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1,45 Eur o

20-Jahre

Verlagspostamt 8020 Graz, P.b.b. GZ 02Z033225 M, Februar 2009

Foto: FotoImpulsStyria

Aufsichtsratschef Schachner hievt seinen Exbüroleiter Oswin Kois auf den Posten des Energie-Chefs

Der Diener seines Herrn ■ Maria Fekter vulgo „Schottermitzi“: Frau Minister Gnadenlos

■ Steirer entwickelte Urlaubsoase für Kinder


14 Der Herr und sein Diener Ausschreibung des neuen Energie-Steiermark-Chefs zur Farce degradiert. Nur ein Gewinner, Oswin Kois.

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„Lehre mit Matura“ Die Sackgasse ist nun weit offen

12 Schwere Zeiten für Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig Die Bank wartet auf ihn

22 Frau Minister Gnadenlos Ministerin Maria Fekter, vulgo „Schottermitzi“, und ihr Verständnis vom Rechtsstaat

INHALT SPOTS 4

Galaabend der Bauwirtschaft Ein Abschied und ein Antritt

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Grazer Opernredoute Eine Aktie, die steigt

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Leinen los in der Depression Der KLIPPer

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Wird aus Frontal Sp-ontal? Frontal-Mitherausgeber Gerhard Annawitt: „Wollen medialem Einheitsbrei der Styria etwas entgegensetzen.“

10 Ein musikalisches Manifest Der Trompeter und Mündstück-Akrobat Toni Maier feierte 12 Schwere Zeiten für Ex-SturmPräsident Hannes Kartnig Die Bank wartet auf ihn

COVERSTORY 14 Der Herr und sein Diener Ausschreibung des neuen EnergieSteiermark-Chefs zur Farce degradiert. Nur ein Gewinner, Oswin Kois.

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WIRTSCHAFT 18 Nach Aus für Druckerei von Let’s Print Graz: Arbeitslose, harsche Kritik an Voves und Co. – Verbittert … 20 Der Banken-Schock Niemand weiß, wie lang die Krise dauert 22 Frau Minister Gnadenlos Ministerin Maria Fekter, vulgo „Schottermitzi“, und ihr Verständnis vom Rechtsstaat

SONDERTHEMA 26 „Lehre mit Matura“ Die Sackgasse ist nun Vergangenheit

POLITIK 35 Lilly Lotterblume

AUTO 36 Blaues Auge für Automarkt

GESUNDHEIT 39 Liebe und Sex im Internet Vom militärischen Nutzen zum begehrtesten Beziehungsvermittler

www.klippmagazin.at

LEBEN UND LEUTE 40 Nicht stupide runterklopfen Lebensphilosophie des Gleisdorfer Kunstsammlers und Steuerberaters Erich Wolf 42 Wohnen im Mönchstein Nicht auf Hoch-Salzburg, sondern hoch über Salzburg 46 Mit einem „Liedl“ bezahlt Schon Franz Lehar wusste es: im Kaffeehaus Zauner, Bad Ischl, ist man stets willkommen 48 Audienz beim Kaiser Wo bitte liegt dieses Ellmau? 52 Im Gefrierfach der Erde Skyrunner und Bergsteiger Chris Stangl in der Antarktis 54 Israel Land der Juden und Palästinenser 56 Für 71 Stunden nach Belek Während es bei uns zu Hause schneit, mit Golf-Profi Martin Wiegele auf die Runde 58 Buchtipps

KLIPP Februar 2009


IMPRESSUM

Zu diesem Heft

DER HERR UND SEIN DIENER

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ie Energie Steiermark ist einer der erfolgreichsten Konzerne des Landes, mit Gewinnen in der Höhe von rund 100 Millionen Euro. Der Konzern steht im Mehrheitseigentum des Landes, was in Zeiten der Energie- und Finanzkrise für die Steirer von Vorteil sein sollte. Damit hat die

Politik aber auch Einfluss auf die Bestellung der Spitzenjobs. Jeder im Lande erinnert sich noch an den so genannten Estag-Skandal, als der Energie-Konzern monatelang in den Schlagzeilen der Medien war. Nun sorgt die Bestellung von Oswin Kois zum Vorstandschef der Energie Steiermark für Kritik. Von den

Medieninhaber: KLIPP Zeitschriften KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Herausgeber: KLIPP Zeitschriften KG Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Heidelinde Kogler, Reinhard Schuch, Vera Leon, Isabella Hasewend, Michaela Vretscher. Produktion: Martin Druschkowitsch Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg

Ergebnissen her hat das noch im Amt befindliche Führungsduo Maier/Kailbauer in den letzten fünf Jahren sehr gute Zahlen geschrieben, nicht zuletzt dank der gestiegenen Energiepreise. Da die Topmanager in der Energie Steiermark künftig maximal 217.000 Euro verdienen dürfen – so viel wie der Landeshauptmann –, bewarben sich die beiden nicht mehr. Der Schönheitsfehler bei der Installierung von Oswin Kois – und darum geht es in unserer Titelstory: Er mag seine Qualitäten haben, doch die Art und Weise, wie ihm Peter Schachner als künftigem Vorstandschef der Energie Steiermark in den Sattel half, ist äußerst umstritten. Der Ex-Landeshauptmann-Stellvertreter möchte den Verbund als Partner der Energie Steiermark gewinnen und da passt ihm sein ehemaliger Sekretär gut ins Konzept. Ob das gut ist

Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Morawa Pressevertrieb Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at

für die Steiermark, wird sich weisen. Jürgen Lehner

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Nächster Erscheinungstermin: März 2009

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Galaabend der Bauwirtschaft

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tliche steirische Politiker und Interessenvertreter, die nach Wien berufen wurden, kehrten nach kurzem oder längerem Wirken enttäuscht aus der Donau-Stadt zurück. Dem Gleichenberger Baumeister Werner Frömmel dürfte dieses Gefühl erspart bleiben, da er seit Jahren ein wirksames Beziehungsgeflecht in Wien pflegt. Und daher wird er in seiner neuen Funktion als Bundesinnungsmeister auch mit dem Wiener Schmäh gut auskommen. Dass Frömmel Anlässe gut und gerne zelebriert, das zeigt er bei der alljährlichen Saison-Eröffnung des Werzer Resort Hotels am Wörthersee. Vor seinem

„Abschied“ nach Wien übergab er bei einem Galaabend in der Bauakademie in Übelbach seine

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe: LH Mag. Franz Voves, GF Susanne Grilz, LIM BM DI Alexander, Pongratz, BIM BM KoR Ing. Hans-Werner Frömmel, Mag. Michael Steibl, Landesrat, Johann Seitinger (v.l.).

Wunsch-Nachfolger DI Alexander Pongratz. Übelbach scheint ein guter Platz zu sein, weil hier auch ein Hermann Maier oder Beppo Muchitsch (SPÖ-Nationalrat) ihr Handwerk erlernten. Natürlich ersparte Frömmel den 300 geladenen Gästen nicht seine Leistungsbilanz. Das letzte Highlight: die Einweihung des neuen Lehrlingsheimes am Tag des Abschiedes. Der neue Bundesinnungsmeister hielt sich aber auch mit kritischen Anmerkungen nicht zurück: „Die schnelle Realisierung beschäftigungsintensiver Projekte der öffentlichen Hand sollte das vorrangige Lobbying-Ziel der nächsten Monate sein.“ ❖

Golfclub Thal – Stopp dem Exodus

Symposium im Gedenken an Vincenz Liechtenstein

STARKE HANDICAPVERBESSERUNG

ER WAR EIN EINZELKÄMPFER

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räsident des Steirischen Golfverbandes bleibt der Grazer Rechtsanwalt Kurz Klein, den Präsidenten des Golfclubs Thal legt er allerdings zurück. Es ist kräftig rundgegangen in den letzten Monaten unter den Thaler Golfern. Trotz Stadt-Nähe ist der neue 18-Loch-Platz nicht zu einem Erfolg geworden. Es hat sich in der Kassa ein „Riesen-Loch“ aufgetan. Daher überlegten die Betreiber, sechs steirische Investoren, die Notbremse zu ziehen und sechs der 27 Löcher stillzulegen. Diese Überlegung ist nun vom Tisch und es werden auch in dieser Saison alle 27 Löcher bespielbar sein; zu Preisen, die die Golf-Fans ins Grazer Golf-T(h)al locken sollen. Weil man zwischen einer Jahresgebühr von 475,– Euro (9-Loch-Mitgliedschaft) und 1.098,– Euro (27-Loch-Mitgliedschaft) wählen kann. Damit hoffen die Investoren Rothwangl, Gasser, Winkelbauer, Demel, Schell und Wakonig, das richtige Angebot für eine ertragreichere Zukunft in Thal gefunden zu haben. Noch nicht gefunden ist ein neuer Präsident, doch auch da gibt es konkrete Überlegungen, die man allerdings noch nicht verraten möchte. ❖

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bisherigen Funktionen als Landesinnungsmeister und Obmann der Bauakademie an

Foto Ricardo

SPOTS

EIN ABSCHIED UND EIN ANTRITT

s war vor mehr als einem Jahr, als die Nachricht von seinem Ableben die Öffentlichkeit überraschte. Vincenz Liechtenstein wurde im Familienschloss in Waldstein bei Übelbach am Morgen des 15. Jänners tot aufgefunden. Am Abend zuvor war er aufgrund einer schweren Grippe noch von Wien in die Steiermark gefahren und hatte sich dabei offensichtlich zu viel zugemutet. Vincenz Liechtenstein war ein Einzelkämpfer, von vielen unterschätzt, ob seiner Zähigkeit und aufgrund seiner adeligen Herkunft mit einem guten Netzwerk im so genannten konservativ-nationalen Lager. Diese seine Mitstreiter, der Europäische St. Georgs Orden und das Europäische Freiheitsinstitut (EUFRI), veranstalteten gemeinsam mit der Paneuropa-Bewegung und der Jungen Europäischen Studenten-Initiative (JES) am 14. Jänner 2009 im Barocksaal des Bischöflichen Priesterseminars in Graz den ersten „Konservativen Kongress“. ❖ Heinz Peter Platzer (Vize-Präsident des EUFRI), Vincenz von und zu Liechtenstein im Schloss Waldstein

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ernd Pürcher und Michael Tomec handeln und managen eine Aktie, deren Marktwert seit elf Jahren steigt. Nicht spekulativ, sondern kontinuierlich ist die Opernredoute in den letzten elf Jahren zu einem echten gesellschaftlichen Highlight der Steiermark geworden. Und wenn Prognosen über andere „Werte“ an den Börsen derzeit gewagt sind, die Opernredoute wird auch künftig noch zulegen, was das Besucherinteresse angeht. Es ist die Mischung aus jungen Balltigern und den Etablierten, oft auch so genannten Besseren bzw. den vielen VIPs. Die Jungen sorgen für die Stimmung und der „Rest“ dafür, dass es am Ende auch in der OpernredouteKassa ordentlich klingelt. ❖

Grazer Opernredoute

EINE AKTIE, DIE STEIGT SPOTS

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Jörg Koßdorff, Michael Tomec und Bernd Pürcher: allen Grund zum Lachen.

Steffi Werger braucht viel Glück

SPIEL UM VIEL GELD

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ast überall geht es ums liebe Geld. Steffi Werger will ihre Villa loswerden und mit dieser neuen Verlosungsmethode rund 1,7 Millionen Euro – das sind immerhin 24 Millionen Schilling – dafür kriegen. Für einen Normalverdiener ist, wenn er die Villa gewinnt, gar keine Chance da, das Haus zu erhalten, weil die Betriebskosten ja alles auffressen werden, wie es offensichtlich selbst für die Steffi Werger viel Geld ist, diesen Besitz zu erhalten. Freuen kann sich der oder die, die dann vom Gewinner das Haus wieder günstig weiterverkauft bekommen. So gesehen wäre es ja sinnvoll, wenn sich viele Firmen und Immobilienhändler oder Makler Lose kaufen und dann versuchen, die Hütte zu verwerten. ❖

Vor zehn Jahren hätten nur wenige auf die Slowenen-HK gesetzt

NOCH EINE RUNDE

100 Jahre Volksbank Graz – Bruck

JUBILÄUMSJAHR 2009 – EIN GRUND ZUM FEIERN

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uf eine wechselhafte, aber insgesamt erfolgreiche 100-jährige Bankgeschichte blickt die Volksbank Graz – Bruck zurück. Am 27. Jänner, genau am Stichtag, feierte die Bank ihr Jubiläum mit Kunden, Funktionären, Mitarbeitern und Repräsentanten des öffentlichen Lebens in den Räumlichkeiten der alten Jesuiten-Universität in Graz. „Wir sind der Überzeugung, dass gerade in Zeiten der Krise ein regionales Kreditinstitut zusätzliche gesellschafts- und wirtschaftspolitische Verpflichtungen in der Region zu übernehmen hat. Es geht nicht an, sich der Krise zu ,ergeben‘ und zu resignieren, sondern es gilt, sich offensiv den Herausforderungen zu stellen“, ist Vorstandsvorsitzender Gerhard Reiner überzeugt. ❖

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inige Wochen später feiert man den 10-jährigen Gründungstag, vorher am 26. März stellt sich der 69-jährige August Jost mit seinem Geschäftsführer Franz Mally noch einmal der Wahl. Er fühle sich fit genug, meint der ehemalige Banker der Steiermärkischen Sparkasse, in dessen Zeit als Auslandsressort-Chef die Weichenstellungen für die einträglichen Bank- und Leasingbeteiligungen in den Nachfolge-Ländern des ehemaligen Tito-Jugoslawien erfolgten. In der Vergangenheit hat man damit auch prächtig verdient, jetzt zeichnen sich logischerweise schwierigere Zeiten ab. Mit ihren rund 500 Mitgliedern hat sich die Österreichisch-Slowenische Handelskammer im Laufe der letzten Jahre ein gutes Netzwerk für Geschäftsanbahnungen in Slowenien aufgebaut. „Wir konnten und können damit zur wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Slowenien und Österreich doch etliches beitragen“, so Präsident August Jost. ❖ KLIPP Februar 2009

v. li.: Vorstandsvorsitzender Gerhard Reiner, Vorstandsdirektor Michael Klampfl

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In Thal bei Graz steht Schwarzeneggers Geburtshaus

Josef Kaltenegger, der neue Chef fürs Neue Land

SPOTS

WILL ER ES NOCH IMMER? EIN MACHER-TYP

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a gibt’s auch wieder noch ein weiteres Gerücht: Arnold Schwarzenegger – von dem

weiß man ja, dass er sein Haus, wo er seine Jugend verbracht hat, in Thal bei Graz, erstehen hat wollen. Doch das gehört ja

schon seit zwei Generationen der Familie von Heinz Anderwald, dem kürzlich in Pension gegangenen Landesamtsdirektor. Dieser hat immer abgewunken. Nun soll es einen neuerlichen Anlauf von Seiten Schwarzeneggers geben und möglicherweise stehen die Chancen günstiger. Doch entscheidend wird sein, dass die Anderwalds, wenn sie überhaupt verkaufen wollen, schon einen anderen Platz im Auge haben, der ihnen zumindest so gut gefällt wie ihr jetziges Zuhause. Und das wird ja nicht leicht sein, wenn man so viele Jahre an einem Fleck war. ❖

Es ist nicht alltäglich, dass Frauen sich gegen Männer durchsetzen

ZWEI HABEN ES GESCHAFFT

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ein Vorgänger am Chef-Sessel der Bauernzeitung „Neues Land“ Erich Putzer wird als eher – jedoch im besten Sinn des Wortes – beschaulich und ruhig bezeichnet. Mit Josef Kaltenegger hingegen scheint nun ein Macher- und Gestalter-Typ die Redaktion zu führen, was sich schon aus seinem breit gefächerten beruflichen Lebenslauf ablesen lässt. Der 47-Jährige kommt von einem Bauernhof bei Fohnsdorf und war auch vier Jahre Land- und Forstwirt, bis er in den Leopold Stocker Verlag wechselte und dort als Agrar-Journalist begann. Später, in den 90er-Jahren, war er auch Direktor-Stellvertreter im Steirischen Bauernbund, danach folgte eine Marketing-Aufgabe beim ÖAMTC in Graz und 2003 schlug er seine Zelte in der Unternehmensberatungs- und Consulting-Firma „Da Kühberger“ auf. In dieser Rolle befasste er sich mit etlichen Projekten österreichischer Firmen und Institutionen der Agrarwirtschaft in Südost- und Osteuropa. „Ich hab’ viel Spaß bei meinen Aktivitäten und die Bauern sind mir schon ein besonderes Anliegen, da sie durch die Bewirtschaftung des Landes einen nicht austauschbaren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Wenn man dazu bedenkt, dass österreichweit hunderttausende so ihren Lebensunterhalt verdienen, ist dies einfach ein besonders spannendes wie breites Feld. Meine Aufenthalte in Russland sind daher beispielsweise kürzer, dazu kann ich manch neue Erkenntnis wieder vor Ort drüben mit einbringen, wo beispielsweise die Idee der Ökosozialen Agrarpolitik und Lebensmittelproduktion auf sehr fruchtbaren Boden fällt“, so Josef Kaltenegger. ❖

Flughafen-Chef Gerhard Widmann

VERSUCHEN DIE MILLION ZU HALTEN

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.008.330 Passagiere war die Erfolgszahl, die Gerhard Widmann vor wenigen Wochen gegenüber den Medien bekannt gab. eschafft haben es wieder einmal zwei Erstmals hatte damit der Flughafen GrazFrauen, ganz an die Spitze in wichtigen Thalerhof die Millionen-Grenze überschritInstitutionen zu kommen, und das ist ja nicht ten. „Wir werden versuchen, in diesem alltäglich in Österreich. Unser Land liegt beim schwierigen Jahr die Million zu halten“, legt Anteil von Frauen, die in führenden Positionen Widmann sich und seinem Team die Latte in der Wirtschaft und der Verwaltung tätig sind, sehr hoch. In Wien rechnet man mit einem ziemlich klar hinter anderen angestammten Rückgang der Passagierzahlen um 5 Prozent, EU-Ländern zurück. Petra Kohlberger, die von und nach Salzburg ist Graz der Flughafen mit der Semmelweiß-Klinik in Wien kommt, ist dem drittstärksten Passagieraufkommen in nun ärztliche Leiterin und Vorstandsdirektorin Petra Kohlberger Österin der Steiermärkischen Kranreich. kenanstalten-Gesellschaft geImpuls Styria präsentiert Energie-Papier Hoffworden und dort die erste Frau nungen setzt Gerhard Widmann in dieser Funktion. Andrea Hirs ist Zeit umzudenken und zu handeln. Impuls Styria hat dies in neue Destinationen. So wird schenberger stieg in der Steierzum Anlass genommen und seinen Arbeitsschwerpunkt im Springer Reisen erstmals Tasmärkischen Gebietskrankenvergangenen Jahr dem Thema Energie gewidmet und gemeinsam sos anfliegen, Fly Niki Luxor kasse sogar zur Generaldirektomit EnergieexpertInnen, Forschungseinrichtungen und der Poliauch im Sommer und Madeira rin auf. Auch dort ist es eine tik ein steirisches Energiekonzept entwickelt. 58 konkrete Handund die Azoren werden ebenPremiere, dass die Krankenlungsoptionen für die Energie- und Klimapolitik in der Steierfalls von Graz aus direkt zu erkasse mit knapp einer Million mark wurden herausgearbeitet. Die Realisierung von 14 Maßnahreichen sein. Die Entwicklung Versicherten die nächsten Jahre men wurde prioritär empfohlen. Im Anschluss an die Präsentabei der AUA sorgt klarerweise – noch dazu in einer so schwietion der Ergebnisse wurde der erarbeitete Handlungsplan an LH auch am Flughafen Graz-Tharigen Phase – von einer Frau Mag. Franz Voves und LR Ing. Manfred Wegscheider übergeben. lerhof für Nachdenken. ❖ geführt wird. ❖

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Nord nach Süd, durch Untiefen der Gesellschaft und über Wellenberge, auch wenn diese manchmal künstlich sind: Der Klipper segelt ab sofort regelmäßig in dieser Zeitung, und er segelt in seiner Kolumne überall hin, wonach ihm gerade der Sinn steht. Er nimmt nichts zu ernst und fühlt sich niemandem verpflichtet. Aus allen Windrichtungen bringt er Beobachtungen und Eindrücke, mehr oder weniger gewichtige Ladungen, die er im nächsten Hafen wieder löscht. Klipper gibt es heute nicht mehr in allzu großer Zahl. Es sind schnittige, schnelle Segelschiffe, die früher klingende Namen hatten wie Flying Cloud, Lightning oder Red Jacket. Sie brachten im 19. Jahrhundert Eis von England in die Karibik und verdienten an den Plantagenbesitzern ein Vermögen. Und sie transportierten während des Goldrauschs europäische Glücksritter nach Amerika.

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Mit dem Glücksspiel haben wir nichts am Hut, dafür wollen wir den geneigten Leser auf kleine Reisen mitnehmen, die interessieren, vielleicht nachdenklich stimmen und auch Spaß machen sollen. Der Klipper soll wieder zu seinem Recht kommen: Freude am Segeln und Schwadronieren. Es passiert ja eine ganze Menge. Aber es muss noch etwas anderes geben in diesem Leben als die Wirtschaftskrise. Schwingen wir uns also auf Deck und machen wir die Leinen los. Alltag ade. Das Meer, das vor uns liegt, ist verdammt weit. Es ist ein gutes Gefühl, seine Bewegungen unter sich zu spüren. Und Segeln hat eine Leichtigkeit, die sich schnell auf den Alltag überträgt. Auch wenn wir gerade lesen, dass laut „International Monetary Fund“ die führenden Wirtschaftsländer der Welt sich bereits in einer Depression befänden. Aber depressiv ist nur, wer sich nicht mehr bewegt. Also, Leinen losmachen. Jürgen Lehner und Reinhard Schuch

der KLIPPer ie Stadt Graz will den Schöckl attraktiver gestalten. Eine Consultingfirma für Tourismus wurde beauftragt, Ideen zu entwickeln. Das war aber auch wirklich Zeit. Der schiefe Eintausender aus Kalk und Glimmerschiefern hat ja längst ausgedient. Bloß Felsen, Wald und ein paar Wiesen, und von oben blickt man endlos über das Land, das sich überall so ähnlich sieht. Nicht einmal eine ordentliche Spitze hat der Schöckl. Was sollen wir dort also noch? Seien wir ehrlich, die bloße Natur gibt uns nichts mehr, wir wollen Erlebniszentren, Funparks, Wellnessoasen. Wir wollen Spaß, den programmierten und risikolosen Kitzel. Wer will noch zwischen Bäumen und Felsen spazieren gehen und diese eintönige Ruhe aushalten? Wer auf faden Wiesen ohne Musikbeschallung zwischen Kuhfladen sein Butterbrot verzehren? Es gibt am Schöckl Spuren, die auf eine Besiedlung in der Römerzeit hinweisen – gähn … Die letzten 2000 Jahre ist auf diesem Berg nichts passiert. Die Natur lernt eben nichts dazu, ihr fehlt die Fähigkeit zur laufenden Veränderung und Neuerfindung, zum Eigenmarketing. Da muss der Mensch eingreifen,

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versucht, den Schöckl höher zu machen. Er holte dazu aus Afrika Teile eines Gebirges, das er aufgrund schlechten Timings – es war gerade Ostern und seine Macht geschwächt – über Graz verlor. Dabei entstanden der Schlossberg und der Kalvarienberg. Am Schöckl ist der Teufel dann durch ein Loch, das heutige Wetterloch, direkt in die Hölle gefahren. Teufel, Teufel, da liegt doch das Konzept Teufelsberg nahe. Das Wetterloch und die Lurgrotte (gehört ebenfalls zum Schöckl-Kalkstock) werden von Designern als hot places gestaltet. Mit offenen Feuern, feurigen Drinks und leicht geschürzten Teufelinnen (Anleihen bei Hooters). Die Gäste werden angekettet und mit zarten Rutenschlägen ganzheitlich stimuliert. Musik dazu von Marilyn Manson. Die neue Werbelinie für den Schöckl läuft unter dem Titel „Spiel mit dem Feuer“. Bei der Eröffnungsveranstaltung sind alle Verantwortlichen der Stadt Graz anwesend. Und dürfen von den Schöckl-Wanderern ausgiebig geschlagen werden.

Dem Schöckl geht’s an den Kragen um sie interessanter und erlebenswert zu machen. Da die Stadt Graz Ideen sucht, lassen wir uns nicht lumpen und wollen einige zum Besten geben. Erster Vorschlag: Der Schöckl als Zauberberg, mit einem Harry-Potter-Museum im Stubenberg-Haus und einem Dementoren- und Geisterpark am Gipfelplateau. Im Sommer findet ein großes Potter-Festival auf der Jahnwiese statt, mit Zauberspielen und -kursen, Verkaufsständen und Lesungen. Organisieren könnte das Folke Tegethoff. Eine technische Inspiration erhalten wir von Friedrich Schmiedl, dem österreichischen Raketenpionier. Schmiedl hat 1931 am Schöckl die erste Postrakete gestartet und transportierte damit 100 Briefe nach Sankt Radegund. Ein bahnbrechendes Ereignis, das geradezu prädestiniert, der NASA den Schöckl als Basis für die weltweit ersten touristischen Weltraumflüge anzubieten. Einmal Schöckl–Mond schon um weniger als eine Million. Wer auch retour will, zahlt ein bisschen mehr. Auch für die Anhänger des Archaischen fällt uns etwas ein: Der Sage nach hat der Teufel

Reinhard Schuch

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SPOTS

LEINEN LOS IN DER DEPRESSION


Wird aus Frontal Sp-ontal? Der Styria-Konzern dominiert die Medienlandschaft in der Steiermark und in Kärnten. So gesehen ist es erfreulich, wenn sich neue Medien mit neuen Eigentümern am Markt etablieren wollen. Das jüngste ist das Polit-Magazin „Frontal“.

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ie steirische ÖVP vermutet daher, dass das 14-tägig erscheinende Magazin mit 48.000 Exemplaren vor allem Franz Voves in seiner Wiederwahl zum Lan-

deshauptmann mediale Rü­ ckendeckung geben sollte. Als ein Hinweis dafür wird angesehen, dass zwei der vier Herausgeber, Alfred Annawitt und Michael Steinwidder, praktisch Jahrzehnte in der SPÖ-eigenen Leykam, einem Druckkonzern, beschäftigt waren und sind. Durch einen nicht nur für die SPÖ-Optik ungünstigen, sondern auch wirtschaftlich nachteiligen Deal sind sie Mitte 2008 auch zu Euro-Millionären geworden. Die SPÖ-Stiftung mit deren Chef Peter Schachner musste aufgrund von Verträgen (siehe Katastrophendeal Klipp August und November 2008) deren Anteile dem Management

am Let’s-Print-Druckkonzern abkaufen. Alfred Annawitt war bis zum 31. 12. 2008 noch Vorstandsvorsitzender bei Let’s

Print, also Gehaltsempfänger, und ist nun in Pension. Seine Stelle nahm Herausgeber-Kollege Michael Steinwidder ein, der zum Vorsitzenden des Vorstands aufstieg. Für die SPÖ ist der Deal, von Franz Voves und Peter Schachner eingefädelt und getätigt, bis jetzt ein riesiges Verlustgeschäft geblieben. Die Steirer-SPÖ hätte im Jahre 2005 über ihre Stiftung für rund 2 Millionen Euro die alleinige und absolute Mehrheit bei Let’s Print vereinbaren und damit sichern können. Durch vertragliche Versäumnisse musste sie nun 22 Millionen Euro zahlen und verlor noch dazu die Mehrheit. Die Gründung des Ma-

Auch Schützenhöfer-ÖVP rüstet für Landtagswahl 2010 medial auf

wird wiederbelebt Bereits im April wird es losgehen, zuvor wird am 28. März, dem Parteitag der steirischen ÖVP, die legendäre Tagespost wieder aufliegen. Gegründet im ­Jahre 1856, verfügte Landeshauptmann Josef Krainer im März 1987 aufgrund der ­hohen Verluste ihre Einstellung.

