Labhart/Zehnder, Steine Berns

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Toni Labhart, Konrad Zehnder

Steine Berns

Eine geologische Entdeckungsreise durch die gebaute Stadt

Basisband


1. Auflage: 2018 Diese Publikation ist in der Deutschen Nationalbibliografie verzeichnet. Mehr Informationen dazu finden Sie unter http://dnb.dnb.de Der Haupt Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016 – 2020 unterstützt. ISBN 978-3-258-08064-2 Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2018 Haupt Bern Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig. Grafisches Konzept, Gestaltung und Satz: Katarina Lang, Zürich Lithos: Fdb Fred Braune, Bern Printed in Germany www.haupt.ch

«Steine Berns» besteht aus zwei Bänden: Dem vorliegenden Basisband sowie dem Exkursionsführer

Nachfolgende Bildseiten I Parlamentsgebäude, Marmorboden. II Steinbruch Ostermundigen. III Bundeshaus Ost, Eingangshalle. IV Nydeggbrücke und Untertorbrücke. V Kindlifresser-Brunnen mit Kornhaus, Stadttheater und Kornhausbrücke. VI Portal der ehemaligen Mädchen-Sekundarschule. VII Münsterturm, obere Besucherterrasse. VIII Rathaus, Figur «Simson» an der Freitreppe. IX Pauluskirche, Haupteingang.


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Inhaltsverzeichnis Geleitwort

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1

Einleitung

18

2

Steine spiegeln die Entwicklung einer Stadt

2.1 2.2 2.3 2.4

Spuren der Vorgeschichte 23 Von der Gründung 1191 bis zum Bau der Eisenbahn 23 Von 1860 bis zum Ersten Weltkrieg 29 20. und 21. Jahrhundert – zwischen Konservierung und Globalisierung

3

Die wichtigsten Gesteine Berns

21

35

3.1

Der Berner Sandstein 37 Die Stadt Bern und ihr Sandstein 37 Die geologische Geschichte des Berner Sandsteins 40 Zusammensetzung und Eigenschaften 41 Die Berner Sandsteinbrüche im Überblick 42 Der Berner Sandstein als Werkstoff 46 Wege zum Berner Sandstein 53 Die Berner Sandsteinbrüche im Detail 53 3.2 Substitutionsmaterialien des Berner Sandsteins 67 Granitischer Sandstein 67 Plattensandstein 69 Freiburger Sandstein 70 Weitere Sandsteine 70 3.3 Muschelkalkstein 70 3.4 Flyschsandsteine 73 3.5 Kalktuff 75 3.6 Alpine Kalksteine und Marmore 78 Dunkle Kalksteine aus dem Berner Oberland 78 Bunte Kalksteine und Marmore aus dem Berner Oberland Kalksteine und Marmore der westlichen Schweizer Alpen Kalksteine der östlichen Alpen 96 Bunte Kalksteine der Südalpen 97 3.7 Kalksteine des Juragebirges 99 3.8 Metamorphe Gesteine der Zentralalpen 105 Tessin 106 Graubünden, Uri und Wallis 110 3.9 Granite 112 3.10 Findlingsgesteine 116 3.11 Ausländische Gesteine 120 3.12 Kunststeine 125

83 87

30


4 4.1 4.2 4.3 4.4

4.5 4.6 4.7 4.8

Typische Steinanwendungen in der Stadt Bern 129 Brunnen 131 Hartsteinsockel 135 Dachschiefer 138 Beläge von Strassen und Gehwegen 139 Pflästerung 140 Randsteine und Aussentreppen 144 Plattenbeläge 145 Säulen 147 Spolien 150 Mühlsteine 159 Die Werkstätte Funk und die bernischen Barockmarmore

Anhang

165

Glossar 166 Geologisch-tektonische Karte der Schweiz mit den für die Stadt Bern wichtigsten Abbauorten 170 Verzeichnis der Gesteine und Abbauorte 172 Übersichtskarte der Stadt Bern mit den Routen 1– 7 176 Objektverzeichnis 178 Ortsverzeichnis Bern und Umgebung 180 Weiterführende Literatur 183 Literaturverzeichnis 186 Bildnachweis 194 Autoren 195 Dank 196

161


Geleitwort Jean-Daniel Gross, Denkmalpfleger der Stadt Bern

«Stein auf Stein auf gefallenen Stein», dieser Schriftzug prangt seit 1983 an der Fassade der Berner Kunsthalle. Es handelt sich um ein Werk des amerikanischen Künstlers Lawrence Wiener, das stets von neuem zum Nachdenken anregt. Stein ist ein archaisches Material, das durch menschliche Kraft und Kreativität der Natur entrissen und gleichsam domestiziert wird. Und Stein ist mit der Baukunst so eng verbunden, dass Stein und Baukunst in unserer Wahrnehmung nahezu gleichgesetzt werden. Wichtige und repräsentative Bauten sind in unserem Kulturraum seit alters her in Stein erstellt worden. Selbst vorgeschichtliche Zivilisationen haben ihre bedeutendsten baulichen Botschaften in Stein verewigt; Stonehenge oder die Osterinsel legen davon Zeugnis ab. Neben der Dauerhaftigkeit des Materials dürften aber die Strapazen seines Transports und die Schwierigkeiten seiner Bearbeitung zur Bedeutung von Steinbauten beigetragen haben. Wer grosse Steinbauten errichten kann, demonstriert Macht und verfügt über eindrucksvolle technische und künstlerische Mittel. So schmeichelte schon Augustus’ Biograf Sueton, der Kaiser habe Rom als eine Stadt aus Backstein und Holz angetroffen, sie aber als eine aus Marmor hinterlassen. Tatsächlich bedarf es nicht allzu grosser Phantasie, um sich vorzustellen, dass auch der Bau des Berner Münsters nicht allein zum Ruhme Gottes an die Hand genommen wurde. Die aufstrebende und zunehmend selbstbewusste Stadt war bei seiner Grundsteinlegung gerade dabei, sich baulich neu zu erfinden. Nach dem grossen Stadtbrand von 1405 wurde beim Wiederaufbau Stein – namentlich der Berner Sandstein – zum obrigkeitlich verordneten Baustoff. Bern wurde zur «Sandsteinstadt», als die sie heute noch berühmt ist. Dabei waren Überlegungen zum Brandschutz wohl nur ein Aspekt; ein anderer dürfte in der auch dem späten Mittelalter vertrauten Konnotation von Stein mit Macht und Reichtum zu suchen sein. Abgebaut zunächst in unmittelbarer Stadtnähe, wurden bald die wichtigen Steinbrüche am Gurten, in Ostermundigen und weitere östlich der Stadt erschlossen. Doch Berner Sandstein hat seine technischen Grenzen, vor allem auf Feuchtigkeit reagiert er anfällig. Für die Sockelpartien von Gebäuden bewährte sich Kalkstein aus dem Oberland, der per Schiff herangeführt werden musste. Seit der Stadtgründung wurde auch in der Region reichlich vorhandener Kalktuff eingesetzt. Treppenstufen wurden gerne aus Granit gehauen, der sich aus Findlingen im Berner Umland gewinnen liess. Doch wird dem Stein nicht gerecht, wer ihn nur auf seine praktischen Eigenschaften hin befragt. Gerade das 18. Jahrhundert, das in Bern gern das goldene genannt wird, misst dem repräsentativen Element des Steins eine besondere Bedeutung zu. Kostbar ist, was selten und was schwierig zu bekommen ist. Solche Steine waren im Innenausbau für repräsentative Zwecke begehrt. Heimische Marmore wurden im Berner Oberland abgebaut und von der berühmten Firma Funk zu eleganten Kamineinfassungen und Deckblättern für Kommoden und Konsolen verarbeitet. Im Aussen- und Innenbau kam polierter schwarzer Kalkstein in Mode, der beispielsweise einst auch die drei Hauptportale der Heiliggeistkirche schmückte.

