Missions-Taube 1930

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Miſſionszeitſchrift der Evangeliſc<h-Lutheriſcjen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subscription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as Second-class matter at the Post Office at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 1879. Acceptance ſor mailing at special rate of postage provided ſor in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

Januar

52. Iahrgang. Addpg]]ßwr;qerr!]qop gm],

Zum

mHimeooeopowE„-:bmrBWrm/Zmügm

nenen Jahrgang

DtWÖWdrwewewwö&keeeeewwwdDoweEehh

Gee bt men:

der „Miſſionstaube“.

Vorwärt3, Täublein, vorwärt3 raſtlo3 fliege Mit des Friedens Ölzweig durch die Welt! Führe deines König3 heil'ge Kriege Überall

Bi3

zum

der lezte

gottgewollten

Gößentempel

Siege,

fällt!

Miſſion = mit dieſem Loſungs5worte Wirfſt du auf dein Banner und Panier, Sprengſt de3 Satans Reic<h, der Höllen Pforte, Und zerbrichſt mit Gott, dem ſtarken Horte, Aller Völker dunkles Nachtrevier.

»

O wie köſtlich iſt dein Flügelrauſchen Ho<h in Lüften überm Ozean, Wenn am Feſtland Sünderſeelen lauſchen,

Danke8grüße Da3

dem

mit dem

Scifflein

Miſſion3werk

tauſchen,

bricht die Bahn!

Schenke dir dein Heiland neue Gnade, Geiſt und Kraft, vereint mit Glauben3mut, Wader ihm zu bahnen friſche Pfade, Wege bi3 zum fernſten Meergeſtade Durc<h da3 teure Wort von Chriſti Blut! Chriſten, machet Raum in Tempeltoren, Hoh die Türen in der Heidenwelt, Daß bei allen, die no<h ſind verloren Und in Torheit wider Gott rumoren, Unſer Ehrenkönig Einzug hält! O. R. Hüſc<hen.

v ggyl

1930.

Ur. 1.

Eine Miſſion3predigt Luther8. Im erſten Stü> der Epiſtel an die Philipper dankt der Apoſtel Paulus Gott für die Gnade, daß ſie kommen ſind zu der Gemeinſ<aft des Evangelii oder desſelben teilhaftig worden. Zum andern wünſc<t er und bittet von Gott, daß ſie in ſolher Erkenntnis und Früchten de3sſelben zunehmen und je reicher werden. Und tut beide3 darum, daß er mit ſolhem Preiſen und Rühmen des Evangelii ſie vermahne, daß ſie feſt und beſtändiglidh bei demſelben bleiben, wie ſie angefangen und jekt im Glauben ſtehen. Es wird vornehmli in dieſen Worten un3 vorgemalet ein recht Ebenbild oder Konterfei, wie ein <hriſtlic) Herz geſtaltet ſei, ſo mit Ernſt glaubt an das heilige Evangelium, wel<he3 in der Welt gar ſeltſam und wenig zu finden. . Alſo ſteht aber ein <Hriſtlih Herz, und dies iſt ſeine Farbe und Geſtalt, wie St. Pauli Worte lauten, daß er von Grund fröhlih und luſtig darüber iſt und Gott dafür dankt, daß aud) andere Leute zu der Gemeinſchaft des Evangelii kommen, und hat eine gute Zuverſicht gegen die, ſo da angefangen zu glauben, nimmt ſich ihre3 Heil3 an, freut ſich de3 ja ſo ho<h al3 ſeine3 eigenen und kann Gott nicht genug dafür voll danken. Und ohne Unterlaß bittet er, daß er möge erleben und ſehen viel Leute mit ihm zu ſolher Gemeinſchaft

kommen und dabei erhalten werden bi38 an den Tag

ZJEſu Chriſti, der alles volkommen und ganz mache, woran e3 no<h hier mängelt und fehlt, und ſie alſo in


2

Die

Miſſions-Taube.

ſolhem Glauben und Hoffnung fortfahren unanſtößig, bi3 ſie denſelben fröhlichen Tag erreichen. Siehe, alſo erzählt der fromme Apoſtel und ſchüttet herau3 den Grund ſeines Herzen3 voll rechter Früchte ſeines Geiſtes und Glauben3, ſo da brennt vor Freude und Luſt über dem, wo er ſieht das Evan* gelium erkannt und angenommen und geehrt, und vor herzlicher Liebe gegen ſeine Kirchen, daß er nichts Höhere3 weiß ihnen zu wünſchen und von Gott zu bitten, denn daß ſie darin zunehmen und bleiben. Für ſo teuren und großen Saß

hält er e8, wo man Gottes

Wort mag haben und behalten, wie Chriſtus auc<h ſelbſt Luk. 11, 28 ſol<e ſelig ſpricht. Hiermit gibt St. Paulus uns ein Exempel des, daß wir au ſollen dankbar ſein. Denn da3 gehört erſtlic zu einem Chriſten, der da Gottes Gnade und Wohltat dur<3 Evangelium erkennt und glaubt, daß er ſich desſelben dankbar erzeige, nicht allein gegen Gott, wel<he3 iſt das Vornehmſte,

ſondern aud) gegen

die Menſchen. Ja, da3 ſoll eine3 <hriſtlichen Herzens Freude und Luſt ſein, daß er möge ſehen viel Leute aud) zu der Gnade kommen und mit ihm Gott loben und danken; denn ſol<e Begierde aud) deſto ſtärker da3 Beten und Anrufen erweckt. ----------Po-------

Wie auf einer gemiſchten Konferenz in der Negermiſſion gearbeitet wird. Die Profeſſoren, Paſtoren, Lehrer und Lehrerinnen auf unſerm Miſſion3feld in Louiſiana verſammeln ſich zweimal im Jahr zu einer gemiſchten Konferenz. Da werden dann Konferenzarbeiten vorgelegt und beſprochen ſowie das Wohl und Weh de3s Miſſions8felde3 beraten. Die Herbſtkonferenz verſammelt ſic) am Dankſagungstag und am darauffolgenden Freitag. Die jüngſte Herbſtkonferenz wurde am 28. und 29. November 1929 in der Konkordiakir<e, Miſſionar G. M. Kramer3 Filiale, abgehalten. Alle Miſſion3arbeiter im Staat Louiſiana wohnten der Konferenz bei; e3 fehlten nur zwei Lehrerinnen. Es wurde " fleißig gearbeitet. Die Zeit war zu kurz, um alle vorliegenden Sachen genügend beſprechen zu können. Wir konnten bei diejer Gelegenheit wieder wahrnehmen, daß der Schwarze ein geborner Redner iſt. Der Vorfiber, P. Os8kar Lücke, hatte nie darüber zu klagen, daß fich niemand zum Wort melde. Konferenzarbeiten.

P. G. M. Kramer, der Superintendent des Miſ-

ſionsfelde3 in Louiſiana, legte eine Arbeit vor über

“Complete Sanctification", da3 heißt, völlige Heiligung, und zeigte, wie den Römlingen mit ihrer JIrr-

A

Good

Securities. Ten-year

Serial

Inyvestment. 5%

Borrower. The Board for authority of the Amount. Limited

to

Maturities. Annually, vember 1,

Gold

Notes

of

1929.

Colored Missions, under Synodical Conference.

8200,000. from November 1939.

Denominations. Notes for 81,000,

38500,

1,

and

19380,

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No-

8100.

Interest. 5 per cent., payable Semiannually, on May 1 and November 1. Interest coupons attached to each note. Collections. Interest coupons and payable at maturity bank.

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W. 3558

and

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ECKHART, Treaszurer, S. Jefferson Ave., St. Louis, Mo.

lehre von überflüſſig guten Werken ſowie den Schwärmern

aus

der Schrift zu antworten

iſt, wenn

ſie mit

ihrer Behauptung auftreten, daß ſie ein völlig ſündloſes Leben führen können. Dies Referat war durdaus zeitgemäß und wurde mit Dank angenommen. Lehrerin Dora Allen von der Konkordiaſ<ule hielt mit den Kindern ihrer Kleinkinderklaſſe eine Katecheſe über Luther3 Kleinen Kate<hi5mu3 und ließ au3wendiggelernte Sprüche, Gebete und Liederverſe aufjagen. Die Katecheſe zeigte, daß Fortſchritte im Katechiſieren gemacht werden. In dieſem Zuſammenhang gab Superintendent Kramer wichtige Winke über den zu memorierenden Stoff im Religionsunterricht. Aud wurde beſchloſſen, daß die drei Paſtoren in New Orleans -- Kramer, Lüke und Wildgrube = einen Plan auSzarbeiten ſollen, um den jüngeren Lehrern und Lehrerinnen weiteren Unterricht im

Katechiſieren zu erteilen. Nac<h Weihnachten ſoll der ausgearbeitete Plan in3 Werk geſetzt werden.


/.

Die

Miſſrons-Taube.

Geſc<häfts8verhandlungen.

Screiber dieſes ermahnte und ermunterte die Paſtoren und Lehrer, au< in dem Stü> ihre volle Pflicht zu tun, daß ſie die ihnen anvertrauten Seelen fort und fort zum Fortſ<hritt im Geben für Gotte3 Reich anhalten. Sodann wurde über Miſſionsgelegenheiten im Staat Louiſiana verhandelt. E3 wurde auf

verſchiedene

Städte

hingewieſen,

in denen

unter

den Farbigen miſſioniert werden ſollte: Baton Nouge, Lafayette, Lake Charles, Monroe und Palets Land.

Bericht über die Luther Preparatory School. Die Paſtoren Lücke und Wildgrube, die aushilfs-

weiſe

in

dieſer

am

16.

September

eröffneten

Vor-

bereitungsſchule unterrichten, legten einen erfreulichen Bericht vor. Über alles Erwarten haben ſich gleich im erſten Jahr der Anſtalt 28 Schüler und Scülerinnen

eingeſtellt,

die

ſämtlich

lutheriſchen Kir<he treten wollen.

aus8gezeichnet.

in

den

Dienſt

Jhr Betragen

Dafür ſei Gott gedankt!

der

iſt

Die Knaben,

die im Anſtaltsgebäude wohnen, haben ganz aus eigenem Antrieb Morgen- und Abendandacht eingeführt. Sie ſingen ein lutheriſches Lied, leſen ein Kapitel aus der Bibel und ſprechen ihr Morgen- und Abendgebet gemeinſam. Es war eine helle Freude für mich, al3 ih dies von den farbigen Jungen hörte. Die lieben Leſer freuen ſich gewiß mit mir. Gott wolle ſie allewege in der Liebe zu ſeinem Wort erhalten und made ſie einſt zu treuen Arbeitern unter ihren Volksgenoſſen! Die lieben Frauen der Konkordiagemeinde haben fein für den „inneren Menſc<en“ der Konferenzglieder geſorgt. Am Dankſagungstag gab e3 zu Mittag ſogar turkey. Mir wurde dann nod für die Reiſe nach Piney Wood3, Miſſ., eine große Portion Kuchen mitgegeben. E35 war in jeder Hinſicht eine ſchöne, geſegnete Konferenz. Gott wolle unſern lieben Miſſion3arbeitern, die nun wieder zu Hauſe bei der Arbeit ſind, heiligen Mut, guten Rat und re<hte Werke verleihen! C. F. Drewes.

half den Gottesdienſt verſchönern. Der Ort3paſtor hielt vor der Kir<tür eine kurze Anſprache und verla8 ein paſſende3 Gebet. Zehn Minuten nach der feierlihen Eröffnung der Tür war die Halle mit Feſtgäſten überfüllt. Viele mußten draußen ſtehenbleiben. P. von Schlichten hielt die Weihpredigt auf Grund

von Luk. 11, 28 und zeigte, we3halb wir Kir<en bauen. Jn ſeiner Einleitung redete er von der Au3dauer de3 Paſtor3, der nicht von ſeinem Vorhaben, eine Kir<he zu bauen, abwich ſelbſt in den dunkelſten Stunden, und auc von der Treue der Gemeinde, die ihrem Paſtor treu zur Seite ſtand in den Tagen des Er ſagte: Hoffens und Harrens. „Freunde, e3 iſt Arbeit, die unter Gotte38 Segen zum Ziel führt; man muß in die Taſche greifen und tüchtig geben, wenn man ſeinen Wunſc< erfüllt ſehen will. Das iſt es, wa3 ihr getan habt: ihr habt troß Dem HErrn ſei Lob eurer Armut reichlich) gegeben. und Dank, der eu< willig gemacht hat, Opfer zu bringen und dies Haus5 zu erbauen! Jhr könnt euch freuen und fröhlich ſein, weil ihr jekt ein geiſtliches Heim, eine eigene Kir<e, habt. Es3 gehört nicht der Evangeliſch-Lutheriſc<en Synodalkonferenz von Nordamerika; ihr habt das Gebäude nicht gemietet; nein, Möge Gott, der Allmäctige, es iſt euer Eigentum. ſeine ſ<hükßende Hand über eure Kir<e halten und ſie vor allem Schaden bewahren!“ In der Predigt wurde ausgeführt, daß Kir<en gebaut werden, um darin Gotte3 Wort zu predigen und zu hören. Im Abendgotte3dienſt wurde das vierhundertDer jährige Jubiläum de3 Katechismu3 gefeiert. Der Unterzeichnete predigte über 5 Moſ. 6, 6. 7. Gotte3dienſt war gut beſucht. Die Kollekten des Tage3 ergaben die Summe von 8417.50. DaS iſt in der Tat eine ſ<höne Summe für die kleine Gemeinde. Möge da3 Beiſpiel der Gemeinde in Yonker3, die ſelber die Gelder für ihre Kir<he aufgebracht hat, allen unſern Gemeinden in der Negermiſſion al3 ein ſtarker F. D. Alſton. Sporn dienen! Werbt

Kirc<weih

in Yonkers8, N.Y.

Am 10. November, an Luther3 Geburts8tag, weihte unſere Bethany-Gemeinde in Yonker3, N. Y., ihr neues parish-house ein, da3 ſie vorläufig auc<h für gotte3dienſtlihe Zwe>e benußen will. Neben dem neuen Gebäude iſt genügend Raum für eine Kirche. Die Paſtoren Hill, von S<lichten, Meyer, Halama und der Unterzeihnete nahmen teil an der Feier. Der

Chor der St. Johanni8gemeinde

(P. von S<li

CONCORDIA

nn

SEMINA

3

neue Leſer für die „MiſſionStaube“!

Lutheriſche Blindenmiſſion. Taubſtummenmiſſionar O. C. Schröder in Cleveland, der unſerm Blindenmiſſionar A. H. Kunß nebenbei Helferdienſte leiſtet, berichtet über die geſegnete Arbeit unter den armen Blinden. Dieſe Miſſion iſt hauptſächlich auf un3 angewieſen, denen Gott geſunde Augen gegeben und erhalten hat. Miſſionar Sc<röder : ſ reibt: IBRARY

ST. LOUIS, MISSOURI.


4

-

Die Miſſions-Taube.

„Sd) habe ganze Stöße von Briefen erhalten, die von blinden Deutſchen geſ<rieben ſind, dieNr. 1 und 2 unſerer deutſ<en Braille-Quartalſchrift geleſen haben und ſi alſo äußern: „Sie ahnen nicht, wa3 für einen Segen Jhre Scrift ſtiftet für deutſc<e Blinde wegen der Menge

der Sekten.

Gott ſei gelobt für die Sen-

dung de3 „Lutheriſchen Boten“! von Gott.“ „Die

Drucker

berichten:

„Jn

Das Werk iſt gewiß unſerer

Korreſpon-

denz mit den Leſern des „Boten“ kam e3 immer wieder zum Ausdruck, wie ſehr man ſich über dieſe Schrift gefreut hat. Wir dürfen es beſtimmt glauben, daß mande Frucht für die Ewigkeit dadurd) gewirkt werden darf, und ſiherlic) wird die Freude dermaleinſt

Eine lutheriſche Sonntagsſchule

für Blinde.

groß ſein, wenn e3 vor aller Augen ſichtlich geworden iſt, wa3 dur< dies Werk an den deutſchen Blinden hat geſehen dürfen.“ ; Nr. 1 de3 „Boten“ hat 130 deutſc<e Blinde und 20 europäiſche Bibliotheken erreicht, Nr. 2 jedoch 840 deutſc<e Blinde und 20 Bibliotheken für Blinde. Die Koſten von 1,000 Exemplaren dieſer Quartalſ<rift dürften 3500 das Jahr nicht überſteigen. „Außer dem monatlichen „Boten“ in engliſcher Braille, der von P.A.H. Kuntz in Alhambra, Cal., redigiert wird, geben wir aud) eine Quartalſchrift in Moondrut heraus, die von etwa 500 engliſchen Leſern in elf verſchiedenen Ländern geleſen wird. Unlängit ſchrieb ein Leſer: „Ob Sie wohl wiſſen, einen wie großen <riſtlichen Dienſt Sie den Blinden leiſten2 JH kann Zhnen verſichern, daß es in unſerm Fall wahrhaft wunderbar iſt und daß e8 aufrichtig geſchäkßt wird.“ ;

na<4

„Derartige Briefe erhalten wir in großer Anzahl dem Erſcheinen einer jeden Nummer unſer3

Magazin3.“

Gott ſegne dieſe Liebe3arbeit unter Blinden und erwede ihr viele Freunde, ihren Gebeten und Gaben unterſtüßen! Werbt

neue

Leſer

den armen die ſie mit

für die „Miſſion8taube“!

Sic haben's geleſen und --- geholfen. Unſere Bitte für Lucius Mean3 hat bei vielen Miſſionsfreunden eine ſehr freundliche Aufnahme gefunden. Aus allen Teilen de8 Lande3, wo nur die „Miſſionstaube“ geleſen wird, habe ih Gaben, große und kleine, in reichem Maße erhalten, ſo daß, wie die in dieſer Nummer erſcheinende Quittung ausweiſt, genug Geld vorhanden iſt, Luciu3 da8 Studium auf unſerer Anſtalt in Green3boro zu ermöglichen. Ganz herrliche Briefe, aus denen ein warme3 Herz für die Sache unſer3 Heilandes unter den Negern ſpricht, begleiteten die Gaben. Sie kamen aus California, Wyoming, Kanſas, Nebra8ka, South Dakota, Minneſota, Wisconſin, JZUinois, Michigan, Indiana, Miſſouri und Ohio. Alle werden noch perſönlich beantwortet werden. Gott ſegne die lieben Geber und laſſe ſie die Freude erleben, nah einigen Jahren zu hören, daß Lucius glücklich ſein Studium vollendet hat und bereit iſt, in den Dienſt de8 HErrn zu treten. Außer den Gaben habe id) au<h eine Anzahl Angebote erhalten, in denen einzelne Freunde ſich erboten haben, Lucius ganz auf ihre Koſten ſtudieren zu laſſen. Dieſe lieben Brüder und Schweſtern werden gewiß nun ihre Freude willig mit den vielen andern teilen, die aud<h ihren Teil mit dazu beitragen wollten, dem HErrn einen Arbeiter zuzubereiten. Doch möchte ih, ermutigt dur eine ſo große Bereitwilligkeit, ihre Aufmerkſamkeit hierdur< auf no<h zwei andere unſerer Sdüler lenken. Der HErr, der die Herzen ſeiner Kinder lenkt wie die Waſſerbäche, hat vielleicht noch einen oder mehrere oder gar viele unter ſeinen Kindern in unſerer Mitte, die gerade auf eine ſolche Gelegenheit warten. Der erſte Junge iſt Clemonce Sabourin von. New Orleans. J< kenne ihn bereits ſeit vielen Jahren. Er war ſc<on in New Orleans mein Schüler. Als

1925 da3 Luther College geſ<loſſen wurde, konnte er

nicht mit na) Green38boro gehen, da ſeine Eltern dur<

Abbrennen

ihres

kleinen

Hauſe38

verarmt

waren.

Seine Lehrer bedauerten e3 damal13 ſehr, daß er nicht

weiterſtudieren konnte. ſein Paſtor

ihn

do<h

Drei Jahre nachher aber hat

bewogen,

hierher

zu kommen.


Die

Mliſjſions-Taube.

Während dieſer Zeit iſt Clemonce nun zu einem ſehr ernſten, geſeßten, verſtändigen und fleißigen jungen Manne herangereift. Clem, wie wir ihn nennen, iſt unſer Stolz. Er iſt immer bereit zu helfen, erſcheint ſtet3 ausgezeichnet vorbereitet in der Klaſſe und übt einen heilſamen Einfluß auf. ſeine Mitſchüler aus. Wegen dieſer Charaktereigenſ<haften haben wir ihn hier behalten, ohne irgendwelc<e Vergütung für ſeinen Unterhalt zu erhalten. Wer dieſen jungen Mann unter ſeine finanzielle Obhut nimmt, wird in ihm, ſo Gott will, einen ſtet3 dankbaren Sohn und einen vielverſprechenden Arbeiter in des HErrn Erntefeld haben. Der zweite iſt “Peanuts*", wie ihn ſeine Mitſchüler nennen, James Winbuſh, von Meherrin, Va. Niemand weiß, wo ſein richtiger Vater iſt. Seine Mutter hat ſich wieder verheiratet; ſie wohnt in New York und ſcheint ſich nicht allzu ſchr um den Jungen, der von ſeiner Großmutter in Meherrin erzogen worden iſt, zu bekümmern. James iſt ein kleines Kerl<en, fünfzehn Jahre alt, und hat allem Anſchein nach nicht viele gute Tage geſehen. Er iſt biöher von einem lieben Freund erhalten worden. Nun weiß ic aber, daß dieſer liebe, gute Freund unſer38 James nur unter großen Opfern, die ihm nicht zugemutet werden ſollten, das Nötige für ſein Studium beigetragen hat. James iſt klug, fleißig und willig. Vielleicht findet er nod) andere gute Freunde, die mit ſeinem bi3herigen Wohltäter ſich in die Koſten ſeiner Erziehung teilen mödten. Nun leſt dies, liebe Freunde, und wenn ihr könnt, dann helft; iſt eu< dies aber nicht möglich, ſo bittet den HErrn, daß er die Herzen ſol<her, die dazu imſtande ſind, willig machen möge. H. Nau, Immanuel Lutheran College, Greensboro, N.C.

Werbt

neue Leſer für die „Miſſion8taube“'!

Die Arbeit unſerer Kirche in der Heidenmiſſion. Unſere Glauben3brüder in der deutſchen Freikirhe haben lezten Sommer auf ihrer Synodalverſammlung in Kolberg, Pommern, ein Komitee eingeſekt, da3 Pläne au3arbeiten und vorlegen ſoll, wie ſich die Synode an dem großen Werk der Heidenmiſſion beteiligen kann und ſol. Man hat dabei aud an unſere geplante Afrikamiſſion geda<t. Da3 Komitee legt in der „Freikir<he“ vom 13. Oktober 1929 ſeinen erſten

Bericht vor.

Dieſen Bericht laſſen wir hier in der

„Miſſion8taube“

„Auf

unſerer

abdruden:

die8jährigen

Synode 'in Kolberg

5

ſtand eine wichtige Reichgotte3arbeit zur Beratung: unſer Anteil an der Heidenmiſſion. Trotzdem die Sorge und der Kampf um die Bewahrung und die Lebendigerhaltung unſers beſten Kleinode3, der reinen Lehre des göttlichen Wortes, in unſern eigenen Gemeinden ſorgſame Arbeit und immerwährende Wacjamkeit erfordert, troßdem die rieſengroße Aufgabe der „Inneren Miſſion“ an unſern gottentfremdeten Volksgenoſſen alle Kraft, Treue und Liebe, deren wir

fähig ſind, erheiſcht, troßdem die finanzielſen Nöte un3 oft hart drücken, troß alledem dürfen wir die Arbeit der Äußeren, der Heidenmiſſion, nicht in den HinterOder läge etwa keine Gefahr grund treten laſſen. vor, daß wir dieſes Werk, das unſere Väter ſehr lieb-

hatten,

etwa

vergäßen

über

ſo

vielen

andern

„Auf-

gaben“, „Programmen“, neuen Zweigen kir<liher Tätigkeit? So war es gewiß von Bedeutung, daß die Synode von Heidenmiſſion redete, Miſſion3anträge prüfte und

ſc<ließlich einen Ausſ<huß

beauftragte,

„in

Verbindung mit dem Synodalrat dur< Berichte über die Innere und Äußere Miſſion die Luſt und Liebe für dieſes Werk de3 HErrn in unſerer Kirche zu fördern, und zu prüfen, ob die Gaben, die au3 unſern Gemeinden für die Heidenmiſſion eingehen, an eine beſtimmte Station geleitet werden können“. „Der Ausſ<huß will in Gottes Namen ein wenig dazu beizutragen ſuchen, daß unſere Kir<he immer mehr eine Miſſionskir<he werde, ſich ſelbſt und andern zum Segen. Eine eigene kleine Heidenmiſſion zu beginnen oder aud) nur eine eigene Station- von der Heidenmiſſion unſerer lutheriſchen Glauben3genoſſen zu übernehmen, wäre nod töricht und vermeſſen angeſicht3 des Worte3 des Heilande3 ſelbſt, da3 den, der einen Turm bauen will, ermahnt, zuvor „zu ſien und die Koſten zu überſchlagen, ob er'3 aud) habe hinau3Aber wenn wir ſelbſt no<h keinen Turm zuführen“. allein bauen können, ſo können wir do<h Bauſteine hinzutragen und dieſe ſammeln, bis die Zeit kommen mag, wo e3 un3 allein gelingen möhte. Da3 will bedeuten: wir müſſen fleißig für die Miſſion geben und un3 beſtändig dazu gegenſeitig mahnen und reizen. E3 ſind jeßt faſt überall in unſern Gemeinden Miſſion3feſte gefeiert worden. ES iſt ja ſelbſtverſtändlich, daß die Kollekte oder ein großer Teil davon der Heidenmiſſion zufällt. Aber ob e3 wohl ret iſt, wenn da3 Miſſionsfeſt die einzige Gelegenheit im ganzen Jahr iſt, wo für Heidenmiſſion geſammelt wird? Hieße da3 nicht ſehr kärglich ſäen? Und wollte man von dieſer kärglichen Saat eine reiche Ernte erwarten? E3 ſind manche Gemeinden in unſerer Mitte, deren Beiträge für Heidenmiſſion beſhämend gering ſind. Vielleicht bedarf e38 nur einer Erinnerung in der Ge-

-meindeverſammlung, nur etlicher Miſſionsſtunden, in


6

Die

Miſjſtons-Taube.

denen der Paſtor von dem großen Werk der Heidenmiſſion erzählt. Der Hilfsmittel zum Miſſionsſtudium ſind heute ſo viele: Karten, Hefte, Lichtbilder, perſönlihe Berichte von Miſſionaren; es heißt nur, in dem Plan der vielen Veranſtaltungen und Feiern im Gemeindeleben einen Platz -- nicht ein Plätlein, ſondern einen Ehrenplaß =- für die Miſſion zu finden. Außer der ſommerlichen Zeit der Miſſion3feſte iſt auch die liebe Epiphania3zeit hierzu ſehr geeignet. Vielleicht wären au< an manden Orten Leſeabende angebradt, wo der Paſtor oder ein anderer aus der ſo Überaus reichen, ſchönen Miſſionsliteratur vorleſen könnte. Die Liebe wird da erfinderiſch ſein. Und ein paar Groſchen wird jeder am Schluß eine3 ſolchen Abend3 oder Vortrages übrig haben. „Mander unter un3 hat vielleicht ein große3 Bedenken, wenn ſo viel von Miſſion38gaben und Miſſion3arbeit geredet wird. Er denkt: Wenn ſo viel Geld für die Miſſion gegeben wird, dann wird es der eigenen Gemeinde entzogen. Wo iſt eine Gemeinde, deren Finanzen ſo wohl beſtellt wäre, daß ſie leiht über einen ſolhen Einwand hinweggehen könnte? Und doh ſ<lägt dieſe3 Bedenken nicht durh. Wenn ein HauSvater fremden an ſeiner Tür bettelnden Kindern Brot gibt, wird er dann die eigenen Kinder hungern laſſen? Gewiß ni<t! E3 wird vielmehr ſo ſein, wie es ſhon immer geweſen iſt: wer am meiſten für die Miſſion gibt, gibt au<h am meiſten für die eigene Gemeinde, und wer für die Miſſion nicht3 übrig hat,. der macht aud ein ſchiefe3s Geſicht, wenn der GemeindeFaſſierer an ſeine Tür und ſeinen Geldbeutel klopft. Bei dem Geben für Gotte3 Reih, drinnen oder draußen, iſt nämlidh erfahrung3gemaäß nit die Größe de8 Geldbeutel3 ausſc<hlaggebend, ſondern die Größe der Liebe

zum Heiland;

oft geben die Ärmſten da3 meiſte und

die Reichſten das wenigſte. Daß ſich dieſe falſche Sparſamkeit einſt bitter rä<hen wird, daran denken viele niht. „Laßt un3 nicht müde werden in dem herrlichen Miſſionswerk! Gottes heiliger Befehl, ſeine nie fehlende Verheißung und die tiefe Not derer, die in der 'Heidenwelt noch den Weg des Tode3 ziehen, entzünde uns zu neuem Eifer. Dann wird der HErr der

Rirhe uns aud bald zeigen, wie er im beſonderen unſern Dienſt will. „Der Miſſion3au38ſ<uß.“ EE IB

Juden in New York. Laut einer Unterſuchung, die ſich über drei Jahre erſtre>te, zählt die Großſtadt New York 1,835,000 Juden. Man erwartet, daß die Zahl nach fünf Jahren zwei Millionen überſteigen wird. 19 'Goit wolle das Werk unſerer Judenmiſſion in dieſer is j Großſtadt fördern!

Mbua. Miſſionserzählung

von

Martin

Jädel.

Ha Monoko. J< werde e3 nie vergeſſen, wie ich da3 erſte Mal dorthin kam. E8 war in der Zeit der großen Krankheit. Mopoloſchi, Heiland, nannten mich die Leute. Aber ſie nehmen immer den Mund recht voll. Heilgehilfe hätten ſie ſagen ſollen, weil ich weiter nicht3 war al38 ein Gehilfe, der mit einer großen Flaſche Medizin und einem Eßlöffel im Ruckſa> von Kral zu Kral zog und den vielen, vielen Kranken die Medizin eintrichterte. Sehr früh war ih daheim aufgebrochen, und noch in der Morgenſtunde hatte ich, dur< herbſtduftende Urwälder wandernd und auf Affenſteigen kletternd, den zweitauſend Meter hohen Gebirg8kamm überſchritten und ſtieg nun hinunter in die nördlichen Talſ<luhten. Ein runder Keſſel lag vor mir, über den die roten Fel3wände drohend hereinſchauten. Beim Abſtieg hatte ich einige Hütten geſehen, aber dann verbaute der tauſendjährige Urwald den Bli>k, bis ih, aus dem Dämmerdunkel der grünen Wände auftau<hend, plößlich eine große Eingebornenſtadt auf der Lichtung vor mir ſah. E3 war eine Oaſe in der Bergwelt, eine überraſchend liebliche Einkehr nah langer, heißer Wanderung. Rieſige, rotbackige Pfirſiche hingen an üppigen Fruchtbäumen, Bananen winkten breitblättrig über den Kralzaun, mächtige Trauben hingen an kletternden Weinſtö>en, und goldgelbe, kürbi3große Früchte drängten ſich um den ſ<lanken Stamm des Papayabaume3. No<h nie vorher war ich in dieſe Gegend gekommen, und die Leute kannten mich nicht. Und wenn der braune Moſotho einen Weißen nicht kennt, dann begegnet er ihm mit großem Mißtrauen. So muß zuerſt immer einmal da3 Ei3 gebrochen werden. I< trat in einen Hofraum, ho>te mich vorſ<rift3mäßig in da3 „Tor der Männer“ und grüßte nach Eingebornenart mit Händeklatſchen. : Der Gruß wurde höflich erwidert. „Große3 Rindvieh! Herr und König!“ ſo. wurde ich ſ<meichelhaft angeredet. Darauf erklärte ih: „Ju bin gekommen, die Kranken geſund zu machen. Wo ſind ſie?“ „Sie

ſind da.“

„Id werde ſie heilen.

IJ

habe Heilkraut

mitgebradt.“ „Hm“, brummt der :Mann wieder und betrachtet mid, als hätte ich ihm Gift angeboten. „Kennſt du mich nicht?“ „Nein, Baa3.“

„Sd< bin der Moruti von Nratſ<hatſha der Miſſionar des Häuptling3).“

(JI bin


Miſſions-Taube.

* „Hei?“ grunzt der Mann wieder, wa3 ſo viel be-

deutet als: „Das3 könnte ja jeder ſagen.“ Inzwiſchen ſind mehr Leute herzugekommen, und eine alte Frau ſagt: „Männer! Das iſt der Moruti Jachal wirklich. I< kenne ihn. Er hat mir einmal einen Zahn gezogen.“ „Nrxe! Nre! Nre!“ ſ<nalzten die Alten vor Verwunderung, weil ſie noch nicht erlebt hatten, daß ein Weißer ſo weit zu Fuß läuft, um ſich um ihre Kranken zu kümmern. Die Juden, die ſich alle ſeh3 Jahre einmal in die. Gegend verirren, kommen nicht, um zu geben, ſondern ſie ſind Viehhändler, die die unwiſſenden Schwarzen gewaltig über3 Ohr hauen. Nun iſt aber au da3 Vertrauen hergeſtellt. Man führt mich zu allen Kranken, bringt Flaſchen, damit ich darin Medizin miſchen kann, und zeigt mir den Weg nach dem nächſten Kral. E3 war faſt Mittag geworden, ehe ich meine Runde vollendet hatte, und die Sonne brannte ſenkre<ht vom blauen Himmel herab, und die Hitze war ſchier unerträglid. Eben wollte ich den Kral der Hauptſtadt verlaſſen, um an der Quelle am Waldrand mein Frühſtü> zu verzehren, da wurde ich gebannt von zwei großen, braunen Augen, die au8 dem ſ<malen Geſicht eines

jungen Weibe3 auf mich gerichtet waren.

Sol

ein

ſtummer Jammer, ſold ein heiße38 Flehen redete aus dieſen Augen, daß i< unwillkürlih meinen Scritt hemmte und mid der Frau zuwandte. Aber flüchtig wie ein Wolkenſchatten am windigen Mittag glitt ſie an mir vorbei in eine der Hütten. IJ hatte zu deutlich in ihren Augen die rührende Bitte geleſen, darum beſann ich mich nicht lange, ging zum Eingang der Hütte und kro<h dur< die niedrige Tür. Ein Mann hodte an dem Herdfeuer in der Mitte, und die Frau lag auf den Knien in der E>e vor einem Bündel JFellde>en. ZE „Wer biſt du, und wa3 willſt du von mir?“ fragte ic< die Frau. „3<h bin Maſelelo“, erwiderte ſie zögernd, und dann ſc<hälte ſie aus dem Bündel ein Kind und hielt e3 mir wortlo3 entgegen. E3 war dunkel in der Hütte, aber al3 ic< in dem Lichtbalken, der dur< die niedrige Tür fiel, den elenden Körper de3 Kinde3 ſah, da erſchrak ich in tiefſter Seele. Schon viel entſeßzlichen Jammer hatte ich in den Jahren geſehen, wo ich unter den Heiden gelebt hatte

und in ihren Hütten ein- und au8gekro<hen war. Aber

ein ſo jammervolle3 Bild hatte ſich meinen Augen bis8- her nod nicht geboten. Da3 kleine Kind, ein ſjhmuder brauner Junge von etwa drei Jahren, war am ganzen

Rücken zerfleiſcht und zerfaſert wie von unmenſchlichen

7

Rutenhieben, und die Hautfeßen klebten grün und Üübelriechend an den Lappen, in die er gehüllt war. Wimmernd lag er auf dem Arm der Mutter, al3 ich ihn unterſuchte, und mit einem Shmerzen3ſchrei antwortete

er auf jede Berührung.

Man ſoll bei den Heiden nicht viel fragen; denn ſie vertrauen das ſ<werſte Leid dem Weißen nicht an, De3halb ehe ſie geſpürt haben, daß er helfen kann. ſchüttelte die junge Frau auch nur wortlo3 den Kopf, al3 ich entſeßt fragte: „Wer hat da3 getan?“ I< ließ mir ein Morufzu bringen, eine Holzſchüſſel, voll Quellwaſſer und goß Karbol darein und badete den kleinen Körper damit, und dann verband ich ihn mit reinem Verbandzeug, das ich im Rucſa> mitführte. Das Kind =-- Mbua nannte ihn die Mutter -hatte mich mit entſezten Augen angeſehen und hatte gewimmert und geſchrien; aber als ich ihn ſeiner Mutter zurü&kgab, wurde er ſtill, und ſhluchzend rief er no< einmal „Ma -- üh!“ (meine Mutter); dann wurde er ſtiller und ſchien zu ſchlummern. I< winkte dem Mann, der offenbar der Vater war, und er kro hinter mir her aus der Hütte heraus Draußen fragte ich in den blanken Sonnenſ<ein. ihn, wie das Kind zu dieſen für<terlihen Wunden gekommen ſei. Er wollte erſt niht mit der Sprache heraus, und nachdem er ſich vorſihtig umgeſehen hatte, ob etwa Lauſcher in der Nähe ſein möchten, meinte er: „Meneer, geh dort zu der Quelle, da werde ich di dann treffen.“ I< ſchritt voran nah der Quelle, die friſ< und klar, mit einem leiſen Shwefelgeru<h, unter den Wurzeln eines rieſigen Feigenbaume3s am Waldrand herausſprudelte. Dort ließ ich mid) nieder und verzehrte Plößlich mein Schwarzbrot mit ein paar Bananen. tauchte aud) mein Freund aus der Hütte auf und kam auf mich zu. Wieder ſc<haute er ſi vorſichtig wie ein windender Buſ<bo> nad) allen Seiten um, und al3 er ſich vergewiſſert hatte, daß wir allein waren, ho>te er fich nieder, und nah umſtändlihem Hin- und Herreden erfuhr ih die traurige Geſchichte. Mbua war ſein Sohn, der zweite, nachdem er ein anderes Kind ſchon dur< den Tod verloren hatte. Au3 den Worten de38 Manne3 ſprad) ſo viel Zärtlichkeit, wie ein Moſotho ſih überhaupt zu zeigen erlaubt; denn die Leute wahren ihr Geſicht und ihre Zunge, und man wird ſelten eine Gemüt3bewegung aus ihren Dem Jungen Worten oder Zügen ſehen können. waren die oberen Zähne zuerſt gewachſen, eine Sache, die dem Kind nah Heidenſitte den Tod bringen mußte. Da aber die Eltern da3 Kind leidenſ<aftlich liebten, ſo hatten ſie die verderblihe Tatſa<he geheimzuhalten verſu<ht. E83 war ihnen bi3 jetzt auh gelungen, oder

PRITZLAFF MEMORIAL LIBRARY CONCORDIA SEMINARY

Die


Miſjſtons-Taube.

„Wa3 macht euer Mbua2“

Die großen Augen blikten mid leer an, in dem braunen Geſicht zu>te keine Miene. Plößlid aber er-

hob ſie ſic) wieder und ging um die Hütte herum nach

* dem hinteren Hofraum. ZJd folgte ihr und ſah den Mann in einiger Entfernung am Waldrand ein Loch graben. Unter der Veranda lag der Knabe, in eine

Dede gewidelt. die De>e

vom

Die Mutter hob

Köpflein.

IE

Erſchüttert ſtarrte ich auf das entſeßliche

zärtlich Bild.

Der Knabe war tot, und er mußte eines ſ<hre>lihen Todes geſtorben ſein. Die Schädelde>e war zertrümmert, und die klaffende Wunde hatte die Lieblichkeit de3 Kindergeſicht<hens zerſtört. Faſſungs3lo3 ſchwieg ic. „Der Häuptling hat ſeinen Willen bekommen“, flüſterte die unglü>liche Mutter. Und plötzlich verlor ſie die mühſam bewahrte Faſſung und ſtürzte mir zu Füßen, umklammerte meine Knie, und unter Shluchzen und Weinen ſc<rie ſie es heraus: „Shr weißen Männer, o ihr habt keine Ahnung von dem großen, großen Sc<hmerz, von dem herzzerreißenden Elend bei uns Heiden! Kann eine Mutter der Weißen ſo etwas tragen? DO nimm mid) dod) weg von hier! Mache deinen Gott mich retten! Jd darf ja hier nicht einmal meinen Mund auftun zur Totenklage um meinen kleinen Mbua.“ Eine Stunde ſpäter hatten wir da35 Leichlein zur Erde beſtattet, und als ich wieder bergab ſtieg, folgten mir die einſam gewordenen Eltern. E35 war ſie das Grauen angekommen vor dem erbarmungsloſen Heidentum. Von dem Vater erfuhr id das wenige, was no zu wiſſen war. Der Häuptling hatte Kunde davon bekommen, daß e3 dem Kinde beſſer ginge. Da war er am Vormittag de3 Tage3 ſelbſt gekommen und hatte auf den Kopf des Kindes mit ſeiner Keule eingeſchlagen, bis e3 tot war. Immer wieder, wenn ich davon leſe, wie do die Naturreligion der Heiden ein ſo ſchlichtes und ſchönes Gottſuchen ſei =- manche Leute laſſen ja ſol<he unerkannte Erkenntnis drucken --, ſteht mir das Bild der verzweifelten Mutter vor Augen, und ihr Screi reißt ſich aus ſ<hwarzen Abgründen lo3: „Jhr weißen Männer, wa3 wißt ihr von dem Jammer der Heiden!“ (Der <riſtl. Erzähler.) Werbt

Der

neue Leſer

|

für die „Miſſionstaube“!

Apoſtel der Batakkfir<e

auf Sumatra.

Einer der bedeutendſten, originellſten und erfolgreichſten Bahnbrecher der Miſſion iſt Ludwig Nom-

menſen geweſen. In ſiebenundfünfzigjährigem Dienſt

der Rheiniſchen Miſſion in Barmen hat er die Batakkirche auf der Inſel Sumatra (neu) gegründet und unter dem ſi<htlihen Segen Gottes zu einer unverhofften Entfaltung geführt. So ſchreibt ZJ. Gro3. Geboren am 6. Februar 1834 auf der Marſchinſel Nordſtrand in S<leswig (damals zu Dänemark gehörig), wo ſein Vater Shleuſenwärter war, hat der arme Knabe ſ<on vom ſiebten Jahr an als Gänſe-

und' Viehhirte mitverdienen helfen müſſen und voll-

299499904 205599:20,87.

es hatte ſic) niemand im Stamm ſonderlid) darum gekümmert. Aber nun, da die große Seuche über da3 Volk gekommen war und das große Sterben, da hatten die Zauberdoktoren des Häuptlings nachgeforſcht, woher wohl der Zorn der Götter rühren möchte. Man verfiel darauf, daß dieſes Kind der Anlaß zum Tod der Stamme3genoſſen ſei. Da war dann vor ein paar Tagen der oberſte Zauberdoktor des Häuptlings erſchienen, hatte das lieblihe Kind von der Bruſt der Mutter geriſſen und es unbarmherzig mit Ruten gepeitſcht, bis e5 halbtot liegenblieb. Der arme Vater wollte nod) mehr erzählen, aber gerade nahte ſich ein Trupp Weiber lachend und ſ<waßend der Quelle, und ſcheu glitt der Mann in die Tiefe des Urwalde3. Id) ging heim und nahm mir vor, das Kind, wo möglid), zu mir zu holen, damit e3, unbeläſtigt von den Heiden, die nötige Pflege haben könnte. So ſc<hi>te ih am nächſten Morgen zwei zuverläſſige Chriſtenfrauen, die id) beauftragt hatte, das Kind, wenn irgend möglich, mit ſeiner Mutter nad -der Miſſionsſtation zu bringen. Für alle Fälle gab ic ihnen aud) Verbandſtoff mit und unterwies ſie, wie die Wunden zu waſchen und zu verbinden ſeien. Ohne Mutter und Kind kehrten die Frauen um und erzählten mir, die Mutter wolle ſic) nicht von ihrem Liebling trennen und wolle au< nicht in3 Chriſtendorf ziehen, weil ihr die Heiden allerhand Sdauergeſc<ic<hten über das, wa3 dort getrieben werde, erzählt hatten. : Da madte iH mid) am nächſten Morgen wieder ſelbſt auf, um, wo möglid), die Leute zu überreden. Wieder traf ich gegen Mittag in dem Kral ein und hatte viel Arbeit mit all den Kranken. Der Häuptling, den ich bei meinem erſten Beſu<h begrüßt hatte, ließ ſich diesmal nicht bliken. E3 hieß, er ſei auf der Jagd. Endlich kam ic zu der letzten Hütte, und da ſaß das junge Weib und ſ<haute mi< mit Bliken an wie am erſten Tag. „Wie geht es dir?“ „Ah, mir geht e3 gut.“ “ „Wo iſt dein Mann2“ „Er iſt nicht hier. Er iſt graben gegangen.“

4 vem

Die

8


Die

HMijſions-Taube,

end3, nachdem er in ſeinem vierzehnten Jahr ſeinen Vater verlor, wie wenige andere das Joh in ſeiner Jugend getragen. Aber in hoffnungs3vollem, kindlichem Ahnen ſagte er einſt zu ſeiner Mutter: „Mutter, aus mir wird nod) einmal etwas Großes.“ In ſeinem dreizehnten LebenSjahr erlebte er eine Gebetz3erhörung, die für ſeinen Leben3weg beſtimmend war. Seine beiden Beine waren von einem Wagen überfahren worden, und mehr als ein Jahr ſ<on lag er auf dem Krankenlager, ohne daß es mit ſeinen Beinen beſſer werden wollte. Häufig in der Bibel

leſend, ſtößt er auf das Wort JEſu Joh. 14, 14: „Wa3

ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ Er beſpricht e3 mit ſeiner Mutter und fängt nun an, um Heilung zu bitten, indem er Gott gelobt, er wolle, wenn ſeine Beine geneſen ſeien, zu den Heiden gehen. Bald darauf verſchreibt der Arzt ein neues Mittel, und nah wenigen Wochen kann er aufſtehen und die Schule wieder beſuchen. Die Beine ſind wieder ganz gut geworden, und in dem jungen Herzen ſteht hinfort der Entſc<luß feſt: J< will, ih muß Miſſionar werden. Zwanzig Jahre alt, kaufte er ſich Bibel, Geſangbuch und Kate<hiö8mus und nahm Abſchied von Mutter und Schweſtern, um ſich zu den Heiden zu begeben. Auf dem nädſten beſten Schiff gedachte er ſich zu verdingen und dann irgendwo in Überſee an Land zu gehen. Aber ſo kurzerhand, wie es der völlig Weltunerfahrene ſich gedac<ht hatte, ging das Miſſionarwerden nicht. Er fand kein S<iff, das ihn mitnehmen wollte, und mußte zu ſeiner Arbeit als Bauernknecht zurüdkehren. Mit eiſerner Energie erwarb er ſich aber neben dem Pflügen, Säen und Ernten ſo viele Kenntniſſe, daß er auf dem Land Hilfslehrerdienſte tun konnte. Sein Sculinſpektor, dem er ſeinen Herzen3wunſch, Miſſionar zu werden, offenbarte, half ihm weiter, und ſchließlich öffnete ſich ihm das Seminar der Rheiniſ<hen Miſſion in Barmen. Er war ängemeldet, und nod ehe er zitiert worden war, ſtand er eine3 Tages an der Tür de3 Inſpektor3 Wallmann, der, ſehr ungehalten darüber, ihn zwei Stunden ſtehenließ, ohne Notiz von ihm zu nehmen. Ruhig harrte er aus und hatte damit de38 JInſpektor3 Herz gewonnen. „Wer zwei Stunden warten kann, ' ohne beleidigt zu ſein“, ſagte ſich dieſer, „kann auh nod) mehr.“ Gegen Ende ſeiner Ausbildung (1861) liefen in Barmen Berichte der dur< das Blutbad auf Borneo 1859 vertriebenen Miſſionare ein, daß auf Sumatra offene Türen ſeien. Daher wurden die beiden Miſſionare Klammer und Heine dorthin entſandt, die im Oktober 1861 im Verein mit zwei holländiſchen Brüdern im Süden in der Landſchaft Angkola zu arbeiten begannen. Und al38 Nommenſen3 Ausbildung beendet

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war, wurde aud er für das neue Arbeit3feld beſtimmt. Die Ermordung der ſieben Miſſion8geſchwiſter auf Borneo (1859) hatte einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Das Blut der Brüder war ihm wie ein Ruf Gottes, und mit einem Herzen voll glühenden Eifer3 landete er am

14. Mai

1862

in Padang.

Er war aber entſchloſſen, nur ſo lange an der Küſte zu bleiben, bi3 er die Batakſprache erlernt habe, und dann ſo bald als möglich in das Innere der großen Inſel vorzudringen. An der Küſte habe man, dachte er, wohl einen gewiſſen Shut von den Europäern, aber für die MiſſionSarbeit ſeien dieſe mehr hinderlich. Aus Büchern von Forſ<hungsreiſenden hatte er entnommen, daß am Tobaſee die Hohburg de3 Heidentums ſei. Dieſe gedachte er anzugreifen. War ſie gefallen, ſagte er ſich, dann ſtand auch das übrige Land offen. Jm Süden hatte man aud) mit dem hier bereit3 eingedrungenen Js5lam einen ſ<weren Kampf. Überall, wohin die holländiſche Kolonialregierung ihre Hand legte, folgte ſofort in fanatiſ<em Eifer der Mohammedaner nah, und da der J3lam ſich al3 Kulturbringer zu empfehlen wußte, übte er eine große Anziehungskraft aus. Auch aus dieſem Grund ſchien es Nommenſen ratſamer, in da38 Innere, gegen Norden, vorzudringen, wohin die Wellen des J3lam3 nod) niht ſ<lugen. Gelang dort ein Sieg des Chriſtentum3, dann mußte er aud) auf die ſüdlichen Grenzgebiete zurü&wirken. Dieſer kühne Plan des jungen Miſſionsſtrategen erwies ſich als genial gedacht, und ſeine Ausführung iſt unter Gottes Segen vorzüglich gelungen. Nommenſen3 erfolgreiche Arbeit hat nicht nur die Sturzwelle des J5lam3 aufgehalten, ſondern dem J3lam aud ſ<on von ihm eroberte3 Terrain wieder abgewonnen. In entſc<loſſener, zäher Ausführung ſeine3 Planes, der au<h die holländiſhe Regierung Schwierigkeiten bereitete, da ſie niht noh einmal ein Blutbad wie auf Borneo erleben wollte, unternahm Nommenſen von Baro3 an der Weſtküſte aus mehrere Reiſen in das nordoſiwärt3 gelegene Silindunggebiet, und im Mai 1864 zog er nad) dieſer Vorbereitung endgültig im Silindungtal ein, feſt entſ<loſſen, hier den Kampf mit dem Heidentum aufzunehmen. Na<h heißem, zwei Jahrzehnte langem Ringen war der Sieg errungen, und nun ging e3 zum zweiten Sturm, in dem e3 galt, das Heidentum am Tobaſee niederzuringen. Aud dieſem Kampf hat Gott den Sieg beſchert. Nad) kaum zwei Jahrzehnten war auch am Tobaſee der Sieg de3 Chriſtentums entſchieden. Aber der mittlerweile alt Gewordene gönnte ſich aud jeßt nod) keine Ruhe, ſondern leitete den Sturm noh weiter gegen Norden und Nordweſten, in Gebiete, die bis dahin no<h ganz verſchloſſen waren. Mädtig er-


10

Die

Miſſions-Tauve.

hebt un38 ein Überbli& über dieſen groß angelegten

Jede3 Dorf iſt eine kleine Feſtung, mit Wällen und Bambusheken umſc<hanzt. Die feige KriegsfühJeldzug, den Gottes Gnade zu einem Sieg de3 rung hat es hauptſächlich darauf abgeſehen, des GegChriſtentum3 auf Sumatra hat werden laſſen. ners Leute, auc< Frauen und Kinder, wegzunehmen, Schon zweimal waren vor Nommenſen Miſſion3um ſie zu verkaufen oder au aufzufreſſen. Oft werverſuche im Silindunggebiet gema<ht worden, 1820 den kleine, na>dte Kinder wie Nindvich auf dem Markt von der engliſ<hen Baptiſtenmiſſion und zehn Jahre verkauft. Oft bringt einer vom Markt ein Stü> Menſpäter von der Boſton-Miſſion in Amerika. Aber beide ſc<enfleiſQ) heim, das er dann in aller Seelenruhe Verſuche waren geſcheitert, ja die beiden Boſtoner verzehrt. Miſſionare Munſon und Lyman waren von den Beſonders unheilvoll iſt ihre leidenſc<haftliche Kannibalen niedergemadht und aufgefreſſen worden. Spielwut. Wie macher hat na<h allem andern zuleßt Seither hatte es kein Miſſionar mehr gewagt, zu den aud) no< Weib und Kind verſpielt! Nod viele andere Bataks in Silindung zu gehen. Laſter, darunter Shamloſigkeit, Lüge, gehen im Mehr als einmal hat auc< Nommenſen dasſelbe Sc<hwang. Daneben ſind ſie von Geiſterfur<t elend Sci>ſal gedroht. Mandmal befühlten Fredlinge gefnedytet. Sie haben wohl noch eine Vorſtellung von ſeine Arme und Beine, ob er fett genug ſei zur einem höd<ſten Gott, aber der Gotte8glaube tritt ganz Sclad<htung. Sie wollten ihn zuerſt gar nicht in ihrem zurüd> hinter ihrem Glauben an die Begus (Geiſter). Tal wohnen laſſen. Sie waren mißtrauiſch gegen alles Dieſe verurſachen die Krankheiten. So viele KrankFremde. Sie fürdteten, dem Miſſionar werde die heiten, ſo viele Begus. (Fortſezung folgt.) holländiſche Regierung auf dem Fuße folgen und ſie um ihre Freiheit bringen. Nur dur< ganz ungewöhnlihe Unerſ<rod>enheit, Klugheit und Geduld erreichte Eine „tro>ene“ Kirc<e? e3 Nommenſen, daß ihm die Häuptlinge geſtatteten, im Tal zu wohnen. Kaum aber war ſeine primitive Eine Negerin, die ſich der lutheriſchen Kir<e anBretterhütte fertig, da zerſc<hnitt ein BöoSwilliger geſ<loſſen hat, ſagte vor einiger Zeit: „die Rottangſeile, womit die Dachbalken zuſammenI< wurde in der Methodiſtenkirc<he geboren und gebunden waren. Die Hütte ſollte zuſammenbrechen erzogen. Al3 ich zuerſt die lutheriſchen Gotte3dienſte und den Miſſionar erſchlagen. Sie bra<h aud nach beſuchte, ſtimmte id) den Berichten bei, daß die lutherieinigen Stunden zuſammen; aber ein leichter Erdſtoß ſche Kir<e die tro>enſte aller Kirc<en ſei. hatte Nommenſen veranlaßt, eben no< redtzeitig ſie ; Meine Kameraden, die konfirmierte Glieder der zu verlaſſen. lutheriſchen Kirche ſind, ſchienen ihre Freude an den Für alle3, wa3 Kultur heißt, waren die Batak3 Gotte3dienſten zu haben. So wurde es mir denn außerordentlih empfänglich. Nommenſen38 Violine, klar, daß bei mir irgend etwas nicht re<ht ſei. Al3 ich Uhr, Kompaß erregte ihr höchſte3 Intereſſe. Da3 dann den Predigten aufmerkſam lauſ<hte, fand ich, reichbegabte Volk beſaß ja ſogar ſchon eine eigene daß nur da3 unverfälſchte Wort Gotte3 verkündigt Schrift. In allem, wa3 Nommenſen ſie lehrte, erwurde. Die Sculd lag alſo dur<hau3s nicht an der wieſen ſie ſich al3 hö<hſt anſtellig. Ein junger batakiKir<he; e3 mußte bei mir etwa3 verkehrt ſein. ſher S<hmied, den er einlernte, konnte bald ſogar Id wußte nicht, wa3 ih ſagen ſollte, al3 ich merkte, Gewehrſc<hlöſſer reparieren. Sie bearbeiteten auch daß id leider ein verkehrtes Gefäß hatte. J< trug ihre Reisfelder mit großem Geſchi>, und ihre Handeinen Korb, durd) den Gotte3 Wort ſierte, ſobald es werker verfertigten mandhe Geräte. Aber gegen das hineinkam. Mit der Hilfe meine3 Heilande3 legte ich Chriſtentum waren ſie hö<ſt feindſelig geſinnt. Sie den Korb beiſeite und nahm ſtatt deſſen einen Eimer. fürd<hteten Zerſtörung der väterlihen Sitten, und AbNun bin ic ein regelrechtes Glied der lutheriſchen fall von der bodenſtändigen Väterreligion galt ihnen Kir<he geworden, und wenn id) die Gotte3dienſte beals Verrat am Volk. ſuche, kehre ich mit vollem Maß aus der Kir<e heim. Und dod, wie nötig hatten ſie das Evangelium! I< hoffe und bitte Gott von Herzen3grund, er Nicht3 Schöneres kann man ſid denken als das fruchtwolle allen, die da meinen, ſie bekämen keinen Segen bare Silindungtal, fünf Stunden lang und zwei in den Gotte3dienſten der ſogenannten „tro>enen“ Stunden breit, reich bevölkert und von herrlichen Kirche, Gnade geben, daß ſie erſt nah der Urſache Wäldern eingefaßt. Aber in dieſem wunderbaren Tal forſchen, wenn ſie leer aus8gehen, ehe ſie ein Verwas für ſHmußige Dörfer, was für elende, verraute, dammungzurteil über dieſe Kirhe ausſprechen. düſtere Hütten! Das Leben des in Sünde und Laſter Sie haben viellei<ht aud ein verkehrte3s Gefäß. verjunkenen Volkes iſt ein unaufhörliches Streiten und Blutvergießen. - Werbt neue Leſer für die „Miſſionstaube“'!.


Die

Hliſſions-Taube.

Des Zigeunerknaben ſchönſter Tag. Lange Jahre iſt's ſhon her, daß eine Familie de3 fahrenden Volkes in einem S<hwarzwalddorf überwinterte. Die Kinder mußten dieſen Winter in die Scule gehen. Der älteſte Knabe ſollte im Frühjahr „aus der Schule kommen“, die er do< ſo wenig be„ſuchen konnte, bi3 er in die Oberamts3ſtadt kam, wo er nod) ein Vierteljahr Neligionzunterricht erhielt. Hier lernte er liebe Menſc<en kennen, und die Teilnahme und Liebe für den verachteten Zigeuner tat ihm ſo wohl, daß er wünſchte, immer ſo glücklich ſein zu können. Die Eindrüce, die er hier durd< den Umgang mit braven Leuten empfing, blieben bei ihm haften. Dies Glü> war jedoch leider niht von langer Dauer. Der Tag der Sculentlaſſungkam. Die Eltern de3 Knaben wollten ſchon lange -- ſobald der Schnee zu ſ<melzen und die liebe Sonne zu lächeln begann -- weiterziehen, um die dur< den Winter unterbrochene Wanderung fortzuſezen. Ungeduldig wurde von ihnen der Sculentlaſſung3tag erwartet =- der einzige Grund, der die Abreiſe aufhielt. Der Knabe dagegen wünſchte ihn no<h. weit, weit hinaus. Vergeben3 -- nur zu ſ<nell war er da! Wie der Knabe während dieſer Zeit von edlen Wohltätern Nahrung erhielt, da die Eltern, weil ſie zu arm waren, ihm nicht3 mitgeben konnten, ſo bekam er auch von ihnen alles, was an Kleidung zur Feier dieſes Tages gehörte. Das Herz de8 Knaben war übervoll von Glü>, nicht nur weil er zum erſtenmal in ſeinem Leben ſo ſ<hmu> und ſauber daſtand, ſondern hauptſächlich der liebevollen Worte wegen, die von allen Seiten an ihn gerichtet wurden. So ſelten wie ein neuer, ganzer Anzug, ſo ſelten war eine ſol<he Anteilnahme von Menſen, die ſonſt nur Verachtung für ihn übrig hatten. Seine große Freude konnte man ihm vom Geſicht ableſen, vollend3 al3 er mit ſeinen Mitſchülern zu einem gemeinſc<haftlihen Mahl ins Pfarrhau3 eingeladen wurde. Doh wollte ihn ein Gefühl der Traurigkeit beſ<leihen, als er die andern Knaben betrachtete und hörte, wie ſie einander mit Stolz und Freude erzählten, wa3 ſie werden wollten. Seder hob die Vorzüge ſeine8 erwählten Berufs hervor, und jeder glaubte, den beſten erwählt zu haben. Da war der fahrende Knabe ganz ſtill; hier konnte er niht mitreden. Wa3 er wohl würde? Niemand dachte daran, ihn auch einen Beruf wählen, ihn etwas lernen zu laſſen! Hätte ſich hier eine helfende Hand geboten, ſo wäre aus dem Knaben von damal3 etwas ganz anderes geworden, al3 er jeßt iſt. Dod die beginnende Traurigkeit verſ<wand, al3 zum Scluß der Feier ein Spaziergang in den nahen Wald gemac<ht wurde. Es war ein wunderſ<öner

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Frühling3tag. Auf den grünen Wieſen blühten die Blumen; auf den Bäumen öffneten ſich ſchon die Blüten; von überallher ertönte Vogelgeſang. Alle3 war Freude, Luſt und Leben. Nur zu ſ<nell vergingen die fröhlichen Stunden dieſe3 letzten Tages. Aus ſeinem höchſten Glü> wurde er jäh wieder zurüdgeriſſen in ſein altes Leben. Die Sceideſtunde ſ<hlug. Man begleitete den Knaben bi3 zur Bahn.

Die muntere Schar merkte in ihrer Fröhlichkeit nicht, wie traurig und leer es in ſeinem Herzen ausſah.

Ein letzter Händedruck, no<h einige liebevolle, tröſtende Abſchied5worte des edlen Pfarrer3, ein Pfiff, Tücherſchwenken =- davon brauſte der Zug. Der Abſchied war ſchwer; der Knabe meinte, er ließe alles zurük: Liebe, Freude und Glü>. Da3 Herz wollte ihm brechen vor Heimweh und Shhmerz. Grau dunkel lag die Zukunft vor ihm -- ohne einen Strahl von Glü>! Und er wäre dod ſo gern glüclic geweſen! Bei ſeinen Leuten angekommen, war der Wagen ſc<on längſt gepa>t. Eine letzte Nacht nod) in einer Stube. Am Morgen früh, na<h einer dur<wadten Nat, ging e3 fort. Wohin? Niemals konnte der Knabe dieſe glüklichſte Zeit ſeines ganzen Leben3 vergeſſen. Sein nachherige3 bewegte35 Leben konnte nie die Erinnerung daran au3löſ<en, ebenſowenig da8 Andenken an den guten Pfarrer, deſſen Lehren, Worte und ehrwürdige Geſtalt ihm no< nad) langen, langen Jahren vor Augen ſtehen. Ob dieſer arme Zigeunerknabe wohl da3, wa3 ihm ewiges Glüd bringt, nämlid) die ſeligmachende Lehre des Evangelium3 von Chriſto, die er in der Schule kennengelernt, im Serzen feſtgehalten hat? Werbt

neue Leſer

für die „Miſſion8taube“'!

Zioniſtenkongreſß. Der ſe<hzehnte Zioniſtenkongreß fand im Auguſt vorigen Jahres in Zürich ſtatt. Neben vielen andern Dingen hatte er hauptſächlich den Zwe, die ganze Weltjudenſchaft, Zioniſten und Nidtzioniſten, zuſammenzubringen, um die Anſiedlung von Juden in Paläſtina dur<hzuführen. BiSher haben ſich ja die wohlhabenden Juden, die nicht entfernt an eine Rükkehr nad Paläſtina denken, ferngehalten. Aber die Zioniſten, die biSher auf jedem Kongreß über Mangel an Geld geklagt haben, mödten auf irgendeinem Weg au das Geld jener nod abſeit3ſtehenden Kreiſe ihren Beſtrebungen dienſtbar maden. So wurde auf dieſem Kongreß die Vereinigung aller geſuc<ht. Bei den Beratungen ging e3 lebhaft, ja oft ſtürmiſ< zu. Eine


12

Die

Mlijſſtons-Taube.

bunte Vielheit zioniſtiſher Parteien und Beſtrebungen plaßte da aufeinander: allgemeine Zioniſten, jemeniſtiſc<e Arbeiter, demokratiſche Zioniſten, MiſrachiZioniſten, Herzl-Zioniſten, Reviſioniſtiſ<e Zioniſten, die Partei der Frommen, die am Glauben der Vorväter feſthalten und vol magiſcher Sehnſucht nach der ehemaligen jüdiſ<en Religion zur Zeit Moſis und David3 erfüllt ſind, die Partei der JIntellektualjuden und Arbeiter uſw. Aber in einer Nachtſikung, in der von allen Seiten hartnäckig gekämpft wurde, iſt endlich der Beſchluß durd<gegangen, daß aud) nichtzioniſtiſ<e Juden der Geſamtleitung de38 ZioniSmu3 angehören ſollen. E38 ſoll damit die ganze Judenſchaft der Welt ins Intereſſe gezogen werden. Wenn die nihtzioniſtiſ<en Juden, die biSher den Daumen auf dem Geldbeutel hielten, jekt wirklich ihr Geld hergeben, dann kann dieſer Beſ<luß von großer Bedeutung werden. Vielleiht werden dann die Geldnöte aufhören. Aber vielleiht werden au<, wovor die Gegner eindringlih warnten, dabei die anfänglich rein geiſtigen und oft ſhwärmeriſ<hen Ziele der bi3herigen Bewegung abgeſchwädt oder beiſeitegeſhoben werden. Die vermeintliche Bedeutung Paläſtinas für die Erhaltung des jüdiſchen Volkstums wurde auf dem Kongreß lebhaft betont. Einer der Führer, Dr. Ruppin, ſagte unter anderm: „Während no vor dreißig Jahren drei Viertel der Juden in Ländern mit niedriger Kultur wohnten, wohnt jekt die Hälfte in Ländern mit hoher Kultur und ſteht infolgedeſſen in Gefahr, mehr in dieſen Ländern und Völkern aufzugehen. Miſchehen und Austritte haben in vielen Ländern einen großen Umfang angenommen und bilden eine um ſo größere Gefahr, als ſie von ſtarkem Geburtenrüdgang begleitet ſind. In einigen Ländern iſt bei den Juden ſogar ein Überſchuß der Sterbefälle zu verzeihnen. Günſtig ſteht es da nur in Paläſtina, wo auf tauſend Juden fünfunddreißig Geburten und ein Geburtenüberſhuß von -zweiundzwanzig zu verzeichnen ſind. Da3 ruſſiſ<e Judentum, einſt eine Hochburg, iſt völlig zuſammengebrohen und nur noch ein Trümmerfeld. Die dortige jüdiſche Jugend des

Sowjet wendet ſich ganz andern Jdealen zu.

Mit

dem kulturellen Aufſtieg der oſteuropäiſchen Länder (Bolen uſw.) nähern ſich die Juden der <riſtlihen Kultur, was ſic) dur< Rückgang der hebräiſchen Sprache, dur< Zunahme der Miſchehen und Taufen bemerkbar madht. Man zerſplittert ſich in verſchiedene Zudenſc<haften, die ſich in Sprache und Kultur immer mehr voneinander entfernen. Da8 Sammelkraftbeken Oſteuropa droht ſich zu erſchöpfen.“ Die Gefahr glaubt der Redner immer mehr nur dur< ein Mittel beſ<wören zu können: Bildung eine8 Judenſtaates in

Paläſtina. Freilid) lebt zurzeit von je hundert Juden immer nur einer in Paläſtina. Aber er hofft, daß, wenn man Geld genug aufwenden kann, die Zahl der Juden in Paläſtina im nächſten Jahrzehnt auf eine halbe, in weiteren zehn bis fünfzehn Jahren auf eine ganze Million gebra<t werden könne. Die bisSherigen Erfahrungen, nad denen ſo viele Zioniſten enttäuſcht dem Land den Nücken gekehrt haben, geben allerdings dieſen ausſchweifenden Hoffnungen nicht ret. (Bote aus Zion.) Werbt

nene

Leſer

Ein

für die „Miſſionstaube“'!

Seſuthomärchen.

In dem HermannS8burger „Miſſion5blatt für unſere liebe Jugend“ erzählt H. Lüßmann der Jugend folgendes Märc<hen der Seſutho in Südafrika, unter denen die Hermann8burger Miſſionare arbeiten: Liebe Kinder, heute will ich euc<h ein Seſuthomärden erzählen. E3 war einmal eine lange regenloſe Zeit. Das Getreide des Feldes war vertro>knet. Flüſſe und Teiche hatten kein Waſſer. Menſc<en und Vieh litten Hunger und Durſt. Ein. armer Neger, der Frau und viele Kinder hatte, die jeden Tag nac< Eſſen ſchrien, ging eines Tage3 in den Buſc, um für ſeine Familie zu ſuchen, wa3 den Hunger ſtillen konnte. Er verſuchte mit Pfeil und Bogen ein Wildbret zu erlegen, aber keine Jagdbeute kam ihm zu Geſicht. Mit ſeinem kleinen Eiſenſpeer ſuchte er einige Wurzeln au3zugraben; aber dieſe waren ſo ausgedörrt, daß ſie zum Eſſen nicht mehr gebraut werden konnten. Schließli< wälzte er Steine um und ſuchte nah Würmern undFeldmäuſen, aber er fand niht3, wa8 den Hunger ſtillen konnte. A13 er weinend und traurig herumſpähte, ſah er eine große Schlange, die einen leuchtenden Stern vor der Stirn hatte, auf ſi zukommen. „O du gute Schlange“, bat er, „tu mir nichts Böſe3, denn ich ſuche Eſſen für meine Familie und mich.“ „Folge mir“, befahl die Schlange. Zitternd und voll Furcht folgte der Neger. Der Weg führte dur<h Dornen und Fel3lüfte. : Auf einmal ſah der Neger, wie ſich vor ihm ein weites Tal öffnete, worin ein See mit vielen Wildenten und Waſſervögeln war, an deſſen Ufern große Wieſen lagen, auf denen viel Wild weidete. „Geh“, ſagte die Schlange zu dem erſtaunten Neger, „geb und jage, ſoviel du erlegen kannſt. Stille deinen Hunger und bringe deinem Weib und deinen Kindern Speiſe. Sag' all deinen Freunden und Bekannten, daß aud ſie in dieſes Tal kommen und Eſſen für ſich holen.“ Ehe der Neger ſi< bedanken konnte, war die


Die

Hiſjſſions-Taube.

Sclange verſ<wunden. Der Neger erlegte, ſo viel er tragen konnte, und brachte die Speiſe den Seinen. Täglich ging er nun auf Umwegen zu dem ſchönen Tal. E38 dauerte nicht lange, da ſahen der Schwarze und ſeine Familie wohlgenährt aus. Bekannte und Freunde fragten ihn: „Wie kommt es, daß ihr ſo wohlgenährt ſeid, während wir doh vom Hunger ganz mager ſind?“ Der Glüdliche aber gab den Fragenden eine aus8weichende Antwort, denn er wollte nicht, daß aud ſie das Tal kennenlernten. Eines Tage3 ging der Neger wieder aus, um Jagdbeute zu holen. O weh! der Teich war au8ge. trodnet, das Wild war weg, die Wieſe war eine dürre Sandwüſte. Traurig ſtand der Neger vor ſeiner zerſtörten Glücsſtätte. Wiederum kam die Sclange mit dem leuchtenden Stern und ſagte: „Sieh, daß kein Eſſen mehr da iſt, das iſt deine Schuld; denn ich habe dir geſagt, daß du die gute Botſchaft von dem wildreichen Tal aud) deinen Freunden und Bekannten bringen mödteſt. Gehe nun hin und rufe alle deine Volk8genoſſen, daß ſie kommen und ſid) Eſſen holen; wenn du das tuſt, dann wird dieſe3 Tal wieder ſo ſein, wie du e3 zuerſt geſehen haſt. Wenn du aber nicht tuſt nag meinen Worten, ſo werdet ihr alle Hunger3 ſterben müſſen.“ Der Neger ging nun hin und rief alle ſeine Volk8genoſſen. Wie groß war die Freude, al3 alle Speiſe und Trank aus dem lieblichen Tal holen konnten! Liebe Kinder, wir können aus dieſem Märchen lernen. Wie glücklich ſind wir do<h al38 Chriſten; wir haben den HErrn JEſum und durd< ihn Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit. Jſt e3 nun nicht au<h unſere Pflicht, die Hungernden und Dürſtenden, die armen Heiden, zu JEſu zu führen? Werbt neue Leſer für die „Miſſions8taube“!

Mancerlei

aus der Miſſion.

glüdſeliges

Neujahr

wünſ<t

taube“ ihren Tauſenden von Leſern. Formular für ein Vermächtnis.

die

„Miſſion3-

Bei der Jahre3-

wende denkt der ernſte Chriſt auch an ſein Ende; er denkt auch wohl daran, ſein Teſtament zu maden.

Wer

etwa,

Miſſion

wie andere, in ſeinem Teſtament

unſere

bedenken will, mag ſich dieſes Formulars be-

dienen: “I give and bequeath to the Missionary Board of the Lutheran Synodical Conference. the sum of

Dollars (8----), to be used for the benefit of its

work among the Negroes."

parish hall eingeweiht. Die Feſtprediger waren P. A. von Schlichten, einer der Mitbegründer der Miſſion3gemeinde, ſowie Superintendent Frank Alſton aus Charlotte, N. C. Cheſter, Pa. P. Paul Trumpoldt von Philadelphia predigt jeht regelmäßig in Cheſter. Gegen 3wanzig Perſonen, faſt ausſchließlich Erwachſene, ſtellen ſich zu

den Gottes5dienſten ein. ViſitationSreiſe.

;

Schreiber dieſe3 hat neulich Miſ-

Alabama amtlich beſucht. Das Wetter war höchſt unwirtlich =- naß und kalt. Die Flüſſe waren von dem vielen Regen angeſchwollen. Die Landſtraßen befanden ſich in ſchlechtem Zuſtand. --- Mangel an Zeit madht e3 ihm unmöglich, in dieſer Nummer der „Miſſionsztaube“ über ſeinen Beſuch in Piney Wood3 zu berichten.

...-

EE

wenemmee

ian

Knabenquartett

in

neden

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Mount

emen

mee

Zion,

New

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X

ili,

a.

Orleans.

Von linlk35 nac<h reht3: Wm. Brown, Jame3 Griffin, Loui3 Hunt, Milton BeeHhem. Der erſte und dritte wollen Paſtor werden.

Erſte Taufe in Miſſiſſippi. Am 1. Dezember vorigen Jahre3 fand in der Nähe von Piney Wood3, Miſſ., ein

(Von C. F. Drewes.)

Ein

13

Yonkers8, N.Y. Miſſionar Wm. O. Hill und ſeine Betbhany-Gemeinde haben an Luther8 Geburtstag ihre

denkwürdige3s Ereignis ſtatt. Superintendent Georg A. Schmidt, der jede Woche vier Tage auf der neuen, hoffnung3vollen Miſſionsſtation zu Piney Wood3 mit

ſichtlihem

Erfolg

arbeitet,

wurde

von

einem

jungen

Ehepaar namen3 McGee aufgefordert, deſſen erſtgebornes3 Kind zu taufen. Die Mutter unterrichtet in der

Roſenwald-S<hule Anſtaltsſchreiner. und

Screiber

zu Piney Wood3; der Vater iſt P. Schmidt, Herr Heinrih Johann

dieſe3

ſangen

da3

Tauflied

„Liebſter

ICEſu, wir ſind hier“ auf engliſh. P. Schmidt vollzog den Taufakt. E53 iſt dies wohl da3 erſte Negerkind unter den 1,000,000 Negern im Staate Miſſiſſippi, da3 von einem lutheriſchen Paſtor getauft worden iſt. Liebe Leſer, betet für die neue Arbeit in Miſſiſſippil


Die

14

Wijſions-Taube.

Notleidende Waiſen. Die Waiſenfamilie der Frau N. C., iſt wieder gewachſen. Bern, Mollie Louder zu New E3 wird un3 mitgeteilt, daß die Waiſen der Hilfe beEtwaige Gaben ſc<hi>e man an folgende dürftig ſind. Adreſſe: Mn. THEo. W. ECKHART, 3558

Für das Werk Mabel Carney von

York.

Nad)

Reiſen

S. Jeſſerson

Ave.,

St. Louis,

Mo.

der Miſſion gewonnen iſt Prof. der Columbia-Univerſität in New

von

80,000

Meilen

in

Afrika

äußerte ſie ſich, wie folgt: „Meine Reiſe nach Afrika hat mir die Augen über die <riſtliche MiſſionSarbeit ge-

öffnet.

Soll der höchſte Ausdru>

von Selbſtverleug-

nung und Hingabe in der Religion JEſu Chriſti aus der Welt verſchwinden? Sollen die beſten Freunde der primitiven Völker ſie ſich ſelbſt überlaſſen in ihrer größten Notzeit, der übergangözeit? Soll die größte ver-

edelnde und

fördernde

Macht

im täglichen Leben

der

weſtlichen Nationen aufhören zu beſtehen? Wenn das der Fall iſt, dann wird man ſagen müſſen, daß die MiſſionS3arbeit aufhören ſoll. Wenn aber nicht, dann wird man die Miſſion unterſtüßen und fördern müſſen; denn die Miſſion, wie ich ſie in Afrika geſchen habe, ijt Vertretung und Auzsdrud gerade dieſer Dinge. Che

ich nach Afrika

ging,

war

ich der Meinung,

daß

die

Miſſion nicht mehr nötig ſei, und daß man hinfort die Erziehung der Völker auf einer Regierungs8grundlage

als wünſc<hen3wert und notwendig betrachten ſollte.

bin aber abſolut

und

gründlich

davon

überzeugt

den, daß das Miſſionswerk nicht überflüſſig iſt.

Jh

wor-

Nie-

mand kann die Bedürfniſſe Afrika3 kennenlernen, ohne zu der Üeberzeugung zu kommen, daß in der Welt eine gewaltige Gelegenheit und Bedürfnis für die Miſſion

beſteht.“

Chriſten aus höheren Kaſten in Indien. Jn allen Teilen Indiens hat das Chriſtentum in lekter Zeit be-

deutende Fortſchritte gemacht. Maſſenbetvegungen unter den Angehörigen

der niederen Kajten oder der Kaſten-

auc<h

der

loſen ſind verſchiedentlich berichtet worden. Jn Haiderabad und andern Teilen des Telugugebiet3, wo Kaſtenloſe in großen Zahlen Chriſten geworden ſind, ſind aber Angehörige

höheren

Kaſten

für

das

Cvan-

gelium gewonnen worden. Während dort vor zwei Jahren noch nicht ein Dußend Hinducriſten aus höheren Kaſten in allen Haiderabad-Dörfern

zu finden waren,

ſind e3 dort jezt wenigſtens 800. Und ähnliches wird aus andern Teilen JIndiens berichtet. Freiwillige Laienprediger

in China.

Zwei

Söhne

eines Baſler Rrediger3 mit Namen Lyau, die Ürzte geworden waren und ihr gutes Auskommen hatte, fühlten infolge eindringlichen BibelleſenS in ſich den Ruf, unter ihren djineſiſhen Mitbrüdern zu evangeliſieren. Sie kamen in die große Baſler Gemeinde nah Hongkong, wo ſie mit Freuden aufgenommen wurden. E3 machte auf die Chriſten Eindru>, daß zwei Laien, Ürzte, die viel Geld verdienen könnten, ſtatt deſſen aus eigenem Antrieb und ohne jegliche Bezahlung in ſo ernſter Weiſe evangeliſierten. Ungefähr in dem gleichen Alter wie "dieſe beiden, Mitte der dreißiger, iſt ein anderer Evan-

geliſt, der au< in Hongkong wirkt, Wong-tſoi.

Ehemals

ein Marineoffizier, ſprach er in dem größten Theater Hongkongs vor mehr als dreitauſend Menſc<hen und wirkte außerordentlich, troßdem ſeine Worte, da er den

Mandarindialekt ſprach, in den Kantondialekt überſeßt werden mußten. Aber auc<h ein Pfarrer Chow aus

Kanton wirkte in gleicher Weiſe, und ebenſo wie bei Wong-tſoi wurden über hundert gewonnen, die in eine Vibelklaſſe eintraten und nun regelrechten Unterricht bekommen. Die ganze Anordnung und Leitung lag in <hineſiſchen Händen, ohne daß irgendein Curopäer mitwirkte. Eine weitere Folge dieſer Evangeliſationen war, daß dineſiſc<e Gemeindeglieder, etwa hundert Männer und Frauen, ſich zu einer Freizeit oder, wie es die Chineſen nennen, zur Seelenpflege zuſammenkamen. Hierbei hatten ſie allerdings zwei Miſſionare um je einen Vortrag gebeten. Ein erfreuliches Wachſen der inneren Selbſtändigkeit. (A. M.N.) Der deutſ<e Medizinprofeſſor Franz Hübotter von der Berliner Univerſität iſt im Oktober vorigen Jahres nach Tſingtau gegangen, um dort die miſſionsärztliche Arbeit der Oſtaſienmiſſion, die ſeit dem Jahr 1915 aufgegeben werden mußte, wieder aufzunehmen. Die Oſtaſienmiſſion beſikt in Tſingtau ein ſchönes, modernes Krankenhaus und einige Bara>en für anſteckende Krankheiten. Kopfjäger in Yünnan, China. Nicht nur in Borneo und Formoſa, ſondern auch in Landſtre>en zwiſchen Yünnan und Birma iſt das Kopfjagen noch ſtark verbreitet. Cs geſchieht hiex, um das Land fruchtbar zu machen. Jeder Häuptling hat einen Kopf zu beſorgen,

ehe das Feld beſtellt wird.

Die Pflicht dazu geht von

Familie zu Familie. Gelingt es dem Häuptling nicht, einen Kopf zu beſchaffen, ſo muß er eins ſeiner eigenen Kinder hergeben. Der Kopf wird an einem Baum

aufgehängt,

der ſorgfältig

vor Tieren

geſchüßt

wird.

Unter dem hängenden Kopf wird die Erde aufgelod>ert. Da35 vom Kopf herabtropfende Blut und ſonſtige verwesliche Teile werden von der Erde aufgeſogen, die nun

an alle Familien des Stammes

verteilt wird, um

Das

durd) eine gute Ernte zu ſichern. Die Kinder de3 ſogenannten „<riſtlichen“ Generals Feng in China, zwei Söhne und eine Tochter, werden in Deutſc<hland, und zwar in Jena, erzogen. Dort ſtudiert auch ein Schwager de3 General3. Ein finniſches Miſſionsjubiläum in Südweſtafrika.

Vor ſechzig Jahren kamen die erſten finniſchen Miſſionare nach dem Amboland in Südweſtafrika. Erſt fünfzehn

Jahre

ſpäter

konnten

die

Erſtlinge

getauft

werden; 1907 hatte die Miſſion 1,661 Chriſten in ihrer Pflege, 1917 waren es 3,400, und 1927 war die Zahl auf 21,037 gewachſen, wozu nod

2,000 Taufbewerber

darunter

Der

kamen, und 6,112 Kinder beſuchten die Volks8ſchulen und andere Schulen. Neben 61 europäiſchen Miſſion3arbeitern ſtehen 260 Gingeborne im Dienſt der Miſſion, 7 ordinierte Paſtoren.

größte Teil der

Bibel iſt ſchon in Ndonga gedruckt, die ganze Bibel bereit3 überſeßt.


Die

Wiſjſſions-Taube.

Neuland in Oſtafrika. Dex Bethelmiſſion öffnet ſich in der an Ruanda und Urundi ſtoßenden Bugufi-Landſchaft ein neues Arbeitsfeld. Miſſionax D. Johannſſen berichtet von einex Erkundigungsreiſe. Abgeſehen von einer kleinen, jezt aus Mangel an Miſſionaren und Mitteln aufgegebenen AnfangZSarbeit der Wesleyaner, hat biäher weder da3 Chriſtentum noh der Js5lam in Bugufi Cingang gefunden. Noch beſteht dort keine europäiſche Niederlaſſung, und die von A>erbau und Viehzucht lebende, no< durchweg mit Nindenſtoff bekleidete Bevölferung, deren Zahl auf 40,000 geſchätt wird, verſpricht in dieſem noch völlig unberührten Gebiet ein dankbares Arbeiten. Die Ausſichten auf Erfolg ſind um ſo größer, al3 D. Johannſſen von der Bevölkerung gerufen und zur Gründung einer Station gedrängt wurde. Jramba, Afrika. Die Miſſion der Auguſtanaſynode in Jramba konnte vor kurzem ihr erſtes Tauffeſt feiern. Der Arbeiterſtab der Auguſtanamiſſionare iſt in lehter Zeit bedeutend gewachſen. Der kleinen Schar von 12 eingebornen Chriſten, die nod aus der Vorkriegszeit ſtammen, wurden 56 durc<h Taufe und etwa 120, die noh beſonderen Unterrichts bedurft hatten, durch Konfixmation hinzugefügt.

die Straße nicht entlang gehen oder in einen Laden treten kann, ohne daß ein Dutzend bis hundert Männer, Frauen und Kinder hinter einem her laufen. Doch iſt dies gewöhnlich nur dann der Fall, wenn die Damen bei mir ſind. Um mich kümmert ſich keiner; ich gehe gewöhnlid) ſo ſchnell, daß der langſam ſc<lendernde Chineſe denkt, es ſei wirfli<ß Arbeit, mir zu folgen. Die nächſte Verſammlung der Ev.-Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika findet im Sommer 1930 ſtatt. Einladungen von Gemeinden, die Delegaten zu beherbergen, waren bei der lezten Verſammlung nicht eingegangen. Der Unterzeichnete bittet herzlich um ſolche Einladungen von Gemeinden, die mit der Synodalkonferenz verbunden ſind. Die Konferenz wird von etwa hundert Delegaten beſchi>t werden und Mitte Auguſt tagen. L. FUERBRINGER,

Al3 1734 in Weſtindien zehn Miſſionsleute in einem Jahr geſtorben waren, dichtete Graf Zinzendorf folgende3 Lied: unſrer erſten Tränenſaat iſt manche Frucht entſtanden Durch unſer38 Heilands Gnadenrat in nah'n und fernen Landen. E8 wurden zehn dahingeſät, als wären ſie verloren. Auf ihren Beeten aber ſteht: Das iſt die Saat der 4 Mohren. Seid inniglich gebenedeit ihm, unſrer treuen Liebe, Die ihr davongeſchieden ſeid in eurem Streitertriebe! Au3

---F4--.------

Neugierde

der Chineſen.

Miſſionar E. C. Zimmermann, der im Herbſt vorigen Jahre3 mit ſeiner Frau nach dem Miſſion3feld in China reiſte und jeßt in der Stadt Shaſi ſtationiert iſt, erzählt folgendes Vorkommnis: Letzthin wollten wir etwas Schwefel kaufen. Da wir das <ineſiſ<e Wort für S<wefel nicht kannten, mußten wir den gewünſ<hten Gegenſtand in der Apothefe ſuchen, bi3 wir ihn fanden. Wenn wir Ausländer in einen Laden treten, folgt uns jeder Chineſe, der uns

ſieht, ſo daß wir un3 in dem Gedränge kaum umdrehen

können.

Da3 geſchah denn auch diesmal.

brad) dabei ein Fenſter.

Einer zer-

Du hätteſt ſehen ſollen, wie

der Eigentümer hinter ihm herlief, um Shadenerſaß

von ihm zu fordern.

E3 iſt unangenehm, daß man

801

De Mun

Ave.,

St. Louis,

Mo.

Neue Druſachen. Amerikaniſcher Kalender für deutſche Lutheraner auf da3 Jahr 1930 nach der Geburt unſers HErrn JEſu Chriſti. Concordia 15 Cts.

Lutheran

15 Cts.

Die Saat der Mohren.

15

Publishing

Annual

for

House,

1930.

St.

Louis,

Terſelbe

Mo.

Breiz:

Verlag.

Prei3:

Sunbeams. Von P.H. A. Shröder. 320 Seiten. Titelbild, orangenfarbiger Leinwandband, dunkelfarbiger Dekelumſchlag. Derſelbe Verlag. Preis: 81.75. Dieſe Erzählung iſt eine Fortſezung der von demſelben Verfaſſer geſchriebenen Erzählung Shadows. Sie bietet nüßlichen, feſſelnden Leſeſtoff. Wer Shadows geleſen hat, wird aud) dieſe Fortſetzung leſen wollen. Möge dies Buch mithelfen, Schundund Schandliteratur von unſern jungen Leuten fernzuhalten! Aus dieſem Grund heißen wir derartige <riſtlihe Erzählungen willkommen und wünſchen ihnen die weiteſte Verbreitung, ſelbſt wenn aud) ſonſt nicht alle5 perfekt iſt. The Good Shepherd. By Rev. Wm. Lochner, Milwaukee, Wis. Preface by Prof. G. Chr. Barth. 320 Seiten. Derſelbe Verlag. Prei3: 83.00 portofrei. Hier haben wir ein neues, ausgezeichnetes Andacht8buch in engliſcher Sprache. Die Sprache des Buche3 iſt höchſt einfach und kann von Jungen wie von Alten leicht verſtanden werden. 260 bibliſche Geſchichten werden auf eine Weiſe erzählt, die allgemeine38 Jntereſſe erwe>t. Dann folgen kurze, pa>ende Anwendungen. Mit einem Gebet und Liederver38, die zu der vorliegenden Geſchichte paſſen, ſchließt die Andacht. Wo die Stimme des guten Hirten, die in dieſen Andachten erſchallt, täglich gehört wird, kann es an Licht und Leben nicht fehlen. Dreizehn vollſeitige kolorierte bibliſche Bilder zieren das Andacht8buch. Auf dem Deel iſt der gute Hirte mit einem Schäflein im Arm zu ſehen. Dieſe Bilder werden den Kindern das Buch lieb und wert machen. In Anbetracht des guten Druckes und der ſc<önen Auſtattung iſt der Prei3 dieſer Neuerſcheinung niedrig.

Contributions Received

by the Treasurer.

From November 1 to 30, 1929. Received for Colored AisgSions from the SO ONEN colored congregations: Augustana, Alexandria, 820.00 ; Bethany, Nyland, 9.40; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, 5.07; Bethel, Rock West, 21.20; Bethlehem, Holy Ark, 9.56; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 28.67; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 7.83; Ebenezer, Atmore, 6.60; Faith, Mobile, '10.00; Gethsemane, Hamburg, 8.94; Grace, Concord, 40.00; Grace, Greensboro, 30.79;

Grace, Ingomar,

8.24;

Hope, Kings Landing,

12.33;

Im-


Die

16

Rliſſions-Taube. For African MisSions: Augustana, Alexandria, 330.00; Bethel, Rock West, 20.00; Bethlehem, Holy Ark, 46.14; Christ, Rosebud, 70.31; Holy Cross, Camden, 20.23; Ebenezer, Atmore, 30.00; Yaith, Mobile, 40.00; Gethsemane, Hamburg, 63.93; Grace, Ingomar, 21.58; Hope, Kings

Prämie. Um die Leſerzahl der „Miſſions8taube“ größern, offerieren wir im Namen und der Synodalkonferenz folgende

zu verAuftrag

Prämie: “HALF A CENTURY OF LUTHERANISM AMONG OUR COLORED PEOPLE." „Dies

iſt eine

gute

Geſchichte

unſerer

Negermiſſion,

ſchön

auf Glanzpapicr gedruckt, ſo daſz ſich die vielen Abbildungen gut abheben. Wir wünſchen breitung.“ (Lutheraner.)

dieſem

Buch

die

weiteſte

Ver-

Wer uns8 den Preis für drei neue Beſtellungen der „Miſſionstaube“ ſc<hi>t oder ſeine eigene Haltegebühr drei Jahre im voraus bezahlt, bekommt dies Buch

umſonſt

zugeſchi>t.

Bei der Einſendung des Geldes gebe man genau an, ob man die Prämic wünſ<ht oder nicht. Wenn nicht ausdrüc>lich gefordert, wird die Prämie nicht

geſandt.

Landing,

Concordia

Publishing

S. Jefferzon

Ave.,

Mo.

und

lege, Greens8boro, N. C.:

Von

Andrew

Scien

:

IUl., 5.00; H. Fladt,

Jnd.,

N.N., Perryville,

Herrn Wagner, Foreſt Park,

Frau Meſeke, Foreſt Park, Jil., 10.00; Frl. Anna Hilliards, O., 5.00; Frauenverein in Ottertail,

Minn., 25.00; Chas. Starke, Arcadia, Mich., 65.00; „Gret<en“, Melroſe Park, JUl., 5.00; Karl Heberer, Adell, Wis8., 50.00; I. Adam Preis, Emblem, Wyo., 5.00; „Miſſionsfreund, Syl-

van Grove, Kanſ., 100,00; Frau Ernſt Lömker, Odell, Nebr., 2.00; Frau F. W. Sanderman, E8canaba, Mid., 2.00; Frau

Name:

Wm. Hommel, Coſta Meſa, Cal., 65.00; boygan,

„Volle Adreſſe:

Wis.,

5.00;

Frau

Jennie

Sheboygan,

Wis.,

9-00. (8568.00.) Von Frl. L. Schulze, Sheboygan, Wis., für Building Fund of 1.1. C. 5.00.

manuel, Cincinnati, 58.98; Immanuel, Pengacola, 5.00; Immanuel, Shankletown, 5.00; Immanuel Lutheran College, Greensboro, 859.13; Luther Memorial, Greensboro, 17.83; Messiah, Bashi, 3.82; Mission at Baltimore, 4.56; Mission at Catherine, 13.70; Mission at Cleveland, 23.54;

Misgion at Fayetteville, 3.00; Mission at Maplesyville, 7.05; Misgion at New Bern, 1.15; Mission at Union Springs,

18.00; Mount Calvary, Kannapolis, 70.00; Mount Calvary, Mount Pleasant, 10.00; Mount Calvary, Tilden, 9.63; Mount Carmel, Midway, .75; Mount Olive, Catawba, 2.00; Mount Olive, Tinela, 14.76; Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, Charlotte, 17.00; Mount Zion, New Orleans, 50.00; Our Redeemer, Longmile, 6.32; Our Savior, Possum Bend, 13.52; Pilgrim, Birmingham, 11.65; St. Andrew's, Vredenburgh, 9.69; St. James's, Buena Vista, 37.34; St. James's, Southern Pines, 17.57; St. John's, Joffre, 9.25; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High

Point; 4.00;

Frl. 2. Schulze, She-

Firzlaff,

Green3boro, N. C., 25. November

tanburg,

Werling, Oſſian,

Milwaukee, 130.00; Ernſt Paul Klawitter, Freeman, Oſſian, Ind., 10.00; Frau

Belling, Foreſt Park, JUl., 15.00;

HOUSE,

Einliegend 50 Cents für die „Miſſion3taube“.

Mesgiah,

Dank.

Eliſe W. Zilly, Aurora, JUl., 10.00;

Mo., 1.00; „Miſſionsfreundin“, Maaß, Rocheſter, Minn., 30.00; S. Dak., 2.00; Chriſt. Werling,

Beſtellzettel.

Sie das Blatt an

3.00;

folgender Gaben für Lucius Means, Immanuel Lutheran Col81.00;

CONCORDIA PUBLISHING Sr. Lovi1s, Mo.

Pengacola,

Mit herzlichſtem Dank beſtätigen wir hierdurd< den Empfang

House,

St. Louis,

Immanuel,

Quittung

„Die Miſſionstaube.“

3558

41.43;

Baghi, 25.28; Mission at Catherine, 1.75; Mount Carmel, Midway, 12.35; Mount Olive, Tinela, 44.43; Our Redeemer, Longmile, 12.24; Our Savior, Possum Bend, 28.19; Pilgrim, Birmingham, 60.00; St. John's, Joffre, 9.50; St. Mark's, Winston-Salem, 8.40; St. Paul's, Oak Hill, 52.15; St. Philip's, St. Louis, 104.79; Trinity, Selma, 106.43; Zion, Taits Place, 22.82. AMiScellaneous : “A Friend," Milwaukee, Wis., for Negro Missions, 81.00. N.N., Okawville, I111., for Philadelphia Chapel, 10.00. Eleanor Simon, Zachow, Wis., for Students" Fund, 1.00; for Luso Mission, 1.00. Mrs. C. F. Schroeder, Milwaukee, Wis., for Negro Miggions 1.00. M. Zucker, Frankenmuth, Mich., for Negro Misgions, 10.00. Per Kdwin Reinke, Culver City, Cal., for Negro Missions, 5.00. . Mrs. Fred Baack and Mr. and Mrs. John Baack, South Amana, Iowa, for Lucius Means, 4.00. N.N., River Forest, for Lucius Means, 130.00. Herm. Eifler, New York, N Y., for Lucius Means, 130.00. N.N., Decatur, Ind., for Negro Missions, 5.00. TiuE0o. W. ECKHART, Treasurer.

St. Luke's,

16.50;

Lamison,

St. Matthew's,

4.80;

Arlington,

St. Luke's, Spar19.81;

St. Mat-

thew's, Meherrin, 13.02; St. Mark's, Ackerville, 7.92; St. Mark's, Atlanta, 14.00; St. Mark's, Winston-Salem, 5.00; St. Paul's; Charlotte, 12.00; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, Napoleonville, 7.10; St. Paul's, New Orleans,

30.00; St. Paul's, Oak Hill, 25.19; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 6.80; St. Philip's, | Chicago, 50.00; St. Philip's, Philadelphia, 25.00; St. Phil1 ip'8) St. Louis, 100.00; Trinity, New Orleans, 30.00; Trin-

I feln 15.135 Zion, Gold Hill, 8.00;/Zion, Taits Place, 25.30)

Miſſionar

Frau burg,

1929.

G. M. Kramer:

H. Nau.

Dankend erhalten von

H. A. Steege, Milwaukee, vom Frauenverein Mo., ſowie von Frau Koppelmann Kleider

zu Altenfür arme

Neger. C. F. Drewes: 55.00 für Negermiſſion von Chr. Niebuhr, Winslow, Nebr. Durc< P. Theo. Kauffeld, Word38we

miſſion.

Can.,

5.00

für

Weihnacht8beſcherung

in

der

Neger-

Bitte zu beachten! Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und beachten, ob das Abonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen ute - “Jan 30" bedeutet, daß das Abonnement jetzt abgelaufen iſt. an bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direkt an uns, und zwar prompt, damit die Lieferung nicht unterbro<en zu werden braut.

E3

dem

dauert

dur<ſc<nittlih

zwei

Wochen,

bis der Adreßſtreifen

auf

Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt. Bei Entrichtung ſeines Abonnement3 erwähne man gütigſt immer, wel<e3 Blatt man wünſcht, und gebe Namen und Adreſſe an (alte und neue, wenn e3 ſi< um Adreßveränderung handelt). CONCORDIA PUBLISHING HOUSE, St. Louis, Mo. Die „„Miſſion8-Tanbe““ erſcheint einmal monatlich.

Der Preis für ein Jahr

in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: WEI RTR ELEKSTETESTESSTEIB! 60 Cts.

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10 Expl. an aufwärts an eine Adreſſe 40 GE pro Expl.

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Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing Uouse, St. Louis, Mo.

Alle die Nedaktion betreſſenden Einſendungen ſind zu richten an Rey, 0. F.

Drewes, 3558 S. Jeſſerson Avenue,

Negermiſſion an den Kaſſierer, Avenue, St. Louls, Mo.

St. Louis, Mo.; alle Geldbeträge

Ur. Theo, W. Eckhart,

3558

S.

für die

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SENDS

5208

Miſſionszeitſchrift der Evangeliſc<-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published

monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subseription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as Second-class matter at the Post Office at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 18793. Acceptance for mailing at Special rate of postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

Februar

52. Jahrgang.

Schwere

Miſſions8opfer? Liebe, die von Herzen liebt, Iſt am reichſten, wenn ſie gibt; Liebe, die von Opfern ſvricht, Iſt ſchon rechte Liebe nicht. Geibel.

Woll'n wir das ein ſchweres Opfer nennen, Wa3 wir für den teuren Heiland tun? Soll nicht unſex Herz und Sinn entbrennen, Gern und ganz in ſeinem Dienſt zu ruhn, Tag für Tag, durch Wort und Geiſt getrieben, Nur noch treuer, heißer ihn zu lieben? Als ein ſchwere3 Opfer ſollen gelten Liebe3gaben für die Miſſion? ; Kann auch jemand je mit tauſend Welten Chriſti ſ<madgetränkte Paſſion, Seine gallenbittern Opferſchalen, Seiner Liebe Flammenglut bezahlen? Darf man da3 al3 Opferwerk erheben, Wa3 vor Gott al3 große Chriſtenſchuld Bleibt in Kraft, ſolange wir noch leben, Leben von de3 Bürgen Gnad' und Huld? Wer vermag beim Geben je zu ſagen: Nun iſt alle Schuld gar abgetragen? Kann ein Opfer auc zu koſtbar heißen Für den Sc<hmerzen3mann auf Gabbatha? Soll nicht Wort und Werk ihn ewig preiſen Für den Sühnungs3tod auf Golgatha? Tilgte nicht mit blutigroten Gulden Unſer Held die fluchbeladnen Sculden? Stirbt in un3 der Geiſt der zweiten Bitte, Ach, dann geht's mit Chriſti Reich bergab, * Und man gräbt bei jedem weitern Schritte Seinem Wacztum ſicherlich da3 Grab! Nur beim Wirken kann da8 Werk beſtehen, Nur beim Werben wader vorwärt3gehen.

1930.

Ur. 2.

Erſtlingsfrüchte will der Heiland haben, Nicht den Reſt, den man im Feld nachlieſt. Heißen Erntedank mit Opfergaben Hat der HauSherr- für ſein Reich erkieſt. O wer darf bei vollen Segensgarben Seelen laſſen hungern, ſ<madten, darben? Laßt uns das nicht ſchivere Opfer nennen, WaZ3 vor Gott al3 heil'ges Vorredt gilt! Laßt uns alle froh und frei bekennen: HErr, wir ſind in Dankbarkeit gewillt, Eifrig Herz und Hand dir darzubringen; Gib du nun zum Rettung3swerk Gelingenl O. R. Hüſchen.

Neucs

über unſere Luther School.

Preparatory

Im September des verfloſſenen Jahres wurde in New Orleans eine Schule eröffnet, in der Jungen und. Mädchen für Immanuel - Lutheran College in

Green3boro

und

für Alabama

Luther

College

in

Selma vorbereitet werden ſollen. Der Name dieſer jüngſten Schule iſt Luther Preparatory School. Gegenwärtig beträgt die S<ülerzahl neunundzwanzig. E38 könnte viele3 geſagt werden über unſere Schule und Schüler, wa38 von Intereſſe wäre. Da kam zum Beiſpiel im September ein kleiner Junge mit einem elefantengroßen Koffer an und ein anderer Junge, der an zweihundert Pfund wiegt, mit einem winzigen Koffer, den er gut als Handtaſc<e hätte benußen können. :


Die Miſſions-Taube.

Unſchuldige Streiche fingen au< bald an unter den vielen Jungen, die niht aus New Orleans ſind Eine3 Sonntagsund im Sdulgebäude wohnen. Tag die Aufſicht dem an der Lehrer, abend3 ging der darin einen fand Er hatte, hinein in ihr Zimmer. Scüler, der auf ſeinem Bett lag und tüchtig Holz ſägte. Da die andern Schüler nicht im Zimmer waren, drehte der Lehrer das Licht im Zimmer an und ſeßte ſich mit einem Bud in der Hand und wartete auf die Bald kamen ſie auc<. Sate ſchlichen Abweſenden. die ſe<hſe die Treppe herauf, und im nächſten Augenblid, al3 ſie die lezte Stufe erreicht hatten, ſtürmten ſie mit einem lauten “Hands up? ins Zimmer hinein. Wie angenagelt ſtanden ſie aber ſofort da, als ſie anſtatt des Schüler3 den Lehrer vor ſich ſahen. „DO“, hieß Al3 ſie aber e3 dann, „entſchuldigen Sie, bitte!“ Der Holzanderes. etwas nod) geſchah hereinſtürmten, „Wo bin verwirrt: ganz ſäger ſprang auf und rief

ic?

Was iſt lo3?

Was ſoll ich?“

S<le<hte Jungen ſind ſie aber nicht. Vom erſten Tag an ſekten ſie ſich jeden Morgen und Abend um ihren hielten Tiſc; und großen ſingen Sie Hausanda<ht. zuſammen, beten zuſammen und hören Gottes Wort zuWie lieblich die ſammen. Stimmen beim Singen durd) die Näume hallen und weit Straßen die in hinaus Direktor Paul Scerf. Wie ergreifend es ſhallen! iſt, wenn einem von oben herab der Geſang der Schüler in die Ohren fällt! Dieſe Hausandacten rufen einem zu: „Das ſind Kinder des himmliſchen Vater3; das Ganz beſonder3 maden die ſind <hriſtlihe Schüler.“

Hau3andadten

dieſen lieblihen

Schüler ſie von ſelber anfingen.

un3 die Hau3andahten.

Eindru>k,

weil die

Aber no<h eins ſagen

Sie ſagen un3 auh, daß die

Eltern unſerer Sc<hüler Hau3andahten halten und daß deren Seelſorger ihre Gemeinden heranziehen, den Tag mit Gott zu beginnen und mit Gott zu ! enden.

Unſere Schüler waren aber ſeit September ſozu-

ſagen ohne rechte Pflege. Es iſt wahr, Paſtor Lüke und der Unterzeihnete taten alles für die Schule und die Schüler, wa3 ſie neben ihrer vielen kir<hlichen

von Jndiana.

Gott ſei da-

P. Paul Scherf wurde am Neujahrstag al3 Direk“

tor und Profeſſor der Anſtalt in der St. Paulskir<he, in deren Nähe unſere Anſtalt iſt, unter Aſſiſtenz der Paſtoren Lüke, Reinhardt und des Unterzeichneten von Superintendent G. M. Kramer eingeführt, nahdem der Lektgenannte vor einer großen Verſammlung eine feine Einführung35predigt gehalten hatte auf Grund de3 Worte38 Gottes 2 Moſ. 33, 15: „Wo nicht dein Angeſicht gehet, ſo führe uns nicht von dannen hinauf.“ Möge der liebe Gott die Arbeit P. Scherf3 al3 Direktor und Profeſſor unſerer jüngſten Anſtalt unter den Negern mit reichem Segen krönen! Das erbitten wir von unſerm lieben himmliſchen Vater, damit in den kommenden Jahren viele Jungen und Mädc<hen zubereitet werden für die Arbeit in Kir<e und Schule unter ihren Raſſengenoſſen. E. H. Wildgrube.

Etliches aus dem Leben eines Negermiſſionars8. E35 war in den Tagen vor Weihnachten. In den Straßen, die ich dur<kreuzte, und auf den Fußſteigen ſah es nicht beſonder3 weihnachtlich aus. Ein feiner Regen hatte den Staub, der in dieſem Stadtteil alle3 bede>t, in S<muß verwandelt. Dazu grub eine Schar Negerarbeiter in dem lehmigen Pecboden herum, um Abzug3röhren zu legen. Dazwiſchen hin-

dur<

ſuchte ih meinen

Weg

zu den

Häuſern

und

Hütten der Armen. Frau M. war krank. Sie bewohnt ein Haus, da3 in einem Hinterhof, hinter einent andern Haus, ſteht und aus zwei ärmlichen Zimmern beſteht. Ein ſ<maler Gang, etwas über zwei Fuß breit, führt zwiſchen dem Vorderhau3 und einem hohen Bretterzaun zu dieſem “rear-yard house*. Dieſer Gang ſtand an dem betreffenden Tag voll Waſſer. In dem Häus<en wohnt Frau M. mit einer Toter, einem blinden Sohn, einer Großtohter und einer Urenkelin. Die Tochter und die Enkelin arbeiten, um die Familie zu ernähren. Der blinde “Sohn, der noh dazu faſt gänzlich gelähmt iſt, bemüht ſich an ſolhen Tagen, an denen ihm das möglid iſt, von ſeinem Bett aus dur< den ſ<hmalen Gang, indem er ſi<h an beiden Seiten anhält, bis vor die Tür des Vorderhauſe3s zu gelangen, und ſeßt ſi da auf die Stufen, die bis

Sie unterrichteten die Arbeit nur tun konnten. Schüler, ſie korrigierten ihre Arbeiten, ſie verteilten die Aufſiht am Tag und an den Abenden unter ſich.

Tag, und ſeine armen

fehlte das Haupt, ein Direktor. Einen Direktor hat der liebe Gott dieſer Anſtalt nun gegeben in der Per-

„Guten Morgen!“ folgt ſofort ſein „Guten Morgen,

E3 war aber nicht, wie e3 ſein ſollte.

Di

ſon P. Paul Scherfs8 für herzlic4) Dank!

Unſerer Anſtalt

an die Straße reichen.

Dort ſitt er oft den ganzen

blinden Augen

„ſ<hauen“

verwandt in das Dunkel der Welt hinaus. Dort fand ich ihn auch diesSmal. Auf

un-

mein

12%

18


Die

UHliſſions-Taube.

Als ich ihn zum erſtenmal ſah und Herr Paſtor!“ ihn fragte, ob er ſchon jemals und mit ihm redete von JEſu etwas gehört habe, ſagte er: „Nein; von Daß Adam und dem habe id nod) nichts gehört.“ Eva in Sünde gefallen ſind, war ihm etwa3 ganz Neues. An dieſem Morgen fragte i<h ihn: „Nun, wie geht dir's denn heute?“ „O, e3 könnte beſſer gehen =- aber auch ſc<ledter. Ic< bin zufrieden und lehne mich an meinen Gott.“ I fragte ihn, ob er denn glaube, daß ihm das J< „DO ja“, war die Antwort. etwa3 helfen würde. gäbe. ng fragte weiter, was ihm denn dieſe Hoffnu Da leuchteten die ſonſt glanzloſen Augen auf, und fröhlich kam- ſeine Antwort: „Weil JEſus Chriſtus am Kreuz für mid geſtorben iſt.“ Sein Troſt iſt jezt: „Meine Augen werden ihn ſchauen“, Früher ging Hiob 19, 27. ihm mandmal die Geduld aus, und er wurde dann ſc<impfte unbändig, ganz und fluchte, und ſeine Mutter konnte nicht3 mit ihm Jetzt iſt er ganz anfangen.

ergeben

in

Gotte3

Willen

und

dankbar

19

machen, aber ſeine Augen wieder auf den Heiland zu Mutter M. lag zu richten, das war un3 vergönnt. Sie hatte keine Fieber. Bett und hatte hohe3 Pflegerin, da die Enkelin und ihre Tochter ander5wo arbeiteten. Im Kamin glimmte ein ſchwaches Feuer. Beide Türen ſtanden offen, und der rauhe Wind Die kleine, fünfjährige Urfegte durc die Hütte. enfelin hatte wohl den Auftrag erhalten, nac<h der Urgroßmutter zu ſehen; aber der war die Zeit zu lang geworden, und da e3 obendrein kalt im Zimmer war, ſuchte ſie dur< Springen und Hüpfen im Freien Wie oft findet ihre ſteifen Glieder zu erwärmen. überlaſſen! ſelbſt man ſo die Kranken allein und ſich Id) machte beide Türen zu, rückte einen der zer-

und glaubt feſt, daß ſeine Blindheit ihm nad< Gottes Willen dazu dienen ſoll, zu ſehend geiſtlih ihn maden.