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er Wiederbelebungsversuch muss auch im Zusammenhang mit der Landtagswahl im Jahr 2010 gesehen werden, wollen doch Hermann Schützenhöfer und die steirische ÖVP nach fünfjähriger Unterbrechung wieder den Landeshauptmann stellen. Die Tagespost soll künftig als landesweit verbreitete Gratiszeitung einmal monatlich verschickt werden und vor den Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2010 und der Landtagswahl im 8

Herbst 2010 ist sie sogar als Wochenblatt gedacht. Getreu dem alten Großformat wird sie auf 16 Seiten Zeitungspapier produziert. Eine Bezirksseite soll in 16 lokalen Mutationen erscheinen.

VP nicht direkt beteiligt Natürlich ist die ÖVP nicht direkt beteiligt, als Herausgeber wird das ein Verein „Förderer der bürgerlichen Medien“ sein mit bekannten Namen wie ExVP-Klubchef Bernd Schilcher,

Wirtschaftskammer-Funktionär Benedikt Bittmann und anderen. Nur eine journalistisch gut gemachte Zeitung mit glaubwürdigen Inhalten und nicht nur Jubelmeldungen über die Partei wird von Lesern wirklich angenommen. Die ÖVP hat reiche Erfahrung damit, wurde doch vor wenigen Jahren erst die Postille „Die Steirische“ eingestellt. Deren letzter Chefredakteur Volker Liebmann wird auch der neue sein. In der Führungscrew, die ihr Büro am Karmeliterplatz in

Foto: JøIV

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Frontal-Mitherausgeber Gerhard Annawitt: „Wollen medialem Einheitsbrei der Styria etwas entgegensetzen.“

Auch Rudi Hinterleitner soll mit­mischen.

Graz in einem Nebenhaus der ÖVP-Zentrale haben wird, soll auch Rudi Hinterleitner (früher „Grazer“, „Graz im Bild“) dabei sein. v KLIPP Februar 2009


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Horst Pirker baute die Medienmacht der katholischen Styria kräftigst aus

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tyria-General Horst Pirker verweist bei öffentlichen Auftritten stets auf die dominante Marktpräsenz der „Mediaprint“ (Krone-KurierKonzern von Dichand und WAZ). Er unterspielt dabei allerdings oft die Medienmacht der Styria. Pirker ist es gelungen, die Styria AG – mit dem Flaggschiff „Kleine Zeitung“, dem Traditionsblatt „Die Presse“ und dem „WirtschaftsBlatt“ − zu einem großen mitteleuropäischen Player auszubauen.

Weltanschauung und Werte Die Styria Medien AG wurde schon im Jahr 1869 von einem Verein von Katholiken grund-

gelegt. Seither bemühen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielen Ländern, Kulturen und Regionen diesen weltanschaulichen Wurzeln durch einen besonders sorgfältigen Umgang mit der Würde des Menschen – im umfassenden Sinn – gerecht zu werden. Heute gehört die Styria Medien AG weit überwiegend (98,33 %) einer gemeinnützigen Privatstiftung, die selbst von Gesetz wegen eigentümerloses Vermögen ist. Die restlichen 1,67 % sind beim schon erwähnten Verein geblieben. Die Verantwortungsträger in der Styria Medien AG: Vorstand: DDr. Horst Pirker, Dr. Wolfgang

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Ein GroSSer auf leisen Pfoten Horst Pirker: „Bei uns zählen Werte. Jeden Tag scheitern wir da oder dort an diesem Anspruch; wir wissen das und wollen ihn trotzdem nicht aufgeben.“

Foto: Biohotel Stanglwirt

gazins sei eine Geste, ein Dankeschön an Voves und Schachner, abgesprochen und letztendlich auch eine SPÖ-interne Angelegenheit, vermutet man im bürgerlichen steirischen Lager. Ein Beleg dafür: Dass das Magazin vor allem die (Personal-)Probleme der steirischen Volkspartei aufs Korn nimmt, während die SPÖ von kritischen Berichten verschont bleibt. Abgesehen davon, dass die Inserate von Unternehmen kommen, wo die SPÖ über starken Einfluss verfügt. „Wir wollen einfach dem medialen Einheitsbrei der Styria etwas entgegensetzen“, weist Gerhard Annawitt diese Attacken zurück. Er ist der Bruder und Mitherausgeber von Alfred Annawitt. Gerhard Annawitt ist seit Jahrzehnten TreibstoffHändler und Tankstellenbetreiber und hat dort sein Geld gemacht. „Frontal gegen wen?“, wird das Ratespiel der nächsten Monate sein. Ob es Frontal schafft, irgendwann einmal kritische und nachhaltige Beiträge über die steirische SPÖ mit Franz Voves zu bringen? Denn es ist ja nicht so, dass die Politik und die Entscheidungen der SPÖ in der Steiermark ohne Fehl und Tadel sind. Möglicherweise fällt auch der Redaktion so etwas gar nicht auf. Es kommt natürlich vor, dass InseratenGeld von nahestehenden Institutionen wie Zement wirkt, der den Bewegungsraum praktisch unmöglich macht. Klarerweise gibt es keine Zensur der Herausgeber, doch der vorauseilende Gehorsam und die Loyalität drücken sich dadurch aus, dass man schon die Schere der Zensur im Kopf hat. Alle diese Dinge machen natürlich das journalistische und wirtschaftliche Überleben einfacher und bequemer. So gesehen wäre es durchaus verständlich. Wie sagt ein bekannter Zeitungsherausgeber und -Eigentümer pointiert: „Ich zahl’ Ihnen nicht Ihre Gage, damit Sie Ihre Meinung im Heft präsentieren, wenn Sie das möchten, dann gründen Sie eine eigene Zeitung.“ v

Bretschko, Dr. Klaus Schweighofer; Aufsichtsrat: Univ.-Prof. DDr. h.c. Johann Trummer, Dr. Heribert Gasser, KR Dr. Georg Doppelhofer, Dr. Othmar Ederer, Dr. Friedrich Santner, Dr. Karl Schleinzer, Mag. Claus Albertani, Walter Wally, Ing. Josef Klapsch. v

Im Folgenden – nach Kerngeschäftsbereichen geordnet – all jene Unternehmen und Marken, die entweder im Eigentum der Styria Medien AG stehen oder mit ihr über Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligungen verbunden sind. Tageszeitungen: • 24 sata • Die Presse • Dnevnik • Kleine Zeitung • Poslovni dnevnik • Vecernji list • WirtschaftsBlatt • Zurnal 24 Wochenzeitungen: • Die Furche • Hopla • Il Friuli • Metropola • Nedeljski Dnevnik • Privatmarkt • WOCHE Bildpost • WOCHE Ennstal • WOCHE Graz & Umgebung • WOCHE Hartberger Bezirkszeitung • WOCHE Kärnten • WOCHE Murtal/ Murtaler Zeitung • WOCHE Obersteiermark • WOCHE Südweststeiermark • WOCHE Weizer Zeitung • Zurnal

Monatsmagazine: • Adria Media • Alpe Adria Magazin • Business People • Compliment • DIVA • Kärntner MONAT • miss • Motorradmagazin • Sportmagazin • Steirer MONAT • Top Times • WIENER • WIENERIN • WIENERIN Food&Style Kundenmagazine: • Styria Multi Media Corporate Wochenmagazine: • Kärntner Regional Medien • SportWoche

• Kleine Zeitung DIGITAL • Poslovni dnevnik digital • Vecernji list digital • wirtschaftsblatt.at • woche.at • zurnal24.si

• Ingenium Verlag • Kneipp Verlag • Masmedia • Molden Verlag • Pichler Verlag • Styria Verlag • Vecernji Posebni Proizvodi

Classifieds: • Bolha • Njuskalo • willhaben.at

Druck und Vorstufe: • druck :Carinthia • druck :Styria • m4! • Tiskara Zagreb

Special interest Portals: • ichkoche.at • interactive agency • Partnerzona • Styria Börse Express Radio: • Antenne Kärnten • Antenne Steiermark

Supplements: • Tele • TV tjedan

TV: • KT1 • Sat.1 Österreich • Steiermark 1

Medienportale: • „Die Presse“ Digital • 24 sata digital • Dnevnik online

Buch: • Carinthia Verlag • Edition Oberösterreich

Logistik: • Distripress • Europaket • Kolmedia • redmail Rechnungswesen: • FIDES IT: • Styria IT Solutions Agenturen: • APA • Call & Mail • rca radio content austria Nicht gerade schmal aufgestellt, oder?

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DER TROMPETER UND MUNDSTÜCK-AKROBAT TONI MAIER FEIERTE

SpotS

EIN MUSIKALISCHES MANIFEST Das publikum klatschte sich die Hände heiß und jubelte – die Begeisterung um toni Maier war nicht mehr zu überbieten, lobten ihn die Medien bei tournee-Auftritten sowohl in Europa als auch in Übersee, wenn Österreichs international erfolgreichster trompeter toni Maier als Solist sein Können zeigte. Bis heute spielt er in Hochform. toni Maier ist ein musikalisches Manifest.

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o beschreibt Herbert Granditz den Weststeirer. „Dies beweisen schließlich schon die unglaublichen Stationen, die er in seiner Karriere durchlaufen hat. Ob Klassik, Unterhaltung, Jazz oder Folklore, Toni ist überall zu Hause und dabei absolute Spitze. Seine unglaubliche Musikalität, sein Musikantentum, die perfekte Beherrschung seines Instrumentes sowie seine Arbeit als Arrangeur und Komponist stellen ihn in die allererste Reihe. Für mich ist er DER musikalische Botschafter der Steiermark schlechthin.“ Die deutsche Musiker-Legende Max Greger über Toni Maier: „Toni Maier, auch ,der steirische

Maynard Ferguson’ genannt, war bereits mit 21 Jahren Solotrompeter in meinem Orchester. Tonis Töne sind in allen Lagen brillant. Solche Solisten, auch Leadtrompeter gibt es nur sehr selten. Ich wünsche ihm noch viel Erfolg. Keep swinging.“

Internationaler Auftritt Und Toni Maier dazu: „Mein Mentor war der legendäre, viel zu früh verstorbene Jazz-Pionier Fatty George. Bei ihm spielte ich auch in der ORF-Bigband. Im Oktober 1970 habe ich bei einem Probespiel für Max Greger teilgenommen und dieses gewonnen. Im Dezember beim Filmball in München habe ich von Max Greger gehört, dass der ,Goldene Schuss’ in Graz sein wird. Niemand hat mich damals gekannt und Max Greger hat ge-

Toni Maier: „Ich übe einfach sehr gerne auf meinem Instrument und versuche mich jeweils schon Tage oder Wochen vorher auf die jeweiligen Auftritte auch innerlich vorzubereiten und einzustellen – dann macht auch der Ansatz und die Technik mit.“

Toni mit Max Greger (Mitte) und Showmaster Vico Torriani (verstorben) bei der TV-Sendung „Goldener Schuss” in Graz. 10

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Sesshaft geworden Seit 2002 leitet Toni Maier das Johann-Fux-Konservatorium in Graz, und Freunde sowie Wegbegleiter feierten kürzlich mit ihm seinen 60er in Voitsberg. „Im Jahre 2003 bin ich sesshaft geworden, nach 28 Jahren Tournee-Laufbahn. Wir waren mit sieben Leuten und einer Sängerin unterwegs.“ Das war seine Traudl, Sängerin und Jodlerkönigin aus Tirol, mit der er bis heute verheiratet ist. Man nannte sie auch die „Tiroler Nachtigall“. Die zwei Söhne Martin und Stefan sind eben-

falls bereits erfolgreiche Musiker. Martin ist Sänger, Komponist und Arrangeur für Popmusik, steht heute unter Vertrag bei Ralph Siegel. Der andere ist Geiger, tritt als Solist und Orchester-Musiker auf und arbeitet als Studio-Musiker. Viele Monate waren die Maiers auf Schiffen engagiert, haben etwa 100 Tage im Jahr gespielt, zwei Agenturen haben sie gemanagt. Der Star-Trompeter: „2002 hab’ ich mir gesagt: Genug ist genug. Jetzt trete ich maximal zehn Mal im Jahr als Solist auf.“

Sein Übungsfleiß ist legendär geworden, auch wenn es nicht immer so war.

Mit allen Großen gespielt „In 40 Jahren kommt halt Etliches zusammen“, bilanziert Toni Maier heute, Professor und Magister, der seit dem Jahre 1970 wirklich mit allen Show-Größen der Musik und der Bühne spielte, zahlreiche Schallplattenund Studio-Aufnahmen als Solist machte, weiters sieben Jahre erster Trompeter der Wiener Symphoniker war, in dieser Zeit auch unter Herbert von Karajan und anderen großen Dirigenten spielte und dabei auch als Solist auftrat. Sein Übungsfleiß ist legendär geworden, auch wenn es nicht immer so war. „Mit fünf Jahren bekam ich von meinem Vater ein Signalhorn der heimatlichen Feuerwehr geschenkt. Meine Blasversuche waren so zufriedenstellend, dass man mich die Musikschule und später die Musikhochschule (heute Grazer Universität für Musik und dar-

Der Herr Professor und Magister zu Hause beim Vorbereiten des nächsten Auftritts.

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Spots

sagt, er verzichte auf sein Solo und ich könne an seiner Stelle in meiner Heimatstadt als Solist auftreten. Das war für mich der Durchbruch. Vorher hat mich niemand gekannt. Als ich 1970 in der inzwischen legendär gewordenen TV-Sendung ,Der Goldene Schuss’ in Uniform – ich war damals gerade beim Militär − den ,alten Dessauer’ und ein weiteres Trompetensolo mit Namen ,Estrellia’ zum Besten gab, begann meine einmalige Karriere mit Verpflichtungen bei Karel Krautgartner, Horst Winter, Teddy Windholz, Ernst Kugler, Richard Österreicher und Robert Obratko sowie sieben Jahre lang als erster Trompeter der Wiener Symphoniker. 1975 gründete ich meine eigene 13-köpfige Band und wurde als Leader und Solist gleichermaßen gefeiert, daneben entstanden viele Produktionen.“

Mit seiner "Traudl" (Bildmitte), den Söhnen Martin (dessen Freundin Sabrina, links) und Stefan beim 60er-Fest.

stellende Kunst) besuchen ließ. Dort schloss ich sodann mein Trompeten-Studium mit Auszeichnung ab“, so Toni Maier. Seine Handschlagqualität gilt – ob das für eine Geburtstagsfeier im kleinen Kreis zutrifft oder für einen Großauftritt in der Grazer

Zum 60er: Buch über Karriere.

Stadthalle, wie beim Treffen von Michail Gorbatschow und Helmut Kohl. „Wenn der Toni was verspricht, dann hält er es. Das gehört zum guten Ton. Und gute Töne zu blasen ist das eine, aber auch das Gemüt der Zuhörer zu treffen das andere“, wie er es selbst beschreibt. Und das gelingt dem Toni Maier gut, denn sonst würde nicht zum Beispiel der deutsche Arbeitgeber-Präsident Hundt extra nach Graz und in die Weststeiermark fliegen, um Toni zu seinem 60er zu gratulieren. Dieser: „Ich hab’ für ihn vor Jahren in Bad Aussee gespielt und es hat ihm gefallen. So einfach geht das mit der Musik, Beziehungen zu schaffen, wenn man das Gemüt der Menschen trifft. Mein Leitsatz: Hoch, tief, laut und leise ist noch lange keine Musik, wenn die Ausdruckskraft der Seele fehlt.“ v 11


SpotS

Schwere Zeiten für Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig

… diE „BanK“ wartEt a Nicht die, auf der die Reservespieler auf ihren Einsatz warten, auch nicht die, auf der Kartnig die Sparbücher mit Schwarzgeld deponierte, sondern die Anklagebank im Grazer Gericht. prozessbeginn soll noch vor dem Sommer sein.

I

m Vorjahr saß dort Andrea Herberstein. Sie wurde wegen Steuerhinterziehung (noch nicht rechtskräftig) zu fünf Monaten Gefängnis und weiters zu einer bedingten Haft- und Geldstrafe verurteilt. Mit der Entscheidung des Höchstgerichts, ob die Gräfin wirklich sitzen muss, ist erst im kommenden Jahr zu rechnen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Richterin krankheitshalber nach dem Prozess längere Zeit ausgefallen war und daher noch an der schriftlichen Fassung des Urteils arbeitet.

wurde auch ÖfB betrogen? Die Steuerhinterziehung habe er zugegeben, sonst hätte er sich nichts zu Schulden kommen lassen, kein Geld genommen, das Sturm gehört, und damit auch nicht eine Handlung der Untreue gesetzt, hat ja der Ex-SturmPräsident bereits mehrmals in der Öffentlichkeit in den Medien (auch in der Klipp-Ausgabe November 2008) deponiert. Ganz so einfach wird es aber nicht werden für den ehemaligen Medien-Star Hannes Kartnig. Denn er und sein Vorstand haben Sturm sehenden Auges in die Krida (Geschäftsunfähigkeit) und den Konkurs geführt – dies ist der Hauptvorwurf. Kartnig ging Spielerkäufe und damit zu 12

zahlende Lohnabgaben ein, von denen er von vornherein wissen musste, dass er jedenfalls die Lohnabgaben nicht zahlen wird können. Er hat damit vorsätzlich oder fahrlässig Gläubiger benachteiligt. Und dies, nachdem die fetten Einnahmen aus den Champions-League-Erfolgen (Kartnig damals: „Wir haben 270 Millionen Schilling auf der Kante.“) bereits längst verbraten waren. Die Auslöser dafür sind die weitere Verpflichtung von teuren Spielern und deren hohe NettoGagen. Einen nicht unbeträchtlichen Teil – man spricht von rund 4 Millionen Euro – haben Kartnig und Co. schwarz an die Spieler ausbezahlt. Weil man wusste, dass man nicht in der Lage gewesen wäre, die dafür gesetzlich vorgeschriebenen Dienstgeber-Abgaben (Lohnsteuer, Sozialversicherung usw.) zu finanzieren. Die Spieler wiederum argumentieren damit – auch wenn es nicht immer nachvollziehbar ist –, dass sie der Annahme waren, die erforderlichen Abgaben würde ihr Arbeitgeber Sturm ohnehin entrichten. Nur in einigen Fällen – so etwa bei Ivo Vastic – soll klar erkennbar gewesen sein, dass dieser von der Vorgangsweise Kenntnis hatte. Alle diese Spieler haben sich allerdings mit der Finanz mittlerweile geeinigt. Aufgrund der hohen Schadenssumme von 8 Millionen Euro (zuzüglich Strafzuschlag noch einmal bis zu 8 Millionen Euro) ist keinesfalls gesichert, um es vorsichtig

drehkreuze mit Zähler: nur sie ermöglichen genaue Kontrolle im nachhinein.

zu formulieren, dass Hannes Kartnig nur mit einer bedingten Strafe den Gerichtssaal verlassen wird können. Im Zuge des Prozesses wird auch zu klären sein, inwieweit Mitglieder des Vorstandes aktiv bei diesem Steuerbetrug mitgewirkt haben und damit ebenfalls von Gericht aus belangt werden.

woher stammt das Schwarzgeld? Für die Beschaffung gehört nicht viel Einfallsreichtum dazu, denn diese Praxis wird vom kleinsten Amateur-Verein bis hinauf zu den Profi-Vereinen seit Jahrzehnten gehandhabt. Das geht im Fußball also ganz einfach, die Erlöse aus den Eintrittskarten der Fans werden dafür hergenommen. Aufgrund einer Ausnahmeregelung für gemeinnützige Vereine – ob ein Profi-Verein ein

solcher ist, muss man anzweifeln – sind die Eintrittsgelder von der Besteuerung befreit. Es entfallen daher keine Mehrwert- oder Körperschaftssteuer auf diese Einnahmen. Die Finanz ist also nicht scharf darauf, kontrolliert diese Seite der Einnahmen von Fußballvereinen nicht wirklich, ob 6.000, 8.000 oder 9.000 zahlende Besucher im Stadion waren. Daher kann sich jeder Verein davon ein „Körberlgeld“ abzweigen. Wer bei einer Falschangabe durch die Finger schaut, ist allerdings der ÖFB, denn den Statuten nach steht ihm von jeder verkauften Eintrittskarte ein bestimmter Prozentsatz zu. Kommt es dabei zu falschen Angaben von Seiten des Vereins, so wird der ÖFB klarerweise um Einnahmen betrogen. Und das ist bei Sturm durch Jah-

weil Eintrittskarten nicht besteuert werden, daher finanz nicht interessiert: sprudelnde Quelle für Schwarzgeldzahlungen.

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Foto: Peter Philipp

re hindurch auch so praktiziert worden. Die Zahl der Besucher lässt sich über die Drehkreuze der Stadion-Verwaltung ziemlich exakt erheben, die ja verpflichtet ist, Aufzeichnungen darüber zu führen. Die Errechnung des Schadens selbst ist nicht so einfach, weil ja darunter Freikarten, Kinderkarten usw. sind. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass diese Praxis der Verrechnung gegenüber dem ÖFB nicht nur bei Sturm gegeben war. Schon weniger Praxis ist der Umstand, dass nach einem Match hohe Funktionäre der Fußballclubs dem Casino einen Besuch abstatten. Hannes Kartnig ist da keine Ausnahme – von ihm weiß man, dass er im Casino mit großen Summen gespielt und jongliert hat. Auch nach internationalen Matches, wo er sich über die fetten Einnahmen klarerweise gefreut hat, weit weniger dann aber über die fetten Verluste im Casino.

Spots

t auf ihn Aufgrund der hohen Schadenssumme von 8 Millionen Euro Steuerhinterziehung und Betrug am ÖFB – bedingte Strafe überhaupt möglich?

Unverständlich So wie der Casino-Besuch selten zur „körperlichen Ertüchtigung“ beiträgt, tun dies auch nicht die Eintrittskarten für die Fußballspiele von Profi-Mannschaften. Die Befreiung der Eintrittskarten von der Steuer ist ein Relikt aus der Urzeit des Fußballs und wirkt wie ein Treppenwitz der Geschichte. Weil damit hoch bezahlte Profis Schwarzgelder kassieren – und dies ziemlich tüchtig. Fragt sich, wie lange der untüchtige Gesetzgeber da noch zusieht. v

Im Vergleich Andrea Herberstein: 5 Monate unbedingt (nicht rechtskräftig) wegen weit geringerer Schadenssumme.

Änderung soll kommen Die Befreiung der Eintrittskarten von der Umsatzsteuer ist im Umsatzsteuergesetz geregelt, das Anfang der 70er-Jahre beschlossen wurde. Dort heißt es im § 6, Abs. 14: „Von den unter § 1 Abs. 1 Z 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei die Umsätze von gemeinnützigen Vereinigungen (§§ 34 bis 36 der Bundesabgabenordnung), deren satzungsgemäßer Zweck die Ausübung oder Förderung des Körpersportes ist.“ Die ursprüngliche Intention: Man wollte vor allem die Amateur-Vereine damit fördern, der reine Profi-Fußball in Öster-

reich war noch nicht wirklich ein Thema. Mittlerweile ist das anders geworden. Es gibt daher auch die Überlegung, die Eintrittskartenerlöse von Sportvereinen mit ProfiBetrieb künftig sehr wohl zu besteuern, nicht aber die „AmateurSektion“, das Ganze also zu teilen. Das ist jedoch letztendlich eine politische Entscheidung, heißt es im Ministerium, die bis jetzt ausgeblieben ist.

Landessprecher Werner Kogler sieht KontrollFunktion der Grünen bestätigt

Sieg über Eurofighter vor Gericht

K

napp 12.000 Euro müssen Gernot und Erika Rumpold innerhalb von 14 Tagen an Werner Kogler bzw. die Grünen überweisen, weil sie beim Obersten Gerichtshof eine Klage verloren haben. Die Rumpolds forderten, dass Werner Kogler per Gerichtsbeschluss verboten werde, im Zusammenhang mit dem Werbeauftrag des Eurofighter-Konzerns EADS im Volumen von rund 6,6 Millionen Euro an die Rumpold’sche KommunikatiKLIPP Februar 2009

Werner Kogler:

ons-PR-Agentur betreffend die Promotion der Eurofighter folgende wörtliche oder sinngemäße Behauptung aufzustellen: Dass 6,6 Millionen Euro in das politische System eingeschleust werden sollten und dass zwei Drittel der Nachweise fehlen, wie die Gelder aus dem Werbeetat verwendet wurden. Dies hat Werner Kogler mehrmals aber auch ausdrücklich in einer TVSendung offen gesagt. Er darf das auch künftig weiter behaupten, weil es richtig ist. Gernot

Rumpold war ja Mitglied der FPÖ und Abgeordneter zum österreichischen Bundesrat, außerdem war er von 1990 bis 2000 Bundesgeschäftsführer der FPÖ. In der Gründungsphase des BZÖ ernannte ihn Haider auch kurzfristig zum interimistischen Koordinator. Rumpolds Werbeagentur war aber auch für die Freiheitliche Partei und das BZÖ tätig. Warum gerade die Agentur der Rumpolds diesen fetten Auftrag bekam? Darauf muss sich jeder

seinen ei- Für Kontrolle und genen Reim Transparenz machen. Bekannt ist aber auch, dass Rumpold Honorarforderungen an die FPÖ hatte. Werner Kogler: „Man sieht, wie wichtig es ist, dass man auf Themen draufbleibt und dass es die Grünen sind, die sich wirklich für die Kontrolle und Transparenz in diesem Land einsetzen.“ Dies werde auch in Hinkunft ein Schwerpunkt sein, da ÖVP und SPÖ vieles zuzudecken versuchen. v 13


COVERSTORY

Der gelernte Österreicher möge sich bitte Folgendes vorstellen: Da bewerben sich 28 Kandidaten um die zwei höchstbezahlten Manager-Jobs in der Steiermark. Aus der objektiven Zaubertüte der 60.000 Euro teuren Ausschreibung gehen mit Oswin Kois und der Französin Cathrin Failliet-Spinner just jene zwei als Sieger hervor, die für EnergieSteiermark-Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Schachner die Favoriten, sprich Wunschkandidaten, waren. So ein Zufall.

DER HERR UND SEIN Ausschreibung des neuen Energie-Steiermark-Chefs zur Farce degradiert. Nur ein Gewinner, Oswin Kois. 14

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Alleingang und Rücktritt Streng genommen, so argumentieren Juristen, hätten die beiden Top-Jobs noch einmal ausgeschrieben werden müssen. Diesen Standpunkt vertrat offensichtlich auch Gottfried Maresch, Humanic-Vorstand. Doch auch das lehnte Schachner ab, Maresch hat daraufhin sein Mandat im Aufsichtsrat der Energie Steiermark aus Protest zurückgelegt. Peter Schachner hingegen zog mit Unterstützung der Franzosen die Entscheidung

durch und hievte somit Oswin Kois in den Chefsessel der Energie Steiermark. Die Kleine Zeitung kürte ihn tags darauf zum „Steirer des Tages“ – wie immer man das verstehen will.