14

Steine Berns


Die eigentliche Revolution in der Verwendung von Stein kam schliesslich per Eisenbahn. Nun fielen die natürlichen Transporthindernisse, die Bahn erschloss die Steinbrüche entlang ihrer Linienführung und ermöglichte es, weit entferntes ausländisches Material herbeizuschaffen. Das späte 19. Jahrhundert war eine Zeit des Aufbruchs, der technischen Innovation und entfesselten Bautätigkeit. Bern wuchs geografisch und mit der Gesteinsvielfalt über sein sandsteinernes Herz hinaus. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist – wie sollte es in der Bundesstadt anders sein – das Parlamentsgebäude. Hier wurden die Steine der Schweiz geradezu programmatisch zusammengetragen. Über diese spannende Geschichte gibt uns das vorliegende Werk Auskunft. Es nimmt uns mit auf Reisen ganz unterschiedlicher Geschwindigkeiten und Dimensionen. Da wäre die Reise durch die Erdgeschichte, wo wir viel Wissenswertes über die Entstehung der Steine erfahren. Es nimmt uns aber genauso mit auf eine Reise durch die Kultur- und Baugeschichte der Stadt Bern, wenn es über die Verwendung, Verarbeitung und Bedeutung der Steine aufklärt. Mit dem Exkursionsführer lädt uns das Werk schliesslich zu effektiven, geführten Stadtspaziergängen ein. Auf ihnen lernen wir Bern mit neuen Augen sehen und quasi neu zu entdecken. Es gelingt den Autoren Toni Labhart und Konrad Zehnder, ein lebendiges Bild der Stadt Bern zu vermitteln. Zum ersten Mal kann die steinerne Dimension ihrer Architektur derart umfassend nachvollzogen werden. Es ist das seltene Verdienst dieser Publikation, ebenso wissenschaftlich fundiert wie für interessierte Laien zugänglich über die «Steine Berns» zu berichten.

Geleitwort

15


1 Fusszeile


Einleitung

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1

Einleitung

Dieses Werk befasst sich mit den Gesteinen der Stadt Bern. «Warum die Mehrzahl?» wird man vielleicht fragen, Bern besteht doch einfach aus Sandstein! Natürlich dominiert in der Stadt dieses traditionelle, einheimische und für die Altstadt in der Bauordnung vorgeschriebene Material, und wir werden ihm auch die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Aber wer mit offenen Augen und Interesse (sowie Grundkenntnissen im Ansprechen von Gesteinen) durch die Stadt geht, wird überrascht sein von der Gesteinsvielfalt in den Gassen, an Brunnen und Brücken, am Äusseren und im Inneren öffentlicher und privater Bauten. Und man wird erstaunt feststellen, in welchem Masse Steine unterschiedlichster Art weit über den Berner Sandstein hinaus den Charakter des UNESCO Welterbes Bern und seiner Umgebung prägen. Wir kennen an Berns Bauten über 150 Gesteinsarten und -varietäten (bzw. -sorten). Etwa hundert davon stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Sie sind es, die das Gesicht der Stadt nachhaltig prägen, und ihnen, den stadtspezifischen Steinen, gilt denn auch unser vorrangiges Interesse. Die meisten stammen im Übrigen aus der Schweiz, wobei Material aus allen geologischen Einheiten des Landes und aus 22 der 26 Schweizer Kantone vertreten ist. Wenigstens in dieser Beziehung ist Bern die steinreichste Stadt der Schweiz! Diese Mannigfaltigkeit erfreut natürlich Gesteinskundige. Aber die Steine einer Stadt sind weit mehr als eine interessante Gesteinssammlung: Es sind wichtige, in ihrer Bedeutung oft unterschätzte Kulturzeugen. Denn wer auch immer ein Gestein für ein Bau- oder Kunstwerk auswählt, tut dies aus einem bestimmten Grund. Die Kriterien sind vielfältig: technische Eignung, behördliche Vorschriften, Verfügbarkeit, Preis, Schönheit, Modetendenzen, Repräsentationswert usf. So ist der Stein nicht einfach totes Baumaterial, sondern zuverlässiger, wenn auch stummer Zeuge der Entwicklung einer Stadt. Wer seine Sprache versteht, dem berichtet er vom Können und vom Stand der Technik der Steinhauer, Steinmetzen und Bildhauer; von Verkehrsverbindungen, Transportwegen und Handelsbeziehungen; von Zeitgeschmack, Mode- und Architekturströmungen; von Prosperität und Stagnation, von Baugesetzen und -vorschriften; von Grosszügigkeit und Sparsamkeit der öffentlichen Hand. Das vorliegende Werk soll Ihnen helfen, die Sprache der Steine Berns verstehen zu lernen. Es wirbt aber auch um Verständnis für den sorgsamen Umgang mit dem nur scheinbar unzerstörbaren Material Stein. Im 19. und 20. Jahrhundert waren es – abgesehen von der bewussten Zerstörung bei Um- und Neubauten – hauptsächlich die schwefelsauren Gase der verschmutzten Luft, die dem Stein zusetzten. Heute bilden die fast nicht wiedergutzumachenden Schäden durch Farbspray und ihre Behebung Anlass zur Sorge. Wir nähern uns den Steinen Berns von vier verschiedenen Seiten: von der historischen (Kapitel 2), von der gesteinskundlichen (Kapitel 3), von der anwendungsorientierten (Kapitel 4) und von der Anschauung vor Ort im separaten Exkursionsführer mit acht Routen zu 113 ausgewählten Steinobjekten. Inhaltlich basiert das Werk auf einer Inventarisierung der Gesteine Berns durch Toni Labhart in den vergangenen Jahrzehnten. Sie ist in jüngster Zeit in Zusammenarbeit mit Konrad Zehnder gezielt ergänzt worden. Die Bestandesaufnahme

