn“-Initiator Hans Roth mit den beiden Preisträgerinnen Olga Flor (li.) und Cordula Simon (re.)

profilieren. Schon bei seinem letzten Besuch vor zwei Jahren in Graz hat er den Wunsch geäußert, ein Kon-

die literarischen Leistungen: „Kein Wort zu viel – das

so Olga Flor. Cordula Simon: „Mit ihrem im Picus Ver-

zert und einen Live-Painting-Act von Sabine Schilcher-Asen zu ver-

hat schon die früheren Bücher von Olga Flor ausge-

lag erschienenen ersten Roman ‚Der Potemkinsche

anstalten. Dies verwirklicht er nun am Donnerstag, den 8. November

zeichnet. Beim neuen Roman ‚Die Königin ist tot‘

Hund‘ gelingt ihr ein faszinierendes Portrait zweier

um 19:30 Uhr im Grazer Theater Lechthaler-Belic. Da das gleichzeitig

kommt ein raffiniertes Wechselspiel von Andeuten

einsamer Menschen – gleichzeitig eine sprachlich ex-

eine Benefizveranstaltung für „Künstler helfen Künstlern“ darstellt,

und Aussparen hinzu, das Leser rasch zu Mitautoren

zellente Darstellung der ukrainischen Landschaft. Ein

wird das an diesem Abend entstehende Werk zu Gunsten des Hilde-

macht, beim höchst riskanten Spiel um die Macht, das

Aufsehen erregendes Buch von hoher sprachlicher

Wagner-Heims, einer Seniorenpension für Künstler, versteigert.

gewonnen und im selben Augenblick verloren wird“,

Qualität.“

www.emotionpainting.at

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Wilfried Staber: „… streben nach keiner Haube, sondern wollen gute, gestandene Gasthausküche bieten.“

sozusagen ein Quereinsteiger, habe aber vor dem Lovin Hotel und Restaurant im Centercourt in St. Peter geführt.“ Wo Wilfried Staber seine Stärke als Gastgeber sieht: „Ich denke, ich habe das Gefühl, wie etwas zu sein hat.“

Hannes Kartnig nach Darmkrebs-Diagnose operiert

Gerichtsstress möglicher Auslöser

Schwere Zeiten für Hannes Kartnig

knapp 20 Kilogramm weniger Gewicht mit sich herum tragen muss. Offensichtlich waren die Belastungen der letzten Jahre – das Verfahren mit Sturm dauert ja bereits mehr als drei Jahre – für den Körper zu viel und er reagierte darauf.

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Foto Volker Wohlgemuth

Der Hirschbauer ist in der Stadt Es war ein großes Fest: Die Grazer Prankergasse – der Firmenstandort – war mit einem Zelt überdacht. Hans-Werner und Christine Schlichte luden zur Eröffnung des „Hirschbauer“ Bistro/Café. Und die vielen Gäste gratulierten zur gelungenen Gestaltung. „Wir wollen damit Kunden, Touristen und die Bevölkerung noch stärker auf bewährte Bauer-Spirituosen aufmerksam machen und gleichzeitig deren Appetit stillen“, so das Eigentümer-Ehepaar des Unternehmens Bauer Spirits. Auch für Klipp – wir haben unser Büro in der Nachbarschaft – ist der „Hirschbauer“ eine

dung gesehen. Hintergrund war die Entscheidung des Kölner Landesgerichts, die Beschneidung laufe den Interessen des Kindes zuwider und sei Körperverletzung. In dem Fernsehbericht kamen Religionsvertreter, Mediziner, Juristen, Ethiker zu Wort, und natürlich auch Betroffene, sprich Beschnittene. Es sprachen sich jüdische und muslimische Mütter für das Recht auf Beschneidung als unverzichtbaren Bestandteil ihrer Religion aus. Es wurden Betroffene interviewt, die sich für verstümmelt hielten und Mediziner äußerten Bedenken gegen den Eingriff, der zu einer Verhärtung der Eichel und geringerem sexuellen Empfinden füh-

Die Religion und die „Zipfelmütze“ des Mannes Foto: Heimo Ruschitz

„Ich werd‘ mich jetzt auch nicht von der Brücke stürzen und damit umbringen“, versuchte sich Hannes Kartnig nach dem vernichtenden Urteil im Sturm-Prozess – er war ja in erster Instanz zu fünf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt worden – selbst Mut zu machen. Bei keiner Diät oder Abmagerungskur hätte er so viel Gewicht verloren, gewann er seinem Krankenhaus-Aufenthalt noch eine gute Seite ab. Der zweimalige Aufenthalt in den letzten Wochen auf der Intensiv-Station und die Operation haben dazu geführt, dass Hannes Kartnig nun

Eine der spannendsten Diskussionen der letzten Jahre wogt derzeit in Deutschland: es geht um ein männliches Stückchen Haut, in Österreich auch Zipfelmütze genannt. Es scheint mir eine hochinteressante Diskussion, spannender als Euro, Bundesheer Light oder die Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen. Es ist erstaunlich, dass ein tausende Jahre alter Ritus, wahrscheinlich einst von Wüstenbewohnern eingeführt, um Krankheiten zu vermeiden, wo Wassermangel ausreichende Hygiene verhinderte, bis in unser High-Tech-Jahrhundert überlebt hat. Heute hat jeder eine Wasserleitung, dennoch sind 70%

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Auf die Reaktion „I’m lovin’ it“ – wie es bei McDonald’s heißt – hofft auch Wilfried Staber, dass das Restaurant Lovin in der Grazer Münzgrabenstraße wieder möglichst viele „lieben“ werden. Im Februar gingen die Rollos herunter, erst seit 10. Oktober gibt’s wieder etwas zum Papperln. Wilfried Staber ist formal dort Pächter, versteht sich aber nicht als Gastwirt, sondern als Gastgeber im Lovin. „Wir bieten nichts Überkandideltes, sondern gute, gestandene Gasthausküche mit Schmankerln. Am Abend darf es dann ein bisserl feiner sein.“ Der neue Pächter hat nicht die klassische Gastro-Ausbildung. „Ich bin

Foto: Heimo Ruschitz

Neuer Gastgeber

Das Ehepaar Schlichte von „Bauer Spirits“ und Dieter Hardt-Stremayr vom Graz Tourismus (r.) bei der Eröffnung

Bereicherung. Man kann sich dort auf ein Glaserl treffen oder was Bodenständiges und Gutes essen. Graz-Tourismus-Chef Dieter Hardt-Stremayr: „Der Hirschbauer passt gut zu unserer Genusshauptstadt-Philosophie.“

der Männer in den USA beschnitten, und hunderte Millionen Muslime, Juden und Christen sind sich beim Thema Beschneidung ausnahmsweise einmal einig. In den Vereinigten Staaten beginnt man die Beschneidung von Säuglingen inzwischen zu hinterfragen, lange Zeit galt sie als Indikation, um Pubertierende am Masturbieren zu hindern. Man blickte mit Abscheu auf die Mützenträger. Inzwischen hat es sich auch in den Vereinigten Staaten herumgesprochen, dass Masturbation weder blind macht noch das Gehirn deformiert. Ärzte sagen laut, dass die Vorteile einer Zirkumzision die Risiken nicht aufwiegen. Was aber hat 70 Millionen Amerikaner bewogen, ohne Zipfelmütze herum zu laufen, bzw. was ihre Eltern, dem Säugling noch im Krankenhaus die Zipfelmütze einfach weg zu nehmen. Seit jeher wird bei diesem Ritus etwas sehr Intimes abgeschnitten, und es geht ziemlich blutig und schmerzhaft zu. Jüdische und muslimische Väter geben zu, dass ihnen fast der Magen hochgekommen ist, als ihr Söhnchen lauthals unter dem Messer schrie. Dennoch musste es sein. In einem deutschen Fernsehsender habe ich einen Bericht über die Beschnei-

ren kann. In Österreich meinte Ariel Muzicant, das Verbot der Beschneidung sei der Vernichtung des jüdischen Volkes gleichzusetzen. Ich kann das alles nicht verstehen. Wir haben die alten Riten und Bräuche überwunden, oder? Wir legen uns, wenn wir krank sind, kein Kuhfell auf den Bauch, sondern gehen zum Arzt. Wenn es draußen blitzt und donnert, beten wir nicht gleich zum Himmel. Und wir wohnen nicht in Höhlen, sondern in gemütlichen Eigenheimen. Es gab in der Sendung auch gemäßigte Stimmen, es war ein Rabbiner, der meinte, man könne Gott auch in anderer Weise dienen als durch das Abschneiden der Vorhaut. Man müsse die Religion nach ihrem Geiste befolgen und nicht nach dem geschriebenen Wort. Mir erscheint das sehr vernünftig. Die Religion nach ihrem Geiste befolgen heißt: sich neuen medizinischen Erkenntnissen und veränderten Gefühlen der Menschen öffnen. Die Dinge ändern sich, sogar in den Religionen. Wir sollten endlich aufhören, die Träger von Zipfelmützen gegen die Glatzköpfigen auszuspielen. Was sagt eigentlich der Papst dazu? Reinhard Schuch 11

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Last Call? Damit waren die Organisatoren der Frankfurter Buchmesse heillos überfordert. Tausende drängten sich in die Halle und zu jenem Buchstand, wo Arnold Schwarzenegger die Vorstellung seiner Biographie „Total Recall“ vornahm. Die nötigen Absperrungen und die Security fehlten, denn niemand hatte damit gerechnet. „Es war beängstigend“, berichtet ein Kollege. Davon unabhängig, ob man ihn mag oder nicht: Die steirische Eiche ist und bleibt ein Phänomen, deren Popularität ungebrochen ist. Auch nach seinem Scheitern als Politiker und Gouvernator. Hollywood-Star bleibt er „forever“. Es war am 17. November 2003 – da legte der Einwanderer aus Thal bei Graz im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien seinen Amtseid als Gouverneur ab. Dabei schwor er auf die alte Familienbibel der Kennedys, die Nationalhymne sang Vanessa Williams. Jene Schauspielerin, mit der er den Film „Eraser“ gedreht hatte. Schwarzeneggers Biographie „Total Recall“ ist die klassische Story

des amerikanischen Traums: Vom mittellosen Einwanderer, der sich mit purer Muskelkraft, Willensstärke und dreistem Charme vom Bodybuilder zum Mega-Filmstar hocharbeitet und sich dann vom Serienmörder auf der Leinwand zum Staatsmann in der Wirklichkeit gewandelt hat. In naher Zukunft soll Arnold Schwarzenegger noch einmal eine Folge von „Die Wiederkehr von Conan, dem Barbar“ drehen, mit dem er den Durchbruch schaffte. Ob das gut geht? Denn Schwarzenegger ist in die Jahre gekommen. Er geht auf die 65 zu und ist gleichsam in der Spät-Spät-Phase seiner Karriere, wo auch nicht mehr alles nach Plan läuft. Auch sein Körper ist nicht der, der er in jungen Jahren war. Da müssen die Maskenbildner schon ganze Arbeit leisten, um einen jungen Conan aus ihm zu machen. Was tut einer wie er, wenn es abwärts geht oder zumindest nicht mehr aufwärts? Als Gouverneur ist er gescheitert mit seinen Plänen, hat vieles angestoßen in der Politik. Das war es aber. Der größte

Steiermark 1 legt zu Jeden Mittwoch gibt’s künftig auf Steiermark1 TV auch ein neues Magazin – „Graz im Trend“. Bei diesem Magazin handelt es sich um ein 25-minütiges Lifestyle-Magazin mit monatlicher Erscheinung. Durch die Sendung führt der Musical-Star und Direktor der MusicalAkademie Graz Christian Schmidt.

Wunsch bleibt ihm versagt: Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, wie vor ihm sein Schauspiel-Kollege Ronald Reagan. Das dürfen in Amerika nur in den USA Geborene. Alle Ansätze, die Verfassung in dieser Hinsicht zu ändern, hätten eine Zwei-Drittel-Mehrheit im US-Senat gebraucht. Was aber aussichtslos war. Obwohl es an der Zeit gewesen wäre, die Verfassung zu ändern. Arnold Schwarzenegger und Barack Obama – was haben die beiden gemeinsam? Die Verkörperung des amerikanischen Traums, allerdings jeder auf seine Weise. Dass der Populist und Film-Barbar, ein ehemaliges Muskelgebirge, einen ganz anderen Weg genommen hat als der intellektuelle Barack Obama, ist klar. Nicht auszudenken, welchen Hype eine Präsidentschaft oder auch nur die Kandidatur in Öster-

reich, in der Steiermark, in Thal bei Graz ausgelöst hätte. Kraft seiner Popularität hätte Schwarzenegger beste Chancen auf das mächtigste politische Amt der Welt gehabt. Beide Karrieren – die von Obama und Schwarzenegger – zeigen eines: Weder er als amerikanischer Übermensch auf der Leinwand noch ein distanzierter Barack Obama kann das System der USA reformieren. Davon würde auch der Rest der Welt profitieren. PS: Bei der Eröffnung der Alpinen Ski-WM in Schladming ist Arnold Schwarzenegger dabei. Er wird der große Star dort sein. Zwei Wochen später gibt es die Special Olympics auf der Planai. Da wird aus dem Kennedy-Familienclan ein Schreiber in Schladming sein, der allerdings ohne große Security durch Schladming gehen können wird.

Moderatorin Andrea Kramer bei einer Aufzeichnung der Sendung „Klug beraten“ mit Herrn Josef Klug.

Inhaltlich werden Trends in und um Graz vorgestellt. Speziell aus den Bereichen Gesundheit (gesünder leben), Kosmetik, Fitness, Wellness, schöner wohnen, Technik und Lifestyle. Weiters werden jeden Mittwoch alle Highlights der aktuellen ErsteBank-Eishockey-Liga-Spiele auf Steiermark 1 zu sehen sein. Nicht nur die Spiele der Graz 99ers wird es zu sehen geben, auch alle anderen Spiele der Erste-Bank-Eishockey-Liga. „Stadtgespräch“ zum Thema „Im Namen des Rechts“ mit Moderator Gregor Withalm, Rechtsanwältin Karin Prutsch und Christoph Morre (v. r.)

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Beängstigendes Gedränge auf der Frankfurter Buchmesse.

Foto: Brincau

Spots

Das Hasta-la-Vista-Baby-Phänomen

„Stadtgespräch“ zum Thema „Graz goes Olympia 2016“ mit Moderator Gregor Withalm, Olympionikin (Speerwurf) Elisabeth Eberl und Jutta Heger (v. r.)

KLIPP Oktober/November 2012


Coverstory

FUSSFESSEL STATT HÄF'N Brisantes und heiß diskutiertes Thema

Andrea Herberstein trägt sie, Helmut Elsner bekam sie, Hannes Kartnig, Josef Martinz, Uwe Scheuch, Dietrich Birnbacher wollen sie im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung, ein Vergewaltiger erhielt sie erst durch das Urteil des Höchstgerichts – die elektronische Fußfessel. Nichts wird in Österreich derzeit so heiß diskutiert wie die Frage: Wer soll eine Fußfessel bekommen und wer nicht? Die Fußfessel ist ein Quantensprung in der Strafjustiz, erspart sie doch den Betroffenen die Haft. Sie ist für jeden eine gewaltige Erleichterung, da er nicht hinter Gitter muss, sondern – allerdings eingeschränkt in seiner Bewegungsfreiheit – die Strafe in Freiheit verbüßen kann. Besonders Prominente, die vom Gericht verurteilt sind, werden mit allen Mitteln versuchen, eine Fußfessel-Genehmigung zu „ergattern“. In Österreich wird die Liste der potentiellen Kandidaten durch die Korruptionsfälle der letzten Monate und Jahre fast täglich länger. Generell könnte die Fußfessel aber auch der Beginn für ein Umdenken in der Strafrechtsprechung werden, das behaupten liberale Experten in etlichen europäischen Ländern. Andere wiederum fürchten, dass damit der Kriminalität die Tore noch mehr geöffnet werden, weil die abschreckende Wirkung einer Haft doch unbestreitbar sei. Ein Hauptargument der Befürworter der Fußfessel, die eines vorausschicken: Gewalttäter sollten keine Chance auf eine Fußfessel bekommen, aber andere Verurteilte sehr wohl, denn dann könnten diese auch arbeiten und Geld verdienen KLIPP Oktober /November 2012

und so ihre Strafe abstottern. Das sei vernünftig und diene auch der Gesellschaft. Abgesehen davon, dass der Betreffende keinen Platz im Gefängnis besetzt – Heizung, Essen, Unterkunft vom Staat bekommt. Je weniger Wärter, desto billiger ist auch das System. Die Idee des seinerzeitigen Justizministers Christian Broda in der Ära Kreisky, eine Welt ohne Gefängnisse zu entwickeln – na die wird es nicht

geben. Aber eine liberalere schon. Nur für wiederholende Gewalttäter, Mörder sollte das Gefängnis da sein. Sie gehörten weggesperrt. Was bei Wirtschaftsverbrechern schon anders aussieht. Man nehme nur das Beispiel des Kärntner ExÖVP-Chefs Josef Martinz oder des Steuerberaters Dietrich Birnbacher. Bei beiden ist die Wiederholungsgefahr für eine Tat praktisch null. Daher fällt ein Hauptgrund für

eine Gefängnisstrafe weg. Im Fußfessel-Vollzug könnten sie in der Sozialarbeit eingesetzt werden und damit würden auch sie dem Staat nichts kosten, sondern durch ihre Arbeit auch einen Beitrag der Gesellschaft gegenüber leisten. Sollte ein Fußfessel-Träger immer wieder vorgeben krank zu sein, dann läuft er allerdings Gefahr, für diese Zeit im Gefängnis zu landen, sollte er

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rungshilfe) verbunden ist. Bei Verwendung einer mobilfunkangebundenen elektronischen Fußfessel kann der Standort des betroffenen Menschen rund um die Uhr überwacht und kontrolliert werden.

genau festgelegt; falls es zu Fehlermeldungen kommt, wird der Überwachte kontaktiert, der sich dann rechtfertigen muss. Bei häufigen oder gravierenden Verstößen kann so die Bewährung widerrufen wer-

Foto: BMJ

Coverstory

nicht wirklich ins Spital gebracht werden müssen. Natürlich bietet die Diskussion um die Fußfessel ein weites Feld für Kabarettisten und Cartoonisten. Diese orten schon einen neuen Trend zur Fußfessel. Und auch die Diskonter und Handelsketten wie Lidl, Hofer, Spar, Obi überlegen bereits – so sieht es zum Beispiel Klipp-Cartoonist PaulAlltag – spezielle attraktive Angebote.

Justizministerin Beatrix Karl: strengere Auflagen für Fußfessel-Genehmigung

zu nah an den „Zielort“ gelangt, wird Alarm ausgelöst. Eine der neuesten Entwicklungen ist eine Fußfessel, die einen Sensor Wie funktioniert nun die Fußfessel? Die elektronische Fußfessel ist mit einem Sender ausgestattet, der mit einem stationären Empfänger per Telefonnetz oder per Mobilfunknetz mit der zuständigen überwachenden Behörde (im hessischen Pilotprojekt ist dies die Bewäh-

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Der Tagesablauf des Straftäters wird vorher in einem Wochenplan

den bzw. der Haftbefehl wird wieder in Vollzug gesetzt. Oftmals wird die Anwendung der Fußfessel unzutreffenderweise als „Kuschelvollzug“ dargestellt. Tatsächlich hat Frankreich im Rahmen seines Pilotprojekts nun die Anwendung der Fußfessel auf sechs Monate beschränkt, weil nach dieser Zeit die ersten psychischen Ausfälle zu beobachten sind. Der Grund hierfür ist, dass kein direkter physisch wahrnehmbarer Druck von außen (durch Mauern, Gitter, Wachpersonal usw.) auf den Träger ausgeübt wird. Stattdessen muss der Verurteilte sich selber disziplinieren. Für ihn gibt es nur die viel abstraktere Drohung, dass ihn die Polizei nach einem Verstoß wieder einfangen wird. Den physischen Druck muss der Verurteilte selber auf sich ausüben. In den USA und auch in einigen europäischen Ländern wird eine Variante der Fußfessel mittlerweile auch eingesetzt, um Unterlassungsbefehle durchzusetzen: Menschen, die sich dem Wohnort einer anderen Person nicht weiter als x Meter annähern dürfen, erhalten für einen bestimmten Zeitraum eine Fußfessel und eine passende Senderbox. Diese Verurteilten dürfen sich weiterhin frei bewegen. Wenn sich aber die Fußfessel von der Box weiter als einige Dutzend Meter entfernt oder der mit GPS ausgestattete Sender

mit Hautkontakt enthält. Dieser prüft ununterbrochen, ob der Träger Alkohol im Blut hat. Mit diesem Mittel sollen Täter, die ihre Verbrechen unter Alkoholeinfluss begangen haben, zur Abstinenz verurteilt werden. Diese Herangehensweise scheitert in Deutschland jedoch an der Gesetzgebung, nach welcher der Konsum von Alkohol nicht strafbar ist. Sich selbst oder andere gefährdende Personen können jedoch zwangsweise in therapeutische Einrichtungen überstellt werden. Österreich: Neuregelung der Fußfessel ab Jänner 2013 Bis jetzt bezahlt der Überwachte für die Fußfessel 22 Euro pro Tag, die täglichen Kosten von fünf Euro für die Technik und unterstützt mit dem Restbetrag den Freigänger betreuenden Verein „Neustart“. Hunderte Anträge liegen bereits bei den zuständigen behördlichen Stellen. Eine spezielle Regelung soll laut Justizministerin Beatrix Karl ab 1. Jänner 2013 für Sexualstraftäter gelten. Demzufolge soll jeder Sexualstraftäter zumindest einen Teil seiner Haftstrafe absitzen. Dieser Vorschlag stößt auf Kritik: Der Innsbrucker Strafrechtler Schwaighofer meint, dass eine solche Bestimmung möglicherweise gleichheitswidrig ist. Speziell bei Sexualstraftaten, die Jahrzehnte KLIPP Oktober /November 2012


zurückliegen, könnte eine Fußfessel gerechtfertigt sein: Etwa wenn eine Verurteilung erst Jahre nach der Tat erfolge, da das Opfer so spät Anzeige erstattet habe, der Täter in der Zwischenzeit gerichtlich unauffällig war, sich vielleicht einer Therapie unterzogen habe und eigentlich keine Gefahr des Rückfalls mehr besteht. (Quelle: ORF-Morgenjournal) Beim Verein „Neustart“, der sich um entlassene Straftäter kümmert, ist man äußerst zufrieden mit dem Vorschlag Karls, vor der Vergabe

KLIPP Oktober /November 2012

wird größer und dadurch eventuell auch die Abschreckung. In Deutschland und den Nachbarländern wird auch darüber diskutiert, ob man nicht auch Hooligans eine Fußfessel verpassen sollte. Diese sind ja stets gewaltbereit – das sieht man ja Woche für Woche auf den Fußballplätzen – und man könnte damit Ausschreitungen und Krawalle schon im Vorfeld erkennen. Zu einer entsprechenden Regelung hat man sich allerdings bisher nicht durchgerungen.

Coverstory

Gewalt- und Sexualstraftäter: bei Fußfessel für sie gibt es Empörung

einer Fußfessel das Opfer zu hören, wenn es dies wünscht. „Da hätten wir dann einen ‚Link‘ zum Opfer und wären eine Ansprechstelle“, sagte „Neustart“-Sprecher Zembaty zur APA. Seinen Angaben zufolge hatte „Neustart“ bisher 22 Fälle von Sexualstraftätern mit Fußfesseln in Betreuung, in keinem Fall sei es zu einem Rückfall gekommen. Die eigene Schuld einzusehen, statt sich als Opfer der Justiz zu sehen, sei eine Anforderung, welche die Bewährungshelfer an ihre Klienten stellen. Hundertprozentige Sicherheit wird aber selbst durch Satellitentechnik nicht erreicht. Dass ein pädophiler Täter sich weder Schulen noch Kindergärten oder Spielplätzen nähert, sei speziell im urbanen Bereich ziemlich ausgeschlossen. Der Vorteil der GPS-Fußfessel: Sie kann einen Beweis für eine Anwesenheit am Tatort darstellen – die Entdeckungswahrscheinlichkeit

Fußfessel mit GPS-Sender Bei einem Besuch in Spanien, wo das Modell bereits breitflächig zur Anwendung kommt, hat sich Justizministerin Beatrix Karl über die praktische Anwendung des Systems informiert. „Das Modell würde auch in Österreich Sinn machen“, glaubt sie. Die Behörden in Spanien haben laut Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón sehr gute

Erfahrungen mit der GPS-Fußfessel gemacht, erklärte Karl. Diese hätten „gezeigt, dass GPSFußfesseln den Vorteil haben, gewisse Orte für den Sexualstraftäter zu sperren. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass der Alarm losgeht, sobald sich der Täter dem Wohnort oder dem Arbeitsplatz des Opfers nähert oder er einem Kindergarten zu nahe kommt“, erfuhr die Justizministerin. Besonders interessant findet Ministerin Karl die spanische Fußfesselmodell-Variante, bei der auch die Opfer mit einem solchen GPSGerät ausgestattet werden können und automatisch alarmiert werden, sobald sich der Täter ihnen nähert. „Man erklärte mir, dass es für die Opfer aus psychologischer Sicht ein sehr wichtiger Punkt ist, da sie sich dadurch sicherer fühlen“, sagte Karl. Der zurzeit wohl weltweit bekannteste Träger einer elektronischen Fußfessel ist WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Keine Chance auf eine Fußfessel hatte der ehemalige israelische Staatspräsident Mosche Katzav. Er bekam wegen wiederholter Nötigung und Vergewaltigung von Mitarbeiterinnen eine achtjährige Haftstrafe. Ein mutiges Urteil der Richter gegen den höchsten Repräsentanten des Staates. Sie lehnten auch den Antrag auf eine Fußfessel ab. Mosche Katzav muss nun seine Strafe – nicht privilegiert durch einen „Kuschelvollzug“ – absitzen.

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politik

Grazer Ex-Polizeidirektor Charly Müller: Bürger verunsichert, wohin

Brutalität und Gewalt machen „40-jährige Frau am Nachmittag in der Annenstraße brutal niedergeschlagen und ausgeraubt“; „Drogensüchtige zwingen in Leoben Pensionisten zur Herausgabe seiner Geldtasche“; „Jugendliche gehen mit Messern aufeinander los, drei Schwerverletzte“; „Ehepaar geschockt: vermummte Gestalt steht mitten in der Nacht im Schlafzimmer.“ Viele Steirer fühlen sich zusehens unsicher, fürchten sich. Einbrecher bei Karl Müller, Grazer Ex-Polizeidirektor. Seine Familie dadurch geschockt.

Es kommt zum Glück aber – noch nicht, wie in anderen europäischen Städten – zunehmend zu Morden, Schießereien unter Straßenbanden, Drogenkartellen. Eine Tatsache ist, dass kriminelle Gewalt und Brutalität der Verbrechen in der Steiermark eine neue Dimension erreicht haben. Ein Beispiel dafür: Zwei Männer steigen kürzlich über einen Balkon in St. Peter in Graz in eine Wohnung ein, bedrohen ein dreizehnjähriges Mädchen mit der Pistole und rauben alles, was ihnen wertvoll erscheint. Das Mädchen hat einen Schock fürs Leben.

ler selbst hielt sich im Haus auf. Sein Schwiegersohn, der nach Hause kam, erschrak über einen unbekannten Mann im Garten. „Suche Katze“, antwortete dieser in gebrochenem Deutsch. In diesem Augenblick war klar, dass es sich um einen Einbrecher handelte. Müllers Schwiegersohn wollte ihn festhalten, der Mann riss sich los und entkam über die Hecke. „Später haben wir erfahren, dass in den umliegenden Häusern auch eingebrochen worden war“, so Müller weiter. „Unsere Enkelkinder – ei-

ner ist neun und der andere zwölf Jahre – haben seitdem wirklich Angst und wir müssen jetzt immer alles absperren. Wir sind völlig verunsichert.“

sondern leider auch ,Gesindel‘. Wir sind ein Eldorado für kriminelle Typen“, formuliert Charly Müller. In seiner aktiven Zeit hatte er 900 Beamte in Graz zur Verfügung, die für die Sicherheit in der Stadt sorgten und verantwortlich waren. Jetzt sind es fast 400 Streifenpolizisten weniger. „Da fragt sich jeder: Wie soll das denn funktionieren? Ich habe noch viele Kontakte zu den Kollegen und die sind natürlich zermürbt, resignieren.“

„Brauchen mehr Polizisten auf der Straße“

„Die Politik des Innenministeriums ist falsch. Die Verantwortlichen in der Polizei stehen dem machtlos gegenüber. Aber in dieser Situation muss die Politik im Land, in der Stadt auftreten und dagegen mobilisieren, müssen Maßnahmen gesetzt werden.“

Der pensionierte Polizeidirektor sieht die Dinge sehr pragmatisch: „Wir haben offene Grenzen. Das ist nun Mal so. Aber daher brauchen wir für die Aufrechterhaltung der Sicherheit mehr Polizisten als früher und nicht weniger. Weil ja jeder zu uns rein kann – aus den Nachbarländern, bis nach Tschetschenien und Afghanistan. Da kommen nicht nur die guten Arbeitswilligen,

Diesen „Mangel“ an Streifenpolizisten registrieren natürlich auch Banden und Kriminelle, wie Klipp aus Gesprächen mit Polizeibeamten schon in der Vergangenheit weiß. Der Drogenhandel auf der Straße oder auch in den Parks läuft deswegen so gut, weil sich die Dealer ungestört fühlen. Auch Ex-Polizeidirektor Karl Müller sieht da Handlungsbedarf: „Wir haben zu wenig Sheriffs auf den Straßen, zu wenig Fußstreifen in Wohngebieten und damit zu wenig Kontakte zur Bevölkerung. Ich

Begonnen hat seine Karriere in der

Polizei gegene die zunehmende Bru-

Klamminger: Wir verfügen über ei-

Exekutive als Streifenpolizist in

talität und Gewalt tun kann und wird.

nen so genannten Sicherheitsmoni-

der Karlauer Straße. Erstmals gibt

Das ausführliche Interview gibt’s im

tor. Da kommen täglich die Meldun-

es durch die jüngste Reform in der

Dezember-Klipp. Wir sprachen mit

gen herein, wo was passiert. Es ist ein

Exekutive seit 1. September 2012

ihm bereits vor knapp einem Jahr –

Anfallsdatenvolumen, wo wir täglich

einen „Landespolizeidirektor“.

damals allerdings noch als Sicher-

schauen können, wo sich was be-

„Besser davon“ kam der fast schon legendäre Grazer Polizeidirektor Charly Müller, heute in Pension. Es geschah in seinem Haus in der Ragnitz, in unmittelbarer Nachbarschaft zum LKH Graz. Es war Mittag, Mül-

Zu Gast bei „Aufgeklappt“

heitsdirektor – über die Herausforde-

wegt. Wir erkennen sofort, wo die so

Dieser heißt Mag. Josef Klamminger.

rung für die Exekutive im Bezug auf

genannten Hotspots sind, sich Delik-

Damit ist er der ranghöchste Sheriff

die wachsende Gewalt und den Dro-

te häufen.

in der Steiermark.Landespolizeidi-

genhandel. Im Folgenden einige Pas-

rektor Josef Klamminger ist die

sagen daraus.

Hauptperson bei „Klipp

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Und da können wir dann Maßnahmen

Aufge-

setzen. Ob das nun Dämmerungsein-

klappt“ für diese Ausgabe. Dort be-

Was tun sie gegen die zunehmende

brüche

antwortete er die Fragen, was die

Gewalt auf der Straße?

Wohnungseinbrüche … Sobald sich

sind,

Taschendiebstähle,

KLIPP Oktober/November 2012


wird das führen?