Herr und Diener Es grenzte fast an Übermut, als Oswin Kois in den 90er-Jahren selbstgefällig bemerkte, dass er Peter Schachner durch seine strategische Ader vor so manchem Fettnäpfchen bewahrte. Daneben gab er sich als selbsternannter Entertainer seines nicht gerade heiteren Prinzipals

OSWIN KOIS Geboren: 7. 5. 1951 Geburtsort: Reichenfels (Kärnten) 1977 – 1996 Beamter der Steiermärkischen Landesregierung 1992 – 1996 Bürochef von SPÖ-LandeshauptmannStellvertreter Peter Schachner 1. 6. 1996 Vorstandsdirektor der Steweag Seit 16. 2. 2002 Geschäftsführer der Verbund-Austrian Thermal Power Ab 1. Juli 2009 neuer Vorstandschef der Energie Steiermark

TREUER

DIENER KLIPP Februar 2009

Kailbauer dieser Vorstellung nicht entsprachen – sich als zu eigenständig präsentierten – und Schachner die beiden das spüren ließ, entschlossen sie sich zu keiner weiteren Kandidatur. Nun scheint der Landeshauptmann-Stellvertreter a.D. gleichsam am Ziel seiner Wünsche zu sein, kann er doch fast als „Ober-Vorstand“ agieren. Denn sein ehemaliger Untergebener Oswin Kois wird niemand sein, der sich den Wünschen und Plänen des „großen Vorsitzenden“ entgegenstellt. Möglicherweise haben die beiden sogar deckungsgleiche Ansichten. Kois weiß aus seiner jahrzehntelangen Beamten-Erfahrung, was es heißt, Befehlsempfänger und Diener seines Herrn zu sein. Zu dieser Zeit fütterte er – von einigen Kollegen auch despektierlich als „Polit-Schlitzohr“ bezeichnet – die Medien gezielt mit Geschichten; dem einen das, dem anderen dies, damit jeder irgendwie zufrieden sein konnte.

aus. Damals war er noch Bürochef des LandeshauptmannStellvertreters und viele Jahre gefinkelter Berater und Vollstrecker seines Herrn. Sein allzu früher Abgang sollte sich für Schachner rächen. Eine solche Zeit prägt aber, Peter Schachner zeigte sich in der Tat dankbar. Für ihn als Aufsichtsratsvorsitzenden ist es logischerweise wichtig, eine Vertrauensperson in der obersten Führungsetage der Energie Steiermark zu haben. Nicht zuletzt deshalb, weil die beiden derzeitigen Vorstände Karl-Franz Maier und Franz

Beginn des Aufstiegs SekretärInnen von Politikern werden meist gut versorgt für ihre treuen Dienste. Mit diesem Schicksal musste sich auch Oswin Kois abfinden. Seine große Zukunft und Karriere außerhalb des geschützten Landesdienstes sah er in den 90er-Jahren in der Landes-Hypo-Bank, wo ihn Schachner in der Vorstandsriege unterbringen wollte. Dieser Versorgungsversuch misslang leider, da er die für die Branche nötige Qualifikation – er war ja stets Beamter – nicht aufweisen konnte.

Es kam das Jahr 1996 Die SPÖ berief ihren Mann im Vorstand Werner Klepp wegen Unstimmigkeiten aus der Steweag-Vorstandsetage ab und damit klappte für Oswin Kois der Wechsel vom Hofrat in der Landesregierung ins Strom-Geschäft. Als engster Mitarbeiter und „Ohrwurm“ von Peter Schachner kannte er das politische Geschäft, wusste auch, wie 15

COVERSTORY

Die steirische ÖVP hat sich mental offensichtlich aus dem wichtigen Energie-Sektor verabschiedet. Bei so etwas mache er nicht mit, wehrt sich Schachners Kollege im Aufsichtsrat, Vizepräsident Sepp Binder, so heißt es. Doch er erhielt keine Unterstützung aus seinen Reihen, dass man die erstgereihten sechs Kandidaten zum Hearing einladen sollte. Schachners Lust auf weitere Scharmützel wuchs damit. Bekanntlich verzichtete die zweitgereihte französische Kandidatin Failliet-Spinner, von der Électricité de France entsandt, weil sie nicht von Paris nach Graz übersiedeln wollte. Ein seltsames Spiel, wenn sich jemand bewirbt und dann von vornherein weiß, dass er im Fall des Falles gar nicht seinen Job antreten wird.

Foto: FotoImpulsStyria

Zahnlose ÖVP


COVERSTORY

Intrigen abzuwehren oder zu inszenieren sind. Mit seinem freundlichen, höflichen Auftreten – „Stehe immer zu Diensten“ – schaffte er sich logischerweise auch Sympathien. Er verstand sich als roter Brückenkopf im Strom- und Gasgeschäft, das zu dieser Zeit noch von der Klasnic-ÖVP dominiert wurde.

Die Zentrale der Energie Steiermark (Archiv-Bild) wird zur Zeit für 26 Millionen Euro völlig saniert.

Duftnote und Spuren Die sich durch den EU-Beitritt Österreichs abzeichnende Liberalisierung am Energiemarkt, sprich Marktöffnung, verlangte in der zweiten Hälfte der 90erJahre neue Strategien von den bis dahin trägen Strom-Bossen. Sie agierten sozusagen unter einer Käseglocke, denn bis dahin war das ganze Stromgeschäft, bis zum letzten Haushaltstarif, gleichsam amtlich geregelt, es gab praktisch keinen Wettbewerb. Zum Teil politische Günstlinge und auch unfähige Manager fielen in dieser Zeit nicht sonderlich auf. Die Steweag musste sich vor allem ihre Großkunden sichern, und das war schwer genug.

Einstieg der EdF Der Steweag gelang es, im Zuge der drohenden Liberalisierungswelle mit der EdF wohl den potentesten Partner im europäischen Strommarkt in die Steiermark zu locken. Für damalige Verhältnisse unvorstellbare 5,6 Milliarden Schilling (400 Millionen Euro) legten die Franzosen für 25 Prozent der neu formierten LandesstromGesellschaft „Estag“ auf den Tisch. Logischerweise war Jubelstimmung in der Steiermark angesagt, zumal man auf nicht mehr als 2,1 Milliarden Schilling (150 Millionen Euro) spekuliert hatte. Die Milliarden flossen nicht an das Land als Eigentümer (für Budget und Projekte), sondern blieben in der Estag. Gut für die Franzosen, die als neuer Gesellschafter salopp formuliert damit indirekt ja 100 Millionen Euro bereits wieder in der Tasche hatten. Mit dem vielen Geld ging die Steweag auf Einkaufstour bei den privaten 16

und kommunalen Stromversorgern.

Bauchfleck Auch Oswin Kois wurde dafür eingesetzt, praktizierte jedoch – weil völlig unerfahren und möglicherweise überheblich – einen hörbaren Bauchfleck. Eine Beteiligung an den Stadtwerken in Kapfenberg sollte her, da die rote Gemeinde nach einem strategischen Partner lechzte. Das sollte doch zwischen dem roten Kapfenberger und dem roten Oswin Kois gelingen, dachten sich die Genossen, doch daraus wurde nichts. Das Rennen in Kapfenberg

machten die weit kooperativeren Kärntner. Im Zuge der Liberalisierung versuchte die Steweag, wie bereits gesagt, vor allem ihre Industrie-Kunden zu halten, die jetzt ja Strom überall in Europa einkaufen hätten können. Im Jahre 2000 setzte das SteweagFührungstrio Kois, Zankl, Aumont (Vertreter der EdF im Steweag-Vorstand) einen grundsätzlich richtigen Schritt. Man kaufte von der Voest in Donawitz deren Gasturbine, mit der am Standort in Donawitz Strom und Abwärme erzeugt wurde. Durch einen Contracting-Vertrag verpflichtete sich die Steweag, die

Voest zu beliefern. Der hoffnungsvolle Deal wurde zu einem Desaster. Denn die SteweagCrew kam mit der schwierigen Produktionsmethode nicht zurande, die Gasturbine streikte oft. Die erfahrene alte VoestMannschaft hatte man in die Wüste geschickt. Es folgten Gerichtsprozesse, die die Steweag praktisch alle verlor. Kois und Co. standen somit vor einem Verlust von damals 400 Millionen Schilling (30 Millionen Euro), der natürlich das Unternehmensergebnis auf rot drehte. Verantwortlich für den Riesenflop – natürlich das Führungstrio. Die Voest nahm in der Folge KLIPP Februar 2009


Gehorsam gefolgt

Franz Kailbauer und Karl-Franz Maier: Ihre Verträge als Vorstände der Energie Steiermark laufen im Juli dieses Jahres aus.

die Turbine wieder zurück und produziert seit damals Strom und Abwärme wieder selbst.

Umstrittene Südpol-Verträge Dabei handelt es sich um die stärkere Verschränkung des Verbundes mit der Steweag. Die Transaktion war vom Umfang her richtungsweisend und daher mit der Landesregierung als Eigentümer akkordiert, wollte man doch dem Verbund die Steg entreißen, die schon immer ein Objekt der Begierde war. Auf eine Kurzformel gebracht: Der Verbund verkaufte der Steweag das Steg-Stromnetz und bekam dafür die 43 Wasserkraftwerke der Steweag und das Kohlekraftwerk Mellach auf dem Tablett serviert. An der vom Verbund neu gebildeten Gesellschaft, der „Austrian Hydro Power“, erhielt die Steweag dafür letztendlich 5,3 Prozent, an der „Austrian Thermal Power“ (ATP) 33 Prozent und der Verbund bekam 33 Prozent der Steweag-Steg-Anteile. Heute verteufelt Besserwisser und Vergangenheitswahrsager Peter Schachner diesen Deal, ohne ihn seinerzeit lautstark zu verhindern. Die Vereinbarung wurde von den Holding-Chefs Fehringer, Heinzl und Jeneral im Grundsätzlichen getroffen, die Verträge wurden aber dann von Oswin Kois und seinen Kollegen Zankl und Aumont unterschrieben. Da die Steweag zu dieser Zeit eine Aktiengesellschaft war, taten sie das als völlig weisungsungebundene Vorstände. Und dabei kam KLIPP Februar 2009

es zum wohl verhängnisvollsten Selbstfaller. Ursprünglich hatte man sich beim künftigen Stromliefer-Vertrag mit dem Bund auf die Lieferung zu HerstellerPreisen geeinigt, änderte diese Passage jedoch in eine Lieferung zu Marktpreisen minus einem 5%igen Abzug, weil man der Annahme war, dass die Strommarkt-Preise noch weiter sinken würden. Mittlerweile sind sie bereits drei Mal so hoch und der Verbund verdient sich eine goldene Nase mit den Kraftwerken. Allein diese Vertragsformel, die Oswin Kois und Kollegen zu verantworten haben, kostet die Energie Steiermark bisher 60 Millionen Euro (900 Millionen Schilling).

Gut gepolstert Oswin Kois wurde im Jahre 2001 zu einem der beiden Geschäftsführer der ATP (Austrian Thermal Power) GmbH & Co KG bestellt, da die Energie Steiermark mit dem Verbund sich das Nominierungsrecht für einen Geschäftsführer ausverhandelt hatte. Er sieht es persönlich anders, aber im Prinzip wurde Kois „abgeschoben“, allerdings mit einem gut gepolsterten Trostpflaster. Seine Jahresgage blieb bei 270.000 Euro, auch gewohnte „Goodies“, wie Pensionsvertrag und Dienstauto mit Chauffeur, blieben ihm erhalten. Verbund-Chef Hans Haider zeigte sich allerdings von Kois nicht überzeugt, kritisierte dessen Kompetenz öfters, mobbte ihn sogar, heißt es. Erst als Schachner ihn als seinen besten

Peter Schachner trat im Jahr 2002 – nach der Wahlniederlage des Jahres 2000 und dem Triumph von Waltraud Klasnic – den Rückzug aus der Politik an. Ihm folgte bekanntlich Franz Voves, aufgrund dessen Wahlsiegs im Oktober 2005 Waltraud Klasnic ihren Abschied nehmen musste. Erstmals konnte daraufhin die SPÖ mit Franz Voves den Landeshauptmann stellen und dieser machte Peter Schachner – der als dreifach bezahlter Pensionär zusätzlich etliche lukrative Aufsichtsratsmandate ausübt – zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Energie Steiermark. Laut Bericht der Kleinen Zeitung sollen es sogar mehr als 80.000 Euro pro Jahr sein. Als Peter Schachner, sein alter Chef, Oswin Kois signalisierte, er habe Sehnsucht nach seinen Diensten und wolle ihn im Vorstand der Energie Steiermark sehen, folgte Oswin Kois wie immer gehorsam diesen Rauchzeichen und wurde auch nicht enttäuscht. Am 9. Februar setzte Peter Schachner im Aufsichtsrat seine Bestellung zum Vorstandsdirektor der Energie Steiermark durch. Da die zweitgereihte Französin wie gesagt ihre Berufung nicht annimmt, muss der zweite Vorstandsjob noch einmal ausgeschrieben werden – eine bis jetzt nie praktizierte Vorgangsweise, da die Vorstände immer gemeinsam ausgewählt und berufen worden waren.

Vorläufiges Happy End Danach sah es für Oswin Kois im Jahr 2004 nicht aus. Er kam bei der Ausschreibung für die Vorstandsetage nicht einmal auf die so genannte Shortlist (in die engere Wahl). Die international renommierte Headhunter-Company „Spencer & Stuart“ bekam von den Interims-Vorständen Ditz, Schachner, Aumont den Auftrag, die 60 leistungsstärksten Manager in der Energie Steiermark zu bestimmen – in so ge-

nannte „Potentials“ und „High Potentials“ zu unterteilen. Oswin Kois war nicht unter den „Talenten“. Möglicherweise ein Grund, dass Peter Schachner (damals Mitauftraggeber) diesmal nichts riskieren wollte, Oswin Kois eine Blamage ersparen wollte und sich dagegen aussprach, die sechs bestgereihten Kandidaten zum Hearing zuzulassen. Nun ist Oswin Kois am Ziel seiner Wünsche und auch Peter Schachner bekam, was er wollte, seinen treuen, folgsamen Diener zurück an seine Seite. Mit dem biegsamen Oswin Kois wird es ihm ein Leichtes sein, den vor zwei Jahren geplanten weiteren Einstieg des Verbundes in die Energie Steiermark durchzusetzen, den er zuvor (siehe Verkauf der Wasserkraftwerke) nachträglich als unsinnigst kritisierte. Und damit wäre er mit der Energie Steiermark in der Lage, Franz Voves für die kommende Landtagswahl rund 400 Millionen Euro rüberzureichen, die dieser für das Landesbudget 2011 dringend benötigt. Aufgrund der schweren Wirtschaftskrise möglicherweise schon früher.

220.000 Euro Pension Keine Sorge ums „Gerstl“ muss sich Neo-Vorstandschef Oswin Kois machen, der seinen Job im Sommer dieses Jahres antreten wird. Mit zumindest 217.000 Euro verdient er zwar künftig etwas weniger als bei der Verbund-Austrian Thermal Power, deren Mehrheitseigentümer Verbund die Manager auf zweiter Ebene schon seit Jahrzehnten fürstlich entlohnt. Für die meisten Menschen ist ja die Zukunftsvorsorge die wichtigste Herausforderung und die größte Sorge. Und da muss man sich um Oswin Kois zum Glück keine Sorgen machen. Denn schon heute hat er nach nur 13 Jahren Tätigkeit in der Strom-Wirtschaft einen Pensionsanspruch von sage und schreibe 220.000 Euro. Damit sollte er, als eher knauserig und sparsam bekannt, doch über die Runden kommen. Oder? ❖ 17

COVERSTORY

Sekretär, den er hatte, verteidigte, unterließ Haider weitere Attacken.


WIRTSCHAFT

Nach Aus für Druckerei von Let’s Print Graz: Arbeitslose, harsche Kritik an Voves und Co.

VERBITTERT … Ein Lokal in Graz, um den Tisch herum vor kurzem freigestellte Mitarbeiter des Let’s-Print-Druckkonzerns, an dem die steirische SPÖ bis vor wenigen Monaten noch Mehrheitseigentümer war, aber auch jetzt noch als größter Einzelgesellschafter mit 48 Prozent die relative Mehrheit hält. Rund 500 Jahre Betriebszugehörigkeit sitzen da um den Tisch.

D

er Standort Graz, so heißt es, wurde zugunsten von Hoce in Slowenien und Neudörfl (Burgenland) ausradiert. „Der größte Kapitalist hätte nicht kaltschnäuziger vorgehen können“, herrscht Verbitterung bei den Arbeitslosen. Scheibchenweise hat das Management der Leykam Medien AG, heute Let’s Print, mit Duldung und Zustimmung des Mehrheitseigentümers, der steirischen SPÖ, sprich ihres Vorsitzenden Franz Voves, die insgesamt 260 Beschäftigten in Graz abgebaut und vor wenigen Wochen die Produktion endgültig eingestellt.

Ohne soziales Gewissen Ein ehemaliger Angestellter aus dem mittleren Management, seit mehr als 25 Jahren im Unternehmen gewesen: „Nicht, weil’s wirtschaftlich schlecht gelaufen ist, sondern sie haben den Standort Graz zugunsten von Hoce in Slowenien systematisch ausgedünnt.“ Zusatzbemerkung eines anderen: „Ohne soziales Gewissen, nur aus einer Geldgeilheit, von sozialdemokratischer Unternehmensführung oder Gesinnung keine Spur.“ Und in diesem Zusammenhang kommt auch großer Ärger über 18

hat das auch ein leider zahnloser Betriebsrat.“ Zwischen der Expansion des Standortes in Hoce bei Marburg und dem Abbau in Graz sehen die freigestellten ehemaligen Leykam-Mitarbeiter einen direkten Zusammenhang. Druckaufträge (und auch Maschinen) wurden intern nach Hoce verlagert. Etliche große Kunden seien gar nicht informiert gewesen, weil man fürchtete und zum Teil auch wusste, dass sich daraus Probleme ergeben könnten.

Einige Beispiele ● So wurde die AK-Zeitung (mehr als 600.000 Stk. Auflage) mehrmals in Hoce gedruckt. Als dies durchsickerte, gab es einen Skandal. Parteichef Voves: Steirische SPÖ ist über ihre Stiftung Mehrheitsgesellschafter des Let’s-Print-Druckkonzerns.

Landeshauptmann Franz Voves und die SPÖ auf. Dieser stelle sich hin und prangere andere Unternehmen an, die in der Krise Leute freisetzen und Betriebe schließen und lasse dies als oberster Eigentümer-Vertreter beim SPÖ-nahen Druckkonzern ebenfalls zu, wo er wirklich Möglichkeiten hätte, einzuschreiten. Ein langjähriger Leykam-Mitarbeiter: „Der traut sich so was zu sagen, obwohl er mitverantwortlich dafür ist, dass wenige Wochen vorher eine Druckerei geschlossen worden ist und Leute damit auf der Straße stehen, in der die SPÖ Mehrheitsgesellschafter ist. Möglich gemacht

● Produkte für deutsche Großkunden wurden in Slowenien gedruckt, mussten in Graz umund nachverpackt und mit anderen „Papieren“ versehen werden, damit es der Kunde nicht merken sollte. ● Auch bei der internen Verrechnung von Leistungen – diese wurden zwischen Hoce und Marburg sozusagen hin und her bzw. gar nicht gebucht – sahen die Grazer schlecht aus. Das Management, an der Spitze mit den Verantwortlichen Alfred Annawitt und Michael Steinwidder sowie Franz Tinnacher, war an der Leykam-Druck-Tochter in Hoce auch beteiligt, nach dem Kauf und der Fusionierung mit Elbemühl zu Let’s Print damit auch am Let’s-Print-Kon-

Wer im Glashaus sitzt … Die Schließung des Pilkington-Werkes in Eisenerz und das Aus für den Otto-Versand in Kalsdorf, so LH Voves nach einer Regierungssitzung im ORF-TV „Steiermark Heute“, würde unter dem Deckmantel der Wirtschaftskrise erfolgen und das dürfe in Zukunft nicht mehr passieren. „Unglaubliche Sanktionen“, so Voves wörtlich, „sollten es verhindern. Unternehmen, die in Europa so vorgehen in Zukunft, zahlen das Dreifache der Gewinne der letzten drei Jahre an Sanktionen, und mit dem (Geld) schauen wir, dass die Menschen wieder einen Job haben. Und wenn du es nicht zahlst, bist du in Europa nicht mehr erwünscht. Alles Gute, nimm ein Coca Cola mit und schleich dich.“ Neue Spielregeln in der Wirtschaft, so Voves weiter, seien dringend nötig, aber das sei natürlich ein internationaler Prozess, trotzdem wolle er aber als Landeshauptmann dazu nicht schweigen: „Da kömma wegschauen, aber wegschauen und sagen, was will denn die Mickey Mouse von einem steirischen Landeshauptmann, der das Thema anspricht. Ja, er (Voves meint sich selbst) ist eine Maus in diesem Thema. Aber wenn Politikerinnen und Politiker nicht langsam bereit sind, das Thema anzusprechen, dann gehen wir auf eine Gesellschaft zu, die mit humanistisch, menschlich überhaupt nichts mehr zu tun hat.“

KLIPP Februar 2009


Viele sind deprimiert

Druckerei in Graz: vor wenigen Wochen für immer geschlossen, ehemalige Beschäftigte erbost darüber.

zern. Vor einem halben Jahr verkauften sie ihre Anteile (Anton Schubaschitz eingeschlossen, er hält noch 10 Prozent) um sage und schreibe rund 22 Millionen Euro. Die Dimension in Schilling zeigt den goldenen Deal: Es sind 300 Millionen! Im Vergleich zum Erlös hat das Management einen Pappenstiel dafür eingesetzt. Alfred Annawitt ist seit 31. Dezember 2008 in Pension, sein Kollege Michael Steinwidder stieg zum Vorstandsvorsitzenden der Let’s Print auf.

Die Grazer arbeiteten gut „Ohne unsere gute Arbeit in Graz und die Erträge daraus hätte sich Leykam nie in Slowenien

entwickeln können, hätte man nie in Wiener Neustadt Guttenberg, in Burgenland Elbemühl kaufen bzw. sich beteiligen können“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter aus dem Management. Eine für Graz nachteilige Entscheidung war, als die Krone ihre Druckkooperation mit Leykam beendete und in St. Andrä in Kärnten eine neue Druckerei errichtet wurde. Landeshauptmann Jörg Haider hatte dort großzügigere Förderungen versprochen, die allerdings bis heute nicht wirksam wurden, weil auch die BeschäftigtenZahl geringer blieb als vereinbart. Eine geschmeidigere Verhandlungsstrategie, auch im Sinne der Belegschaft, hätte das höchstwahrscheinlich verhindern können, da die Krone nicht wirklich begeistert war von der Übersiedlung.

LET’S-PRINT-AG Eigentümer:

48 Prozent Stiftung der steirischen SPÖ, 42 Prozent Private Equity Tochter der Erste Bank, 10 Prozent Troubleshooting GmbH von Anton Schubatschitz. Druckstandorte: Neudörfl (Burgenland), Hoce (Slowenien), Müllendorf, Graz (geschlossen) Beschäftigte: ca. 300 Umsatz: 200 Millionen Euro

KLIPP Februar 2009

Brand in Neudörfl Der verheerende Brand im Jahr 2007 in Neudörfl im Burgenland mit einer Schadenssumme von 70 Millionen Euro – er war durch die Versicherung gedeckt

Die ehemaligen Mitarbeiter führen auch noch viele andere Punkte für den Standort Graz ins Treffen und logischerweise sind viele deprimiert. „Wie immer, uns arme Schlucker, die letzten beißen die Hunde.“ Chancen auf eine vernünftige, adäquate Arbeit gibt es praktisch kaum. Wenn man über Jahrzehnte 2.000,– Euro verdient habe, dann gehe man nicht für 900,– oder 800,– Euro irgendwohin.

Michael Steinwidder (l.) und Alfred Annawitt (SPÖ-nahe) kassierten für den Verkauf von Let’s-Print-Anteilen über die SPÖ-Stiftung rund 10 Millionen Euro.

– wurde zusätzlich zum Schließungsbeschleuniger für den Standort Graz. Der Wiederaufbau erfolgte klarerweise mit neuesten noch leistungsfähigeren Druckmaschinen und daher wollte man sich des Grazer Druck-Standortes noch rascher entledigen. Die Argumente der Konzernführung, so die ehemaligen Mitarbeiter, man habe ihnen ja das Angebot gemacht, an die Stand-

Graz hätte genügend Aufträge gehabt, auch etliche Einsparpotenziale, doch das wollte im Management niemand hören. „Weil sie Graz einfach schließen wollten.“ In diesem Jahr gibt’s die Europawahl, im kommenden die Landtagswahl. „Die werden sich noch anschauen“, so die Drohgebärde der ehemaligen Stammwähler in Richtung SPÖ und LH Franz Voves. ❖ 19

WIRTSCHAFT

orte Hoce oder Neudörfl zu wechseln, seien nur für einige eine realistische Variante gewesen. Nach Neudörfl im Burgenland (rund 160 km von Graz entfernt) könne man nicht pendeln. Nach Hoce in Slowenien wäre es von der Entfernung her möglich. Aber schon jetzt muss da auf dem Papier jongliert werden, weil ein Österreicher nicht mehr als 180 Tage im Jahr in Slowenien arbeiten darf, andernfalls er sich dort ansiedeln muss. Da gäbe es schon jetzt eigenartige Konstruktionen auf dem Papier.


Ko m m en ta r

Finanzkrise und kein Ende

Drei Fragen – niemand kann sie beantworten

W

ie tief wird die Krise und Rezession sein, wie lang dauert sie, wie kommen wir am schnellsten wieder raus? 3 Fragen – niemand der Experten kann sie beantworten. Ich stelle mir die Wirtschaft, laienhaft definiert, wie ein Gebäude vor. Oben wird es immer mehr aufgestockt, wächst immer mehr, wird zum Hochhaus. Weil man weiß und merkt, dass man mit den obersten Etagen mehr Profit machen kann. Das Ding wächst und wächst, bis die Frage auftaucht, ob die Fundamente da überhaupt das Ganze tragen. Das alles droht zusammenzubrechen. Es beginnt zu bröseln, die Profite ganz oben ruinieren das Leben ganz unten, weil die Grundmauern unten die Last nicht mehr halten.

Was ist aber die Folge daraus? Wenn man mehr in die Finanzen als in die Produktion investiert, dann steigt die Arbeitslosigkeit und das Wirtschaftswachstum real geht zurück. Es ist eine zentrale Fehlentwicklung, wenn das 20

Gewinnstreben der Unternehmen sich von den Gütermärkten, von der Innovation auf die Finanzspekulation verlagert. Es gibt auch in der Realwirtschaft eine vernünftige „realwirtschaftliche Spekulation“, aber da wird der Kuchen größer – für alle – im Suchen nach mehr Gewinn. In der Finanzwirtschaft und am Finanzmarkt wird er nur umverteilt. Am Ablauf der Krise lässt sich studieren, welche Mechanismen in der Welt der Derivate und der Hedge-Fonds am Werke sind. Und warum die neuen „Segnungen“ der Kapitalmärkte stets neue Krisen hervorbringen werden. Immerhin ist daran zu erinnern, dass die neue Finanzpolitik, seitdem sie grassiert, kaum mehr als drei Jahre in Folge ohne große Unfälle überstanden hat. Und von diesen verdienen es fast alle, in die Chronik der Wirtschaftsgeschichte einzugehen: 1987 der denkwürdige Börsenkrach; 1990 der Zusammenbruch der „Ramschanleihen“ („Junk-Bonds“) und die Krise der US-amerikanischen

Sparkassen („Savings and Loans“); 1994 der Verfall der USStaatsobligationen; 1997 die erste Phase der internationalen Finanzkrise (die vor allem Thailand, Korea und Hongkong betraf), gefolgt von der zweiten Phase 1998 (die Russland und Brasilien erfasste); 2001 das Platzen der Internetblase und anschließend die Krise der New Economy, die sich noch bis 2003 hinzog.