18

Steine Berns


beruht auf direkter Beobachtung am Objekt, vertieften Untersuchungen an verschiedenen wichtigen Bauten Berns, der Kenntnis der Geologie und vieler Steinbrüche der Schweiz, Literaturrecherchen und einem Gedankenaustausch mit Fachleuten aller Sparten. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass der Inhalt der vorliegenden Bücher trotz des beträchtlichen, für eine Schweizer Stadt bisher einmaligen Aufwandes unvollständig bleiben muss. In der Schlussphase musste in manchen Fragen zugunsten des Überblicks auf eine weitere Vertiefung verzichtet werden. Dabei wurde insbesondere die Auswertung historischer Primärliteratur zurückgestellt. Es gibt in Zusammenhang mit den Steinen Berns noch viele offenene Fragen! Ergänzungen oder Mitteilungen über Fehler nehmen die Autoren gerne entgegen. Die Ausführungen verweisen so oft wie möglich (und sinnvoll) auf konkrete, begreif- und betastbare Beispiele an den Referenzobjekten. Sie wurden in der Reihenfolge ihrer Besichtigung auf den Rundgängen nummeriert (Objektverzeichnis im Anhang, S. 178 f.). Fett gedruckte Zahlen im Text bedeuten Objektnummern gemäss dieser Liste. Das Ortsverzeichnis (Anhang, S. 180 ff.) erlaubt die gezielte Suche nach rund 250 in diesem Buch erwähnten Lokalitäten. Die beschriebenen Gesteine und Abbauorte sind im Text kursiv gesetzt. Eingestreute Literaturzitate und ergänzend dazu weiterführende Literatur im Anhang (S. 183 ff.) sind in Kurzform gehalten. Sie verweisen auf die vollständig zitierte Literatur im Literaturverzeichnis (Anhang, S. 186 ff.). Abbildungs- und Textverweise zum Exkursionsführer werden mit «EF» gekennzeichnet. Quellenangaben zu Abbildungen sind im Bildnachweis (Anhang, S. 194) zu finden. Eine weitere Hilfe bietet das Glossar (Anhang, S. 166 ff.), in dem einige wichtige Spezialbegriffe der Geologie, Architektur und Kunstgeschichte erklärt werden.

Einleitung

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Übersichtskarte der Stadt Bern mit den im Exkursionsführer beschriebenen Objekten 1–108 (Routen 1–7)

176

Anhang


Anhang

177


Objektverzeichnis gegliedert nach Routen

Route 1

Bern Südseite

Route 2

Hauptachse der Stadt

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32

Hauptbahnhof (Christoffel-Passage) Burgerspital Dreifaltigkeitskirche Weltpostdenkmal Bernerhof Bundeshaus West Bundeshaus Ost Parlamentsgebäude Bundesplatz Berner Kantonalbank Hauptsitz Crédit Suisse Valiant Bank (früher Spar- und Leihkasse) Nationalbank Kaiserhaus Hotel Bellevue Palace Häuserzeile Münzgraben Nr. 2 – 6 Hôtel de Musique Casino (Kultur-Casino) Burgerbibliothek Hotelgass-Brunnen Herrengass-Brunnen Stiftsgebäude Münster Moses-Brunnen Plattform Erlacherhof Junkerngass-Brunnen Häuserzeile Nydegggasse Nr. 9 –17 Nydegghof (auch Nydegghöfli) Nydeggkirche Nydeggbrücke Brunnen am Muristalden beim Bärenpark

33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53

Untertorbrücke Läufer-Brunnen Werkhof der Münsterbauhütte Mühlenplatz-Brunnen Grosses Matte-Schulhaus Schifflauben-Brunnen Gerechtigkeits-Brunnen Kreuzgass-Brunnen Rathaus Venner-Brunnen Kirche Peter und Paul Simson-Brunnen Zähringer-Brunnen Zytglogge (Zeitglockenturm) Brunngass-Brunnen Kindlifresser-Brunnen Denkmal Rudolf von Erlach Kornhaus Stadttheater Französische Kirche Zeughausgass-Brunnen (ehem. Lindenbrunnen) Schützen-Brunnen Anna-Seiler-Brunnen Käfigturm Waisenhausplatz-Brunnen Oppenheim-Brunnen Polizei-Hauptwache (ehem. Knaben-Waisenhaus) Bärenplatz-Brunnen Pfeifer-Brunnen Heiliggeistkirche

178

Anhang

54 55 56 57 58 59 60 61 62


Route 3

Bahnhof – Bollwerk

Route 6

Monbijou

63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74

Ehemalige Bollwerkpost Verwaltungsgebäude Haus Bollwerk Nr. 35 Lorrainebrücke Gewerblich-Industrielle Berufsschule GIBB Blutturm und Haldensperrmauer Kunstmuseum Kantonales Amthaus Haus der Kantone Häuserzeile Speichergasse Nr. 8 –16 Simplonhaus Haus Neuengasse Nr. 39 – 41

95 96 97 98 99 100 101 102

Haus Hirschengraben Nr. 3 Denkmal Adrian von Bubenberg Haus Laupenstrasse Nr. 1 Hotel National Widmann-Brunnen Häuserzeile Gutenbergstrasse Nr. 1 – 5 Baugeviert Monbijoustrasse Nr. 22 – 36 Ehem. Mädchen-Sekundarschule

Route 7

Breitenrain

Route 4

Länggasse

75 76 77 78 79

Universität Hauptgebäude Denkmal Albrecht von Haller Verwaltungsgebäude H6 der Universität Obergericht Eckhaus Falkenplatz Nr. 22 – 24 / Hallerstrasse Nr. 1 Institut für Physiologie Gebäude Muesmattstrasse Nr. 27 Pauluskirche Villa Clematis (Fellenbergstrasse Nr. 8) Eidgenössische Alkoholverwaltung (Altbau)

103 104 105 106 107 108

Kornhausbrücke Findlingsblock-Mauer Schänzli Verwaltungsgebäude BKW Viktoria-Schulhaus Spitalacker-Schulhaus Johanneskirche

Route 8

Bauten und Steinbrüche in der Umgebung Berns

109

Waldau, Universitätsklinik für Psychiatrie Steinsäule bei der Autobahn-Raststätte Grauholz Schloss Jegenstorf Steinbruchareal Ostermundigen Steinbruchareal Krauchthal