Vermögen ungleich verteilt

Angst frage mich, ob es nötig ist, dass am Tag die Streifen zu zweit unterwegs sind. Eine andere Lösung hier würde das Sicherheitsgefühl der Menschen beträchtlich erhöhen. Und die Verbrecher würden das natürlich auch sofort registrieren. Das wirkt einfach.“

Es ist eine logische Konsequenz der offenen Grenzen, dass damit auch immer mehr Wirtschaftsflüchtlinge und so genannte Asylanten ins Land kommen. Österreich ist mittlerweile bekannt dafür, dass es hier sehr, sehr liberale Bestimmungen gibt – näm-

lich beträchtliche finanzielle Hilfe und eine gesundheitliche Versorgung –, die natürlich von Menschen ausgenutzt und auch missbraucht werden. Die Kosten dafür steigen jährlich. Auf der anderen Seite fehlt aber wieder das Geld für Maßnahmen – etwa im Gesundheits- oder Pflegebereich – für die Österreicher selbst. Ex-Polizeidirektor Karl Müller: „Da passt leider vieles nicht mehr zusammen. Müssen wir der Sozialstaat für Europa sein? Ich bin kein Rassist, aber auf diese Probleme muss die Politik viel, viel entschiedener reagieren und vernünftige Lösungen finden.“ Und er bringt ein Beispiel: In einem Asylantenheim in Kärnten habe ein Abschub-Kandidat über Zahnschmerzen geklagt. Zwei Beamte mussten daraufhin als Eskorte mit ihm nach Klagenfurt fahren und Stunden später wieder zurück. Am nächsten Tag gab ein anderer Abschub-Kandidat Zahnschmerzen vor und es kam wieder zu einem Ausflug. Karl Müller: „Da muss man einfach über andere Lösungen nachdenken. Das gibt es ja nirgends auf der Welt.“

der Kontrolldruck erhöht, geht auch

dort wäschst man mit der Gewalt auf,

die Zahl der Delikte zurück.

mit der Kalaschnikow. Diese Einstel-

„Für die Menschen“ – das weiß Karl Müller aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung – „ist nun Mal das Gefühl, an einem Platz sicher leben zu können das Wichtigste. Ganz unabhängig davon, ob du wenig oder viel hast. Keine Sorge und Angst haben zu müssen, dass plötzlich ein Unbekannter am helllichten Tag bei dir im Wohnzimmer steht und dir eine über den Schädel hauen will. Die Verunsicherung der Menschen, die in den letzten Jahren zugenommen hat, ist letztlich auch ein Grund dafür, dass die positive Einstellung gegenüber der EU zu wünschen übrig lässt.“

lung nimmt man dann mit und lebt in Aber bei Gewalttaten bleibt der

Österreich damit. Da gehört umerzo-

Eindruck von täglich mehr.

gen, im Kopf etwas geändert.

Klamminger: Es gibt einfach Ethni-

Am Stammtisch heißt es dann:

en. Die Italiener sind zum Beispiel an-

„Dann soll man die einfach nicht

ders in ihrer Mentalität als die Nord-

nach Österreich einreisen lassen.“

deutschen – das ist so. Das hat aber nichts mit Diskriminierung zu tun.

Klamminger: Das funktioniert so nicht. Es kommen mit denen, die be-

Es ist klar: Wenn sie in Tschetscheni-

rechtigt kommen, leider auch „Fal-

en nichts anderes haben als Krieg –

sche“ mit.

KLIPP Oktober/November 2012

Die Österreichische Nationalbank hat das Vermögen privater Haushalte unter die Lupe genommen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Ungleichheitsverteilung von Vermögen in Österreich „ausgeprägt“ sei – und zwar noch deutlicher als bei den Einkommen. Der Besitz der breiten Masse fällt denkbar bescheiden aus. So hat das ärmste Zehntel der insgesamt 3,77 Mio. Haushalte höchs-

tens 1.000 Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Das reichste Zehntel verfügt über mindestens 542.000 Euro, ohne Grenze nach oben, fühlt sich aber nur durchschnittlich reich. Als eine der wichtigsten Vermögensquellen nennt die OeNB-Studie das Erben: Im wohlhabendsten Fünftel der Haushalte haben 65 Prozent der Haushalte geerbt, im ärmsten nur zehn.

Steirisches Umwelt-Know-how … auch Oberösterreich setzt darauf Der Erfolg der steirischen Umweltoffensive „Denk KLObal, schütz den Kanal!“ wirkt über die Landesgrenzen hinweg. Mit dem Umwelt-Know-how aus der Steiermark macht jetzt auch Oberösterreich gegen die Entsorgung von Müll über die Kanalisation mobil. Mit dem „Know-how-Import“ in Form der weiß-grünen Erfolgskampagne will Oberösterreich nun jährliche Mehrkosten in Höhe von 7 Mio. Euro in den Griff bekommen, die nur deshalb entstehen, weil Hygieneartikel, Feuchttücher, Katzenstreu, Speisereste,

Altöle, sogar verstorbene Haustiere u.v.m. einfach in der Toilette „runtergespült“ werden. Auf diese Weise fallen überflüssigerweise rund 6.000 Tonnen Rechengut und 4.500 Tonnen Kanalräumgut pro Jahr an, für dessen Beseitigung die Allgemeinheit bezahlen muss. Für die Konzeption und Umsetzung der Kampagne zeichnet die Grazer Werbeagentur josefundmaria verantwortlich. Sie hat schon früh auf Umweltthemen gesetzt und entwickelt mit ihrem Wissensvorsprung besonders nachhaltige Kommunikationsstrategien.

Wann gibt’s die Wiedergeburt der Roten? 2004 war das Jahr des GAK – die Grazer holten den ersten und einzigen Meistertitel und mit dem Cup sogar das Double. Seit voriger Woche ist der GAK mit dem 4. Konkurs – endgültig? –nur noch Geschichte. Weil insgesamt „läppische“ 25.000 Euro fehlten. In den vergangenen Jahren wurden zur Weiterführung nach drei Konkursen mehr als zehn Millionen Euro aufgetrieben. Harald Fischl, schon einmal GAK-Präsident gewesen, will versuchen, den Verein doch noch am Leben zu erhalten. Benedikt Bittmann ist noch immer Präsident des GAK, aber einer ohne einen Klub. Es ist schwie-

rig, gerade jetzt eine Prognose zu wagen. Aber der GAK wird ganz bestimmt wieder versuchen, aus dem Konkurs heraus zu kommen. Möglich, dass sich die Retter erst im Zuge des Konkursverfahrens zu erkennen geben. Warum der Konkurs für einen Fußballklub so verhängnisvoll ist: Weil nach den Statuten des österreichischen Fußballbundes jeder Verein praktisch ganz unten – was die Spielklassen betrifft – anfangen muss und es Jahre dauert, bis er überhaupt wieder die Chance bekommt, in die zwei obersten Spielklassen des österreichischen Fußballs aufzusteigen. 17

politik

Was heißt durchschnittlich reich?


Politik

Wer geht hin? Wem soll man glauben? Hat Nagl seine Stimmen schon in der Tasche? Drei große Unbekannte gibt es für die Grazer Wahl am 25. November. Und: Nur noch sieben statt neun Regierer – das macht sie spannend.

Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren kam praktisch nur noch jeder Zweite zur Stimmabgabe. Am 25. November wird die Wahlbeteiligung – sie betrug 57,9 Prozent – einen noch entscheidenderen Einfluss auf die Zusammensetzung der künftigen Stadtregierung haben. Warum gerade diesmal? Weil durch die Wahlreform im Land auch in Graz verkleinert wird: Künftig werden in der Stadtregierung nicht mehr neun, sondern nur noch sieben Regierer sitzen. Der Gemeinderat wird von 56 auf 48 Sitze verkleinert.

würde Siegfried Nagl mit seiner ÖVP von vier auf drei Sitze in der Stadtregierung zurückfallen. Er könnte sich dennoch seine Koalitionspartner auswählen. Denn SPÖ, Grüne, KPÖ und FPÖ werden – das

Das Wählerpotential von FPÖ, KPÖ und Grünen (immer auf der Grundlage von knapp 55 Prozent Wahlbeteiligung) schätzen Wahlstrategen und Meinungsexperten auf zwischen 15.000 und 20.000

Sitze in der siebenköpfigen Stadtregierung zu errennen.

Siegfried Nagl selbst spricht ja immer von gewünschten 50 Prozent plus eine Stimme. Umgelegt auf die Stadtregierung bedeutet das vier Sitze. Das wäre die absolute Mehrheit und er könnte damit allein regieren, müsste keine Koalition eingehen. Ein solches Ergebnis wäre aber ein politischer Erdrutsch, wie er Waltraud Klasnic im Jahr 2000 im Lande gelang. Zwischen dem Am meisten zu verliegroßen Triumph ren hat Bürgermeisund einer bitteter Siegfried Nagl mit ren Niederlage seiner ÖVP. Daher ist kein so weiter pflastern seine WahlWeg. Verfehlt kampfmacher – wie Nagls ÖVP den Franz Voves vor der dritten Sitz beiLandtagswahl – die spielsweise nur Stadt mit Plakaten um 100 Stimmen förmlich zu und überoder noch wenischwemmen sie mit ger, dann würde Broschüren. Sie wis- Siegfrie Nagl macht auch eine gute Figur auf dem Laufsteg ­– wie bei einer Benefiz-Modenschau in der Grazer Oper im „flotten dieser SPÖsen um die Gefahr, Dreier“ mit Justizministerin Beatrix Karl und Stadträtin Sonja Grabner . Doch es bleibt spannend: 7 Regierungssitze gibt‘s im Chefin Martina auch wenn Siegfried Rathaus, 4 möchte er, aber bei unglücklicher Wahlarithmetik könnten es gar nur 2 werden. Schröck in den Nagl schon wie der Schoß fallen. sichere Sieger aussieht. Denn sei- scheint fix – nur je einen Sitz schaf- Stimmen ein, möglicherweise auch Doch ein solches Szenario will sich ne Mitbewerber sind im Vergleich fen. Welche Rechnung liegt dieser knapp darüber. Damit scheint ein in der Grazer ÖVP zurzeit niemand zu ihm nur schwach vertreten. Auf Ansage zugrunde? Für einen Sitz zweiter Stadtregierungssitz in wei- auch nur vorstellen. der Grundlage der letzten Wahl- in der Stadtregierung werden rund ter Ferne. Aber auch die Chancen ergebnisse aus dem Jahre 2008 14.000 gültige Stimmen nötig sein. der SPÖ sind ganz gering, zwei 18

KLIPP Oktober /November 2012


Lisa Rücker, Grüne:

Martina Schröck, SPÖ:

Mario Eustacchio, FPÖ:

Elke Kahr, KPÖ:

Er will in Graz anders denken lassen. Mit wem er nach Aufkündigung seiner Koalition mit den Grünen regieren wolle? „Ich bin für alles offen, habe jedoch nur mit den Grünen eine Koalition aufgelöst, während die KPÖ nach wie vor ein guter Partner ist.“

Sie verlangt Tempo 30 für ganz Graz. Doch auch das regt die Bürger offensichtlich nicht mehr auf.

„Ein kleines Plus. Man muss realistisch sein. Man kann in einem Jahr nicht alles umdrehen. Es dauert, bis wir als Partei wieder wahrgenommen werden. Bürgermeister Siegfried Nagl lässt eine thematische Blase nach der anderen steigen. Sein Büro ist eine Werbeagentur, die heiße Luft produziert.“

Zum Feminismus: „Ich bin nicht für den Feminismus. Der zipft mich voll an. Dieses ständige Labern, den Frauen gehe es so schlecht und jetzt müssen wir alles über einen Kamm scheren, zum Beispiel bei den Aufnahmetests auf der Med-Uni. Zu allererst muss die Qualität in den Vordergrund gestellt werden. Ich komme aus der Privatwirtschaft und da hat nur die Qualifikation gezählt.“ Zum Moschee-Bau: Die bosnischen Moslime haben sich von radikalen Strömungen abgegrenzt? „Sagen kann man vieles.“

„Eine Koalition mit der ÖVP kann ich mir nicht vorstellen. Die ÖVP ist die Hausherren-Lobby. Wir aber tun viel für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Und letztlich hat die ÖVP dann auch weniger Arbeit und Sorgen. Es ist kein Ziel von uns, Kleinund Mittelbetriebe zu enteignen.“ Und zu Großbetrieben: „Es ist wichtig, dass Bildungs- und Gesundheitsbetriebe – also Betriebe der Daseinsvorsorge – staatlich bleiben.“

Während ÖVP die Stadt mit Wahlwerbung überflutet, tun sich die übrigen Parteien schwer, sich bemerkbar zu machen. Eine Gemeinsamkeit zwischen Nagl und Schröck: die Farbe rosa.

Rotes Wunder wäre nötig Die Grazer SPÖ hat mit der neuen SpitzenkandidatinMartinaSchröck kein schlechtes Pferd ins Rennen um zusätzliche Wählerstimmen geschickt. Schröck ist zielorientiert, umgänglich und verfügt über adäquate Sozialkompetenz – sie will den Grazern wieder Visionen und Perspektiven verleihen. Um jedoch an alte Glanzzeiten der ehemaligen Bürgermeisterpartei anzuschließen, bedürfte es eines roten Wunders. Nur 19,74 Prozent stimmten 2008 für die SPÖ, wonach das erklärte Ziel nun lautet: stärker werden, Platz zwei halten und als etwaiger nächster Koalitionspartner der Nagl-VP gut im Rennen bleiben. Die Grazer werden nämlich bewährterweise Siegfried Nagl zum eindeutigen Sieger küren. Es genügt, sich unters Volk zu mischen und zu erfahren, welche Partei die Leute wählen – natürlich ÖVP – „da kann nichts schiefgehen“. Indes versucht Schröck mit KLIPP Oktober /November 2012

frischen Kandidaten – niemals zuvor gab‘s ein derart junges Stadtteam – die SPÖ wieder aufzurichten. Formuliert werden klassische rote Ideen sowie die konkrete Forderung gegen Jugendarbeitslosigkeit, mittels Arbeitsressort aktiv zu werden. Gleichzeitig bespielt man „grüne“ Themen. Neben Martina Schröck und Michael Grossmann finden sich auf den ersten 12 Listenplätzen fünf weitere Kandidaten, die noch nicht im Gemeinderat sitzen. Gemeinsam bewirbt man Bildungsaspekte – jedes Kind soll einen Pflichtschulabschluss erhalten – und tritt für verbesserte Lebensqualität sowie leistbares Wohnen ein – im Grazer Osten soll es künftig mehr Gemeindewohnungen geben. Auch sollte die Landeshauptstadt Kleinstunternehmen Mikrokredite zur Verfügung stellen.

Sanfter als von FPÖ-Seite üblich So fällt die Kritik des blauen Spitzenkandidaten Mario Eustacchio gegenüber seinen Mitbewerbern aus. „Bei dieser Wahl könnte für viele Parteien vieles möglich werden“, mutmaßt ein (noch) locker und gelassen wirkender Eustacchio. Obendrein darf man gespannt sein, ob der Termin eine höhere Wahlbeteiligung gegenüber Jänner 2008 (nur 57,90 Prozent) mit sich bringt. Inhaltlich bleibt er ja den blauen Klassikern (Sicherheit, Migration usw.) treu, schafft aber mit politischem Hausverstand laut Umfragen neues Vertrauen – nicht zuletzt bei Unentschlossenen. Sein Vorsatz: kein hetzerischer Wahlkampf – sanfter als von freiheitlicher Seite üblich. Dennoch aber geißelt er Nagls in Watte verpackte Machtgier. „Im Verlauf dessen Amtszeit verdoppelte sich der

Grazer Schuldenberg auf 1,3 Milliarden Euro“, so Eustacchio. Die Ausgangslage der Blauen Mit 10,85 Prozent abgegebener Wählerstimmen bei den vergangenen Wahlen und der damaligen Aufregung um Exchefin Susanne Winter setzt man sich nunmehr 16% als untere Zielgrenze. Dahingehend spricht eines fix für den neuen Stadtparteiführer: seine authentische Art. Diese könnte bei mehrerlei Gruppierungen Gefallen finden. Er selbst hat ja vom Lehrling bis hin zum Akademiker sowie Banker und nunmehrigen Politiker einige Stationen durchlaufen – er kann offensichtlich mit jedem gut.

H. Dietl

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Politik

Foto: Stadt Graz, Fischer

Foto: Volker Wohlgemut

Foto: KK

Foto: Stadt Graz, Grüne

Foto: Heimo Ruschitz

Siegfried Nagl, ÖVP:


KLIPP SPEZIAL

Von Timbuktu nach Kalamazoo Chancen aufspüren und nutzen – dazu weilte eine steirische Wirtschaftsdelegation auf Kurztrip in den USA und Kanada

H

ey, Freunde! Hat schon einmal einer von Euch was von Kalamazoo gehört? Nein, nicht von Tiramisu. Wir sind auch nicht in Afrika unterwegs, sondern eine Woche in Nordamerika. Ja, ich weiß schon, die klassischen Wirtschaftsmetropolen Toronto, Detroit, Chicago kennt jeder. Doch darüber und von erfolgreichen Österreichern und Steirern dort später in diesem Klipp-Spezial.

Genug gescherzt. Jetzt geht’s vorerst einmal um Kalamazoo. Wer einmal in dieser Region in Southwest Michigan war, wenn auch nur auf Kurzbesuch, wie wir, der vergisst Kalamazoo County nicht mehr. Ein Lob den „Detektiven“ im ICS (Internationalisierungscenter Steiermark) mit Geschäftsführer Claus Tüchler, die diesen Geheimtipp aufgespürt haben. Nicht nur ein Platz zum Arbeiten –

Nach einer langen Nacht – Toronto um 4:30 Uhr.

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da gibt es unzählige in den Staaten. Kalamazoo ist viel mehr „a Place to live“, wie die Amerikaner schwärmen. Gleiches erzählen wir ja draußen in der Welt auch von unserer Steiermark. Und Kalamazoo County ist so gesehen wirklich vergleichbar. Davon konnten wir uns überzeugen und auch davon, warum Amerika immer zu Recht immer noch als Land der unbegrenzten Möglichkeiten gilt. Früher, da gehörte das Land dem Volk des Pottawatomie-Häuptlings Match-E-Be-Nash-She-Wish. Kalamazoo ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt, was so viel wie „kochendes Wasser“ bedeutet. Das soll

davon herrühren, dass die Indianer den Nebel über dem Fluss mit kochendem Wasser verglichen. Der Kalamazoo River mündet übrigens in den riesigen Lake Michigan mit eine Fläche von 57.800 Quadratkilometern – mehr als halb so groß wie Österreich.

Ja, es gibt wirklich … Die in den USA allgemein gebräuchliche Redewendung „from Timbuktu to Kalamazoo“ entspricht im Deutschen sinngemäß etwa: „von Weißder-Kuckuck nach Hab-ich-vergessen“. Heutzutage werden in Kalamazoo T-Shirts verkauft mit dem Auf-

LR Christian Buchmann auf der Waren- und Terminbörse in Chicago (CME Chicago Mercantile Exchange): Es war ein guter Handelstag für die Steiermark.

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druck: „Yes, there really is a Kalamazoo“. Die Stadt Kalamazoo ist mit rund 77.000 Einwohnern die größte Stadt im südwestlichen Teil Michigans und konnte in den letzten Jahren einen starken Aufschwung verzeichnen. In den 90er Jahren gab es in Southwest Michigan eine Serie von Abwanderungen industrieller Betriebe, so wurde z.B. die General Motors Kalamazoo Stamping Plant geschlossen, wodurch 3500 Menschen arbeitslos wurden. Die First of America Bank und Upjohn (Pharmaunternehmen) verlegten ihre Headquarters und zu guter Letzt kollabierte die lokale Papierindustrie. In diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten wurde die Organisation Southwest Michigan First gegründet und brachte mit ihrer Vision wieder neue Hoffnung. Bis heute hat sie bereits 120 Organisationen bei ihrer Expansion, Ansiedelung und Weiterentwicklung geholfen, wodurch mehr als 33.000 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Alleine über 26 Start-ups im Bereich LifeScience konnten mit der Unterstützung von Förderungen gegründet werden.

25.000 Studierende Die Organisation entwickelte einen langfristigen Plan zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung der Region, der bereits nach 5 Jahren merkliche Verbesserungen einbrachte. In Zusammenarbeit mit der Western Michigan University und dem Kalamazoo Valley Community College wurde an der Entstehung von zwei Industrieparks mitgewirkt, die heute zu den besten im Bereich Life-Science gehören. In Kalamazoo sind heute internationale Konzerne wie die Stryker Corporation (künstliche Gelenke usw.), der Pharma-Riese KLIPP Oktober/November 2012

Pfizer, Parker Hannifin Hydraulics, Perrigo, Whirlpool, Kellogg ansässig, informierte man uns beim Workshop im noblen County Golf Club. John Dunn, Präsident der Western Michigan University: „Unsere 25.000 Studenten garantieren auch einen qualifizierten Nachwuchs.“ In der Stadt sind rund 700 Unternehmen ansässig, durch die Nähe zu Detroit – nur zwei Autostunden entfernt – ist Kalamazoo für Teilehersteller der Automobilbranche ein gefragter Standort. Wer hart arbeitet, soll auch gut essen. Präsident Greg Ayers vom Visitor-Center: „Die Region ist bekannt für ihren vielfältigen Obst- und Gemüseanbau. Hier werden die meisten Beetpflanzen der Welt angebaut. Bekannte Hersteller von Chips, Zerealien und Getränken stammen aus der Region und beschäftigen in der Lebensmittelbranche über 19.000 Menschen. Kalamazoo City hat drei regional ansässige Brauereien, darunter auch die bekannte Bell‘s Brewery. Des Weiteren sind zwei der bekanntesten Aromaproduzenten in Kalamazoo angesiedelt. In Kalamazoo wurde einer der heute weltgrößten Hersteller für Gitarren, die Gibson Guitar Corporation, gegründet. Als die Firma 1985 nach Nashville verlegt wurde, führten einige ehemalige Mitarbeiter im alten Gibson-Werk die Produktion in Handarbeit unter dem Namen Heritage Guitar fort.“

In der gleichen Liga wie die Steiermark Bei uns undenkbar, in Nordamerika aber üblich: Während wir, die Gäste, unsren Lunch einnehmen, referieren am Podium Spitzenmanager über die Vorzüge der Region und fühlen sich durch das Klimpern von Gabel und Messer nicht gestört. Alles ist einem Ziel untergeordnet: Die Zeit

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Kanada | USA

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Das „I am from Austria“ auf amerikanisch. Bruce Springsteen und sein Klassiker „Born in the USA“.

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möglichst effektiv zu nutzen. Können Sie sich vorstellen, dass ein Bürgermeister Siegfried Nagl von Graz spricht und sich die Zuhörer währenddessen unüberhörbar stärken, es auch Smalltalk gibt? Apropos Essen. Das wird ja in einer Küche zubereitet. Vor dem Besuch in Kalamazoo hatte die Delegation einen Tag zuvor noch einen Stopp in „Kitchener“, im kanadischen Ontario, eingelegt. Früher hieß die Stadt Berlin. Handelt es sich doch auch um eine Gegend, wo viele deutschstämmige Auswanderer leben. Nicht zufällig ist das kürzlich zu Ende gegangene Oktoberfest eine der größten Veranstaltungen in Ostkanada. Es handelt sich um eine äußerst innovative Region. Auch die spielt, wie Kalamazoo, quasi „in unserer Liga“, ist ausgesprochen auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet. „Die Städte Waterloo, Cambridge und Kitchener bilden Kanadas CTT, das Technologie-Dreieck“, nennt Carl Zehr, Kitcheners Bürgermeister, einige Eckdaten. „Das Gebiet umfasst über eine halbe Million Einwohner und ist das zehntgrößte Ballungsgebiet innerhalb Kanadas. Die wirtschaftliche Bedeutung verdeutlichen ein BIP von USD 19,5 Milliarden (5,8 % Zuwachs von 2009 auf 2010) und ein Exportvolumen von ca. USD 12 Milliarden im Jahr 2007. Die wichtigsten Exportgüter waren Kraftfahrzeuge, Elektronik sowie elektronische Maschinen und Ausrüstung.“ Das CTT (Canadas Tech-

nologie Triangle) ist strategisch günstig gelegen; durch die geographische Nähe zu den USA und drei Grenzübergängen erhält man innerhalb von nur einer Tagesfahrt Zunote styria 103 gang zu 135 Millionen Menschen.

Schlüsselindustrien „Unsere mehr als 400 Unternehmen in der Hightech-Industrie beschäftigen über 18.000 Mitarbeiter“, so Carl Zehr ergänzend. „Zahlreiche Spitzenunternehmen befinden sich im CTT, unter anderem RIM Research in Motion (Hersteller von Black-Berry), Open Text, Google und McAfee. Zudem gilt das CTT als einer der diversifiziertesten und dynamischsten Räume der Produktionstechnik in Kanada. In den über 1.200 Fertigungsbetrieben (mit mehr als 61.000 Beschäftigten) sind etwa 26,3 % der erwerbstätigen Bevölkerung der Region angestellt.“

Automobilindustrie Weiters produzieren im CTT mehr als 450 Unternehmen aus der Automobilbranche. Das CTT ist damit eine der rangersten Regionen der Automobilherstellung. Zu den größten Unternehmen gehören: A.G. Simpson, Automation Tooling Systems (ATS) und Toyota Motor Manufactoring Canada. In der Region finden sich 14 große Montagefabriken und etwa 500 Zulieferbetriebe. Schätzungsweise 140.000 Menschen sind in diesem Industriezweig 21


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tätig. Zu den herausragenden Forschungseinrichtungen gehört das Centre for Automotive Research (WatCAR) der Universität Waterloo mit den Schwerpunkten: Alternative Energien und Kraftstoffe; Dynamische Stabilität, elektronische Kontrolle und Software; Produktion; Werkstoffe; Besatzungsschutz und Ergonomie; Telematik und Informatik sowie Sensoren und Aktorik.

tor des 1.600 Betten großen Delta Hotels in Downtown Toronto seine Gäste aus Österreich. Doch ungewöhnlich: Seit 20 Jahren führt er das Hotel, betrieben von der größten kanadischen Hotelgruppe, im Eigentum von Hongkong-Chinesen.

Im GM-Heritage-Center in Detroit wird 100-jährige amerikanische Auto-Geschichte sichtbar. Beginnend mit dem Cadillac aus dem Jahre 1902.

Auf Bitte und über Vermittlung eines Toronto, war vorher in Wien in der einflussreichen Freundes – „er war Zentrale“, fühlt sich Neuper aber beder Chairman der Hotelgruppe“ – reits wohl in Kanada. Seine erste Stawechselte er von Washington nach tion war die Außenhandelsstelle in „In die Universitäten der Region büf- Toronto. „Und hier bin ich dann mit Jakarta, wo er drei Jahre war. „Der feln“, so Waterloos Bürgermeisterin Frau und Tochter – Barack Obama vor Studenten: Handelsdelegierte Brenda Hellorun, „ca. 50.000 Stu- sie arbeitet zur Zeit „Wir haben in den letzten Jah- dort hat per Inserat denten eingeschrieben, die Univer- in London – sozu- ren fünf Millionen neue Jobs jemanden gesucht. sitäten, allen voran die University of sagen picken ge- geschaffen.“ Ein Student steht Ich habe das geseWaterloo und die University of Gu- blieben“, sagt er, auf und meldet sich: „Ja, das hen, mich beworstimmt. Ich habe drei davon.“ ben und es hat geelph zählen zu den besten Kanadas. der zuvor weltweit Was er damit sagen wollte: Es klappt“, beschreibt Biotechnologie und Life-Science unterwegs war. „Jesind Mini-Jobs, von einem alsind die Schwerpunkte. Inzwischen des Jahr komme lein kann man nicht überleben. er den Einstieg in die Außenwirtsind mehr als 140 Unternehmen und ich zumindest ein 150 Forschungsinstitute in den Be- Mal in die Steiermark“, fühlt er sich schaft. Neuper hat in Graz Jus stureichen Biotechnologie und Um- noch immer stark mit seinem Ge- diert, war bereits Richter-Anwärter, aber spürte, dass das nicht ganz das weltwissenschaften tätig.“ burtsland stark verwurzelt. Seine war. Im vergangenen Jahr holViel geliebtes Österreich Klar, dass sich in einer solchen Um- te er in Wien die nötigen Aufnahmegebung auch Sophie Kottulinsky prüfungen für die weitere Karriere „Ich komme aus der Breitenau.“ „Ich wohlfühlt – eine Tochter der Familie als Vertreter der österreichischen stamme aus Bad Kottulinsky, die das Wirtschaft im Ausland nach. Die ErDer Kurzbefund für die Reise: Mitterndorf.“ fahrungen in Jakarta, in einem streng Schlosshotel Für Kanadas Wirtschaft gab es „Mein Zuhause ist während der großen Weltwirt- (Hochzeitshotel) in moslemischen Land, waren für ihn in Waltersdorf.“ – schaftskrise nur einen Streif- Obermayerhofen ganz, ganz wichtig. „Weil es jeden tönt es im vertrau- schuss. Und die USA – für sie bei Waltersdorf Tag eine Überraschung gegeben ten Dialekt. Wenn zeigen die Zeichen der Wirt- führt. „Ich mache hat, die man bewältigen musste. Im du im Delta Chel- schaft wieder nach oben. Der hier ein Praktikum Vergleich dazu ist Toronto natürlich sea Hotel in Toron- nächste Präsident – wer immer und fahre schon ganz anders.“ Hinzu kommt, dass es sein wird – wird davon profito derart begrüßt bald wieder nach sein Bruder für die RHI als Techniker tieren. und betreut wirst, Hause“, freut sie ebenfalls in Toronto arbeitet. „Damit dann fühlt man sich doch gleich sich über den Besuch der Landsleu- schläft die Mutter zu Hause in Bad wohler, obwohl tausende Kilometer te. Später will Sophie studieren, be- Mitterndorf natürlich auch ruhiger. von zu Hause entfernt. So gesche- vor sie ins elterliche Tourismusun- Wir haben einen Bauernhof, die Elhen beim Empfan der „Great- ternehmen einsteigt. tern sind zwar stolz, wenn du berufLakes“-Fokus-Reise unserer Delelich erfolgreich bist, aber so weit weg Von Jakarta nach Toronto – da sorgt sich die Familie halt.“ Hergation. wig Neuper ist beeindruckt von KaMit seiner Aussprache und von der Das Studium hat Herwig Neuper nada und seinem Job dort, doch priSeite her erinnert Josef Ebner ein schon hinter sich. Er ist der stellver- vat ist das allemal eine Herausfordewenig an Frank Stronach. „Ich kom- tretende Wirtschaftsdelegierte Ös- rung. Sein Glück: Er hat noch keine me aus der Breitenau bei Bruck. terreichs in Toronto. Sein Zuhause eigene Familie. Und die kritische Meine ganze Familie lebt noch ist Bad Mitterndorf im Salzkammer- Seite seines Berufes: „Die Trendort“, begrüßt der Managing Direc- gut. „Ich bin erst seit acht Wochen in nungs- und Scheidungsraten bei den 22

Auf dieser Reise werden nicht die „Big Deals“ unterzeichnet, sondern dutzende Kontakte geknüpft und bestehende vertieft. Es handelt sich also um echte Knochenarbeit. Wenn Urlauber die Attraktionen im Großraum vom kanadischen Toronto über Detroit bis hin nach Chicago in fünf Tagen erkunden wollen, dann klingt das nach einem dichten Programm. Wenn Vertreter der steirischen Wirtschaft, Manager und Unternehmer das im gleichen Zeitraum, verdichtet durch dutzende Gespräche mit potentiellen Kunden tun, dann hat das schon mit intensiver Arbeit zu tun. Das ist der Fokus solcher Reisen. „Sie sind nützlich, weil wir unseren Firmen helfen können, leichter Kontakte zu knüpfen oder diese zu verbessern. Ein offizieller Auftritt des Landes zeigt immer seine Wirkung. Wenn aufgrund unserer Einladung etwa, wie bei General Motors, die Chefeinkäufer der einzelnen Departments zu einem Treffen kommen und es damit gute Voraussetzungen gibt für weitergehende Gespräche. Wir wollen bestehende Kooperationen intensivieren und weitere Unternehmen motivieren, den Sprung auf den amerikanischen und den kanadischen Markt zu wagen“, begründet Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann die Fokus-Reise nach Kanada und in die USA.

Diplomaten und in unserem Tätigkeitsbereich sind schon sehr hoch.“ Abgesehen davon, dass in vielen asiatischen Ländern es protokollarisch nicht erlaubt ist, dass der Ehe- oder Lebenspartner ebenfalls beruflich aktiv sein darf. „Die Chinesen sind da eine Ausnahme.“

Noch immer gute Chancen für Einwanderer KLIPP Oktober/November 2012


KLIPP SPEZIAL Christoph Klotz 2.v.l LR Buchmann, Ernst Wustinger und Co. beim „Enthüllungsakt“. Concept Tech übernahm den Airbag-Spezialisten Microsys vom kanadischen Eigentümer.

Ein Beispiel ist da auch Marija Bozic, die seit knapp einem Jahr für die österreichische Wirtschaftsdelegation jobbt. Die gebürtige Serbin ist vor sieben Jahren mit ihrem Freund (er ist Architekt) nach Kanada ausgewandert. Die beiden sind bereits kanadische Staatsbürger. „Heute ist das doch schon schwieriger, denn die Kanadier bevorzugen nur jene Berufsgruppen, die sie benötigen.“ Was die Neo-Kanadierin als angenehm empfindet: „Die Mentalität und die Offenheit der Kanadier gegenüber praktisch allen Nationalitäten.“ Die Grenze zu den USA ist ja nur 120 Kilometer entfernt. „Wenn du dort nur jenseits der Grenze die USA besuchst, dann spürst du einfach: Es ist alles anders. Die Leute wirken oft frustriert, abweisend, die Wirtschaftskrise ist dort greifbar. Kanada hat praktisch nichts davon abbekommen. Keine der kanadischen Banken ist in Bedrängnis gekom-

men. „Kanada ist eben wirklich anders – vom Lebensgefühl her – als die USA“, so Marija Bozic.