Wie

froh

war ich gerade an dieſem Mobile. Tag, daß uns die lieben Mädc<en beim Spiel in unſerer Miſſions8ſchule zu wieder Freunde im Norden brehlihen Stühle ans Bett und redete mit Mutſo reichlich mit abgelegten Kleidern verſorgt hatten! ter M. über die Geburt deſſen, der arm geworden iſt, Der arme Blinde ſaß an dieſem rauhen, regneriſchen iſt um un3 alle reich zu machen hier und dort. Sie Wintertag da mit fadenſcheinigen, zerriſſenen Hoſen d, Heilan reich in ihrer Armut, denn ſie kennt ihren I< ſchi>te ihm ſofort und einem ebenſolhen RNo>. hält ſich an ihn und iſt zufrieden mit ihrem Lo3. Obwarme3 und heile3 Zeug, worin er ſich ganz wonnig eine wohl e3 ihr ärmlic< genug ergeht, kommt nie fühlte, al3 ich ihn ein paar Tage darauf wiederſah. ichung Handre jede für Klage über ihre Lippen, und ſo In dieſer großen Stadt gibt es unter den hier | = iſt ſie dankbar. zahlreihen Negern überhaupt viele, viele Blinde. ich zu einem alten, treuging aus hier Von Sie ſind Der Staat ſcheint nicht3 für ſie zu tun. einem bewährten Glied unſerer Miſſion3gemeinde, und ſind auf da3 Mitleid ihrer ſich ſelbſt überlaſſen. feſten einen hatte Er en. Mann ho in den Achtzig oft ſehr armen Verwandten ſowie fremder Leute an, erfreut heit Geſund Körper und hatte ſich ſtets guter Hier wäre ein Gotte3werk zu tun für gewieſen. nicht mid) kann ja ſchien unverwüſtlich zu ſein. Jd unſere lutheriſc<e Kir<he, wenn un3 nur niht immer ihm geentſinnen, je zuvor einen Krankenbeſu<h bei die Mittel zu allem fehlten. Aber jeßt war er dod) krank gemadt zu haben. Aber wir waren ja auf dem Weg zu Mutter M.; ſeinem worden, ernſtlich krank, ſo daß der Arzt an der „Blinde am Wege“ hat uns aufgehalten. Dod en Stund e köſtlih für Aufkommen zweifelte. Wa3 Sehend konnten wir ihn ja nicht nicht umſonſt. IFE

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Die Mijſions-Taube.

Vier

aufgewe>te

Sc<hüler in unſerer Miſſionsſchule zu Mobile.

ni<ht3 gefür<tet und habe frevelnd ſein Leben und ſeine Seele aufs Spiel geſeßt. Kurz, an ſeinem eigenen Leben habe er ſo ret die ſelige Wahrheit erfahren, daß JEju3 der gute Hirte iſt, der „hingehet nad) dem verlornen [Schaf], bis daß er'3 finde“.

Al3 ich mid verabſchieden wollte, richtete ſich der

j<werkranfe Mann auf und ſagte mir, id) ſolle unter ſeinem Kopfkiſſen nach ſeinen Beitrag3kuverten ſuchen. Id) konnte ſie nicht finden, und ſo ſuchte er denn ſelbſt dana<h. Sie waren alle ſorgfältig in ſein Taſchentuch gewidelt. Jedes der Kuverte enthielt die Summe, die er beizutragen verſprochen hatte. Nun ſollte ich nod) na< einem Fünfundzwanzig-Centſtü> ſuchen, da3 bei den Kuverten gelegen habe; er wiſſe nicht js recht, wo das hingehöre. Aud) dies wurde ſchließlich

im Bett gefunden und mir überreicht.

So ernſtlich

lag e3 ihm daran, ſeinen Kir<henbeitrag no< bis zum Jahre3Sende vollſtändig zu entrichten. An der Lebensbeſchreibung dieſes Mannes, die er mir gab, und ſeinem jebigen Leben5Swandel und Glaubens3bekenntni3 ſehen wir wieder ſo deutlich, daß unſere Arbeit unter den Negern trotz vieler Enttäuſ<hungen nicht vergebens iſt. Darüber das nächſte Mal mehr. G. M. Kramer. -==-e-------------

Die Aſſyriſche Miſſion. Während de3 Weltkrieges brach eine furchtbare, blutige Chriſtenverfolgung aus über die aſſyriſchen Chriſten, die in Nordperſien auf den Hochebenen von Urmia und Salma3 und im Kurdiſtangebirge wohnten. Die Mohammedaner in der Türkei und in Perſien wollten das Chriſtentum mit Stumpf und Stiel ausrotten. Zu dieſem Zweck hatten die Türken den Djahad, das heißt, den heiligen Krieg, ausgerufen. Wir haben ſelber ein halbes Jahr lang (1914-1915) in Urmia Entſetliche3 erlebt. Alle Chriſten wurden ausgeplündert, und ihre Wohnungen wurden in Brand geſebt. Das Chriſtenblut floß „in Strömen. Viele aſſyriſche Chriſten ſtarben den Zeugentod für ihren HErrn und Heiland. Keine Obrigkeit, keine Regierung, wollte die Chriſten ſ<hüßen; im Gegenteil, die perſiſchen und türkiſchen Soldaten plünderten und mordeten ſie dahin. Die Türken kämpften gegen die Ruſſen auf perſiſchem Boden. Der türkiſche Kommandant in Salmas ließ 700 Chriſten Arm an Arm binden und niederſchießen. Aud) in Urmia wurden auf Befehl des türtiſ<en Kommandanten mehrere Hunderte uni<uldiger Chriſten erſchoſſen, viele aufgehängt, und andere ſ<madteten in dunklen, feuchten Gefängniſſen. Über die Chriſten wurde kein Gericht gehalten; auf einen bloßen Befehl hin wurden ſie maſſenweiſe umgebra<ht. Man könnte über dieſe fur<tbaren Erlebniſſe Bände ſc<reiben, aber hier müſſen wir uns mit dem Geſagten begnügen. EZ iſt dem Jslam tatſächlich gelungen, das alt<riſtliche aſſyriſche Volk, dem in der erſten Zeit des Chriſtentum3 dur< den Apoſtel Thoma38 da3 Evangelium gebracht worden iſt und da3 ſelber jahrhundertelang in Meſopotamien, Perſien, Indien und China Miſſion getrieben hat, zu dezimieren, e3 ſeiner Heimat zu berauben und in alle Welt zu zerſtreuen... Von dem einſt eine halbe Million zählenden Volk ſind kaum 50,000 übriggeblieben. Die heimatloſen Flüchtlinge dieſes 'Volkes ſind bis nad) den Vereinigten Staaten gekommen, Tauſende von Meilen von ihrer Heimat entfernt. In

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ſind Krankenbeſuche an dem Bett eine3 ſolden alten Simeon! Seine Stimme war ſc<wad, oft kaum hörbar; aber e3 half alles nichts, er mußte mir nod erzählen, wie wunderbar der liebe Gott ihn geführt, wie gut er es mit ihm gemeint habe. In bilderreichen Worten malte er mir vor, wie der liebe Gott ihm ſein ganzes Leben lang nadgegangen ſei auf Schritt und Tritt, über die Berge und durd) die Täler, im Getümmel des Bürgerkrieges und im Volksgewimmel der Großſtadt. Oft habe er ſo nahe am Abgrund geſtanden, daß es ihn beim bloßen Gedanken daran noch ſ<haudere. Er wäre geiſtli und leibli verloren geweſen, wenn Gott ihn niht gehalten hätte, denn in ſeiner Geſundheit und Jugendkraft habe er ſich vor

[CEC TE UTE SEESEN DEE DUE EMOOTURTEUN 78 DVENT EE

20


Die

Hiſſions-Taube,

Chicago und Umgegend wohnen etwa fünftauſend aſſyriſche Flüchtlinge, deren Familienangehörige meiſtens in den Verfolgungen umgekommen ſind. Hier in Amerika leben mehr Einzelperſonen, unverheiratete

ſc<on

vor

Männer

Handwerker

dem

und

Krieg

tätig.

junge

Leute.

in Amerika

Soweit

e3

jenigen Hunger

ihrer Angehörigen, die entronnen waren, na

laſſen.

Für

den

ging,

LebenZSunterhalt

Dieſe

waren

als Arbeiter haben

und

ſie die-

dem Schwert und Amerika kommen derer,

die

außer-

halb der Vereinigten Staaten leben, ſorgen ſie von hier aus, indem ſie ihnen Geld ſenden. Unſere Aſſyriſc<e Miſſion in Chicago iſt die jüngſte Miſſion der Miſſouriſynode. Andere Kir<hengemeinſchaften, wie die Pre3sbyterianer, Katholiken, Neſtorianer, Epiſkopalen und andere Sekten, arbeiten ſeit vielen Jahren unter den aſſyriſchen Flüchtlingen und haben auc Gemeinden geſammelt. Nun, inwiefern iſt unſere lutheriſche Miſſion berechtigt, unter denſelben Flüchtlingen zu arbeiten? Es iſt Gottes Wille

geweſen,

daß

auc

dieſem

Volke,

das

von

der

Reformation D. Martin Luther35 nichts gehört hat, durd) die lutheriſche Kir<he das reine Evangelium verfündigt wurde. Der Vater des jetzigen Miſſionar3 wurde, von Gott wunderbar geleitet, aus Perſien na< Deutſchland gebracht, wo er in Hermannsburg ausgebildet und im Jahre 1880 als erſter lutheriſcher Miſſionar nach Urmia geſandt wurde. Er konnte und durfte nicht eine rein lutheriſc<e Miſſion gründen; das war von der Regierung verboten. Wegen des lutheriſchen Bekenntniſſes ſind ihm oft Strafen auferlegt worden, und auc< Gefängnishaft hat er leiden müſſen. Er könnte innerhalb der alten neſtorianiſchen Kir<he nach dem lutheriſchen Bekenntnis wirken. Er wurde vom neſtorianiſc<en Biſ<of und ſpäter vom Patriarchen ſehr freundlich empfangen. Man hörte mit Freuden die lutheriſ<e Predigt. Aud der jezige Miſſionar hat mit ſeinem Vater zuſammen in Urmia gearbeitet. Da3 iſt Gotte3 Wille geweſen, daß die lutheriſche Kirc<e unter den Aſſyriern miſſioniere. Hier aber treibt die amerikaniſc<h-lutheriſche Kir<he Miſſion unter den aſſyriſchen Flüchtlingen. Manche unſerer früheren Gemeindeglieder aus Urmia jind hier in Chicago. E3 iſt alſo nicht mehr als recht, daß ſich die lutheriſche Kir<e ihrer zerſtreuten Glieder annimmt, wenn ſie au< an Zahl gering ſind. Wa3 hat aber die lutheriſche Kirhe Beſondere3 dieſen verfolgten Chriſten zu geben, wa3 die andern Kir<engemeinſ<haften nicht haben und darum nicht geben können? Nicht wahr, lieber Leſer, die lutheriſche Kir<he hat dur< Gotte38 Gnade die reine Lehre de38 göttlichen Wortes und die unverfälſchten

21

Sakramente. Das iſt das größte, höchſte Kleinod auf der Welt, beſonder5 in dieſen letzten, betrübten Zeiten, wo Jrrlehre und Wahnglaube im Schwange geht. Darum iſt die lutheriſche Kir<e nicht nur berechtigt, ſondern auh verpflichtet, Miſſion zu treiben. Welches iſt der ſittliche Zuſtand der in Chicago lebenden aſſyriſchen Chriſten? Selbſtverſtändlich wirkt eine Großſtadt

wie Chicago

verheerend

auf die

Gemüter der Menſchen, die weder in der Lehre noc< im Glauben befeſtigt ſind. Die Liebe zu Gott und ſeinem

Wort

erkaltet,

die

Liebe

zur

Welt

dagegen

entbrennt. Gute Sitten gehen verloren, und die Unſitte tritt an ihre Stelle. Da iſt die innere und äußere Unruhe, das Jagen nac Geld und großem Verdienſt und das Getrenntſein von Angehörigen. Ich habe eine ganze Reihe von jungen Leuten, die ein unſtetes Leben führen. Manc<<mal kommen ſie zum Gotte3sdienſt, aber öfters nicht. Wenn ſie krank ſind und man ſie beſucht und mit ihnen über da3 eine, das not iſt, redet, dann ſind ſie wohl empfänglich für Worte der Belehrung und Ermahnung; aber wenn ſie geſund geworden ſind, dann ſieht man ſie ſelten mehr. Dennod) darf man niht müde werden. Steter Tropf höhlt den Stein. Die Leute freuen ſich, wenn man ſid) um ſie bekümmert, und ſind dankbar für jede Mahnung und Belehrung aus Gotte3 Wort. Die Sekten haben verderblich auf die Leute gewirkt. Gar ſ<limm und traurig iſt, daß die Sekten die heiligen Sakramente verachten, und wenn ſie in Gotte3 Wort etwas nicht mit ihrer Vernunft reimen können, ſo verwerfen ſie es; und das richtet großen Seelenſc<haden an unter ſolchen, mit denen ſie zuſammenkommen. Die Sekten reden von dem Werk der Bekehrung ſo, als ob ſie es zuſtande brächten. Da hat denn ein Prediger des reinen Evangeliums große Not damit, ſol<he, die durd) die falſche Lehre von der Bekehrung verführt worden ſind, wieder

'zurechtzubringen.

Wie ſollte nun angeſichts dieſer Verhältniſſe unter dieſen Leuten miſſioniert werden? Man muß mehr Gotte3 Wort treiben. Das Wort Gotte3 allein kann, wenn es rein und lauter gepredigt wird, die Kir<he recht bauen und ein geſundes Kirhen- und Gemeindeweſen zuſtande bringen. Die lutheriſche Lehre iſt ſummariſch enthalten in dem Kleinen Katedhi8mus D. Martin Luther3. Dieſe3 Kleinod iſt vom Unterzeichneten für die aſſyriſchen Chriſten überſeht worden; e3 ſollte nun gedrudt werden. Eine lutheriſche Gemeinde in der Nähe von Chicago hat dem Unterzeichneten etwas für den Dru> dieſes Büchlein3 gegeben. Wer will weiter helfen? (Fortſezung auf Seite 24.)


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Predigtplaetze

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Statistik unserer Negermission ueber das Jahr 1929.

22

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Immanuel. | St. Mark's. St. Paul's. Mount Zion. Bethlehem. St. Luke's. St. John's. Mount Olive. Bethel. St. Luke's. St. Matthew's. Mission. | St. Philip's. | OQur Savior. Bethany. | Holy Trinity. Grace. | St. Philip's. | Grace. | St. Philip's. Immanuel. | St. Philip's. St. Paul's. Bethlehem. | V'otal, 341,189.03.

Grace.

Mission.

236.36 | Mount Calvary. 173.45 | St. Peter's. Mission. 4,78

Zion. Zion. 108.05

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Concordia.

119.31

223.81

St. James's. Grace-Memorial.

131.21 572.04

802.05 | Mount Calvary.

1179.42 336.80 1249.67 431.24 679.94

= Alabama Luther College: 48 Studenten, 4 Professoren, Einnahme: 87,869.53. Immanuel Lutheran College: 92 Studenten, 7 Profesgoren, 1 Matrone. =- Luther Preparatory School: 28 Schueler, 1 Professor, 2 Aushelfer. 2 Gehilfinnen, 1 Matrone. Einnahme: 82,256.32.

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22

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78 537 4 104 20 139 30 19 55 16 3545

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Jacksonville, Jl. ..................... Carter, M.N.; Chicago, Il. ................. Fey, John; St. Louis, Mo. .................. Schulze,/4.;51StyLouis, Mo. ................. Kroger, D. J.; Cineinnati,0................. Mueller, Ernst; Cleveland, 0. ............... McDavid, J.; Los Angeles, Cal. „............. Qaklandiy CASTS NUE 2801 502%

129 102| 10 180| 107 215| 46 68 92| 22 6528|

NSE a [m 20

288 458 419 146 250 5927 21 195 64 92 35 60 85

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Hill; /Wm370:55Yonkers,"N.XY. ..........bbb-Bliss, C. L.; Springfield, IM. ................

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Shankletown, N.C. ..................-...

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Hunt, Jesse A.; Winston-Salem, N.C. ....... Malloy, C:9:;i Charlotte, N.C. .............. Charlotte NSCH WESE EE EE R WDE Monroe SN CHEN Seeed, Shufelt;/9. 1.; High Point, N.C. ..........-. Vorice, F. J.; Salisbury, N.C. .............. Catawbai NS ORSTES HESSIE SS I NIEE2.2705% N Conover iN SOMMES EEE SEU Roberts, A: 8: ; Spartanburg, S.C. .........-.Dorpat, L. G.; Meherrin, Va. ............... Dorpat, Martin; Baltimore, Md. ............. Trumpoldt, P.; Philadelphia, Pa. ............ Pflug, E.; Buffalo, N.X. ....................

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Fayetteville, N.C.

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New Bern and Swangboro, N.C........... Holsten, Melvin; Concord, N.C. .............l

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Alston, F. D.; Kanngapolis, N.C.

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306] 69| 1221| 76| 53]

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Beck, Prof. W. H.; Southern Pines, N.C....... Dominick, Albert, Student; Greengboro ...... Yoard, VH“; Rockwell, N.G. ............-.-Bostian Cross Roads, N.C................

145 100 265 34 49 107 17 126 26 30 20 30 29 5 4 138 17 27 24 16 8 15 44 10 1 28 67 9 34 14

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New Orleans, Ja. ....................... Alston, John; Atlanta, Ga. ................-.

4532| 145| 474| 58 69 175| 39 206| 49 44 30 56 44 20 263| 32 39 34 36 14 40 56| 20 3 50| 141 18 73 36

"=

Wildgrube, BE. H.; New Orleans, La. .........

Luecke, 0.:W.;New Orleans, La. ............ Thompson, C. P.; Mangura, La. .............

ie IWiſſtons-Taube. 23


Die -Wiſſions-Taube.

24

Wir haben jeden Sonntag regelmäßig Gottesdienſt mit den Kindern der Sonntagsſ<ule. Aber zwei Dinge fehlen uns, ohne die wir nicht intenſiv arbeiten können: ein Lokal, wo wir Bibelſtunden und Konfirmandenunterricht erteilen können, und, wie bereits geſagt, der Kleine Katedhi5mus in aſſyriſc;er Sprache, und zwar ſowohl für die Erwadſenen als aud für die Jugend. Wer uns hierzu verhelfen will, der hilft das Rei unſers Heilandes unter den Aſſyriern bauen und wird vom HErrn reichlid) geſegnet werden. Luther Pera.

Zu

unſerm

ſtatiſtiſchen Bericht.

Der gütige Gott hat au< in dem vergangenen Sahr feinen reihen Segen auf die treue Arbeit unſerer lieben Miſſionare unter den hieſigen Negern gelegt. Die Negermiſſion zählt jekt 62 Gemeinden und 14 Predigtpläte, drei Gemeinden und einen Predigtplaß weniger als im Jahr 1928. Die Stationen zu Piney Wood3, Miſſ., Swan3boro, Waſhington, D. C., Little: NRo>, Ark., und Cheſter, Pa., ſind nicht mitgezählt. In dieſen 62 Gemeinden und auf dieſen 14 Predigtpläten bedienen anſere Miſſionare 6,528 Seelen, da3 heißt, getaufte Glieder. Hier iſt ein Zuwad)3 von 524 Seelen zu verzeichnen. Kommunizierende oder abendmahlsberedtigte Glieder ſind jekt 3,545 oder 221 mehr al8 im Vorjahr; Schulkinder 3,320 oder 50 'weniger als im Vorjahr; Sdüler in den Sonntagsſc<hulen 4,190 oder 501 mehr al3 im Vorjahr. Getauft wurden während des Jahres 1929 genau 601 oder 89 mehr al3 im Vorjahr. Konfirmiert wurden 401 oder 40 mehr al3 im Vorjahr. Zum Tiſch des HErrn traten 10,518 Gäſte oder 159 mehr al3 im Vorjahr. Jedes konfirmierte Glied iſt dur<ſ<nittlich etwa dreimal im Jahr zum heiligen Abendmahl gegangen. Um beſſer zu verſtehen, wa3 dies heißt, laßt un3 einen Vergleich anſtellen: in unjerer Miſſouriſynode iſt nach dem letzten Bericht jedes konfirmierte Glied nur etwa3 mehr als zweimal gegangen.

.

Während de3 Jahres 1929 wurden 49 Paare ge-

traut oder 8 mehr als im Vorjahr. Beerdigt wurden 64 Berſonen oder 11 weniger als im Vorjahr. Die

Sterberate iſt erſtaunlich niedrig: kaum zehn aus je tauſend. Die Sterberate für die Negerbevölkerung unſer3 Landes iſt etwa 20 aus je tauſend. Hier haben wir alſo einen Beweis dafür, daß unſere lutheriſchen Neger ein ganz anderes Leben führen als ihre übrigen Raſſengenoſſen.

Die Beiträge beliefen ſic) lebtes Jahr auf 831,063.18 oder auf 8531 mehr als im Vorjahr. Die Geſamteinnahmen auf dem geſamten Miſſionsfeld beliefen ſich auf 841,189.03 oder auf 83,263.22 mehr als im Vorjahr. Wenn man bedenkt, daß auf einigen Gebieten der Negermiſſion Arbeitsloſigkeit herrſchte, ſo überraſc<t einen die Zunahme der Einnahmen auf dem Miſſionsfeld. Gott läßt unſere Negerkir<he nad und nach ein anſehnliches Häuflein werden. Jhm allein ſei Lob, Ehre und Dank für den Segen! Die Seolenzahl von 6,528 gibt nur einen kleinen Aufſ<luß über den ſegenöSreihen Einfluß unſerer Negermiſſion. Außer dieſen 6,528 Seelen ſind noc< 20,000 oder mehr Neger vorhanden, die direkt oder indirekt ſegenSreich durc) unſere Miſſion berührt werden. Gott wolle auc im neuen Jahr die MiſſionS3arbeit ſegnen! C. F. Drewes.

Der

Apoſtel

der

Batakfkfirche

auf

Sumntatra.

II. Silindung iſt ein weites, reichbevölkerte3 Tal auf der Inſel Sumatra. Die Bewohner heißen Bataks. Sie ſind hellbraun, von mittlerer Größe und haben langes Haupthaar. Jhre Sprache iſt ein malaiiſ<-polyneſiſcher Dialekt. Sie waren ein rohes Volk, und ihr Heidentum war ungebrochen, als Miſſionar Ludwig Ingwer Nommenſen aus - Shle3wig-Holſtein ſich im Mai des Jahres 1864 in Silindung niederließ, um dort den Batak3 da3 Evangelium von Chriſto zu verkündigen. Die

Heiden

wollen

den

Miſſionar

wegtreiben.

Al35 die Batak3 hörten, daß Nommenſen unter ihnen bleiben wolle, waren ſie dur<au38 nicht froh und dankbar, ſondern verſuchten allerlei Mittel ihn loSzuwerden. Man drohte ihm, daß die Menſc<enfreſſer vom Norden kommen, ihm den Kopf abſchlagen und ihn verzehren würden. Dod der Miſſionar =er war eben dreißig Jahre alt -- ließ ſich nicht einſchüchtern. Endlih erlaubten ſie ihm, ſich ein Haus zu bauen. Die verſchiedenen Stämme in Silindung lagen faſt immer im Krieg miteinander. Die wilden Zuſtände beſchrieb Nommenſen in einem Brief alſo: „Die Herren Radja3 [Häuptlinge] regieren wild dur<- und nebeneinander. Red<t und Geredtigkeit kennt man niht. Die Streitſa<hen werden zugunſten deſſen entſchieden, der am meiſten gibt. Unter ſtetem Ausſaugen werden ſie oft jahrelang hingezogen, ſo daß


HWijſions-Taube.

da3 Volk in fortwährender Aufregung bleibt. Grauſamkeiten aller Art werden dabei verübt, und ein Kannibalismus

kommt vor, der uns oft ein Rätſel iſt.

Im vorigen Jahr kam zum Beiſpiel ein Mann zu mir, deſſen verſtändige Weiſe mir ſehr wohl gefiel. Seine Züge hatten etwas Freundliches und Gutmütiges.

Er

trank

eine Taſſe Kaffee mit mir

unter

lebhaftem Geſpräch, und =- zehn Tage darauf fand - 1< ihn wieder als Wortführer einer blutigen Bande, neben ſich einen auf einen Bambus geſteckten Menjchenfopf und einen gebratenen Arm mit abgehackten Fingern! Das Opfer war friſch niedergemetßelt und zum Teil ſchon verzehrt worden. Al3 er meiner gewahr wurde, ließ er den Kopf zwar ein.wenig hängen, aber das blutgierige Geſchrei ſeiner Mordgeſellen fachte ſeinen Mut bald wieder an, und er war nicht davon zu überzeugen, daß er eine Greueltat begangen habe. Vor einigen Tagen kurierte ich in Sigompulon einen Jüngling, der im vorigen Jahr mit ſeinem Bruder nad) Sihoetom ging, um Rei3 zu holen. Sid) keiner Schuld irgendwie bewußt, wurde er dort überfallen und feſtgehalten. Erſt jetzt iſt er dur< ſc<weres Löſegeld freigekommen. Und ſein Bruder? Der iſt bei jenem Überfall niedergehauen und verzehrt worden. „E38 iſt jammervoll, anzuſehen, wie die kleinen nackten Kinder wie Nindvielh) auf dem Markt verkauft werden.“ Aus der erſten Zeit in Silindung ſchrieb der Miſſionar: „Gott iſt's, der mir ſtets aufs neue Mut und Kraft ſchenkt, daß ich meine Hände nod) nicht ermüdet habe ſinken laſſen. Nicht allein die äußerlichen Arbeiten, wie Bauen und dergleichen, nod) die Widerſpenſtigkeit und der Starrſinn eines „ſich frei fühlenden Volkes und ihre Bettelhaftigkeit, die keine Grenzen kennt, no<h ihre Dieberei und Sc<hamloſigkeit und ihre ſonſtigen Sünden, wie Lug und Trug und Schwören, die an der Tage3ordnung ſind und dem Herzen, da3 den HErrn fürchtet und liebhat, weh tun muß beim Anbli aller ſol<her Greuel, ſondern au die äußerlichen Mittel und das eigene ungläubige Herz machen einem hier viel Not. Doh der HErr weiß ja alles und wird's alles verſehen.“ 7 Der Miſſionar

ſoll getötet werden.

Nachdem Nommenſen etwa vier Monate in Silindung gewohnt und gewirkt hatte, machten die Heiden Anſtalten, ihn bei Gelegenheit eines großen Feſtes, am 23. September, zu ermorden. Einige Freunde ſagten ihm heimlich davon. Um nicht den Eindru>

zu erweken, daß er feige ſei und ſich fürchte, beſuchte er das Feſt. Tauſende kamen mit Mordge-

danfen

unter

im

die

MEI

Herzen.

Menge

und

Der

Miſſionar

veranlaßte

die

trat

5

furchtlos

Bewaffneten,

ihre Waffen abzulegen. Dann ſtand er auf und hielt eine <riſtliche Anſpra<ße. Das3 wirkte. Niemand machte auch nur

eine

drohende Gebärde.

Der Ein-

druck verbreitete ſich, daß der Gott de3 Miſſionar3 dod) ſtärker ſei als die von ihnen verehrten Geiſter und Ahnen. So mußte der Mordanſchlag dazu dienen,

daß

Nommenſens

Stellung

feſter

wurde.

Bald nach dieſem mutigen Auftreten und ſichtlichem Schut Gottes meldeten ſich die erſten Heiden zum Taufunterricht.

Der Miſſionar

„Silindung iſt offen; Lehrer kommen.“

Die große Geduld

Hierüber

ſchreibt

ſchrieb nac

Europa:

die Batak3 wünſchen, daß mehr und Nuhe Nommenſen3.

Miſſionar

J. Warne>,

der

ſpäter als Miſſionar nach Sumatra kam und Nommenſen intim kennenlernte: „Es gehörte ein außerordentliches Maß von Ge-

duld dazu, im Verkehr mit den ungeſcchlachten Heiden nicht verärgert und unfreundlich zu werden. Nur Geduld und Sanftmut konnte den Sieg davontragen. Ein Mann mit einem feurigen Temperament wäre gewiß unterlegen und hätte ſich zerrieben. Nommenſens große Ruhe verſchaffte ihm überall Eingang. Wäre er ungeduldig geworden, er wäre verloren geweſen. Wer auc immer zu ihm kam, fand ein Ohr für ſein Anliegen. Nommenſen hatte immer Zeit für ſeine Beſucher, wie ſehr au<ß die Arbeit drängte. Kein Augenblik am Tag gehörte ihm, und ſo läſtig auch die Menſchen um ihn herum waren, er ließ ſie da3 nie merken. Von ſeiner Freundlichkeit und Geduld erzählten ſpäter einige Häuptlinge von Silinvung folgendes Geſhichthen: Zu fünf oder ſe<h3 kamen ſie eines Tages in Nommenſens Hütte, um einmal auszuprobieren, wie weit ſeine Geduld wohl reichen würde. Sie verlangten, daß der Vielgeplagte ſic) unausgeſezt mit ihnen abgebe, ſie unterhalte, ihnen vorſpiele, ihnen Bilder zeige, auf alle ihre albernen Fragen Antwort gebe und ſie aud) nod) bewirte. Sie ſputen in ſeinem Zimmer aus, flegelten ſic) zum Nachmittagsſ<hlaf auf den Fußboden und wichen und wankten nicht bis Mitternad, als Nommenſen dann endlid erklärte, er müſſe nun ſchlafen. Aber aud) da gingen ſie nicht, ſondern machten e3 ſich auf dem Fußboden bequem und übernachteten neben dem Miſſionar in der engen Hütte. Gegen Morgen, al8 ſie erwachten, bemerkten ſie zu ihrem Erſtaunen, daß ſie mit einer wollenen De>e gegen die Morgenkühle zugede&t waren. Das konnte natürlid) nur der Miſſionar getan haben, den ſie jo ſ<nöde geärgert

in

Die


Die Miſjſions-Tauve.

26

hatten. Dieſe Güte Nommenſen3s8 entwaffnete die rohen Burſchen; ſie ſchämten ſich und ſchlichen ſtill davon mit einem Stachel im Herzen. Das Erlebnis hatte ſolhen Eindruck auf ſie gemacht, daß einer von ihnen mir e3 nod in ſeinem Alter erzählt hat.“ Nommenſens

ärztliche Miſſionstätigkeit.

Während ſeine8 Aufenthalt3 im Barmer MiſſionShau3s hatte Nommenſen aud) ein bißchen Medizin ſtudieren müſſen. Wenn ſeine Kenntniſſe auf dieſem Gebiet aud) nicht groß waren, ſo kamen ſie ihm auf Sumatra dod trefflich zuſtatten. Seine Hütte war täglich umlagert von Leuten, die ihre Kranken zu ihm brachten. Dieſen verabreichte er ſeine homöopathi-

Miſſionar

Ludwig

Nommenſen.

ſchen Heilmittel. Aud) zu Operationen griff er im Notfall, und zwar mit Geſchi>. Zuweilen nahm er ſeine Zuflucht zu eigenartigen Heilmitteln. Eine35 Tage3 wurde ihm zum Beiſpiel gemeldet, daß zwei Männer vom Blitz getroffen wor-

den ſeien und

bewußtlos

dalägen.

Er begab

ſid

eiligſt zu ihnen, ließ zwei Löcher in die Erde graben und befahl, daß man die Bewußtloſen bi3 an den

| Hals mit Erde bede>ken ſolle. einen

verweigerten

ihre

Die Angehörigen de3

Zuſtimmung.

Er

ſtarb.

Der andere, der eingegraben wurde, blieb am Leben.

Nachdem einſt eine Seuche in Silindung vorüber war, ließ Nommenſen ſich in einem Brief alſo ver-

nehmen:

„Wir können dem HErrn für die Homöo-

pathie nicht genug danken; ſie iſt wie für die Miſſionare geſchaffen, ſowohl ihrer Transportabilität al8

aud) ihrer Billigkeit wegen,

und

de3halb

jedem

gehenden Miſſionar dringend zu empfehlen.

an-

E3 iſt

eine Wohltat, eine gute Apotheke zu beſißen und den armen Leuten, die mit ihren kleinen Kindern kommen, um Medizin zu bitten, Hilfe erweiſen zu dürfen. Die Leute ſind dann gewöhnlich für Gottes Wort am zugänglichſten und werden durd) die erfahrene Hilfe dem Chriſtentum geneigt.“ Nommenſens

tägliche Arbeit.

Sc<ulehalten, Predigen uſw., das war de3 Miſſionar3 tägliche Arbeit. Wir haben eine Beſchreibung ſeines täglichen Tuns und Treiben3s aus der Anfang3zeit, die er ſelber verabfaßt hat und die alſo lautet: „Mit der Sdule geht e3 jetzt ſchle<ht, ſo daß da3 Sculehalten eine Nebenarbeit geworden iſt. De3 Morgen3, nachdem jeder aufgeſtanden iſt, wird ein kurzes Wort aus der Bibel erklärt und der Haupt-

ſpru< daraus zum Überdenken

für den Tag

aufge-

übt und mit Gebet geſchloſſen.

Außerdem werde ich

- geben; dann wird die Mahlzeit eingenommen, die mit Gebet begonnen und geſc<loſſen wird. Darauf gebt jeder an ſeine Arbeit bis gegen den Abend. Meine gewöhnliche Arbeit iſt dann zuerſt, mid) der Kranken anzunehmen; darauf werden Überſetßungsarbeiten vorgenommen, währenddeſſen ih Schreibund Rechenunterric<t erteile. Wenn der Tag heiß wird, kommen gewöhnlid) einige Leute, mit denen man über Gotte3 Wort reden kann. Oftmal3 ſind aber aud) Streitfragen zu ſchlichten, denen man ſich nicht ganz entziehen kann, weil kein geordnete3 Regiment im Lande iſt. De3 Abend3 na< dem Eſſen verſammeln wir un3 wieder in der Schule, wo dann oftmal3 viele andere Leute aus den umliegenden Dörfern mit verſammelt ſind. Je nachdem die Verjammelten ſind, wird das Geſprä<h geführt. Sind nur die Getauften und Kate<humenen da, ſo wird Bibliſche Geſchichte, Katechi8Smus und Geſang eingeoft zu Kranken

ſein,, ſo

daß

gerufen oder muß

meine

hie und da Zeuge

Überſeßzung3arbeiten

keinen

ſhnellen Gang haben. Am Sonntag verſammeln wir un3 früh nad) dem Eſſen und betrachten miteinander einen Abſchnitt aus der Bibel, und zwar ſo lange, bis wir durd) andere Leute daran geſtört werden. Es wird keine Predigt gehalten, ſondern e3 iſt mehr eine Erbauungsſtunde, wo ein jeder reden darf. Mit Geſang und Gebet wird begonnen und geſchloſſen. Danach gehen Getaufte und Katehumen zuſammen in irgendein Dorf, um mit ihren früheren Geſellen über ihr Seelenheil zu ſprehen. Mit den

andern Leuten, die ſi hier naH und na verſammeln, ſpreche ich in di3putierender Weiſe, ohne mit


Die

Wiſſions-Taube.

27

ihnen zu beten. Sd glaube, daß es mehr ſchadet al3 - Knaben bei mir in Silindung holen. Dadurch hoffte nüßt, wenn man ſid vor die Heiden hinſtellt und ic) nod) etwas Näheres über die Brüder zu erfahren.“ betet; denn ſie haben von dem Beten keinen Begriff Das nächſte Mal wollen wir hören, wie Nomund ſpotten dann nachher darüber. Am Sonntagmenjen die Erſtlinge aus dem Volk der Bataks auf abend verſammeln wir un3 wieder zur Betrachtung Sumatra in die Kir<e Chriſti aufgenommen hat. de3 Worte3, wa3 oft bis 11 Uhr abend3 währt.“ (Fortſetzung folgt.) Beſu

bei vem Mörder zweier Miſſionare.

Im Jahr 1834, dem Geburtsjahr Miſſionar Nommenſens, waren Munſon und Lyman, zwei Miſſionare der amerikaniſchen Kongregationaliſten, die nad< Silindung vordringen wollten, von den Bataks5 erſ<lagen und verzehrt worden. Nommenſen hätte gern etwas Genaue3 hierüber erfahren und ging mit einigen Begleitern nad) dem Dorf, in dem der Rädelsführer der Mörder wohnte. Da3 Dorf war im Urwald. Vorſichtig näherten ſie ſich dem Haus, in dem der Rädelsführer wohnte. Er war ein einäugiger Mann im Alter von fünfundfünfzig bis ſe<zig Jahren. Dod hören wir, wie Nommenſen ſelber dies Erlebnis erzählt: “ „Meine Begleiter ſetzen ſich nieder auf die Erde, und id) kletterte ins Haus, ſetzte mich dicht neben den alten Mörder nieder und fing an, freundlid mit ihm zu reden. Allein er ſaß wie vom Blit getroffen, ſah mid) ſtarr an und rührte kein Glied, gab aud keine Antwort auf da38, wa3 i< zu ihm ſagte. E3 ſc<ien ihm ein ſ<redlicher Augenbli> zu ſein, einen weißen Mann vor ſich zu ſehen und ihn freundlich in ſeiner Sprache reden zu hören. Denn ſicherlid hat er, naddem jene zwei in unbekannter Sprache ihn um Gnade anflehten, keinen Europäer ſo nahe bei ſic gehabt.

E3 war ihm ſ<wül um3 Herz, da3 fühlte man, denn

er ſchien vom Andenken an jene Tage ſc<hre>lic<h gefoltert zu werden. Bei alledem hatte er do< noh genug GeiſteSgegenwart, auf einen Aus8weg zu ſinnen. Er ſagte endlich, er wolle gehen, um ſeine Frau zu holen, damit ſie Eſſen ko<hen könne. . So-

bald er aber zur Tür hinaus war, rannte er ins Gebüſ<h und hinterließ zwei ſ<hreiende Kinder. Vergeblich ſchidte ich Leute au8, die ihn ſuchen ſollten. Am

Abend kamen zwei ſeiner Söhne nad) Hauſe, die aber

ihren Vater verleugneten und ſagten, ſie ſeien erſt kürzlich hier in3 Dorf eingezogen. Wir blieben ruhig in dem Hauſe über Nacht, und als ich am andern

Morgen ſeine Söhne nad ihm ſandte, liefen auc ſie

eilig davon. Die Gefühle dieſer Nacht brauche ich nicht niederzuſc<hreiben. Die zwei Miſſionare wurden im Jahr meiner Geburt ermordet. Von ihren Sachen

fand ich nicht3 al38 eins der Gewehre. Ein kleiner Knabe von Silindung ſaß daſelbſt im Blo>; den löſte ich au38, nahm ihn mit nad) Hauſe und ließ den Leu-

ten in der Nähe ſagen, ſie könnten die Schuld

des

Indianiſche

Propheten.

Eine merkwürdige Erſ<einung der Religionen der nordamerikaniſchen Jndianer iſt das Auftreten von Propheten. Wir kennen in dem Zeitraum von 1675 bis 1891 nicht weniger als fünfzehn. Sie knüpfen an die eigentümliche Weiſe der indianiſ<en Medizinmänner an, ſich durd) Faſten und pſyhiſ<e [ſeeliſche] Übungen, vielfa<4 au< dur< lang fortgeſetzte, aufregende Tänze in Trancezuſtände zu verſezen. Dieſe laufen parallel den ähnlichen pſychiſchen Erfahrungen der Indianerjünglinge, die ſic zur Jugendweihe in die Einſamkeit der Prärie zurückziehen und dort unter Wachen, Faſten und Träumen warten, bi3 ihnen ihr

Sdutgeiſt

erſheint

und

ihnen

den

Tali3man

(Knochen, Feder oder Tier) zeigt oder gibt, der ſie als Schuß fortan dur das Leben geleiten ſoll. Die „Bropheten“ werden meiſt im Trance zu dem „Herrn de3 Leben3“, dem „großen Geiſt“, dem „Vater“, entrückt und empfangen Weiſungen von ihm. Der Hauptinhalt iſt in der Regel, daß die Weißen in einer großen Kataſtrophe vernichtet werden und dann die alte In-

dianerherrlichkeit mit reihen Jagdgründen und un-

zähligen Büffeln und Lachſen wiederkehrt. Die Indianer müſſen ſich auf dieſe Herrlichkeit3zeit rüſten, indem ſie alle Gegenſtände abtun, die ſie von den Weißen erhalten haben; an Stelle der Flinten ſollen ſie wieder Bogen und Pfeile, an Stelle der europäiſ<en Kleider ihre Kleider aus Hirſc<fell gebrauden. Da3 Feuerwaſſer der Weißen wird ſtreng verboten. Aud) den Zauberkram ſollen ſie verbrennen! Beſonder3 werden lang au3gedehnte Tänze -- bi3 zur Ohnmadt -- vorgeſchrieben. Merkwürdig iſt, wie in die Prophetien ſich früh <hriſtlihe Elemente einmiſ<en. Der „große Geiſt“ wird zum driſtlihen Gott, die reihen zukünftigen Jagdgründe werden zum Paradies, und daneben tritt eine Gluthölle für die böſen Weißen und für ſol<he Indianer, die der Predigt de3 Propheten nicht glauben. Der Prophet Woroka gibt ſich ſelbſt als der wiedergekommene Chriſtus au8; Shmarren, die er im Geſicht und an der Bruſt hat, ſind Beweiſe ſeiner Kreuzi-

gung durd die böſen Weißen.

Daneben kommen auch

Texte vor wie die, daß alle Menſc<en Brüder ſeien und die Indianer mit den Weißen in Frieden leben ſollen.


Die

28

Miſjſions-Taube.

Am meiſten wiſſen wir über zwei Pajate-Propheten. Täriba-und Woroka, Vater und Sohn, die 1872 und 1890 in Maſon Valley in Nevada auftraten; die von ihnen angefa<hte Bewegung pflanzte ſic) über die meiſten Indianerſtämme im Norden und Nordweſten der Vereinigten Staaten fort und führte 1890 bei den Sioux zu einem freilich ſ<nell und mühelos niedergeworfenen Aufſtand. Speziell bei den Sioux äußerte ſich die Bewegung in endlo3 lang hingezogenen Geiſtertänzen, die bei Hunderten von Teilnehmern zu Trancezuſtänden führten. (Die ev. Miſſ.)

Warum

ſo ſpät?

I< habe einmal eine alte Geſchichte gehört, die - mid) tief ergriff und nod ergreift, ſöoft ich daran denke. Sie ſpielt in jener trüben Zeit, da nod) kein Menſd an ſanität5polizeilihe Vorſchriften date. : Dazumal wurde eine größere Stadt von einer Epidemie heimgeſucht, deren Wüten die Menſc<en ratlos gegenüberſtanden. Unaufhörlidh rollten die Leichenwagen über da38 Straßenpflaſter, die die zahlloſen Opfer jener fur<tbaren Krankheit zu Grabe brachten. Auch in das ärmliche Heim eine3 Arbeiter3 hatte die Seuche ihren Einzug gehalten. Vater und Kinder hatte ſie dahingerafft; nur die Mutter und ihr jüngſter, etwa fünfjähriger Knabe weilten nod) unter den Lebenden. Da3 Büblein kletterte auf der Mutter

- S<oß, ſ<lang die Ärm<hen um ihren Hals und ſagte,

ſich an ſie ſhmiegend: „Mutter, der Vater iſt tot, und die Geſchwiſter ſind alle tot; wenn du auc) ſtirbſt, wa3 fang* ich nur an?“ % Wohl hatte die arme Mutter ſc<hon daran gedacht; do<h weldjen Troſt hatte ſie zu ſpenden? Sich mühjam beherrſ<end, entgegnete ſie: „Wenn id) ſterbe, kommt der HErr JEſu3, dich holen.“ Das Büblein war zufrieden; von JEſu hatte e3 oft gehört und hatte großes Zutrauen zu ihm gefaßt. So ging es denn nad) Kinderart wieder an3 Spielen. Nur allzurichtig war ſeine VorauSſage geweſen; aud die Mutter fiel der Seuche zum Opfer und wurde von fremden Händen beſtattet. Sn der'allgemeinen Verwirrung wurde da3 Knäblein vergeſſen. Al3 der Abend hereingebro<hen war, ſchlich e3 hin zu ſeinem ärmlichen Lager; dod) der Schlaf floh ihn. Da ſtand e3 auf, ſpät in der Nacht,

7.

das die Männer die Mutter getragen hatten, und dann hin an das friſ<he Grab. Dort warf e3 ſich über die feuchte, kühle Erde, ſ<lu<hzend und weinend, bi8 die Natur ihr Recht verlangte und ein freundlicher „Traum ihn der Wirklichkeit entrücte.

1652

] MIN hda 25 11

und lief die Straßen entlang bis zu dem Tor, dur

Frühmorgens ſc<ritt ein Herr, den erbarmende Liebe in dies Stadtviertel geführt hatte, am Kir<hof vorüber. Ein Bli> über den Zaun zeigte ihm den kleinen Schläfer. Den Zuſammenhang ahnend, rief er ihn an: „Heda, Junge, was machſt du da? Steh auf, Bübchen, was ſuchſt du hier ganz allein?“ Und der Knabe erwa<ht und reibt die ſc<laftrunkenen Kinderaugen und ſagt: „Vater iſt tot, die Geſchwiſter ſind alle tot, jekt iſt au die Mutter geſtorben, und ſie hat geſagt, wenn ſie ſtirbt, wird der HErr JEſus5 mid) holen kommen. Er iſt aber nicht gekommen, und ic bin ſo müde, ich kann nicht mehr warten.“ Dem Herrn würgt'3 in der Kehle, und er ſagt mit bewegter Stimme: „Siehſt du, Bübchen, ih bin dich ja holen kommen. “ Da ſc<aut ihn der Knabe an mit, ſeinen großen Kinderaugen und ſagt: „Warum kommſt du ſo ſpät?“ Sooft ih JEſu lette Worte leſe oder betrachte, taucht ein Bild auf in meiner Seele. Jd) ſehe JEfum auf der Bergesſpite ſtehen. Blaß iſt ſein Antlitz, voller Narben und Wundenmale, von Dornen zerriſſen und von Geißelhieben entſtellt, und do) leuchtet es in erhabener, wunderbar ſtrahlender Schöne, neben der alle irdiſ<e Pracht erblaßt und verſchwindet. Sehnend bliken die großen Augen in die Ferne, weit hinaus, als umfaßte der Blik aller Menſchen Kinder, die nächſten wie die entfernteſten. Seine Hand iſt ausgeſtre>t; ſiehe, wie ſie von Nägelmalen zerriſſen iſt! Und er ſpricht: „Gehet hin!“ Seine ganze Haltung, die Wundenmale, die Augen, die ausgeſtre>ten Hände, ſieh, wie ſie dringend mahnen: Gehe hin! ; Und id) folge dem Bli> der Augen und der NRichtung der Hand und ſehe ein anderes Bild. Kopf an Kopf, dichtgedrängt wie ein flutendes Meer =-- Menſ<enkinder mit flehenden Augen, mit auSsgeſtre>ten Händen... Aus dem altehrwürdigen Reiche der Mitte, aus Indien, wo unſere Väter hergekommen ſind, au3 dem unglüdlichen Afrika, über dem die Schatten der Sünde ſc<hier undur<dringlid) lagern, und au3 den Ländern, wo römiſc<her Aberglaube herrſcht, aus den fernſten Inſeln, a<, und aus den verkommenſten Laſterhöhlen unſerer Großſtädte, aus Berg und Tal, aus der Nähe und Ferne, vielleicht ſogar aus deinerunmittelbaren Nachbarſc<haft, kommen ſie her. Und ſie kommen tränenden Auges, vorwurf3voll klagend. Ihr armes, öde3 Leben, die ſtummen und dod) ſo beredten Lippen, der Sehnſucht3ſ<hrei de3 Herzens =alle3 fragt: „Warum kommſt du ſo ſpät?“ (Gordon, „Im Scritt mit dem Meiſter“.) EE EE ALDE Chineſiſche Banditen haben lezte3 Jahr nicht weniger als 22 römiſch-fatholiſche Prieſter getötet.


Die Mancherlei (Von

Hliſjions-Taube.

aus der Miſſion. C. F. Drewes.)

Die Nördliche Konferenz, zu der unſere Miſſionare in Buffalo, Chicago, Cincinnati, Cleveland, Springfield und St. Louis gehören, tagte vom 2. bis zum 4. Januar in der Gemeinde Miſſionar Ernſt G. Müllers in Cleveland. Kirkwood, Mo. Auf Wunſch und Nat der weißen Konkordiagemeinde in der Vorſtadt Kirkwood (P. Wm. Maſchoff) ſollen die dortigen Negerviertel exploriert werden zive>ks Gründung einer Miſſionsſtation. Die Gemeinde hat ihre Kirc<e für gottesdienſtliche Zwecke zur Verfügung geſtellt. Unſere beiden St. Louiſer Mijſionare Fey und Schulze werden die Exploration vornehmen.

29

Lync<morde ſind in unſerm Land im vergangenen Jahr nur zwölf vorgekommen, einer weniger al3 im Jahr 1928. Jn den letzten zehn Jahren ſind derartige Morde um 88 Prozent weniger geworden. Im Jahr 1919 kamen noch 83 Lync<morde vor. Indianerſchule. Die Vereinigte Däniſch-Lutheriſche Synode unterhält zu Oaks, Okla., eine Miſſionsſchule, die von 95 Cherofee-Indianern beſucht wird. Eliots JIndianerbibel gefunden. Al3 der Viblioihefar des Union Seminary in: New York letztes Jahr in England auf Beſuch war, fand er in der Kathedrale zu Cxeter ein Exemplar der von Eliot im Jahr 1661 verfertigten Überſezung des Alten Teſtament3 in die Sprache der Indianer. Da3 erſte Buch, da3 in die

Unſere Negermiſſion teſtamentariſch bedac<ht. Die Ende Auguſt 1929 ſelig entſchlafene Mutter Zaph hat teſtamentariſch beſtimmt, daß 8100 von ihrem nicht ſehr großen Nachlaß der Negermiſſion zugewandt werden ſollen. Sie hatte immer ein warmes Herz für das Werk der Miſſion, gerade au< für die Negermiſſion, die ſie ſchon bei Lebzeiten öfters mit beſonderen Gaben bedacht hat. Möge ihr Beiſpiel viele reizen, ein Gleiches zu tun! Lichtbildervorträge. Während der langen Wintermonate ſind unſere drei mit Lichtbildern reichilluſtrierten Vorträge über unſere Negermiſſion an gar manchen Orten willfommene Gäſte. Intereſſierte können ſich an folgende Adreſſe wenden: Rev. C. X. Drewes, 3558 S. Jefferson Ave., St. Louis, Mo. Die Wohltätigkeit8konferenz dex Synodalkonferenz vertritt 83 Anſtalten und Tätigkeiten, die über unſer ganzes Land zerſtreut ſind, beſchäftigt 900 Arbeiter, ihre LiebeSstätigkeit kommt 387,850 Perſonen zugute, ſie hatte Au38gaben im Betrag von 82,219,388 und ſtellt einen Wert dar von 89,642,131.

Landſchulen

Dollar3

aus

für

dem

Neger.

Von

Roſenwaldfond3

den

ſind

30

Millionen

lektes

Jahr

4 Millionen für wohltätige Zwe&e verausgabt worden.

Der zehnte Teil dieſer 4 Millionen wurde verwendet zur

Errichtung

von

553

Landſchulen

für Neger.

Außer-

dem erhielt die Howard University in Waſhington 3250,000, die FYisk Univerzity in Naſhville, Tenn, 8200,000, Morehouse College und Spelman College in Atlanta je 8100,000.

Seine Neſignation hat vor einigen Wochen ein evangeliſcher Paſtor in Detroit, Mid., eingereicht, weil der Kirchenrat Neger, die ſich zux Aufnahme in die Gemeinde gemeldet haben, zurückgewieſen hat. Er erxklärte: „Einem Menſ<en die Aufnähme verweigern, weil er einer andern Raſſe angehört, heißt die klarſten

Lehren JEſu verleugnen.“ Jn Brooklyn dagegen machte vor einigen Monaten ein Paſtor der Epiſkopalkir<he fol-

gende Bekanntmachung: dieſer Kirc<e haben.“

„Wir: wollen

keine Neger

in

John

Eliot, der Apoſtel der Indianer.

Sprache der Indianer überſezt wurde, war der Kleine Katechismus Luthers. Der ſc<wediſc<h-lutheriſche Prediger Johann Campanius hat dieſe Überſezung 1648 angefertigt. | ? Die Amerikaniſche Bibelgeſellſ<haft hielt neulich ihren 120. Gedächtnisgotte3dienſt in einer zur Vereinigten Lutheriſchen Kirche gehörenden Kir<he in New York. -- Über die Schwierigkeit der Überſezungzarbeit der Geſellſchaft leſen wir: „Überſezungsarbeiten bilden einen wichtigen Teil in der Arbeit der Amerikaniſchen Bibelgeſellſchaft. Wenige wiſſen die Schwierigkeiten zu würdigen, die mit dieſer Arbeit verbunden ſind, oder die Koſten zu, ſchäßen, die dadurch verurſacht werden. So hat zum Beiſpiel die Überſezung der Heiligen Schrift in die Mandarinenſprac<he der Chineſen fünfsundzwanzig

Jahre

in

Anſpruch

genommen

und


a

Die Hiſſions-Taube. Die

8125,000 gefoſtet. Manc<mal müht ſich der Überſeber monate-, ja vielleicht jahrelang ab, ein Wort zu

Bibel

in

der

Brailleſchrift.

ſec<hzigjährige, faſt blinde Fxl. Mary

Da3

Newnam,

fünfund-

das an-

einigermaßen

fangs Januar hier in St. Louis von einem Auto über-

Dankbarkeit oder Glauben. Manc<e Stämme haben nod keine Scriftſprac<he, und der Miſſionar muß erſt

einc Wohltäterin geworden, indem es durd) zweijährige tägliche Arbeit die ganze Bibel in American Braille angefertigt hat. Dies war die erſte vollſtändige Bibel

finden,

das

den

driſtlihen

Gedanken

fahren

Cs gibt heidniſche Dialekte, in denen es wiedergibt. gar keinen Ausdrud gibt für Reinheit odex Demut oder

und

getötet

wurde,

iſt Tauſenden

von

in dieſer Blindendrukſchrift. Seither iſt die Bibel in Revised Braille hergeſtellt worden. Ein afrikaniſcher Prinz, der zum Stamm der Grebos in Weſtafrika gehört, hat unlängſt von der Chicago University die philoſophiſc<e Doktorwürde exrhalten. Der Prinz heißt Bluah. Sein Vater iſt inzwiſchen geſtorben, und ſein jüngerer Bruder iſt des Vaters Nachfolger auf dem Königsthron geworden. Bluah hat ein Wörterbuch der Sprache der Grebo3 für die Chicago University geſdrieben.

ein Alphabet, Shriftbezeichnungen für die fremdartigen Laute der Sprade, erfinden. DaS ſind ſ<hwierige Aufgaben, und e3 läßt ſich ſchwer ermeſſen, was es alles

CD] ==

IOL

beſagt, wenn berichtet wird, daß die Geſellſchaft die Bibel oder Teile derſelben in 300 Sprachen und Dialekte hat überſeßen laſſen.“ Stirbt die auſtraliſche eingeborne Raſſe aus? Auf dieſe Frage iſt mit Nein zu antworten. Die 4. 8. Il. Review berichtet, daß die Bevölkerung von Yarrabah ſich vermehrt. Die Geburts3rate iſt 43 auf je tauſend,

Pflegerin Semmler Aus

die Sterberate 4.7.

der Miſſion

unſerer

und ihre Pflegebefohlenen. Brüder

Die Eingebornen, die ſich in der

Pflege der Kirhe von England auf den Torre3-Strait3-

Inſeln befinden, ſind in den letzten fünfzehn Jahren von 2,800 auf 3,500 gewachſen. So ſchreibt der auſtraliſche Lutheran Herald. Präſident Hoover ſchäkt die Arbeit der Miſſionare hod; er ſagte neulich: „Jd habe viele Jahre lang Gelegenheit gehabt, die Arbeit der amerikaniſchen MiſſionS3geſellſhaften im Miſſion3gebiet zu beobachten, und habe die höhſte A<htung vor den Miſſionaren wegen ihrer Selbſtverleugnung und ihrer zielbewußten Hingabe. JI hoffe, daß ſie ihre Tätigkeit foxtſcezen werden, und wünſche ihnen den beſten Erfolg.“ Da3

Blinden

wichtige Werk

der Bibelüberſezung.

Dr. Sa-

muel Zwemer, der befannte Mohammedanermiſſionar Gebt Profeſſor am Princeton-Seminar), ſagt: „Wenn ich eine Million Dollar3 für die Miſſion zu vergeben hätte, ſo würde ich davon die Hälfte den Bibelgeſellſchaften zuwenden.“

unter

den

Auſtralnegern.

Ohio in Indien. Die hieſige Ohioſynode, von der bekanntlich das Miſſionsfeld der HexmannSs8burger unter den Telugus in Indien käuflich erworben worden iſt,

hat im vergangenen Spätherbſt einen Zuwach3 von zehn MiſſionSarbeitern in Jndien erlebt. | Die furchtbare

Unſitte der Kinderehen

ſoll nun

im

April in Indien aufhören. Die meiſten eingebornen VolkSövertreter haben für die Annahme de3 Geſezßentwurfes geſtimmt. Jn großen Volksverſammlungen wurde das Geſeß als ein Eingriff in die Religion3angelegenheiten

des

Volke3

gebrandmarkt.

In

den

Monaten vor der JInkrafttretung des Geſehe3 werden nun no<h Tauſende von Kinderehen vollzogen. Der Bräutigam iſt oft nur zwölf Jahre alt, die Braut gar , nur fünf Jahre. Kriſis in Indien. Ende Dezember vorigen Jahres und anfangs Januar dieſe3 Jahre3 tagte in der Stadt Lahore der Kongreß der Nationaliſtenpartei, zu dem 3,000 Delegaten aus ganz Indien erſchienen waren.


Die Der

bekannte

Advokat

Gandhi

Gandhis

Plan

war

Mijſtions-Taube.

der leitende

Geiſt.

Der Kongreß beſchloß mit 2,994 Stimmen gegen 6, „puran swaraj“, völlige Unabhängigkeit, von England zu

fordern.

hängigkeit

auf unblutige

iſt,

Weiſe

dieſe

völlige

zu erlangen,

Unab-

nämlich

auf dem Weg paſſiven Widerſtands. Er trat auch für die Beſſerung dex Lage der „Unberührbaren“, der Kaſtenloſen, ein. Dieſe „Unberührbaren“ werden von den Kaſtenleuten gemieden und ſind zu den widerwär-

tigſten Arbeiten verurteilt.

loſer geboren

Für den, der als Kaſten-

iſt, gibt es kein Entrinnen.

China. Im Kampf gegen die Ruſſen um die Eiſenbahn in der Mandſ<urei haben die Chineſen um Frieden

bitten müſſen. =- Jm November vorigen Jahres war Präſident Chiang auf allen Seiten ſo bedrängt, daß es hieß, er würde reſignieren. Bald aber hieß e3, ſein gefährlichſter Gegner, General Feng, ſei mit ſeinem

Heer, da3 gegen 400,000 Soldaten zählte, vom Krieg3ſ<hauplaiz abgezogen. Man vermutet, daß man ihn mit ſilbernen Kugeln beſiegt habe. Als die Negierung wieder aufatmen konnte, bena<hrichtigte ſie die Groß-

mädte,

ſtehende

daß ſie am

1. Januar

Extraterritorialität

1930 die ſeit 1844

abzuſchaffen gedenke.

be-

Die

Regierung hat ſich aber dann wieder eines andern beſonnen. Viele Miſſionare wünſchen im Intereſſe der Miſſion, daß die Sonderrechte aufgehoben würden. Elementarſchulen in China. Die Zahl der <ineſiſc<en Kinder im Alter von ſec<h3 bi38 zwölf Jahren wird

auf 43 Millionen geſchäßt (auf je zehn Einwohner kommt ein Sdulkind). Von dieſen beſuchen jedoch nur etwa 6 Millionen eine Schule. E35 gibt alſo 37 Millionen Kinder in China,

gibt.

Jahr

für die es keine Schule

Der <ineſiſche Unterricht3miniſter meint, bis zum

1934

würden

genügend

Sculen

für alle <hineſi-

ſchen Kinder errichtet und eingerichtet werden. Frankreich.

Da3

Baſler

„Evangeliſche

Miſſion3-

magazin“ bringt neue merkwürdige Belege zur widerſpruchzvollen Haltung der franzöſiſchen Regierung in

bezug auf die Religionen.

Jm Mutterland herrſcht der

Volksöſ<hullehrern ſind 120,000 Von Laizizmus. darunter viele Kommuniſten, odex 90,000 Sozialiſten in der Chriſtentum dem wird Dadurch Freidenker. Kolonien den In zugefügt. Schaden Heimat ein großer aber ſucht die Regierung die Mohammedaner dur Erbauung von Moſcheen zu gewinnen; ſie bezahlt in Algerien religiöſe Anſtalten und Lehrer des Jslam. In allen franzöſiſchen Kolonien macht der ſo gehätſchelte Auf 12 Millionen EingeJolam große Fortſchritte. In borne rehnet man 5 Millionen Jslamiſierte. Einwohner Millionen auf 1% kommen Senegal Die franzöſiſche Regierung 800,000 Mohammedaner. verbreitet die arabiſche Sprache und Gericht3barkeit und ſeht ialamitiſc<e Häuptlinge in Gebiete, wo der J3lam Außer den mehr als 1,500 noh gar nicht herrſ<ht. iölamitiſchen Schulen hat ſie noh mohammedaniſche Angeſicht3 dieſer Politik haben Hochſchulen errichtet. Proteſtanten und Katholiken gemeinſame Intereſſen zu

31

vertreten, wenn ſie ſich wehren gegen das Doppelſpiel der Untergrabung <riſtlich-religiöſen Lebens in der Heimat und Begünſtigung des35 erbittertſten religiöſen Gegner3 des Chriſtentums in der Fremde. 2

Die Donnerſtimmen

de38 Niagara.

Vor einer Reihe von Jahren fanden tägliche Dampfbootfahrten zwiſchen Buffalo und Niagara ſtatt. Eines Tages machte au eine Geſellſchaft von etlichen hundert Perſonen dieſen Ausflug. Alt und jung ergößte ſich an den in den Abgrund hinabſtürzenden Waſſermaſſen und dem darüber ſc<webenden Regenbogen. Auch der Pfad, der hinter dem Fall unter dem etwas vorhangenden Felſen durchführt, wird verſucht. Fröhlich kehrte man gegen Abend nach Chippewa Creek, dem auf canadiſ<er Seite gelegenen Platz, etwa eine Viertelſtunde oberhalb de3 Falle3, zurück, bis zu wel<em der Dampfer ſich wagte. In heiterſter Stimmung beſteigt man ihn; do bald verſtummt das muntere Geplauder. Die Wangen erblaſſen; ſprachloſes Entſezen malt ſic< auf allen Geſihtern. Der Maſchinenmeiſter hat verſäumt, für die nötige Dampfkraft zu ſorgen, und ſobald der Dampfer aus dem ruhigen Creek in die ſtarke Strömung de3 Niagarafluſſe3 gerät, kämpft er vergeblich gegen die ihm entgegeneilenden Fluten. Langſam, langſam treiben ſie ihn rückwärts dem Waſſerfall zu, deſſen Getöſe man mit furdhtbarer Deutlichkeit hört. Manchen iſt, als ſc<webten ſie über- dem offenen Höllenra<en. Sie ſc<auen ſich) vergeblich na<h Rettung um; im fernen Donner der ſ<äumenden Fluten glauben ſie ſhon die Stimme des Gericht3 zu hören. Da beſinnt ſich der Maſ<hinenmeiſter, daß er nod) einen Vorrat von Maſdinenöl hat. Er gießt ihn ins Feuer. Die Flammen lodern hellerDer Dampf ſtrömt kräftiger, die Räder drehen ſich geſ<hwinder. Ein kurzer Stillſtand infolge de3 Ringen3 der miteinander im Kampfe liegenden Kräfte und dann eine langſame, kaum merkliche Bewegung vorwärt3. E3 iſt gewonnen! Der Strömung entgegen arbeitet der Dampfer ſid dur<, und lang und tief atmen die Geretteten auf. Die vorhin vor Gotte3 Zorn zitterten, legen ihrem Erbarmer nun da3 neugeſc<henkte Leben zu Füßen und begehren nicht3 andere3 mehr, als ſein zu ſein in Zeit und Ewigkeit. Einer derſelben erbaute eine Kir<e al3 Denkmal der gnädigen Bewahrung,

und der Ernſt vieler von denen, die dem Tode ſo nah

in3 Auge geſ<haut hatten, wirkte auh in weiteren Kreiſen ein Verlangen, dem zukünftigen Verderben zu entrinnen. In der Tat eine ſchöne Ewigkeitsfrucht der Don-

nerſtimmen de3 Niagara.

(Wbl.)


Die

32 Contributions Received December

Mijſions-Taube.

by the Treasurer.

1--31, 1929.

Received for Colored IMisgions from the following colred congregations: Alabama Luther College Day-Schoo1, Selma, 87.00; Augustana, Alexandria, 25.00; Bethany, Nyland, 3.99; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, .80d; Bethel, Rock West, 23.25; Bethlehem, Holy Ark, 23.77; Bethlehem, Monroe, 1.23; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 12.25; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 4.36; Ebenezer, Atmore, 2.00; Faith, Mobile, 9.50; Gethsemane, Hamburg, 9.15; Grace, Concord, 40.00; Grace, Greensboro, 27.96; Grace, Ingomar, 19.75; Holy Trinity, Springfield, 40.00; Hope, Kings Landing, 27.12; Immanuel, Pensacola, 6.44; Immanuel, Shankletown, 5.00; Immanuel, Lutheran College, Greensboro, 502.35; Luther Memorial, Greensboro, 17.80; Messiah, Bashi, 4.43; Mission in Baltimore, 26.42; Mission at Catherine, 12.65; AMission at Cleveland, 63.81; Mission at Maplesville, 8.24; Mission at New Bern, 2.40; Mission at Union Springs, 4.00; Mount Calvary, Kannapolis, 70.00; Mount Calvary, Mount Pleasant, 10.00; Mount Calvary, Tilden, 19.31; Mount Carmel, Midway, 15.00; Mount Olive, Catawba, 1.21; Mount Olive, Tinela, 9.55;

Mount

Zion,

Bostian

13.00;

Cross

Roads,

11.69;

St. Andrew's,

Mount

Zion, Charlotte, 17.00; Mount Zion, New Orleans, 50.00; Our Redeemer, Longmile, 9.44; Our Savior, Possum Bend, 12.98;

Pilgrim,

Birmingham,

Vreden-

burgh, 6.03; St. James's, Buena Vista, 7.73; St. James's, Southern Pines, 14.30; St. John's, Joffre, 1.67; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 4.00; St. Luke's, Lamison, 5.29; St. Luke's, Spartanburg, 16.50; St. Mark's, Ackerville, 9.65; St. Mark's, Atlanta, 15.00; St. Mark's, 5.00; "St. Matthew's, Arlington, 2.68; Winston-Salem, 18.08; St. Paul's, Charlotte, St. Matthew's, Meherrin,

12.00;

St. Paul's,

Lutherville,

10.00;

St. Paul's,

Napo-

leonville, 6.85; St. Paul's, New Orleans, 50.00; St. Paul's, Oak Hill, 7.31; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 14.19; St. Philip's, Chicago, 50.00; St. St. Louis, St. Philip's, 25.00; Philadelphia, Philip's, Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 100.00; Trinity, New 16.17; Zion, Gold Hill, 8.00; Zion, Taits Place, 12.33. For African IlisSions: Bethany, Nyland, 528.00; Hope, Kings Landing, 4.00; Our Savior, Possum Bend, 2.00; St. Andrew's, Vredenburgh, 20.35; St. James's, Buena Vista, 20.60; St. Mark's, Ackerville, 40.30; St. Philip's, Chicago, 50.00. Lydia Lueker and Mother, of South Miscellaneous: Haven, Minn., for Lucius Means, 82.00. “Topsy's Friend," St. Louis, Mo., for Negro Missions, 10.00. Mrs. M. Greiner, Wilmington, Cal., for Philadelphia Chapel, 15.00. Mrs. Dorothea Wesemann and the Misses Lydia and Car- oline Wesemann, La Grange, I11., for Negro Missions, 30.00. H. J. Goetsch, Fond du Lac, Wis., for China Missions, 10.00. English Conference of Milwaukee, Wis., for Negro Mrs. Dean Sommer, Secretary of BirthMissions, 50.00. day Club, Grace Congregation, Wellston, Mo., for Negro Christ. Niebuhr, Winslow, Nebr., for Missions, 5.00. Wm. Windheim, Treasurer, St. PeNegro Missions, 5.00. ter's Church, Arlington Heights, 111., for Desks and Pews, Arthur Luedtke, Wordsworth, Ackerville Chapel, 64.00.

Sask., for Christmas-gift to Poor in South, 4.75.

M. Kroll,

Milwaukee, Wis., for African Missions, 8.01. Mrs. C. BE. Wiederaenders, Oswego, Oreg., for Negro Misgions, 9.00. Mr. and Mrs. Geo. Kneeland, Columbus, O., for PhiladelMrs. Louis Henze, Gillett, N.J., for PIE Chapel, 5.00. H.A. for Students! Fund, 1.35. egro Missions, 1.00; Wicke, Fond du Lac, Wis., for Negro Misgious, 2.00. Mrs. H: Lange, Pacific Grove, Cal., for Students" Fund, 2.00. N. N., Alton, 111., for Poor Student in Immanuel Lu-

theran College, Greensboro, 5.00.

Cal., for Building Fund, 5.00. Winnetoon, Nebr., for Negro

1. D. Guenther, Orange,

Mr. and Mrs. Emil Guhlke, Mrs. and Migssions, 10.00.

Mrs. R. F. Grossheider, Gordonville, Mo., for Chapel at Mrs. 1.. Richter, Green Bay, Grace, Greensboro, 75.00. Wis., for Negro Migsions, 1.00. Mrs. Chas. F,. Schroeder, for Negro Missious, 1.00. Mrs. P. Geiger, Richmond Hill, N-YX., for Negro Missions, 3.00. R. F. Ebel, ce. o. Hills1L,.1.,

boro Roller Mills, Hillsboro, Kans., for Negro Misgions, 5.00. Children of St. Paul's Lutheran School, Truman, AMinn., for African Migssions, 13.78. “A Yriend," Dundee, 111., for Negro Missions, 2.00. Mrs. Mike Kern, Frankenmuth, JMich., for Mollie Louder, 5.00. Per Rev. Wm. Grother, from N. N., Milwaukee, Wis., for Negro Missions, 6.00. Mrs. S. Kaiser and Yamily, Fort Wayne, Ind., for Poor in the South, Christmas-gift, 10.00. “Topsy's Friend," St. Louis, AMo., for Lucius Means, 10.00. Mrs. John P. Schaffer, Pittsburgh, Pa., for Negro Missions, 50.00. Herbert 'W. Waltke, St. Louis, Mo., for Negro Building Fund, 100.00. Per G. Hinnenthal, New Ulm, Alinn., for Negro Building Fund, 532.50. “A Friend of Missions," Columbus, Wis., for Negro Missions, 1.00. Rev. and Mrs. G. C. Mack, Yessenden, X. Dak., for Negro Missions, 2.00. St. Philip's Colored Congregation, Chicago, 111., for Missions in Alabama, 35.00. 'TIIE0. W. ECKUIART, Treasurer.

Quittung

und

Dank.

Miſſionar (. P. Thompſon: Dankend erhalten für arme Gemeindeglieder in Manſura, La., von Frau F, Niggert, Jdell, Nebr., 1 Kiſte getragener Kleider; von P. Artur Döge, Lincoln, Nebr., 1 Kiſte Kleider; von P. C. Predöhl, Namona, Kanſ., 1 Kiſte Kleider; von P. H. K. Fleckenſtein, Kenſington, Kanſ., 3 Säcke Kleider; von P. C. F. Schrein, Elwood, Nebr., 1 große Vox Kleider; von P. H. Schmidt, Canton, Kanſ., 1 Kiſte und 1 Faß Kleider. =- P. G. M. Kramer: Danlend erhalten für die Weihnacht5beſcherung und für die Armen: Von Frau R. B. Lange 82.00, Frl. M. A.

Winter 3.00, Ladies" Aid, Bergholz, N. Y., 5.00, Guſtav Schä-

fer 10.00, Fred Brei 25.00. Kiſten und Pakete Kleider und Schuhe: Ladies" Aid, Mayer, Minn.; Ladies' Aid, Readlyn, Jowa; Frl. Martha Köpſell, Mayville, Wi5.; Frau Chriſtian; P. Chr. Beder. TEENIE E. H. Wildgarube: Von der Jordan Lutheran School zu Weſt Allis, Wi3., durch Frl. Ada Nommſen und ihre Schweſter eine große Kiſte Spielſachen

für die Kinder der Trinity School.

Mit herzlichſtem Dank beſtätigen wir hierdurch den Empfang folgender weiteren Gaben: Für Lucius Means: Von Frau Henry Bender, Nidgeway, N. C., 82.00; J. Fuhrmann und Frau, St. Paul, Minn., 10.00; Mutter Bentrup, Sylvan Grove, Kanſ., 3.00; C. W. Schulz, Danbury, Conn., 10.00; The Mission Workers, Chicago, 3U., 10.00; Frau Care Niene>e, 5.00; Fred Nohn 1.00; Wm. Meierkord, Ouincy, JlUl., 9.00; Leſerin der „Miſſions8taube“, Schenectady, N. Y., 1.00; N. N., Canton, Kanſ., 10.00; Ladies? Aid of St. Paul's Church, Paſadena, Cal., 5.00; Miſſion8freund in Altenburg,

Mo., 2.00; N.N., Foreſt Green, Mo., 37.00; N.N., Toledo, O., 1.00; N.N., Weſt Point, Nebr., 10.00; Frau Karl Scleicher,

Zumbrotn

Minn., 5.00 (8117.00).

Für Immanuel

Lutheran

ollege, Greensboro, N. C.: Lutheran Girls' Club, Lake Mills, Wis., 10.00; H. Horſt, Ro> Jsland, JUl., 10.00; TLa-' dies? Aid zu Battle Creek, 5.00; N. N., Toledo, O., 5.00 (830.00).

7

Bitte zu

H. Nau.

beachten!

Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und beachten, ob das Abonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen wird. “Feb 30" bedeutet, daß das Abonnement jetzt abgelaufen iſt. Man bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direft an un3, und zwar prompt, damit die Lieferung nicht unterbro<en zu werden braut. Es dauert dur<ſ<nittlich zwei Wochen, bis der Adreßſtreifen auf dem Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt.

Bei Entrichtung ſeines Abonnements erwähne man gütigſt immer,

welches Blatt man wünſc<t, und neue, wenn es ſi um CoNCoRDIA

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Die „„Miſſion8-Taube““ erſcheint einmal monatlich.

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Negermiſſion

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Avenue, St. Louis,

Mo.

lr. Theo, W. Eckhart,

3558

S.

Jefferson


Miſſionszeitſcrift der Published

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ka.

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3, 1879. 5, 1918.

52. Jahrgang.

Ur. 3.

März

„Romm Joh.

1930.

und

ſiehe!“

1, 43-31.

„Komm und ſiehe!“" ſprach Philippus, Als er fand Nathanael. „Komm und ſiehe, wa3 für Wunder Sc<hmüden den Jmmanuel! Komm! Er hat au<h mid gefunden; O da3 waren ſel'ge Stunden!

„Komm und ſieh!“ Das iſt die Botſchaft, Die noc< heut' erſchallen muß. „Komm und ſieh!“ ſo laden alle Zu des Gnadenmahls8 Genuß, * Alle, die den HErrn gefunden, Selig ſich mit ihm verbunden.

„Komm und ſieh den Nazarener Wandeln in der Knedtögeſtalt, Wie er wirbt um Jüngerſeelen In de3 Geiſtes Allgewalt! Komm! Dein Zweifeln wird verſchwinden, Du wirſt den Verheißnen finden.

„Komm und ſieh!“ Daz iſt die Predigt, Die das Sünderherz beſiegt. Wenn der Miſſionar die Lande Mit dem Wort de3 Heils durdfliegt, Dann bridt an die Morgenröte Au3 der Naht der Heidennöte.

„Komm und ſieh! Er iſt erſchienen, Da3 Geheimni3 iſt enthüllt. Und er harrt, daß. wir ihm folgen, Helfen, daß ſein Haus ſich füllt. Komm und laß auch du did) führen Dur die offnen Gnadentüren!“ „Komm

und

ſiehl“

Dies

ſchlichte Zeugnis

Ihn mit Macht zu JEſu zog. *

Und er hörte, ſah und zeugte: „HErr, dein Wort noh nie betrog;

"Rabbi, König,

Sohn

von Gott gegeben,

dir gehört

mein

Leben!“

=-

"

„Komm und ſieh!“ Das madt den Blinden GlaubenShell das Angeſicht, Daß ſie nun mit Freuden ſ<hauen ICſum und ſein LebenSslicht, Ihn als ihren König ehren "Und mit Luſt ſein Lob vermehren. „Komm

und

ſieh!“

iſt nicht nötig

Mehr

Für den Botendienſt des HErrn.

Das rettet Seelen „Komm und ſiehl“ Dur< deni Glanz vom Wundexrſtern.

Liebe, laß dich doh bewegen, Freudig

Hand

an3

Werk

zu legen! O. R. Hüſc<hen.


34

Die Miſſions-Taube.

Abſchied8predigt,

gehalten von P.J. F. Döſ<her in der Gemeinde Friedenthal, Dakota Territory, am 23. September 1877. Hiſtoriſche Vorbemerkung. Als die erſte Kommiſſion für Negermiſſion am 8. Auguſt 1877 ihre erſte Verſammlung abhielt, berief ſie ſogleich einen Miſſionar, der unter den Negern des Süden3 wirken ſollte. Die Wahl traf den ſiebenunddreißigjährigen P. Johann Friedrich Döſcher zu Yankton im Dakota Territory. Dieſer war ein bewährter. und erfahrener Miſſionar. Zudem war er der engliſchen Sprache mächtig =- damal3 eine Seltenheit. Endlich litt er an Rheumati8smus und erhielt von verſchiedenen Ärzten den Rat, nach dem Süden zu ziehen. Die Miſſion8behörde ſtellte einen Beruf an ihn aus,

den. er im Vertrauen auf Gott annahm.

Am

23. September

1877 hielt er ſeine Abſchied5predigt. Dieſe hat er Wort für Wort ſchön ausgeſchrieben. Al3 ich am 20. März 1927 in Warda, Tex., einen Miſſions8vortrag hielt, ſchenkte mir P. G. Buchſhacher das Manuſkript dieſer Predigt. Die Freunde der Negermiſſion werden wiſſen wollen, wie der erſte Miſſionar unter den Negern gepredigt hat; daher laſſen wir die Predigt

hier abdruden. = D.

Text: Phil. 2, 12. 13: Schaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern! Denn Gott iſt's, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nac ſeinem Wohlgefallen.

Im

Namen

JEſu.

Amen.

„Meine Gedanken ſind nicht eure Gedanken, und eure Wege ſind nicht meine Wege, ſpricht der HErr; ſondern ſoviel der Himmel höher iſt denn die Erde, ſo ſind au<h meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken.“ So, meine Geliebten, ſc<reibt - der heilige Prophet Jeſaia3 im 55. Kapitel, V. 8 und 9. Die Wahrheit dieſer Worte Gottes erfahren wir gar oft in unſerm Leben auf Erden, wie das auch in dem ſ<hönen Sprichwort ausgedrü>t wird: „Der Menſ< denkt, und Gott lenkt.“ Meine Gedanken waren nicht darauf gerichtet, ſchon ſo bald von Dakota wegzuziehen. Nachdem ich al3 langjähriger Miſſion3prediger ſc<hon viel hin und her gezogen war, hoffte ich, in dieſer Gemeinde Friedenthal endlich mein Leben im Frieden zubringen und beſchließen zu dürfen. Gotte3 Gedanken und Gotte3 Wege ſind aber ander3 und höher als meine Gedanken und meine Wege. Von der lutheriſchen Kirde dieſes Lande3 bin ich berufen, als Miſſionar unter den Negern der ſüdlichen Staaten zu wirken. Da das Arbeitsfeld ein ſehr große3 und wichtiges iſt und außerdem verſchiedene Ärzte, die meinen. Geſundheit3zuſtand unterſucht haben, e3 für ratſam und nötig erklären, daß ich nach dem Süden ziehe, ſo muß ich den Beruf al3 einen göttlichen erkennen und bin auc bereit, im Vertrauen auf Gott

ihm mit Freuden zu folgen. Sndem ich nun von eud, meinen geliebten Freun-

den, Brüdern und Schweſtern, Abſchied nehme, möchte

ich nod in aller Liebe an eud alle ein lezte3 Wort der Vermahnung richten. Meine lezte Vermahnung an eud) iſt die Vermahnung unſer3 Texte3: „Sc<affet,

daß

ihr ſelig werdet, und Zittern!“

mit Furcht

Laßt mid) eud) zeigen, : 1. warum dieſe Vermahnung notwendig iſt; 2. wie ihr derſelben nahkommen ſollt. 1. Der Apoſtel Paulus hat die Vermahnung unſer3 Textes zunächſt an die damaligen Chriſten zu Philippi gerichtet. Die Chriſten zu Philippi ſtanden aber zur Zeit, als Paulus an ſie ſchrieb, rec<ht gut, wie au3 dem erſten Kapitel erhellt. Er ſagt zum Beiſpiel: „I< danke

meinem

Gott,

ſooft ich euer

gedenke

(welches

ich allezeit tue in alle meinem Gebet für eu alle und tue da3 Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinſchaft am Evangelio vom erſten Tage an bi8her. Und bin desSſelbigen in guter Zuverſicht, daß, der in eu< ange-

fangen hat da3 gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag JEſu Chriſti; wie es denn mir billig iſt, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum daß ich eu in meinem Herzen habe in dieſem meinem Gefängni3, darin ic) das Evangelium verantworte und befräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig ſeid.“ Troß dieſes herrlichen Zeugniſſe38, das Paulus den Chriſten zu Philippi geben konnte, hielt er es dennod) für nötig, ſie zu ermahnen und ihnen mit großem Ernſte zuzurufen: „Scaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern!“ Warum wohl? Weil ſie nod im Fleiſd) lebten und weil ſie alſo aud nod< in Gefahr waren, das Kleinod der himmliſchen Berufung zu verlieren. Da aber die erſten Chriſten zur Zeit der Apoſtel ſol<er Vermahnung bedurften, werden dann wir, die wir jetzt in der lektbetrübten Zeit leben, derſelben weniger bedürfen? Dod gewiß nicht. E3 hat freilich zu allen Zeiten viele Menſchen gegeben, die dieſe Vermahnung für überflüſſig, töri<ht und lächerlich gehalten und gemeint haben, wenn ein Menſ< einmal bekehrt oder wiedergeboren ſei, ſo könne er gar nicht wieder abfallen und verlorengehen. Wäre dem wirklich ſo, dann wäre die Vermahnung: „Scaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern!“ für die Bekehrten wenigſtens unnötig. Da3 ganze Wort Gotte3 lehrt un3 aber klar und deutlich, daß e8 allerding3 möglid) ſei, daß ein Gläubiger abfalle, ja daß er in ſeinem Abfall liegenbleibe und alſo ewig verlorengehe. Der Heiland ſelbſt redet von ſol<hen, die eine

Zeitlang glauben und zur Zeit der Anfechtung ab-

fi


Die

Wijſrions-Taube.

fallen. Dazu gibt un3 die Heilige Schrift nicht wenige Exempel von Abtrünnigen. Adam im Paradie3 war vor dem Sündenfall ein wahres Kind Gotte3. Er fiel in Sünde und wurde dadurc< ein Kind des Zorn, des Tode3 und der Verdammnis. Als Saul König über Jsrael wurde, da, heißt es von ihm, gab ihm Gott ein ander Herz, und der Geiſt Gottes geriet über ihn. Nachdem aber dieſer ſelbe Saul dur< Ungehorſam von Gott abgewichen war, da wich au der Geiſt des HErrn von ihm, und ein böſer Geiſt kam über ihn und beunruhigte ihn ſehr, bis er endlich gar als Selbſtmörder ſtarb. Wa3 damal3 möglich war, das kann aud) heute noh geſchehen. Die Gefahren des Abfalls ſind in dieſer letztbetrübten Zeit ſo groß wie je. Der Teufel, die Welt und da3 eigene Fleiſch ſind zu allen Zeiten drei große und gefährliche Feinde. Der Teufel iſt der abgeſagte Feind Gottes und der Menſchen. Er mödte am liebſten alle Menſ<en ohne AusSnahme zur Hölle führen. Beſonder3 aber hat er es auf diejenigen abgeſehen, die dur< Gotte3 Gnade ſeiner Gewalt entronnen ſind. Dieſe ſucht er auf grobe und feine Weiſe für ſein hölliſche3 Reich

zurückzugewinnen. Daher ſteht von ihm geſchrieben: „Der Teufel gehet umher wie ein brüllender Löwe und ſuchet, welchen er verſchlinge.“ Die Welt ſind alle diejenigen Menſc<en, die dem Teufel in Sünden dienen. Wie ſie ſelbſt den Weg de3 Verderben3 laufen, ſi< der Augenluſt, der Flei- ſ<esSluſt und einem hoffärtigen Leben ergeben, ſo mödten ſie aud) die wahren Gläubigen wiederum in ihre Nete ziehen. Daher vermahnt Johannes dur<h den Heiligen Geiſt und ſpricht: „Habt nicht lieb die Welt, nod) wa3 in der Welt iſt. So jemand die Welt liebhat, in dem iſt nicht die Liebe de3 Vater5. Denn alle3, wa3 in der Welt iſt, nämlich des Fleiſches Luſt und der Augen Luſt und hoffärtiges Leben, iſt nicht vom Vater, ſondern von der Welt. Und die Welt ver-

- gehet mit ihrer Luſt;

wer aber den Willen Gottes

tut, der bleibet in Ewigkeit.“ Da3 Jleiſh iſt die angeborne Verderbnis der menſc<lichen Natur und die reizende Luſt zum Böſen, wie Chriſtu3 ſagt Matth. 15,19: „Au3 dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falſche Zeugniſſe, Läſterung.“ Dieſes böſe Fleiſch tragen aud die Gläubigen nod an ſich, ſolange ſie auf Erden leben. Da3 Fleiſch der Gläubigen iſt auc an ſid ebenſo böſe und verkehrt wie das Fleiſch der Ungläubigen und Gottloſen. Und dieſer Feind iſt um ſo gefährlicher, weil der Chriſt ihn im eigenen Buſen trägt. Im Hinbli> nun auf die Möglichkeit des Abfalls . vom Glauben durc dieſe drei großen Feinde: Teufel, Welt und Fleiſch, iſt die Ermahnung freilich ſehr

35

nötig: „Schaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern!“ Wer nur eine Zeitlang glaubt und nicht beharrt bis ans Ende, der kann nicht ſelig werden, der geht ohne Zweifel ewig verloren, ja deſſen VerdammniSs iſt noch größer als die Verdammnis ſolcher, die nie zum Glauben

und zur Erkenntnis

der Wahr-

heit gefommen ſind. Daher ſ<reibt Petrus: „Denn jo ſie entflohen ſind dem Unflat der Welt durc< die Erkenntnis des HErrn und Heilande3 JEſu Chriſti, werden aber wieder in denſelbigen geflo<hten und überwunden, iſt mit ihnen das Letzte ärger worden

denn das Erſte.

Denn es wäre ihnen beſſer, daß ſie

daß

und

den Weg

der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, denn

ſie erkennen

Gebot, fahren

ſic) kehren

von

dem

das ihnen gegeben iſt. E3 iſt ihnen das wahre Sprichwort: „Der Hund

wieder, was

er geſpeiet hat“, und: „Die Sau

ſic) nach der Schwemme „Sdaffet,

daß

ihr

wieder im Kot.“ “

ſelig werdet,

Zittern!“ dieſe Vermahnung ſolange er auf Erden lebt.

mit

heiligen

widerfriſſet

wälzet

Fur<t

und

gilt alſo jedem Chriſten,

2. Laßt mich euch nun zweitens zeigen, wie ein Chriſt dieſer Vermahnung na<hkommen ſoll. Da der Apoſtel vermahnt: „Scaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Fur<t und Zittern!“ ſo ſollte man meinen, er würde nun hinzuſeßen: Denn an eu<h ſelbſt, an eurem eigenen Wollen und Laufen, iſt e3 gelegen, wenn ihr ſelig werden wollt. So heißt es aber nicht. Er ſagt im Gegenteil: „Denn Gott iſt'3, der in eud) wirket beide das Wollen und da3 Vollbringen nad) ſeinem Wohlgefallen.“ Müßten wir durd) eigenes Schaffen, Tun und Treiben die SeligFeit erwerben, jo könnte kein Menſd) ſelig werden; denn wir ſind nichts als Sünder und können aus un3 ſelbſt nicht35 als ſündigen und uns ſelbſt in3 Verderben ſtürzen. „Da3 Dichten und Trachten de3 menſ<li<hen Herzen3 iſt böſe von Jugend auf und immerdar.“ Das Geſetz Gotte3 ſagt zwar zu jedem Menſc<en: „Du ſollſt Gott, deinen HErrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften“; und: „Du ſollſt deinen Nächſten lieben al3 did ſelbſt“; aber a<h! von Natur iſt das menſ<liche Herz voll Haß und Feindſc<haft gegen Gott und Menſc<en. Von Natur lebt der Menſd) eigentlich nur ſich ſelbſt, ja der Sünde und dem Teufel. Von Natur kann der Menſd rein gar nichts Gute3 denken, wollen oder tun. Mit eigenen Werken kann daher ein Menſ< nimmermehr die Seligkeit, ſondern nur Hölle und Verdammnis verdienen. Daher ruft Paulu8 allen Selbſtgere<hten zu: „Jhr habt Chriſtum verloren.“ Nur durd) die Gnade und Barmherzigkeit


Die

36

Mijſrons-Taube.

Gottes in Chriſto JEſu kann uns Sündern geholfen werden. Aus Gnaden und Barmherzigkeit beſchloß Gott ſ<hon vor Grundlegung der Welt, uns Sündern ſeinen eingebornen, allerliebſten Sohn zum Heiland und Erlöſer zu ſenden. Aus Gnaden und Barmherzigkeit iſt der ewige Sohn Gottes in der Fülle der Zeit ein wahrhaftiger Menſd) für uns geworden; uns Menſc<en in allen Dingen glei, auSgenommen die Sünde, um durd ſein Leben, Leiden und Sterben alle Sünder von Sünde, Tod, Teufel und Hölle zu erlöſen

allein gibt uns das Wollen und das Vollbringen nach ſeinem Wohlgefallen. Ohne ihn können wir nichts tun. Wenn wir anfangen, Gott zu ſuchen, ſo hat er uns ſ<on gefunden. Wenn wir uns ernſtlich) zu ihm bekehren wollen, ſo hat er dies ſchon in uns gewirkt, und nur dur< Gotte3 Macht werden wir im Glauben

bewahrt zur Seligkeit, welche zubereitet iſt, daß ſie geoffenbart werde zur letzten Zeit. Daher ruft Paulus den Epheſern zu:

„Aus Gnaden

ſeid ihr ſelig worden

dur< den Glauben, und dasſelbige nicht aus eu, Gottes Gabe iſt es; nicht aus den Werken, auf daß ſich nicht jemand rühme.“ Ja, Geliebte: Aus Gnaden! = Dieſer Grund wird Solange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte JEſu ſchreiben, Was Gott in ſeinem Wort anpreiſt, Worauf all unſer Glaube ruht, Iſt Gnade durch des Lammes Vlut.

bleiben,

Der einzig richtige Weg zur Seligkeit iſt alſo der, daß wir nicht auf uns ſelbſt, auf eigene Werke

und

Geredtigkeit,

bauen

und

vertrauen,

ſondern

daß

wir uns allein der Gnade und Barmherzigkeit Gottes in Chriſto JEſu in die Arme werfen, wie Paulus mit Freuden von ſic< bekennt: „Mir iſt Barmherzigkeit widerfahren“, oder wie der gottſelige Hiller ſingt: Mir iſt Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert. Das zähl! ich zu dem Wunderbaren, Mein ſtolzes Herz hat's nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit.

P. J. F. Döſcher, unſer erſter Miſſionar.

und allen die ewige Seligkeit zu erwerben. Aus Gnaden und Barmherzigkeit hat uns der HErr JEſu3 Chriſtus die teuren Gnadenmittel, das Evangelium und die heiligen Sakramente, gegeben, damit der Heilige Geiſt durd) dieſe Mittel in unſern Herzen kräftig und wirkſam ſei, den wahren, lebendigen "Glauben an ihn, al3 unſern HErrn und Heiland, in un3 zu wirken und bi3 an unſer ſeliges Ende zu erhalten. Die Seligkeit des Menſchen iſt alſo nicht des Menſc<<hen eigenes Werk, ſondern da3 Werk de3 dreieinigen Gottes, des Vater3, des Sohne3 und des Heiligen Geiſtes. Er allein iſt Anfang, Mitte und Ende unſer3 Glaubens und unſerer Seligkeit. Er

DaSſelbe bekennen die Kinder Gottes zu allen Zeiten. Wenn man ſie fragt, worauf ſie die Hoffnung ihrer Seligkeit gründen, ſo weiß keins von ihnen einen andern Grund anzugeben als allein die Gnade und Barmherzigkeit Gottes in Chriſto; denn ſie wiſſen: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt iſt, welcher iſt JEſus Chriſtu3.“ ; Obwohl aber die Kinder Gottes im Glauben an den HErrn. JEſum ihres Heils und ihrer Seligkeit gewiß geworden ſind und ſid) alſo in ihrem Gott und Heiland von Herzen freuen können, ſo bleibt e3 in dieſem Leben do bei dem, wa38 der Pfſalmiſt ſagt: „Freut eud) mit Zittern!“ oder wie es in unſerm Texte heißt: „Scdaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Fur<t und Zittern!“ Die Gläubigen wiſſen, daß ſie den Weg zum ewigen Vaterland im Himmel zwar angetreten, aber nod) nicht zurü&gelegt, daß ſie den heiligen Lauf nach dem. himmliſchen Kleinod zwar begonnen, aber nod) niht vollendet haben, daß ſie, kurz geſagt, nod) in Gefahr ſind, das im Glauben ergriffene Heil dur< Abfall vom Glauben wieder*zu verlieren. „Mit Fur<t und Zittern“, mit kindlicher Fur<ht vor Gott und


Die

Miſſions-Taube.

heiliger Sorgfalt wegen der Schwachheit ihres Fleiſches und wegen der Liſt und Boöheit des Teufels und der Welt

und

mit

Zittern

und

Erſchre>en

vor

dem

Zorne Gotte3, der über diejenigen ergeht, die von ihm abweichen, ſuchen die Gläubigen alles zu vermeiden,

was ihrer Seligkeit hinderlich, und alles zu befolgen,

Wohlgefallen“. Er, der das gute Werk in euc<h angefangen hat, kann und will es auch vollführen bi3 an den Tag JEſju Chriſti zum Lob ſeiner herrlichen

Gnade. Habt ihr aber laſſen, ſo tut Buße! nod

vor der Sünde, beſonder3 vor allen wiſſentlichen und mutwilligen Sünden, damit ſie ihren Vater im Himmel nicht beleidigen und ſeine Gnade nicht verſcherzen. Sie hören und bewahren im Glauben und in gutem Gewiſſen Gottes Wort, weil dies der einzig richtige Wegweiſer iſt zum Himmel und zur Seligkeit. Sie

nod) einmal

gebrauchen

Sie hüten ſich ernſtlich und ängſtlich

fleißig und treu die heiligen Sakramente,

weil Gott au<

dur

dieſe Gnadenmittel

un3 Sün-

dern ſeine Gnade mitteilen, uns die Sünden vergeben und uns ſelig machen will. Sie halten an am Gebet,

um aus der Fülle der Gnade Gottes zu nehmen Gnade um Gnade, Vergebung um Vergebung ſowie Kraft und Stärke zum Kampf wider die Sünde und zum Jagen nad der Heiligung, ohne welche niemand den HErrn ſehen wird. Meine geliebten- Zuhörer, es iſt heute da3 leßkte Mal, daß ic al3 euer Paſtor und Seelſorger vor eu ſtehe. I< frage eud) heute im Namen unſer3 Heilande3 JEſu Chriſti: Schafft ihr mit Furcht und Zittern, daß ihr ſelig werdet, im Vertrauen auf Gott, daß er in eu) wirke beide das Wollen und das Vollbringen nah ſeinem Wohlgefallen? Was mid ſelbſt betrifft, ſo bezeuge id heute vor dem allwiſſenden Gott, der in da3 Verborgene de3 Herzens ſieht, daß ich zwar mit Fur<ht und Zittern, aber aud) im feſten Vertrauen auf Gott nach der ewigen Seligkeit im Himmel trachte und daß ich durc; Gotte3 Gnade meines Gnadenſtandes gewiß bin. Mit Furcht und Zittern habe ich auch drei Jahre lang hier in Dakota mein Amt verwaltet, um unſterbliche Seelen -zu ihrem geiſtlichen und ewigen Heile mit Gotte3 reinem Wort und den unverfälſchten Sakramenten zu bedienen und ſie, ſoviel an mir lag, den Weg zur Seligkeit zu führen. I< bin auc feſt und fröhlich davon überzeugt, daß mande Seele dur< mein Zeugnis von Chriſto zum wahren Glauben geführt oder do<h darin geſtärkt worden iſt; denn Gotte3 Wort kann nicht vergeblich gepredigt werden. Solche mödte i< nun bitten und ermahnen: Werdet nicht ſicher, nicht lau und träge in eurem Chriſtenlauf, ſondern „ſchaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern“, jedoc< ſo, daß ihr dabei allein auf Gott vertraut, „der in eu<h wirket beide das Wollen und da3 Vollbringen nad ſeinem

bereits

die erſte Liebe ver-

Sollten aber nicht auch ſolche unter un ſein, die ſicher und ſorglo3 in ihren Sünden dahinleben,

*'wa35 derſelben förderlich ſein kann. Daher hüten ſie ſich vor falſcher Lehre; denn ſie wiſſen aus Gottes Wort, daß falſche Lehre aus der Hölle ſtammt und zur Hölle führt.

37

die nicht mit Furcht und Zittern ſchaffen, daſ ſie ſelig werden, ſondern nur danach trachten, reich zu werden an irdiſchen Gütern? Dieſen möchte ich heute auch und

zum

letztenmal

zurufen:

„Schaffet,

daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern!“ Gott will ja, daß allen Menſchen geholfen werde und daß ſie zur Erkenntnis

der Wahrheit

kommen.

Er

will

und ſucht auch eure Seligkeit. JEſjus Chriſtus iſt das Lamm Gotte3, das der Welt Sünde getragen hat. Er hat aud eure Sünden getragen und gebüßt. Da3 Evangelium von Chriſto ſoll aller Kreatur gepredigt werden. ES iſt auc eu gepredigt worden und wird eu< heute aufs neue gepredigt, damit ihr e3 annehmen und glauben ſollt zu eurer Seelen Seligkeit. Ic bitte und ermahne euch dur< die Barmherzigkeit Gottes

und

um

des

Blutes

Chriſti

willen,

das

am

Kreuz auf Golgatha aud) für eu gefloſſen iſt, widerſtrebt dem HErrn JEſu und ſeinem Heiligen Geiſt nicht länger, der eud) ſo ernſtlich und ſo freundlidh zur Buße und zur Bekehrung ruft! Von jenem Kerkermeiſter zu Philippi heißt es: „Er ward zitternd und fiel Paulo und Sila zu den Füßen und führte ſie heraus und ſpra<: Liebe Herren, wa35 ſoll ich tun, daß ich ſelig werde?“ DO daß es dod) mit einem jeden unter uns ſo weit kommen mödte! Denn da iſt gewiß: wer nicht mit Ernſt, mit Fur<t und Zittern nach der Seligkeit trachtet, der wird ſie niemal3 erlangen. Was iſt aber herrlicher und ſeliger als die ewige Seligkeit? Und wiederum, wa iſt fur<tbarer und ſ<hre>licher als die ewige Verdammnis? Darum ſoll e3 uns wahrlich ein rechter Ernſt damit ſein, der Verdammnis zu entflichen und der Seligkeit teilhaftig zu werden. O darum: *

Kommet alle, kommet her, Kommet als betrübte Sünder! IJEſus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubet's doch und denket dran:

JEſus

nimmt

die Sünder

an.

Zum Scluß mödte ich nun in bezug auf meinen Abſchied noh folgende Bemerkungen machen. Erſtens ſage ich meinen herzlichſten Dank.für alle Liebe und Freundlichkeit, die mir und meiner Familie in den drei Jahren meines Hierſeins in Dakota erwieſen worden iſt. Zweiten3 bitte ich herzlich um Verzeihung, wo ich aus .Shwacheit des Fleiſches irgend jemand beleidigt habe. Man wolle mir jol<hes um Chriſti "


Die

38

Miſſtons-Taube.

willen vergeben. Drittens verſichere ic meinen Beleidigern, daß id ihnen von Herzen vergebe. Mögen ſie aber aud) Gott um Gnade und Vergebung bitten. Vierten3 und zum leßten bitte ich alle Eltern recht herzlich, ſie möhten dod) dafür ſorgen, daß ihre Kinder <riſtlih geſchult, überhaupt zum HErrn auferzogen werden, damit ſie mit ihren Kindern ſelig werden. * Amen. -

Die Einweihung zweier Kapellen in Alabama. Die Freigebigkeit lieber Chriſten im Norden hat e38 un3 ermögliht, zwei neue Kapellen auf dem blühenden Miſſionsfeld in Alabama zu errichten, nämlich in Aderville und in Catherine, Wilcox County. Erſtere iſt ein Geſchenk der Frauenvereine in Lincoln und Marathon Counties in Wisconſin, die

Neue Kirc<e und Schule zu Aerville, Ala. Ein

Geſchenk der Frauenvereine in Lincoln Marathon Countie35, Wis.

und

31,000 geſammelt und eingeſandt haben. Die Kapelle wurde im Dezember vorigen Jahre3 dem Dienſt de3 dreieinigen Gottes geweiht. Da3 Gebäude enthält vorne die Kapelle und hinten den Schulraum. Die andere Kapelle wurde am 12. Januar eingeweiht. Sie iſt ein Geſchenk zweier Schweſtern, der Frauen IZ. Firzlaff und A. Heine>e in Sheboygan, 'Wi3., die zum Andenken an Dr. und Frau ZJ. C. Elfer3 51,200 für dieſe Kapelle geſtiftet haben. Weitere

:+341,000, die von diejen beiden Glauben3ſchweſtern gejchenkt worden ſind, werden für eine Lehrerwohnung in Buena Viſta, Ala., verwendet werden. 'So haben wir denn jekt zwei Kapellen in der

'Negermiſſion, die Gedähtnis8kapellen ſind. Die andere Kapelle befindet ſich in Midway, Ala.; ſie iſt zum Andenfen an Albert Wölfle geſtiftet worden.

Der HErr ſei den mildtätigen Gebern ein reicher 'Vergelter und laſſe ihr Exempel andere zur Nachahmung reizen. C. F. Drewes.

Kirchweih zu Catherine, Ala. Catherine iſt ein kleiner Ort an der Hauptſtraße zwiſchen Selma und Mobile, Alabama. EZ iſt eine typiſche Black Belt-Anſiedlung, die aus einem kleinen Bahnhof, einer Poſtoffice, drei oder vier Läden, den Wohnungen einiger Weißer, nämlich der Plantageneigentümer, und Hunderten von Negerhütten beſteht, die über die Gegend zerſtreut ſind und in den naſſen Monaten nur auf unpaſſierbaren Fahrwegen und trails, die zu den Betten der ereeks und den “piney*" Wäldern zurückführen, zu erreichen ſind. Unſere Miſſionare ſind ſc<on länger als zehn Jahre durd) dieſe Gegend gekommen, um die naheliegenden Miſſionsſtationen zu Midway, Nyland, Lamiſon und no andere zu bedienen. Obwohl während dieſer Zeit ſich mehrere Male ein Verlangen nah den Segnungen der lutheriſc<en Kir<e gezeigt hat, ſo

Neues

Ein zum

Kir<hen-

und

Schulgebäude

zu Catherine,

Ala.

Geſchenk Frau IJ. Firzlaſſ38 und ihrer Schweſter A. Heine>e Andenlen an Dr. und Frau I. C. Elfer3, Sheboygan, WiS.

hatte e3 dod) ganz den Anſchein, al3 ob Catherine dazu beſtimmt wäre, ein unbekannter Name in unſern Kreijen zu bleiben. Da kam der Herbſt des Jahres 1927. Gewiſſe Leute machten einen ernſten Verſuch, mit der lutherij<en Kir<e beſſer bekannt zu werden, und wandten ſich an P. C.D. Peay mit der Bitte, man möge doh die Miſſion3arbeit unter ihnen beginnen. Die MiſſionSbehörde beauftragte den Unterzeihneten, die Sache zu unterſuchen und Bericht zu erſtatten. E38 wurde eine Verſammlung in einer der Hütten gehalten. Da3 Reſultat war, daß eine Lehrerin angeſtellt und Kate<hi58muSunterricht und Gottez3dienſte eingeführt wurden.

Da3 Bild der Bretterbude zeigt das Gebäude, in dem mehr als zwei Jahre lang Schule, Sonntag3ſchule

und Gottesdienſt gehalten wurde. Kann ſich der Leſer fünfzig Kinder vorſtellen, die Tag für Tag in Gotte3 Wort ſowie im Leſen, Schreiben und Rechnen in dieſem


Die Gebäude unterrichtet wurden?

HMWiſjſtons-Taube.

Bei kaltem oder reg-

neriſc<em Wetter mußten die Luken, die al3 Fenſter dienten, zugemac<t werden. Nun war e3 faſt ſto>finſter. Nur dur die Rißen im Dach, im Fußboden und in den Wänden ſtrömte etwa3 Licht in das Sc<ulzimmer. Dazu kam der Schein des Feuer3 in dem großen, gähnenden Herd. Weld) eine Geduld und Ausdauer auf ſeiten der Lehrerin müſſen ſolc<he Zuſtände gefordert haben! Troß dieſer kümmerlichen Zuſtände erfreute ſich die Schule eines guten Beſuc<he3. E3 war allerdings wenig zu wählen zwiſchen unſerer Hütte und der nächſten öffentlichen S<ule für Negerkinder. Doch die Eltern merkten gar bald, daß e3 unſerer Lehrerin ein Ernſt war, ihre Schüler vorwärt35zubringen. Jhre Kinder kamen nämlich) nad) Hauſe und begannen bald Bibelſprüche und Gebete aufzuſagen, <hriſtliche Lieder

-

Die

Hier wurde

alte

länger

Bretterbude

zu

Catherine,

Ala.

al3 zwei Jahre Schule, Sonntagsſchule Gottez3dienſt gehalten.

zu ſingen und -- was den Eltern als das Wichtigſte erſchien -- zu buchſtabieren, zu leſen und zu rechnen. Da3 war dod viel beſſer al3 der unregelmäßig und gleichgültig erteilte Unterricht in der andern Schule,

die obendrein höhſten38 zwei Monate im Jahr gehalten

wurde. Auch die Predigt und der Katechi5muzunterricht brachten Früchte. Bald wurde eine Klaſſe Erwacſener und Kinder für den Tauf- und Konfirmandenunterriht eingeridtet. Nachdem unſere lieben Miſſionsarbeiter zu Catherine mehr al38 zwei Jahre unter ſolchen Zuſtänden gearbeitet hatten, war e3 in der Tat ein Freudentag, als am 12. Januar von dem Unterzeichneten und dem Ort3miſſionar da38 au3 zwei Zimmern beſtehende beſc<heidene Gebäude dem Dienſt des dreieinigen Gottes

geweiht wurde.

hinzufügen und dieſes Gebäude zum Rettung3hafen machen für alt und jung auf viele Jahre hinau3! Zum Sc<luß mödten wir nod bemerken, daß dieſe neue Kapelle-Sc<hule ein Geſchenk Frau IJ. Firzlaffs und ihrer Schweſter, der Frau A. Heined>e, beide in Sheboygan, Wi3., wohnhaft, iſt. Dieſe beiden MiſſionsSfreunde haben ein von ihrem Onkel und ihrer Tante erlangtes Erbteil dazu verwendet, eine GedähtniSkapelle errichten zu laſſen. Das Gebäude heißt

"The Dr. and Mrs. J. C. Elfers Memorial

Eine große Zuhörerſchaft hatte ſich

eingeſtellt und lauſchte den Feſtpredigten am Vormittag, Nachmittag und Abend. Möge der HErr der Kir<he dem Häuflein zu Catherine no<h viele Seelen

Chapel.

Möge ihr herrliches Beiſpiel andere zur Nachahmung reizen! E. A. Weſtcott. -=-----oPD-----rr.o.eü )

Lob unſerer lutheriſchen Negerſchulen. Horace M. Bond von der FYFisk Unmiversity zu Naſhville, Tenn., iſt ein Beamter, der im Dienſt de3 Roſenwald-Fonds35 ſteht und mitbeſtimmt, wo Gelder für Negerſ<ulen verausgabt werden ſollen. Vor

Lutheriſche und

39

Schulkinder

in Alabama

beim

Lund.

einiger Zeit ließ der Staat Alabama auf Wunſ< der Beamten von Wilcox County einen Zenſus de3 Unterricht3weſens in dieſem County vornehmen. Herr Bond, ein Farbiger, kam nad) dem Süden, um die Sachlage in Augenſchein zu nehmen. In einem Brief ſ<reibt er unter anderm folgende3: „Wa3 ich von Ihren Sculen geſehen habe, hat mid) davon überzeugt, daß ſie ein hö<hſt merkwürdiges Werk tun. Die romantiſche Geſchichte =- für mich, einen Neger -- von dem Kommen der lutheriſchen Kir<he nad) dieſer höchſt vernachläſſigten Gegend und von den großen Dingen, die ſie getan hat, iſt, das können Sie mir glauben, ermutigend und entzüdend. „J< weiß, daß die Arbeit oft eine undankbare iſt, nicht gewürdigt von denen, in deren Intereſſe ſie getan wird, und verbunden mit Anſtrengung und Mühſal. Sie werden mir erlauben, Jhnen für Jhre Arbeit auh für die Zukunft Erfolg zu wünſchen, den dieſe wegen ihres gründlichen Charakters in reichem Maße verdient.