Kettenreaktionen einer entfesselten Spekulation Denn unweigerlich trifft der Crash der Märkte zunächst die Banken, also den Kreditmarkt, dann die Investitionen und das Wirtschaftswachstum und am Ende die Arbeitsplätze. Am ärgsten geschwächt sind nach dem Finanzrausch die Haushaltskassen der Beschäftigten, wenn es darum geht, die Schulden zu begleichen. * Die von den US-Kreditmärkten ausgehende Krise veranschaulicht idealtypisch die fatalen Kettenreaktionen der entfesselten Spekulation. Wie bei einer Parade führt sie uns

erneut das toxische Arsenal des Finanzkapitals vor. Es sind immer wieder dieselben Erscheinungen, die stets in derselben Phasenabfolge auftreten: Erstens das „Ponzi-Gesetz“ der Spekulation; zweitens ein leichtfertiges Risikoverhalten auf dem Gipfel des Finanzzyklus; drittens die strukturelle Anfälligkeit gegenüber minimalen Veränderungen des ökonomischen Umfelds und der Katalysatoreffekt lokaler Zusammenbrüche, der den Wandel des Wirtschaftsklimas beschleunigt; viertens die Neigung zur überstürzten Revision bisheriger Einschätzungen; fünftens die Ansteckungsgefahr, wenn Misstrauen und Zweifel weitere Marktsegmente erfassen; sechstens die Schockwirkung auf die Banken, die sich bei der Kreditvergabe am stärksten exponiert haben; siebtens die Gefahr einer Systemkrise, also eines Zusammenbruchs der globalen Finanzmärkte und einer nach den allfälligen Kreditrestriktionen sich ausbreitenden Rezession. Worauf in der Regel ein Hilferuf an die Adresse der Zentralbanken ergeht, und zwar ausgerechnet von den fanatischen Verfechtern der freien Privatinitiative. Und da sind wir nun angelangt. Die Schläge der Globalisierung müssen die Herren Treichl, Konrad, Fabisch, Hampl, Scharinger und Co erst schmerzhaft treffen, bevor man aufhört, sie als „Glück bringend“ zu empfinden. v J.L. * Quelle: „Crash statt Cash“ (OGB Verlag), Frédéric Lordon „Die Mechanik der Immobilienkrise“

KLIPP Februar 2009


Fotos: Annalena Haupt

Das Team: Rath & Partner: Georg Siarlidis, Manfred Rath, Martina Colimprain, Farid Beglari, Karl Peter Resch, Julia Pichler, Martin Sudi und Gunther Ledolter (v.l.)

Neue Strukturen Vier Rechtsanwälte und vier Rechtsanwaltsanwärter Im neuen Jahr ist die Kanzlei Rath & Partner noch stärker vertreten und bietet ihren Klienten neue Strukturen.

Infos: Kanzlei Graz: Friedhofgasse 20, 8020 Graz Kanzlei Knittelfeld: Gaaler Straße 5, 8720 Knittelfeld Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 E-Mail: law-office@rath-partner.at

KLIPP Februar 2009

Sudi, Georg Siarlidis, Martina Colimprain und Julia Pichler. „Dadurch decken wir alle Bereiche des komplexen Rechtssystems für unsere Klienten perfekt

ab“, bringt es Manfred Rath auf den Punkt. „Eine umfassende Betreuung in Graz und Knittelfeld, ein echter Vorteil für unsere ­Klienten.“ v

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ie Kanzlei Rath & Partner geht seit Jänner 2009 neue Wege. Mit neuen Partnern und einem weiteren Standort in Knittelfeld wurden neue Strukturen geschaffen. „Es war ein wichtiger Schritt“, unterstreicht Manfred Rath die Entscheidung zum Zusammenschluss mit der Kanzlei von Karl Peter Resch, die dieser vor vier Jahren in Knittelfeld gegründet hat. „So können wir unsere zahlreichen Klienten in der Obersteiermark noch besser betreuen“, freut sich Rath. Komplettiert wird die Anwaltsriege durch Gunther Ledolter und Farid Beglari. Verstärkt wird das Team am Standort Graz durch die Rechtsanwaltsanwärter Martin

Anwalts-Quartett: Manfred Rath, Gunther Ledolter, Karl Peter Resch, Farid Beglari (v. l.)

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Frau Minister Gnadenlos Der Volksmund hat ein untrügliches Gespür dafür, wenn er Persönlichkeiten einen treffenden Vulgonamen verpasst. Baumeister Richard Lugner ist einfach der „Mörtl“, die Law-and-Order-Frau Maria Fekter, mittlerweile immerhin zur Innenministerin aufgestiegen, wird aufgrund ihrer familiären Herkunft auch „Schottermitzi“ genant, neuerlich auch Frau Minister Gnadenlos. Und jeder macht sich damit ein Bild, welcher Zuschnitt und welche Qualität damit zum Ausdruck kommen soll.

S

ie lasse sich von den ­rehleinbraunen Augen der 15-jährigen Arigona Zogaj nicht beeindrucken, sondern müsse dem Rechtsstaat zu seinem Recht verhelfen, verlautbart sie zum leidigen Asylfall der Familie Zogaj. Eine wirklich heroische Tat, wenn da die „Schottermitzi“, aber auch der Vizekanzler der Republik Österreich und auch der Kanzler den Rechtsstaat gegen ein so kleines Würschtel von Asylanten erfolgreich verteidigen. Gegen eine Familie, die seit 15 Jahren sozial integriert in Österreich lebt und ein einziges Manko hat: Dass ihr Asylverfahren sich über Jahre hinschleppte und sie heute damit abgeschoben werden könnte. Bravo, bravo Frau Minister, vulgo „Schottermitzi“. Wo kommen wir da hin, wenn das jeder so macht? Dann geht der Rechtsstaat vor die Hunde, heißt es.

den manche meinen, Schwarzafrikaner, die der Rechtsstaat in Österreich noch weniger lieb hat, wie auch der jüngste Polizeiübergriff, oder sagen wir besser irrtümlicher Übergriff, beweist.

Ende des Rechtsstaats Wo kommen wir denn da hin? Wenn wir bei den Zogajs ein Auge zudrücken, dann kann ja jeder kommen. Und wo endet dann unser Rechtsstaat? Das ist das bewährte Totschlag-Argument, wenn Politiker auf stur stellen. Nur so nebenbei: Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder morgen zur Bank geht und

sein Geld abheben will? Dann kollabieren alle Banken. Zum Glück und nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit passiert das nicht. Stellen Sie sich vor, wo kommen wir da hin, wenn jeder alkoholisiert auf der Straße unterwegs wäre? Auch in einem Rechtsstaat sollte immer der Mensch im Mittelpunkt stehen, selbst dann, wenn er zwar gegen eine Verordnung verstoßen hat, aber sein Handeln Land und Leuten keinen Schaden zufügt.

Selber schuld Die drei Selbstmordversuche der Mutter sind für die Frau

Keine Schwarzafrikaner Weil Finanzkrise ist – da gäbe es viele Möglichkeiten, den Rechtsstaat zu schützen, dem Rechtsstaat zu seinem Recht zu verhelfen oder dass der Rechtsstaat zum Durchbruch kommt, was immer das heißt. Wie gut muss unser Rechtsstaat sein, wenn schon die Zogajs ihn zugrunde richten können? Dabei sind die nicht einmal, so wür22

Seit Monaten immer wieder in den Schlagzeilen: Das Schicksal der Familie Zogaj.

Foto: BM.I – E. Weissheimer

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Ministerin Maria Fekter, vulgo „Schottermitzi“, und ihr Verständnis zum Rechtsstaat

Maria Fekter: scharfzüngige, konservative Hardlinerin.

Minister, vulgo „Schottermitzi“, kein Grund zur Milde, wie die rehbraunen Äuglein es auch nicht sind. Sollte der vierte anders ausgehen – selber schuld. Exkanzler Alfred Gusenbauer wollte gemeinsam mit dem oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer eine menschliche Lösung finden. Also das steht offensichtlich nicht mehr zur Diskussion. Dass eine solche aber möglich ist, das bewies in dutzenden Fällen der verstorbene Bürgermeister Helmut Zilk. Dieser sagte zu seinem Beamten: „Ich hab’ nun gehört und erfahren, warum’s nicht geht, ich bitte Sie, mir in einer Stunde zu sagen und eine Lösung zu finden, wie die Sache rechtlich und menschlich dennoch vertretbar ist.“ Und auch im Falle der Familie Zogaj gäbe es auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit eine „Zilk-Lösung“: Nämlich ihnen das humanitäre Bleiberecht – hat mit dem Asylverfahren nichts zu tun – zu gewähren. Mit einem Federstrich wäre das zu entscheiden. Wenn Maria Fekter den Rechtsstaat bewahren will, dann müsste sie wahrscheinlich zahllose Mitarbeiter der Caritas und anderer Hilfsorganisationen vor Gericht stellen, weil diese gegen Verordnungen, Gesetze und Bestimmungen nur desKLIPP Februar 2009


Karriere Geboren: 1. Februar 1956 in Attnang-Puchheim Studium: Jus und Betriebswirtschaft 1986 Gemeinderat in Att­ nang-Puchheim 1990 Mandat im Nationalrat und Staatssekretärin für Bauten und Tourismus im Kabinett Vranitzky III 1994 Justizsprecherin der ÖVP im Parlament Hardliner-Position zum „Homosexuellen-Paragraphen“, zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft und zur Abschiebung straffällig gewordener Ausländer 2006 Volksanwältin und VPFraktionschefin im Eurofighter-Ausschuss 2008 folgt sie Günther Platter als Innenministerin Ihren Spitznamen „Schottermitzi“ verdankt sie der Tätigkeit im elterlichen Betrieb für Kieswerke und Transportbeton, wo sie auch als Geschäftsführerin fungierte. Fekter, eine leidenschaftliche Golfspielerin, ist verheiratet und hat eine Tochter.

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WK Steiermark: Große Herausforderung für Ulf Hainzl

Regina Friedrich gab Weg frei

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egina Friedrich galt als Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer als die Favoritin für die Nachfolge von Präsident Peter Mühlbacher im Jahr 2010. Fast zeitgleich mit dem entscheidenden Nominierungsgespräch im ÖVP-Wirtschaftsbund – er bestimmt den künftigen Kandidaten – war ­Regina Friedrich (Frikus) mit Hochzeitsvorbereitungen befasst. Seit kurzem sind sie und der Grazer Unternehmer Thomas Gebell (Alpenschild) ein Paar.

Es gibt offensichtlich eben noch wichtigere Bereiche als öffentliche Funktionen, und nicht zuletzt deshalb machte sie den Weg für Ulf Hainzl frei. Es war dennoch eine schwere Geburt, denn von Seiten der Industrie wollte man Manfred Kainz auf dem Präsidenten-Stuhl sehen. Was einige im Wirtschaftsbund natürlich zum Nachdenken gebracht hat, ist, dass bei diesem Ringen um die MühlbacherNachfolge Gräben aufgerissen wurden. Ulf Hainzl war der Favorit von Wirtschaftsbund-

Obmann Christian Buchmann, seines Zeichens bekanntlich auch der Finanz- und Wirtschaftslandesrat. Dieser war viele Jahre in Diensten der Wirtschaftskammer, als solcher auch in Graz-Stadt tätig, wo auch Hainzl herkommt. Buchmann denkt natürlich in Kategorien der Wirtschaft, das Manko allerdings aus Sicht seiner Kritiker: Es sei einmalig, dass ein Nichtunternehmer die Interessenvertretung der ÖVPUnternehmer in der Steiermark anführe. v

Steirische Grüne bereiten sich auf Landtagswahl 2010 vor

Neue Gesichter im Klub

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ei den Grünen wird Edith Zitz ab 2010 nicht mehr im Landtag sitzen, denn sie zieht sich aus der Landes­politik zurück. Ihr Ausscheiden macht klar, dass es bei den Grünen für die nächste Landtagswahl eine neue Formation mit neuem/r SpitzenkandidatIn geben wird. Bei der Landtagswahl im Jahre 2005 blieben die Grünen mit Klubchefin Ingrid Lechner-Sonnek als Spit-

zenkandidatin doch klar hinter ihren Erwartungen zurück. Im abgelaufenen Jahr 2008 haben sie aber bei der Grazer Gemeinderatswahl mit Lisa Rücker, die von vielen unterschätzt worden war, sogar die Regierungsbeteiligung geschafft. Und darauf hofft auch Werner Kogler, Grüne-Landessprecher, dass das auch im Land mit einem neu formierten Team zu schaffen sein könnte. v

Grazer FPÖ mit Neo-Stadtrat Mario Eustacchio

Versuch einer Image-Korrektur

V

ersorgungsängste hat Susanne Winter, die FPÖ-Politikerin, nicht. Die Kurzzeit-Stadträtin in Graz ist aber mittlerweile ins Wiener Parlament „abgeschoben“ worden, wo sie als Nationalratsabgeordnete auf den hintersten Bänken Platz nehmen hat müssen. Glücklich ist die FPÖ mit Susanne Winter offensichtlich nicht mehr. Sie hat im Vorjahr kurz vor der Grazer Gemeinderatswahl mit ihrer Kinderschänder-Bemerkung über Mohammed für na-

tionalen und internationalen Wirbel gesorgt, der einen wochenlangen Polizeischutz für sie selbst und ihre Familie nötig machte. Winters verbale Rülpser werteten, wie man weiß, auch etliche Parteifreunde als überzogen und unangebracht. Mittlerweile ist es ziemlich still um den kurzzeitigen Medienstar geworden und auch ihr Prozess in Graz – sie wurde wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren verurteilt – ging medial fast unter. Winters Politkarriere hat ganz offensichtlich

einen Knick bekommen. Umso präsenter ist Mario Eustacchio, der neue kommende starke Grazer Mann in der FPÖ. Seit wenigen Monaten ist er auch Stadtrat und als solcher Nachfolger von Susanne Winter. Als ehemaliger Banker (Krentschker) weiß der, wie man um Kunden wirbt bzw. wie man mit Wählern umzugehen hat, auch wenn sie nicht zur FPÖ tendieren. Eustacchio ist geschmeidig und versucht mit seinem verbindlichen Auftreten, das Image der Grazer FPÖ zu polieren. v 23

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halb verstoßen haben, um Menschen in Not zu helfen. Doch es ist immer heldenhaft, auf militante Art den Rechtsstaat am kleinen Hendldieb zu schützen und seine Macht exemplarisch zu vollziehen. Weit weniger militant zeigten sich die Frau Minister Gnadenlos und ihr Vorgänger Platter (jedes Wortspiel ist gedanklich verboten), als es um den ­Verdacht Schmiergeldzahlungen, Korruption, Beamtenbestechung und grausliche andere Dinge im Eurofighter-Ausschuss ging. Da konnten die beiden nicht wirklich zur beabsichtigten Wahrheitsfindung oder zur Aufklärung beitragen und wussten mit handfesten Hinweisen und Unterlagen nichts anzufangen. Die Proponenten dort hatten, soweit das nachvollziehbar ist, allerdings keine rehleinbraunen Äuglein. v


Foto: Jenbacher/IV

DIe SacKGaSSe IST nUn

Foto: kk

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MIT DeM neUen MODeLL „LehRe MIT MaTURa“ eRGeBen S

Als Lehrling beginnen und mit dem Magister der Fachhochschule oder an der Uni die Ausbildung abschließen. Die Chancen dazu sind heute größer denn je und auch Unternehmen erkennen diese Möglichkeiten. Ein Lehrplatz allein ist die Minimalchance, ein steiler Karriereverlauf die große Chance. „Die Lehre ist längst keine Sackgasse mehr, sie ist weit offen“, sieht WifiChef Peter Hochegger völlig neue Perspektiven in der Lehrlingswelt.

WK-Präsident Mühlbacher: „… erfolgsstraße für junge Menschen.“

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D

ie Entscheidung, welchen beruflichen Werdegang man wählen soll, ist sicher keine leichte. Zu viel Einfluss aus der Umgebung und zu wenig Informationen über diverse Möglichkeiten führen oft dazu, dass verborgene Talente ungenutzt bleiben. Schule oder Lehre? Früher hat das eine das andere fast ausgeschlossen. Heute ist das nicht mehr so, denn das Land Steiermark fördert und unterstützt diejenigen, die sich zum Facharbeiter ausbilden lassen, und noch mehr diejenigen, die zusätzlich einen höheren Bildungsweg wählen. „Handwerk hat gerade in Zeiten einer Krise noch immer goldenen Boden; und angesichts der Tatsache, dass die geburtenschwächeren Jahrgänge jetzt kommen, wird es immer wichtiger, jungen Menschen eine Lehre ans Herz zu legen“, macht Wirtschaftskammerpräsident Peter Mühlbacher aufmerksam. Aber nicht nur die Regierung ist bestrebt bestens qualifizierte Facharbeiter aus jungen Menschen zu machen.

Auch die Wirtschaft tut viel dafür. Oft sind es aber die Eltern, die sich ihre Kinder lieber auf der Schulbank vorstellen als an einer Maschine in einem Unternehmen oder gar auf der Baustelle bei Hitze oder Kälte.

Kinder sollen es besser haben So auch Frau Stuhlhofer. Sie hat zwei Söhne und natürlich wollte sie, wie viele andere Mütter auch, dass es ihren Kindern einmal „besser geht“, und hat schon früh versucht, den Buben eine höhere Schulausbildung schmackhaft zu machen. Sicher auch deshalb, weil sie selber gerne diesen Weg gegangen wäre, es ihr aber vom Elternhaus nicht ermöglicht wurde. Der ältere, Stefan, hat sich nicht sonderlich bemüht und so stand schon sehr früh fest, dass er eine Lehre als Tischler absolvieren wird. Nun lag ihre ganze Hoffnung beim zwei Jahre jüngeren Bruder, Christian, der auch immer bekundet hat, dass er die HTL besuchen wolle. Die Mutter

unterstützte ihn natürlich in jeder Hinsicht. Doch einige Monate bevor er die Schule wechseln sollte, verkündete Christian, wie toll der Beruf als Maurer sein soll, wie gut er da verdienen würde und dass er diesen erlernen werde. Frau Stuhlhofer war entsetzt und versuchte mit viel Überzeugungsarbeit und schlussendlich mit Drohungen das Kind umzustimmen. Doch Christian setzte sich durch – und was das Wichtigste an der Geschichte ist: Sowohl Stefan als auch Christian sind sehr zufrieden in ihren Berufen. Stefan ist

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n SIch nOch BeSSeRe chancen FÜR JUnGe MenSchen

Foto: www.clariant.ch

Foto: Schubert/IV

bereits fertig mit der Lehre und hat keine Ambitionen, die Schulbank noch einmal zu drücken, doch Christian hat noch mehr als ein Jahr und überlegt jetzt, neben der Lehre die Matura zu machen.

Mühlbacher: heute ist es einfacher

Foto: Opel

Und das ist mit dem neuen Berufsreifegesetz auch kein Problem. „Jeder Lehrling hat heute die Möglichkeit, in seiner Freizeit die Maturavorbereitung zu machen und die meisten Betriebe unterstützen das auch. Na-

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Foto: Rupert Fertinger

n VeRGanGenheIT

türlich gab es früher auch Ausnahmen, die das geschafft haben, heute ist es aber wesentlich einfacher“, sagt Mühlbacher. Der Ausbildungsleiter von Spar, Josef Huber, schildert die Vorteile: „Je mehr Allgemeinwissen Mitarbeiter haben, umso mehr Möglichkeiten ergeben sich für das Unternehmen. Mit Lernen entwickeln Menschen eine andere Art zu denken und sind fähig, sich auf Veränderungen und die Schnelllebigkeit unserer Zeit besser einzustellen.“

gibt zusätzlich die Möglichkeit, nach Absprache mit dem Lehrbetrieb die Matura in einer neuen Form zu machen. Alle Varianten werden zur Gänze vom Bundesministerium gefördert. Voraussetzung ist ein aufrechtes Lehrverhältnis und dass zumindest ein, aber maximal drei Module vor der Lehrabschlussprüfung gemacht werden. Dadurch ergeben sich für den jungen Menschen wesentlich mehr Berufschancen oder die Möglichkeit eines Studiums.

Lehre mit Matura

Schlechtes Image

Um Ausbildung noch attraktiver zu machen, liegt nun ein neues Modell von Bildungslandesräting Vollath – „Lehre mit Matura“ – gerade zur Prüfung beim Bundesministerium und soll spätestens im Herbst in Kraft treten – angelehnt an das Modell in Kärnten. Dort können Lehrlinge schon seit drei Jahren an einem Tag in der Woche die Maturavorbereitung machen, die Lehrzeit verlängert sich um diese Tage. Das Pilotprojekt, das sich über vier Jahre erstreckt,

Leider hat die Lehre noch immer ein schlechtes Image. Wobei die Situation am Land etwas besser ist als in der Stadt. „Unsere Lehrlinge nehmen oft weite Wegstrecken in Kauf, denn viele kommen aus Deutschlandsberg, Leibnitz oder Gleisdorf. Leider haben wir kaum Bewerber aus Graz“, bringt es Gerhard Steinwender, Lehrlingsbeauftragter der Anton Paar GmbH, auf den Punkt. In den Köpfen ist dabei immer sofort das Kind im schmutzigen Blaumann und ei-

ner Bierflasche in der Hand. Dabei wird den Lehrlingen heute viel geboten und Facharbeiter mit einer Lehrabschlussprüfung sind gefragter denn je. Fast jeder Betrieb bildet Lehrlinge aus, um sie dann als Facharbeiter zu behalten. Und nicht nur das. Die Firmen lassen es sich einiges kosten, dass der Lehrling gut qualifiziert, aber auch motiviert ist. Zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen und Bonuszahlungen für sehr gute schulische Leistungen sind Standard in den Betrieben. „Wir haben Mitarbeiter im Unternehmen, die ausschließlich für die zusätzliche schulische Ausbildung zuständig sind“, spricht Andritz-Hydro-Lehrlingschef Wolfgang Raminger für viele Betriebe. Gernot Pagger von der Industriellenvereinigung ergänzt: „Lehrlingsausbildung wird als echte Investition in die Zukunft der jungen Menschen und in die Betriebe gesehen, auch daran erkennbar, dass fünf Jahre nach der Ausbildung immer noch 80 Prozent der ehemaligen Lehrlinge im Unternehmen sind.“ 27

chancen · chancen · chancen · chancen · chancen · chancen · chancen · chancen

Themenkoordination: Heidelinde Kogler


TUELL Mag. Ursula Strohmayer Leiterin der AK-Jugend

Ausbildungsgarantie und Förderungen Das Jugendbeschäftigungspaket – von der Arbeiterkammer maßgebend mitbestimmt – hat Förderungen für Lehrbetriebe neu strukturiert und eine Ausbildungsgarantie eingeführt. Durch die Ausbildungsgarantie haben nun alle Jugendlichen, die ihren Lehrplatz verlieren und weiterhin in Ausbildung bleiben möchten, einen Anspruch binnen drei Monaten vom Arbeitsmarktservice einen Ausbildungsplatz vermittelt zu bekommen. Die neuen Förderungen werden Betrieben gewährt, die Wert auf hohe Ausbildungsqualität legen. Es gibt nun auch Förderungen für Lehrbetriebe, die Lehrlinge mit Lernschwierigkeiten unterstützen. Fällt etwa ein Lehrling in der Berufsschule durch und gewährt der Lehrberechtigte die Wiederholung der Klasse, erhält er die Kosten der Lehrlingsentschädigung als Förderung zurück. Anträge sind bei der Lehrlingsstelle einzubringen.