Duo Christof/Wustinger investiert in Airbags Sie gehören – vor allem in der Autoindustrie –zu den wichtigsten lebensrettenden Entwicklungen in den letzten 20 Jahren. Bis zu 20 Airbags sollten die Insassen zum Beispiel in einem Luxusfahrzeug schützen. Ihr Funktionieren entscheidet bei einem Unfall, ob Crash oder Überschlag, über Leben und Tod. Hans Christof und Ernst Wustinger haben die kanadische Kleinfirma Microsys mit Sitz in Toronto gekauft. „Wir sind ein Nischenplayer, allerdings mit großem Know-how, was Airbags anbelangt“, so Geschäftsführer Christof Knotz. Microsys ist

Flugzeuge sind das beliebteste Reisefortbewegungsmittel in Nordamerika.

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sogar Weltmarktführer bei bestimmten Patenten und die großen Autohersteller lassen ihre Probleme von Microsys lösen. Man braucht sich ja nur vorzustellen, was da an Technologie und Wissen nötig ist: Innerhalb von 15 Millisekunden muss der Airbag im Anlassfall auslösen. Aber nur dann, wenn das Auto und die Insassen wirklich gefährdet sind und nicht, wenn man beispielsweise nur im schwierigen Gelände unterwegs ist. Berücksichtigt werden müssen zahllose Faktoren – ob ein Fahrgast 120 oder 140 Kilogramm wiegt, ob Kinder im Fahrzeug sind, und, und. In der Simulation aller möglichen Vorfälle und in den abschließenden EchtVersuchen liegt die Qualität von Microsys. Der Nischenplayer passt exzellent zur Firma Concept Tech in Gratkorn – gehört auch zur ChristofGroup – und ihre 70 Beschäftigten arbeiten ebenfalls im Bereich der Fahrsicherheitssysteme für die Marken Bentley, BMW, Daimler, Porsche, VW.

„Magna hat uns die Chance geboten“

„Wir wollten logischerweise weiter wachsen“, spricht M&R-Automation-Gesellschafter Herbert Ritter die Notwendigkeit und Zwänge in seiner Branche an. „Daher haben wir vor zehn Jahren in Toronto eine Niederlassung gegründet und sind seit damals erfolgreich am Markt. Begonnen und gedacht war der Standort ursprünglich nur als Service- und Support-Stützpunkt.“ Doch sehr rasch erkannte Herbert Ritter, dass das so nicht funktionieren wird. „Daher haben wir einen eigenen Produktionsstandort aufgebaut. Denn die Maschinen, die hier gebaut werden, die Standards, die Vorgaben und, und sind andere als bei uns in Europa.“ Geführt wird die 40 Mann starke Niederlassung in Mississauga bei Toronto vom Steirer Christian Sterner, der im Stammwerk in GrazGrambach die nötigen Erfahrungen gesammelt hat. Das Erfordernis an Qualität und Flexibilität in Kanada stellte M&R Automation vor große Herausforderungen. „Weil wir das nötige Fachpersonal nicht bekamen, aber die Aufträge termingerecht abzuwickeln waren, bin ich über Mona-

Mit dem Bus von einem „B-to-B-Termin“ zum anderen.

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KLIPP SPEZIAL

Der Neo-Politiker Stronach wiederholte dann auch recht locker und entspannt seine bekannten Positionen zu Bürokratie, Staatsverschuldung, Euro usw. und seine Sorgen für die Zukunft Österreichs. In der Folge war dann Small Talk an diesem Abend im Klubhaus angesagt. Toronto-M&R-Niederlassung-GF: Arnold Fuchs und Christian Sterner mit ihrem Chef Herbert Ritter.

te 14-tägig zwischen Toronto und Graz gependelt“, zeigt Herbert Ritter auf, welcher Einsatz dahintersteckt. „Wir haben auch – wie überall – unser Lehrgeld zahlen müssen“, verweist er darauf, wie in Kanada mit Behörden und der dort herrschenden Arbeitskultur umzugehen ist.

Akribische Vorarbeit nötig Bevor eine knapp 50-köpfige Gruppe von Managern, Firmenchefs aus ganz unterschiedlichen Branchen zu einer Fact Finding Mission aufbricht, bedarf es monatelanger umfangreicher organisatorischer Vorbereitung. Denn der Grund der Reise ist ja nicht Sightseeing – auch das gibt es nebenbei schon –, sondern eben geschäftliche Kontakte und Gespräche. Wobei Vertreter des Automobilclusters ihre Ansprechpartner benötigen, jene aus der Medizintechnik, aus der Dienstleistungsbranche, den Hochschulen wieder ganz andere. Diese in detektivischer Kleinstarbeit ausfindig zu machen, das ist die Aufgabe des ICS Internationalisierungscenter Steiermark, einer 25 Köpfe starken gemeinsamen Plattform der Wirtschaftskammer, Indus-

Es gibt genügend Scherzbolde – auch in Nordamerika. 24

Von Daniela Guß (3.v.l.) und Sabine Ilger (2.v.r.) wurde bis zum letzten Termin alles punktgenau organisiert: auch die Sondererlaubnis für ein Gruppenbild im „heiligen“ Handelsraum der Warenbörse in Chicago.

triellenvereinigung und des Landes Steiermark. Bei der logistischen Vorbereitung sind natürlich dann die Wirtschaftsdelegationen Österreichs vor Ort intensiv eingebunden. Selbst bei akribischer Planung ist es nicht leicht, eine Gruppe von 50 Individualisten nicht zu bevormunden, aber doch zu leiten.

Frank Stronach trifft Steirer

Auch beim Empfang für Buchmann und Co. im Klubhaus des Golfclubs von Aurora hat Kathrin Nachbaur Regie geführt und den Abend für die rund 200 geladenen Gäste sorgfältig vorbereitet. LR Buchmann würdigte natürlich den Landsmann ob seines großen Wirkens, speziell für die Stei-

120 Rinder im Stall Als Ausgleich und Hobby zu seinem Job züchtet Max Amtmann – er stammt aus der Oststeiermark – nicht Rennpferde wie sein großer Förderer Frank Stronach, sondern betreibt eine Viehzucht. 120 Rinder hat er zurzeit auf den Weiden seiner Farm knapp außerhalb von Toronto

Das Magna Headquarter in Aurora bei Toronto erinnert an ein Schloss in der Oststeiermark.

Nicht zuletzt aufgrund der politischen Ambitionen von Frank Stronach ist die Grazerin Kathrin Nachbaur ist zu einer gefragten InterviewPartnerin für die Öffentlichkeit geworden. Sie war vor zwölf Jahren für ein Praktikum zu Magna in Aurora bei Toronto gekommen und ist geblieben. Weil der Firmengründer ermark. Die knapp 50-köpfige steiriFrank Stronach himself erkannt hat- sche Gruppe nützte dabei natürlich te, dass die junge, attraktive Steirerin auch die Chance für Smalltalk und – mittlerweile 33 – mit viel Power die Geschäftskontakte. Man hatte sich ihr gestellten Aufgaben bewältigte. im Vorfeld geeinigt, nicht zu politiHeute ist sie seine sieren, son„rechte Hand“ dern nur geund managt praksellschaftstisch Frank Stronpolitische achs Terminplan Themen anund dessen Aufzusprechen. tritte. Gemeinsam Dabei nahm mit ihrem Chef Frank Stronpendelt sie zwiach bei seischen Kanada nem Auftritt und Österreich. die steiriMit Frank Stronach: Buchmann, Roth, Niggas, Ludwig, Pilz. Die 80-jährige Inschen Politidustrie-Tycoonker quasi in Legende und Neo-Politiker Stron- Schutz. Er kenne die meisten. Die ach vertraut voll auf Nachbauers seien schon ordentlich, Korruption Gespür in der Vorbereitung seiner und Misswirtschaft gäbe es vor alAuftritte. lem in Wien.

stehen. Täglich kümmert sich der „Nebenerwerbslandwirt“ um seine Kühe, bevor er ins Magna-Headquarter nach Aurora fährt. „Ich züchte keine Milchkühe, sondern Fleischrinder“, sagt Amtmann, der das Innovation Center in Aurora führt. Stronach selbst entdeckte den talentierten, bodenständigen Max Amtmann im Steyr-Werk in Graz und holte ihn als Mann für schwierige Aufgaben – „ich bin oft als Troubleshooter eingesetzt gewesen“ – im Jahr 1985 nach Kanada. „Natürlich bin ich mit der ganzen Familie herüber“, sagt er. Von seinem Typ her passt Amtmann nicht in das Klischee eines Forschungsmanagers. In seinem Innovation Center laufen aber praktisch alle Innovationen zusammen, die es im 120.000 Mitarbeiter großen Magna-Konzern weltweit gibt. Amtmann passt in Stronachs Auswahlschema für FührungsKLIPP Oktober/November 2012


positionen. Auch er ist ein Mann der Praxis und diese Linie verfolgt Magna auch bei der Ausbildung seiner künftigen Führungsmannschaft. Neben dem Hochschulstudium muss jeder auch praktische Erfahrung in Produktionsvorgängen (z.B. Schweißen) haben.

Im Bus an der Grenze: Werden die uns wohl alle reinlassen?

Einreisen in die USA Die staatlichen Autoritäten der Vereinigten Staaten von Amerika sind eine eigene Spezies. Im Vergleich zu unseren Exekutivbeamten – egal, ob in der Polizei oder an der Grenze – treten diese Herrschaften als die wahren Damen und Herren auf. Sie, die Vertreter der Homeland Security des Landes mit den angeblich größten Freiheitsrechten für seine Bürger, signalisieren mit ihrem Tun und Handeln jedem Einreisenden: „Wir sind die Guten. Du bist der (mögliche) Böse.“ Denn niemand will logischerweise von ihnen die Schuld auf sich laden, einen potentiellen Terroristen ins Land gelassen zu haben.

Was bei uns leicht als Schikane eingestuft wird, gehört für die Homeland Security zum absoluten Muss. Regeln und Vorschriften sind dazu da, um strikt eingehalten zu werden. Ganz egal, ob das beim Anstellen in der U-Bahn, beim Bus, am Flughafen, im Restaurant ist – Vorschwindeln gehört zu den „Todsünden“. Daher bleibt jeder in der Reihe, gibt’s kein Drängeln. Vorschriften, die man nicht kennt, können aber auch verhängnisvolle Konsequenzen haben: Bei uns, aber auch in Kanada, sind Überraschungseier für Kinder ein oft gemachtes Geschenk. Deren Einfuhr in die USA ist jedoch strengstens verboten. Die Begründung dafür: Sie können, ungeöffnet gegessen, zum Erstickungstod führen. Wird man dabei erwischt, drohen Strafen von bis zu 10.000 Dollar. Sie ist ein „Kind aus Detroit“ Kathryn List ist die Frau von AVLChef Helmut List und ist ein einem Vorort von Detroit groß geworden. Ehrensache für sie, dass sie uns während des Aufenthalts in Detroit begleitet. Wir konnten daher keinen besseren Guide finden, als es am Abend Downtown ging. Gelandet sind wir im Restaurant Pegasus im griechischen Viertel, das angenehm kleinstädtisch wirkt. „In diesem Gebäude haben wir damals das Ethic Headquarter von General Motors in Detroit: die Beleuchtung der Wolkenkratzer ist gewöhnungsbedürftig.

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Aus der Not heraus Weltrekordhalterin im Pendeln Als „Pendlerin“ ist sie wahrscheinlich eine Kandidatin für das „Buch der Rekorde“. Sabine KollmentScharl pendelt 14-tägig zwischen Detroit und Leeds in Großbritannien. Nicht ganz freiwillig, denn nur dort kann sie ihrem Beruf als Ärztin nachgehen. „Ich habe in Graz Medizin studiert“, treffen wir die gebürtige Mürztalerin am Rande eines Networking-Meetings in Detroit. Dort lebt sie mit ihrer Familie. Ihr Mann – er hat Maschinenbau an der TU Graz studiert – hat die US-Niederlassung einer aus Oberösterreich stammenden Unternehmensgruppe erfolgreich geleitet, bis diese ihn in der Krise gegen einen jüngeren und billigeren Manager austauschte. „Er ist zurzeit dabei, sich als Consulter ein neues berufliches Umfeld zu schaffen“, schildert Sabine Kollment-Scharl ohne Scheu ihre familiäre Situation. Mit ihrem Medizinstudium darf sie in den USA zwar in der Administration, aber nicht mit Patienten arbeiten. „Aber wozu hätte ich sonst studiert“, fragt sie sich. „Ich will das. In den USA hätte ich das Studium aber praktisch noch einmal machen müssen“, sagt sie. Jetzt allerdings aufgrund der Familiensituation ihr Medizinstudium mehr als

Hält sicher den Weltrekord als Pendlerin: die Ärztin S. Kollment-Scharl. Sie pendelt 14-tägig zwischen Detroit und Leeds.

gefragt. „Ich pendle 14-tägig nach Leeds in Großbritannien, weil dort ständig Vertretungen für Ärzte, die in Urlaub oder Krankenstand sind, gesucht werden.“ Und kann sich so etwas auszahlen? „Ja, mit einem Wochenend-Nachtdienst habe ich bereits den Flug verdient.“ Während ihres Aufenthalts in Großbritannien ist sie als Ärztin natürlich viel mit dem Auto unterwegs. „Weil dort jeder Versicherte einen Anspruch auf einen Hausbesuch hat“, erklärt sie. Mittlerweile ist ihre Arbeit so gefragt, dass sie mehrere Wochen bleibt, bis es wieder nach Hause geht. „Wäre ich nicht Österreicherin und damit EU-Bürgerin, könnte ich dort gar nicht arbeiten. So gesehen ist das auch ein Glück für unsere gesamte Familie.“

Die Amerikaner: Statistik-Freaks und Tabellendenker Ganz wichtig in den USA ist für jede Gemeinde, jede Region, jede Schule, Universität, jedes Unternehmen, aber auch im Sport, an welcher Stelle man in der „Siegertabelle“ steht. Das so genannte Ranking gehört einfach zum Einmaleins des „Wer bist du“ in den USA. Im Leben jedes Nordamerikaners geht es nun mal zu einem nicht unerheblichen Teil um statistische Daten und Rekorde. Ob es sich nun um die älteste Verkehrsanlage in den Staaten handelt, den höchsten Turm oder die tiefste Kohlen- oder Goldmine, das höchste Einkommen – in Amerika will man immer vorne dabei sein. „Yes, we can“ – klarerweise gerade im Sport. Da wird penibel Buch geführt, wie

Was tun damit? Der ehemalige, völlig desolate, aufgelassene Hauptbahnhof von Detroit. 25

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Prost auf den gelungenen Abend: Das Damen-Duo Jöbstl, Josef Niggas (mitte) und Wilhelm Maier (re).

Theatre aufgebaut“, wo sie Jahre mitgewirkt und durch die wilden Jahre viel für ihr späteres Leben gelernt hat. „Möglicherweise hätte ich mich ohne diese Erfahrung gar nicht getraut, nach Europa zu gehen“, sagt Kathryn List, die ihren Mann in Detroit kennengelernt hat.


KLIPP SPEZIAL

Wirklichkeit und Vision …

viele Yards im American Football, Baseball, Basketball, und, und geschafft werden, wie oft ein Sportprofi in seiner Disziplin bei welchem Licht, an welchem Tag, bei welcher Windstärke gefehlt oder getroffen hat. Statistik ist nicht alles, aber ohne Statistik geht’s auch nicht. Denn damit bekommt alles seine Struktur, lässt es sich – versorgt mit Fakten – leidenschaftlich und ernsthaft mit diskutieren.

Immer positiv denken Österreichische und amerikanische Journalisten verstehen sich oft auch ohne viele Worte.

Kathrin Nachbaur mit Franz Kaufmann.

„Nach meiner Rückkehr lasse ich unsere Werbeauftritte, die Homepage gleich neu gestalten“, zeigt sich Herbert Ritter, Chef der Unternehmensgruppe M&R Automation nach einem B2B-Meeting von der Strategie amerikanischer Manager und Unternehmen angetan. Da wurde nicht über Budget-Defizite geklagt, sondern positiv von Budget-AusgabenÜberschüssen geredet. „Denen gelingt es, selbst Misserfolge oder

Fast wie im Schulbus auf der Fahrt zum nächsten Termin: Kurt Steiner, Christoph Ludwig, Claus Tüchler, Franz Lückler, Karl P. Pfeiffer (FH Joanneum), Harald Kainz (TU-Rektor) und LR Buchmann

Schwächen viel besser zu verkaufen. Mir ist bewusst geworden, dass wir da viel zu ängstlich, vorsichtig sind“, sagt Herbert Ritter, der selbst für amerikanische Verhältnisse mit seiner Unternehmensgruppe eine Traum-Karriere hingelegt hat. Zu Hause im Wohnzimmer und in der Garage haben er und sein Partner Maitz in den 80er-Jahren die ersten Aufträge für Maschinen abgewickelt. Heute beschäftigt sein Hightech-Unternehmen mehr als 300

Eine Schutzkleidung für „homeless people“ (Obdachlose), entworfen von einer jungen Absolventin der Design School. Ihr Business ist bereits gut angelaufen.

Mitarbeiter und zählt weltweit namhafte Konzerne zu den Kunden.

„Raumanzug“ für Obdachlose Es ist irgendwo stimmig, passt ins Klischee, das es über die USA gibt: Nicht irgendwer, sondern eine junge Designerin des Kollegs in Detroit hat einen 24-Stunden-Allzweck-Anzug samt Schuhen für Obdachlose und Bettler entworfen. Aus einem strapazierfähigen, leichten Material, das auch in der Raumfahrt verwendet wird. Die Kleidung schützt vor Kälte, Regen und eignet sich auch gut als Schlafsack. Nicht zufällig kommt er aus Detroit, liegt doch dort die Arbeitslosenrate bei 20 Prozent und mehr, die Obdachlosenzahlen gehen in die zigtausend und einzelne völlig heruntergekommene Stadtteile sollte man auch am Tag meiden. Die junge Dame hat es mit ihrem Entwurf den Sprung die Gruppe der Small Business Entrepreneurs

Fakten zur Great Lakes Region • 35,7 % der Bevölkerung der USA und Kanadas leben in diesem Raum • 41 % der ausgebildeten Akademiker der USA und Kanadas sind hier vertreten • 11 % der Top-2000-Firmen der Welt haben ihre Firmenzentralen hier angesiedelt • 20 der weltbesten 100 Universitäten mit hervorragender weltweiter Vernetzung sind in diesem Raum angesiedelt • 38 % der Forschungsmittel der USA und Kanadas werden hier ausgegeben • 39 % des Außenhandels der USA und Kanadas trägt diese Region Wirtschaftlich betrachtet spricht man in den USA nicht von der Great Lakes Region, sondern eher von der Midwest Region, miteingeschlossen die kanadische Provinz Ontario, zu der sehr enge wirtschaftliche Verflechtungen bestehen. Erfolgreich in Nordamerika (einige Beispiele): • Andritz Hydro gewinnt einen US Army Corps of Engineers-Auftrag für die Renovierung eines Wasserkraftwerks in Oakridge, Oregon. • Sattler AG aus Graz kauft US-Produktionsanlagen und -marke für Sonnenschutztextilien. • Stahl Judenburg erwirbt Lenkstangen-Produktion in Indianapolis, IN. • Austriamicrosystems kauft um 320 Mio. USD den Chiphersteller Texas Advanced Optoelectronic Solutions (Taos), einen Zulieferer für Smartphones und Tablets, in Texas. • Andritz liefert die größte Pelletsproduktionsanlage Nordamerikas nach Atlanta, Georgia. • AVL eröffnet das California Technology Center mit Schwerpunkt grüne Technologien für die Autoindustrie in Lake Forest, CA. • Spedition Jerich (Gleisdorf) expandiert weiter in den USA, bereits 8 Niederlassungen, hat um 75 Mio. USD im Jahr 2009 ein neues Logistikcenter in Atlanta errichtet. • Logicdata gründet Verkaufs- und Serviceniederlassung in North Carolina, zieht zwei Großaufträge in den USA an Land. • VAE Nortrak North America Inc. übernimmt Leading Edge Enterprises Inc. in Decatur, Illinois (Anbieter von Spezialkomponenten für den Bahnfahrweg). 26

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Chicago gehört sicher zu den attraktivsten US-Metropolen.

(Jungunternehmer) geschafft. Auch gibt es bereits Sponsoren für die überlebensfördernde Bekleidung.

Hoch vom Dachstein an Seit den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gilt der Großraum Chicago als attraktives Ansiedlungsziel für Burgenländer und Steirer. Diese zeigten sich einmal mehr auch im traditionellen Knickebocker Hotel beim Empfang am Vorabend des Nationalfeiertags in Chicago. Unter den 300 Gästen, die sich von der eigenes eingeflogenen Live-MusiksGruppe „Steirische Auslese“ unterhalten ließen, über Heimat und heimatliche Gefühle plauderten, waren auch die Steirer stark vertreten – allen voran ihr Obmann Josef Wilfinger. Seit Jahrzehnten gibt es in Chicago auch eine eigene „Steirer-Alm“ – ein Grundstück mit einer Holzhütte, wo man sich oft zu diversen Feiern und Anlässen trifft. „Der jüngste war ein Strudel-Tag“, sagt Josef Wilfinger. Er kommt aus

Das Knickerbocker Hotel, Chicago: Rastplatz für die steirische Delegation. Vor ihr residierte dort schon Al Capone.

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St. Johann bei Herberstein, wirkt ein wenig nachdenklich, wenn er davon spricht, dass nicht genügend Junge im Klub „nachwachsen“. Sehr wohl vertreten waren die Jungen dann aber beim Abfeiern in der Bar des Hancock Tower im 96. Stockwerk mit herrlichem Ausblick über Chicago. Gemeinsam mit der „Steirischen Auslese“ sorgten die Steirer dort für einen Ausnahmezustand.

Gehässige Wahlwerbung Wenn Sie diese Reportage lesen, dann sind die Amerikaner gerade zu den Wahlurnen unterwegs oder ist die Wahl bereits geschlagen. Sollte es Barack Obama wieder geschafft haben, dann ist das aus Sicht der Europäer sicher die vernünftigere Entscheidung. Bei uns sind in Vorwahlzeiten bekanntlich die Plakatflächen voll mit politischer Wahlwerbung. In den USA fehlt dieses Bild auf den Straßen, denn da gibt es kaum derartige Werbeflächen. Das meiste läuft über die unübersehbar vielen TVKanäle. Und mit einer Aggressivität

Sponsoren, die dem College mehr als 15 Millionen Dollar spendeten und jene, die weniger spendabel waren.

gegenüber dem politischen Mitbewerber, die bei uns gar nicht erlaubt sein würde. Da werden in der Werbung einzelne Kandidaten für den Senat als Kriminelle vorgeführt, denen Steuerbetrug und andere Grauslichkeiten vorgeworfen werden. Bezahlt wird diese Werbung von Personen-Komitees oder millionenschweren Geschäftsleuten bzw. Anhängern der einen oder anderen Partei. Mehr als zehn Milliarden Dollar wird dieser Wahlkampf gekostet haben. Die Entscheidung über Sieg und Niederlage fällt aber in den so genannten Swing-Staaten - allen voran Ohio und Florida, weiters Virginia, North Carolina, Iowa, Wisconsin, New Hampshire, Colorado und Nevada. Seit die beiden Bushs das Land regierten, hat sich Amerika praktisch in zwei Lager geteilt: Im Osten, im Westen und im Norden der USA – da stellen die Demokraten zumeist in der Mehrheit. Im Süden, Südosten, Südwesten der USA regieren die Republikaner. Kaum, dass es bei den Präsidenten-Wahlen noch politische Erdbeben gibt. Amerika ist einfach konservativer geworden. Daher gibt es in den letzten Tagen vor der Wahl praktisch täglich Live-Berichte nur noch aus den Swing-Staaten, wie sich die Stimmung für Obama oder auch Romney entwickelt. Die fürchterliche Hochwasser-Katastrophe unterbrach aber selbst den USWahlkampf.

Österreichischer in Illinois

„Treibstoff“ für wirtschaftlichen Aufschwung In Europa noch nicht wirklich angekommen ist die Nachricht, dass sich in den USA eine stille, aber äußerst wirksame Energiewende vollzieht. Und es war kein Zufall, dass wir sowohl in Detroit, Kalamazoo, aber auch in Chicago eingehend darüber informiert wurden. Der „Treibstoff“, der den wirtschaftlichen Aufschwung beschleunigt, heißt Natural Gas. Die USA verfügen neuerdings in Hülle und Fülle darüber. Die so genannte unkonventionelle Förderung von Gas aus Schiefergestein hat dazu geführt, dass die Vereinigten Staaten inzwischen zum Selbstversorger geworden sind. Mit einer für Europa nicht so positiven Folge: Gas ist in den USA inzwischen etwa vier Mal billiger als bei uns! Damit wird Amerika als Investitionsstandort weltweit wieder sehr, sehr interessant. Das positive Szenario für Europa: Dass auch bei uns der Gaspreis fallen wird oder zumindest kurzfristig fallen sollte. Natural Gas entlastet die Umwelt, damit können die Amerikaner auch den CO2-Ausstoß ganz gewaltig verringern, tun 27

KLIPP SPEZIAL

Derzeit sind dort über 30 österreichische Niederlassungen und Vertretungen ansässig: APF, Austromar Logistics, B&R Industrial Automation, Bachmann Electronic, Berndorf Belt Technology, Böhler-Uddeholm, B&R Industrial Automation, Constantia Colmar, DB Schenker, DELACON, Doka, GAW Paper Coating Systems, Helmold LCC, Julius Meinl Chicago, Landgarten, Mondi, Monfort Advertising, Panalpina, Pewag, Pollman North America, Red Bull, RB International Finance, Senoplast, Starlinger North America, Superfund, TAC IT America, Tiger Drylac, VAE NORTRAK NORTH AMERICA (Voestalpine), WeissRohling.


KLIPP SPEZIAL

Delta-Chef Josef Ebner und Sophie Kottulinsky.

Mit dem Bus ist es oft bequemer, als rein ins Flugzeug, raus ins Flugzeug, rein ins Flugzeug, raus ins Flugzeug …

Franz Lückler bei Magna Closure – einer der weltweit größten Hersteller von TürschließSystemen.

Kathrin Nachbaur aus Graz: wird ihren Chef Frank auch im kommenden Nationalratswahlkampf begleiten.

damit auch etwas für den Klimawandel. Die Projekte und Pläne zum Beispiel für die Umrüstung der riesigen Truck-Flotten auf Erdgas in den 320 Millionen Einwohner großen USA werden schon umgesetzt. Die Tankstellen-Struktur ist vorhanden, aber schon beginnt man auch mit Großprojekten für die Wärmeversorgung mit Natural Gas. Die USA werden damit in den nächsten Jahren, was ihre Wettbewerbsfähigkeit anlangt, ganz stark gegenüber anderen Industrieländern aufholen. Berücksichtigt man auch noch den Atomstrom, der in Amerika zur Verfügung steht, dann wird keine Industrienation der Welt mit billigerer Energie arbeiten als die Amerikaner.

entsprechend liquide sind, dass sie über die entsprechenden Cash-Mittel verfügen. An den Börsen entscheiden heute Hochleistungsrechner über Gewinne und Verluste. Wer schneller ist, der macht das Geschäft. Es ist daher ein Staatsgeheimnis, wo in den USA die CME (Chicago Mercantile Exchange) ihre Riesen-Rechner stehen hat.

gen Monaten hat die Deutsche Bank 202 Millionen Dollar in einem außergerichtlichen Vergleich für ihre Hypotheken-Tochtergesellschaft Mortgage IT bezahlt. Bis zu 76 Milliarden Dollar sollen die Banken nach Berechnungen bezahlen müssen.

„Unser Unternehmen hat einen enormen globalen Einfluss“, stimmt der deutschsprachige Führer die Steirer gleich darauf ein, wo sie sich befinden. Die CME, die Waren- und Terminbörse in Chicago ist nach der Wallstreet in New York die wichtigste Finanzbörse weltweit. Sie handelt mit Waren aller Art – Getreide, Vieh, Metalle, Bodenschätze, Aktien, Indizes, und, und. Die einen, die Hedger,

Produzenten von Waren und Produkten, versuchen, ihre Preise mit so genannten Futures am Markt abzusichern. Ihre Kontrakte haben den Zweck, das Risiko zu vermindern. Auf der anderen Seite stehen die Spekulanten, die diese Kontrakte kaufen oder sich Optionen darauf holen und daraus Gewinne oder auch Verluste kreieren. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und je mehr Kontrakte auf einer Börse passieren, desto mehr Liquidität gibt es. Und dabei ist CME unübertroffen. 2.000 Milliarden Geschäftsabschlüsse pro Jahr. Jede 15.000stel Sekunde wird ein Kontrakt geschlossen. Und innerhalb einer Sekunde läuft das elektronische Signal praktisch vier Mal rund um die Erde. Logisch, dass der Handel weltweit abläuft und Hedger und Spekulanten deshalb nicht unbedingt in Chicago persönlich anwesend sein müssen. Wiewohl die Waren- und Terminbörse eine der letzten Börsen ist, wo noch genauso im Trading-Room gehandelt wird, wie das vor 160 Jahren bei der Gründung schon der Fall war. Die CME selbst produziert nichts, sondern fungiert praktisch als Sicherheitsnetz. Sie garantiert, dass die Kunden, die miteinander handeln und Geschäfte machen, auch

Die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan hat in den letzten Monaten große amerikanische Banken im Zusammenhang mit fragwürdigen Hypothekengeschäften verklagt. Nun gibt es auch eine MilliardenKlage gegen die Bank of America. Man wirft dem Institut Betrug bei Hypothekengeschäften vor. Mit einem Hypotheken-Komplott habe die Bank of America für hohe Verluste bei den im Jahr 2008 verstaatlichten Immobilien-Finanzierern Fannie Mae und Freddie Mac gesorgt. Die Bank habe im Vorfeld der Krise die Kontrolle der Kreditqualitäten ausgesetzt und damit dem amerikanischen Steuerzahler die Rechnung überlassen. Erst vor weni-

Interessiert an kreativen Geistern in der Design School in Detroit: Mario Müller, Bernhard Hammer und Kollegen.

Kathryn List, Frau von AVL-Chef Helmut List und Donald W. Manvel, Freund der Familie und AVL-Präsident für Nordamerika

Ecoworld-Geschäftsführer Bernhard Puttinger (li) in Kalamazoo: „Natural Gas“ leitet in den USA eine Energiewende und Klimaverbesserung ein.

Die CME bestimmt unser Schicksal

28

Milliarden-Klage gegen Bank of America

Kredit-Score entscheidet – Datenschutz war gestern Jeder Bürger in den USA, der das 18. Lebensjahr überschritten hat, benötigt solche Kredit-Scores. Das sind dreistellige Zahlen zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. Das Prinzip des Kredit-Scores funktioniert wie ein Führerschein für die Konsumwelt. Er berechtigt die Amerikaner, am Wirtschaftsverkehr teilzunehmen, also am Handel mit Waren und Dienstleistungen. Ob beim Kauf eines Autos oder Eigenheims oder bei der Finanzierung der Ausbildung über einen Studien-Kredit – Banken und andere Darlehensgeber, die all das finanzieren, verlassen sich auf diese eine Zahl, wie die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet. Der Punktestand bestimmt, wer einen Kredit bekommt und wie viel Zinsen er dafür bezahlen muss. Die Bewertungsspanne reicht von 300 bis 850 – je höher die Zahl, desto hö-

Magna-Manager und Nebenerwerbslandwirt Max Amtmann.

KLIPP Oktober/November 2012


KLIPP SPEZIAL Florian Buchner (Binder Maschinenbau) und Thomas Lorber (Intact Consult)

Harald Kainz, Stefan Pilz, Angelika Kresch und Gottfried Michael Vieltorf.

Herwig Neuper, stellvertretender Wirtschaftsdelegierte in Toronto. Er kommt aus Bad Mitterndorf, wo seine Eltern einen Bauernhof führen.