80 81 82 83 84

Route 5

Kirchenfeld

85 86 87 88 89 90 91 92 93 94

Kirchenfeldbrücke Kunsthalle Welttelegrafendenkmal Historisches Museum Naturhistorisches Museum Bundesarchiv Alte Landestopografie Eidgenössische Münzstätte (Swissmint) Museum für Kommunikation Bibliotheksgalerie

110 111 112 113

Objektverzeichnis

179


Ortsverzeichnis Bern und Umgebung Fett gedruckte Zahlen sind Objektnummern gemäss dem Objektverzeichnis S. 178–179. Aarbergergasse Nr. 46 | 127

· Kindlifresser 48 | 131, 132

Aarestrasse | 82

· Kleeplatz | 114

Aegertenstrasse | 144

· Kreuzgass 40 | 88, 131, 133, 150

Aegertenstrasse Nr. 1 | 139

· Läufer 34 | 105, 131, 133

Alkoholverwaltung, Eidgenössische (Altbau) 84 | 29, 96, 106,

· Moses 24 | 131 · Mühlenplatz 36

107 Baltzerstrasse | 142

· Muristalden 32 | 133

Banken

· Nydegghof 29 | 78, 80, 134, 135

· Crédit Suisse 11 | 67, 70, 73

· Pfeifer 61 | 89, 131, 132, 135

· Kantonalbank, Berner (Hauptsitz) 10 | 48, 69, 84, 94, 95

· Postgass | 56

· Nationalbank 13 | 48, 67 – 69, 89, 103, 122

· Schifflaube 38 | 135

· Valiant 12 | 67, 68

· Schützen 54 | 131, 133

· UBS (Bärenplatz) | 79

· Simson 44 | 105, 133

Befestigungen, Türme, Tore

· Venner 42 | 105, 131, 133

· Blutturm und Haldensperrmauer 68 | 77

· Waisenhausplatz 57 | 133

· Christoffelturm (abgebrochen) | 25, 152, 153

· Widmann 99 | 72, 73, 135, 148

· Käfigturm 56 | 51, 53, 73, 78, 113, 117

· Zähringer 45 | 89, 131, 132, 135

· Nydegg, Burg 30 | 23, 25, 42

· Zeughausgass (Linden) 53 | 89, 114, 135

· Schanzen (abgebrochen) | 25, 30, 63, 77, 78, 152

Bühlplatz | 144

· Zytglogge 46 | 25, 77, 117, 144

Bühlstrasse | 144

Belpstrasse Nr. 37 (Ascom-Gebäude) | 125

Bundesarchiv 90 | 29, 67, 106, 126, 148

Bernastrasse | 144

Bundesgasse | 88

Bernerhof 5 | 29, 94, 115, 146

Bundesgasse Nr. 14 | 148, 149

Beundenfeld, Militärbauten | 29, 59, 82

Bundesgasse Nr. 35 (Mobiliar-Gebäude) | 145

Bibliotheksgalerie 94 | 48, 145

Bundeshäuser

Bogenschützenhaus | 85, 93, 162

· Bundeshaus Ost 7 | 29, 30, 91, 96, 100, 101, 104 –106, 113, 121–124, 137, 141, 147, 148

Bollwerk | 88, 144 Bollwerk Nr. 27 (Verwaltungsgebäude) 64 | 107, 148

· Bundeshaus West 6 | 29, 59, 68, 70, 80, 81, 94, 140, 141, 148

Bollwerk Nr. 35 65 | 102, 105 Bollwerkpost, Ehemalige 63 | 29, 59, 67, 68, 87, 102,

· Parlamentsgebäude 8 | 28 –30, 59, 62, 67 – 69, 80, 81, 84, 85, 89, 91– 99, 101–103, 106, 111–113, 121–124, 145, 147–149,