AK Steiermark Telefon 05 7799

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Natürlich steht oft eine große Anzahl an Bewerbern dem eigentlichen Lehrstellenangebot gegenüber. Nicht jeder Bewerber ist geeignet, mancher hat falsche Vorstellungen von seiner zukünftigen Tätigkeit. Damit sich Betrieb und Jugendlicher ein Bild machen können, schwören immer noch viele Betriebe auf das „Schnuppern“. Aber auch die Zeugnisse sind maßgeblich für die Aufnahme, denn die Anforderungen in den Berufsschulen sind hoch, das Berufsbild ist meist sehr breit gefächert und so ist es auch wichtig, dass der junge Mensch bereit ist zu lernen. WK-Präsident Peter Mühlbacher weiß aber: „Tatsache ist, dass es mehr begabte und weniger begabte Menschen gibt, und damit kein Jugendlicher auf der Strecke bleibt, gibt es das Auffangnetz der Sozialpartner. Über das AMS oder das BFI bekommen junge Menschen bis 18 Jahre einen überbetrieblichen Ausbildungsplatz. Hier erhalten Schwächere die Vorbereitung, damit es dann doch mit dem Lehrplatz klappt.“ Bei Beschwerden ist die Arbeiterkammer Steiermark erste Anlaufstelle. „Die meisten Betriebe setzten selbstverständlich alles daran, dass es den Lehrlingen im Betrieb gut geht, doch gibt es noch immer, wenn auch wenige, schwarze Schafe. Jeder, der in irgendeiner Form im Unternehmen nicht so behandelt wird, wie es sein soll, kann sich wehren. Wir sind ein zuverlässiger Partner und nehmen uns der Sorgen der jungen Menschen an“, versichert Ursula Strohmayer von der AK.

attraktive Lehrberufe „Die Lehre ist heute keine Sackgasse mehr. Ganz im Gegenteil, mit der Lehre befinden sich junge Menschen auf der Erfolgsstraße und haben die Möglichkeit, auf dieser auch zu bleiben“, erklärt Mühlbacher. So wie bei Bruno Egger: „Ich hab vor 30 Jahren bei Binder + Co eine Lehre begonnen und mich mit Unterstützung des Unternehmens in meiner Freizeit weitergebildet. Heute bin ich DIE 10 HÄUFIGSTEN LEHRBERUFE Einzelhandel

2.013

Kraftfahrzeugtechnik

1.233

Elektroinstallationstechnik

1.045

Maschinenbautechnik

984

Bürokaufmann/-frau

816

Koch/Köchin

806

FriseurIn und PerückenmacherIn (StylistIn)

804

Sanitär- und KlimatechnikerIn – Gas und Wasser

745

Tischlerei

704

Gastronomiefachmann/-frau

674

Gesamtzahl

19.904

noch immer im Betrieb, allerdings als Prokurist und Fertigungsleiter.“ In Zukunft werden das keine Einzelfälle mehr sein. Die „Sackgasse Lehrlinge“ ist nun, plakativ gesprochen, wie bereits gesagt weit offen. v

Job-chance bis 6. März energie Steiermark sucht Lehrlinge Mehr als 1,9 Millionen Euro investiert die Energie Steiermark jährlich in die Lehrlingsausbildung. Der Förderung von qualifizierten technischen NachwuchsKräften wird herausragende Bedeutung eingeräumt. Der Konzern verfügt mit dem 2002 staatlich ausgezeichneten Ausbildungsbetrieb in Graz über eines der größten und modernsten Lehrlings-Qualifikationszentren der Steiermark. Zurzeit werden mehr als 60 Jugendliche in sieben Fach-Berufen ausgebildet. „Auch heuer nehmen wir wieder zahlreiche Lehrlinge auf, interessierte Jugendliche können sich ab sofort bei uns bewerben“, so die Vorstände Karl-Franz Maier und Franz Kailbauer. Mit Lehrbeginn 1. September 2009 gibt es – nach einem Auswahltest – die Möglichkeit zum Einstieg in folgenden Berufen: Elektroinstallationstechniker/in (Lehrzeit: 3 ½ Jahre), Bürokaufmann/frau (Lehrzeit: 3 Jahre) und Installations- und Gebäudetechniker/ in (Lehrzeit: 3 Jahre). Eine Bewerbung ist bis 6. März möglich, die Unterlagen können bei der Lehrlingsstelle der Energie Steiermark unter 0316/900053791 angefordert werden oder sind über www.e-steiermark.com abrufbar. LEHRLINGE NACH SPARTE Gewerbe und Handwerk 9296

46,70%

3200 2599 99 167

16,10% 13,10% 0,50% 0,80%

2103

10,60%

348

1,70%

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734

3,70%

Industrie Handel Bank und Versicherung Transport und Verkehr Tourismus und Freizeitwirtschaft Information und Consulting Nicht-Wirtschaftskammer Überbetriebliche Lehrausbildung Summe

19904

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Quelle: WKO Steiermark

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Schnuppern im Betrieb


Foto: bigshot/Jungwirth

Die Sackgasse ist nun offen Sie sprechen davon, dass es in der Lehrlingsausbildung keine Sackgasse mehr gibt, diese sozusagen plakativ ausgedrückt „offen“ ist. Hochegger: Ab Herbst 2009 haben Lehrlinge die Möglichkeit zur Berufsreifeprüfung, sprich Matura, aufgrund des neuen ­kooperativen Modells, das die Regierung beschlossen hat. Es liegt nun an den Lehrlingen und Unternehmen selbst, die Chancen zu nützen. Aber die Matura konnte ein Lehrling ja schon immer nebenbei ­machen. Hochegger: Ja, aber da mussten sie oft betteln, bei einer Schule überhaupt eingeschrieben zu werden, und, und. Die Jugendlichen haben nun die Möglichkeit, über die AHS (Allgemeinbildende Höhere Schule), BHS (Berufsbildende Höhere Schule) und eben über die Berufsreifeprüfung die Matura zu machen und damit in der Folge an der Fachhochschule oder an der Uni studieren zu können. Wie funktioniert das? Hochegger: Der Lehrling muss sich ein Unternehmen suchen, das dieses Ausbildungsmodell unterstützt, und gute Firmen werden das tun. Er kann bereits während der Lehrzeit mit der Berufsreifeprüfung beginnen. Diese besteht aus einzelnen Modulen − Mathematik, Deutsch, Englisch und einem Fachbereich. Der Lehrling kann sie zu jedem von ihm gewünschten Zeitpunkt absolvieren. Also parallel zur Lehre? Hochegger: Ja, aber man muss realistisch bleiben. 50 Jahre ist da praktisch nichts geschehen. Man darf jetzt nicht glauben, dass alle Lehrlinge das Zeug zur Matura haben und das auch wolKLIPP Februar 2009

len. Es werden Jahr für Jahr mehr werden. Und die Unternehmen wollen das auch? Hochegger: Die benötigen guten Nachwuchs. Und mit diesem Lehrlingsausbildungsmodell wird es ihnen besser gelingen. Hofer, Spar, AVL, BMW und andere haben diese Chance bereits erkannt und werben intensiv um die Jugendlichen, zumal ab 2011 die geburtenschwachen Jahrgänge kommen. Jeder Lehrling dann ein Maturant? Noch einmal: Sollen alle Lehrlinge zur Matura streben? Hochegger: Nein, natürlich nicht. Man darf nichts überfrachten. Das neue Modell ist eine Option, eine große Chance und 20 Prozent könnten diese auch im Laufe der nächsten Jahre nützen, weil der Lehrling ja, wann immer er will, auch nach Abschluss der Lehre, die Matura machen kann. Ganz wichtig sind die Kosten. Wer trägt diese? Der Lehrling selbst? Hochegger: Unterm Strich gibt es eine Förderung von Seiten des Bundes, sowohl für den Lehrling als auch für das Unternehmen gibt es keine zusätzlichen Kosten. Ein Vorteil des Lehrlings, der eine Berufsreifeprüfung macht, besteht aber auch darin, dass er im Gegensatz zu den Schülern in der AHS und BHS bereits ab dem ersten Monat seiner Lehrzeit verdient und für später wertvolle Versicherungsmonate sammelt. Ein Beispiel: Kommt jemand bis zum Fachhochschulabschluss, dann hat er mit 24 praktisch schon 10 Jahre Versicherungszeiten. Ein Studienkollege, der aus Allgemeinbildenden Höheren Schulen kommt, fängt praktisch bei null an. v

Karl Heinz Snobe, Geschäftsführer vom Arbeitsmarktservice Steiermark, über die heurige Lehr– stellensituation:

„Viele Betriebe warten ab …” Zeichnet sich auf Grund der Wirtschaftskrise eine Veränderung am Lehrstellenmarkt ab? Snobe: Leider ja, die Zahl der offenen Lehrstellen im Jänner 2009 ist im Vergleich zum Jänner 2008 um 40% niedriger. Viele Betriebe warten wegen der Finanzkrise dieses Jahr ab und stellen keine Lehrlinge ein. Wie hoch ist die Chance, dass sich die Situation im Laufe des Jahres noch verbessert? Snobe: Leider sehr gering, weil im Jänner und im Februar die Lehrstellen ausgeschrieben werden und bis Ostern die Bewerbungen ziemlich abgeschlossen sind. Vor allem wird es schwieriger werden, interessante Lehrstellen zu bekommen, wie etwa im Metall- oder Technikbereich. Gibt es Sparten, in denen vermehrt Lehrlinge gesucht werden? Snobe: Im Hotel- und Gastronomiebereich werden viele Lehrstellen angeboten. Leider ist das Image hier nicht sehr gut, auch deswegen, weil Eltern und Jugendliche zu wenig Informationen dazu haben. Aber gerade hier gibt es sehr interessante Tätigkeitsbereiche. Was würden Sie Eltern und Jugendlichen jetzt empfehlen?

Snobe: Auf alle Fälle sich einmal beim AMS als lehrstellensuchend vormerken und sich bei der Berufsinformationszentrale beraten lassen. Diese gibt es in allen Bezirksstellen. Jetzt schon intensiv einen Lehrplatz suchen, mit Bekannten sprechen und vor allem in den Betrieben schnuppern. Und was machen die Jugendlichen, wenn sie trotz aller Möglichkeiten keine geeignete Lehrstelle bekommen? Snobe: Dann haben sie die Möglichkeit, den Sommer über einen Berufsorientierungskurs zu besuchen. Hier werden Neigungen und Interessen von Profis getestet. Die jungen Frauen und Männer können in Betrieben schnuppern, um dann die zweite Einstellungswelle im Sommer hoffentlich nutzen zu können. Sollte es trotz alledem nicht klappen, dann gibt es das Auffangnetz des Landes Steiermark, in dem jeder Jugendlichen und jedem Jugendlichen bis 18 Jahre ein überbetrieb­ licher Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt wird. v

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Wifi-Leiter und Bildungs­experte Peter Hochegger


Team Styria Gmbh – der besondere ausbilder A

ls „Geschützte Werkstätten“ 1981 gegründet, zählt Team Styria GmbH heute zu den bedeutendsten Produktions- und Integrationsunternehmen der Steiermark. Rund 350 Menschen finden hier Beschäftigung, davon 250 mit Handicap. Neben den bekannten Geschäftsfeldern (Metallfertigung, Holzbearbeitung – Tischlerei, Elektronikfertigung, Wäscherei, Druckerei, Industrielles Assembling) forciert die Team Styria GmbH weiters auch ihre Aktivitäten im Bereich der Ausbildung. Geschäftsführer Siegfried Ebner: „Seit 1989 haben junge Menschen mit Behinderung bei uns die Möglichkeit, eine Lehre zu absolvieren. Dieses Angebot haben wir 1998 auf Jugendliche ohne Behinderung ausgeweitet. Heute bilden wir rund 70 Lehrlinge in zehn verschiedenen Bereichen aus.“ Die meisten findet man in der Metallbautechnik und Tischle-

reitechnik, aber auch Elektroniker, Mediendesigner, Bürokaufmann/frau, Tischler, Maschinenbautechniker, Metallbearbeiter, Werkzeugmaschineure und Zerspanungstechniker sind Berufe, die bei Team Styria erlernt werden können. „Unser weiblicher Lehrlingsanteil liegt bei etwa 40 Prozent, weil wir versuchen, den Mäd-

chen die Metallberufe näherzubringen. Durch die Sensibilisierung für das Gender-Mainstreaming und die damit verbundene Neuausrichtung der Ausbildungsmaßnahmen kam es zu einer Kooperation mit dem bfi und dem NOWA“, erklärt Ebner weiter. Zusätzlich eröffnet Team Styria sowohl für Menschen mit Be-

Foto: Foto Reisinger Team

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Oberstes Ziel: Qualifizierung für den ersten arbeitsmarkt

Bei Team Styria Gmbh werden rund 70 Lehrlinge in zehn Berufen ausgebildet.

hinderung als auch für Personen in einer beruflichen Reha-Maßnahme vielfältige Arbeitserprobungs- und Arbeitstrainingsmöglichkeiten. Ein Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Bereich der industriellen Qualifizierung in den Sparten Holz und Metall, welche mit einer Lehrabschlussprüfung beendet werden kann. Für erwachsene Behinderte bietet Team Styria eine 20-monatige Ausbildung zur IT-Büro- und Verkaufsfachkraft. „Das oberste Ziel ist es, durch die entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen für benachteiligte Menschen eine erfolgreiche Reintegration auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Schon während der Ausbildung werden die KursteilnehmerInnen mit Persönlichkeitstrainings und begleitendem Coaching durch eine externe Unternehmensberatungsfirma intensiv auf die Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes vorbereitet“, erklärt Ebner. v

Landesinnungsmeister ernst Konrad:

Der elektrotechniker – ein anspruchsvoller Beruf

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m Energie-Sektor vollzieht sich ein gewaltiger Wandel und unsere Branche stellt sich diesen Herausforderung“, sagt Landesinnungsmeister Ernst Konrad. Der Elektrotechniker weiß Bescheid und berät über erneuerbare Energiequellen, sorgt für eine nachhaltige Entlastung unserer Umwelt und nicht zuletzt ernst Konrad 30

für die Senkung der Energiekosten. „Das Arbeitsfeld ist vielfältigst“, so Landesinnungsmeister Ernst Konrad. Der Energiehaushalt einer Wohnung oder eines Gebäudes – die Haussteuerung – liegt dem Elektrotechniker aus zweierlei Sicht am Herzen: optimaler Energieaufwand bei optimierten Kosten. Licht bedarfsgerecht einsetzen und flexibel beleuchten hilft Energiekosten zu sparen, nur der Elektrotechniker weiß sowohl

um die Anforderungen an das Wohlbefinden als auch den energieeffizienten Einsatz des Lichts Bescheid. „Als Elektrotechniker schützen wir Haus und Eigentum vor Schäden durch fehlerhafte Anlagenteile und Einflüsse von außen“, so Konrad. Allein diese Aufgabenbereiche zeigen, wie umfassend das Wissen des Elektrotechnikers sein muss. „Daher ist uns die Ausbildung des Nachwuchses, aber auch die Weiterbildung insgesamt ein ganz vorrangiges

Anliegen.“ Die Kunden können vom Elektrotechniker meisterliches Können erwarten – ganz egal, ob es um Fragen der Photovoltaik, Wärmepumpen, Komfortlüftung, Haussteuerung, Lichtenergieoptimierung, Lichtsteuerungen, Überspannungs- und Fehlerschutz geht. „Unser tägliches Leben wird mehr und mehr durch den Gebrauch von Elektrizität bestimmt und daher müssen wir auch in Zukunft ein zuverlässiger Partner für den Konsumenten sein. v KLIPP Februar 2009


Geförderte Weiterbildungen für Lehrlinge und AusbilderInnen Kompetenzen. Besonders gelungen ist die Feinabstimmung der Seminare von AusbilderInnen und Lehrlingen, da dadurch eine Verbesserung von Arbeitsabläufen und des Betriebsklimas gewährleistet wird. Für Lehrlinge gibt es eine Modulare Weiterbildungsreihe, die nach Absolvierung aller Module in der Verleihung eines Diploms für soziale Kompetenz gipfelt. AusbilderInnen können aus einer Reihe von Seminaren ihr eigenes Programm zur Perfektion zusammenstellen. Die Seminare reichen von der Verbesserung der eigenen Kommunikation, über Teamcoaching, Vermeidung von Burnout bis hin zum leichteren Verständnis von Jugendtrends. Ein Highlight in der Weiterbildung ist das mehrtägi-

ge gemeinsame Teamadventure von AusbilderInnen und deren Lehrlingen. Nur gemeinsam können sie die gestellten Auf­ gaben lösen und so ans Ziel kommen. Für sämtliche Seminare kann eine Förderung des Bundes in Anspruch genommen und können damit die Kosten äußerst

gering gehalten werden. So belaufen sich z.B. die Kosten pro Seminar für einen Lehrling nach Abzug der Förderung auf 54 €. Weitere Informationen über das große Ausbildungsprogramm der Steirischen Lehrlingsakademie erhalten Sie unter www. steirische-lehrlingsakademie.at oder unter 03124/29047.  v

Ziele werden in Teamarbeit leichter erreicht.

Foto: Lehrlingsakademie/Pavel Losevsky

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aut einer neuen Studie, die in Grazer Ausbildungsbetrieben durchgeführt wurde, ist für die Aufnahme eines Lehrlings das wichtigste Kriterium dessen soziale Kompetenz. Diese rangiert noch weit vor guten Schulnoten. Unterstützung für alle Betriebe, die die soziale Kompetenz ihrer Lehrlinge erhöhen möchten, kommt von der Steirischen Lehrlingsakademie. Die Steirische Lehrlingsakademie ist eine Innovation von coaches4you und agiert steiermarkweit mit Unterstützung des Ressorts Wirtschaft & Innovation. Für Lehrlinge und deren AusbilderInnen gibt es ein speziell auf diese Zielgruppen abgestimmtes Weiterbildungsprogramm in allen Bereichen der sozialen

BAUAkademie Übelbach: Lehrlingsheim ist ein Quantensprung

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ut Ding braucht Weile: 60 Lehrlinge finden Platz im neu eröffneten Lehrlingsheim bei der BAUAkademie Steiermark in Übelbach. Seit langem geplant, wurde das 1,7 Millionen Euro teure Internat mit Hotelcharakter eröffnet. Die Bauwirtschaft zeigt damit auf, wie wichtig in Zeiten des Facharbeitermangels die Nachwuchsförderung ist. Es bietet auch eine Vielzahl an Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Mit mehreren Initiativen versucht die steirische Bauinnung, Jugendlichen den Umstieg ins Berufsleben schmackhaft zu machen. ll Weil oben von dem neuen Lehrlingsinternat die Rede ist: Maurer-, Schalungsbauer- und Tiefbaulehrlinge erhalten innerhalb der Lehrzeit zweimal drei Wochen eine Praxisausbildung in der BAUAkademie Steiermark und werden in dieser Zeit im Lehrlingsheim wohnen. ll Maurerlehrlinge zählen zu den bestbezahlten. Sie verdienen im ersten Lehrjahr 750 Euro und bekommen im dritten bereits 1501 Euro; das ist die fast doppelt so hohe Lehrlingsentschädigung, wie sie Kollegen aus anderen Branchen bekommen. ll Ein vielfältiges Weiterbildungsangebot an der BAUAkademie Steiermark ermöglicht den Aufstieg zum Polier, Bauleiter oder gar zum selbstständigen Bauunternehmer. ll Der jährliche Landeslehrlingswettbewerb gibt den zwei Besten die Möglichkeit, sich beim Bundesbewerb zum besten „Jungmaurer“ zu profilieren. ll Beim „Steirischen Lehrlingstag“ erhalten die neuen Lehrlinge ihr Maurerwerkzeug und die ausbildenden Betriebe bekommen die von der Bundesinnung Bau beschlossene Prämie von eintausendfünfhundert Euro je Lehrling.

KLIPP Februar 2009

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Sozial kompetent durch die Lehre!


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Robert Kothgasser und David Lugitsch (v. l.) möchten bei Binder + Co alt werden.

Beste Aufstiegs-Chancen für Lehrlinge und Facharbeiter bei Weltmarktführer Binder + Co AG

Rückgrat des Erfolges B

egeisterungsfähige, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter sind das Erfolgsrezept für unser Unternehmen. Zur Zeit haben wir 250, von denen die meisten schon im Betrieb ihre Lehre absolviert haben. Durch sie haben wir es geschafft, Weltmarktführer in den Bereichen der Siebtechnik und des Glasrecyclings zu werden“, verweist Karl Grabner, Vorstand der Binder + Co AG, stolz darauf. Die Binder + Co AG ist Spezialist für Aufbereitungs-, Umwelt- und Verpackungstechnik und bildet seit 32

j­eher ihre zukünftigen Facharbeiter im Haus aus. Dadurch kann drohenden Engpässen in verschiedenen Bereichen entgegengesteuert werden. Zur Zeit bildet die Binder + Co AG Zerspanungstechniker und Maschinenbautechniker aus, weil diese Fachkräfte in den nächsten Jahren gebraucht werden. „Aber zu einem anderen Zeitpunkt werden es Mechatroniker, Stahlbautechniker, Anlagenbautechniker und Schweißer sein. Je nachdem, welcher Bedarf in den nächsten 4–5 Jahren gedeckt werden muss“, ergänzt Grabner.

Lehrlingsmeister Manfred Lafer betreut die jugendlichen Mitarbeiter wie seine „eigenen Kinder“. Selber seit seiner Lehre im Betrieb tätig, das sind nunmehr 33 Jahre, kennt er deren Anliegen, aber auch die Vorstellungen des Unternehmens genau.

Seit vier Jahren wollte ­keiner weg „Vom Auswahlverfahren über die Durchsicht der Zeugnisse bis hin zur Bewertung in der Gruppe bin ich immer dabei. Das persönliche Gespräch mit den Eltern ist uns auch wichtig“, so Lafer. Das

strenge Auswahlverfahren ist ein Hauptgrund dafür, dass in den letzten vier Jahren kein einziger Mitarbeiter das Unternehmen Karl Grabner, verlassen hat. Vorstand der Binder David Lugitsch, Zer- + Co AG: „Bei uns spanungstechniker steht der Mensch im im zweiten Lehrjahr, Mittelpunkt.“ formuliert es ein wenig schelmisch: „Jeder will alt werden beim Binder.“ Und damit hat er gar nicht so unrecht, wie man am Beispiel von Fritz Jeitler sieht. Er arbeitet seit 40 Jahren KLIPP Februar 2009


Gutes Betriebsklima Bruno Egger, Fertigungsleiter, ebenfalls seit 30 Jahren und seiner Lehre im Betrieb: „Unsere Lehrlinge kommen in der Firma in allen Bereichen zum Einsatz, denn zum einen wollen wir sehen, ob er sich vielleicht in einem anderen Bereich besser macht, und zum anderen hat der junge Mensch natürlich dadurch die Gelegenheit, selber zu sagen, dass ihm möglicherweise ein anderer Platz in der Firma besser gefällt. Dadurch haben wir zusätzlich die Möglichkeit, einen noch qualifizierteren Facharbeiter auszubilden, denn alles, was Spaß macht, tut man umso ­besser.“ Lafer unterstützt die heranwachsenden Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit. „Egal um was es geht, ob es Sorgen in der Schule oder im privaten Bereich sind, meine Lehrlinge können auf

Johannes Oberer bekam trotz später Bewerbung seinen Wunschlehrplatz.

mich zählen“, gibt Lafer gerne zu. Das umfasst auch außerbetriebliche Veranstaltungen. „Wir machen Exkursionen, um den jungen Menschen zu zeigen, für welche Firmen wir arbeiten, und machen daraus natürlich gleich ein Projekt, das mehrere Tage dauert.“

Mundpropaganda Schulabgänger kennen den guten Ruf der Binder + Co AG und bewerben sich oft aus diesem Grund. So wie Robert Koth­ gasser, Zerspanungstechniker im dritten Lehrjahr: „Ein Freund von mir hat ein Jahr vorher hier begonnen und hat mir erzählt,

Fritz Jeitler: „Eigentlich wollte ich Koch/Kellner werden. Nun bin ich seit 40 Jahren bei Binder + Co.“

KLIPP Februar 2009

was für eine tolle Firma das ist, und auch, dass es eine einmalige Arbeitszeit gibt. Wir fangen zwar um halb sieben an, dafür sind wir aber schon um viertel nach drei fertig, und wenn es gut geht, lieg ich im Sommer noch vor vier im Bad. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, woanders zu arbeiten, und ich will dieselben guten Leistungen wie meine Kollegen bringen, denn nach meiner Lehre will ich zur Vorfertigung und dann Werkmeister werden.“ Ein Arbeitsplatz in der näheren Umgebung ist für die Binder + Co-Mitarbeiter ebenfalls ein Vorteil. Wie auch für Johannes

Oberer, Zerspanungstechniker im zweiten Lehrjahr: „Ich hab mich erst beworben, als eigentlich schon längst alle Lehrlinge eingestellt waren. Im August hatte ich drei Zusagen für Lehrstellen, doch ich wollte es unbedingt noch hier versuchen, denn nicht nur, dass diese Firma einen sehr guten Ruf hat, ich habe hierher die beste Busverbindung und bin schnell wieder zu Hause.“ Was sich wie ein Lobgesang anhört, ist gelebter Alltag. „Diese Menschlichkeit beginnt bei uns schon beim Vorstand Karl Grabner“, sind sich Manfred Lafer und Bruno Egger einig. v

Karriere mit Lehre: Bruno Egger ist heute Produktionsleiter.

Manfred Lafer: „Ich habe immer ein offenes Ohr für meine Lehrlinge.“

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bei der Binder + Co AG und sagt: „In all den Jahren gab es keinen einzigen Tag, an dem ich mich nicht aufs Arbeiten gefreut hätte, und das, obwohl ich eigentlich Koch oder Kellner werden wollte. Mein Vater hat gemeint, ich soll zum Binder gehen, weil das ist eine gute Firma, und wie man sieht, hat er recht gehabt.“ Dass der Vater von Jeitler recht hatte, zeigt auch die Tatsache, dass den Menschen, die hier arbeiten, fast alle Türen der Karriereleiter im Unternehmen offenstehen.


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Bundesinnungsmeister Werner Frömmel:

Zukunftssicherer Job W ir hätten ein großes Problem am Bau, wenn wir nicht seit einigen Jahren kräftige Akzente für unseren Nachwuchs setzten“, so Bundesinnungsmeister Werner Frömmel. Der Spruch „Wennst sonst nix wirst, wirst a Maurer“ habe längst keine Gültigkeit mehr. Denn der Beruf des Maurers verlange großes technisches Verständnis, Planlesen können, mit dem Laptop umgehen – um nur einige Anforderungen zu nennen. „Unsere Aktivitäten wirken und die Lehrlingszahlen sind gestiegen“, so BIM Werner Frömmel. Viele Jugendliche suchen nach ihrer Schulausbildung eine attraktive und sichere Lehrstelle mit guten Zukunftsaussichten.

Um dieses Potential zu nutzen, richtet sich die „Bau-deineZukunft“-Kampagne an Bau­ betriebe, Eltern, Lehrstellensuchende, Schüler und Lehrer, um mehr qualifizierten Lehrlingen eine Ausbildung am Bau zu ermöglichen.

Weiterbildungsangebote So besuchen zum Beispiel Lehrlingsbeauftragte die 3. Klasse der Hauptschule, informieren dort über den Beruf und versuchen, den künftigen Schulabgängern den Beruf schmackhaft zu machen. Natürlich sei der Maurer-Beruf, so Frömmel, noch immer körperlich herausfordernd, aber die Technik mit ihren Hebe-Geräten und Maschinen habe da

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schon Erleichterungen bewirkt. Außerdem gebe es Programme, z.B. „Fit for work“, „Gsund – Gscheit – Guat Essen“, Weiterbildungsangebote wie „Bau dich schlau“, für die Lehrlinge. „Eine Lehre als Maurer, Scha-

lungsbauer oder Tiefbauer macht nicht nur Spaß, sondern verspricht auch einen zukunftssicheren Arbeitsplatz für Leute mit Kraft, Genauigkeit und Hausverstand“, so BIM Werner Frömmel. v

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Geplapper am Opernball Wer versorgt Walter Ferk? FPÖ im Anmarsch Voves buhlt …

LILLY LOTTERBLUME

Hallo,meine Lieben! Natürlich war ich am Opernball, leider nicht selbst, sondern nur via Fernsehschirm. Aber die Kommentatoren haben ohnehin gemeint, mit den 17 übertragenden Kameras des ORF kriege man mehr mit zu Hause als direkt in der Wiener Staatsoper. Soll so sein, aber auf das wichtige Getue und Ball-Geplapper von Alfons Haider und der deutschen Schauspielerin Elke Winkens hätte ich gern verzichten können. Richtig peinlich, wenn der Haider bei seinen Interviews auf staatstragend macht … na, lassen wir das. ❉ Auch bei uns gibt’s in der Wohnung Rauchverbot, aber ich hab’ das für die Zeit der Übertragung aufgehoben gehabt, weil mein Allerliebster eben unbedingt paffen wollte. Er hat sich nämlich stark darüber aufgeregt, weil er so viele pralle Busen und nackte Oberkörper von Frauen mittleren Alters in unpassenden Kleidern ertragen musste. Angefangen von der Frau des Bundeskanzlers, über die Frau Vizekanzler, die Birgit Sarata bis zur Marika Lichter. Richtig peinlich, wie diese aufgedonnerten, mit Make-up verspachtelten Ball-Damen, so mein Allerliebster, glaubten, dass sie in einem derartigen Aufzug noch irgendwen beeindrucken könnten. Diese Fleischbeschau sei bei einem Sonnencreme-Ball möglicherweise passend. Na, schau, habe ich mir da gedacht, mein neues Dirndl am Bauernbundball hat ihm aber angeblich gefallen. Aber man weiß ja bei den Männern nie wirklich, was sie mit ihren Komplimenten im Schilde führen. KLIPP Februar 2009

❉ Nett und bescheiden fanden wir beide unseren Herrn Bundespräsidenten und seine Frau, die natürlich von Alfons Haider als „First Couple“ tituliert wurden. Eines muss man dem Mörtl, dem Richard Lugner, lassen: Mit seinen Super-Vamps und Schauspielerinnen aus den USA, die er da immer mit viel Geld für den Opernball und zu seinem Aufputz angelt, stiehlt er allen die Show. Selbst dann, wenn ihn andere Prominenz und Politiker schneiden und aus der ersten Reihe verbannen. ❉ Was mich als kleine Steirerin freut: Irgendwo ist der Opernball ja jetzt in steirischer Hand. Die Polonaise, die ganz nett gemacht war, so meint es jedenfalls die Irene, meine Freundin, die wird ja von der Grazer Tanzschule Kummer ausgerichtet, und auch die Ball-Organisatorin Desirée Treichl-Stürgkh, die schick aussah, ist ja eine geborene Steirerin. Sie stammt aus Halbenrain bei Radkersburg. Was die Irene schon verwundert, dass ihr Mann, Generaldirektor der Ersten, sich nicht am Ball blicken hat lassen. Ich habe ihn jedenfalls im Fernsehen nicht registriert, oder hat er sich versteckt? Die Finanzkrise sei der Grund und seine Termine, ja, genau am Samstagabend – da kann man sich wirklich nur totlachen, wundert sich die Irene, die in der Krise jetzt überhaupt nur noch Bahnhof versteht. Denn da sagt zum Beispiel der Mann von der Frau Opernball-Organisatorin, man benötige die Staats-Milliarden nicht wirklich, aber man

nehme sie halt, und am anderen Tag wiederum liest man in den Zeitungen oder hört man im Fernsehen von gewaltigen Verlusten dieser Banken und wie viele Milliarden nötig sind, damit sie überhaupt überleben. ❉ Dass er das schafft, darum machen sich die Grazer und steirischen Genossen offensichtlich Sorgen. Nicht um Erste-General Treichl, sondern um Walter Ferk. Er hat ja als Spitzenkandidat und Vizebürgermeister im Jänner 2008 vor einem Jahr die Gemeinderatswahl gegen Siegfried Nagl verloren. Die Grazer SPÖ ist dank ihm zu einer kleinen Mittel-Partei geworden und hat nur noch zwei Stadtsenatssitze, die nun die Genossen Riedler und Edlinger besetzen, erzählte der Otto beim letzten Stammtisch. Walter Ferk musste aufgrund der Niederlage alle seine Funktionen zurücklegen und wärmt im Grazer Rathaus wieder als Beamter einen Sessel. ❉ Offensichtlich passt ihm das nicht mehr oder verdient er zu wenig. Daher halten die Genossen, so der Otto, eifrig Ausschau nach einem neuen Berufsfeld. Als Landessekretär des ARBÖ wurde er genannt, weil Walter Fabian, so heißt es, im nächsten Jahr aufhören möchte. Eine andere Chance, die sich nun aufgetan hat: Soziallandesrat Kurt Flecker will ja Josef Gruber und dessen Geschäftsführer Hausegger im Verein „Jugend am Werk“, so hat man das Gefühl, so rasch wie möglich loswerden. Der Verdacht liegt nahe, dass da bald in irgendeinem Zusammenhang der

Name Walter Ferk auftauchen könnte. ❉ Die FPÖ und auch das BZÖ sind ja im jetzigen steirischen Landtag nicht mehr vertreten und es zeichnet sich ab, dass die FPÖ bei den Landtagswahlen 2010 ganz sicher ein gutes Ergebnis erzielen wird. Sie könnten auch einen Hydranten aufstellen, sie würden gewinnen, meint mein Allerliebster. Weil einfach ein Trend für die Blauen da ist. Den sieht auch Mario Eustacchio und – nicht verwunderlich – registrieren das auch die anderen Parteien, sprich ÖVP und SPÖ. ❉ Deutlich zu hören sind da auch die Annäherungsversuche von Landeshauptmann Franz Voves. Aber sie wirken ein wenig tollpatschig, denn noch nie haben die Blauen in der Steiermark letztendlich sich mit der SPÖ zusammengetan. Es ist zu erwarten, dass es in einer künftigen Landesregierung ab dem Jahr 2010 wieder 4:4:1 heißt. Das würde bedeuten, dass die FPÖ, möglicherweise aber auch die Grünen mit ihrem Regierungssitz dann die Wahl des Landeshauptmannes entscheiden; geht man davon aus, dass die ÖVP Voves nicht wählen wird. Und deshalb hat der „Franz“, so die Franziska, keine guten Karten, sondern vielmehr der ÖVP-Spitzenkandidat, möge er nun Hermann Schützenhöfer oder – manche meinen auch – Siegfried Nagl heißen. Das wärs, bis zum nächsten Mal, Tschüs, Eure Lilly 35


Auto und motor

DER FAHRZEUGHANDEL IN ÖSTERREICH STEHT VOR EINEM SCHWIERIGEN JAHR 2009

BLAUES AUGE FÜR AUTOMARKT das abgelaufene Jahr brachte für den Autohandel in Österreich noch ein gutes Ergebnis. die Händler mit Luxusmarken und hochpreisigen modellen melden im Gegenteil noch gar keine rückgänge.