Die

40

Mlijſions-Taube.

„J) kann dieſen Brief nicht ſ<ließen, ohne Ihnen zu ſagen, weld) ein Genuß mein Beſud) der Zion3ſchule zu Taits war, in der Lehrer Rivers unterrichtet. Sowohl in den religiöſen Fächern wie in Rezitationen der Klaſſen zeichneten ſi) die Leiſtungen dur< Geſchi>, S<nelligkeit und Intelligenz in einer Weiſe aus, wie id dies ſelten in einer Schule geſehen habe. Die Leiſtungen der chart-Klaſſe im Kateizmu3 waren ſo vortreffli<h, daß ich es nicht bereue, einen ſo weiten Weg gemacht zu haben; e3 war mir ein Genuß, dies alles zu ſehen.“ G. A. S<h<midt.

Der Apoſtel der Batakkfir<e auf Sumatra. III. Oft müſſen <riſtliche Miſſionare fünf,. zehn, fünfzehn Jahre arbeiten und geduldig warten, bis das Ei3 dur<bricht und der erſte Heide bekehrt wird und die heilige Taufe begehrt. DaS erfordert ein großes Maß von Geduld. Ander3 war e3 in Miſſionar Ludwig Nommenſen3 Arbeit in dem Silindungtal, die er im Mai 1864 begonnen hatte. Schon am 27. Auguſt 1865 konnte er die Erſtlinge na<h vorhergehendem Religion3unterricht taufen. Die Erſtlinge im Silindungtal.

Es waren

vier Männer

mit ihren Frauen

und

fünf Kinder, die Nommenſen am 27. Auguſt 1865 in die <riſtliche Kir<he aufnehmen konnte. An dieſen Neubekehrten, die in jener erſten, ſ<weren Zeit dem Heidentum den Rüden kehrten und Chriſtum öffentlid) bekannten, hat er viel Freude gehabt. Sie wußten, was dieſer Scritt für ſie bedeutete: Haß, Feindſchaft und Verfolgung ſeitens ihrer heidniſc<en Volks8genoſſen, die ſie hinfort für Abtrünnige halten würden. Al35 einer der Neubekehrten von Angehörigen drin„gend gebeten wurde, den Schritt do< nicht zu tun, antwortete er ihnen freudig: „Wenn ihr mir den Hal35 abſchneidet, will ich's mit Freuden dulden, denn

das dauert keine zehn Tage lang;

aber nad eurem

Willen dem Teufel dienen in dieſem Leben und dafür ewig in der Hölle ſ<hmachten, da3 ſei ferne von mir!

Id gehe den Leben3weg voraus und hoffe, daß ihr bald nachfolgt.“ |

:

Bei

Huta-Dame.

den

Batak3s

auf

Sumatra

iſt Grund

und

Boden nicht Privateigentum, ſondern Dorfbeſiz. Wa3

lag da näher, al38 den vom Glauben der Väter Abgefallenen zu erklären, daß ſie hinfort au3 der Volk3"gemeinſchaft ausgeſchieden ſeien und an den Reis8-

y feldern und Fruchtbäumen keinen Anteil mehr hätten?

Nommenſen nahm ſie zu ſic) auf die Miſſionsſtation und errichtete ein djriſtliches Dorf für ſie, das. HutaDame, Frieden3sdorf, genannt wurde. Da3 Dorf wurde zu notwendigem Schuß mit Wall und Graben befeſtigt. Nommenſen ſc<rieb hierüber an die MiſſionSleitung in Barmen: „3d) hoffe, daß ih an meinem Hof ein <riſtliches Dorf errichten kann, wo alle, die getauft werden, hineinziehen können, um den Verſuchungen

einigermaßen

entgehen zu können. Ob Sie es für gut finden, bezweifle ich; ich habe ſelbſt mein Bedenken" dabei, weil dadur leicht Haß und Neid von ſeiten der Heiden entſtehen kann, weil ſie ſich ſagen müſſen: Das ſind nicht mehr unſere Streitgenoſſen. Aud) ſollte man denfen, daß die, wel<e Chriſtum annehmen und in den Dörfern wohnen bleiben, gleiche Nec<hte mit den übrigen teilten und unter dem Schuß ihres Häuptlings und ihrer Familie von Feinden nichts zu befürchten hätten; aber es ſc<eint nur ſo, weil die Familie ihren Haß gegen das Chriſtentum nicht zurückhalten kann und will und lieber ihre Familienglieder tot als lebendig ſieht, wenn ſie dem Wort Gottes Gehör geben, weil ſie dann nichts mehr mitmachen und aud) ihren Beitrag zu den Gökenfeſten nicht mehr geben wollen. Au würden die Gemeindeglieder als Mitgenoſſen eines Dorfes an jeder Fehde und jedem Krieg Anteil nehmen müſſen und dadurd jeden Augenbli> gehindert ſein, dem Gottesdienſt beizuwohnen.“ Nommenſens

Heirat.

Nommenſen war nun nahezu vier Jahre auf dem Miſſion5feld geweſen, und zwar als lediger Mann. Verlobt war er mit Frl. Karoline Gutbrod in Hamburg. Jhr Verlobter hatte ihr die ernſte Lage unter den Heiden auf Sumatra geſchildert; aber im Vertrauen auf Gott blieb ſie bei dem Vorhaben, neben ihrem zukünftigen Gatten unter den Heiden zu wirken. Als dann im Jahr 1866 der ebenfalls ſc<le3wigholſteiniſche junge Miſſionar Johannſen von der Rheiniſchen Miſſion nach Silindung geſc<hi>t wurde, ſandte man Nommenſen3 Braut mit ihm aus. Sie landeten in dem Hafenort Siboga, wo Nommenſen ſie bewillkommnete. Die Trauung wurde am 16. März in Siboga vollzogen. Der Empfang der jungen Eheleute und Miſſionar Johannſens in Huta-Dame wird alſo geſchildert: „In Huta-Dame ſtand nun alles voll Menſc<en, und ſie hätten wohl Wände und Türen eingedrü>t, wenn die drei ſich ins Haus zurückgezogen hätten, wonad ſie begreiflicherweiſe großes Verlangen trugen. So ſaßen ſie denn vor der Tür, vor ſic im Halbkreis eine Reihe von Stühlen, auf denen die Häuptlinge Platz genommen hatten, um das hinzudrängende Volk zurü-


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15245 DUMB MT: MAM MEK ETTRET I IEEE

Die Wiſſions-Taube. zuhalten. Volle ſechs Stunden mußten ſie ſo paradieren, weil die Menge ſich an ihnen gar nicht ſatt ſehen konnte, ſo daß Johannſen meinte, ſie ſeien ein Schauſpiel der Menſchen geworden. E3 ging manche Tage ſo fort. Beſondere3 Intereſſe zeigten alle für die mitgebrachten Kiſten, in denen ſie große Schätze vermuteten. Die befreundeten Häuptlinge luden reihum das neu verheiratete Paar zum Eſſen ein, wie das bei ihnen Sitte iſt, und die Einladungen mußten angenommen werden, ſonſt wäre es mit ihrer Freundſchaft vorbei geweſen.“ Angſt,

Not und Gefahr.

Vier Monate nac; Nommenſens8 Verheiratung ſtiegen überaus dunkle Wolken im Silindungtal empor. Sie kamen aus der Gegend beim Tobaſee. Dort reſidierte das religiöſe und politiſche Oberhaupt der Bataks. Sein Titel war Singa Mangaradja. (Singa heißt Löwe, Mangaradja ſo viel wie „Königliche Hoheit“.) Er wurde von den Batak3 al3 der Sohn des höchſten Himmels8gottes, de3 Batara Guru, angeſehen. Jhm wurden auc Opfer dargebracht. Singa Mangaradja ſah in der <riſtlihen MiſſionSarbeit eine drohende Gefahr für ſein Anſehen und Amt und erwies ſid) als ein heftiger Gegner der Miſſion. Er heßte die Leute gegen die Miſſionare auf und verbot, ihnen Leben3mittel zu verkaufen. Bald, ſagte er, würde er vom Tobaſce kommen und die Chriſtengemeinde mit Stumpf und Stiel aus8rotten. Da3 war Ende Juli de3 Jahres 1866. Die Miſſionsleute blieben ruhig, rüſteten ſich jedoch auf ihr Ende. Nommenſen ſchrieb folgenden Brief an die Miſſionzleitung in Barmen: „Der HErr wolle uns nur recht zubereiten, damit wir ſeinen Namen mit dem Tod zu verherrlichen bereitſtehen mögen! Im Fall dieſer Brief der lette jein ſollte, der un3 vergönnt wird, an Sie zu ſchreiben, jo jagen wir hiermit unſern herzlihen Dank für alle väterlihe Ermahnung und Fürſorge. Rächen Sie unſer Blut dur<h Hinausſendung ganzer Scharen Heilsverkündiger, deren Füße lieblich ſind auf den Bergen, um Frieden zu verkündigen, damit das arme Volk ſeinen Heiland kennenlernt. Sagen Sie unſerm geliebten Schle5wig-Holſtein, daß das Blut ſeiner Söhne um JEſu willen den Boden Sumatra3 getränkt habe, um ein Gotte3a>erfeld zu werden, zu dem der HErr ſie inſonderheit als Schnitter anſtellte, wenn ſie ihren hohen Beruf erkennten und ſich nicht mit unnötigen Dingen aufhielten. Ja, malen Sie ihnen den ganzen Jammerſtand der armen Batak8

41

vor die Augen. Ein Kampf auf Tod und Leben wird ſich entſpinnen, und das verzagte Herz will oft beben; aber der Glaube ſagt: „Die Rechte des HErrn iſt erhöhet; - die Rechte des HErrn behält den Sieg!““ Wunderbare

Hilfe.

Gott gebrauchte zwei einfache Mittel, Singa3 mörderiſches Vorhaben zu vereiteln. Einmal gerieten die Häuptlinge in Silindung wieder einmal miteinander in Streit.

Der Streit nahm

ſie derart in An-

ſpruch, daß ſie ſich nicht um das Chriſtenhäuflein fümmern fonnten. Sodann brad zu jener Zeit eine ſchwere Pokenepidemie im Tal Silindung aus. Die Seuche forderte viele Opfer. Singa hatte Angſt, das verſeuchte Tal zu betreten. Aus ſeinem in AusSſicht geſtellten Zug zur Rache über die Chriſten wurde nichts. So hat der HErr geholfen. Mancher möchte meinen, daß es mit der Bekehrung der Heiden in dieſer ſ<weren Zeit zum Stillſtand gekommen ſei. Da3 Gegenteil war der Fall. ES war Nommenſen vergönnt, gerade in jenen Tagen weitere Neubekehrte durd) die heilige Taufe in Chriſti Gnadenreid) aufzunehmen. Es waren zwanzig Seelen, die in der Zeit der Angſt, Not und Gefahr ſich der kleinen Chriſtenſchar anſchloſſen. Im nächſten Jahr (1867) war die Zahl der Getauften bereit3 auf 143 geſtiegen. Neun Jahre ſpäter (1876) gab es ſogar 2,000 Chriſten. Im Jahr 1869 konnte in HutaDame eine zwar einfache, aber dod) nette Kir<he erbaut werden. Die Wände waren aus Lehm aufgeführt; das Dad beſtand aus Rohr. Die jungen Chriſten waren nicht imſtande, die geſamten Baukoſten zu beſtreiten; Nommenſen verkaufte daher ſein Reitpferd, obwohl er es ſehr nötig hatte, und trug ſo die Schuld ab. Das Gebäude faßte 2,500 Zuhörer. Erkrankung

Nommenſens.

Nommenſen hatte bei der Ausdehnung der MiſſionSarbeit weitere Hilfe nötig. Jm Jahr 1870 kam der dritte Miſſionar nach Silindung, Miſſionar Mohri. Nommenſen hatte eine eiſerne Geſundheit; aber 1871 erkrankte er ſ<wer an Dysenterie. Kein Hausmittel half. Er ſpra< den Wunſd aus, nad Europa reiſen zu dürfen. Zunächſt aber wurde er in ein holländiſc<es Hoſpital weiter im Süden der Inſel Sumatra gebracht. Nad einer Woche erklärte der Arzt, daß er dem Kranken nicht helfen könne. Dieſer ließ ſich nun wegtragen. Al3 man faſt alle Hoffnung aufgegeben hatte, trat langſam Beſſerung ein. Troß der eingelaufenen Urlaubserlaubnis entſchloß er ſich zu bleiben. Die Miſſionsſtation wurde dann nah dem höheren und geſünderen Pea-Radja verlegt. Dort

ging es mit der Geſundheit beſſer.


Die

42

Miſſtions-Taube.

Im Jahr 1874 bekam Nommenſen weitere Hilfe, 'da Miſſionar Simoneit in Silindung ankam. Das 'Tal war nun hinreichend mit weißen Miſſionaren beſekt. So konnte Nommenſen eine ſc<on längſt geplante ExplorationSreiſe na; dem Tobaſee unternehmen. Da3 war 1876. Schon drei Jahre vorher hatten drei Miſſionare jene Gegend aufgeſucht. Da3 hatte ihnen faſt das Leben gekoſtet. Ein wilder Nitt.

Der herrliche, hod) in den Bergen liegende Tobaſee galt den Batak3 als heilig. Wehe dem Weißen.. der dort angetroffen wurde. Ein den Miſſionaren freundlichgeſinnter Häuptling namen3 Radja Ponta3s führte jene drei Miſſionare in eine Gegend, von der aus ſie den Tobaſee von ferne ſehen konnten. Sie beſchloſſen, den Verſuch zu machen, den See zu erreihen. Der Häuptling riet davon ab, gab aber ſ<ließlich nah, nachdem ſie verſprochen hatten, ſeiner Führung blindlings zu folgen. Ihr Erlebnis wird alſo geſchildert: „So ſ<nell e3 die ſ<wierigen Wege erlaubten, ging es nun vorwärt5s. In ſauſendem Galopp ſprengten die Reiter dur die Ortſchaften, die ſie nicht umgehen konnten. Mit dem Angſtruf: „Da kommen unſere Götter!“ ſtoben an einem Ort die Leute auseinander, als ſie die nie zuvor geſc<hauten weißen

Männer

erbliten.

Aber hinter ſic<h her hörten die

Kühnen wütendes. Geſchrei und gellenden Krieg3ruf erſhallen. Sicher geleitete Radja Ponta3 die Miſſionare bis an den See. Endlich ſahen ſie ihn vor ſich liegen, den ſagenumwobenen, ſorglich gehüteten heiligen See, im Kranz ſeiner ſchroff aufſteigenden Berge. An ſeinen Ufern im Süden und Oſten und drüben auf der deutlich ſichtbaren Inſel reihte ſic) Dorf an Dorf. Wel< ein weites Arbeitsfeld erſc<hloß ſich hier der Miſſion! Nod war, wie Ponta3 verſicherte, der Sslam in dieſe Lande nicht eingedrungen. Den Miſſionaren brannte der Wunſd) in der Seele, hier mög-. lichſt bald die Arbeit beginnen zu dürfen, damit nicht, wie im Süden, die Boten de3 falſchen Propheten denen des Evangelium3 zuvorkämen. ; : „Freilich war jekt noh nicht daran zu denken, mit den Bewohnern des Seegeſtades Unterhandlungen anzuknüpfen. Nadja Ponta3 drängte zu eiligem Aufbruch. Der beſorgte Führer bog weit nach Weſten aus, um die Landſchaft zu meiden, in der durch da8 Erſcheinen der Weißen da3 Volk in Erregung gebracht - worden war, und ſuchte ſo ſeine Shußbefohlenen ſicher heimzubringen. Aber ſchon waren ihnen die Verfolger auf den Ferſen. Wie ſehr ſie ſich au<h beeilten, ſie

wurden do< eingeholt. Schon war die Naht herein'gebrochen, al8 man da3 Dorf des mit Ponta3 befreun-

deten Häuptlings Ompu Baliga Boſi erreichte. Weiter vermodten die dur< den Fluchtritt völlig erſchöpften Menſ<en und Pferde nicht zu kommen. Auf Ponta3' Fürſpra<he nahm der Häuptling die Miſſionare auf, aber viel Shut konnte er ihnen niht gewähren. Denn kaum hatten die Miſſionare Zeit gehabt, Tor und Tür notdürftig zu verrammeln, da waren aud die Feinde, viele Hunderte an Zahl, ſchon da und forderten mit wildem Geſchrei das Leben der Weißen, die frevelnd ihres heiligen Taos Geheimnis erſpäht hätten. An Widerſtand durften die Miſſionare, die ja nicht einmal Waffen führten, nicht denken. Ponta3 wollte nicht dulden, daß ſie ſelbſt ſich den Leuten zeigten. Während die Geängſteten in dem Hauſe, wo ſie Zuflucht gefunden hatten, auf den Knien lagen und den HErrn um Beiſtand baten, führte Nadja Ponta3 ſeiner Lehrer Sache ihren Feinden gegenüber. Die ganze Nacht hindurd zogen ſic; die Verhandlungen. Al3 endlich gegen Morgen die Gegner gewaltſam in das Haus dringen wollten, ſtellte ſich Ponta3 vor die Tür und erklärte: „Erſt müßt ihr meine Bruſt dur<bohren, ehe ihr eure Hände an meine Lehrer legen könnt.“ Dazu fehlte den Leuten do<h der Mut. Denn ſie wußten wohl, daß Radja Ponta3 in Silindung in großem Anſehen ſtand, und fürchteten de3halb die Rache ſeiner Stammesgenoſſen. DeShalb geſtatteten ſie ſchließlich, daß Ponta3 ſeine weißen Sc<ußbefohlenen ungefährdet zurückführte. E38 mag manchem ſcheinen, daß die drei Miſſionare unbedacht ihr Leben aufs Spiel geſeßt haben. Und ſicher hätten ſie wohl den kühnen Ritt unterlaſſen, wenn ſie die ganze Größe der Gefahr, der ſie ſich ausſeßten, gefannt hätten. Aber der verwegene Verſud war von ſchwerwiegenden Folgen. Denn naddem einmal die Weißen bis an da3 Seegeſtade vorgedrungen waren, gab Singa Mangaradja den Verſud) auf, die Bataklande, die Steppe und den See, den Fremden zu verſchließen.“ Im Jahr 1876 machte Nommenſen in Begleitung Miſſionar Johannſen3 ſeinen erſten Beſuch in Toba. Sie wurden dur<aus nicht unfreundlich empfangen. Im Geiſt ſah er, wie hier und überall im Batakland ein großes Volk von der Finſternis zum Licht bekehrt werden würde, und ſc<rieb: „Wann wird dieſe große Shar ihre Knie beugen vor unſerm König JEſu8? Im Geiſt ſehe ich ſchon überall driſtlihe Gemeinden, Schulen und Kir<en und ganze Scharen von Batak3. Groß und klein ſehe ich hinwandern zur Kir<he und höre, wie überall die Gloden läuten, die zum Hauſe Gotte3 rufen. J< ſehe die große Fläche oder Hod<hebene bebaut, ſehe Gärten und Felder auf jetzt kahlen Höhen, Wälder in üppigem Grün und überall ordentlihe Dörfer und Wohnhäuſer und wohlbekleidete Nachkommen dieſes Volkes.

=


Die

Miſſions-Taube.

No<h mehr, ic< ſ<aue ſumatraiſ<e Prediger und Lehrer auf allen Kanzeln und Kathedern, jung und alt den Weg zum Himmel lehrend. E3 beginnt ſchon zu tagen; bald wird e3 hell, bald ſteht die Sonne der Geredtigkeit in vollem Glanz am Horizont de3 Bataklande3, überall, vom Süden bis zum Meeresſtrand im Tobaland.“ Dieſe Hoffnung erfüllte ſich über Bitten und Verſtehen. Die Batakmiſſion wurde die erfolgreichſte Miſſion in der Geſchichte der proteſtantiſ<en Miſſionen. Die Zahl der getauften Batak<riſten iſt nicht mehr weit von 250,000. Nommenſen, der ein Alter von vierundachtzig Jahren erreichte, ging am 23. Mai 1918 heim. Sein Grab iſt in Sigumpar, Sumatra.

Römiſche

Miſſion3praxis.

E3 iſt eine alte Klage, daß die Römlinge, nachdem proteſtantiſ<e Miſſionare harte Pionierarbeit getan haben, ſich eindringen und dann leicht ernten wollen. So klagen unſere Indianermiſſionare unter den Apachen in Arizona, die nun ſiebenunddreißig Jahre unter den früher ſo wilden Apachen gearbeitet haben, daß römiſc<e Miſſion3arbeiter in ihr Feld eingedrungen ſind. ; Aber auc in andern Weltteilen befolgt Rom dieſelbe Miſſion3praxi3. Darüber klagen in letter Zeit Miſſionare der Berliner Miſſion in Südafrika. Wir legen hier aus der Miſſion3zeitſc<hrift „Berliner Miſſion3berichte“ (Juni 1929) einige diesbezügliche Klagen vor. Ein Miſſionar unter den Zulus in Natal ſchreibt: „Aber ruhig und ſtetig und zielbewußt, ohne in

der Öffentlichkeit viel mitzureden,

beſezt Rom

das

Feld, die Städte und da3 Land, überall mit ſcharfem Bli die wichtigſten Punkte erkennend. So hat die katholiſche Miſſion im vergangenen Jahr ſi< nun - auh in Sekukuni8land einen Stüßpunkt geſichert; die Farm Morgenſonn, geſund und günſtig auf weithin ſi<hbarer Höhe gelegen, ſoll nun ein Hoſpital und eine Schule mit Landbau- und Handwerks3ſc<hule werden. Gemeindeglieder unſerer Kir<he haben die KaVerſuche dazu fehlen tholiken nod) nicht gewonnen. jedoc< nicht. Die Gegenrüſtung zur Abwehr auf unſerer Seite kann nach den un3 dazu zu Gebote ſtehenden Mitteln nur darin beſtehen, daß wir auf Konferenzen und Helferverſammlungen und dur< unſer Gemeindeblatt „Mogoera oa Babaſo“ unſere Leute vor dem alten Erzfeind warnen und auf gründlichen Rein den Schulen ſowie in den Konligion3unterricht firmanden- und Taufklaſſen ſehen. Sehr nötig = baldige Verdie iſt -auch von Laien ſchon erbeten

43

breitung eines Büchleins über Martin Luther3 Werk mit dem warnenden Ruf: „Halte, wa3 du haſt!“ Wir dürfen damit nun nicht mehr lange zögern.“ Au3 der Kapkolonie kommt die Klage: „Die römiſc<h-katholiſc<e Kir<e wühlt in Moſſelbay und der Lokation Tarka unter den Farbigen. Ihren Standort, beſtehend aus vier prächtigen Gebäuden (Kir<e, Shule, Wohnung der Nonnen und des Prieſter5), haben ſie auf einer Höhe zwiſchen Moſſelbay und Tarka eingenommen. BiSher iſt all ihr Bemühen, Kinder unſerer Gemeindeglieder in die Schule zu locken, erfolglos geweſen; aber ſie ſind zähe und laſſen nicht3 unverſu<t. In letzter Zeit veranſtaltet der römiſc<e Prieſter Tanzvergnügen für die Farbigen in ſeiner Schule und ſucht ſie auf dieſe hö<hſt verſu<hliche Weiſe für die „alleinſeligmachende Kir<e“ zu gewinnen. Dod) der HErr lebt und wird uns3 nicht im Sti laſſen, wenn wir nur wachen und beten. „3n Greenpoint iſt eine große katholiſche Schule eröffnet worden. Sie verſuchen auf allerlei Art die Kinder zu ſich zu lo>en. Sie teilen umſonſt Suppe aus; hie und da geben ſie Kindern Kleider und ſonſtige kleinere Geſchenke. „3n der Nähe von Wartburg hat ein ſchwarzer Farmer auf eigene Koſten eine Schule eröffnet und beſoldet aud) ſelber den Lehrer. Die Agitation der römiſch-katholiſ<en Kir<he macht ſich leider auh hier bemerkbar. Der deutſche Pater hat ſich in der nahegelegenen Stadt Stutterheim feſtgeſetzt und verbindet mit der Arbeit an den Europäern auc<h Miſſion3arbeit. Dieſe beſteht vielfa< darin, daß er unſere Gemeindeglieder abtrünnig zu machen verſucht; in einzelnen Fällen hatte er leider au<h Erfolg. In Ohlſen, wo unſere kleine Kapelle eingeſtürzt war und au3 Geldmangel nicht wieder aufgebaut wurde, hat er eine Schule errichtet und baut eine andere in Zzedenge! „Auf Moſterthoek beſteht eine beſondere Shwierigkeit, da der abgefallene Häuptling Micha einen ſ<lec<hten Einfluß auf ſeine Leute ausübt, unter denen ſich auc< unſere Gemeindeglieder befinden. Leider hat ſi dort auh die katholiſche Miſſion feſtgeſekt. Katholiſche Schweſtern verſuchten dur< Verteilen von Süßigkeiten vor unſern Schulen unſere Kinder in die katholiſhe Schule zu loken.“ e-====-=--FJTI-----

Für Von

ſeinem

alle!

Königreich

Schließt unſer Heiland

und

Haus

niemand

Für Fürſt und Bettler allzumal Eröffnet ex den Königs3ſaal.

aus.


Die

Mijſions-Taube.

Dice Predigt eines JIndianer8. Ein bekehrter Indianer ſaß einſt bei einem Feuer im Wald und führte ein Geſpräd) mit einem Engländer. Der Engländer fragte ihn, wie e3 mit der Umwandlung ſeines Herzens zugegangen ſei. Lange Zeit ſchwieg der Indianer, dann ſuchte er dürre Blätter zuſammen, legte ſie in einen Kreis, nahm eine Raupe vom nahen Baum, ſeßte ſie in die Mitte dieſes Kreiſe3 und zündete die Blätter an. Ängſtlid) krod) das Tier von einer Seite zur andern, ſuchte einen AusSweg und fand keinen. Schon krümmte es ſid zum Sterben zuſammen. Da ſtre>te der Indianer ſeine Hand hinein in den Feuerring; der Wurm krod) auf die dargeſtre&te Hand und ließ ſic herausziehen. „So“, ſagte der Indianer, „hat es Gott mit mir gemac<t. Al5 id) mid) allenthalben von den feurigen Augen Gotte3 umgeben ſah und niht wußte, wo ein nod) aus vor den Flammen, die mid) umgaben, da kam das Wort von dem“ gekreuzigten JEſu, und JEſus8 nahm mid) bei der Hand und richtete meine Seele auf.“ Einfa<her

und

wahrer

kann

man

e3 nidt

ſagen,

Seele

erretten

laſſen

wie Gott eben darum, weil er reid) iſt an BarmherzigXeit, uns hier mit ſeinem Zornfeuer zu umringen ſju<ht,

damit

wir

eben

unſere

dur< die große Liebe, damit er uns geliebet hat in Chriſto JEſu.

Scluß eines Vortrags von Franz Delitzſch. Den Vortrag, der im Jahr 1870 zur Gründung de38 Evangeliſ<-Lutheriſchen Zentralverein3 für die Miſſion unter den Juden führte, ſchloß Delitzſch mit folgenden Worten: „Brüder, Freunde! Jahraus, jahrein kommen wir mit der Bitte: Laßt uns nicht vereinſamt! Ohne zu ermüden, weil e3 ſich niht um unſere Ehre, ſondern um die Ehre Gotte3 und ſeiner Kir<he handelt, wiederholen wir die Mahnung: Scließt da3 Volk, dem unſer Heil entſproſſen iſt, niht von eurer Liebe aus! Sollen unſere Worte Jahr um Jahr wie Scneeflo>en auf hartgefrorenen Boden fallen? Wir jind weit entfernt, eurem Eifer für die Heidenmiſſion Abbruch tun zu wollen. Stehen Sachſen, Bayern, Norwegen, die Länder, deren Judenmiſſion3vereine wir vertreten, nicht unter den für Heidenmiſſion werktätigen in erſter Linie? Hat Paulus, weil er Heiden- apoſtel war, ſein Volk al3 außerhalb ſeine3 Berufes betrachtet? Nein. Drei Kapitel ſeine3 Römerbriefes8 handeln von Jsrael. Das eine beginnt mit den Worten: „I< ſage die Wahrheit in Chriſto und lüge nicht, des mir Zeugnis gibt mein Gewiſſen im Heiligen Geiſt, daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne

Betr 55

dms

50058

Unterlaß in meinem Herzen habe. J habe gewünſcht, verbannt zu ſein von Chriſto für meine Brüder, die meine Gefreundeten ſind nac) dem Fleiſch.“ Das andere beginnt ſo: „Liebe Brüder, meines Herzen3 Wunſd) iſt, und flehe au< zu Gott für J5rael, daß ſie ſelig werden.“ Und das dritte beginnt: „So ſage ic nun: Hat denn Gott ſein Volk verſtoßen? Das ſei ferne! Gott hat ſein Volk nicht verſtoßen, wel<es er

zuvor verſehen hat.“ ! „O Kirc<e des reinen Wortes und Sakramente, gehören

dieſe

drei

Kapitel

des

Römerbriefes

etwa

nicht zum reinen Wort? DO Kirde des ſchriftgemäßen Bekenntniſſes, ſind dieſe drei Kapitel kein Beſtandteil der Schrift, nac welcher dein Bekennen in Wort und Tat ſic) zu richten hat, wenn e35 ſchriftgemäß ſein ſoll? O du lutheriſche Kir<he, die du dich glauben3gehorjamer Unterwerfung unter den einfältigen Wortverſtand der Heiligen Schrift rühmſt, ſuchſt du hier deinen Ruhm im Gegenteil und beſchwichtigſt dein Gewiſſen mit Künſten der Verdrehung? Wahrlich, ſolange der Geiſt dieſer drei Kapitel ſich in dir nicht wirkſamer erweiſt als biSher, fehlt deinem Chriſtentum no etwas, und dieſes Etwas wiegt in Gottes Augen ſc<werer al35 vieles, was du beſitzt. „Brüder, Freunde! Wenn es uns von heute an gelänge, die Judenmiſſion zur Angelegenheit der lutheriſchen Chriſtenheit zu machen, ſo wäre das eine Ehrenrettung unſerer Kir<he, die Tilgung eine3 Makel35, in welchem ſie das Widerſpiel des apoſtolij<en Vorbildes iſt. Nun denn, die Sache, die wir vertreten, iſt Gottes. Ihm ſei ſie befohlen.“

Zunahme des Chriſtentums in China. Im Jahre 1807 gab e3 nur einen proteſtantiſj<en MiſſionSarbeiter in China, Morriſon. Erſt zehn Jahre ſpäter konnte er den erſten Chineſen, Liang A Fa, zum Prediger machen. Heute arbeiten Zehntauſende von Chineſen als Paſtoren und Prediger, Evangeliſten und Kolporteure, Ärzte und Pfleger, Seminarprofeſſoren und Schullehrer, und neben ihnen ſtehen <hriſtliche Frauen in Menge als Ärztinnen und Pilegerinnen, Lehrerinnen und Bibelfrauen, Arbeiterinnen auf dem ſozialen Gebiet und in der <hriſtlichen Jungmäddenbewegung. Vor fünfundzwanzig Jahren nod) klagte ein Miſſionar in einer großen Verſammlung, daß die djineſiſ<en „Gehilfen“ nur brauchbar ſeien, wenn man ſie unter dauernder Aufſicht halte; heute arbeitet eine Menge <ineſiſcher Paſtoren ganz ſelbſtändig, und der Führer der proteſtantiſ<-ineſiſ<en Kirche iſt ein Chineſe. ! Sechzehn Jahre brauchte Morriſon, um die erſte


Die

Wiſjſions-Taube.

<hineſiſc<e Bibelüberſezung zu vollenden, die in einundzwanzig Bänden erſchien. Heute iſt die Bibel in neununddreißig verſchiedenen Überſezungen vorhanden, die je in einem Band zu haben ſind. Im Jahre 1812 gab die djineſiſche Regierung ein Edikt heraus, worin bei Todeöſtrafe verboten wurde, ein Buch mit d<riſtlichem Inhalt zu druFen; heute wird die größte Druckerei in China von Chriſten geleitet. Die erſte Bibel erſchien in einer Auflage von nur eintauſend und wurde zumeiſt längs der Küſte und unter den Chineſen in Malakka abgeſetzt, da e3 in China noh

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nur an! J< mußte gefahren werden, und jetzt kann ich gehen!“ Al3 das nächſte Mal die Miſſionare wieder in jene

Dörfer zu kommen verſuchten, wurden begrüßt, und von jekt an ſtand ihnen Haus offen.

Mancqherlei (Von

aus

ſie freudig dort jede3

der Miſſion.

CC. F. Drewes.)

kaufen. Im Jahr 1925 wurden ac<ht Millionen Bibeln und Bibelteile in China abgeſetßt, und 1926 ſtieg die

Philadelphia. Man erwartet, daß die Kapelle bis Ende April oder Anfang Mai für die Einweihung fertigſein wird. Paſtor und Glieder ſind voll freudiger Erwartung. |

die Bibel in der geſprochenen Volksſprache und nicht, wie es ſonſt bei allen andern Büchern der Fall war, in

Noſa Young war im Januar wieder recht leidend. Sie ſchreibt, daß ſie eine Nacht meinte, ihr Ende ſei gefommen. Der HErr hat wieder geholfen.

nicht angängig

Zahl

auf

11

war,

die Bibel zu verkaufen

Millionen.

der nur von Gelehrten herauszugeben, was ihm

Morriſon

hatte

oder

den

zu

Mut,

verſtandenen Bücherſprache und überhaupt der Miſſion

Spott und Verfolgung von ſeiten der <hineſiſchen Gelehrtenwelt

und

eintrug.

Zeitungen

gegeben;

Heute

in

dieſer

werden

faſt alle Bücher

Umgangsſprac<he

heraus3-

das zeigt deutlich die WeiSheit dieſes erſten

proteſtantiſchen Miſſionar3. Im Jahr 1807 gab es keine proteſtantiſchen Kapellen,

Kirchen

oder

Schulen

in

China;

ſelbſt

al3

Morriſon 1834 ſtarb, gab es nod) keine Apotheken, Hoſpitäler oder Anſtalten unter proteſtantiſcher Leitung. Heute zählen dieſe Einrichtungen na< Zehntauſenden, und mehr al3 eine Million Schüler beſuchen <riſtlihe Schulen. -=-=======---2eP--------------

Wie verſchloſſene Türen ſich öffnen. Zu einem Miſſionar in Afrika kam einſt ein alter

Mann

und

fragte:

„Meine Tochter

iſt krank.

Wenn

ic) ſie herbringe, kannſt du ſie dann geſund machen 2“ „Wa3 fehlt ihr denn?“ „Sie kann nicht gehen.“ „Wie lange iſt da3 ſchon her?“ „Fünf bis ſechs Monate.“ „Wo wohnſt du?“ „Drei Tagereiſen von hier.“ „Wie willſt du ſie hierherbringen, da ſie nicht laufen kann?“ „Wir werden ſie fahren; aber nicht wahr, du machſt ſie dann geſund?“ „Das kann ih nod nicht ſagen; aber bring ſie her, und ich werde tun, was id) irgend kann.“ So wurde da8 Mädchen in3 Hoſpital gebracht und konnte nah vier Monaten als geſund entlaſſen werden. Auf dem Heimweg kam ſie dur< ein Gebiet, in da3 die Miſſionare troß aller Mühe bi3her nod keinen Eingang hatten finden können. Überall bezeugte ſie nun: „Wir haben dieſe Gottesleute biSher nur nicht verſtanden. Sie meinen e38 gut mit uns; ſcht mich

Alabama

Luther

College,

Selma,

Ala.

Frau

Lehman mußte im Januar den Unterricht einſtellen. Frau Lynn hat ihre Stelle eingenommen. -- Die Anjſtalt5Sgebäude ſind im Sommer angeſtrichen worden und ſehen nett aus. Byron Skinner, der lezten Mai auf unſerm Predigerſeminar zu GreenSboro Examen gemacht hat, iſt von der MiſſionSbehörde für das Alabamafeld berufen worden. Mobile, Ala. Miſſionar Wm. Wolff hat den zum ziveitenmal an ihn ergangenen Beruf nad Paris, Frankreich, abgelehnt und bleibt auf ſeinen beiden verſprechenden Miſſionsſtationen zu Mobile und Atmore.

Manſura, La.

Am 11. Januar

rannte ein Fraht-

auto gegen Miſſionar C. P. Thompfons8 Auto und richtete großen Schaden an. Zum Glü> wurde unſer Miſſionar nicht verleßt. Piney Wood8, 10. Januar brach Feuer aus. Die kalte Nacht flüchten

Miſſ. In der Nacht vom 9. bis in dem dormitory für Mädchen ein 140 Mädchen mußten in die naſſe, und haben nur das Leben gerettet.

der Zeit die Anſtalt inſpizierten, und Superintendent G. A. Schmidt rieten der Kommiſſion per Telegraph, Geld für die Notleidenden zu ſchi>en. DaS iſt denn auch geſchehen. Wer etwa in dieſem unvorhergeſehenen Fall helfen will, ſchie ſeine Gabe an Kaſſierer Theo. W. EBekhart, 3558 S. Jefferson Ave., St. Louis, Mo.-So Gott will, werden wir den Leſern der „Miſſion3taube“ ſpäter eine höchſt intereſſante Mitteilung über Piney Wood38 machen können. Braſilien.

lung entnehmen

Einem Bericht über eine Kreisverſamm-

wir folgendes:

„Neue Nahrung -fand

der bereit3 lange in unſern Kreiſen gehegte Plan, für die ſchulentlaſſenen Töchter unſerex Kirche eine Anſtalt

zu ſchaffen, in der ihnen Gelegenheit geboten. wird, ſich eine höhere Bildung in driſtlihem Sinn anzueignen. Um der Verwirklichung dieſes Plans etwas näher zu


Die

46

Hlijſſtons-Taube,

treten, ſoll dieSbezüglih mit den andern KreiSverſammlungen [in Braſilien] Fühlung genommen und die Erörterung dieſer Frage bei ihnen angeregt werden.“ Auſtralien. In der Stadt Adelaide iſt am 25. Oktober vorigen Jahres nach langem, ſc<werem Leiden Prof. Georg Koh im Alter von 54 Jahren, 8 Mo-

naten und geſtorben.

25 Tagen im Glauben an ſeinen Heiland Der Verſtorbene wurde zu Schönberg,

Deutſchland, geboren. Jn Amerika war die Heimat des frommen Jungen bei Medina, N. Y. Er madte im Jahr 1899 Examen auf dem Concordia-Seminar zu St. Loui3 und erhielt einen Beruf, unter den Auſtral-negern zu Koonibba an der Weſtküſte Südauſtraliens al3 Miſſionar zu dienen. Als er 1901 in Adelaide landete, war die dortige Gemeinde ohne Paſtor. Er bediente die vakante Gemeinde und wurde dann von

Hauſe von den Angehörigen verpflegt werden. Fünf mußten andern Anſtalten überwieſen werden. --- Unter den Todesfällen waren acht Epileptiker, zwei ſtarben an Altersſ<wäc<he und fünf an verſchiedenen Krankheiten. Dice Wiedereröffnung des theologiſ<en Seminars in der Stadt Hankow, von der in der Dezembernummer der „MiſſionStaube“ die Rede war, geſchah am 12. Oktober vorigen Jahres. Die Sülerzahl beträgt fünfundzwanzig. =- Die Zahl der getauften Glieder der Chinamiſſion beträgt jekt 624. Zurzeit ſtehen 157 Perſonen im Taufunterricht. Diakoniſſe Gertrud Oberheu iſt wohlbehalten in Ambur, Jndien, angekommen und bleibt vorläufig bei ihrem Bruder, während ſie die fremde Sprache (Tamil) lernt. Indien. Gandhi, der Führer der Freiheit3bewegung in Indien, hat anfangs Januar erklärt, daß die jüngjten Beſchlüſſe des indiſchen Kongreſſes niemanden in Furc<t ſetzen oder beleidigen ſollten. Dieſe Beſc<lüſſe fordern die völlige Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien. Um dieſe Unabhängigkeit zu erwirken, ſollen dur<haus keine gewaltſamen Mittel angewendet werden. Cinmal ſtehe bürgerlicher Ungehorſam und Boykott der geſeßgebenden Körperſchaften auf dem Programm. Auf dem konſtruktiven Teil des Programm3 ſtehe Beſeitigung der Unberührbarkeit, Kommunalunion, Prohibition berauſchender Getränke und Boykott im Ausland verfertigter Kleider. Gandhi erklärte, daß er den angewieſenen Weg zur Freiheit nicht übereilt betreten werde. Vizekönig Lord Jrwin warnte in einer Anſprache an die LegisSlatur am 25. Januax alle Jnder, die den extremen Teil der Freiheitler bilden, ihre Zwe>e nicht auf geſeßwidrigem Weg erreichen zu wollen. Dr. Sc<legelmil<. So hieß der ſionar der lutheriſchen Kirche, der ſandt wurde, und zwar ſc<on im Jahre ſpäter folgte ihm Dr. Croll. andere MiſſionSärzte folgten ihnen.

Prof. Georg Koch.

erſte ärztliche Miſnach Oſtindien geJahr 1730. Zwei Martini, Klein und Sie wurden ſämt-

ihr als Pajtor berufen. Im Jahr 1907 wurde ex al3 Profeſjox an die Lehranſtalt der Auſtraliſchen Synode lich von der Däniſch-Halleſchen Miſſion geſandt. Wilin Adelaide berufen und hat mit ſeinen feinen Gaben liam Carey, ein engliſcher Baptiſt, der irrtümlicherder treulutheriſchen Kir<e Auſtraliens mit Erfolg geweiſe als der erſte proteſtantiſche Miſſionar in Oſtindien dient. Seine Witwe und ac<ht Kinder betrauern da3 angeſehen und ſo genannt wird, kam erſt im Jahr 1793 Hinſcheiden des teuren Mannes. in Indien an. Die Anſtalt zu Watertown, Wi3. Superintendent China. Da38 American Board (KongregationaK&. Pingel ſagt in ſeinem Jahresbericht über die Anſtalt liſten) hat ſein geſamtes Eigentum in Norddina der für Schwadſinnige und Epileptiſhe: Am 1. Januar Kontrolle ſeiner <ineſiſ<en Kirche unterſtellt. Die 1929 befanden ſich 308 Pfleglinge im Heim. Jm Laufe <hineſiſche Miſſion3behörde wird nun die MiſſionSarbeit

des Jahres ſind 60 eingetreten;

geſtorben ſind 15.

ausgetreten ſind 31;

Somit verbleiben am 1. Januar

1930 in der Anſtalt 322 Inſaſſen.

Der Geſundheit3-

zuſtand war im vergangenen Jahr ein guter. Wir hatten feine Epidemie von anſte>enden Krankheiten. =-

übernehmen.

Das

American

Board iſt alſo die erſte

MiſſionsSbehörde, die dem Verlangen der Chineſen nach

Unabhängigkeit nachgegeben hat.

Dr. C. P. Friberg, ein ärztlicher Miſſionar auf dem

Unter den Ausgetretenen ſind fünfzehn, welche ſo weit

MiſſionSfeld der hieſigen Auguſtanaſynode in der Provinz Honan, China, iſt am 22. Januar am Typhus ge-

ſich nüßlich

vor einigen Jahren

gebeſſert ſind,

daß

maden

ſie unter

können.

Aufſicht dex Verwandten

Elf andere

können

zu

ſtoxrben.

Dr. Friberg

iſt während

auf ſeinem

der großen

Poſten

Gefahr

geblieben.

-


Die

Miſjſions-Taube.

Die Dr. Lepſiu3-Deutſche Orientmiſſion, gegründet von Pfarrer Dr. Johann Lepſius (Sit in Pot3dam), treibt neben ihrer ſehr beſchränkten Mohammedanermiſſion Samariterarbeit unter den Armeniern in Vorderaſien. Sie hat zu Ghaſir am Libanon bei Beirut, Syrien, ein Waiſenhaus mit 106 Kindern, Schule und Kindergarten. Die Leiter ſind A. M. Kavouchdjian und ſeine Frau (eine Deutſche). Jhnen zur Seite ſtehen fünf Lehrkräfte. In Aleppo ſind 170 Waiſenkinder im Familienſyſtem (Witwenkolonie) und 65 Koſtkindexr. Die Zahl der aus dem Jslam Befreiten in Aleppo iſt 637 (von in8geſamt 1,800). Die Verwaltung der Aleppoarbeit liegt in Frl. Karen Jeppes ehrenamtlichen Händen und deren Mitarbeiter, Frau Jenny Jenſſen und Herrn L. GaS8zczyk. Die

Charb-Bedro3-Kolonie,

gegründet im Herbſt

des Jahres 1926, iſt ein armeniſc<es A&kerbaudorf der «ertvachſenen Waiſen. Gegenwärtig ſind e5 im ganzen neunundzwanzig. Der Lehrer iſt Chatſchik Hagopian. Die Miſſion gibt ein Monatsblatt, „Orient im Bild“, heraus. Tod des Propheten Harris in Afrika. Die Wesleyaniſche Miſſion erhielt vor einiger Zeit die Nachricht vom Tode de3 ſc<warzen Propheten William Wadai Harris, deſſen einfache Predigt ſeinerzeit die eigenartige große Erwedungs5bewegung auf der Elfenbeinküſte zur Folge hatte, die bis auf den heutigen Tag andauert und die Wesleyaniſche Miſſion 1924 bewogen hat, Miſſionare zur Unterweiſung der um „Lehrer“ flehenden Harri3jünger auf die Elfenbeinküſte zu ſenden. Harxis ſelbſt war 1915 von der franzöſiſchen Negierung als politiſch verdächtig erklärt und in ſeine Heimat nach Liberia deportiert worden, wo er ſeither al3 altex Mann in großer Armut und Einſamkeit lebte. Seinen Anhängern auf der Elfenbeinküſte ſandte ex hin und wieder Aufmunterungen und Ermahnungen, der Lehre treu zu bleiben und die Wesleyaniſchen Miſſionare als ſeine re<htmäßigen Nachfolger anzuerkennen. Mit ihm hat die afrikaniſche Chriſtenheit eine ihrer markanteſten Ge-

ſtalten verloren.

|

Lichtbildervorträge. Während der langen Wintermonate ſind unſere drei mit Lichtbildern reichilluſtrierten Vorträge über unſere Negermiſſion an gax manchen Orten willkommene Gäſte. Intereſſierte können ſich an folgende Adreſſe wenden: Rev. C. XF. Drewes, 3558 S. Jefferson Ave., St. Louis, Mo. -»y---14-I------

Leſehunger

in Ägypten.

Zu keiner Zeit waren die Ägypter empfänglicher' für da3 gedru>te Wort al3 in den letzten Jahren. Aus Kairo wird berichtet, daß wohl als Folge der Reform de3 Religionzunterricht3 an der Azhar-Univerſität 2,000 Bibeln zum Studium in derſelben und in ihren Zweigſc<ulen beſtellt worden ſind.

47

Hier in unſerm Bezirk trifft man ſelten auf Wider-

ſtand bei der Verteilung von Bibelteilen und Traktaten. Auf einem Ritt nach einem Dorf hielt mich ein

kleiner Junge an und ſagte: „Du haſt mir einmal ein Evangelium gegeben, aber der Scheich der Koranſchule hat mir'S weggenommen; deshalb bitte ich dich, mir jet ein anderes zu geben.“

Im

durchgehenden Eiſen-

bahnwagen dritter Klaſſe beginnt nach der Verteilung ein allgemeines lautes gegenſeitiges Vorleſen, wodurc) das Wort Gottes bekannt wird. Einige ſc<häm-

ten fich, im Ramadan

da3s Evangelium

zu leſen, und

legten deShalb unbemerkt das kleine Büchlein in ihren Koran; aber die Neugierde trieb ſie ſc<ließli<, e3 dody) zu leſen. Andere fühlen ſi< berufen, den Umſikenden bekanntzugeben, daß es auch den Mohammedanern erlaubt ſei, das Evangelium zu leſen, und daß

es im

Koran

als3

leſenswert

empfohlen

werde.

Sogar Frauen beſtürmen mich mit der Bitte um ein Evangelium. Wenn id ſie frage: „Jhr könnt ja nicht leſen; wa3 wollt ihr denn damit?“ dann lautet die Antwort gewöhnlich: „Wir haben Söhne, wir wollen es dieſen geben“, oder: „Wir laſſen uns Amulette davon maden; nüßen!“

dann

kann

e3

un3

dod)

perſönlich

In Aſſuan traf ich gelegentlich mit einigen meiner

alten

iSlamiſchen

Freunde

zuſammen,

die

mir

mit-

teilten, daß ſie angefangen hätten, das bekannte Buch „Erſtlingsfrüchte“ (Schilderung von den Kämpfen und Übertritten bekehrter Mohammedaner) gemeinſam

zu

leſen.

Heute

machen

ſie ſich

kein

Gewiſſen

mehr daraus, ſolhe Schriften zu leſen. So ſchreibt Miſſionar Enderlin von der Evangeliſchen Mohammedanermiſſion (Wie3baden) aus Darau. (A. M.N.)

Neue Drutſachen. Heaven (Zimmel). An Old German Song. Translated by Dr. J. T. Mueller. Piano accompaniment composed by 4. DL. Wendt. Published by Emma Selle, 410 S. Michigan Ave.,. Chicago, Ill. Price of Small choir Size: 15 cts. the copy; 20 or more copies, 10 cts. the copY; 100 or more, 8 cts. the copy; of the large edition, for Solo and duet: 35 cts. the copy; 20 or more copies, 25 cts. the copy; wholegale in 100 lots, 20 ets. the copy. 8 2 Die3 iſt eine engliſch-deutſhe Aus8gabe eine38 herrlichen Liede3. Frl. Selle ſchreibt, daß der Reingewinn für Miſſion ſowie für die zweite Aus8gabe ihrer Schrift Voice Preservation beſtimmt ſei.

Contributions

Received by the Treasurer.

January

1--31,

1930.

Received for Colored IJisSions from the following colored congregations: Augustana, Alexandria, 825.00; Bethany, Nyland, 3.32; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, 2.40; Bethel, Rock West, 6.30; Bethlehem, Holy Ark, 1.55; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 19.37; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Or-

.


Die Wiſſtons-Taube.

48

Jeans, 15.00; Holy Cross, Camden, 4.42; Ebenezer, Atmore, 1.50; Faith, Mobile, 2.50; Gethsemane, Hamburg, 8.15; Grace, Concord, 40.00; Grace, Greensboro, 35.87; Grace, Ingomar, 6.60; Grace, St. Louis, 50.00; Holy Trinity, Springfield, 30.00 ; Hope, Kings Landing, 6.16; Immanuel,

Pensacola,

3.96;

Immanuel,

Shankletown,

5.00;

Immanuel

Lutheran College, Greensboro, 917.07; Luther Memorial, Greensboro, 14.50; Luther Preparatory School, New Orleans, 46.50; Messiah, Bashi, 3.79; Mission at Catherine, 11.00;

Mission

at

Cleveland,

25.65;

AMission

at

AMaples-

ville, 3.74; Mission at New Bern, 1.35; Aission at Southern Pines,

5.00;

50.00;

Our

Mission

at

Union

Springs,

3.00;

Mount

Cal-

Savior,

Pos-

vary, Kannapolis, 40.00; Mount Calvary, Mount Pleasant, 10.00; Mount Calvary, Tilden, 12.00; Mount Carmel, Midway, 1.65; Mount Olive, Catawba, 1.90; Mount Olive, Tinela, 2.74; Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, Charlotte, 18.00; Mount Zion, New Orleans, Our

2.00;

Longmile,

Redeemer,

sum Bend, 5.70; Pilgrim, Birmingham, 11.11; St. Andrew's, Vredenburgh, 2.93; St. James's, Buena Vista, 6.28; St. John's, Joffre, .56; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High

Point,

4.00;

St. Luke's,

Lamison,

1.00;

St. Luke's,

Spartanburg, 22.00; St. Mark's, Ackerville, 9.52; St. Mark's,

Atlanta, 25.00; St. Mark's, Winston-Salem, 5.00 ; St. Matthew's, Arlington, 6.97; St. Matthew's, Meherrin, 24.94;

St. Paul's, Charlotte, 12.00; 5.00;

leans,

St. Paul's, Los Angeles, 42.00; 14.00;

St. Paul's, Napoleonville, 50.00;

Preparatory

10.00, for Luther

St. Paul's, Mansura,

St. Paul's,

Oak

Hill,

5.63;

School,

St. Paul's, New St. Peter's,

Or-

Cabar-

rus Co., 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 3.44; St. Philip's, Chicago, 50.00; St. Philip's, Philadelphia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 100.00; Trinity, New Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 18.44; Zion, Gold Hill, 8.00; Zion, Taits Place, 7.63. | For. African JMisgions: St. Luke's, Lamison, 811.45; St. Matthew's, Arlington, 28.00. Miscellaneous: For NXegro JAissions: „H. W. Leusner, Cabot, Pa., 86.00; Della C. Klingmann, Watertown, Wis., 10.00; Chr. F. Schmelzle, South Porcupine, .45; Dorothea Koehler, Wauwatosa, Wis., 1.00; per Geo. A. Lorence,

Curtis, Nebr., from a number of congregations, 35.00. M. Voss, Neenah, Wis., for Lucius Means, 4.50. Per

Mrs. Mrs.

J. Firzlaff and Mrs. A. Heinecke, Dr. and Ars. C. J. Elfers Memorial, for Catherine, 600.00. For Mollie Louder: N. N., Wisconsin, 5.00; J. Kirchhoefer, Colby, Wis., 2.00; Fritz

East Wm.

Heine,

Sr.,

Cleveland, Grother,

Craig,

O.,

for

from

Mo.,

Negro

3.00.

St. Martini

F.

Missions, Ladies*

W.

Herbkersman,

5.00.

Aid,

Per

Rev.

Milwaukee,

Wis., for Building Fund, 15.00. Ars. A. D. Phillips, Dallas, Tex., for Negro JAlissions, 2.00. Per Dean J. H. C. Fritz, from classmates of Student Wolff (AMlindekranz),

“for

Special

Purpose

at the Greensboro

College,"

50.00.

For Mollie Louder: 0.H.K., Milwaukee, Wis., 1.00; W.E. Heidorn, Blue Earth, Ainn., 5.00; Mrs. Anna K. Umbach, Frankenmuth,

Mich.,

1.00;

Ruth

Petermann,

Newburg,

Minn., 1.00; N. N., Trinity Congregation, St. Louis, Mo., 5.00 and for Students" Fund, 20.00. Mrs. C. Y. Schroeder, Milwaukee, Wis., for Negro Missions, 1.00. A. Voge, Colby, Wis., for Mollie Louder, 3.00. Mrs. Henry Brunkhorst, Blackburn, Mo., for Negro Missions, 2.00. 'CHE0. W. ECKHART, Treasurer.

Quittung und Dank. Mit herzlichem Dank quittieren wir für die folgenden Gaben:

Für Lucius Means: Tabitha Society, Danville, JU., 815.00; Fred H. Wolff, Jefferſon, Wis., 10.00; Frl. M. Brandenſtein, Watertown, Wis., 5.00; N.N., Hinsdale, JU., 5.00; A.J. Tichorn, California, Mo., 2.00. = Für Clemence Sabourin

und J. Winbuſh:

Frau E. Lömker, Odell, Nebr.,

Datc<hefski, Cleveland, O., 10.00;

82.00;

aus P. K. Kreßſchmars

P.

Mail-

box, Fort Smith, Ark., 12.00; “Friend of Missions", (Chicago Heights, IU., N. Y.; 5.00;

5.00; Frau

Frau L. Käſtner, Haſtings on Hudſon, Louis Frank, Arapahoe, Nebr., 2.00;

SFriend of Missions", Briſtol, Conn., 11.00; Annie Hadbarth, Milwaukee, Wis., 5.00; P. E. A. Zapf, McClusky, N. Dak., 2.00; Frau D. M. Reeb, Humberſtone, Can., 8.00. H. Na u.

Unſer Miſſionsneger. Dieſe allerliebſte Sammelbüchſe für Miſſion8gaben eignet ſich vortrefflich zum Aufſtellen in Schulen, Sonntags8ſchulen, Verſjammlungslokalen der verſchiedenen Vereine in der Gemeinde

uſw.

Auch einzelne Chriſten ſtellen den kleinen Miſſionsneger

in ihren Häuſern auf und legen ihre Opfer für das heilige Werk der Miſſion von Woche zu Woche hinein. Kinder freuen ſich, wenn ſie ſehen, wie der kleine Heidenknabe mit dem Kopfe ſeinen Dank ni>t, wenn ſie ihm ihre Gabe für den Heiland geopfert haben. Mittels de8 Miſſion3neger3s haben Schulen in unſern Kreiſen Hunderte von Dollars in einem Jahr für die Miſſion geſammelt. Doch das Beſte iſt, daß die Kinder von klein auf ans Geben für die Reichsſache ihres lieben Heilande8 gewöhnt werden. Preis des Miſſion8neger3: 383.50. Man ſende ſeine Beſtellung an Mr. Theo. W. Eckhart, 3558 S. Jefferson Ave., St. Louis, Mo. Bitte zu beachten! Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und beachten, ob das Abonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen wird. March 30'' bedeutet, daß das Abonnement jebt abgelaufen iſt. Man bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direlt an uns, und zwar

prompt, damit die Lieferung nicht unterbrohen zu werden braut. Es dauert durc<hſchnittlih zwei Wochen, bi3 der Adreßſtreifen auf dem

Blatt die Adreßveränderung oder Quittung auſweiſt. Bei Entrichtung ſeines Abonnement3 erwähne man gütigſt immer,

welc<es Blatt man wünſc<t, und gebe Namen

und

neue,

wenn

Die „„Miſſions“ int ei in Vorausbezuhlung mit Porto iſt folgender2 NOS VD Von „

und Adreſſe an

e3 ſi< um Adreßveränderung handelt). CONCORDIA PUBLISHING HOUSE, St. Louis,

10 Expl. an aufwärts an eine „

"„

„"

(alte

Mo.

reini ahr

. 50 Cts.

Adreſſe 40 Cts. pro Expl. „

37 Cts.

„"„

100 33 Ct vi, „ „ " „ „ „ „ „ Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing Uouze, St. Louis, Io. »Alle die Redaktion betreſſenden Einſendungen ſind zu richten an Rey. €, F. Drewes, 3558 S. Jefferson Ayenue, St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge ſür die

Negermiſſion an den Kaſſierer, Avenue, St. Louis, Mo.

Ar. Theo. W. Eckhart,

3558

S8. Jefferson


a.

Miſſionszeitſchrift der Evangeliſch-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subscription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as Second-class matter at the Post Oflice at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 1879. Acceptance ſor mailing at special rate of postage provided ſor in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

April

52. Ighrgang.

= m „m

mm

nr mon -.

1930.

Ur. 4.

MI.m «

„Komm

hernieder in Mazedonien

und

hilf uns!“

Apoſt. 16, 9. 10. Ein Bote Gotte3 kommt des Wegs geritten Auf einem Pferd, von Heiden ihm geſenkt, Al3 dieſe hörten, daß in fernen Landen No<h Liebe wohnt, die ihrer Not gedenkt. Der Häuptling jenes Stamms erfährt ſein Kommen, Vernimmt, daß er ſich nähert ſeinem Ort, “Und eilt hinaus, als Freund ihn zu begrüßen, Ihm zu bereiten einen Ruheport.

„Wir mödten

gerne wiſſen, wer der „Jſa“ [JEſu3],

Der neue Gott vom Sonnenhimmel, iſt, Von dem ſo mande fremde Leute ſagen, Daß du ſein großer Frieden3bote biſt. Und ſollteſt du allhier niht bleiben können, So, bitt' ich, kannſt du andern doh vielleicht Erzählen, wie wir alle ſehnlichſt wünſchen, Daß man den Weg, den Weg zu Gott, un zeigt.“ --

„Fünf Jahre“, ſprach das Oberhaupt zum Fremdling, „Sahn wir den Weg aus dieſer Stadt hinab; Fünf Jahre ſanken ohne jede Hoffnung, Den Ahnen gleich, dahin in3 dunkle Grab. Jahrzehnte rauſchten hier die Waſſerfluten Des Sari hin dur<h3 weite Talgebiet; Doh bracht' er niemal3 einen Götterboten Der Freude, der un3 ſang ein neues Lied.

O

„Wie oft klang da die Frage dur< die Seele: Wann kommt dod) endlich jener SegenStag, Der Himmelslehrer, der den Weg uns weiſet, Wie Herz und Mund mit „Allah“ reden mag? Drum ſei du heut' gegrüßt als Gotte3 Diener, Der dich in dieſe3 Scarital geführt, Damit wir endlich, endlich einmal lernen Da3 rechte Beten, wie e8 uns gebührt!

So laßt auch uns auf Gotte3 Willen achten, Der heute noh den Lauf de3 Worte3 lenkt, Und Einzug halten dur die offnen Türen, Die ſeine Liebe allenthalben ſenkt! Er mache Bahn au<h zu dem Saravolke, Zu künden, wer ihr Gott und Heiland iſt. Auf, laßt un3 eilen, eilen, weil noch heute Gott ſchenkt den Heiden ſolhe Gnadenfriſt! O. R. Hüſchen.

ZU Wr

mer

m

Als

Chriſten,

Mazedonien

Afrika,

dies

war

finſtre

nicht

beſſer

Sklavenland.

Do<h drang der Hilferuf an Pauli Ohren: „Komm über3 Meer, reich' un3 die Rettungöshand!“ Und Paulus folgte dieſem Ruf von oben, Zu predigen das Cvangelium, Zu baun de3 Höchſten Reich im fernen Lande Und zu verherrlichen de3 Heiland3s Ruhm.

'.-

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Die Miſſions-Taube.

90 Unſere

Pioniere

in Texa3.

Kilians Wirken in Deutſc<land.

I. In dem großen Staat Teras gab es vom Jahr 1854 bi3 1868 nur einen lutheriſchen Paſtor, der zur Miſſouriſynode gehörte. Jm Jahr 1868 kam der zweite. Im Jahr 1877 war die Zahl auf elf geſtiegen. Heute bedienen etwa 100 Paſtoren gegen 25,000 Seelen mit Gottes Wort und Luthers Lehre. Die Paſtoren in der erſten Zeit waren Pioniere, Bahnbreder, und ſind es wohl wert, daß man ihrer gedenkt. Einer der Pioniere, P. Gotthilf Birkmann, der jeßt nod) lebt, hat vor einigen Jahren auf beſonderen Wunſd) im „Texas-Diſtrikt5boten“ über die erſten Zeiten in Texas berichtet. Von dieſem Bericht wollen wir ausgiebigen Gebrauch machen. Der erſte und älteſte Pionier in Texas war P. Johann Kilian.

P. Kilian war von Geburt ein Wende. Wer ſind die Wenden? Sie ſind ein ſlawiſcher Volks3ſtamm und daher mit den Ruſſen, Polen, Böhmen, Slowaken und Serben verwandt. Sie ſelber nennen ſich Serben. Etwa 500 Jahre nac Chriſto haben ſich die Wenden in Preußen, Pommern, Medlenburg ſowie im ſüdlichen Holſtein und nördlichen Hannover niedergelaſſen. Die Namen vieler Ortſchaften und Städte in dieſen Gegenden ſind wendiſchen Urſprungs, ſolHe Namen nämlich, die mit au, in und it enden, wie zum Beiſpiel Berlin, Schwerin uſw. In ſpäteren Sahrhunderten ſind dann die Wenden von den Deutſchen vielfach) verdrängt oder in ihren Volkskörper aufgenommen worden. Reſte der Wenden haben ſich bi3 auf den heutigen Tag in Preußen ſowie in der ſähſiſ<en Ober- und Niederlauſit erhalten. Die Reformation fand unter den Wenden bald Eingang. Bibel, Katehi35mus und Lieder wurden in38 Wendiſche überſekt. P. Kilian hat die Augsöburgiſche Konfeſſion, Luthers Großen KatechiöSmus uſw. in8 Wendiſche

überſekt, aud) Lieder in dieſer Sprache verfaßt.

„-

Geboren wurde Kilian am 22. März 1811 zu * „Dahlen in der ſächſiſchen Oberlauſit. Seine Eltern s waren fromme Leute. Beide ſtarben in ſeiner Kindheit: Nad ſeiner Konfirmation bezog er da8 Gymnaſium zu Baußen. Als er dies Gymnaſium bald dur<gemadt hatte, bezog er die Univerſität Leipzig, wo er Theologie ſtudierte. Er hatte ſchon friih den

Wunſd, ein Prediger zu werden.

In Leipzig war er

ein Studiengenoſſe des ſeligen D. Walther, P. Theo.

Brohm3

Examen.

und

anderer.

Im '

Jahr

1834

machte er

Nad) beſtandenem Examen wurde der junge Kandidat zunächſt Hilfsprediger zu Hochkird) in der Oberlauſiß. Am Ende ſeiner Wirkſamkeit als Hilfsprediger trug

er ſich mit

Miſſionar

nach

jein Onkel, P. Michael Kilian, in Koti, Sachſen.

Der

Indien zu gehen.

dem

Gedanken,

als

So reiſte er nac Baſel.

Da ſtarb

junge Kilian wurde zum Begräbnis gerufen. Gemeinde in Kotitz behielt ihn als ihren Paſtior. predigte wendiſc<h und deutſd).

Die Er

Die Zeit ſeiner Wirkſamkeit in Kotiz (1837 bis 1848) war in Preußen eine Zeit der Glaubens5ver-

wirrung. lichen,

Er warnte ſeine Gemeinde gegen alle päpſt-

reformierten

und

rationaliſtiſchen

Irrtümer.

Im großen ganzen waren die elf Jahre in Kotitß ruhige Jahre. Dann aber folgten ſechs Jahre des Wanderns. Er bediente achtzehn Predigtplätze in Preußen

und

in Sachſen. Die

Die

von

Union

in Preußen.

der Regierung

in Preußen

mit

Gewalt

eingeführte Vereinigung der lutheriſchen und der reformierten Kirche hat vielen treuen Lutheranern viel Not und Elend verurſacht. Kilian ſchrieb hierüber folgendes: „Wa3 die Dekrete und Bullen de38 römiſchen Papſtes ſind, nämlich knechtende Menſc<henſakungen, das ſind aud die Kabinett3ordern des Berliner Papſtes, de3 König3 von Preußen, vermittelſt wel<her vom Jahr 1830 an die evangeliſch-lutheriſc<e Kir<e in ihren durch den Weſtfäliſchen Friedensſc<luß gewährleiſteten Gemeinſc<haft3re<hten verlekt und ihrer irdiſchen Güter beraubt wurde. Durd) dieſe königlihen Kabinett5ordern, durd) welche willkürlich und gewaltſam eine neue oder Konfuſionskirhe gemacht worden iſt, ſind die treuen Lutheraner in Preußen in ſolche Not verſekt, daß ſie ſ<wer zu leiden haben, ſie mögen nun aus der königlichen Kir<he austreten oder darin bleiben. Daher kommt der große Trieb zur Auswanderung, der aud) fromme Seelen erfaßt.“ Die Auswanderung

nach Texas.

Im Jahr 1853 wanderten etliche dreißig Wenden, preußiſche Lutheraner, über Bremen nad Amerika aus. Texa3 war ihr Reiſeziel. Sie litten aber an der Inſel Kuba Schiffbruc, retteten jedoch ihr Leben und kamen in Texa3 an. Von dort ſchrieben ſie im Winter 1854 günſtige Briefe an Freunde und Ver-" wandte. So bildete ſic denn eine AusSwanderung3geſellſchaft, die aus mehr als 500 Seelen beſtand. Die Gemeinde, die ſie im März 1854 zu Dauban, Preußen, bildeten, beſtand aus Preußen und etwa


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92

Hlijſtons-Taube.

200 ſächſiſ<en Lutheranern. Sie berief P. Kilian am 23. Mai als Paſtor und Leiter. Die 500 Auswanderer traten die Reiſe im September 1854 an. Jhr Weg führte ſie über Hamburg und Liverpool. Die Seefahrt ging ohne eigentlichen Sturm ab, aber der Tod kam und hielt eine reiche Ernte. Kilian ſc<hrieb: „Wir haben mehr denn ſiebzig Perſonen durd) den Tod, größtenteils durd) die Cholera, verloren, von welcher die Geſellſhaft während ihrer Durchreiſe dur< England ergriffen wurde. Schon in Liverpool ſtarben mehrere Perſonen. Dod fuhren wir am 26. September im großen engliſchen Zweide>er Ben Nevis von Liverpool ab, außer der Sciffsmannſchaft etwa fünfhundertundadhtzig Seelen, da außer unſerer geſchloſſenen Geſellſhaft nod) andere Paſſagiere aus Deutſ<hland mitgingen. Allein, während der ſehr ruhigen Fahrt im Jriſchen Kanal ereigneten ſich wieder ſo viele Choleratode3fälle, daß wir im Hafen von Cork in Jrland drei Wochen in Quarantäne liegen mußten. Unſere Seereiſe von da bis Galveſton dauerte a<htehalb Wochen. Aud in dieſer Zeit ſind nod) mehrere geſtorben. Hierzulande ſind aber die Leute geſund und haben aud ihre im Jahr 1853 ihnen vorausgegangenen Brüder geſund gefunden.“ Ankunft in Texa3.

Nachdem die Kilianſ<he AusSwanderung3geſellſ<haft am 16. Dezember 1854 in Galveſton gelandet war, begab ſie ſich zunä<hſt nah Houſton. Dort wurde P. Kilian von P. C. Braun aufgenommen und beherbergt. Die ärmeren Glieder der Geſellſhaft blieben in Houſton und anderwärt3, während Kilian mit den übrigen etwa hundert Meilen in nordweſtliher Richtung reiſte. Dort fanden ſie eine große, unbewohnte Gegend an Rabb3 Creek in Baſtrop County. Zm Februar 1855 konnten ſie nad) vielem Trubel 4,400 Aer Land kaufen. Sie ließen die Ärmeren nachkommen und verteilten da3 Land unter die einzelnen Familien. Fünfundneunzig Aker wurden als Kir<hund Sculland reſerviert. Sie gründeten 1860 die post-ofice Serbin, da3 heißt, ſerbiſcher Ort. Gleich im Anfang wurde ein Pfarrhaus gebaut, da3 einſtweilen zugleich als Schule und Kirche diente. Der Paſtor ſelber hielt Schule. Das tat er die erſten elf Jahre. Dabei muß man bedenken, daß ſeine Ar-

beit al8 Paſtor zweiſprachig war, indem er in wendi-

ſher und deutſher Sprache zu amtieren hatte. Bei der Einweihung der erſten Kir<he zu Weihnachten im Jahr 1859 hat Kilian nicht nur wendiſch und deutſch ' gepredigt, ſondern um der Fremden willen auch engliſch.

P. Kilian3 Bericht über die Kir<weih. „Fünfzig

Familien

der

hieſigen

fort

und

fort

wachſenden Kolonie, wel<he vor fünf Jahren hier eingewanderte Serben, von den Deutſchen Wenden genannt, gründeten, haben zu den auf ihr Kir<henland nach und nach unter allerlei Drangſalen gebauten

Pfarrgebäuden im verwichenen Herbſt [1859] auch eine neue, mit geſ<nißten Zederſchindeln gededte Framekir<he errichtet, wel<e 50 Fuß lang, 25 Fuß breit und bis an38 Dach 15 Fuß hod) iſt. Am 10. Oktober wurde da3 erſte Material nicht nur zu der Kir<e, ſondern auc zu einer am Pfarrhauſe gegrabenen, ge-

mauerten und im November fertig gewordenen Ziſterne herangefahren. Am 11. November wurde der Grundſtein zu der Kir<he gelegt, und am 24. November wurde das Gebäude gehoben. Während die Familienväter am Bau arbeiteten, gaben die Jünglinge Geld zu einer neuen, vor Weihnachten aufgeſtellten Orgel, wel<e 170 Dollar3 koſtete. Und Jungfrauen haben mit freiwilligen Beiträgen die Koſten des Altarſ<mud3, 40 Dollar3, gededt. „Die Einweihung geſchah am erſten Tage de3 Weihnadtsfeſtes. Der Zug ging frühmorgen3 aus dem Pfarrhauſe, deſſen zweiter Flügel biöher als Kir<en- und S<ullokal gedient hatte, unter dem Geläut der Glo>ke und unter angemeſſenem Geſang der neuen Kirc<e zu, der Paſtor im Ornat, geſ<müct mit der Alba (ein weißes Gewand, wel<es in früheren Zeiten den lutheriſchen Geiſtlihen beim Dienſt am Altar nicht fehlen durfte), und der Gemeinderat voran, ſodann die Jünglinge und Jungfrauen und dann da3 übrige Volk. Serbiſ<er (wendiſcher) Geſang und Liturgie mit Orgelbegleitung eröffnete die Feier. Darauf hielt der Paſtor eine Vorrede vor dem Altar, in welcher die einzuweihende Kir<he al38 die erſte ſerbiſche Kirhe in Texa3 bezeichnet wurde. Nad kurzem Zwiſc<hengeſang verrichtete der Paſtor dann das Weihgebet in ſerbiſ<er Sprache kniend vor dem Altar. Wieder Geſang. Nun folgte die ſerbiſche Predigt von der Kanzel über die Epiſtel am Chriſttag. „Weil aber aud viele der umwohnenden Amerikaner und Deutſchen ſich eingefunden hatten, ſo mußten auc dieſe etwa3 in ihren Sprachen hören. Deutſcher Gotte3dienſt begann. Nachdem etlihe Verſe eines deutſchen Liede3 mit Orgelbegleitung geſungen waren, la38 der Paſtor vor dem Altar eine von ihm aufgeſekte Rede an die Amerikaner, ſeinen erſten Verſud) in der engliſ<en Sprache. EZ folgte wieder deutſcher Geſang und darauf deutſ<he Predigt von der Kanzel über das Evangelium am Chriſttag. Deutſcher Geſang mit Kollekte und Segen ſc<loß da3 Ganze. „Wir tröſten un3 unter mancher no< niht über-


Die

Miſjſions-Taube.

wundener Widerwärtigkeit des Mangel3 und der Anfehtung mit der Verheißung Gotte8: „An wel<hem Orte ich meines Namens Gedädtnis ſtiften werde, da will ich zu dir kommen und did) ſegnen“, 2 Moſ. 20,24. „Sohann Kilian, Paſtor.“ Zwei Jahre

irdiſcher Not.

Die Kolonie zu Serbin wurde im Winter gegründet. Da war e3 zu ſpät, die Ä>ker zu beſtellen. In den beiden folgenden Jahren herrſ<hte eine unerhörte

Dürre.

Mißwad<s

und

Teurung

waren

die

Folgen. Kornbrot und Spe> waren nur für hohe Preiſe zu bekommen. Auch Süßkartoffeln und Sirup waren ein ſeltener Genuß. Dazu wurden viele Koloniſten vom Fieber befallen. neuen, ungewohnten Klima.

Sie waren ja in einem Und die Gegend war

eine Wildnis. Jedod) hatten die Koloniſten dabei troßdem ein getroſtes, freudiges Herz. Waren ſie doh jekt in einem Land, in dem ſie, ungehindert von der weltlichen Obrigkeit, Gott nah der Überzeugung ihres Gewiſſens dienen konnten. Über dieſer unausſpredlichen Wohltat, die ſol<e am beſten würdigen können, die ſie einmal haben entbehren müſſen, vergaßen ſie

die irdiſche

Not.

Nach den Jahren der Dürre kamen dann aber fruchtbare Jahre. Die Kolonie wuch3, indem andere Glauben83genoſſen aus Deutſchland herüberkamen und ſich in oder bei Serbin niederließen. Die 1859 erbaute Kirche wurde zu klein; ſo mußte denn 1867 ein größeres Gotte3haus errichtet werden. Die alte Kir<e wurde dann al38 Schule benußt. Die Zahl der Einge-

93

ſeines Vater5 Gemeinde 1872 Lehrer wurde und dann

dort vierundvierzig Jahre gedient hat. Im September 1916 iſt er, vierundſe<hzig Jahre alt, vom HErrn der Kir<he ausgeſpannt worden und in die Ruhe bei JEſu eingegangen. P. Hermann Fi> war 1867 als Viſitator nac Serbin gekommen und hat dann den jungen G.A. Kilian mit nac< dem Norden genommen. P. Kilian

treibt Miſſion.

Obwohl P. Kilian genug Arbeit in ſeiner eigenen Gemeinde hatte, die etwa 600 Seelen zählte, ſo trieb er doc< au<

Miſſion.

Er hatte eine Filiale zu Neu-

Ulm in Auſtin County, vierzig Meilen von Serbin. Dieſe bediente er alle fünf Wochen, einerlei wie Wege und Wetter waren. Die achtzig Meilen legte er immer

an einem Tag zurüt. Außerdem predigte er in Louis Settlement (jekt Swi3535 Alp) in Fayette County, fünfundzwanzig Meilen von Serbin, und in

Roeders

Mill

nahe

bei Shelby

in Auſtin

County,

dreißig Meilen von Serbin, ſowie in Baſtrop, zwanzig

Meilen von Serbin. Daneben hielt er, wie wir gehört haben, die erſten elf Jahre auc< Schule. Gewiß ein Mann, der die Arbeit nicht geſcheut hat! Sein

LebenSsende.

Zu Anfang des Jahres 1881 verlor Kilian ſeine Gattin dur< den Tod, nachdem er dreiunddreißig Jahre mit ihr in glü&liher Ehe gelebt hatte. Von der Zeit an ging es bergab mit ſeiner Geſundheit. Al3 ſein Sohn Hermann, der 1883 Examen gemadt hatte, von der Gemeinde in Serbin als Paſtor berufen worden war, trat der Vater in den Ruheſtand. wanderten dürfte ſich zu der Zeit auf etwa 2,500 Dod von Zeit zu Zeit betrat er no< mit Freuden die Seelen belaufen haben. Kanzel und predigte ſeiner Gemeinde Gottes Wort. Anfang8 1861 kam der Bürgerkrieg. Jeder So kam der 12. September 1884. Da madte ein weiß, daß der Süden mehr darunter zu leiden hatte Schlaganfall ſeinem Leben ein Ende. Er hatte an al3 der Norden. Mannſc<aften und Mittel wurden dieſem Tag nod gepredigt. Man hörte einen dumpfen faſt aufgerieben. Auch Texa3 hat ſtark gelitten. E3 Schall. Al3 man herzueilte, fand man ihn zurückwar aber darin vor den andern Südſtaaten bevorzugt, geſunken gegen die Wand liegen. Das Auge war gedaß e3 niht von den feindlihen S<haren überzogen brochen. Der HErr hatte unſern erſten Pionier in wurde. Texa3 heimgeholt in die ewige Ruhe. ; Anſchluß an die Synode. Ein Paſtor, der P. Kilian oft beſucht und ſich an P. Kilian ſc<loß ſic< bereit3 im Jahr 1855 der ſeinem heiteren Weſen erfreut hat, ſagte: „P. Kilian Miſſouriſynode an. Er wurde in den Weſtlichen hatte ſo mandhje3, wa3 ihn einem jungen Paſtor höchſt Diſtrikt aufgenommen. Er beſuchte die Synodalveranziehend machte. Er war originell, witzig, geiſtvoll, ſammlung zum erſtenmal 1860 in St. Louis. Da Er wußte aus dem Saß ſeiner Erunterhaltend. e8 damal38 nod) keine Eiſenbahn von Texa3 nach fahrung und aus ſeiner Lektüre Altes und Neues St. Louis gab, ſo reiſte er über Galveſton, beſtieg dort konnte ihn im Erzählen ÜüberNiemand mitzuteilen. ein Schiff, das nac< New Orlean3 fuhr, und dann gewählt und ſeine Geſten war Sprache Seine treffen. einen Miſſiſſippidampfer, der ihn nac< St. Louis waren lebhaft, aber überaus anmutig. brachte. Denſelben Weg mußte der erſte Collegemit Salz gewürzt. ſtet3 Rede „Dabei war ſeine ſchüler aus Texa3 reiſen, der aus Texa3 in das Sthulerbaulihen Gemit Alle3, wa3 er ſagte, wußte er Das war der lehrerſeminar zu Addiſon eintrat. In der Heiligen danken in Beziehung zu bringen. ſpätere Lehrer Gerhard A. Kilian aus Serbin, der in


Die

54

Miſſions-Taube.

Schrift war er ungemein bewandert wie aud) in Luther3 Werken, die er fleißig ſtudiert hatte.“ P. Birkmann urteilt über Kilian: „Er war ein begabter Prediger, ein gründlicher Sc<hriftkenner und ein geſelliger, fröhlicher, umgängliher Mann.“ Die von P. Kilian gegründete St. Paul8gemeinde zu Serbin beſteht heute noh. Sie zählt 750 Seelen und iſt unſere zweitgrößte Gemeinde in Texas. Sie feierte im Auguſt 1929 ihr diamantenes Jubiläum. P. Hermann Smidt iſt ihr jehiger Seelſorger. C. F. Drewes. (Fortſezung

folgt.)

--------4e--rm----------

Etliches aus dem Leben eines Negermiſſionar3. Zum Lobe unſerer farbigen Lutheraner muß geſagt werden, daß ſie ſich ſtet3 bemühen, Kir<loſe ihrer lutheriſ<en Kirde zuzuführen oder, falls ihnen dies niht gelingt, ihnen do) ihren lutheriſ<en Paſtor ins Haus zu ſ<i>en, zumal wenn ſie von ſolc<en Kir<loſen hören, die krank ſind und von keinem Paſtor beſucht werden. Ein nicht geringer Teil der Arbeit unſerer Miſſionare in New Orleans wird an fol< kir<hloſen Kranken verrichtet, denen alſo Gotte3 Gnade durd) die lutheriſche Miſſion nachgeht und die er oft nod) wie einen Brand aus dem Feuer rettet. Der Zugang zu ſol<hen Kir<loſen wird uns ſehr erleichtert, wenn wir bei unſerer erſten Begrüßung uns ihnen vorſtellen können als den Paſtor einer ihrer Freunde und Nachbarn, die uns mitgeteilt haben, daß ſie krank ſind, und uns gebeten haben, ſie do<h einmal zu beſuchen. Da3 wirkt oft ganz wundervoll und öffnet un3 ſo Türen, die un3 ſonſt gewiß verſchloſſen geblieben wären. Dies zeigt einerſeits, daß unſere farbigen Lutheraner bei ihren Nachbarn und Bekannten gut angeſchrieben ſind, andererſeits aber aud, daß unſere Miſſionare von ihren Gliedern ho<gead<tet werden. Sie haben unter ihnen immer einige, die ſich ganz beſonders in dieſem löblichen Werk der Sorge um das Seelenheil ihrer kir<hloſen Raſſengenoſſen

hervortun.

Sole

Glieder ſind Lichtpunkte in der

ſonſt ſo überau3 mühevollen Arbeit; ſie ſind Stüßen, die die Arme unſerer Miſſionare emporhalten helfen, damit ſie nicht ſchließlich erlahmt zur Seite ſinken. 1 Sn einer meiner Gemeinden iſt ein ältere3 Fräulein, da3 faſt unermüdlid iſt in dem Aufſuchen ſol<her Kirc<loſen und deren feſte, kindliche Zuverſicht, daß der liebe Gott ſchon -weiter ſorgen und Rat ſchaffen werde, wenn ſie nur ihren Paſtor ins Krankenzimmer

befördern kann, oft geradezu beſchämend auf uns ein-

|

wirkt. Damit noch nicht zufrieden, erkundigt ſie ſich aud jeden Sonntag, wann der Paſtor den Kranken

das lezte Mal beſu<t hat, wieweit Gott Segen gegeben hat, ob nämlich Anzeichen vorhanden ſind, daß der Kranke ſein Herz dem Worte öffnet, und dergleichen mehr. Ja, wenn ſie weiß, wann ihr Paſtor den Kranken beſucht, und es ihr möglid) iſt, trifft ſie ihn wohl aud) am Krankenbett, hört der Unterredung zu und kniet am Bett mit nieder, wenn für und mit dem Kranken gebetet wird. Sie erkundigt ſid) in den Familien der Kir<loſen, ob die Kinder getauft ſind, und eine ganze Anzahl ſol) ungetaufter Kinder hat ſie dann mit freudeſtrahlendem Geſicht in ihre Kirche gebra<ht, damit ſie dort das Bad der heiligen Taufe empfangen.

Doh, welc<e Erfahrungen machen nun unſere Miſſionare an den Krankenbetten ſol< kir<loſer Leute? Aus vielen Beiſpielen ſeien hier ein paar herausgegriffen. Vor etwa einem halben Jahr bat mich die ebengenannte Perſon, do einen kir<loſen kranken Mann zu beſuchen. Der Mann empfing mich ziemlich teilnahmlo3, nickte aber ſeine Anerkennung und Zuſtimmung, als ic ihm ſagte, wer mir von ſeiner Krankheit geſagt und mich zu ihm geſchickt habe. Seitdem habe ich ihn regelmäßig beſucht. Er hört mir zu, ſagt aber ' kein Wort, wenn ich nicht direkt Fragen an ihn ſtelle, und dieſe ſucht er dur< Nicken oder Kopfſchütteln oder dod) nur mit einem Ja oder Nein zu beantworten. Der Mann iſt nod) nicht getauft. Er hört alle Belehrungen über die Taufe ruhig» an, aber immer wieder gibt er die kurze Antwort: „Jetzt nicht; ich Gewiß arbeitet der . bin no<h nicht bereit dazu.“ Heilige Geiſt auch an ſeinem Herzen, und wenn Gottes Stunde geſc<lagen hat, wird der gute Hirte aud) dieſes verlorne Schäflein no<h finden. ES ſc<h<eint jett, als ob ſic) der Mann dod freut, wenn ic komme; er hört aufmerkſam zu, und wenn gebetet wird, faltet er ſeine Hände. Nur einen halben Blo> von dieſem Kranken entfernt liegt eine Frau auf dem Krankenbett. Aud zu ihr war id von dem obenerwähnten Fräulein geſchi>t worden. Eine Schar Kinder ſißt um ihr Bett. Der Mann iſt ſ<on längere Zeit gänzlich außer Arbeit. Die Leute ſind vom Lande in die Stadt gezogen. Auf dem Lande gehörten ſie zu einer Sektengemeinde, die ſie, wie ſo viele, in Blindheit hat dahingehen laſſen. Wie freut ſich dieſe Frau, das Wort Gottes zu hören, und wie dankbar iſt ſie für jede Belehrung! Trüb genug ſieht e8 gegenwärtig in der armſeligen Hütte aus, aber man kann merken, wie ſie ſic) an Gottes Wort anklammert und darin Troſt findet. Sie hat mir bereit3 verſprochen, ſich der lutheriſchen Kir<he anzuſc<ließen, wenn e3 Gottes Wille iſt, daß ſie wieder geneſen ſoll.


(Un WE '

WGy zw

1

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Ds pT

in North

Carolina.

Nechts oben: Unſere Schule in Charlotte. Linls oben: Unſere Schule in Salisbury. Necht8 unten: Unſere Schule in Kannapolis. Links unten: Unſere Schule in Concord.

Vier Miſſionsſchulen

Die WMiſſtons-Taube. 99


56

Die

Hliſſtons-Taube.

Unter dieſen Kir<hloſen findet man au< immer wieder frühere Schüler unſerer Miſſionsſ<hulen. Nur zu oft geben die Eltern, die Sektengemeinden angehören, ihre Einwilligung niht dazu, daß die Kinder bei uns konfirmiert werden, und die Folge iſt nur zu oft, daß die Kinder kir<lo8 bleiben. Selbſt dann nod) treten die Verwandten hindernd ein, wenn man dieſe kir<hloſen ehemaligen Schüler auf dem Kranken- und Sterbebett wiederfindet. So wurde id) kürzlich von einem Gliede unſerer Gemeinde gebeten, einen kranken kir<hloſen Mann zu beſuchen. Der Mann ſchien mid) ſehr gut zu kennen. Gleich bei meinem erſten Beſu fiel es mir auf, daß er ſehr gut in ſeiner Bibel BeſhHeid wußte. Auf meine Frage, wie er zu dieſer Bibelkenntnis gekommen ſei, ſagte er mir, daß er bei Lehrer Niſ<ow, unſerm erſten Lehrer an der Bethlehems3ſchule, vor nun bald vierzig Jahren zur Schule gegangen ſei. Er war als Kind katholiſd) getauft worden, hatte in unſerer Schule ſeine Erziehung erhalten, war aber kir<hlos geblieben. Er freute ſich über meinen Beſu und bat mid), ja bald wiederzukommen. Al35 ich tags darauf wieder in dieſes Krankenzimmer trat, ſtand an dem Bett ein kleiner Tiſ< mit Kruzifix und einigen Bildern. Da man dergleichen öfter35 bei den Negern hier antrifft und jeder unter den Verwandten ſich bemüht, ſeine „religiöſe Arznei“ in Anwendung zu bringen, ſo achtete ih niht weiter darauf, ſondern wandte mid) ſofort an den Kranken. E53 ſien aber eine gewiſſe Beklommenheit unter den Anweſenden zu herrſ<en. Jd las dem Kranken das Gleihni38 vom verlornen Sohn vor, erklärte e3 ihm und wandte e3 auf ſeinen Fall an. Während dieſer Unterredung waren mehrere Perſonen in das Zimmer getreten. J< hatte nicht beſonder3 darauf geadtet, wer ſie waren. Al3 meine Augen zufällig einmal die Gruppe überflogen, ſah ih vornean den katholiſ<en Prieſter ſtehen, der auch während dieſer Unterredung mein geduldiger Zuhörer geweſen war. Nun, wa3 tun? War ic vielleicht irregeführt worden? War der Mann etwa ein Glied der katholiſ<en Kir<e? Do, er hatte mid) ja gebeten, ihn ja wieder zu bejuc<hen. JS< hatte aljo einen Beruf, hier meines

Amte3 zu warten.

Zudem war ja der Prieſter mein

Zuhörer. Vielleicht hatte der no< nie gehört, wa3 die Lutheraner über den rechten Weg zum Himmel lehren. Seßt ſollte er e3 hören. Vielleiht würde e3 ihm in der Stunde ſeines Todes wieder in3 Gedächt-

nis kommen.

So erklärte ih ruhig weiter das Gleid-

nis vom verlornen Sohn, feitzuhalten, was er in der hatte, und ſich durd) nichts „das Blut JEſu Chriſti,

ermahnte den Kranken, das lutheriſchen Schule gelernt irremaden zu laſſen; denn des Sohne3 Gotte38, macht

uns rein von aller Sünde“.

Dann wandte ic<h mich

an den Prieſter und fragte ihn, ob hier nicht ein Jrrtum vorliege, denn ich ſei aufgefordert worden, dieſen Mann zu beſuchen. Er antwortete, der Mann gehöre nicht zur katholiſchen Kir<e, aber er ſei aud) gerufen worden, hier heute morgen einen Krankenbeſu< zu maden. Darauf wandte i< mid) an den Kranken und fragte ihn, ob er den Prieſter oder mich haben wolle. Seine Antwort war, er wolle den lutheriſchen Paſtor haben. So betete id) denn no< mit ihm und flehte zu Gott, daß er dem Kranken die Kraft verleihen möge, ſich im Leben und Sterben allein an JZEſum, den einzigen Weg zu des Vater3 Haus, zu halten. Bei meinem Weggang fragte id) in Gegenwart aller, ob der Kranke begehre, daß id) ihn weiter beſuche. Ja, ich ſolle gewiß wiederkommen. IJ verſprach, ihn am nächſten Morgen wieder zu beſuchen, und verabſchiedete mich. Alle3 dies hatte der Prieſter mit angehört. In meinem Herzen flehte ich, daß der liebe Gott dem armen Kranken beiſiehe in dem Kampf, der jeßt wohl folgen würde. Bei meinem nächſten Beſuch erklärten mir die umherſtehenden Verwandten, daß der Prieſter ihn geſegnet (“blessed him") und in die katholiſche Kir<e aufgenommen habe. Der Kranke bejahte dies wehmütig. Auf meine Frage, wer ihn denn nun beſuchen jolle, ich oder der Prieſter, antwortete er: „Der Prieſter.“ Mit einer lezten Ermahnung, JEſum feſtzuhalten, verabſchiedete ich mid). Alle3 dies, wie mir ſpäter mitgeteilt wurde, hatte eine Tante des Manne3 ins Werk geſetßt und den armen Menſchen gequält, ſo daß er dem Prieſter vor Aufregung und Shwäde faſt unter der Hand geſtorben wäre. Etwa zwei Wochen ſpäter wurde er .vom Prieſter begraben. Wa3 da3 Ahnenweſen in unſerer Chinamiſſion iſt, das iſt das „Verwandtenweſen“ in unſerer Negermiſſion. Die Verwandten ſind der Götke, dem die Neger nur zu oft Leib und Seele zum Opfer bringen. G. M. Kramer.

Konferenz

in Concord,

N. C.

Inmitten der älteſten Gemeinde, der Wiege, unſerer Negermiſſion im Staate North Carolina verſammelte ſich am 21. und 22. Februar die Jmmanuel8konferenz. Dieſe beſteht : aus allen Arbeitern der Miſſion in den Oſtſtaaten.. Faſt vollzählig waren ſie beiſammen und genoſſen die angenehme Gaſtfreundſhaft unſerer Grace-Gemeinde. Kir<e und Schule befinden ſich an einer lebhaften. Geſchäftsſtraße, nur einen halben Blo> von der Poſtoffice. Dieſe in einer Beziehung günſtige Lage gereicht uns jeht zum Nad-

teil, weil beide Gebäude reparaturbedürftig ſind und


Die

WMijſions-Taube.

Stadt- und Staatsbeamte keine Reparaturen mehr erlauben. Als Holzgebäude in der Feuerzone ſollen ſie entfernt werden. Jetige Verhältniſſe ſind aber einem Verkauf zu einem annehmbaren Prei3 nicht günſtig. Hinter der Kir<e ſteht ein baufällige3 Häu3d<jen, das nad) dem, was mir geſagt wurde, als Küche und Eßzimmer in den Anfangstagen des jetigen Immanuel College ein Seitenſtück abgeben könnte zu der berühmten Blo>hütte in Perry County, Mo. (Siehe das Bild, links im Hintergrund.) Die Sißungszeit wurde mit eifriger Arbeit au3gefüllt. Nach der üblichen Eröffnungöanda<ht und Abwi>lung der üblichen Geſchäfte wurde eine Arbeit Prof. Kampſchmidts über Finanzen in unſern Gemeinden verleſen und beſprohen. Sie gab Anlaß zu lebhaften Erörterungen. Die Hauptpunkte waren, daß unſere Chriſten zu allererſt zu der Erkenntnis ge-

97

Im Abendgottesdienſt, der gut beſucht war und den der Chor dur< einige Lieder verſchönte, hielt P. John Alſton von Atlanta die Beichtrede und P. A. Nobert3 von Spartanburg, S. C., die Predigt. Miſſion5direktor Drewe35, der die Konferenz mit ſeinem Beſuch beehrte, berichtete manderlei über den Stand unſerer Miſſionsarbeit, beſonder3 au< über Piney Woods, Miſſ., und richtete mand belehrende und ermunternde Worte an die Glieder der Konferenz. Geiſtlich geſtärkt und erfriſcht und mit Dank gegen die Gemeinde in Concord für die gute Bewirtung ihrer Gäſte begaben ſich die Glieder nach fleißiger Arbeit wieder auf ihre Arbeitsfelder, um unter Gotte3 Segen immer treuer zu wirken im Dienſt des HErrn. Im Sommer ſoll es ein Wiederſehen geben auf der Allgemeinen Konferenz in Springfield, JU. H. Meibohm.

Anſprache

Die

Immanuelskonferenz, verſammelt am in Concord, N. C.

21.

und

bracht werden müſſen, daß da3 Geben für Chriſti Reich ein-notwendiges Stü> der Heiligung, eine Glauben5frucht und ein großes Vorrecht ſei. Sodann muß der Paſtor ſich ſelbſt und ſeine Gemeinde auf dem laufenden erhalten über die Bedürfniſſe der Kir<e in ihrer weitverzweigten Arbeit. Scließlic) muß man dur ein praktiſches Syſtem (Kuverts uſw.) die Glieder zu regelmäßigem Geben erziehen -- „jeder etwa3, regelmäßig, willig.“ Wenn im Sinne dieſer Arbeit und der ſich anknüpfenden Beſprechungen gearbeitet wird, ſollten gute Fortſchritte in der finanziellen Arbeit der Gemeinden zu berichten ſein. Lehrverhandlungen wurden gepflogen im Anſc<luß an zwei praktiſche Arbeiten. Lehrerin Vivian Foard hielt mit den jüngeren Kindern der Gemeindeſ<ule eine Katecheſe über den Shluß der Gebote, und Lehrer Dougla3 Dinkin38 nahm mit größeren Kindern die Geſchichte von der Verſuchung Chriſti dur.

eines Heidenchriſten in Afrika.

Seine no< heidniſ<en Volk3genoſſen redete ein Heiden<hriſt in Tſc<akoma, einer Station der Berliner Miſſionsgeſellſ<aft in Südafrika, bei einem beſonderen WerbegotteSdienſt, unter einem mädtigen Kameldornbaum ſtehend, folgendermaßen an: „Wollt ihr Bawenda3 dem Rat eines alten Manne3 folgen, der 22. Februar mandjen Sturm in ſeinem Leben erfahren hat, ſo bitte ich eu<h: Kommt zu JEſu, ehe die Gnadenfriſt verſtreicht! Id mödte eud) gern davor bewahren, daß eines Tages zwei Ankläger gegen eu<h: aufſtehen, vor denen ihr verſtummen müßtet. Ein ſol<her Ankfäger könnte der Baum werden, unter deſſen Dach wir uns heute verſammelt haben. Iſt e38 nicht ein gewaltiger Baum geworden? Wir ſind heute eine Menge Menſc<en hier. Und do<h iſt es nur eine Handvoll, wenn wir daran denken, wie viele, viele Menſc<en hier Platz fänden, wenn der Raum au3gefüllt wäre, den die Üſte dieſe Baume3 umſpannen. Wie ihr ſeht, ſteht der Baum ſchief. Wißt ihr, wie er ſo ſchief geworden iſt? Ihr wißt es alle: Mynheer Sc<hwellnus8, der erſt als Lehrer hierherkam, errichtete hier auf dieſer Stelle ſeinen Viehkral. Damal3 war es nod ein kleiner Baum. Die Ochſen rieben und ſc<heuerten ſich immer daran, und darum iſt er ſo ſchief

geworden. Heute iſt der Baum groß und mädtig. Seht, ſo lange hat Gott der HErr eu< ſc<hon genötigt,


98

Die WMiſſions-Tauve.

Verhältniſſe hier kennt, wie id) ſie kenne -- e3 iſt mir Kommt do), bitte, ſ<nell, in ſein Haus zu kommen. nur einmal früher geglüdt, in Abweſenheit Kukuri3 damit dieſer Baum eu niht einmal zu verklagen von der Tür ſeines Ponthok3 aus einen ganz flüc; braucht! eu tigen Blik auf dieſen Zauberkram zu werfen; ſelten ih möchte „Und vor einem zweiten Ankläger bekommt ein Miſſionar ſo etwa3 zu ſehen, und ſelbſt Wißt ihr, wer da3 iſt? Es> iſt die gern bewahren. die nächſten Kinder des Alten hatten das meiſte noh Bawendas, e3 iſt lange her, Glode, die dort hängt. nicht geſehen =-, der muß ſid) ſagen, hier hat Gott in daß dieſes Eiſen mit ſeinem Weinen eure Herzen erdas finſtere Herz hineingeredet. E3 waren ja die Denkt nicht, daß es ein totes Stü> weichen wollte. Heiligtümer und Götzen des ganzen Stamme3; der Eiſen iſt. Unſer allmäctiger und gnädiger Gott ſitt heilige Flaſ<henkürbis5, noc< von dem Vater Kukuris Wann werdet ihr anin der Stimme des Eiſen3. fangen zu hören? Ein3 will und muß id) eud) heute . herrührend, mit einer Menge Amuletten, die Ahnenſtäbe, auc; von den Vorfahren herſtammend, der ſagen: Wenn es je geſ<hehen ſollte, daß die Stimme Opferkorb, in dem alle Opfer an den Altar gebracht dieſes Eiſen3 erſtürbe, kein Schlaf würde mehr in und geweiht wurden, der Hauptgöße Otjjanondume, eure Augen kommen. Voll Furt und Zittern würdet mit deſſen Hilfe das heilige Feuer erzeugt wurde, ihr ſagen: Wo ſollen wir nur hinfliehen? Unſers wenn es durd irgendeinen Zufall erloſ<en war, der Bleiben3 iſt nicht mehr, denn die Stimme Gottes iſt erſtorben. Darum bitte ich eu<h: Kommt jetzt! Euer heilige Speer und der Kopfpuß, der den Alten beim Heiland ſtre>t ſeine Hände nad) eu aus.“ Opfern ſ<mücdcte. „Der Alte ließ mir ſagen, er ſende mir da3 alles zum Zeichen ſeiner Bekehrung; er habe mit dem HeiBekehrung eines Zauberer3 und Häuptlings. dentum gebrochen. Da id) der Sache nicht ganz traute, wartete i< noc einige Tage mit der ſofort begehrten E3 iſt natürlich, daß unter den Heiden diejenigen Taufe; id) wollte erſt abwarten, ob der Alte nicht do) dem Chriſtentum am längſten widerſtehen, in deren nod) hinterher über dem Fehlen ſeiner Götzen ein KlageHand bi3 dahin die Vollbringung der prieſterlichen lied anſtimmen werde. Jd) beſuchte ihn aber oft und Obliegenheiten gelegen hat. DaS ſind in Afrika ließ ihn vom Lehrer unterrichten und ihm aus Gottes faſt überall außer den Zauberern die Häuptlinge. Wort vorleſen. Da ſagte er: „Wa3 zögert ihr nod)? Um ſo größer iſt aber dann die Freude, wenn endlid) I< hab' mich ja von allen dieſen Dingen. lo3geſagt. ein ſolher Zauberer oder Häuptling dur< Wirkung I< glaube an Gottes Sohn und will gern gerettet de3 Heiligen Geiſtes der göttlichen Gnade in ſeinem werden.“ Herzen Raum gibt. Eine ſol<he Freude wurde Miſ„Nach alledem, was vorgefallen, und nad manchem ſionar Irle in dem früheren Deutſc<h-Südweſtafrika Flehen zu Gott bekam ich dann aud die innere Freu. zuteil, indem er den alten Hererohäuptling Kukuri, digkeit, ſeiner Bitte zu willfahren. Faſt die ganze für den er die Hoffnung ſc<on ſchier aufgegeben hatte, Gemeinde, an der Spiße die Älteſten, ſowie zahlreiche dod) in elfter Stunde nod taufen konnte. Er ſchreibt: Seiden hatten ſi< vor dem Hauſe de3 Alten ver„Es wird Sie freuen und zugleid) verwundern, ſammelt. E53 war für un alle eine ergreifende Feier. wenn id Ihnen jetzt mitteile, daß da3, ſoweit man es Der Alte konnte nicht mehr ſiken, ſondern lag ſtill da; von einem armen alten Mann, der ſec<hö3undneunzig aber er ſprad deutlich Wort für Wort da3 Glauben3Sahre in der Finſternis gelebt hat, erwarten kann, bekenntnis und da3 Gebet nad) und antwortete klar geſ<ehen iſt. Sie wiſſen, daß ic< die Taufe hoc<halte auf die ihm vorgelegten Fragen. Nad der Taufe und niht zu ſ<nell damit bei der Hand bin. Aber gingen dann alle ſeine Angehörigen hinein und bei unſerm alten Kukuri, der, an einer böſen Krankwünſc<hten ihm Gottes Segen.“ heit leidend, dem Tode entgegeneilte, haben wir dem SENE NEI SOEIRN Waſſer niht wehren können. Nad der Taufe ſeiner

Söhne und Enkel hatte er oft den Wunſd aus8geſprochen, auf dem Kir<hof begraben zu werden. Das hatte mir wiederholt Gelegenheit gegeben, ernſt mit ihm auf ſeinem Krankenlager zu reden. Da, Ende April, ſandte er mir durd ſeinen älteſten Sohn auf einmal ſeinen ganzen heidniſhen Zauberkram. So etwas hatte ich in meinem ganzen Miſſion3leben von

einem alten Heiden und no< dazu Häuptling und Prieſter ſeines Stammes no< nie erlebt. Wer die

Drei gute Grundſätze und deren Anwendung.

Die Mitglieder einer Negergemeinde auf Jamaika hatten beſchloſſen, die nötige Summe zur Unterhal-

tung eine3 eingebornen Evangeliſten aufzubringen, um ihren noh unwiſſenden ſchwarzen Brüdern da3

Evangelium näher zu bringen. Zu dieſem Zwe> wählten ſie einen Kaſſierer und beſtimmten einen Tag, um die gewünſc<te Summe einzuſammeln.


3 ECCEREEENEUFEBTTEIET

Die

Hliſſions-Taube.

Al35 der Tag herankam und alle verſammelt waren, nahm der Kaſſierer, ein bejahrter Mann, da3 Wort und ſtellte folgende drei Grundſäße auf, die einſtimmig angenommen wurden: 1. Wir wollen alle etwa3 geben. 2. Wir wollen geben, ſoviel wir können. 3. Wir wollen fröhlich geben. Aber dieſe drei Grundſätze waren mehr als eine bloße Form für den alten Kaſſierer. Er war entſchloſſen, ſie dur<zuführen. Naddem mehrere Perſonen ihre Gabe gebracht hatten, trat ein alter Neger, von dem man wußte, daß er reicher war als die andern, vor und legte zwei Dollar3 auf den Tiſh. Der Vorſitzende ſtieß ſie zurück und ſagte: „Dieſe Gabe iſt wohl nach dem erſten Grundſatz gegeben, aber nicht nach dem zweiten.“ Der Neger mußte ſein Geld zurü>nehmen und ging ſehr verdrießlich auf ſeinen Platz zurük. Bald kam er wieder, warf zwanzig Dollar3 auf den Tiſc< und ſagte mürriſch: „Hier! Zſt das vielleicht genug?“ Nuthig gab ihm der alte Neger ſein Geld zurü> und ſagte: „Dies iſt vielleicht nad dem erſten und zweiten Grundſatz richtig, aber no<h nicht na<h dem dritten.“ Der Neger nahm nod) einmal ſein Geld an ſich und ſette ſich in eine E>e der Kir<he voll Zorn über die ihm widerfahrene Behandlung. Bald jedo<h kam er zurück, diesmal mit lächelnder Miene, und indem er ſic) dem Tiſche näherte, legte er ſanft eine Hundertdollarnote darauf mit den Worten: „Jd gebe dies fröhlich im Namen JEſu.“ Der alte Kaſſierer ſprang auf, ergriff beide Hände des alten Manne3 und rief: „So iſt's re<ht; das ſtimmt mit allen drei Grundſäen überein!“

„I<

weigere mich.“

Wir ſaßen no< beim Nachteſſen, ſo erzählte einſt Miſſionar Theodor Pierinz, da näherten ſid auf der Veranda viele Fußtritte. E3 iſt gewiß wieder etwas Beſondere3 vorgefallen. Richtig! Immer deutlicher merkt man den unnatürlichen Gang einer Perſon, die

59

Nah einiger Zeit haben ſich auch die Eltern unſer3 Scüler3 eingefunden. Sie ſind leider beide no< Heiden. Der Vater dankt für unſer baldige3 Eingreifen und fügt hinzu, wir hätten unſere Pflicht getan, nun wolle er die ſeinige tun. Kaum hat er dieſe Worte ausgeſprohen, da richtet ſic der in Schmerzen Liegende auf und wehrt ab: „Megbe, megbe!“ Er hat ſogleihß herau3sgefunden, daß der Zauberer ſeine Kunſt an ihm probieren ſoll. Der Zauberer iſt hier der Arzt. Viele Heiden haben no< mehr Vertrauen zum Zauber als zur Arznei. Darum ſc<reit er ſo laut, daß ich ihn beruhigen muß: „I< weigere mich“ (denn das heißt „megbe“). Mit Beſtimmtheit beſteht er darauf, obwohl er nod) jung iſt, daß er nicht von einem Zauberer behandelt werden will, und nicht umſonſt. Auf unſer Zureden und unſere Vorſtellungen gab ſein Vater na<ß. Sein Entſc<luß blieb aud feſt, als er von den Seinigen in die Stadt getragen wurde, um bi3 zur Geneſung beiihnen zu bleiben. Sooft ich ihn beſuchte, freute ih mich im ſtillen über ihn. Und ic< merkte auh, daß die Seinigen unſere Beſuche gerne ſahen. Mande Bitte aber ſtieg hinauf zum Throne unſer3 Gotte3, der ſtärker iſt als alle Zaubermacht und al3 Gößkendienſt. Und Gott erhörte unſere Bitten. Friß wurde zuſehend3 beſſer, und nad) einigen Tagen ſaß er wieder unter ſeinen Kameraden auf der Schulbank. Muß man ſi< nicht über die Tat eine3 ſol<hen Zungen freuen? IJ) hoffe, daß Fritz in wenigen Monaten in das Lehrerſeminar aufgenommen wird. Möge er ein tüchtiger und treuer Lehrer werden! Und wenn er in einigen Jahren vielleicht auf einſamem Poſten ein Häuflein Schüler und Chriſten um ſich ſammelt, um ſie zu unterrichten und zu lehren, ſo möge er ihnen ein treuer Führer werden, der es nie verlernt, in ernſten Verſuhung3ſtunden und im Kampf mit dem Heidentum zu ſprehen: „Jd< weigere mich“!

Rooſevelt3 Appell für Afrikamiſſion.