106, 148

157

Breitenrainstrasse Nr. 29 | 106 Bremgartenfriedhof | 83, 112

Bundesplatz 9 | 88, 111, 145

Brücken

Bundesterrasse | 106, 113

· Eisenbahnbrücke, Alte (abgebrochen) | 80, 152

Burdiweg (Spiegel) | 118

· Kirchenfeldbrücke 85 | 29, 82, 114

Burgerbibliothek 19 | 80, 87, 88, 146

· Kornhausbrücke 103 | 29, 101, 103, 106, 114, 120

Burgerspital 2 | 26, 27, 45, 56, 59, 135

· Lorrainebrücke 66 | 113

Casino (Kultur-Casino) 18 | 29, 48, 59, 62, 88, 122, 137, 146

· Nydeggbrücke 31 | 25, 26, 29, 36, 46, 47, 51, 55, 56, 70,

Casinoplatz | 96 Chly Wabere (Köniz) | 22, 75

81, 100, 113, 116 –118, 141, 152, · Tiefenaubrücke | 29, 47, 100, 152

Christoffelturm (abgebrochen) | 25, 152, 153

· Untertorbrücke 33 | 25, 42, 46, 53, 56, 73, 78

Christoffel-Passage > Hauptbahnhof

Brunnen

Denkmäler

· Anna Seiler 55 | 105, 131, 133, 150

· Bubenberg, Adrian von 96 | 120

· Brunngass 47 | 79, 133

· Steiger, Niklaus Friedrich von, Epitaph (Münster) | 81

· Gerechtigkeit 39 | 26, 105, 131–133

· Studer, Bernhard | 119

· Herrengass 21 | 105

· Weltpostdenkmal 4 | 122, 123, 135 · Welttelegrafendenkmal 87 | 107, 135

180

Anhang


DEZA-Hauptsitz | 30, 32, 110

Landestopografie, Alte 91 | 29, 59, 67, 106, 148

Dufourstrasse | 144

Landestopografie (swisstopo) | 94, 107, 111, 139

Effingerstrasse | 144

Laupenstrasse Nr. 9 –11 | 125

Effingerstrasse Nr. 40 (Haus der Krebsliga) | 125

Laupenstrasse Nr. 1 97 | 89, 148

Erlacherhof 26 | 26, 81, 84, 86, 87, 91, 93, 141, 155, 162

Lorrainestrasse Nr. 16 | 81, 135

Erlachstrasse | 144

Luisenstrasse | 144

Fabrikstrasse Nr. 2 | 101

Luisenstrasse Nr. 43 | 105

Falkenplatz Nr. 22 – 24 / Hallerstrasse Nr. 1

Marienstrasse | 144

(Palazzo Prozzo) 79 | 106, 148

Marktgasse | 32, 141, 143

Fellenbergstrasse Nr. 8 (Villa Clematis) 83 | 125, 127

Marktgasse Nr. 17 | 123

Gerechtigkeitsgasse | 82, 142

Marktgasse Nr. 38 | 108, 109

Gutenbergstrasse Nr. 1– 5 100 | 102, 105

Marktgasse Nr. 39 – 41 | 106

Hallwylstrasse | 144

Marktgass-Passage | 107, 111, 112, 145

Haspelweg | 45, 105

Maulbeerstrasse | 144

Hauptbahnhof (Christoffel-Passage) 1 | 25, 77, 78, 146

Mobiliargebäude | 145

Haus der Kantone 71 | 29, 148

Monbijoustrasse | 144

Helvetiaplatz | 144

Monbijoustrasse Nr. 22 – 36 101 | 105

Helvetiastrasse Nr. 19 –23 | 89

Monbijoustrasse Nr. 61 | 89

Hindelbank, Kirche | 83, 161

Monbijoustrasse Nr. 74 | 30

Hirschengraben | 73, 88, 144

Mottastrasse | 144

Hodlerstrasse | 88

Münsterbauhütte 35 | 48, 49, 63

Hotel Bellevue Palace 15 | 102, 148

Münstergasse | 47, 82, 145, 146

Hotel Bristol (Schauplatzgasse Nr. 10) | 68, 148

Münsterplatz | 141

Hôtel de Musique 17 | 26, 63, 84, 162

Münzgraben Nr. 2 – 6 16 | 103

Inselspital, Altes (abgebrochen) | 26, 47, 56, 81, 151, 157

Münzstätte, Alte (abgebrochen) | 26, 46, 63, 64, 80, 154

Jegenstorf, Schloss 111 | 79 – 81, 84, 86, 91, 154, 155, 161

Münzstätte, Eidgenössische (Swissmint) 92 | 29, 31, 59, 62,

Jungfraustrasse | 144

67, 68, 89, 102, 106, 107, 134, 135, 138, 139, 141, 148

Kaiserhaus 14 | 94, 106, 107

Muristrasse Nr. 53 | 139

Kantonales Amthaus 70 | 29, 106, 108

Museen

Kirchen

· Alpines Museum | 94

· Dreifaltigkeitskirche 3 | 29, 97, 102, 103, 106, 120, 121,

· Kommunikation, Museum für 93 | 101, 102

124, 147, 148

· Kunsthalle 86 | 91, 102, 127

· Englische Kirche | 82

· Kunstmuseum 69 | 29, 122, 126

· Französische Kirche 52 | 141

· Historisches Museum 88 | 29, 47, 84, 85, 86, 102, 103, 105,

· Heiliggeistkirche 62 | 26, 45, 47, 56, 63, 70, 72, 80, 83, 113, 117, 121, 147–150 · Johanneskirche 108 | 29, 82, 89, 114

106, 113, 132, 155, 160, 161 · Naturhistorisches Museum, Altes (abgebrochen) | 29, 59, 62

· Markuskirche | 101

Nägeligasse | 30, 114, 145

· Münster 23 | 25, 36, 39, 42, 47– 49, 51– 53, 56, 59, 62 – 64,

Neuengasse Nr. 12 | 153

69 – 71, 73, 81, 88, 106, 114, 122, 123, 151

Neuengasse Nr. 39 – 41 74 | 78

· Nydeggkirche 30 | 44, 47

Nydegggasse Nr. 9 –17 28 | 80, 81, 154

· Pauluskirche 82 | 29, 68, 70, 106, 124, 127, 141, 142, 148

Nydegghof 29 | 78, 80, 81, 134, 135

· Peter und Paul Kirche 43 | 29, 68, 70, 80, 97, 147, 148, 152

Obergericht 78 | 29, 59, 148

Kirchenfeldstrasse Nr. 50 – 52 | 78

Papiermühlestrasse Nr. 9 (de Rougemont-Haus) | 154

Kornhausplatz | 144

Plattform 25 | 23, 25, 46, 76, 77, 116

Knabenwaisenhaus, Ehemaliges > Polizei-Hauptwache

Polizei-Hauptwache (ehem. Knabenwaisenhaus) 59 | 101

Kornhaus 50 | 26, 48, 53, 59, 63, 70, 81, 136

Postgasse Nr. 4 | 77

Kornhausplatz | 144

Postgasse Nr. 66 | 82

Kramgasse | 48, 74, 132, 143

Predigergasse Nr. 4 | 114

Kramgasse Nr. 72 (Kino Capitol) | 131

Rabbentaltreppe | 114

Kreuzgasse | 140

Rathaus 41 | 47, 68, 69, 70, 90, 91, 126, 135, 139, 146 –148

Länggassstrasse Nr. 36 – 40 | 102

Sahlistrasse Nr. 23 | 105

Ortsverzeichnis

181


Schanzen > Befestigungen

Weissensteinstrasse | 144

Schänzli, Findlingsblock-Mauer 104 | 119

Zeughausgasse | 114

Schänzlistrasse (Schänzlibrücke) | 82

Zeughausgasse Nr. 9 (ehem. Volkshaus) | 127

Schauplatzgasse | 107 Schauplatzgasse Nr. 6 – 8 (Warenhaus Globus) | 68, 148 Schauplatzgasse Nr. 10 | 68, 148 Schauplatzgasse Nr. 23 | 69 Schönau, Pumpwerk | 82 Schulhäuser · Gewerblich-Industrielle Berufsschule GIBB 67 | 101 · Mädchen-Sekundarschule, Ehemalige 102 | 105 · Viktoria-Schulhaus 106 | 29, 102, 138 Schwanengasse

88

Schwarztorstrasse Nr. 87 (Merkurhaus) | 125 Schweizerhoflaube | 88, 91 Schweizerhof-Passage | 107, 145 Seidenweg Nr. 2 | 102 Seftigenstrasse | 83, 144 Simplonhaus 73 | 88 Speichergasse Nr. 8 –16 72 | 102, 105 Spitalgasse | 143 Spitalgasse Nr. 1 | 121 Spitalgasse Nr. 30 | 121 Spitalgasse Nr. 33 | 123 Spitalgass-Passage | 124 Staatskanzlei | 63 Steinbrüche · Gurten (Spiegel und Wabern) | 41, 43, 62 – 65, 154, 157 · Harnischhuet | 43, 44, 57, 58, 60, 62 · Krauchthal 113 | 42, 43, 47, 64, 67 · Ostermundigen 112 | 37, 42 – 45, 53, 55 – 58, 151, 154, 157 · Sandfluh | 42, 53, 54 · Stockeren | 43 – 46, 56 – 59, 151, 157 Stadttheater 51