Wirtschaftskrise zwingt viele junge Menschen, ihr eigenes „Small Business“ zu beginnen – auch in Detroit, mit hausgemachten Mehlspeisen. Und die Dinge laufen bestens.

her die Bonität. Berechnet wird der Kredit-Score durch spezielle Computerprogramme. Die Daten dafür liefern meist die drei großen Wirtschaftsauskunfteien Experian, Equifax oder TransUnion. Sie geben Daten weiter – wie häufig wird ein Kredit in Anspruch genommen, wird das Limit ausgeschöpft, wie schnell wird das Darlehen zurückgezahlt. Die Auskunfteien sammeln alle Daten, die sie nur irgendwo herbekommen können. Diese Daten werden von der Auskunftei dann an die Kreditgeber-Banken oder Arbeitgeber verkauft. Data Mining – Daten schürfen – ist ein ungemein gutes und ertragreiches Geschäft in den USA. So sollen künftig auch Informationen über Zeitungsabos, Abrechnungen für Kabelfernsehen, für die Kinderbetreuung, Gesundheitsausgaben, Versicherungsansprüche in diesen Kredit-Score einfließen.

Wer keine Kredit-Historie hat, der kommt nicht weiter, will er für sein Haus oder für sonst etwas einen Kredit aufnehmen. Besonders dann, wenn zum Beispiel junge Menschen keine Kreditkarte bekommen, weil sie eben einen schlechten Score aufweisen. Viele Antragsteller erfahren von ihrem möglicherweise fehlerhaften Kredit-Register erst, wenn ihnen ein Kredit verwehrt wird. Da passt die TV-Serie „Die Bounty Hunters“ genau ins Bild – eine martialisch wirkende, mit modernsten Waffen ausgestattete, private Einsatzgruppe, die Kreditschuldner aufspürt und an die Gläubiger ausliefert.

Polzler zurück. Am Flughafen sagte der Eigentümer zu seiner Frau: „Ich glaube, ich habe den größten Fehler meines Lebens gemacht.“ Sieben Jahre später war Frank Polzler mit Remax in Ostkanada die Nummer 1 und hatte einen Marktanteil von 35 Prozent.

dere Länder, wie die Türkei und Israel. „Da waren wir überall sehr erfolgreich.“ Heute liegt das Geschäft in diesen Ländern ziemlich am Boden. Von 150 Büros in Spanien sind jetzt nur noch 45 aktiv. In Griechenland ging die Zahl der Remax-Offices von 80 auf 25 zurück. „Ich habe schon viele Krisen miterlebt. Es wird wieder aufwärtsgehen“, zeigt Frank Polzler Optimismus. „Ich bin immer Optimist gewesen.“ Und daher sieht er auch noch große Chancen in Europa, etwa in Deutschland, wo es nur 200 Remax-Büros gibt, aber 83 Millionen Einwohner. „Da haben wir noch viele Möglichkeiten.“ Insgesamt verdient Remax in Europa noch immer Geld, auch nach der Krise. Im Alter von 50 Jahren überlebte Frank Polzler den Absturz eines Kleinflugzeuges. „Es war wie ein Wink. Meine Zeit war noch nicht abgelaufen. Und ich habe auch heute noch viel Gummi auf den Reifen“, spornt er Studenten bei einem Vortrag auf der Uni Graz an. „Wenn ich irgendwo im Anflug auf eine Stadt bin, dann sehe ich unter mir nicht Häuser, sondern überall ein mögliches Geschäft.“

Hab’ noch viel Gummi auf den Reifen

Die meisten dieser Daten sind käuflich erhältlich. Je detaillierter die Angaben, desto genauer ist dann das Profil zum Ermitteln der Kreditwürdigkeit. Und die Kreditgeber verlassen sich zunehmend auf die Bewertungen. Es gibt praktisch keine Sensibilität für Datenschutz. Die ganze Sache kann sehr verhängnisvoll sein.

Bald nach seiner Bäckerlehre wanderte Frank Polzler – damals hieß er sicher Franz – nach Kanada aus. Dort machte er sich auch im Bauund Immobiliengeschäft selbstständig. Doch mit wechselndem Erfolg. 1979 kam er schließlich mit den Remax-Eigentümern in Kontakt. „Die schauten sich meine Bilanzen aus der Vergangenheit an und sagten: ,Was wollen Sie? Sie sind ja pleite.‘ Dennoch haben wir die Lizenz für Ostkanada erhalten“, blickt Frank

Empfang zum Nationalfeiertag in Chicago: Josef Wilfinger, Obmann des dortigen Steirer-Klubs.

Sorgten mit ihrer Polka für Stimmung im Knickebocker Hotel: Angelika Kresch und Bernhard Hammer.

KLIPP Oktober/November 2012

Sein Kontakt zu Europa und auch zu Österreich brach nie ab, lebten doch seine Verwandten hier. Als er im Jahr 1993 den Remax-Eigentümern vorschlug, auch auf den Markt nach Europa zu gehen, sagten die: „Mach das halt!“ Denn die haben überhaupt keine Ahnung von Europa gehabt. Den ersten Remax-Brückenkopf gab es in Spanien. Dann folgten an-

von Jürgen Lehner Frank Polzler: Er brachte Remax nach Europa.

Da wird man leicht zu einem Ziel für Andersgläubige, wenn aus „Styrian“ eine „Syrian“ Delegation wird.

Das neue Wahrzeichen von Chicago: The Bean, offiziell heißt es „Cloud Gate“ und steht im Millennium-Park. 29


Wegen starker Bauchschmerzen wurde der langjährige Dialyse-Patient Andreas T. Anfang Oktober im LKH Graz stationär aufgenommen. Am Nachmittag telefonierte der Mann mit seiner Frau und sagte ihr, dass eine Notoperation durchgeführt werden müsse, weil in seinem Darm ein „Loch“ sei. Sie eilte natürlich so rasch wie möglich ins Spital, doch als sie ankam, war ihr Mann nicht mehr im Zimmer. Er werde gerade notoperiert, hieß es. Eine Stunde darauf erfuhr sie allerdings von seinem Tod. Es habe gar keine Operation mehr gegeben, alles hätte sich „zeitlich verzögert“. Als der 46-Jährige an der Reihe gewesen wäre, sei ein weiterer, von den OP-Ärzten als noch dringlicher bewerteter, Patient auf den OPTisch gekommen. Die entscheidende Frage, die nun für die Staatsanwaltschaft ein Gerichtsmediziner klären muss: Musste der Patient Andreas T. sterben, weil er nicht sofort operiert wurde? Zwischen der verschobenen OP und dem Tod des Patienten gäbe es keinen Zusammenhang, beeilte sich die Klinikleitung im LKH Graz sofort festzustellen. Das Gutachten sollte klären, ob es sich dabei um eine reine Schutzbehauptung handelt oder nicht.

Krone und Kleine Zeitung – die Nutznießer

Inseratenaffäre auf steirisch

„Die regierungsfreundliche Berichterstattung der Kleinen Zeitung und der Steirer Krone, insbesondere zum Thema Gemeindestrukturreform, ist schon so penetrant gewesen, dass man allmählich den Eindruck gewinnen konnte, dass sich Kleine Zeitung und Steirer Krone als Regierungsorgane verstehen. Kaum eine kritische Stimme von den steirischen Bürgermeistern zum Gemeindereformprozess wurde veröffentlicht, obwohl mit dieser Gemeindereform beabsichtigt ist, gut funktionierende Strukturen im ländlichen Raum zu zerstören. Jetzt versteht man, warum. Die Kleine Zeitung und die Steirer Krone haben für eine so genannte Medienkooperation mit Projekten 380.000 Euro erhalten – auf Antrag von Franz Voves und

Hermann Schützenhöfer in der Landesregierung. Man hat sich die gute Meinung ,gekauft‘.“ Dieses Statement übermittelte Max Taucher, der geschäftsführende Obmann des Forums St. Lambrecht. Genau in diese Richtung zielten ein Entschließungsantrag und eine Anfrage der steirischen KPÖ auch im Landtag, an LH Franz Voves gerichtet. Die Aufforderung der KPÖ, aber auch der Grünen und FPÖ, an die so genannten Reformpioniere, man möge den Vertrag mit den beiden größten Zeitungen des Landes in dieser Sache offenlegen, verweigerte das Duo Voves-Schützenhöfer. Was die Opposition für unzumutbar hält: SPÖ und ÖVP verfügen durch das ordentliche Budget bereits über finanzielle Mittel für

Öffentlichkeitsarbeit, die jeweils schon mehrere hunderttausend Euro betragen. Für die regierungsgenehme Berichterstattung im Zusammenhang mit den Gemeindefusionen musste sogar ein „zusätzlicher Kredit“ aufgenommen werden, da das Geld nur über den außerordentlichen Haushalt genehmigt werden konnte. In der Steirer Krone läuft die Kampagne unter dem Titel „Steirische Reform-Pioniere. Eine Serie der Krone und des Landes Steiermark“. Nirgends wird erwähnt, dass das Land dafür bezahlt – also ein klarer Verstoß gegen das Pressegesetz. Die Opposition hat sich daher auch an den Presserat gewandt. Noch ist keine Entscheidung darüber veröffentlicht.

„MyWay“: Eine Person, eine Firma

Tendenz steigend D

Foto: Sissi Furgler

kl le ibpepn +& klleaurt e

KAGes droht Klage nach Tod eines Patienten im LKH Graz

as kräftigste Argument für den Powertag „MyWay“, kürzlich im Messezentrum Graz: Rund die Hälfte aller steirischen Unternehmen (33.000) sind Ein-Frau- bzw. -Mann-Firmen - sogenannte EPU. Tendenz steigend. Im vergangenen Jahr gründeten sogar mehr Frauen als Männer ein Unternehmen (rund 52%) und auch heuer starten wieder Hunderte GründerInnen durch. 257

Förderungen wurden im Zeitraum Jänner bis September 2012 in der Kernstrategie Unternehmertum der SFG bereits vergeben. „Small is beautiful“, weiß auch SFG-Boss Burghard Kaltenbeck: „Mit einer Förderung für die Anstellung eines ersten Mitarbeiters wollen wir die Rahmenbedingungen für die Kleinstbetriebe erleichtern und ihnen zu Wachstum verhelfen.“

Neuer Trend: Müllalchemie

30

klipp_klar.indd 28

Die Steiermark will alte Mülldeponien ausgraben und

auch die Steiermark anhand modernster Technologien an.

und einer etwaigen Verwertung zuführen. „32 Mrd. Kilo-

daraus Sekundärstoffe sowie Energieträger (zurück)

Jahrzehntelang wurde Müll wahllos weggeworfen und in

gramm vergrabenen Mülls könnten sich somit doch noch

gewinnen. Hintergrund: Rohstoffe und Ableerplätze

Deponien vergraben. Nunmehr aber machen steigende

als Rohstofflager entpuppen und vor allem neuen wissen-

werden knapp und teuer. Was Alchemisten im Laufe der

Rohstoffpreise viele der einst undifferenziert entsorg-

schaftlichen Ansätzen dienen“, so Seitinger. Dreiste Kup-

Jahrhunderte immer wieder versuchten – nämlich uned-

ten Materialien wieder interessant. Das Projekt „Landfill

ferdiebstähle verdeutlichen, wie begehrt teure Metalle

le Metalle in Gold und Silber umzuwandeln –, strebt nun

Mining“ soll alte Mülldeponien ausgraben, aufbereiten

und Rohstoffe sind. KLIPP Oktober/November 2012

04.11.12 09:17


entgeltliche Einschaltung

kl le ibpepn +& klleaurt e

Wir bleiben in Kontakt Kultwagen fährt nach London

Scherben bringen Glück

Für eine erfolgreiche Personalsuche setzt das AMS Steiermark auf direkten Dialog mit den Unternehmen: vor und nach der Vermittlung.

Foto: Bundesheer Österreich

Foto AMS/Petra Spiola

dem

Vermittlungsprozedere

an

sich hilft uns dabei, Vermittlungen in

Zukunft

noch

passgenauer

durchzuführen“, sagt Karl Heinz Snobe. Der Leiter des AMS Steiermark verweist in diesem Zusammenhang aber darauf, dass von den

Ab sofort sind auch bei Binder+Co in Gleisdorf „Erlebnisführungen“ möglich. (v.l.:) Karl Grabner, Christian Buchmann und Jörg Rosegger.

Binder+Co steht nun mal als hervorragendes Beispiel für profunde Arbeit und makellose Qualität“, rühmt Buchmann die Geschicke des Traditionsunternehmens. Indes schielt die Chefetage schon in Richtung des nächsten Ziels. Demnächst werden nämlich 8 Mio. Euro für eine neue Verwaltungszentrale in die Hand genommen – 4 Mio. investierte man bereits in den ersten 3 Quartalen. Von Hochmut ist in Gleisdorf dennoch aber keine Spur: „Bei uns ist jeder gleichgestellt – egal ob Lehrling oder Manager, alle leisten ihren Beitrag zum Erfolg“, so Binder+Co-Boss Karl Grabner.

Unternehmern eine realistische

auch für Unternehmen sieht sich

Flexibilität gefordert ist, „letztlich

das AMS Steiermark als Dienstleis-

entscheidet ja auch der Arbeits-

ter. Rund 250 Expert/innen unter-

markt, ob man erfolgreich vermit-

stützen im Service für Unterneh-

teln kann oder nicht“, so Snobe.

men bei der Personalsuche und

Sollten Personalwünsche nicht aus

beraten über Förderungen. Für

dem Pool der beim AMS Steiermark

eine erfolgreiche Vermittlung von

gemeldeten Arbeitssuchenden er-

Mitarbeiter/innen ist ein genau de-

füllt werden können, gibt es zahl-

finiertes Anforderungsprofil be-

reiche Alternativen wie beispiels-

sonders wichtig. Auch nach der

weise

Vermittlung sollte der Kontakt zwi-

über die Arbeitssuchende passge-

schen Unternehmen und Arbeits-

nau für das jeweilige Unternehmen

Im Jahr 851 gefunden, der marktservice bestehen gehört bleiben: Strettweger Kultwagen zu den promi„Das Feedback seitens der Unternentesten der steirischen nehmer zuObjekten den vermittelten MitarGeschichte. Am Ende des 7. Jahrbeiterinnen und Mitarbeitern und hunderts vor Christus aus Bronze gefertigt, ist er ein herausragendes Zeugnis des Kunsthandwerks der frühen Eisenzeit und gilt europaweit als bedeutender Fund. So bedeutend, dass er noch bis 9. Dezember in der Sonderausstellung „Bronze“ in der Royal Academy of Arts in London gezeigt wird. Für den Transport

Wir bleiben in Kontakt

Implacementstiftungen,

musste eine spezielle Kiste vom ausgebildet werden. Die Mitarbei-

Chefrestaurator der Abteilung Arter/innen des Service für Unterchäologie & Münzkabinett Uninehmen im AMS Steiermark des helfen

versalmuseums Joanneum, Klaus Gottwald, angefertigt werden. Auch die Ausstellungsvitrine ist nach den klima- und sicherheitstechnischen Vorgaben des Universalmuseums angefertigt. Für seine Reise wurde der Strettweger Kultwagen auf 50 Mio. Euro versichert, die Kosten dafür werden von der Royal Academy of Arts übernommen.

hier gerne weiter.

entgeltliche Einschaltung

Foto AMS/Petra Spiola

Das bekannte Sprichwort „Scherben bringen Glück“ könnte im Fall von Binder+Co angesichts der zahlenmäßigen Höhenflüge treffender nicht sein, ist man doch Weltmarktführer im Bereich Glasrecycling und Siebtechnik. Nach zahlreichen internationalen Anerkennungen und Auszeichnungen wurde man jüngst in den heimischen Kreis von LR Christian Buchmanns „Erlebniswelt Wirtschaft“ – da ist für Außenstehende alles nachvollziehbar – aufgenommen. Als 32. steirisches Mitglied erhielten die Firmenbosse, Jörg Rosegger und Karl Grabner, das Gütesiegel „made in Styria“. „

Nicht nur für Arbeitssuchende,

Für eine erfolgreiche Personalsuche setzt das AMS Steiermark auf direkten Dialog mit den Unternehmen: vor und nach der Vermittlung. Nicht nur für Arbeitssuchende,

marktservice

auch für Unternehmen sieht sich

„Das Feedback seitens der Unter-

das AMS Steiermark als Dienstleis-

nehmer zu den vermittelten Mitar-

ter. Rund 250 Expert/innen unter-

beiterinnen und Mitarbeitern und

stützen im Service für Unterneh-

dem

men bei der Personalsuche und

sich hilft uns dabei, Vermittlungen

beraten über Förderungen.

in

bestehen

bleiben:

Vermittlungsprozedere

Zukunft

noch

an

passgenauer

durchzuführen“, sagt Karl Heinz

markt, ob man erfolgreich vermit-

weise

Für eine erfolgreiche Vermittlung

Snobe. Der Leiter des AMS Steier-

teln kann oder nicht“, so Snobe.

über die Arbeitssuchende passge-

von Mitarbeiter/innen ist ein genau

mark verweist in diesem Zusam-

Sollten Personalwünsche nicht aus

nau für das jeweilige Unternehmen

definiertes Anforderungsprofil be-

menhang aber darauf, dass von den

dem Pool der beim AMS Steiermark

ausgebildet werden. Die Mitarbei-

sonders wichtig. Auch nach der

Unternehmern eine realistische

gemeldeten Arbeitssuchenden er-

ter/innen des Service für Unter-

Vermittlung sollte der Kontakt zwi-

Flexibilität gefordert ist, „letztlich

füllt werden können, gibt es zahl-

nehmen im AMS Steiermark helfen

schen Unternehmen und Arbeits-

entscheidet ja auch der Arbeits-

reiche Alternativen wie beispiels-

hier gerne weiter.

KLIPP Oktober/November 2012

Implacementstiftungen,

31


s gibt übereifrige Manager, die schon am ersten Tag ihrer Tätigkeit im neuen Unternehmen vollmundig erklären, was sich in Zukunft alles zum Besseren wenden werde. Diese Supermänner handeln meist unklug und schaffen dann genau das Gegenteil. Eine solche Phase durchlebt die Grazer Messe zurzeit unter Direktor Armin Egger. Die Zahl seiner Sympathisanten innerhalb der Belegschaft hätte in einem Fiat Topolino Platz. Bürgermeister Siegfried Nagl als oberster Eigentümer-Vertreter hat sich mit der Kür Eggers ein Problem ins Haus der Stadt Graz geholt. Denn von einem echten Aufschwung im Grazer Messe-Geschehen ist wenig zu spüren. Die jüngste Aktion von Egger: Er verwehrt den Mitarbeitern eine Konsolidierungsprämie von 70 Euro

Foto: Messe Graz / Stuhlhofer

E

Dicke Luft in der Messe Graz

und ab dem kommenden Jahr von weiteren 30 Euro, die in einer Gemeinderatssitzung bereits im Jänner 2012 beschlossen worden war. Im vergangenen Juni waren die Betriebsräte bei Bürgermeister Siegfried Nagl und dieser zeigte sich überrascht, weil er dachte, dass das Messe Center Graz mit seinem Chef Armin Egger automatische Vorrückungen hätte. Nagl sagte zu, diese Sache mit Egger zu klären. Bisher gab es aber

Gezerre um Reininghaus-Gründe

Endlich ein Ende!

In einer Volksbefragung lehnten die Grazer es mehrheitlich ab, dass die Stadt die 54 Hektar großen Reininghaus-Gründe ankauft. Dies bedeutete eine Niederlage für Befürworter Siegfried Nagl. Nun konnte der Bürgermeister knapp vor den Wahlen dennoch einen Deal präsentieren: Für jeden Quadratmeter genehmigter BruttoGeschoß-Fläche erhält die Stadt Graz vom Eigentümer „Asset One“ 30 Euro. Nagl rechnet also mit Einnahmen zwischen 15 und 20 Millionen Euro bei der Realisierung der

unterschiedlichen Vorhaben. Weiters überlässt Asset One der Stadt eine Fläche von mehr als 15 Hektar für Grünflächen, Straßen, eine Straßenbahn-Trasse und Ähnliches. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt aber zur Umwidmung von Flächen, sodass in den nächsten 20 Jahren rund 12.000 Wohnungen und etwa 8.500 neue Arbeitsplätze in Graz-Reininghaus entstehen könnten. Für die nötige Infrastruktur müsste die Stadt selbst zumindest 120 Millionen Euro investieren.

Messe Graz / Wiesner

kl le ibpepn +& klleaurt e

Bürgermeister Nagl reagiert nicht: Sind ihm die Hände gebunden?

Messe-Direktor Armin Egger: 45.000 Euro Jahresbonus, aber keine 100-Euro-Prämie für Mitarbeiter?

keine Antwort aus dem Bürgermeisteramt für die Betriebsräte. Daher folgte die Feststellungsklage. Bei einem nochmaligen Versuch wurde Armin Egger davon in Kenntnis gesetzt, dass diese Prämie zu zahlen wäre. Und er hat erneut über ein Anwaltsschreiben die Zahlung der Prämie abgelehnt. Eine solche Zahlung sei für die Messe finanziell zurzeit nicht verkraftbar bzw. erlaube die finanzielle Situation der Grazer Messe diese Zahlung nicht. Obwohl der MesseDirektor nicht unbedingt die besten Karten in der Hand hat, bleibt er – ein Tiroler – unnachgiebig. Wenn es allerdings stimmt, dass Armin Egger selbst einen Jahresbonus von 45.000 Euro zu seinem monatlichen Bruttogehalt von mehr als 12.000 Euro einstreift,

dann wird das ein zusätzlicher Konfliktherd mit der Belegschaft. Von einem „Realisten mit Handschlagqualität“ schreibt die BIG – die offizielle Grazer Bürger-Zeitung des Rathauses – im September 2009. „Davon ist überhaupt nichts zu spüren“, so ein Messe-Insider und Mitarbeiter. „Ich drehe jeden Stein um“, ließ Armin Egger in einem Steirerkrone-Interview im Herbst 2009 die Öffentlichkeit wissen. Man darf gespannt sein, bis bei ihm der Rechnungshof die Steine umdreht und was darunter zum Vorschein kommt. Doch Armin Egger scheint ein vorsichtiger Mensch zu sein. So gibt es seit seinem Amtsantritt mehr Schlösser, mehr Einfahrtsbeschränkungen und mehr Schranken in der Messe. So, als fühlte er sich von Feinden umgeben. Ganz köstlich ist ein Vorfall bei der Herbstmesse: Ein Lieferant und Kunde der Grazer Messe wollte Getränke zustellen. Mit seinem LKW kam er nach zehn Uhr Vormittag zum Tor. Die Einfahrt blieb ihm verwehrt – mit dem Hinweis, dass eben um zehn Uhr das Tor geschlossen werde und aufgrund eines Sicherheitssystems sich auch nicht mehr öffnen ließe. Der Messe-Partner musste dann seine Getränke gleichsam über das Tor heben lassen und auf einem kleinen Wagerl zu seinem Lokal in der Messe bringen lassen. Sein Ärger war groß, aber richtig explodiert ist er, als dann ein Fahrzeug die Messe verlassen wollte. Der Mann vom Sicherheitsdienst drückte auf den Knopf, und siehe da – das große Tor der Messe-Einfahrt öffnete sich …

Trotz aufkeimender Krise Andritz gut in Fahrt Er ist neben der Magna in Graz-Thondorf der erfolgreichste international tätige Konzern, der seinen Hauptsitz sogar in Graz hat – die Andritz AG. Welch eine Karriere da einer geschafft hat, wird deutlich, wenn man weiß, dass der Vater von Andritz-Chef Wolfgang Leitner noch als Arbeiter bei der Andritz AG tätig war. Das Um-

32

satzziel für 2012 sind fünf Milliarden Euro. Im Vorjahr schafften die Andritzer einen Überschuss von 330.000 Millionen Euro – also ein sehr profitables Ergebnis. Mit Jänner 2013 sollen der gekaufte deutsche Weltmarktführer in der Umform-Technik, der Press-MaschinenHersteller Fruler, in den Konzern eingegliedert

werden. Dann steigt der Umsatz um eine weitere Milliarde Euro. 30 Prozent davon entfallen dann auf Hydro, weitere 30 auf Zellstoff und etwa 25 Prozent auf den Stahlbereich. 10 Prozent auf die Separation, sprich Umweltanlagen und die restlichen 5 Prozent auf Spezialfutter und Pelletier-Anlagen.

KLIPP Oktober/November 2012


Neues Post-Café

Österreichs Lebensmittelhandel hat in den letzten Jahren viel investiert und expandiert – hier noch eine Filiale, da noch ein Standort. Nun verstärken große Supermarktketten auch ihre österreichweiten Kampagnen heimischer Produkte. Eine Kooperation zwischen SPAR und dem BIO-Ernte-Verband setzt mit nahezu 100 Bio-Regalen ein Zeichen für noch mehr Regionalität. Derzeit werden an 90 der 230

steirischen SPAR-Standorte regionale Lebensmittel, auch von Kleinstlieferanten, angeboten. Dabei sind die Hersteller für den Kunden deutlich sichtbar gekennzeichnet. „Mehr und mehr Konsumenten wissen die Kostbarkeit von Bioprodukten offensichtlich zu schätzen und sind bereit, dafür auch faire Preise zu zahlen“, betont Christoph Holzer, GF von SPAR Steiermark.

Rekordverdächtiges Bauvorhaben

Quelle: ASFINAG

Als vor 2 Jahren erstmals die Frage auftauchte, ob die neue geplante ÖAMTC-Steiermark-Zentrale zum Areal der Reininghaus-Gründe passt, ahnte niemand, wie schnell letzten Endes alles gehen sollte. Im Frühling 2012 reichte man das Projekt ein und 5 Monate danach wurden am Grund-

stück zwischen der Friedhofgasse und der Alten Poststraße erste Vorarbeiten und Bodenuntersuchungen hinsichtlich des Tiefbaus getätigt. „Das ist Rekordzeit für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung“, zeigt sich ÖAMTC-Landespräsident Bruno Wakonig erfreut.

is b h noc

Anzeige

Bio-Lebensmittel im Supermarkt

Erste Briefsendung… Wolfgang Lesiak von der Post AG, Dr.in Anna Rieder von Jugend am Werk Steiermark sowie Stadträtin Martina Schröck freuen sich auf zahlreiche Kunden.

Seit kurzem hat die Post im neuen

die gelebte Integration: „Vor Ort ar-

Messequartier Graz einen neuen

beiten Menschen mit Behinderun-

Partner. Das außergewöhnliche da-

gen, die angestellt sind, die kollek-

ran: Briefe, Pakete und Postagen-

tivvertraglich entlohnt sind und

den werden von Menschen mit Be-

volle Leistungen erbringen.“ In di-

einträchtigung bearbeitet. Die Or-

rektem Anschluss des Schalterbe-

ganisation Jugend am Werk Steier-

reichs befindet sich außerdem das

mark bietet somit nicht nur vollen

schicke „incafé“ – selbstverständ-

Post-Service, sondern auch Ar-

lich barrierefrei. Demnach dürfte

beitsstellen für Menschen mit Han-

die Filiale auch zu einem Kommuni-

dicap. „Damit gewährleisten wir die

kationstreffpunkt avancieren – ei-

Postversorgung im Bezirk Jakomi-

nem reibungslosen Postdienst in

ni“, freut sich Walerich Berger von

gemütlicher

Jugend am Werk. Er betont ferner

sphäre steht also nichts im Wege.

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Die Versicherung auf Ihrer Seite. KLIPP Oktober/November 2012

33

kl le ibpepn +& klleaurt e

… legen sich für heimische Produkte ins Zeug: (v. l.:) Herbert Kain (Bio Ernte), Manuela Schratzer (Bio-Sparregal), Landesrat Johann Seitinger und Christoph Holzer (GF SPAR Steiermark)


Du kannst was Von Michaela Vretscher

ISOP feiert 25-jähriges Jubiläum und lebt die Begriffe Freundschaft, Gemeinschaft, Love.

S

ozialarbeit und Sparkurs im Land – das ist eine Herausforderung, verträgt sich vom Prinzip her nicht. „Nicht verzagen, weitermachen“, lebt ISOP (Innovative Sozial Projekte) seit 1987 (alles Gute zum Jubiläum!) eine Vorreiter-Rolle vor und fördert jene, die am Rande der Gesellschaft leben oder dort hin gedrückt werden – Jugendliche, Langzeitarbeitslose und MigrantInnen. „Die Arbeitslosigkeit nimmt zu und rund 160.000 Personen in der Steiermark sind von Armut betroffen, viele davon sind Menschen mit Migrationshintergrund und haben Basisbildungsprobleme“, streicht Robert Reithofer, Geschäftsführer von ISOP hervor. Durch konkrete Maßnahmen, etwa durch Unterstützung beim Nachholen des Hauptschulabschlusses und mittels Deutschkursen, kann dazu beigetragen werden, die Kompetenzen zu verbessern. „Es ist schön, Menschen zu helfen“, sagt Hanan Kotschar, seit zehn Jahren in Deutschlandsberg bemüht, Zuwanderern und Zuwanderinnen in unterschiedlichsten Angelegenheiten unter die Arme zu greifen. „Es dauert sehr lange, bis jemand das Gefühl hat, zuhause zu sein“, aber in den Gruppen besteht freundschaftliches Miteinander und oft kommen ehemalige TeilnehmerInnen zu Besuch, um ihre Erfahrungen und Perspektiven zu erzählen, so auch Zanele aus Südafrika, die sich nun zur Nageldesignerin ausbilden lassen will. „Ich habe durch diesen Deutschkurs viele Leute kennen gelernt“, betont sie 34

strahlend. „Man wird unterstützt und fühlt sich geborgen.“ „Unsere Gesellschaft ist nach wie vor sehr reich, dieser Reichtum ist aber – wie aktuelle Studien zeigen – äußerst ungleich verteilt. Eine Stärkung des Wohlstands verhindert die Spaltung der Gesellschaft, spart die enormen Kosten der durch Armut erzeugten Probleme“, so die Grazer Stadträtin Martina Schröck. „Ein gutes soziales Netz zeigt die Stärke einer Gesellschaft. Vom sozialen Frieden profitieren alle.“ Sie wünscht sich mehr Anerkennung für die Leute, die im Sozialbereich arbeiten. „Das muss sich auch finanziell auswirken“, denn sie „erbringen Leistungen unter Bedingungen, die nicht einfach sind“, betont LAbg. Sabine Jungwirth. Bei ISOP/Innovative Sozialprojekte sind derzeit rd. 150 MitarbeiterInnen aus 35 Ländern beschäftigt. Steiermarkweit werden 50 Projekte durchgeführt. Durch die Zusammenarbeit mit dem AMS in Form von Projekten schafft es ISOP, in den Bereichen Arbeit, Bildung, Jugend und Interkultur mit ca. 20.000 Menschen zu arbeiten. Caritas-Präsident Franz Küberl: „Eine Organisation lebt nicht von dem, was sie gestern getan hat, sondern von dem, ob man bei ihr die Zukunft schmeckt, und bei ISOP schmeckt man die Zukunft.“ Österreichweit leben 75.000 junge Menschen als UBoote. Küberl: „Mitzuhelfen, dass diese jungen Menschen zu Vor-Boten für die Zukunft werden, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.“

„Faktor Mensch“ steht in der Region rund um Judenburg und Murau im Vordergrund „Menschen und Unternehmen werden nur dann in der Region bleiben, wenn die Entwicklungsperspektiven positiv sind!“ – so lautet der Allgemeinstandpunkt im Murtal. Um diesen Gedanken tatsächlich umzusetzen, bedarf es jedoch eines buchstäblichen Kraftakts. Aufgrund zunehmender Urbanisierung ist es nämlich denkbar schwierig, vor allem junge Leute für die Region zu begeistern. Demnach fügt sich der Ausspruch „Qualität wandert nicht“ hervorragend in die Philosophie jener, die sich um das Murtal bemühen. Die Initiative „Kraft. Das Murtal“ – eine gelebte Wirtschaftsverflechtung – hat dahingehend Mitarbeitern und qualifizierten Arbeitskräften besondere Aufmerksamkeit geschenkt und ist seit der Gründung vor 3 Jahren auf 64 Partnerbetriebe angewachsen. Diese Erweiterung ist nicht zuletzt durch das

hohe Engagement von rund 6.000 Fachkräften und 300 örtlichen Lehrlingen in den Mitgliedsbetrieben möglich. „Fachkräfte sind ja bekanntlich die wichtigste Ressource einer Firma“, so der Sprecher von „Kraft. Das Murtal“, Heinz Gach. Beim Thementag „Faktor Mensch“ im „HIZ“ Zeltweg gab es demnach umgehend Gesprächsstoff über vergangene und künftige Projekte. Verschiedene Partner, Akteure sowie Schüler und Lehrer stellten Hochschulkooperationen, die Lehrlings-Sommerakademie oder etwa die Analyse zum Bildungsbedarf noch einmal in den Mittelpunkt. „Hinsichtlich Abwanderung gelang bisher viel Aufklärungsarbeit, dennoch aber gilt es weitere Aktionen und Inhalte gegenüber der Bevölkerung zu transportieren“, betonte Ewald Stadler von Stahl Judenburg.