JTriß, mit einem abgebundenen Bein. Eine giftige Schlange hat ihn gebiſſen. Da heißt e3 eilen. Deutlich ſieht man zwei kleine Wunden, in die zwei ſpite Zähne ſic< eingegraben haben.. Der Fuß fängt bereit8

Der verſtorbene Präſident Rooſevelt hat ſich einmal bei Gelegenheit eines Miſſion3jubiläum3 alſo geäußert: „Wir, die wir zu Hauſe bleiben, ſollten e3 als unſere Pfliht anſehen, von ganzem Herzen die zu unterſtüßen, die mit aller Hingebung ihre beſten Leben3jahre damit zubringen, Ziviliſation und

fluß de8 Gifte8 zu verhindern. zeigen große Geſchidlic<hkeit,

jeßt wenig oder nicht3 davon wiſſen. Da3 Miſſion3werk iſt ſehr au8gedehnt und wird unter den mannig-

am Sto> geht. Eine Anzahl Schüler treten an die Tür. In ihrer Mitte humpelt einer ihrer Kameraden,

an zu ſ<hHwellen.

Wir tun unſer möglichſte8, den Ein-

Au die Eingebornen das Blut mit einem

kleinen Horn abzuzapfen. Dabei ſtöhnt unſer armer Frißz und windet ſich vor Schmerzen.

Chriſtentum in jenen Ländern zu pflanzen, die bi3

fa<hſten Verhältniſſen betrieben. Perſönlich habe ich. mid) von jeher für die amerikaniſchen Miſſion3ſhulen


60

Die

Mijſions-Taube.

und Colleges in der europäiſchen und aſiatiſchen Türkei intereſſiert. Dod) wir haben e3 heute abend mit Afrika zu tun, dem Kontinent, wo vor allem andern die <hriſtlihe Miſſion not tut und und wo dieſe bereit3 den größten Einfluß ausgeübt hat. „Afrika iſt in der Tat ein dunkler Kontinent, und viele Weiße, die dahin gegangen ſind, haben durd ihr Auftreten dies Dunkel nur no< vermehrt. Laßt uns de3halb al3 weiße Raſſe dafür dankbar ſein, daß noh ſo mande andere Männer dorthin au3gezogen ſind, die ſich die Hebung ſeiner Völker und ihrer Verhältniſſe zur Aufgabe gemadht haben. Unſer eigene3 Land hat ſic< in der Vergangenheit ſchweres Unrec<ht gegen Afrika zuſ<ulden kommen laſſen, das e38 ſo viel wie möglid) wieder gutmaden ſollte. E83 kann die3 nicht beſſer geſ<hehen al3 eben durd) da3, wa3 die Miſſionare in Afrika für die natürliche, geiſtige und ſittliche Hebung ſeiner Bewohner tun. Jd< hoffe de3halb, daß dieſe Männer, die in jenen entlegenen Gegenden für das geiſtliche und leibliche Wohl der Völker kämpfen, hier bei unz die kräftigſte Unterſtüßung finden werden. „Die Zahl derer, die als Miſſionare nad Afrika au3sziehen, wird ſich mehren, und e3 iſt zu hoffen, daß ſich darunter aud eine beträchtliche Zahl unſerer Farbigen in Amerika befinden wird, die an der Evangeliſation Afrika3 regen Anteil nehmen werden.“

Neue Faſſung, die der Afrikaner ven bibliſchen Geſchichten gibt. Miſſionar Herbert Smith in Beligſc<h-Kongo erzählt, wie der Afrikaner manchen Geſchichten de3 Neuen Teſtament3 eine ganz neue Faſſung gibt, die

ſeinem Geſchicht8kreis angepaßt iſt.

„Der Afrikaner“, ſagt er, „gibt den bibliſchen Geſhidhten eine ganz neue Faſſung. Für den darſtellenden Künſtler bietet ſich in Afrika genug Gelegenheit zur Betätigung. Nehmen wir die Geſchichte von den zehn Jungfrauen. Was für Hl hatten dieſe Sungfrauen in den Lampen? Die meiſten denken an Keroſinöl; denn daB iſt das Öl, da3 ſie in Lampen geſehen haben, wenn ſie nicht etwa nur elektriſche Lampen kennen. Aber in den Gebieten Afrikas, wo Kopal gebraucht wird, da iſt es lettere3, wa3 die fünf törihten Jungfrauen vergeſſen hatten, ſich zu beſorgen. Kopal iſt eine klebrige Maſſe, die an den Wurzeln mander Bäume gefunden wird [ein Baumharz]. ZIm Ausfuhrhandel wurde e3 als Firni3 gebraut,

aber viele Eingeborne brauchen e3 zu Leuchtzweden.

E3 iſt leicht entzündbar und verbrennt ſehr langſam. So bemerkten jene fünf Jungfrauen, daß ſie kein

Kopal hatten, und e8 koſtete viel Mühe, e3 ſich in der

Nacht von den Wurzeln

der Bäume

und

aus

den

Sümpfen zu beſchaffen. Natürlid) konnte keine Hohzeitsgeſellſhaft auf ſie warten, während ſie auf der Suche na<h Kopal waren. Alſo beſorge dir dein Kopal, ſolange e3 Tag iſt! „Da3

Gleic<hni8

von

dem

Manne,

der ſein Haus

auf einen Felſen baute, wird ſo übertragen: E3 waren einmal zwei Jünglinge, die gingen fiſchen. E3 war um die tro>ene Jahre3zeit, und die Flußſandbänke waren allenthalben hervorgetreten. Einer der beiden ſagte: „J<h will mein Haus jekt, da ich dem Fiſc<fang obliege, hier auf dieſem feinen Sand aufbauen.“ Der andere ſagte: „Tu da3 niht! Der Fluß könnte ſteigen, und dann kämeſt du in Schwierigkeiten. Baue dir do) deine Hütte mit mir dort oben auf dem Ufer!“ „Nein, ich will hier bleiben; dann kann ih auf meine Netze ac<htgeben und verliere keine Zeit damit, immer auf das hohe Ufer zu klettern.“ So fiſ<ten denn die beiden und tro>neten über einem Rauchfeuer eine Menge Fiſche. Der eine hatte ſeine Hütte in der Nähe des Waſſer3 und der andere oben auf dem Ufer. In einer Nacht kam aber plößlich ein großer Sturm. Der Regen ſtrömte nur ſo herunter, und e3 blitßte und donnerte fürchterlich, wie man es nur im Tropenland erlebt. Der Mann oben auf dem Ufer hörte dur< den Sturm hindurch Hilferufe. Er ſchwenkte ein brennendes Scheit, um zu ſehen, ob ſein Freund etwa in der Nähe ſei. Der Fluß ſ<woll ſchnell an, und er hörte, wie ſein Freund den Verſuch madte, auf da3 Ufer zu klettern. Er eilte hin, um ihm zu helfen, und zog ihn no< gerade in dem Augenbli> herauf zu ſich, als die Flußwellen vorbeiſ<hoſſen und alle Fiſ<he fortſ<wemmten, die er während der tro>enen Zeit gefangen hatte, ſowie alle andern Sachen, die in ſeiner Hütte waren. Er verlor alle3. Die Anwendung iſt nun folgende: Der Mann, der ſeine Hütte auf dem hohen Ufer baute, war ein weiſer Mann. So ſind die, welche Gottes Wort hören und oben auf ſicheren Plätzen bauen. Sie glauben nicht nur den Lehren de3 Worte3 Gotte3, ſondern handeln aud) danach. „Die Geſchichte, die den Afrikaner mehr al38 irgendeine andere ergreift, iſt die Leiden3geſ<hichte Chriſti, daß Gott aus Liebe zur ſündigen Welt ihr ſeinen Sohn, ſeinen einzigen Sohn, gegeben hat, und zwar zu dem Zwe, daß er für ſie ſterben ſolle. Wie ein Vater ſein Kind hingeben könnte, ſein einziges Kind, um für andere zu leiden und in den Tod zu gehen, und zwar freiwillig, das überſteigt ſein Faſſung3vermögen. Ex ſtaunt e3 an al38 ein Wunder göttliher Güte. Wenn man nah Afrika kommt, ſo


"EZM Seeen wan gm n

Die

Hliſſions-Taube.

findet man für nicht3, wa3 man ihnen ſagt, willigere Hörer, al8 für die ſeligmachende Botſchaft, die wir in Joh. 3, 16 finden: „Alſo hat Gott die Welt geliebet, daß er ſeinen eingebornen Sohn gab.““ <b AP

Ein

heidniſcher König

und

die Auferſtehung.

Eine3 Tage3, ſo erzählt Miſſionar Moffat, ſaß ic< bei dem afrikaniſchen König Makaba, der von ſeinen Häuptlingen und Hofleuten umgeben war. Im Verlauf unſerer Unterredung wurde er aufmerkſam auf das von mir gebrauchte Wort „Auferſtehung“. „Wa3“, rief er erſtaunt, „die Toten ſollen auferſtehen?“ „Ja“,

antwortete

ich,

„alle

Toten

werden

Deine Gegenwart hat mein Herz weiß gemacht

wie Mil<h. Deine Worte ſind ſüß wie Honig. Aber die Worte von der Auferſtehung ſind zu groß, um ſie zu hören. Die Toten können nicht auferſtehen! Die Toten müſſen nicht auferſtehen!“ „Wie“, fragte ih, „kann ein großer Mann ſich von der Erkenntni3 und WeiSsheit abwenden? Warum ſoll iG nicht3 mehr über die Auferſtehung ſagen?“ > Da erhob ſic<h der König, entblößte ſeinen Arm, bewegte ihn hin und her, al8 wollte er einen Speer ſchwingen, und rief: „J< habe Tauſende getötet, und ſollen dieſe wieder auferſtehen?“ ------rr-PdKkdBY-. =

Der junge Freund

helfen, daß ſie die Bibel für die armen Heiden drucken laſſen könne. Nach kurzem Schweigen ſette er hinzu, man habe ihm geſagt, daß für 25 Pfennig eine Seite gedruckt werden könne. Der Kaufmann gab ihm das Garn und ſagte, wenn er da3 Net fertig hätte, möge er e3 ihm bringen. Der Knabe tat das denn auc bald nachher. „Du biſt ein braver Junge“, ſagte ihm der Kaufmann; „hier haſt du 25 Pfennig für dein Net, und hier ſind nod) einmal 25 Pfennig für dich ſelbſt, die ich dir ſchenken

will.“

„SO nein, o nein!“

rief der junge Krüppel.

Ier

lauben Sie mir, daß ich die auc no<h gebe, damit man aud) die andere Seite des Blatte3 dru>en kann.“

auf-

erſtehen.“ Er fing nun an, weiter zu fragen: „Wird mein Vater auferſtehen und alle, die im Kriege umgekommen und die von Löwen, Tigern und andern wilden Tieren gefreſſen worden ſind? Und werden wir alle auferſtehen, deren Leiber auf dem Feld verweſt ſind und deren Aſche vom Wind verſtreut wurde?“ „Ja, e3 wird nicht einer dahintenbleiben“, beſtätigte ich mit na<hdrüFlicher Betonung. Nachdem er mich nun einige Augenblicke angeſehen hatte, wandte er ſich zu ſeiner Umgebung und ſagte: „Hört, ihr weiſen Männer, wo iſt einer unter eu<h, zu deſſen Ohren je ſol<e Neuigkeiten gedrungen ſind?“ Dann richtete er ſeinen Bli wieder auf mid, legte die Hand auf ſeine Bruſt und ſagte: „Vater, ich liebe

'di<h.

61

der Heiden.

Ein junger, hinkender Knabe bat eines Tages einen Kaufmann, ob er ihm wohl ein Bündel Garn geben wolle, um ein Neß daraus zu machen. Auf die Frage, wa3 er denn damit anfangen wolle, antwortete der Junge, daß er e3 für 25 Pfennig verkaufen und

dies Geld der Bibelgeſellſ<haft geben wolle, um ihr zu

Ein Taler für die Miſſion aus Kinde8hand. In dem Dorf Blumenthal bei Bremen lebte eine arme Arbeiterfrau, die den HErrn liebhatte. Ihr Mann war liederlih und vertrank den Lohn, den er verdiente. Um ſo härter mußte ſie arbeiten, damit ſie mit ihren Kindern etwa3 zu eſſen hätte. Trotzdem brachte ſie e3 fertig und ſparte ſich jedes Jahr einen Taler ab, und den bekam die Miſſion.. Da ſtarb ihr Mann und hinterließ ihr nicht3 al3 Sulden. Al3 ſie nun doh im nächſten Jahr ihren Taler für die Miſſion abliefern wollte, wies der Paſtor ſie zurü> und ſagte: „Nein, liebe Frau, da3 geht niht; erſt muß man ſeine Schulden bezahlen, ehe man etwa38 für die Miſſion geben darf.“ Traurig ging die Frau weg. E3 modte wohl ein Vierteljahr verfloſſen ſein, da ging der Paſtor eines Abend3 auf der Dorfſtraße ſpazieren. Mit einem Mal hörte er hinter ſich rufen: „Herr Paſtor! Herr Paſtor!“ Er drehte ſich um; ein Zunge kam angelaufen und hielt ein Geldſtü> in der Hand. Der Paſtor erkannte ihn ſogleich; e3 war der Sohn der armen Witwe. „Herr Paſtor, hier iſt ein Taler für die Miſſion“, ſagte der Junge freudeſtrahlend. „Nein, mein Sohn, den Taler bringe nur deiner Mutter wieder; ic< kann ihn jet niht nehmen.“ „Aber, Herr Paſtor, der Taler iſt gar nicht von meiner Mutter; e3 iſt mein Taler.“ „Wie kommſt du denn zu ſo viel Geld, Junge?“ fragte er ernſt. „Ah, meine Mutter war ſo traurig, daß ſie nicht3 mehr für die Miſſion geben durfte; da dachte ich, dann müßte ich e38 tun. Jd bin in den Wald gegangen und habe Brombeeren und Heidelbeeren geſucht und habe mir damit einen Groſchen nad) dem andern verdient. Sehen Sie, Herr Paſtor, jezt iſt der Taler voll.“ 3


Die

62

MWiſjſions-Taube.

Afrikaniſche Sprichwörter. Ein Seil, da3 beſtändig in Bewegung bleibt, zerſ<hneidet zuleßt aud) einen Stein. i Wer von einer Sclange gebiſſen iſt, erſchri>t ſpäter ſogar beim Anblick eines troenen Aſte3. Ein Huhn, das beizeiten ſc<hlafen geht, verurſa<ht ſeinem Herrn keine Unannehmlidkeiten. Wer vom Wein trunken iſt, kommt bald wieder zur Beſinnung; aber wer vom Neichtum trunken iſt, wird nie wieder re<ht nüchtern. Nod) niemand hat ſic) mit Lügen ſein Bett zugerichtet, der e3 hernad) nicht bereut hätte. Pflanzt man Korn und Lügen, ſo zeigt ſich die Lüge auf dem Aer vor dem Korn. Wer lügen kann, kann aud) deſertieren. Eine Lüge verdirbt tauſend Wahrheiten. Der Lügner ſagt: „Meine Zeugen ſind in Europa.“ Der Arme darf nicht zornig werden. Das Geld heißt man Sand nur, wenn man keins hat. Im Hauſe zeigt ſich die Armut, nicht auf dem Markt. Seilmittel gegen alle Schulden iſt zahlen. Wenn dein Mütterhen aud) klein iſt, ſo zeige e3 dod) deinem Freund mit Stolz.

Manderlei

au8

der Miſſion.

Miſſionar Frank Alſton in Charlotte, N. C., dex ſeit

Mitte Februar ſc<wer krank war, iſt am 20. März vom HErrn heimgeholt worden. Weiteres in der nächſten iſt noh immer leidend.

in GreenSboxro,

N. C.,

Man wolle ihrer fürbittend ge-

denken. Viſitations8reiſe. Der Schreiber war im Februar und März mehrere Woden lang auf dem ſüdöſtlichen

Miſſionsfeld. Er Schule daſelbſt, die ſchule in Charlotte, in Salisbury, die Unterridhtsſtunden

hat die Konferenz in Concord, die beiden Gemeinden und die Miſſion3die Gemeinde in Monroe, die Schule Station in Winſton-Salem, ſieben im College zu Green3boro, die Sta-

tionen in Baltimore

und

Waſhington

Hill in Yonker3, N. 9)., amtli beſucht. Konferenz

in Concord.

Die

ſowie

Yonkers, N.Y.

parish-house.

Miſſionar

Jmmanuelskonferenz

war am 21. und 22. Februar in Miſſionar Melvin Holſtens Gemeinde zu Concord, N. C., verſammelt. Alle Paſtoren auf dem ſüdöſtlichen Miſſionsfeld waren mit

„zwei Ausnahmen erſchienen. Auch die meiſten Lehrer und Lehrerinnen waren zugegen. Es wurde fleißig gearbeitet. Prof. Wm. Kampſc<hmidt, Lehrex Dougla3

Dinkin3 von Sali3bury und Lehrerin Vivian Foard aus

P. Wm. Hill zeigte mir ſein neue3

ES iſt ein nettes, praktiſch eingerichtetes

Gebäude, das nur 812,000 gekoſtet hat.

Die Gemeinde

hat alles abbezahlt bis auf 84,000. Dieſe Summe wird ſie auf der Bank borgen müſſen, es ſei denn, daß ihr ein Miſſionsfreund ein zinsfreies Darlehen macht. Die Gemeinde P. HillS iſt die erſte in unſerer Negermiſſion, die ohne Hilfe der Miſſion3kaſſe gebaut hat. DaS iſt ſchr loben5wert. Neue Miſſionare. Predigtamtskandidat Byron Skinner, der letztes Jahr auf unſerm Negerſeminar in Greensboro Examen gemacht hat, wurde am 5. März von Superintendent G. A. Schmidt unter Aſſiſtenz P. Peays5 in der Gemeinde zu Poſſjum Bend, Ala., ordiniert und eingeführt. Er wird auch die Gemeinden in Camden, Taits und Longmile bedienen. -- P. Omar Rau, bisSher Paſtox zu Gravelton, Mo., wurde am 9. März von dem bisherigen Vakanzprediger D. J. Kroger als Paſtor unſerer Jmmanuel38gemeinde in Cincinnati eingeführt. Gott wolle die Arbeit dieſer neuen Miſſionare reichlich ſegnen! Pincy Woods, Miſſ. Die Piney Woods Countrylife School iſt unſexer Negermiſſion als Geſchenk angeboten worden. Da3 Geſchenk ſchließt 1,500 A>er Land ſowie ſämtliche Anſtalt8gebäude in ſich. Die Miſſion3behörde ſchi>t zwei Gliedex nach Piney Wood3, um ſich alles an Ort und Stelle anzuſehen und alles zu be-

ſprechen.

(Von C.F. Drewes.)

Nummer. Die Gattin Prof. Meibohms

Concord legten Arbeiten vor. Im Beidtgotte3dienſt predigte P. John Alſton aus Atlanta, Ga., und im Konferenzgottesdienſt hielt P. Nobert3 aus Spartanburg, S. C., die Predigt. E3 waren geſegnete Konferenztage.

Die Anſtalt wird von 300 bi38 400 Neger-

ſtudenten beſucht. Aufſäße über religiöſe Gegenſtände, die von Studenten geſchrieben worden ſind, zeigen einen höchſt erfreulichen Fortſchritt. Wir wollen einige der Aufſäße im Lutheran Pioneer abdruden laſſen. „Unſere Pioniere in Texas.“ Die erſte Lieferung dieſer Serie erſcheint in dieſer Nummer der „Miſſion3-

taube“. Drei weitere Artikel werden folgen. Der Ehrw. P. G. Birkmann in Giddings, Tex., einer dieſer Pioniere, hat un3 auf unſere Bitte hin verſprochen, be-

ſondere Erlebniſſe im Pfarramt zählen und Anekdoten zu liefern.

der Pioniere zu erSonderlich in Texas

ſollten unſere Leute dieſe Artikelſerie leſen.

P. Birk-

mann ſchließt ſeinen Brief mit den Worten: „Ac<htung3voll und anerkennungsvoll für Jhre intereſſante „Miſſionstaube“, die wir, meine liebe Frau und ich, immer ganz durdleſen“ uſw. Ein Urteil über Noſa Young38 Bu<. Frau H.C. Witte in Pekin, JU., ſchreibt: „Geehrter Herr Paſtor! Das Buch Light in the Dark Belt, von Roſa Young

geſchrieben, iſt ſehx gut. Wir haben ein Dußend hier in Pekin verkauft. Alle, die e3 leſen, haben e3 ſehr gerne.“ Alle, die dies Buch geleſen haben, ſprechen ſih nur lobend darüber aus. Haſt du e3 bereit38 geleſen? E38 ; koſtet nur 80 Cent3 und iſt beim Concordia Publishing'

House, St. Louis, Mo., zu haben.


EETEEEIEEESEEEZEN|

Die

Rlſſtons-Taube.

Ein korrekter Grundſatz. In einem Bericht über die Nordweſtliche Konferenz unſerer Brüder in Braſilien leſen wir folgendes: „Zunächſt wurde eine portugieſiſche Arbeit von P. O. Schüler über „Die <rijtliche Miſſion“ angehört. C5 wurde gezeigt, daß rechte Miſſionare dahin zu gehen haben, wohin Gott ſie ſendet, und predigen müſſen, was Gott ſie heißt. Eine längerc Erörterung entſpann ſich über die Frage, ob man Miſſion treiben dürfe an den Mitgliedern ſolcher Kirchen, die verſeucht ſind mit falſchen Lehren und in ihrer Miſſionzöarbeit etwa nur ſelbſtiſche oder völkiſche Ziele verfolgen, wie es bei den Jeſuiten und bei der Riograndenſer Synode der Fall iſt. Die Antwort lautete: Solange in ſolchen Kirchen noch weſentliche Stüc>e des Wortes Gottes verkündigt werden, und beſtünde dies nur im Verleſen der ſonntäglichen Cpiſteln und Cvangelien, ſo würden wir in ein fremdes Amt greifen, wenn wir unter ihren Gliedern miſſionierten. Danac<h müſſen wir uns auch in der landesſprachlichen Miſſion richten.“ Indien. Die Miſſion unſerer Miſſouriſynode hatte am Ende des vorigen Jahres 6,076 getaufte und darunter 1,441 konfirmierte Glieder. China. Die Zahl der bekehrten Chineſen in unſerer Miſſouriſynode betrug am Ende. des vergangenen Jahres 624. Von dieſen ſind 336 abendmahlsberechtigte Glieder. 145 Perſonen wurden während des Jahres getauft. Der Miſſionsſtab beſteht aus 10 weißen Paſtoren und 53 dineſiſchen Gehilfen. Gute Nachrichten über China. Jn China arbeiten nach einem Bericht zurzeit im ganzen zwanzig lutheLiſche Miſſionen, nämlich vier deutſche, vier ſchwediſche, drei norwegiſche, eine finniſche, eine däniſche und ſieben amexikaniſche. Die Zahl der getauften Glieder dieſer Miſſionen beträgt etwa 52,000. Wie berichtet wird, ſind die AuSſichten in China für die dortige Miſſion ſehr günſtig. Der Sekretär des Nationalen Chriſten-

rate3,

Dr. H. T. Hodgkin,

der vor kurzem

Mittelchina

beſuchte, teilte untex anderm folgendes mit: „Mehr kaufen zu Literatur unſere begierig, ſind Leute als je und unſere Botſchaft zu hören. J< glaube, ein Tag

neuer,

Verſammlung am 14. Januar einen Beſchluß gefaßt, der den direkten Nachkommen des Konfuzius beſondere Nückſicht und beſonderen Schuß gewährt. CS verlautet, daß man das Stammgut zu Kiufow-hſien im ſüdlichen Shantung in Ruhe laſſen werde. Zu dieſem Stammgut gehören der berühmte Wald des Konfuzius in Shantung, der Tempel des Konfuzius, die konfuzianiſche Bibliothek, Ländereien ſowie anderes Eigentum, da3 Konfuzius hinterlaſſen hat. Am 15. Februar dagegen meldete eine Depeſche aus Shanghai, daß die <ineſiſche Negierung das geſamte Eigentum konfiSzieren wolle. Dagegen wehrt ſich nun Kung.“

Neue The

wie da3 ſelbſtgewählte Propagandakomitee in New York ſie ſchildert.

öffentlichung

Gleich der erſte Bericht, der uns zur Ver-

in

der

„Miſſionstaube“

dieſem

von

Nun leſen Komitee geſchikt wurde, erregte Verdacht. wir, daß Vertreter de3 Amerikaniſchen Roten Kreuze, - die eine Unterſuchung an Ort und Stelle vorgenommen haben, berichten, daß die Lage in China „einen Appell

ſeiten3 des Amerikaniſchen Roten Kreuzes an die Frei-

gebigkeit des amerikaniſchen Volkes nicht rechtfertige“. Nachkommen des Konfuzius. Konfuzius, der- etwa

fünfhundert Jahre vor Chriſto gelebt, hat viele NahEr kommen in China, einen darunter im 77. Glied. „Das ſagt: heißt Kung Teh-tſcheng. Der China Critic Shantung-Provinzialregierungskomitee

hat

in

einer

Drudſachen.

Story of the Augsburg Confession. By Prof. Theodore Gracbner. Concordia Publishing House, SE Rioui8 Mo. 1929. 336 Seiten 44X5%. Preis:

A Brief Story of the Augsburg Confession. Told for Young People by Prof. Theo. Graebner. 1930. Der-

ſelbe Verlag.

Prei3: 20 Ct8.

Eine kurze Geſchichte der Aug8burgiſchen Konfeſſion. Dem jungen Volk erzählt von Theodor Gräbner. Überſet von O. NR. Hüſ<hen. Derſelbe Verlag. 48 Seiten 47% X6%,. Breis: 20 Ct5.; das Dutzend 81.92; das Hundert 814.00 nebſt Porto. Unſere lutheriſche Kirche begeht die38 Jahr da3 vierhundertjährige Jubiläum der Augsburgiſchen Konfeſſion. Obige Bücher ſind alſo durchaus zeitgemäß. In dem erſten, größeren Buch zeigt Herr Prof. Gräbner in feſſelnder Weiſe, wie dies Grund-

bekenntnis unſerer Kirche entſtanden iſt, wie es vor Kaiſer und

Neich verleſen wurde und wie die damaligen Bekenner treu und mutig das Panier der reinen Lehre hochgehalten haben. Da38 Werk iſt paſſend mit etwa dreißig Bildern ausgeſtattet. Al5 Anhang wird das ganze Glaubensbekenntnis Wort für Wort auf 48 Seiten geboten. Papier, Dru> und Einband ſind gut. Der Preis iſt verhältnismäßig niedrig. = Da3 zweite Büchlein iſt ein kleines Meiſterſtü>, wenn es auch Sachen bringt, die wenig mit der Augs5burgiſchen Konfeſſion zu tun habet,

zum

Beiſpiel ' Kapitel

acht:

„Luther8

Wappen.“

Elf

Bilder

Das

Augsburger Bekenntni8 des Glaubens und der Lehre. Vorgetragen und übergeben auf dem Reichstag zu Aug3burg am 25. Juni 1530. Mit Anmerkungen . verſehen. Anhang: Die drei altkir<lichen Bekenntniſſe. Zweite Auflage. Verlag von Johannes Herrmann, Zwidau.

zieren das Buch. Auf "den ſieben lezten Seiten findet fich eine „Anweiſung zum beſſeren Studium der Geſchichte der AUT RT Oiſe Konfeſſion. In Fragen geſtellt von M. JI. oſ<tke". !

günſtiger Gelegenheiten iſt in Mittelchina an-

gebrochen.“ Die Hungers8not in China iſt längſt nicht ſo ſchlimm,

63

63 Seiten 5X7.

Preis: 20 Ct8.

;

Über dieſe zeitgemäße Herau8gabe der Augsburgiſchen Konfeſſion in dieſem Jubeljahr muß man fich freuen. Sie enthält wertvolle Anmerfungen und Worterklärungen, die dem Verſtändni8 beim Leſen dienen. Hier wird uns in kurzen, aber treffenden Anmerkungen geſagt, wer Ambroſius, Auguſtinus, Ariu8, Chryſoſtomus8, Cyprian, Donatus8, Jrenäus und andere alte Lehrer und Irrlehrer waren. - Altertümliche Worte und Ausdrücke ſowie Fremdwörter werden kurz erklärt. Wir emp-=

fehlen dieſe Aus8gabe unſer3 Glauben3bekenntniſſes aufs beſte.

Da3

Augsburger Bekenntnis. Verhandlungen der Synode der Ev.-Luth. Freikirche in Sachſen und andern Staaten bei

ihrer

fünfzigſten

Jahres8verſammlung

in

1929. Verlag de8 Scriftenvereins8 (E. Klärner), in Sachſen. Preis: 75 Ct8. Zu beziehen vom dia Publishing House, St. Louis, Mo.

Dieſer Synodalberiht

enthält

ein

unſerer

ausgezeichnetes

Glauben8brüder

Referat

über die Atgs8burgiſche Konfeſſion.

Rektor

M.

Kolberg.

Zwi>au Concor-

in Europ

Willkomms8


Die WMiſſions-Taube.

64 Aus

Luthers

Briefen

von

der

Koburg

1530. - Von

M.

Willkomm. Mit ſec<s8 Abbildungen. 30 Seiten. Derſelbe Verlag. Prei8: 17 Ct3. Zu beziehen vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Haſt du jemals einen Brief Luthers, des großen Neformator8, geleſen? Hier werden ſeine beſten Briefe, die er 1530 auf der Koburg während des Neichstags zu Augsburg geſchrieben hat, dargeboten. Nimm und lies! Cantate!

A Song Service Prepared for Lutheran Churches,

Featuring vian, and

Lutheran American

Hymns Origin.

of German, ScandinaConcordia Publishing

House, St. Louis, Mo. Preis: 5 (ts. Intereſſierte ſollten ſich ein Stü> zur Durchſicht anſchaffen.

Contributions ored

Received

Received by the Treasurer.

February 1--28, 1930. for Colored AMissions from the following

congregations:

Augustana,

Alexandria,

825.00;

col-

Beth-

any, Nyland, 5.19; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, .55; Bethel, Rock West, 3.31; Bethlehem, Holy Ark, 3.05; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 10.04; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Or-

leans,

15.00;

Holy

Cross,

Camden,

3.38;

Ebenezer,

Atmore,

2.50; Faith, Mobile, 3.50; Gethsemane, Hamburg, 10.85; Grace, Concord, 40.00; Grace, Greensboro, 36.89; Grace, Ingomar, 8.02; Holy Trinity, Springfield, 30.00; Hope, Kings Landing, 8.76; Immanuel, Pensacola, 9.10; Immanuel, Shankletown, 5.00; Immanuel Lutheran College, Greensboro, 544.25; Luther Memorial, Greensboro, 18.34; Messgiah, Bashi, 7.01; Mission at Catherine, 8.61; Mission at Cleveland, 30.57; Mission at Maplesville, 6.22; Mission at New Bern, 1.80; Mission at Southern Pines, 10.00; Mission at Union Springs, 2.30; Mount Calvary, Kannapolis, 40.00; Mount Calvary, Mount Pleasant, 12.00; Mount Calvary, Tilden, 13.46; Mount Carmel, Midway, 6.35; Mount Olive, Catawba, 1.15; Mount Olive, Tinela, 5.45; Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, New Orleans, 50.00; Our Redeemer, Longmile, 3.75; Our Savior, Possum Bend, 5.19; Pilgrim, Birmingham, 12.59; St. Andrew's, Vredenburgh, 2.52; St. James's, Buena Vista, 7.67; St. John's, Joffre, 1.35; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 3.50; St. Luke's, Lamison, 5.00; St. Luke's, Spartanburg, 18.00; St. Mark's, Ackerville, 7.80; St. Mark's, Atlanta, 25.00; St. Mark's, WinstonSalem, N. C., 6.00; St. Matthew's, Arlington, 3.27 ; St. Matthew's, Meherrin, 14.63; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, New Orleans, 50.00; St. Paul's, Oak Hill, 9.37; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 3.51; St. Philip's, Chicago, 100.00; St. Philip's, PhiladelPia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 100.00; Trinity, New rleans, 30.00; Trinity, Selma, 24.90; Zion, Gold Hill, 8.00; Zion, Taits Place, 6.45. For African Missions: St. Peter's, Pine Hill, 330.00. AMiscellancous: Clara Kuegele, Richmond, Va., for Building Fund of Colored Missions, 8100.00. Rey. Wm. Eifert, Ottertail, Minn., for Mollie Louder's Orphans* Home, 10.00; for Negro Misgions in Alabama, 15.00. N. N., Painesville, O., for Colored Misgions, 2.00. Mrs. W. EY. Goerss, North Tonawanda, N. Y., for Mollie Louder's Orphan Family, 3.00. Per Rev. Ph. Roegel, from Ladies* Aid, Enid, Okla., for Mollie Louder, 5.00. N. N., Lowden, Iowa, for Negro Missions, 10.00. Sarah Mueller, Frohna, Mo., for Negro Misgions, 10.00. Heinrich Meesge, Frazee, Minn., for Negro Missions, 5.00; for Students' Fund, 5.00. Mrs. A. C. Janzow, St. Ansgar, Iowa, for ASSyrian Catechism, 1.00. Mrs. John Rupp, Monett, Mo., for Assyrian Catechism, 2.00. Mrs. R. H. Meyer, Quincy, T11., for Greensboro, N. C., Colored Theological Seminary, 2.00. “A Friend of Migsgsions," Columbus, Wis., for Negro Misgions, 1.00. Mrs. 1.. Fischer, Wilton Junction, Iowa, for Assyrian Misgion in Chicago, 1.00. A. G. Zeller, De-

troit, Mich.,

for Mollie

Louder's

Orphan

Family,

3.00.

N. N., Kansgas, for Colored Misgions, 300.00. Per Edwin C. Morsch, from Peter H. Kruse Estate, 1,000.00. THEo0. W. ECKHART, T'reasurer.

Unſer Miſſionsneger. Dieſe allerliebſte Sammelbüchſe für Miſſion8gaben eignet ſich vortrefflich zum Aufſtellen in Schulen, Sonntagsſchulen, Verſammlungslokalen der verſchiedenen Vereine in der Gemeinde uſw. Auch einzelne Chriſten ſtellen den kleinen Miſſion8neger in ihren Häuſern auf und legen ihre Opfer für das heilige Werk der Miſſion von Woche zu Woche hinein.

Kinder freuen ſich, wenn

ſie ſehen, wie der kleine Heiden-

knabe mit dem Kopfe ſeinen Dank ni>t, wenn fie ihm ihre Gabe für den Heiland geopfert haben. Mittel8 des Miſſfion8neger8 haben Schulen in unſern Kreiſen Hunderte von Dollar8

in einem Jahr für die Miſſion geſammelt.

Doch da3 Beſte iſt,

daß die Kinder von klein auf ans Geben für die Reich8ſache ihres lieben Heilande8 gewöhnt werden. Prei38 des Miſſionsneger8: 83.50. Man ſende ſeine Beſtellung an Mr. Theo. W. Eckhart, 3558 S. Jefferson Ave., St. Louis, Mo.

Bitte zu beachten! Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und beachten, ob das Abonnement abgelaufen iſt oder bald Oban wird. April 30" bedeutet, daß das Abonnement jekt abgelaufen iſt. Man bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direlt an uns, und zwar prompt, damit die Lieferung nicht unterbrochen zu werden braucht. Es dauert dur<ſc<nittli<h zwei Wochen, bi8 der Adreßſtreifen auf dem Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt. Bei Entrichtung ſeine3 Abonnement3 erwähne man gütigſt immer, welches Blatt man wünſcht, und gebe Namen und Adreſſe an (alte und neue, wenn es ſich um Adreßveränderung-" handelt). CONCORDIA PUBLISHING HOUSE, St. Louis, Mo. Die „„Miſſion3-Taube““ erſcheint einmal monatlich.

Der Preis

in YVorausbezablung mit Porto iſt folgender: WMerembla dt NESTSETEGESETSESTSEERTED 60 Ct3.

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Brieſe, welcbe Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe : Concordia Publishing- House, St. Louis, Io.

Alle die Nedaktion betreſſenden Einſendungen ſind zu richten an Rey, €. F.

Drewes, 3558 S. Jeſferson Avenue, Negermiſſion an den Kaſſierer, Ir. Avenue, St. Louls, Mo.

St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge für die Theo, W. Eckhart, 3558 S. Jefferson


DS Iulia HIRE x 2293 2. BE AAS STANS AULA ASIA EISE ZB IE Co

Miſſionszeitſchrift der Evangeliſc<-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. SubSscription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as Second-class matter at the Post Oſlice at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 1879. Acceptance ſor mailing at Special rate of postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

52. Jahrgang.

Mai

Des

1930.

Unſere Pioniere

Geiſtes Feuer. Luk,

Ur. 5.

12, 49.

in Texas3.

II.

HErr, zünd' an des Geiſtes Feuer Für das Werk der Miſſion, Daß wir immer lieber, treuer Dienen dir, dem Gottesſohn, Dir, der Schweiß und Blut und Leben Für die Welt dahingegeben Und nun ſtieg zum Himmelsthron! HErr, zünd' an des Geiſtes Feuer, Daß e3 hell und heller brennt! Noch iſt ja dein Wort nicht teuer, Weil die Chriſtenheit dich kennt. Laß nur jede3 Herz erglühen Und von Liebe3flammen ſprühen, Da3 dich ſeinen Heiland nenntl HErr, zünd' an de3 Geiſte3 Feuer, Eh' der Tag de3 Heil3 ſich neigt, Daß ſich füll' des Reiches Sceuer, Eh' die Naht vom Himmel ſteigt, Da die Sicheln nicht mehr klingen, Scnitter nicht mehr Garben bringen, Jeder Ruf zur Arbeit ſchweigt! HErr, zünd' an de3 Geiſtes Feuer, Daß wir ſind ein Licht in dir! Heil'ge Luſt zur Gabenſteuer Sei de3 Glauben3 ſchönſte Zier! Sollen unſre Lichter brennen, O ſo hilf uns recht erkennen Deine3 Kreuze3 Sieg3panier!

O. NR. Hüſchen.

P. Johaun

Zimmermann.

P. Johann Kilian war vierzehn Jahre lang der einzige miſſouriſc<he Paſtor in Texas. Im Jahr 1868 befam er einen Kollegen in der Perſon de3 jungen P. Johann Zimmermann. Dieſer war der erſte Paſtor aus den nördlichen Staaten. Zimmermann wurde in Roſe Hill ſtationiert. Roſe Hill liegt in Harris County, etwa dreißig Meilen nördlich von der Stadt Houſton. Zimmermann3 Arbeit war eine ausgedehnte und ſehr erfolgreiche.

Die

Gemeinde

wurde

von

ihm

gut verſorgt,

und er nahm ſid) der kir<loſen Lutheraner in einem weiten Umkreis an. Von Cypre338, von Klein (damals Big Cypress genannt) und au3 andern Gegenden kamen Leute nach Noſe Hill zur Kir<e und ließen ihre Kinder da taufen. P. Zimmermann fing an, in Cypre33 und Klein zu predigen und Gemeinden zu ſammeln. Er wirkte bis zum Jahr 1876 in Texa3. P. Paul Röſener wurde ſein Nachfolger. P. Adolf D. Greif.

P. Greif wurde am 16. Juni 1849 in Dreißigaer, Thüringen, geboren. Im Jahr 1869 kam er nach den Vereinigten Staaten und trat in das Concordia-Seminar zu St. Loui3 ein. Jm Juni 1870 madte er Examen und wurde von P. Theo. Brohm und Prof. Walther ordiniert. Bald darauf reiſte er na ſeinem erſten Wirkungs8kreis in Texa8. Er war


Die

66

Mijſions-Taube.

der zweite Paſtor, der aus dem Norden nach Texas kam. Er übernahm die Gemeinde zu William Penn in Waſhington County, die ſ<on zehn Jahre lang beſtanden hatte, aber nicht in Verbindung mit der Miſſouriſynode getreten war. Greif war ein fähiger, flinker und geſchi&ter Mann und ein tüchtiger Prediger. Er hat in Waſhington County, einige Meilen

nördlid) von Brenham,

eine Gemeinde

geſammelt,

die

die Prairie Hill-Gemeinde genannt wurde. Dieſe bediente er nebſt William Penn. Ende 1873 nahm er einen Beruf an die St. Petrigemeinde, in Serbin an, die ſich 1870 von der St. Paul35gemeinde abgezweigt hatte. Zwei Jahre lang wirkte er hier und predigte aud gelegentlich in dem damals neuen Städt<hen Giddings8, wo es aber damals no) nicht zu einer

Gemeindegründung

kam.

P. Birkmann

hörte

einſt einen Mann in Giddings über Greif urteilen: „Ein guter Prediger, aber führt zu viele Bibelſprüche an.“

Anfangs 1876 folgte Greif einem Ruf nad Little No>, Ark. Von dort wurde er nad) Chandlerville, IU., berufen. Im Jahr 1883 folgte er einem Ruf

nad) Davenport, Jowa, wo er ſiebenundzwanzig Jahre gedient hat. Im Jahre 1910 berief ihn die Immanuel35gemeinde bei Charter Oak, Jowa. Er war gegen ſe<3s Jahre Präſes des Jowa-Diſtrikt3. Am 13. Februar 1914 ſtarb er nad) ſchmerzvollem Leiden, das er geduldig getragen hatte. P. Johann

Pallmer.

Im Jahre 1870 trennten ſid) viele Familien von der älteren St. Paul3gemeinde zu Serbin und gründeten eine neue Gemeinde, die St. Petrigemeinde. Dieſe berief als ihren erſten Paſtor Herrn Johann Ballmer. Pallmer hatte im Rauhen Haus bei Hamburg gedient, war dann nad) St. Louis gekommen, hatte

dort

im

praktiſ<en

Seminar

der Synode

ſtu-

diert und war ein Jahr lang Paſtor der Ebenezergemeinde in Baden, Nord-St. Loui38, geweſen. Weil er ein geborner Wende war, hatte man ihn mit der Bedingung berufen, daß er deutſ< und wendiſd) predigen ſjolſe. Man war e3 ſo gewohnt und meinte, ohne das Wendiſche nicht gut auskommen zu können. Aber in der Folgezeit ſtellte ſich's heraus, daß die deutſche Predigt genügte. Die meiſten Glieder der Gemeinde waren Deutſche, und denjenigen, die wendiſcher Abkunft waren, war dod die deutſc<e Sprache ganz geläufig. In P. Johann Kilian3 Gemeinde dagegen war die große Mehrzahl e<t wendiſ<, viele waren ſogar ſogenannte „Sto>wenden“, das heißt, jol<he, die gewohnheit3mäßig wendiſc<h redeten und Deutſc< kaum zur Not verſtanden. Zu P. Pallmer3 Gemeinde gehörten etwa 300 Seelen, ungefähr halb

jo viel wie zu P. Kilians Gemeinde. Im Jahr 1914 vereinigten ſich beide Gemeinden wieder zu einer Gemeinde. Im Jahre 1920 fiel die wendiſc<he Predigt hin.

P. Pallmer war ein ſehr treuer, arbeitſamer Mann. Er hat es ſich viele Mühe koſten laſſen, ſeine

Gemeinde

den.

Auch

zu verſorgen, in

Jahr lang.

Fedor,

und

Lee

zwar

County,

in beiden

Spra-

predigte

er

ein

Seine Frau ſtarb 1873 an einer klima-

tiſchen Krankheit. Dann erkrankte auch er und folgte nach einigen Wochen ſeiner Gattin na<;. Sein kaum

zweijähriges Söhnlein wurde von Lehrer Leubner adoptiert. Dies war der ſpätere Lehrer J. G. Pall-

mer,

der im März

er in der Schule

gedient hatte.

1924

in St. Louis

ſtarb, nac<hdem

der Ebenezergemeinde

als Lehrer

P. I. A. Proft. Im Jahr 1870 beſuchte P. Theo. Brohm sen., der

Vizepräſes

der

Synode,

P. Kilian

und

ſeine

Ge-

meinde in Serbin. Er kam auch nad) Fedor, ac<htzehn Meilen nördli) von Serbin, weil er gehört hatte, daß Lutheraner dort wohnten. Unter ſeiner Leitung trat damals

in Fedor

eine kleine Anzahl Leute zur Grün-

dung einer Gemeinde zuſammen. Im nächſten Jahr (1871) berief die Gemeinde den Kandidaten J. A.

Proft,

nachdem

P. Pallmer

von Serbin

ſie bis dahin

ſtudiert.

Weil er wen-

bedient hatte. Proft war eine Zeit lang in HermannSsburg bei Louis Harms35 geweſen und hatte dann in St. Louis auf dem praktiſchen Seminar

diſcher Herkunft war, ſo hatte ihn die Gemeinde, die faſt ganz aus Wenden beſtand, berufen. Proft predigte zuerſt deutſch und wendiſc<h und teilte in beiden Sprachen das heilige Abendmahl aus. P. Proft war ein praktiſcher Mann. Er verſtand es, den Plan zum Bau. einer Kir<e und eine3 Pfarrhauſes zu entwerfen, und half zum Teil ſelber bei der Bauarbeit mit. E53 lag ihm aud) daran, die Gemeinde in Gotte3 Wort und im Glauben zu erbauen; aber er hatte keine Negiergabe. Er ſtieß auf Widerſtand und Widerſpruch, zum Teil nicht ohne Grund. Er litt fiel an Klimafieber, dem aud) ſeine erſte Frau zum Opfer fiel.

:

Nay einigen Jahren reſignierte er und nahm einen Beruf an die von ihm gegründete Ebenezergemeinde, fünf Meilen ſüdlich von Fedor, an, die zum Teil aus früheren Gliedern-der älteren Gemeinde, die nun von Fedor ihre Entlaſſung begehrten, beſtand. Dieſe Gemeinde bediente er etwa anderthalb Jahre und zog dann im Herbſt des Jahres 1877 na< Sherman im nördlichen Teil des Staates. Gegen Ende des Jahres 1879 nahm er den Beruf einer Gemeinde in Miſſouri an.


Die

UHliſſtons-TGaube.

P. Peter Klindworth.

P. Klindworth gewirkt. Dieſer 12. Februar 1849

Hannover,

hat von 1871

geboren.

bis 1890 in Texas

teraniſ<e Pionier zu Klein-Sittenſen,

wurde am Amt Zeven,

diente dort bis 1890.

Jm Herbſt dieſes Jahres legte

er franfheitShalber ſein Amt nieder und ging zu Ver-

wandten in Kanſas. Nad) ſeiner Geneſung bediente er Gemeinden in Ohio, Indiana und Miſſouri, bis er am 26. Juli 1913 zu Little Ro>, Mo., aus der ſtreiin

die triumphierende

Kir<he

verſetzt

wurde.

P. Birkmann urteilt über ihn: „P. Klindworth hat faſt die Hälfte ſeiner Amt5zeit in Texas zugebracht. Er gehört zu den Pionieren unſerer Synode in dieſem Staat.

Er hat unter geringen Verhältniſſen treu ge-

arbeitet, in William Penn regelmäßig Schule gehalten, auch in Lyons und Mound Prairie, Burleſon Co., zuerſt die dortigen Lutheraner aufgeſucht, und hat ſic) weder durd) Negen und Kälte no< durd) Hibe und große Entfernungen davon abhalten laſſen, ſeine Leute zu bedienen.“ P. Auguſt Hofins.

Am

24. März

1846

in Weſtfalen

geboren,

kam

Hofius im Jahr 1866 nad) den Vereinigten Staaten. Von 1870 bis 1873 beſuchte er das Seminar zu

St. Louis und trat am 31. Auguſt 1873 zu Columbu3, Colorado Co., Tex., ins Amt. In der Nähe dieſes

Städt<hens

wohnten

etliche

lutheriſche

Fa-

milien, die ihn zum Paſtor beriefen. Das Gemeindlein hatte aber keinen dauernden Beſtand. | Hofius wurde 1875 Paſtor einer Gemeinde in der Nähe der Hauptſtadt Auſtin. Deſſau wurde die Anſiedlung genannt. Im Jahr 1876 verehelichte er fich mit Thereſe Wunderlich. Schon ein Jahr nach ſeiner Ankunft verließ Hofius Deſſau wieder und kam nach Cypre383, Harris

Co.

In

Cypres835 hat er dann

zwei

Jahre gearbeitet. Ende 1878 nahm er einen Beruf nad) Saunder3 County, Nebr., an. P. Birkmann gibt folgende intereſſante Beſchreibung von P. Hofiu8: „Seine große Geſtalt and ſein herzliches Entgegenkommen und freundliches Weſen erwedten Aufmerkſamkeit, und man wurde bei näherer Bekanntſc<aft nicht enttäuſcht. Leider mußten wir ſ<on 'Ende 1878 erfahren, daß unſer Hofius

Beruf nach Nebraska gefolgt ſei.“ Vierzig ſeines langen Amtsleben3 hat er in Nebras3ka

zugebracht. Boſton,

Als achtzehnjähriger Jüngling

kam er nach Amerika und bezog das theologiſche Seminar zu St. Louis. Nach beſtandenem Examen folgte er im Jahr 1871 einem Ruf der Gemeinde zu Prairie Hill in der Nähe von Brenham, Texr., wo er von ſeinem Vorgänger, P. A. D. Greif, ordiniert und eingeführt wurde. 1873 wurde er P. Greifs Nac<hfolger zu William Penn, Waſhington County, und

tenden

einem Jahre

67

Er

Nebr., am

verſchied

zu

Nemaha,

22. Januar

P. Anguſt

Heinrich

1919.

bei

South

Theodor Meyer.

Der älteſte unter den drei noc< lebenden Texa3Pionieren iſt ?. Meyer. Am 28. März war er neunundachtzig Jahre alt. Seine Wiege hat in Oſterwald,

Hannover, geſtanden.

Er ſtudierte in Hermannsburg

und Steeden. Jm Jahr 1873 machte er in St. Loui3 Examen und erhielt einen Beruf nach White Oak Bayou bei Houſton, Tex., wo er am 20. Juli einge-

führt wurde.

Vor

ſeiner

Terasſynode

gehört,

und

Abreiſe

nad)

Texa3

ver-

Weggang

im

ehelichte er ſic) am 25. Juni in Nord-St. Loui3 mit Frl. Marie Margarete Hühn aus Steeden in Naſſau. Seine Gemeinde bei Houſton hatte vor ſeiner Zeit zur

nad

ſeinem

September 1876 ſchloß ſie ſich auc wieder ihrer alten Synode an.

Nac< ſeinem Weggang aus Texa3 - bediente P. Meyer drei Gemeinden in Miſſouri: Appleton City (vom 7. September 1876 bis Februar 1881), Cole Camp (13. Februar 1881 bis November 1888), Goo Mill, Cooper Co. (25. November 1888 bi3 Oktober 1906). Dann lebte er fünf Jahre in St. Loui8 im Ruheſtand. Troß ſeiner ſiebzig Jahre nahm er einen Beruf an die Gemeinde zu Conant, JZU., an, wo er am 20. Sonntag nach Trinitatis 1911 eingeführt wurde. Im Jahre 1927 legte er ſein Amt nieder und lebt hier in St. Louis, 3701 Jowa Ave., iin wohlverdienten Ruheſtand.

D. Andreas

Bäpler.

Im Sommer des Jahres 1873 waren die Brüder Karl und Ludwig Ax von New Orlean35 nad) Dallas, im nördlichen Texas, übergeſiedelt.

lutheriſche

Kir<e

fanden,

baten

Paſtor, Viſitator Tirmenſtein,

AlS ſie dort keine

ſie ihren

früheren

einmal na< Dalla3 zu

kommen und dort Umſ<au zu halten. P. Tirmenſtein kam denn aud) im Frühjahr 1874 und bediente während ſeines kurzen Aufenthalt5 die Lutheraner in Dallas

mit Wort

und

Sakrament.

Dann

berichtete

er P. JS. F. Bünger in St. Louis, dem damaligen Präſes des Weſtlichen Diſtrikts, zu dem in jener Zeit Texa3 gehörte, was er gefunden hatte. Bei der Verteilung der Predigtamtskandidaten im Jahr 1874 wurde Kandidat Andreas Bäpler für Dallas beſtimmt. P. Theo. Mießler ordinierte ihn im Auftrag des Präſes am 17. Sonntag nad Trinitatis. Am darauffolgenden 18. Juli 1875 trat Bäpler mit Soſephine Ax in den heiligen Eheſtand. In dem“ſelben Jahr folgte er einem dringenden Ruf der Ge-


Die

68

Miſjſtons-Taube.

meinde ſfüdlid) von Cole Camp, Mo. wurde er Seelſorger der Gemeinde

Im Jahr 1879 in Mobile, Ala.

Dort

durd)

verlor

er

ſeine

erſte

Gattin

den

Tod.

Dann wurde er 1882 engliſ<her Reiſeprediger im ſüdlichen Miſſouri, nördlichen Arkanſas und öſtlichen Kanſas. Für ſeine im Süden geſ<hwächte Geſundheit war es gut, daß er auf Pferde5Srü>en von einem Ort zum andern auf ſeinem ausgedehnten Feld reiſen mußte.

Im Jahre 1883 wurde zu Concordia, Mo., das St. Paul3-College ins Leben gerufen, und Bäpler wurde der erſte Profeſſor und Direktor dieſer Anſtalt.

Anerkennung ſeiner eminenten Begabung und der treuen Dienſte, die er unſerer Kir<e geleiſtet hatte, verlieh ihm die Fakultät des Concordia-Seminar3 in St. Louis am 30. Oktober 1923 den Titel eine3 Doktor3 der Theologie. Nod) einem zweiten früheren Pionier in Texas hat Concordia dieſelbe Ehre erwieſen, nämlic) P. Paul Röſener. Von ihm werden wir ſpäter hören. Am 10. Oktober

1927

entſc<lief der treue Knecht

des HErrn zu Concordia, Mo., im Alter von 77 Jahren,

2 Monaten

legen

in

Kollegen

der

war

und

13

Fakultät

Tagen.

ſagte

er ein Vorbild

von

Einer

ihm:

in ſeinem

ſeiner

Kol-

„Seinen

Fleiß,

ſeiner

gewiſſenhaften Amt5- und Lebensführung, in ſeiner Freundlichkeit und Leutſeligkeit und in ſeinem genauen

Achten

auf die reine Lehre

und

die Vorſchrift

des göttlichen Wortes. Dabei war eine ſonnige Heiterkeit über ſein Weſen gebreitet.“ C. F. Drewes. (Fortſetzung

T P. Frank

folgt.)

D. Alſton.

|

EZ iſt bereits in der vorhergehenden Nummer der „MiſſionsStaube“ kurz berichtet worden, daß unſer farbiger Miſſionar Frank Alſton zu Charlotte, N. C., am Donnerstag, den 20. März, vom HErrn heimgeholt wurde. Zugleich wurde Nähere3 in der nächſten Nummer verſprochen. Dieſem Verſprechen wollen wir jekt nachfommen, obwohl wir die lezten drei Wochen das

Krankenbett

hüten

mußten

und

unſere

Kräfte

no ſchwad) ſind. Der entſ<lafene Mitbruder iſt e3 aber wohl wert, daß wir ihm in dieſer Nummer der „Miſſionstaube“

D.

Andrea38

Bäpler.

Er diente bis zu Anfang des Jahres 1888 und wurde dann Direktor de3 Concordia-College in Fort Wayne, Ind. Al53 ſogenannter Primus Omnium hatte ich - vielfac< Gelegenheit, den neuen Direktor der Anſtalt kennenzulernen, und zwar lernte id) ihn ho<ſ<hätßen und lieben. Im Jahre 1894 wurde Bäpler wieder in3 Predigtamt berufen, und zwar von der Gemeinde zu Kittle Ro>, Ark., der er fünf Jahre diente. Hier hat er wie j<on in Mobile unſern dortigen Negergemeinden ein großes Sntereſſe entgegengebracht und ihnen mit Rat und Tat geholfen.

Zm Jahr 1899 wurde Bäpler wieder an die An-

ſtalt zu Concordia, Mo., berufen, und dort hat er bi8 zum 31. Auguſt 1925 in großem Segen gewirkt. In

ein kleines Denkmal

ſeßen.

Frank D. Alſton wurde am 4. Dezember 1886 zu Raleigh, der Hauptſtadt des Staate3 North Carolina, geboren; er hat alſo ſein Alter auf 43 Jahre, 3 Monate und 17 Tage gebracht. Von Raleigh zogen ſeine Eltern =- Ralph H. und Virginia S. (Ward) Alſton =- na< Brunzswi>k, Ga., und im Jahr 1900 nac<h Green3boro, N. C. Hier beſuchte er die Miſſion3ſ<ule unſerer Grace-Gemeinde. P. John C. Schmidt, der damals unſerer GraceGemeinde vorſtand, erteilte ihm nebſt andern Konfirmandenunterricht und konfirmierte ihn. Da Frank ein guter und begabter Junge war, riet ihm 'P. Schmidt, ſich für das lutheriſche Shulamt ausbilden zu laſſen. Er befolgte den Rat ſeines Paſtor3, bezog unſere Negeranſtalt und graduierte anfang38 Juni 1907 al3 einer der beiden erſten Abiturienten des

Immanuel Lutheran College in Green3boro. Im Herbſt de38ſelben Jahres wurde Alſton als


Die Lehrer

an

den

Oberklaſſen

Mijſions-Taube.

der Elementarſchule,

die

mit der Anſtalt verbunden war, angeſtellt. Doh im Herbſt 1908 bedurfte die S<hule zu Charlotte dringend eines Lehrer3, und Alſton wurde dorthin verſeßt. Am 7. März 1909 wurde er von dem Seelſorger der Gemeinde, P. John McDavid, feierlich in ſein Amt eingeführt. Paſtor und Lehrer wirkten aufs ſchönſte und lieblichſte zuſammen. McDavid unterrichtete die Oberklaſſen, Alſton die Unterklaſſen. Am 16. Auguſt 1911 trat er mit Frl. Willette MozSley in den heiligen Eheſtand. Die Ehe wurde mit einem Sohn geſegnet, der jezt etwa achtzehn Jahre alt iſt und ſich auf das heilige Predigtamt vorbereitet. Seine Gattin, ausgebildet als Lehrerin, war eine treue, hilfreihe Leben3gefährtin, eine muſterhafte Pfarrfrau. Während ſeiner letzten Jahre als Lehrer in Charlotte trieb er Privatſtudium, trat dann im Herbſt 1914 in die theologiſche Abteilung des Immanuel Lutheran College ein und madte ſ<on Ende Mai 1915 Examen. Die Miſſionskommiſſion berief ihn an die junge und einzige Miſſionsſtation im Staate South Carolina, Spartanburg, wo er au< Scule halten ſollte. Nachdem er in unſerer Negergemeinde zu Concord, N. C., am 28. September 1915 von P. McDavid ordiniert worden war, zog er am 2. Oktober nad) Spartanburg. Da3 einzige Lokal, das man in Spartanburg

mieten

anne

69

Seine Arbeit bei Kannapolis wurde ſichtlich mit göttlicem Segen gekrönt. Al3 er die dortige Ge-

meinde

im

Auguſt

1919

übernommen

hatte,

konnte

er in ſeinem erſten Jahresbericht nur 28 Seelen oder

getaufte Glieder angeben. Doch der HErr der Ernte ſegnete ſeine treue, fleißige Arbeit dermaßen, daß die

Seelenzahl von Jahr zu Jahr wu<h3 und zunahm und die Mount Calvary-Gemeinde bei Kannapoli3 bald die zweitgrößte Gemeinde auf .dem ganzen ſüdöſtlichen Gebiet wurde. Die Kirc<e wurde zu klein; e3 wurde daher ein neuer, großer Anbau al3 Kirche errichtet und am 15. Juli 1923 eingeweiht. Die Koſten, 81,362, hat die Gemeinde faſt ſämtli) ſelber beſtritten. Der ſelige Alſton verſtand e3 fein, ſeine Leute

auf evangeliſche Weiſe

zum

Geben

für Gotte3

war eine kleine Bretterbude, 10X16

Fuß. Zn dieſem engen, ſc<le<t ventilierten. Lokal mußte Kirche, Sonntagsſc<hule und Schule gehalten werden.“ Nad) etwa zwei Jahren. konnte. ein“neues Gebäude: errichtet werden; doh er hatte.ſich ein Hal3leiden zugezogen, und Mitte Juli 1918 war e3 ſchon ſo weit- fortgeſchritten, daß er Spartanburg verlaſſen mußte. Einem Ruf der -Miſſion3behörde folgend, ſiedelte er nac) Green3boro über. Dort wurde in der Elementarſchule beim College eine Oberklaſſe eingerichtet. In dieſer Klaſſe ſollten auch ſol<e Applikanten für das College aufgenommen werden, deren Vorbildung für die Aufnahme darin ungenügend war. Schon am 15. Oktober 1918 ſah er ſich jedo<h genötigt, die Miſſion3arbeit gänzlich niederzulegen, hoffte aber, daß völlige Ruhe ſein Halsleiden ſchneller beſeitigen werde, wa3 denn aud) geſchah. Nach etwa zehn Monaten hatte er ſich ſo weit erholt, daß er am 1. Auguſt 1919 die Bedienung der Gemeinden zu Sali8bury und Kannapolis übernehmen konnte. Im Zuli 1923 wurde ihm die Station zu Sali8bury abgenommen und dafür die Stationen zu Mount Pleaſant und Dry38 S<hoolhouſe

übertragen. Er bediente alſo drei Gemeinden mit Wort und Sakrament.

P. F. D. Alſton.

Reid). zu ermuntern. Er ſelber ging mit einem feinen Beiſpiel voran. Auf dem letzten Miſſionsfeſt vorigen Oktober wurden 8200 für Miſſion353we>ke kollektiert. In bezug auf den <riſtlihen Wandel der Gemeindeglieder kam e38 unter unſer3 Alſtons Seelſorge bald dahin, daß .weiße wie Schwarze der Gemeinde

große38 Lob

ſpendeten.

Ein weißer Geſhäftsmann

ſagte einſt „zu. ſeinen: Kunden: „J<h muß Ihnen jagen, meine Herren, daß ich wenig Gutes zu Jagen weiß über die Negergemeinden in unſerer Gegend; die Hälfte von ihnen tut nicht3, was man gut nennen könnte. Nur eine Negergemeinde iſt hiervon au38genommen; dieſe ſeße id) obenan; ſie iſt ebenſo gut wie viele unſerer weißen Gemeinden -- es iſt die Gemeinde da draußen bei Texa3.“ (So nennt man die Gegend, in der ſich unſere Mount Calvary-Gemeinde befindet.) Wegen ſeines freundlich-väterlihen Weſen8,


Die

70

Wiſſions-Taube.

ſeines Fleißes und ſeiner Treue, ſeines aufrichtigen Wandels und ſeiner liebevollen Seelſorge genoß P. Alſton die Achtung und Liebe ſeiner Leute in

kommen. Dieſer unterſuchte ihn gründlich und erklärte mir, daß der Patient an den Nieren, am Magen und am Herzen leide und einen ungemein ſtar-

kam, hieß es gleid) nah) der erſten Begrüßung: „Herr P. Drewes, wir ſehen Sie immer gerne; aber wir hoffen, daß Sie nicht gekommen ſind, unſern lieben P. Alſton wegzunehmen.“

nung aufzugeben. Ein kurzer Aufenthalt im Hoſpital war ihm eher ſchädlich als heilſam. So erfüllte man

ein großes Vertrauens5votum, indem ſie ihn als erſten farbigen Superintendenten erwählte für ſämtliche

Ga., kommen. Dieſem ſagte er, daß er bereit ſei und allein auf JEſum vertraue. Am 20. März, 25 Minu-

großem

Am

Maß.

Jedesmal,

22. April

1926

gab

wenn

id) nad) Kannapolis

die Miſſionsleitung

ihm

ken Blutdruck habe;

do<h brauche man

nicht alle Hoff-

Da er ſeinen Wunſc< und brachte ihn wieder heim. merkte, daß er wohl bald von hinnen gehen werde, ließ er ſeinen Bruder, P. John Alſton in Atlanta,

* Miſſion8ſchule in Spartanburg, S. C., 1917. Rechts

P.

Gemeinden auf dem ſüdöſtlihen Gebiet, deren Paſtor ein Farbiger iſt. Die Miſſions8gemeinden in Mount Pleaſant und Drys5 Sc<oolhouſe wurden ihm abgenommen; aud) wurde ihm für Kannapoli3 ein Kandidat gegeben, der Schule hielt und in Notfällen predigte. Das wichtige Amt eines Superintendenten hat er nahezu vier Jahre mit gewohnter Treue und Gewiſſenhaftigkeit verwaltet. Scon vor anderthalb Jahren mußte er ſich unter ärztliche Pflege ſtellen. Er klagte aber nicht, ſondern ſchwieg und befolgte den Rat ſeines Arzte3. Dabei arbeitete er in gewohnter Weiſe weiter. Mitte Jebruar mußte er das Haus hüten. Da ſich ſein Zu-

(ſtand

verſchlimmerte,

ließ

er einen

farbigen

Arzt

F. D.

Alſton.

ten nad) zehn Uhr abends, entſchlief er fein ſanft und ſtille im Glauben an ſeinen Heiland, den er mehr als zweiundzwanzig Jahre Jungen und Alten ver' kündigt hatte. Am 24. März fand in Kannapolis die Leichenfeier ſtatt. Unſer ehrwürdiger alter Profeſſor Friedrich Berg von Greens3boro predigte vor einer großen Verſammlung über 2 Tim. 4, 6-8 und hielt dann no im Namen und Auftrag der Miſſionsleitung eine kurze Anſprache. P. Wm. O. Hill redete im Namen der Immanuels8konferenz. Farbige Amtsbrüder waren die Sargträger. Hierauf wurde die ſterbliche Hülle nad) Charlotte übergeführt und dort dem Schoß der Erde übergeben. P. M. Holſten: amtierte am


Die

IWijſions-Taube.

'Grabe. Unter den trauernden Hinterbliebenen befinden ſich die Gattin, ein ac<htzehnjähriger Sohn, ein Bruder und eine Schweſter. Dieſe wolle Gott tröſten mit ſeinem ewigen Troſt! Gott ſc<enke unſerer

Negermiſſion

recht

viele

fromme, fleißige Arbeiter, wie unſer heimgegangener

Bruder

und

Freund

Alſton

es war! C. F. Drewes.

ter in ſeiner „Ev. Miſſionskunde“, Band 1. folgendes: Einen tiefgreifenden Einfluß auf die Entwicklung Afrikas übt das Einſtrömen der europäiſchen Kultur

Von

den älteſten Zeiten

Jahrhunderts

in

bis zum

Weſtafrika,

Anfang noc)

des

zwei

Drittel Jahrhundert länger in Oſt- und Nordafrika, beruhte das Hauptintereſſe der übrigen Welt an dieſem Erdteil auf der Verſorgung mit Sklaven. Als der Sklavenhandel Humanitätsgefühl3

infolge des lebendig gewordenen aufgehoben war, ſchien Afrika zu-

nächſt kaum etwas Wertvolles zu beſizen, was für den

europäiſchen Handel das Niſiko in dem ungeſunden Klima und den barbariſchen Verhältniſſen lohnte. Da wurden erſt die Diamantenfelder von Kimberley und Pretoria, dann die Goldfelder des Witwater3-

randes

vaals,

und

dann

die

die

großen

reichen

Mineralreihtümer

Kupfer-

und

Tran8-

Erzlager

von

Katanga und andere Edelmetalle in andern Teilen de3 Kontinent35 entde>t und brachten eine Umwälzung in den Beziehungen Europa3 zu Afrika hervor. Hier

lagen

ſo große Sdäße

verborgen,

dieſer

die

Erkenntnis

Maſſenprodukte

heraus

wurden

die

zieEin-

gebornen das wichtigſte Aktivum des Erdteil3. Da3 Eingebornenproblem rückte in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die Anſichten gingen nur darüber au3einander, welchen Grad

Über das Verhältnis zwiſchen Schwarz und Weiß, ſonderlich in Südafrika, ſchreibt Prof. Julius Rich-

vorigen

Aus

bearbeiten,

ſelbſtändiger Arbeit man

den

Negern zuweiſen wollte, ob man auf ſie nur al3 ungelernte Arbeitskräfte zählte oder ob man intelligente

Die Stellung von Weiß und Schwarz in Afrika.

aus.

Pflanzungen hen uſw.

71

daß es ſid) lohnte,

Bahnen quer durd) den Erdteil anzulegen, in menſch<enleeren Wüſten Großſtädte zu bauen und Minenbetriebe größten Stils einzurichten. Dazu entdedte man, daß Afrika in hervorragendem Maße geeignet ſei, Maſſenrohprodukte für die europäiſche Induſtrie zu liefern, teils ſol<he, die wild wuchſen und wie der Kautſc<hu> im Kongoſtaate in einer barbariſchen Raubwirtſc<haft ausgeplündert wurden, teils ſol<he, die leiht in großen Mengen von den Eingebornen gezogen wurden, wie Erdnüſſe, Palmöl und Palmkerne, Kakao und andere3, teil3 ſol<he, die im europäiſchen - Pflanzungsbetriebe gewonnen wurden, wie Kaffee, Tabak, Baumwolle, Siſalagave uſw. Zugleid) machte man die Erfahrung, daß die Verſuc<he mit eingeführten Arbeitern aus Indien und China koſtſpielig waren und meiſt mißglüäten. Man war alſo für die Erſchließung der Sc<hätße Afrikas auf die einheimiſc<en Arbeit3kräfte angewieſen; ſie mußten die Straßen und Eiſenbahnen bauen, die Minen und

Mitarbeit ihrerſeits ins Auge faßte. Das aber hing davon ab, welche Stellung man den weißen Herren im

Lande vorbehielt. So wurde die Raſſenfrage, die Stellung von Weiß und Schwarz, brennend. Wir ſind ihr beſonder3 in Südafrika begegnet. Sie orientiert ſic) ander3, wo, wie dort, dauernd Weiße und Farbige nebeneinander wohnen und ihre LebenS3verhältniſſe vorausſichtlich für immer auf dieſes Nebeneinander einſtellen müſſen, al5 wo in ungeſundem Tropenklima nur wenige Weiße ſich vorübergehend im Lande aufhalten. Ähnliche Verhältniſſe bahnen ſich

in

welc<he

den

die

tauſenden

nordafrikaniſ<en

ſüdeuropäiſchen

auSwandern,

um

Randländern

Romanen

zu

dort eine weiße

an,

in

Hundert-

Herren-

ſchicht von Grundbeſizern und Städtern neben den einheimiſchen Fellac<hen zu bilden. Mit der fortſchreitenden Kenntnis und Bekämpfung der Tropenkrankheiten, mit der intenſiv in Angriff genommenen

hygieniſchen Sanierung [Beſſerung der geſundheitlichen Verhältniſſe] großer Diſtrikte und der Erſc<ließung der Hochländer durd< Straßen und Eiſenbahnen werden ſich auc<h im äquatorialen Afrika die Bezirke dauernder Beſiedelung dur< Weiße vermehren. Die Raſſenfrage wird dadurd) an Intenſität zunehmen. Der Weltkrieg hat im großen gezeigt, was Frankreid) bereits in früheren Kriegen im kleinen erprobt hatte, daß die Neger unter geeigneter Au3bildung und Leitung ein brauchbares Kanonenfutter für die europäiſchen Kriege abgeben, und da e3 bei den

leßteren

auf

die

ungeheuren

Maſſen

von

Sol-

daten ankommt, wird es künftig für die Kolonialpolitik eine wichtige Frage ſein, wer über die Millionen brauchbaren Soldatenmaterial38 verfügt, das in Afrika brachliegt. Wir halten es für ſicher, daß bei dieſer verwidelten Sachlage aud) in Afrika entſc<eidend nicht die Erwägung ſein wird, daß die weiße Herrenſ<hi<ht um ihrer Überlegenheit willen die Schwarzen niederhalten, alſo au< ihnen die Bildung3smöglichkeiten vorenthalten wird; ſondern wie überall ſteigt der Wert der Arbeit3kräfte in dem Maße ihrer Ausbildung und entwidelten Intelligenz. Die entſ<eidende Frage iſt alſo: Wie können die in der farbigen Raſſe ſ<lummernden geiſtigen und ethiſ<en Kräfte entwi>elt werden, ohne daß damit im


Die Wiſſions-Taube.

72

Prinzip die nur aus der Erfahrung zu entſcheidende Frage befriedigend beantwortet werden kann, ob die Neger desſelben Grades allgemeiner Kultur fähig ſind, den ſich die europäiſ<hen Herrenvölker in jahrtauſendelanger Entwicklung erarbeitet haben? Eine andere Erwägung weiſt in dieſelbe Nichtung. Wenn Weiß und Schwarz ſi< auf ein dauerndes Nebeneinanderwohnen und Handinhandarbeiten einrichten müſſen, dann iſt es von Wichtigkeit, daß die * Farbigen in die Kulturentwi>klung der Weißen hineingezogen werden und weder in einer zuchtloſen Barbarei verharren, deren vergiftende Atmoſphäre für

die Familien der Weißen eine dauernde Gefahr wäre, nod) von der fremdartigen, europäerfeindlichen Islamkultur dur<hdrungen werden, die eine geiſtige Sdeidewand zwiſchen Weiß und Schwarz aufrichten würde. Das heißt, es iſt eine Leben3frage für den dauernden Kulturzuſammenhang zwiſchen Europa und Afrika, daß aud) dort das Chriſtentum zur herrſchenden Religion wird. Sol<e Betrachtungen ſind nicht für die Miſſionsleitungen maßgebend, denn ihre Aufgabe iſt, das Reid) Gotte3 zu bauen; ſie orientieren ſich an bibliſ<hen und religiöſen Geſicht3punkten; ihr Ziel iſt, bodenſtändige, leben3fähige- Volk35kir<en zu ſchaffen, in denen Kraft und Leben des <riſtlihen Glaubens ſich auswirken. Aber die Miſſionen müſſen ihre Umwelt im Auge behalten, zumal wo nicht mehr, wie in früheren Menſc<enaltern, die verſchiedenen in Afrika wirkenden Faktoren zuſammenhanglo3 nebeneinander wirken, ſondern die intenſiv betriebene Koloniſation mit einem ho<hgeſpannten Staat35bewußtſein

alle

Kultureinflüſſe

ſtraff

in

ihrer

Hand

zu-

ſjammenfaßt. =- Für die deutſche evangeliſche Chriſtenheit iſt es eine LebenS3frage, wel<her Anteil an der umfaſſenden MiſſionSaufgabe in Afrika ihr nach dem Kriege verbleiben wird. Ihre Miſſionsgeſellſ<haften waren beim Krieg3aus8brud mit 318 Hauptſtationen, 596 Miſſionaren, 268,870 getauften Chriſten, 1,825 Schulen und 107,820 Sdülern an der afrikaniſchen Miſſion beteiligt; das war faſt die Hälfte ihrer Geſamtleiſtung. Infolge de3 lebhaften Intereſſe38 an den Miſſionen in den deutſchen Kolonien verſchob ſich der Schwerpunkt der deutſchen Miſſionen immer mehr na<h Afrika.

Leben und Sterben de8 Kamil, Abdul Meſſiah. Ein Bild aus der Mohammedanermiſſion.

E3 iſt eine der traurigſten Verwiklungen der Welt, daß das Chriſtentum überall, wohin e3 kommt, zuerſt Unfrieden und Feindſchaft ſtiften muß, wo e8 dod) Frieden und Freundſchaft bringen will. Wo es

in Familien eindringt, da ſprengt e3 häufig die Glie-

der auseinander,

Anſc<hauungen

die biSher

verbunden

durd)

waren.

gleiche heidniſche

Und

dort werden

die meiſten und bitterſten Opfer gefordert, wo der Zwang am größten iſt, mit dem man die Leute vom Chriſtentum abhält und ſie von Chriſto geringſchätig denken lehrt. So iſt ſeit Jahrhunderten die ganze mohammedaniſ<e Welt gelehrt worden, auf die „Chriſtenhunde“ herabzuſehen. Es wird in ihr beſonder3 viel Märtyrerblut koſten, Väter und Söhne werden nod) oft einander entfremdet werden müſſen,

bis Chriſtus auc in dieſem Völkerkreis geduldet und verehrt wird. Der Krieg im Oſten hat wieder gezeigt, welcher Glut des Haſſes jene öſtlichen Völker fähig ſind. Auch das folgende Leben3Sbild wird den im DOrientalen ſj<lummernden Zug des blinden, fanatiſchen Eifers aufweiſen, der ſ<honungslos über alle3 hinwegſtürmt. Aber es wird aud jener treue und ritterliche Sinn dur<ſc<himmern,

der in jenen einfachen Menſc<en

ver-

borgen ruht, der freilich erſt durc< das Evangelium der Liebe zur vollen Entfaltung kommen wird. Miſſionar D. Jeſſup von der Miſſion der amerikaniſchen Pres3byterianer in Syrien erzählt, wie am 10. Februar

1890

ein junger

Syrer,

unſer Kamil,

in ſeine

Studierſtube in Beirut eintrat. Sein Geſicht hatte etwas Anziehende3, ſein Benehmen war höflich und einnehmend. Er bat um Auskunft, wohin er ſich

wenden

ſolle.

Er

war

in eine Jeſuitenſhule

einge-

treten, um Franzöſiſ< zu lernen. Ein Jeſuitenpater gab ihm ein Neue3 Teſtament mit. Als ſein Vater es ſah, nahm er e3 ihm weg und warf es in3 Feuer. Der Jeſuit bot ihm ein zweites an: er ſolle nur ſagen, daß er eine Abhandlung gegen die Chriſten ſ<reiben wolle, dann würde der Vater ſein Leſen nicht hindern. Aber der Mohammedaner war edler als der Jeſuit. Er antwortete: „Wie? Sie wollen mir raten, meinen Vater zu belügen? Niemal3!“ Damit ging er weg und ließ da3 Bud liegen. Aber nun waren all die Fragen na< dem Heil und nac der Wahrheit in ihm aufgewe>t. Mit der Feierlichkeit, die nur der Durſt nah Wahrheit gibt, fragte er den Miſſionar nach ſeinem Glauben. „I< habe keine Ruhe! Denn ich finde im Koran keine Antwort, wie Gott ein gerechter Gott ſein und do<h dem Sünder vergeben kann.“ Jeſſup wies ihn auf :die Bibel als Quelle der Wahrheit. Er bot. ihm ſein Studierzimmer zum ungeſtörten Forſchen :an. Er ſ<lug mit ihm die Bibel auf: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühſelig und beladen ſeid, ic will eu<h erquiden“ und ließ ihn empfinden, wie ein Mohammed ſol<he Sprache nie gewagt hat. Er betete mit ihm. Und Kamil war begeiſtert: „Euer Beten iſt ein Reden mit Gott, wir aber ſagen fünfmal am


Die Tag

nur

Worte

her.“

Dann

ließ ihn

Miſſtons-Taube. Jeſſup

über

der Bibel und dem KatechiSmus allein. Bis Mittag batte er ſchon eine Reihe von Fragen und Anliegen aufgeſchrieben, über die er Aufſ<hluß nächſten Abend kam er wieder und

begehrte. verweilte

Am zwei

Beſonder3 gern la3 er das Johannesevangelium.

Der

Stunden im Geſpräch mit Jeſſup, der manches mohammedaniſc<e Vorurteil in ihm zerſtreuen konnte. Miſſionar gab ihm eins mit. Darin las er zu Haus bi3 in die tiefe Nacht. Sein Vater lauſchte eines Morgen35 an der Tür und hörte ihn beten. Er trat ein und warnte ihn: „Du mußt nicht beten „Vater unſer“; denn Gott hat kein Weib und keine Kinder.“ Da3

iſt

der

übliche

Vorwurf

gegen

die

<riſtliche

Lehre. Kamil antwortete in kindlicher Ehrfur<ht, daß dieſe Anrede an Gott nur unſer inniges Verhältnis zu ihm ausdrücke. Dod) der Vater hielt es für Pflicht, den Sohn treu bei dem althergebrachten Glauben

zu

erhalten.

Wer

wollte

die

Sorge

des

Vaters um die Seele ſeines Kindes nicht nachfühlen!

Zudem

war

Kamil3

Vater

ein ſogenannter

frommer

MozSlem, Leiter verſchiedener religiöſer Genoſſenſchaften und ein a<htbarer Sccheih. Am nächſten Abend hielt er den Sohn bis Mitterna<ht mit Koranleſen zurük. E35 war ſchön vom Miſſionar, daß er den Sohn, deſſen Seele ſid) etwas ſträuben mochte, mahnte, die Gefühle des Vater3 nicht zu verleßen. „Bedenken Sie, daß er Jhr Vater iſt, und verletzen Sie nie die Achtung, die Sie ihm ſchuldig ſind!“ „Nimmer will ic das“, verſiherte Kamil. Aud) wo die Wege ſich trennten, ehrte er den Vater no<h. Die mohammedaniſ<en Gebete ſind freilich ein entſeßliches Plapperwerk. „Laſſet eure Zungen immer feu<t ſein vom Gedenken Gotte3“, hatte Mohammed gemahnt. Das3 wird in der äußerſten Weiſe erfüllt, indem

man

die neunundneunzig

Namen

Gotte3:

der

Barmherzige, der König, der Gerechte uſw., herſagt. Denn wer die neunundneunzig Namen Gotte3 aufjagt, der wird in3 Paradies kommen! Vier Wochen ſtudierte Kamil ſo beim Miſſionar. Dann bat er um die Taufe. Er wollte Chriſt werden, um

da3

Evangelium

unter

den Mohammedanern

zu

verkündigen. Um ihm aber vorher gründliche Unterweiſung zu verſchaffen, ſchite ihn D. Jeſſup in eine <hriſtliche Knabenſchule zu Suk im Libanon. Dort war er dem Fanati8mu3 der Mohammedaner zunächſt entzogen. Die Knaben begegneten ihm als Mohammedaner zunächſt ſehr argwöhniſch. Aber durd) ſein reines Leben und durd ſein eifriges Bibelſtudium überwand er bald alle Vorurteile. Er wurde der Leiter in den religiöſen Verſammlungen der Knaben. Dabei kam er innerlich immer mehr vorwärt3. Sein Vater hatte etwa3 davon gehört, daß ſein Sohn vor-

habe,

M73

ein Chriſt zu werden.

Beſorgt

ſc<rieb er ihm.

Nührend bat er den Sohn, nicht ſeine grauen Haare mit Kummer

in die Grube zu bringen.

Kamil wußte,

daß er als Chriſt den Mohammedanern al3 verdammt und verflucht gelten würde. Er antwortete wohl dem Vater herzlich, daß er ſich bemühen werde, Gott zu gefallen, aber konnte er den unüberbrüdbaren

Zwie-

würde?

willen

ſpalt überſehen, in den er mit ſeinem Vater geraten den

Und

Schritt

do,

konnte er um

unterlaſſen?

leugnen müſſen.

Um

Er

de3 Vater3

hätte

Chriſtum

ver-

nicht in Beirut von fanatiſ<hen

Mohammedanern der niedern Klaſſen ermordet zu werden, beſchloß er, während der Ferien die Heimatſtadt zu meiden und lieber mit einem andern Miſſion5ſchüler, Djedaan, daS iſt, Gideon, eine Miſſion3reiſe zu unternehmen.

In Dijedaan hatte Kamil einen re<hten Freund gefunden. Er war ein ſyriſcher Schafhirt geweſen und dur< das Evangelium ein edler, aufopfernder Menſ< geworden. Im Vorübergehen beſuchten ſie D. Jeſſup in Aaleih auf dem Libanon und wandten ſich dann oſtwärts in die arabiſchen Steppen, die dicht beſät ſind mit den ſ<warzen Ziegenhaarzelten der Beduinen. Sie zogen von Zeltlager zu Zeltlager und genoſſen überall die Gaſtfreundſchaft der Araber. Dieſe Beduinen-Araber werden von den Mohammedanern ſehr verachtet. EZ ſind Leute, die wie die Mohammedaner glauben, daß e38 nur eine Perſon der Gottheit gebe, haben aber weder mohammedaniſ<he Lehrer no< Gotte3häuſer, no< halten ſie die Gebet3ſtunden. Kamil und Djedaan laſen ihnen tägli aus dem Alten und Neuen Teſtament vor und verkündigten das Evangelium von Chriſto. Zwei Monate blieben ſie unter ihnen. Konnten ſie auc<h nicht entfernt daran denken, <riſtliche, beſtändige Gemeinden hier einzurichten, ſo hatten ſie do< Hunderten Chriſtum nahegebra<ht. Und ihre Tätigkeit hat gezeigt, daß hier bei ſpäterer eindringlicher Arbeit wohl etwa3 zu hoffen iſt. Kamil war bei ſeinem Predigen kühn wie ein junger Löwe, ſo daß Djedaan bisweilen faſt beſorgt war, die Araber könnten dur ihr freies Reden über Chriſtum beleidigt werden. Nad dieſer Reiſe nahm Kamil mit vollem Eifer wieder ſeine Studien auf. Verſuche, ihn katholiſch zu maden, ſ<lugen fehl. Gelegentlihe Briefe an D. Jeſſup zeigen ſein Verlangen, aud innerlich“ vorwärt3zukommen. Wieder bat er um die Taufe. Und nachdem er die Probezeit ſo gut beſtanden hatte, konnte ſie ihm niht verſagt werden. Am 15. Januar 1891 wurde er in die Gemeinde aufgenommen. E3 war wunderbar, daß ein in einer moSlemitiſchen Militärſ<ule erzogener und tägli ſc<le<hten Einflüſſen aus8geſekter Jüngling bei Flu<h- und Shmuß-


Die

74

WMiſjſtions-Taube.

worten von alt und jung ſo rein im Leben und ſo geiſtlic) in Gedanken und Worten hatte bleiben können. Die lautere und freimütige Einfalt ſeines „Charakters madte einen ſtaunen. Er war ein echter Nathanael, in welchem kein Falſ< war. Die Miſſionare Cantine und Zwemer planten im Frühjahr 1891 eine MiſſionSreiſe nad) Südarabien. Sie ſ<lugen Kamil vor, er ſolle daran teilnehmen. Sie kamen zuerſt in die Hafenſtadt Aden. Kamil bekam hier die beſondere Aufgabe, ſid) der Karawanen anzunehmen, die tägli) in Aden eintrafen und Datteln, Gewürz, Kaffee und anderes abluden. Kamil war ſo eifrig, daß tägli fünfzig bis hundert Araber um ihn her ſaßen und ſich von ihm belehren ließen. Dann ging es zu Sciff weiter. Seine treuherzige Weiſe ließ ihn aud) beim Sciffsvolk Zugang finden;

er konnte

ihnen

aus

der Bibel

vorleſen,

daß

jene

in

Staunen gerieten und ſagten: „Sehr ſchön! Beim Namen Allahs, die Chriſten ſind keine Ungläubigen.“ Faſt wäre er mit den Miſſionaren unter räuberiſchen Beduinen dort den Märtyrertod geſtorben. Aber ſein flammendes

Gebet

unter

den

ſtarrenden

Beduinen brad) ihre Feindſchaft.

Amen“

Lanzen

der

Mit lautem „Amen,

ſtimmten ſie in den Schluß ein, und mit herz-

lichem Abſchied gingen ſie auseinander. In El Makullah gab e3 wieder Moſcheen und darum aud) etliche Kenntnis des Mohammedanismus. So wurde er in Debatten über ſeine Rechtgläubigkeit verwidelt. Er bekannte frei, daß er das Geſetz und das Evangelium leſe, bewies ihnen aber zuglei aus dem Koran, daß Mohammed ſelbſt dieſe Bücher empfehle, zum Beiſpiel wenn er ſage: „Wir gaben JEſu da3 Evangelium und legten in die Hände derer, die ihm folgten, Freundlichkeit und Mitleid.“ (Sure 57,27.) Er gewann durd ſeine Offenherzigkeit und Leidenſchafts5loſigkeit ſo ſehr ihr Zutrauen, daß ſie ihn baten, ihr Muezzin zu werden. (So nennt man den Ausrufer der Gebet3ſtunden vom Minarett.) Troßdem Kamil frei bekannte, daß er ein Chriſt ſei, ließen ſie ſich denno< weiter von ihm belehren. Groß war ſeine Freude, daß er bi3 zum Ende ſeiner Reiſe etwa 120 Bibeln hatte verkaufen können. Sie werden ihre Wirkung tun und ein klein wenig das rieſige Vorurteil der Mohammedaner gegen die Bibel überwinden helfen. Kamil3 Tätigkeit zeigte, daß Südarabien von Fanatismus ziemlich frei und deshalb verſtändiger Belehrung zugänglid iſt. Das ſind Lichtpunkte für die Zukunft. E53 iſt ein ſchönes Zeichen für Kamil, daß ſein

Übertritt zum

Chriſtentum

ſeine Sohnesliebe nicht

auslöſchte. Er hielt e3 für ſeine Pflicht, das Heil, das er gefunden und da3 ihn glülid) gemadt hatte, vor

WEIN

RIETETZL

dem Vater nicht zu verſchleiern.

Er wollte

reden

von ſeinem Heiland. Und es iſt ein ſchöner Beweis für die Macht der Vaterliebe, daß aller Fanatismus des

MohammedaniSmus

nicht

vermo<t

hatte,

die

Liebe ſeines Vaters vorerſt zu erſtiken. Aber die GeiſteSeinheit zwiſchen Vater und Sohn war nur no eine halbe. Dem Vater ſtand der Koran ho<h über der Bibel, die er freilich) nicht kannte. Hieraus entſtand ein Kampf der Seelen zwiſchen Vater und Sohn, der mand) ſchönen Zug aufwies, bis der Sohn den Briefwechſel abbrach, als er mit Sc<merz bemerkte, daß der Vater gegen ſeine klaren Gründe ſich

verſtodte. Schon unterwegs Vater geſchrieben, in

hatte er einen dem jede Zeile

Brief an den von kindlicher

Ehrerbietung widerklingt. Mit arabiſcher Höflichkeit beginnt er: „Inden ich zuvor Deine lieben Hände mit aller Ehrerbietung und Achtung küſſe, möchte ich Deiner Port helfe

Gnaden

Said in guter Geſundheit erreicht habe. den Miſſionaren in ihrem Predigtwerk,

mitteilen,

daß

ich,

Gott

ſei Lob

mein

vornehmſtes

Ziel

iſt.

Du

weißt,

und

Dank,

mein

Vater,

I< was

gar nicht darum kümmerte. Jd< dachte weder an dieſes Leben no< an die Auferſtehung und widmete von meiner Zeit nichts dem Dienſte Gottes, ſondern

watete

in

dem

Meer

der

Sünde.

Zuletzt

aber

kam

die Zeit der Reue.“ Wie fein weiß er den Vater zu packen bei ſeiner Sorge um die Seele des Sohnes. Er ſchreibt: „Jauchze, ja, Vater, jauchze über Deinen Sohn Kamil; denn Gott hat ihn angenommen und ihm vergeben. O mein teurer Vater, Dein früherer Sohn Kamil iſt geſtorben mit all ſeinen Werken, und jekt haſt Du einen neuen Sohn Kamil von Gott emp-

fangen.“

Der Vater ſc<rieb ſeinem Sohn unter anderm zurück: „O mein Augapfel und Liebling, wenn Du nicht jehr auf der Hut biſt, ſo wirſt Du in den Abgrund ſtürzen und bei denen ſein, die verlorengehen, wa38 Gott verhüten wolle! Jd rate Dir, mein Sohn, in die Heimat zurükzukehren! Betrübe mein Herz nicht! Laß mid nicht ſterben aus Sehnſucht nah Dir! Gotte3 Friede, Gnade und Segen ruhe auf Dir!“ Einſt hatte der Vater ſeinem Sohn geſchrieben, wenn er abfalle, ſei er verpflichtet, ihn zu töten. Würde er die Drohung jet wahr machen? Der Sohn hätte ſich leiht dem Vater entziehen und e3 unterlaſſen können, ihm nod) weiter zu ſchreiben. Aber das wäre ihm unkindlich und undriſtlich vorgekommen, und do mußte der dauernde Verkehr mit dem Vater zum Tod führen. Jn ſeiner Antwort war e38 ihm leicht, die mohammedaniſhen Gründe gegen die


Die Bibel zu widerlegen,

und

dann

Spruch, ſiegesgewiß: der Vater

Hliſſions-Taube.

reiht er Spruch

muß

an

glauben, wenn

er die Bibel nur kennt. „Jd flehe Did inſtändigſt „an, ſie, wenn auch nur einmal, zu leſen. Dann würdeſt

Du

erkennen,

wie

Dein

Herz

mit

ihr

überein-

ſtimmt.“ HSeimkehren könne er jeßt nicht, weil die Arbeit im Weinberg des HErrn ihm aufliege. „Ja,

Vater“,

ſchließt er, „ich bin Dir

in allen Stücken

ge-

horſam außer in der Religion, die geht Gott an.“ Der Brief enthielt nichts Verlezende3 gegen den Vater; im Gegenteil, er zeigte große Anhänglichkeit. Trotzdem

war

die

Antwort

des

Vater3

erfüllt

von

giftiger Bitterkeit und gehäſſigen Angriffen gegen die Heilige Schrift. Offenbar war der Brief von einem

mohammedaniſchen Lehrer verfaßt worden. Der Vater war dazu gedrängt worden, den Sohn zu verfluchen. Kamil wurde krank vor Sc<merz, als er dieſen

Brief erhielt. Fieber und Fröſteln ſtiegen ho<h. So niederſchmetternd war für ihn die Enttäuſchung. Er hatte gehofft, den Vater zu gewinnen =- und er wurde von ihm verfluc<ht. Er erkannte es als Pflicht an, den Vater nicht zu betrüben, und mußte es doc als höhere Pflicht erkennen, im MiſſionsSwerk zu verharren. Zunächſt

machte

er

mit

dem

Bibelboten

der

Britiſc<en Vibelgeſellſchaft eine kurze Miſſionsreiſe von Aden nah der Küſte Afrikas, na den Städten Obok

und Dijibuti.

argloſe Chriſto 70

Am

letzteren Ort fanden

ſie eine

Bevölkerung und konnten ungehindert von predigen. Sie verkauften in a<ht Tagen

Bibeln.

Miſſionar

Zwemer

riet ihm

dann,

nach

El-Ba5ra überzuſiedeln.*) Dort konnte er eine lebhafte Tätigkeit entfalten. Täglid kamen Leute zu ihm, und er konnte ſid mit ihnen beſprehen. Auch hier ließen ihm die mohammedaniſc<hen Lehrer ſeiner Heimat no keine Ruhe: er ſolle do<4 zurüdkehren, ſie würden ihm eine gute Stelle verſchaffen. Er bra den Briefwec<hſel ab. Aber wa38 mocdte über den offenbar Abtrünnigen nun in Beirut beſchloſſen werden? Aud den Briefwechſel mit ſeinem Vater ließ er ruhen; der unausgleichliche Widerſtreit mohte ihm zu weh tun. Er wirkte weiter und ſeine Briefe zeigen, daß er nicht die mindeſte Fur<t vor perſönliher Gefahr hatte. Der Gedanke an den Tod ſc<webte ihm öfter3 vor Augen. Unnötig preisgeben mochte er ſich freilich) niht. Als man ihm riet, während des mohammedaniſc<hen Faſtenmonat3 Ramadan kühn in die Kaffeehäuſer zu gehen und Chriſtum zu verkündigen, lehnte er mit Recht ab. E38 wäre tollkühn geweſen. *)

Basra iſt die berühmte Hafenſtadt aus „Tauſendundeine

Nacht“, vor der Mündung des vereinigten Euphrat und Tigri8 in den perſiſchen Golf gelegen.

75

Sein Tagebud zeigt ſeine eifrige Tätigkeit. Da begegnet er einem Mozlem, der ihm erfreut mitteilt, daß

er täglich

kann Man

manche hat den

in ſeiner Bibel

leſe.

Seinem

Harem

und ſeinen Kindern ſogar lieſt er vor. Sein Vetter bittet auch um eine "Bibel. Oft entſpinnt ſich im Kaffeehaus eine Debatte über Chriſtum, und Kamil törichte Mißverſtändniſſe beſeitigen. Eindruck: es war ein offener Verkehr

in der Stadt möglich; es herrſchte Intereſſe und Verlangen na< der Wahrheit. Gelegentlich waren vierzig bis fünfzig Erwachſene um ihn und Miſſionar Zwemer verſammelt. „CE3 waren glü>liche Stunden für uns“, ſagt er in ſeinem Tagebuc<h. „Wir ſagten ihnen gegen Abend Lebewohl, und ſie gaben un3 da3 Geleite bis zum Waſſer. Wir aber kamen heim mit großer Freude und flehten zu Gott, daß er ſein Wort wachſen

und

Frucht

bringen

laſſen

wolle.“

Vier Wochen ſpäter, am 24. Juni 1891, ſtarb Kamil ſehr plößlich. Früh am Morgen beſuchte ihn Miſſionar Cantine und fand ihn krank an Unterleib3ſtörung, das ſtarkes Erbrechen zur Folge hatte. Der amerikaniſc<e Arzt, ſelbſt krank, ſandte ihm dur<h ſeinen Diener Arznei. Zwemer wollte ihn am Nadhmittag aufſuchen; da begegnete ihm ſ<hon ein Chriſt mit der Tode35botſhaft. -Er eilte zum Haus und fand es umlagert von türkiſ<en Soldaten, Lehrern und viel Volk. Sein Zimmer war verſiegelt. Zwemer forderte und bat, man mödte ihm den Leihnam ſeines <hriſtlihen Freundes geben. Es war alles umſonſt. Zwemer wurde dann abgerufen. Der ſc<hwerkranke Arzt verlangte ihn. Am Abend erfuhr er, daß die mohammedaniſ<e Beerdigung bereit5 vollzogen ſei. . Den Ort des Grabe3 hat man verheimlicht. Dieſe Umſtände bei ſeinem Tod ſind alle ſo merkwürdig, daß der Verdacht der Miſſionare berechtigt iſt, er ſei dur< Gift geſtorben. Wäre er an einer gewöhnlichen Krankheit geſtorben, dann hätten überhaupt nur ſeine nächſten Angehörigen darum gewußt. Aud) verlangen die mohammedaniſc<hen Geſeke die ge-

waltſame

Beſeitigung

de3

Abtrünnigen.

Das

tat

man früher mit Feuer und Schwert, heute unauffälliger mit Sublimat oder Stry<hnin. Ob ſein Vater in die Tat verſtrit war, kann man natürlich nicht behaupten. Unmöglid) iſt es leider nicht, daß man ihn dazu gedrängt hat. „E3 wird aber überantworten ein Bruder den andern zum Tode und der Vater den Sohn. Und werdet gehaſſet werden von jedermann um meine3 Namen3 willen. Wer- aber beharret bi8 ans Ende, der wird ſelig.“ ; (Nach D. Jeſſup, „Kamil, Abdul Meſſiah El Aietany».)


76

Die

Mijſions-Taube.

Der Miſſionsanfang. Chr. Keyßer, ein ehemaliger Miſſionar unter den

Papua3

Bu

auf Neuguinea,

erzählt in ſeinem

feſſelnden

„Anutu im Papualande“ folgendes Erlebni3: Im Jahre 1907 hatte ich wieder einmal von der Miſſion35pfliht einer Chriſtengemeinde geſprochen.

Bald darauf kam der junge Kupa zu mir mit der Erklärung: „J< bin bereit, unter die Heiden zu gehen;

bloß hege ih Bedenken wegen meines Hauſe3, da3 halbfertig daſteht, und wegen meine3 Felde3, da3 nod) nicht beſtellt iſt.“ Der Mann erhielt den kurzen, beſtimmten Beſcheid, ruhig wieder heimzugehen, ſein Hau3 zu bauen und ſein Feld zu beſtellen. Dieſe Antwort hatte er nicht erwartet. Ganz verwundert ſtellte er die Frage: „Verſtehſt du mich denn nicht? I< will do< zu den Heiden!“ „Gewiß verſtehe ih dich. Aber geh nur wieder heim; du biſt nicht reif dazu!“ So ging er denn wieder nad Hauſe. Ein halbe3 Jahr ſpäter führte uns die Apoſtelgeſhidte

wieder

auf

den

Miſſion8gedanken.

jaß vorne und ſah mich aufmerkſam an.

Miſſionar

immer

von

der Arbeit unter

Kupa

Da redet der den

Heiden,

denkt er bei ſi<; aber meldet man ſich, dann wird man abgewieſen. Da fiel das Wort: „Wer ſeine Hand an den Pflug legt und ſieht zurü>, der iſt nicht geſchi>t zum Reich Gottes.“ Kupa ſenkte den Kopf und hob ihn nicht mehr. In der folgenden Wode erſchien nicht [HIOB Kupa wieder, ſondern er brachte nod) drei andere junge Reute mit. Alle vier wollten in die Miſſion eintreten. ZJ) ließ ſie ſich über ihren Entſchluß aus8ſprechen. Er ſc<hien bei allen e<ht und von Gott gewirkt. Von Haus, Feld, Bekannten und Verwandten redete Feiner. Dod) äußerten ſie allerlei Bedenken, ob ſie nicht zu alt, zu ungeſchi>t, zu ſhwa<h, zu dumm wären. ZJ legte ihnen die verfängli<he Frage vor, wie lange ſie in der Ferne zu arbeiten gedächten; denn die Chriſten im Küſtengebiet waren meiſt nur auf etliche Jahre aus8gezogen. Sie ſtuzten. Dann antwortete einer für alle: „Wir denken an keine Nückkehr.“ Satten die jungen Männer ihren Entſchluß wirklich überlegt? Natürlich hatte ich e8 au8gejprochen, daß der Miſſion3dienſt Leben3beruf ſei. Aber es geht dod) oft ſo: man findet etwa38 einfach und ſelbſtverſtändlich, ſolange e3 ferne iſt; tritt aber die Aufgabe in greifbare Nähe, dann erſcheint ſie rieſengroß und niederdrü>end. J< hatte in dieſem Jall als Gemeindeleiter die Hauptverantwortung zu tragen; die Chriſten beſaßen damal38 nod nicht die Selbſtändigkeit wie ſpäter, wo ſie oft von ſich aus jolhe Aufgaben in Angriff nahmen. Lud ich den ſchwachen Chriſten gleich anfangs zu viel auf und er-

lagen ſie der Laſt, ſo war alle8 verdorben. Überſchäßen wir nicht alle miteinander unſere geringen Kräfte? Ein paar junge braune Chriſten unter einem

wirklic)

völlig

urwüchſigen

mögli<h?

Heidenſtamm

Mußten

ihre

=

Kräfte

war

nicht

da3

ver-

ſagen? Aud) der Miſſionar war jung und beſaß nach dieſer Richtung weder Vorbild nod) eigene Erfahrung. Kein Menſd) überblikt am Anfang der Neiſe alle

Scwierigkeiten und Gefahren des Weges. Das iſt ebenſo unnötig wie unmögli<; es genügt zu wiſſen,

daß es der Weg Weg

So

war

Gotte3

Gotte3 iſt, den man

denn da3 völlig

betritt.

erſte, daß wir uns

gewiß

werden

wollten.

über

den

Darum

ſollte die Gemeinde und mußten die Verwandten gehört werden. Nicht weniger al38 drei der jungen Leute ſtammten aus dem Bezirk de3 no< heidniſchen Häuptlings Sane; ja der eine war ſein letzter no lebender Sohn. Die drei für<teten nicht mit Unre<ht den oft re<ht grimmigen Zorn de3 poltrigen Alten und baten de3halb, ich mödte ſelbſt die Bekanntgabe ihres Entſ<luſſes im Sonntags3gotte3dienſt übernehmen.

Überdies

ſchämten

ſie ſih:

war

e3

nicht

Täuſchung und törichte Einbildung, die den Spott herausforderte, daß gerade ſie als Miſſionare ausziehen wollten? Der Sonntag kam. Die Menge der Gottesdienſtbeſucher ahnte nichts. Als die Ankündigung erfolgte, daß ſid) vier junge Männer

für LebenS3zeit zum Miſ-

tiefſter innerer Bewegung:

„Jd) bin ein alter Mann,

ſionödienſt in der Ferne gemeldet hätten, war die Spannung bei den Verſammelten ordentlich fühlbar. Die Namennennung löſte allgemeines Staunen aus. Al3 ic zulezt den Häuptlingsſohn nannte, da ging dem Vater ein Sti< durc<hs Herz. Man konnte es ſehen, wie der Alte, im Innerſten getroffen, erſtarrte. Auf meine Frage, wa3 er zu dem Vorhaben ſeiner Leute, beſonder3 ſeines Sohne3, zu ſagen habe, vermodte er niht ſogleic) Antwort zu geben. Der Mann rang ſc<wer mit ſich ſelber. Mir tat der Alte in dieſem Augenbli> wirklid) leid, aber id ſchwieg. Alle3 ſ<wieg und harrte regung8lo08 der Antwort de3 Häuptlings. Würde er, der Heide, loölegen und eine ſeiner wuchtigen Donnerreden halten? Daß er proteſtieren, mindeſtens klagen würde, war die allgemeine Annahme. Erſt nad no<maliger Aufforderung redete Sane, und ſeine Stimme bebte vor der mit dem einzigen Sohn ſeine re<hte Hand verliert. Dod) da Anutu ihn gehen heißt, werde i<h ihn nicht zurückhalten.“

Kann man ſid) hineindenken, wa3 die Herzen der Verſammelten bei dieſen Worten empfanden? E3 war, als ginge der große, allmächtige Gott ſelber de die Reihen. Kein Menſch hatte eine ſolche Ant-


Die

Miſſions-Taube.

wort erwartet, auch der Miſſionar nicht. Der Eindru> des Vorgange3 war gewaltig, und ich hörte nachher mehr als eine Stimme, die voll Verwunderung

bekannte:

„Anutu

tut Wunder.“

iſt wirklich

groß,

denn

er

Karfreitagserlebnis eines Juden. (Von

Al3

i<h na<h

ihm

ſelbſt erzählt.)

London

gekommen

war,

richtete ich

meine Schritte nac Whitechapel, dem Zentrum der eingewanderten Juden im öſtlihen Teil der Stadt. Wa3 meine Aufmerkſamkeit zuerſt auf ſic) zog, war die Tatſache, daß Männer und Frauen dort öffentlich

die Botſchaft des Heils verkündigten. J< fühlte mich beſonder35 nad) St. Mary's gezogen, einer Kirc<he in White<hapel, die nicht bloß im Innern, ſondern auch

an der Außenwand eine Kanzel hat, von der den Juden unter freiem Himmel gepredigt wird. Troß

77

wurzelte Haß gegen JEſum ſei. I< fragte weiter: „Warum haſſe ich ihn ſo? Was hat er oder einem andern Juden Böſes getan? Hat er geſagt, daß er ſein Leben gebe für ſeine Brüder,

mich mir nicht daß

er unſere Sünde auf ſich nehme? Woher dieſer Haß gegen ihn?“ Dann erinnerte ich mich der Erklärung, die der große jüdiſche Schriftgelehrte Raſche zu der Stelle gibt, wo von Haß zwiſchen Eſau und Jakob die Rede

iſt;

er ruft da aus:

den Gerechten lieben?“ daß

bei meiner

„Kann

der Böſewicht

Und ih dachte bei mir ſelbſt,

Feindſchaft

gegen

JEſum

doh

einer

der Schledhte ſein müſſe: „Soll ich ſagen, daß JEſu3, der Meſſias, der Schlechte iſt und i< als Jude der Kann ih oder irgendein anderer Jude ein Gute? Es fiel mir der PhariGerechter genannt werden?“ ſäer ein, der zum Tempel hinaufging, und die Worte,

die er ſprach, und id ſagte bei mir ſelbſt:

vor

mit

Gott

Anſpruch

dem

auftreten,

„Darf ich

das

ewige

meiner häufigen Anweſenheit bei den Verſammlungen

Leben erben zu müſſen, weil ich den Sabbat gehalten,

immer

erfüllt habe, während

wurde

meine

Feindſchaft

gegen

größer und bitterer.

die

Perſon

JEſu

Jd) benutzte die Erlaub-

nis, Fragen zu ſtellen, indem ich den „HErrn und ſeinen Geſalbten“ verſpottete und verläſterte und die

Juden

aufforderte,

die

Verſammlung

zu

verlaſſen.

Eines Tages verſuchte id) ſogar in einer Miſſion3halle naß dem Sprecher mit einem Stuhl zu werfen, worauf der demütige Diener Gottes nicht etwa böſe wurde, ſondern mid) mit freundlichen Worten zu beruhigen ſuchte; und ein anderer Miſſionar redete mir auf

ruſſiſch

dienſt nicht!“

zu:

„Bitte,

Der

„Wenn

dieſer unſer

Gottes

gerettet

ſtören

Prediger

Freund

Sie

aber

ſchon

unſern

Gotte3-

rief dazwiſchen:

ſo weit

gegangen

iſt, ſo iſt das ein Zeichen, daß er bald dur< den Sohn werden

wird.“

DO

wie

ic

darüber

lachte! Aber der HErr wollte mich wirklich retten; gelobt ſei ſein Name! Da3 nächſte Mal, als ic hinging, war Karfreitag. Der Prediger redete von der offenen Kanzel über das Thema: „Wie können wir durd< den Sohn Gotte3 gerettet werden?“ Nad der Predigt gingen wir no< in die Kir<he hinein, wo ſehr ernſt gepredigt wurde. Mir ſchien e3, als hätte der Miſſionar während der ganzen Zeit die Augen auf mich gerichtet. Worte, die von Herzen kommen, gehen zu Herzen; ſo war e3 bei mir. Der HErr rührte mein Herz. Am Scluß der Predigt rief der Prediger aus: „Glaubt nicht, weil i< e3 ſage; prüft ſelbſt, ich bitte eu<, prüft und forſcht ſelbſt!“ I< verließ die Kir<he in großer Verwirrung. Angſt kam über mich, und der Gedanke: „Vielleicht hat er reht“ ließ mein Herz nicht zur Ruhe kommen. I< fragte mich ſelbſt, was mich hindere zu glauben, und ich kam zu dem Reſultat, daß es der alteinge-

Almoſen ic)

ein

gegeben,

gute Werke

unglüklicher

getan, die 613

Gebote

ich mir do<h bewußt bin, daß

Menſd)

bin,

ohne

Frieden

im

Id fühlte, daß kein Jude ſagen kann, er Herzen?“ habe den Sabbat geheiligt und Almoſen gegeben und ſei willig geweſen, die 613 Gebote zu erfüllen. Und als Sünder ſollten wir vor Gott treten und weinen und

ſagen:

„O

Gott,

nimm

ein zerſcchlagene3 Herz,

eine blutende Seele, einen vollen Tränenbecher Aber ſo pflegten die Juden nicht zu gnädig an!“ ſprechen, ſondern wie der Phariſäer. So kam id zur Erkenntnis, daß JEſu38, der das Opfer für unſere Sünden gebracht hat, der Gerechte und ih der Sünder ſei. Er, der un3 geliebt hat und für un3 geſtorben iſt, konnte kein Böſewicht ſein. Schon da3 zu denfen, war mir ſ<re>lih, und ich rief aus: „O nein, nein! Jetzt glaube ich an ihn; jett ſehe ich ein, warum wir Juden ihn haſſen!“ Sobald id ihn ſah in ſeiner Schöne, wurde id) ſein Jünger, ein Mann voll Frieden3 und voll Liebe zu meinen Brüdern. Am erſten Oſtertag ging ich wieder zu derſelben Kir<e, und während die Juden erwarteten, ich würde wieder ihr Wortführer ſein wie früher, trat ich an da38 Rednerpult und legte ein öffentliches Bekenntnis meine38 Glaubens an JEſum, meinen Meſſias, ab und rief aus der Tiefe meine3 Herzen3: „Jd glaube von ganzem Herzen, daß JEſu3 der Sohn Gottes, der wahre Meſſia3, iſt!“ Die Brüder in Chriſto waren ſo froh und glüdlich, daß ſie ausriefen: „Danket dem HErrn, denn er iſt freundlich, und ſeine Güte währet Von jener Stunde an nahm id den ewigli<h!“ Kampf für den HErrn auf, nicht mit dem Schwert, ſondern mit dienender und leidender.Liebe -- Liebe

zu JEſu Chriſto und zu meinem Volk.