29, 59, 62, 100, 106, 114, 148

Stiftsgebäude 22 | 26, 56 Suvahaus | 124, 125 Schwanengasse | 88 Thunstrasse Nr. 60 (Apostolische Nuntiatur) | 78 Traffeletweg-Anlage | 119 Universität · Hauptgebäude 75 | 29, 59, 62, 84, 97, 102, 103, 106, 113, 126, 135, 146, 148 · Physiologie, Institut für 80 | 141 · Verwaltungsgebäude H6 77 | 29 · Waldau, Psych. Universitätsklinik 109 | 115, 117, 135 Verwaltungsgebäude BKW 105 | 127 Von-Werdt-Passage | 110, 124, 126, 127 Von-Werdt-Passage Nr. 8 (Cinema Splendid) | 122 Waaghaus-Passage | 107 Waldau > Universität

182

Anhang


Autoren Toni Labhart

Der Lebenslauf von Toni Labhart ist eng mit der Stadt Bern verknüpft: 1937 an der Marktgasse unweit des Zytglogge geboren; Schulen und Studium der Erdwissenschaften; Berufstätigkeit als Gymnasiallehrer und Dozent für Erdwissenschaften an der Universität; kreativer Ruhestand in Wabern bei Bern. Den jungen Geologen und Bergsteiger faszinierte nach Abschluss des Studiums und einem längeren Grönlandaufenthalt primär die Geländearbeit in den Alpen. Aus dieser Zeit resultieren unter anderem eine Detailkartierung der Urner Hochalpen auf den Blättern Urseren, Meiental, Val Bedretto, Engelberg und Innertkirchen des geologischen Atlas der Schweiz sowie Übersichtswerke wie Geologie der Schweiz oder – als Mitherausgeber– Geologie des Kantons Uri. Beeindruckt durch ausländische Steinkulturen und angeregt durch ältere Kollegen wie Prof. Francis de Quervain, Prof. Albert Streckeisen und Prof. Paul Hofer, begann er sich in den achtziger Jahren systematisch mit historischen Bausteinen zu beschäftigen. Konrad Zehnder

Geboren 1949. Studium der Geologie mit Doktorat 1981 an der ETH Zürich. 1982 bis 2006 Forschung und Beratung in Konservierungswissenschaften am Institut für Denkmalpflege der ETH Zürich. 2007 bis 2014 Aufbau der Datenbank «Steine an historischen Bauwerken» bei der Schweizerischen Geotechnischen Kommission an der ETH Zürich, Forschung und Beratung im Bereich historischer Bausteine und Steinbrüche. Diverse Publikationen zur Verwitterung und Konservierung von Wandmalereien und Steinen.

Autoren

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Toni Labhart, Konrad Zehnder

Steine Berns

Eine geologische Entdeckungsreise durch die gebaute Stadt ExkursionsfĂźhrer

Route X

1


1. Auflage: 2018 Diese Publikation ist in der Deutschen Nationalbibliografie verzeichnet. Mehr Informationen dazu finden Sie unter http://dnb.dnb.de Der Haupt Verlag wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016 –2020 unterstützt. ISBN 978-3-258-08064-2 Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2018 Haupt Bern Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig. Grafisches Konzept, Gestaltung und Satz: Katarina Lang, Zürich Lithos: Fdb Fred Braune, Bern Printed in Germany www.haupt.ch

«Steine Berns» besteht aus zwei Bänden: Dem vorliegenden Exkursionsführer sowie dem Basisband

Gegenüber Besucherpaar auf der oberen Münsterturmterrasse.



Inhaltsverzeichnis Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Route 1 : Bern Südseite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 1 Hauptbahnhof (Christoffel-Passage) . . . . . 13 2 Burgerspital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 3 Dreifaltigkeitskirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 4 Weltpostdenkmal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 5 Bernerhof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 6 Bundeshaus West . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 7 Bundeshaus Ost . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 8 Parlamentsgebäude . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 9 Bundesplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 10 Berner Kantonalbank . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 11 Crédit Suisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 12 Valiant Bank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 13 Nationalbank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 14 Kaiserhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 15 Hotel Bellevue Palace . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 16 Häuserzeile Münzgraben Nr. 2 – 6 . . . . . . . 37 17 Hôtel de Musique . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 18 Casino . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 19 Burgerbibliothek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 20 Hotelgass-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 21 Herrengass-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 22 Stiftsgebäude . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 23 Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 24 Moses-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 25 Plattform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 26 Erlacherhof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 27 Junkerngass-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 28 Häuserzeile Nydegggasse Nr. 9–17 . . . . . . 55 29 Nydegghof . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 30 Nydeggkirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 31 Nydeggbrücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 32 Brunnen am Muristalden beim Bärenpark . . 61

Route 2 : Hauptachse der Stadt . . . . . . . . . . . . . 64 33 Untertorbrücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 34 Läufer-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 35 Werkhof der Münsterbauhütte . . . . . . . . . . 67 36 Mühlenplatz-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 37 Grosses Matte-Schulhaus . . . . . . . . . . . . . . 68 38 Schifflauben-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 39 Gerechtigkeits-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . 70 40 Kreuzgass-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 41 Rathaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 42 Venner-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 43 Kirche Peter und Paul . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 44 Simson-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 45 Zähringer-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 46 Zytglogge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 47 Brunngass-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 48 Kindlifresser-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 49 Denkmal Rudolf von Erlach . . . . . . . . . . . . 81 50 Kornhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82 51 Stadttheater . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 52 Französische Kirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 53 Zeughausgass-Brunnen (ehem. LindenBrunnen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 54 Schützen-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 55 Anna-Seiler-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 56 Käfigturm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89 57 Waisenhausplatz-Brunnen . . . . . . . . . . . . . 90 58 Oppenheim-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 90 59 Polizei-Hauptwache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 60 Bärenplatz-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 61 Pfeifer-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92 62 Heiliggeistkirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92 Route 3 : Bahnhof – Bollwerk . . . . . . . . . . . . . . . 97 63 Ehemalige Bollwerkpost . . . . . . . . . . . . . . . . 98 64 Verwaltungsgebäude . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100 65 Haus Bollwerk Nr. 35 . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 66 Lorrainebrücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 67 Gewerblich-Industrielle Berufsschule GIBB 102 68 Blutturm und Haldensperrmauer . . . . . . . 103


69 70 71 72 73 74

Kunstmuseum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Kantonales Amthaus . . . . . . . . . . . . . . . . 105 Haus der Kantone . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106 Häuserzeile Speichergasse Nr. 8–16 . . . 108 Simplonhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Haus Neuengasse Nr. 39–41 . . . . . . . . 109