Leicht rückgängig Österreicher verlieren aufgrund der Niedrigzinsen (außerdem knabbert auch die Inflationsrate am Ertrag) spürbar die Lust am Sparen. Aber es gibt keine wirklich sichere Alternative zum Sparbuch. Nach Ansicht der Experten besteht mittelfristig auch keine wirkliche Chance auf höhere Sparzinsen. Das ist der Grund dass in der Gunst der Sparer dennoch das Sparbuch nach wie vor auf Platz 1 vor dem Bausparer und Grundstücken liegt. Am Ende kommen Fonds und Aktien. Trotzdem gut gelaunte Gastgeber beim Weltspartag:

… im Bankhaus Krentschker Wolfgang Georg Wolf-Schönach (2.v.r.) und sein Kollege Alexander Eberan (1.v.r.) …

… in der Volksbank Graz-Bruck Gerhard Reiner am „Glücksrad“ …

… in der Steiermärkischen Bank Gerhard Fabisch (li.) mit seinem Gast Karl Rose …

… in der Hypo Steiermark das Duo Gölles (li.) und Türk …

Fotos: Heimo Ruschitz (3), Raggam Photography (1)

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ISOP arbeitet an Verbesserung der Kompetenzen in Geborgenheit

… bei der Raiffeisenlandesbank Markus Mair (mitte) mit Gästen.

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I

n einem ORF-Interview, das Frank Stronach in Kanada gab, erklärte er, dass er in der Steiermark keine Absicht habe, zu kandidieren, um diese Aussage wenig später wieder zu relativieren. Man werde sehen, meinte der austrokanadische Milliardär. Für 2013 bei den Nationalratswahlen – da tritt er klarerweise sicher an mit seiner Gruppierung „Team Stronach“. Das bestätigte auch die ehemalige FPÖ-Klubobfrau im steirischen Landtag Waltraud Dietrich. Sie ist die Steiermark-Chefin für Stronach. Der Mietvertrag für das ParteiHauptquartier ist schon unterschriftsreif. Dieses liegt ganz prominent in der Innenstadt – und zwar am Grazer Andreas-HoferPlatz, Ecke Albrechtgasse. Dort, wo früher ein Familien-Café war, das allerdings nur einige Monate überlebte.

Sorgt für Unmut: Frank Stronachs goldene Regel „Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln.“

Sein gängigster Gag und bekanntester Steh-Satz ist: „Kennst Du die goldene Regel? – Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln.“ Diese, seine Grundhaltung kommt nun auch

stärker bei seinen Auftritten in den Vordergrund, verursacht selbst bei Beobachtern, Sympathisanten und Zuhörern Irritationen, die ihm und seinen Auftritten noch vor Monaten vorbehaltlos zugestimmt haben. Nämlich dann, als er die ohne Zweifel argen Zuständen der österreichischen Politik geißelte und einfachste Beispiele dafür brachte. Menschen des Mittelstandes, bis hin zu den Vermögenden (er ist einer von uns), applaudierten ihm zu und hatten im Innersten schon ihre Stimme für ihn reserviert. Doch je öfter er auftritt, desto größer wird die Gefahr, dass diese, seine Anhänger, sich von ihm abwenden, bevor überhaupt noch der Wahltag nahe rückt. Aus einem einfachen Grund: Stronach lässt nur seine Argumente gelten, unterliegt der Versuchung, jede gegenteilige Haltung, andere Argumente von jun-

gen Menschen, die noch in keiner Fabrik gearbeitet haben, herunter zu machen. Er zeigt sich total unzugänglich, uneinsichtig, wenn er sich eine Sackgasse manövriert hat. Die Weisheit des Alters ist das jedenfalls nicht. Frank Stronach hat Unglaubliches geschafft in seinem Leben, aber seine Vergangenheit ist bei weitem nicht so rosig, wie sie immer dargestellt wird. Stronach gibt sich gern volkstümlich, bescheiden und erdig, wird aber sehr rasch unduldsam, herrisch und ist sehr leicht angerührt, wenn sein Gegenüber Kritik äußert oder gar widerspricht. Weil Stronach eben ein Leben lang gewohnt ist, dass alles passiert, was er anschafft. Nur in der Politik muss man überzeugen und überreden. Da gilt seine goldene Regel: „Wer das Gold …“ zum Glück noch nicht.

Foto: Astrid Rampula

Storychannel

524* „Klappe auf“ für Grazer Filmtalent Von der Mikrochipentwicklung bis zur Newcomerin in der österreichischen Filmbranche: Die Grazerin Astrid Rampula startet mit dem Gespür für den richtigen Cut, einem Quäntchen Draufgängertum und dem optimalen synergetischen Netzwerk in der Bürogemeinschaft „gaft“ erfolgreich als selbstständige Filmemacherin (www.astrimage.at) durch.

* Zur Story finden: http://sfg.at/storychannel KLIPP Oktober/November 2012

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Frank macht es niemandem leicht


mit

STIL

d i e l i v est y l e ko l u m e vo n CA r i n a h a r b i s c h

Foto Heimo Ruschitz

, Stil muss man sich aneignen

Mit Stil … ist eine neue Kolumne, in der ich den Fokus auf alltägliche Themen in puncto Stil, Auftreten, Erscheinungsbild, imagebildende Merkmale, Goes & No Goes, Must-haves und Stillosigkeiten sowie auch Trends und Modeerscheinungen lege. Eine Kolumne lebt mit ihren Lesern. Daher freue ich mich auf Ihre Anregungen, Fragen und vor allem auf Feedback. An dieser Stelle möchte ich mich gerne vorstellen: Ich bin leidenschaftliche Sty(i)listin und Imageberaterin in Graz. Seit über zwei Jahrzehnten in dieser Stadt heimisch, habe ich es mir beruflich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu einem glücklicheren und selbstbewussteren Erscheinungsbild zu verhelfen. Getreu meinem Motto: „Live your Style“. Es gibt viele Facetten, seine Lebenseinstellung zum Ausdruck zu bringen. Auf zwei habe ich mich spezialisiert: Farb-, Stil- und Imageberatung als Ausdruck der Persönlichkeit und Events als Ausdruck der Lebensfreude und Lebenskultur und damit auch als Visitenkarte seines Gastgebers. Meine„Stil“-Mission ist es: Persönlichkeit, Stil und Image in Einklang zu bringen, um dadurch mehr Authentizität, Selbstbewusstsein, und Lebensfreude zu erfahren. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung im Marketing weiß ich, wie wichtig stilsicheres Auftreten und Professionalität ist und dass neben inhaltlichen Aspekten eben genau diese optischen Elemente manchmal auch ausschlaggebend für Erfolg sein können. Aber nun zum eigentlichen Thema. Mein Stil? Was ist überhaupt Stil?

Maler haben einen Malstil, Schreibende einen Schreibstil, Musiker einen Musikstil … Mit dem individuellen Stil möchte man sich von der Allgemeinheit abheben und eine besondere Botschaft senden. Brauchen wir dazu Stilvorbilder? Ohne Stilikonen würde unsere Gesellschaft sich annähern und ein einheitliches Mittelmaß wäre das Ergebnis. Wenn man heute von Stil spricht kommt einem unwillkürlich ein Name in den Sinn: Chanel. Coco Gabrielle Chanel war eine Frau, die beharrlich an ihrem unvergesslichen Stil festgehalten hat, denn sie war stets ihr eigenes Idealbild und eine Ikone der Mode. Stil ist meiner Definition nach der individuelle Ausdruck einer Persönlichkeit. Der persönliche Stil kann und sollte sich ändern, mit der jeweiligen privaten und beruflichen Entwicklung. Ein Stilgefühl ist der spürbare Ausdruck des eigenen Willens (Ichs) durch eine sichtbare Stilrichtung – das Ergebnis sollte immer authentisch sein. Das bedeutet also, wie und worüber sich eine Persönlichkeit ausdrückt und in welcher Form man sich präsentiert, hängt von der Lebenssituation und Einstellung ab. Stil hat in erster Linie mit Qualität zu tun und nicht mit Quantität. Weniger ist mehr. An den Materialien, Stoffen, Musterungen, dem Styling –welche Frisur, wie viel Make-up und den passenden Accessoires oder auch an Statussymbolen zeigen wir unserem Gegenüber, welchen Stellenwert wir uns selbst zugestehen. Authentische Persönlichkeiten definieren sich über ihren Stil und halten diesen in allen Lebenslagen

Mode kann man sich kaufen

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Dandy-Look definierte; Sakko und Krawatte und stets steckte eine frische Blume im obersten Knopfloch seines Revers. Keiner trug den Smoking so nonchalant wie Cary Grant – auch heute noch wird er als männliche Eleganz in einer Person und als Gentleman des klassischen Films beschrieben. Stil kann aber auch mit kultiviert, höflich und wertschätzend beschrieben werden.Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft und pflegen Kontakt zu Mitmenschen. Ohne soziale Kontakte vereinsamen wir und entwickeln uns nicht weiter; wir lieben Unterhaltung. Aber auch im Umgang mit den Menschen suchen wir nach Interesse, Anerkennung und Respekt. Um uns Enttäuschungen zu ersparen, bedarf es auch hier an Taktgefühl, Wertschätzung und Höflichkeit im Umgang mit den Generationen, Berufen und Charakteren.

Save the date: Abendeinkauf (bis zu – 50% Rabatt) bei Prosecco und Prosciutto im FAME FashionStore, Hans-Sachs-Gasse 8, 8010 Graz am 12. November 2012 von 17.00 bis 21.00 Uhr. Inklusive kostenloser Stylingberatung mit Carina Harbisch.

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bei. Und dadurch kommt es zu keinem Bruch im öffentlich-beruflichen und privaten „Auftritt“.Mode kann man kaufen, Stil muss man sich aneignen – denn nicht jeder, der das „Neueste“trägt, sieht auch zwangsläufig gut darin aus. Wir wirken als Gesamtbild und nicht mit den Schuhen und Taschen, welche wir tragen. „Mode ist vergänglich, Stil bleibt.“ Das war Coco Chanels berühmtestes Zitat, das sie selbst am besten beschrieb. Sie war nicht nur Stilvorbild, sondern auch Erfinderin der Must-haves aller Frauen: Das „kleine Schwarze“, das Jersey Kostüm, ihr erstes Parfum - Chanel No. 5 und die Chanel 2.55 Handtasche. Was wäre aus Tiffanys ohne Audrey Hepburn geworden? Die zweieinhalb Minuten Filmszene in „Frühstück bei Tiffany“ haben auf jeden Fall Mode- und Stilgeschichte geschrieben. Das „kleine Schwarze“ kreierte Hubert de Givenchy extra für die Hauptdarstellerin und wurde zum Idealbild des eleganten Ausgehkleids und Ms. Hepburn wurde zur schönsten Frau aller Zeiten gewählt. Auch eine Fürstin aus Monaco und eine ehemalige First Lady aus Amerika wurden durch ihren Stil, die kühle Eleganz und makellose Perfektion berühmt für alle Zeiten. Die bis heute als „Prinzessin der Herzen“ verehrte Prinzessin Diana verstand es auch, Kleidung für sich sprechen zu lassen. Zwar gab es viel mehr weibliche als männliche Stilikonen, trotzdem waren einige Persönlichkeiten auch für die Männermode stilgebend. Ob es nun mal Oscar Wilde war, der den eleganten


Audrey Hepburn; Fotoquelle: http://www.perfectpeople.net

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LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben!

� Das letzte Mal hat mir ja Frieda erzählt, dass der Jochen PildnerSteinburg, Präsident der Steirischen Industrie, nach Wien gehen soll und dort als Nachfolger von InDas war 1995 ... dustriellen-Präsident Veit Sorger vorgesehen ist. Und die Frieda meinte noch, damit wäre er neben Landeshauptmann-Stellvertreter, gab dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, uns mein Allerliebster Nachhilfe in Gedem Bauernbundpräsidenten, der schichte. Natürlich wollte Sohn Peter ranghöchste steirische Vertreter auf noch eine Stufe höher, schaffte diese dem Wiener Parkett. In der steiriaber nicht, blieb immer der „erste schen ÖVP, so erzählt die Frieda, Vertreter“ des Landeshauptmannes. waren die Funktionäre arg geRunde Geburtstage sind ja dazu da, schockt, als sie nun lesen mussten, um den Jubilar hochleben zu lassen, dass der Grillitsch sich von einer seine Weisheit, die guten Taten und Stunde auf die andere total aus der alles andere zu beklatschen. Das gePolitik zurückzieht. Es waren auch hört sich einfach, so die Ute. Was der für ihn die Aufregungen so arg, dass Heinz, der zu den besten Tarockierern erbei in uns Graz bekanntlich wegen Herzin der Runde zählt und den Peproblemen ins Krankenhaus muster auch ganz gut kennt, so nicht gelste. Alle, mit denen die Frieda über ten lassen will. Schade, meint er, dass Grillitsch gesprochen hat, waren das, was nicht so super gelaufen oder fast traurig, weil der Obersteirer gar misslungen ist, an einem solchen auch in den anderen Parteien viele Festtag von den anwesenden Zeitzeu2638

gen nur mitgedacht werden darf oder,

gute Freunde hat. Die Frieda hat imwenn überhaupt, später am Buffet mer wieder gehört, und sie geht ja in ein bisschen beplaudert wird. Hörts der ÖVP aus und ein, dass Grillitsch doch auf mit diesem philosophischen gute Chancen gehabt hätte, dem Wischi-Waschi, ärgerte sich die MaHermann Schützenhöfer zu folgen, nuela, und kommts einmal zur Sache. hätte er das im Auge gehabt. Nun ist Und da wusste wiederum der Herwig esbestens klarerweise vorbei damit. Schon Bescheid. Peter Schachner einmal war Fritz Grillitsch knapp hat im Jahr 1995 bei der Landtagswahl vor dem Sprung in die Landesregieerstmals den Mandatsgleichstand mit rung, damals noch zu Zeiten von der ÖVP geschafft, aber die StimmenWaltraud Klasnic. Er habe damals mehrheit ganz knapp verpasst. Denbereits, so erzählt die Frieda, die noch „schickte“ er mit diesem „Sieg“ Zusage der damals allmächtigen den damals als unschlagbar geltenden steirischen VP-Chefin gehabt, die Josef Krainer II in die Pension. Diedann allerdings im Parteivorstand ser trat ab, weil er nur durch die Bildung einen anderen vorschlug, ohne Grileiner großen Koalition mit Schachner litsch darüber zu informieren. Veroder einer kleinen mit der FPÖ hätte ständlich, sollte das so stimmen, Landeshauptmann bleiben können. dass der Grillitsch sich zu Klasnics Das wollte er sich nicht antun und Verdiensten kaum noch äußerte. �

Ute, weil die Frau Klasnic mit den

Gespräch wieder herausgekommen.

so der Hubert. Dem klarerweise Skandalen um Andrea Herberstein noch immer leid tut, dass die „Cheund die Estag nicht fertig geworden ist. fin“ damals so sang- und klanglos Wer Franz Voves folgt – er wird im von der politischen Bühne abtreten Jahr 2014 gehen –, ist noch ungewiss. musste. Bei ihrem 60er, zu dem ihr zwei Wochen nach der Wahl logi* scherweise viele Mitarbeiter gratulierten, kam aber keine Stimmung Gewiss ist aber, so wirft die Manuela auf. Da war die Trauerarbeit wichtiein, sie kennt sich in Sachen SPÖ aus, ger. ging lange in der Zentrale aus und ein,

Kois in der einst skandalgebeutelWorauf der Dieter wiederum meint, ten Estag gelungen sei, so der Herr dass Franz Voves diese Tradition von Biro, suche seinesgleichen. Wer Peter Schachner gern übernommen denke angesichts des Grünen E heuhat und bis heute beibehalten hat. te noch an die schmutzigen Schlagzeilen von früher?*Und die Estag sei auch profitabel. Zweistellige Millionenbeträge dürfe das Land Jahr für Klarerweise gibt es anlässlich des Jahr kassieren, und dass der steiri70ers von Peter Schachner auch eine sche Stromriese keinen Atomstrom Festschrift. Die Herausgeber sind eheins Netz einspeist, stehe ebenfalls malige Sekretäre in seinem Büro, deauf der Kois’schen Erfolgsliste, nen diese Jobs als Sprungbrett für späschreibt Biro in der Steirerkrone. tere Karrieren dienten. Während in Letzteres stimme in keinem Fall, der Vergangenheit Peter Schachners hört die Ute aus der Energie-SteierGedanken, Schriften und Reden zur mark-Zentrale von jemandem, der Politik – die Ute: Er ist ein guter Anamit Stromhandel zu tun hat. lytiker – im parteieigenen Leykam

dass Peter Schachner – er war ja auch � Hochschulprofessor und Bildungsreferent im Lande – viel für sein Hobby, In der Steiermark durfte Gerhard „die Bildung“, tat. Er machte die GrünDraxler seinerzeit nicht ORF-Landung der steirischen Fachhochdesdirektor werden, weil er für schulen möglich und forcierte auch ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud den Bau des lang geplanten und immer Klasnic zu viel rot und zu viel wieder hinausgeschobenen Kunsthauschwarz war. In Kärnten wurde er ses. Nach seinem Ausscheiden aus der ORF-Landesdirektor unter Jörg Haider von der FPÖ. In Wien wurde er Informationsdirektor unter Wolfgang Schüssel von der ÖVP. Und

Weil die Frieda gerade von Klasnic nun wurde er wieder steirischer geredet hat. Herwig Hösele war ei- Landesdirektor unter dem roten ner ihrer engsten Mitarbeiter und Landeshauptmann Franz Voves. ist, so der Hubert, sicher ein belese- Was damit zum Ausdruck kommt, ner Mann. Kein Wunder, dass er viel hat mir kürzlich der Josef erzählt. über die Vorzüge und Nachteile der Dass Gerhard Draxler von seinem Demokratie, das passende Wahl- Job als Journalist was verstehen recht philosophiert. Doch mit einem muss und alle jene eines Besseren scheint er ein Problem zu haben, mit belehrt hat, die ihn in der jeweiligen dem innerparteilichen demokrati- Phase jener politischen Gruppieschen Umgang. Der Hubert denkt da rung zugeordnet haben, die gerade an die Zeit zurück, als Klasnic we- dort an der Macht war oder ist. gen der Energie Steiermark gewaltig Zoff mit Gerhard Hirschmann und � Damit es keine Dolchstoß-Legenden gibt: Es war der offizielle Fotograf, der Ingrid, die Herbert Paierl hatte. Hösele spielFrau von Franz Voves nicht ganz ins Bild „ließ“. Der Jubilar (Mitte) mit Frau Manuela. te in dieser Auseinandersetzung Christoph Biro, Chefredakteur der eine wichtige Rolle. Heute bezeich- Steirerkrone, zeigt immer wieder, so die steirische ÖVP installierte darauf- Politik war er ja auch Aufsichtsratschef net er sich selber als „Wut-Bürger“, habe ich der Ute bei der letzten Tahin Waltraud Klasnic, die wie Josef der Energie Steiermark bis zum Vorwegen der stärker werdenden Poli- rock-Runde beim Diskutieren am Krainer auch unter den Gratulanten jahr. Wobei es in der letzten Phase doch tikverdrossenheit in Österreich, und Nebentisch zugehört, dass er von war. Klasnic wiederum degradierte zu tiefgreifenden Konflikten zwischen schließt sich dem Kreis jener an, die der Steiermark noch immer wirklich Schachner mit ihrem Wahltriumph im ihm und Franz Voves kam. Stichwördagegen sogar ein Volksbegehren wenig weiß. Er kommt aus Wien und Jahr 2000 zum Statisten. Der „Herr ter sind hier die Stiftungsaffäre und überlegen. Schon pikant. Oder perist ein Bürgerlicher im alten Sinn Professor“, wie ihn die ÖVP während andere parteiinterne Entscheidungen. vers. Oder auch zum Schmunzeln. des Wortes, tut sich schwer mit neuseiner Zeit als Politiker gerne hän- Franz Voves drückte das bei seiner Hösele äußerte sich in den Medien en Entwicklungen. Daher gefallen selte, musste daraufhin im Jahr 2002 Dankesrede in der Aula der Alten Uniim Sinne wie: „Irgendwann werden ihm auch Typen, die ihm schmeidas Feld räumen. Der Unmut in der versität diplomatisch aus, erzählt uns die Regierungsparteien von uns cheln und ihn als einen der Großen steirischen SPÖ war groß geworden. der Herwig. Er kann sie natürlich nicht hören.“ Aber er selbst hat nicht gut und Wichtigen im Lande darstellen. Schachner holte sich als Quereinstei- wörtlich wiedergeben, sondern nur zugehört und die Dinge richtig anaMit Oswin Kois verlasse der vielger – so wie der Dieter erzählt – offizi- sinngemäß, und seine Interpretation lysiert, als er im Regierungsbüro in leicht kompetenteste Manager die ell und natürlich ganz freiwillig Franz lautete dann so: Voves meinte: Du bist der Grazer Burg die Fäden gezogen große Bühne, streut Biro dem NochVoves als Nachfolger. Dessen Sieg im mit deiner Meinung zu einem erfolghat. Denn sonst wäre die LandtagsEnergie-Steiermark-Chef Rosen. Jahr 2005 wiederum beendete abrupt reichen Gespräch mit Peter Schachwahl 2005 für Waltraud Klasnic Das zeugt schon von wirklicher die politische Karriere von Waltraud ner hineingegangen und mit seiner nicht zu einem Desaster geworden, Sachkenntnis, lästert die Ute. Was Klasnic. Aber nur deswegen, so die Meinung nach dem erfolgreichen

Verlag erscheinen konnten, erscheint � die Festschrift im Verlag Österreich.

Foto: © steiermark.at / Foto Frankl

Dass ich neben meiner Abbildung

Ich weiß nicht, ich weiß nicht, was noch andere zulasse und diesem ich machen soll und mein Allerliebzustimme, kommt höchst selten ster ist mir da überhaupt keine Hilfe vor. Aber ich mach diesmal eine dabei. Er sagt nur: „Du wirst das Ausnahme, wie Sie ja sehen. Es ist schon richtig machen …“ Unsere eben ein ganz besonderer Anlass. Jüngste war so schwer verliebt und jetzt ist es auf einmal über Nacht * aus. Sie tut mir so leid, weil sie sich fast wie in ihrer Kindheit bei mir anDie Ute hat mir das vorgelesen: „Einlalehnt und Schutz sucht. Das tut gut, dung anlässlich des 70. Geburtstages aber sie wissen ja, man kann da von LH-Stv. außer Dienst Universinicht wirklich helfen, sondern kann tätsprofessor in Ruhe Dr. Dr. Peter nur versuchen, zu trösten. Bei uns in Schachner-Blazizek im Beisein der Nachbarschaft gibt’s auch einivon KollegInnen, WeggefährtInnen, geFreunden türkischeund Zuwandererfamilien. politischen MitbewerUnd da haben wir gehört, dass die berInnen“ – klang also ganz schön mit ihrer Tochter kürzlich in die wichtig, fand doch das Ganze in der Türkei gereist sind, weil sie dort den Aula der Alten Universität statt. Bräutigam ausgesucht haben. Und Schachners Vater war schon Ersterderen Tochter findet nichts dabei, weil sie ja in dieser Welt aufgewachsen ist. Die war ganz freudig aufgeregt, obwohl sie ihren Bräutigam gar nicht je vorher gesehen hat. Wenn ich dann daran denke, wie niedergeschlagen unsere Jüngste jetzt ist, dann denke ich mir: Solche Sorgen haben die Eltern der jungen Türkin nicht.

• Sein Erfolg zwang Josef Krainer in die „Pensi“ • SPÖ-Ehrenvorsitzender Peter Schachner feiert 70er mit Streicheleinheiten auch von Franz Voves

Warum gehe Kois*überhaupt per 31. März, trauert Biro. Franz Voves könnte ihm da sicher die passende Zum Schluss leider was sehr, sehr Antwort geben, rätMeine die UteNachbarin dem SteiUnangenehmes: rerkrone-Chefredakteur. Im Übrihört um zwei Uhr Früh ein Geräusch, gen habe dieser Oswin Kois Handschaut nach und da steht ein maskierschlagqualität – ein Charakterzug, ter Mann im Wohnzimmer. Sie schreit der heutzutage immer seltener zu auf, ihr Hund, ein alter Herr, wird auch finden ist, will das Biro-Lob kein munter und aktiv, da ergreift der EinEnde nehmen.die ErFlucht meint und damit aber schleich-Dieb springt hoffentlich nicht den Sack voller durchs Fenster wieder hinaus. Sie, Energie-Steiermark-Inserate und aber auch wir, haben einen richtigen die zigtausenden Euro dafür, welche Schock. Man traut sich kein Fenster die Krone Laufe derreagiert letztenrichtig zweimehr offenim lassen und einhalb Jahre einsackeln konnte, panisch, auch wenn alles zu ist. Und ätzt UteInnenminister weiter. Aber wer weiß,da so die die Frau meint, die Ute, vielleicht hat der Nachfolwerde alles übertrieben in den Meger ähnlich lockere dien,von die Kois Bürgereine brauchen sich keine Hand beim Geldausgeben, wenn’s Sorgen zu machen. Ich als kleine Frau darum vor allem für zeigt sichnur, als bin keinegeht, Rassistin, aber das Person guten Wind zu machen. dass sie überhaupt nicht weiß, was in Denn viel vor willsich dergeht. Tarock-Runde Österreich Die Mennicht einfallen, als die Ute danach schen haben klarerweise Angst, denn fragt, dem Grenzen Kois so kommt alles gelunmit denwas offenen auch gen sei. G’sindel Da fielen Begriffe viel, viel zu dann uns. Wir sind ja wie ein Murkraftwerk und Photovoltaik-AnParadies für Sozialschmarotzer. Dass lage aufFrau der Firmenzentrale. Doch sich die Innenminister Mikldiese Projekte sollen schon die VorLeitner sicher fühlt, wundert mich gänger auf Schiene gebracht haben. nicht. Nur, sie und die ihren werden ja Tag und Nacht durch Sicherheitsleute

Bis zum nächsten Mal,Das wär’s, also beschützt. Wir nicht. tschüß, bis zum nächsten Mal,

Eure Lilly

Eure Lilly

KLIPP Oktober / November KLIPP November2012 2011


Foto: Heimo Ruschitz

Foto: Clive Mason/Getty Images

Knapp vor Redaktionsschlus dieser Ausgabe: Red Bull patzt in Abu Dhabi gewaltig. Vettel bleibt ohne Sprit auf der Strecke stehen, wird darauf in die letzte Startreihe zurück gesetzt. War das das Ende für Vettels Sieges- und Glücksphase? „Wenn du den im letzten Rennen bereits verloren geglaubten WM-Titel holst, gehört auch eine riesige Portion Glück dazu“ – und dieses Glück hatten Helmut Marko und der Red-Bull-Rennstall im Jahr 2010, als Sebastian Vettel mit vier Punkten Vorsprung die WM gewann. Fernando Alonso wurde praktisch erst in der letzten Kurve

Nach 2009 wäre es der dritte WM-Titel und damit gäbe es für beide eine stolze MillionenEuro-Prämie. Auch nicht unangenehm

geschlagen. Marko umarmte danach klarerweise seinen Fahrer. Für den introvertierten Grazer eine Explosion seiner Gefühle, die zeigte, wie ungeheuer groß der Druck war. Heuer zeichnet sich wieder ein ähnlich dramatisches Finale ab, nicht zuletzt durch die neue Regelung, dass es pro Sieg 25 Punkte gibt. Ein Ausfall bei den letzten Rennen und alles ist völlig offen. Und was in KLIPP Oktober /November 2012

einem Rennen passieren kann, das hat Fernando Alonso heuer schon erlebt. Lange Zeit hatte er als der klare WM-Favorit ausgesehen, bis er mehrere Male nicht ins Ziel kam – durch technisches Gebrechen, weil er von der Strecke gerempelt wurde oder auch durch Unachtsamkeit. So etwas spielt sich in Sekunden-Bruchteilen ab und kann jeden treffen – auch Sebastian Vettel. „Rein von der Papierform her“ hat Vettel für die letzten drei Rennen die besseren Karten. Abu Dhabi ist eine Strecke so richtig für Red Bull. 12 der 21 Kurven haben einen rechten Winkel oder sind Spitzkehren – gut für das Bullen-Auto. Vorteile für Alonso gibt’s nur auf der 1.100 Meter langen Geraden. Doch die Zeit, die Vettel dort verliert, macht er in den Kurven wett. Die Qualifikation und das Rennen finden in der Abenddämmerung statt – eine zusätzliche Herausforderung für die Reifen. Für Alonso war Abu Dhabi im letzten Jahr ein Albtraum. Vettel hat zwei der drei Rennen in Abu Dhabi gewonnen.

Foto: www.autoweek.com

Helmut Marko und das Formel - 1 - Finale

Verhängnisvoller Patzer von Red Bull in Abu Dhabi. Vettel startet aus der Boxengasse. Für die beiden letzten Läufe in Austin (USA) und Sao Paulo (Brasilien) scheint er aber bessere Chancen als sein Konkurrent Alonso zu haben. Ein Ausfall und alles wäre vorbei ...

Chef Helmut Marko: „Wir haben auf dem Gebiet aber dazugelernt.“ Die fahrerische Herausforderung in Austin wird ein 1,4 Kilometer langes Geschlängel aus acht Kurven sein. Da sollte Ferrari punkten können. Aber wie gesagt: Für alle ist die Strecke neu und daher sind Prognosen ganz, ganz schwierig.

Großer Preis der USA Letztes Rennen in Brasilien Die Fahrer kennen die 5,5 Kilometer lange Strecke, rund 30 Kilometer außerhalb von Austin, nur von Skizzen und vom Simulator. Es wurde erst im September die Strecke asphaltiert, daher sind die Angaben über die Beschaffenheit des Belags dürftig. Es könnte also zu unangenehmen Überraschungen kommen. Pirelli wird den Teams die härtesten Reifenmischungen zur Verfügung stellen. War dies in den letzten Rennen der Fall, dann waren die roten Renner im Vorteil. Red-Bull-

Bereits zum sechsten Mal ist Brasilien der Gastgeber des WM-Finales. Und bereits drei Mal fiel in Sao Paulo tatsächlich die Entscheidung um den WM-Titel. Der Spanier Fernando Alonso hat gute Erfahrungen mit der Strecke von Interlagos. Dort wurde er 2005 und 2006 Weltmeister. Das Autodrom Carlos Pace ist gekennzeichnet durch zwei völlig unterschiedliche Streckenteile – eine Vollgas-Passage und ein Labyrinth von Kurven. Dieser Kurs sollte

den Red-Bull-Formel-1-Geschoßen entgegenkommen. In den langsamen Kurven können die technischen Vorteile besser zum Tragen kommen. Dass Red Bull auf engen Kursen gut unterwegs ist, haben auch die Rennen in Budapest und Singapur gezeigt. Die fast 1,2 Kilometer lange bergauf führende Zielgerade ist eine Vollgas-Passage, mit Vorteilen für den schnellen Ferrari. Bereits mehrmals hat es in Brasilien während des Rennens Regen gegeben. Fernando Alonso hofft darauf, sollte er zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch eine Chance auf den Titel haben. Ansonsten wird es wieder wie in den letzten beiden Jahren sein: Helmut Marko wird seinen Schützling Sebastian Vettel umarmen und halsen. Und für beide würde sich der WM-Titel auch auf dem Konto sichtbar machen. Denn die Prämien dafür liegen jenseits der Millionen-Euro-Grenze. 39

Hintergrund

Nichts für schwache Nervern


hintergrund

Hans Breiteggers „Cold Case“-Buch: 27 ungelöste Verbrechen

Die Mörder unter uns Die Kommissare und SuperCops, unterstützt von attraktiven weiblichen Kollegen, lösen Tag für Tag im Fernsehen alle Morde, wie raffiniert oder kompliziert diese auch geplant waren. Für sie gibt es kein perfektes Verbrechen. Da tun sich die steirischen „Kollegen“ in der Realität weit schwerer. 27 ungeklärte, spektakuläre und mysteriöse Fälle greift Hans Breitegger in seinem Buch „Cold Case“ auf. „Die Polizei rollt im Rahmen des Cold-Case-Managements ungeklärte Fälle neu auf“, weiß Hans Breitegger. Mit Ermittlungen von Beamten, die zuvor mit den Fällen nichts zu tun hatten. So können diese unvoreingenommen an die Arbeit herangehen. Entscheidende Hinweise ergeben sich da oft auch durch DNA-Abgleiche, die schon manches Rätsel gelöst haben.