;


Die

78 Mandherlei (Von

aus

Hlijſions-Taube, („Sternſchnuppe“),

der Miſſion.

CC. F. Drewes.)

Greensboro, N. C. Prof. Paul Lehman in Selma, Ala., hat den Beruf an die Grace-Memorial-Gemeinde beim

College

in

GreensSboro

angenommen.

Lehrerin Roſa Young war vor etwa einem Monat wieder ſchwer krank; doch der gütige Gott hat ihr aufs neue das Leben gefriſtet. Perſonalien. Miſſionar Andr. Shulze und Gattin in St. Louis wurden am 19. April dur< die Ankunft eines geſunden Söhnlein38 erfreut. Wir gratulieren!

Light in the Dark Belt. The Story of Rosa Young

as Told by Herzelf. 148 pages. Concordia Publishing Housge, St. Louis, Mo. Price, 80 ets.-- Roſa Young, - eine Negerin, erzählt ihre Lebens8geſhichte. Jm Alter von zehn Jahren wurde ſie in einer Methodiſten-Negerkirche „bekehrt“. Im Lauf der Zeit hat ſie mehrere

Sculen -- wa3 man im Süden Sculen nennt -- ab-

folviert. Sie hat ſelbſt eine Art Volksſchule für Negerkinder gegründet. Als Roſa Schwierigkeit hatte, ihre Schule zu erhalten, wandte ſie ſich an die Miſſouriſynode, und nicht vergeblih. Sie wurde konfirmiert, und Miſſouri faßte Fuß in Alabama -- zum Ürger der Methodijten und Baptiſten. (O. H. G. im „Luth. Herold“.) Schönen Dank! Ein Leſer ſchreibt: „Deine „Taube“ macht ſich immer beſſer und bringt aus der Miſſion ſo viel Intereſſante3 und Ermutigende3, daß die Leſerſchar ſich um Tauſende vergrößern ſollte. Gott ſegne deine Arbeit hier und in Ewigkeit!“ Aus8 Beaver Dam erhielten wir die traurige Nac<hricht, daß unſere Diakoniſſin Dorothea König nah ganz kurzer Krankheit vom HErrn der Ernte heimgeholt worden iſt. CZ iſt ein harter Schlag für un, beſonder3 für unſer Diakoniſſenhoſpital in Beaver Dam, wo die Entſchlafene tätig war. Die Leiche wird nad ihrer Heimat in Beatrice, Nebr., übergeführt werden. Jn der nächſten Nummer hoffen wir Näheres über ihre Tätigkeit mitzuteilen. Wir trauern mit den betrübten Anverwandten und Bekannten. Aber in unſerer Trauer haben wir den herrlichen Troſt, daß die Entſchlafene ein liebe3 Kind Gottes war und daß ſie im feſten Glauben an

Chriſti Blut und Gerechtigkeit eingeſchlafen iſt. Unſer3 Gottes Wege ſind wohl zuzeiten recht dunkel, doch wiſſen u daß er ſc<ließlich alles herrlich hinausführt.

(Jautheran Deaconess.) Che-qua-kif-ka-tuppi, ein betagter und leitender Medizinmann der Menominee3 auf der Reſervation bei Shawano, WiS., iſt unlängjt geſtorben. Er wollte nichts wiſſen von den Ärzten auf der Reſervation, von „den Teufel8medizinen des Weißen“, ſondern hoffte,

durch das Zauberweſen ſeiner Stammesgenoſſen kuriert zu werden!

Ein halbes Dußend

Medizinmänner

ver-

ERZINZY

ſuchten zwar ihr möglichſtes, konnten ihn abex nicht am + Leben erhalten. Es gibt noch mehr als hunderttauſend 'arme indianiſche Heiden. wie Che-qua-kif-ka-tuppi

die JEſum,

den Seelenarzt,

nicht

kennen. Könnten wir niht mehr tun für die Bekehrung der Indianer? Unter den ſieben Kandidaten in Alabama, die ſich um das Amt des Staat3oberhauptes bewerben, befindet fich der frühere Oberrichter B. M. Miller von Camden, Wilcox Co. Ex iſt ein warmer Freund unſerer Negermiſſion in Alabama und hat unſerer Gemeinde zu Midway ein Gebäude, da35 auf ſeiner großen Plantage ſteht, jahrelang unentgeltlich überlaſſen zum Gebrauch für Kirche und Schule. Auf ſeinem Banner ſteht ein Motto gegen die K.K. K. Die Mormonen haben im April das hundertjährige Beſtehen ihrer „Kirche“ gefeiert. Sie zählen jekt 600,000 Glieder und ſenden jährlich gegen 2,000 Miſſionare aus, ihre falſchen Lehren zu verbreiten. Die reorganiſierte Mormonenkir<he hat während ihrer Jubiläumsfeier in Independence, Mo., ſich dahin erklärt, daß ſie es mißbilligt, wenn ihre Glieder ſich geheimen Geſellſchaften anſchließen, „wie den Freimaurern, den 1. W. W. und der K.K. K." Zugehörigkeit zu Wohltätigkeit8- und Verſicherungsvereinen, die nicht geheim ſind, „wird geduldet, aber nicht empfohlen“. Dieſe Stellung zu den geheimen Geſellſchaften iſt wirklich zu loben. Jeruſalems8verein. Die Arbeit des Jeruſalem3vereins fonnte troß der Unruhen, die im Verlauf des Jahres 1929 Paläſtina ſchwer erſchüttert haben, ungeſtört fortgeführt werden. Die deutſche evangeliſche Miſſion beſikt, weil Deutſchland politiſch unbeteiligt iſt, das Vertrauen der Bevölkerung. DeShalb fällt auf ſie eine geſteigerte Verantwortung. Im Frühjahr 1929 haben zwei Mitglieder des Vorſtandes, Pfarrer Ulich und Superintendent Hoppe, eine Viſitation3reiſe nach Paläſtina unternommen und ſind mit ſehr befriedigenden Eindrücken zurückgekehrt. Hauptſächlich für polikliniſche Arbeit ſind zwei Kaiſer5werther Schweſtern in Bethlehem angeſtellt worden. Die Schulen erfreuen jich eines lebhaften Zuſpruches von ſeiten der arabiſchen Bevölkerung. | Afrika. Miſſionar A. C. Zeilinger, der im Juli 1921 mit Dr. Brown nad) Oſtafrika reiſte, um un3 in unſerer bedrängten Lage zu Hilfe zu kommen, dann einige Jahre auf unſerm verwaiſten Gebiete arbeitete und ſ<ließlich in ſeine amerikaniſche Heimat zurückehrte, iſt jeht aufs neue in den afrikaniſchen Miſſion3dienſt getreten. Er hat ſein Wirkung3feld in Mkalama im Hochland Jramba. (Cv.-Luth. Miſſionsblatt.) Südweſt-Afrika. Vor ſechzig Jahren kamen die . erſten finniſchen Miſſionare naß dem Ambolande in Südweſt-Afrika. Erſt fünfzehn Jahre ſpäter konnten die Erſtlinge getauft werden; 1907 hatte die Miſſion 1,661 Chriſten in ihrer Pflege, 1917 waren e3 3,400, und 1927 war die Zahl auf 21,037 geſtiegen, wozu no< 2,000 Taufbewerber kamen, und 6,112 Kinder beſuchten die Volk8ſchulen und andere Schulen. Außer

61“ europäiſchen : Miſſion3arbeitern

ſtehen

260

Ein-


Die

Hiſjſrons-Taube,

geborne im Dienſt der Miſſion, darunter ſieben ordinierte Paſtoren. Der größte Teil der Bibel iſt ſchon in Ndonga gedruckt, die ganze Bibel bereits überſeßt. ſich

Neuland in Oſtafrika. Der Bethelmiſſion eröffnete in dex an Ruanda und Urundi ſtoßenden Bugufi-

Landſchaft ein neues Arbeitsfeld. Miſſionar D. Johannßen berichtet von einer Erfundigungsreiſe. Abgeſehen von einer fleinen, jekt aus Mangel an Miſſionaren und Mitteln aufgegebenen Anfangsarbeit der Wesleyaner,

hat

biöSher

weder

der

Katholiziömus

noch

79

tiſch zur Wüſte geworden und aller Pflanzennahrung entblößt. Die Folge war Skorbut (seurvy) und Maſſenſterben. Die Landesregierung ſowie Freunde der Miſſion unter den Papuas haben in dieſer Not Hilfe geleiſtet. Zuzeiten waren 400 und mehr Eingeborne im camp der Miſſion. Das Maſſenſterben hat jetzt aufgehört.

Einc

der

Gebetserhörung.

Jslam in Bugufi Eingang gefunden. Noch beſteht dort Ein lieber Paſtor aus unſerm Diſtrikt, der in keine europäiſche Niederlaſſung, und die von Akerbau einer einſamen Gegend wohnen muß, ſchreibt über und Viehzucht lebende, noch durchweg mit Rindenſtoff ſeine Erlebniſſe: befleidete Bevölferung, deren Zahl auf 40,000 geſchäßt „34 erhielt einen Beruf von Michigan. Auf wird, verſpricht in dieſem noch völlig unberührten Gebiet einſtimmigen Wunſc< der Gemeinde wurde er aber ein dankbares Arbeiten. Die Ausſichten auf Erfolg abgelehnt. Jedoch kam ſofort wieder ein Beruf von ſind um ſo größer, als Johannßen von der Bevölkerung Minneſota. Dieſen werde i<ß wohl au ablehnen gerufen und zur Gründung einer Station gedrängt müſſen. wurde. Mödte die Bethelmiſſion Mittel und Wege „Wir haben hier eine wirkliche Nordpolkälte, finden, die auch für die Arbeit in Ruanda und Urundi wichtige Aufgabe in Bugufi in Angriff nehmen zu übermäßig viel Sc<hnee und dazu noch täglich einen können, ehe es zu ſpät iſt! (Aus M. i. J.) Wind, der die Wege faſt unfahrbar macht. Dabei Die Heidenmiſſion der Vereinigten Lutheriſchen - muß ich nun jede Woche viermal nad einer Filiale Kirc<e hatte lezte3 Jahr 182 weiße MiſſionSarbeiter fahren, um vierzehn Kinder auf die Konfirmation ſowie 3,929 eingeborne Gehilfen, die 146,818 getaufte vorzubereiten. Da ſind Purzelbäume mit dem Glieder bedienten. Unter den betagten MiſſionSarbeiSchlitten keine Seltenheit. Nad dem tro>enen Somtern iſt die ÜUrztin Frl. Anna Kugler die älteſte. Sie mer aber wollen die Brunnen alle tro>en werden. iſt 1883, alſo vor etwa ſiebenundvierzig Jahren, in die Und mit meinem Einkommen geht es ähnlich, nahm ärztliche Miſſion im Hoſpital zu Guntur, Jndien, einich dod) für den Monat Januar nur 5 Dollar3 an getreten. Gehalt ein. Sonſt aber bin ih friſch und geſund.“ Die ſkandinaviſche Judenmiſſion, die vor etwa zweiKlingen dieſe Worte nicht wie eine Antwort auf undfünfzig Jahren gegründet wurde, hat jekt fünf Miſſionsſtationen: zwei in Minneapolis und je eine in jenes Gebet, das oft in unſern Kir<en geſprochen St. Paul, Chicago und New. York. Jn Chicago konnten wird: „Sende treue Arbeiter in deine Ernte und die, leztes Jahr ſechs bekehrte Juden getauft werden und wel<he du geſandt haſt, ſtärke, daß ſie mit Freudigin New York fünf. keit deine Wahrheit verkündigen und ſich der Trübſale Ein

Nachkomme

Dr. Chr.

Beyers,

der

die

deutſche

Augsburgiſche Konfeſſion am 25. Juni 1530 vor Kaiſer und Reih vorgeleſen hat, iſt Dr. EC. A. Beyer, Profeſſor im ſ<wediſchen Auguſtana - College zu Ro> Jsland, JUl., der Unterricht in dex franzöſiſchen und deutſchen Sprache erteilt. (Vews Bulletin.) Auſtralien. Vor fünfzig Jahren hat Hermann5burg die MiſſionSarbeit unter den Auſtralnegern im ſüdlichen Teil des Northern Territory, am Finkefluß, begonnen. Die Station heißt Herxrmannsburg und liegt zwiſchen den McDonaldund den James8-Bergen. Unſere Glauben3brüder haben dieſe Heidenmiſſion in ihrem neuen Vaterland eine Zeitlang unterſtübt, dann aber 1901 ihre eigene Miſſion unter den Eingebornen zu Koonibba bei Denial Bay, Südauſtralien, gegründet. Hermannsburg hat die Leitung ihrer Miſſion Lutheranern in Auſtralien, die glauben3verwandt ſind, übertragen. Der gegenwärtige Miſſionar, Frib Albrecht, fommt jedoch von Hermanns8burg. Neben einer Kirche, in der in der Arandaſprache gepredigt wird, hat die Miſſion auch eine Schule, der Lehrer Heinrich vorſteht. Infolge großer, anhaltender Dürre iſt die Gegend prak-

um

des

Ehre jener der ſo licher

Evangelii

willen

nicht ſchämen,

wel<he ihre

und herrlicher Shmuäe ſind“? Nur gereicht es Gemeinde nicht zur Ehre, daß ſie ihrem Paſtor, treulid) dort ausShält, ſeinen Gehalt nicht pünktbezahlt. (P. W.

in „Der Luth. Miſſionar des ManitobaSaskatchewan-Diſtrikt3“.)

und 2

Neue Drudfſachen. The American Lutheran Augsburg Confession Medal, 1930. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preiſe: Klaſſe A, in Bronze, 50 Ct3.; Klaſſe B, in Silbergrau, 75 Ct3.; Klaſſe C, in echtem Silber, 84.00; Klaſſe D, mit 10karätigem Metall vergoldet und mit 24karätigem roſenfarbigen Gold geglättet, 28.00; Klaſſe E, 10tarätiges Gold, 820.00. Wie in den Jahren 1630, 1730 und 1830, ſo iſt auch in dieſem Jahr, 1930, eine Medaille zur Erinnerung an die am 25. Juni 1530 zu Augs8burg in Bayern geſchehene Übergabe des Augsburgiſchen Glauben3bekenntniſſes hergeſtellt worden, und zwar von unſerm progreſſiven Concordia-Verlag. Jm Aver3 werden Luther, Kurfürſt Johann und Philipp Melanchthon im Profil gezeigt, auf dem Revers die Übergabe de8 Glauben8= bekenntniſſe8. ES iſt ein kleines Kunſtwerk! .


Die

80 Der

Neichstag

zu Augs8burg 1530

Glaubensbekenntni8.

und

das

Hliſſions-Taube. Geheimem

Oberlir<henrat a. D. in Speier. Zum Gedenkjahr 1930. 95 Seiten 53% X8%. 16 Bilder auf Kunſtdru>. Verlag des Evangeliſchen Vereins für die Pfalz, Kaiſerslautern. Prei3: Kartoniert, RAl. 2; Leinen, RA. 3. Der Verfaſſer dieſer Jubelſchrift iſt voriges Jahr in die große Öffentlichkeit getreten mit ſeiner Arbeit über den Reichstag zu Speier, die bereit3 in fünf Auflagen erſchienen iſt. In der vorliegenden Schrift erzählt er in kurzer Zuſammenfaſſung und in klarer, volkstümlicher Sprache, was Anno 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg geſchehen iſt, das uns zum Denken und Dreſcher ſagt ſchön und mit Recht Danken veranlaſſen ſoll. „Aber der Gebannte und Geächtete mußte in von Luther: ſicherem Gewahrſam der Feſte Koburg bleiben und konnte nur wie der Feldherr in der Schlacht vom ſicheren Ort aus den Kampf beobachten und auf ſeinen ſiegreichen Ausgang hinwirken.“ (S. 17.) In der Ausführung jedoch wird kaum nachgewieſen, wie Luther auf den ſiegreichen Au8gang des gewalLuther hat von tigen Kampfes in Augsburg hingewirkt hat. der Koburg aus ſiebzig Briefe nach Augsburg geſchi>t, zwanzig an Melanchthon allein, und die lutheriſchen Bekenner in Augs5burg ermuntert, getröſtet und geſtärkt. Dieſe Briefe werden recht ſtiefmütterlich behandelt =- zweimal wird auf ſie hinLuther hat auf der Koburg anhaltend und gewaltig gewieſen. für den ſiegreichen Ausgang gebetet. Dies wird in ſieben WorWas Meten abgetan: „Er hob die Hände auf zum Gebet.“ lanchthon alles in ſeiner Schwachheit nachgeben wollte, „wird zwar nicht verſchwiegen, aber nur ganz objettiv berichtet. Selbſt Melanchthons Änderung der Augsburgiſchen Konfeſſion erzählt der Verfaſſer ohne jegliche Kritik. Dreſcher hat den Titel ſeines Buches3 ſo geſtellt, daß er Zwingli auf die Bühne bringen konnte mit ſeiner Videi Ratio, Rechenſchaft des Glaubens. =- Der Verfaſſer gibt auf vier Seiten einen Überbli> über die Artikel der Augsburgiſchen Konfeſſion und bietet ſpäter auf 7% Seiten einen „Aus8zug aus der Augs8burgiſchen Konfeſſion von 1530". Es8 wäre wohl vorteilhafter geweſen, den Überbli> zu kaſſieren und ſtatt deſſen das ganze Bekenntnis zu bringen. =- Die 16 Bilder auf Kunſtdrue, die uns die handelnden Staat8- und Gotte3männer ſowie die Ereigniſſe und Örtlichkeiten der Reichstagung vorführen, ſind gut und wertvoll.

Von will der Lutheriſ<e Jugenbund? iſt und W. OÖ ſ<. Selbſtverlag des Lutheriſchen Jugendbundes. Zu beziehen vom Schriftenverein (E. Klärner), Zwickau, Sachſen, Bahnhofſtraße 8. Preis: 25 Pf. In unſerer deutſchen Freikirche beſteht ein Lutheriſcher Jugendbund. P. Oſc<h iſt der Schriftleiter des Vereinsorgans „Junker Jörg". Jd leſe ſeine Produkte mit großem Intereſſe. Wir waren nämlich Feſtprediger bei einem verregneten Miſſionsfeſt bei Ellendale, S. Dak., im Juli 1920 und haben beide in Herrn Heyne3 großer Sceune von einer Kanzel gepredigt, die aus einem Heuhaufen hergeſtellt wurde. Der junge Student hat e8 damals gut gemacht, und gut iſt auch ſeine vorliegende Schrift. Jeder Paſtor ſollte ſie leſen. Wa8

Louis Lange PubOſternummer. Die Abendſchule. liShing Company, St. Louis, Mo. Preis dieſer Num» mer: 25 (Ct8. Kann auch vom Concordia Publishing House

bezogen

werden.

Die liebe, alte „Abendſchule“ erſcheint in ihrem 76. Jahr-

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Der Jahrgang =- 26 Nummern -- koſtet 83.00.

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an den Tag tritt, noch viele Jahrgänge erleben! Auf fünf Seiten dieſer Nummer wird ein volkstümlich geſchriebener und

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Artikel über die Augs8burgiſche

Konfeſſion geboten. Da3 Bild der Feſte Koburg iſt das beſte, das ich je geſchen habe. Chriſtenverfolgung in Nußland. Das wahre Geſicht de8 Bolſchewismus. Von I. Stenzel, Pfarrer. Berlin 1930. Bo von Martin Warne>. 31 Seiten 54X8%, Prei3: -

Contributions

Augsburgiſche

Von D. Dreſcher,

1--31,

by the Treasurer. 1930.

Received for Colored AisSions from the following colored congregations: Alabama Luther College, Selma,

81,945.78;

Augustana,

land,

3.10;

2.10;

Bethlehem,

1.45;

Bethel,

Bethany, Rock

Alexandria,

Yonkers,

West,

Monroe,

6.05;

3.21;

25.00;

65.00;

Bethany,

Bethel,

Bethlehem,

Bethlehem,

Ny-

Conover,

Holy

New

Ark,

Orleans,

57.50; Christ, Rosebud, 6.84; Concordia, Lowerstone, 8.00; Coneordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 3.17; Ebenezer, Atmore, 4.00; VYaith, Mobile, 4.00; Gethsemane, Hamburg, 8.18; Grace, Concord, 40.00; Grace, Greensboro, 29.55; Grace, Ingomar, 3.57; Hope, Kings Landing, 7.34; Immanuel, PenSsacola, 7.22; Immanuel, Shankletown, 5.00; Immanuel Lutheran College, Greensboro,

713.30; Luther Memorial, Greensboro, 13.13; Baghi, 3.16; Mission at Catherine, 6.88; Mission land,

37.26;

Bern,

Mission

1.00;

at Maplesville,

Mission

vary, Mount 12.74; Mount tawba, 1.02;

at Union

1.44;

Springs,

Messgiah, at Cleve-

Mission

2.00;

at New

Mount

Cal-

Pleasant, 12.00; Mount Calvary, Tilden, Carmel, Midway, 2.91; Mount Olive, CaMount Olive, Tinela, 8.09; Mount Zion,

Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, Charlotte, 40.00; Mount

mile,

Zion,

3.39;

Birmingham, St. James's,

Pines,

New

Orleans,

Our

Savior,

10.96; Buena

15.00;

Lamison, 3.32;

St.

50.00;

Our

Possum

Joffre,

Luke's,

High

1.01;

Point,

St. Luke's, Spartanburg,

Ackerville, 5.20; Winston-Salem,

St. Matthew's,

Redeemer,

Bend,

2.37;

Long-

Pilgrim,

St. Andrew's, Vredenburgh, 7.80; Vista, 4.45; St. James's, Southern

10.00; St. John's,

bury,

St. Mark's, Atlanta, 6.00; St. Matthew's,

Meherrin,

8.04;

St. John's,

3.75;

St.

18.00;

Salis-

Luke's,

St. Mark's,

25.00; St. Mark's, Arlington, 4.99;

St. Paul's,

Charlotte,

St. Paul's, Oak Hill, 6.65;

St. Peter's,

24.00; St. Paul's, Los Angeles, 84.00; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, Napoleonville, 6.95; St. Paul's,

New

Orleans, 50.00;

Pine Hill, 4.51; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Philip's, Chicago, 50.00; St. Philip's, Philadelphia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 100.00; Trinity, New Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 29.68; Zion, Gold Hill, 8.00; Zion, Taits Place, 3.28. IMiscellaneous : W. Koenig, Bancroft, Nebr., for Mollie

Louder, 385.00. N. N., St. Stephen's Congregation, Atkins, lowa, for Negro Missions, 10.00. W. Vogel, Spechts Ferry, Iowa, for Negro JMissions, 25.00. “Gretchen,* Melrose Park, 111., for Piney Woods Dormitory, 2.00. Pupils of Joint St. Martin's-St. James's School, Milwaukee, Wis., for

Negro

Missions,

29.35.

“A

Well-Wisher,"

Bay

Vil-

Church,

Rev.

lage, O., for Piney Woods, AMiss., 5.00. Fred H. Wolff, Jefferson, Wis., for Piney Woods, Miss., 10.00. Lutheran Conference and Camp ASssociation, New York, N.Y., for Maplesville, Ala., 1,500.00. N. N., P. M. Congregation, Coopersgrove, 111., for Negro Missions, 4.00; for Foreign Missions, 4.00. “A Friend," Emerson, N.J., for Negro Missions,

6.00.

Sunday-School

of

St. John's

Louis Mahnke, Milwaukee, Wis., for Negro Missions,:16.00. 'THE0. W. KLCKHART, Treasurer. Bitte zu beachten! Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und

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100

"

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Received

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St. Louis,

Mo.


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Miſſionszeitſchrift der Evangeliſ<-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. ed

Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subscription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as sSecond-class matter at the Post Office at St. Lonis, Mo., under the Act of March 3, 1879. Acceptance for mailing at special rate of postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

52. Jahrgang.

Juni

Zum Frühlingsſtürme brauſen dur die Lande, Berg und Tal, umwogt vom Lenzgewande, Läuten ein das hohe Junifeſt. Eine halbe Welt bricht auf zum Neiſen,

1930.

Ur. 6.

Junifeſt der Augsburgiſchen

Konfeſſion.

NReichstag laden läßt.

Gott ſei Dank, die Stunde hat geſchlagen! Was in Worms geſät, hat Frucht getragen, Garben, wie die Welt noch nicht geſehen. Heut' noch dient die werte Gotte3gabe Tauſenden zum Leben und zur Labe, Schafft viel Seelen Heil und Wohlergehen.

Freut man ſich der reichen Segen3auen, Wenn die Sichel klingt durch alle Gauen Und ein Loblied froh gen Himmel ſteigt, O wie hoc muß erſt d er Jubel rauſchen, Wenn man darf den Scnitterſcharen lauſchen, Denen Gott die Himmelzernten reicht!

Große Dinge ſoll nach heißem Ningen Hier die Sommerſonnenwende bringen Dur des Worte3 goldnes Morgenrot. Ein Bekenntnis ſoll die Welt durchſchallen Von den Hütten bis zu Throne8hallen, Überreich an wahrem Himmelsbrot.

Zehren nicht auch unſre Miſſionen Weit und breit in allen Erdenzonen Von dem Schatz, den jener Sommer bot? Ach, das iſt mit Gold nicht aufzuwiegen, Wenn der HErr ſo rein und wohlgediegen Sündern bricht ſein teures Lebensbrot!

Augsburg, unermeßlich ſind die Güter, Die der Kirc<e Hort und treuſter Hüter Schenkte dir in der Konfeſſion. Glorreich iſt dein Tag in der Geſchichte; Denn er brad) im hellſten Sonnenlichte Bahn dem Werk der Neformation.

Tauſend

Straßen

weiſen, Wo der HErr

zum

ſtrads

nac)

Aug3burg

Laßt uns treulich halten am Bekenntnis, Kämpfen für die wahre Heilserkenntnis, Mag*s aud koſten Leben, Gut und Blut! Nur getroſt! Gott ſiht im Regimente, Und in ſeinem Wort und Sakramente Wahrlich unſre Himmelskrone ruht.

Brauſt dur<s5 Land, ihr hellen Freudenglo>en! Singt, ihr Zungen, mächtig mit Frohloden, Daß die hehre Feier wiederkehrt! Lobt den HErrn, daß auch an unſerm Strande Dies Panier zerriß die Knechtſchaft5bande, Aufzubaun des Höchſten Haus und Herd!

Die große Miſſionsbitte. Die Zeit der Miſſionsfeſte rü>t wieder. heran. Auf dieſen Miſſionsfeſten betrac<hten wir die Wahrheiten, die in der großen Miſſion3bitte, die un3 der HErr in den Mund gelegt hat, enthalten ſind, in der Bitte: „Dein Neich komme!“ Den Sinn und die Bedeutung dieſer Bitte hat Luther in ſeinem Großen Dieſe Erklärung Katehi3mus vortrefflich) erklärt.

lautet alſo:

„Wa3 heißt nun Gotte3 Reich? Antwort: ander3, denn wie wir droben im Glauben

Nichts gehört

O.R. Hüſc<hen.

haben, daß Gott ſeinen Sohn, HErrn, in die Welt geſchi>t, daß

Chriſtum, unſern er uns erlöſte und

freima<hte von der Gewalt de3 Teufel35 und zu ſich brächte und regierte als ein König der Geredtigkeit, des Lebens und Seligkeit wider Sünde, Tod und böſe3 Gewiſſen; dazu er aud ſeinen Heiligen Geiſt gegeben, der un3 ſolde3 heimbrädcte durd ſein heiliges

Wort

und

uns

durd

ſeine

Kraft

im

Glauben

er-

leuchtete und ſtärkte. „Derhalben bitten wir nun hier zum erſten, daß ſolches bei uns kräftig werde und ſein Name ſo gepreiſet dur< da3 heilige Wort Gotte3 und <riſtlich


Miſſions-Taube.

dort

hernach

in

Ewigkeit;

Der Heilig' Geiſt uns wohne bei Mit ſeinen Gaben mancherlei;

Des Satans8 Zorn und groß' Gewalt Zerbrich, vor ihm dein' Kirc<' erhalt!

Ein gemeinſchaftliher Paſſion8gotte3dienſt in der Negermiſſion.

Dieſes Jahr haben zwei unſerer fünf Negergemeinden in New Orleans einen zweiten Verſuch gemadt, einen gemeinſc<aftlichen Paſſion38gotte3dienſt um die Mittag3ſtunde zu halten. Vor etwa drei oder

vier Jahren wurden unten in der Stadt (dowu-town)

in einem Theater an fünf Tagen der Stillen Woche gemeinſame Gotte3dienſte gehalten. Einige der Gemeinden meinten jedod), daß der Beſu die Unkoſten nicht redtfertige. Dies Jahr haben nun zwei Gemeinden (Bethlehem' 1

und Mount Zion), die im ſüdlichen Stadtteil (up-

j

town) ſind, einen Paſſion8gotte3dienſt im LincolnTheater veranſtaltet, nämlich im ſüdlichen Stadtteil,

AE EE MAAS

Schulkinder

trugen

500

mimeographierte

Briefe,

in

denen unſer Gottesdienſt angezeigt wurde, in ebenſo viele Häuſer. Das Theater lieferte eine Anzeige um-

ſonſt. Die Sulkinder trugen eine Art Anzeigebanner ſowohl am Tag der Einübung als am Tag de3 Gotte3dienſtes. An alle unſere farbigen wie

weißen Gemeinden der Stadt wurde eine briefliche Einladung geſchi>t. Der Eintritt war frei; e3 wurde keine Kollekte erhoben. 575;

Die

Zahl

der

Beſucher

im

Gotte3dienſt

betrug

darunter waren 375 S<ulkinder, 85 erwachſene

Lutheraner und 15 Weiße. Alle ſprachen ihre große Freude über den Gottesdienſt aus. Um ein Uhr verſammelten ſich die Schulkinder im Shakeſpeare-Park, gerade gegenüber vom Verſammlungsölofal, und ſangen das Lied “We Come in the

Might of the Lord of Hosts*

(Wir kommen in der

Kraft des HErrn der Heerſcharen). Ein Photograph machte eine Aufnahme, die wir anbei zeigen. Hierauf begaben ſid) alle in das Lokal. An der Spißte de3 Zugs wurde ein purpurnes Banner getragen mit der Inſchrift in goldenen Buchſtaben: The Blood of Jesus Christ Cleanseth Us from All Sin, 1 John 1,7. E3 hätten wohl noch 400 Perſonen Platz finden können. Prof. R. Neitzel vom theologiſ<en Seminar in Springfield, JZU., hielt eine eindru>5volle Predigt über die Worte: „J< will dem Durſtigen geben von dem Brunn de3 lebendigen Waſſer38 umſonſt“, Offenb. 21, 6. Superintendent G. M. Kramer, Paſtor „der Bethlehem3gemeinde, verſah den liturgiſchen Teil de3 Gotte3dienſtes. Die volle kurze Gotte3dienſtordnung wurde befolgt; dieſe war mit den Schulkindern gut eingeübt worden. Die Lieder “In the Cross of Christ I Glory* (Sd) rühme mid) des Kreuze3 Chriſti) und “Alas, and Did My Savior Bleed"? (A<h, mußte denn mein Heiland bluten) ſowie ein Chorſtück des Chor3 der Bethlehems8gemeinde wurden gut und ſchön geſungen. Aaron Wiley, Oberlehrer der Bethlehem3ſ<hule, und Andrew Seraile, Oberlehrer der Mount Zion-Sdule, leiteten und begleiteten die Lieder auf der Orgel. 3 Möge der HErr ſein Wort, da3 hier wie edler Same au3geſtreut wurde, in reichem Maße ſegnen zur Ehre ſeine3 heiligen Namen3 und zur Rettung vieler Seelen! O. W. Lüce.

ANE. nge

Es komm? dein Reich zu dieſer Zeit

Und

und zwar am Mittwod) in der Karwoche, um halb zwei Uhr. Die Unkoſten waren faſt gleich Null. Da3 Lokal wurde uns koſtenlos überlaſſen. Der Redner, der in den Paſſion38gotte35dienſten der weißen lutheriſchen Gemeinden zur Mittag3zeit predigte, diente un3 freundlichſt, und ſo wurden Reiſekoſten geſpart. Die

NE ren Derr

Leben, beide, daß wir, die e38 angenommen haben, dabei bleiben und täglid) zunehmen und daß es bei andern Leuten einen Zufall [Gefolge] und Anhang gewinne und gewaltiglich dur< die Welt gehe, auf daß ihrer viele zu dem Gnadenrei kommen, der Erlöſung teilhaftig werden, dur< den Heiligen Geiſt herzugebraht, auf daß wir alſo alleſamt in einem Königreid), jekt angefangen, ewiglid) bleiben. „Denn „Gottes Reich zu uns kommen“ geſchieht auf zweierlei Weiſe, einmal hier zeitlich dur< das Wort und den Glauben, zum andern ewig, dur die Offenbarung. Nun bitten wir ſolches beide3, daß e3 komme zu denen, die noch nicht darin ſind, und zu un3, die e3 überkommen haben, dur täglich Zunehmen und künftig in dem ewigen Leben. Das alle3. iſt nic<ht3 ander3 denn ſo viel geſagt: Lieber Vater, wir bitten, gib uns erſtlic<h dein Wort, daß das Evangelium rechtſchaffen dur< die Welt gepredigt werde; zum andern, daß es aud< durd< den Glauben angenommen werde, in uns wirke und lebe, daß alſo dein Reid) unter uns gehe durd) da3 Wort und Kraft des Seiligen Geiſtes und de3 Teufel3 Reid) niedergelegt werde, daß er kein Recht nod) Gewalt über un3 habe, ſo lange, bis es endlid) gar zerſtört, die Sünde, Tod und Hölle vertilgt werde, daß wir ewig leben in voller Gerechtigkeit und Seligkeit.“ Eine feine poetiſche Zuſammenfaſſung dieſer Bitte bietet D. Luther in ſeiner Umſc<hreibung des heiligen Vaterunſer3 in den Worten:

enen

Die

(een

82


Die Kinder der Wount

Zioun-Schule und der Bethlehemsſhule

in New

Orleans

vor dem

Paſſionsgottesdienſt.

Negermiſſion. Ein gemeinſchaftlicher Paſſionsgottesdienſt in der

Die Wiſjſtions-Taube.


Die

Hlijſſtons-Taube,

St. Philip's in Cleveland. In Cleveland bekommt die lutheriſche Kir<he auc allmählid) einen feſteren Halt unter den Negern. Die meiſten ſind Methodiſten und Baptiſten, und wenn einer die lutheriſ<e Kir<e beſucht, dann fragen die Verwandten ſogleich, ob ſie den Glauben verlieren. Kindergotte3dienſte, wö<hentliche Berichte in den Zeitungen, Austeilen von Nahrung und Kleidern unter Arme hilft alles, um Zutritt zu bekommen. Bei lekterem ſind die weißen Brüder und Schweſtern uns ſehr behilflich. Aud kann man ſagen, daß die bekehrten Glieder ihre lutheriſche Kir<he ſehr liebhaben. Während der Paſſionszeit hat die Zuhörerſchaft ſid) wieder ziemlich vermehrt. Aud) fanden ſich etliche Lutheraner von Portoriko und Alabama unter den Beſuchern, die ſic) der Gemeinde anſchließen wollen. Andere wollen ſid im lutheriſchen Kate<hi5mus unterrichten laſſen. Wahrlich etwas, wofür man dankbar ſein kann! Am Palmſonntag freuten wir uns, als fünf Erwachſene öffentli) das Verſprechen gaben, Gott und der lutheriſ<hen Kir<e treu bleiben zu wollen. Oſtermorgen wurden drei Kinder als Glieder durd) die heilige Taufe aufgenommen. Abends hatten wir wieder einen beſonderen Kindergotte3sdienſt mit Predigt. Alle freuten ſid ſehr über den auferſtandenen Heiland. Hundertundſe<hzig wohnten dieſem Gottesdienſt bei, unter denen ſid) eine ſchöne Anzahl Beſucher befand. Die Kollekte ſoll mithelfen, daß die Neger in Afrika das ſüße Evangelium zu ſ<meden bekommen. Die Opfer beliefen ſich auf 831.21. Möge Gott ferner unſern Glauben ſtärken; dann wird der Eifer, Miſſion zu treiben, ſich gleichfalls vermehren! Ernſt G. Müller. ENE

EE

Etliche3 aus dem Leben eines Negermiſſionar8. Wer von uns denkt nicht mit Freuden zurü> an den Tag ſeiner Konfirmation? Was für ein feierlicher, ernſter, aber do<h zugleich aud) freudenreiher Tag war es für un3 alle! Am Samstag vor Palmſonntag wurde vielerort3 von den Konfirmanden mit Beihilfe etlicher älteren Perſonen die Kir<e ſchön mit Zedernzweigen und künſtlihen Blumen geſhmü>t. Sc<on darauf freuten wir un3 ſo nebenbei recht herzlich. Endli< bra< der Palmſonntag, der langerſehnte Tag, an. Unſere Eltern richteten no<h leßte kurze Ermahnungen an un38. Dann ging e3 in Begleitung der Eltern und Geſchwiſter zur Kir<he. Dort verjammelten wir Konfirmanden uns im Pfarrhaus. Unter feierlihem Glo>enklang marſchierten wir dann

aus dem Pfarrhaus in die Kirche und nahmen ſtill

und von heiliger Ehrfur<t dur<hſ<auert unſern Plat vor dem feſtlid) geſc<hmüdten Altar ein. Wie erhaben brauſte darauf der herrliche Choral „Komm, Heiliger Geiſt, HErre Gott“ durc die di<htbeſezte Kirche! Nicht wahr, teurer Leſer, das war ein Tag, der dir nie ganz aus dem Gedächtnis geſchwunden iſt? Am Palmſonntagnahmittag verſammelte ſic) dann womöglich die ganze Konfirmandenklaſſe oder, wenn da38 nicht anging, die Knaben und Mädchen beſonder3 in dem Hauſe eines oder des andern der Mitkonfirmierten

und

verlebten

da

einen

fröhlichen

Nachmittag.

Wie ganz anders geſtaltet ſid) do<h der KonfirmationStag für ſo mandhen Konfirmanden in unſerer

Negermiſſion!

Verſtehe

mich nicht falſh.

Die Kon-

firmation ſelbſt, der feierliche Akt, iſt ja derſelbe. Der Gotte35dienſt verläuft au faſt in derſelben Weiſe wie in unſern weißen Gemeinden. Darin liegt der Unterſ<ied nicht. ZJ denke hier vielmehr an die Konfirmanden ſelbſt. Wie ganz anders geſtaltet ſic doh der Tag für ſo viele von ihnen! Die allerwenigſten

von

ihnen

können

dieſen

Tag

inmitten

ihrer

Eltern

und Geſchwiſter begehen, weil dieſe leider nur zu oft eben nicht zu unſerer Kir<he gehören und ſich oftmal3 nicht einmal die Mühe machen, mit zum Konfirmation3gotte3dienſt zu kommen. Im nahen Pfarrhaus können ſich die Konfirmanden au nicht verſammeln, denn Pfarrhäuſer gibt e3 nicht viele in unſerer Negermiſſion. Unſere Miſſionare müſſen ſich eben Häuſer mieten, wie und wo ſie ſie finden können, und da iſt oft eine ganze Stre>e von der Kirche entfernt. So verſammelt ſich die Konfirmandenklaſſe denn in der Sakriſtei. Einige treffen wohl ſ<hon eine volle Stunde vor Beginn de3 Gotte3dienſte3 ein. Andere wieder kommen erſt nad) der feſtgeſetzten Zeit an, weil ſie ſich eben ganz ſelbſt überlaſſen ſind und die Eltern ſich wenig darum kümmern, ob Konfirmation iſt oder nicht. Manderort38 muß die Konfirmation der beſtehenden Verhältniſſe wegen im Abendgotte3dienſt ſtattfinden. Da der Gottesdienſt lang iſt und die Stunde ſpät wird, ſo muß öfter3 dafür geſorgt werden, daß Gemeindeglieder dieſen oder jenen Konfirmanden nad) Hauſe begleiten, weil es nicht ratſam wäre, ihn allein in ſein weitabgelegenes Heim gehen zu laſſen. Alles dies wird dem freundlichen Leſer gewiß leichter verſtändlich werden, wenn wir einmal eine beſtimmte Konfirmandenklaſſe vor uns nehmen. Am vergangenen Oſterſonntag waren zwölf Kinder auf unſerer Bethlehemsſtation in New Orleans für die Konfirmation vorbereitet. Von dieſen zwölf Kindern war nur ein einziges lutheriſch getauft. Se<3 waren überhaupt no< nicht getauft, je eins war katholiſch und baptiſtiſc; und drei methodiſtiſc) getauft.


Mijſrons-Taube.

Fünf dieſer Kinder empfingen die heilige Taufe, nadjdem ſie ihren Glauben öffentlich bekannt hatten, vor dem Akt der Konfirmation. Wo war der ſechſte Ungetaufte geblieben? Er war nicht erſchienen. Warum nic<ht? Die Mutter hatte ſich erſten3 viel Zeit gelaſſen, die Tochter für die Konfirmation anzukleiden.' Dann war ſie zu Verwandten gegangen mit dem Beſc<eid, die Tochter ſolle auf ihre Rückkehr warten, ſie wolle mit ihr zur Konfirmation gehen. Die Toter wartete geduldig. Aber die Rückkehr verzog ſich; und al3 die Mutter endlich kam, war e3 längſt zu ſpät, zum Gottesdienſt zu gehen. =- Denk an den frohen Tag deiner Konfirmation, lieber Leſer, und dann ſuche

dic) in die Lage dieſes armen Negermäddhen3s zu verſeten. Ein anderes Mädc<en wohnt weit von der Kirche entfernt. Sie kam ſchon bei Tageslicht bei der Kir<e

an, natürlich allein.

Nac<

dem

Gottes3dienſt blieb ſie

dann bei einer Freundin über Naht, weil ſie ſich nicht wieder allein heim getraute. Das ſind ſo ein paar Beiſpiele von dem Konfirmation3stag vieler unſerer Konfirmanden in der Neger-

miſſion.

E35 ſind

Gewiß nicht allen ergeht e3 gleid) trübſelig.

aud)

immer

etliche,

die von

Eltern

und

Ge-

85

zu Fedor, Lee County. Im Jahr 1882 reiſte er nach Walburg im nördlichen Williamſon County und organiſierte dort eine Gemeinde. Jm Herbſt wurde er von dort berufen und nahm den Beruf an. Nach einem Jahr wurde er Waiſenvater an dem neugegründeten Waiſenhaus in New Orleans. Später

hat er mehrere Gemeinden in Nebra3ka und WiS3conſin bedient und iſt im Jahr 1912 al3 Glied der“

Wisconſinſynode aus dem Leben geſchieden. „Maiſch war eine energiſche, feurige Natur, riß anfang3 durc< ſeinen Eifer die Leute mit ſich fort, aber geduldige3,

ausdauernde3s Wirken finden wir nicht bei ihm.“

P. Timotheus Stiemke. Zu den bedeutendſten Männern, die al3 lutheriſche Pioniere in Texa35 gedient haben, gehört P. Stiemke. P. Birkmann ſc<rieb im Oktober 1924: „Zu meinen liebſten Erinnerungen an die Zeit vor nun bald 50 Jahren gehört die Erinnerung an meinen Freund und Amtsbruder Stiemke. Er hatte nod) ein oder zwei Jahre in Fort Wayne mit mir zugebracht (in Sekunda und Prima), während ich in den unteren Klaſſen war. Er hatte das Seminar in St. Louis bezogen, aber mehrere Jahre vikariert. Er war aud) ein halbe3 Jahr als AuShelfer auf dem College in Fort Wayne geweſen. Im Jahr 1874 war er dann in St. Loui3 fertig geworden und zunächſt bei Deutſc<hruſſen in South Dakota in die Arbeit getreten.

ſchwiſtern zur Kir<he begleitet werden, zumal wenn dieſe ſelber lutheriſd) ſind. E35 iſt wohl kaum ein Konfirmand in unſern weißen Gemeinden ſo arm, daß ihm nicht von irgend Aber gewiß aus guten Gründen nahm er bald nachher jemand eine kleine Freude bereitet wird durd) das einen Beruf nac< Warda, Tex., an, wo er Ende 1874 Geſchenk eines Geſangbudss oder ſonſt eines nüßlichen eingeführt wurde. Buche38. Unſere Negerkonfirmanden gehen faſt ohne „Die Gemeinde in Warda iſt etwa ſe<3 Meilen Ausnahme leer aus. So habe ih ſc<hon ſeit Jahren öſtlich von Serbin gelegen. Die meiſten Farmer dajedem Konfirmanden ein kleines Gebetbuc überreicht, ſelbſt wohnen am Rabb3 Creek in Fayette County, damit ſie do<h wenigſtens ein Bud) als Andenken an wo da3 Land zum Teil ſehr. gut iſt. Die Gründer der dieſen wichtigen Tag mit in3 Leben hinausnehmen. Gemeinde waren ebenfalls Wenden, mit P. Kilian Wenn du an den frohen Tag deiner eigenen Konnad) Tera3 aus8gewandert, und ſtanden bi3 1873 unter firmation denkſt, lieber Leſer, dann ſchie ein Gebet ſeiner Seelſorge. Sie hatten aber unter Pallmer zum Thron der Gnade empor für unſere Negerkonfirmanden, daß ihnen der liebe Gott Beſtändigkeit und * und Greif eine neue Gemeinde gegründet und nun P. Stiemke berufen. Treue verleihen möge auf ihrem oft ſo einſamen „An Stiemke hatten ſie einen Mann, der ihnen Chriſtenpfad. G. M. Kramer. Gotte3 Wort klar und reichlich darbot, ihre Kinder treulich unterridtete, ſich der Kranken und Verlaſſenen Unſere Pioniere in Texas. fleißig annahm, ja der um der wendiſchen Väter und * Mütter willen, die no<H nicht reht Deutſd<h konnten, 11. ſelbſt Wendiſ<h lernte. Zu dem Zwe ließ er ſich jede P. J. M. Maiſch. Woche einen oder den andern Wenden aus der Gemeinde in3 Haus kommen. P. Maiſc< war der erſte deutſ<-lutheriſche Paſtor „Stiemke, der leider ſ<hon ſeit ſe<hzehn Jahren in Kanſa3 City geweſen und hatte dann kurze Zeit in [1908] verſtorben iſt, war ein für die damaligen Paola, Kanſ., gedient. Gegen Ende des Jahres 1874 Verhältniſſe in Texa3 ſehr paſſender Mann nad ſeiner folgte er einem Ruf der Gemeinde in Klein, Harris Anlage und nad ſeinem Charakter. Ein redegewandter und geſtanden Jahre County, Tex. Hier hat er fünf Mann und ein gern gehörter Prediger, obwohl er ſeine Paſtor er auc Cypre838 mitbedient. In 1879 wurde

178

Die


Die

86

Hlijſſtons-Taube. nach

beſcheidener, demütiger und dabei doh tüchtiger und

Tragen, die in Staat und Kir<he auftau<hten, wußte er Beſcheid, nicht allein au3 dem, was er geleſen hatte, ſondern durd) eigenes Nachdenken. Das Beſte an ihm

digten waren durchſichtig, einfa<, ſo daß jede3 Kind folgen konnte, lehrreich, erwe>lich und tröſtlih. Er lernte bis in38 Alter ſeine Predigten wörtlich aus-

Predigten

gründlicher

war

ſeine

nicht

wörtlich

memorierte,

Vorbereitung

große

Leutſeligkeit.

ſondern

frei redete.

Freundlichkeit,

Faſt

in allen

ſeine Offenheit

erfahrener Mann,

und

“wendig

Ohne Ehrgeiz und ohne ſich für etwas

Beſonderes zu halten, gewann

Texa3 in hohem Maß.

in

wiedergewählt.

„P. Stiemke hatte im Jahr 1877 die Konferenz der Paſtoren und Lehrer von Texas eingeladen. Die ein-

Ende kam an einem Sonntag, wo er bei der Darreichung des Keldes fühlte, daſ ſeine Kräfte verſagten. Er ſtellte den Keld hin, wankte und wurde von Vor-

Serbin. Es waren da die folgenden Paſtoren: Geyer, Kilian sen., Wiſchmeyer, Kaſpar, Proft, Klindworth,

Hofiu3, Maiſc<, Braun, Stiemke, Birkmann, alſo elf. Alle damals in Texa3 arbeitenden Paſtoren der Miſſouriſynode ſind da genannt.“ Ende 1879 wurde Stiemke nad) Houſton berufen

als fünf Pa-

ſtoren in: den Dienſt der Kirche in Texa3: C. L. Geyer, J. Kaſpar, C. Braun, E. H. Wiſchmeyer und G. vit

Max

Birkmann. Geyer,

in

Sachſen

im

Jahr

geboren,

1812

hatte

Obwohl er körper-

Synode in New Orleans eine köſtliche Paſtoralpredigt hielt. Nur einige Wochen vor ſeinem Ende nahm er an allen Sitzungen des Diſtrikts in Warda teil. Sein

zigen Lehrer (Gemeindeſ<ullehrer) im Staat waren damals Gerhard Kilian und Ernſt Leubner, beide in

nicht weniger

ſo, wie er ſie aufge-

lich nicht ſehr kräftig zu ſein ſchien, ſo erfüllte ihn doh ein ſtarker Wille und eine zähe Lebenskraft, die ihn faſt bis zum vollendeten achtzigſten Jahr tätig ſein ließ. Er war 73 Jahre alt, als er uns bei einer

lung des Südlichen Diſtrikt3 (1882) wurde Stiemke als Präſes erwählt und, ſolange er im Süden war,

P. C. L. Geyer. Im Jahr 1876 traten

aud)

hielt auf gute Zucht und Ordnung.

Und bei der erſten Verſamm-

ſtehern geſtüßt und in das Haus getragen, wo er dann

am Nachmittag ſeinen Geiſt in JEſu Hände gab, indem ſid) an ihm buchſtäblich erfüllte, wie es im Liede

heißt: -

und blieb dort zwei Jahre. Dann wurde er an die St. Johanne3skirhe in New Orlean3 berufen. Die lezten 191% Jahre ſeines Leben3 war er Paſtor der Immanuel38gemeinde zu Baltimore, Md. Dort ſtarb er am 14. März 1908 im Alter von ſechzig Jahren, fünf Monaten und zwanzig Tagen.

hielt ſie dann

Seine Pre-

ſchrieben hatte. Gottes Wort ließ er reichlich in der Gemeinde und in ihren Verſammlungen wohnen und

er bald das Vertrauen

und die Achtung der Amts5brüder und Gemeinden

und

treu in allen Stü>en.

So fahr! ich hin zu JEſu Chriſt,

Mein' Arm' tu' ich ausſtre>ken; So ſchlaf! ich ein Und ruhe fein.

Mit ausgebreiteten Armen

begrüßte er JEſum.

Unter

großer Beteiligung wurde ſein müder Leib zur letzten Ruhe getragen.“ P. Jakob Kaſpar. Dieſer Pionier in Texas gehörte etwa neun Jahre zur Texasſynode, deren erſter Präſes P. C. Braun war. Dieſe Synode nahm keinen entſchiedenen Standpunkt in der Lehre ein. Jeder lehrte, wa3 er für reht hielt. Aud) reformierte Anſichten wurden geduldet. Etwa neun Paſtoren waren Zöglinge von St. Chriſchona bei Baſel geweſen. P.

Kaſpar

kam

durd<

P.

Stiemke

und

dur<

fleißiges Leſen unſerer Bücher und de3 „Lutheraner“ zur klaren Erkenntnis der lutheriſchen Lehre und auf der Leipziger UniverEr trat 1876 au38 der Texasſynode au3 ſität zuſammen mit Walther - Praxis. FN ſtudiert, deſſen Vetter er und wurde in unſere Synode aufgenommen. Mit ihm ging jeine Gemeinde. Kaſpar wurde 1877 an ſj<en Au3wanderern 1839 in St. Loui3 an und hielt die Ebenezergemeinde berufen, etwa ac<ht Meilen nörddort zunächſt Schule in der Dreieinigkeit3gemeinde. lich von Gidding3. Dieſer Gemeinde ſtand er dreizehn In 1844 wurde er Paſtor in Wi8conſin und in 1860 Jahre lang treu und fleißig vor. Au3 der von ihm in Carlinville, ZU. Dort wirkte er ſechzehn Jahre, bedienten Ebenezergemeinde entſtanden zwei andere bis 1876, und dann in Texas wieder ſechzehn Jahre, Gemeinden, die Gemeinde bei Lincoln, im Jahr 1886, nämlich von 1876 bi3 1892. und die neue Ebenezergemeinde in Manheim. Dieſe 'P. Birkmann ſc<reibt: „Geyer war der erſte wurde 1890 gegründet, nachdem P. Kaſpar einen Unſerer Paſtoren in Texas, den ich kennenlernte. Er Beruf nad) Cypre383 angenommen hatte. Im Jahr Hat mir viel Liebe und Gutes erwieſen. Jh muß ihm 1900 trat P. Kaſpar in den Nuheſtand und wohnt jekt ein kleines Denkmal hier ſegen. Er war ein überaus bei Anderſon, Tex.

SEEG SE

war. Er kam mit den ſächſi-


Die

Hlijtons-Taube.

P. EC. H. Wiſchmeyer. Ernſt Heinrich Wiſchmeyer wurde am 12. Februar 1853 zu Cleveland, O., geboren. Dort wurde er von

dem

ſeligen

D. Schwan,

langjährigem

Präſe3

der

87

ſame Hörer und treue Anhänger unſerer lutheriſ<hen Kirche. Über die Reiſe von St. Louis nach Texa3 berichtet P. Birkmann:

„Mein

Begleiter

auf

der

Reiſe

von

Miſſouriſynode, konfirmiert und aufs College geſchickt. Er ſtudierte von 1867 bis 1873 in Fort Wayne und bezog dann das theologiſche Seminar in St. Louis. Nad beſtandenem Examen nahm er einen Beruf nach

Texas

an

und

wurde

dieſem großen Gebiet. ſeinem Klaſſengenoſſen

ſomit

einer

der Pioniere

in

Ende September reiſte er mit G. Birkmann nach Giddings,

Tex. Wiſchmeyer35 Gemeinde zu Swi83 Alp in Fayette County war etwa 35 Meilen ſüdlich von Gidding3. Er wurde von ſeinen Leuten in Giddings abgeholt.

P. Stiemke, der Swi835 Alp von Warda aus bedient hatte, ordinierte ihn am 1. Oktober. Aud in der Gemeinde zu Swi335 Alp war der erſte Anſtoß zur Bildung der kommen.

Gemeinde

von

wendiſchen

Anſiedlern

ge-

Im Jahr 1877 trat der junge Paſtor in die Ehe

mit Frl. Eliſabeth Ruth aus Cleveland.

Swi833 Alp bis 1881. „Wiſ<meyer

hat

aud)

Er wirkte zu

Sein Kollege Birkmann ſagt: in

Colorado

County

in

der

Gegend von Columbus Miſſion getrieben. Er hat ohne Zweifel gut und im Segen gearbeitet. In 1881 wurde er an die Gemeinde zu Roſe Hill berufen. Dort hatte er einen großen Wirkungskreis. Jhm gefiel e8 gar wohl in Texas; aber Familienumſtände nötigten ihn, 1888 Texa3 wieder zu verlaſſen.“ Er folgte einem Ruf nad Pitt3burgh, Pa., wo er dreizehn Jahre amtierte. Dann war er nacheinander Paſtor in Homeſtead, Bruſhton und Oil City. Am 5. März 1926 wurde er heimgerufen. P. Gotthilf Birkmann. Dieſen Pionier der Miſſouriſynode in Texa3 haben

wir ſc<on wiederholt genannt.

P.

Gotthilf

Birkmann.

St. Louis nad) Gidding3, Tex., Ende September 1876 war Kandidat Heinrich) Wiſ<meyer. Wir waren Klaſſengenoſſen in Fort Wayne und aud in St. Louis. In Gidding3 ſollten wir beide abſteigen, um am 1. Oktober eingeführt zu werden. Unſere Reiſe ging von

St. Louis

nad)

Dallas,

von Dallas

na<h

Hemp-

au3

Fedor

ſtead über die H. & T. C. Von Hempſtead ging eine Zweigbahn der letzteren nad) Auſtin über Gidding3. Die

Reiſe

dauerte

drei

nahmen mid) in Empfang.

Tage.

Leute

Weil P. Geyer von Serbin

Er wurde am 4. Juni

1854 in der Nähe von Waterloo, JZU., geboren. Er ſtudierte in Fort Wayne von 1867 bis 1873 und auf dem theologiſ<en Seminar in St. Louis von 1873 bi3 1876. Nad ſeinem Examen wurde ihm der Beruf an die Gemeinde zu Fedor, Lee County, Tex., zugewieſen. Dieſe war im Jahr 1870 gegründet worden und beſtand vorwiegend aus Gliedern, die aus P. Johann Kilians Serbiner Gemeinde kamen. In dieſem Zuſammenhang dürfte nod) kurz erwähnt werden, daß aus dieſer einen Gemeinde zu Serbin im Laufe der Zeit nahezu zwanzig Gemeinden geworden ſind, die entweder direkt von Wenden gegründet oder dod) dur<4 Zuzug von Wenden ſehr weſentlich geſtärkt und gemehrt wurden. Der Einfluß der Wenden war ein erfreulicher, denn ſie ſind ſehr kir<lich, fleißige Beſucher der Kir<e, aufmerk-

Winterſzene .in Lee Pfarrhaus

zu

County,

Lincoln.

Tex.

1926.

au38, da3 etwa a<htzehn Meilen entfernt lag, Fedor verſorgt hatte, jo war er mein Ordinator. Jd darf wohl ſagen, daß id) gern nad) Texa3 gegangen bin. I< habe mich gefreut, den Beruf dahin zu bekommen. Id ſah es al3 einen Beweis göttlicher Güte


Die

88

Miſjſtons-Taube.

an und wurde dadur< von manderlei Zweifeln und Unſicherheit befreit. „Meine Gemeinde in Fedor nahm mid) freundlich auf. Sie war ein Jahr vakant geweſen und hatte mehrmals vergeblid) Berufe ausgeſ<hi>t. IJ fand aud) Gefallen an den Leuten, als id) ſie beim Haus8beſud) kennenlernte. So freundlid, entgegenkommend, willig, auf den Paſtor zu hören und ihm die Wege zu ebnen! Einfad waren ja die Verhältniſſe, verglichen mit den nördlichen, wie id ſie gewohnt geweſen war. ZIn meiner Heimat (JUinoi8) war man zwanzig Jahre weiter. Da hatte man beſſere Häuſer und Gehöfte und Obſtgärten, und A&Xerbau und Verkehr

Präſe3 des Südlichen Diſtrikt38 von 1888 bis 1891. In 1906 wurde der Texa3-Diſtrikt gegründet. P. Birkmann

1912

bekleidete

bis 1920.

iſt ein Bewei3,

das

Präſe3amt

dieſes Diſtrikt3

Seine Erwählung

daß

er das

Vertrauen

von

in dieſe Ämter ſeiner

Amt3-

brüder und der Gemeinden genoß. Ein Paſtor in Texa3, der P. Birkmann genau kennt, urteilt über ihn: „Gut begabt und äußerſt treu in ſeinem Privatſtudium, beſonder3 in den alten Sprachen, galt er bald al3 einer der führenden Männer im Diſtrikt. Obwohl ſtill und beſcheiden und dur<aus demütig, hat er ſeit Jahren al3 eine Autorität auf Konferenzen und Synoden gegolten.“

waren mehr entwickelt al3 in Texa3. Aber au< hier konnte man ſid) nähren und

leiden und Obdach finden gegen Wind und Wetter. Die fleißigen und die von früher her an beſſere Zuſtände gewöhnten Leute richteten ſich bald häuslid< und behäbig genug ein. „Meine Kirc<e in Fedor mußte zugleich als Schulhaus dienen, die Kir<henbänke

al3 Schulbänke.

Einen kleinen Ofen hatten

wir; aber der Raum war groß und die Wände ohne De>e. Oben ſah man die Dacſparren. Da war e3 oft reichli) kalt im Winter; aber wir haben e3 au8gehalten, und ſpäter iſt e3 ſelbſtverſtändlid) anders geworden. „Die kalten Tage im Süden ſind oft erwünſ<t. Sie wirken erfriſchend und bieten eine Abwechſlung nad der warmen Zeit. Aud im Winter hat man in Texa3 meiſt ſonnige, oft ganz milde Tage, an denen Fenſter und Türen offen ſtehen und die Männer in Hemdz3ärmeln arbeiten. Wohl an den wenigſten Tagen wird der ' SHeizofen in Gebrau< genommen.“ Zm Auguſt 1879 folgte P. Birkmann einem Ruf nad) Dallas. Er wirkte in dieſer damal3 etwa 10,000 Einwohner zählenden Stadt drei Jahre. Jm Oktober 1882 finden wir ihn wieder in Fedor. Er bediente die dortige Gemeinde dann vierzig Jahre ohne Unter“

brechung.

;

Die erſten zehn Jahre in Texa3 war P. Birkmann Junggeſelle. In 1886 aber ſchenkte ihm Gott eine Gehilfin, Frl. Hulda Kilian. Sie ſtarb aber bereit3 nah ſe<s Jahren, nämlich im Oktober 1892. Im nädhſten Jahr trat er mit Witwe Helene Behnken in den Stand der heiligen Ehe. Sie iſt ihm bi3 auf den Heutigen Tag eine treue Gehilfin. Neben ſeiner Gemeindearbeit hat P. Birkmann

/ auch ſynodale Arbeit verrichtet.

Er war nämlich

Die Grace-Luther

Memorial-Rirc<he

in Greens8bor

Im Jahr 1922 legte P. Birkmann ſein Amt nieder, nachdem er 46 Jahre dem HErrn in ſeinem Weinberg als Prediger und Seelſorger in ſichtlihem Segen gedient hatte, und zog mit ſeiner Gattin nach dem Städtd<jen Gidding38, wo er ſeinen Leben3abend in Ruhe verbringt. (Fortſetzung folgt.)

Ein Feſttag in Greensboro. Sn doppeltem Sinne war der 11. Mai ein großer Freudentag für die Negermiſſionsgemeinde in Green3boro, N. C., und für die Studentenſchaft unſer3 Immanuel Lutheran College. Einmal ſollte die neue Kir<e der vereinigten zwei Gemeinden, über deren Grundſteinlegung vor einigen Monaten berichtet


Die

Hiſſions-Taube.

wurde, dem Dienſt des HErrn geweiht werden. Zum andern ſollte die lang verwaiſte Gemeinde wieder ihren eigenen Paſtor und Seelenhirten bekommen. Die Grace-Gemeinde, deren Gotte3haus vor annähernd einem Jahr ein Raub der Flammen wurde und die ſeitdem im College ſich zum Gotte3sdienſt verſammelte, und die Luther Memorial-Gemeinde, die biSher in einem hö<hſt kümmerlichen Lokal untergebrad<ht worden war, haben nun in der ſchönen neuen Kir<e

ein

prächtiges,

gutgelegenes

und

würdevoll

die

Gemeinden

eingerichtetes Heim, wo ihnen die großen Taten Gottes zu ihrer Seligkeit verkündet werden können. Son

M. C.,

am

Tage

ſeit längerer

ihrer Einweihung,

Zeit

11. Mai

hatten

1930.

keinen eigenen Paſtor, ſondern wurden von Studenten des College unter Anweiſung und Beratung ihrer Profeſſoren bedient. Wenn dies auc nac< dem Maß ihrer Gaben und der verfügbaren Zeit getreulich geſc<hah, ſo fehlte ihnen dod) die fähige, zielbewußte LeiNa< manchen Betung eine3 erfahrenen Paſtor8. rufungen war nun P. Paul D. Lehman, Profeſſor in dem Alabama Luther College in Selma, Ala., dem Rufe gefolgt und konnte an dieſem Tag feierlich in ſein Amt eingeführt werden. Im Vormittags8gotte3dienſt wurde na< dem üblichen lutheriſchen Ritus von P. Lehman der Einweihungsakt vollzogen. P. Jeſſe Hunt von WinſtonSalem hielt die Einweihungspredigt über Pſ. 122,1. - Im Nadhmittagsgotte3dienſt hielt Prof. F. Berg,

89

treuverdienter und im Dienſt der Miſſion ergrauter

Profeſſor der Theologie an unſerer Anſtalt in Green3-

boro, die Predigt über 1 Kor. 4,1.2 und legte eindruck3voll dar, wa35 beide, Paſtor und Gemeinde, nach Gotte3 Wort ſowohl zu tun als nicht zu tun und zu erwarten haben. Prof. Wm. Gehrke führte dann unter Aſſiſtenz Prof. Bergs und der Paſtoren Hunt und Foard den neuen Seelſorger in ſein heiliges Amt ein. Abend3

wurde

noc

ein Feſtgotte3dienſt gehalten,

in welchem P. Fred Foard über Joh. 14,6 predigte.

In köſtlichen Worten legte er ſeinen Zuhörern Chriſtum, den Gekreuzigten, als wirklichen und einigen Heiland ans Herz. Alle drei Gotte3sdienſte, die dur paſſende Chorſtüke der Studenten unter

Anleitung der Profeſſoren Kampſ<hmidt und Be> erheblich verſ<önert wurden, waren ſehr gut beſucht, ſo daß au niht ein einziger Sitzplatz mehr übrigblieb. Wir hoffen, daß mandhe der Beſucher, die am Einweihungstag au3 Neugierde gekommen ſind, um ſich das neue Gotte3hau3 anzuſehen, des Wortes wegen, da3 ſie da gehört haben, wiederkommen und durd Gottes Gnade für die Kir<e de3 reinen Worte3 werden gewonnen werden. Student Albert Dominik, der zeitweilig die Gemeinden unter Aufſi<ht Prof. Gehrkes bedient hat, leitete in allen Gotte3dienſten den liturgiſ<en Teil. Auswärtige Gäſte wurden im Erdgeſchoß der. Kir<he vom Frauenverein paſſend bewirtet. Möge unter Gotte3 Gnade und Segen da3 neue Gebäude, in deſſen Flügel die zwei Klaſſen der <riſtlihen Schule in ſ<ön und praktiſch ausgeſtatteten S<hulzimmern in Gottes Wort unterwieſen werden, im Lauf der Jahre der Ort vieler und großer geiſtliher Freuden ſein, ſo. daß aud die Engel im Himmel ſich freuen über die Sünder, die dort ihrem Heiland zugeführt werden! H. Meibohm.

Iſt die Miſſion zu teuer? Unter dieſer Überſchrift war vor etwa dreißig Jahren im „Miſſion3blatt für Elſaß-Lothringen“ folgendes zu leſen: „Von Zeit zu Zeit tauchen in Tagesblättern immer wieder Berechnungen auf, wieviel Taler oder Mark die Bekehrung eine8 Heiden, Juden oder Türken koſte. Die Evangeliſhen in Deutſchland nämli< bringen anmimerhrehm tenen Dini Dern


Die Hliſſions-Taubve.

90

Die Hindubraut. Siehſt

du Indiens

Fürſtentochter

Berlen in den ſchwarzen Haaren, Schimmernd Gold und Edelſtein?

„JEſu8 Chriſtus, kannſt du helfen Einem armen Heidenkind? Viſt du nicht wie unſre Götter Stumm und tot und taub und blind,

Tritt dann hin zum Meeresſtrande, Wo die Welle ſpült zu Land, . Und von ihrem klaren Waſſer Schöpft er in die hohle Hand.

Dod das große, dunkle Auge Schaut ſo angſtvoll auf zur Höh', Und aus ſeinem feuchten Grunde Spricht unnennbar tiefes Weh.

„O ſo komm und brich vom Himmel Jetzt mit deiner Kraft herein, Und dir will des Königs Tochter Alle ihre Schäße weihn.“"

„In des Vater38 ew'gem Namen, Dem de3 Sohns, der dich erkauft, Und in dem des Heil'gen Geiſte3 Sei in JEſu Tod getauft.“

Lange ſchaut ſie ſtarren Blies Stumm aufs weite Meer hinaus.

Als ihr Aug', zur Höh' erhoben, Wieder auf die Erde ſah, Schau, da ſteht im Königsſchmude Hoc ein Krieger vor ihr da!

Dreimal mit dem klaren Waſſer Hat er ihre Stirn betaut, Mit des Kreuze8 heil'gem Zeichen Segnet er die Hindubraut.

„Abſchied, Abſchied ſoll ich nehmen = .

„Salam“, ſpricht er milden Tones, „Friede, Friede ſei mit dir!" Und des Aſſaga-i Spitze Senkt er tief zum Gruß vor ihr.

Da tönt Hufſchlag. Aus der Ferne Naht ihr Vater und ſein Troß, Wollen ſie zur Suttie führen Auf das hohe Königsſchloß.

„Dijalamana hat die Palmen Fünfzehnmal erſt blühen ſehn, Und ſie ſoll die Welt verlaſſen, Und die Welt iſt doch ſo ſchön!

Doh ſie fährt erſchret zuſammen, Zieht den Schleier vor38 Geſicht,

Doch es tritt der weiße Najah Vor den Hindufürſten hin: „Deine Tochter, ſie iſt Chriſtin, Sie kann nicht mehr mit dir ziehn!

„Hab' dir nie ins Aug' geſchauet, O du fremder Rajah du, Und ich ſoll dir dod) ſchon folgen In die finſtre Grabe5ruh'!

„Fried'! In JEſu Chriſti Namen Grüß ich, Königstochter, dich! IJEſus Chriſtus will dir helfen, Dir zu helfen ſchi>t er mich.“

„Eine Chriſtin zu verbrennen, Durchs Geſetz verboten iſt; Und ich ſchüße deine Tochter, I< bin Fürſt und ich bin Chriſt."

„Und. um meine jungen Glieder Le>en ſoll der wilde Brand! Und ſo werd' ich dir entriſſen, Du mein ſchönes JIndialand!

„Du biſt Najah meiner Brüder, Denn du trägſt das Königslleid; Dod) hat je ein weißer Krieger Eine Hindubraut befreit?"

Und der Hindu ſtarrt erſchro>en. „Rajah Ali“, ſpricht er dann, „Jetzt hab' ich es ſelbſt erfahren, Was35 der Gott der Chriſten kann.

„Und ich flehte zu den Göttern, Doh die ſind nur Holz und Stein; Und ic kniete vor dem Vater, Doh der ſpricht: „Du mußt did freun,

„Nicht als Fürſt und nicht als König", Spricht der Najah, „ſteh' ich hier, Nicht als Inder, nicht als Weißer, Nein, es ſteht ein Chriſt vor dir.

„Nicht der Gattin wollt' ich glauben, Die ſo <riſtlich-fromm geſinnt, Dod) nun muß mich überzeugen Mein verlaſſen, hilflo8 Kind."

Im

Gewand

ſo weiß und fein,

Endlich öffnet ſie die Lippen,

Bricht

in Klagetöne

Dazu ſenden Abſchied von Abſchied von

aus:

ſie mich her =, dem Kokos8walde, dem blauen Meer!

Kreuzt

Und

„»Daß der Suttie heil'ge Flammen Werden deine Glorie ſein, Daß du auf dem Feuerwagen

Fährſt empor

zu Schiwa38 Heim.“

„Und ich fleht! zu Brahma droben,

Hände

fremde

überm

Krieger

Buſen,

ſpricht:

„Will von JEſu Chriſt dir ſagen, Daß er taub nicht oder blind, : Daß er dein Gebet gehöret, Wie ein Vater hört ſein Kind.

Und er ſpricht „I< will nicht Göttlich ehren, Lehre mich, ein

zum Miſſionar dann: mehr Holz und Stein ſondern bitt' dich, Chriſt zu ſein."

Und der Lehrer faßt die Tochter, Zu dem Vater er ſie führt. „Nimm ſie, aber halt ſie ferner, Wie e3 dir als Chriſt gebührt!"

Und wie Tau aus Himmel3höhen Dringt dies Wort ins Herz hinein. „O wie ſüß iſt dieſe Lehre! Laß, ach laß mich Chriſtin ſein!“

Und der Hindu ſchlingt die Tochter Innig in den Vaterarm, Und er ſchämt ſich nicht der Tränen, Ihm entſtrömend reich und warm.

„Und ich flehte zu den Frauen, Die mir Pflegerinnen ſind; Doh kann keine Hilfe geben Ihrem armen Königskind.

Und der NRajah winkt zur Ferne. Seine Krieger nahn von weit, Und aus ihrer Schar tritt ſtille Mild ein Mann in weißem Kleid.

Und er ſpricht zum weißen Fürſten: „Meinen Dank will ich dir weihn; Hiermit biet' ich dir die Nechte, Woll' fortan mein Bruder ſein.“

„Ach, wo

der hört nicht mein Gebet. der hat für mehr zu ſorgen,

Als was3 ſo ein Mägdlein fleht.

„Und ich ſprach zur toten Mutter =

Ob ihr Geiſt mich wohl umſchwebt? Doh ſie kann mir auch nicht helfen,

Weiß nicht, ob die Tote lebt!

Er dein HErr ſei, JEſus

Chriſt?»

Voller Todes8angſt ich hin? * Nirgends kann ich Beiſtand finden, Mich verbergen noch entfliehn!

Dieſer naht der Königs3tochter,

Die er freundlich, ernſt begrüßt: „Sag', willſt du von Herzen glauben An den Heiland JEſum Chriſt?

Und ſie wechſeln ihre Schwerter, Wechſeln auch den heil'gen Schwur, Daß die gegenſeit'ge Treue Kann der Tod-beenden nur,

Iſt ?1

„Deine Schäße will er nimmer,

Dijalamanas feuchtes Auge Bliet jezt dankend auf zur Höh', JEſju Tod, er ward ihr Leben,

ſoll mit meinem

Herzen

kein Helfer denn, t kein Netter f vom Tode zu befrein? Ach!" der Gott der weißen Leute,

Sollte er ſo mächtig ſein? Mutter,

114

die

„Kannſt und willſt du dieſes glauben, Daß er Gott im Himmel iſt, Daß für deine Sünd' geſtorben,

Do Ac<h!

hu

der

du

haft

mich

Daß er Gott VaR ane

; Daß ſein Nam"

gelehret,

"

:

ſei „Der Erretter“,

Denn er heiße JEſus Chriſt,

1

Aber er begehrt dein Herz. Willſt du's dem zu eigen geben,

Der für dich litt Todesſchmerz2"

Und ſie beugt das Knie zur Erde: „Ia, ich glaube, ja, ich will.“ Und der Miſſionar ſie ſegnet,

Über ihr er betet ſtill.

Seligkeit war nun ihr Weh. Frau

Marie

Kaiſer.

Die Dichterin war die älteſte Tochter P. Sgidius Funks, Hauptpaſtors an St. Marien zu Lübe>k. Das Gedicht iſt eingeſandt von ihrem Sohn, P. OS3kar Kaiſer in Milaur Wis. Die Dichterin ſtarb am 28. Juni N


Die

Hlijſions-Taube.

jährlich etwa zwei Millionen, die in England und Amerika etwa 20 Millionen Mark für die Miſſion auf. Die Summe dividiert man durd) die Zahl der in einem Jahr

getauften

Heiden

uſw.,

und

da38

Exempel

iſt

fertig. Offenbar dauert die Leute da3 liebe Geld; ja man kann förmlid entrüſtet tun über ſol<e Vergeudung, und ob e3 denn nicht wahrlich Not genug in der Nähe

gäbe

uſw.

Drei

Antworten

auf

ſolc<e

Be-

ſc<werde veralten nicht, und die vierte wird manchem vielleicht auch zu denken geben: „1. Al5 Maria ein Pfund Salbe nahm von ungefälſc<ter, köſtliher Narde und die Füße JEſu

ſalbte

und ſie trocknete mit ihrem Haar, da war e3 Juda3 JIſc<harioth, der ſprach: „Warum iſt die Salbe nicht verkauft um dreihundert Groſchen und den Armen gegeben?“ „Da3 ſagte er aber nicht“, bemerkt der Evangeliſt, „daß er nac< den Armen fragte, ſondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, wa3

gegeben ward.“ Der HErr iſt ſparſam. Er ſpeiſt die Tauſende und läßt die übrigen Broken aufheben. Aber wo die Liebe ihm opfert, da ſegnet er ſie noh immer mit dem Wort: „Laßt ſie in Frieden!“ „2. Ein Shuhmacdermeiſter mußte es gelegentlich au< hören, wie ein gebildeter Herr ſich mit großer

Entrüſtung über da35 viele Miſſions8geld beſchwerte, da3 außer Landes ginge; er meinte aber: „Beruhigen Sie ſich, lieber Herr; von Ihnen iſt ja do<h kein Pfennig dabei.“ „3. ZEſu5 ſagte einmal: „Wa3 hülfe e3 dem Menſchen, ſo er die ganze Welt gewönne und nähme doh Scaden an ſeiner Seele?“ Nad ſeiner Shäßung iſt eine einzige Seele mehr wert als die ganze Welt, und ſelbſt einige Milliarden müßten no<h ein Spottpreis heißen, wenn damit eine Seele zu gewinnen wäre. Von Milliarden aber weiß man in Miſſion3häuſern bisSlang nicht8. „4. Wel<he Unſummen verlangt und verſchlingt die Sünde! Man hat berechnet, daß allein in London jährlich 400 Millionen Mark für Unzuchtsſünden veraus8gabt werden und daß da3 Laſter der Trunkſucht England allein über 300 Millionen jährlich koſtet. Und ander3wo wird e3 nicht ander3 ſein. „Liebe Herren, warum verdrießen eu< ſol<e Summen niht? Sie könnten geſpart werden. Und warum ſagt ihr auf die Summe nidt3, die außer allem Blut und Tränen der Krieg erfordert. . . . Und übrigens ſpricht der allmächtige Gott, der die Miſſion befohlen hat: „Mein iſt beide3, Silber und Gold“ -- und nicht euer. Und ſeine Gemeinde weiß angeſic<ht3 ſeines Kreuze3 nur von einem Koſtenpunkt: „Daß mir nie komme au3 dem Sinn, wieviel e3 dich gekoſtet, daß ih erlöſet bin.““ Heute wird beſonder3 oft die klagende Frage ge-

91

ſtellt: Hören die Kollekten für das Reich Gotte3 denn nie auf? Wir haben do gerade für dieſen oder jenen

Zwe gegeben, und nun ſoll man ſc<on wieder geben? Wer immer ſol<he oder ähnliche Fragen ſtellt, wem der Kollekten zu viele werden, wen da3 liebe Geld,

da3 für Gotte3 Neich gegeben wird, dauert, der möge bedenken, was oben geſchrieben ſteht, ſonderlich aber

das erſte Beiſpiel, wo

jenige war, der klagte.

geſagt wird, daß Juda3

der-

Miſſionariſche Beſezung Jnudien3. Na< dem Directory India gibt e3 dort:

of Christian

IMisSions

in

Elf unbeſetzte Diſtrikte; Bevölkerung... --..----.. 7,053,750 54 Diſtrikte. Nicht ganz ein Miſſionar für 100,000.56,085,500

UndbeſeßteL Staaten SEESEN E Lu ES Ene SF DERF ED IEuES 10,600,000 Nur nominell beſetzte Staaten.........-..-....... 20,740,000

VBewohnerſchaft der genannten Gebiete. ..... 94,479,250

In den letzten drei Jahren hat die Beſetzung im gan-

zen keinen Fortſchritt gemacht. In China iſt die Bevölkerung um 30 Prozent größer als in Indien, aber die Zahl der Miſſion3Fräfte iſt um 50 Prozent größer, und da3, troßdem in Indien ſeit zweihundert Jahren Miſſion3arbeit getrieben wird, während China dod) bis 1844 ein für die Miſſion ſo gut wie verſchloſſenes Land war. Drei Gründe werden angeführt für die mangelhafte Beſehung JIndien3 mit miſſionariſchen Kräften: 1. Einzelne Stellen werden vielfad<h zu ſtark beſet. So gehen zum Beiſpiel kleine Sekten mit an Pläße, wo bereits eine Reihe anderer Miſſionen große - Gemeinden hat. 2. Die gebildeten Inder ſind nur ungern bereit, in Dörfern Dienſte zu tun; de3halb iſt au< zum Beiſpiel in den Dörfern no< eine ſchreiende Not nach <hriſtlihen Ärzten. Z 3. E38 herrſcht jett vielfad) eine falſ<e Anſhauung über Indien. Au3 dem Gedanken herau3, nur das Beſte über Indien zu ſagen, haben manc<e Miſſionare Indien vielfad ſo geſchildert, daß daheim viele Gebildete denken, Indien ſei meiſt bewohnt von geiſtreichen und edlen Leuten und die indiſche Religion enthalte ſo viel Gute3, daß man ſie nur ein biß<hen in die rechte Richtung bringen müſſe, dann ſtände ſie mit dem Chriſtentum in einer Linie. Wieder andere glauben, daß Indien ſc<hon ſo ziemlich evangeliſiert ſei; man könne ſic darum andern Ländern zuwenden. Schließlich aber iſt der Gedanke weit verbreitet, daß die indiſche Kir<e jetzt die Arbeit ſo gut “wie allein tun könne und nur nod einige weſentliche Hilfe brau<he, um Führer zu erziehen und Inſtitute zu erhalten, die der Kir<he no< zu teuer ſind.


Die

92

Hijſions-Taube.

Sold<e Gedanken werden aud) von Führern unter den indiſchen Chriſten und von <riſtlihen Studenten, wenn ſie ins Abendland kommen, öfters aus8geſprochen und ſelbſt ein Bud wie „Der Chriſtus der indiſchen Landſtraße“, von Dr. E. Stanley Jones geſ<hrieben, kann ſolHhe Gedanken erwe>en, wenn man da3 darin über Indien Geſagte ohne weitere3 verallgemeinert. Dagegen iſt zu ſagen, daß Indien nod viele ausländiſ<he Miſſion3arbeiter brau<ht und vor allem ſol<he, die willig ſind, in den Dörfern tätig

zu ſein.

(Nad)

A. M.)

Zahlen aus der Geſchichte des Chriſtentums in China.

Vor

fünfundzwanzig

Jahren

entde>te

Paul Perriot in einer Höhle bei Tung

Profeſſor

Huang

in der

Kiangſu-Provinz eine Anzahl wertvoller alter Scriften. Darunter war eine Rolle, mit djineſiſchen Schriftzeichen beſhrieben, no< völlig zu leſen, die im neunten oder zehnten Jahrhundert von einigen djineſiſc<en Chriſten geſchrieben worden ſind. Darin iſt eine djineſiſc<he Überſezung de3 Gloria in excelsis, worauf eine Liſte von verehrten Chriſten und Büchern folgt. Am Ende erklärt eine Bemerkung, daß die Zahl der Bücder, die von der Mutterkir<e aus dem Syriſc<hen in3 Chineſiſche übertragen worden ſeien, 530 betrage. Wahrſc<einlid) war in der Zeit der Tangdynaſtie (618-845) das Chriſtentum eine herrſchende Religion. Aber da3 gegen die Neſtorianer und Buddhiſten gerichtete Edikt von 845 zerſtörte die NeſtorianerXirhe ſo gut wie ganz. Später, unter der liberalen Mongolendynaſtie, wu<35 das Chriſtentum wieder. Es gab damals in Kiangſu, Tſc<ekiang, Honan, Korea und in andern Provinzen eine Menge Neſtorianerkirhen. Der dineſiſc<e Kaiſer Kubali Khan las gerne die Evangelien und ſandte 1271 durd die Brüder Marco Polo3 einen Brief an den Papſt, worin er um hundert Miſſionare bat. Zwei wurden ausgeſandt, kehrten aber wegen der Schwierigkeiten der Reiſe zurük. Im Jahr 1289 kam Johanne3 von Monte Corvino am dineſiſchen Hof an und fand dort das Alte und da3 Neue Teſtament in <ineſiſ<her Sprache vor. Er ſ<äaäkßte die Zahl der damaligen Chriſten auf 200,000. Später kamen no< zehn andere Miſſionare, und bei ſeinem Tod nahm er an, daß außer den Neſtorianern no< 100,000 Katholiken in China ſeien. Jedoch die Mingdynaſtie rottete in einer fur<tbaren Verfolgung alle Chriſten au3.

Zn der Mitte des ſechzehnten Jahrhundert8 brac-

ten dann die Jeſuiten neue Gaben nad China.

Euclid

und Ariſtoteles wurden ins Chineſiſche überſett, Mathematik, Geographie und Aſtronomie wurden gelehrt, Teile der Heiligen Schrift mit Bildern wurden gedru>t und verbreitet. Aud) das Neue Teſtament wurde damal3 von einem unbekannten Miſſionar Üüberſekt. Aber im achtzehnten Jahrhundert wurden die katholiſchen Miſſionare alle entweder vertrieben oder getötet und bis zum Jahr 1844 war das Chriſtentum wieder eine verbotene Religion in China. Im Jahr 1783 fand ein engliſcher Kaufmann in Kanton bei einem Beſud) ein djineſiſc<e3 Neues Teſtament, das jetzt im Britiſchen Muſeum iſt. Dies Buch ſtudierte ſpäter Robert Morriſon und ging dann al3 erſter proteſtantiſcher Miſſionar na<h China. Aber aud) ſeine Arbeit war meiſten3 nur literariſc<er Art. Im Jahre 1844 erlangte dann de Lagrene die offizielle Anerkennung des Chriſtentum3 und Schuß für ſeine Anhänger; aber bis 1860 blieb die3 neue Edikt ein toter Buchſtabe. Erſt dann ſchuf der bekannte Vertrag von Tientſin und Peking eine neue Lage, und ſeitdem datiert erſt richtig die Arbeit der Miſſion in China. R ERLE IREN NN

Die Lage der <ineſiſchen Kirche. Der

bekannteſte

Chriſtenführer

China8,

Dr.

David Yui, gibt von der Lage der djineſiſ<en Kir<e und ihrer Hilfsbedürftigkeit ausländiſchen Miſ-

ſionaren zufolge folgende Darſtellung: „China hat das Schwerſte hinter ſich und tritt jekt in die Zeit des Wiederaufbau3 ein. J< mödte nac<hdrü>li< darauf

hinweiſen, wie wichtig, ja notwendig es iſt, daß die Chriſten in aller Welt erkennen, weld einzigartige Gelegenheit ſid) ihnen jekt in China bietet, dort Miſſion zu treiben. Wer mit der Geſchichte der <riſtlichen Miſſion

in Japan

vertraut

iſt, wird

ſich deſſen

ent-

ſinnen können, daß e38 in ihrer neueren Geſchichte einen Zeitpunkt gab, da die Chriſten die beſte Gelegenheit hatten, mit dem Evangelium dort feſten Fuß zu faſſen. Sie nutten damals die Gelegenheit aber nicht aus. Zn China ſteht e3 heute ebenſo, ja in noh größerem Maße iſt dies der Fall. „Feinde China38 und der <riſtlihen Bewegung haben den Eindru> zu verbreiten geſucht, daß die dhineſiſc<en Chriſten nicht länger wünſchten, daß noh mehr Miſſionare herüberkommen. Das iſt aber ein großer Irrtum, und wenn man hierna< handeln wollte, würde bald ein Rügang in der Chriſtianiſierung China3 verzeihnet werden müſſen, da die <ineſiſc<en Leiter des Miſſion8werk38 noh nicht imſtande ſind, das Werk allein weiterzuführen. I< glaube,

ic< ſpreche die Anſicht niht nur meiner <riſtlichen


Die

Hlſſions-Taube.

Freunde, ſondern aud vieler nicht<h<riſtlihen Chineſen aus, wenn i< ſage, daß wir mit Freuden alle Miſſionare, die nach China zurückkehren, und neue, die zu unſerer Hilfe herbeieilen, begrüßen dürfen. In der Arbeit5verteilung mögen manche Änderungen nötig werden, aber die Notwendigkeit zu ändern ſollte dod) weder alte Miſſionare davon abhalten zurüczukehren no<h neue Miſſionare entmutigen, nad) China

zu kommen.“

Wie ein Neger einen Weißen ne>te, der meinte, Neger kämen nicht in den Himmel. E53 gibt Leute,

die meinen,

nur

Weiße

kämen

in

den Himmel und kein Neger. DaS iſt natürlich Torheit. Dieſe Torheit verdient es, lächerlich gemacht zu

werden.

Wir laſen unlängſt, wie ein Afrikaner einen Europäer-nedte, als dieſer zu ihm ſagte: „Afrikaner, du kommſt nicht in den Himmel. Nur Weiße kommen dorthin, denn Gott iſt weiß, und der Teufel iſt ſ<warz. Wenn du ſtirbſt, kommſt du dahin, wo der Teufel hingehört; aber wir kommen in den Himmel.“ Er war natürlid kein Miſſionar, und der genannte Afrikaner, der von ganzem Herzen an ſeinen Gott und Heiland glaubte, war zwar kein Theolog, war aber aud niht, wie man ſagt, auf den Kopf gefallen. „IZ erwiderte“, erzählt der Afrikaner ſelbſt, „ſo: Sd) habe in der Bibel gefunden, daß keine Weißen in den Himmel kommen, ſondern nur farbige Menſchen.“ „Wie weißt du da32?“ fragte der Weiße. „Nun, wie geſagt, ich habe es in der Bibel gefunden. Steht dort nicht geſchrieben, daß am Jüngſten Tag die Schafe zur Redten und die Böe zur Linken ſtehen werden, und daß zu den Böcken (goats) geſagt wird: „Gehet von mir!“ und zu den Scafen: „Kommt her, ihr Geſegneten!*?“ „Der Weiße fragte: „Aber wa3 hat da38 damit zu tun, daß die Schwarzen in den Himmel kommen2“ „JZ< entgegnete: „Welche Raſſe auf Erden außer der ſ<warzen hat etwa3 auf dem Kopf, da3 einen an die Wolle der Schafe erinnert?“ “ „Antworte dem Narren nah ſeiner Narrheit, daß er ſich nicht weiſe laſſe dünken“, Spr. 26, 5.

Iſt die Miſſion3arbeit in Aſien ſchon beendet? In Japan hat die Evangeliſierung de3 Landes kaum begonnen. 75 Prozent der Bewohner ſind noh Buddhiſten; alle Chriſten zuſammen zählen nur Weite ländliche 14% Prozent der Geſamtbevölkerung.

93

Bezirke ſind no< unberührt, Tauſende von Städten und Dörfern no<h vollkommen ohne <riſtlihe Prediger. 5 In Korea, deſſen Gebiet nominell ganz beſetzt iſt, kommen auf 1 Chriſten immer no<h 50 Nict<hriſten. In Formoſa ſind 9 Eingebornenſtämme mit 143,420 Chriſten in mehr als 700 Dörfern, unter

denen nod) keine feſtgelegte Evangeliſation

trieben wird.

bis vor kurzem

China,

ge-

das große Miſſion3feld, das

faſt 8,000

proteſtantiſc<e

Miſſionare

hatte, zählt unter je 1,000 Bewohnern nur 1 Chriſten. Ungezählte Scharen von Tibetanern, Mongolen und Eingebornen ſind noh ganz unberührt vom Evangelium; faſt ein Viertel von ganz China wird noh von

keiner

dineſiſc<en

oder

ausländiſchen

Miſſion3-

geſellſhaft als ihr Arbeitsfeld angegeben. Ein Gebiet, das ſo groß iſt wie die Vereinigten Staaten (ohne Alaska), iſt ſo gut wie ohne Miſſion3arbeiter. Die unbeſetzten Gebiete ſ<hließen in ſich die Mongolei, Sinkiang (DOſt-Turkeſtan), Kukunur, Chwanben, Tibet und große Teile in der Mandſ<urei, in Yunnan,

Kanſu,

eigentlih

beſetzt, und

nur

Kwangſi

auf

von

und

einer

1,000

Kweitſhau.

Siam

proteſtantiſ<en

Bewohner

kommt

nur

iſt

Miſſion

1 pro-

teſtantiſ<er Abendmahls3berectigter. In weiten Gebieten iſt nicht ein einziger Chriſt. Zn Oſtſiam mit 2,500,000 Bewohnern wohnt nur ein Miſſionar. Tauſende

von Dörfern

ſind no<h unerreicht.

In

den

britiſ<en Malaienſtaaten wird außer in ein paar Städten ſo gut wie keine Miſſion3arbeit getan. Nur hin und wieder kommt einmal ein Bibelverkäufer hin. Die Malaien ſind nominell alle Mohammedaner. Sarawak, Brunei und Britiſ<-NordBorneo ſind nod ſo gut wie unberührt, und jeder Verſuch, in jenen Gegenden Malaien zu bekehren, iſt verboten. Indien iſt gleihfalls eins der größten Miſſionsfelder; aber aud hier gibt es mehr al38 600,000 Dörfer, in denen, ſoviel man weiß, kein Chriſt wohnt. Nepal, Bhutan, Tibet und 500 eingeborne Staaten ſind noh unbeſeßt und wünſchen keine <riſtlihe Beeinfluſſung. Birma hat über 35,000 Dörfer, aber nur in 2,333 finden ſich Chriſten. Ceylon hat faſt 10,000 Dörfer ohne einen <riſtlihen Bewohner, und von ihnen haben über 450 je über 500 Bewohner. 128 Bezirke ſind no unbeſeßt.

In

mohammedaniſ<hen

Ländern

ſind

no< 100 Millionen Frauen und Mädchen vom Evangelium niht erreicht und ebenſo viele Männer und Knaben ſind ſo gut wie unberührt davon. Afghaniſtan mit einer Bevölkerung von 8 Millionen Mohammedanern iſt eins der Länder, das der Miſſion. nod vollig verſchloſſen iſt. In Meſopotamien


Die

94

Hlijſions-Taube.

(Iraq) arbeitet nur eine einzige proteſtantiſche Miſſion8geſellſhaft. In Perſien ſind zwar zwei Miſſionen

tätig,

aber

weite

Bezirke

ſind

biSher

nod)

nicht berührt worden, und im ſüdlichen Perſien wird nur ein kleiner Bruchteil de3 Landes <riſtlich bearbeitet. Zu den unberührten Gegenden gehören Bakhtiari mit verſchiedenen wichtigen Mittelpunkten und da3 ganze Perſien ſüdlid) von Schiras und Kerman.

Arabien

Stationen

unbeſeßt.

hat

aud)

an ſeiner Grenze. Die

20

Millionen

nur

einige

vereinſamte

Da53 Innere Bewohner

des

iſt völlig aſia-

tiſ<en Rußland3 ſind aud für evangeliſche Beeinfluſſung ſo gut wie unerreichbar. Nur vereinzelte Proteſtanten wohnen dort. Jn Teilen der Türkei dürfen keine Miſſionare wohnen, und es iſt nod immer geſetzlich verboten, Minderjährige durd) die d<hriſtliche Lehre zu beeinfluſſen.

Mand<erlei (Von

aus der Miſſion. C.F.

Drewes.)

Unſer Beileid. Miſſionar Bliß hat ſeine Mutter zu Stirum, N. Dak., durc< den Tod verloren und Miſſionaex Ernſt Müller ſeinen Vater in Ontario.

Gott tröſte die trauernden Hinterbliebenen mit ſeinem

ewigen Troſt! Die Allgemeine Konferenz unſerer Negermiſſion findet in Springfield, JU., vom 31. Juli bis zum 4. Auguſt inmitten unſerer Holy Trinity-Gemeinde ſtatt. Fahrende Sänger. Die Negeranſtalt zu Piney Wood3, Miſſ., ſhi>t jedes Jahr mehrere Trupps Shüler mit guten Stimmen nad dem Norden, und zwar in Zu jedem Trupp eigen3 dazu gebauten Automobilen.

gehören vier Sänger und ein Leiter. Beim Frühlingsfeſt des hieſigen Concordia-Seminar38 war eine ſolche Sängerſchar auf dem Feſtprogramm. Sie beſtand aus Mädchen. Die Leiſtungen waren gut. Die werten Frauen haben ſich ſonderlich darüber gewundert, daß der Wagen ſo ſauber war und alles in guter Ordnung gehalten wird. Intereſſierte können ſich an unſere Miſſionskommiſſion wenden. Unſere Synodalkonferenz verſammelt ſich vom 6. bis zum 13. Auguſt in Quincy, JU. Wahrſcheinlich werden ſich mandhe Glieder der Allgemeinen Konferenz als Gäſte einſtellen, um einmal zu ſehen, wie es auf einer ſolhen Verſammlung zugeht. Miſſiſſippi. Unſere Kommiſſion für Negermiſſion hat beſchloſſen, Superintendent G. A. Schmidt als Leiter der jungen Miſſion in Miſſiſſippi zu berufen. Die Türen ſcheinen weit oſfen zu ſtehen. Alabama. "Unſer junger Miſſionax Gauthreauxzx, der lezten Oktober krankheit35halber aus unſerm MiſfſionSdienſt trat und mit ſfeinex Frau nach Chicago reiſte, konnte nach ſeiner Geneſung wieder berufen werden. Ex tritt am 1. Juni in die Arbeit und wird die drei Gemeinden zu Oak Hill, Roſebud und Hamburg in Wilcox County bedienen. -- Für die Miſſion3ſtation zu Atmore ſowie für die beiden Stationen in der Stadt Selma, die durd) Prof. Paul Lehman35 Überſiedlung vakant werden, ſollen zwei farbige Predigtamtskandidaten berufen werden. -- Von zwei neuen Ortſchaften in Alabama kommt die Bitte, wir möchten dort eine Miſſion ins Leben rufen. Salis8bury, N. C. Dieſe Station iſt ſeit Jahren eine Art Schmerzenskind geweſen. Nun ſc<reibt Miſſionar Vorice ſeit meinem offiziellen Beſuch im Februar, er habe zu Oſtern ſiebzehn Schulkinder taufen und vier konfirmieren dürfen. Die Zahl der. Schulkinder, die auc<h die Sonntag3ſ<ule beſuchen, hat ſich um fünfzehn

vermehrt.

jebt.

Concord, N. C.

Au

hier „bezahlt“ ſich die Shule

Miſſionar Melvin Holſten ſchreibt: „Hier in Con-

.cord freuen wir uns über den Segen, den Gott auf unſere Schule legt. Lehrer McDowell ſagte-mir heute,

daß jekt alle ſeine Schüler außer vier lutheriſch ſeien.

Zu Oſtern taufte ich neun Schulkinder und konfirmierte

ſehzehn ſowie drei Erwachſene, deren Kinder unſere Schule beſuchen. J< bin überzeugt, daß man unſere Schulen dahin bringen kann, daß ſie ſich „bezahlen“. Da3 erfordert jedoch Arbeit.“ Philadelphia. Sonntag, den 23. März, konnte der Grundſtein zur neuen Kapelle gelegt werden. Etwa 300 Perſonen waren zugegen. Die Kollekte exgab 890.

P. CE. H. BehrenzZ hielt die Predigt, P. Hermann Braun3 verla3 die Schriftlektion, und Miſſionar Paul Trumpoldt vollzog die Grundſteinlegung.

Bei den Nuinen des abgebrannten Wohnhauſes für Mäd<en zu Piney Woods, Miſſ. Von links nach recht8:

Herr H. Johann,

Prof. Th. Gräbner,

Kaſſierer Th. E>hart, Superintendent Georg Schmidt.

Da3 Gebäude naht

ſich ſeinex Vollendung. Cincinnati, O. P. Omar Rau, bislang Paſtor zu Gravelton, Mo., iſt am 9. März al38 Miſſionar an unſerer farbigen Immanuel3gemeinde eingeführt


Die

Miſjſions-Taube.

worden. P. Theodor Walz hielt eine herrliche Predigt, und er nebſt den Paſtoren Geo. Kaſe und O. H. Schmidt aſſiſtierte dem Vakanzprediger D. J. Kroger bei der Einführung. P. Kroger hat die Gemeinde ſeit leztem Auguſt mit Wort und Sakrament bedient. Zum Tode Prof. J. Herzers8. Prof. Johann Herzer, der viele Jahre lang als Profeſſor am Concordia - Seminax zu Springfield tätig war, iſt am 2. Mai, um 9 Uhr vormittags, verſchieden. Sein Tod war die Folge eines Unfalls. Ex wurde ſieben Wochen vor ſeinem Ende von einem Automobil leicht an der Hüfte verleizt, wovon er ſich nicht wieder erholte. Ex ſtarb im neunzigſten Leben3jahr. Sein müder Leib wurde im hieſigen ConProf. J. Herzer. cordia - Gotteza>er dem Schoß der Erde übergeben. Prof. Herzer war ein warmer Freund unſerer Negermiſſion und hat verſchiedene Male al3 Vakanzprediger in unſerer Gemeinde zu Springfield gedient. Wachstum

der lutheriſchen Kir<e

Amerifas.

Laut

des jährlichen Bericht3 des kir<lichen Statiſtiker3s Car-

roll haben die verſchiedenen Kir<hengemeinſc<haften in den Vereinigten Staaten letztes Jahr einen Zuwac<h35 von rund 300,000 Abendmahl8gliedern gewonnen. Die lutheriſche Kirche hatte unter allen proteſtantiſchen Gemeinſchaften die größte Zunahme, nämlich 62,932. Dagegen haben die Methodiſten einen Verluſt an Gliedern zu verzeichnen. Indien. Hier herrſchen ſeit zwei Monaten Aufruhr, Zerſtörung, Mord und Totſchlag. Gandhi, der Leiter des Aufruhr3, iſt am 5. Mai verhaftet worden. Madra3 war die unſerm nördlichen Miſſionsfeld nächſte Stadt, in der e3 zu Störungen kam. Die Nationaliſten fordern völlige Unabhängigkeit von England. Neuer Krieg in China.

Der Muſtergouverneur Yen

von der nördlichen Provinz Shanſi und Marſchall Föng

haben ihre Truppen zum Kampf gegen die Nationalregierung in Nanking geſammelt. Yen erxklärte vor etwa einem Monat, daß ihr Ziel ſei, den Lande3präſidenten Chiang aus dem Amt zu vertreiben, weil er ein Diktator ſei, und die Regiexung in Nanking zu ſtürzen, weil ſie korrupt ſei, während viele Provinzen von Banditen wimmeln. Die erſten großen Gefechte wüteten am 8. Mai, und zwar in den nordöſtlichen Provinzen Honan, Kiangſu und Shantung. Die RegieAm rung38truppen haben ſ<hwere Verluſte erlitten.

95

erſten Tag belief ſich die Zahl ihrer Verwundeten auf Chiang eilte an die Front, um da3 Ober15,000. Der Kriegsſ<hauplaß fommando zu übernehmen. weit von unſern Miſſionsfeldern entfernt.

iſt

Banditen in China. Da3 NRäuberunweſen in China foll in den lezten Monaten ganz ſc<hre&lich geweſen ſein. Kommuniſten und geweſene Soldaten, die ſich zu Heeren zuſammengetan haben, rauben und brennen und morden. Am 26. April ſollen ſie etwa 1,000 Landleute exmordet und weitere 1,000 weggeführt ſowie die Stadt Kingſuchen an der nördlichen Grenze, zwiſchen Kiangſu und Antwhei, geplündert und in Brand geſezt haben. Kingſuchen iſt nur hundert Meilen von der Hauptſtadt Nanking entfernt. Al3 ſie am 28. April Sientaochen in der Provinz Hupeh einnahmen, ſollen ſie 1,800 Männer, Frauen und Kinder niedergemeßelt haben. Sie nahmen auc zwei amerikaniſche Prieſter gefangen und erſchoſſen ſie. Am 23. April ſollen ſie 15,000 Einwohner der Stadt Yungyang in der Provinz Honan ermordet haben. Jm mittleren Honan follen gegen 500 Dörfer geplündert und zerſtört worden ſein. Unſere lieben Miſſionare in Hupeh und Szehwan ſind biSher gnädig behütet worden und können ihre Arbeit ungehindert verrichten. Wir wollen ſie in unſere Fürbitte einſc<hließen. Abeſſinien. Außer HermannSburg arbeiten jekt in Abeſſinien nod ſe<h3 proteſtantiſche Miſſionen: die Ev. Vaterlandsſtiftung in Sto&holm, die Bibelgläubigen Freunde, eine Abſpaltung, die Adventiſten, die hieſigen

Vereinigten PresSbyterianer, die Falaſchamiſſion und die Abeſſiniſche Grenzmiſſion, ſtantiſche Miſſionen. Neue

Herrſc<erfamilie

in8geſamt alſo ſieben protein Abeſſinien.

Ra3

Tafari

Makonnen, der 1928 als Negus (König) gekrönt wurde, ließ ſich als Kaiſer ausrufen, nachdem er am 31. März

da3 Heer der Kaiſerin, an deſſen Spiße deren vierter

Gatte ſtand, beſiegt hatte. Der Gatte fiel in der Sc<lad<t, und die Kaiſerin Zaudita (Judith) ſtarb tag3 darauf. Die Herrſ<herfamilie behauptet, von König Salomo abzuſtammen.

Neuguinea.

Die Miſſion der Jowaſynode in Neu-

guinea unter den PapuaZ3 zählt zurzeit 25,254 getaufte

Glieder.

Dieſen ſtehen noh rund 115,000 Ungetaufte

gegenüber, die alle die Taufe begehren und nur darauf warten, unterrichtet zu werden. | Erſtaunliche

112,276

Beiträge*

für

Heidenmiſſion.

Die

Glieder der Siebententag3-Adventiſten haben

voriges Jahr 82,839,674 -- oder mehr al3 48 Cents die Woche pro Glied -- beigetragen. Zſt das nicht

beſhämend für uns, die wir aus unverdienter Gnade Gotte3 Wort rein und lauter haben? Die Zeit der Miſſionsfeſte iſt eine günſtige Zeit,

neue Leſer für die „MiſſionStaube“

hilft?

zu werben.

Wer


96

Die Neue

The Xoly Ghost. „of the

liam

Drukſac<hen.

Greensboro, Catherine,

To Celebrate the Nineteenth Centenary

First

Christian

Dallmann.

Louis, Mo.

RWſſtons-Taube.

1930.

Pentecost.

Concordia

Acts

Publishing

BPrei3: 50 Cts.

2.

By Wil-

House,

St.

Preaching the Word. A Children's Vesper Service for Mission Sunday. By Prof. W. G. Polack. Published under the auspices of the Fiscal Office of the Misgouri Synod. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Brei38: Einzeln 5 Ct8.; das Dußend 50 Cts.; das Hundert 83.50. Auch deutſch zu haben zu denſelben Preiſen. Confessing the Gospel. A Children's Service Commemorating the Four-hundredth Anniverzary of the Presentation of the Augsburg Confession. 1530-1930. By Prof. J. T. Mueller. The Lutheran Book Concern,

Columbus, O0. Preis: Einzeln 6 Cts.; das Dußend 60 Ct8.; das Hundert 84.50. Porto beim Dußzend und

Hundert. Die3 iſt eine re<ht brauchbare Liturgie für einen Kindergotte8dienſt zum Andenken an die Übergabe der Augsburgiſchen Konfeſſion im Jahr 1530. Die Katecheſe hat fünf Teile: I. The Origin of the Augsburg Confession. I1. How the Lutherans Met the Crisis. III. The Public Reading of the Augsburg Confession. IV. The Victorious March of the Augsburg Confession. V. The Lesson of the Augsburg Confession. Die Lieder ſind mit Noten verſehen. Auf vier Seiten werden paſſende Deklamationen geboten. Die Liturgie iſt ſchr gut und der Preis ſehr niedrig. Faith Victorious. 1530--1930. Program for a Children's Service Commemorating the Four-hundredth Anni-

versary

of the Augsburg

E.W. Koenig.

Mo.

BPrei8:

Hundert

Confession.

Compiled

by

Concordia Publishing House, St.Louis,

Einzeln 5 Ct3.;

83.00.

das Dußend 50 Ct3.;

das

Hier kommt vor Tores8ſchluß noc< eine zweite Liturgie für das bevorſtehende Jubiläum der Augsburgiſchen Konfeſſion, und zwar ebenfalls in engliſcher Sprache geſchrieben. An dieſer Liturgie iſt zu loben, daß die Sprache einfach und leichtverſtändlich iſt. Auch iſt die Auswahl der Lieder gut. Manchem mag die Zahl der Lieder = ſieben =- zu groß ſein. Zu dieſer Siebenzahl geſellt ſich noch ein Chorſtü> für die Kinder. Wem

des Guten zu viel zu ſein ſcheint, kann ja nach Belieben dies

oder jene3 Lied auslaſſen. Sechs Deklamationen werden geboten, und zwar ſind alle innerhalb der Katecheſe abgedruckt.

Da3 hat ſeinen Vorteil, aber auch ſeinen Nachteil. =- Der Druk der Fragen iſt durchaus zu klein und no<h dazu. in ſchrägen Lettern!

Contributions

Received

by the Treasurer.

(April 1--30, 1930.)