Route 4 : Länggasse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 75 Universität Hauptgebäude . . . . . . . . . . . 112 76 Denkmal Albrecht von Haller . . . . . . . . . 114 77 Verwaltungsgebäude H6 der Universität 114 78 Obergericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 79 Eckhaus Falkenplatz Nr. 22–24/ Hallerstrasse Nr. 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116 80 Institut für Physiologie . . . . . . . . . . . . . . 116 81 Gebäude Muesmattstrasse Nr. 27 . . . . 117 82 Pauluskirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 83 Villa Clematis (Fellenbergstrasse Nr. 8) 120 84 Eidg. Alkoholverwaltung (Altbau) . . . . . 121 Route 5 : Kirchenfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 85 Kirchenfeldbrücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124 86 Kunsthalle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125 87 Welttelegrafendenkmal . . . . . . . . . . . . . . 126 88 Historisches Museum . . . . . . . . . . . . . . . 127 89 Naturhistorisches Museum . . . . . . . . . . 129 90 Bundesarchiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 91 Alte Landestopografie . . . . . . . . . . . . . . . 131 92 Eidgenössische Münzstätte (Swissmint) 132 93 Museum für Kommunikation . . . . . . . . . 135 94 Bibliotheksgalerie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 Route 6 : Monbijou . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 95 Haus Hirschengraben Nr. 3 . . . . . . . . . . 138 96 Denkmal Adrian von Bubenberg . . . . . . 138 97 Haus Laupenstrasse Nr. 1 . . . . . . . . . . . . 139 98 Hotel National . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 99 Widmann-Brunnen . . . . . . . . . . . . . . . . . 140 100 Häuserzeile Gutenbergstrasse Nr. 1–5 140 101 Baugeviert Monbijoustrasse Nr. 22–36 141 102 Ehem. Mädchen-Sekundarschule . . . . . 144

Route 7: Breitenrain . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147 103 Kornhausbrücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 104 Findlingsblock-Mauer Schänzli . . . . . . . 150 105 Verwaltungsgebäude BKW . . . . . . . . . . . 151 106 Viktoria-Schulhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152 107 Spitalacker-Schulhaus . . . . . . . . . . . . . . . 154 108 Johanneskirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155 Route 8 : Besuchenswerte Bauten und Steinbrüche in der Umgebung Berns . . . . . . . 157 109 Waldau, Universitätsklinik für Psychiatrie 158 110 Steinsäule bei der AutobahnRaststätte Grauholz . . . . . . . . . . . . . . . . . 160 111 Schloss Jegenstorf . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160 112 Steinbruchareal Ostermundigen . . . . . . 162 113 Steinbruchareal Krauchthal . . . . . . . . . . 168 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171 Weiterführende Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173


Einleitung zur Benutzung dieses Führers

Sie halten den zweiten Teil der «Steine Berns» in der Hand – vom Inhalt, Umfang und Format her ein geländetauglicher Exkursionsführer. Werden im Basisband grundlegende Fragen behandelt – ein kurzer historischer Exkurs, Gesteinsbeschreibungen und bernspezifische Themen, ist der vorliegende zweite Teil ein Exkursionsführer zu den interessantesten Steinobjekten Berns. Die BenutzerInnen werden zum direkten Kontakt mit 113 Objekten in ihrem städtebaulichen Kontext angeregt. Die beiden Teilbände sind durch viele Querverweise eng miteinander verknüpft, was insbesondere bei der Vorbereitung und auch der Nachbereitung von Exkursionen von Nutzen ist. Fokussierung auf Stein Der Stein am Bau steht im Zentrum des Interesses. In klassischen Architektur- und Kunstführern wird dieser Aspekt meist nur ganz am Rand gestreift. Sie sind aber als Begleitlektüre sehr nützlich: die handliche Broschüre «Die Stadt Bern» von B. Furrer, Band 3 des «Kunstführers durch die Schweiz», Band 2 des «Inventars der neueren Schweizer Architektur» sowie das runde Dutzend der einzelne Bauten betreffenden Serie «Schweizerische Kunstführer» (genaue Angaben im Literaturverzeichnis, BB S. 186 ff.). Objektauswahl Die Reduktion von zweihundert und mehr potenziellen auf 113 ausgewählte Objekte ist bis zu einem gewissen Grad willkürlich. Immerhin ist sie durch ausgewiesene Fachpersonen kritisch begutachtet worden. Unter den beschriebenen Objekten finden sich acht Kirchen, 59 Profanbauten (darunter sechs Baugruppen und sechs Museen), 24 Brunnen, fünf Brücken, vier Wehrbauten, drei Platzanlagen, fünf Denkmäler, zwei Steinbruchareale sowie drei weitere Objekte unterschiedlicher Natur. Routeneinteilung und Varianten Die 113 Objekte werden in acht Routen zusammengefasst, die sich aus der Praxis vieler Begehungen und Führungen ergeben (vgl. Karte in der vorderen Klappe). Kernstücke sind die beiden Routen 1 und 2, die einen hervorragenden Überblick über die Gesteinswelt des UNESCO-Weltkulturerbes Bern vermitteln. Sonderfall ist Route 8, in der einige ausserhalb der Stadt gelegene Objekte (darunter zwei Steinbruchareale) besucht werden.

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Steine Berns Exkursionsführer


Angelpunkt des Routennetzes ist der Hauptbahnhof. Einige Routen beginnen oder enden hier, alle anderen Start- und Endpunkte lassen sich vom Trambahnhof auf dem Bahnhofplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln in kurzer Zeit erreichen. Tageskarten zur freien Benützung von Tram und Bus gewähren optimale Bewegungsfreiheit. Selbstverständlich lassen sich leicht eigene Routen zusammenstellen oder gezielt einzelne Objekte besuchen. Als besonders gefragt hat sich eine Variante «Bundesbern» erwiesen, welche die Objekte der Route 1 im Umkreis der Bundeshäuser umfasst (die «Bundesmeile») und oft mit einem Besuch des Parlamentsgebäudes verbunden wird. Es bieten sich auch thematische Rundgänge an, zum Beispiel nach den Kriterien Material (Sandstein, Kalktuff, «Marmore», Gneis, Granit), geologische Herkunft (Molassesandsteine, Jurakalke, Berner Oberländer Steine) oder Anwendungen (Brunnen, Pflästerung, Brücken, Säulen, Sockel). Objektbeschreibungen Die Kommentare zu den einzelnen Objekten sind kurz, oft auch stichwortartig gehalten, wobei der Umfang die Bedeutung des Objektes mitberücksichtigt. Vorangestellt sind in der Regel Name, Adresse, Baujahr sowie eine kurze kunsthistorisch - architektonische Würdigung des Objekts, oft in Form eines Zitats aus den oben aufgeführten Werken. Weitere Literaturangaben beschränken sich auf Arbeiten, die konkrete Hinweise zum Gesteinsbestand enthalten. Namen von Gesteinen und Abbauorten sind kursiv gesetzt. Sie werden im Basisband ausführlich beschrieben. In Kurzform gegebene Literaturzitate im Text sowie ergänzend auf S. 173 ff. verweisen auf die vollständig zitierte Literatur im Literaturverzeichnis des Basisbandes. Abbildungs- und Textverweise zum Basisband werden mit «BB» gekennzeichnet. Alle fett gedruckten Zahlen (1 bis 113) bedeuten Objektnummern. Quellenangaben zu Abbildungen sind im Bildnachweis BB S. 194 zu finden. Wegbeschreibungen, die von einem Objekt zum nächsten führen, werden mit dem WEGZEICHEN kenntlich gemacht. Oft enthalten sie Hinweise auf weitere sehenswerte Objekte. Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten Der Besuch einiger Bauten ist gebührenpflichtig und / oder an bestimmte Öffnungszeiten gebunden, andere – worunter interessanteste – sind der Öffentlichkeit leider verwehrt. Auf derartige Restriktionen wird in den Beschreibungen hingewiesen; im Zweifelsfall erkundige man sich im Internet. Wo immer möglich, werden solche verborgenen Schätze im Bild vorgestellt.