Grausame Pflegemutter Als Journalist war Hans Breitegger in den letzten 30 Jahren nah dran an allen großen Verbrechen, manchmal sogar mittendrin. So auch im Fall Eva Maria P., der in der Oststeiermark spielte. Eva Maria P. war mit einem Richter verheiratet. Mit ihrem Sozialprojekt für Behinderte war sie damals ein Aushängeschild für die Justiz und Ärztekammer, die es förder40

ten. Am Rande: Der damalige Justizminister Christian Broda war Trauzeuge von Eva Maria P. Neun Pflege-, Adoptiv- und zwei eigene Kinder lebten in der Familie. In der Nachbarschaft gab es Gerüchte über Missstände, Misshandlungen im Hause P., Folter und Gewalt. Mitten im Winter wurde dann eine Pflegetochter erfroren aufgefunden. Der medizinische Befund lautete: Selbstmord. Die Zeitungen berichteten weiter über die Gerüchte von Misshandlungen. Da tauchte Eva Maria P. in der Redaktion der Kleinen Zeitung auf und beschwerte sich über die „Unterstellungen“. Damals zu Hans Breitegger: „Kümmern Sie sich lieber um den Selbstmord der Eva Michalski, denn das war ein Mord.“ Eva Maria P. wollte damit ablenken, fürchtete sie doch, dass es einen Förderstopp für ihr Sozialprojekt geben würde. Breitegger informierte die Staatsanwaltschaft darüber, die den Fall neu aufrollte. Es tauchten Verdachtsmomente gegen die Pflegemutter und deren Haushälterin auf. Diese brach bei einem Kreuzverhör zusammen und gestand den Mord. Die Pflegetochter war wochenlang eingesperrt in einem Keller gewesen, ohne Heizung, bei Minusgraden bis zu 20 Grad. Im Krankenhaus wären die Misshandlungen entdeckt worden und daher pumpten die beiden die

Jugendliche mit Alkohol voll, fuhren mit ihr nach Wien, wollten sie dort im Stadtpark aussetzen, sodass es nach einem Erfrierungstod aussehen hätte sollen. Letztendlich aber schnitt ihr das Duo die Pulsadern auf und warf sie in Reichraming aus dem Auto. Nach dem Geständnis ihrer Haushälterin – diese erhielt 15 Jahre wegen Beihilfe zum Mord – erhängte sich Eva Maria P. in ihrer Zelle.

Spur zu Jack Unterweger gelegt Den später als Massenmörder verurteilten Jack Unterweger präsentierte die Justiz als Vorzeigebeispiel in Sachen Resozialisierung. Er war, wegen eines Jugenddeliktes in Haft, dort zum erfolgreichen Schriftsteller geworden.

Unterweger reiste in der Folge als gefragter Vortragender durch Österreich. Zu dieser Zeit kam es zu etlichen ProstituiertenMorden – von West- bis Ostösterreich. Niemand brachte allerdings Jack Unterweger damit in Verbindung. „Wir haben dann die Kripo in der Steiermark nach einem ver-

traulichen Tipp, den ich bekommen habe, mobilisiert“, erinnert sich Hans Breitegger. „Die haben dann auch in Wien Druck gemacht und so ist das Ganze langsam ins Rollen gekommen.“ In einem Indizienprozess wurde Jack Unterweger schließlich zu „lebenslang“ verurteilt. Nach der Urteilsverkündung erhängte er sich in seiner Zelle.

Brutale Tat am Briefträger Ein anderer Fall beschäftigt Hans Breitegger bis heute. Es ist der Mord am Briefträger Johann Fritz. Es war am 2. Dezember 1975. Ein brutaler Raubmörder sorgt dafür, dass Luise Fritz zur Witwe und ihre 17-jährige Tochter und ihr 18-jähriger Sohn zu Halbwaisen werden. Der bis heute unbekannte Täter überfällt den 57-jährigen Geldbriefträger im Hinterhof eines Hauses in Knittelfeld und zertrümmert ihm durch Schläge mit einem kantigen Eisenstück, mit einer unbeschreiblichen Brutalität, den Schädel. Der Mörder schleppt den Sterbenden in ein Stiegenhaus und raubt die Gelder, die Johann Fritz den Pensionisten auszahlen sollte. Es sind ganz genau 79.082,40 Schilling. Ein Mörder hat für seine Tat höchstens zehn Minuten Zeit. Ein StadtpoliKLIPP Oktober/November 2012


zist, der im Nebenhaus eine Routine-Erhebung durchführt, wird einige Minuten zu spät fertig damit und verpasst den Raubmörder mit seinen blutüberströmten Kleidern nur knapp. Durch Zufall stoßen die Kriminalisten auf einen Verdächtigen. Dessen Mutter meldet der Gendarmerie in Knittelfeld, dass von ihrer Wäscheleine eine Jeans gestohlen worden sei. Der Täter ist rasch ausgeforscht. Mutter und Sohn werden auf die Gendarmerie gebeten, um die Hose zu identifizieren. Die Mut-

ter erkennt diese sofort an einem Blechknopf, den sie selbst angenäht hatte, und auch der Sohn sagt, das sei so eine Hose, wie er sie habe.

Jugendlicher widerruft Geständnis Als die Beamten die beiden damit konfrontieren, dass auf dieser Hose noch Blutflecken wären, schwächen sie ihre Aussagen ab. Es kommt zu einem Indizienprozess

Entdecken Sie das

am Gericht in Leoben. Der Gymnasiast gesteht, gibt ein Geständnis ab, das er zwei Tage später widerruft. Er hatte auch eine Skizze vom Tatort gezeichnet. Im Prozess geht es dann um die entscheidende Frage, ob der angeklagte Gymnasiast zur fraglichen Zeit am Religionsunterricht teilgenommen hatte, als der Mord im Hof geschehen war. Die Schule befindet sich in unmittelbarer Nähe. Der Religionslehrer hatte im Vorverfahren ausgesagt, der Schüler habe nicht teilgenommen. Vor Gericht schwächte er dann ab: „Ich kann es nicht mehr sicher sagen.“ Auch die Mitschüler aus der Maturaklasse blieben vor Gericht unsicher. Als die Mutter als Zeugin im Gerichtssaal auftritt, weint der Sohn vor sich hin. Als der Staatsanwalt ihr vorhält, dass sie die Jeans als Hose ihres Sohnes erkannt hatte, beginnt sie zu weinen und fällt vom Stuhl. Die Verhandlung wird unterbrochen und auf den nächsten Tag vertagt. Die Mutter erscheint nicht mehr als Zeugin,

weil sie einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Hans Breitegger: „Für mich ein entscheidender Fehler des Vorsitzenden, er hätte nur für zehn Minuten unterbrechen sollen.“ Die Geschworenen sprechen den Gymnasiasten mehrheitlich nach mehrstündiger Beratung frei. Dieser lebt noch immer im Haus seiner Eltern, ist heute verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Aber auch die Witwe des ermordeten Briefträgers lebt in unmittelbarer Nähe dieses Hauses. „Ich werde es wahrscheinlich nicht mehr erleben, dass der Mord an meinem Mann aufgeklärt wird, aber meine Kinder schon“, glaubt die über 70-Jährige daran. „Irgendwann wird der feige Mörder überführt.“ Es sind bei den Ermittlungen so viele Fehler passiert. Ein besonders gravierender: Die Jeans des Tatverdächtigen ist bei der Polizei verloren gegangen. Mit einem DNAVergleich hätte man diesen Cold Case aber sicherlich neu aufrollen können und abschließen …

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„Mich reizt dieses Mysteriöse.“ Der ChronikChefreporter der Kleinen Zeitung beschäftigt sich seit Jahren intensiv damit.


Hintergrund

Schmeckt sa Haus des Apfels … eines aus Beton mit Kunststoff-Fenstern. Wie passt das zu „frisch – saftig – steirisch“?

So sieht das „Haus des Apfels“ der OPST (Obst Partner Steiermark) in Wöllersdorf bei Gleisdorf aus – Beton, Kunststoff-Fenster und Holz zur Behübschung ... Fotos: Heimo Ruschitz (2), Rendering: Architekt Hohensinn, photomakers.org (1)

M

it dem schon klassisch gewordenen, glaubhaften und deshalb erfolgreichen Slogan „frisch – saftig – steirisch“ wirbt „Obst Partner Steiermark“ (OPST), dass der Konsument doch zum heimischen Apfel greifen, ihn kaufen soll. Ein Seitensprung, also „Fremdgehen“, zu jenen Produkten, die aus Spanien, Polen, Südafrika oder weiß Gott woher von den großen Handelsketten angeboten werden, mag zwar billiger sein, dabei handelt es sich aber nicht um ein „frisch-saftigsteirisch“-Apferl. Dafür sollte man als Konsument in Kauf nehmen, fallweise auch tiefer ins Geldbörsel greifen zu müssen. „Geht klar, liebe Obst-Bauern“, zeigen viele Ver42

ständnis und beißen daher nicht in den sprichwörtlich sauren Apfel, sondern lieber in den teureren steirischen. Und da beginnt in dieser Geschichte unser Dilemma. In den nächsten Tagen bezieht OPST, sprich Obst Partner Steiermark, in Wöllersdorf bei Gleisdorf ihr neues Bürogebäude – das „Haus des Apfels“. Ein nüchternes Bürogebäude aus Beton und mit Kunststoff-Fenstern, außen und innen behübscht mit Holz. Der durch die „frisch-saftigsteirisch“-Werbung patriotisch eingestimmte Apfelesser staunt, fühlt sich ent- und getäuscht. Wo doch die Steiermark schlechthin das Apfelland Österreichs ist und auch darüber hinaus als solches

gesehen werden möchte. Auch die Apfelbäume – wohlgemerkt zum Glück nicht aus Kunststoff – tragen zum Image der Steiermark als das Grüne Herz Österreichs saftig bei. Und die Apfelbaum-Blüte löst im Frühjahr bei Wanderern und Naturliehabern Wogen der Freude aus. Werden diese doch von Holz getragen, gedeihen dort so gut, weil Holz wohl als unser nachhaltigster und wertvollster Rohstoff gilt. In Holz geplant Daher nur allzu logisch, dass das neue „Haus des Apfels“ als Holzbau geplant war. Es gab dafür sogar einen eigenen Wettbewerb mit einer hochkarätigen Jury. Diese entschied sich für den Entwurf des Grazer Architekten Hohensinn – ein

Bau aus Holz. Der Architekt: „Die entsprechend modern und ökologisch positionierte Unternehmensphilosophie wird in diesem neuen Headquarter an diesem Standort zum Ausdruck gebracht. Durch das Anlegen eines Landschaftsgartens zwischen dem Gebäude und dem Naturraum Bach mit Aus- und Einblicken in die umgebende Landschaft soll ein nachhaltiges Arbeits- und Ideenumfeld geschaffen werden.“ Veranschlagt waren 3,1 Millionen Euro für das neue „Haus des Apfels“. Es gab bereits eine Ausschreibung mit Vergabeempfehlung und, und. Doch dann kamen der Stopp und die Abwendung vom nachhaltigen Konzeptbau. Bei einem Rundgang im praktisch ferKLIPP Oktober /November 2012


Hintergrund

auer

... und so hätte sie aussehen sollen. Das war das ursprüngliche Projekt, in Holz geplant. Ein klares Signal für Nachhaltigkeit und ein Bekenntnis zum wertvollsten Rohstoff der Steiermark, dem „grünen Herz“ Österreichs.

OPST-Geschäftsführer Thomas Reiter („ich war bei der ursprünglichen Ausschreibung noch nicht im Haus“) und der nun ausführende Architekt Werner Kampits wortreich und nicht unglaubwürdig die Entscheidung OPST-GF Thomas Reiter (mi.) und Architekt Werner Kampits für die nun vor(re.): Jetzige Lösung ist um eine Million Euro billiger. handene Lösung. Ausschlaggebend tig gestellten neuen Gebäude – wie sei einfach die Knappheit der finangesagt aus Beton und mit Kunst- ziellen Mittel gewesen. Die jetzige stoff-Fenstern, also mit einem ganz Lösung sei um knapp eine Million anderen Ambiente – begründen Euro billiger. Der Vollständigkeit KLIPP Oktober /November 2012

halber: Rund ein Drittel der Kosten wird durch eine EU-Förderung abgedeckt. Bei einem Kilo-Preis von nur 29 Cent für die Apfelbauern hätten diese in der Entscheidungsphase kein Verständnis gehabt, einen „Palast“ hinzubauen. Handle es sich doch bloß um ein Arbeitsgebäude ohne Schauräume und dergleichen. Im Inneren sei ohnehin das Konzept des Siegerprojekts – mit einem großen Lichthof – erhalten geblieben. In der getroffenen Lösung aus Beton und mit Kunststoff-Fenstern sehen Kritiker ein Armutszeugnis für die Steiermark als Apfelland Österreichs. Stolz auf Holz sein – zumal ja der Apfel auf einem Baum gedeiht und, wenn man so will,

Holz damit das wichtigste Element für den Apfel ist, alles aus der Natur kommt. Außerdem hätte es ja kein unlösbares Problem sein dürfen, das „fehlende Geld“ für einen attraktiven, nachhaltigen Holzbau durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Land und Bauern aufzubringen. Das neue „Haus des Apfels“ in Gleisdorf ist ein Beweis dafür, wohin Sparen zum falschen Zeitpunkt, am falschen Platz führen kann. Hoffentlich haben die Apfel-Esser von „frisch – saftig – steirisch“ mehr Weitblick und folgen diesem Beispiel nicht.

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Wieder Zuversicht Auf einem Pferd sitzend kommt der kleine Kevin mit seiner Therapeutin an uns vorbei und lächelt uns an. Man sieht, dass es ihm Spaß macht. Nicht jedoch sieht man, dass Kevin an einer schweren Stoffwechselerkrankung leidet. Schätzungsweise gibt es in Österreich 2.200 Familien, die von einer lebensverkürzenden Erkrankung ihres Kindes – wie beispielsweise Krebs oder irreversibles Organversagen von Herz, Leber, Nieren – betroffen sind.

W

ir sind zu Besuch am Sterntalerhof im burgenländischen Loipersdorf-Kitzladen. Im Leben läuft nicht immer alles perfekt, Unvorhergesehenes kann passieren und uns aus der Bahn werfen. Eltern schwerkranker Kinder fühlen sich nach einem Krankenhaus-Aufenthalt zumeist allein gelassen, überfordert und wissen nicht, wie sie ihren Alltag meistern sollen. Und genau diesen Menschen möchten Harald Jankovits und sein Team am Sterntalerhof helfen.

Ein Teil der Familien mit schwerstkranken Kindern in Österreich hat sich über Selbsthilfegruppen organisiert, um der Isolation in dieser Ausnahmesituation zu entgehen. „Bei uns sollen die Kinder und ihre Familienangehörigen in natürlicher und liebevoller Atmosphäre Ruhe finden, Kraft tanken und Zuversicht gewinnen“, so Harald Jankovits, Geschäftsführer des Sterntalerhofes.

… aus der Not heraus Der Sterntalerhof ist das erste und bislang einzige Kinderhospiz in Österreich und besteht seit 1999. Es wurde von Peter Kai, klinischer Seelsorger und Therapeut, und Regina Heimhilcher, Psychotherapeutin und HPV-Therapeutin, gegründet. „Aus der Not heraus“, wie Harald Jankovits uns erzählt. „Wenn das Kind aus dem Krankenhaus herauskommt, ist die Familie zumeist überfordert, Eltern und auch Geschwister wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Für diese Zeit danach,

„Das Kind so sein zu lassen, wie es ist, ohne Wenn und Aber; die Eltern zu akzeptieren und ihnen Mut zu geben, ihren gewählten Weg zu gehen, und die Geschwister niemals zu vergessen“ – steht am Sterntalerhof im Vordergrund.

alle Fotos: Heimo Ruschitz

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Sterntalerhof hilft schwerkranken Kindern und deren

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gewinnen Von Isabella Hasewend

Bellaflora-Eigentümerin Hilde Umdasch (im Bild mit Sterntalerhof-Geschäftsführer Harald Jankovits): „Unsere Spende soll es nicht nur möglich machen, dass noch mehr Betroffene am Sterntalerhof selbst oder ambulant unterstützt werden können, sondern dass mit dem Anlegen eines Therapiegartens das Therapieangebot gemeinsam erweitert werden kann.“

diese Übergangsphase wollten wir einen Ort schaffen. Da denke ich immer an Peter Kai, der gesagt hat: ‚Das Spital kümmert sich um die Lebensquantität und wir kümmern uns um die Lebensqualität.‘“

Raststelle und Ort der Erholung Im Sterntalerhof werden schwer bzw. unheilbar kranke Kinder mit Unterstützung von Therapiepferden betreut. Diese Art des Zuganges macht den Sterntalerhof zu einem einzigartigen Sozialprojekt in Europa. Unterstützt werden nicht nur die kranken Kinder, auch die Eltern und die betroffenen Geschwister werden in den oft langen und schwierigen Prozess einbezogen. Harald Jankovits: „Unsere Mission lautet: Den Kindern und deren Familien, die nicht wissen, wie lange es noch ein gemeinsames Morgen gibt, das Gefühl von Unbeschwertheit und Glück vermitteln.“ Ein 14-köpfiges Team von Pädagogen, Psychologen und Seelsorgern betreut die Familien, die zwischen einer und drei Wochen im Kinderhospiz verbringen. „Wir verstehen uns als Hospiz im ursprünglichen Sinn – also als Raststelle, als Ort der KLIPP Oktober/November 2012

Erholung, an dem Zuversicht wieder keimen kann. Die Familien sollen hier herunterkommen. Wir begleiten sie im Alltag bis zu ihrer Abreise und sind dann wieder überflüssig. Dann haben die Familien wieder Boden unter den Füßen.“ Da vor allem die persönliche Betreuung äußerst wichtig ist, sind nie mehr als drei Familien vor Ort. Nicht zuletzt daher rührt auch eine der häufigsten Rückmeldungen von Familien: „Es war das erste Mal, dass mich als Elternteil jemand gefragt hat, wie es mir damit geht – und das, ohne nach 40 Minuten auf die Uhr zu schauen.“

Die Familien wohnen in einem eigenen Wohntrakt in ihren Wohneinheiten völlig autonom und sind dort für sich. „In der Früh frühstücken die Familien unter sich, dann folgt die gemeinsame Besprechung des Tages-Therapieplans und dann gehen sie in die einzelnen Gruppen. Zu Mittag wird dann gemeinsam gekocht und gegessen, dann gibt’s die Nachmittagsruhe und in der Folge noch Therapiestunden. Der gemeinsame Tag wird dann quasi beendet mit dem Striegeln und Zurückführen der Pferde in die Ställe. Und dann gehen die Familien in ihre Wohneinheiten zurück, wo sie unter sich zu Abend essen“, beschreibt Harald Jankovits einen typischen Tagesablauf.

Blickwinkel erweitern Typischerweise kommt eine Familie zwei bis drei Mal auf den Sterntalerhof. Zumeist nach der KrankenhausEntlassung und in der Folge dann ein oder zwei Jahre später noch ein Mal. „Es soll hier für die Familien kein Urlaub sein, denn wir wollen sie ja nicht von der Krankheit des Kindes sozusagen ablenken. Wir wollen nur ihren Blickwinkel größer machen, sodass er nicht nur auf die Krankheit fokussiert ist. Bei uns soll alles so alltagsähnlich wie möglich ablaufen, auf

keinen Fall wie in einer Klinik. Daher gibt es bei uns auch keine ärztliche Betreuung vor Ort. Wir arbeiten zwar mit dem Krankenhaus Oberwart zusammen, wobei es da aber hauptsächlich um eine beratende Funktion für uns geht“, erzählt Harald Jankovits während unserer Besichtigungstour über das weitläufige Gelände.

„Wert, getragen zu werden …“ Insgesamt sieben Pferde gibt es am Hof, die auch von den Mitarbeitern selbst vor Ort zu Therapiepferden ausgebildet wurden. „Sitzen auf einem Pferd, quasi getragen werden – das vermittelt auch beispielsweise der Mutter das Gefühl: Ich bin es wert, getragen zu werden“, erläutert Harald Jankovits. Und weil gerade Kindern das Streicheln und Füttern von Tieren großen Spaß bereitet, gibt’s auch noch einige Ziegen und Schafe auf dem Hof – und seit kurzem auch einen Therapiehund. Etwas abseits führt uns der Weg zu einem kleinen Gebäude. „Das nennen wir zwar Kapelle, ist aber ein Ort der Stille und des Rückzugs. Wenn eine Gruppe oder eine Person diesen Weg einschlägt, werden sie auch sozusagen in Ruhe gelassen.“

www.sterntalerhof.at Spendenkonto: Ärztebank - Bank für Ärzte und Freie Berufe AG: BLZ: 18130, Konto-Nr.: 802 5454 0001

Im sogenannten „Therapiehaus“ wird in der Früh gemeinsam der Tages-Therapieplan besprochen. 45

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Familienangehörigen


Umwelt

Die Sonne schickt keine Rechnung Ein ehrgeiziges Projekt: Eishalle in Hart bei Graz hat größte Photovoltaik-Anlage boten. 330.000 Euro kostet das leistungsstarke Kleinkraftwerk mittels Sonnenenergie. Die Finanzierung ist auf zehn Jahre angelegt, durch ihr „Einspiel-Ergebnis“, die Förderungszusagen und die Liefer- und Einspeiszusage durch die Energie Steiermark rechnet sie sich selbst und wirft noch Gewinn ab.

Auch die Umwelt wird damit weniger belastet: Der CO2-Ausstoß wird jährlich um 90 Tonnen reduziert, es gibt keinen Feinstaub und es kommt damit auch zu keiner Erderwärmung. Eishockey liegt im Trend – 60 Mannschaften mit 2.500 Hobby-Spielern nützen die Halle. Hart bei Graz zählt zu den am dy-

namischsten wachsenden Gemeinden in der Steiermark. „Unsere Einwohnerzahl hat sich von 2.500 auf bis heute mehr als 5.000 verdoppelt“, sagt Bürgermeister Gerhard Payer.

Fotos: Heimo Ruschitz

Mit dieser treffenden Aussage bringen Bürgermeister Gerhard Payer und Ernst Konrad (Geschäftsführer Elektrobau Denzel) die Vorteile der neuen Photovoltaik-Anlage für die bestens ausgebuchte Eishalle in Hart bei Graz auf den Punkt. Das ungenutzte Dach der Eishalle hat sich als idealer Montage-Ort ange-

Am Foto v.l.: Bürgermeister Gerhard Payer, Vizebürgermeister Michael Bischof, GF Herbert Planetz und Stefan Pichler (Elektrobau Denzel), Fr. Goritschnigg (UniCredit Leasing) und Ernst Konrad (Elektrobau Denzel).

Bürgermeister von Hart bei Graz Gerhard Payer (li.) und Ernst Konrad, Geschäftsführer von Elektrobau Denzel: Photovoltaik rechnet sich selbst und hilft beim Klimawandel. Sonnenstrom am Dach verringert die Kosten beim Eismachen.

Landesinnungsmeister Ernst Konrad: Unverständlich für mich Immer wieder wird die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen versucht in Frage zu stellen. Was ist daran wahr? Ernst Konrad, Denzel-Geschäftsführer und Landesinnungsmeister des ElektroGewerbes: „Richtig dimensioniert ist die Photovoltaik einfach nicht zu schlagen. Es werden jedoch immer die hohen Kosten als Gegenargument gebracht. Diese Darstellungen stimmen vorne und hinten nicht. Vergleichsweise, könnte man sagen, ist nur die Wasserkraft

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günstiger oder auch der Wind. Aber Öl, Kohle und Gas sind in jedem Fall dahinter zu reihen. Ganz zu schweigen vom Atomstrom. Obwohl noch immer Steuergeld für die Atomlobby bereitgestellt wird, für das wiederum wir, die Steuerzahler, aufkommen müssen. Es wäre korrekt in der Rechnung, wenn man bei den herkömmlichen Energien die Entsorgungskosten des Verursachers, die Risikokosten und, und eben hineinrechnet. Ich als kleiner Betrieb muss eine

Risikovorsorge betreiben. Das geschieht jedoch bei den Betreibern von Atomkraftwerken oder auch großen Energiewerken, die mit fossiler Energie arbeiten, nicht. Die Industrie ist sogar von der ÖkoAbgabe befreit, die jeder einzelne von uns sehr wohl bezahlen muss. Also wenn man das alles in Rechnung stellt, dann liegt die Photovoltaik ganz, ganz weit vorne. Es ist für mich inakzeptabel, dass da ständig Stimmung gegen die Wasserkraft und Photovoltaik gemacht

wird. Da geht es oft um Kleinigkeiten, was die Umwelt betrifft. Im Vergleich dazu sind die Folgen der Umweltkatastrophen – wie jene im Golf von Mexiko –, verursacht durch Ölkonzerne oder auch durch die Atomindustrie noch gar nicht abzuschätzen. Ein Fukushima war offensichtlich noch nicht genug, denn ich verstehe nicht, dass man noch immer Geld für die Atomlobby bereitstellt und damit sagt: Der Atomstrom wäre so günstig. Das stimmt einfach nicht.“

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D

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Die steirische WebAgentur Körbler setzt auch in der digitalen Welt auf persönliche Kontakte. Mit der CRM-Software KundenMeister hat sie eine Software-Lösung geschaffen, von der Unternehmen profitieren. „Der KundenMeister ist in einzelne Module aufgebaut, für die unterschiedliche Benutzerrechte definiert werden können“, erläutert KundenMeister-Entwickler Mario Körbler. „Es müssen nur jene Module bezahlt werden, die genutzt werden.“ Zum Funktionsumfang zählen unter anderem Projekt- und Aufgabenverwaltung, Verkaufs­chancenAnalyse, Kontaktmanagement, Bewerberverwaltung, Seminarmanagement, Fakturierung und Zeiterfassung sowie Online-Marketing-Tools wie Newsletter- und SMS-Versand und KonkurrenzWebseiten-Monitoring. Somit unter-

stützt die CRM-Software den Vertriebsmitarbeiter ebenso wie das Sekretariat, die Marketing-Verantwortliche und die Geschäftsführung. Es lassen sich EMails und SMS-Newsletter versenden, die individuell an die jeweiligen Empfänger angepasst sind. „Jeder Kunde erhält einen auf ihn abgestimmten Newsletter, was die Klickrate wesentlich erhöht.“ Kontrolliert werden kann dies anhand der Auswertungen. Kontrolle ermöglicht auch das MonitoringTool des KundenMeister, mit dem Webseiten von Konkurrenzunternehmen im Auge behalten werden. Bereits 600 Unternehmen nutzen den KundenMeister und schätzen neben den vielen Funktionen die übersichtliche Oberfläche und die individuelle Anpassung an die einzelnen Benutzer. So wurden z.B. speziell für Tourismusbetriebe ein Zimmerfrei- und ein Seminarverwaltungs-Modul programmiert, über das Zimmer und Seminare gebucht werden können.

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„Er geht wie die Hölle …“ Eine Ansage, die nichts an Klarheit zu wünschen übrig lässt, wie schnell der Mazda CX-5 sein kann. Sie kommt vom Manager Szak Krameritsch, dem Experten von Reifen Weichberger, der seit wenigen Monaten einen fährt. Und das will was heißen, bei einem in der Vergangenheit passionierten „EspaceDriver“. Auch wir von Klipp waren nach Regensburg mit ihm unterwegs und überrascht, wie kraftvoll mit unserem 150 PS starken Mazda CX-5 selbst noch bei 180 km/h auf der Autobahn zu überholen war. Laut Werksangabe geht er 197 km/h, aber die untertreibt etwas. Das gleiche Urteil kommt von NeoMazda-Fahrer Krameritsch, dessen 175 PS starker CX-5 sogar laut

Der Mazda CX-5 trifft den Nerv der österreichischen Kunden und ging beim ARBÖ-Automobilpreis 2012 als Sieger in der heiß umkämpften Kategorie „Medium“ hervor.

Werk 208 km/h fährt, aber es bei ihm gemessene 228 km/h waren – alles natürlich auf Autobahnen, wo es auch erlaubt ist. Kommen wir aber wieder nach Österreich. Das Neue am Mazda CX-5 ist sein Motor und da nicht zuletzt dessen Verdichtung. Andere Diesel-Motoren verdichten im Verhältnis 1:18, doch der Mazda-CX-5 -Motor ist mit 1:14 extrem niedrig

verdichtet, hat damit eine optimale Kraftentfaltung, ein gutes Drehmoment auch von unten heraus und ist dennoch sehr sparsam. Und damit beschleunigt er praktisch wie ein Benziner. Nicht zuletzt deshalb haben ihn eine 49-köpfige Fach-Jury (traditionell vom ARBÖ initiiert) und die Leser des ARBÖ-Magazins zum Sieger in der heiß umkämpften Kategorie „Medium“ (Autos

mit einem Kaufpreis von 20.000 bis 40.000 Euro) gekürt. Von seiner Ausstattung her gehört der Mazda CX-5 (Testfahrzeug kostet Brutto 36.400 Euro) mit ABS, Bremsassistent, Berganfahrassistent, Hauptscheinwerfer mit Kurvenlicht, Blootooth-Freisprecheinrichtung, City-Notbrems-Asstistent, SCBS, natürlich Tempomat, Rückfahrkamera zur Oberklasse.

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Was die Winterreifenpflicht betrifft, hat Österreich im Gegensatz beispielsweise zu Slowenien eine gesetzliche Regelung, die schon viele Gerichtsfälle ausgelöst hat. Denn da heißt es, dass man bei geschlossener Schneedecke ein Kraftfahrzeug nur mit Winterreifen in Betrieb nehmen darf. „Doch die Definition, was eine geschlossene Schneedecke ist, lässt sich im Streitfall oft schwer nachweisen,

wie Experten behaupten“, erläutert Szak Krameritsch von Reifen Weichberger. Und daher besteht eine hohe Rechtsunsicherheit. Vom Gesetz her heißt es folgendermaßen: Der Lenker darf ein Kraftfahrzeug der Klassen M1 (Personen-/Kombinationskraftwagen) und N1 (Lastkraftwagen bis 3,5  t) vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnverhältnis­sen wie insbe-

sondere Schneefahr­bahn, Schneematsch oder Eis, dieses Fahrzeug nur in Betrieb nehmen, wenn an allen Rädern Winterreifen oder, wenn die Fahrbahn mit einer zusammenhängenden oder nicht nennenswert unterbrochenen Schnee- oder Eisschicht bedeckt ist, Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern angebracht sind. Der Lenker darf Schneeketten nur dann verwenden, wenn

Szak Krameritsch von Reifen Weichberger

dies erforderlich ist, und nur, wenn sie so befestigt sind, dass sie die Oberfläche der Fahrbahn nicht beschädigen können.

Leicht einsteigen … So zeigt sich der neue Van aus dem Haus Ford. Ein Auto ganz ohne B-Säule – so etwas gibt es im Minivan-Segment zurzeit nirgendwo anders. Wenn man beim neuen B-Max die Vordertüren öffnet und die hinteren Schiebetüren auch, stehen die Sitze quasi barrierefrei vor den Passagieren. Dadurch lässt sich von der Seite aber auch alles Mögliche und

Unmögliche leichter einladen als für gewöhnlich. Auch vom Fahrgefühl her macht der „Minivan für Last und Leute“ eine gute Figur. Neben sieben Airbags ist auf Wunsch auch eine City-Notbremsfunktion erhältlich. Diese überwacht den Abstand zum Vordermann und steigt bis Tempo 30 in brenzligen Situationen automatisch aufs Mittelpedal.

Der neue FORD B-MAX ist da. Und er hat 1000 Gründe zum Feiern mitgebracht.

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KLIPP Oktober/November 2012

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Auto und motor

Auf der sicheren Seite sein


Das schleichende Ungeheuer Gesundheit

Bis heute ist Volkskrankheit Osteoporose noch unterschätzt Mehr als die Hälfte aller Frauen und jeder vierte Mann werden irgendwann Opfer einer immer noch unterschätzten Volkskrankheit – der Osteoporose oder „Knochenbruchkrankheit“.