Received for Colored Missions irom the following colored congregations: Alabama Luther College, Selma,

8528.06; . Augustana, Alexandria, 25.00; Bethany, Nyland, 6.91; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, .25; Bethel, Rock West, 3.56; Bethlehem, Holy Ark, 3.97; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rogebud, 9.01; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 3.95; Ebenezer, Atmore, 4.30; Faith, Mobile, 3.00; Gethsemane, Hamburg, 7,15; Grace,

Concord, 40.00; Grace, Greensboro, 33.22; Grace, Ingomar, 2.85; Grace, St. Louis, 50.00; Holy Trinity, Springfield, 25.00; Hope, Kings Landing, 7.83; Immanuel, PenS2cola,

4.90;

Lutheran

Immanuel,

Shankletown,

College, Greensboro,

621.44;

5.00;

Immanuel

Luther Memorial,

17.95;

5.75;

Mission

Mission

at

at

Bashi,

Kirkwood,

3.79;

Mission

25.00;

at

Mission

at Maplesville, .17; Mission at New Bern, 1.53; Mission at Union Springs, 2.50; Mount Calvary, Mount Pleasant, 15.00; Mount Calvary, Tilden, 15.20; Mount Carmel, Midway,

5.60;

Mount

Olive,

Catawba,

1.90;

Mount

Olive,

Tinela, 8.94; Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, Charlotte, 20.00; Mount Zion, New Orleans, 50.00; Our Redeemer, Longmile, 1.88; Our Savior, Pos-

Sum

Bend, 7.39;

Pilgrim,

Birmingham,

16.68;

St. Andrew's,

Vredenburgh, 5.31; St. James's, Buena Vista, 5.79; St. James's, Southern Pines, 10.00; St. John's, Joffre, 2.59; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 3.75; St. Luke's, Lamison, 3.00; St. Luke's, Spartanburg, 15.00;

St. Mark's,

Ackerville,

5.67;

St. Mark's,

Atlanta,

25.00;

Philadelphia,

25.00;

St. Mark's, Winston-Salem, 6.00; St. Matthew's, Arlington, 5.05; St. Matthew's, Meherrin, 14.34; St. Paul's, Charlotte, 12.00; St. Paul's, Los Angeles, 42.00; St. Paul's, Luther- ' ville, 10.00; St. Paul's, Napoleonville, 7.00 ; St. Paul's, New Orleans, 50.00; St. Paul's, Oak Hill, 9.56; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 3.82; St. Philip's,

Chicago,

50.00;

St. Philip's,

St. Philip's, St. Louis, 100.00; Trinity, New Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 22.50; Zion, Gold Hill, 8.00; Zion,

Taits

Place,

4.48.

Iſiscellancous : Mrs. Fried. Prowatzke, Grafton, Wis., for Negro Missions, 3820.00. “Aunt Mary," Holy Cross Congregation,

St. Louis,

Mo.,

for

Negro

Missions,

15.00.

Mrs. Anna Wittenberg, Canistota, S. Dak., ior Negro MisSions, 10.00. Miss Ida Nanke, What Cheer, Iowa, for Negro Missions, 5.00. Per Rev. Geo. Ferber, from Cordelia Ferber, Creighton, Mo., for Negro Misgions, 5.00. Mrs. C. Fischer, Wilton Junction, Iowa, for Negro MisSions, 1.00. Per M. Markworth, Treasurer, from Pauline Eskau Bequest, ſor Negro Missions, 100.00. Per Rev. G.

M.

Kramer,

from

Luther

Conference

of Louisiana

(Memo-

rial Wreath for Rev. YF. D. Alston), for African Missions, 10.00. Mrs. H. H. Wallner, West Ely, Mo., for Negro Mis-

Sions,

1.00.

Mrs. Kath.

Nielsen,

Western,

Nebr.,

Missions, 2.00; for Mollie Louder, 2.00. Painesville, O., for Negro Misgions, 2.00. T1Eo. W. EcKTanRT,

Quittung

und

“A

for Negro

Friend,"

Treasurer.

Dank.

Miſſionar G. M. Kramer: Dankend erhalten für die Armen in der Negermiſſion von den folgenden Waltherligavereinen je eine Kiſte Kleider: Spencer, Jowa; Fort Dodge, Jowa; Waſhburn, JU.; Jonia, Mich.; von N. N., Uumboldt

Park Station, Chicago;

H. J. Krudop, Fort Wayne, Ind.

Bitte. Da Superintendent F. D. Alſton im März verſtorben iſt, wollen ſolche, die Kleider und dergleichen für arme

lutheriſche Neger in den beiden Carolinas

an folgende Adreſſe Coneord, N. C.

ſchien:

Rev

Melvin

haben,

Holsten,

ihre Gaben Box

155,

Bitte zu beachten! wolle gütigſt den Ireen „auf dem Vlatt anſehen und

Man

beachten, ob das Abonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen “June 30" bedeutet, daß das Abonnement jetzt abgelaufen iſt. bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direkt an un3, und

wird. Man zwar

prompt, damit die jeſerung nicht unterbrochen zu werden braut. E3 dauert dur<ſchnittlich zwei Wochen, bis der Adreßſtreifen auf

dem

Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt. Bei Entrichtung ſeines Abonnement3 erwähne man gütigſt immer, welc<e3 Blatt man wünſcht, und gebe Namen und Adreſſe an (alte und neue, wenn es ſich um Adreßveränderung handelt). CONCORDIA PUBLISHING HOUSE, St. Louis, Mo. Die „„Miſſjſionö-Taube““

erſcheint einmal monatli<.

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Alle die Nedaktion betreſſenden “Einſendungen ſind zu richten an Rey, €. Ff. Drewes, 3558 S. Jeſſerson Avyenue, St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge für die Negermiſſion an den Kaſſierer, Ur. Theo, W. Eckhart, 3558 8. Jefferson Avenue, St. Louls, Mo. /


M

DUDEN

Miſſionszeitſchrift der Evangeliſc<-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published

monthly

by Concordia

Publishing

payable strietly in advance. Entered as Acceptance for mailing at Special rate of

House,

St. Louis, Mo.

Juli

52. Jahrgang.

Beim

Zieht mit Gott die Pilgerpfade; C3 de&e eud) des Höchſten Gnade, Der ſtarken Helden Wehr und Wacht! Seid getroſt! Gott wird eu<h ſ<irmen Sonnenglut,

in

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50

ets. per

annum

anywhere

in the world,

Meeresſtürmen,

In Fährlichkeit bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im HErrn! Er hilft von Herzen gern Jedem Boten, Der Heim und Herd, So lieb und wert, Verläßt und ſich im Dienſt verzehrt. Zieht in Frieden in die Ferne! C3 leuchten Gottes Gnadenſterne Auch in der dunklen Heidenwelt. Wo ſein Wort er läßt verkünden, Da will er ſich ein Kir<hlein gründen, Ein Hüttlein, das ihm wohlgefällt. Ob auch no< arm und klein, Sein Kripplein ſoll e3 ſein, Seine Ruhſtatt. Er ſelbſt verheißt, Dur< Wort und Geiſt Ein Volk zu ſammeln, da3 ihn preiſt. Segen trieft auf Haupt und Glieder Von Gotte3 Bergen mild hernieder, Wie Tau aufs dürre Land ſich ſenkt. Hoffnungsfroh ſollt ihr erwarten, E3 blüht empor ein Gottes8garten, Vom reichſten Gnadenborn getränkt.

Wacet

auf!

3, 1879. 5, 1918.

1930.

Scheiden unſerer

(Melodie:

In

Subseription

Second-class matter at the Post Oflice at St. Louis, Mo., under the Act of March postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July

Ur. 7.

Sendboten.

ruft uns die Stimme.)

Mit Gott, mit Goit geht's gut; Er ſchenkt euch Kraft und Mut Alle Tage. Drum zaget nicht! Sein Angeſicht Führt euch dur<4 Naht zum Sonnenlicht. Tröſtet euch der ſel'gen Seelen, Die droben ſchöner al3 Juwelen Euch ſ<hmüden zu des Heiland3 Ruhm! Wie wird dann da3 Herz frohlo>en, Wenn Goit mit allen Freudenglo>en Cu führt ins goldne Heiligtum! Dann folgt nah Kampf und Leid De3 Himmel3 Herrlichkeit, Luſt und Wonne. O ſüßer Lohn Der Miſſion, Gekrönt zu ſtehn vor JEſu Thron! Darum auf, da3 Haupt erhebet, Dieweil der Siegesfürſt noh lebet Und herrſcht von ſeinem feſten Thronl Nicht3 kann euch beim ireuen Weiden Von ſeiner Macht und Liebe ſeiden; Er ſelbſt iſt S<hild und großer Lohn. Getroſt, getroſt im HErrn! Mit dieſem Freudenſtern Zieht in Frieden! Wir alle ſtehn Vor Gott und flehn: „HErr, laß ſie deine Wunder ſehn!“

O. R. Hüſc<hen.


Die Wiſjſions-Taube.

98

Immanuel Lutheran College in Greens8boro, N. C. Da3

Schuljahr unſerer Negeranſtalt zu Green3-

boro wurde am 30. Mai geſchloſſen.

Die Schlußfeier

begann mit einem Gottesdienſt in der neuen GraceLuther

Memorial-Rirhe

am

Sonntagabend,

den

25. Mai. P. John Alſton von Atlanta, Ga., hielt die Predigt. Am Montag und Dienstag wurden die Sclußexamina abgehalten, nac; denen dann am DiensStagabend die Klaſſenfeier ſtattfand, und am Mittwod<- und Donner3tagabend zwei Dramen. In: der Sc<lußfeier am Freitagna<hmittag hielt P. Shufelt, Miſſionar in High Point, N. C., die

Die männlichen

Sc<hüler unſer8 College

den einige zurückkehren, um ſic. für den Dienſt in Kirche und Sd<ule vorzubereiten. Andere werden andere Anſtalten beziehen, wo ſie ſol<e Fächer ſtudieren können, die wir nicht bieten. Unſere Arbeit umfaßt nur Hohj<ule und Seminar. Nad unſerer Meinung ſollten wenigſtens zwei Jahre Collegearbeit hinzugefügt werden, damit unſere Studenten beſſer vorbereitet werden

können auf das theologiſche Studium.

Der Einfluß unſerer Schularbeit iſt kein geringer.

Die meiſten unſerer Studenten werden Lehrer oder Lehrerinnen, Ärzte, Geſchäftsleute, Hau3halter und Hausfrauen und haben einen Unterricht in der Heil8lehre empfangen. In unſerm Religion3unterricht haben ſie den einzig wahren Weg zur Seligkeit kennen-

in Greens8boro,

Hauptrede. Anſprachen wurden gehalten von den Studenten Roland da Lomba (Virginia), Lucius Mean3 (South Carolina) und dem theologiſchen Kandidaten Albert Domini> (Louiſiana). Zwanzig Studenten abſolvierten den Hoc<ſ<hulkurſu8, zwei die Normalſ<ule, und vier brachten ihr theologiſches Studium zum Abſc<luß. Goldmedaillen für gute Arbeit erhielten Albert Dominick von der theologiſchen Abteilung und Clemonce Sabourin (Louiſiana), Abiturient der Hochſchule. Dieſe Preiſe werden jährlich von einer Paſtoralkonferenz, reſp. vom Alumnenverein, geliefert. Silberne Klaſſenmedaillen erhielten Kucius Means und Roland da Lomba (vierte Klaſſe), Willie Hill (dritte Kläſſe), Harry Hay3bert (zweite Klaſſe), und Evelyn Jenning3 (erſte Klaſſe). In allen Feiern ſang der Studenten<or. Von den Graduierenden aus der Hoc<ſc<hule wer-

N. C., am

28. Februar

1930.

gelernt. Der tägliche Religionzunterricht, Morgenund Abendandadten, Bibelklaſſe und zwei Gotte3dienſte am Sonntag, <riſtliche Ermahnung und Ermunterung, das Herrſchen eines <riſtlihen Geiſtes und Sinnes in allen Unterrichtöſtunden ſowie die Tatſache, daß ſie zu einem <riſtlichen Leben und Wandel angehalten worden ſind: wo der Same de3 Worte3 Gotte3 ſo reichlich geſäet wird, kann man da nicht erwarten, daß der wahre Glaube in die Herzen gepflanzt worden iſt, daß dieſer ſich durd< einen <riſtlichen Wandel erweiſt und daß ſie daher aud in ihrem Beruf und Amt treu und gewiſſenhaft ſind? Auf ſehr große Zahlen können wir in unſerer Negermiſfion nicht rechnen; aber der Segen Gottes bleibt nicht au, ſolange wir ſein Wort rein und lauter lehren; denn er hat verheißen, daß ſein Wort nie leer zu ihm zurü>-

kehren ſoll.

Prof. W.H. Be>.


Die Unſere Pioniere

HWijſions-Taube.

in Texas.

IV. Im Frühjahr 1877 bekam die Gemeinde zu Win<heſter

im

nördlichen

Fayette

County,

Texa3,

einen

neuen Paſtor, der einen intereſſanten Leben5gang hinter ſich hatte. Der Name dieſes neuen Paſtor3 war Simon

Süß.

Simon Süß war am 6. Januar 1822 zu Graben bei Karl5ruhe in Baden geboren. Er beſuchte das MiſſionShaus in Baſel und erhielt dort ſeine theologiſße

AuSbildung.

wurde er im Jahr

1849

Die

Na<

beſtandenem

Examen

von der Baſeler Miſſion3-

Schülerinnen

wurde daſelbſt am Sonntag Nemins3cere 1877 von P. Geyer eingeführt. Doch nod in demſelben Jahr

erhielt er einen Beruf von der Salem35gemeinde, vier Meilen nördlich von Engle, an der jetzt P. A. Bohot jteht.

Er wurde dort am 14. Sonntag nah Trinitati3

eingeführt und diente der Gemeinde ſiebenundzwanzig Jahre. Wegen Alter3ſ<hwäche =- er war über zweiundachtzig Jahre alt =- wollte er in den Ruheſtand treten und führte am 8. Oktober 1904 ſeinen Nach-

folger, P. A. L. Greſen3, ein. Doh nur zwei Monate dauerte die irdiſ<e Nuhezeit. Er ging am 12. Dezember

geſund

ſc<on

vor.

nächſten Morgen

unſcrs8 College in Greensboro,

geſellſchaft nad) der Goldküſte in Weſtafrika geſchi>t, wo die genannte Geſellſ<aft 1828 eine ſchwierige Miſſion begonnen hatte. Süß wirkte unter den Tſchi3. Na< einiger Zeit, 1859, trat er mit Witwe Steinhauſer in den heiligen Eheſtand. Nad etwa ſiebzehnjähriger Miſſionstätigkeit ſah ſich Süß geſundheit3halber genötigt, Afrika zu verlaſſen. Er kehrte nach Deutſ<hland zurü&. Nachdem ſi ſein Geſundheitszuſtand gebeſſert hatte, reiſte er 1872 na den Vereinigten Staaten und wurde Glied der alten JUinoi3ſynode. Nad einem Kolloquium wurde er an die Gemeinde zu Secor, JU., berufen. Später war er bi3 1876 Paſtor in Jroquoi3 County, ZU. Gegen Ende des Jahres 1876 ſu<hte Süß ein neues Heim in Texa3 und kam mit einem Herrn Karl Krüger. naß Windeſter in Fayette County. Die dortige Gemeinde berief ihn als ihren Paſtor. Er

99

erfaltet

N. C., am

und

munter

zu Bett,

und

am

ohne

jeg-

fand ſeine Gattin ihn entſeelt und Wahrſcheinlich

28. Februar

iſt

er

1930.

lihen Todeskampf hinübergeſ<hlummert in die ſelige

Ewigkeit.

|

Al3 ich im März 1927 auf einer Vortrags8tour im Intereſſe der Negermiſſion auc<h nah Engle kam, brachte mir der einzige nod) lebende Sohn des ſeligen Süß eine von der Baſler Miſſionsbu<hhandlung herau3sgegebene Scrift, in der da3 Leben und Wirken des früheren Afrikamiſſionar3 beſchrieben wird. IJ<habe die Shrift mit großem Intereſſe geleſen. P. Birkmann ſchreibt: „E3 fehlte Süß nicht an: Gelegenheit zu einer geſegneten Arbeit bei Engle. Anſprucsloſigkeit und Genügſamkeit waren ihm eigen und kamen ihm zuſtatten.“ D. Paul

Röſener.

Zu den vier Pionieren unſerer Synode in Texa3, die noh am Leben ſind, gehört D. Paul Röſener zu. Mokena, JIU. ;


Die

100

Hlijſions-Taube.

Röſener wurde am 28. Februar 1853 in Berlin geboren. Er beſuchte das St. Maria-MagdalenaGymnaſium zu Breslau, Scleſien, und ſodann die dortige Univerſität. Nad) Amerika gekommen, trat er in da3 Concordia-Seminar zu St. Louis ein, machte 1877 Examen und erhielt einen Beruf nad) Noſe Hill, Harris Co., Texa3, den er auc< annahm. Die Gemeinde gab ihm den vernünftigen Rat, nicht in der Sommerhitze nah dem Süden zu kommen. (Jd wollte, ich hätte denſelben Rat bekommen!) Die ſo erlangten

Sommerferien

verbrachte

er in Red

Bud,

ZU. Dort erhielt er im Auguſt eine Depeſhe von D. Walther aus Cleveland, wo ſid) dieſer bei ſeinem Schwiegerſohn, dem Präſes Niemann, aufhielt. Die Depeſche enthielt die Bitte, um Chriſti willen ſofort

D. Paul

Nöſener.

nad) Little Ro>, Ark., zu reiſen. Die dortige Gemeinde war vakant, und ehe ſie einen Paſtor von unſerer Synode erhalten konnte, mußte ihre Stellung zur Logenfrage dem Wort Gotte3 gemäß klar zum Ausdruc> gebracht werden. Dies gelang durd) Gotte3 Gnade. Aber weil darüber einige Zeit hinging, wurde der Kandidat in Little Ro> von P. Germann aus Fort Smith ordiniert, um der Gemeinde da38 Abendmahl reihen zu können. Naddem hierauf P. Obermeyer berufen worden war und den Beruf angenommen hatte, reiſte der ordinierte Kandidat über Houſton an ſeine Gemeinde nad) Roſe Hill. In Little Cypre33 ſtieg er ab. Dort befand ſich damal3 ein einzige3 Haus, ein kleiner Laden, in den er ſeine Koffer, die vom Bahndamm heruntergeworfen wurden, brachte. Niemand war da, ihn abzuholen. So ſchritt er denn zwei

Meilen zu Fuß durd die Prärie nad der Kir<he und

dem Pfarrhaus P. Hofius' zu. Mit dieſem ritt er dann

fünf Meilen weiter nad ſeiner eigentlichen Gemeinde am Spring Creek, zu einem Vorſteher, der dem angekommenen Paſtor ſein Haus gaſtfreundlid) zur Verfügung ſtellte. Am

Sonntag

darauf

erfolgte

die

Einführung

dur P. Braun aus Houſton. Der Gottesdienſt ſollte um zehn Uhr beginnen, aber infolge eines fürd<terlichen Unwetter3 kamen die Leute zur Kirche. Unter den Anweſenden

erſt um ein Uhr in dieſem Gotte3-

dienſt befand ſi aud) ein Knabe, der mit ſeinen Eltern von der Nachbargemeinde Big Cypre33 zum Gotte3dienſt gekommen war. Dieſer Knabe iſt heute Prof. Adam H. Klein, Präſes unſer5 Predigerſeminar3 in Springfield, JU. Der neueingeführte Paſtor begann den Unterricht in der Gemeindeſchule und nach den Schulſtunden bejuchte er zu Pferd die weitzerſtreuten Bewohner der Anſiedlung. Die Gemeinde war über ein Jahr vakant geweſen. Aber durd) die treue Arbeit de3 Vorgänger8, P. Zimmermann3, war dod) ein guter Kern in der Gemeinde herangezogen worden, der dem Paſtor treu zur Seite ſtand. Die Gemeinde ſchuldete dem früheren Paſtor nod) immer 3200 von ſeinem Gehalt; aber als der neue Paſtor nad einem Gotte35dienſt die Gemeinde zurückhielt und ihr vorſtellte, daß ihr früherer Paſtor in Fort Wayne krank daniederliege, wurde das nötige Geld ſofort geſammelt und die Schuld alſo getilgt. Der Vorſteher, der dem Paſtor ſo freundlich Koſt und Logis3 angeboten hatte, war nad) dem Tod ſeiner erſten Gattin mit einer Baptiſtin in die Ehe getreten. Dieſe hatte ihren Eltern geloben müſſen, nie von der Baptiſtenkir<e abzufallen. Der Vorſteher ſelbſt hatte ein Geſchäft etwa zwanzig Meilen von Roſe Hill in Holey, wo er die Woche über verweilte; aber an jedem Sonnabend kam er heim und an jedem Sonntag ging er mit ſeiner Familie zur Kir<he. Während der Woche, in ſeiner Abweſenheit, kehrten oft herumſtreichende Baptiſtenprediger in ſeinem Hauſe ein und wurden von der Frau aufgefordert, da3 Tiſ<gebet zu jprehen. Das bewog den jungen lutheriſchen Paſtor, da3 gaſtliche Haus zu verlaſſen und im Pfarrhau3 ſeine eigene Junggeſellenwirtſ<haft zu führen. Zur Ehre Gottes ſei e38 geſagt, daß die junge Bapptiſtin denno<& in jeden Gotte3dienſt kam, ihre Kinder lutheriſch taufen ließ und ſc<ließlic< ſelbſt ſich der lutheriſchen Kir<he anſchloß. Aber die Junggeſellenſchaft war etwa3 ungemütli<h. So entſc<loß ſich denn der junge Paſtor, ſeine Braut in Red Bud eher heimzuführen, als urſprüngli< beſchloſſen war. Da3 war nicht ſo leiht. Sein Gehalt von 825 vermochte die Gemeinde kaum aufzubringen. Aber der HErr half. P. Hofius wurde bald von Little Cypre838 weg-


Die

Hiſjſſions-Taube.

berufen, und die Gemeinde berief P. Nöſener auch zu ihrem Seelſorger. Nicht lange dana) erhielt er durd) eine merkwürdige Fügung Gotte3 no< eine dritte Gemeinde. Ein

<riſtliches

Begräbnis

muß

verweigert

werden.

„Seht“,

101

rief der Neudorfer

damit

die Handlung

toll auf ſeine Pferde zu. Dieſe wurden wild und brannten dur<. Der Farmer fiel über die vordere

Gottes

ſeinen Hals, und ſo ereilte ihn plötzlich der Tod ſeinem betrunkenen Zuſtand.

Und

Seite des WegenSs5 herunter.

und

Die Räder

rollten über

Drei ſeiner Söhne, die ordentliche Leute zu der Gemeinde in Roſe Hill gehörten,

in

waren kamen

nun zu ihrem Paſtor mit der Bitte, ihren Vater zu beerdigen. Er entgegnete aber, daß ihr Vater nie zur Kir<e und zum Abendmahl gekommen ſei; jedoch mödten ſie ihm dod) etwas Nähere3 über ſein LebenZ3ende mitteilen. Die Söhne geſtanden die volle Wahrheit. Der Paſtor hielt ihnen darauf vor, daß nad Gottes Wort kein Trunkenbold das Reid) Gotte3 ererben könne und ihm daher kein <riſtlihes Begräbnis zukomme und ſie ihn ſtill beerdigen ſollten. Sie verſprachen es. Aber ändere Verwandte de3 Verſtorbenen und ſeine Trinkgenoſſen erklärten, es ſolle ihm dennod) ein <riſtliches Begräbni5 zuteil werden. Sie ſchi>ten na<h einer ebenfalls am Little Cypre33 gelegenen Anſiedlung namen3 Neudorf. Dort hatte ſic ein verkommener deutſcher Student als Paſtor eingeſchlichen und trieb es gar bunt in ſeiner Gemeinde. Dieſer war ſofort zur Beerdigung de3 ſo unglücklich Umgekommenen bereit und bracte ſeinen ganzen Vorſtand mit. Ungemein groß war der Andrang zur Beerdigung. Die Begräbnisverweigerung de35 miſſouriſchen Paſtor3 hatte ſich wie ein Lauffeuer durd) alle anliegenden Anſiedlungen verbreitet. Der ſ<laue Fu<h3 nahm zum Text ſeiner Leichenpredigt die herrlichen Worte Joh. 8, 1-11 von der Sünderin, die mitten im Ehebruch ergriffen war, wie da der Heiland zu den Anklägern ſpricht: „Wer unter eu<h ohne Sünde iſt, der werfe den erſten Stein auf ſie.“ Da gingen ſie hinaus, heißt es, von ihrem Gewiſſen überzeugt. JEſu3 aber ſpra< zu dem Weib: „Weib, wo ſind ſie, deine Verkläger? Hat di<h niemand verdammt?“ Sie aber ſprah: „HErr, niemand.“ JEju3 aber ſpra<: „So verdamme ich dich au<h niht. Gehe hin und ſündige hinfort nicht mehr!“

Vergleicht Der

verweigert einem ſo guten und lieben- Menſchen die Beerdigung, weil er etwas über den Durſt getrunken hat! Keine Liebe hat prügeln ſollte er aus den“ uſw.

In ſeiner Trunkenheit ſchlug er wie

„ſo redet und

des miſſouriſc<en Pfaffen!

Ein wohlhabender, aber ungläubiger und dem Trunk ergebener Farmer im Gebiet der Gemeinde Little Cypre35 fuhr eines Tage3 mit zwei Ballen Baumwolle nad) Houſton und verkaufte ſie dort. Dabei ſprach er fleißig dem ſtarken Getränk zu und verſah ſich für den Heimweg mit einem großen Krug voll dieſes Getränks.

„Paſtor“,

handelt der HErr JEſus, die ewige Liebe!

er im Herzen! dieſer Gegend

Mit Stoklverjagt wer-

Brühwarm wurden dieſe Vorgänge dem Paſtor in Roſe Hill mitgeteilt. Do er blieb getroſt. Er hatte es ſc<on erfahren und erfuhr e3 in ſeinem ſpäteren Amtsleben immer mehr, daß man dur< Nachgeben Reich

nur

niederreißt,

daß

aber

dur<

Feſt-

halten am Bekenntnis der Wahrheit Gotte3 Reich dur< alle Hinderniſſe hindurd< kräftig gebaut wird. ſo geſchah

es auch hier.

Etwa vierzehn Tage na

der Beerdigung ſaß der

Paſtor vor Schulanfang in ſeinem Studierzimmer, al3

er ſtarke Männertritte auf der Veranda vernahm und an die Tür geklopft wurde. Fünf ihm fremde Männer ſtanden vor ihm.

Er nötigte ſie freundlich herein und

fragte nad) ihrem Begehr. Geſpräd:

EZ entſpann ſid) folgende3

„Können Sie un5 nicht am nächſten Sonntag

eine

Predigt halten?“ Der Paſtor: „Woher ſind Sie denn 2“ „Aus Neudorf.“ . Der Paſtor: „Aber Sie haben ja einen Paſtor!“ „Den haben wir weggejagt.“ Paſtor: „Warum denn2“ „Nun, wir wiſſen do< auh, daß Chriſtus unbußfertige Sünder nicht ſelig ſpricht. Die Ehebrecherin war bußfertig, und Chriſtus ſagt ja: „Gehe hin und ſündige hinfort nicht mehr.““ Am nächſten Sonntag =- e3 war um die ſc<öne Pfingſtzeit =- fuhr der Paſtor mit ſeinem Vorſtand nad) Neudorf und hielt dort in einer mit grünen "Girlanden und Blumen geſhmüdten Kir<he eine Predigt. Seitdem iſt bis heute dieſe Gemeinde von unſerer Synode bedient worden. Da3 Pfarrhaus, das mitten in der Prärie ſtand und um weldjes8 bei Naht die Präriehunde heulten, wurde nun aud) mehr belebt. Die Eltern der jungen PBaſtor3frau hatten ein Waiſenkind adoptiert, ein Mädd<en. Bald geſellte ſich ein junger Mann namens Behnken als Hausgenoſſe zu der kleinen Familie. Er war Student im Predigerſeminar der WiS3conſinſynode zu Watertown und ſtand no< ein Jahr vor ſeinem Examen. Prof. Not, ein Klaſſen- und Stubengenoſſe P. Röſener3 im Predigerſeminar zu Skt. Loui3.. ſc<rieb, daß der junge Student lungenkrank ſei undauf Rat der Ürzte ſich viel in friſcher Luft in einenr ſonnigen Klima aufhalten müſſe, und fragte, ob er im

-


Die

102

Hlijſions-Taube.

'Pfarrhau3 zu Roſe Hill ſich zu ſeiner Erholung aufhalten dürfe.

Natürlid,

hieß e8.

Und

er ſich zuſehend8. Er tummelte tägli de3 Paſtor38 Roß. Das warme Klima und die nahrhafte Koſt -- Süßkartoffeln, Spe> und Sirup = brachte bald die Röte der Geſundheit in ſein blaſſes Geſicht, und -e8 drang ihn, ſich nüßlic) zu machen. Er begann eine Gemeindeſchule in Little Cypre33, ſtudierte auf des Baſtor8 Rat weiter, beſtand ein Kolloquium und wurde Paſtor in Little Cypre835. Er heiratete ein <hriſtlihes Mädchen aus der euht d<riſtlicen Familie Wunderlich in Big Cypre3838, und einer ſeiner Söhne iſt der jehige Allgemeine Vizepräſes Behnken in

Houſton.

In Roſe Hill wurde nicht nur ein Lehrer angeſtellt mit einem Jahre3gehalt von 8300, ſondern aud) das Gehalt de3 Paſtor3 wurde erhöht, nämlid) auf '8400 da3 Jahr. Die Gemeinde baute eine neue, große Kirdhe, die ſchuldenfrei war, al3 ſie eingeweiht wurde. Im Jahr 1881 wurde P. Röſener an die Zion3gemeinde in New Orleans berufen. Dort hat er unſerer Rettung3arbeit unter den Negern ein großes Sntereſſe entgegengebradt und mit Nat und Tat geholfen. P. G. Birkmann urteilt über Röſener: „Auf unſern

Konferenzen

war

Röſener

durch)

ſeine

Be-

gabung und Bildung und ſonnige Gemützsſtimmung ein au3gezeihnetes und beliebtes Glied. Texa3 hat ſhon in den erſten Zeiten treffliche Männer gehabt. Wären ſie nur länger geblieben! Doch ſie ſind nicht ohne wichtige Gründe gegangen.“ Na< etwa a<t Jahren, 1889, wurde P. Röſener von New Orleans an die Gemeinde in Altenburg, Berry Co., Mo., berufen. Während der dreizehn Jahre, die er in Miſſouri wirkte, wurde er zum Viſitator, Vizepräſe38 und dann zum Präſe3 de3 Weſtlichen Diſtrikt3 erwählt. Im Jahr 1902 folgte Präſe3 Röſener einem Ruf 'der St. Stephan3gemeinde in der Großſtadt New York. Dort wählte man ihn zum Viſitator und zum Vizepräſe3 des Atlantiſchen Diſtrikt3. Er diente auch als Glied der Kommiſſion für Judenmiſſion ſowie al3 Glied der Kommiſſion für Heidenmiſſion. Al3 die Synode 1917 ein Survey Cömmittee ernannte, das

die

verſchiedenen

höheren

Lehranſtalten

viſitieren

ſollte, wurde P. Röſener zum Vorſißer erwählt. Im Jahr 1922, in ſeinem neunundſedzigſten LebenS8jahr, trat P. Röſener in den Nuheſtand und ließ ſich in Mokena, IJU., nieder. In Anerkennung ſeiner eminenten Begabung und der großen Dienſte, die er der Synode erwieſen, hat die Fakultät des ConcordiaSeminar8 in St. Loui3 ihm 1928 den Doktortitel ver-

liehen.

Der

hier erholte

C. F. Drewes.

Der

Himmel

Kein

Cherub

offene Himmel. Joh. 3, 16; 6, 37.

iſt offen!

O

ſelige

Kund'!

Verkündet es allen mit freudigem Mund! Der HErr iſt gekommen, er öffnet das Tor, ſteht

ferner

abwehrend

Nad uns

davor.

Der Hat

Himmel iſt offen! JEſus den Himmel

finſterer Naht weit aufgemacht.

Der Der

Himmel iſt offen! O ruft es recht laut! HErr, dur ſein Blut, hat erworben die Braut.

Nun ruft er die Sünder: „O kommet und naht! Ich bring' euch Vergebung und ewige Gnad'.“

Er

Sein

ſelber gab

Tod

für

bracht'

ſie zum

ihr Leben

Opfer

ſich hin;

und

ew'gen

Gewinn.

Der Himmel iſt offen! Der HErr hat geſiegt. Sünd', Teufel, Tod, Hölle bezwungen daliegt.

Der Weg nun zum Himmel iſt offen und freiz Do kurz iſt die Zeit hier, kommt eilend herbeil Der

Wer

Wem

Den

Himmel

iſt offen

heute im Glauben ex ſid) verlobet

nun

hat

will er auch führen

für

jedermann.

den Bräut'gam hier

in der

nimmt

Zeit,

zur himmliſchen

an,

Freud".

Der Himmel iſt offen nicht dur< unſer Tun; Wir müſſen im Glauben auf JEſu beruhn. Den Glauben will wirken der Heilige Geiſt, Der ſold) große Gnade dur<3 Wort uns erweiſt. Der

Himmel

iſt offen!

Son

in

unſerm

Lauf

Nahm er un3 aus Gnaden in3 Himmelreich auf. Im heiligen Nachtmahl, dur ſein'm Leib und Blut, Verſiegelte un3 er dies himmliſche Gut. Der Himmel iſt offen! DO ſeliges Licht: Der Heiland will helfen, wenn un3 e3 gebricht! So führt er die Seinen durc< Trübſal und Leid Den Weg, den er ſelbſt ging, zur himmliſchen Freud". Der Himmel iſt offen! O fröhlihe Kund'! Mög' mir aud bald ſc<lagen die ſelige Stund', Da ich nach ' dem irdiſchen Kummer und Leid Aus Gnaden dort eingeh' zur himmliſchen Freud'! |

P. C. Lohrmann, ein dreiunda<tzigjähriger Greis.

---------ee-eoeoÜoi

Aus der Pionierzeit eine38 alten Texa38paſtor3. - Sm folgenden ſollen Erinnerungen und Eindrücke feſtgehalten werden au3 der Zeit vor vierzig bis fünfzig Jahren, als ich Paſtor einer zumeiſt au38 Wenden beſtehenden Gemeinde war, die Deutſch verſtand und nicht3 anderes erwartete, al3 daß ih ihr in deutſcher Sprache diene. Die meiſten von ihnen ſprachen zwar

zu Hauſe no<

Wendiſch, waren aber mit wenigen

Ausnahmen des Deutſchen 'mädtig und konnten ſich ganz geläufig darin au3drücen. E3 gab vor fünfzig Jahren no< etwa ein halbes


Die

Wlijſrons-Taube.

Dutßtend ſol<her Wendengemeinden in Texa3, die im weſentlihen der meinigen in Fedor ähnlich waren. Ähnlich daher, wie e3 nac<h dem folgenden Bericht in meiner Gemeinde zuging, ging e3 aud) an andern Orten in dieſer wendiſ<en Gruppe zu; ähnliche Gewohnheiten und Gebräuche fanden ſich au dort. Der Stamm meiner Gemeinde war aus Serbin, Lee

Co.,

gekommen,

zum

größeren

Teil

aus

der

war. war

Do nach etwa zehn Jahren =- um 1882 -etwa ein Dußend Familien aus Deutſchland

St. Petrigemeinde, deren erſter Seelſorger P. Pallmer

(Oberlauſik, Königreich Sachſen) direkt nach Fedor gefommen, aud) mehrere aus der römiſch-katholiſchen

Kir<he in Mähren, die ſich im lutheriſchen Katechiösmus unterrichten ließen und dann ſid) zu un3 hielten.

E35 war alſo verſchiedenes Volk, da3 ſich hier zu-

ſammenfand;

raner, von war, hatten auf längere Wort ging dienſte

aber die alten, treuen,

eifrigen Luthe-

denen die Gemeinde gegründet worden ihr die re<te Nichtung gegeben und ihr Zeit ihren Charakter aufgedrüc>t. Gotte3 der Gemeinde über alles. Die Gotte3-

wurden

gut

beſucht,

au<4

wurde

der

dritte

Feiertag der hohen Feſte, Oſtern, Pfingſten und Weihnadchten, gefeiert ſowie alle andern Feiertage, die im lutheriſ<en Kalender ſtehen mit AuSnahme der Apoſteltage, die man aber in der alten Muttergemeinde

nod) beibehalten hatte. Mochte die Feldarbeit no ſo dringend ſein, wenn der Feſttag kam, ein Marientag oder der Gedenktag Johannis de3 Täufer3, ſo feierten die Leute, und wenigſtens ein Teil beſuchte auch die Kir<he und hörte gern über die betreffenden Texte predigen.

I< korninte mich immer nur wundern

über die große Freude, die ſich ſo im Hören de3 Worte3 Gotte3 zeigte.

Auch in den Häuſern wurde die Bibel

von vielen gern geleſen. Luther35 und Walther35 Predigtbücher und natürlic) Bibeln und Geſangbücher und aud) Luther3 Großen und Kleinen Katei3mu3 fand ih bei ihnen, den Großen Katedhi3mus in wendiſc<her Sprache, von P. Kilian sen. ins Wendiſche Überſeßt. E3 fanden ſich ja auch Leute, denen dies Lob nicht zuteil werden kann;

aber da3 gute Beiſpiel der eifri-

geren Glieder wirkte doh auc auf dieſe heilſam ein. Wenn ihnen gute Bücher vom Concordia-Verlag (Concordia Publishing House) angeboten wurden, kauften ſie dieſe. Jhre Kinder ließen ſie bald taufen, und zum heiligen Abendmahl kamen ſie faſt dur<weg drei- bis viermal de3 Jahre3. Jd) meine, da3 iſt ein Zeichen geiſtlihen Lebens. Wenn aud der Abendmahl8gang zuweilen aus bloßer Gewohnheit mitgemadt wird -- bei den Sicheren =- ſo wird doch bei dauernder Unbußfertigkeit der Beſu de3 Tiſche3 de8

103

HErrn endlich ganz aufhören.

fleißig zum Abendmahl kommen,

ſich darüber

zu freuen.

Wo alſo die Chriſten da hat man Urſache,

Gemeindeverſammlungen.

Wir hatten in der erſten Zeit jeden Monat

Ge-

meindeverſammlungen, ſpäter alle zwei Monate und etwa no< einige Extraverſammlungen, wenn viele Geſchäfte vorlagen. Wir kamen nicht au3 mit vierteljährlichen Zuſammenkünften der Gemeindeglieder. E38 war nicht immer Geſchäftliches, worüber zu beraten

war, ſondern e3 galt, die Gemeinde über dieſe3 und jenes zu belehren. Wir haben in den Verſammlungen Walther5 Buch „Die re<te Geſtalt einer vom Staat unabhängigen Ort5gemeinde“ geleſen und beſprochen oder au dieſen oder jenen Aufſatßz im „Lutheraner“ oder einen Synodalbericht, und nicht nur diejenigen des eigenen Diſtrikt3. Wenn i<h auf einer Synode geweſen war, habe ich der Gemeinde ſo viel al3 möglich erzählt und natürlic auch dem Deputierten der Gemeinde Gelegenheit dazu gegeben. Da3 waren dann immer ſo erfreuliche Verſammlungen, wenn die Delegaten der Allgemeinen Synode, die unſern Kreis vertreten hatten, oder die Deputierten unſerer Gemeinde, die die Verſammlungen unſer3 Diſtrikt3 bejucht hatten, ihre Berichte ablegten. Über den Stand der Miſſion wurde von Zeit zu Zeit geredet, und die vorliegenden Berichte wurden bekanntgegeben. Und unſer Herr Lehrer hat au jede3mal etwa3 über ſeine Schule geſagt -- und dergleichen mehr. Synodale

Zeitſchriften.

Wir hatten über vierzig Leſer de3 „Lutheraner“. Wenn die Leute da3 offizielle Organ der Synode nicht halten, liegt das in der Regel daran, daß man ſie nicht perſönlid) anſpricht und ſie auffordert, e3 zu leſen. Es iſt nicht genug, daß man da3 nur von der Kanzel ſagt; der Paſtor muß, wenn er guten Erfolg haben will, ſelber ſich aufmachen und Leſer für: unſere Kir<henblätter zu gewinnen ſu<hen. Die gute Sache iſt e3 wohl wert, daß er ſich dieſer Mühe unterzieht. An dieſen Blättern hat er treue Gehilfen, und an den wirklichen Leſern bekommt er EL EINEIN UOTE und tätige Glieder. Miſſionsfeſte.

Gemeinſchaft mit andern Glaubens8brüdern hat "meine Gemeinde immer gern gepflegt. Vor fünfzig Jahren wußte man hierzulande nict viel von gemein-

ſchaftlichen Miſſions8feſten. Wo unſern Kreiſen gefeiert wurden, mal im „Lutheraner“ darüber Zeit feierten wir Lutheraner (P. Kaſpar8 Ebenezergemeinde

ſie aber hie und da in da wurde dann jedesberichtet. Zu jener an der Weſt-Yegua und Fedor) gemein-


Die Miſſtons-Taube.

104 <==

ſchaftlich unſer Miſſion3feſt, und zwar zuerſt immer im Freien unter den Bäumen in der Nähe der Kirche. Da3 erſte Miſſions8feſt unſerer Gemeinden in Texas

iſt in Serbin oder Warda im Jahr 1875 begangen worden, und P. Greif hat da über Heidenmiſſin ge-

predigt. Dann folgte P. Röſener3 Gemeinde in Roſe Hill und P. Klindworth3 Gemeinde in William Penn. Und etwa um dieſelbe Zeit feierten wir von Fedor und P. Kaſpar38 Gemeinde zuſammen ein Feſt nahe bei der Kir<e, in der P. Kaſpar predigte, Sule hielt und zugleich mit ſeiner Familie wohnte. P. Wiſchmeyer predigte und P. Simon Süß, der frühere Miſſionar in Weſtafrika. J< glaube, Wiſc<hmeyer hat engliſ< gepredigt; denn ich erinnere midy), daß Amerikaner aus Gidding3 zugegen waren, unter ihnen auch der Sheriff Brown. Kir<li<he

Zeremonien.

Manderlei kir<hlihe Zeremonien fand ich in der Gemeinde vor, die mir neu waren. Man hatte ſie aus der wendiſchen Heimat, Deutſchland, mitgebracht. Wenn eine Wöcdnerin ihren erſten Kir<gang halten wollte, ging ſie zunächſt in Begleitung einer andern Frau, das Kind in den Armen haltend, zur Kir<tür. Der Paſtor ging ihr in der Kirche bi3 zur Eingangstür entgegen. Dann begrüßte er ſie mit den Worten: „Der HErr ſegne deinen Aus8gang und Eingang“ uſw. Dann wendete er ſic< um, und die Frauen folgten ihm bi3 an die Stufen des Fnieten nieder, und der Paſtor ſprad< dann

Altar3, ein be-

jtimmtes Gebet. Erſt dann ging die Frau mit ihrer Begleiterin zu dem Siß, den ſie während des Gotte3dienſtes einnehmen wollte. Nad) der Predigt folgte dann nod) die gewöhnliche Fürbitte der Gemeinde. Dieſe wird immer nod) getan; da3 andere iſt in den meiſten wendiſchen Gemeinden hier in Texa3 nicht mehr üblid. Bei Hodzeiten war aud nicht wenig, wa3 meine Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm. Daz dreimalige oder mindeſten3 zweimalige Aufgebot war ja damal3 au< in Gemeinden im Norden üblich; aber da3 ſtrenge Beobachten der ſogenannten geſchloſſenen „Zeiten, der Advent3zeit und der Faſtenzeit, in denen ' kein Aufgebot ſtattfinden durfte, davon ſtand wohl etwa3 in Walther3 Paſtorale, aber id hatte nod nirgends gefehen, daß man auf dieſe alte ſächſiſche Weiſe

; ſo ſtreng hielt.

TJ Auf kirchliche Trauung wurde allgemein gehalten; e3 kamen aud viele junge Leute zur Kirche bei der Trauung, aber die Eltern blieben faſt ſämtlich der Trauung fern. Wenn man dann in das Hocdzeit3haus kam, fand man ſie dort vor. Die Hodzeiten wurden damal3 -- vor fünfzig Jahren =- meiſt mit

verhältniSmäßig großem Aufwand gefeiert. Viele Gäſte waren eingeladen, und man war darauf eingerichtet, ſie auc no am nächſten Tag zu bewirten.

Der Weg von der Kir<he na< der Trauung zum Hauſe,

wo die Hochzeit ſtattfand, wurde ſo ſc<nell zurückgelegt, als die Zugtiere nur laufen konnten. Im ſ<nellſten Tempo ging's über Sto> und Stein, bergauf,

bergab.

Bei

dem

Hauſe

angekommen,

wo

die

Hochzeitsfeier ſtattfand, bildete ſich ein Zug der von den Wagen und Pferden Geſtiegenen. Unter Vorantritt des Brautpaar3 und der Zeugen ſowie de3 Paſtor3 und de3 Lehrers ging es zum Haus. An den Stufen wurde nach dem Geſang de3 Liedes „Lobe den HErren“ uſw. vom Paſtor da35 Vaterunſer gebetet. Dann trat man in35 Haus. Alle ſetzten ſich an die

Tiſche, die bereits mit dem Beſten, wa3 das Land dort bot und was man in Gidding3 kaufen konnte, reich beſeßt waren. Vor dem Brautpaar ſtand ein großer verzu>kerter Kuchen, ein Meiſterſtück des geſchi>teſten

Bäcker3 der Gegend, der, wenn id) mid) recht entſinne, mit Kerzen verſehen war, die abend3 angezündet wurden und ſtundenlang brannten. Nechts und links vom

mehr

Brautpaar

trugen.

junge

ſaßen

Leute,

die Zeugen,

die

als

ein Dutzend

Ehrengäſte

oder

Abzeichen

Nad) der Mahlzeit zerſtreute ſich die Geſellſchaft.

DaS junge Volk ſuchte Unterhaltung außer dem Hauſe.

Draußen im Hof wurden allerlei Kurzweil und Spiele veranſtaltet, wie das ja aud) ſonſt geſchieht. Jmmer wieder aber fiel mir auf, wie fröhlich die Geſellſchaft ſein konnte, wie unermüdlich heiter und vergnügt, ſelbſt faſt die Nacht hindur<. Wenn man des Spielen3 draußen müde war, dann ſeßte man ſi im Hauſe zuſammen und ſang Lieder, und zwar ſolc<e, die man gern

in

der

Schule

und

in der

Kirche

mitgeſungen

hatte. Und man ſang nicht nur ein paar Verſe de3 betreffenden Liedes, ſondern da3 ganze Lied von Anfang bis zum letzten Ver3. Und dann ein andere3 und nod) ein3; und man ſang mit Luſt und Freude. Dergleichen habe id) ſonſt nie geſehen, habe au<h nie gehört, daß man dies ander3wo tut al3 nur hier in unſern wendiſchen Gemeinden. Die älteren Leute, Eltern und Großeltern, freuten ſic de38 Geſange3; mande ſagten, daß ſie dieſe Lieder zwar deutſe< niht mitſingen könnten ohne Bud, aber auf wendiſch könnten ſie ſie au3wendig. Die lange Naht bot natürlich Gelegenheit zur Unterhaltung mit den älteren Gäſten. Aud dieſe waren meiſt heiter und vergnügt, und mandje wußten viel zu erzählen von den Anfangzözeiten der Anſiedlung in Serbin, wie ſie für da8 Maiskorn, wenn e38 in der Gegend bei Serbin mißraten war, einen Dollar bezahlen mußten, und ein Dollar war damals gleich


Die

Hijſions-Taube.,

zweien in jehiger Zeit, und wie ſie das dann no weit herholen, wohl gar auf dem Rücken hertragen mußten. Und

dann

kamen

die ſchlimmen

Zeiten

des Bürger-

kriegs. Die Männer wurden gezwungen, gegen ihren Willen für die ſüdliche Partei zu kämpfen, und haben dann

wohl,

wie geſagt wurde,

bei einer Schlacht

die

Gewehre re<ht hod) gehalten, um niemand zu treffen. Während der Kriegsjahre lag meiſtens auf den Frauen die Laſt der Verſorgung ihrer Familien mit Nahrung und Kleidung. Sie arbeiteten daher auf den Feldern, beſorgten

da3

Vieh

Stoffe zur nötigſten alles lieferte immer Unterhaltung. E35

gab

auch

und

ſpannen

und

webten,

um

Bekleidung herzuſtellen. Dies wieder intereſſanten Stoff zur

Jagdgeſchi<hten,

lebten im prächtigſten Jagdgebiet.

Jm

denn

wir

Herbſt und

Winter gab e35 wilde Gänſe und Enten zu Tauſenden auf den Landſeen bei der Middle Yegua, und dann und wann erlegte man no< einen Hirſ<. Man erzählte mir davon, daß mitunter Hirſche in die Ein-

friedigung hier und dort eingefallen ſeien und großen Schaden angerichtet, junges Korn oder etwa3 andere3 abgefreſſen

hätten.

In

den Dickichten an den creeks

gab e3 nod) viel Wild: Pantherkaßen, Waſchbären uſw. Viele Vögel fanden Schuß und Nahrung im Winter in ſol<en Gebüſchen und im dichten Geſtrüpp läng3 der Yegua3 (ſo hießen die ereeks: West, Middle und Last Yegua). Dieſe Gegend war zu jener Zeit no< nicht dicht beſiedelt, und weite Strecken Walde3 oder aud< Prärie

war

noc< nicht eingezäunt;

man

oder fahren in beliebiger Richtung de>ungsreiſen unternehmen. DaS hier möglich, und mit Au3Snahme dürften mid) die Leſer bei dieſem zählung kaum verſtehen.

konnte daher reiten

und ſozuſagen Entiſt heute nicht mehr der älteren Leute Abſchnitt der Er-

Ein Begräbnis.

Von einer Hodzeit begleitete man midh) zu einem Begräbnis. EZ iſt ja au nur ein Schritt vom Leben zum Tod. Id war am 1. Oktober 1876 ordiniert und eingeführt worden durd) P. Geyer, der dann mit mir im Hauſe eines Gemeindevorſteher3 zu Mittag aß. Im Lauf de38 Na<mittags wurde uns gemeldet, daß eine Frau, eine Mutter von ſe<3 Kindern, im Lauf * de3 Vormittag3 nad langem Leiden geſtorben ſei. Jh ſollte ſie am nächſten Tag begraben und mußte alſo eine Leichenrede halten, ehe ic meine Antrittspredigt hinter mir hatte. Und e3 war eine große Trauerverſammlung; wohl an dreißig bi3 vierzig Wagen waren zum Trauerhauſe gekommen und ebenſo viele Reiter und Reiterinnen; denn damals ritten faſt alle Mädden zu Pferde, au8genommen die älteren Mütter und

Großmütter.

105

Nad) der Andacht im Hauſe wurde der

Sarg mit der Leiche auf einen Farmerwagen geſtellt =- andere Fuhrwerke ſah man damal3 nicht --, und die Trauernden fuhren hinter dem Paſtor her, denn dieſer war auf dem Wagen, der direkt der Leiche folgte.

Der Weg zum Gotte3a>er betrug zwei Meilen. Unterwegs wurde ein langes Grablied ganz geſungen, während der eine viertel Meile lange Zug ſich langſam fortbewegte. Zwiſchen den einzelnen Verſen wurden kleine Pauſen gemacht. Aber wie kann man denn, im Wagen ſingend, in demſelben Takt bleiben? Freilic bemühten ſich alle ſehr, der Sache zu helfen; aber es klang

do,

jo

Verkehr

der

gut man

es auc

meinte,

ziemlich

unheimlid) dur< den ſonſt ſo ſtillen Wald auf beiden Seiten des Weges. Dieſe Sitte erhielt ſich wohl an die dreißig Jahre lang trotz aller Schwierigkeiten, die ſie machte. Jett iſt ſie längſt gefallen; aber die ſchöne Weiſe, die Leiche im Zug mit Geſang zu Grabe zu tragen, hat ſich erhalten. Gemeindeglieder

miteinander.

Unſere Leute hatten große Freude am Verkehr mit ihreSgleihen. Familienereigniſſe wurden faſt immer im Beiſein von Freunden und Bekannten begangen.

Mochte

das Haus

klein ſein, auf der porch war nod)

eine Bank, draußen konnte man bei dem milden Klima es aud de3 Nachts aushalten, und man war froh und heiter, unterhielt ſic aufs beſte, vergaß beim fröhlichen Geplauder alle Sorgen und -- wieder ſei's erwähnt -- ſang frohe Lieder und kehrte dann befriedigt und voll beſter Hoffnungen na< Hauſe zurück. So habe i<h meine Leute kennen und ſchätzen gelernt.

G. Birkmann.

------S2S4---------

Eine

Jahrtauſendfeier

guf

Inſel.

einer

lutheriſchen

Vom 26. bis zum 29. Juni fand auf der Inſel Ss3Sland eine große Feier ſtatt, nämlich eine Feier zur Erinnerung an das Zuſammentreten de3 erſten Parlament3 der Welt, genannt Althing. Zu dieſer Jahrtauſendfeier waren nicht nur der König und die Königin von Dänemark erſc<ienen, ſondern au die Kronprinzen von Norwegen und von Sweden ſowie ein Vertreter Präſident Hoover3. Die Inſel Js3land liegt im nördlichen Atlantiſchen Ozean, unmittelbar ſüdlich vom Polarkrei3, etwa 650 Meilen von Norwegen entfernt. Sie hat einen Flächenraum von nicht ganz 40,000 Quadratmeilen und iſt etwa ſo groß wie der Staat Ohio. Die Einwohnerzahl beträgt jett etwa3 über 100,000, von denen etwa 45,000 Farmer ſind. Die Hauptſtadt Reykjavik hat


Die

2406

Wiſjſſions-Taube.

ungefähr 25,000 Einwohner. Ein großer Teil der Inſel iſt mit ſtetem Schnee und Eis bede>t; daher der Name JZ3land, da3 heißt Eisland. Um die Inſel zieht ſich ein grüner Kranz. Nur dieſer Rand ſowie die Fjorden (Meerbuſen) und Täler ſind beſiedelt. Die Einwohner ſind Nachkommen der alten Normannen. Um da3 Jahr 860 wurde Maddod, ein bekannter norwegiſcher Pirat oder Seeräuber, von einem Sturm na<h der Inſel vertrieben. Vier Jahre ſpäter wurde

Freude. Wie beſchämend aber iſt ſie für mande ſogenannte <riſtliche Gemeinweſen und Familien! Wenn wir bedenken, weld) ein gebildete3 und ſittſame3 Volk die Jsländer ſind, dann nehmen wir ihr Sprichwort an: „Jsland er hinn beſta land, ſem ſolinn ſkinnar uppa“ =- „Jsland iſt das beſte Land, das die Sonne beſcheint“. C. F. Drewes.

farſon. Eine bleibende Anſiedlung, beſtehend aus Norwegern, wurde 874 gegründet. Um das Jahr 928 gründeten die Einwohner eine regelre<te Republik. Zwei Jahre ſpäter, alſo vor eintauſend Jahren, hielten die erwählten Volks8vertreter ihre erſte Verjammlung -- Althing. Freilid) blieb dieſe Republik nicht völlig unabhängig. Im Jahr 1262 wurde

Oſtern, das fröhliche Feſt allgemeiner Freude, war die3 Jahr in unſerm Seminar zu Porto Alegre zu einem Feſte allgemeiner Trauer geworden, da Frau Prof. L. C. Rehfeldt ziemlich unerwartet aus dieſer Zeit in die Ewigkeit abgerufen wurde. Da3 „Kir<enblatt“ beridtet hierüber: „Am Gründonners8tag war ſie no<h mit ihrer

gelangte ſie 1380 an Dänemark. Jm Jahr 1918 wurde Js3land al3 ſelbſtändiges Königreich anerkannt und ihm völlige Selbſtregierung zugeſtanden, obwohl e3 nominell noh mit Dänemark verbunden bleibt und dieſes bis zum Jahr 1940 ſeine Außenpolitik ver-

freitag und am Stillen Sams3tag hohe3 Fieber, wa3 man für Grippe hielt und au vom Arzt für nicht gefährlic< gehalten wurde. Aber früh am Oſterſonntag, etwa um 4 Uhr morgens, trat Gehirnentzündung ein, worauf ſie ſofort bewußtlos wurde; und in dieſem Zuſtand blieb ſie. Was3 Menſchen tun konnten, geſc<ah; aber nad) Gottes weiſem Natſchluß ſollte ſie am Oſtermontag, am 21. April, eingehen zu ihre3 HErrn Freude. Sie ſtarb kurz vor ſieben Uhr abend3. „Frieda Merkel Rehfeldt wurde am 21. Februar 1893 in Doi3 Jrmao8, Braſilien, geboren. Sie war eine Tochter Herrn Peter Merkel3 und ſeiner Ehegattin Karolina, geb. Sperb. Am 1. Februar 1912 verehelichte ſie ſich mit Prof. L. C. Rehfeldt. Sie hinterläßt ihren tiefgebeugten Gatten, fünf Kinder und vier Geſchwiſter. Ein Söhnlein iſt der Mutter im Jahr 1918 im Tode voraus8gegangen. „Wir drücken au< an dieſer Stelle den Hinterbliebenen unſer tiefempfundene3 Beileid au.“ Aug. Briebe.

ſie wieder

entdeXt

von

die Inſel mit Norwegen

dem

Sc<hweden

verbunden.

Gardar

Sva-

Mit Norwegen

waltet. Einführung der Neformation. Um da3 Jahr 996 ſandte Olav, König von Nor„wegen, einen gewiſſen Stefner hinüber, um Js3land zum Chriſtentum zu bekehren. Das Chriſtentum wurde troß einigem Widerſtand im Jahr 1000 eingeführt. Um da3 Jahr 1540 kam die geſegnete Kirdhenreformation D. Martin Luther3 aud nach Jsland. König Chriſtian IIT. begann ſie in dieſem Jahr einzuführen, und im folgenden Jahre war das Werk vollendet. Jsland iſt ein völlig lutheriſches Land, wiewohl keine Einſchränkungen gegen andere Kird<engemeinſchaften beſtehen. Die Zahl der Kirc<hen beträgt 229. Die Jsländer ſind dur<auS3 ſorgfältig in der religiöſen Erziehung ihrer Kinder. Der Unterricht beginnt ſhon früh und iſt gründlich. Aud der übliche Unterricht in den weltlichen Fächern fehlt dur<haus8 nicht. Jeder Js8länder kann leſen und ſchreiben. Man vergleiche mit dieſem völlig lutheriſchen Land zum Beiſpiel ein ſto>katholiſches Land wie Mexiko, wo kaum je zehn aus hundert leſen und ſc<reiben können. Aud) in anderer Hinſicht kann man erkennen, was

das Wort Gotte38 vermag, wenn e3 zu ſeinem Recht kommt.

Die Jsländer ſind nämlic fleißige Beſucher

des Gottesdienſtes.

Die Ehrlichkeit und die reinen

Sitten der lutheriſ<en Jsländer ſind weit und breit

bekannt.

Sie haben weder

nod< Militär nötig.

Gefängniſſe, Poliziſten

Dieſe Tatſache gereicht un3 zur

op gqg=-=-----

T Frieda Merkel RNehfeldt. T

Tochter Gertrud

zur Stadt gegangen,

Manderlei (Von

Die

Allgemeine

hatte am

Kar-

aus der Miſſion.

CC. F. Drewes.)

Konferenz

unſerer

Negermiſſion

verſammelt ſich in Springfield, JU., vom 31. Juli bis

zum 4. Auguſt in der Gemeinde de3 Miſſionar3 Clifford Bliß. Unſere Synodalkonferenz tagt dies Jahr in Quincy, IU., und zwar vom 6. bis zum 11. Auguſt. Am Syno-

dalſonntag findet im Freien eine Maſſenverſammlung zur Erinnerung an die Augsburgiſche Konfeſſion ſtatt. P. Otto Böcler von De3 Plaine3, JU., und Prof. J. H. C. Friß vom

theologiſhen Seminar

in St. Loui3

wer-


Die

Wiſſions-Taube.

den die Feſtredner ſein. Zwei unſerer farbigen Paſtoren, die der Konferenz amtlich beiwohnen werden, follen kurze Anſprachen halten: P. Carter von Chicago und P. Alſton von Atlanta.

Zum Tode Prof. A. Burgdorf8.

Am 14. Juni ſtarb

im Hauſe ſeiner Tochter zu Springfield, Mo., weiland 'Brof. Auguſt C. Burgdorf im Alter von etwa 3weiundneunzig Jahren. Die Leichenfeier fand am 16. Juni in der Messiah-Kir<e zu St. Louis ſtatt. Die Beiſezung erfolgte auf dem Concordia-Gotte3ad>er. 'Der Verſtorbene kam als ſechSjähriges Kind mit ſeinen Eltern von Deutſchland nach Amerika. Die Familie ließ ſich in Ned Bud, JU., nieder. Der Entſchlafene diente fünfunddreißig Jahre als Profeſſor an der Lutheriſ<en Höheren Bürgerſchule in St. Loui8, und al3 'dieſe ihre Ziele erweiterte und höher ſte>te und den Namen Walther College erhielt, ſebte er ſeine Erziehung3öarbeit an dieſer Anſtalt foxt, bis ſie im Jahr 1916 einging. Jm Oktober des Jahres 1882 wurde 'Prof. Burgdorf von unſerer Synodalkonferenz auf ihrer Verſammlung in Chicago zum Kaſſierer der Negermiſſion erwählt und auf ſpäteren Verſammlungen immer wiedererwählt. Er diente im ganzen ſe<3undzwanzig Jahre als Glied der Miſſionsbehörde, nämlich bis zum Auguſt 1908. Er hat ſeine Kaſſenbüher ſehr ſorgfältig geführt und die ihm anvertrauten Miſſionsgelder gewiſſenhaft verwaltet. Seinen Tod Prof. A. C. Burgdorf. betrauern ſeine Gattin, -a<ht erwachſene Kinder und viele Großkinder. Wir aber -dankfen Gott für all das Gute, das er durd) ſeinen .Kneht Burgdorf der Miſſion Gute3 getan hat. Baltimore, Md. Unſer vormaliger Miſſionar Martin. Dorpat befindet ſich in einem Hoſpital. Der „gütige Gott wolle ſein Helfer ſein! =- Die Verteilung3Fommiſſion der Miſſouriſynode hat uns den Predigt„amtskandidaten Schlichting aus St.-Louis, der im Seminar zu Springfield Examen gemadt. hat, pfär 'Baltimore zugewieſen. Vier farbige Predigtamtskandidaten, von denen drei „aus unſerer Landgemeinde zu Manſura, La.; ſtammen, haben Ende Mai in GreenSboro, N. C., Examen ge„macht. Die Miſſionsbehörde hat ihnen folgende Pläßke "zugewieſen: Albert Dominick, Atmore, Ala:;: Harvey Lehman, Selma, Ala.; De Witt Robinſon, -Trinity, New Orlean3; Luther Robinſon; Selma; Ala.: : Mobile, Ala. Miſſionar 'Wm. Wolff: hat einen dringenden Beruf nach Stra3bourg, Frankreich, ange-nommen. Er ſtammt aus dem Elſaß. Der bisherige

Seelſorger,

P. Martin

W. Straſen,

hat geſundheit3-

107

halber ſein Amt niederlegen müſſen. Die Miſſion3kommiſſion ſieht P. Wolff ungern aus ihrem Dienſt ſcheiden, da er treu und erfolgreich gearbeitet hat. Gott ſegne ihn und ſeine Arbeit in ſeinem alten Vaterland! P. Paul D. Lehman, bislang Profeſſor am Alabama Luther College in Selma, iſt am 4. Juni mit ſeinex Familie nach GreensSboro, N. C., gezogen und hat am Sonntag, den 8. Juni, ſeine Antrittspredigt gehalten. Gott ſegne ihn in ſeinem neuen Wirkung3kreis! Kannapoli3, N. C. P. John W. Fuller iſt am Sonntag, den 1. Juni, als Nachfolger des im März verſtorbenen Miſſionar3 Frank Alſton eingeführt worden. P. Melvin Holſten aus Concord vollzog den feierlichen Akt. P. Cuthbert Malloy aus Charlotte aſſiſtierte. P. Fuller bedient jeht die folgenden drei Gemeinden: Mount Pleaſant, Drys Sc<oolhouſe und Kannapoli3. Wir wünſchen ihm Glü> und Segen zu ſeiner Arbeit. High Point, N. C. Die dortige Gemeinde erfreut ſich eines feinen Wachstum3. Al35 Miſſionar Shufelt im vorigen Oktober die Arbeit begann, fand er neunzehn Seelen vor. Dieſe Zahl hat ſich ſeither verdreifacht. P. Shufelt bittet dringend um eine neue Kapelle an einem günſtig gelegenen Ort. Unſer jehige3 Eigentum hat jekt auf zwei Seiten Weiße. Die weiße Beſiedlung iſt auf dieſen zwei Seiten ſtark vorgedrungen. Alabama Luther College, Selma. Die Miſſion3behörde hat in ihrer Plenarverſammlung beſchloſſen, ein weiteres Jahr zum Lehrerkurſus hinzuzufügen. Auh eine HauShaltungsSabteilung ſoll eingeführt werden. Die beiden jungen Profeſſoren Wilbur Twitty und Ora Graeber beſuchen dieſen Sommer die Howard VUniversity in der LandeShauptſtadt Waſhington. Der Kurſus dauert ac<ht Wochen. Bethlehem, New Orleans. Zwei unſerer vier

„Lehrer.

in

dieſer

Schule,

nämlich

Aaron

Wiley

und

Bernice. Craig, die ſich in den lezten Jahren auf dem * Straight College in New Orlean3 weiter auS3gebildet

haben, erhielten am Abend de3 28. Mai den Titel B. A.,

„Bakkalaureu3 der Künſte.

Wir gratulieren!

Mount Zion, New Orleans.

Die Miſſionsſchule,

„die lekte3 Jahr fünf Lehrkräfte hatte, wird im nächſten Schuljahr. wieder auf vier Lehrer reduziert. .

; Luther. Preparatory School, New Orleans. „Prof. Paul. "Scherf, Prinzipal. In dieſer jungen Vor-

»bereitungsſ<hule, die nun auch den -Zehnten Grad ein:Lichten wird,. ſoll..Student Ben Hoffmann vom Semi-

nar- in :St..Loui3 nächſtes Schuljahr als Vikar dienen.

.'Baton Nouge. | In dieſer "Hauptſtadt des Staate3 -Louiſiana ſoll: die . MiſſionZarbeit jeht wieder aufge:mommen: werden, nachdem vor.. einigen Jahren ein Fleiner Verſuch .gema<ht worden war, eine Miſſion3ſtation zu gründen." Superintendent G. M. Kramer „in New Oxtleanz iſt: mit 'der Ausführung dieſes Beſc<luſſes betraut. worden..

LIBRARY CONCORDIA SEMINARY ST. LOUIS. MO.

PRITZLAF F MEMORIAL


Die

108

Miſjſtons-Taube.

<<< -

Zwei

Miſſion8ſc<hulen

geſc<hloſſen.

Starker

Weg-

zug von Joffre, Ala., und Napoleonville, La., hat e3

ratſam erſcheinen laſſen, die Miſſionsſ<hulen an dieſen Orten nächſten Herbſt nicht wieder zu eröffnen. Aus Napoleon kam vor einigen Wochen die Nachricht, daß ein Einwohner beim Graben eine3 Lohe3 für einen Zaunpfoſten Öl gefunden hat. Weitere Nachricht fehlt. Vielleicht erlebt Napoleonville doh) nod einen boom. Buffalo, N. Y. Miſſionar Edgar Pflug iſt am 1. Juni nad dem mittleren Weſten gereiſt, um ſich eine Lebensgefährtin zu holen.

Superintendent Georg A. Sc<hmidt, der von Alabama nad dem neuen, hoffnungsvollen Miſſionsfeld in Miſſiſſippi verſezt worden iſt, nimmt auf Beſchluß und Anordnung der Kommiſſion einen Monat Ferien, die er mit ſeiner Familie in Chicago und Milwaukee ver-

bringt.

Gott ſtärke ſeine Geſundheit!

Free Soil, Mi<h. P. Lymon Jone3 bedient eine kleine Negergemeinde an dieſem Ort. Dieſe hat vierzehn Seelen oder getaufte Glieder, darunter fünf konfirmierte Glieder. Die Geſamtzahl, die ſich zur Kirche

hält, beträgt fünfundzwanzig.

;

Indien. Miſſionar E. H. Meinzen von Vadakan* gulam und Miſſionar A. J. Luß von der Hochſchule in

Nagercoil ſind am 18. Mai mit ihren Familien in New

York gelandet. Erſterer wird P. H. M. Zorn3 Gemeinde in JIndianapolis bedienen, während dieſer da3

Miſſionsfeld in Jndien viſitiert.

Die politiſchen Unruhen in Indien, die im März begannen, beſtehen weiter. In Bombay iſt die Lage ſo ernſt geworden, daß die britiſche Regierung am 14. Juni ſ<hwerbewaffnete Soldaten dorthin ſc<i>&te. Andere Truppenkontingente befanden ſich in Alarmbereitſchaft. Täglih werden Anhänger Gandhis verhaftet und kurzerhand zu Gefängnisſtrafen verurteilt. Zu den Verurteilten gehört auh eine indiſche Frau, die Dichterin Naidu, die bald nah Gandhi8 Gefangennahme an die Spitze der Freiheitsbewegung trat. Der jeßige Führer heißt V. J. Patel. Er iſt ein betagter Mann und ehemaliger Präſident der indiſchen geſeßgebenden Körperſchaft. Die ernſte Lage iſt leidex ungünſtig für

die MiſſionSarbeit. Das Radio und die Miſſion. - Die 1.1.1T., das heißt, die Lutheriſche Laienliga, hat vor kurzem auf ihrer Verſammlung in Chicago beſchloſſen, etwa einmal wödentlid über das Columbia Broadcasting System Iutheriſhe Miſſion3vorträge und Choräle zu funken. EZ iſt dies in der Tat ein großes und löbliche3 Miſſionzunternehmen, da3 viele Glieder der Kir<he mit Freüden unterſtüßen werden. E3 wurde beſchloſſen, die Summe

von etwa 3100,000

für dieſen Zwe>

auf-

Die Negermiſſion der Ohioſynode, begonnen 1883, hat jekt 757 konfirmierte oder abendmahl3beredtigte Glieder in Baltimore, Md., Ja>ſon, Miſſ., ſowie an aht Orten in Alabama, die von drei weißen Paſtoren und zwei Negerpredigern bedient werden. Der Wert de3 MiſſionSeigentums wird auf 872,000 geſchäßt. Bibelverbreitung im Jahr 1929. Die Amerikaniſche Bibelgeſellſchaft hat lezte3 Jahr 11,102,664 Bibeln und Bibelteile verkauft oder verſchenkt. Dies iſt die größte Zahl in den 114 Jahren de38 Beſtehen3 dieſer Geſellſ<haft. Seit ihrem Beſtehen hat ſie 216,198,915 Bibeln verteilt. Die meiſten Bibeln und Bibelteile hat die Geſellſchaft lezte8 Jahr in China verbreitet, nämlich fünf Millionen, und das troßdem die Zahl der Miſſionare um ein Fünftel geringer iſt als vor drei Jahren. China. Die au3 ſieben Gemeinden beſtehende Parodie der Baſler Miſſion in der Stadt Hongkong feierte am 17. März ihre Selbſtändigkeit. E3 war die erſte derartige Feier. Die ſieben Gemeinden zählen zuſammen 1,200 dhjineſiſche Chriſten. „Sie haben ſich in dieſer ſchweren Zeit gut zurechtgefunden und tapfer dur<geſchlagen. Allen Verſuchen, ſich anderöivo anzuſchließen, haben ſie mutig widerſtanden. Sie ſind in dieſer Zeit auch äußerlich gewad<ſen.“ Irrtum eines Chineſen. Vor einigen Monaten kehrte ein Miſſionar in China von einer Predigttour heim. Unterwegs hatte er ein komiſches Erlebnis. Er ſchreibt: „J< ſaß in einem Tempel, aß mit großem Appetit ein Butterbrot und ein Stü>chen „Landjäger“ [Sommerwurſt] dazu. Dabei muß mid wohl ein junger Mann beobadtet haben, dex no< nie einen Ausländer geſehen, wohl aber allerlei Greuelmärdhen Über ſie gehört hatte. Entſekt entfernte er ſich aus dem Tempel und erzählte meinem Laſtträger: „Der Au3länder da drin ißt gedörrte3 Menſ<<enfleiſc1“ Empört über ſolche Äußerung, erwiderte der Träger: „Du biſt verrückt; der Ausländer kommt gerade von meinem Heimat3ort und hat dort die JCſuslehre verkündigt.“ Aber jener junge Mann ließ ſich nicht von meiner Unſchuld überzeugen und mied meine Nähe. Armer Tropf!“ Die politiſche Lage in China. Der unter Yen3 und

Föngs3 Leitung geführte Krieg gegen die Nationalregie-

rung in Nanking ſcheint mit Sieg gekrönt zu werden. Da3 Vordringen ihrer Truppen na<h Süden kann von den Regierungstruppen nicht aufgehalten werden. Dazu kommt nun aud nod ein Angriff vom Süden ſeiten3 de3 in der Proving Kwangſi geſammelten Heere3. Die Kwangſitruppen, etwa 80,000 Mann, haben die Stadt Tſhangſha in der Provinz Hunan erobert. Die Ameri-

kaner und andere Ausländer flüchteten ſich auf eine der Stadt gegenüberliegende Inſel im Siangfluß, wo ſie

zubringen. Wer etwa bei dieſem Unternehmen mithelfen mödte, ohne ſeine Gaben für die eigene Ge-

Kanonenboote

Beitrag an folgende Adreſſe ſchifen: National Radio, 8558 S. Tefferson Ave., St. Louis, Mo.

80gen, erlitt aber auf dem Schlachtfeld vierzig Meilen füdlih von Wuchang am 14. Juni eine Niederlage.

meinde und für die Synode einzuſchränken, wolle ſeinen

ſich «unter

dem

ſiegreihen

Heer

Schuß

befanden. mit

amerikaniſcher

Präſident

und

Chiang

Regierungstruppen

britiſcher

iſt dem

entgegenge-


Die

UHliſſions-Taube.

Wudang, eine 600,000 Einwohner zählende und mit einer Mauer umgebene Stadt, liegt am ſüdlichen Ufer de3 Jangtſe. Auf der Nordſeite iſt Hanjang mit 100,000 Einwohnern und Hankow mit 850,000 Einwohnern. Dies Städtedreic> wurde unter Kriegsreht geſtellt, um Unruhen zu vermeiden. Jn Hankow wohnen ſechs Miſſionare ſowie zwei Lehrerinnen unſerer Miſſouriſynode. Amerikaniſche und britiſ<e Kanonenboote liegen zur Verteidigung der Ausländer in den drei Städten bereit. Man wolle unſerer Miſſionare in China fürbittend gedenken! Kagawa38

Miſſions8feldzug.

Da3

Chriſtentum

hat

in Japan bisher ganz beſonder3 die ſozial gehobenen Scichten erreicht, die Gebildeten und insSbeſondere den japaniſchen Adel, die Samurai. Dieſe haben jedoch im Laufe der lezten fünfzig Jahre ſehr ſtark an Einfluß im Volke verloren. Der bedeutende <riſtliche Sozialreformer Toyohiko Kagawa hat die Aufmerkſamkeit der <hriſtlichen Kirche Japans mit großem Nachdruck auf die Bauern- und Arbeiterbevölkerung gelenkt, die biSher nod faſt gar nicht erreicht worden iſt. Er ſelbſt hat lezten Winter viele Orte des Landes bereiſt und mit fir<hlicher Unterſtüzung Cvangeliſationen abgehalten. Die in großer Zahl erfaßten Menſchen hat er in Berufsgruppen zuſammenzufaſſen geſucht: Fiſcher, Zimmerleute, Bergwerksarbeiter, Fabrikarbeiter, Landwirte uſw., und er legt den entſcheidenden Wert darauf, daß das Cvangelium ihnen in einer ihnen verſtändlichen Sprache gebracht wird. Aus dem Syriſchen Waiſenhaus. Der Bau de3 Werkhofe3, der unſere Kaſſe neben dem Landkauf ſo ſehr in Anſpruch genommen hat, iſt nahezu vollendet. EZ iſt ein großer Fortſchritt, daß nun alle unſere Betriebe in luftigen, helſen und zwedentſprechenden Näumen untergebracht ſind. Und jekt begreift man kaum, daß man in den früheren, völlig unzulänglichen Räumen hat auskommen können. Wir haben jezt folgende Betriebe im Syriſhen Waiſenhaus: Blindenwerkſtatt, Druderei, Fuhrbetrieb, Kraftwerk und Pumpwerk, Kaufladen, Mühle, Schmiede und S<loſſerei, Schneiderei, Schreinerei, Scuſterei, Töpferei, Ziegelei, Vertretung der Erzeugniſſe von Guſtav A. Braun (Stoffe für waſſerdichten Bau). Sämtliche Werkſtätten, deren eigentlicher Zwe> nur die berufliche Auzbildung unſerer Zöglinge iſt, werden, ſoweit e3 ſich

nicht um Handbetrieb handelt, mit elektriſcher Kraft be-

trieben, die im Syriſchen Waiſenhaus ſelbſt erzeugt wird. Von eigenen Zöglingen arbeiten darin 43 Lehrlinge und 30 Geſellen. (Bote au3 Zion.)

Einige Angaben über Afrika.

Afrika hat ein Ge-

biet von faſt 30 Millionen Quadratkilometer, ein Viertel de3 Geſamtfläheninhalt3 der Erde. EZ iſt dreimal ſo groß wie China; ſeine Bevölkerung iſt jedoh nur um ein Drittel ſo groß. Die Küſtenlinie von

Afrika iſt dem Erdumfang gleich. Vor dem Einbruch de38 Js8lam3 in Nordafrika im Jahr 696 gab es dort 40,000 <riſtliche Kirhen. Bei den Berbern, die etwa

109

75 Prozent der Bevölkerung von Nordafrika au8machen, lebt in alten Volkömärchen noh die Geſchichte von Chriſto und vom Kreuz fort; deShalb ſind ſie leichter durc das Evangelium zu erreichen al3 die andern Mo3lemin. In Ügypten können durhſchnittlih nur drei unter 1,000 Frauen leſen und ſchreiben. Von der Gefamtzahl der Sterbefälle unter den Eingebornen Ügyptens ſind 31 Prozent Kinder unter einem Jahr. Kaixo, die größte Stadt Afrika3, hat 791,000 Einwohner und 430 mohammedaniſc<he Moſcheen. Der ganze Erdteil hat rund 135 Millionen Bewohner, und nicht ganz 2 Prozent davon ſind proteſtantiſche Chriſten.

Veränderungen in Belgiſch-Kongo. Stanley koſtete es 999 Tage, den Kongoſtrom her-

unterzukommen;

heute kann man in zwei Wochen von

der Oſt- nach der Weſtküſte Afrikas kommen. Gewaltige Dampfer, die 1,000 Reiſende tragen, ſind auf dem Fluß. Seine gewaltigen Nebenflüſſe ſind erfori<t und werden von regelmäßigen Dampferlinien beſucht. Die Schmalſpurbahn von Matadi nah Leopoldville wird zur Normalſpurbahn umgebaut. Der Handel de3 ganzen Kongogebiete3s preßt ſich dur< dieſen Flaſchenhals. Kraftwagen ſieht man zu Hunderten an den Flußufern. Eine gute, feſte Landſtraße für Laſtkraftwagen verbindet jezt ThySville und Eliſabethville mit den 2,175 Meilen entfernten Kupferminen. Fabriken, Baumwollſpinnereien uſw. wachſen empor. Von einer Baumwollſpinnerei, die in Leopoldville errichtet wird, ſagt man, daß 500 belgiſche Mädchen dorthin als Arbeiterinnen gebra<ht werden ſollen. Die Forderung, Arbeiter zu bekommen, beraubt die Dörfer der Männer. Alte Stamme3zuſammenhänge brechen zuſammen. 30,000 Neger wohnen jetzt im Eingebornenviertel von Leopoldville. Sie kommen aus allen Teilen de3 Kongogebietes und ſind fur<tbaren Verſuchungen und den gewaltigen Einflüſſen der Stadt ausgeſeßt. Franzöſiſc wird al3 Umgangsſpradjte von der Regierung befördert. Auch die Miſſion35ſ<ulen werden in kurzem da3 Erlernen der franzöſiſchen Sprache einführen müſſen. Eine Unruhe, eine Sucht, andere Plätze zu ſehen, eine Verſchiebung der Bevölkerung, ein Wunſd< zu lernen, zeigt ſich überall. Ein große3 Kolonialreich iſt im Kongo entſtanden, und gleiche Forderungen erſtehen in Kamerun und in- Liberia. Die proteſtantiſchen Miſſionskräfte müſſen den Ruf verſtehen. Rom ſieht die Lage. Dreitauſend weißgefleidete Brieſter, Jeſuiten, Redemptoriſten uſw. arbeiten ſkrupellos daran, den proteſtantiſchen Einfluß zu Überwinden und da3 Land in Beſitz zu nehmen. n


Die

110 Schulen

Die

Mijſions-Taube, Neben dieſen Regierungs8ſ<ulen beſtehen 520 Privatſ<ulen. Von dieſen ſind 192 <riſtlihe, 275 jüdiſche und 53 mohammedaniſche mit inöSgeſamt 46,841 Kindern, von denen 25,907 Knaben und 20,934 Mädchen ſind. Von dieſen beſuchen <hriſtliche Shulen 15,792 Kinder, jüdiſ<e 26,537, mohammedaniſ<e 4,522. Dieſe Kinder werden von 2,522 Lehrperſonen unterrichtet, nämlich 1,005 Chriſten, 1,3383 Juden und 184 Mohammedanern. Von den driſtlihen Schulen gehören 116 mit 9,856 Kindern der römiſch-katholiſ<hen Kir<he an; dann folgen die evangeliſchen 52 Sdqulen (Deutſc<he 15, Engländer und Amerikaner 36, Schweden 1) mit 3,622 Kindern, ſchließlich die griedjiſch-orthodozen 22 Schulen mit 2,274 Kindern. Der Jeruſalemverein hat in 5 Schulen 352 Kinder mit 8 Lehrern und Lehrerinnen. Au 72 mohammedaniſ<e Kinder beſuchen dieſe S<hulen. Da3 Syriſche Waiſenhaus in Jeruſalem zählt 203 Knaben und 50 Mädchen, wozu in Bir Salem 30 Knaben und im Waiſenhaus in Nazareth 19 Knaben kommen. In dem Mäddenerziehung3haus Talitha-Kumi ſind 60 Mädchen. Die Templer unterhalten, teilweiſe zujammen mit dem Jeruſalemverein, 7 Schulen mit 399 Kindern; die Karmelmiſſion hat eine Schule mit

des Heiligen Lande8.

Im Jahr 1852 fanden ſich im Heiligen Land nur zwei Schulen der Römiſch-Katholiſchen vor, eine mit 72 Schülern und eine mit 76 Schülerinnen; die Griehiſch-Orthodoxen hatten zwei Schulen mit 110 Kindern, zu denen no<h 70 „Pilgerkinder“ hinzuDie Armenier unterhielten nur eine Schule kamen. mit etwa 50 Kindern. Die engliſ<he Schule, die einzige proteſtantiſ<he, hatte nur 5 Kinder, aus denen Aud die Juden, und zwar mit der Zeit 50 wurden. ugieſiſ<hen, hatten damal3 nur wenige die ſpaniſc<-port Schulen im Lande. Dagegen hatten die Mohammedaner, die allerding3 unter den Konfeſſionen Jeruſalem3 am ſtärkſten vertreten waren, 7 Elementarſ<ulen mit 15 bis 35 Kindern ſowie eine Anzahl höherer Schulen, in denen Studenten im Koran herangebildet wurden. Jetzt iſt das Schulweſen gewaltig gewachſen. Von 1920 bi38 1922 wurden von den Engländern 150 Regierung3ſc<hulen errichtet, und heute gibt e3 315 derartige Schulen mit 722 Lehrern und Lehrerinnen in Dieſe werden von 20,079 Kindern ganz Paläſtina. beſu<ht. Hiervon ſind niht weniger als 17,594 Mohammedaner, alſo 87.62 Prozent; 2,153 Chriſten, meiſt der griedjiſch-orthodoxen Kir<e angehörend, gleich 10.72 Brozent; 23 Juden oder 0.12 Prozent; 9289 Druſen, 1.44 Prozent; 20 Bahai, eine beſondere Der Untermohammedaniſ<he Sekte, 0.10 Prozent. richt erfolgt koſtenlo3; aud) werden Bücher, Hefte und Tinte umſonſt hergegeben, während die Shulgemeinde für das Sullokal und da3 Mobiliar ſorgen muß. Da3 Jahresbudget für das Schulweſen beträgt rund : : 100,000 Pfund. Statiſtiſches Aſien.

25 Kindern.

(Miſſion und Unterricht.)

Dice Welt

David Trietſch in Berlin gibt im „Nahen Oſten“ eine Statiſtik für die Welt des J3lam (1929), die unſer3 Erachtens zu günſtig und groß iſt. Von der Geſamtzahl kann man ruhig fünfzig Millionen abziehen. Doh mag ſeine Statiſtik man<hen unſerer Leſer intereſſieren; ſo laſſen wir ſie hier folgen. über den Islam.

Afrika,

Britiſch-Indien -- -------«- 75,000,000

Staypten und Sudan....... 22,000,000

China

Marokko -....--..--.hne

Niederländiſch-Indien

. . ....

50,000,000

nes 3 win u ae» 40,000,000

des Js8lam --- 1929.

Franzöſiſcher Beſiß

-.......

12,500,000

Amerika

(Nord, Mittel, Süd). --.--.---- 250,000

5,000,000

GR

U.d. S.S.N.,*) aſiatiſche GeItalieniſcher Beſiß +---+.- 2,000,000 IE SANS STEEEIES 151000, 000 BW Übrigesa Afrika EIE: 90,000 .....-..... 38,000,000 DE AER

I 45036 bobo bone

12.500.000 ,500,

Afahäniſtan -.........----

Arabiſche Gebiete -- -+ + --++Irak ....ieS tSa

8,000,000

7,000,000 '3,000,000

Türkei

Perſien -..-o-

Syrienaiaseletel*t»efels»12eie aläſtina

u

mit

WEEK BIE

Transjorda-

8,500,000

1,600,000

SEE S3 1 200

650,000

Philippinen ...---.--.----

450,000

Gy en

ESSA

wt Afrika ins8geſamt .---+- 80,000,000

1

60,000

Aſien ins8geſamt .-.--.- 221,760,000

GE

11.d. S.S.N.*) -----.---Jugoſlawien ------------iele

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UIgarien

Albanien

uo oonnonnun...

....o.o».-o........

Griechenland

-...---------

PMumänien --....-.-------

Franfreich

3,000,000 1,400,000 1:000,000

,000

600,000

350,000

Mienen

100,000

Der Islam nach Erdteilen.

Aſien -----.-uuucucchcceee 222,000,000 DHA

39959900800000900580 80,000,000

Europa ----bcuccru. Amerika -....-.....ubbbee

Auſtralien

......-------.-

Jslamwelt

GE

7,600,000 250,000 100,000

GIL GRE

(1929)... .-- 310,000,000

300,000

-..---------.--

250,000

Europa insgeſamt ......

7,600,000

*) Union republiken.

der

ſozialiſtiſhen

Sowijet-


Die Völkerbewegungen

Hliijſtons-Taube.,

in Afrika.

In vielen Gegenden Afrikas hat unter der Bevölkerung eine ſtarke Auswanderung eingeſebt. Die Bevölkerung3bewegung, die dur das Gold in Tran3vaal in Afrika hervorgerufen worden iſt und andauert, iſt ja bekannt; aber ſie bezieht ſich nicht nur auf die nähere Umgebung, ſondern ſie erſtre>t ſich bis nach Portugieſiſch-Oſtafrika und Franzöſiſc<-Äquatorialafrika hinein. Dieſe beiden Gebiete werden beſonder3 ſtark von den Eingebornen verlaſſen. Sehr bezeichnend iſt gegenwärtig die Lage am Scirefluß. Dörfer auf dem portugieſiſchen Ufer ſind entvölkert, während das auf britiſ<em Gebiet liegende Ufer angefüllt iſt mit Leuten, die von dort au8gewandert ſind. Albert Londre3, ein franzöſiſcher Spezialkorreſpondent, berichtet in ſeiner Neiſebeſhreibng „Terre d'Ebene“ (Ebenholzland), daß in den letzten drei Jahren in Franzöſiſch-Weſtafrika und Äquatorialafrika eine no< ſ<wierigere Lage entſtanden ſei. Von dieſen Gebieten, ſagt er, ſeien zwei Millionen Menſ<en nad Nigerien gewandert, 600,000 nad der Goldküſte und 10,000 na< der Elfenbeinküſte und den benachbarten Waldländern. Dieſe Leute wären verjagt worden dur< die militäriſche Nekrutierung, die Zwangsarbeit an Wegen und Eiſenbahnen und das Holzſc<lagen in den Wäldern. Die moraliſchen Folgen dieſer Entwurzelung ſo vieler Menſchen kann man ſid) denken. Merkwürdig iſt, daß ſie größtenteils in Gebiete überſiedeln, in denen die evangeliſche Miſſion ſich freier entfalten kann und nicht ſo ſ<wer gehemmt und gegen die katholiſche von ſeiten der Negierung zurüc>gedrängt iſt wie in den franzöſiſchen und portugieſiſ<en Kolonien. (A. M.)

Was3

iſt dir deine Bibel wert?

Die Chineſen ſind ſehr geizig und lieben das Geld über alle3. Darum können ſie ſic) auc<h nicht vorſtellen, daß einer etwa3 tut, ohne dafür bezahlt zu - werden. So wurde eine3 Tage3 ein Chriſt von ſeinem Nachbar gefragt: „Wieviel Geld hat dir eigentlich der Miſſionar gegeben, als du di taufen ließeſt? Fünfzig Mark2“ „Nein, viel mehr“, lautete die Antwort. „Etwa hundert Mark?“ „Nod viel mehr.“ „Tauſend Mark?“ „Viel mehr!“ „Nun, wieviel denn?“ „Viel mehr“, antwortete der Chriſt, „als jener Berg dort wert wäre, wenn er ganz aus Gold und Silber beſtände.“ Da3 wollte der Heide nicht glauben, aber der andere zeigte ihm ſeine Bibel und ſpra<h: „Siehe, die3 Buch habe id) bekommen, und da3 iſt mir mehr wert al38 alle Schätze der Welt; denn es zeigt mir den Weg zu Gott, zum Heiland und zur ewigen Seligkeit.“

111 Neue

Siegreicher Glaube.

Drudſachen.

Programm

für einen Kindergottesdienſt

zur vierhundertjährigen Gedächtnisfeier der Übergabe der Augsburgiſchen Konfeſſion. Zuſammengeſtellt von E. W. Kön ig. Überſetzt von O. R. Hüſchen. Concordia Publishing House, St. Louis Mo. Brei2: Einzeln 5 Ct5.; das Dutzend 50 Ct3.; da3 Hundert 83.50. Die35 iſt eine Überſezung des in der vorigen Nummer angezeigten engliſchen Programms, Das

Grundbekenntnis der evangeliſ<h-lutheriſc<hen Kirche. Mit einer geſchichtlichen Einleitung und kurzen erklärenden Anmerkungen verſehen. Dem lutheriſchen Chriſtenvolk zum vierhundertjährigen Jubiläum der Augsburgiſchen Konfeſſion dargeboten von Prof. D.F. Pieper. 155 Seiten 4 X7%. Concordia Publishing House,

St. Louis, Mo.

1930.

Preis: 81.00.

E3 geſchieht wohl ſelten, daß ein und derſelbe Mann die Wiederausgabe eines von ihm vor einem halben Jahrhundert geſchriebenen Buches beſorgen kann, wie da3 bei dieſem Jubiläums5buch der Fall iſt. Al3 der werte Verfaſſer dies Jubiläumsbuch vor fünfzig Jahren gelegentlich des dreihundertfünfzigſten Jubiläums der Augsburgiſchen Konfeſſion ſchrieb, war er zwei Jahre theologiſcher Profeſſor am hieſigen Concordia-Seminar geweſen. Dieſe Stelle hat er nun zweiundfünfzig Jahre innegehabt. Auf Wunſch des Jubiläumskomitee8 der Miſſouriſynode hat er ſich bereit finden laſſen, einen Wiederabdruck des Buches vornehmen zu laſſen. Nur wenige Veränderungen ſind vorgenommen worden. Wir freuen un38, das Buch zur Anzeige bringen zu können. Einmal iſt es ein zuverläſſiges deutſches Jubiläumsbuch. Sodann iſt die auf 68 Seiten gebotene geſchichtliche Einleitung meiſterhaft geſchrieben. (E3 wird darin volkstümlich gezeigt, wie es nach der greulichen Finſternis unter dem Papſttum zu dem herrlichen Licht kam, das uns in der Augsburgiſchen Konfeſſion entgegenſtrömt. Eine derartige hiſtoriſche Einleitung hilft dem Verſtändnis der Konfeſſion. Aud) läßt ſie uns einen Bli> tun „in das Herz der großen Bekenner, in ihren Kampf und Sieg“. Der Text der Augsburgiſchen Konfeſſion iſt ganz abgedrut. In den am Schluß eines jeden Artikels hinzugefügten kurzen Anmerkungen wird der Hauptinhalt hervorgekehrt und auf die bibliſchen Beweisſprüche hingewieſen. Der Segen, den dies Jubiläumsbuch unſerer lieben lutheriſchen Kirche bringen kann, iſt unberechenbar. Kein Leſer der „Miſſionstaube“ ſollte e8 verfehlen, ſeine Beſtellung ſofort einzuſciden. The

Four-Hundredth Anniversary of the Augsburg ConfesSion. 1530--1930. A World-historic Lutheran State Paper. By William Dallmann, D. D.

Reprinted

from

the Aſilwaukee Lutheran.

North-

western Publishing House Print, Milwaukee, Wis. Prei38: Einzeln 10 Cts.; in Quantitäten 5 Cts. Die3 iſt eine überaus volkstümliche, kurze Geſchichte der Aug3burgiſchen Konfeſſion, die in der bekannten Weiſe de3 geehrten Verfaſſer38 geſchrieben iſt. Faſt auf jeder Seite finden ſich Streiflichter, die Licht und Leben in die Erzählung bringen. Die Schrift eignet ſich vortrefflich als Flugſchrift. Bei einer neuen Au8gabe, die wir dem trefflichen Traktat wünſchen, dürften folgende Gedanken eingefügt werden: 1. Weshalb wurde

Luther auf der Koburg zurüdgelaſſen?

2. In der kurzen In-

halt8angabe des Glaubensbekenntniſſes ſollte der Hauptartikel von der Nechtfertigung eines armen Sünders vor Gott genannt und aud) wohl kurz dargelegt werden.

Die Sekten der Gegenwart und neuere Weltanſchauungsgebilde.

Von

Dekan

Scheurlen.

Vierte,

ſtark

erweiterte Auflage. 13. bis 18. Tauſend. 440 Seiten. Quell-Verlag der Ev. Geſellſchaft, Stuttgart, Deutſch(On 1500: Preis: Broſchiert, RA. 4.50; Ganzleinen,

Die8 Buch über die verſchiedenen Sekten erjhien 1912 zum erſtenmal. Dieſe vierte Auflage iſt „ſtark erweitert“. Nach einem dreißig Seiten langen Einführungskapitel werden zweiundzwanzig verſchiedene Sekten dargeſtellt, und zwar nach Geſchichte, Lehre, Kultus und Verfaſſung. Dann folgt jede8mal eine Beurteilung der betreffenden Sekte. Am S<luß eines jeden

Kapitels

findet

leſen ermöglicht.

ſich eine

Von

Literaturangabe,

den zweiundzwanzig

die

weiteres

Nach:

Sekten in dieſem


Die

112

Miſſions-Taube.

Handbuch intereſſieren uns in Amerika am meiſten die ſogenannte Chriſtliche Wiſſenſchaft, die Mormonen, die Ruſſelliten, die Pfingſtbewegung, die Siebententag35-Adventiſten, die SpiriViel Material iſt hier zuſammen= tiſten und die Theoſophen. getragen für jeden, der Auskunft ſucht. Zuweilen iſt des Guten Um das Prädikat „wiſſenſchaftlich“ ja beanzu viel getan. ſpruchen zu können, gebrauchen viele deutſchländiſche Schreiber auch dort Fremdwörter, wo ſich ein gutes, paſſendes deutſches Da8 vorliegende Buch will ausgeſprochenerWort darbietet. Es iſt dankend anzuerkennen, maßen „wiſſenſchaftlich“ ſein. daß auf etwa vier Seiten eine Erklärung von Fremdwörtern und wiſſenſchaftlichen Fachausdrücen geboten wird. =- Leider weiſt die3 ſonſt recht brauchbare Buch über die Sekten der Gegenwart eine Reihe von Mängeln auf. De3 Raumes wegen 1. Der Bekönnen wir nur einige dieſer Mängel regiſtrieren. Die Vibel enthält griff Sekten wird hier einſeitig aufgefaßt. doh mehrere Sprüche, die uns ſagen, was eine Selte iſt. 2. Die angeführten Schriftbeweiſe zur Widerlegung der Irrlehre ſind In einigen Kapiteln wird kein einziger Bibelſpruch dürftig. 3. Der Autor behauptet folgendes: „Keine <riſtliche zitiert. Wahrheit und JrrGemeinſchaft hat eine Lehre ohne Fehl. tum, Erkenntni8 und Unwiſſenheit miſchen ſich in der GlauMit dieſer Behauptung wird benslehre jeder Gemeinſchaft.“ doch der Lehre von der Klarheit der Schrift ins Angeſicht geſchlagen. 4. Der Verfaſſer lehnt es mit einer fromm klingenden Phraſe ab, „die Ewigkeit der Höllenſtrafe“ zu einem Glauben5Daz iſt ein Beweis dafür, daß er den artikel zu machen. 17. Artikel der Augsburgiſchen Konfeſſion entweder nicht kennt 5. Der Herr Dekan iſt ein Unioniſt. oder ihn verwirft. Er zählt unter den Sekten zum Beiſpiel die ſogenannte „Chriſtengemeinſchaft“ auf, redet von ihrem ſchwärmeriſchen Charakter uſw. und erklärt in demſelben Atemzug, daß er aufrichtig bereitwillig ſei, „den Anhängern der Chriſtengemeinſchaft die 6. Der Verfaſſer dieſes <Hriſtlihe Bruderhand zu reichen“. Buches beruft ſich auf die Wiſſenſchaft (Steinalter, Palööontologie). Dieſe Berufung iſt ebenſo ſchwach wie die von ihm angegriffene Behauptung des „Paſtor“ Ruſſell, die er ſich zum 7. Dabei muß man ſich wundern über die Ste>enpferd macht. Rüdſtändigleit in bezug auf das Prinzip der Glauben3- und Der Herr Dekan freut ſich darüber, daß der Gewiſſensfreiheit. Staat Württemberg ſich geweigert hat, die „Neuapoſtoliſche Gemeinde“ als Körperſchaft des öffentlichen Recht3 anzuerkennen. Da3 iſt doc wohl mittelalterlich. =- Bei dieſer Gelegenheit möchten wir hinweiſen auf Prof. Martin Günthers „Populäre

Symbolik“ als ein vortreffliches und zuverläſſiges Nachſchlagebuch über allerlei Sekten.

Concordia Historical Institute Quarterly. Oficial Organ of the Concordia Historical Institute, 801 De Mun Ayvye., St. Louis, Mo. April, 1930. Preis:

82.00 das Jahr oder 50 Cts. die Nummer.

Der Hauptinhalt dieſer intereſſanten Nummer

beſchäftigt ſich

beſonder8 mit den Anfängen der Indianermiſſion der Miſſouriſynode. Ungemein intereſſant! Unter den Bildern findet ſich die Totenmaske Luther3. Auch das Bildnis P. Martin Stephan3s wird gezeigt. Prüfet die Geiſter. Blätter zur Abwehr gefährlicher Irrtümer. 3. Die

1. Die Neuapoſtoliſchen. 2. Die Adventiſten. „Internationale Vereinigung Ernſter Bibel5. Die Mormonen. 6. „Chriſtliche Wiſſen-

ſchaft.» Umfang: je vier Seiten. Großoktav. Derſelbe Verlag. Prei8: Einzeln 5 Pf.; bei 25 Stü> S 3172 bei 50 Stü> QW 3.5 Pf.; von 100 Stü> ab Dieſe brauchbaren Traktate ſind Aus8züge aus dem vorhin beſprochenen Buch über die Selten der Gegenwart. Sie ſind volkstümlich Ge Die Anordnung des Stoffes iſt gut. Man beſtelle ſich je ein Exemplar zum Durchleſen.

Contributions Received by the Treasurer.

May 1--31, 1930.

Received for Colored AMissions from the following col-

ored congregations: Alabama Luther College, Selma, 8308.99; Augustana, Alexandria, 25.00; Bethany, Nyland, 1.58; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, .51; Bethel, Rock West, 2.39; Bethlehem, Holy Ark, 3.36;

Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 3.30; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 1.84; Ebenezer, Atmore, 3.10; Faith, Mobile, 2.50; Gethsemane, Hamburg, 15.68; Grace, Coneord, 40.00; Grace, Ingomar, 3.45; Grace-Luther Memorial, Greensboro, 42.57; Hope, Kings Landing, 3.81; Immanuel Lutheran College, Greensboro, 723.48; Immanuel, Pensacola, 5.00; Mesgiah, Baghi, 1.28; Mission at Catherine, 2.15; Mission at Cleveland, 54.34; Mission at Maplesville, .73; Mission at New Bern, 2.00; Mission at Union Springs, 2.50; Mount Calvary, Mount Pleasant, 15.00; Mount Calvary, Tilden, 8.30; Mount Carmel, Midway, 2.85 ; Mount Olive, Catawhba, .45; Mount Olive, Tinela, 6.37 ; Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, Charlotte, 20.00; Mount Zion, New Orleans, 50.00; Our Savior, Possum Bend, 4.22; Pilgrim, Birmingham, 9.44; St. Andrew's, Vredenburgh, 5.25; St. James's, Buena

Vista,

3.85;

burg,

18.00;

St. James's,

Southern

Pines,

10.00;

St. John's,

Joffre, .43; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 3.75; St. Luke's, Lamison, 1.00; St. Luke's, Spartan-

lanta,

thew's,

25.00;

St. Mark's,

St. Mark's,

Arlington,

Ackerville,

4.30;

Winston-Salem,

4.80;

St. Paul's, Charlotte, 12.00;

St. Matthew's,

St. Mark's,

6.00;

At-

St. Mat-

Meherrin,

7.43;

St. Paul's, Los Angeles, 42.00;

St. Paul's, Lutherville, 10.00, and for Luther New Orleans, 3.00; St. Paul's, Napoleonville,

Institute, 6.60; St.

Paul's, New Orleans, 50.00; St. Paul's, Oak Hill, 5.32; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 3.10; St. Philip's, Chicago, 50.00; St. Philip's, Philadelphia, 25.00; Trinity, New Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 24.19; Zion, Gold Hill, 8.00; Zion, Taits Place, 1.38. Aliscellancous: Per Rey. C. 1. Brommer, Seward, Nehbr., for Building Fund, 85.00. Zion Lutheran Ladies' Aid, To-

bias, Nebr., for Mollie Louder, 10.00. Carl Zschoche, St. Louis, Mo., for Negro Missions, .50. Mrs. A. G. H. Overn, Albert Lea, Minn., for Negro Missions, 3.00. Louise and Lydia Vinkemeier, Denver, Colo., for Building Fund, 30.00; for Indian Missions, 15.00. Mrs. A. Karsten, man and Yamily, and Kd Wendt and Family

Henry Prag(Mindekranz

in Memory of Wm. Karsten), for Negro Missions, 6.00. Aug. Krome, Indianapolis, Ind., for Negro Missions, 5.00. Mission at Cleveland, O., for African Misgions, 31.21. TyuEo. W. ECKHART, Treasurer.

Quittung

und

Dank.

Dankend erhalten für bedürftige Studenten: FreihubeLegat 8931.60. H. E. Werner (oder H. Edmer; Name ſchwer

zu leſen), La Grange, JU., 10.00.

„Paſtor5 Poſtkaſten“, Fort

Smith, Ark., 12.00. Harvey Kahle, De Kalb, JU., 4.00. Frau Elnora Saß und Kinder 5.00. H. F. Hollman, St. Peter, JU., 3.00. P. O. F. J. Rau, Cincinnati, O., 10.00. Süd-Jtlinoi38Diſtrikt 5.00. Süd-Wisconſin-Diſtrikt 6.25. Wm. Eichbauer, Monroe, Mid., ein getragener Anzug. Immanuel Lutheran College. H. Nau. Bitte zu beachten! - Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und beachten, ob da8 Abonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen wird.

“July 30'' bedeutet, daß das Abonnement jetbt abgelaufen iſt.

Man

bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direkt an uns, und zwar prompt, damit die jeſerung nicht unterbrohen zu werden braut. Es dauert durc<ſchnittlih zwei Wochen, bi8 der Adreßſtreifen auf dem Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt. Bei Entrichtung ſeines Abonnements erwähne man gütigſt immer, welc<he3 Blatt man wünſcht, und gebe Namen und Adreſſe an (alte und neue, wenn es ſi<h um Adreßveränderung handelt). CONCORDIA PUBLISHING HOUSE, St. Louls, Mo. Die „„Miſſion8-Tanbe““ erſcheint einmal monatlich.

in Vorausbezahlung

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iſt folgender:

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Der Preis für ein Jahr

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ENIS

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Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publiszhing 1louse, St. Louis, Mo.

Alle die Nedaktion betreſſenden Einſendungen ſind zu richten an Rey. €, F-

Drewes, 3558 S. Jeſſerson Ayenue,

Negermiſſion an den Kaſſierer, Avenue, St. Louls, Mo.

St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge

ir. Theo. W. Eckhart,

3558

S.

für die

Jefferson


Miſſionszeitſc<hrift der Evangeliſc<-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Subsceription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. payable strietly in advance. Entered as sSecond-class matter at the Post Office at St. Louis, Mo., under the Act 'of March 3, 1879. Acceptance ſor mailing at special rate of postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

Auguſt

52. Jahrgang.

IEſu

Ruf

Zug

um

Zug

auf

Jakobs

Brunnenſpuren.

?

Hebet eure Augen auf, ihr Schnitter, Schaut hinaus aufs weite Saatenfeld! Mitten

in

der

Erde

eitlem

Flitter

Hat der HErr zum Wirken eu beſtellt. Auf, und laßt die Sicheln fröhlich klingen, Ähren, Garben unter Dach zu bringen! Hebet Weil

eure

da3

Augen

Feld

auf,

ſchon

ihr Scnitter,

längſt

zur

Ernte

weiß!

Steigt am Himmel auf ein ſchwer Gewitter, Dann verſchärft der Landmann Müh' und Fleiß, Daß die Frucht der Arbeit er gewinne, Nichts vom Ernteſegen ihm zerinne.

Ein

Freudentag

in Manſura,

Ur. 8.

zur Miſſionsernte. Joh.

„Hebet eure Augen auf, ihr Sc<nitter!“ Spricht der große Heidenmiſſionar. Er, dem keine Arbeit war zu bitter, Sieht mit Luſt die heilsbegier'ge Schar Eilen über Sichars Frühlingsfluren,

1930.

La.

Öfters ſchon hatte der Schreiber das Vergnügen, öſtlich vom mächtigen Miſſiſſippifluß die Sümpfe zu * ſehen, die e3 dort gibt, ſowie die moosbede>ten Eidbäume, die Rei3- und Kornfelder, die ſc<önen Fichtenwälder und einige lutheriſche Kir<hen, die man hier und dort antrifft. Aber nie hatte ſic ihm bis dahin die Gelegenheit geboten, ſich die vielbeſc<hriebenen Land-

4, 35.

Hebet eure Augen auf, ihr Sc<nitier! Vor eud) liegt ein weit Samaria. Brecht entzwei .der Sünde Eiſengitter Dur< die Saat, geſät auf Golgatha! Die ſhaſft Erntefreuden ſondergleichen, Freuden, die ins ew'ge Leben reichen. Hebet eure Augen auf, ihr- Shnitter! Lot eu< nicht das edle Garbenfeld? Gott ſchi>t euch nicht aus al3 Leidenbitter; Lebensweder braucht die tote Welt. Wenn aud dieſer ſät, der andre ſc<neidet: Jeder froh am Werk die Augen weidet. Hebet eure Augen auf, ihr Schnitter! Erntezeiten rauſchen raſc< vorbei. Zieht ins Feld als wa>kre Glaubenzritier! Gotte3 Wort belebt die Wüſtenei. Sammelt, ſammelt ein, weil noh die Sonne Land und Meer begrüßt mit Luſt und Wonne! O. R. Hüſchen.

ſchaften weſtlich vom Vater der Ströme anzuſc<hauen. Wie oft ſhon hatte er gewünſ<t, die Bucht Plaquemine und den At<afalayafluß zu ſehen, über die der Dichter Longfellow ſo viel zu ſagen weiß in ſeinem Zvangeline und in der Umgebung weldes Fluſſes im Jahre 1927 ſo viele Menſc<en zitterten

und zagten wegen der großen Überſhwemmung!