Fotos: Atelier Licht

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Passt nicht ins Bild: Luxusmarke Rolls-Royce meldet Rekordergebnis.

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anz aus dem Rahmen fiel die Meldung, dass Rolls-Royce seinen Absatz im abgelaufenen Jahr sogar steigern konnte und ein Rekordergebnis erzielte. Gleich um 20 Prozent mehr von den millionenteuren Karossen wur-

den verkauft. Also es gibt logischerweise noch immer genügend Leute, die ihr Geld auch für schöne, teure Autos ausgeben. Heribert Kasper, bei der Motor-Luxus-Show in Wien verantwortlich für Marketing, ist sogar davon überzeugt: „Ich glaube, dass der Stellenwert des Luxus noch größer wird.“ Er vergleicht exklusive Automobile wie einen Rolls-Royce, Ferrari mit Kunst und Antiquitäten. Nicht nur in Bezug auf Oldtimer, die ja ohnehin steigen in ihrem Wert, wie auch kürzlich die Grazer Oldtimer-Show augenscheinlich zeigte. „Den Menschen geht es um Lebensfreude, um die Freude an schönen Dingen, auf

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Auto und motor

Auch die Auto-Show in der Grazer Stadthalle bewies einmal mehr …

die sie auch in schwierigen Zeiten nicht verzichten wollen.“ Auch Audi meldete 2008 ein Rekordergebnis: Erstmals sind mehr als eine Million Fahrzeuge ausgeliefert worden.

Anderswo geht’s allerdings bergab Dramatischer Rückgang in den Verkaufsbilanzen registriert man hingegen auf den Fahrzeugmärkten in Japan, den USA oder Spanien. Dort gab es Einbrüche bis zu 40 Prozent bei bekannten Marken wie General Motors, Chrysler, aber auch die Japaner mussten Einbußen hinnehmen. Im

Vergleich dazu sank die Zulassungszahl bei den PKWs in Österreich nur um 1,5 Prozent und liegt nun ganz knapp unter 300.000 (298.528) auf dem Niveau von 2001. Für das heurige Jahr sollten sich die Neuzulassungen zwischen 280.000 und 285.000 einpendeln. Weltweit werden in diesem Jahr, so war auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vom Präsidenten des Renault-Konzerns zu hören, rund 9 Millionen Fahrzeuge weniger produziert werden. In Wahrheit drückt das nicht die gesamte Dramatik aus, denn noch warten weitere Millionen „alte Modelle“ auf Käufer. v SIMPLY CLEVER

Schlau ist, wer jetzt den ŠkodaFabia Combi Clever fährt.

… dass Oldtimer eine gute Wertanlage sind.

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Weltneuheit von Pewag Pewag präsentiert in diesen Tagen die neue Schneekette, bei der das Montieren so einfach wie das Überziehen einer Schihaube ist. In der Technologie der patentierten SNOX-Box steckt die jahrzehntelange Erfahrung des Marktführers Pewag. Neben der einfachen Montage sind auch die Qualität und Laufruhe Kriterien, die für SNOX sprechen. KLIPP Februar 2009

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GESUNDHEIT

Hohes Risiko für Blasenkrebs:

JEDER ZWEITE FALL DURCH RAUCHEN VERURSACHT

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auchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen sind Zigaretten die Auslöser der Krebserkrankung. Das stellten die amerikanischen Urologen Professor James E. Montie und Dr. Seth A. Strope von der Universität Michigan in einer im Juli 2008 veröffentlichten Auswertung von medizinischen Studien aus mehr als 30 Jahren fest. Darin kritisieren sie, dass die Öffentlichkeit praktisch nicht über das hohe Blasenkrebs-Risiko durch Rauchen informiert ist. Ein Ergebnis der Auswertung von Montie und Strope kann Rauchern jedoch Mut machen, ihre Sucht zu bekämpfen. Hat man mit dem Rauchen aufgehört, sinkt das Blasenkrebs-Risiko bereits nach vier Jahren um bis zu 40 Prozent. Ärzte sollten ihre Patienten unbedingt darüber aufklären und sie ermuntern, nicht mehr zu rauchen.

Die Heilungschancen von Blasenkrebs hängen davon ab, ob der Tumor frühzeitig erkannt wird. Risikopatienten wie langjährige Raucher sollten daher möglichst frühzeitig diagnostiziert werden. Männer erkranken dreimal so häufig an Blasenkrebs wie Frauen. Allerdings holen die Frauen in der Statistik auf. Weil sie in den letzten Jahrzehnten zunehmend häufig zur Zigarette greifen, steigt bei ihnen das Risiko für den gefährlichen Tumor in der Harnblase. Ob Passivrauchen ebenfalls zu Blasenkrebs führen kann, ist noch nicht abschließend geklärt, aber wahrscheinlich. Als sicher gilt jedoch, dass die Häufigkeit von Blasenkrebs sich halbieren würde, wenn Tabakrauch als wichtigster Risikofaktor wegfiele.

Nikotin stört Schlaf Raucher verbringen weniger Zeit im Tiefschlaf als Nichtraucher und fühlen sich nach

dem Schlafen auch weniger erfrischt. Gründe dafür sind wahrscheinlich die stimulierende Wirkung des Nikotins und Entzugserscheinungen während der Nacht, wie Naresh Punjabi von der Johns-HopkinsUniversität in Baltimore herausgefunden hat. Der Forscher zeichnete die Schlafphasen von 80 Rauchern und Nichtrauchern auf und befragte die Studienteilnehmer nach ihren eigenen Eindrücken zur Qualität des Schlafes. ❖ Quelle: NichtRaucher-Zeitung 4/2008

Rückenschonend ZUSAMMENHANG ZWISCHEN

sitzen N

ÜBERGEWICHT UND KREBS

Sitzhaltung – Vor langen Autofahrten den Sitz und die Kopfstütze korrekt einstellen. Die richtige Sitzhaltung im Auto hängt vor allem von der korrekten Einstellung des Sitzes ab. Grundsätzlich sollte immer der ganze Rücken Kontakt zur Lehne haben – auch dann, wenn am Lenkrad gedreht wird. Um dies zu erreichen, wird der Sitz so weit vorgeschoben, dass die Beine auch bei voll durchgetretenem Pedal noch leicht angewinkelt sind. Ist die Sitzfläche in der Länge verstellbar, wird sie so weit vorgeschoben, dass die Oberschenkel fast vollständig aufliegen, die Knie aber frei sind. Die Kopfstütze ist dann richtig eingestellt, wenn ihre Oberkante auf gleicher Höhe mit der Oberkante des Kopfes ist und die Distanz zum Hinterkopf nicht mehr als zwei Zentimeter beträgt.

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eue Daten belegen die Notwendigkeit höheren Krebsbewusstseins und stärkerer Krebsprävention“, unterstreicht die International Union Against Cancer (UICC, Internationale Vereinigung gegen Krebs) und startet deshalb eine Kampagne mit dem Titel „I love my healthy active childhood“ (Ich liebe meine gesunde, aktive Kindheit), um das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen zu hohem Körpergewicht und Krebs zu steigern. „Durch die Vermeidung von Übergewicht und Fettleibigkeit könnten jährlich drei bis vier Mio. neue Krebsfälle verhindert werden“, erklärt dazu die Exekutivdirektorin der UICC, Isabel Mortara. Gute Verhaltensweisen würden aber in der Kindheit beginnen, deshalb wolle man vor allem Kinder ermutigen, gesund zu essen und körperlich aktiv zu sein. Noch gibt es wenig Bewusstsein der Menschen, dass ihre Entscheidun-

gen ihr Krebsrisiko erhöhen. So sei beispielsweise 40 Prozent der Menschen in Nord-/Südamerika, Australien/Neuseeland und Westasien nicht bekannt, dass Übergewicht das Krebsrisiko steigert. Das sei vergleichbar mit dem mangelnden Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs, das in den 50erJahren des vergangenen Jahrhunderts vorgeherrscht hat. ❖ Quelle: BauernZeitung Nr. 07, 12. Februar 2009

KLIPP Februar 2009


Sex, Liebe und Beziehungen übers Internet

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it dem Potential, Distanzen von Raum und Zeit zu überwinden und es auch schüchternen, verschlossenen Menschen zu ermöglichen, am großen Paarungstanz teilzunehmen, waren die telefonischen Kontaktdienste die Vorboten der Internetrevolution auf dem Gebiet von Liebe und Sex. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass das Internet, ein Kommunikationssystem zwischen Computern, das vor Jahrzehnten mit dem Ziel geschaffen wurde, die Kontrollfähigkeit des amerikanischen Verteidigungsministeriums im Falle eines Atomkrieges zu verbessern, im letzten Jahrzehnt zum ultimativen Heiratsvermittler avancierte, ebenso wie zum größten Pornographiemarkt, den es je gab. Die Internetrevolution veränderte anscheinend nicht nur die Bekanntschaftsmuster, sondern auch die pornographischen Konsumgewohnheiten. In einer Studie, die im Jahre 2003 durchgeführt wurde und 15.000 Befragte umfasste, fanden die Firma Microsoft (MSNBC.com) und die Zeitschrift Elle heraus, dass nicht nur 81 Prozent der Männer, sondern auch 53 Prozent der Frauen pornogra-

KLIPP Februar 2009

phische Homepages im Netz aufsuchten. Die meisten gingen nicht leer aus – 75 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen, die an der Umfrage teilnahmen, betrachteten und/oder luden sich erotische Bilder oder Videoausschnitte aus solchen Sites auf ihren Computer herunter. Die Soziologin Julia Albright, die sich auf Sex im Internet spezialisiert hat, ist der Ansicht, dass Frauen im virtuellen Raum viel mehr Kontrolle als in der Realität haben und dadurch im Netz freier darin sind, ihre Sexualität zu entdecken. Es scheint, dass die eigentliche Revolution, die das Internet im Liebes- und Sexleben unzähliger Millionen Menschen in aller Welt hat eintreten lassen, nichts mit Pornographie, sondern mit den Beziehungen zu anderen Menschen zu tun hat. Derartige Bekanntschaften können sich in dem weiten Feld zwischen dem Austausch kurzer, einmaliger Botschaften in völliger Anonymität und intimen, kontinuierlichen Kontakten bewegen, die zu „echten“ Beziehungen werden und sogar manchmal zur Heirat führen. Die Neuerung bei den Bekanntschaften über das Internet drückt sich in der fas-

zinierenden Kombination von Intimität und Anonymität aus. Das Internet jedoch ermöglicht langfristige intime Beziehungen, die mit großer Intensität über Monate und sogar Jahre hinweg geführt werden können. Gleichzeitig können derartige Beziehungen vollkommen anonym bleiben, und die Beteiligten können sie jederzeit abbrechen, ohne lokalisiert zu werden. Ein solches Muster von Beziehungen hat Aharon Ben-Ze’ev, ein Philosoph, der sich mit Gefühlsbereichen und Internet (Buch: „Liebe im Netz“) beschäftigt, „distanzierte Nähe“ genannt. Bereits im Jahre 1973 fanden der Psychologe Gergen und seine Kollegen heraus, dass zwei einander unbekannte Menschen, die sich in einem dunklen Raum begegneten, viel offener miteinander redeten und nach dem Treffen mehr Zuneigung füreinander empfanden als zwei Freunde, die sich in einem hellen Raum trafen. Kathleen McKenna, Beziehungsforscherin im Internet, behauptet jedoch, dass das Internet den potentiellen Beziehungen die Chance gewährt, die Vielzahl der „Tore“ zu überwinden, die romantische Beziehungen zu passieren haben, um eine Grundlage zu erhalten. Irgendein Makel im Äußeren, ein leichtes Stottern, Schüchternheit oder Nervosität, die bereits beim ersten Eindruck erkennbar sind – häufig reicht einer davon schon aus, dass wir den potentiellen Partner, den wir zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht treffen, disqualifizieren. Eine Bekanntschaft übers Internet ermöglicht, zuerst das Wesen des anderen auf sich wirken zu lassen, ihm nahezukommen und sich sogar in ihn zu verlieben, ohne dass solche Mängel stören. Die Offenherzigkeit, die

Gesundheit

Täglich mehr die virtuellen Paare gleich von Anfang an miteinander pflegen, erhöht die Zuneigung und das gegenseitige Vertrauen. So kann es durchaus sein, dass man, wenn man sich schließlich trifft, entdeckt, dass die Tatsache, dass er ein bisschen rundlich ist, einen nicht wirklich stört. Sind virtuelle Beziehungen also die idealen Beziehungen? Das hängt davon ab, wen man fragt. Es liegt Forschungsmaterial vor, das darauf hindeutet, dass virtuelle Beziehungen sich schneller als „normale“ entwickeln und vertiefen, sich durch größere Offenheit auszeichnen und, wie wir gesehen haben, weniger empfindlich gegenüber dem äußeren Erscheinungsbild sind. Doch wie immer – jede Medaille hat zwei Seiten. Nach Meinung Ben-Ze’evs brauchen virtuelle Beziehungen durch die Abwesenheit physischer Nähe und die Möglichkeit, die Beziehungen im „Wartezustand“ verharren zu lassen, indem man die Website verlässt oder den Computer ausschaltet, viel weniger Ressourcen als eine „echte“ Beziehungskonstellation. Diese Tatsache ermöglicht es, mit Leichtigkeit einige virtuelle Beziehungen parallel zu betreiben ebenso wie sie per Knopfdruck zu beenden. Seiner Ansicht nach wird uns die Blüte der virtuellen Beziehungen dazu verpflichten, unsere emotionalen und moralischen Normen in allem, was Treue, Betrug, erlaubt und verboten angeht, erneut zu überprüfen. v Quelle: „Liebe und andere Krankheiten“ von Yoram Yovell (btb Verlag) 39


LEUTE &

NICHT STUPIDE RUNTERKLOPFEN

LEBEN

Lebensphilosophie des Gleisdorfer Kunstsammlers und Steuerberaters Erich Wolf

Ob als Steuerberater, Anwalt, KFZ-Meister, Arzt, Journalist oder in welchem Beruf auch immer – in jedem Menschen schlummern viele Talente. Nur, die meisten verkümmern oder kommen zu kurz. Für Erich Wolf ist daher seine Neigung zur bildenden Kunst ein Talent, das er nun auslebt und sein Leben färbiger macht. „Der Mensch ist nicht dazu da, dass er sein Leben stupide herunterklopft“, philosophiert er im KLIPP-Gespräch.

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uch eine Ayurveda-Kur in Indien gehört zur Kreativität und ist so eine Facette. „Man macht seinen Beruf und damit hat es sich – das kann es ja nicht sein. So viele Talente schlummern im Menschen – man muss sich nur damit beschäftigen; sobald man sich vertieft, findet man auch die interdisziplinären Zusammenhänge. Diese Widersprüche – zum Beispiel zwischen meinem Beruf als Steuerberater und dem Kunstsammler – sind nur scheinbare Widersprüche, die nicht wirklich da sind. Es stimmt einfach nicht, dass nur in der Kunst Kreativität gebündelt ist.“

Talente ausleben Als Künstler ist man dann gut, wenn man seine Kreativität ausleben kann. Wolf: „Das bedeutet fleißiges Tun und Arbeiten, man ringt eben dem Leben seine Talente ab. Was tue ich als Steuerberater? Da mache ich ja auch nicht viel anderes. Wenn ich beim Klienten bin, dann gehört bei schwierigen Fragen und bei schwierigen Problemlösungen auch Gespür und Bauchgefühl dazu, eben auch Kreativität und unter Umständen auch die Frage: Wann geht zum Beispiel ein Zeitfenster auf für diese oder 40

jene Entscheidung? Das muss man einfach kreativ spüren.“

Studieren nicht alles Sein Hang zu den schönen Künsten lässt sich leicht herleiten, weil er schon als Kind von seiner Ausbildung die musischpädagogische Schulrichtung gewählt und genossen hat. Mit Philosophie und Psychologie und eines seiner Ziele früher war, auf die Kunst-Akademie zu gehen. Doch während der Ferien hat er sich entschlossen, vorerst einmal Betriebswirtschaft, Handel und Juristerei zu studieren. Aber „ich habe daneben immer Philosophen gelesen, auch moderne Literatur – war in Graz dabei beim Steirischen Herbst und hab’ damals die Aufbruchstimmung verspürt und miterlebt. In meinem Studium hab’ ich ein ganzes Semester gebraucht, um die Denkweise von Juristen zu verstehen und bin, wenn Sie so wollen, von 0 auf 100 einfach ins kalte Wasser gesprungen.“

Die Rückkehr Nach sechs Semestern war er mit dem Studium fertig, oder besser gesagt im 7., und musste halt eines, warten, bis er überhaupt in den Beruf gehen könnte. Und nun kehrt er sozusagen wieder an seinen AusgangsKLIPP Februar 2009


Stefan Maitz (mit Frau), demnächst eine Vernissage im ORF-Landesstudio: „Für mich ist das ein Glücksfall. Ich habe immer jemanden gesucht, der mich als Maler respektiert, so wie ich bin, und mich auch so gelassen hat. Es ist nicht so sehr der materielle Aspekt, auch wenn der nicht unwichtig ist, aber ich habe einfach das Gefühl, dass da jemand ist, der mein Werk verfolgt.“

punkt zurück, nimmt sich die Zeit, um zeitgenössische Künstler zu sammeln und tut das vertiefend. Vor fünf Jahren gab es im Kloster Gleisdorf die erste von ihm organisierte Ausstellung. Bei den Künstlern interessiert ihn, welche Entwicklung diese nehmen. Bisher war Wolf beruflich so eingespannt, dass er seine Sammlerleidenschaft nur am Wochenende „leben“ konnte und dann zu den Künstlern unterwegs war. Momentan schränkt ihn die Arbeit natürlich noch so ein, dass er von der Zeit her nicht das machen kann, was er wirklich will. „Aber in den nächsten zehn Jahren soll es etwas weniger werden“, sagt Erich Wolf.

„Ich will von den Künstlern aber immer ihre Liebkinder, was sie gemalt und geschaffen haben, und nicht die Stiefkinder. Dabei stellt sich die Frage für den Künstler: Wann soll er verkaufen und in welcher Kategorie? Der Geldwert selbst ist nicht das Wichtigste. Meine Ansprüche sind so gesehen in dieser Richtung bestimmt und das Geld ist für mich ein Tauschmittel, das ich gerne hergebe, und jährlich möchte ich zumindest ein oder zwei neue Bilder von Künstlern dazukaufen, aber auch alte.“ Ganz im Gegensatz zum Beispiel zum Salon Essl in Klosterneuburg, wo eben flächendeckend gekauft wird und kla-

Subjektive Auswahl Die Selektion der Künstler erfolgt einfach subjektiv. Welche sammelt er? „Meine Sammlung umfasst schwerpunktmäßig Arbeiten steirischer Gegenwartskünstler aus den Bereichen Malerei & Grafik, Plastik & Objektkunst sowie Fotografie & neue Medien. Sie beginnt zeitmäßig bei Hans Fronius, Gottfried Fabian, Friedrich Aduatz, Hannes Schwarz und reicht bis zu den jüngeren Gegenwartskünstlern. Sammlungsschwerpunkt ist die Dokumentation der Entwicklung einzelner Künstler im Zeitablauf.“ Demgemäß sind es nicht selten 10 bis 20 zumeist großformatige Leinwände, Skulpturen u.a. und 20 bis 100 grafische Arbeiten, die ein Zeitzeugnis über die letzten 30 Jahre der in der Sammlung befindlichen Künstler abliefern. „Zur Zeit sind in meiner Sammlung mehr als 20 Künstler mit einigen Hundert Arbeiten vertreten“, so Erich Wolf. „Ich bin natürlich auch bei der Beurteilung – Was ist eine gute Arbeit? – äußerst vorsichtig und skepErich Wolf: „Wenn man in der Kunst von Qualität reden will, dann ist das immer subjektiv. Ich orientiere mich nicht am Kunstmarkt.“

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rerweise in keinem Fall so treffsicher. Einmal jährlich, so Wolf, präsentiere er einen Künstler aus der Sammlung in Form einer Werkauswahl über eine Schaffensperiode (zumeist 20 bis 25 Jahre) anlässlich der Vernissage in den Räumlichkeiten seiner Gleisdorfer Steuer- und Unternehmensberatungskanzlei Wolf & Partner. Die Zukunft der Sammlung zeigt auf, dass sich das Begonnene verdichten wird müssen, dass etwa ein Portrait von Werner Reiterer, Fritz Panzer u.a.m. zu vervollständigen sein wird und junge Künstler Aufnahme finden werden müssen, um letztendlich zwar ein subjektiv eingegrenztes, trotzdem aber ein lebendiges Zeitdokument der steirischen Gegenwartskunst abliefern zu können. Erich Wolf: „Es funktioniert nur dann, wenn zwischen Sammler und Künstler eine Verschränkung erfolgt, sie einander ergänzen und man einander mit Respekt begegnet.“ ❖

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tisch. Sehr gute Arbeiten erblickt man oft erst auf den zweiten oder dritten Blick, denn die Oberflächlichkeit ist eine Gefahr bei der Betrachtung von Kunst. Für mich ist entscheidend, wenn man sofort von der Kraft des Werkes angesprochen wird. Das spürt man.“


Fotos: © Kaindl-Hönig Fotostudio & Werbeteam GmbH, www.kaindl-hoenig.com

L ebe n & le u t e

Die Mozartstadt Salzburg hat einige Hotels der Spitzenklasse. Von der Lage her aber nur eines, von dem aus einem die Stadt zu Füßen liegt. Es ist das Schloss­hotel Mönchstein, auch mit dem Prädikat „Bezauberndstes Stadthotel der Welt“ versehen.

Nicht auf Hoch-Salzburg, sondern hoch über Salzburg

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it seinen 24 Zimmern und Suiten hat es seinen Ursprung in einer anderen Zeit. Dieser reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Nur in seinem Inneren ist es mit jenem Komfort ausgestattet, den die Gäste in einem solchen luxuriösen Stadthotel erwarten. Seit Januar 2009 hat Manuel Lechner die Aufgabe des neuen Hoteldirektors über-

nommen. In seiner vorherigen Position hat er als Gastronomiechef und Geschäftsführer mit seinem Team den Hangar 7 in Salzburg für Red-Bull-Chef Didi Mateschitz zu einer Topadresse gepusht. Und was will er fürs Mönchstein: „Wir möchten die Gradwanderung schaffen und eine perfekte Kombination aus Tradition, Moderne und Innovation kreieren, auch in der Kü-

che. Wir möchten dem Hausgast, der international anreist, Österreichisches auf höchstem Niveau anbieten und gleichzeitig die Gäste aus Salzburg und Umgebung mit Innovationen und Neuem überraschen. Für kleine Hochzeiten, Taufen, Empfänge oder Sonstiges ist das Schloss ein wunderschöner Ort mit optimalen Rahmenbedingungen.“ Seit drei Jahren ist der deutsche Industrielle Hans Peter Wild Eigen­tümer des historischen Schmuckstücks, das zu Festspielzeiten klarerweise viel Prominenz beherbergt. Ein weiteres Highlight wird das Mönchstein ab 2010 bieten: Es ist der architektonisch auffällig gestaltete Neubau des Restaurants.