Mit zunehmendem Alter, aber auch durch zahlreiche Begleiterkrankungen (Diabetes, KHK, Niereninsuffizienz, COPD, Magersucht, Zyklusunregelmäßigkeiten, frühe Menopause, rheumatologische Erkrankungen u.ä.) wird die Knochenmasse, die bis zum 25. Lebensjahr aufgebaut wird, Opfer eines raschen Abbaus. Dabei geht nicht nur Substanz verloren, sondern wird

Ein Wirbelbruch führt zu einer neunfach erhöhten Sterblichkeit und ist ohne Therapie nur der Beginn einer traurigen Frakturkarriere.

auch die Mikroarchitektur zerstört. Endresultat dieses Prozesses ist eine reduzierte Knochenstärke und daraus resultierende atraumatische Frakturen – Knochenbrüche, die ohne Trauma auftreten. Plötzliche Schmerzen bei einer Bewegung oder nach einem Hustenanfall oder Niesattacken können Zeichen eines Wirbelbruches sein. Zumeist bleibt dieser unerkannt und den Patienten dadurch eine Therapie verwehrt. Tatsache ist aber, dass ein Wirbelbruch zu einer neunfach erhöhten Sterblichkeit führt und ohne Therapie nur der Beginn einer traurigen Frakturkarriere ist. Der „Supergau“ der Osteoporose ist die Schenkelhalsfraktur – die teuerste Erkrankung in Österreich. Auch 2012 versterben immer noch 20 Prozent aller Betroffenen innerhalb der ersten Monate nach der Operation. Und von den Überlebenden sind 80 Prozent in irgendeiner Form auf bleibende fremde Hilfe angewiesen. Bei den vorliegenden Fakten muss

Links ein gesunder, rechts ein von Osteoporose befallener Knochen.

bedacht werden, dass die Zahl der Betroffenen aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren noch deutlich ansteigen wird. „Das muss nicht so sein, denn es stehen mit der Knochendichtemessung und speziellen Laboranalysen spezifische und sensitive Methoden zur Verfügung, mit deren Hilfe es möglich ist, die Erkrankung noch vor der ersten Fraktur zu erkennen und zu therapieren“, erläutert Astrid Fahrleitner von der OG-OST in Graz-St. Peter, einer Apparategemeinschaft, die in deren zehnjährigem Bestehen bereits 10.000 Knochendichteuntersuchungen vorgenommen hat. Ärzte verschiedener Fachgruppen haben sich zu einem einzigartigen Kompetenzzentrum zusammengeschlossen, um Osteoporose entsprechend umfassend abzuklären und zu therapieren.

Es lebe der feine Unterschied:

STGKK stellt „Gendermedizin“ in den Blickpunkt Dem jungen Forschungsgebiet der „Gendermedizin“ widmete sich eine hochkarätig besetzte Vortragsund Diskussionsveranstaltung, zu der die Steiermärkische Gebietskrankenkasse vor kurzem nach Graz eingeladen hatte. Bestimmte Krankheitsbilder äu-

nau zu berücksichtigen. Länger-

ßern sich bei Frauen anders als bei

fristig wird das zu einer Verringe-

Männern, beispielsweise zeigen

rung von Gesundheitsrisiken, zur

Frauen bei einem Herzinfarkt oft

Vermeidung von Krankheiten und

völlig andere Symptome. Da auch

damit auch zu einer finanziellen

das

Entlastung des Gesundheitssys-

Schmerzempfinden

unter-

schiedlich ausgeprägt ist, kann es

tems führen“, so Hirschenberger.

Anzeige

zu Fehldiagnosen mit verhängnisvollen Folgen kommen. Demnach

Frauenministerin

geht es der Generaldirektorin der

nisch-Hosek wies darauf hin, dass

STGKK, Mag. Andrea Hirschenber-

Frauen durch die Mehrfachbelas-

ger, vor allem darum, das Thema in

tung Job, Haushalt, Kindererzie-

Facharztdiplom einsetzen“, betont

schiede im Alterungsprozess von

den Blickpunkt der Öffentlichkeit

hung und die zunehmende Pflege

Heinisch-Hosek. Speziellen Aspek-

Frauen und Männern. Kosi von der

zu rücken. „Speziell im Bereich der

von Angehörigen höheren Gesund-

ten widmeten sich Univ.-Prof. Dr.

MedUni Wien beschäftigte sich mit

Gesundheitsförderung, wo wir in

heitsrisiken

sind.

Regina Roller-Wirnsberger sowie

geschlechtsspezifischen

mehr als 60 Partnerschulen, 100

„Umso wichtiger ist es, die wissen-

Dr. Lana Kosi – zwei führende Medi-

von Frauen bei Herz-Kreislauf-Er-

Betrieben und bei der Tabakent-

schaftlichen Erkenntnisse, die aus

zinerinnen in der Gendermedizin-

krankungen und Diabetes. Sie sieht

wöhnung seit Jahren erfolgreich

der Gendermedizin gewonnen wer-

Forschung:

Roller-Wirnsberger,

in der Gendermedizin den ersten

tätig sind, versucht die STGKK, den

den, zu vertiefen. Die Politik sollte

Professorin für Geriatrie an der

Schritt zur personalisierten Medi-

Gender-Aspekt möglichst punktge-

sich künftig auch für ein Gender-

MedUni Graz, beschrieb die Unter-

zin.

50

Gabriele

ausgesetzt

Hei-

Machen sich für die „Gendemedizin“ stark: Josef Pesserl, Regina Roller-Wirnsberger, Andrea

Machen sich für dieHirschenberger, „Gendermedizin“ stark:Heinisch-Hosek Josef Pesserl,und Regina Gabriele LanaRoller-Wirnsberger, Kosi. Andrea Hirschenberger, Gabriele Heinisch Hosek und Lana Kosi.

Risiken

KLIPP Oktober/November 2012


Wer abnehmen möchte, muss nicht hungern, Appetitzügler schlucken oder Kalorien zählen. Eine gesunde vegetarische Ernährung hat das Potential, überschüssige Kilos purzeln zu lassen. Fast jeder hat schon mal eine Diät hinter sich gebracht und weiß, wie mühsam das sein kann. Gerade Crash-Diäten wie etwa Extremfasten führen selten zum gewünschten Erfolg, sondern eher zu einem Jo-Jo-Effekt. Experten raten daher eher zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung. Vegetarier etwa haben im Vergleich zu Mischköstlern ein durchschnittlich niedrigeres Körpergewicht und einen niedrigeren BMI. Essgewohnheiten ändern

Laut einer Studie zur Gesundheit von Erwachsenen sind etwa zwei Drittel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen übergewichtig. Die Ursache dafür liegt

Gesundheit

Vegetarische Ernährung lässt Kilos purzeln

Herz & Gefäße

oft in einer Fehlernährung, der es an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen mangelt. Zu den ungünstigen Produkten zählen vor allem Wurst, Käse und andere Molkereiprodukte sowie Gebäck aus Weißmehl mit hohem Zuckergehalt. Um abzunehmen und schlank zu bleiben, sind deshalb Lebensmittel mit geringem Kaloriengehalt von Vorteil. Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Salate bringen den Stoffwechsel in Schwung und halten lange satt. Hundert Gramm Wurst enthalten beispielsweise etwa 20 Mal mehr Kalorien als 100 Gramm Tomaten, aber nur genau so viel Kalzium und Magnesium. Pflanzliche Lebensmittel liefern bei gleicher Menge aber genauso viele Nährstoffe, jedoch deutlich weniger Kalorien. Anders als bei einer Diät kann man mit der vegetarischen Ernährung auch weiterhin genießen und dabei trotzdem schlank werden. (Quelle Vegetarierbund – Dietl)

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Gesund und trendy… „In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist“, lautet ein bekanntes Sprichwort. Ähnliches gilt für Schüler und deren Essgewohnheiten – wer sich ausgewogen ernährt, lernt bekanntlich besser und ist leistungsfähiger. Gesundheitsminister Alois Stöger tritt demnach für eine gesündere Schuljause ein und stellt seine Initiative „Schulbuffet OK“ vor. „Die österreichweite Aktion soll der Verbesserung des Warenkorbs in sämtlichen Bildungsinstituten dienen“, so Stöger. Es ist keine Seltenheit, dass Schüler (insbesondere 14-jährige aufwärts) mit ungesunder oder gar

keiner Jause den Schulweg antreten. „Wer aber was Gescheites ist, wird, wie man weiß, nicht so leicht krank“, betont Stöger. Angesichts der vielen ungesunden Verlockungen ist die Herausforderung: wie schafft man es, die guten g’sunden Lebensmittel so zu verpacken, dass es die Jugendlichen als trendy empfinden? Im Vorfeld wurden an 17 Schulen die Schulbuffets unter die Lupe genommen – das ernüchternde Ergebnis weist allerlei Süßes, Fettes und Fleischhaltiges aus. Grund genug, dass bislang 16 steirische Schulen etwas ändern wollen – Tendenz steigend.

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51 PKG-Inserat Gefaesstag Klipp Magazin 4C.indd 1

22.10.12 14:44


Wo i rhtnsecnh a f t

Urlaubsfeeling vor der HaustĂźr Von Helmut Dietl Wer träumt nicht von einem Haus am See? Mit 14 stylischen Einfamilienhäusern und 22 Wohneinheiten verwirklichte die „deSIGNhouses“ GmbH diese Wunschvorstellung. Der so genannte „Seepark“ in Feldkirchen bei Graz liegt am Naturschutzgebiet Murauen sowie dem Murradweg und ist nur einen Katzensprung von Graz entfernt.

Wohnen wie im Urlaub: Im Seepark Feldkirchen entstand die erste steirische Wohnanlage mit eigenem Natursee.

Der absolute Clou dabei ist ein kĂźnstlich angelegter Teich inmitten der Anlage. Wer ebenerdig wohnt, kann quasi vom Wohnzimmer ins 1.000 m2 groĂ&#x;e Wasser hĂźpfen. Wenn das nicht originell ist, was dann? Kein Wunder, dass die Eigenheime (2.500 bis 3.000 Euro pro m2) in kĂźrzester Zeit einen Besitzer fan-

den. Nebenbei bedarf es nämlich kaum GrĂźnpflege, zumal Holzterrassen die Häuser mit dem Wasser verbinden. „Schon beim Betreten der Anlage ist Urlaubsflair spĂźrbar – man glaubt sich in einer vĂśllig anderen Welt“, so „deSIGNhouses“Chef Wolfgang Blaschek. Es ist das einzige Projekt in der Steiermark

mit natßrlichem Badesee und wurde ferner in nachhaltiger, energieoptimierter Bauweise errichtet. Mittels Photovoltaikanlage am Dach gewinnen die Bewohner ihre Energie selbst. Im Rahmen der ersten Bauabschnitts-ErÜffnung schielte Blaschek aber schon auf die beiden Nachbarprojekte: „Schiff und

DOC’s House“ - dort wird man wie auf einem Kreuzfahrtschiff wohnen sowie „Lighthouse & People’s – eine Wohnanlage fĂźr leistbares Wohnen auf hohem Niveau. „Nach Fertigstellung der zwei Neubauten wird das gesamte Areal wie ein Urlaubsrefugium erstrahlen“, freut sich Blaschek.

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KLIPP Oktober/November 2012


Bernhard Hammer, Matthias Horx und Susanne Schneider-Assion widmen sich beim „Energietalk“ der Entwicklung neuer Trends und Technologien.

„Im Zuge des derzeitigen Städtebooms, sich verändernder Berufsaktivitäten und Familienstrukturen verändert sich der Alltag der Menschen und daher auch die Wohnsituation. Außerdem nehmen neue Technologien und die voranschreitende Sensibilisierung für Umweltthemen Einfluss auf die Architektur - es ist eine deutliche Verschmelzung von Arbeits- und Privatwelt zu vernehmen So etwa gibt es vereinzelt bereits Einfamilienhäuser, in deren Nähe so genannte Arbeitsboxen stehen

„Energytalk“: Matthias Horx widmet sich der Entwicklung neuer Trends und Technologien.

- dort ist man ungestört, dennoch daheim. Man entfernt sich zusehends auch von klassischer Raumtrennung. Kochen, essen und vor allem kommunizieren verschwimmen immer mehr. So wie sich unsere Lebensphasen verändern, verändert sich eben auch die Architektur. Ferner ist der anhaltende Zuzug in Städte für den Verbrauch von Energie ideal, da durch kürzere Wege entsprechend weniger Energie genutzt wird. Dahingehend befinden sich alternative Energieformen eindeutig im Vormarsch. Gefordert sind aber natürlich auch ländliche Regionen, ihr eigenes Energiepotential zu nutzen. Ziel solle es in jedem Fall sein, eine unabhängige und dezentrale Energieversorgung zu erlangen.

Foto: blog.schwoererhaus

Auf diese und die Frage künftiger Energieversorgung gab Trend- und Zukunftsforscher, Matthias Horx im Rahmen des „Energytalks“ Auskunft.

Wo i rhtnsecnh a f t

Wie werden wir in ­Zukunft wohnen?

Umweltschonend bauen

Martin Thier (re.): „Unser Wohnprojekt mit eigener Energieversorgung ist was Besonderes.“

Mitten in Unterpremstätten baut Thier 37 Wohneinheiten und beschreitet mit dem Einsatz einer innovativen Biomasseheizanlage neue Wege. „Wir achten bei diesem Projekt auf eine umweltschonende Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energiequellen. Eine Wohnanlage in dieser Größe mit autarker Energie- und Wärmeversorgung ist einzigartig in Österreich“, sagt Martin Thier, GF der Thier Immobilien Wohntraum GmbH. „Die Niedrig-

energie-Wohnanlage verfügt über ein eigenes Biomassekraftwerk mit höchsten Wirkungsgraden zur Strom- und Wärmeerzeugung aus Holz. Somit setzen wir ein Zeichen für eine ausgeglichene CO2-Bilanz. Wir wollen zeigen, wie sinnvoll und vor allem kosteneffizient sich moderner Wohnbau und innovative Technologien ergänzen. Dieses Wohnprojekt kann man sicherlich als ökologisches Vorbild für unsere Branche sehen.“

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leben & leute

Auf die

Rose

gekommen

Von Isabella Hasewend

Steirische Bauern produzieren kulinarische Spezialitäten aus der duftenden Schönheit Über eine Holztüre betrete ich den Sternhof, ein 250 Jahre altes Bauernhaus, von Erika Swoboda. Es duftet nach Seife, genauer gesagt Rosenseife, mit deren Herstellung sie gerade beschäftigt ist. Seit gut 35 Jahren lebt die gebürtige Wienerin hier inmitten des südsteirischen Hügellandes am Kohlberg bei Arnfels. Sie ist die Inhaberin von „Sternhof Vitalkosmetik“ und hat sich seit fast 40 Jahren der Kosmetik verschrieben und seit 2007 auch der Blume aller Blumen – der Rose.

S

chon seit Jahrhunderten erfreut sich die Menschheit am wunderbaren Aussehen der Blumenkönigin und lässt sich vom betörenden Duft der Rosen verführen. Verführungen kulinarischer Art hat sich der Verein Steirerrose verschrieben. Steirische Landwirte haben sich zusammengeschlossen und bauen in kontrolliert biologischer Weise feldmäßig Rosen an, die zur Erzeugung von vielen kulinarischen Köstlichkeiten geeignet sind. Und die Idee hatte Erika Swoboda im Jahr 2007. „Im Zuge der Herstellung meiner Kosmetikprodukte verwende ich schon seit jeher Rosenöl und Rosen54

wasser. Damals bin ich nach Bulgarien ins Tal der Rosen gefahren und habe mir dort die Anbaugebiete und Destillerien angeschaut“, blickt die gebürtige Wienerin zurück. In der Folge hat ein langer Prozess der Überzeugungsarbeit angefangen. „Es hat sich damals niemand vorstellen können, hier in der Steiermark großflächig Rosen anzubauen und kulinarische Produkte daraus herzustellen. Mit jedem Bürgermeister der Naturpark-Gemeinden und mit jedem Landwirt habe ich damals telefoniert – es waren hunderte und daher ein Wahnsinnsaufwand. Zur ersten Versammlung sind dann rund 25 Bauern gekommen, wovon dann ei-

Erika Swoboda ist im Jahr 2007 nach Bulgarien ins Tal der Rosen gefahren und hat sich dort die Anbaugebiete und Destillerien angeschaut.

nige übrig geblieben sind, die dann mitgemacht haben.“ Mit dem Rosen-Anbau gestartet wurde dann im Jahr 2008. „Die Bedingungen für die Damaszener Rose sind hier bei uns ziemlich ähnlich wie in Bulgarien und sie gedeiht daher

sehr gut. Es handelt sich dabei ja um eine Wildrose, die sehr widerstandsfähig ist und daher keinerlei Gifte benötigt“, erklärt Swoboda. „Wobei sie bei uns natürlich bio-zertifiziert angebaut wird.“ Nach zwei Jahren blühen die Rosenstöcke dann zum ersten Mal, sodass es im Jahr 2010 die erste Ernte gab. Heute gibt es 19 Anbauer, die insgesamt ca. 5.500 Stöcke angepflanzt haben. Der Stock selbst hat eine Lebensdauer von 25 Jahren. „Wir verkaufen sowohl die frischen und getrockneten Rosenblütenblätter als auch die kulinarischen Produkte wie Rosengelee, Rosenmarmelade, Rosensirup, Rosensalz, Rosenzucker und, und“, erläutert die Vereinsobfrau Erika Swoboda. Die Produkte sind bei den jeweiligen Bauern ab Hof zu kaufen und auch über einen gemeinsamen Shop im Internet (www.steirerrose. at). In den Merkur-Filialen gibt‘s außerdem Tassen mit zehn Gramm Rosenblättern zu kaufen, die man dann selbst verarbeiten kann. „Ich habe dazu eigene Rezepturen ausgearbeitet, was man mit diesen zehn KLIPP Oktober/November 2012


leben & leute DI Mandl von Joanneum Research im heurigen Sommer beim Abschöpfen von erstem Steirischen Rosenöl, das zu Testzwecken destilliert wurde.

Gramm machen kann, und die Rezepte dazu stehen auch auf den Etiketten. So kann man beispielsweise ein Kilogramm Rosengelee aus diesen zehn Gramm erzeugen.“ Auch die Firma Zotter Schokoladen Manufaktur hat die Rosenblütenblätter von SteirerROSE für sich entdeckt und verwendet diese für ihre

Erika Swoboda: „Wir verkaufen sowohl die frischen und getrockneten Rosenblütenblätter als auch die kulinarischen Produkte wie Rosengelee, Rosenmarmelade, Rosensirup, Rosensalz, Rosenzucker und, und.“

süßen Verführungen. Erika Swoboda selbst produziert kosmetische Rosenprodukte und neuerdings auch einen Rosen-Frizzante, der auch sehr guten Anklang gefunden hat. „Wir suchen laufend Lebensmittelhandwerker (Veredler) wie Konditoren, Bäckereien und Haubenköche, die Interesse am Kauf von frischen und getrockneten Rosenblütenblät-

tern haben.“ Die Verwendung der Blätter ist vielfältig. Eine weitere Idee: „Man könnte auch Roseneis herstellen. Dazu müsste sich nur ein interessierter Eishersteller finden.“ „Mein Ziel ist es, irgendwann einmal so viele Rosen-Anbauer und damit Rosen zu haben, dass wir Rosenöl produzieren können. Für Öl braucht

es nämlich unheimlich viele Rosen. Um ein Kilo Öl zu produzieren, benötigt man ca. 4.000 Kilo Rosenblüten! Und auch die Destille selbst ist sehr teuer und unser Verein hat ja praktisch überhaupt kein Geld. Aber steirisches Rosenöl … ja, das wäre natürlich schon eine Sensation“, blickt Erika Swoboda hoffnungsvoll in die Zukunft.

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Von Isabella Hasewend GENUSS

Wilder Schoko - Workshop Daheim bei Konditor-Weltmeisterin Eveline Wild

Mandelnougat, Edelmarzipan, Sauerkirsch-Mandel, ganze Haselnuss, Knusper-Orange … hm, langsam lasse ich ein Stück Himbeer-Mandel-Schokolade auf meiner Zunge zergehen. Ein absoluter Traum! Aber genug des „Schoko“-Lobs und zum Anfang unseres Ausflugs.

„Schokolade-Workshop mit Eveline Wild“, stand auf der Einladung. Für jene, die nicht ORF-TVStammseher sind: Die KonditorWeltmeisterin Eveline Wild macht klar, dass Frauen mindestens so gut in der Küche sind wie Männer, bringt sie doch neue Frische bei „Frisch gekocht“ mit Andi und Alex. Logisch, dass gerade ich als „Süßigkeiten-Junkie“ der erste Anwärter für die Reise nach St. Kathrein am Offenegg war, ins Wohlfühl-Hotel Eder – das Haus von Evelines Schwiegereltern. Junge Wilde auf dem Weg nach oben

„… ein Wahnsinn, die Schokoladenudeln sind ein Hammer …“, schwärmt eine Kollegin am Nebentisch. „Oh, ja“, denke ich mir. Gourmetkoch Stefan Eder serviert uns, gleichsam als Beweis seines Könnens, einige seiner Kreationen, während wir seiner „besseren Hälfte“ Eveline lauschen. Lachsforelle mit GewürzCouscous, Schokoladenudeln mit Chili und Felchenfilet … hm. „Gerade pikante Gerichte mit Schokolade sind in unseren Breiten ja weniger bekannt“, so Stefan Eder ergänzend zu den Reh-Nüsschen mit Polentaknödel und Schokoladensauce. Aber zurück zu Eveline. Nach ihrer Lehre in Inns-

Fotos: der-macher (1), Heimo Ruschitz (1), Hans Leitner (1)

Doch bevor es sozusagen ans „Eingemachte“ geht, erzählt uns Eveline über ihren Weg nach oben. Schon nach der Schule hat die gebürtige Tirolerin genau gewusst, was sie will. „Mädl, du

tust di so leicht beim Lernen, geh‘ doch weiter in die Schul‘ – haben mir die Leute damals geraten“, blickt sie zurück. „Doch das war mir schlichtweg zu fad. Ich wollte eine kreative Laufbahn einschlagen, irgendwas Künstlerisches machen – Floristin, Schneiderin, etwas mit Mode. Doch die Vernunft in Sachen Zukunftsaussichten hat dann gesiegt und ich habe mich für die Konditor-Lehre entschieden.“

Seit Mitte September heurigen Jahres ist Eveline Wild nunmehr im ORF neben Andi und Alex als neuer „Frisch gekocht“-Star zu bewundern.

bruck arbeitete sie sich beständig nach oben, schloss ihre Ausbildung mit Bravour ab und holte sich viel Erfahrung als Pâtissiére (Süßspeisenkünstlerin) im In- und Ausland. Ihr ausgesprochenes Talent dafür brachte ihr in den letzten Jahren auch begehrte Auszeichnungen. „Begonnen hat es im Jahr 2005 in Lissabon, wo ich

„Mitmachen und Kosten“ war die Devise beim Schokolade-Workshop mit Eveline, wo wir auch unsere ganz persönliche Schoki herstellen durften.

Die Liebe zu Stefan Eder hat die gebürtige Tirolerin Eveline Wild in die Steiermark ins Hotel Eder geführt. Dort bietet sie seit kurzem auch private Koch- und Backkurse an.

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den 5. Platz bei der Weltmeisterschaft der Konditoren erreichte. Das hat mir natürlich eine Menge Selbstvertrauen gegeben, sodass ich ein Jahr später auch bei den World Skills in Seoul teilgenommen habe, wo ich dann schließlich die Goldmedaille gewonnen habe“, erzählt Eveline, die es

wegen der Liebe zu Stefan in die Steiermark gezogen hat. „Frisch gekocht“

Gleichsam die Krönung ihrer beruflichen Laufbahn bisher war dann das ORF-Engagement. „Auf Empfehlung der Wirtsleute vom Steirereck in Wien, der Familie Reitbauer, wo ich ja zwei Jahre lang gearbeitet habe, bin ich zu einem Casting für ,Frisch gekocht‘ eingeladen worden. Zwei Tage später kam dann der Anruf: ,Ja, wir machen es mit dir.‘ Und da bin ich dann schon auch ein bisserl nervös geworden.“ Seit Mitte September 2012 ist Eveline Wild nunmehr im ORF neben Andi und Alex als neuer „Frisch gekocht“Star im Einsatz. „Es war am Anfang schon alles etwas ungewohnt für mich. Vor allem das Indie-Kamera-Schauen, weil man ja kein richtiges Publikum hat. Aber ich genieße Neues, weil ich immer neue Herausforderungen brauche, um nicht in Alltagstrott zu geraten“, so Eveline. Schoko über Schoko

Im Zuge unseres Rundgangs durchs Wohlfühl-Hotel dürfen wir an mehreren Stationen ihre Schokoladen-Spezialitäten verkosten. KLIPP Oktober / November 2012


Fotos: Heimo Ruschitz (34), Manfred lach (1)

GENUSS

„Mein persönlicher Favorit bei den Schokoladen ist HimbeerMandel“, so Eveline. Ja, die ist wirklich lecker, muss ich zugeben. Wobei auch die Pralinen-Kreationen der absolute Höchstgenuss sind, wie wir finden. Doch wie viel Disziplin braucht es bei der Schokoladen- und Pralinen-Herstellung eigentlich? „Eine Zeit lang habe ich zwischendurch beim Kochen auch immer wieder genascht. Aber das hat meiner Figur logischerweise nicht gut getan“, schmunzelt sie. „Mittlerweile habe ich mir das abgewöhnt. Ich nasche schon, aber bewusster.“ „Na, gut“, staune ich über so viel Disziplin und lasse mir ein zweites Stück „Knusper-Zimt“ auf der Zunge zergehen. ... in Evelines Schokoladenfabrik

Als Abschluss unseres SchokoWorkshops geht es dann noch ins Allerheiligste des Hotels – die Küche. Rein in die Schürzen und los geht’s. Wir dürfen unsere eigene Schokoladen-Kreation herstellen … da werden Kindheitsträume wahr! In kleinen Schälchen stehen die verschiedensten Gewürze und Zutaten zum Verfeinern der Schokoladen vor uns: getrocknete Früchte, Knusper-Flocken, Zimt, Vanille, Nüsse, Mandeln … und, und. Doch was nehme ich bloß? Einige experimentieren schon fleißig herum und mischen dies und das in ihre Schale mit flüssiger Schokolade. Mit Experimenten habe ich es nicht so und daher bleibe ich bei der LieblingsSchoki von Eveline: Himbeeren und Mandeln kommen in meine Schale. Alles schön verrühren und dann rein in die Formen. Die Zeit, bis die Schokolade erkaltet ist und wir diese verpacken können, vertreiben wir uns – wie könnte es anders sein – nein, diesmal nicht mit Schokolade, sondern mit dem köstlichen Chili von Stefan Eder. Beim Nachhausefahren freue ich mich schon – sie liegt gut verpackt am Hintersitz – auf die erste selbst gemachte Schokolade. Ich widerstehe der Versuchung, schon auf der Fahrt zu naschen.

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Junkerpräsentation 2012

„Zum Wohle“ tausende Besucher beim jungen Steirer Wie jedes Jahr waren auch heuer wieder Tausende Besucher bei der groĂ&#x;en Weinverkostung in der Grazer Stadthalle dabei, um am Junker 2012 zu nippen. Als Vorbote verrät der Junker nämlich, wie sich der neue Jahrgang entfalten wird. „Die Tropfen sind dieses Jahr edel und spritzig leicht, stellte etwa Win-

„GutFinde

zer Willi Sattler nach einer ersten Verkoster-Analyse fest. Er hob den Junker vor gut 20 Jahren im kleinen Rahmen aus der Taufe, nunmehr sorgen landesweit etwa 300 Bauern fĂźr herbstlichen Jungweingenuss. „Der beste Junker freilich ist der getrunkene Junker“, bemerkt indes Landesrat Johann Seitinger. In Summe darf man sich also auf einen hervorragenden 2012er Wein freuen. Sechs Wochen lang kann man im Ăœbrigen ab dem 7. November wieder bei jedem Junkerwirt aus drei verschiedenen Junkern wählen. Entweder in drei Farben – WeiĂ&#x;, Rot und RosĂŠ – oder von drei verschiedenen Weinbauern.  H.D.

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www.rubikon.at

Bekanntlich erfreut sich die SĂźd-Steiermark das ganze Jahr Ăźber groĂ&#x;er Beliebtheit. Insbesondere im Sommerhalbjahr und Herbst zieht der landschaftliche Liebreiz die Massen an. Da kann es schon passieren, dass der eine oder andere – wenig Ortskundige – in Sachen WeingĂźter oder Restaurants den Ăœberblick verliert. Das so genannte „GutFinden“ erleichtert die Suche und verschafft Orientierung. Anhand eines Rings – dieser ist via Mitgliedskarten beliebig erweiterbar – kĂśnnen sich Gäste ihre individuelle SĂźdsteiermark-Tour zusammenbasteln. Dabei handelt es sich um einen Kreis ausgewählter WeingĂźter, Restaurants, Wirtshäuser, Buschenschänken und Erlebnisse rund um die WeinstraĂ&#x;e. Die Aktion „GutFinden“ dient aber auch der internen Kommunikation als Erfahrungsplattform“, betont die Initiatorin, Katharina Tinnacher. Nachdem laufend neue Betriebe hinzukommen, entdeckt selbst ein eingefleischter SĂźdsteiermark-Fan immer wieder neue Anregungen und Tipps.

ÂŁ Check-in 5XQG9HUELQGXQJHQSUR:RFKH QDFK)UDQNIXUW:LHQ0Â QFKHQ und Berlin.

bewährter Geschmack seit 1495

www.murauerbier.at

KLIPP Oktober/November 2012

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Foto: Hotel Schloss Mönchstein

Luxus über den Dächern der Stadt Salzburg

Ein feudales Bett unter Seidentapeten, darüber ein imposantes Öl-Gemälde von Kaiserin Maria Theresia, ein außergewöhnlicher Murano-Lus60

ter erhellt den Raum, ein geräumiges Badezimmer in Calacatta-Marmor mit Blick über die gesamte Salzburger Altstadt und den 14.000 qm großen Hotelpark – die Maria-TheresiaSuite ist nur eines der 24 beeindruckenden Zimmer des Hotels Schloss Mönchstein. Wenn der Adventzauber die Stadt umhüllt, könnte ein romantischer Urlaub in dem bezaubernden Schloss am Mönchsberg schöner nicht sein. Infos: Tel.: 0662/ 848 555 www.monchstein.at

Am 1. Dezember 2012 ist die Berliner Band The BossHoss mit ihrem Country-Rock der Top Act bei der offiziellen Wintereröffnung in Obertauern. Den vielen BossHoss-Fans,

die nicht nur tatkräftigen CountryRock, manchmal gemischt mit Tijuana-Elementen hören, sondern den Winterstart auch mit eigener Tat auf der Piste erleben möchten, macht Obertauern sehr preisgünstige Angebote. Insbesondere die Tickets zum The BossHoss-Livekonzert sind in den Event-Partnerhotels in Obertauern, Untertauern und Tweng zu bevorzugten Konditionen erhältlich. Details und Ticketinfos: Tel.: 06456/ 7252 www.obertauern.com

Südsteirischer Herbstgenuss Die Tage sind kürzer und Nebel zieht über das südsteirische Weinland. Jetzt lässt sich die Zeit im Sattlerhof in Gamlitz doppelt genießen – zwischen wärmenden Sonnenstrahlen, neuem Wein und knusprigem Martiniganserl … romantische Augenblicke zu zweit, behagliche Momente zwischen Sauna und Pool und lukullische Entdeckungen im Weingut und Restaurant. Angebot „Südsteirischer Spätherbst-Zauber“: 2 Nächte, 2x Gourmet-HP, 1 Flasche Junker und Pralinen am Zimmer, Kräuter-Bade-

Foto: Sattlerhof

… das ist bei einem Urlaub im Alpina Wellness & Sporthotel im Alpendorf in St. Johann im Pongau möglich. Ob von der Autobahn kommend oder direkt aus dem Hotelzimmer – Österreichs größtes Skigebiet, die Ski-

welt amadé, liegt einem hier sprichwörtlich zu Füßen. Vom Übungsgelände und Skikindergarten über anspruchsvolle, lange Abfahrten und Rennstrecken bis hin zum Snowboarder-Snowpark gibt es alles, was man sich nur wünschen kann. Für den perfekten Einkehrschwung sorgt die ideale Kombination aus der typischen Salzburger Gastfreundschaft, uriger Hüttenromantik und sonnigen Terrassen. Infos: Tel.: 06412/ 8282 www.alpina-alpendorf.at

Country Sound zum Saisonstart in Obertauern

Foto: Obertauern/ Salzburger Land

Foto Oczlon

Skifahren direkt von und bis zur Haustür

salz, Sauna- und Pool-Badekorb ab 239 Euro pro Person. Infos: Tel.: 03453/ 4454-0 www.sattlerhof.at KLIPP Oktober/November 2012


laubstipps Exklusive AlpenWellness im Ötztal Keine Wintersaison ohne neue exklusive Highlights. Heuer investierte das Alpen-Wellness-Resort Hochfirst in Obergurgl erneut in seine Saunalandschaft, denn was gibt es Schöneres, als nach einem Tag im Schnee in wohlige Wärmewelten zu versinken? „Neben dem Wasserfall“ lautet die Wegbeschreibung zum neuen, „heißen“ Treffpunkt der Saison – zur Tiroler Saunahütte. Das Resort Hochfirst wartet in seiner Wellnesslandschaft auf 1.500 m² und in seiner Beautyfarm mit dem vollen Verwöhnprogramm auf und lädt zum Erholen und Relaxen ein. Direkt vom Hallenbad schwimmen Badenixen in den Outdoorpool. Unterwasser Mas-

Reinkuscheln & Wohlfühlen in Bad Waltersdorf

sageliegen entspannen aktive Wintersportler, während diese den Blick auf die umliegenden, verschneiten Dreitausendergipfel genießen und die herrliche Bergluft einatmen. Infos: Tel.: 05256/ 63250 www.hochfirst.com

Familienspaß hoch 36 Der 9-jährige Max will auf die Skipiste, Laura wünscht sich eine Rodelbahn und Sarah freut sich auf die Kinderanimation. Die Eltern wollen alle Winterwünsche unter einen Hut bringen. Die Mitgliedsbetriebe von familyaustria haben sich genau darauf spezialisiert und bieten Familien den „wahrscheinlich größten Hut“ Österreichs. Insgesamt 36 Hotels & Appartements stehen zur Auswahl. Von gehobenen Familienhotels bis hin zu Selbstversorger-Appartements – Familien finden in jeder Preisklasse

das passende Angebot. Wichtigstes Kriterium: Bewegter und gesunder Urlaub mit – und nicht von ihren Kindern. Infos: Tel.: 0664/ 14 53 971 www.familyaustria.at

Gusti und der Nikolaus Der bekannte Salzburger Bergadvent im Großarltal, diverse BrauchtumsVeranstaltungen sowie die vielfältigen Möglichkeiten im Moar-Gut sind Anreiz für eine kleine Auszeit im Familien- und Kinderhotel im Salzburger Land. Erleben Sie mit Ihren Kindern Nikolaus und Krampus „wie früher“, machen Sie eine Pferdekutschenfahrt durch unberührte Schneelandschaften oder nehmen Sie sich einfach Zeit für sich selbst und genießen den perfekten Wellness- und Beautybereich des Moar-Guts. Keine KLIPP Oktober/November 2012

Sorge, Ihre Kinder sind in dieser Zeit gut aufgehoben und werden bestens betreut. Infos: Tel.: 06414/ 318 www.moargut.com

Wer sich so richtig verwöhnen lassen möchte, ist im führenden Spa-Hotel des Steirischen Thermenlandes mit einer der größten privaten Wohlfühlthermen genau richtig. Der Steirerhof Bad Waltersdorf liegt inmitten von 60.000 m² Naturgarten – umgeben von Apfelbäumen und Weingärten – mit traumhaftem Ausblick in die „Steirische Toskana“. Eines der vielen Highlights des Steirerhofs ist gewiss die 2.500 m² große hoteleigene Therme – Zutritt nur für Hotelgäste – mit insgesamt sechs Pools, umfangreicher Saunalandschaft mit 8 Saunen und Österreichs erster La-

dies Spa und Sauna. Weitere Highlights sind: 1.250 m² Vital-&-Spa-Bereich unter ärztlicher Leitung und chinesischer Ärztin, gemütliche Zimmer mit Balkon, die schönste Terrasse der Steiermark u.v.m. Infos: Tel.: 03333/ 3211-0 www.dersteirerhof.at

Winterwandern in den Nockbergen Einem Bachbett gleich schlängeln sich Wege und Pfade durch die verschneite Winterlandschaft der Nockberge – über mehr als 60 Kilometer werden für Winterwanderer geräumt, weiß man doch im Trattlerhof und bei anderen Wanderspezialisten in Bad Kleinkirchheim um die Faszination, die winterweiße Berge und Wälder abseits von Liften und Pisten auf Feriengäste ausüben. Egal ob mit festem Schuhwerk oder mit Schneeschuhen, das erhebende Gefühl der Freiheit packt einen regelrecht, sobald man die ersten Schritte im knir-

schenden Schnee gesetzt hat. Außerdem gibt’s Pferdeschlittenfahrten und romantische Fackelwanderungen. Infos: Tel.: 04240/ 8172 www.trattlerhof.at

Spektakuläre Pistenerlebnisse im Montafon Das Montafon wartet in der anstehenden Wintersaison mit neuen spektakulären Skierlebnissen und altbewährten Klassikern auf. Ein Highlight ist die Montafon Totale, eine Durchquerung des gesamten Montafons auf Ski. Ermöglicht wurde sie durch die Verbindung der beiden Skigebiete Hochjoch und Nova mit den neuen Bahnen Grasjoch und Hochalpila im vergangenen Winter. Aber auch Klassiker wie die HochjochTotale, mit 12 Kilometern Strecke und 1.700 Höhenmetern die längste und schönste Talabfahrt Vorarlbergs, oder die neue 350 Meter

lange Cross-Strecke Golm-X locken Freunde präparierter Pisten und wilder Sprünge in das Tal im Westen Österreichs. Infos: Tel.: 05556/ 722 530 www.montafon.at 61


Von Helmut Dietl

Zurück zu den Wurzeln – nach Mürzzuschlag

… die Trophäe des ersten Skiwettlaufs 1893.