Wie

oft war aud) ſhon der Wunſd) in ihm aufgeſtiegen, einmal die Gemeinde in Manſura zu beſuchen, von


114

Die Miſſions-Taube.

der er bereit3 viel gehört hatte, mandje von deren Gliedern aud ſ<on den Gotte35dienſten in ſeiner Kir<he in New Orlean38 beigewohnt hatten! Am 6.ZJuli war es ihm endlid) vergönnt, die maleriſche Landſchaft jener Gegend zu bewundern und der Gemeinde in Manſura, La., einen Beſu abzuſtatten. An dieſem Tag ging es nämlid) mit dem Schnellzug nad) Bunkie und von Bunkie im Automobil nac) Manſura. Al35 P. Thompſon3 Ford auf der mit Kies beſtreuten Landſtraße nad) Manſura dahineilte, ſah der Screiber aud) nicht einen einzigen Neger. Erſt als ſechzehn Meilen zurügelegt waren und das Auto in das Städt<hen Manſura einlief, ſah er- wieder Kinder Hams5. Manjura ſ<wärmte nur ſo von Negern, und als wir das Städt<hen hinter uns hatten und noch zwei Meilen weiterfuhren bis dahin, wo unſere Negerkirdhe ſteht, da kam uns kein Weißer zu Geſi<ht. Dies überzeugte den Schreiber, daß unſere Kir<he in Manjura gut gelegen iſt. Sobald man in die Nähe der Kir<e kommt, ſieht man hier und dort alte, verwitterte Häuſer, umſäumt von Bäumen und umgeben von Baumwoll- und Kornfeldern. Dies ſind zum größten Teil Wohnungen unſerer Negerdriſten, derentwegen dieſe Gegend auch KLutherville genannt wird. Wie unſere Chriſten hier ihr Aus8kommen finden können, iſt dem Schreiber unbegreiflich. Al3 ein Glied nad) dem Abendgotte3dienſt zu ihm kam und ihm beteuerte, daß e3 ihm wohl unmöglid) ſein werde, im kommenden Sduljahr für ſeinen Sohn, der nun ſchon ein Jahr in unſerer Luther Preparatory School hinter ſich hat und ein fleißiger Student war, ſo viel zu ſchi>en wie im verfloſſenen Schuljahr, da fragte ich ihn, wovon er ſic denn ernähre. Seine Antwort war: „J< habe einige Hühner und Schweine und ziehe Baumwolle und Zukerkorn auf den zwanzig Aker Land, für deren Benutzung ich jährlich hundert Dollar3 Pachtzins zahle. Dies Land brachte mir jährlich immer da3 Allernötigſte ein. Wa ic ſonſt no<h für meine Familie bedurfte, hat der liebe Gott mir auf andere Weiſe gegeben. Dies Jahr aber wird mir das Land kaum mehr al3 die hundert Dollar3 Rente einbringen.“

'Aber wa3 war es8 denn eigentlich, was den Screiber am 6. Juli nac Manſura führte? Doch nicht, um

ſich nur die Gegend anzuſehen und die Gemeinde in Manſura zu beſuchen? Id will dir ſagen, lieber Leſer, was mid dorthin führte. Der obengenannte Tag war ein Freudentag für unſere St. Paul8gemeinde bei Manſura, und ich ſollte dort eine Feſtpredigt halten. Und die Veranlaſſung zur Freude war etwa8 ganz Beſonderes. Im Morgengottesdienſt predigte

der aus8 dieſer Gemeinde ſtammende junge Paſtor Luther Robinſon zum erſtenmal nad) ſeiner Abſolvierung des Immanuel Lutheran College in Green3boro. Nahezu hundertundzwanzig Leute waren in der Kir<he verſammelt, um die Predigt zu hören. Wie freute ſich die Gemeinde, aber ganz beſonder3 Vater und Mutter des Kandidaten, daß der liebe Gott ihn zugerichtet hatte, ſein Wort zu verkündigen! Am Nachmittag ſ<lug die Stunde, die ſo viele in der St. Paulsgemeinde herbeigeſehnt hatten, die Stunde, in der die drei jungen Paſtoren aus dieſer Gemeinde,

Harvey

Lehman,

Dewitt

Robinſon

und

Luther Robinſon, ordiniert werden ſollten. Nahezu 175 Berſonen hatten ſich zu dieſem Gotte3dienſt eingefunden. Die Kir<e war gedrängt voll von Neger<hriſten und Neugierigen. Vor dieſer großen Sc<har

hielt P. E.R. Berger aus Alexandria, der auch aus dieſer Gemeinde ſtammt, die Ordination3predigt über

1 Tim. 4,16. Darauf vollzog P. C. P. Thompſon den Ordinations5akt unter Aſſiſtenz P. Berger8. E3 war eine erhebende Feier. Den Leſer wird es intereſſieren, zu hören, daß dieſe drei jungen Männer an ein und demſelben Tag in die Gemeindeſchule

zu

Manſura

eintraten,

an

ein

und

demſelben Tag konfirmiert wurden, an ein und demjelben Tag in unſer Luther College zu New Orleans eintraten, an ein und demſelben Tag in unſerer Anſtalt zu Green3boro ſich einfanden, an ein und demſelben Tag dort graduierten und nun an ein und demſelben Tag ordiniert wurden. Möge der liebe. Gott geben, daß alle drei an der reinen Lehre feſthalten und ſtet3 einen guten Wandel führen! Dieſe drei jüngſten Paſtoren, die aus dieſer Gemeinde hervorgegangen ſind, wurden von dem älteſten Paſtor, der auch aus dieſer Gemeinde kommt, ordiniert. P. Thompſon, ein Sohn dieſer Gemeinde, deſſen Geburtsſtätte nur wenige Scritte von der St. Paul3kir<e iſt und der die dortige Gemeindeſchule in ſeinen . jungen Jahren beſucht hat ſowie hier konfirmiert worden iſt, feierte am Abend dieſes Freudentage3 vor einer Verſammlung von 135 Perſonen ſein zwanzigjähriges Amt3jubiläum. Der Unterzeicnete hielt die Predigt über Pſ. 4, 7. Möge der liebe Gott P. Thompſon nod) lange im heiligen Predigtamt erhalten, ihm die nötige Tüchtigkeit zu ſegenöreiher Führung ſeine3 Amtes verleihen, damit dur<h ihn nod) viele von * ihrem Heiland hören und zu ihm geführt werden! E. H. Wildgrube. E53 iſt kein teurer S<haßz no< edler Ding auf Erden und in dieſem Leben denn ein redter, treuer Pfarrherr oder Prediger. (Luther.) '


und Familie.

Die Kapelle-Sc<hule in Manſura.

Erbaut 1916.

Lehrer A. Berger.

Koſten: 81,450.

'

Hliſſrons-Tauve.

P. C. Thompſon

aus

Bilder unſerer Kreolengemeinde bei Manſura, La.

Die 115


Die

116

Miſſions-Taube.

Ein Konfirmation3- und Wiedervereinigungsgotte8dienſt in der Mount Zion-Kirche, New Orleans. Zu

unſerm

Bild.

Im Juni durfte der Unterzeinete vierzehn Perſonen

konfirmieren

und

in die lutheriſ<e Kir<he auf-

nehmen, Nr. 1 bi3 13 und Nr. 22 auf dem Bild. Am ſelben Tag fand au ein in unſern Kreiſen üblicher Wiedervereinigungsgottes5dienſt ſtatt. Nr. 14 bis 29 und Nr. 33 und 44 wurden vor einem oder vor zwei Jahren konfirmiert. Wir laſſen nun die Namen folgen. Ihr Vater iſt Nr. 41. Nr. 1. Jeſtina Potter.

Nr. 21, im September in die Luther Preparatory School zu New Orleans eintreten. Nr. 22. Lawrence Edward8, Louis Lee (Nr. 44), Dorothy Wilſon (Nr. 29) und Lilian Sabourin (Nr. 27) haben lektes Schuljahr die Luther Preparatory School beſucht und werden dort im September ihr Studium fortſezen. Kilians Mutter, Nr. 30, Nettie Sabourin, iſt die Mutter de3 Clemonce Sabourin, der auf der Anſtalt in Green35boro, N. C., ſtudiert, um lutheriſcher Paſtor zu werden.

des

Schweſter lang

Artemiſe

Clemonce.

in der Bethlehemsſchule

richtet.

Zwei

ihrer Töchter

-

Ein

Konfirmation3-

und

Wiedervereinigungsgotte8dienſt

Dieſer iſt der Präſident der Mount Zion-Gemeinde. Nr. 3. Edna Johnſon. Nr. 2. Jimmie Booth. 5. Bertile Williams. Nr. Nr. 4. Lillian Parker. Nr. 7. Fanny Hawkins. Nr. 6. Glady3 Dexter. Nr. 9. Jrvin Hater. Nr. 8. Jame3 Jones. Nr. 10. Clarence Dalcour. Nr. 11. Herbert McLeain. Nr. 13. Walter Nr. 12. Damon Grave3 Scott.

Gaines.

Sein Vater, John Gaines, Nr. 37, war der

erſte Neger, der in New Orleans getauft wurde, nämlich in der weißen Zionskir<he (jehiger Paſtor Ed.

Kuß), und zwar ein Jahr vor der Ankunft unſers erſten Miſſionar38, P. F. IJ. Döſc<her3 (1878). Walter Nr. 14. Ethel Fields. mödte gerne Paſtor werden. Nr. 17. Henrietta Green. Nr. 15. Melvin Lewis.

Nr. 18. John Battiſte. Nr. 19. John Dimes. Nr. 20. Alphonſe Lewi3.

Dieſer wird

mit Jerome

Walker,

in

der

Mount

Zion-Kir<e,

43, iſt eine

Evan,

Nr.

in New

Orleans

Sie

hat zwei

beſuchen

New

Schuljahre

unſere

unter-

Ilount

Orlcans.

Zion-Sc<hule, und ein Sohn wird im Herbſt in die Ihr Bruder, Lionel Sabourin, Scule eintreten. Nr. 16, möchte ebenfall3 lutheriſcher Paſtor werden. Seine Kuſine, Annabel Brown, Nr. 26, wird im Sep-

tember in die Luther Preparatory School eintreten,

um ſich für das Sc<ulamt vorzubereiten. Nr. 24. Oliver DalNr. 23. Herbert Crowley. cour. Nr. 25. John Joſeph. Nr. 28. Doris Thompſon. Sie iſt an einen Mann verheiratet, der bereit3 einige Jahre ausgezeihnete Dienſte als Gemeindekaſſierer geleiſtet hat. | : Zion-Sc<ule: Nr. 35. Mount der Drei Lehrerinnen Kinder im zweiten die Carrie Taylor. Sie unterrichtet und dritten Grad. Ihre Schweſter Maud ſtudiert auf Nr. 36. Elſie Gilbert, der Anſtalt in Green3boro. Kleinkinderklaſſe. Nr. 42. ZJ. Andrew Seraile, Ober-


Die

Mijſtons-Taube.

lehrer und Organiſt der Gemeinde. Nr. 31. Evelyn Thompſon, die Mutter des Gemeindekaſſierer3. Nr.34, Ada Barſo>, und Nr. 32, Ellen Ho3bond, ſtehen neben dem Paſtor. Nr. 38, Cornelius Taylor, und Nr. 39, Juſtin Drayton, ſind Brüder, Nr. 40, Harriſon Edwards,

iſt Kirhen-

und Sculdiener.

Dieſe ehemaligen Konfirmanden antworteten beim Aufrufen ihres Namen, indem jeder ſeinen GedächtniSſprud), den er einſt bei der Konfirmation erhalten hat, aufſagte. Faſt alle gingen zum Tiſch des HErrn mit den eben Konfirmierten.

Dieſer Gotte3dienſt war

von etwa 200 Perſonen beſucht. den auf dem Bild ſind Kinder oder betreffenden Sonntag wurde das zweimal gefeiert, vormittags und

Die NebenanſtehenBeſucher. An dem heilige Abendmahl abends. O. W. Lücke.

Raſſenvorurteile. Der „Miſſion3bote“ enthält einen Artikel über „Weltmiſſion und Raſſenfrage“, dem wir folgendes für die lieben Leſer der „Miſſionstaube“ entnehmen: Man erzählt von einem kleinen ſchwarzen Jungen, daß er in einen Laden ging und um Erlaubnis bat, das Telephon zu benußen. Der Eigentümer kannte den Jungen und ſagte: „Ganz gewiß, James!“ Darauf hörte der Eigentümer folgendes einſeitige Geoſpräd: “Hello! Sind Sie Frau Jone3? ZJ) höre, Sie halten gern einen Jungen, der Jhnen das Gra3 ſ<neidet, die Hühner füttert und aud ſonſtige Arbeit verrichtet.“ „A<h, Sie haben ſchon einen Jungen? Sind Sie mit ihm zufrieden? =- Sie ſagen, er iſt ganz zuverläſſig? So. Danke, Frau Jone38! Good-by !* Al3 der Junge den Laden verlaſſen wollte, ſagte der Eigentümer zu ihm: „Wenn du Arbeit ſuchſt, James, könnte ich dir vielleicht etwas zu tun geben.“ „PO nein, id danke. J< arbeite bei Frau Jones. Id) wollte bloß mal auf dieſe Weiſe nachfühlen, wie ſie mit mir zufrieden iſt.“ In unſerm Programm wollen wir die3mal aud) einmal „nachfühlen“, wie e3 bei uns ſelber ſteht mit dem Raſſenvorurteil und wie wir es lo8 werden können. Was

iſt Naſſenvorurteil?

Bei manchen Leuten iſt es dies, daß ſie einzelne Gruppen einer Raſſe richten, ehe ſie nur irgendwelde Berührung mit ihnen gehabt und ſie näher kennenSo meinen zum Beiſpiel viele, daß gelernt haben.

alle Japaner

117

unehrlich,

und

die

meiſten

Neger

liederlich

andere Ausländer ſ<mutig ſind uſw. Bei andern Leuten äußert ſich da3 Raſſenvorurteil in einem Widerwillen, der dadurd entſtanden iſt, daß fie unangenehme Erfahrungen gemacht haben. Woher

kommen

ſolche

Vorurteile?

Ein kleines Kind zeigt nie ſol<e Gefühle. Man beachte nur eine Gruppe von Kindern in einem Kindergarten. Sie faſſen ſic) an den Händen, Neger und Weiße, Jtaliener und Mexikaner, Japaner und Chineſen, ohne irgendwelchen Unterſchied zu bemerken. Aus no< andern Beobachtungen, die man gemacht

„hat, geht klar

hervor,

daß

Raſſenhaß

unter

Kindern

angelernt und nicht vererbt iſt. Hat nicht jemand uns dieſen Haß beigebracht, ſo iſt er, wenn er in unſern Herzen zu finden iſt, auf einige böſe Erfahrungen mit Menſc<en anderer Raſſen zurü&zuführen oder auf unſere eigene Unwiſſenheit oder die Furt, wir könnten um ſol< Fremder willen Arbeit und Verdienſt verlieren oder ſie als Nachbarn bekommen, und dergleichen

mehr.

Welc<es ſind die NRaſſenfragen, die beſonder3 in den Vereinigten Staaten vorkommen? In den Vereinigten Staaten iſt eine aus zehn Perſonen ſc<warz. Daher iſt unſere größte Raſſenfrage die, daß wir weißen Amerikaner uns mit den 12,000,000 Negern vertragen. An unſerer Weſtküſte gibt es 175,000 Orientalen. Im ganzen Lande gibt es Tauſende von au3swärtig Gebornen nebſt ihren Kindern, hauptſächlich au3s dem ſüdlichen Europa, die nicht dieſelben geſelligen, ſozialen oder religiöſen Begriffe haben wie wir, die Erben de3 ProteſtantiöSmus. Scließlich wären no<h die amerikaniſchen Indianer zu erwähnen, obwohl man kaum von einer Raſſenfrage reden kann, wenn der Vizepräſident de3 Landes Curtis ſich deſſen rühmt, von Indianern abzuſtammen. Wie kommt e3, daß einer ſich mit ſeinem Sndianerblut brüſtet, während ein anderer mit gleichen Errungenſchaften e3 nicht wagen würde zu ſagen, daß Negerblut in ſeinen Adern fließt? Sſt es möglich, dieſe Vorurteile zu überwinden? Ganz gewiß; aber dazu gehört, daß wir erſtlich erfennen, daß vor Gott kein Unterſchied iſt; alle MenIhen, ob weiß, rot, gelb oder ſ<warz, ſind Geſchöpfe ſeiner Hand und ſind allzumal Sünder, aber au<h alle ohne Au38nahme erlöſt dur<h da38 Blut JEſu Chriſti. Sodann können wir unſer Raſſenvorurteil beſſer überwinden, wenn wir un3 mit andern Völkern beſſer bekannt maden, ihre Sitten und Gebräuche nicht de3wegen veradten, weil ſie von den unſrigen abweichen,


118

Die

Miſſtons-Taube.

und ſie auc<h niht de8halb über die Achſel anſehen, weil ſie un3 an Bildung nicht glei ſind. Z. eine franIn ihrer frühen Jugend hatte-Frl. zöſiſc<-canadiſche Bonne oder Kinderwärterin, die ſie tief vera<htete. Seit jenen Tagen hegte ſie ein VorurMit der Zeit teil gegen alle franzöſiſ<en Canadier. ſah ſie aber ein, daß ein ſolche38 Gefühl weder verſtändig noh <riſtlic) ſei; do) war ihr Widerwille gegen jene Canadier ſo ſtark, daß es ihr unmöglich war, ſi davon durd) bloße Wünſc<e zu befreien. Eine3 Tage3 wurde ſie zu einer Verſammlung in Canada eingeladen. Sie bat, man wolle ſie bei franzöſiſh<en Canadiern einquartieren. Man erfüllte ihre Bitte. Da erfuhr ſie, daß ſie ſich je und je eine falſche Vorſtellung von dieſen Leuten gemadt hatte. Nun wollen wir einige Tatſa<hen über die Neger hören, die uns vielleicht zu einer andern Anſicht verhelfen werden. Vor ungefähr zehn Jahren veröffentlichte eine kleine Anzahl von Weißen im Süden folgende Grundſäße: „Kein Volk kann beſtehen, das ein andere3 Volk herabſekt; unſer eigenes Fortbeſtehen hängt davon ab, daß wir erkennen, daß die Neger dem Fleiſche nach unſere Brüder ſind. Die ſchwarze Minderheit in unſerer Mitte bietet uns die ſtärkſte Aufforderung hierzu. Die Frage iſt, ob wir Weißen unſere eigenen Seelen retten wollen.“ So entſtand 1919 die Commission on Interracial Cooperation, beſtehend aus den hervorragendſten Perjonen beider Raſſen, mit Zweigvereinen in etlichen hundert Städten und Counties von dreizehn ſüdlichen Der Hauptzwe> dieſer Kommiſſion iſt der, Staaten. der Minderheit3gruppe im Süden zu ihrem Recht zu verhelfen und dieſe Rechte ſicherzuſtellen. Der Fortjhritt des Neger3 iſt der Fortſchritt des Weißen. Booker T. Waſhington ſagte: „Man kann nicht einen andern in der Grube halten, ohne ſelbſt in die Grube zu ſteigen.“ Der gebildete und weitſchende Schwarze iſt ein beſſerer Nachbar al3 der unwiſſende. Die Grundſähe diejer Bewegung ſind Verkehr-und Zuſammenwirken zwiſchen Schwarzen und Weißen. Die Hauptbemühungen dieſer Kommiſſion wurden verwandt auf Gerechtigkeit in den Geri<t3höfen, auf das Vermeiden von Gewalttätigkeiten, auf die Bildung der Neger, auf beſſere Gan tzzuſtände und Arbeit3verhältniſſe uſw. Mehr: al3 hundert ſüdlihe Schulen bieten regel mäßige Lehrkurſe über Raſſenbeziehungen. -Von einem Kurſus -über die Raſſenfrage im Teachers?

College der Columbia University in der Stadt- New

181.218

York verſpricht man ſich Gutes, da dieſe Lehrer in- den Klaſſenräumen die Kinder direkt beeinfluſſen.

Die Kommiſſion ſett ſeit den lezten zwei Jahren Preiſe aus für den beſten Aufſaß von Studenten über die Raſſenfrage, und viele haben ſich um dieſe Preiſe beworben. Die Kommiſſion ſammelt au< Beiſpiele von Heldentaten, von außerordentlihen Erfolgen und Neuigkeiten von allgemeinem Intereſſe über Neger für 2,000 Zeitſchriften, darunter Zeitſchriften, die von Negern herausgegeben werden. Die Associated Press wirkt auc mit in dem Beſtreben, die öffentliche Meinung in dieſem Punkte zu beeinfluſſen. Die meiſten Anſtalten zur Erziehung von ſolchen, die Leiter der Schwarzen werden ſollen, werden von kirchlichen Behörden gegründet und erhalten. Die große Mehrheit der Elementarſchulen und Hochſc<hulen für Neger ſind dur< die gewöhnlichen Sculagenturen in Stadt, County und Staat, mit Zugaben von Privatvermögen vorgeſehen worden, wie zum Beiſpiel die Noſenwaldſtiftung. Jm Jahr 1914 madte Julius Roſenwald, ein Chicagoer Jude, bekannt, daß er einen gewiſſen Prozentſatz de3 Koſtenpreiſes irgendwel<her Landſ<ulen für Neger in den Vereinigten Staaten bezahlen würde, wenn dieſe gewiſſe Anforderungen berückſichtigen würden. Na dieſem Plan ſind mehr als 3,900 Schulen zum Geſamtkoſtenpreis von 17: Millionen Dollars gebaut worden. RNoſenwald bezahlte davon ein Fünftel. Intereſſante

Errungenſchaften

der

Neger.

Cri5pu3s Attu>s iſt der erſte in der Liſte auf dem Denkmal in Boſton, das denen zu Ehren errichtet worden iſt, die in dem erſten Treffen der amerikaniſ<en Freiheitskämpfer gegen die Engländer gefallen ſind. Die Spurkränze an Eiſenbahnrädern, die Maſchinen zum Herſtellen moderner Schuhe und die Ölj<halen an den Maſchinen ſind von Negern erfunden worden. Mehr al3 800 Patente ſind an Neger aus8geſtellt worden. Ein größeres Verhältnis von Negern als von irgendeiner andern Naſſe wurde im Weltkrieg auf der amerikaniſchen Seite ausgehoben. Lord Bryce von England ſagte: „Der amerikaniſche Neger hat in ſe<zig Jahren beſſere Fortſchritte gemadt als irgendeine .andere Raſſe in einem ähnlichen Zeitraum.“ ---------2---------

Angaben

über Afrika.

Nordafrika mit Einſ<luß Ägyptens hat 40 Millionen Einwohner, meiſtens Mohammedaner. Süd.afrika'hat 10 Millionen, von denen viele wenigſtens "dem Namen nad Chriſten ſind. - Zwiſchen Nord- und Südafrika befindet ſich die große Mane von 90 Zu lionen: heidniſher Schwarzer.


Die

Mijſſions-Taube.

Afrika hat einen Fläc<heninhalt von 11,500,000 Quadratmeilen -- ein Viertel des Flächenraums der ganzen Erdoberflähe. EZ iſt faſt viermal ſo groß als die Vereinigten Staaten. Afrika hat dreimal mehr Fläc<henraum als China, ein Drittel ſo viele Einwohner, aber einen weit größeren Reichtum an Robhſtoffen. Die Küſte Afrikas iſt ebenſo lang wie der Kreis um die Erde. Liberia, eine Negerrepublik mit 2 Millionen Ein-

wohnern, iſt dreimal ſo groß als Holland. Portugieſiſch-Oſtafrika iſt a<tmal größer als Portugal, der Franzöſiſche Kongo dreimal ſo groß al3 Frankreich, der Belgiſche Kongo ſiebenundneunzigmal größer als Belgien und hat zweimal ſo viele Einwohner. Kairo,

die

größte

Stadt

Afrikas,

hat

791,999

Einwohner und 430 mohammedaniſc<he Moſd<een. Die Hälfte des Golde3 in der Welt iſt wahrſc<heinlich in Afrikas Bergwerksgründen. Die Kimberley-Diamantminen liefern jährlich 25 Millionen Dollar35 wert Diamanten, da3 heißt, 90 Prozent aller in der Welt gelieferten Diamanten. Die Kupferminen Afrikas ſind größer als die Kupferminen Nordamerikas und Europas zuſammen, und ſein Reichtum an Eiſenerz iſt größer als derjenige Nordamerikas. Afrika hat 800,000 Quadratmeilen Kohlenfelder, die no< kaum berührt ſind. Im Jahr 1882 wurde 3820 wert Kakao von der Goldküſte exportiert; heute beläuft ſi der Wert des jährlich exportierten Kakao3 der Goldküſte auf 315,000,000. Vor dem Einfall der Mohammedaner in Nordafrika gab es dort 40,000 <riſtlihe Kirhen. Im Jahr 696 überfluteten mohammedaniſc<e Araber das Land. Unter den Berbern, die etwa 70 Prozent der Einwohner Nordafrikas bilden, haben ſich no< au3 der Zeit ihrer Vorfahren Sagen von Chriſto erhalten. Sie ſind der Miſſion de3halb mehr zugänglic al3 die übrigen Mohammedaner. In Ägypten können in der Regel nur 3 Frauen aus je 1,000 leſen und ſchreiben. Die Sterbefälle von Kindern unter einem Jahr bilden in Ägypten 31 Pro"zent ſämtlicher Todesfälle unter den Eingebornen. Aus je 90 Perſonen iſt eine blind.

Unwiſſenheit,

Aberglaube,

Armut,

Vernadläſſi-

gung ſind das Erbteil des heidniſchen Afrikaner3. Hunderttauſende von Eingebornen“ ſind 100 bi3 900 Meilen vom nächſten Arzt entfernt. „Der Zauberdoktor iſt Arzt wie Prieſter des Afrikaner.

119

Jeder mohammedaniſche Händler au3 Nordafrika iſt als ein Miſſionar ſeiner Religion unter den Negern Mittelafrikas zu betrachten. Der Weiße iſt in Afrika, um Gold, Diamanten, Elfenbein, Kautſchuk, Baumwolle, Felle, Öl, Kupfer, Zinn und Wolle zu ſuchen. Rum und geſchäft3mäßige Proſtitution ſind die zwei Dinge, die der Weiße nac< Afrika gebracht hat. Letztere iſt viel gefährlicher als die Vielweiberei der Eingebornen. Drei Hauptbahnen dur<dringen da3 Herz Afrika3: die Cape-to-Cairo-Eiſenbahn, die Bahn von Mombaſa am Indiſchen Ozean und diejenige nah Weſten von Boma nad) Leopoldville. E53 gibt drei große Miſſion3probleme in Afrika, die der Beachtung und Löſung ſeitens de3 Chriſtentum3 harren: 1. Jm Norden befindet ſich eine große mohammedaniſc<e Bevölkerung, die ſehr ſ<wer mit der Botſchaft von Chriſto zu erreichen iſt. 2. Mittelafrika hat eine große Negerbevölkerung, die 700 verſ<hiedene Sprachen und Dialekte redet, in Tauſende von Stämmen geteilt iſt und in Hunderttauſenden von Dörfern wohnt, und zwar in Unwiſſenheit, Aberglauben und Armut. 3. In den großen Minendiſtrikten Südafrikas kommen die Neger in Berührung mit den ſ<limmſten Vertretern der ſogenannten europäiſchen und d<riſtlichen Ziviliſation, und viele von ihnen werden körperliche und moraliſ<e Wracks. Dieſe Probleme laſſen ſic) nur ſo löſen, daß die armen Heiden im Dunklen Erdteil das Evangelium von dem Heiland der Sünder im Glauben annehmen und dann in der Kraft Gotte3 nah ſeinem Worte wandeln. Troß jahrelanger Arbeit und edler Hingabe menſ<lichen Leben3 ſind biSher weniger als 2 Prozent der vielen Millionen Afrikaner Glieder proteſtantiſcher Kirhen geworden. (Alissionary Review.)

Lutheriſche Diakoniſſen. Für unſer Bethe3da-Heim und unſere Diakoniſſenſchule in Watertown, Wi3., war der 4. Mai ein wichtiger Tag, wurde do an dieſem Tage wiederum eine Klaſſe lutheriſ<er Diakoniſſen, die vierte in der Geſchichte unſerer Schule, zu ihrem Dienſte beſtellt. Die Namen der Graduierten ſind: Marie Labrenz von Pitt38burgh, Pa., Anna Marty von Leigh, Nebr., und Margarete Gieſchen von Milwaukee, Wi3. Die Feier fand ſtatt in der St. Johanniskir<e (P. F. H. Egger3) am Sonntag Miſericordia8 Domini. P. Hermann Gieſchen predigte auf Grund de3 lekten

Verſes de8 Sonntags8evangeliums8, Joh. 10,16, von


Die

120

Miſjſions-Taube.

-=

der herrlichen Arbeit, ZEſu, dem guten Hirten, behilflich zu ſein, ſeine Auserwählten zur <riſtlichen Kir<he zu ſammeln und zum ewigen Leben zu führen. P. Wilhelm Lochner ermunterte auf Grund von Mark. 2, 1--5 die Diakoniſſen durd) das Beiſpiel jener vier Männer, die den Gichtbrüchigen zu JEſu brachten, in der Arbeit der Liebe allen Fleiß und Beharrlichkeit des Glaubens zu beweiſen. Der St. Johannis8<hor unter Leitung Lehrer E. Matthe3' und der Bethe3da-Chor trugen paſſende Lieder vor. Lehrer O. Kolb ſpielte die Orgel. Nad) der Feier in der Kir<e verſammelten ſid) die Graduierten und ihre zahlreichen Freunde in dem Gemeindehaus. Der Frauenverein hatte in freundlicher Weiſe für Bewirtung geſorgt. Unſer Bethe38da-Heim iſt in den Gemeinden der Synodalkonferenz wohlbekannt. E53 ſind aber ver-

Margarete

Gieſchen.

Dice drei zu Watertown,

Anna

WiS.,

Marty.

inſtallierten

hältniSmäßig wenige, die von unſerer Diakoniſſenſ<ule etwas wiſſen. So kommt e3 aud, daß wir ſo wenig Schülerinnen haben. Und dod) gehören unſer Heim und unſere Diakoniſſenſchule zuſammen. Die Scule iſt aus den Bedürfniſſen des Heim3 herausgewachſen. ES hat in unſern Wohltätigkeit5anſtalten ſ<on immer an weiblichen Pflegern gefehlt. Solche Pflegerinnen ſollten nicht nur willig ſein zu arbeiten, ſondern auch fähig, auf die Pfleglinge belehrend und erziehend einzuwirken, und zwar in rechtem <riſtlichen Geiſte und in herzli<her Liebe und mit Verſtändnis der Eigenart der Patienten. Zu dem Zwede haben wir ſeit 1925 eine Diakoniſſenſchule, verbunden mit dem Bethe3da-Heim. Unſere Scule hier hat e3 ſich nicht zur Aufgabe gemadt, Krankenpflegerinnen für Hoſpitäler (trained nurses) auszubilden, ſondern bereitet vor hauptſächlich für die Arbeit in Wohltätigkeit3anſtalten oder in Gemeinden als Gemeindeſhweſtern (parish

deaconesses).

Die Ausbildung iſt zum Teil theoretiſch, zum Teil praktiſ<. Die Schülerinnen werden während- der zwei Jahre unterrichtet in Bibelkunde, Katechi5mus, Kir<engeſchic<hte, Miſſion3geſchichte, Phyſiologie und Pſychologie. Sie bekommen Anleitung in den Anſang38gründen der Krankenpflege. Sie werden angeleitet, unſere lutheriſ<en Kir<enlieder zu ſpielen. Hand in Hand mit dieſer wiſſenſchaftlichen Au3bildung geht die praktiſche Ausbildung. Vom erſten Tage an müſſen die Schülerinnen tüchtig mit zufaſſen, gewöhnlid) zuerſt in der Küche, dann in der Wäſcherei, in den Abteilungen, im Verbandzimmer, in dem Krankenzimmer, im Nähzimmer und in der Office. Sie erlangen dadurch eine vielſeitige Ausbildung, die von großem Wert iſt für ihre ſpätere Arbeit in Waiſenhäuſern, Altenheimen, Erholung3heimen. Gegenwärtig ſind die fünfzehn Diakoniſſen, die ihre

Marie

lutheriſchen

Labrenz.

Diakoniſſen.

Anusbildung hier empfangen haben, in folgenden Arbeitsfeldern tätig: Matrone und Hilfsmatrone im Altenheim in Buffalo, N. Y.; Pflegerinnen (zwei) in der training-school in Addiſon, ZU.; im Waiſenhaus in Marwood, Pa.; im Jndianer-Waiſenhaus in Ari-

zona;

in einer Gemeinde

(als parish deaconess)

in

New York; in einer Gemeinde in St. Paul, Minn.; im Altenheim in Belleplaine, Minn. ; College-Krankenpflegerin in Seward, Nebr.; Pflegerin im Erholungs8heim in St. Louis, Mo.; Krankenpflegerin in Beaver Dam, Wi3.; Matrone und Lehrerin im Bethe3daHeim in Watertown, Wi3.; und eine bildet ſich noch weiter aus in der Krankenpflege im Hoſpital zu Beaver Dam, Wis. BiSher hat Gott ſich ſichtbar zu unſerer Arbeit bekannt. Nidt nur ſtehen unſere fünfzehn Diakoniſſen alle nod) in der Arbeit, ſondern ſie zeigen au großes Intereſſe an ihrer Arbeit und große Anhänglichkeit an ihr Bethe38da-Heim und ihre Diakoniſſenſchule.

Dies zeigt ſich beſonder3 deutlich, wenn wieder einmal


Die

Mijſions-Taube.

eine Klaſſe graduiert. Dann kommen die früheren Schüler, wenn ſie irgend können, und nehmen an der Feier teil; wenn ſie nicht kommen können, ſch<i>en ſie Geſchenke, Briefe oder Telegramme an ihre graduierten Schweſtern. Dies Jahr waren von den fünfzehn früheren Schülerinnen ſieben zur Feier erſchienen. Es iſt kein Zweifel, die gemeinſchaftliche Beſchäftigung mit Gottes Wort und die gemeinſc<haftliche Arbeit der Liebe an den notleidenden Brüdern und Schweſtern hat ein feſtes Band der Liebe zueinander geſc<haffen. Den Diakoniſſen werden ihre Arbeitsfelder dur die Diakoniſſengeſellſc<haft zugewieſen, und ſie bleiben aud) in dieſen Arbeitsfeldern unter der Aufſicht der Geſellſchaft.

Der

Unterricht

in der Diakoniſſen-

ſchule iſt koſtenfrei; die Schülerinnen erhalten monatlic) noc Geld für perſönliche Ausgaben. Die Diakoniſſengeſellſchaft verpflichtet

ſich, für

die im Dienſt

ſtehenden Diakoniſſen auc in Krankheitsfällen und im Alter zu ſorgen. Die Wohltätigkeit5geſellſchaften oder die Gemeinden, die Diakoniſſen anſtellen, bezahlen für ihre Dienſte an die Diakoniſſengeſellſchaft und dieſe gewährt den Diakoniſſen monatliche Gelder in genügender Höhe, ihre perſönlichen Bedürfniſſe zu de>en. Sole, die in die Diakoniſſenſ<hule hier eintreten wollen, ſollten ſic) mit dem Superintendenten der Anſtalt, Herrn Louis Pingel, in Verbindung ſeen. Anfragen werden gerne und prompt beantwortet. Gott der HErr, dem wir dienen, ſende un3 <riſtlic) geſinnte Schülerinnen. Er ſegne ferner unſer Bethe5da-Heim und unſere Diakoniſſenſc<hule! W. T. Naumann.

China. Auc< da3 vergangene Jahr hat China keinen inneren Frieden gebra<t. Gegenwärtig ſteht die Zentralregierung in Nanking wieder in den ſ<werſten Kämpfen mit ihren Gegnern, die ſie in weitem Umkrei3 umgeben. In der Hauptſache ſind e3 die3mal Yen Hſi Shan und Feng Yü hſiang, der eine der Gouverneur der Provinz Shanſi, deſſen Einflußgebiet aber bedeutend über dieſe eine Provinz hinausgeht, der andere der ſogenannte <riſtliche General, der ſhon ſo mandhen Führer in China geſtürzt hat, indem er ſich in entſcheidenden Augenbli>ken von ihm trennte oder aber ihm im offenen Kampfe entgegentrat. Dur das ganze vergangene Jahr hindur< war er der gefährlichſte Gegner des Präſidenten Tſ<hiang Kai Sche>, der aber immer wieder im lezten Augenbli> nod) davon abgebradht werden konnte, ſic mit ganzer Kraft auf die lezten Provinzen zu ſtürzen, die der Zentralregierung noh wirklich unterſtanden. Hielt ſic< Yen

121

biSher immer nod, wenigſtens halbwegs, neutral, ſo ſteht er jekt ganz deutlich auc< auf der Seite Feng3. Zu dieſen beiden größten Gegnern geſellen ſich nun alle

die

und

andere,

Generäle

kleineren.

Beſonder3

ſind

den

Monaten

der Provinz die in

Kwangſi, lezten

e3

unzufriedene

Tſ<hang

Fat Kwei

einmal

im

die einen breiten Streifen

von

Zuſammenhang, dann wieder auf eigene Fauſt der Regierung große Schwierigkeiten bereiteten; war doch Kanton zweimal in großer Gefahr, in die Hände Tſichang Fat Kweis zu fallen. Dies Angehen gegen die Zentralregierung machte es dieſer natürlich auch ſo gut wie unmöglich, die große Aufgabe wirkſam in die Hand zu nehmen, die ſie vor allem erfüllen muß, um China im Innern zu beruhigen, nämlich die Aufgabe, die zahlreichen Näuberbanden zu unterdrücken, die zu einer fur<tbaren Geißel für das Volk geworden ſind. Am mäctigſten und gefährlichſten von ihnen ſind die zuſammengeſc<loſſenen Banden,

dem Hinterlande von Swatau an bis zur Hunangrenze jo gut wie ganz beherrſchen und aus dieſem Gebiet bald hier, bald dort na< Fukien, nah Kiangſi, nach Kwangtung oder nach Tſc<ekiang vorſtoßen, nicht nur Dörfer, ſondern aud ſelbſt größere Städte au3plindern, Beamte und reiche Bewohner wegſchleppen, ermorden oder nur gegen große3 Löſegeld freigeben, wobei ſie e5 verſtehen, ſic immer wieder das Mänteldjen der Wohltäter der Armen umzuhängen, um auf - dieſe Weiſe im Volke ſelbſt immer mehr Anhänger zu gewinnen, die zu dieſen ſtark vom Bolſchewi3mu3 erfaßten Räubern als zu ihren Freunden und Rettern aufſehen ſollen. E53 iſt ihnen dadurd zweifellos gelungen, ſtrefenweiſe die arme Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen und ſie zum mindeſten zu ſtillen Bunde3genoſſen zu machen, wa3 der Regierung natürlic; die Verfolgung der Räuber außerordentlich erſchwert. Auf der andern Seite werden, wenn Truppen in die Gegenden einrücken, infolgedeſſen auch Mengen von Menſc<en hingerichtet, die niht zu den Hauptſchuldigen gehören, während dieſe in ihren S<hludten und Bergen ſc<hon längſt wieder in Sicherheit ſiten, wenn die Soldaten herangekommen ſind. Kaum aber werden die Truppen wieder weggezogen, um auf einem der zahlreichen Kampfpläte der Regierung gegen einen revoltierenden General Verwendung zu finden, ſo ſind die Näuber wieder zur Stelle, und nun folgt in der gleichen Weiſe die Rade an denen, die Spießgeſellen von ihnen verraten oder ſonſtwie den Verdaht oder das Mißfallen der Kommuniſten erregt haben. Niemal3 wird e8 feſtzuſtellen ſein, wel<e Mengen von Menſc<hen dur< dieſe Kämpfe umgekommen ſind. ' Aus8wandern, Soldat werden, zeitweiſes Weg-

gehen bringt alle3 eine Bevölkerung8bewegung hervor,


122

Die

Miſſions-Tauve.

“die zuſammen mit der Hunger3not, die weite Stre>en “China3 in ihrem fur<tbaren Bann hält und der ſchon *'Millionen und aber Millionen zum Opfer gefallen Jind, das Bevölkerung3bild China8, wenn e3 wieder einmal feſtgeſtellt werden kann, weſentlich anders zeigen wird, als e3 früher war. Und nod) iſt kein Ende dieſe3 Maſſenelend3 abzuſehen; denn nur ein3 iſt ſiher: wer aud in den jetzt wieder beginnenden Kämpfen ſiegt, dauernd bleibt er nicht an der Spiße, ganz China bekommt er nicht in ſeine Gewalt, das läßt ſ<on die Habſucht und die Machtgier der andern einfac< niht zu. Und trotzdem wird an der Verbeſſerung Chinas gearbeitet. Rund 60,000 Kilometer Chauſſeen ſind gebaut worden, wenn aud) 90 Prozent davon nur aus Erde, und ebenſo viele ſind nod) vorgeſehen. Autoomnibuſſe rollen auf dieſen Wegen und verbinden Ortſ<aften, die no<h vor gar nicht ſo langer Zeit auf die Sc<hubkarre als einziges Beförderung3mittel für ihre Laſten angewieſen waren. Aud für die -Arbeiter bemüht man ſich etwa3 zu tun. Wohl geſchieht e3 nod) ziemlich theoretiſch dur Veröffentlihung - von Geſezen und Beſtimmungen, deren Befolgung man nict erzwingen kann, aber daß ein Yuan, ein Miniſterium, für dieſen Arbeit8zweig geſchaffen iſt, zeigt doh deutlich die große Verantwortung, die die Regierung betreffs der Arbeiter im Volke fühlt. Da3 Erziehung3weſen iſt zwar in der praktiſchen * Durchführung vielen Schwankungen unterworfen, aber e3 ſteht dod) ſtark im Mittelpunkt des Intereſſe3 der Regierung. Bedenkt man, daß erſt 1907, vier Jahre vor der Revolution, die erſten ſtaatlichen Volk3ſ<hulen gegründet wurden, ſo ſind die 6 Millionen, für die bis heute Unterricht35möglichfeiten geſchaffen worden ſind, ſ<on ein ſtattlicher Erfolg. Aber ihnen ſtehen über 87 Millionen ſc<ulpflihtige Kinder gegenüber, die nod< keine Möglichkeit haben, irgendwel<he Bildung ſich anzueignen, und dieſer Rieſenaufgabe gegenüber mutet es allerding3 arg optimiſtiſ< an, wenn von leitenden Männern der Regierung davon geſprochen .wird, daß 1934 die große Schulreform beendet ſein -.müßte; die für jedes ſchulpflichtige Kind einen Platz in einer Schule vorſieht. Man brauchte dazu etwa 1,930, 000 Lehrkräfte mit einer halben Milliarde Mark, von denen die Zentralregierung 25 Prozent, die Provinzialregierung. 15 Prozent und die örtlichen Inſtanzen 60 Prozent aufbringen ſollen. - Aber 1949 wird allen Ernſtes al8 das Jahr genannt; wo dies Ziel erreicht ſein muß. - In bezug auf die äußere Politik hat China NEIEEE Zeiten dur<gemacht. In einem ſcharfen Zuſammenjtoß mit Rußland wegen der nach Wladiwoſtok durch

die Mandſc<hurei führenden Eiſenbahn hat China nachgeben müſſen, zermürbt durd einen latenten Krieg3zuſtand, der über die Kraft de3 Landes hinaus8ging. Dagegen hat die Regierung einfac<h die Sonderrechte der Ausländer, die Extraterritorialität, am 1. Januar 1930 für aufgehoben erklärt, ohne daß dagegen wirklich energiſcher Widerſpruch erhoben worden wäre, wenn au< die Au3swirkung dieſer einſeitigen Erklärung no< nicht in nennen5Swertem Maße eingetreten iſt. Immerhin hat China in einzelnen Fällen gezeigt, daß es mit der Maßnahme Ernſt machen will. Die Stellung der nationaliſtiſmen Regierung zur Roligion iſt weiter unklar geblieben. Daß Tempel und Tempelgüter weiter eingezogen worden ſind, iſt weniger auf die Stellung zur Religion überhaupt als auf den <hroniſc<en Geldmangel zurückzuführen, unter dem die Regierung und die einzelnen Machthaber leiden. Eine Verfolgung der <riſtlihen Lehre iſt nirgend3 von ſeiten der Regierung erfolgt, aber es läßt ſich dod) nicht verkennen, daß die Erlaſſe der Schulbehörden, wenigſtens in einzelnen Provinzen, deutlid) zeigen, daß man am liebſten aud dieſer Religion in den Sculen keinen Platz gönnen möchte, und der Kampf zwiſ<en Schulbehörden und Miſſion3ſ<hulen geht nod) weiter. E53 iſt wohl keine Frage, daß e3 nicht nur auf dem Gebiet de3 Religion3unterricht3, ſondern auc auf dem der religiöſen Beeinfluſſung in den Schulen no< zu ſchweren Zuſammenſtößen kommen wird, zumal das Ziel der Behörden immer mehr nicht nur die religion3loſe Schule, ſondern die abſolut weltliche Schule zu werden droht. Dem allem gegenüber ſteht das Chriſtentum und ſteht die <ineſiſc<e Chriſtenheit mit dem ausgeſprochenen Bewußtſein der Pflicht und de3 Rechtes, nicht nur ſein Glauben3leben zu wahren, ſondern auch andern dies Leben zu vermitteln, Alten wie Jungen. Die -<hriſtenfeindliche Propaganda, gerade aud) von ſeiten der gebildeten Jugend, hat zweifellos dem Anſehen des Chriſtentums in China einen gewiſſen Abbruch getan, und e3 beſtand ebenſo zweifellos die Gefahr, daß da3 Chriſtentum in die Verteidigungsſtellung gedrängt werden könnte, daß es nur nod) apologetiſch hervorzutreten: wagen würde. In der richtigen Erkenntnis, daß das der Weg zum Untergang wäre, haben weite <riſtliche Kreiſe den Ruf aufgenommen: -In fünf Jahren muß die Zahl der Chriſten in China ſich verdoppelt haben! So amerikaniſd da3 au auf den erſten Bli> erſcheint, ſo ſehr man dieſer Parole auc< innerlid) zuerſt einmal widerſtreben mag, als würde damit in das Herrſchaft3gebiet Gotte3 eingegriffen, ſo drückt dod) dieſer Vorſatz etwa3 au3, wa3 nicht überſehen und nicht unterſ<häßt werden darf. Gerade in den Zeiten der Bedrängnis, ja ſtellenweiſe Verfolgung


Hlijſions-Taube.

dur< die ausgeſprohen driſtenfeindlihen Kommuniſten muß dieſer Gedanke: wir ſind das Licht der Welt! in den Herzen brennend erhalten werden, muß

123

fangengenommen und grauſam behandelt. Durch Geldzahlungen gelang e3 jedod) nac einigen Tagen, ihn und andere Gefangene aus der Geſellſchaft der der Drang wa bleiben oder wa< werden, daß die „zum Tode Verurteilten zu befreien, worauf ſie in einer Fahnen des HErrn vorwärtsgetragen werden müſſen, offenen Hütte im Gefängnishof untergebracht wurden. muß den einzelnen Chriſten das Gewiſſen dafür geDa lagen ſie mit Ketten gefeſſelt. ſchärft werden, daß jeder die Aufgabe hat, wenigſtens Sobald ihr Mann gefangengenommen wurde, einen Mitbürger für das Chriſtentum zu gewinnen. hatte Frau Judſon heimlich jene wertvolle Shrift in DaZ hat ſich die Bewegung als Ziel geſteckt, und das die Erde vergraben, um ſie vor den Händen der Häſcher iſt das Geſunde in ihr, gerade wo die Klage nicht verzu bewahren. Al3 nun Frau Judſon ihren Mann im ſtummen will, daß es den <ineſiſchen Chriſten ſo vielGefängnis beſuchen durfte, war eine ſeiner erſten fach no< an der Bekennerfreudigkeit fehlt, daß nicht Fragen die, wa3 aus der Überſetzung de3 Neuen Teſtaeinmal genug Frauen durd ihre Männer in die Kirc<e ment3 geworden ſei, die ihn ſo viel Zeit und Mühe geführt werden. gekoſtet hatte. Die Regenzeit war angebrochen, und Und mitten in all dieſen Nöten und Sorgen, in im naſſen Grunde hätte da35 Papier jedenfalls bald all dieſen Fragen und Hoffnungen ſteht die Arbeit der zugrunde gehen müſſen. So erſann ſie denn einen Berliner Miſſion. Geographiſ<; wie die andern neuen Plan, das Scriftſtü> zu retten. Sie nähte e3 hauptſächlihen deutſchen Miſſionen am Rande de3 mit etwa35 Baumwolle und Flechtwerk in ein einfa<e3, Gebiete3 gelegen, das ſo völlig in den Händen der hartes Kopfkiſſen, wovon ſich hoffen ließ, daß niemand bolſ<ewiſtiſcen Räuber iſt und infolgedeſſen nie vor es dem armen Gefangenen rauben würde. Überfällen ſicher, hat das ganze Arbeit35feld der BerNad ſieben Monaten wurden die Gefangenen ganz - liner Miſſion im Laufe des Jahres ſtark direkt oder plöklich wieder ins Innere des Gefängniſſes gebracht indirekt unter den innerpolitiſ<en Nöten China3 zu und mit nod) ſ<wereren Feſſeln beladen. Die wenigen leiden gehabt. . .. und armſeligen Kiſſen und Matratzen, die ſie gehabt E3 iſt ein Grund zu beſonderer Dankbarkeit, daß hatten, wurden ihnen weggenommen, darunter auch troß der allgemeinen Nöte, tro der Störungen durd Zudſon3 Kopfkiſſen. In der erſten Nat, da den Geden Kriegslärm und die Räuberüberfälle, troß der fangenen baldige Enthauptung drohte, dachte der vielfac< eintretenden Unmöglichkeit für unſere MiſMiſſionar viel an ſein birmaniſc<he3 Teſtament, wo e3 ſionare, ihr Gebiet zu bereiſen, die Zahl der Gemeindewohl geblieben ſei, ob es vielleicht ſpäter einmal al3 glieder doh noh wieder zugenommen hat und noh Schaß in dem Kiſſen entde>t werden und an3 Licht faſt 200 erwachſene Taufbewerber vorhanden ſind, die kommen würde. Da wurde plößlid) eben dieſes Kiſſen in3 Gefängnis hineingeworfen. Der GefängnisSwärter ſich dur all dies nicht haben abſchre>en laſſen. hatte e3 ſid) angeeignet, e3 aber ſo hart gefunden, daß So dürfen wir aud für unſere Gemeinden in er e3 im Ärger dem Gefangenen faſt an den Kopf warf. China hoffen, daß dieſe ſ<were Zeit eine Zeit der Dod e3 kam der Tag, da die Gefangenen beinahe Läuterung und der Sichtung für ſie wird, aus der ſie aller Kleider beraubt und, zwei und zwei aneinandermit neuer Kraft, neuem Glauben und neuer Liebe gefeſſelt, in der Sonnenglut einige Meilen weiter gehervorgehen, ſo daß aud an ihnen offenbar wird, daß trieben wurden, um barfuß über harten Kies und de3 HErrn Kraft gerade in den Shwachen mädtig iſt. glühenden Sand einer neuen Gefangenſ<aft entgegenJohannes Müller. zuwandern. Die wütenden Birmanen nahmen ihnen (Verliner Miſſionsberichte, Juni.) alle3, wa3 ſie fanden. Einer fand das harte Kiſſen, warf e8 aber al3 ganz wertlo3 bald wieder weg. Ein Eingeborner aber, der durd) Judſon bekehrt worden Ein koſtbare8 Kopfkiſſen. war, hob das Ding auf und bewahrte e3 ſorgfältig al3 Andenken an ſeinen geliebten Lehrer, ohne nur von E3 war im Jahr 1823, als der berühmte Miſferne zu ahnen, wa3 für ein Sc<aß darin eingenäht ſionar Judſon mit der Überſezung des Neuen Teſtawar. Al3 dann endlid) nad) langen, bangen Monaten ment3 in38 Birmaniſche fertig wurde. Da3 Scriftder Krieg vorüber war und Judſon wieder frei an ſtücd dieſer Überſezung hatte ein ſeltſames Sci>ſal. ſeine Arbeit gehen durfte, fand ſich das Neue Teſtader Ava, nac< damals Er und ſeine Frau reiſten ment unverleßt und wohlverwahrt. Es wurde ſpäter ein brach Da 'um dort zu miſſionieren. Hauptſtadt, gedrudt, und ſeither haben die Birmanen in ihrer von Krieg aus zwiſchen Engländern und dem König eigenen Sprace leſen können von den großen Taten Birma. Alle Fremden wurden mit Mißtrauen anunſer3 Gottes. ; (Wbl.) geſehen, ja Judſon, obſchon Amerikaner, wurde ge-

E00NEENEEEEEEETEIEETEEEEEENINEEN

Die

00008

E SEESEN NE EREEZETEEE 4 WOGE OEIIE NINTENNNEEEEEEEGEENN EREN


Die

Miſjſrons-Taube.

||

124 Die

Eine indiſche Bekennerin.

erſte Predigt. Ein

Dankopfer.

Noc innerhalb der Stadtgrenze Mayavarams

E53 hai unſre liebe Synode

Südindien]

Mand< prächtig, ſtattlich Haus, Da rüſtet ſie willige Glieder

Zu Chriſti Streitern aus. E53

Von Ihr

Zu

ziehen

die fungen

Eltern und

Leben

weihn

ndeſſen

Daheim

Geſellen

Heimat fort,

und all ihre Kräfte

dem

wirken

die

Dienſt

und

Eltern

am

Wort.

ſchaffen

treu;

y

Sie ſehn, es gehört zum Studieren Gar viel und manderlei. Und eine3 vor allem darf nimmer Verſäumt und vergeſſen ſein:

Da3 heiße und innige Beten Im ſtillen Kämmerlein. Die Welt und der Satan da draußen, Da3 eigene Fleiſc) dazu, | Die lajjen de3 Heilandes Pflänz<hen Ja nie in Fried' und Rub; |

Sie ſtören Gedeihen und Wachſen, Sie hindern die Saat, das Wort -Wie mancher iſt irre geworden, Mand ſc<öne3 Reis verdorrt! Da gilt e3 denn beten und flehen Und ſorgen mande3 Jahr, Daß Gott dir in Gnaden behüte Dein Kind in der Gefahr. Oft werden die Hände uns müde, Und

oft

wird

die

Seele

matt;

Wir wären verzagt =- do der Heiland Stet5 durchgeholfen hat. So ſind denn die Jahre entſchwunden; Cin Sonntag

Da JieN

kommt

heran,

du, das Reis

ward

Dein Knabe ward ein Mann.

zum

Baume,

Da hörſt du da3 Läuten der Glo>en Mit ſo gar eigenem Klang; Da3 Herz wird ſo groß und ſein Schlagen So freudig und doh bang. E5

iſt heut' der Tag

deiner

Ernte,

Da ſollſt dein Kind du ſehn Im Tempel des HErrn, deine3 Gotte3, Auf ſeiner Kanzel ſtehn. Du ſollſt nun die heiligen Worte' EE hören aus ſeinem Mund; S hat ihn ſein Heiland gewürdigt, Zu tun ſeine Wunder kund. Und wie nun gleich ſ<wellendem Strome Die Rede ſich ergießt,

Vom Lobe im Hauje de3 HErren

Die Predigt überfließt, Da weicht alles Zagen und Bangen, All* Angſt wird und Furt geſtillt; E35 iſt nur von Danken und Preiſen ' Da3 ganze Herz erfüllt. Da klingt es nun wieder und wieder So mädtig und ſo lind: O Gott aller Güte, ih danke,

39 dank dir für mein Kind!

eicht wert bin, o HErr, ich der Gnade Und deiner Barmherzigkeit,

Die du überſchwen ui

erweiſeſt

An mir zu dieſer Zeit. O Mae Nie Zu nos m Sorgen, ngſt und Zagen ſtehſt,

Die du) für den Eo n, den geliebten, Tagtäglich bangend flehſt, Schau aus auf] den Tag deiner Un voie und ALaUDe nur,

Ernte

Da wirſt du lobſingen und preiſen Gleich der, die's jezt erfuhr.

+ Marie

Kaiſer. +

hatte ein Zemindar,

[in

genannt „der fur<t-

loſe Löwe“, ſein Anweſen. Hier lebte er zuſammen mit einer weitverzweigten Sippe, deren Haupt er war. Hinter den Wohnhäuſern ſtre>t ſich ein großer, früchtereicher Garten, in dem ſich aud) die zwei Anbetung3ſtätten der Familie befinden. Sie ſind beide ſehr primitiver Art. Die eine iſt ein freier Platz, auf dem einige Ziegelſteine aufrecht nebeneinander aufgeſtellt ſind. Eine Urahne hatte vor ihrer Heirat einen Traum, in dem ihr die Göttin erſchien und ihr ſagte, ſie würde ſie nach Mayavaram begleiten, do< wünſche ſie dort nicht in einem Tempel angebetet zu werden. A1l3 nun die junge Frau nach der Hochzeit ihren Einzug in Mayavaram hielt, ließ ſie dieſe Steine aufſtellen, die bi3 zum heutigen Tage jeden Dien3tag und Freitag von den Frauen mit Mil<, Sl, Butter und Koko3nußwaſſer begoſſen und angebetet werden. Die andere Anbetungösſtätte befindet ſich unter hohen Bäumen. Hier ſteht ein kleines, aus ſec<3 bis zehn Ziegelſteinen errichtetes Hüttc<hen, in das abend3 ein brennende3 Öllämpcen für einen Gott aufgeſtellt wird, der nicht unter einer ſichtbaren Geſtalt verehrt wird. Er ſoll früher ein Paria geweſen ſein, der hier ſchwer verwundet wurde und bei ſeinem Tode ſeinen Stamme3-

genoſſen ſagte, ſie ſollten ihn anbeten, dann würde e3 ihnen gut gehen. Zn früheren Zeiten wurden ihm Schweine und Ziegen geopfert. In dieſe3 Gehöft kehrte einſt auf ihren Gängen eine Bibelfrau ein und war bereit, hier, wo ſo viele Frauen beiſammenlebten, Unterricht zu erteilen. Doh die Frauen erklärten, ſie brau<hten gar nicht3 zu lernen außer Handarbeit. Sie hörten wohl dem Erzählen der bibliſc;en Geſchichten zu, doh dieſe ſchienen keinen nadhhaltigen Eindru> auf ſie zu machen. Nur Sinnajahl, die eine Tochter de3 Zemindar3, wurde die Schülerin der Bibelfrau. Sie blieb e3 jahrelang und hielt ſich aud) ſpäter zu ihren Nahfolgerinnen. Sinnajahl[l war al3 Kind mit einem nahen Verwandten verheiratet worden, der auch in demſelben Hauſe lebte; dod) hatte ſie eine ſolche Abneigung gegen ihn, daß ſie ihn, aud) al3 ſie ſhon erwachſen war, nicht al3 ihren Mann anerkennen wollte. Da3 war den Eltern ein großer Schmerz, ſie übten aber keinen Zwang auf ſie aus. Al3 „der fur<htloſe Löwe“ ſtarb, mußte die Tochter e8 ihm auf ſeinem Sterbebette verſpreden, ſi) mit dem Mann zu vereinigen; do<h dauerte es einige Jahre, bis ſie da8 Verſprechen erfüllte. Sie trug ſ<wer unter dem Verluſt de38 Vater3, der ein leutſeliger Mann war. Die Mutter ſah ſtet3 mißmutig au8; ſie hatte einmal geäußert, daß ihre Götter


Die

Miſſions-Taube.

die Macht verloren hätten, wa3 ſich darauf bezog, daß

die Familie ſchon zu Lebzeiten des Manne3 verſchuldet

und verarmt war. Dod aud) an den Gott der Chriſten konnte ſie nicht glauben, ja nah jahrelanger

Bekanntſc<aft mit den Bibelfrauen konnte ſie eine von ihnen fragen, wie ſie, die einer ſo guten Wellalakaſte angehöre, dazu gekommen ſei, unter die Chriſten zu geraten. Den Unterricht der Tochter hätte ſie aud) gern unterbrochen, do< Sinnajahl ließ ſic< nicht irremachen, und ihrem Beiſpiel folgend, nahmen einige kleinere Mäd<en aus dem Hauſe am Unterricht teil. Die Frauen fingen an, über Sinnajahl zu klagen: „Wenn wir anbeten, ſo geht ſie, kaum daß ſie die Hände gefaltet hat, fort und ſagt: Jd) bete nur Gott, den Schöpfer, an.“ „Du biſt ja ganz wie eine Chriſtin und willſt wohl zu den Chriſten gehen“, ſagten die Frauen. „Und wenn ic da3 wirklich tue, was könnt ihr dann machen ?“ antwortete Sinnajahl. Endlid) entſchloß ſie ſich doh, zu ihrem Manne zu ziehen. Sie wurde ihm eine treue Frau, und beide lebten glüdlich miteinander. DaZ dauerte jedo<h nicht lange. Nad) zweijährigem Beiſammenſein trat ein Unglüd ein. Sinnajahl wurde eine3 Tages im Garten von einer Sclange

gebiſſen.

Sie ſah, wie da3 kleine

Neptil dovonſ<hnellte; ihr Fuß blutete ſtark und ſ<woll an. Die Angehörigen taten alle3, wa3 ſie konnten, und die verſchiedenſten indiſchen Ärzte, unter denen

es

ſehr

geſchidte

gibt,

wurden

gerufen,

aber

nichts wollte helfen. Auch Zaubermittel wurden angewandt und Amulette, wie in Lappen gewidelte Geldſtü>e, um das Handgelenk gebunden. | So traf die Bibelfrau ſie, do< wollte man ſie nicht an die Kranke heranlaſſen aus Furt, daß die Wirkung der Zaubermittel verlorengehen könne. Aber Sinnajahl, die an den Zauber nicht mehr. glaubte, umſc<lang die Bibelfrau und bat ſie, bei ihr zu bleiben, ja ſie mit ſich zu nehmen. Das konnte freilich nicht geſchehen, aber die Bibelfrau beſuchte ſie öfter3 =- ich war damals ſc<on zur Vertretung na< Kumbakonam Übergeſiedelt =, ſpra<h ihr Troſt zu und betete mit ihr. Als ſie ihr ſagte, daß Gott uns manc<hmal Schweres ſchie zu unſerer Läuterung, antwortete Sinnajahl: „Gerade weil ich Gott liebe, hat er mir da3 auferlegt.“ Ad<tzehn Tage dauerte die Krankheit3zeit, in der ſie große Qualen litt. Dazwiſchen war da3 Auge ſehr getrübt und die Stimme verſagte. Als die Bibelfrau ſie das letzte Mal ſay, konnte ſie Xaum nod ſprechen und flüſterte nur die Worte „HErr SJEſu38, HErr JEſu38!“ Während die meiſten der JFamilienglieder zur Totenfeier einer nahen Verwandten einige Meilen weit gefahren waren, nahte : der Tod. Sinnajahl entſchlief ſtill. „Der Chriſten-

125

gott iſt ſ<huld an ihrem Tode“, hieß e3 bei ihren Angehörigen.

Daß der Chriſtengott ſie gerufen hat, glauben auc<h wir. Der, an den ſie glauben gelernt und an dem ſie feſtgehalten hat au< in der ſ<weren letzten

Krankheit, wird ſie nicht verſtoßen. Uns iſt das Haus nach ihrem Fortgang wie verödet, aber wir danken Gott, daß die Arbeit vieler

Jahre

nicht vergeblich geweſen iſt. (Blätter aus der Frauenmiſſion.)

Bringen

die Miſſionare

ein Opfer?

Ein Miſſionar der hieſigen ſhwediſchen Auguſtana- .

ſynode, der auf dem jungen Miſſionsfeld dieſer Synode

in Jramba, Oſtafrika, ſteht, ſchreibt: „Zuweilen hören wir Leute ſagen, daß die Miſſionare,

die in den

Dienſt

der Heidenmiſſion

treten,

ein großes Opfer bringen müſſen. Eltern inſonderheit jehen es gewöhnlid) als ein rieſiges Opfer an, da3 ihre Kinder bringen, wenn ſie unter die Heiden gehen. Id ſtelle nicht in Abrede, daß e3 Heidenmiſſionare

gegeben hat und nod gibt, die ein großes Opfer für das Reich Gotte3 gebracht haben oder nod) bringen. I< will aber hinzufügen, daß das vergnügenſuchende Publikum in Amerika nicht ein Zehntel der Freude und Zufriedenheit in ſeinem Jagen na< Vergnügen findet, die un3 hier im „dunkelſten“ Afrika im Dienſte de3 HErrn zuteil wird. Unſere Freude iſt freilich nicht von derſelben Art wie die, nad) der die Vergnügungs3ſfüdtigen jagen; aber es iſt eine Freude, die bleibt, eine Freude, die Zufriedenheit bringt, eine Freude, die keine Reue verurſa<ht. Wie gerne mödte ich mit den Leſern die Freude teilen, die wir hier im Dienſt des HErrn genießen! Die lieben Leſer würden erfennen, daß e3 wirklich) der Mühe wert iſt, das Evangelium den heidniſchen Afrikanern zu bringen, ſelbſt wenn e3 viele Tauſende von Dollar3 koſtet.“ Der betreffende Miſſionar fährt dann fort: „Wir gedenken kommenden November einen Taufgotte3dienſt in Jambi zu halten. Bis dahin wird, wie wir hoffen, die neue Kirde fertig ſein, ein Gebäude, deſſen Wände aus Ziegeln beſtehen, die in der Sonne getroc>net ſind, und da3 ein Dach aus Eiſenblech hat. Jetzt halten wir unſere Gotte3dienſte unter einem großen Baum oder in einer großen, runden Hütte, die ein Gra3da<h hat. Die ſtarken Regengüſſe, die weißen Ameiſen uſw. haben ſich alle verſchworen, die Hütte unbrauchbar zu machen, und die „Wanafunzit“ (Katehumenen) freuen ſich auf die neue Kirche, in die wir, will's Gott, im November einziehen werden.


Die

126

Hlijſſions-Taube.

Sekt ſhon fertigen Frauen und Mädhen Verkauf an, deren Ertrag in die Baukaſſe Wenn die Bauarbeit beginnt, werden die wohl al8 die Männer die Arbeit umſonſt

Manderlei

aus

Körbe zum fließen ſoll. Frauen ſotun.“

der Miſſion.

(Von C. F. Drewes.)

Neueſte Statiſtik unſerer Miſſion. Laut der Berichte, die uns Mitte Juni zugeſchi>t wurden, hat unſere

Negermiſſion

jezt genau

6,930

Seelen

oder getaufte

Glieder, die unter der Seelſorge unſerer Miſſionare ſtehen. DieS iſt eine Nettozunahme von 1,045 Seelen in zwei Jahren und bedeutet ein Wachstum von nahezu 18 Prozent. Dafür danken wir dem HErrn der Ernte. Perſönliches. P. Georg A. Schmidt erholt ſich mit

Gottes

Hilfe in Chicago.

Nad

ſeiner völligen Her-

ſtellung wird er ſich permanent in Piney Woods, Miſſ.,

niederlaſſen. =- Am 8. Juli wurden P. C. P. Thompſon und Gattin zu Manſura, La., mit einem geſunden Söhnlein beſchenkt. Wer folgt dieſem.

Beiſpiel?

Die

Gemeinden

der

* Synodalkonferenz in Sibley County, Minn., wollen das Jubiläum

lich feiern.

der Augsburgiſchen Konfeſſion

gemeinſc<haft-

Die Jubelkollekte iſt für eine Kapelle in der

Negermiſſion beſtimmt. Baltimore, Md. Predigtamtskandidat Johann Sclichting hat den Beruf unſerer Miſſion8behörde angenommen und wird nad) ſeiner Verheiratung nach Baltimore ziehen, etwa Mitte Auguſt. Er wird auch die Station in der LandeS3hauptſtadt bedienen. In3wiſchen hilft P. Trumpoldt von Philadelphia aus. Ein Paſtor ſc<reibt über Noſa Youngs Buch in ſeinem Gemeindeblatt: „Leſt Light in the Dark Belt,

eine Autobiographie

der Frl. Roſa

Young,

einer Ar-

beiterin in unſerer Negermiſſion, die der HExrr al3 ein Werkzeug gebraucht hat, ſeinem Volk unter den Negern de3 Südens das Evangelium zu bringen. Die Erzählung iſt nicht nur feſſelnd geſchrieben, ſondern gibt auh ſc<häßen3werte Information über unſere Neger-

miſſion.

Durch

da3 Leſen dieſe3 Buche3 wird

e3 bei

dir dahin kommen, daß du die Verfaſſerin bewunderſt, ja daß ſie und ihre Arbeit in Chriſti Reich dir lieb und wert wird. Du wirſt Urſache bekommen, di deiner

biSherigen Selbſtſucht und Gleichgültigkeit in bezug auf die Miſſion3arbeit zu ſhämen. Jhr Eifer wird Eifer in. deinem“ Herzen anzünden. Wollte Gott, daß wir

no<h mehr jolh williger und intelligenter Arbeiter im Weinberg des HExrrn hätten wie die mutige, energiſche Roſa Young! Beſtelle da3 Buch dur< deinen Paſtor. ES iſt Golde3 wert.“ (P. E. G. Hertler.)

Aus der Jndianermiſſion der Wisconſinſynode iſt

Erfreuliches wie Trauriges zu berichten.

1

Das Traurige

iſt, daß Miſſionare au3 der Arbeit zurüdgetreten ſind. Ca mangelt an Kräften, und e3 iſt Gefahr da, daß Rom

die Arbeit dort hindern wird. Die Römiſchen bauen großartige Kirchen und Schulen, um die Jndianer-

kinder dorthin zu lo>en. Doch erfreulich iſt, daß trokdem mehr Kinder in den lutheriſc<en Schulen ſind als je zuvor. Cine Sache, die zu bedenken iſt, iſt die, wo und wie man die Indianer zum Dienſt in der Kirche unter ihren Volksgenoſſen ausbilden ſollte, ob auf der Anſtalt zu New Ulm, oder ob man die dortigen Schulen derartig ergänzen ſoll, daß ſie dort ausgebildet werden können. Cres5po, Argentinien. Auf dieſer Anſtalt unſerer Brüder in Argentinien ſtudieren zurzeit 24 Knaben, die

ſich auf das heilige Predigtamt vorbereiten.

Chile, Südamerika. Jn Argentinien werden gegenwärtig Vorkehrungen von unſern Glaubensbrüdern getroffen, eine kirc<hlihe Forſ<hungsreiſe nach Chile zu madchen. Die nötigen Gelder ſind bereits aufgebracht. Wahrſcheinlich nic<ht. Henry Smith Leiper erzählt in Blind Spots: „J4Ih muß an den amerikaniſchen Paſtor denken, zu dem ein Mann allen Ernſtes ſagte: »Wa3 made ich, wenn ich in den Himmel komme und da allerlei Chinks, Dagos und Niggers finde, die id) verachte?“ „Fürdten Sie nichts, mein Freund“, ſagte der Paſtor; „wenn Sie ſolche Gefühle hegen, werden Sie

wahrſcheinlid). niemal3 dahin kommen.“ “ Taubſtummenanſtalten.

Wechſelblatt:

„Es

gibt 64

Wir

leſen

in

einem

öſfentliche Anſtalt5ſchulen

in den Vereinigten Staaten. ES gibt ferner 18 private und kirchliche Schulen ſowie 144 öffentliche Schulen,

in3geſamt 196 Schulen für Taube in den Vereinigten Staaten.

Canada

hat

neun

Schulen.

Die

älteſte

Taubſtummenſchule in den Vereinigten Staaten iſt die,

welche 1817 in Hartford, Conn., eröffnet wurde. Die älteſte unter den privaten und kir<hlichen Schulen iſt die Cv.-Luth. Taubſtummenanſtalt zu Detroit, die 1873 gegründet wurde.“ Die Südlichen Methodiſten haben auf ihrer Verſammlung im Mai ihre Miſſion8gemeinden in Korea, Braſilien und Mexiko für autonom erklärt; da3 heißt, die Gemeinden auf dieſen drei Miſſion3gebieten dürfen ihre Gemeindeangelegenheiten jekt ſelbſt ordnen. Die

Muttergemeinde in Amerika jedoch liefert auch in Zukunft die nötige Unterſtüßung.

Perſien. Die lutheriſche Orientmiſſion, eine lutheriſe Mohammedanermiſſion, die au38 amerikaniſchen Lutheranern beſteht, treibt ſeit mehreren Jahren Miſ-

ſion unter den mohammedaniſchen Kurden in Perſien.

Der Arbeiterſtab beſteht aus drei Amerikanern und einem kurdiſchen Lehrer in der Stadt Sautſchbulagy, in der ſich die erſte und älteſte Station befindet. Die

zweite Station iſt in Kumkalla. ſion

finden

Patienten

„Arzt

jährlich

Tauſende

Behandlung.

geſucht.

Jn der ärztlichen Miſ-

von

E83 wird

mohammedaniſchen

ein amerikaniſcher

Die Miſſion3ſchule wird von 15 Kin-

dern beſucht, die Sonntagsſ<hule von 36. Die jährlichen AuS8gaben belaufen ſich auf 3815,000.

.


Die Miſſions-Taube. Bei den Bulus, einem Volksſtamm in Afrika, gilt,

wie auch ſonſt bei vielen Völkern in heißen Ländern, Sclangenfleiſch als Le>erbiſſen. Den Bulus wäre das Wort JEſu Matth. 7, 10 ganz unverſtändlich geblieben, wenn man e38 wörtlich überſeßt hätte, denn er würde eine Schlange jederzeit einem Fiſch vorziehen. Der Bibelüberſezer nahm ſtatt des Wortes Schlange da3 Wort für Tauſendfüßler, und nun wurde die Stelle den Bulus ſofort verſtändlich. (Cv. Miſj.) Die Arbeiternot auf Nias. Die Niasmiſſion ſteht zur Zeit, wie die Nheiniſche Miſſion berichtet, unter dem Druck großen Arbeitermangels. Während des Weltkrieges konnten keine Miſſionare ausgeſandt werden. Zwar übernahm die holländiſche Negierung die Ausgaben für die Fortführung de3 Werke3 in Niederländiſc<-Indien. Sie tat e8 jedoch) unter der Bedingung, daß die Zahl der arbeitenden Miſſionare auf Nia3 auf neun beſchränkt werde. Da nun aber die Gemeinden nach der großen Erweckungszeit großen Zuwachs erhalten haben (von 17,500 im Jahre 1917 auf 80,000 Chriſten und 20,000 Taufbewerber im Jahre 1929), muß die Gemeinde- und Einzelpflege bei den wenigen Arbeitern notwendigerweiſe ſchwer leiden. Der Arbeitermangel iſt um ſo empfindlicher, als Nias nad) Beendigung des Weltkriegs dem Verkehr erſchloſſen wurde, die niaſſiſche Jugend ihren Verdienſt auf den Plantagen Sumatra3 ſuchte und von dort die Laſter der Halbkultuxr und die kommuniſtiſchen Jdeen mit heimbradte, die ſich bis in die Chriſtengemeinden hinein auswirken. Die Beſtrebungen der Miſſionare, mehr eingeborne Hilfskräfte heranzuziehen, ſcheiterten endlich daran, daß Miſſionar Pieper, der die Heranbildung eingeborner Pandita3s übernehmen ſollte, am 21. Dezember lezten Jahres vom Tod weggerafft wurde.

(ECE. M. M.) Katholiſc<e Weltmiſſion. Cine -neue umfaſſende Überſicht über die katholiſche Weltmiſſion hat die Kon-

gregation der Propaganda veröffentliht. Die Zahlen zeigen den Stand vom Juni 1929. Danach waren in der Miſſion ins8geſamt 40,174 Perſonen tätig, von ihnen 12,952 Prieſter, 5,110 Brüder und 28,112 Schweſtern. Dieſes MiſſionSperſonal verteilt ſich auf 374 der Propaganda unterſtellte Amtsbezirke in 81

Ländern.

25,189 in der Miſſion tätige Perſonen ſind

fremdländiſch, 17,018 einheimiſch, bei 3,967 fehlt die Angabe der Herkunft. An Laienhelfern werden gezählt: 51,507 Katechiſten, 38,679 Lehrer und 25,684

„Täufer“. Man würde fehlſchlagen, wenn man aus dieſen Zahlen Rüſchlüſſe auf den Umfang der katholiſchen Heidenmiſſion ziehen und Vergleiche mit der

proteſtantiſchen Miſſionzarbeit anſtellen würde. Jn der katholiſchen Kirche ſind viele Gebiete, die man auf proteſtantiſcher Seite unter dem Begriff der Diaſpora

umfaßt,

unterſtellt,

als

„Miſſion3provinzen“

ſo zum

biete, in denen

Beiſpiel zahlreiche

die Katholiken

der

Propaganda

europäiſche Ge-

eine Minderheit

dar-

127

ſtellen. Wenn man bedenkt, daß gerade in dieſen Gebieten (man denke etwa an die ſehr kleinen katholiſchen

Gemeinden

in Skandinavien)

eine unverhältnizmäßig

große Zahl von geiſtlichen Arbeitern angeſeßt werden, ſo wird die an ſich überraſchend hohe Zahl der katholiſchen „MiſſionSsarbeiter“ verſtändlich. Neuſeeland. Während der lezten Jahrzehnte hat das Chriſtentum unter den Maori38, den Eingebornen Neuſeelands, gewaltige Fortſchritte gemacht. Jett iſt dort von den Anglikanern eine unabhängige MaoriDiözeſe gegründet und ein eingeborner Paſtox zum erſten Biſchof geweiht worden. Neuguinea. Der Vertreter der hieſigen Jowaſynode in der Leitung der Miſſion unter den Papua3 auf Neuguinea berichtet: „Senior Johanne3 Flierl zicht im Herbſt dieſes Jahres nach Südauſtralien in den wohlverdienten Ruheſtand. Seine hohen Verdienſte um die lutheriſche Miſſion in Neuguinea ſind bekannt. Möge Gott ihm aus Gnaden ein reicher Vergelter ſein und ihm auc einen ruhigen und ſegenszreichen Leben3abend beſcheren! Wir tragen gerne unſer Scherflein zu ſeiner Emeritierung bei. Er iſt dex Gründer unſerer Miſſion. In den lezten Jahren hat er unentwegt für ein Ziel gearbeitet und gebetet, nämlich für die „herzliche Zuſammenarbeit der verſchiedenen Freunde3kreiſe

in der Alten wie in der Neuen Welt, um

da3 große

Werk der lutheriſchen Miſſion auf Neuguinea zu tragen und in der rechten Weiſe fortzuführen, wie die Ver-

hältniſſe e3 erfordern“.“

Ein arabiſches Geſangbuch. Der Altdirektor de3 Syriſchen Waiſenhauſes D. Theodor S<neller ſtellt die

Zeit

ſeines

Nuheſtandes

aud)

weiter

den Dienſt der Arbeit des Waiſenhauſes.

ſchien im Verlag

de38 Waiſenhauſes

unermüdlich

in

Kürzlich er-

ein von ihm be-

arbeitetes arabiſches evangeliſches Geſangbuch mit 308

Liedern und 126 Melodien für Gotte3dienſte und Ver-

ſammlungen, das beſte biöher entſtandene evangeliſche Geſangbuch in arabiſcher Sprache. -- So wird da3 Syriſche Waiſenhaus nicht nur äußerlich, ſondern auh innerlich immer weiter vervollkommnet. Heute hat e3 nicht nur ſeinen ganzen Beſiß wieder in ſeinen Hän-

den, ſondern e3 ſind auch alle Kriegsſ<häden daran ge-

heilt, alle Anſtalten in Jeruſalem ſtehen in ſchönſter Blüte, äußerlich wiederhergeſtellt und au<h innerlich

weſentli verbeſſert, die Zahl der deutſchen Mitarbeiter

iſt vergrößert, in Bir Salem iſt das verwüſtete Philijtäiſ<e Waiſenhaus wieder völlig hergeſtellt und bewohnt, und in Nazareth ſteht das Galiläiſche Waiſen-

haus,

ſo

daß

alle

drei

Anſtalten

Wirkungskreis wieder daſtehen.

mit

erweitertem

(Ev. Miſſ.)

Samoainſeln. Diejenigen ſamoaniſhen Inſeln, die den Vereinigten Staaten gehören, zählen jekt 9,955 Einwohner, eine Zunahme von 1,909 ſeit dem Zenſus im Jahr 1920. Nur 41 Weiße wohnen auf dieſen

Inſeln. Kaum drei au3 je hundert Ginwohnern niht Vollblutſamoaner.

ſind

*


Die

128 Neuc “Unto

of

the

Uttermost

Pastor

Vol. VIII bringer.

Louis

of Iſen

62

Hiſſrons-Taube. Contributions Received by the Treasurer.

Drukſachen. Part

of the

Harms.

aid

Seiten.

By

Afisgions,

Concordia

June

Earth."

The

edited by

DL. Fuer-

Ottomar

Publishing

Life

Krueger.

House,

over,

St. Louis, Mo. 1930. Preis: 25 Cts3. Die3 iſt eine kurze, aber feſſelnd geſchriebene Biographie des bekannten P. Loui8 Harms in Hermannsburg, Hannover. Die Schrift iſt reich illuſtriert. Man vermißt freilich Bilder neueren Datum38 au3 der Hermann8burger Miſſion. Dieſe Miſſion wird überhaupt etwas kurz behandelt. Auf den 62 Seiten des Büchlein3 finden ſich nur 11 Seiten Leſeſtoff, der von der Miſfion handelt = zu viel “Men" und zu wenig “JIlissions". Sonſt iſt e3 ein feines Buch, das warm empfohlen werden

wärmſte.

Dallmanns

Peter:

Life

and

Letters

auf

das

Lehrplan für den Unterricht in der deutſchen Sprache in den

lutheriſchen Elementarſchulen und Anleitung für den Gebrauch desſelben. Verabfaßt im Auftrag des Lehrplanlomitee3 der Allgemeinen Schulbehörde der Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten von E. Ebert, Lehrer an der Ev.-Luth. Zionsſchule zu Milwaukee, Wis., und H. M. Zurſtadt, Prinzipal der Ev.-Luth. Zentralſchule zu Milwaukee, Wis. Derſelbe Verlag. Preis:

20 Cts8.

Wie haben ſich doch die Zeiten verändert! Vor fünfundzwanzig Jahren wurde das Engliſche in unſern Kreiſen bekämpft. I< erinnere mich, wie ich kritiſiert wurde, weil ich für den Gebrauch der engliſchen Sprache in Kirche und Schule eintrat, wo und ſoweit e3 nötig war. Jeßt aber leſen wir in der Einleitung dieſes „Lehrplan3 für den Unterricht in der deutſchen Sprache in den lutheriſchen Elementarſchulen“ uſw.: „Vergleichen wir den gegenwärtigen Stand der deutſchen Sprache in unſern Kreiſen mit dem vor einem Jahrzehnt, ſo finden wir, daß ſich in den meiſten Gegenden ein bedeutender Umſchwung vollzogen hat. Die engliſche Sprache hat die deutſche verdrängt. Das ſicht man auch in unſern Schulen. Während früher die Anfänger zum großen Teil die deutſche Sprache ſprechen oder doch verſtehen konnten, iſt jeht das Gegenteil der Fall. Die Landesſprache iſt die Mutterſprache der Kinder geworden. Es gibt allerdings no< Sprachinſeln, in denen die alte Ordnung herrſcht, doch wird dieſer Zuſtand an ſolchen Orten ſich mit der Zeit ändern. Daß bei ſol<en Verhältniſſen der Deutſchunterricht ſich ganz anders geſtalten muß als früher und daß er mit Schwierigkeiten verlnüpft iſt, liegt auf der Hand. Doch gibt es triftige Gründe, we8wegen der Lehrer die Mühe nicht ſcheuen ſoll.“ Dann werden triftige Gründe vorgebra<t. Dieſe Gründe muß man unterſchreiben. Die in dieſem Lehrplan angegebenen Ziele „de>en einen vollſtändigen Kurſus für den Unterricht im

Deutſchen“. Die direkte Methode des deutſchen Unterrichts wird befolgt. „Einleitende Bemerkungen", die von Lehrer Zurſtadt geſchrieben ſind, bieten feine Anweiſungen. Möge dieſer Lehrplan unſern Kindern, unſern Schulen und unſerer Kirche zum Vorteil gereichen! . '

.30;

Bethel,

Rock

West,

4.58;

Bethlehem,

Holy

Ark,

Louis,

Hope,

50.00;

Kings

Immanuel,

Grace-Luther

Landing,

2.89;

Shankletown,

Memorial,

Immanuel,

5.00;

Greengboro,

Immanuel

Lutheran

lege, Greensboro, 456.48; Messiah, Bashi, 3.09; at Catherine, 2.76; Mission at Cleveland, 29.97; at

Maplesville,

2.03;

Mission

at

New

59.57;

Pengacola,

Bern,

5.15;

Col-

Mission Mission

.65;

Mount

Calvary, Kannapolis, 40.00 ; Mount Calvary, Mount Pleasant, 15.00; Mount Calvary, Tilden, 13.95; Mount Carmel, Midway, 4.01; Mount Olive, Catawba, .85; Mount Tinela, 8.60; Mount Zion, Bostian Cross Roads,

Olive, 13.00;

Mount Zion, Charlotte, 20.00; Our Redeemer, Longmile, 3.97; Our Savior, Possum Bend, 10.42; Pilgrim, Birmingham, 14.64; St. Andrew's, Vredenburgh, 5.12; St. James's, Buena Vista, 9.89; St. James's, Southern Pines, 10.00;

St. John's, Joſſre, 5.15; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 5.00; St. Luke's, Lamison, 3.23;

St. Luke's, Spartanburg, 18.00; 'St. Mark's, Ackerville, 7.14; St. Mark's, Atlanta, 25.00; St. Mark's, WinstonSalem, 6.00; St. Matthew's, Arlington, 6.15; St. Matthew's, Meherrin, 12.23; St. Paul's, Charlotte, 12.00; St. Paul's, Los Angeles, 42.00; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, Napoleonville, 7.00; St. Paul's, New Orleans, 65.00; St. Paul's, Oak Hill, 7.48; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 3.48; St. Philip's, Chicago, 50.00; St. Philip's, Philadelphia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 200.00; Trinity, New Orleans, 35.00; "Trinity, Selma, 15.62; Zion, Gold Hill, 7.00; Zion, Taits Place, 4.58. Aiscellaneous : From Rev. W. SZ. Heidorn, Blue Karth, Minn.,

for

Building

Fund,

85.00.

From

Mrs.

Caroline

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“Aug 30" bedeutet, daß das Abonnement jebt abgelaufen iſt. bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direkt an uns, und prompt,

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empfehlen

1930.

6.02; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 13.47 ; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Hoty Cross, Camden, 7.79; Ebenezer, Atmore, 4.00; Faith, Mobile, 2.50; Gethsemane, Hamburg, 8.07; Grace, Concord, 40.00; Grace, Ingomar, 4.15; Grace, St.

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1--30,

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in

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Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publizhing 1ousze, St. Louis, Mo. Alle die Redaktion betreſjenden Einſendungen ſind zu richten an Rey. €. F. Drewes, 3558 S. Jeſſerson Avenue, St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge ſlr die

Negermiſſion an den Kaſſierer, Ayenue, St. Louls, Mo.

ir. Theo, W. Eckhart,

3558

S.

Jeſſerson


Miſſionszeitſchrift der Evangeliſc<-Lutheriſcjen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subsecription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as Second-class matter at the Post Oflice at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 1879. Acceptance for mailing at Special rate of postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

September

52. Ighrgang.

Fünfundzwanzigſter Bericht der Kommiſſion für Negermiſſion. Von

Juli 1928 bis Juli 1930.

Unſere liebe lutheriſche Kirche feiert dies Jahr das vierhundertjährige Jubiläum der Augsburgiſchen Konfeſſion. Drei Dinge inſonderheit ſind es, die unſere Herzen bei dieſer Jubelfeier bewegen: Demut, Dank und Miſſionsſinn. Wir erkennen und bekennen, daß wir dieſes herrlichen Sc<haße3 nicht vor andern wert ſind und daß wir ihn durchaus nicht verdient haben. DaS gerade Gegenteil haben wir mit unſern vielfachen Sünden verdient. Die3 köſtliche Kleinod, das Augsburger ,Glaubensbekenntnis, iſt weiter nichts als Gnade und Gabe. De5halb ſind wir unſerm Gott demütigen Dank ſchuldig. Die Erkenntnis, daß die Augsburgiſche Konfeſſion, dieſer herrlihe Schaß, ein unverdientes Geſchenk iſt, erwedt aber in unſern Herzen aud) das Verlangen, dies Kleinod auh andern mitzuteilen; ſie wet den Miſſionsſinn. Unſere Ev.-Luth. Synodalkonferenz hat bereits vor dreiundfünfzig Jahren begonnen, den köſtlichen Inhalt des Augsburger Glaubensbekenntniſſe38, das reine Wort Gotte38, den kirchlich verwahrloſten Negern unſers Lande3 zu übermitteln. Gott hat ſeinen Segen auf dieſe Miſſion3arbeit gelegt. So haben wir denn heute zweiundſechzig lutheriſche Gemeinden ſowie fünfzehn Pre-

digtpläße.

Auf

dieſen

Predigtpläßen

und

in

dieſen

Gemeinden wird dieſe3 Jahr von Tauſenden lutheriſcher Neger Gott Lob und Dank dargebracht für die köſtliche

Gabe der Augsburgiſchen Konfeſſion.

1930.

Ur. 9.

Gottes Segen haben wir auc in den beiden vergangenen Berichtsöjahren erfahren. Vor 3wei Jahren belief ſich die Zahl der Seelen oder getauften Glieder, die unter der Pflege unſerer Miſſionare ſtanden, auf 5,885. Heute dagegen beträgt die Zahl 6,930. Da3 bedeutet eine Nettozunahme von 1,045 Seelen. In Prozenten angegeben, betrug das Wadstum in dieſen zwei Jahren 17% Prozent. Was dieſe Zunahme von 17% Prozent bedeutet, kann ein Vergleich am ſchnellſten zeigen. “Comparisons are odious", ſagt der Amerikaner. Doc) wenn der angeſtellte Vergleich den Zwe> hat, eine Sache klar und faßlich zu machen, darf man ihn ſhon wagen. Unſere Miſſouriſynode hat in ihren beiden lebten Berichtöjahren um etwa 3 Prozent zugenommen. Unſere Negermiſſion dagegen hat um nahezu 18 Prozent zugenommen. Au3 dem ſtetigen und erſtaunlichen Wacdsztum unſerer Miſſion geht re<ht augenſ<heinlich hervor, daß unſer HErr JCſus Chriſtus ſich ſtark zu dieſer von ſo vielen verachteten' Arbeit bekennt. Jhm ſei daher Lob, Ehre und Dank für Segen und Gedeihen, das er in ſo reichem Maß zu dem Säen und Pflanzen unſerer lieben Miſſionare gegeben hat! DaZ in Zahlen angegebene Wadstum unſerer Miſſion gibt natürlich nicht den ganzen, vollen Segen an, den der HErr in dieſem Zeitraum dur< unſere Miſſion geſtiftet hat. Der Segensſtrom hat ſich auf weitere Tauſende, ja auf Zehntauſende ergoſſen. Einmal ſind gegen 2,500 Kinder in den Miſſionsſ<hulen und Sonntagsſc<hulen, die ſich nod) nicht haben taufen oder konfirmieren laſſen, die aber in Gottes Wort und Luther3 Lehre unterrichtet werden und dieſen köſtlihen Samen in Hunderte von Elternhäuſern tragen. Zum andern


Die

130

IMliſſtions-Taube.

beſuchen Fremde die Gottesdienſte. Aud) beſuchen unſexe Miſſionare viele Fremde während der Woche und reden mit ihnen von dem einen, das not iſt. Auf dieſe und andere Weiſen werden gegen fünfundzwanzigtauſend Leute direkt oder indirekt durd) unſere Miſſion günſtig beeinflußt. Der Jüngſte Tag wird e3 einſt offenbaren, wie viele dur) unſere Miſſionare gerettet worden ſind, die ſie in ihren ſtatiſtiſchen Berichten nicht angeben können.

Neue Miſſionsſtationen. In den verfloſſenen Berichts8jahren iſt die Miſſion3-

arbeit

an

folgenden

ſieben

Orten

begonnen

worden:

1. Baſhi, Ala.; 2. Union Springs, Ala.; 3. New Bern, N. C.; 4. Baltimore, Md.; 5. Piney Wood3, Miſſ.;

6. Cheſter, Pa.; 7. Kirkwood, Mo. Die Miſſionösarbeit hätte nod) an andern Orten in Angriff genommen werden können. CE liegen zum Beiſpiel dieSbezügliche Bitten vor aus Texas, Oklahoma, Alabama uſw. Permanent geſc<loſjen wurde die Station zu Elon Col-

lege, N.C.

Wegen

Wegzugs

iſt die Gliederzahl

auf

eine Handvoll zuſammengeſc<hrumpft. Dieſen wurde geraten, die Gottezsdienſte in Greensboro zu beſuchen.

Wie unſere Miſſion nach Miſſiſſippi gekommen iſt, Vor zwanzig Jahren wurde der junge farbige Predigtamtskandidat C. P. Thompſon nad) einem Ort in der Nähe von Merigold, Sunflower County, Miſſ., geſchi>t, um dort eine Miſſionsſtation zu gründen. Die Zuſtände waren jedo<h derart, daß er bereits nad einigen Monaten verſezt werden mußte. Cinige Jahre ſpäter wurde ein junger farbiger Predigtamtskandidat für die Städte Gulfport, Bay St. Loui3s und Pa33

Chriſtian berufen.

Dieſer hielt aber nicht lange aus,

ja er mußte entlaſjen werden. Seitdem haben wir immer auf eine Gelegenheit gewartet, unter der großen

Negerbevölkerung de3 Staates eine offene Tür zu fin-

den. Cine ſolhe Tür hat Gott Herzen de3 Staates geöffnet.

uns

unerwartet

im

Vorletzten Winter kam Herr C. Johann, ein Glied der Gemeinde in Collinsville, JU., zu unſerm Miſſion3-

direktor C. F. Drewe3, um ihn zu fragen, ob wir eine lutheriſche Gemeinde in Piney Wood3, Miſſ., hätten; er und ſein Bruder hätten ein glänzgende3 Anerbieten bekommen, dort al3 Blumengärtner zu dienen. Seine Frage mußte mit einem Nein beantwortet werden. : Er wurde jedoch ermuntert, dorthin zu reiſen und an Ort und Stelle einen perſönlichen Einbli> in die Sachlage zu nehmen und dann wieder zu berichten. DaS geſchah. Sein Bruder blieb in Piney Wood3.

Anfangs Juli lezten Jahres kamen nun die beiden Brüder zu Miſſion3direktor Drewe3 und berichteten, daß der Präſe3 der Negeranſtalt in Piney Wood3 ernſtlich

und

aufrichtig

wünſche,

daß

ein Arbeiter

aus

unſerer

Negermiſſion geſchikt werde, um in der Anſtalt und Umgegend zu wirken. Jhr Bericht lautete ſo günſtig, daß Miſſion3direktor Drewes an Superintendent Georg

A. Schmidt in Selma, Ala., ſchrieb und ihn beauftragte, in nächſter Zeit einmal nah Piney Wood3 zu reiſen. Da dieſer jedoch gerade damals die Reiſe nicht unternehmen konnte, ſo erklärte ſic) P. E. A. Weſtcott, ſein Gehilfe, bereit, ſeine Stelle zu vertreten. P. Weſtcott38 Bericht lautete günſtig. So beſchloß denn die Kommiſſion für Negermiſſion, Superintendent Schmidt zu beauftragen, nah Piney Wood3 zu reiſen, um die Sache in Gang zu bringen. ES ſchien eine vielverſprechende Miſſionsgelegenheit zu ſein, die aber großen Takt ſeitens des Leiters erforderte. Obwohl P. Schmidt reichlich Arbeit hatte, war er do willens, dem Wunſc< und Auftrag der MiſſionsSbehörde zu folgen, und reiſte am 20. September im Automobil von Selma nach Piney Woods3, 240 Meilen. Als die Miſſionskommiſſion P. Schmidt5 ausführlichen Bericht gehört hatte, beſchloß ſie einſtimmig und mit Freuden, die Arbeit in Piney Wood3 verſuchsweiſe in Angriff zu nehmen und P. Schmidt zu bitten, die wichtige Arbeit vorläufig zu übernehmen. CE5 ſchien allen Gliedern, als ob Gott unſere Miſſion auf ein Feld rufe, das ebenſo verſprechend ſei als die Arbeit im Schwarzen Gürtel Alabamas. P. Schmidt reiſte dann jeden Donnerstag nac<h Miſſiſſippi und blieb bis Montag. Je länger er dort arbeitete, deſto begeiſterter wurde er. Seine Arbeit beſtand vornehmlich darin, daß er in allen Klaſſen den Religionöunterricht erteilte und alle Gottesdienſte leitete. Viele Studenten ſind ſo zur Erkenntnis dex Wahrheit gekommen und preiſen Gott für ſeine Gnade. Etwa 300 junge Männer und junge Mädchen beſuchen die Anſtalt. Daneben befinden ſich noc<h 100 Kinder in der Elementarſchule. Piney Wood3 liegt etwa 24 Meilen ſüdöſtlich von der Staat5hauptſtadt Ja>ſon, und zwar auf dem Land. Die Anſtalt beſit 1,500 Aer Land, die zum Teil unter dem Pflug liegen oder mit prächtigen Fichten beſtanden ſind. CES ſtehen ſec<3 Gebäude auf dem campus. Daz im vergangenen Winter abgebrannte Wohnhaus für Mädchen wird zurzeit dur< ein neues erſeht. Da5 Lehrgebäude enthält auc eine Kapelle, die Außer 'Sibplaß für 400 bis 500 Perſonen bietet. einem Wohngebäude für Knaben, einem community house und einem Schulhaus für Kinder findet man noh mehrere andere Gebäude. Die Hauptgebäude bilden zuſammen einen Halbkreis auf einer Anhöhe, von der aus man die herrlihe Gegend nach Weſten und Süden

Üüberbliden kann.

2

Prof. Lawrence Jones, der 'Collegepräſident, der unſere Arbeit hohſ<häßt, mödte dieſe Anſtalt unſerer

Synodalkonferenz ſchenken. Nachdem verſchiedene Glieder der »Miſſionskommiſſion in Piney Wood3 geweſen ſind, hat die Kommiſſion in ihrer Plenarverſammlung im April beſchloſſen, P. Schmidt dorthin zu berufen und einen andern Superintendenten für da38 Alabama-Feld zu berufen. Er hat den Beruf nach Piney Wood3 angenommen. Gott ſchenke uns in dieſer hohwidctigen

Sade heiligen Mut, guten Rat und rechte Werkel


Die Stand

der einzelnen

RXUſſrons-Taube.

Gemeinden.

Alabama. Miſſionar: 1. Noſebud. Gegründet in 1916. L. R. Gauthreaux. Seelen: 204. Abnahme in den beiden BerichtSjahren: 17 Seelen. MiſſionsSeigentum: Kirche und Schule untex einem Dad, Pfarrhaus. 2. Oak Hill. Gegründet in 1916. Miſſionar: L.-R. Gauthreaux. Seelen: 102. Zunahme: 17. MiſſionsSeigentum: Kirc<he und Schule unter einem Dach, Pfarrhaus. : 3. Hamburg. Gegründet in 1924. Miſſionar: KL. R. Gauthreauz. Seelen: 115: Zunahme: 12. Eigentum: Kirche und Schule unter einem Dad. 4. Taits3 Place. Gegründet in 1919. Miſſionar: Byron Skinner. Seelen: 115. Zunahme: 1. Eigentum: Kirc<e und Schule unter: einem Dad,

Lehrerwohnung.

5. Camden. Gegründet im Auguſt 1924. Miſſionax: B. Skinner. Seelen: 71. Zunahme: 14. 6. Baſhi. Gegründet am 31. Oktober 1929. Miſſionar: B. Skinner. Seelen: 39. Bedürfnis: Kirc<e-S<ule.

7. Poſſum

Bend.

Gegründet in 1916.

Miſ-

ſionar: B. Skinner. Seelen: 100. Zunahme: 14. Eigentum: Kirche-Sc<hule; Pfarrhaus, errichtet in 1928. Koſten: 8936.36.

8. Longmitle.

B. Skinner.

Kir<he-Sdule.

Seelen:

Gegründet in 1922.

76.

Zunahme:

Miſſionar:

21.

Cigentum:

9. Arlington. Gegründet in 1923. Miſſionar: James S. Montgomery. Seelen: 87. Zunahme: 14. Eigentum: Kir<he und Schule unter einem Dach; Pfarrwohnung, errichtet in 1929 für 81,000. MiſGegründet in 1922. Hill. 10. Pine | ſionar: J. S. Montgomery. Seelen: 59. Zunahme: 2. Eigentum: Kirche und Schule unter einem Dad. 11. Lamiſon. Gegründet in 1925. Miſſionar: I. S. Montgomery. Seelen: 34. Abnahme: 2. Cigentum: Kirche und Schule unter einem Dad. 12. Nyland. Gegründet in 1918. Miſſionar: IJ. S. Montgomery. Seelen: 74. Abnahme: 6. ECigentum: Kir<he und Schule unter einem Dad.

13.

Catherine.

ſionar : Charle3 D. Peay.

Eigentum:

Gegründet Seelen:

in

56.

1929.

Zunahme:

Kirche und Schule unter einem

Miſ-

27.

Dad, er-

richtet in 1929. Baukoſten: 81,200. Ein Geſchenk Frau J. Firzlaff3 und ihrer Schweſter A. Heine>e zum

Andenken an Dr. und Frau J. C. Elfer3, Sheboygan, Wis. Gegründet in 1916. Miſſionar: 14. Midway. 62. Zunahme: 11. Eigentum: Seelen: Peay. C.D. Kapelle-Scule. 15. No > Weſt. Gegründet in 1924. Miſſionar: C.D. Peay. Seelen: 88. Zunahme: 11. Die dringend

nötige Kirche-Scule konnte leider no<h nicht errichtet

131

werden, weil man keinen Bauplaß käuflich erwerben konnte. t 16. Tinela. Gegründet in 1916. Miſſionar: Wilfred J. Tervalon. Seelen: 116. Zunahme: 16. Eigentum: Kir<he-Sc<hule; Pfarrhaus, errichtet in 1929. Koſten: 51,034.05. 17. Buena Viſta. Gegründet in 1916. Miſſionarx: W.J. Tervalon. Seelen: 132. Zunahme: 6. Eigentum: Kirc<he-Sc<hule. Lehrexrwohnung errichtet in 1930 für 81,000. Ein Geſchenk der Frau J. Firzlaff und ihrer Schweſter A. Heined>e. 18. Vredenburgh. Gegründet in 1916. Miſſionarx: W.J. Tervalon. Seelen: 49. Zunahme: 7. Die alte Kirche muß durc eine neue erſeßt werden. Die Baukoſten werden ſich auf 81,200 belaufen. 19. Holy Ark. Gegründet in 1922. BiSheriger Miſſionar: Artur Dreier, aus der Wisconſinſynode. Der farbige Kandidat Albert Domini> wurde Mitte Juli ſein Nachfolger. Seelen: 80. Zunahme: 10. Eigentum: Kirc<he-Sc<ule. 20. Joffre. Gegründet in 1917. Miſſionar:

A. Dreier.

Kandidat

A. DominiE

wurde

Mitte

Juli

ſein Nachfolger. Seelen: 34. Zunahme: 5. Eigentum: Kir<he-Scule. 21. Union Springs. Gegründet in 1928. Predigtplaß. Miſſionar: A. Dreier. Kein Eigentum. 22. TuSskegee. Miſſionar Dreier predigt im

Veterans Hospital. Zuhörer: 100. k 23. Birmingham. Gegründet in 1920. Miſ-

ſionar: Wm. Eddleman (farbig). Seelen: 85. Zunahme: 16. Eigentum: Ein Bauplaßz, auf dem zurzeit eine Kirc<e-Sc<ule errichtet wird, für die vor zwei Jahren 815,000 bewilligt wurden. Die Miſſion3behörde . ſah ſich genötigt, 85,000 hinzuzufügen. Die Ehrw. Synodalkonferenz wolle das gutheißen. 24. Selma. Gegründet in 1920. Miſſionar: Kandidat Harvey Lehman (farbig), ſeit dem 1. Juli 1930. Seelen: 199. Zunahme: 68. Die Gotte3dienſte werden in der Aula des Alabama Luther College gehalten. GCigentum: Schule. -- In Eaſt Selma wird eine Miſſionsöſtation von den Gemeinden in Alabama unterſtüßt. Schule wird in einer gemieteten Halle gehalten. 25. Mobile. Gegründet in 1925. Miſſionar: Wilhelm Wolff. Dieſer folgt mit Zuſtimmung der MiſſionsSbehörde einem Beruf nad ſeinem Vaterland, nämlich an die Gemeinde zu Straßburg im Elſaß. Seelen: 112. Zunahme: 30. Eigentum: Kire-

Scule.

t

26. Atmore. Gegründet in 1925. Miſſionar: Wm. Wolff. Siehe die Bemerkung unter Nr. 25.

Seelen: Sdule.

112.

27. Tilden.

Zunahme:

30.

Gegründet

Eigentum:

in 1916.

Kirche:

Miſſionar:

John Thompſon. Seelen: 112. Zunahme: 18. Eigentum: Kir<he-Scule; Pfarrhau38; Lehrexwohnung, er-

richtet in 1928 für 8541.89.

Bewilligt waren 3550.


==

eme.

emmmmmmmmmmmenmmmen=

meme

Die Wiſſions-Taube.

132 p

28. JIngomar. Gegründet in 1919. Miſſionar: I. Thompfon. Seelen: 24. Abnahme: 1. Eigentum: Kir<he-Sc<ule, Lehrerwohnung.

29. AFerville.

ſionax:

Gegründet

J. Thompfon.

Seelen:

Eigentum: Kir<he-Sc<hule, Frauenvereine in Lincoln

ein und

50.

in

1926.

Zunahme:

Miſ-

5.

Geſchenk der werten Marathon Counties,

1-4 BLL IIREMTE;

WiS., die 81,000 für dies Gebäude geſammelt haben. Die GCinweihung geſchah im Dezember 1929. Mögen andere dieſem Beiſpiele folgen!

30. MapleSville.

Gegründet in 1927.

Pro-

feſſor Lynn in Selma hat neben ſeiner vielen ſonſtigen Arbeit als Profeſſor und Präſes der Anſtalt in Selma dieſe Station, die 35 Meilen von Selma entfernt iſt, regelmäßig bedient. Im Juli dieſes Jahres wurde Kandidat De Witt Robinſon ſein Nachfolger. Seelen: 36. Zunahme: 10. Die Kir<he-Scule, für die vor 3wei Jahren 81,000 bewilligt wurden, iſt nod) nicht gebaut worden. 31. Kings Landing. Gegründet in 1924.

Miſſionar: Prof. Otho Lynn bis Anfang Juli 1930. Kandidat De Witt Robinſon wurde ſein Nachfolger. Seelen:

91.

Zunahme:

32. Penſacola,

1.

Eigentum:

Florida.

Miſſionar: Jſaac Holneß. E3 werden Vorkehrungen käuflich) zu erwerben. Für vor zwei Jahren 86,000 Summe ſcheint jezt um etwa 33

Auf dem

Gemeinden

Seelen: 41. Zunahme: 5. getroffen, einen Bauplaß eine Kapelle-Schule ſind bewilligt worden. Dieſe 84,000 zu niedrig zu ſein.

geſamten Alabamagebiet haben und

Predigtpläße

oder getauften Gliedern. ſind noch immer vorhanden. Geſuche um

Kirc<he-Schule.

Gegründet in 1924.

Bedienung

mit

2,567

in

1923.

wir alſo Seelen

AusSbreitung3möglichkeiten EZ liegen zurzeit mehrere

vor.

Louiſiana. 1. Alexandria.

ſionar:

Gegründet

Eugene Berger (farbig).

nahme ſeit Juli 1928: 9. 2. Mount Zion, New

Seelen:

Eigentum: Orleans.

99.

Miſ-

Zu-

Kirhe-Scule. Gegründet in

1878. Miſſionar: Oskar W. Lüke. Seelen: 491. Zunahme: 2021 Jn dieſem Biennium ſind viele Kinder

durc<

die

Miſſionsſchule

gewonnen

und

getauft

worden. Eigentum: Kirc<he und Schule. In 1928 erhielt die Schule einen Anbau, der 82,000 koſtete. 3. St. Paul's, New

Orleans.

Gegründet in 1879.

7. Napoleonville.

293.

Zu-

und Schule. New Orleans. GeG. M. Kramer. Seelen: Kirc<he-Schule. Die Gebeſſergelegenen Ort ein Für dieſen Zwe> wären

Gegründet in 1905.

Miſ-

ſionarx: G. M. Kramer, der einmal monatlich Gotte35dienſt hält, der durchſchnittlich von 20 Perſonen beſucht wird. Seelen: 2. Verluſt: 9. Eigentum: KircheSchule. Das Pfarrhaus iſt verkauft worden. Die Schule wurde mit dem Schluß des lebten Schuljahrs geſchloſſen. Der Ort geht immer rü>wärt3 und der Wegzug iſt ſtark. 8. Manſura. Gegründet in 1898. Miſſionar: Calvin Thompſon, ein Kind der Gemeinde. Seelen: 148. Zunahme: 14. Eigentum: Kirc<he-Schule und Pfarrhaus. Dieſe aus ſtillen Kreolen beſtehende Gemeinde hat unſerer Miſſion mehr MiſſionSarbeiter geliefert als irgendeine andere Gemeinde. Am erſten Sonntag im Juli ordinierte P. Thompſon inmitten der frohen Gemeinde drei junge Predigtamtskandidaten, die aus dieſer Gemeinde ſtammen. Die Zahl der diesjährigen farbigen Predigtamtskandidaten war vier, von denen drei aus Manſura ſtammen. Außerdem ſtudiert noch eine ſchöne Anzahl Knaben und Mäd<en auf unſern Anſtalten, um ſich für den Miſſionsdienſt vorzubereiten. Im Staat Louiſiana haben wir alſo 8 Gemeinden, von denen ſich 5 in New Orleans befinden. So bald al3 möglich ſoll die Arbeit wieder in der Staat3hauptſtadt Baton Rouge begonnen werden. Miſſionar Wildgrube, der nun einen Gehilfen hat, wird wieder in Pailet3 Land anfangen. Die Geſamtzahl unſerer lutheriſchen Neger in Louiſiana beträgt 1,656.

Das Südöſtliche Gebiet. Dies Gebiet erſtre>t ſich von Atlanta, Ga., bis nach Yonker3, N.Y.

1. Atlanta,

1913.

Miſſionar:

Ga.

Gegründet

John

Alſton.

im

November

Seelen:

73.

Zu-

nahme: 12. Eigentum: Neue Kirc<e-Sule. 2. Spartanburg, S. C. Gegründet im No-

Miſſionar: E. H. Wildgrube. Seelen: 479. Zunahme: 38. Eigentum: Kirche, Schule und eine zerlegbare

vember 1913. Miſſionar: Guſtavus NRobert3. 61. Abnahme: 25. Eigentum: Kirc<e-Sdule.

4. Trinzty, New Orleans. Gegründet in 1912. Miſſionar: E. H. Wildgrube. Seelen: 71. Zunahme: 20. Eigentum: Kir<he-Shule. Im Juli 1930 erhielt Miſſionar Wildgrube den Kandidaten Luther Nobinſon al5 Gehilfen für ſeine beiden Gemeinden. Dieſer wird in Trinity Schule halten. 2

1889. Miſſionar: Cuthbert J. Malloy. Seelen: 26. Abnahme: 80. Eigentum: Kirc<e-Sc<hule, Pfarrhaus. 4. Charlotte, N. C. JIlount Zion. Gegründet 1896. Miſſionar: C. J. Malloy. Seelen: 26. Verluſt:

ESdule.

65. Bethlehem, New Orleans.

Miſſionar:

Wea

intendent des Louiſianagebiets iſt. Seelen:

nahme: 38. Eigentum: Kirc<he 6. Concordia, Carrollton, gründet in 1912. Miſſionar: 73. Zunahme: 23. Eigentum: meinde ſollte an einem neuen, neues GotteShaus bekommen. wohl 813,000 nötig.

G. M. Kramer,

der

Gegründet in 1887.

auc<h zugleich

Super-

3.

20.

Charlotte,

Eigentum:

Kirche.

N.

C.

=-

St. Paul's.

Da3

Eigentum

Seelen:

Gegründet

im

nörd-

lichen Stadtteil (Bethel). iſt für 8775 verkauft worden.