Einleitung

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Steine Berns ExkursionsfĂźhrer


1 Bundeshäuser von Süden, Luftaufnahme 1995.

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Steine Berns ExkursionsfĂźhrer


2 Ãœbersichtsplan Route 1.

Route 1

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Route 1 | Bern Südseite Hauptbahnhof – Kleine Schanze – Bundesgasse – Münster- und Junkerngasse – Nydeggbrücke

Route auf der «Sonnseite» der Stadt Bern mit den Höhepunkten Hauptbahnhof, Dreifaltigkeitskirche, Bundeshäuser und Umfeld, Münster und Nydeggbrücke. Die Route 1 beginnt im Berner Hauptbahnhof.

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Steine Berns Exkursionsführer


1 Hauptbahnhof (Christoffel-Passage)

3 Christoffel-Passage, Grabenbrücke.

Die «Christoffel-Passage» genannte Fussgänger-Unterführung zwischen der Haupthalle und den Treppen zum Trambahnhof verläuft ungefähr parallel zur ehemaligen Stadtmauer der Berner Westbefestigung von 1340 –1350 (BB Abb. 5). Bei der Neugestaltung der Passage 2007– 08 sind verschiedene Mauerteile konserviert und beschriftet worden. Sie vermitteln einen guten Eindruck von Baumaterial, Konstruktionsweise und Ausdehnung dieser spätmittelalterlichen Wehranlage (Abb. 4). Eine Besichtigung beginnt mit Vorteil beim Infopoint am Südende der Passage (Punkt 1 in Abb. 4), mit instruktiven Orientierungstafeln zur baulichen Situation und zur mittelalterlichen Entwicklungsgeschichte der Stadt. An dieser Stelle lag das ehemalige Westtor mit dem Christoffelturm. Das querlaufende Mauerstück entspricht Fundamentresten dieses 1865 abgerissenen mächtigen Torturms (BB Abb. 168). Als Blickfang dient eine Kopie des Kopfs der riesigen, einst den Turm zierenden ChristophorusHolzfigur. Der Aufbau des Mauerwerks lässt sich auf der Westseite besonders gut studieren (Punkt 1 in Abb. 4, BB Abb. 6). In diesem Stadtmauerstück aus grossen Sandsteinquadern, im Wechsel mit Bollensteinen, befindet sich ein verglaster schmaler, hoher Einschnitt. Es ist dies die Aussparung

Route 1

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4 Situationsplan der Christoffel-Passage. Erklärungen zu den Nummern s. Text.

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Steine Berns Exkursionsführer

für das Gegengewicht der darüberliegenden Fallbrücke. Bei Punkt 2 (Abb. 4), am Westeingang der Stadt, führten eine Brücke und ein kleiner Aquädukt über Mauern und Graben. Die zum Teil gut erhaltenen Pfeiler und Bogen der 1649 total erneuerten Grabenbrücke wurden auf originelle Art ins Interieur des Restaurants Christoffel integriert. Beim Baumaterial dominieren blaugrauer Berner Sandstein und Kalktuff, dieser von Gelterfingen im Gürbetal. Die sorgfältige Steinkonstruktion ist am östlichsten Pfeiler durch die Verglasung des Restaurants gut zu erkennen (Abb. 3). Im Sockel folgen sich von unten nach oben eine basale Goldswiler Kalksteinplatte, eine dünne Kalktuff- und eine dickere Muschelkalksteinschicht (von Brüttelen?). Der Ansatz des Bogens und das Gewölbe sind aus mächtigen Tuff- und Sandsteinquadern gefügt; die Pfeilerfüllung besteht aus Beton mit Kieseln und kleinen, grob zurechtgehauenen Sandsteinblöcken. Die Mauerreste bei den Punkten 3 und 4 zeigen exemplarisch die Bauart mittelalterlicher Schalenmauern mit Tuff- und Sandsteinquadern für die Mauerschalen und einer bis metermächtigen Füllung aus Kieseln, Bruchsteinen und Kalkmörtel. Ein Mauerstück (3) mit halbrundem Turm-


ansatz ist in die westliche Schaufensterfront integriert. Ein weiteres (4), inmitten der Passage gelegen, ist mit Plexiglas geschützt und mit etwas irritierender alternierend farbiger Beleuchtung versehen. An der Rückwand im Essraum des Imbissrestaurants schliesslich befindet sich ein grosses Mauerstück (5) aus sorgfältig gefügten Kalktuffquadern mit dem Ansatz eines halbrunden Turmes. Es ist die besterhaltene Mauer dieser Art in Bern.

Ausstieg zum Trambahnhof, nach rechts über die Strasse zum Burgerspital 2. Evtl. Abstecher zur Heiliggeistkirche 62.

2 Burgerspital Bahnhofplatz Nr. 2 1734 – 42 erbaut vom Architekten Niklaus Schiltknecht nach Entwürfen von Joseph Abeille. «Ausgedehnteste und bedeutendste alte Spitalanlage der Schweiz» (KfS, S. 226), «galt bis in die Mitte des 19. Jh. als schönstes Gebäude Berns» (Kdm I, S. 358). Mächtiger Baukörper von annähernd quadratischem Grundriss mit grosszügigem, öffentlich zugänglichem Innenhof. 2012 –14 grossangelegter Umbau zum «Berner GenerationenHaus» (vgl. www.begh.ch).

5 Burgerspital, Hauptfront von Süden (2007).

Kolossaler Baukomplex aus Sandsteinquadern von Ostermundigen, unverputzte Teile der Hauptfront aus Stein von der Kilchenbank (BB S. 56). Mauerdicken im Keller und

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