Am 4. Februar gibt’s in Schladming den Startschuss für die alpine Ski WM 2013. Fast auf den Tag genau, am 2. Februar 1893, gab es in Mürzzuschlag vor 120 Jahren das erste Skirennen in Mitteleuropa, wurde erstmals die Stoppuhr gedrückt. Eines blieb seither jedoch immer gleich: Das Vergnügen am Skifahren. „Natürlich freut uns, dass dieser Geburtstag mit der WM zusammenfällt“, so Hannes Nothnagel vom „Winter!Sport!Museum!“ in Mürzzuschlag – dort gibt es die weltweit größte Sammlung an Wintersportgeräten zu bestaunen. So gesehen zieht die Schladminger WM nicht nur Massen in ihren Bann, sondern veranschaulicht zugleich die Entwicklung des Skisports – von vagen Erstversuchen auf Holzbrettln bis hin zum Volkssport und dessen Wirtschaftskraft. Anhand der WM wird nämlich deutlich, wie sich Tradition und Innovation des Skisports aneinanderreihen“, betont Nothnagel. Demnach wird sich das Mürztaler Museum bei der WM ein Stelldichein geben. Daneben sorgt das sogenannte „Nostal!Ski!Team!“ (Skilauf wie anno dazumal) bei zahlreichen Ski-Events immer wieder für Aufmerksamkeit.

lich ist es die Faszination, die dem Skisport so viel einräumt“, weiß Nothnagel. Und diese ist im Mürzzuschlager Museum besonders spürbar: Auf rund 1000 m2 eröffnet sich dort eine phantastische Welt rund um das Thema Berg- und Wintersport: Von den Ursprüngen des Skilaufs bis zum Siegerschi von Hermann Maier gibt‘s allerhand zu sehen. Denn nicht am Arlberg, nicht in Lilienfeld und auch nicht in Davos („Davos is Davos, owa Mürzzuschlag is a wos“, lautet ein Zitat von Toni

Der Hotelier Toni Schruf und der Grazer Sportfan Max Kleinoscheg machten den Skisport populär.

Schruf, Skipionier), sondern hier sind die Wurzeln des SkiTourismus zu finden.

Die Anfänge

Foto: Nostal!Ski!Team!

wintersport

Vom Holzbrettl zur Ski-WM

Als der Skilauf aus den skandinavischen Ländern langsam nach Österreich einsickerte, bestiegen Toni Schruf und Max Kleinoscheg 1892 erstmals mit Skiern das Stuhleck. Sie waren somit die ersten Apostel des neuen Sports. In der Folge erwuchs in Mürzzuschlag eine gute Infrastruktur und es wur-

Die Faszination ist entscheidend Es gibt kaum jemand, der sich in Österreich nicht schon mal auf zwei Brettern versucht hätte. „Offensicht62

Vor 120 Jahren wurde in Mürzzuschlag erstmals die Stoppuhr gedrückt – die Errungenschaft stand im Vordergrund.

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wintersport

de gemeinsam mit dem Semmering zu einem der ersten Zentren des Skiund Wintersports in Österreich. Im Februar 1893 folgten der 1. Skiwettlauf sowie der 1. Verband Steirischer Skiläufer und auch die allererste Skihütte der Alpen, die Nansenhütte am Stuhleck.

Zurück zu den Wurzeln Auch die Tourismusaktivitäten der Hochsteiermark stehen heuer ganz im Zeichen alpiner Tradition. WM bedeutet hier nämlich Wieder Meisterlich Ski fahren lernen. Für Wiedereinsteiger und jene, die abseits des WM-Trubels das Skivergnügen genießen wollen, stehen „echt gamsige“ Packages zur Verfügung – persönliche Betreuung, Skischule, Liftkarte, Nächtigung und Verpflegung zu einem vernünftigen Preis. „Gerade Anfänger und Wiedereinsteiger

sowie Familien sind zwischen Mariazell, dem Präbichl und dem Stuhleck bestens aufgehoben“, so die örtliche Touristikerin Claudia Flatscher.

Der Countdown läuft Schladming ist gerüstet für die WM vom 4. bis 17. Februar 2013, wenn TV-, Radiostationen und Medien europaweit täglich berichten, wie „cool, geil und spannend“ der Skisport sein kann. Neu entstanden sind etwa 1.500 Gästebetten, 400 Millionen Euro wurden in Infrastruktur-

Den norwegischen Star Bismark Samson zeigt der Bericht des ersten Skirennens 1893 in Mürzzuschlag.

A b Auf die W eltmeis terpis ten! skifAhren im Weltmeisterl And

infect.cc : © Steiermark Tourismus : Fotos: ikarus.cc

www.steiermark.com/winter

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„Vom Echo dieses Großereignisses werden wir über viele Jahre profitieren“, ist Tourismuschef Hermann Gruber überzeugt. Dabei geht es den WM-Besuchern längst nicht nur um sportliche Belange.

Sie kommen vor allem, um die Atmosphäre hautnah zu spüren. Daneben aber könnten Planai-Fans, speziell Familien, dem Trubel fernbleiben – örtliche Liftbetreiber rechnen während der Rennen mit gehörigen Umsatzeinbußen. Dahingehend lenkt Gruber ein: „Diese Angst ist berechtigt, allerdings unbegründet, zumal nahezu alle Pisten zur Verfügung stehen.“ Außerdem dürften die Herbergspreise

Foto: Erich Spiess

maßnahmen investiert – mehrere neue Hotels erbaut, das Zielareal komplett umgekrempelt und Pisten verbreitert. Auch zig Unternehmer nahmen Geld in die Hand.

Gutes Omen für 2013 – Hopsi war auch 1982 schon bei der WM dabei.

Foto: Erich Spiess

wintersport

Vom Holzbrettl zum Volkssport

mit einer 20-prozentigen Aufschlagsgrenze reglementiert werden. „Stammgäste sollen schließlich nicht vergrämt werden.“ Fest steht, dass neben dem ÖSV einzelne Wirtschaftsbetriebe zu den Hauptprofiteuren der WM gehören werden. Ferner platziert sich am Hauptplatz ein besonderes SzeneSchmankerl – dort laufen die Vorbereitungen für das während des Skifests geplante „SteiermarkDorf“ auf Hochtouren. „Wir nutzen die WM als Zugpferd für die ganze Steiermark mit all ihren Themen“, so Georg Bliem, GF von Steiermark Tourismus.

Volle Ränge und blauer Himmel … eine bessere Werbung für Österreichs Skisport ist kaum möglich.

Hochgebirgsgefühl im Norden – „Easy going“ im Süden Neue Aktivitäten, bewährte Freizeitangebote und was sich sonst noch tut …

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err und Frau Österreicher sowie internationales Publikum sind von der Steiermark bekanntlich angetan – seit Jahren verzeichnet das Grüne Herz Tourismuszuwächse. Um das Vorjahresplus (3,6 %) bei den Wintergästeankünften zu halten, wird an ständig neuen Angeboten getüftelt. In diesem Zusammenhang offeriert der nahende Winter – abgesehen von der Ski-WM in Schladming – wieder einige Besonderheiten. „Hochgebirgsgefühl im Norden 64

contra ‚Easy going‘ im Süden“, lautet die entsprechende Kurzübersicht.

Kein Grund zum Daheimbleiben Einige Langlaufregionen halten ein ganz besonderes Angebotszuckerl parat: In der Ramsau etwa kann man mit dem Loipengerät die eigene Spur ziehen. Anderswo gibt es im nordischen Bereich maßgeschneiderte Damenangebote. Indes bereitet sich der Kreischberg

auf den Ski-Freestyle-Weltcup im Dezember vor und am Stoderzinken geht’s vom Berg ins Tal – mit nix unterm Popscherl, aber dafür mit 100 km/h im freien Fall. In den südlichen Landesteilen werden zur kalten Jahreszeit vorwiegend Kulinarik- und Antistress-Thermenprogramme spruchreif. Besonders gefragt sein dürften diesen Winter außerdem stille Bauern-Almhütten. „Dabei handelt es sich um einen beschaulichen, erholsamen Urlaub wie anno dazumal“, erläutert Tourismusboss Georg Bliem.

Steiermark-Tourismus-Chef Georg Bliem und LH-Stv. Hermann Schützenhöfer: Ganze Steiermark profitiert auf Jahre vom Großereignis in Schladming

KLIPP Oktober/November 2012


GOLFTRAINING GOLFTRAINING

Einzigartiger Rekordversuch in 40 Tagen für das Kinderkrebshilfe-Projekt „Die Sonneninsel“

Ein Nachfahre schottischer Schafhirten will’s möglich machen

Das Spielen von Hanglagen Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz

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Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz Internet: www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

er erste schottische Maso- Regeln ausgeschlossen ist. Um diechist erfand das Baum- sen Rekordversuch erfolgreich zu stammwerfen. Dadurch be- beenden, muss Gardiner täglich Bergauflagen Internet: www.golfschule-ali.at Bergablagen Schwankungstendenz sich zum Hang, um Balance kam zu man erstklassige Leisten- dreieinhalb um Plätzediebespielen und E-Mail: office@golfschule-ali.at auszugleichen erhalten brüche. Der zweite schottische Ma- dabei legt er rund 21 Kilometer Sanfte Bergauflagen (Schultern • Kopf in unbeweglicher sochist Sanfte Bergablagen: • Rechter Positionerfand den Kilt. Damit konn- zurück. Der Golf-Pro Fuß mussetwas immermehr entparallel zur Hangneigung): • Schläger mit einer Nummer fernt von der Ziellinie halten und den Schlagtehauptman einander bei den täglichen die maximale Anzahl an Schlägern • Schläger mit einer Nummer mehr Loft ohne als normalerweise sächlich mit Händen und ArFünf-Uhr-Stammesfehden tex- (insgesamt 14) bei sich haben. Geweniger Loft als normalerweise für die Entfernung erforderlich men spielen Steile tile Behinderung in die Leistenstartet wurde amBergablagen: 27. Mai 2009 in für die Entfernung erforderlich • Rechter Fuß sehr nahebrüche (sonst Ball zu weit) an dertreten.wäre • Schläger mit zweidasoder drei Der dritte schottische Graz beim Golfclub Puntigam; wäre (sonst Ball zu kurz) • Leicht nach links zielen, der Ziellinie Nummern mehr Loft als norMasochist erfand den kreischenden Ende folgt am 5. Juli in Murstätten. • Leicht nach rechts zielen, der Ball verzieht sich im Flug nach malerweise die Entfernung Beutel aus Ziegenleder, das einzige John Gardiner sammelt fürwährend Ball verzieht sich im Flug nach Bei extremer Lage muss das rechts (Slice-Tendenz) linke erforderlich wäre Instrument, das noch schriller klang dieses Rekordversuchs für (sonst die Ball zu links (Hook-Tendenz) • Ball leicht in Richtung des höheKnie so stark gebeugt werden, dass weit) als die Schmerzensschreie der in die • Ball in der Mitte oder leicht in es fast Kinnkontakt bekommt. ren Fußes Der vierDer • Gut und links zielen, der Ball Leistenbrüche Getretenen. Richtung des höheren Fußes • Körper „lotrecht“ zum Hang Schläger muss sehr tief tegefasst wird einen Fade machen schottische Masochist aber erfand • Körper „lotrecht“ zum Hang werden, das Griffende ragtGolf. ausrichten aus der • Ball vom höheren Fuß aus spieausrichten • Kopf während desdie Schwungs in linken Hand heraus, deutlich nach len (deutlich rechts) Damit konnte man sich bequem • Kopf während des Schwunges links, sodass der linke Ellbogen unbeweglicher Position halten, • Beugen Sie das rechte Knie eigenen Zehennägel abschlagen, um ruhig halten, um die Schwan- den Schwung nicht behindert. mehr als das linke und lehnen von den Schmerzen in den Leistenkungstendenz auszugleichen Sie sich zum Hang, um Balance brüchen abzulenken, und auch sonst • Rechter Fuß etwas näher zur zu erhalten reichlich Depressionen sammeln. Ziellinie • Kopf in unbeweglicher Position Der geneigte Leser möge den histohalten, um die Schwankungsrischen Exkurs verzeihen, der jeSteile Bergauflagen: tendenz auszugleichen doch das Verständnis für die derzei• Schläger mit zwei oder drei • 6. Rechter Fuß deutlich mehr tigen Vorgänge in der Steiermark ebNummern weniger Loft als norentfernt von der Ziellinie net: Mit der üblichen knapp 15malerweise für die Entfernung jährigen Verspätung gegenüber erforderlich wäre (sonst Ball zu Bei extremer Lage muss das rechweltweiten Trends sind wir nunmehr kurz) te Knie stark gebeugt werden. Der – umso rasanter – auf dem Weg zum • Gut nach rechts zielen, der Ball Ball kann dann über oder hinter Golfland, mehr als 100.000 spielen wird einen Hook machen dem rechten Fuß liegen. In diemittlerweile in der Alpenrepublik. • Ball vom höheren Fuß aus spieser Situation sollte der Hoch vom Dachstein an biskorrekten ans BettAufdrehen des Körpers Beim – wie eine Feder – wird dasPitching Gewicht eindeutig len Wedge oder Sand Wedge eingeauf diedem rechte Seite verlagert. der Raab folgt man eifrig Bei• Beugen Sie das linke Knie mehr setzt werden. spiel früher schottischer Hirten, die als das rechte und lehnen Sie angeblich mit gebogenen Stöcken getrockneten Schafkot und Steine Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig durch die Gegend schleuderten. auf die rechte Seite verlagert. Was damals gratis war, braucht heute allerdings ein Schlägerset, das Österreichische Kinderkrebshilfe, man schon für einige hundert Euro dabei werden ihn auch etliche probekommt und dem nach oben kaum minente Sportler unterstützen. Entgilt gesetzt sind. So sieht sprechende Spendenboxen stehen Voraussetzungen dafür sind ausrei- nicht nur bessere Laune, sondern Grenzen Je mehr chende Bewegung und Sport. Die auch als Präventivmedizin. KLIPP-Kolumnist Iwan T. Cash die auf jedem österreichischen GolfKörper Steiermärkische Gebietskranken- man sich nämlich um seinenGolf-Welt. platz. Beim Kinderkrebshilfe-ProLebenskasse achtet beim Thema Bewe- kümmert, desto höher ist dieEin Nachfahre der Schafhirten, der jekt handelt es sich um ein geplangung immer wieder auf Transpa- erwartung“, betont GKK-Obmann, gebürtige Schotte John Gardiner, tes Nachsorgezentrum am Wallersee Viertel renz und gab – speziell am „langen Josef Pesserl. Nur etwa einwill – unterstützt von Intersport Eybl in Salzburg, das 3,5 Millionen Euro Tag der Bewegung“ – am Grazer der Bevölkerung bewegt sich undnämdem Österreichischen Golfver- kostet, die durch Spendengelder Hauptplatz wertvolle Tipps zum lich ausreichend – sowohl Jung, band –alses in irgendeiner Weise sei- aufgebracht werden sollen. „Wir Wohlfühlen. Ferner wird übers Jahr auch Alt. Das generelle GKK-Motto nen Landsleuten gleichtun und be- wollen dort Kinder wieder fit fürs gesehen ständige Aufklärungsarbeit lautet daher: weg von der Reparaturreitet sich auf einen Rekordversuch Leben machen“, so Steiermark-KinVon „reverse pivot“ spricht man, wenn man das Gewicht beim Rückschwung auf die in Firmen und Schulen unternom- medizin – hin zur Präventivmedizin. vor. Er möchte in 40 Spieltagen derkrebshilfe-Präsident Dr. Moser. linke Seite verlagert. men. Bluthochdruck, Herz-Kreislaufsämtliche 139 Golfplätze in Öster„Beschützte“ STGKK-Mannschaft: Erkrankungen, Übergewicht oder bewältigen. Und das ohne KLIPP-Golf-Experte Ali Rosker hat Ärztlicher Leiter Reinholdreich Pongratz, Diabetes sind oftmals hausgemachte Hilfsmittel, was so viel heißt, dass natürlich für einen guten Zweck Generaldir. Andrea Hirschenberger, 46 diewenn im Vorfeld Von „reverseBeschwerden, pivot“ spricht man, man dasvermieGewicht beim Rückschwung auf die Thomas Gebell die Nutzung eines Caddys, eines E- diesmal den Großteil „seiner Seite“ Obmann-Stv. und den werden können. „Mehr Bewelinke Seite verlagert. Obmann Josef PesserlTrolleys (v. l.) mit oder Clubcars durch die bereitgestellt. � gung macht demnach bekanntlich steirischem Kickbox-Nachwuchs.

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Richtige Gewichtsverlagerung

Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird.

Richtige Gewichtsverlagerung

Schauen wir uns einmal an, worauf es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird.

Foto: STGKK

Möglichst lange Zeit gesund und fit sein

KLIPP Oktober /November 2012

KLIPP Mai 2009

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Bücher Bomben-Geschäfte: Tod made in Germany Hauke Friederichs Residenz Verlag

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ie deutsche Rüstungsfirmen Milliarden mit dem Tod verdienen. Der Journalist Hauke Friederichs hat sich auf die Spur der tödlichen Exporte begeben. Seine inves­ tigative Recherche führte ihn auf Waffenmessen und in Kriegsgebiete, zu Herstellern wie Heckler & Koch, Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall, zu Käufern wie Saudi-Arabien, Nutzern wie Pakistan. Er berichtet von den geheimen Deals mit Diktaturen und zeigt in eklatanten Fallbeispielen die Folgen. Er hat sich Zugang zu den Hinterzimmern einer diskreten Branche verschafft, in der Lobbyisten enge Beziehungen zu politischen Entscheidern pflegen. Ein brisanter Report über deutsche Bombengeschäfte. Die Asozialen Walter Wüllenweber DVA

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Küss die Hand, die du nicht brechen kannst Ulrich Ladurner Residenz Verlag

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eschichten aus Teheran: Über Heilige und Scheinheilige, Märtyrer und Spione: eine andere Geschichte des Iran, der viele Gesichter zeigt – manche schön, manche hässlich, alle aber auf ihre Weise berührend. Ulrich Ladurner verschränkt in diesen Geschichten historische Fakten und persönliche Schicksale, die durch den Alltag hindurch den Blick auf den Iran schärfen, Geschichte für Geschichte. Baustelle Baby! – Ein Aufklärungsreport Sonya Kraus Bastei Lübbe

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uf Babys können Sie bauen! Nämlich dann, wenn es darum geht, dem bisher bekannten Leben die Abrissbirne zu verpassen … Mama Sonya redet hemmungslos Tacheles über Männer in der Schwangerschaft, Sex währenddessen und danach, Renovierungsarbeiten am Love Channel, den hauseigenen Molkereibetrieb und die stärkste Droge der Welt: Mamahormone!

ie deutsche Gesellschaft befindet sich im Zustand der Auflösung. Am unteren Ende ist eine wachsende Unterschicht dabei, sich aus den bürgerlichen Wertvorstellungen zu verabschieden. Gleichzeitig zieht sich auch die Oberschicht in ihre Parallelwelt zurück. Das Erstaunliche ist: An den gegenüberliegenden Enden der Gesellschaft beobachten wir ähnliche, teils identische Entwicklungen. Und mächtige Verbündete haben ein Interesse daran, dass sich an diesen Zuständen nichts ändert: Die Finanzindustrie macht die Oberschicht reich. Die Hilfsindustrie ermöglicht die Lebensform der Unterschicht. In den Banken wird das meiste Kapital verwaltet und umgesetzt.

as passiert in unserem Gehirn, wenn wir Kunst betrachten? Welche Erinnerungen und Emotionen werden dabei ausgelöst, wie entstehen Empathie oder Kreativität? Und was hat Gustav Klimt damit zu tun? Nobelpreisträger und Bestsellerautor Eric Kandel hat mit diesem Buch ein faszinierendes und prachtvoll illustriertes Buch geschrieben, in dem er die Geschichte der modernen Wissenschaft des Geistes von der Wiener Moderne bis in unsere Zeit erzählt.

Der kleine Wappler Astrid Wintersberger Residenz Verlag

Der Aufstand der Massen José Ortega y Gasset DVA

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o flucht und schimpft Österreich. Schön spricht man anderswo! Es ist bekanntlich die gemeinsame Sprache, die Deutsche und Österreicher trennt. Seine spezielle Eigenart behauptet das Österreichische nun aber gerade dort, wo unmissverständlich gesagt sein soll, was gesagt wird: beim Schimpfen und Fluchen. Wie einfallsreich, wie bunt und witzig wir Grantscherben dabei um uns schlagen, zeigt dieses kleine Wörterbuch gleichermaßen lehrreich wie launig-übellaunig.

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Das Zeitalter der Erkenntnis Eric Kandel Siedler

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n einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Unsicherheit verfass­te Ortega y Gasset mit „Der Aufstand der Massen“ eine der großen und bleibenden Diagnosen der industriellen und massendemokratischen Zivilisation. Dabei sind einige seiner pointierten und zugleich elegant formulierten Thesen – insbesondere zur Verstaatlichung des Lebens oder zum Niedergang der europäischen Nationalstaaten – heute aktueller denn je.

Der Preis der Ungleichheit Joseph Stiglitz Siedler

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ie Ungleichheit in der Welt nimmt zu: Immer weniger Menschen häufen immer größeren Reichtum an, während die Zahl der Armen wächst und die Mittelschicht vom Abstieg bedroht ist. Diese Entwicklung ist keine zwangsläufige Folge einer freien Marktwirtschaft, sondern Ergebnis einer Politik und einer globalisierten Ökonomie, die im wachsenden Maße vom reichsten Prozent der Bevölkerung beherrscht werden. Welche Risiken das drastische Gleichheitsgefälle für unsere Gesellschaft birgt und wie wir ihm am besten begegnen, zeigt Nobelpreisträger Joseph Stiglitz eindrücklich in seinem neuen Bestseller. Chat-Sex – Was eine Frau so alles im Internet erleben kann Felicia Saltena Edition VaBene

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ine Frau aus der Upper Class langweilt sich vereinsamt in ihrer Villa; sie fühlt sich überflüssig und von ihrem Mann vernachlässigt. Sie beschließt, vorerst über eine Partnerschaftsvermittlung ein wenig Abwechslung in ihr unbefriedigtes Leben einer „Grünen Witwe“ zu bringen und landet schließlich in mehreren Chat-Rooms. Dort lernt sie die Männerwelt erst so richtig kennen … ungeschminkt und brutal. Was sie sucht (einen „Prinzen“), findet sie nicht, und was sie findet (viele „Frösche“), hat sie nicht erwartet. Dafür steigt ihre Erfahrung von Date zu Date … und manches Mal erlebt sich auch … mehr. Ihr Bild von den „galanten Kavalieren“ und einem befriedigenden Seitensprung oder einem „Nebenmann“ zerbröselt zusehends. Ihre freimütigen, aber auch frustrierenden Bekenntnisse ergeben ein erschütterndes Sittenbild unserer Zeit und sind beileibe keine Hommage an die aus­ triakische Männerwelt. Euro vor dem Aus? Jürgen Bozsoki Edition VaBene

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er Autor zeigt in diesem Buch auf, dass die Währungsunion so nicht funktionieren kann und liefert zahlreiche Anregungen für einen Kurswechsel. Ergänzt werden diese durch unorthodoxe Vorschläge für eine alternative Geldpolitik der EZB sowie Konzepte zur Regulierung der Finanzmärkte. Der Autor bricht mit Euro-Dogmen, entlarvt EuroLegenden und scheut sich nicht, Bewährtes in Frage zu stellen. Vor dem Hintergrund dramatischer globaler Veränderungen ist dieses Buch ein Plädoyer für einen föderalen Europäischen Bundesstaat. Denn nur dann hat der Euro eine Zukunft!

KLIPP Oktober/November 2012


Filme

Fressen die Alten den Kuchen weg? Karl Blecha, Andreas Khol, Christa Chorherr Residenz Verlag

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ie Autoren zeigen, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen, um die Zukunft von Jung und Alt zu sichern. Sie fordern ein Umdenken in Politik und Wirtschaft, das ältere Menschen aktiv an Arbeitsmarkt und Gesellschaft teilhaben lässt und die Solidarität zwischen den Generationen fördert. Damit der demographische Wandel nicht zur Bedrohung, sondern zur Chance wird. Irrwitzige Irrgärten & listige Labyrinthe Thomas Flintham Boje

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in Abenteuer jagt das andere – im Land der Irrgärten und Labyrinthe: Wie gelangt der kleine Ritter am schnellsten zum königlichen Schloss? Wie kommt das Eichhörnchen an die leckersten Nüsse ganz oben im Baum? Und welcher Weg durch den leuchtenden Sternenhimmel ist wohl der kürzeste? Für 70 Irrgärten und Labyrinthe gilt es den richtigen Weg zum Ziel zu finden. Die herrlichen Schwarzweißillust­ra­ tionen machen nicht nur Spaß, sondern fördern ganz nebenbei die Konzentration und wecken die Fantasie. Ein kniffliger Mal- und Rätselspaß! Mein gläserner Bauch Monika Hey DVA

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chwanger zu sein, Mutter zu werden ist häufig mit einer Mischung aus Hoffnungen und Ängsten verbunden. Um diese Ängste zu bannen, ist es für die meisten werdenden Eltern heute selbstverständlich, die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik in Anspruch zu nehmen, oft ohne sich über deren Tragweite bewusst zu sein. Schonungslos offen und ergreifend berichtet Monika Hey von ihrer eigenen Erfahrung mit der Pränataldiagnostik und öffnet zugleich die Augen für ein ethisches Dilemma, das jede Schwangere, jedes werdende Elternpaar und unsere Gesellschaft als Ganzes betrifft. Slow Food Styria – Guide 2013 Manfred Flieser

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n dieser Edition vereint Slow Food Styria erstmals unsere Steiermark mit der slowenischen Štajerska (kulinarisch). Das handliche Nachschlagewerk bietet mündigen Konsumenten und bewussten Genießern somit einen esskulturellen Überblick vom Dachstein bis zum Wendenland am Bett der Sav’. Insgesamt werden mehr als 450 Betriebe empfohlen – Restaurants, Wirtshäuser, Buschenschänken und Almhütten, Bäcker, Fleischer, Hofkäsereien … KLIPP Oktober/November 2012

Die Vermessung der Welt Literaturverfilmung

Darsteller: Florian David Fitz, Albrecht Schuch, Jérémy Kapone, Sunnyi Melles, Karl Markovics Regie: Detlev Buck

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lexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß machen sich Anfang des 19. Jahrhunderts auf, die Welt zu entdecken. Ihre Methoden könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Naturforscher Humboldt reist in ferne Länder, um die Welt zu vermessen. Der Mathematiker Gauß bleibt zu Hause, um sie zu berechnen. Schon die Kindheit der weltbekannten Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß trennt die beiden: Während Humboldt aus einer Adelsfamilie stammt und Privatunterricht erhält, wächst Gauß in prekären Verhältnissen auf. Doch das mathematische Genie des kleinen Jungen bleibt nicht unerkannt, und der Herzog von Braunschweig fördert ihn mit einem Stipendium. Auch der kleine Alexander – weniger genial veranlagt als Gauß, aber aufgeweckt und voller Entdeckungsfreude – kommt in den Genuss der herzoglichen Zuwendungen. Fotos: Filmladen Filmverleih

Skyfall Action, Thriller

Darsteller: Daniel Craig, Ralph Fiennes, Judi Dench, Javier Bardem, Berenice Marlohe, Naomie Harris Regie: Sam Mendes

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n Skyfall wird Bonds Loyalität M gegenüber auf eine harte Probe gestellt, als seine Vorgesetzte von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Als der MI6 unter Beschuss gerät, muss 007 die Angreifer aufspüren und unschädlich machen, ohne Rücksicht auf den Preis, den er selbst dafür zahlen muss. Fotos: 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Das Schwergewicht Komödie

Darsteller: Kevin James, Salma Hayek, Henry Winkler, Reggie Lee, Joe Rogan Regie: Frank Coraci

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ls das Musikprogramm aufgrund von Budgetkürzungen gestrichen zu werden droht und der Musiklehrer entlassen werden soll, fängt Scott damit an, Geld aufzutreiben, indem er einen Nebenjob als Mixed-Martial-ArtsKämpfer annimmt. Jeder hält Scott deswegen für komplett verrückt. Doch im Zuge all seiner Bemühungen bekommt Scott etwas, das er nie erwartet hätte …

Fotos: 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

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Steiermarkmagazin Klipp 2012/07