Bereits zwei Hauben

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Manuel Lechner, durch dessen berufliche Laufbahn sich die Welt der Sterne-Gastronomie wie ein roter Faden zieht: „Salz-

Luxus-Restaurant kommt ab 2010

burg darf auf ein Restaurant der Sonderklasse gespannt sein.“ Bis jetzt erkochte sich Küchenchef Michael Helfrich bereits zwei Hauben und es sollen nicht die letzten gewesen sein. So verwöhnt Michael Helfrich seine Gäste bei einem Dinner zum Beispiel mit folgenden Köstlichkeiten: Gebratene Jakobsmuschel mit feinsäuerlichen Mandarinenfilets, Rucolasalat und rohen Scheiben vom Kohlrabi; Cappuccino von schwarzen Bohnen mit Korianderöl, marinierten ­Radieschen und gebratenen Speckcroutons; gebratenes Rotbarbenfilet mit schwarzen Oliven, KartoffelEspuma und Limonen und gefrorene Schokoladenluft mit Joghurtsand und Passionsfruchtmousse. Sollten Sie nicht nur eine Suite oder nur ein Zimmer im MönchKLIPP Februar 2009


L ebe n & le u t e

Der ungebrochene Reiz von Gorizia und Pordenone

Auf einen Abstecher nach Friaul

Foto: Sudy

stein belegen wollen, sondern für sich das ganze Schlosshotel mieten wollen – auch das ist möglich. Gerne erstellt man Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot, wie es so trefflich im Prospekt beschrieben wird. Wer gar in die Steiermark zu einem Abstecher will, der kann für 3.275,– Euro mit dem Helikopter (bis zu 6 Passagiere) zum Steirereck am Pogusch zum Essen fliegen. Was dort allerdings konsumiert und verzehrt wird, ist im Rundflug noch nicht inkludiert, versteht sich. v

Fast wie „zu Hause“ mutet dieses elegante Gebäudefassade mit den Geschäftslokalen an.

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erne verbringe ich ein verlängertes Wochenende in Friaul. Dem Reiz dieser Landschaft zwischen den karnischen und julischen Alpen und der adriatischen Meeresküste konnten auch unsere Vorfahren nicht widerstehen. Die Römer machten Aquiläa zu ihrer Hauptstadt, die Langobarden entschieden sich für Cividale, die heutige Provinzhauptstadt Udine wiederum stand einst unter venezianischer Oberhoheit. Nicht allzu weit von Udine entfernt, wenn auch in entgegengesetzten Richtungen, liegen die beiden Städtchen Gorizia und Pordenone.

Grenzstadt Gorizia

Hotel-Direktor Manuel Lechner (re.) und Koch Michael Helfrich

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Noch heute spüre ich die italienisch-österreichisch-slowenische Geschichte in dieser Provinzhauptstadt. Mit seinem kleinen historischen Zentrum liegt Gorizia (Görz oder Goricia) in Italien. Mein Aufstieg über den Fußweg in die Oberstadt (Borgo Castello) und weiter auf die Anhöhe wurde mit dem eindrucksvollen Castello di Gorizia und einer wunderbaren

Aussicht belohnt. In der Unterstadt orientierte ich mich an den beiden Haupteinkaufsstraßen der Stadt, der Corso G. Verdi und der Corso Italia. Hier fühlte ich mich zwischen den eigenwilligen Häuser-Ensembles mit teilweise schönen Historismusund Jugendstilfassaden fast wie in Graz. Wegen dieses altösterreichischen Flairs, der vielen Gärten und Alleen und des milden Klimas wegen wurde Gorizia auch als österreichisches Nizza bezeichnet.

Buchzentrum Pordenone Eigentlich sollte es so bleiben: Kaum jemand kennt dieses kleine oberitalienische Städtchen. Die Provinzhauptstadt Pordenone ist Möbelhochburg, Buchzentrum mit dem alljährlichen Festival der Bücher im September und hat einen kleinen, ungemein reizvollen Altstadtkern. Schöne, historische Arkadengebäude, kleine Läden und Cafés rahmen den Corso Vittorio Emanuele II, Haupteinkaufsstraße und Fußgängerzone zugleich. Hier

zu bummeln und mitten unter Einheimischen in einem der reizvollen Cafés zu sitzen, ist ein Vergnügen. An einem Ende öffnet sich der Corso zur Piazza Duomo. Markant ragt hier der venezianischen Vorbildern nachempfundene Duomo di San Marco mit dem getrennt stehenden Campanile (79 m) auf. Das unmittelbar daneben stehende prächtige Gebäude des Rathauses (Palazzo Comunale) beeindruckt mich jedes Mal mit dem schönen Uhrturm.  v reinhard.sudy@kages.at

Infos und Tipps Gorizia und Pordenone im Internet: www.comune.pordenone.it www.comune.gorizia.it www.gorizia-turismo.it

Das große Festival der ­Bücher in Pordenone: www.pordenonelegge.it

Caffè Municipio: C. Vittorio Emanuelle II, 58 Pordenone

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Leben & leute Auch die jüngsten Gäste – leicht zweifelnd, wie der Tag verlaufen wird.

Steirer Patrick Knittelfelder entwickelte erfolgreiches Kinderhotel-Projekt in Werfenweng bei Bischofshofen

Nicht nur im Prospekt „Kinder- und Familienhotel“ steht schnell einmal in einem Prospekt. Doch oft sind die Gäste enttäuscht, weil das Versprochene nicht gehalten werden kann und es nur ein Lockruf war. Nicht so im Familienresort Wenghof in Werfenweng bei Bischofshofen. 25.000 Kinder, bei 60.000 Nächtigungen insgesamt, sind der Beweis dafür.

Andreas Felleis und Patrick Knittelfelder (r.): Aus einem Konkurs-Hotel eine Familien-Urlaubsoase gemacht.

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teirer halten offensichtlich ihr Wort, denn das auf knapp 1.000 Meter Seehöhe gelegene 4-Sterne-Familienresort in Werfenweng wurde von Patrick Knittelfelder und Andreas Felleis gemeinsam entwickelt. Mit dem einzigartigen Angebot SAMO, sanfte Mobilität, ist auch Urlaub vom Auto möglich. Der Mann für die Umsetzung vor Ort ist Marcus Klein.

Alles inklusive „Bitte noch ein Eis, einen Saft. Ich hätte gern ein Stück Brot oder auch eine Mehlspeise.“

Wer Kinder an seiner Seite im Urlaub oder in den Ferien hat, der weiß, was das heißt – nicht zuletzt auch fürs Geldbörsel. Im Familienresort Gut Wenghof in Werfenweng gibt’s das alles inklusive. Der kulinarische Tag beginnt mit einem vitalen Frühstücksbuffet um 7.30 Uhr und teilt sich in die verschiedensten Gelüste auf. Spätaufsteher-Frühstück, Mittags-Snack, Nachmittags-Jause bis hin zu den täglich wechselnden Themenbuffets am Abend. PizzaAbend ist ein Muss bei jedem Familienurlaub! Die hoteleigenen Spezialitätenrestaurants KLIPP Februar 2009


Weil noch Winter ist

SAMO ist keine fernöstliche Kampfsportart, sondern ein Urlaubsangebot von Werfenweng. Das heißt Urlaub vom Auto und trotzdem mobil sein. „Wenn Sie für mindestens vier Tage den Autoschlüssel beim Tourismusverband abgeben, erhalten Sie im Gegenzug für Ihre Umweltfreundlichkeit ein ganzes Paket an GratisLeistungen. Shuttle-Dienste, Verleih von Langlauf-Ausrüstungen, Schneeschuhverleih mit geführten Wanderungen, Pferdeschlittenfahrten, Lama­ trekking und vieles mehr sind ebenfalls inklusive. „Und natürlich Elois, den ganz persönlichen Privatchauffeur für die SAMO-Gäste“, garantiert der Bürgermeister persönlich.

Da gibt’s klarerweise auch den Elois mit dem Elektromobil-Shuttle, der die Gäste auf Anruf chauffiert. „Weiters aber auch Fahrräder mit Elektro-Antrieb, Tret-Gokarts (Speedy), Badesee-Eintritt, geführte Nordic-Walking-Touren,

Schnuppermalen und vieles mehr sind ebenfalls inklusive“, verrät der Geschäftsführer Marcus Klein. Die Gemeinde erhielt mit diesem Angebot die hohe Auszeichnung „Perle der Alpen“. v Infos: Tel. 0466/ 450-0, www.werfenweng.at

Täglich gibt’s Action: vor der Piraten-Party

Foto: Tourismusverband Werfenweng, Bernhard Bergmann

Die traumhaften Berge und bewirtschafteten Almen rings um das Hotel bieten endlose Outdoor-Möglichkeiten. Noch mehr Freizeitvergnügen gibt es am Badesee, Tennisplatz beim Reiten oder einer Pferdekutschenfahrt. Im Baadingoo Kinderclub erleben Kids von 3 bis 12 Jahren ein actionreiches Programm an 6 Tagen pro Woche. „Am tollsten

Privatchauffeur zum Lift?

Und im Sommer

Foto: Gut Wenghof

Action mit dem BaadingooKindermonster

ist die tägliche Kinderdisco“, schwärmen die Größeren.

Was will man mehr im Urlaub: umweltbewusst und ohne Zusatzkosten unterwegs

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Foto: Tourismusverband Werfenweng, Bernhard Bergmann

Werfenweng in den Salzburger Alpen hat viel zu bieten. Die „Ski- & Board-Arena“ ist ein familienfreundliches Schigebiet mit 25 Kilometer präparierten Pisten in allen Schwierigkeitsgraden und jeder Menge gemütlicher Hütten für den Einkehrschwung. Die gespurte Langlaufloipe führt direkt am Hotel vorbei und bietet eine sportliche Alternative zu den Schipisten.

... wer von den beiden wohl mehr Respekt hat?

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Leben & leute

Zum Schutz der Kinder: Autos haben am Hotel-Areal nichts verloren.

Foto: Gut Wenghof

bieten Pizza, Pasta und Fondue ohne einen Cent Aufpreis. Sämtliche Getränke wie Tee, Kaffee, Säfte, Bier, Wein und Spirituosen laut Karte sind ebenfalls inklusive. Aber selbst das ist keine wirkliche Einzigartigkeit, das gibt’s natürlich in den speziellen Kinderhotels in Österreich immer wieder. Ein hervorstechendes Merkmal ist in Werfenweng aber die Kinderbetreuung.


LEUTE &

MIT EINEM „LIEDL“ BEZAHLT

LEBEN

Schon Franz Lehar wusste es: im Kaffeehaus Zauner, Bad Ischl, ist man stets willkommen

„Wohin geht’s denn?“, erkundigt sich mein Gegenüber freundlich, als ich gerade aus dem Fenster schaue und die obersteirische Landschaft vorbeifliegt. „Nach Bad Ischl“, erwidere ich eher knapp. „Ah, zum Kaiser und in die Konditorei Zauner, wir waren schon dort und es läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke.“ Von Michaela Vretscher

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m nächsten Morgen stehe ich in der Backstube der legendären K&KKonditorei – ich darf einen Blick hinter die Kulissen werfen – und mir geht’s genauso wie gestern meinem Zugnachbarn. Hier also werden all die Köstlichkeiten gezaubert. Marzipanspitz oder Mandelkipferl, Obsttorte oder Zauner-Igel, Florentiner oder Kaiserdessert? Die Entscheidung fällt nicht leicht. Man benötigt schon einige Zeit, um sich rund um das lange Buffet bewegend sattzusehen.

Ein wahrer Augenschmaus Von einem der Konditormeister werde ich in Empfang genommen und durch verschiedene Abteilungen geführt: Ein Zuckerbäcker ist soeben damit beschäftigt, den Schokoladenmantel auf die Zaunerstollen zu streichen, die in fünf Größen und drei Variationen erhältlich sind. Das Innenleben u. a.: Nougat-Grillagemasse mit Haselnüssen, Kakaobutter, natürlicher Vanilleextrakt. Riesige Schoko-Eier in vielen Nuancen warten darauf, mit Pralinen gefüllt zu werden, im hinteren Bereich geht die Herstellung der berühmten Oblaten – seit 1893 gebacken – über die Bühne. Zwei hauchdünne knusprige 46

Firmenchef Josef Zauner: „Unsere k&k-Tradition bewahrten wir bis heute.“

Scheiben mit Mandel-VanilleFüllung zergehen auf der Zunge. In Schichten übereinander gela-

gert, kommt deren feines Aroma auch in der Oblatentorte zur Geltung.

Zerschmelzen auf der Zunge: die original Zauner-Oblaten nach traditioneller Rezeptur mit Mandel-Vanille-Füllung.

Das berühmte Zauner-Buffet: Ein Augenschmaus

„Unser Name wird mit Bad Ischl in einem Atemzug genannt, danach folgen Kaiser Franz Joseph und Sisi“, bemerkt Josef Zauner ohne Überheblichkeit. Auch chronologisch ist die Reihenfolge zu bestätigen, denn das Geburtsjahr der Konditorei Zauner ist mit dem Jahr 1821 datiert, in dem der Wiener Zuckerbäcker Johann Zauner nach Ischl gerufen wurde. Die Eröffnung des Stammhauses in der zentral gelegenen Pfarrgasse Nr. 7 erfolgte 1832, als der Thronerbe noch in KLIPP Februar 2009


LEUTE & LEBEN

seinen Kinderschuhen steckte. Die Lettern vor dem Namen des ehemaligen k. & k. Hoflieferanten haben nach wie vor ihre Berechtigung. „Konditor-Kunst, für die über Generationen bestehende Perfektion, verschmolzen mit der Freude am Kreieren neuer Spezialitäten“, so der Herr über das Schlaraffenland der Süßspeisen.

Unwiderstehlich für SchokoLiebhaber

Klassisch-chinesischer Tanz und Musik keit, den großen Betrieb zu führen, eine heitere Leichtigkeit ausstrahlt. In der Hauptsaison beschäftigt der Inhaber zahlreicher österreichischer wie internationaler Auszeichnungen an die 90 Mitarbeiter, war lange Jahre Fernsehkoch/-konditor und ist nebenbei Gastprofessor in Japan. „Alles wird in Handarbeit hergestellt“, berichtet er weiter. Verwendet werden für die ungeheure Auswahl an rd. 200 verschiedenen Mehlspeisen ausschließlich Naturprodukte, darunter Bio-Freiland-Eier, Obers, Haselnüsse.

5000-jährige Kultur Das Ensemble „Divine Performing Arts“ aus New York mit LiveOrchester gastiert am 5. April 2009 für 2 Shows (15:00 und 19:30 Uhr) in der Wiener Stadthalle. Als Folgeproduktion von „Shen Yun Chinese Spectacular 2008“ will „Divine Performing Arts 2009 World Tour“ die Zuschauer mit neuen klassischen chinesischen Tänzen, mitreißender Musik, überwältigenden Kostümen und dynamischen Bühnenbildern begeistern. Man erlebt den größten chinesischen General Yue Fei, die legendäre Mulan sowie moderne Chinesen, die den aktuellen Gefahren im heutigen China gegenüberstehen. Wunderschöne himmlische Feen fliegen auf der Bühne, und mitreißender Trommeldonner erweckt den Geist der Zuschauer. Informationen und Tickets (29,– bis 64,– Euro): www.DivinePerformingArts.eu oder bei Oeticket unter 01/96096. ❖

Gewaltige Mengen

Salzburger Nockerl Am Abend geht’s ins GrandCafé Esplanade, gelegen am Traunufer und seit 1927 ebenfalls in Zauner-Besitz, wo wir – eine Runde von Journalisten – zum Abendessen geladen sind. Zum Abschluss werden die berühmten Salzburger Nockerl serviert – flaumig, köstlich, und die Vitrine im Visier, erfreue ich mich ebenfalls am optischen Genuss der verzierten Werke. „Die komplette Auswahl finden Sie nur im Stammhaus“, sagt Josef Zauner lächelnd, der trotz dieser anspruchsvollen TätigKLIPP Februar 2009

Pro Jahr werden unter anderem rd. 200.000 Eier, 50.000 Liter Obers, 40.000 Liter Milch, 30.000 kg Zucker, 10.000 kg Schokolade, 7.000 kg Nougat und Marzipan sowie 5.000 kg Haselnüsse verarbeitet. Gourmets auf allen Kontinenten schätzen Zauners hohe Kunst der Confiserie, und zu den Besuchern zählen von jeher prominente Persönlichkeiten wie Johann Nestroy und Operettenfürst Franz Lehár, der hin und wieder die Oblaten mit einem frisch komponierten „Liedl“ bezahlt haben soll. Im Gästebuch verewigten sich u. a. auch Friedrich Torberg, Theo Lingen, Curd Jürgens und David Hasselhoff. Vorher habe ich natürlich eines vergessen: Klarerweise habe ich nach meinem Besuch in der Backstube den Gourmet-Tempel mit einem großen Vorrat an süßen Zauner-Kompositionen verlassen. ❖ Infos: www.zauner.at 47


LEUTE & LEBEN

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er Bergdoktor“ etwa wurde in Ellmau gedreht, dem 820 m hoch gelegenen, 2.600 Einwohner zählenden Dorf in Tirol am Fuße des Wilden Kaisers. Er hält mit seiner Höhe bis zu 2.344 Metern nicht nur Wache über diesen Ort, sondern auch über Going, Scheffau und Söll. Um das Kaisergebirge, dem außerdem der Zahme Kaiser angehört, entstanden ob seiner bizarren Felsformen zahlreiche Sagen und Märchen: Geister und Hexen hausen droben, auch der Beelzebub selbst triebe dort allzu gern sein Unwesen: Gipfelnamen wie „Teufelskanzel“ spiegeln diese Erzählungen wider. Sicher ist jedenfalls – so viel schon vorweg – nach diesem mehrtägigen Aufenthalt möchte ich den „Kaiser“ auch einmal im Sommer um eine Audienz ersuchen.

Schneegestöber Bis Ellmau sind es noch 70 Kilometer. Zeigte sich der Tag bislang in nebeligem Grau, so erwartet uns bei der Autofahrt im Tiroler Ländle dichtes Schneegestöber. Für die einheimischen Autofahrer natürlich kein Problem, aber für manche Besucher ein großes Hindernis. Abschnittsweise im Schritttempo legen wir in einer Kolonne die Strecke, abgezweigt in St. Johann, über Going bis Ellmau zurück.

Wohlgefühl im Sporthotel In der komfortablen Suite Krokus im Sporthotel Ellmau darf ich Quartier beziehen, kann

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Wo liegt denn dieses Ellmau?

AUDIENZ BEIM KAISER

Als mich eine Einladung ins Sporthotel Ellmau erreicht, tut sich bei mir wieder einmal eine Wissenslücke auf: „Wo bitte liegt denn dieses Ellmau?“, lautet meine Anfrage. Ja, Grund, sich zu schämen; abgelegene Zipfel in der Fremde erforscht, aber des Heimatlandes unkundig! Begeisterte Wintersportler, Bergsteiger und -kletterer wissen es natürlich und jene, die sich gern TV-Serien hingeben, kennen ebenfalls diese beeindruckende Naturkulisse in Tirol. Von Michaela Vretscher mich auf 40 m2 ausbreiten, die Aussicht von zwei Balkonen auf eine (Flutlicht-)Piste und die Kapelle genießen, mir ein heißes Bad in der großen, geschwungenen Wanne genehmigen und mich über die angenehme Wärme des Kachelofens freuen. Neben Einzel-, Doppel-

zimmern in vielen Varianten, Studios und unterschiedlichen Suiten stehen den Gästen der Familie Unterlechner auch Appartements, unweit vom Hotel entfernt gelegen, zur Verfügung. Den Tag schließe ich mit einem köstlichen Abendmahl ab. Serviert wird feine Schinken-

Felipe Armas Ismael aus Teneriffa, erfahrener Restaurantleiter des Sporthotels neben dem hl. Hubertus.

mousse auf knackigem Blattsalat, Schwarzwurzelcremesuppe mit Weißbrotcroutons, den Salat und das Dessert wählt man am reichhaltigen Buffet, dazwi-

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LEUTE & LEBEN

schen gebratenes Filet vom Bachsaibling an geschäumter Kräuterbutter mit Karottenbündel. Auch jetzt beim Schreiben reagiert mein Gaumen auf die Erinnerung. Gegrillte Putenmedaillons an einer Cognacrahmsauce, Ragout von der Wildschweinkeule, Barramundi- und Seewolf-Filet, rosa gebratene Lammracks oder – genauso lecker: die vegetarischen Teller, etwa Gemüsespieß mit Wildreismischung und Sauce Bernaise. Am nächsten Tag nieselt es leicht, die geführte Schneeschuhwanderung entfällt, aber das Sporthotel bietet so viele Möglichkeiten zum Amüsieren und Entspannen, dass es nichts ausmacht, Outdoor-Aktivitäten entbehren zu müssen. Freundliche Angestellte bieten sich zu einer Führung durch zahlreiche Räume des Souterrains mit eigenem Vergnügungszimmer für Kleine und Spielsalon für Ältere an; es gibt einen Fitnessraum, die „Oase der Sinne“, in der man sich bei speziellen Massagen, Gesichts- und Körperbehandlungen oder allerlei Bädern verwöhnen lassen kann, sowie eine Saunalandschaft und das Hallenbad. Das Haus ist so geräumig, sodass die Menge an Gästen – die meisten kommen aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden – gar nicht spürbar ist. Im Laufe der Jahre wur-

Egal ob im Winter nach dem Schifahren oder im Sommer: eine Körperbehandlung liegt immmer im Trend.

den seit Bestehen des Hotels immer wieder Renovierungen und Vergrößerungen vorgenommen, Nischen zum Rückzug wie auch zur Kommunikation geschaffen, wobei betreffend Ausstattung Tradition und Moderne in harmonischem Einklang stehen. Antiquitäten – wunderschön bemalte, original Tiroler Schränke und Truhen – sind in allen Stockwerken zu bewundern, Statuen und Bilder zieren so manchen Winkel und einige Wände. Keineswegs überladen, sondern heimelig wirken diese liebevoll eingerichteten Plätze, „man fühlt sich wie zuhause“, sagt ein Dauergast – seit 40 Jahren hier auf Urlaub – und schmökert weiter in einem Buch von John Grisham. In diesem „Wohnzimmer“ mit gemütlichen Polstermöbeln und rustikaler Holzdecke knistert das Kaminfeuer – für mich als Sport- und

Wellness-Muffel wird dies zum Lieblingsbereich.

Schnupperstunden im Dorf Ellmau Auch am nächsten Tag zeigt sich die Sonne nicht; es nieselt weiterhin, aber für begeisterte Schifahrer kein Grund, die „Brettl“ im Stall zu lassen. In der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental, dem größten zusammenhängenden Schigebiet Österreichs, warten schließlich 279 Kilometer Pistenspaß sowie 91 Bahnen und Lifte. Mein Weg hingegen führt mich durchs Dorf, in die Metzgerei von Jakob Leitner, der die Thermenregion in der Steiermark zu seinem Urlaubsziel wählt, über die Pfarrkirche St. Michael, umgeben von einem kleinen Friedhof, bis zum Anwesen von Familie Hofer, deren Bio-Milch-Automat Anziehung ausübt. Rund

um die Uhr kann man sich dabei bedienen, und das seit 15 Jahren. Auch Butter wird hier noch gerührt, „aber nur zum Eigengebrauch“, erzählt Herr Stefan Hofer und zeigt mir den Laufstall des Fleckviehs und der dunkleren gefärbten Pinzgauer. Ab Ende Mai dürfen sich die Kühe auf der 1.300 m hoch gelegenen Alm bewegen.

Vergnügliche Abende Zurück zu einer Alm der anderen Art, einer rustikalen Stuben, die „Ellmauer Alm“ heißt. Direkt hinter dem Sporthotel gelegen, unter der Führung von Hubert Unterlechner, werden heiße Après-Ski-Partys gefeiert und wird täglich Livemusik geboten. Ich aber hab’ mir fix vorgenommen, dem Kaiser, der zwischen Treffauer und Ellmauer Halt in der Felseneinsamkeit ruhend auf seine Erlösung wartet, wieder einen Besuch abzustatten und noch besser kennen zu lernen. ❖ Ellmau: Erste schriftliche Erwähnung des Ortes Ellmau um 1155, gehört dem Bezirk Kufstein an. Ellmauer Kaiserbad, Golfplatz Wilder Kaiser (27Loch-Golfanlage), Kaisergolf (9-Loch-Golfanlage); Rübezahl-Waldsee u.v.m. Infos: www.sporthotel-ellmau.com, www.ellmau.tirol.gv.at, www.skiwelt.at

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Leben & leute Schauraum mit Planungskompetenz für individuelle Lösungen

Klassische Moderne Im Wiener Schauraum zeigt die NEUE WIENER WERkSTÄTTE ihre Interpretation von Klassik und Moderne und macht Wohnträume wahr

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uf einer Ausstellungsfläche von eintausend Quadratmetern zeigt die NEUE WIENER WERKSTÄTTE ihr Repertoire von Holz- und Polstermöbeln der Linien Klassik und Moderne sowie Repliken aus den Anfängen der Wiener Werkstätte von 1903 bis 1932. Der Schauraum befindet sich in der ­früheren Produktionsstätte des renommierten Polster­möbelerzeugers Jodelbauer. Vor vier Jahren wurde der Schauraum nach einer Umbauzeit von nahezu zwei ­Jahren ­eröffnet. Zu Beginn waren die Kollektionen Klassik und Moderne noch getrennt. Heute sind sie unter einem Dach zu finden. Wo früher die Klassik untergebracht war, da findet man nun den Outlet-Shop der NEUEN WIENER WERKSTÄTTE. Das Zusammenführen von Klassik und Moderne in einem Schauraum kommt dem geschmacklichen Wunsch der Kunden nach, wie die Schauraumleiterin Elke Altenberger weiß: „Wir differenzieren nicht mehr so strikt, weil auch ein Kunde, der seinen Wohnraum beispielsweise klassisch halten will, da und dort moderne Akzente setzen möchte.“ Der Schauraum dient den Fachhändlern, um ihren Kunden die gesamte Möbel- und Polstermöbelkollektion der NEUEN WIENER WERKSTÄTTE näherzubringen. Der Schauraum ist KLIPP Februar 2009


Leben & leute

Ein Thema der Anzeigenredaktion

Sitzmöbel Alex ist ein Bestseller seit vielen Jahren.

erste Anlaufstelle für Architekten, die ihre Kunden in Fragen des Interieurs in guten Händen wissen möchten. Es kommen viele internationale Händler, die sich über die Erzeugnisse der NEUEN WIENER WERKSTÄTTE informieren möchten und dabei auch den Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien einen Besuch abstatten.

Trends 2009 Karin Polzhofer, zuständig für Marketing und Vertrieb: „Klarerweise haben wir die Möbelmesse in Köln besucht, haben uns aber heuer entschieden, nicht auf der MM auszustellen, sondern stattdessen werden wir unsere Kunden zu einer Hausmesse einladen, wo wir sie persönlicher und umfassender betreuen können. Bei den hochwertigen Anbietern ist eine klare Ausrichtung auf moderne, reduzierte Möbel und italophile Polstermöbel zu sehen. Aus meiner Sicht waren hier sehr viele ähnliche Produkte zu finden, also ,more of the same‘. Wirklich herausragende Innovationen oder neue Produktideen konnten wir nicht entdecken. Was allerdings gänzlich fehlte, waren klassische Einbaumöbel und Wandverbauten – hier sehen wir seitens NWW für die Zukunft sicher eine Nische und unsere Stärke. Bei den Möbeln überwogen Hochglanzoberflächen; durch die Anschaffung einer neuen Lackier-Maschine und die Verwendung von umweltschonenden Wasserlacken liegen wir bei NWW hier sicher voll im Trend. Von der Farbwelt haben eindeutig gedeckte Farben überwogen – Beige, Grau, Schwarz, Braun, Sand, Weiß etc. Muster und grelle Farben waren auf der Messe kaum zu finden. Auch hier liegen wir bei NWW mit unserer neuen Stoff-Kollektion im Trend; wichtig sind bei den zurückhaltenden Farben aber sicher edle und innovative Materialien bei den Stoffen.“ v KLIPP Februar 2009

Schauraum Wien, Theresiengasse 6, 1180 Wien, Tel. +43 1/40561 25 Outlet Wien, Jörgerstraße 9, 1170 Wien, Tel. +43 664/811 08 60

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LEUTE & LEBEN

Skyrunner und Bergsteiger Chris Stangl in der Antarktis

IM GEFRIERFACH DER ERDE

Die Antarktis ist ein Synonym für riesige Eismassen und klirrende Kälte. Irgendwo in der Mitte – der Südpol. Tatsächlich besteht der Kontinent Antarktis aus einer Fläche von rund 14 Millionen Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig drei Mal so groß wie alle 27 EUStaaten zusammen! Diese riesige Landmasse ist von einem durchschnittlich 2 Kilometer dicken Eispanzer überzogen. In diesem gigantischen Volumen aus Eis sind 90% der Süßwasserreserven der Erde gebunden. Der gefrorene Kontinent hatte niemals „Ureinwohner“, dies war aufgrund der klimatischen Bedingungen unmöglich. Die Geschichte der Menschen in der 52

Antarktis ist sehr jung. Vor genau 189 Jahren hat der erste Mensch die Antarktis überhaupt erst gesehen. Betreten hat er sie allerdings nicht. Am Anfang des letzten Jahrhunderts (1911) war der Mensch in der Lage, den südlichsten Punkt der Erde, den Südpol, zu erreichen. Das längste Gebirge, der transantarktische Rücken, hat eine Gesamtlänge von 2.900 km, das ist mehr als doppelt so lang wie die Alpen. Der überwiegende Teil der Berge hat noch keine Besteigung. Die höchsten Erhebungen des Kontinents befinden sich aber im „Ellsworth“-Gebirge. Entdeckt wurde dieser Gebirgszug während eines Aufklärungsfluges im Jahre 1958.

Im Dezember 2007 reiste ich das erste Mal in die Antarktis. Mit der Schnellbesteigung des Mt. Vinson, des höchsten Bergs des Kontinents, konnte ich damals mein erfolgreiches „Seven Summits Speed“Projekt abschließen. Das Bergsteigen in diesem Ambiente hinterließ einen nachhaltigen Eindruck und ich kehrte im November 2008 zurück, um Berge abseits des mittlerweile bekannten Mt. Vinson zu versuchen.

Mittlere Temperatur –39 °C Und so schildert Chris Stangl die Erlebnisse in seinem Tagebuch in Kurzform: Am 25. November erstieg ich zunächst allein den formschönen Gipfel des Mt. Shinn (4.660 m). Auch wenn diese Berge nicht mal die 5.000m-Marke schaffen, Bergsteigen in der Antarktis ist ein permanenter Kampf mit der Kälte. Selbst am Aufgangspunkt, im Basislager auf 2.000 m, erwärmt sich die Luft nie mehr als minus

12° Celsius. Und das bei einem optimalen Tag, ohne Wind und ohne Abschattung der Sonne. Die Sonne geht zwar in diesem Jahresabschnitt ohnehin nie unter, aber sie kann hinter einem Berg verschwinden. Im Schatten hat es leicht mal -30 °C. Auf 4.000 m Seehöhe hat es im antarktischen Südsommer (November bis Jänner) eine mittlere Temperatur von -39 °C. Beim Aufstieg auf den Mt. Shinn hatte ich leichten Wind und ich KLIPP Februar 2009


Kekse waren älter als ich

Von Christian Stangl www.skyrunning.at

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Drei Tage später brechen wir (Damien Gildea aus Australien und Walter Laserer aus Gosau) mit Zugschlitten nach Norden auf. Auf den Schlitten ziehen wir Essen, Brennstoff und Kletterausrüstung für mehrere Tage hinterher. Nach zwei Tagen erreichen wir den Fuß des Mt. Gardner (4.573 m). Der Berg hatte seit seiner Erstbesteigung im Jahre 1967 nur fünf Besteigungen, obwohl er der fünfthöchste Berg des Kontinents ist. Am Wandfuß entdeckten wir völlig unerwartet eine Holzkiste mit Lebensmitteln. Bei genaue-

Unbeschreibliches Gefühl Mitte Dezember erkletterten wir erfolgreich den Mt. Gardner. Gewaltiger Ausblick, einfach nur genial! Kein noch so gutes Foto, keine Filmsequenz und keine Erzählung mag das wie-

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LEUTE

dergeben, was man auf so entlegenen und unbekannten Gipfeln empfindet. Hier kann man zumindest ansatzweise das nachempfinden, was die großen Entdecker des letzten und vorletzten Jahrhunderts noch erleben durften. Kurz vor Weihnachten kehrten wir aus der Antarktis zurück. Ich nutzte den Zwischenstopp in Südamerika für einen kurzen Abstecher in die Anden. Mit der „Ein-Tages-Begehung“ des Cerro Pissis (6.795 m) gelang mir meine 52ste Gipfelbesteigung eines Anden-Sechstausenders. Seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts (also seit knapp 20 Jahren) weiß man erst definitiv, wie viele „Sechstausender“ es in den gesamten Anden gibt. Es sind 102 an der Zahl, und kein Mensch hat die Aufgabe, alle zu besteigen, bisher gelöst. ❖

&

rer Betrachtung stellte sich heraus, dass es das Nahrungsmitteldepot von den Erstbesteigern im Jänner 1967 war! Die Bretter der Holzkiste waren in einem Zustand, als wären sie gestern erst gehobelt worden. Walter und ich aßen „experimentell“ je ein 42 Jahre altes Keks. Der Geschmack war einwandfrei und wir verdrückten in Folge an die acht Rollen. Die konstante Kälte der letzten vier Jahrzehnte sorgte für eine unübertreffliche „Frischegarantie“. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, etwas zu essen, das schon produziert wurde, als ich noch gar nicht geboren worden war.

LEBEN

musste kurzfristig im Schatten klettern. Trotz mehrschichtiger Unterbekleidung und Daunenbekleidung ist man hier wegen der Kälte gezwungen, ständig zu klettern. Ein grandioser Gipfel, zu spitz, um die Kamera irgendwo für ein Selbstauslöser-Foto zu platzieren.


LEUTE &

Land der Juden und Palästinenser

ISRAEL

W

Schon nach wenigen Stunden in Israel spürt der Besucher, dass die Antworten auf die Fragen zur Lösung der politischen Krise und Konflikte keine einfachen sind. Dass das, was wir in Europa und der Welt über die Vorgänge dort erfahren, ein äußerst mangelhaftes und gefiltertes Bild ist. Mit Seilbahn in die Haniqra-Grotten an der libanesischen Grenze

In der Brotvermehrungskirche am See Genezareth

Alle Fotos: MKK, Studienreise 2008

LEBEN

Haifa. Der Bahai-Tempel, das Wahrzeichen der Stadt

Pilger am Jordan

as umso bedauernswerter erscheint, weil das Land unwahrscheinlich viel zu bieten hat. Israel ist ein Ziel von Pilgern, Kultur- und Bildungsreisenden, aber auch Badeurlaubern. Viele Tausende besuchen jährlich die heiligen Stätten von Juden, Christen und Moslems, besichtigen Ausgrabungsstätten und Tempel und verbringen ihre Ferien an den Stränden vom Mittelmeer und Roten Meer. Allerdings, das so genannte Heilige Land ist seit Jahrzehnten das Zentrum des Nah-OstKonflikts, der bereits viele tausende Tote und Verletzte forderte. Wie bizarr die Situation selbst unter den Christen ist – in der Geburtskirche schlagen sich die Geistlichen und Anhänger der verschiedenen christlichen Glaubensgemeinschaften (Kopten, Orthodoxe usw.) gegenseitig die Köpfe blutig, weil man darum streitet, wer zu welcher Zeit wo und wie lange sich aufhalten darf. Das führt zu Absurditäten. Stiegen, Höfe und die KirchenAnlage werden von den einzelnen Glaubensgemeinschaften abschnittsweise gereinigt. Eine

Schiedskommission musste z.B. klären, wer nun die letzte Stufe einer Treppe, die auf Hofebene endet, reinigen muss. Skurriler geht’s nicht mehr. Jetzt sind beide Seiten dafür zuständig. Dass es bei so viel Engstirnigkeit zu keinen großen, zukunftsweisenden Lösungen für das ganze Land kommt, überrascht nicht. Warum fährt man nach Israel? Weil man katholisch sozialisiert wurde und die Vorstellungen von den Bibelschauplätzen mit der Realität vergleichen möchte? Das ist sicher ein Aspekt, aber noch mehr interessiert die bunte Mischung von Land und Leuten, die vielfältige Geschichte und dass man immer mehr draufkommt, wie durch Medien gefiltert und übernommen unser Bild vom Heiligen Land doch ist. Je mehr man erfährt, desto komplizierter wird eine eigene Urteilsfindung. Aber eines spürt man überall, die Menschen wollen, dies- und jenseits der Mauer, nichts anderes als mit ihrer Familie in Frieden und materieller Sicherheit leben. Aber leider erfährt man im Ausland eher von den Fanatikern, ihren Anschlägen und den Vergeltungsmaßnahmen. ❖

Die Ruinen der Herodes-Stadt Caesarea

Kapanaum: Statue von Simon Petrus

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LEUTE & LEBEN

Ein Mensch, der, sagen wir, als Christ, streng gegen Mord und Totschlag ist, hält einen Krieg, wenn überhaupt, nur gegen Heiden für erlaubt. Die allerdings sind auszurotten, weil sie des wahren Glaubens spotten! Ein andrer Mensch, ein frommer Heide, tut keinem Menschen was zuleide, nur gegenüber Christenhunden wär jedes Mitleid falsch empfunden. Der ewigen Kriege blutige Spur kommt nur von diesem kleinen »nur«. Eugen Roth


LEUTE

FÜR 71 STUNDEN NACH BELEK

LEBEN

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Während es bei uns zu Hause schneit, mit Golf-Profi Martin Wiegele auf die Runde

„Die Strapaze zahlt sich doch nicht aus“, war die erste Reaktion eines Freundes. Doch er behielt nicht Recht. Die 20-köpfige Golfer-Reisegruppe, die sich für den 3-Tages-Ausflug in die Türkei aufs Golfen gefreut hat, wurde nicht enttäuscht. Wetter und Golf-Stimmung passten hervorragend.

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chon vier Stunden nach dem Abflug in Wien, eine Dreiviertelstunde Busfahrt bereits eingeschlossen, labten wir uns bereits am Mitternachtsbuffet im Luxus-Resort Susesi. Auch von Klagenfurt nach Wien ist man diese Zeit unterwegs. Natürlich klappte alles deshalb gut, weil die „Vorhut“ – Evelyn Gruber und Julien Bacques von TGR-Golfreisen und Yilmaz Mollahuseyinoglu, General Manager von Spy Golf – alles bestens vorbereitet hatte. So waren die Abschlagszeiten und alles andere bereits reserviert und fixiert. „Bei uns in der Steiermark schneit’s“, hieß es am nächsten Morgen beim Frühstück. Ein Blick hinaus – in der Nacht hat es zwar geregnet, aber nun gab es gutes Golf-Wetter. Umso entspannter ging’s mit dem Bus zum 10 Minuten entfernten Golfplatz Carya Golf. Und beim Frühstück zeigte das Susesi Luxus-Resort, dass es seine fünf Sterne zu Recht trägt. Mit seinen 500 Zimmern, Villen und Suiten ist es eines der großen neuen Urlaubsresorts in Belek.

Edel-Amateure Wie es sich gehört, schlugen sich die Edel-Amateure (alle hatten 56

Martin Wiegele mit Sponsoren der ersten Stunde Wolfgang Erber(l.) und Rudi Oberrauter

zumindest ein Handicap unter 20) auf der großzügig ausgelegten Driving Range des Golfplatzes Carya mit Martin Wiegele ein. Jeder in der Gruppe konnte für einige Löcher im Flight mit Martin Wiegele spielen, und da sahen selbst die routinierten Edel-AmateurGolfer, dass zwischen der Präzision und Länge der Schläge eines Profis und jenen eines Amateurs Welten liegen. Irgendwie war das aber auch zu erwarten, denn sonst würde Martin Wiegele, der 28jährige Steirer, nicht zu den 200 besten Golfern Europas zählen oder mit ihnen mithalten. Erst, wenn du am Hahnenkamm einige Passagen mit Michael

Walchhofer und Hermann Maier mitgefahren bist, dann weißt du, was es heißt, Skirennläufer zu

sein, und merkst, wo der Unterschied zum Freizeit-Skiläufer liegt. So ähnlich ist das auch beim Golfen. Aber das Leben eines Golf-Profis ist hart und verlangt viel. Vor allem dann, wenn man auf der European Tour mit dabei ist, sozusagen in der Champions League der Golfer. „Du musst Geduld und Demut haben“, wiederholt Martin Wiegele einen oft gehörten Ausspruch. Neben Markus Brier ist der Steirer Österreichs erfolgreichster Golfer überhaupt. Eine Voraussetzung dafür ist aber auch ein entsprechendes Umfeld (Management und Sponsoren), damit sich

Das Luxuxressort Susesi in Belek „umgeben“ von 14 Golfplätzen

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GOLFTRAINING der Sportler auf seine „Arbeit“ wirklich konzentrieren kann. Die großen Turniere erstrecken sich über vier Tage. 155 Spieler starten am ersten Tag, nach dem zweiten gibt’s den Cut und nur die besten 65 spielen dann um den Sieg. „Es ist bitter, wenn du nach Südafrika fliegst oder nach Indien und dann verpasst du dort den Cut um einen Schlag. Das muss man erst verdauen und dazu braucht es viel, viel Beherrschung.

Unbarmherzige Auslese Nur wer am Ende der Saison unter den besten 114 ist – das Ranking ergibt sich nach der Höhe der erspielten Preisgelder –, erhält im kommenden Jahr wieder die Tourkarte.“ Jene, die wie Martin Wiegele knapp dahinter liegen und es nicht ganz geschafft haben, dürfen eben bei einer beschränkten Zahl von Turnieren an den Start. Oder sie sind die Reserve, sollte jemand von den vorderen Plätzen absagen. „Und da kommt es schon vor, dass du nach Australien als Reserve fliegst und dann eine Woche dort wartest und nicht spielen kannst.“ Der Profi-Golfsport ist gnadenlos, es gibt kaum Serien-Sieger. Selbst ein Tiger Woods schafft es manchmal nicht. Viele Profis warten oft Jahre auf den ersten Sieg und den ganz großen Erfolg. Als Amateur war Martin Wiegele sicher der beste und erfolgreichste österreichische Golfer. Denn er gewann sogar einmal die AmateurWeltmeisterschaft. In Belek demonstrierte der 28-Jährige, dass er das Potenzial für einen ganz er-

folgreichen Golfer hat. Bis zum 40. Lebensjahr können die Golfer ganz oben mitspielen. So gesehen ist Martin Wiegele für seine Sponsoren eine Art Zukunftsaktie, die es wert ist, dass man auf sie setzt. In Zeiten wie diesen ist es klarerweise nicht einfach, Sponsoren davon zu überzeugen. Bei Martin Wiegele waren es Telekom (zog sich aus dem Golfsport zurück), Gösser, Golfclub Erzherzog Johann, Erber & Krenn Gruppe, Fuchs & Partner (pausiert dieses Jahr), Captura (Finanzdienstleister), Faustmann (Möbel), im Gespräch sind weiters Masters (Golfkleidung) und die Michelatsch Group.

Millionen -Preisgelder Für Nichtgolfer ein Hinweis: Große Turniere schütten Preisgelder von 1,2 Millionen bis zu 6 Millionen Euro aus. Der Sieger erhält im Schnitt rund ein Sechstel davon. Wer also nur ein Mal ganz oben steht, der wird entsprechend honoriert. Die Finanzierung einer Jahressaison eines Spielers wie Martin Wiegele kostet die Sponsoren rund 100.000,– Euro. Im Vergleich dazu: Für eine Anzeigenseite in der Krone muss man mehr als 30.000,– Euro hinblättern. Und die ist am nächsten Tag Geschichte. Denn wie sagt man: Nichts ist älter als eine Zeitung von gestern. ❖ PS: Die Leistungen im Luxus-Resort-Hotel Susesi waren perfekter als der deutschsprachige Prospekt. Aber man sieht daraus: Selbst Luxus-Resorts haben Potentiale, sich noch zu verbessern.

Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz Internet: www.golfschule-ali.at E-Mail: office@golfschule-ali.at

DIE AUSRICHTUNG Hierbei geht es um zwei unterschiedliche Bestandteile: den Schläger und den Körper. In beiden Fällen ist deren Ausrichtung in Relation zur Ziellinie (imaginäre Linie zwischen Ball und Ziel) gemeint. Zeigt das Schlägerblatt nach links vom Ziel, so ist es geschlossen. Zeigt es nach rechts, ist es geöffnet. Ist es direkt auf das Ziel gerichtet, spricht man von square. Bei der Ausrichtung des Körpers ist es umgekehrt. Zeigt der Körper nach links, spricht man von geöffnet; zeigt er nach rechts, ist er geschlossen. Sind die imaginären Linien zwischen den Schultern, den Hüften und den Beinen parallel zur Ziellinie ausgerichtet, spricht man von gerader Ausrichtung (square). ❖

Schläger und Körper sind korrekt ausgerichtet, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Das Schlägerblatt zeigt zum Ziel; die Schultern, die Hüfte und die Füße sind parallel zur Ziellinie.

Das Schlägerblatt zeigt zum Ziel, jedoch ist die Ausrichtung des Körpers nicht richtig; da die Schultern und die Hüfte nach links zeigen, ist der Körper leicht verdreht.

Bar und Disco: Auch nach dem Golfen muß einem nicht langweilig werden.

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Der Körper ist in Relation zur Ziellinie geschlossen, da die Schultern und die Hüfte nach rechts ausgerichtet sind.

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BÜCHER

Wenn Eltern es zu gut meinen Polly Young-Eisendrath Goldmann

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Bestsellerliste Belletristik Brida Paul Coelho

Diogenes

Das Spiel des Engels Carlos Ruiz Zafón Feuchtgebiete Charlotte Roche

Fischer S.

iele Eltern versuchen ihren Kindern mit der gut gemeinten Suggestion „Du bist etwas ganz Besonderes“ ein überhöhtes Selbstbewusstsein einzuimpfen. Doch das kann schiefgehen. Denn echtes Selbstbewusstsein entwickeln Kinder nur durch eigene Erfahrung, durch Ausprobieren, Scheitern und erneutes Ausprobieren. Und wenn Eltern ihre Kinder zudem in Watte packen, lernen diese Kinder nicht, mit Niederlagen umzugehen.

Dumont Buchverlag Die Frau in der hinteren Reihe

Schwerelos Ildikó von Kürthy Bd. 1 Gerhard Haderer

Wunderlich

Françoise Dorner Diogenes

Ueberreuter

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Sachbuch Guinness-Buch der Rekorde 2009 Bibliographisches Institut Mannheim Guinness World Korrupte Medizin Hans Weiss Kiepenheuer & Witsch Mit dem Mond leben – Taschenkalender 2009 Heyne Himmelfahrten. Höllentrips Friedrich Orter Ecowin Verlag Gomorrha Roberto Saviano

Hanser

Lesestoff Alle Bücher erhältlich unter:

www.webbuch.at

in Leben voller Abenteuer? So versprechen es die Zeitschriften, die Nina in ihrem Pariser Kiosk tagtäglich verkauft. Die Wirklichkeit? Wecken um drei vor fünf, dann schnell die eheliche Pflicht verrichten, und Punkt fünf ab zum Zeitungsgroßverteiler. Dann die Arbeit im Kiosk. Ein Leben ohne Glanz – bis sie eines der Heftchen aufschlägt, in das die Männer heimlich linsen. Was wäre, wenn auch sie einen schwarzen Ledermantel hätte? Schon bald wird Nina zu einer rührenden Femme fatale und zu ihrer eigenen Rivalin … Gekündigt und glücklich Chrisanna Burkhardt Edition Vabene

S

ind Gekündigte tatsächlich die Verlierer im oft fragwürdigen Kampf um Positionen, die schon beim nächsten Kurssturz an den Börsen ohnehin eliminiert werden könnten? Der knapp und humorvoll formulierte Ratgeber begleitet durch alle Phasen der Kündigung. Goodbye Lemon Adam Davies Diogenes

E in Graz, Liezen, Deutschlandsberg, Hartberg, Kapfenberg, Leoben und Feldbach

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in kleiner Junge, der in einen See springt und nie mehr auftaucht – und von dem keiner mehr spricht. Und der doch das Leben der anderen Fami-

lienmitglieder noch Jahrzehnte danach belastet. War sein Vater schuld an dem Tod? Warum durfte nie über die Tragödie gesprochen werden? Ist es jetzt zu spät? Denn der Vater sitzt nach einem Schlaganfall im Rollstuhl und kann nicht mehr reden. Kann Jack, der nach 20 Jahren wieder nach Hause gekommen ist, den Bann brechen? Korrupte Medizin Hans Weiss Kiepenheuer & Witsch

E

in Medizinjournalist wechselt seine Identität und wird PharmaConsultant. Erschreckendes Ergebnis seiner Recherchen: Weite Bereiche unserer Medizin stehen unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Ärzte – vom Klinikchef bis zum Allgemeinarzt – machen sich zu gut bezahlten Handlangern. Das Eltern Läster Buch Heide Engl Bastei Lübbe

E

s gibt sie tatsächlich: die ignoranten, arbeitsscheuen und selbstherrlichen Lehrer, die nicht zuhören können und ständig gestresst sind. Doch auch Eltern können desinteressiert, ahnungslos und überfordert sein. Sie erziehen ihre Sprösslinge zu sich selbst überschätzenden kleinen Monstern oder zu verschüchterten, bildungsresistenten Jasagern. Dieses Buch verschont niemanden. Erziehungsunfähige Eltern, lernunwillige Schüler und überforderte Lehrer; sie alle geraten ins Kreuzfeuer der Kritik. Will ich dich lieben und betrügen Alicia Giménez-Bartlett Bastei Lübbe

E

in kleines Dorf in Mexiko. Vier Frauen inmitten der Ereignislosigkeit der ländlichen Idylle. Die Ehemänner kommen immer erst am Wochenende, und mit ihnen die vertraute Routine der Liebe im Alltagsgewand. Ein ruhiges Leben, eigentlich. Doch dann verliebt sich die eine in den Ehemann der anderen – und löst damit eine Kettenreaktion aus, in der die idealen Familien und eingespielten Paare ihre wahre Natur zeigen. Am Ende wird sich jede die Frage stellen, wie weit die eigene Liebe noch trägt … KLIPP Februar 2009


Peter Stiegnitz Edition Vabene

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as Buch umfasst sowohl die wichtigsten Ergebnisse der über 30-jährigen Lügenforschung als auch die jüngsten Erfahrungen auf diesem Gebiet. Untersucht wurden dabei sowohl das unterschiedliche Verhalten von Männern als auch Frauen, Jüngeren und Älteren. Einige Kapitel beschäftigen sich mit den gesellschaftspolitischen Folgen der Wirklichkeitsverneinung und ihrer Folgen. Einkommen für alle Götz W. Werner Bastei Lübbe

D

ie Würde und die Freiheit des Menschen beinhalten das Recht, nein sagen zu können. Diese Freiheit hat nur der, dessen Existenzminimum gesichert ist. Die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ruht damit auf der zentralen Grundlage unserer Verfassung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Einkommen ist ein Bürgerrecht. Götz W. Werner, der dm-Chef, über die Machbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens. Nachhaltig investieren & gewinnen Wolfgang Pinner Linde international

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nvestieren, lukrative Gewinne erzielen und gleichzeitig Gutes tun für Umwelt und Gesellschaft? Das muss kein Widerspruch sein. Wolfgang Pinner zeigt in seinem Ratgeber faire Alternativen der Geldanlage auf, die nach dem Prinzip der „doppelten Dividende“ funktionieren: Ertrag für den Anleger und Zusatzertrag für Umwelt und Soziales. Die Pferdeflüsterin erzählt Andrea Kutsch Bastei Lübbe

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in ungerittenes Pferd innerhalb von nur zwanzig Minuten an Sattel, Trense und Reiter gewöhnen, das

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schafft nur Monty Roberts. Und seine beste Schülerin Andrea Kutsch. In diesem Buch erzählt sie von wichtigen Ereignissen: vom ersten Pony, von Wasser und Windsurfen, vom Wiedererwachen der Pferdeleidenschaft und von der ersten Begegnung mit Monty Roberts. Spannend schildert sie die wichtigsten Momente ihrer Pferdelehre und wie das Wissen des Meisters auf sie gewirkt hat. Der Regen, bevor er fällt Jonathan Coe DVA

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in Stapel Fotos und vier selbst besprochene Kassetten, das ist Rosamonds Vermächtnis an Imogen, die verschollene Enkelin ihrer Cousine Beatrix. Mit ihren Aufzeichnungen will Rosamond dem blinden Mädchen die Familiengeschichte erklären und ihr so das schreckliche Geschehnis begreiflich machen, das ihr einst das Augenlicht nahm. Ein bewegender Roman über drei Generationen von Frauen, der von dunklen Familiengeheimnissen, verzweifelter Liebe und großer Sehnsucht erzählt. Schmitz’ Katze Ralf Schmitz Fischer Taschenbuch Verlag

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anche Männer leben mit einer Frau zusammen – Ralf Schmitz mit seiner Katze. Und seit 23 Jahren! Dieses eheähnliche Verhältnis wirft natürlich Fragen auf: Ist das Zusammenleben mit einer Katze wirklich so anders als mit einer Frau? Wer veralbert hier wen den ganzen Tag? Was macht die Katze würgend im Schrank? Das Buch ist witzig, verblüffend und vor allem – autobiographisch.

Der Seelenbrecher Sebastian Fitzek Knaur

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rei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den „Seelenbrecher“ nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weih-

nachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde … Vita Nuova Magdalen Nabb Diogenes

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uarnaccia wird zu einem Mordfall außerhalb von Florenz gerufen. Auf einem protzig renovierten Landgut lebt Signor Paoletti mit Frau, zwei Töchtern, seinem unehelichen Enkelkind und zwei Hausangestellten. Die älteste Tochter Silvana wurde brutal ermordet. Für Paoletti ist klar, dass es Raubmord war, doch Guarnaccia bemerkt, dass die Details nicht stimmen. Die Tochter der Wanderhure Iny Lorentz Knaur

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ehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie, die ehemalige Wanderhure, ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Nun lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Michel auf Burg Kibitzstein. Ihre Tochter Trudi ist der ganze Stolz der beiden und träumt bereits selbst von der großen Liebe. Doch dann passiert das Unfassbare, und Trudi muss sich einem Abenteuer stellen, das ihr ganzes Leben verändern wird … Optimales Wohnen und Leben im Alter Hans-Herbert Holzamer Linde international

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eim Bestreben, den Umzug ins Heim zu vermeiden, suchen ältere Menschen nach Alternativen. Dieser Ratgeber zeigt sämtliche Möglichkeiten auf: vom Eigenheim über betreutes Wohnen bis hin zur Alten-WG und Seniorenresidenz. Dabei widmet sich der Autor vor allem der Option, im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu bleiben. Er beschreibt, welche Sofort- und welche Umbauarbeiten erforderlich sein können, welche Formen von Unterstützungen es gibt und welche staatlichen Förderungen in Frage kommen. 59

BÜCHER

Lügen – aber richtig!



Steiermarkmagazin Klipp