Die Vereinigung

der beiden

ausgeführt werden können.

Gemeinden

hat noh

nicht


Die 5. Monroe,

ſionar: C. J. Malloy. tum: Kirche.

N.

C.

Seelen:

Gegründet 18.

Hlijſions-Taube. 1900.

Verluſt: 4.

Miſ-

Eigen-

6. Concord, N. C. Gegründet in 1883 von P. D. Koonts. Miſſionar: Melvin Holſten. Seelen: 280. Zunahme: 29. Eigentum: Kirche und Scule. Beide ſind äußerſt reparaturbedürftig, und die Miſſion iſt genötigt, ander5tvo zu bauen. Bedürfnis: für einen Bauplatz und für eine Kirc<e-Schule etwa 825,000. 7. Shankletown, N. C., eine Vorſtadt von Concord. Gegründet in 1919. Miſſionar: M. Holſten. Seelen: 34. Abnahme: 3. Eigentum: Kirche. Die ſchulpflichtigen Kinder beſuchen die Schule in Concord. 8. KannapoliSs, N. C. Gegründet in 1902. Miſſionar: John W. Fuller. Seelen: 175. Abnahme: 6. Der ehemalige Paſtor, Frank D. Alſton, der auc zugleich Superintendent der Gemeinden im Südoſten war, die von farbigen Paſtoren bedient werden, iſt am 20. März 1930 verſtorben. Er war ein fähiger, fleißiger, gewiſſenhafter Arbeiter. P. Fuller, der nod zwei andere Gemeinden bedient, wurde am 1. Juni als ſein Nachfolger eingeführt. Cin Vikar ſteht der Schule vor und predigt hie und da. Eigentum: Kir<he-Schule. 9. Mount Pleaſant, N. €. Gegründet in 1893. Miſſionar: J. W. Fuller. Seelen: 59. Zunahme: 1. Eigentum: Kirche, Schule und Pfarrhaus. Die Kir<e wurde am 14. Mai 1929 durd) einen Sturm beſchädigt. Die Reparaturen, die ſich auf etwas über 8300 belaufen haben, beſtreitet die Gemeinde ſelber.

10. Drys

Scchoolhouſc,

N. C.

Gegründet

1897. Miſſionar: J. W. Fuller. Seelen: 45. Eigentum: Kirche. Hier wird dieſen Sommer ſec<hs Wochen Schule gehalten von Student Pledger.

11. Fayetteville,

N. C. Gegründet in 1913.

Die Arbeit wurde jedoch zweimal eingeſtellt. P. Fuller hat die Aufſicht über die von Studenten verrichtete Arbeit. Seelen: 5. Kein Eigentum.

12. New

Bern,

N.C.

Dieſer

Ort

liegt

im

Schwarzen Gürtel des öſtlichen North Carolina. Im Auguſt 1928 machten die PP. Lorenz Dorpat (Vater) und Martin Dorpat (Sohn) von Meherrin, Va., eine Explorationzreiſe nac New Bern. Einige Monate ſpäter explorierten die PP.Frank Alſton und M. Dorpat die Stadt. Die MiſſionSbehörde beſchloß, Miſſionar

M. Dorpat

dorthin

zu

verſezen.

Ex

kam

dort

am

27. Dezember 1928 an und blieb bis zum Mai de3 folgenden Jahre3, als er nac Baltimoxe zog, um die dortige Miſſionsſtation zu übernehmen. Anfangs des kommenden Jahre3 ſoll wieder ein Miſſionar angeſtellt werden. Jnzwiſchen- wird die Station von Studenten aus Greensborxo unter P. Fullex3 Aufſicht bedient. In

New Bern wohnt Frau

Waiſen,

die

ſie

Mollie

angenommen

hat.

Louder Die

mit ihren

Kommiſſion

konnte ſich nicht entſchließen, ein Waiſenhaus ins Leben

zu rufen, hofft aber, daß mildtätige Miſſionsfreunde die v

Frau Louder Seelen: 20.

133

und

ihre Waiſenkinder

bedenken

werden.

13. Salisbury, N. C. Gegründet in 1895. Miſſionar: Felton Vorice. Seelen: 70. Zunahme: 17. Cigentum: Kir<e und Schule. 14. Catawba, N. C. Gegründet in 1895. Miſſionar: F. Vorice. Seelen: 23. Zunahme: 3. Eigentum: Kirche, die ſehr reparaturbedürftig iſt. 15. Conover, N. C. ſionar: F. Vorice. Seelen: tum: Kirche.

Gegründet in 1904. Miſ3. Abnahme: 4. Eigen-

16. Ro>well, N. C. Gegründet in 1893. Miſjionar: F. H. Foard. Seelen: 48. Zunahme: 8. Eigentum: Kirche und Schule. 17. Boſtian gründet in 1904. 44. Zunahme: 1. Gemeinde.

18. Gold

Miſſionar: Eigentum:

Cros85 Noad3, NC. GeMiſſionar: F. H. Foard. Seelen: Eigentum: Kirche. Dieſe gehört der

Hill,

N.

F. H. Foard. Kirche.

C.

Seelen:

Gegründet 32.

in 1893.

Zunahme:

2.

19. High Point, N. C. Gegründet in 1908. Miſſionar: J. EC. Shufelt. Seelen: 57. Zunahme: 38. Eigentum: Kirche, in der auch Sdule gehalten wird. Miſſionar Shufelt mödte gerne eine neue Kirche an einem günſtiger gelegenen Ort haben. Die Lage hat ſich in der ſchnell wachſenden Stadt derart verändert, daß unſer Kir<hlein auf zwei Seiten weiße Nachbarn hat. Er meint, eine neue Kir<he-Sc<hule würde eine Bewilligung im Betrag von 812,000 fordern. 20. Winſton-Salem, N. 1913. Miſſionar: Jeſſe A. Hunt. nahme: 24. Eigentum: Kirche.

C. Gegründet in Seelen: 46. Zu-

21. GreenSsboro, N. C. Gegründet in 1893. Miſſionar: Paul D. Lehman (farbig). Seelen: 186. Zunahme: 21. Die beiden Gemeinden -- Grace und Luther Memorial -- ſind in 1928 vereinigt worden. Die neue Kirche-Sc<hule wurde am 11. Mai 1930 eingeweiht. Dies ſchöne Gebäude, in dem auh die Stu-

denten

de3

832,427.07

College

gekoſtet.

die

Die

Gottesdienſte alte

beſuchen,

Grace-Kirc<e

11. November 1928 durc Feuer zerſtört worden.

iſt

hat am

Die

lot haben wir noh nicht verkaufen können. Während der Vakanz hat Prof. Wm. Gehrke mit Hilfe eines Stu-

denten die Gemeinde bedient. Laut de3 auf der vorigen Verſammlung der Synodalkonferenz gefaßten Beſchluſſes

der Miſſionskaſſe

87,500

liehen worden. Unſere Profeſſoren Familien zu dieſer weißen Kirche.

gehören

der

ſind aus

Ebenezerkir<he

beigeſteuert

und

noh

zum

81,500

Bau

ge-

mit ihren

22. Southern PineS3, N. C. Gegründet in 1898. Miſſionar: Prof. Walter H. Bex (aus der WiSconſinſynode), der die Gemeinde mit Hilfe einiger Studenten bedient. Seelen: 39. Zunahme: 5. Eigen-

tum: Kirche.


134

Die 23. Meherrin,

Va.

Gegründet

Mijſions-Taube, in

1883.

Miſſionar: Lorenz Dorpat. Seelen: 107. Abnahme: 32. Glieder der Gemeinde, die in Baltimore uſw. wohnten, haben ihre Entlaſſung an dortige Gemeinden erhalten. Daher die Abnahme. Eigentum: KirdeScule, Pfarrhaus und 28 Aer Land. 24. Baltimore, Maryland. Gegründet in 1929. Vakant. Kandidat J. Schlichting vom Seminar in Springfield, JU., hat den an ihn ergangenen Beruf angenommen und wird Mitte Auguſt eingeführt werden. Miſſionar Martin Dorpat hat die Station von April 1929 bi3 Ende April 1930 bedient. Die Gotte3dienſte werden in einem XY. A. C. A.-Gebäude gehalten. Seelen: 18. 25. Waſhington, D.C. Gegründet in 1916. Vakant. Kandidat J. Schlichting wird dieſe Station von Baltimore aus bedienen. Seelen: 12. 26. Philadelphia, Pa. Gegründet in 1918.

Miſſionar:

Paul Trumpoldt.

Seelen:

74.

Zunahme:

15. Gegenwärtig wird eine neue Kir<e gebaut, die etwa 825,000 koſten wird. 27. Cheſter, Pa. Die Arbeit wurde in 1928 begonnen. Miſſionar: Paul Trumpoldt. Seelen: 15. Kein Eigentum.

28. Yonker3,

N.9Y.

Gegründet in 1907. Miſ-

ſionaxr: Wm. O. Hill, ſeit dem 9. März 1911. Seelen: 147. Zunahme: 39. Die Gemeinde hat am 10. November 1929 ihr parish house, da8 312,000 gekoſtet

hat, eingeweiht.

DaS nette Gebäude ſoll vorläufig auch

für gottez3dienſtlihe Zwe>e gebrauc<ht werden, bis die Gemeinde imſtande iſt, eine Kirche zu bauen. Da die Gemeinde die Baukoſten ſelber aufgebracht hat, iſt e3 nicht nötig geworden, ihr ein Darlehen im Betrag von 315,000 au3 der Miſſionskaſſe zu machen, wie da3 auf der vorigen Verſammlung der Synodalkonferenz be-

ſchloſſen wurde. Der Gemeinde P. A. von Schlichten, die unſere Gemeinde all dieſe Jahre beherbergt hat, ge-

bührt aufrichtiger Dank. Die Geſamtzahl der Seelen oder getauften Glieder auf dem Südöſtlichen Miſſionögebiet beträgt 1,743.

Alleinſtehende

Gemeinden.

1. Little Ro>, Ark. Unſere älteſte Miſſion3ſtation, gegründet am 2. Dezember 1877 von Miſſionar I. F- Döſhexr. P. Adolf H. Poppe, Paſtor der weißen

Gemeinde in Little No>, bedient die wenigen Seelen, 10 an der Zahl, die no

2. St. Louis,

Miſſionar:

Joh. Fey.

vorhanden ſind.

Mo.,

: Seelen:

Eigentum: Kir<he-Scule.

3. St. Loui3, am 8. Mai 1928.

Grace, gegründet in 1903. 112.

Zunahme:

37.

Mo., Zt. Pmailip's. Gegründet Miäiſſionax: Andreas Sculze.

kordiagemeinde (P. Wm. Maſchoſf) begonnen. Die Gottesdienſte werden in der Kirche dieſer Gemeinde gehalten. Die junge Station geht jezt durd) die übliche Kriſis, in der die farbigen Sektenprediger ſich zum Angriffsfkfampf vereint haben. 5. Springfield, Jll. Gegründet in 1886.

Miſſionar:

Clifford L. Bliß.

Seelen:

102.

Weder

Zunahme noch Abnahme. Eigentum: Kirc<he-Scule, Pfarrhaus. Die Kirche iſt dieſen Sommer gründlich repariert und renoviert worden. Die Koſten haben ſich auf etwa 85,000 belaufen. Vom 31. Juli bis zum 4. Auguſt verſammelte ſi< die Allgemeine Konferenz unſerer Negermiſſion inmitten dieſer Gemeinde. 6. Ja&>ſonville, Jll. Gegründet in 1925. Miſſionar: C. L. Bliß. Seelen: 11. Zunahme: 3. Eigentum: Ein Kirchlein.

7. Chicago,

JIl.

Gegründet in 1924.

Miſ-

ſionax: Marmaduke N. Carter. Seelen: 207. Zunahme: 59. Die Ausſichten auf Wadzstum ſind gut. Eigentum: Kirche und Pfarrhaus unter einem Dad. Die Kirche hat Sibzplatßz für 130 Perſonen; do<h der Gottesdienſt wird zuweilen von 150 Perſonen beſucht. Der Paſtor der Gemeinde kann, wenn gewünſcht, ausführlicher berichten; er iſt einer der beiden farbigen Vertreter in dieſex Verſammlung. 8. Cleveland, O. Gegründet in 1926 von P. Artur Katt. Miſſionar: Ernſt G. Müller. Seelen: 75. Zunahme: 42. Die Gemeinde hält ihre Gotte3dienſte in dex Schule der Gemeinde P. Katts, biöSher unentgeltlich, was durdaus dankenswert iſt. Seit Juni dieſc3 Jahres bezahlt die Miſſionsgemeinde 810 monatlich für Miete. N 9. Cincinnati, O. Gegründet in 1922. Miſſionar: Omar F. IJ. Rau. Seelen: 49. Zunahme: 10. Da3 Gebäude, in dem Kir<he und Scule gehalten wird, gehört der Lutheran Church JYederation in Cincinnati. 10. Buffalo, N. Y. Gegründet in 1926 von Stadtmiſſionar H. F. Wind. Miſſionar: E.R. Pflug, der aud) in der Stadtmiſſion arbeitet. Seelen: 40. Zunahme: 25. Eine Kapelle iſt ein dringendes Bedürfnis. Wie die weißen Lutheraner in Chicago, Cincinnati und St. Louis den dortigen Miſſions8gemeinden zu einer Kir<he verholfen haben, ſo werden e3 auch wohl die lieben Mitriſten in und bei Buffalo tun.

11. 2Lo3

Angele3,

Cal.

Gegründet in 1919

von den PP.JI. W. Theiß und Walter ſionax: John McDavid. Seelen: 95.

Eigentum: Kir<he.

lichen Anſtalten.

12. Oakland,

Tröger. MiſZunahme: 20.

P. McDavid arbeitet in drei öffentCal.

Gegründet in 1926.

Miſ-

Seelen: 239. Zunahme: 99. Eigentum: Kirhe. Die Ausſichten auf weitere3 Wachz3tum ſind gut. Die Gemeinde trägt monatlih 3100 zum Gehalt des

ſionar: John McDavid. Seit Juni 1929 leitet Prof. Otto Theiß an drei Sonntagen im Monat den Gotte3-

4. Kirkwood, Mo. Die Arbeit wurde hier am 9. Februar 1930 auf Wunſch und Rat der weißen Kon-

eifriger Miſſionar.“ Seelen: 23. Zunahme: 3. Die Gotte3dienſte werden in einer Logenhalle gehalten.

Paſtors bei.

dienſt. P. McDavid berichtet über ſeinen Gehilfen: „Er iſt nicht nur ein tüchtiger Mann, ſondern auc ein

.


Die Die

numeriſche

Stärke

der

vier

Rijſions-Taube.

Miſſionsgebiete

iſt folgende: 11 alleinſtehende Gemeinden und ein Predigtplaß mit 963 Seelen oder getauften Gliedern, die unter der Seelſorge unſerer Miſſionare ſtehen; 8 Gemeinden in Louiſiana mit 1,657 Seelen; 28 Gemeinden und Predigtpläße auf dem Südöſtlichen Gebiet mit 1,743 Seelen; 32 Gemeinden und Predigtplätze in 'Alabama mit 2,567 Seelen. Jn83geſamt: 6,930 Seelen.

Wieder

drei merkwürdige

Nekords3.

Schon die Zunahme von etwa 17% Prozent in der Seelenzahl in dieſem Biennium iſt merkwürdig. Jnde3, hierzu geſellen ſich noch weitere Beweiſe der göttlichen Gnade, die uns Urſache zur Freude und zum Dank „geben. Der erſte Rekord iſt 'Die merkwürdig niedrige Sterberate in unſerer Miſſion. Wir wiederholen, was wir ſc<on früher geſagt haben: Manche Leute, die von unſerer Miſſion3arbeit unter den hieſigen Negern hören, können ſid gar keine Vorſtellung machen von der Veränderung, die in und an denjenigen Schwarzen vor ſich geht, die Gotte3 Wort und Luther35 Lehre von Herzen annehmen. Der Apoſtel Paulus ſchreibt: „Jſt jemand in Chriſto, ſo iſt ex eine neue Kreatur.“ Das gilt auch von unſerm lutheriſchen Neger. Herz, Sinn, Mut und Gedanken, Worte und Werke ſind neu und anders geworden. Darum iſt auch die Sterberate in unſerer Miſſion ſo auffallend verſchieden von der allgemeinen Sterberate der hieſigen Negerbevölkerung. Laut des lezten un3 zu Gebote ſtehenden Berichts unſerer LandeSregierung ſterben jährlich achtzehn aus je tauſend Negern. Jn unſerer lutheriſchen Negerkire dagegen ſind lektes Jahr nur etwa neun aus je tauſend geſtorben. Das iſt eine erſtaunlich niedrige Zahl. Hier haben wir alſo einen handgreiflicen Beweis dafür, daß unſere lutheriſchen Neger ein ganz anderes Leben führen al3 ihre übrigen Raſſengenoſſen. Unſere

lutheriſchen Neger des

gehen

oft zum

Tiſd)

HErrn.

Wir müſſen hier wieder einen Vergleich anſtellen. In unſern zur Synodalkonferenz gehörenden Synoden - gehen die fonfirmierten Glieder im Durchſchnitt zweimal de3 Jahres zum heiligen Abendmahl. Wie ſteht .e3 dagegen in unſerer farbigen lutheriſchen Kir<he? C3 muß voraus8geſchi>t werden, daß viele unſerer farbigen

'Glieder

oft

nicht

zu

Hauſe

ſind,

wenn

da3

heilige

Abendmahl gefeiert wird. Sie ſind in der Ferne auf der Suche nach Arbeit. Das iſt dazu angetan, die Zahl der Abendmahl3gäſte zu verringern. Zum andern iſt zu bedenken, daß die Vorfahren unſerer lutheriſchen Neger<hriſten Sektenleute oder ganz kir<loſe Leute waren.

E3 gibt nur wenige Familien, deren Glieder im dritten

Glied Lutheraner ſind. Troßdem beſuch beſſer als bei uns Weißen.

iſt der Abendmahl8Lektes Jahr traten

135

insSgeſamt 10,518 Gäſte zum Tiſche des HErrn. Da3 heißt, jedes konfirmierte Glied iſt im Durchſchnitt dreimal im Jahr zum heiligen Abendmahl gegangen. Der Abendmahl35gang iſt gleichſam ein Thermometer de3 geiſtlichen Leben5 in einer Gemeinde. Hiernach herrſcht alſo ein feines Leben des Geiſtes in unſerer Negermiſſion. Dafür ſei Gott gedankt! Die

Beiträge

unſerer

Negerriſten.

CS ſei hier zunächſt wieder bemerkt: Die im Bericht des Kaſſierers unſerer Miſſion angeführten Beiträge geben nicht alle Gaben an, die in unſerer Miſſion aufgebracht werden. C5 kommen no< Tauſende von Dollars hinzu, die unſere Negerdhriſten für Reparaturen, Licht. Feuer, Unterſtüzung armer Glieder uſw. aufbringen. Unſere farbigen Chriſten ſind nun ja keine reichen Bauern, keine wohlhabenden Geſchäftsleute, keine Arbeitex mit großem Verdienſt. Die Arbeitsloſigkeit iſt größer unter den Negern als unter den Weißen. Man<er Dienſtpoſten, den früher ein Neger innehatte, iſt icebt von einem Weißen beſebt. Nidht3deſtoweniger haben ſich die Einnahmen in unſern Gemeinden leßte3 Jahr vermehrt. Dieſe beliefen ſich in 1929 genau auf 831,063.18. Das ijt überraſchend. Daß unſere farbigen Chriſten durch Wirkung de3 Heiligen Geiſtes immer zunehmen in der Gnade de3 GebenzS, iſt klar erſichtlich aus der Statiſtik, die wir führen. In 1919 waren die Einnahmen in den Gemeinden 812,5915; zehn Jahre ſpäter betrugen ſie 831,063. DaS bedeutet eine Zunahme von 818,472. Wahrlid ein feiner Fortſchritt! In bezug auf die Beiträge iſt e3 juſt ſo wie in unſern weißen Gemeinden: Mane geben wenig, andere geben viel. Miſſionar Kramer von der Bethlehem3gemeinde in New Orleans berichtet: „Unter unſern" Gliedern iſt eine. Frau, die leztes Jahr 841.60 beigetragen hat. Die Nächſthöhſte war eine andere ältere Frau, die das meiſte tut für die Unterſtüßung ihrer Mutter und ſonſt weiter keine Einnahme hat, als was ſie am Waſczuber verdient, und doh 329.15 gab. Ein junger Mann trug 829.75 bei. Eine unſerer Lehrerinnen zeichnete den Gehalt eines ganzen Monat3

al3 ihren Beitrag für da3 Pflaſtern der Straße bei

der Kirche.“ So ſehen wir, wie troß mander Shwäden und Gebrechen in unſern Gemeinden dieſe doh ſchöne, hödſt erfreuliche Fortſchritte machen in der Heiligung und in guten Werken. So genießen denn aud unſere ſchwarzen Lutheraner das Anſehen und die Achtung ihrer weißen wie ſchwarzen Mitbürger. UnS aber ſoll dieſer

Segen, den der HExr auf die MiſſionSarbeit legt, mit

neuem Mut erfüllen, wie der heilige Apoſtel ſagt: „Darum, meine lieben Brüder, ſeid feſt, unbeweglich und nehmet immer zu in dem Werk de38 HErrn, ſintemal ihr wijſet, daß eure Arbeit nicht vergeblich iſt in dem HErrn.“ ;


Die

Miſjſſions-Taube.

I

136

Unſ erc Miſ ſio1 1Sarbeiter in

Die

Lonuiſi ana

am

lutheriſche Thompſon-Verwandtſchaft

28

November

zu Manſura,

1929

La.


Die Unſere

Mliſſions-Taube.

Lehranſtalten.

Wir haben drei höhere Lehranſtalten, auf denen farbige Paſtoren ſowie farbige Lehrer und Lehrerinnen für den Miſſionsdienſt ausgebildet werden. 1. Immanuel Lutheran College in Greensboro, N. C. Gegründet 1903. Direktor ſeit Juni 1925: Dr. Heinrich Nau. Die Anſtalt hat drei Abteilungen: Hochſchule, Lehrerſeminar und Predigerſeminar. Die Schülerzahl in der Hochſchule war am Ende des lezten Schuljahrs 83. Abnahme: 23. Unter dieſen 83 Schülern waren 31 Knaben und 52 Mäd<hen, darunter 32 Lutheraner. Jn der Normalſchule waren zwei lutheriſche Schülerinnen, im theologiſchen Seminar 14 Studenten, darunter 3 Vikare. Die Geſamtzahl aller Schüler: 99, von denen 48 Lutheraner und 51 Nichtlutheraner ſind. Die Geſamtzahl der Studenten iſt um 15 gefallen. In der Fakultät ſind während der beiden BerichtSjahre keine Veränderungen vorgekommen. Sie beſteht nach wie vor aus ſieben Gliedern, von denen 4. ausſchließlich in der Hochſchule, 2 in Hochſchule und Seminar und 1 (Prof. F. Berg) ausſc<hließlich im Seminar unterrichten. Eins der Glieder der Fakultät iſt ein farbiges Fräulein, das in Haushaltungskunde unterrichtet. Sie gehört nicht zur lutheriſchen Kirche. Der Geſundheit5zuſtand der Schüler war im lezten Schuljahr gut troß der primitiven Schlafeinrichtungen für die Knaben im dritten Sto> des Hauptgebäudes. Das Betragen der Schüler war gut. Kein ernſtlicher Disziplinarfall iſt vorgekommen. Die Anſtalt konnte während dieſes Bienniums ihr ſilbernes Jubiläum feiern. Dazu waren viele Feſtbeſucher aus der Nähe und aus der Ferne erſchienen. Die Zuſtände in North Carolina, überhaupt in dem geſamten Südöſtlichen Gebiet, haben ſich in den lekten Jahren ſo geſtaltet, daß man das neue Gebäude, für das vor zwei Jahren 875,000 bewilligt wurden, nod) nicht errichtet hat. : Die Miſſionskommiſſion empfiehlt, daß folgende Neparaturen und Veränderungen an dem alten Lehrund Wohngebäude im Jahr 1931 gemacht werden: ein neue8 Dach, Rekonſtruktion des JInnern, Verbindung "mit dem ſtädtiſchen Abzug3kanal, ein moderne3 Heizungsſyſtem, plumbing, ein Zementfahrweg. Die Koſten werden ſich auf etwa 830,000 belaufen. Bisher haben die Türen der Anſtalt offengeſtanden

für alle Applikanten, einerlei ob ſie lutheriſch ſind oder

nicht. In den beiden andern Anſtalten werden nur Lutheraner aufgenommen. Doch dürfen in Green5boro auswärtige Schüler nur in einer ſol<en Anzahl aufgenommen twerden, daß ihre Anweſenheit keine neuen Ausgaben für Gebäude und Profeſſorengehälter nötig macht. Das höhere Schulweſen unter der hieſigen Neger-

bevölkerung iſt in den lezten Jahren in einem ſol<hen

Maße

geſtiegen,

daß

die Hochſ<ulausSbildung

unſerer

137

farbigen Paſtoren nicht mehr genügt. Die Fakultät bittet, daß zwei Jahre zum Kurſus hinzugefügt werden und die Anſtalt alſo ein junior college werde. Die Kommiſſion unterſtüßt nach genauer Einſichtnahme die Bitte. Nachdem Direktor Nau in ſeinem Bericht darauf hingewieſen hat, daß die Anſtalt in bezug auf equipment ſehr rüdſtändig iſt, ſchließt er mit den Worten: „Dod) ſoll es nicht unausgeſprochen bleiben, daß unſer Heiland uns auch troß aller Mängel der Schule und aller Gebrechen und Fehler dex Lehrer und Schüler gejegnet hat, und wir danken ihm dafür.“ Eigentum: Lehrgebäude, Schulhaus, Wohnung für Mädchen, drei Profeſſorenwohnungen, 13% Aer Land. Dieſe gründet.

Alabama Anſtalt,

Luther College in Selma, Ala. eine Hochſchule, wurde 1922 ge-

Direktor:

Prof. Otho

Lynn,

ſeit 1922.

Die

Profeſſoren ſind alle Neger. Sämtliche Schüler ſind Glieder unſerer Kirche. Sie kommen aus Alabama, GLCLID Georgia, JUinois8, Louiſiana. und Wisconſin. Das Vetragen der Schüler war gut; jedoch mußte ein Mädchen entlaſſen werden, und drei Knaben wurden ein Jahr ſuspendiert. . Vedürfniſſe: Wohnhaus für Knaben; zwei Klaſſenzimmer; eine Bibliothek ſamt Leſezimmer; laboratory equipment; equipment for domestic Science; equipment for kindergarten. Die Miſſionsbehörde hat in ihrer Plenarverſammlung im April 1930 beſchloſſen, ein Jahr zum Kurſu3 hinzuzufügen für die beſſere Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen. . Die Ehrw. Synodalkonferenz wird gebeten, dies gutzuheißen. Eigentum: Lehrgebäude ſamt Aula, in der die Trinity-Gemeinde ihre Gottesdienſte hält; 2809 9a us für Mädchen; dreizehn Aker Land. 3. Luther Preparatory School in New Orleans. Gegründet 1929. Direktor: Prof. Paul Scherf, ſeit Januar 1930. Die Ehrw. Synodalkonferenz hat vor zwei Jahren beſchloſſen, das im Jahr 1925 geſcloſjene Luther College in New Orleans wieder zu eröffnen, und zwar für ſolhe Knaben und Mädchen, die ſi< für den Miſſionsdienſt ausbilden laſſen wollen. Die Zeit war zu kurz, die Anſtalt noh im ſelben Jahre zu eröffnen; ſo mußte die Eröffnung ein Jahr verſchoben werden. Weil man nod keinen Direktor hatte finden können, erklärten ſich die Paſtoren Lü>e von der Mount Zion-Gemeinde und Wildgrube von der St. Paul's-Gemeinde bereit, den Unterricht und die Leitung zeitweilig zu übernehmen. Am 16. September 1929 wurde die Anſtalt mit 30 Schülern eröffnet. Sie ſind alle Glieder unſerer Kirche. E38 wurde im 8. und 9. Grad unterrichtet. Am 1. Januar 1930 wurde P. Paul Scherf als Profeſſor und Direktor der Anſtalt eingeführt. Die genannten zwei Paſtoren hal-

fen bis zum Ende des Schuljahrs am 6. Juni aus. Für ihre treue und gute Arbeit gebührt ihnen herzlicher

Dank.


Die

438

ZIWUiſſions-Taube.

Da3 Betragen der Schüler war im ganzen gut. 'Ein Knabe mußte entlaſſen werden. =- Die Miſſion3Fommiſſion hat in ihrer Plenarverſammlung im April 1930 beſchloſſen, den zehnten Grad' hinzuzufügen. 'Direktor Scherf bittet dringend um neue Gebäude.

Neubauten. Kapellen. 1. AFerville, Wilcox Co., Ala. Hier wurde im Dezember 1929 eine Kapelle-Scule eingeweiht, die ein. Geſchenk der Frauenvereine in Lincoln-

und Marathon-County in Wisconſin iſt, die 81,000 ge-

ſammelt und eingeſandt haben. 2. Catherine, Wilcox Co., Ala. Die dortige Kapelle-Sc<ule iſt ein Geſchenk dex Frau J. Firzlaff und ihrer Schweſter, Frau A. Heined>e, beide in Sheboygan, Wi3., wohnhaft. Dieſe beiden Miſſion3freundinnen haben ein von ihrein Onkel und ihrer Tante erlangtes Erbteil dazu verwandt, eine Gedäctniskapelle errichten zu laſſen. Das Gebäude heißt The Dr. and Mrs. J. FE. Elfers Memorial Chapel. Die GCinweihung geſ<hah am 12. Januar 1930.

3. Yonkerz,

N. Y.

Die

Gemeinde

Stadt hat ein parish house für 812,000

am 10. November

1929

in dieſer

errichtet, das

eingeweiht wurde.

Die

Ge-

meinde hat ſelbex 88,000 aufgebra<ht und ſchuldet noch

34,000. 4. Greenz3boro, N.C.

Die ſchöne neue Kirhe-

Sqcule, für die vor zwei Jahren 830,000 bewilligt wurden, konnte am 11. Mai 1930 dem Dienſt de3 dreieinigen Gottes geweiht werden. Grundſtück und Ge-

bäude nebſt Einrichtung haben 3832,427.07 gekoſtet. Die Ehrw. Synodalkonferenz wolle dieſe Mehraus8gabe gutheißen. -Zurzeit

werden

neue

Gebäude

in

Birmingham,

Ala., und Philadelphia, Pa., errihtet. In Camden und Maplesville, Ala., iſt noh nicht gebaut worden. Pfarrhäuſer. vor

1. Tinela, zwei

Jahren

geſtellt, daß

Baukoſten

Arla.,

8850.

in 1928.

e3 niht ratſam

81,034.05.

Bewilligt wurden

E32 hat

ſich jedoch

herau3-

iſt, ſo billig zu bauen.

Die

Ehrw. Synodalkonferenz

wolle dieſe Mehraus38gabe wie au die unter Nr. 2 und 3 gutheißen.

2. Poſſum

3936.36.

Bend,

8. Arlington,

Ala.,

in 1929.

Koſten

Ala., in 1929. Koſten 31,000.

Vor zwei Jahren wurden 8850 für ein Pfarrhaus zu Nyland bewilligt. Man hat e3 aber zu Arlington, das zu derſelben Parochie gehört, errichtet. Lehrerwohnungen.

1. Tilden, Ala., in 1928. Bewilligt waren 8550, die Koſten beliefen ſich jedo<h nur auf 8541.89. 2. Buena

81,000.

Viſta,

Arla.,

in

1930.

KFoſten:

Ein Geſchenk der Schweſtern J. Firzlaff und

A. Heine>e in Sheboygan, Wis.

Anbau.

;

Auf der Iount Zion-Station in New Orlean3 mußte 1928 ein Anbau an die Schule vorgenommen werden, der 82,000 gekoſtet hat. Wer bemerkt hat, welh ein nie dageweſenes Wachstum die Gemeinde dur<h4 die Schule erlebt hat, wird gerne bereit ſein, dieſe Aus8gabe gutzuheißen. Unſere

Miſſionsſc<hulen.

Die Zahl unſerer Miſſionsſ<hulen beläuft ſich auf 52, die zu Anfang dieſe3 Jahres von 3,320 Schulkindern beſucht wurden. Sie erhalten den bei un3 üblichen Unterricht in der Religion wie in den weltlichen Fächern. Wir laſſen hier ein Urteil über unſere Sculen folgen. Horace M. Bond von der Pisk Univerzity zu Naſhville, Tenn., iſt ein Beamter, der im Dienſt de3 Noſenwald-Fonds ſteht und mitbeſtimmt, wo Gelder für Negerſ<hulen verausgabt werden ſollen. Lekten Winter ließ der Staat Alabama auf Wunſ< der Beamten von Wilcox County einen Zenſus de3 Unterricht5weſens in dieſem County vornehmen. Herr Bond, ein Farbiger, kam nach dem Süden, um die Sachlage in Augenſchein zu nehmen. Jn einem Brief an unſern Superintendenten ſc<hreibt ex unter anderm folgende3:

„Wa3

ich von

Jhren

Sc<ulen

geſehen

habe,

hat

mich davon überzeugt, daß ſie ein höchſt merkwürdige3 Werk tun. Die romantiſche Geſchichte -- für mid, einen Neger -- von dem Kommen der lutheriſchen Kirche nach dieſer höchſt vernachläſſigten Gegend und von den großen Dingen, die ſie getan hat, iſt --- da3 können Sie mir glauben -- ermutigend und entzükend. „I< weiß, daß die Arbeit oft eine undankbare iſt, nicht gewürdigt von denen, in deren Intereſſe ſie getan wird, und verbunden mit Anſtrengung und Mühſal.

Sie werden mir erlauben, Ihnen für Jhre Arbeit auch

für die Zukunft Erfolg zu wünſchen, den dieſe wegen ihres gründlichen Charakters in reichem Maße verdient. „34 kann dieſen Brief nicht ſchließen, ohne Jhnen zu ſagen, welch ein Genuß mein Beſuch der Zionsſchule zu Tait3s war, in der Lehrer River3 unterrichtet. Sowohl in den religiöſen Fächern wie in Rezitationen der

Klaſſen

zeichneten

ſich

die Leiſtungen

durch

Geſchi,

Schnelligkeit und Intelligenz in einer Weiſe aus, wie ich dies ſelten in einer-Scule geſehen habe. Die Leiſtungen

der chart-Klaſſe im Katehi3mus waren ſo vortrefflich,

daß ich e3 nicht bereue, einen ſo weiten Weg gemacht zu

haben; es war mir ein Genuß, dies alle3 zu ſehen.“ Dur unſere Miſſionsſchulen ſind viele Kinder zu ihrem Heiland und ſeiner Kir<he gebra<ht worden, an

manchen Orten und zu manden Zeiten allerding3 nur wenige. In der Gemeinde zu Salisbury, N. C., zum Beiſpiel, die ſeit mehr als einem Jahrzehnt eine Art Scmerzenskind geweſen iſt, hat Miſſionar Vorice zu Oſtern ſiebzehn Sculkinder taufen und vier konfir-

mieren dürfen. Miſſionar Holſten in Concord, N. C., ſchrieb nah Oſtern: „Hier in Concord freuen wir- uns


Die

Hiſſions-Taube.

über den Segen, den Gott auf unſere Schule legt. Lehrer McDowell ſagte mir heute, daß jeht alle ſeine Scüler außer vier lutheriſch ſeien. Zu Oſtern taufte ich neun Schulkinder und konfirmierte ſec<hzehn ſowie drei Erwachſene, deren Kinder unſere Schule beſuchen. I<h bin überzeugt, daß man unſere Schulen dahin bringen kann, daß ſie ſich „bezahlen“. Da3 erfordert jedoch) Arbeit.“ Den größten Segen hat die Mount Zion-Schule in New Orleans (P. Oskar Lücke) erlebt. Aus dieſer Schule konnten in zwei Jahren mehr als 200 Kinder für die Kir<he gewonnen werden. An andern Orten jedoch iſt es anders. ES gibt Sdculen, in denen die fremden Kinder zumeiſt weder „zur Sonntagsſc<hule noc< zur Predigt kommen, ſondern entweder in gar keine oder in eine Sektenkir<he gehen. Vielleicht kommen ſie ab und zu in unſere Sonntag3ſchule, um nicht möglicherweiſe ihren Plaß in unſerer Miſſionsſ<ule zu verlieren. Die Lehrer und Miſſionare ſind nämlich gehalten, den Kindern zu ſagen: Sollte unſere Schule überfüllt werden, dann werden die „Kinder, die auc zu unſerer Sonntagsſchule und Predigt kommen, den Vorzug haben. Sieht die Miſſionskommiſſion, daß eine Schule ſich abſolut nicht „bezahlt“, ſo ſchließt ſie die Schule (Napoleonville, Springfield) oder reduziert die Lehrkräfte (St. Paul's, New Orleans). Die alſo geſparten Gelder werden an ſolhen

Orten

gebrauc<ht,

E28

wo

die

Schüler

ſich ganz

zu

un38

Paſtoren und Profeſſoren.

Im Dienſt der Miſſion ſtehen 9 Profeſſoren (7 weiße und 2 farbige) ſowie 37 Paſtoren (15 weiße und 22 farbige). Folgende Veränderungen ſind in dieſem Biennium vorgekommen: AuSsgeſcieden. 1. G.G. Kreft, Mobile, Ala., dur<h Annahme Berufs na<h Meta, Mo.

eine3

2. G.L. Krönk, Grace, St. Louis, Mo., dur

An-

nahme eines Berufe3 nah Grangeville, Jdaho, am 23. Juni 1929. 3. Paul G. Weeke, Alabama, dur< Amtönieder-

legung im Mai 1929. 4. Paul E. Schauer, Ende Juli, 1929, dur friedliche Entlaſſung. 5. C.R. Mard<yh, Sali3bury, N. C., durch Entlaſſung

'au38 dem Miſſion3dienſt am 7. Mai 1929. . 6. F. C. Carlſon, Alabama, dur Entlaſſung

aus

dem Miſſion3dienſt am 31. Mai 1929. 7. Frank D. Alſton von Kannapoli38, N. C., dur

einen ſeligen Tod am 20. März 1930. 8. Martin Dorpat am 30. April Krankheit. Eingetreten.

1. Prof. Sugo September 1928.

Meibohm

1930

wegen

aus Rodford, Minn., im

92. Clifford L. Bliß vom Predigerſeminar zu Springfield, JU., eingeführt in Springfield am 5. Au-

guſt 1928.

;

139

3. Ernſt G. Müller vom Predigerſeminar in St. Louis, eingeführt in Cleveland, O., am 5. Auguſt 1928. 4. Johann Fey aus dem Predigerſeminar in Springfield, eingeführt in der Grace-Gemeinde zu St. Louis, Mo., am 14. Juli 1929. 5. Wm. Wolff aus dem Predigerſeminar zu St. Loui3, eingetreten in Mobile, Ala., im Auguſt 1928. 6. Artur Dreier, eingeführt in Holy Ark, Ala., im

Juli 1929.

7. Prof. Paul Scherf aus Seymour, Jnd., eingeführt in der Lutheran Preparatory School, New Orleans, im Januar 1930. boro,

8. Byron Skinner vom Predigerſeminar zu Green3N. C., eingeführt in Poſſjum Bend, Ala., am

5. März 1930.

9. P. Omar F. J. Rau von Gravelton, Mo., einge-

führt in Cincinnati, O., am 9. März 1930. 10. Albert Domini> vom Seminar in GreenSsboro, N. C., eingeführt in Holy Ark, Ala., im Juli 1930. 11. Harvey Lehman vom Seminar in GreenSsboro,

N. C., eingeführt in Selma, Ala., im Juli 1930. boro,

12.

De Witt Nobinſon N. C., eingeführt in

Juli 1930.

vom Seminar in Green3Kings Landing, Ala., im

13. Luther Robinſon vom Seminar in Green3boro, N. C., eingeführt in der Trinity-Kirhe zu New Orleans als Hilfsprediger im Juli 1930. Verſetzungen. 1. J. E. Shufelt, verſezt von Ro>well, N. C., nach

High Point, N. C., im Juni 1929. 2. Felton Vorice, verſest von Charlotte, N. C., nach Salisbury, N. C., und dort eingeführt am 23. Juni 1929.

.

3. Fred H. Foard, verſezt von Monroe, N. C., nach

No>well, N. C., und dort eingeführt am 30. Juni 1929. 4. Cuthbert C. Malloy, verſezt von Kannapolis, N. C. (SHilfspaſtor), nach Charlotte, N. C., und dort eingeführt am 30. Juni 1929. 5. Paul D. Lehman, verſezt von Selma, Ala., nach Green3boro, N. C., und dort eingeführt am 11. Mai 1930.

1. Die

Einzelheiten.

|

Miſſions8kommiſſion.

Laut

de3

vor zwei Jahren gefaßten Beſc<luſſe3, daß die damals beſtehende Vakanz in der Kommiſſion dur<hH die Erwählung eine38 Laien gefüllt werde, hat man damals Herrn Ardhitekt Theodor Steinmeyer von der Gemeinde zum Heiligen Kreuz in St. Louis erwählt. Die Beamten der Kommiſſion ſind: Vorſiker: P. Otto C. A. Böcler; Vizevorſiker: P. Louis A. Wi8ler; Schaßmeiſter: Herr Theodor W. E>hart; protokollierender Sekretär: P. E. L. Wilſon. Die Kommiſſion verſammelt ſich jeden zweiten Dien3tag im Monat. Die Verſammlungen na<h Oſtern


Die

140

Ulijſions-Taube.

und nad Labor Day find Plenarverſammlungen; das heißt, zu dieſen Verſammlungen kommen aud die Vertreter aus der WisSconſinſynode, der Norwegiſchen Synode und der Slowakiſchen Synode. Dieſe Plenarverſammlungen dauern zwei bi8 drei Tage. Jn den verfloſſenen zwei Jahren ſind 36 Verſammlungen abgehalten worden, darunter Sonderverſammlungen. Über die Verhandlungen wird genau Protokoll geführt. Die Dienſtzeit der folgenden Glieder iſt abgelaufen: Präſe3 Im. F. Albrechts (Wisconſinſynode), P. J. Daniel3 (Slowakiſche Synode), P. Louis A. Wislers, Herrn Theodor W. C>harts (Kaſſierer). P.J. EC. Thoen von der Norwegiſchen Synode hat vorgerückten Alters wegen im April 1930 reſigniert. E35 muß alſo ein Glied aus der Norwegiſchen Synode an ſeiner Stelle erwählt werden. 2. Vrield Secretary. Da da3 alte Regulativ nicht mehr für gegenwärtige Verhältniſſe paßt, bittet die Miſſionskommiſſion, daß e3 widerrufen und ſie inſtruiert werde, nach zwei Jahren ein neues Regulativ vorzulegen. 3. DaZ vor zwei Jahren eingeſeßte Komitee, dem der Auftrag wurde, eine Konſtitution für eine engere Organiſation unſerer Miſſion38gemeinden untereinander und mit der Synodalkonferenz au3zuarbeiten, iſt bereit zu berichten. 4. MiſſionsSarbeiter. Im Dienſt unſerer Miſſion ſtehen folgende Arbeiter: 1 Miſſionsdirektor; 2 Superintendenten, von denen 1 auch Miſſionspoſten bedient; 7 weiße Profeſſoren und 2 farbige; 2 farbige Matronen und 4 Lehrerinnen auf unſern Lehranſtalten; 15 weiße und 22 farbige Paſtoren; 2 weiße Lehrer und 1 Lehrerin; 16 farbige Lehrer und 51 Lehrerinnen -inögeſamt 124 Perſonen (27 weiße und 97 farbige). Vor zwei Jahren war die Zahl der Arbeiter 121. 5. Miſſions3eigentum. An Eigentum befikt die Miſſion 3 Collegegebäude nebſt 4 andern Gebäuden und 3 Profeſſorxenwohnungen (in Green3boro), 21 Kapellen, 37 Kapellen-Sculen, das heißt, Gebäude, die getrennten Sc<hulraum und „Kirchenraum

haben, aber beide untex einem Dad ſind; 8 Sculhäuſex; 9 Pfarrwohnungen; 5 Lehrerwohnungen. Die Gebäude in Chicago, Cincinnati und Yonker3 gehören uns3 nicht. Das geſamte Eigentum hat annähernd einen

Wert von 8500,000.

6. Light in the Dark Belt.

-

Lehrerin Noſa Young

in Hamburg, Ala., hat ein feſſelndes Buch geſchrieben, worin ſie ihr Leben beſchreibt und die ökonomiſchen und

T. Unſere beiden Miſſions3blätter -die „MiſſionsStaube“ und der Lutheran Pioneer =werden ſonderlich im Intereſſe unſerer Miſſion herausgegeben; ſie bringen jedod) Leſeſtoff aus andern Miſſionen daheim und in der Ferne. Dieſe Zeitſchriften erſcheinen monatlich, ſind ſe<hzehn Seiten ſtark und koſten je 50 Cent5 das Jahr. Jeder ſollte es ſich angelegen ſein laſſen, dieſe Miſſionsblätter zu verbreiten, da ſie großen Segen ſtiften. 8. Lichtbildervorträge. Um das Intereſſe für unſere Miſſion zu mehren, ſind drei Lichtbildervorträge angefertigt worden. Nr. 1 behandelt die Miſſion in Alabama, Nr. 2 die Miſſion in den beiden Carolinas, Nr. 3 da3 übrige Miſſionsfeld. Dieſe Vorträge werden koſtenlos zur Verfügung geſtellt; jedoch muß der Beſteller die Verſandkoſten tragen. Man ſchic>e ſeine Beſtellung an unſere Office: 3558 S. Jeſlerson Ave., St. Louis, Mo. 9. Hohherzige Geber. Jn dieſem Viennium hat unſere Miſſion wieder beſondere namhafte Gaben erhalten.

Die

Geber

und

ihre

Gaben

ſind,

wie

folgt:

1. die Frauenvereine in Lincoln und Marathon Counties, Wi3., 31,000 für die Kapelle zu Akerville, Ala.; 2. Lutherland, Pocono, Pa., 81,500 für eine Kapelle zu Baſhi, Ala. ; 3. Frau J. Firzlaff und ihre Schweſter A. Heine>e, Sheboygan, WiSs., 82,200 für die Kapelle zu Catherine, Ala., und für die Lehrerwohnung zu Buena Viſta, Ala.; 4. NN. 81,530 für eine Gedächtniskapelle; 5. aus dem Peter-H. Kruſe-Nachlaß 81,000; 6. Ernſt Stein, Cleveland, 81,000 für den Baufond3; 7. N. N., Milwaukee, 83,000 für ein Scholarship in GreenSboro und in Selma. - So hat unſere Rettungsöarbeit unter den armen, verachteten Kindern Hams Freunde, die aus Liebe zu ihrem Heiland und aus Mitleid zu dieſen Armen große Gaben opfern. Der ewig reiche Gott ſei ihnen ein gnädiger Vergelter und reize durch ihr Exempel viele andere zur Nachfolgel Er ſegne aber auch die vielen lieben Mitchriſten, jung und alt, die aus ihrer Armut wirkliche Opfer für das heilige Werk der Miſſion

bringen!

;

10. Afrikamiſſion. Unſere farbigen Mit<hriſten haben bekanntlich den ſehnlichen Wunſch, daß unſere Kirche ihren heidniſchen Naſſengenoſſen im Dunklen Erdteil das Cvangelium von Chriſto bringen möge. Wie ernſt ihr Wunſch iſt, zeigt der Umſtand, daß ſie bereit3 mehr als 85,824 geopfert haben, damit eine Afrikamiſſion in Angriff genommen werden kann.

ſowie unſere dortige Miſſionöarbeit ſchildert. Derartige Schriften ſind dazu angetan, den Miſſionsſinn zu weden und zu ſtärken. Gin Laie hat dies Jahr

In Anbetracht der großen Wichtigkeit dieſer Sache wurde die Miſſionskommiſſion vor zwei Jahren beauftragt, „die Sache einer in Angriff zu nehmenden Afrikamiſſion den verſchiedenen Synoden der Synodalkonferenz während der nächſten zwei Jahre zur Erwägung

ie entt.

ihrer Beratungen der nächſten Verſammlung der Synodalkonferenz vorzulegen“. Die Synoden haben

religiöſen

allen

Zuſtände

theologiſchen

im

Schwarzen

Abiturienten

ein Exemplar

dieſe3

Gürtel

in

Alabama3

St. Louis

köſtlihen Buche3

und

ge-

vorzulegen und dieſe Synoden zu bitten, das Ergebnis


Die

Miſſtons-Taube.

eine günſtige Stellung hierzu eingenommen. Die Miſſouriſynode beſchloß lekbtes Jahr einſtimmig: „Die Synodalkonferenz ſoll ermuntert werden, die von den Negerchriſten für eine Miſſion in Afrika geſammelten 34,000 zu einer Exploration der Miſſionömöglichkeiten in jenem Erdteil anzutvenden; aber weitere Schritte in dieſer Sache ſollen verſchoben werden, bi3 das Explorationskomitee berichtet hat.“ Die Wisconſinſynode hat denſelben Beſchluß faſt einſtimmig angenommen. Hiernach wäre alſo wohl der nächſte Schritt, daß die Ehrw. Synodalkonferenz ihre Miſſionskommiſſion inſtruiere, eine Exploration vorzunehmen. Gott aber leite und führe uns gnädiglich in dieſer großen Sachel Appropriations. Offset. WIISSICH

IBN GG

Administration

GO DSEDIIOBEDNCTODB SBS BSAG

Building,

Greensboro,

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ZA

N.C.

.....

Appropriations.

BSB GES ODE CO GF

SIO

EH GOSSAU

Additional Schoolroom, Mount Zion, New Orleans Chapel in Greensboro .............-..---.---.-. Birmingham;

VAI

LI ERN NNN)

72,500

887,500 8

777.19 01815 78727020/01072121279 S7 20276700870787075

New

1,200

2,000 3,000 5,830

ES AKTS KS ZN TEL S0 09800003 59406.00000000 030000 PengacolaruF19.20.19107M07072.0099220700240797e fe 27078/97 07 07s! es BagF A 070662099214 0290 29009987 878"0702 0827876 0 12 6) eore daf TE00 Dr

S8

350 4,000 1,200

WESSEN ZN ES 6590900 0090402 200900 00000099080 CEED DBU SS GSOBIOHNOSDD SOG NOD SUI 0009900202

1,200 25,000

KEIT

92090005500000000

12,000

Bethlehem, New Orleans ...........-.----.----Concordia, New Orleans ............------.-.-.---.

8,000 13,000

OTT

2SBRE

6659985380095

Immanuel

Lutheran

College

...........------»+-

5,000

.......-....-+-.---

Schluß.

35,000 8104,750

Dieſer Bericht zeigt abermals8, daß der HErr ſein Wort wahr macht, das er durc< den Mund de3 königlihen Sänger3 David geſprochen hat: „Mohrenland wird ſeine Hände ausſtre>en zu Gott.“ Nahezu ſiebentauſend Mohren oder Neger in unſerer Miſſion ſtre&en ihre Hände aus zu ihm, dem wahren Gott, im Gebet. DaZ erfüllt un3 mit Freude und Mut und mit Miſſion35eifer. Dieſen Eifex wolle Gott mehren, ſo daß wir fleißiger für die Miſſion beten und fröhlicher für die Miſſion geben! Die kir<hlich verwahrloſten Neger in unſerm Land zählen nah Hunderttauſenden. Gott erfülle un3 mit Mitleid und Erbarmen! Ex wolle auch fortfahren, ſeinen himmliſchen Segen auf die Arbeit unſerer lieben Miſſionare zu legen. Ihm ſei Lob, dort ewiglich! und zeitlich hier Dank Ehre, Prei3 und

Im Namen und Auftrag der Negermiſſion Chriſtoph F. Drewes,

blicb

ſtandhaft

und

treu.

In der ſtark katholiſchen Gegend bei Manjura beſuchte ein Glied dieſer Kirche einen Freund, deſſen Arzt erflärt hatte, ex müſſe ſterben. „Freund“, ſagte er zu dem Kranken, „du haſt deine liebe katholiſche Kir<he verlaſſen, um dich dieſer Teufel3kirche anzuſchließen. Kein Wunder, daß du viel leiden mußt! Gott ſtraft dich jekt, weil du deine Kirche verlaſſen haſt. J< habe meinen Roſenkranz mitgebracht, um für dich zu beten. Jekt bete zur Jungfrau Maria mit mir. Sie wird dich erhören und dich wieder gefund machen.“ Unſer lutheriſcher Mitchriſt wandte ſich zu ihm und ſprach: „Freund, ich danke Gott, daß er mir in meinem Leiden meinen geſunden Verſtand gelaſſen hat. Ich wußte wohl, was ich tat, als ich mich der lutheriſchen Kirc<e anſchloß, und weiß immer no<, wa3 ich tue, indem ich ihr treu bleibe.“ Dies runde Bekenntnis veranlaßte den Römling, das Krankenzimmer ohne weiteres Argumentieren zu verlaſſen. Er wie auch die übrigen Katholiken ließen ihn forthin in Ruthe. C. P. Thompſon.

811,457

Appropriations.

Luther Preparatory School

Er

141

Kommiſſion

für

Miſſionsdirektor.

Gebetserhörung. An einem. außergewöhnlich heißen indiſchen Sommertag legte Miſſionar S<homerus' Gattin nach dem Mittageſſen ihr jüngſtes Söhn<<en in das übliche Shlafkörbchen. Da ihr die Luft im Erdgeſchoß des Miſſion3hauſes ein flſein wenig kühler zu ſein ſchien, brachte ſie da3 Körbchen dahin, ſekbte es aber der Schlangengefahr wegen auf den abgeräumten Eßtiſch und ging nac oben, um ſich auszuruhen. Al38 ſie nach etwa einer halben Stunde wieder herunterfam, blieb ſie plößlich ſc<hre&gelähmt ſtehen. Eine Kobraſc<hlange war den Eßtiſch hinaufgeklettert und lag zuſammengerollt neben ihrem ſ<lafenden Söhn<en! Was tun? Um Hilfe ſchreien? Jhr Mann war im Diſtrikt, ihre Kinderfrau im Dorf. Was hätte ihr auch alles Schreien nüßen können? Die Schlange wäre erſc<ro&en aufgefahren und hätte das Söhn<en, das durch das laute Rufen in Bewegung geraten wäre, ſofort mit den Giftzähnen geſchlagen. Wie mit bleiernen Füßen ging die arme Mutter wieder hinauf in ihr Schlafzimmer, warf ſich auf die Knie und betete, wie eben nur eine angſterfüllte Mutter um das Leben ihre3 Kinde3 beten kann. Dann ſtand ſie auf und ging wieder hinunter, um Tod oder Leben aus Gotte3 Händen entgegenzunehmen. Als ſie näher hinzutrat, ſah ſie eben noh, wie die Schlange ſich zux Haustür hinau3wand. Im Nu riß ſie ihr Kind, das ahnungs8lo3 im Körben ſpielte, an ihr dankbewegte38 Herz. Sie wußte e3: Gott hatte ihr Gebet erhört! Hammißzſc.


Die

Hijſrions-Taube,

j

"

142

Board

for

Colored

TREASURER'S July

1, 1928,

MissSions

REPORT

to June

30,

1930

A Ju Asset

Debits

Credits

8

NMissouri Synod .....-.-.---»--»-Wisconsin Synod ........-.-.- Delete

7. Investments

810.16

S

10,442.39 10,762.06

5. Alabama Book Account ......-....--6. Automobile Advances ......---.----+

1,280.00| 1,615.16

173.29 1,459.67

1.16

279.25

9. Petty Cash Advances .......»-..»----10. Repairs -- Springfield .....-..---»..-

310.00

1,685.00 1,007.00

11. St. Louis

Rezidence

689.68

.........»-..-+.-

(See Cand

12. Building Fund.

SEESEN

......

D.)

839,647.25

T 10,138.98 -------|

329,508.27

38 1,035.00 1,615.16

241,076.72 49,495.28

133.74 4,250.78

35,000.00

R

1,055.16||

4,836.95

15,000.00

Book

8

261,741.16] 54,623.55

.-........».--»»--».--»----»

STouübilee

Jung 30.1030

Accounts -- Debit

1. Accounts Receivable -- Stations ...... 2. Ebenezer, Greensboro ......-----83. 4.

1928

31,106.83 15,890.33

39.55 2,045.84

7,000.00

43,000.00

435.00

1,560.00 1,007.00

7,956.65

200.00

81,832.59

36,996.86||

500.00

3,891.55

442.82|| 3,402.55 97,100.00|] 9,269.69 2,500.00 5,000.00 351,262.91 44,310.00 1,530.00 4,747.50

3858,465.57|

3860,488.26

411.59

7,756.65

34,696.75

-“-------]|

3140,164.70

Liability Accounts -- Credit

nN

13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21 22.

Acerued Liabilities ........».------African MiSsSions .....»-»----»».------Debentures Payable .....-.---.-----Endowments and Legacies ........--Insurance ResServe ..--.--»--»-------Mission Fund Resgerve ......-------Misgion Fund. (SceB) .....-....--Notes Payable ......------.--».--»--+ N.N. Memorial ........-..--+----. Sundry Accounts ....-..-»----------,

8S

500.00 2,463.97 10,715.49 2,184.47 5,931.89 5,757.00

357,194.80| 45,300.00

505.03

28,057.85

-“------||

23. Cash:

*Overdraft; T Credit

Analysis

** Bank Balance ..

4,767.00 1,530.00 1,360.98

140,736.97

----------

* 381,450.42

of Building Fund

Balance

D

** 3572,27

-- General Fund

.....

College -Lutheran Ia 31 Building ...

Pengacola, . IE Fla. -..---+----- Gs Philadelphia, Pa. FE

---..---.- „ei

Credits: -- .

Birmingham, Ala. ...--------CHmden WAR E30el elels

38

Maplesville, Ala. .........---Pine Wegt, Hill, Ala. Rock Ala. (Teacherage) ..-.-........-.-

1,500.00 558.15 BATTL

Spartanburg, S.C.

...........--

Balance, June 30, 1930

.

Exhibits B, C, and D con-

zt (Paine

: A, Line 1) have been

TECH moren recorded antasincerepor ielows were daipaymentioi3600 having been the books closed, bringing 3847,480.84

the balance due us down to 3435. temporarily

made

to the

Line 2 reflects a loan

congregation

listed.

4. The arrangement with the two major synods where-

by our monthly net operating costs are charged to them pro rata is working out very satisfactorily. The rather

large balances owing us on June 30, 1930, are due primarily to the very heavy charges made last June, on

5214.53

41,071.48

Ee 30, 1930.

details. in essential Eg Our 198.08,49 Pia tj0ng

785.08 759.40

2,047.74

.

SRIAnCes ue %

2,459.03

High Point, N.C. ..-..-------Immanuel Lutheran College -NEIN

those who have no knowledge of accounting. 2. Exhibit A gives the balances as of July 1, 1928, the changes in the accounts during the two ycars and the

16,400.57

18 150.00 967.00

1. Your Treasurer takes pleasure in submitting a report covering the fiscal years 1928-1929 and 1929--1930. Effort has again been made to have this report as Simple

as possible in an endeavor to make it understandable by

Alabama Luther College, Selma DormitoryY ..-..--.-.-------. 38 864.00 9,040.24 EIE UaT EIn 2a) 0 vf 005 Birmingham, Ala. anuel R

442.82 5,866.52 97,100.00 19,985.18 4,684.47 5,000.00

Balance.

Debits: --

Building

3

which

payment

could

not

follow

until

after

the

books

WTE 0221005 EIER ESI ESER which4 Ewan 823,000 has long-term and 820,000 8 RIE short-term ma-. turities.

12,784.09

(8e8 A--12) .. 334,696.75

6. The account of the Jubilee Book still shows a debit of over 38400. The conference might order charged to misBINE EWELSTer,

debit

remains

at

the

end

of

the

year


Die Miſſions-Taube. Mission

B

Fund

Building

July 1, 1928,

4. Norwegian Synod ..-...... 5. Slovak Synod ............ 1929--1930

9. Total,

Credits. ' Debits

24,469.10 2,988.30

168,369.71

(Sec A---19.)

Supa

. Executive

ALES LIE ELER

Secretary

3,311.86

2,882.17

Repairs .......ccuuuucccee STILLES PNEU NENSENENN SUNELIEs DIS EEAIE PEU Traveling Bxpenses .......

2292.94 92,802.45 1,532.02 10,013.15

2,457.06 95,927.26 4,166.04 11,146.48

14. InsuranceEBEL Resgerve DR(Yire) TEE HE

16. 17 18 19.

20. Superintendents

..

1,250.00 12653707

..........

21. Total Cost of Missions

....8124,736.37

22. Colleges -- Operating Cost.. 23. Students' Support ........

40,693.32 45.05

25. Aſisgionstaube .....euucuu; GE PLORGCH ia ee NH ee Sie erVi ...... 27. Transfer to Regzerve

1,318.00

24. Interest

Paid

............

30.

Total,

S129,596.48 42,246.87 244.12

780.45

406.21

1,299.29

1,653.46

1,600.23

5,000.00

28. Transfer to Building Fund 29. Gift HSSto Ebenezer GTGSAB CongregaSARS, , 1929--1930

7758.71

.

74.95

* 7.500.00

Gna ein uh .........

Faire 8182,893.20

31. Total, 1928--1929 ........- 3174,301.60

32. Total Debits. * Authorized

7.

Major

field, 111.

of

June.

(See A--19.)

EISEN en

by the Synodical

repairs

were

174,301.60

Ital

8357,194.80

Conference

recently

= nnn in 1928.

ordered

at

Spring-

These had been only partially paid at the close

Hence

this

account

remained

open.

(See

Line 10.) 8. The St. Louis Rezidence (Line 11) was erected as an economic measure, the rental being used to pay the interest and part of the principal. 9. The Synodical Conference in 1928 authorized the Board to borrow up to 38218,100 in order to carry out

building operations.

A note

issue of 8200,000 was

ared as of November 1, 1929. Till now we have 97,100 worth of these notes, bearing interest at the of 5 per cent. per annum. Your resolution says that “notes . . . Shall provide for annual repayments of no

pre-

TN ESSOR

9

02:98

Ill.

is

Napoleonville,

19. Maplesville, Ala. .ueuuuuuee

.........

La. -- Beth-

IE 1,420.18 353.79

85.00 788.12 10.00

33,828.12 3,835.31

1,500.00

1,300.00

ETS G90039685009909450 Orleans, La. -- Mount

AON

900 80008 98054500050

23. Nyland, Ala... 24. Pengacola, Fla. 25 . DUIEES u FI Pa. ASNHNIINSEH Philadelphia, .........

GATES

Total

ZNS

it 280,00 19,163.80 4

936.26

847.71 535.00

..eeuenrene..

772.62

666.00

40 890009320.2900

(see A--12)

2,000.00

DIE

28. Rock West, Ala. .......... 29. St. Louis, Mo. -- Grace .

ene RE

725.13

1.00 7 2:00 276.50 558.15

26. Pine Hill, Ala ZEITEN Ala. ATZE 27. y Possum Bend, ........

nE

1,000.00

;

20.

22. New

9,040.24

99.48

Greensboro, N. C. -- Luther 7 Memorial-- Grace ..... Immanuel Lutheran College Jubilee Collection ......... Orleans,

330.00

PT67.30

:St Paid

-615 27. 18.

21. New

864.00 996.35

785.08

..............

La.

205200.00

u

012.085

1,000.00 24,282.94 759.40 '

TAD Debentures--Other ventures Inereat ad 15. Expenses

-

Debits

125.00

GENDOSE

Buena Vis AARE SENEN Building Fund --General... Camden, Ala. ........... Catherine, Ala 2

183. Chicago,

1,250.00 1044.55

8,540.15

1

12. Charlotte, N.C.

467.57

.....-

2

7. Birmingham, Ala. .........

8. 9. 10. 11.

8 2,496.64

440.77

Credits

GROTTE Ee ENDEN

6. Atmore,

=-38351,262.91 ===

30, 1930

RELIG College -- EE OIS

SONS EEE ig &0: ZAArlington, Ala. ........... tan tan

8182,893.20

===

Cc

3 MATT ELDER EE Qolledel GENGBERTT T0 UENCL VOLLege =

26,322.88 3,550.11

.........38168,369.71

Fund

1, 1928, to June

1. Ackervi EN Luther ER 2. Alabama O1d Site

11,463.69

204.770 875.00

11. Administration .......... 8 2,899.06 TT

June 30, 1930 14,.144.65 126,132.10

.........

1928--1929 :

10. Total

58

435.85 250.00

6. Wisconsin Synod ......... 7. Sundry Sources ......-.-+-

July

July 1,1929,

Credits June 30, 1929 1. Missions-stations ......... 8 12,221.87 ) ; -....+.-----.-.-.-2. Colleges 10,755.40 3. Missouri Synod .......... 117,249.19

8. Total,

143

: 541.89 034.05

EEE

........

nne

836,996.86

881,832.59

10. The details of your mission-operations are reflected in Exhibit B. The income for missions has been classified as to Sources on Lines 1 to 7. The amounts Shown on

Lines 3 and 6 are those that were charged to these two Synods.

Lines

11. This

1. 2,

report

4,

5,

and

7

distinguishes

represzent

itself from

cash

received.

previous

re-

ports in that the income and expense of our colleges are* Shown ments 12. ance.

as Separate totals. This makes possible cost statelimited to the mission as such. Two unusual items of expense make their appearIn 1928--1929 we set up a mission-reserve of 85,000

sold rate the less

of ready cash. (See B--27.) In the last year the gift of 37,500 to Ebenezer Congregation at Greensboro was

expedient 80 to arrange the maturities of these notes that Principal payments increased as the interest payments deereased. We respectfully ask the Synodical Conference to

no equity in this church-building. 13. Exhibit C lists the receipts and disbursements for buildings. The credit of 81,468.98 appearing on Line 2

than

10 per

cent.

of the

original

loan."

We

found

it

approve the Schedule of maturities that follows: -815,500 due Nov. 1, 1930 820,500 due Nov. 1, 1935 16,500 due Nov.

1, 1931

21,500 due Novy. 1, 1936

18,500 due Nov. 19,500 due Nov.

1, 1933 1, 1934

23,500 due Novy. 1, 1938 24,500 due Nov. 1, 1939

17,500 due Nov. 1, 1932

22,500 dus Nov. 1, 1937

in order to provide your Treasurer with a limited amount

charged to missions in preference to buildings, as we have

represented

water-main

a refund

from

the

city of Selma -on s0me

paid by us Several years ago.

erty are reflected on Lines

12 and 20.

Sales of prop-

14. The PLEIN Status of your buildin funds is Shown on Exhibit D. Additional comment can e added on the floor of the convention. Respectfully Submitted by TZE0. W. ECKHART, Treagurer.


Mijſions-Taube. Contributions

Die ſüdlichſten Miſſionsſtationen der Miſſouriſynode. Die am weiteſten ſüdlich gelegenen Miſſionsſtationen, die von einem Paſtor der Miſſouriſynode bedient werden, befinden ſich in einem Teile der Pampa in Argentinien. Hier haben ſid in der Nachbarſchaft der Ortſ<haften Villalonga, Ströder und Patagonien etwa 20 lutheriſche Familien aus den Gemeinden der Paſtoren Aug. Kröger und M. Berndt angeſiedelt, zumeiſt als Pächter. Jhre Bedienung wird dadurch erſchwert, daß ſie ſehr zerſtreut wohnen. Cs iſt unmöglich, dort eine Gemeindeſ<hule zu gründen. „Um Zeit und Geld zu ſparen“, wird die Rundreiſe zur Bedienung dieſer Anſiedler mit Gottes Wort und den Sakramenten im Kraftwagen (Auto) gemacht. Eine im „Lutheraner“ beſchriebene Reiſe dieſer geld- und zeitſparenden Art dauerte von Freitagmorgen bis ſpät am DienSstagabend und erſtre>te ſich auf etwa 1,500 Kilometer. Die Beteiligten übten ſich dabei im Sandſc<haufeln und Wagenſcieben, da ſtark 20 Kilometer dur< ein Gebiet von Sandwehen führten. Auf einer Predigtſtation mußten die Zuhörer wegen einer Jrrfahrt der Paſtoren von 3 Uhr nachmittags bis gegen Mitternacht warten; an einer andern waren die Zuhörer auch nac<h mehrſtündigem Warten der Prediger no< nicht erſchienen, ſondern begegneten zum Teil den Abfahrenden no<h in einer Entfernung von 13 Kilometer von dem Ort, ivo ſie am Gottesdienſt hatten teilnehmen wollen. Wir in Braſilien haben ganz gewiß nicht alle Un-

annehmlichfeiten

in

der

Abhaltung

unſerer

Gotte3-

dienſte gepachtet, und wir ſollten Gott auch für manc<hen äußerlichen Vorteil vor unſern Brüdern in Argentinien

herzlich danfen!

|

N

(A. L. im „Ev.-Luth. Kirchenblatt für Südamerika.)

Neue Druckſachen. The

Midnight Lion. Gustav Adolf, the Greatest Lutheran Layman. By William Dallmann. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 128 Seiten 4/,X5%, in Leinwand mit Goldtitel gebunden. Preis: 75 Cts. Der in unſern Kreiſen vorteilhaft bekannte Schriftſteller Vizepräſes Dallmann bietet uns hier eine der beſten ſeiner vielen Schriften und Bücher. Er beſchreibt das Leben de3 frommen Schwedenkönigs Guſtav Adolf, den Gott vor dreihundert Jahren als Werkzeug benußte, die äußerſt bedrängte lutheriſche Kirche Deutſchland8 vom Untergang zu retten. Da3

Leben dieſe8 lutheriſchen Helden ſollte jung und alt bekannt ſein. Kennſt du e3, lieber Leſer? Went nicht, ſo beſtelle dir

-

ſofort dies neue Buch. Kennſt du es aber, ſo beſtelle es doch; denn dies Buch iſt eben ganz anders8 geſchrieben als alle übrigen

dieſer Art. Du wirſt es mit Genuß leſen. Dallmann hat neunundfünfzig Bücher geleſen, die ſich auf ſeinen Gegenſtand beziehen. Was3 andere weitläufig erzählen, hat er hier auf ſeine bekannte Weiſe kurz und knapp erzählt. Er wird nicht langweilig.

Man

will alle8 auf

einmal

leſen.

tung des Buches iſt erſtklaſſig: guter Dru> band. - Nimm und lies und danke Gott!

Die

Received by the Treasurer. July

Ausſtat-

und guter Ein-

1--31, 1930.

Received for Colored JMisgions from the following colored congregations: Augustana, Alexandria, 825.00; Bethel, Conover, .20; Bethel, Rock West, 10.09; Bethlehem, Holy Ark, 16.92; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Bethany, Nyland, 13.65; Bethany, Yonkers, 65.00; Christ, Rosebud, 22.42; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 10.57; Ebenezer, Atmore, 15.90; Yaith, Mobile, 32.50; Gethsemane, Hamburg, 11.41; Grace, Concord, 40.00; Grace, Ingomar, 3.73; Hope, Kings Landing, 22.32; Messiah, Bashi, 5.41;

Mission Mission

at at

7.48; Immanuel, Pensacola, Mission at Catherine, 6.32;

Lincoln, 1.65; AMission at New Bern, Union Springs, 1.00; Mount Calvary,

2.13; Kan-

napolis, 40.00; Mount Calvary, Mount Pleasant, 15.00; Mount Calvary, Tilden, 18.25; Mount Carmel, Midway, 5.85; Mount Olive, Catawba, .35; Mount Olive, Tinela,

5.45;

Mount

Zion,

Charlotte,

Our

Savior,

Zion,

Bostian

20.00;

Possum

Cross

Our

Bend,

Roads,

13.00;

Mount

Longmile,

11.97;

St. James's,

Buena

Redeemer,

13.56;

13.26 ; St. Andrew's, Vredenburgh,

Pilgrim,

6.71;

Birmingham,

Vista, 16.25; St.James's, Southern Pines, 10.00; St.John's, Joffre, 9.49; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 5.75; St. Luke's, Lamison, 2.76; St. Luke's, Spartanburg, 18.00; St. Mark's, Ackerville, 5.26; St. Mark's, Atlanta, 25.00; St. Mark's, Winston-Salem, 6.00; St. Matthew's, Arlington, 11.80; St. Matthew's, Meherrin, 11.75; St. Paul's, Charlotte, 12.00; St. Paul's, Los Angeles, 42.00; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, Napoleonville, 5.65; St. Paul's, Oak Hill, 28.62; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill, 8.06; St. Philip's, Philadelphia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 100.00; Trinity, Selma, 19.85; Zion, Gold Hill, 7.00; Zion Taits Place, 11.87. IMiscellaneous:? Per Johanna Schlamer, from SundaySchool, Roanoke, 111., for Negro JAissions, 84.36. Mrs. H. Berghoefer, Hampton, Iowa, for Negro Missions, 5.00. Per W. Grother, from J. H. Beyer, Milwaukee, Wis., for Negro Missions, 6.00. From Congregations of Immanuel Conference, for African Missions, 152.91. Dr. and Mrs. J.C. Elfers, Memorial for Buena Vista, Ala., 600.00. TuEo. W. KECKUYART, Treagurer. Bitte zu beachten! Man wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und beachten, ob das Ubonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen wird. “Sept 30" bedeutet, daß das Abonnement jetzt abgelaufen iſt. Man

bezahle

gütigſt an

ſeinen

Agenten

oder

direkt an

uns,

und

zwar

prompt, damit die Lieferung nicht unterbro<hen zu werden braucht. Es dauert durchſchnittlich zwei Wochen, bi3 der Adreßſtreifen auf dem Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt. Bei Entrichtung ſeines Abonnement38 erwähne man gütigſt immer, welches Blatt man wünſcht, und gebe Namen und Adreſſe an (alte und neue, wenn e3 ſich um Adreßveränderung handelt). CONCORDIA

PUBLISHING

HOUSE,

St. Louis,

Mo.

Die „„Miſſion8-Tanbe““ erſcheint einmal monatlich. Der Preis für ein Jahr in Vorausbezahlung mit Porto iſt folgender: ÜGrempla TNS Setz22n0 5 002200000 pgEHE 50 Ct3.

Von "„ „

10 Expl. an auſwärts an eine Adreſſe 40 Ci: pro Exp 5 „ „ vv „ „ „ 33 Ct8. . 5: „ „

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Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing Uouse, St. Louis, IIlo.

Alle die Redaktion betreſjenden Einſendungen ſind zu richten an Rey, 0. F. Drewes, 3558 S. Jeſſerson Avenue, S8t. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge für die rt, 35568 S. Jefferson Ur, Theo. W. Eckhart,

Negermiſſion an den Kaſſierer, Ayennue, St. Louis, Mo.

;

"'

az

- Die

144


Published

Subseription price, 50 cts. per annum anywhere in the world, monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Entered as Second-class matter at the Post Office at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 1879. payable strietly in advance. Acceptance for mailing at Special rate of postage provided ſor in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

52. Jahrgang.

Oktober

Verſammlung Die

der Synodalkonferenz.

zweiunddreißigſte

Verſammlung

der

präſes; kretär;

Ev.-

Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika wurde vom

6. bi38 zum 11. Auguſt in Quincy, JU., abgehalten. Gegen 100 Delegaten der Synoden und Diſtrikte, die die Synodalkonferenz bilden, waren erſchienen ſowie mehrere Glieder der Kommiſſion für Negermiſſion, einige Paſtoren aus dieſer Miſſion und einige Gäſte. Die Ev.-Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika iſt eine Verbindung von Synoden, die miteinander auf demſelben Grunde des Glaubens und Bekenntniſſes ſtehen, brüderliche Gemeinſc<haft pflegen und

da3 Evangelium den Negern unſer3 Landes bringen. E35 ſind folgende Synoden: die Ev.-Luth. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten,

die Synode

von

Wisconſin, Minneſota und Midjigan, die Norwegiſche Synode und die Slowakiſche Synode. Dieſe vier Synoden umfaſſen 4,572 Gemeinden, die von 4,264 Paſtoren bedient werden und zu denen 1,377,753 Seelen gehören, von denen 885,995 kommunizierende Glieder ſind. Der Eröffnungsgottesdienſt wurde am Vormittag des 6. Auguſt in der St. Johanniskir<e abgehalten. P. Herman Gieſchen von Milwaukee, der amtierende Sekretär der Synodalkonferenz, hielt die Predigt auf Zu Beamten wurden in der Grund von Pſ. 84,4. erſten Sißung gewählt: Prof. D. L. Fürbringer von dem theologiſ<en Seminar in St. Louis, Präſe3;

P. E. Benjamin

Schlüter von Oſhkoſh, Wis., Vize-

Ur. 10.

1930. P. Hermann

Herr Martin

Gieſchen von Milwaukee,

Markworth

Se-

von Merrill, Wi3.,

Kaſſierer. Die Sitzungen wurden in der St. Jakobikir<e abgehalten. Die Hauptbeſchäftigung bei dieſer Verſammlung bildete die Beſprechung eine3 Referat3 über „Wahre Union im Gegenſatz zu Unionismu3 und Separatismus8“, das von D. Paul Kreßmann von dem theologiſc<en Seminar in St. Loui3 vorgelegt wurde. Da e3 Zwe> der Synodalkonferenz iſt, die Einigkeit im Geiſt zu pflegen und zu fördern, ſo war dieſe Beſpred)ung red<t zeitgemäß. Der Referent führte aus, worin die Einigkeit de3 Geiſtes beſtehe, nämlich in der Einigkeit des Glauben3

an den Sünderheiland;

wie

ſie ſic) äußere und betätige, nämlic< durd) völlige Übereinſtimmung in allen in der Heiligen Schrift geoffenbarten Lehren und dur< kir<liche Gemeinſhaft mit allen treuen Bekennern der ganzen Scriftwahrheit. Bei der Betätigung der wahren Einigkeit muß zwar viel vergeben werden, aber e3 darf die3 nie mit Verleugnung der Wahrheit geſ<hehen. Jede Abweichung von einer klaren Sdcriftlehre birgt kir<hentrennende Möglichkeiten und muß bei Beharrung im Irrtum zur Löſung der Bruderbande führen. Gleicförmigkeit der kir<lichen Zeremonien iſt nicht nötig zur Einigkeit der Kir<he, do< hat ſie einen BekenntniSwert und muß unter Umſtänden gefordert werden. Gegen die Einigkeit der Kir<he verſtoßen ſowohl die Synkretiſten und Unioniſten al8 au<h die Schi8matiker und Separatiſten.


146

Die IMiſſions-Taube.

+

Nad) den Lehrverhandlungen war das Hauptgeſhäft der Verſammlung die Beſprechung der rechten Jührung und Förderung der Miſſion unter den Negern unſer3 Landes. EZ “iſt dies ein große3 und geſegnete3 Werk, da3 von den in der Synodalkonferenz verbundenen

Synoden

gemeinſam

durd)

eine

Kom-

miſſion betrieben wird. E38 lag ein ausführlicher Bericht der Kommiſſion vor, aus dem hervorging, daß die3 Werk vom HErrn der Kir<he mit Segen gekrönt wird. Unſere Miſſionare arbeiten in 79 Gemeinden und Predigtplätzen und haben 6,930 getaufte Glieder in ihrer Pflege. Außer getauften Kindern beſuchen auch etwa 2,500 nod) nicht getaufte Kinder unſere Miſſion5ſ<hulen; ſie werden in Gotte3 Wort unterrichtet und tragen den Samen de3 Worte3 in ihre Elternhäuſer. Viele Fremde beſuchen die Gotte3dienſte. Nah einer mäßigen Schäkung werden 25,000 Neger durd unſere Arbeit mit dem Worte Gotte3 in Verbindung gebracht. Die Zahl der getauften Glieder hat in den letzten zwei Jahren um 1,045 oder um 17% Prozent zugenommen. Zur AuzsSbildung farbiger Paſtoren, Lehrer und Lehrerinnen haben wir drei Anſtalten, an denen 9 Profeſſoren wirken. Im Dienſt unſerer Miſſion ſtehen 124 Perſonen, 27 Weiße und 97 Farbige. Das geſamte Eigentum -- Anſtalten, Kirchen, Shulen und Pfarrhäuſer =- unſerer Negermiſſion hat einen Wert von annähernd 8500,000. Nad dem Bericht de3 Kaſſierer3 betragen die laufenden Au38gaben für da3 ganze Werk jährlich) etwa 83180,000, die von unſern Chriſten auch dargerei<ht wurden. Außerdem hat die Kommiſſion im Auftrag der Synodalkonferenz eine Anleihe zur Ausführung nötiger Bauten gemacht, die innerhalb zehn Jahren ratenweiſe zurü&gezahlt werden ſoll. Die Anleihe beträgt gegenwärtig 3897,100, während dem Beſchluß zufolge die Geſamtanleihe 5S218,100 betragen darf. Die verſammelten Delegaten faßten nad) gehöriger Einſichtnahme und Beratung die nötigen Beſchlüſſe zur Weiterführung dieſes geſegneten Werke3; dieſe werden an anderer Stelle dieſes Blatte3 berichtet. Zu Truſtee3 der Synodalkonferenz wurden gewählt: -D. 8. Fürbringer, P. C. F. Drewes und P.F.I. Lankenau. In die Kommiſſion für Negermiſſion wurden wiedergewählt: P. Im. Albrecht als Vertreter der Wisconſinſynode; P. L. A. WiSler als Vertreter der Miſſouriſynode; P. J. Daniel au38 der Slowakiſchen Synode. Neugewählt wurde P.ZI. A. Moldſtad aus

der Norwegiſchen Synode.

Herr Theo. W. E>hart,

der Kaſſierer der Kommiſſion, bat geſundheit8halber um Entlaſſung aus dem Dienſt, und es wurde der

Kommiſſion überlaſſen, einen Kaſſierer zu wählen. -

ja

*

"SWE ZON | ; Tt. Ie: WIGE? 8 SOE GER

SRSIOSLIOND

Am Synodalſonntag feierten die Gemeinden von Quincy und Umgegend in Gemeinſ<aft mit den Synodalen da3 vierhundertjährige Gedächtni38 der Augsburgiſchen Konfeſſion. P. Walter Hohenſtein von Bloomington, JU., und Dekan Friß von dem theologiſchen Seminar in St. Louis hielten die Predigten, und zwei farbige Paſtoren hielten kurze Anſprachen. Etwa zweitauſend Glauben3genoſſen nahmen an der Feier teil. Mögen die in der Synodalkonferenz verbundenen Synoden fleißig ſein, das Banner des reinen Bekenntniſſes hochzuhalten, und mögen ſie immer eifriger werden in dem gemeinſamen

den Negern!

Werk

der Miſſion unter

Joh. Shinnerer.

Beſchlüſſe der Synodalkonferenz in bezug auf die Negermiſſion.

Die Ev.-Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika, die vom 6. bi3 11. Auguſt ihre zweijährliche Verſammlung in Quincy, JZU., abhielt, hat eine Reihe von BeI<hlüſſen in bezug auf ihr Hauptgeſchäft, die Miſſion unter den hieſigen Negern, gefaßt, die wir hiermit den Leſern der „Miſſion3taube“ vorlegen. Der

Segen,

den

Gott

auf

unſere

Negermiſſion

legt.

Der Bericht der Miſſion3behörde offenbart, daß unſere Arbeit von Gott reichlich geſegnet worden iſt. ES ſind jekt 1,045 Seelen oder getaufte Glieder mehr al3 vor zwei Jahren, die für Gotte3 Reich gewonnen worden ſind. Da3 geiſtlihe Leben: der Gemeindeglieder offenbart ſi zum Beiſpiel dur< fleißigen Abendmahl3gang ſowie dur< Freigebigkeit für das Werk de3 HErrn. ES ſei daher beſ<loſſen, daß wir mit dankbarem Herzen gegen Gott den Gliedern der Miſſion3behörde ſowie den Arbeitern auf dem Miſſionsfeld unſere Anerkennung für ihre treuen Dienſte ausſprehen und ihnen auch in Zukunft Gottes Segen für die Arbeit, die ſie verrichten, wünſchen wie auc die hierzu nötigen Kräfte. Dice Arbeit

in Piney

Wood8,

Miſſ.

E3 ſei beſ<loſſen, daß wir unſerer Freude Ausdruc> verleihen über die Miſſion3gelegenheit, die ſich in der Lehranſtalt zu Piney Wood3, Miſſ., geboten hat, ſowie über die Art und Weiſe, wie die Miſſion3behörde dieſe Gelegenheit wahrgenommen hat, und über die erfolgreiche Weiſe, in der P. Georg Schmidt die Arbeit dort tut. / Auch ſei beſ<loſſen, daß wir herzlih empfehlen, daß die Arbeit in der biSherigen Weiſe weitergeführt werde.


Die Hliſſrons-Taube. Beſchlüſſe

der

Laiendelegaten.

Die Laiendelegaten, die der Verſammlung der Synodalkonferenz beiwohnten, hielten Freitag, den 8. Auguſt, während der Mittagspauſe eine Sonderverſammlung

nahmen: Da Gefahr der

ab,

in

der

ſie folgende

vorhanden

Miſſionsmittel

Beſchlüſſe

an-

iſt, daß wir den Mangel

in unſerer Kaſſe und

den

gegen-

wärtigen finanziellen Druc in unſerm Land dermaßen betonen, daß wir die Jnangriffnahme der Miſſion3arbeit an neuen Orten entmutigen, ſo ſei beſ<loſſen, daß wir Laiendelegaten un3 aud) in Zukunft ernſtlich bemühen, die Glieder unſerer

Gemeinden beſſer zu informieren in bezug auf die Bedürfniſſe unſerer Miſſion3Sarbeit und in bezug auf den Segen, den ſie genießt.

Ferner

wollen

ſei

beſ<loſſen,

mit Beten,

daß wir

daß

wir

der bibliſc<en

höheren

Lehranſtalten.

1. Zwei

Jahre zum Kurſu3 in Green3boro hinzugefügt. Da die höhere AuSsbildung unter den Negern de3 Süden3 große und ſc<nelle Fortſchritte macht und e3 dur<haus nötig iſt, daß unſere farbigen Miſſion3arbeiter eine ſolhe Ausbildung erhalten, daß ſie auch unter den Gebildeten ihrer Raſſe ihre Arbeit recht verrichten können, ſo ſei beſ<loſſen, daß wir die Empfehlung der Fakultät in Green3boro und der Miſſion3behörde gutheißen und Immanuel Lutheran College. zu einem Junior college erheben, und zwar ſo, daß die zwei Sahre im College in zwei aufeinanderfolgenden Jahren hinzugefügt werden.

9. Luther Preparatory School in New Orlea 18. E3 ſei beſ<hloſſen, daß 35,000 bewilligt werden, um da3 Anſtalt3gebäude zu renovieren und mit der nötigen Ausrüſtung zu verſehen; daß ein Gebäude in der Nachbarſchaft gemietet werde, das al3 Wohngebäude für die Mädchen diene, und daß eine Matrone angeſtellt werde, die die Aufſicht über die Mäd<hen führen und Mahlzeiten für ſie wie für die Knaben bereiten ſoll; daß der zehnte Grad eingerichtet werde; daß die Miſſion3behörde bevollmächtigt werde, nah dem Schuljahr 1930--31 die Aufnahme von /

x

für

in dieſe Anſtalt einzuſtellen,

fall3 ſie dies

ratſam halten ſollte. Da die Paſtoren Lücke von der Mount

Zion-Ge-

meinde und Wildgrube von der St. Paul's-Gemeinde in New Orleans im vergangenen Schuljahr ihre Zeit und ihre Kräfte der Anſtalt gewidmet haben, jo jei beſ<loſjſen, daß die Synodalkonferenz ihnen ihren Dank ausſpreche. 3. Alabama lung

Da

Tather

College

die Miſſionsleitung

(1930)

in Selma,

Ala.

in ihrer Aprilverſamm-

beſchloſſen hat, dem Kurſus ein weitere3

Jahr hinzuzufügen, um unſere Lehrerinnen beſſer für ihren Beruf vorzubereiten, jo ſei beſchloſſen, daß wir dieſe Handlung der Miſſionsleitung gutheißen.

fortfahren

Grundſäße

betreffs <riſtliher HauShalterſchaft ſelber ſtet3 eingedenk ſeien und ſie andern liebevoll einſ<härfen und ein größeres und beſſeres Intereſſe entwi>eln ſowie einer mehr freigebigen Unterſtüßung und einer allgemeineren Teilnahme ſeitens unſerer Glieder an der ReichSarbeit unſer3 Heilande3 das Wort reden. Unſere

Mädchen

147

Dankvotum.

Da

die Gemeinden

der Paſtoren

A. v. Schlichten

in Yonker3, N.Y., und Artur Katt in Cleveland, O., unſern Negergemeinden an dieſen Orten erlaubt haben, ihre Gotte3dienſte in ihren Gemeinden gehörenden Gebäuden abzuhalten, und zwar koſtenlo3, ſo ſei beſ<Hloſſen, daß wir die Güte dieſer Gemeinden herzlid) anerkennen und daß der Sekretär angewieſen werde, ihnen ein Dankſc<reiben zu ſc<hi>en. Beſchlüſſe

in

bezug

auf

den

ſeligen

P. Frank

Alſton.

Da e3 dem HErrn über Leben und Tod gefallen hat, am 20. März 1930 unſern farbigen Mitbruder Frank D. Alſton, Paſtor der Gemeinde zu Kannapoli8, N. C., durd einen ſeligen Tod zu ſich zu nehmen; und da der Verſtorbene viele Jahre im Dienſt unſerer Negermiſſion geſtanden und durd ſeine Begabung, Gewiſſenhaftigkeit, Treue und erfolgreiche Arbeit im Predigtamt die Ahtung und Hohſchäßung beſonder3 ſeiner farbigen Brüder auf dem Süddöſt„lichen Miſſion38feld erworben hat, ſo ſei beſchloſſen, daß wir Gott danken für den reihen Segen, den er ſeiner Kir<he dur den Verſtorbenen geſchenkt hat, und daß wir den HErrn bitten, er wolle dur< da38 Exempel dieſes Bruder3 un3 alle, beſonder3 au< unſere farbigen Brüder, zu treuem Dienſt anſpornen. Auch ſei beſ<loſſen, daß der Sekretär eine Abſchrift dieſe3 Beſchluſſes und ein Beileid3ſ<reiben an die Witwe de3 Verſtorbenen und an ſeinen Sohn in Charlotte, N. C., ſende. ; Unſer

Miſſionsdirektor.

. Da Direktor C. F. Drewe3 zweiundzwanzig Jahre

;

lang treue und erfolgreiche Arbeit im Intereſſe der Ausbreitung der Miſſion unter den Negern verrichtet hat,

-


Die Miſſions-Taube.

148

jo ſei beſ<loſſen, daß wir ihm dur< Aufſtehen unſern Dank ausſprechen. : Au ſei beſ<Hloſſen, daß wir P. Drewes Gotte3 Beiſtand und Segen zur Wiedererlangung ſeiner Geſundheit wünſchen. Jerner ſei beſ<hloſſen, daß die Miſſion3behörde ermädtigt werde, dem Direktor die nötige Hilfe zu ſchaffen, ſoweit die Arbeit e3 erheiſcht. Neue38

Regulativ

für

den

MiſſionSsdirektor.

Da da3 beſtehende Regulativ für das Amt des Miſſion3direktor3 den gegenwärtigen Anforderungen niht mehr entſpricht, ſo ſei beſ<Hloſſen, daß die Miſſion3behörde ein neue3 Regulativ ausarbeite und der nächſten Verſammlung der Synodalkonferenz zur Begutachtung unterbreite. Der neue Entwurf ſoll allen Delegaten vor der Verſammlung zugeſtellt werden. Konſtitution

für

eine

Konferenz.

E3 ſei beſ<Hloſſen, daß die wichtige Sache betreffs einer Konſtitution ſowie der Gründung einer Konferenz der Miſſion3arbeiter und Laiendelegaten in unſerer Negermiſſion einem Komitee übergeben werde, da3 gemeinſ<aftlih mit der Miſſion3behörde beides gründlid beſehe und an die nächſte Verſammlung der Synodalkonferenz berichte. E3 ſei ferner beſ<loſſen, daß Herr Präſe3 8. Fürbringer, D. D., al3 Vorſiker dieſes Komitees diene und daß er die übrigen Glieder des Komitees ernenne. Zeitſchriften

und

Bücher

über

die Negermiſſion.

Männern, zu ernennen, da3 alle nötige Vorarbeit tue für eine Exploration in Afrika.

E3 ſei ferner beſ<loſſen, daß dies Komitee da3 Ergebnis ſeiner Arbeit der Miſſion5behörde unterbreite und an die nächſte Verſammlung der Synodalkonferenz berichte. Ferner ſei beſ<loſſen, daß dies Komitee dieſe Exploration in Afrika vornehme, abhängend von dem Gutheißen und Beſchluß der Synodalkonferenz. Prüfung

der Kaſſenbücher de8 Kaſſierer3 der Miſſion8behörde.

Da die Miſſouriſynode einen Kaſſenreviſor angeſtellt hat, der ſeine ganze Zeit der Kaſſenreviſion widmet, und da die Synodalkonferenz Geld ſpart, falls ſie die Dienſte dieſes Kaſſenreviſor8 benußt, um die Bücher de3 Kaſſierer3 für Negermiſſion zu revidieren, jo ſei beſ<loſſen, daß mit Zuſtimmung des Board of Directors der Miſſouriſynode der Kaſſenreviſor dieſer Synode angeſtellt werde, die Bücher de3 Kaſſierer3 der Miſſion3behörde zu prüfen. Abtragung

der Schuld

in der Baukaſſe.

(Siehe Nr. 9 im Bericht des Kaſſierer8.)

E3 Note 9 tragung Sculd

wurde beſ<loſſen, den vom Kaſſierer in ſeine3 Bericht3 vorgelegten Plan betreffs Abder dur< Borgen in der Baukaſſe gemachten gutzuheißen. Bewilligungen

A.

Für

bereit3

für Gebäude.

errichtete

Gebäude.

Beſ<loſſen, die Bewilligung von 81,200 für eine Kapelle-Shule in Catherine, Ala., zu wiederſowie die Miſſion3bücher Fifty Years of Lutheranism holen. | Among Our. Colored People und Light in the Dark Beſ<loſſen, die Mehrau38gabe von 83,828.12 Belt (von Roſa Young) ſowie die Lichtbildervorträge, für die Kir<he-S<hule in Green3boro, N. C., gutzudie unſere Miſſionskommiſſion hergeſtellt hat, dazu heißen. Im Jahr 1928 waren 330,000 bewilligt dienen, unſere Gemeinden mit dem Werk der Neger- . worden. miſſion bekannt zu maden, Beſ<loſſen, es gutzuheißen, daß die Miſſion3ſo ſei beſ<loſjen, daß wir alle unſere Paſtoren kommiſſion die im Jahr 1928 bewilligten 87,500 als dringend bitten, ihre Gemeindeglieder ernſtlich aufzuBeitrag zum Bau der (weißen) Ebenezerkir<he in fordern, dieſe Zeitſchriften zu beſtellen und zu leſen Green3boro niht aus dem Baufond38 genommen hat, und die genannten Büder zu kaufen und zu leſen, und ſondern aus der Kaſſe für laufende Au3gaben. daß wir die Gemeinden bitten, wo immer mögli, die Beſ<loſſen, die Mehraus8gabe von 8146.35 Lichtbildervorträge zu benußen. für das Pfarrhaus zu Arlington (Nyland), Ala., gutMiſſion in Afrika. zuheißen. Im Jahr 1928 waren 3850 bewilligt Da die Synoden, wel<he die Synodalkonferenz worden. bilden, dieſe ermuntert haben, die MiſſionsmöglichBeſ<lojſen, die Mehraus8gabe von 386.26 für keiten in Afrika zu explorieren; ; das Pfarrhaus bei Camden (Poſſum Bend), Ala., da etwa 36,000 für dieſen Zwe kollektiert worgutzuheißen. Im Jahr 1928 wurden 38850 bewilligt. den ſind, meiſten3 von unſern farbigen Mitriſten; Beſ<loſſen, die Mehraus8gabe für da38 Pfarrjo ſei beſ<loſſen, daß die Miſſion3behörde haus zu Tinela, Ala., gutzuheißen. Im Jahr 1928 angewieſen werde, ein Komitee, beſtehend aus fähigen wurden 81,000 bewilligt. Da die „Miſſions8taube“ und der Lutheran Pioneer


Die

MHlſjſtions-Taube.

Beſc<loſſen, die Bewilligung von 815,000 für eine Kapelle in Yonker3, N.Y., zu kaſſieren. Fall3 Hilfe nötig werden ſollte, ſoll die Miſſion35behörde handeln. Beſ<loſſen, die ſummariſchen Ausgaben von 82,555.72 gutzuheißen. B.

Für

Gebäude,

die

errichtet

werden.

Beſ<loſſen, die folgenden Bewilligungen zu wiederholen: 83,000 für fünf Lehrerwohnungen in Alabama, 86,000 für einen Anbau beim Alabama Luther College und 825,000 für ein Wohnhaus für Knaben ſowie 825,000 für die Kapelle in Philadelphia, Pa. Beſ<loſſen, der Bewilligung von 815,000 für die Kapelle-Schule in Birmingham, Ala., 85,830 hinzuzufügen und der Bewilligung von 86,000 für eine Kapelle-S<hule in Penſacola, Fla., no< 32,000 hinzuzufügen. C. Für

Gebäude, dieno< nicht aufgeführt worden ſind.

Beſc<loſſen, folgende Bewilligungen zu wiederholen: 81,500 für Schuleinrichtungen in Alabama; 82,000 für eine Kir<e-S<hule -'in Camden, Ala.; 81,200 für eine Kapelle-S<hule bei Maple3ville, Ala. D. Alte Bewilligungen. Beſ<loſſen, die Bewilligung von 82,000 für einen Bauplatz in High Point, N. C., zu wiederholen ſowie die Bewilligung von 81,500 für einen Anbau in Spartanburg, S. C. Beſ<loſſen, die Bewilligung von 85,000 für eine Profeſſorenwohnung auf dem Collegeplaß zu Green3boro, N. C., zu kaſſieren. Beſ<loſſen, der alten Bewilligung von 81,000 für eine Kapelle-Sc<hule in Ro> Weſt, Ala., noc< 8350 hinzuzufügen. ELE. Neue

Bewilligungen.

Kapelle-Schule in Concord, N.C...---bbbbbo...-.Veränderungen an der Bethlehem3ſchule-Kirc<he in New

INNEN ESEEnD SO EDV ESE SECDAOO 00.999900 Neue Kapelle-Schule für Concordia in New Orleans Kapelle-Schule in Oakland, Cal......-..-----------

* Neue

Kapelle-Schule

in Vredenburgh,

Ala.....-----

2825,000

5,000 8,000 3,500 1,200

2842,700 Vertreter der Negermiſſionen in den verſchiedenen Diſtrikten der zur Synodalkonferenz gehörenden Synoden.

Diſtrikte der Miſſouriſynode: Alberta und Britiſh Columbia: Dir. A. H. Sc<hwermann. Argentiniſcher: Prof. A. T. Kramer. Allantiſcher: P. Wm. C. Smidt. Braſilianiſ<er: P. Auguſt

149

Drews. California und Nevada: P. H. Haſerodt. Colorado: P. Martin E. Nees. Engliſcher: P. L. Buchheimer sen. Jowa: P. Geo. A. W. Vogel. Kanſa35: P. O. Hornboſtel. Manitoba und Sa3fat<ewan: P. A. Schwab. Midigan: P. F. A. Hertwig. Minneſota: Präſes H. JZ. Bouman. North Dakota und Montana: P. H. v. Gemmingen. NordJUinoi3: P. H. Heiſe. Nord-Nebra3ka: P. M. Leimer. Nord-Wisconſin: Präſes H. Daib. Öſtlicher: P. Herm.

Meier.

Oklahoma:

P. IJ. H. Holtmann.

Ontario:

P. HS. Ruhland. Oregon und Waſhington: P. W. F. Dannenfeldt. South Dakota: P. Walter Nitſchke. Südlicher: P. W. H. Hafner. Süd-JUinoi3: P. C. Lange. Süd-Nebraska: P. Ad. F. Schrein. SüdWisconſin: P. O. Kaiſer. Texa3: P. A. E. Möbu3. Weſtlicher: P. A. Vogel. Norwegiſ<e Synode: P. ZI. A. Moldſtad. Slowakiſche

Synode:

P. Joh.

Daniel.

Diſtrikte der WisSconſinſynode: DakotaMontana: P. Martin Keturakat. Midjigan: Prof. W. Schaller. Minneſota: P. A. Julius Dyſterheft. Nebraska: P. A. B. Korn. Nord-WiSconſin: P. Emil Redlin. Pacific-Nordweſt: P. Ewald Kirſt. WeſtWiSsconſin: Prof. H. W. Schmeling. Südoſt-Wi3conſin: P. E. E. Ebert. P. Loui3 A. Wisler von der Miſſouriſynode, Präſes Im. F. Albrec<ht von der Wisconſinſynode und P. Joh. Daniel von der Slowakiſchen Synode wurden wiedererwählt als Glieder der Miſſionskommiſſion. P. IJ. A. Moldſtad von der Norwegiſhen Synode wurde al3 P. Thoen3, Nachfolger erwählt, da dieſer um Entlaſtung gebeten hatte. Der Miſſionskommiſſion wurde geſtattet, einen Kaſſierer als Herrn Theo. W. E>&hart3 Nachfolger zu erwählen. Leßterer hat ſeit dem Jahr 1926 wertvolle und treue Dienſte verrichtet.

Vierte

Allgemeine Konferenz der Arbeiter unſerer Negermiſſion.

Unſere Negermiſſion breitet ſic) aus. Aus den geringen Anfängen in Little Ro>, Ark., und New Orlean3, La., iſt im Laufe der Jahre eine ſtattliche Zahl Gemeinden und Predigtplätze hervorgegangen, und die Arbeiter in dieſer Miſſion ſind von dem einen Miſſionar, den die Synodalkonfernz vor etwas über fünfzig Jahren ins Feld ſtellte, angewachſen, bi3 zur gegenwärtigen Zahl von hundertfünfundzwanzig. Dieſe Gemeinden und dieſe Arbeiter ſind über eine große Stre>e unſer3 Lande3 zerſtreut und verrichten ihre Arbeit in großen, oft ſehr großen Entfernungen voneinander. Aber e3 iſt gemeinſc<haftli<he Arbeit, die ſie fun; es ſind dieſelben Ziele, die ſie alle verfolgen.


Die. Miſſtions-Taube.

150

Was kann alſo näher liegen als der Wunſd, gelegentlich, in einem Abſtand von mehreren Jahren, einmal zuſammenzukommen, ſich kennenzulernen und gemeinſam die Sache dieſer Miſſion zu beraten? Dieſer naheliegende Wunſd< führte endlich na< langer, gründ-

liher

Beratung

zur

Gründung

der

Allgemeinen

Konferenz der Arbeiter in unſerer Negermiſſion. Vier dieſer Konferenzen ſind nun in einem Zwiſ<henraum von je drei Jahren abgehalten worden. Die lette

tagte vom 31. Juli bi8 zum 4. Auguſt dieſe3 Jahre3 in Springfield,

Ill.

Es war wohl angebracht, daß ſich dieſe Konferenz einmal in Springfield verſammelte. Dort befindet fich eine der älteſten unſerer Negergemeinden; auf unſerm

dortigen

Seminar

ſtudierten

unſere

erſten

Negerpaſtoren; in dieſer Stadt liegt aud der große Sklavenbefreier, Abraham Lincoln, begraben. Zugleich gab e3 unſern Negerarbeitern auf den ſüdlichen Feldern Gelegenheit, einmal nördliche Zuſtände und auch ganz beſonder3 nördliche kir<lihe Verhältniſſe mit eigenen Augen zu ſehen und näher kennenzulernen. E3 mag glei hier erwähnt werden, daß eine ganze Anzahl unſerer farbigen Arbeiter über St. Loui8 gereiſt iſt und da dur die freundliche Liebe unſerer St. Philip*s-WGemeinde Gelegenheit hatte, unſer Concordia Publishing House ſowie das alte und das neue Concordia-Seminar zu beſuchen und eine Anzahl unſerer lutheriſchen Kirhen ſich anzuſehen. Dies alle3 wird ihnen gewiß unvergeßlich bleiben.

1

0

D. L. Weſſel von unſerer Springfielder Concordia; er hatte eine praktiſ<e Auslegung de3 zweiten Timotheu3briefes au8gearbeitet. Er verſtand e3 in meiſterhafter Weiſe, ſeine Zuhörer in die Zeit eines Paulu3 und Timotheus zu verſeßen, aber dann auc wieder dieſe GotteSmänner mit ihrer Arbeit und ihren Enttäuſ<hungen, ihren Freuden und ihren Leiden ſo zu ſchildern, als ob ſie unſerer Zeit angehörten. In Epheſus, einer Stadt von ungefähr 300,000 Einwohnern, war eine d<riſtlihe Gemeinde gegründet worden. Dieſer ſtand Timotheus al3 Paſtor vor. Dort befand ſich aber aud) der prächtige Tempel der heidniſchen Göttin Diana. Timotheus3 war ein treuer Arbeiter, aber er ſtand allein, etwas abgeſondert mit ſeiner Genteinde. Seine Kir<he. war gewiß ein armſeliges Gebäude, verglichen mit dem Tempel der Diana. Die Parole der Zeit war: „Groß iſt die Diana von

Epheſus!“

Dem

Timotheus

wurde

e3

gewiß

von den Feinden und au< wohl von ſeinen Freunden nahegelegt, daß er do mit ſeiner kleinen Kir<he gar nicht hierhergehöre, daß er im Schatten dieſes prächtigen, altberühmten Tempel3 mit ſeiner Predigt nie und nimmer eine Gemeinde aufbauen würde. Die Verſuchung, die an ihn herantrat, war groß. Paulu3 wußte wohl, wie die Dinge lagen. Sein Nat war aber nicht: „Timotheus iſt nicht am rechten Plaß; er muß da fort, muß einen andern Beruf erhalten; im Gegenteil ſchrieb er ihm: „So ſei nun ſtark, mein Sohn, dur< die Gnade in Chriſto JEſu! . .. Predige das Wort, halt an, es ſei zu rechter Zeit oder zur Unzeit; Dice Eröffnung der Konferenz. - ſtrafe, dräue, ermahne mit aller Geduld und Lehre!“ fand ſtatt Donner35tagmorgen, den 31. Juli, mit einem In meiſterhafter Weiſe wandte der verehrte Rekurzen Gotte3dienſt, geleitet von P. G. S. Roberts von ferent die Zeitverhältniſſe, unter denen Timotheu3 Spartanburg, S. C. Darauf hielt Dr. H. Nau von arbeitete, auf unſere Zeit an, um darau38 Warnung, unſerm College in GreenS3boro, N. C., eine ermunErmahnung, Lehre und Troſt.zu ſhöpfen. Da es un3 ternde Anſprache über die Worte „Ihr ſeid das Licht hier niht möglid) iſt, weitere Aus8züge au3 dieſer vorder Welt“, indem er zeigte, wie die Chriſten zu ſol<hen trefflihen Arbeit zu bringen, ſo verweiſen wir die Lichtern geworden ſind, und daß ſie nun auc gewiſſenfreundlichen Leſer auf unſer Miſſion3blatt Miss8ionary Haft ſich als ſolhe Lichter betätigen ſollen. Da der Lutheran, in deſſen Spalten D. Weſſel3 Arbeit im greiſe Vorſiker der Konferenz, Prof. Berg von unſerm Au3zug erſc<heinen wird. College in GreenS3boro, ſeine3 vorgerüdten Alter3 Eine andere Arbeit, der an Wichtigkeit gewiß die wegen nidt daſein konnte, ſo wurde der Unterzeic<hnete zweite Stelle einzuräumen iſt, wurde von Prof. Mayer, zum zeitweiligen Vorſiker erwählt. Die Wahl ergab au< von unſerer Springfielder Concordia, vorgelegt dann folgendes Reſultat: P. A. Schulze, St. Louis8, über die Augs8burgiſ<he Konfeſſion. Einleitend zur Vorſitzer; P. John McDavid, California, Vizevorſiter; eigentlichen Arbeit, machte Prof. Mayer aufmerkſam P.O. W. Lüke, New Orlean3, zweiter Vizevorſißer; auf den Zuſtand' der Kir<he na<h den erſten JahrP.M.N. Carter, Chicago, Sekretär; P. Wildgrube, hunderten, beſonder3 auf den Verfall der Kir<he im New Orlean3, Kaſſierer. Mittelalter bis hinab auf Luther. Dur<h Gottes Die Arbeit der Konferenz. Gnade fand Luther endlic<h da8 Licht. Kaum aber war er dann mit dieſem Lichte hinaus in die DunkelDer Konferenz lag eine ganze Reihe von Arbeiten vor, teils ſol<he, die Lehrgegenſtände behandelten, heit ſeiner Zeit getreten, kaum hatte er ſeine Stimme teils praktiſche Arbeiten. Die Hauptarbeit lieferte erhoben, um da8 lautere Evangelium zu predigen, da


Die Wliſſions-Taube. ſtürmten auch ſ<on die Mädte ihn an.

zum Segen. wa3

der Finſternis gegen

Dies gereichte Luther und ſeinen Anhängern

Von allen Seiten fragte man ſie:

lehrt, was

glaubt ihr denn

eigentlich?“

„Ja,

Die ſo

Gefragten wurden nun genötigt, ein Bekenntnis ihre3 Glaubens abzulegen. Und dies führte zur Verabfaſſung

der Augs5burgiſchen Konfeſſion.

Jm

zweiten

Teil ſeiner Arbeit legte Prof. Mayer ſeinen Zuhörern den herrlichen Jnhalt dieſer Konfeſſion dar, den er kurz in die Worte zuſammenfaßte: „Chriſtus iſt der Welt einiger Heiland.“ Die Konfeſſion betont die

Notwendigkeit eines Erlöſer3, ſtellt in3s rechte Licht die Perſon und das Werk de3 Erlöſer3 und zeigt, wie allein wir dieſer Erlöſung teilhaftig werden und ſo das endliche Ziel der Erlöſung, der Seelen Seligkeit, erlangen,

Heiland.

Eine

nämlich

Arbeit

durch

mehr

den

Glauben

praktiſcher

Art

an

unſern

wurde

von

P. Paul Lehman aus Green3boro vorgelegt über „Die Tätigkeit der Laien in der kir<li<hen Arbeit“. Wegen Mangels an Zeit kamen nur zwei Punkte zur Verleſung, nämlich „1. Die Laienglieder müſſen immer beſſer

lernen,

dem

Werke

des

HErrn

das

Wort

zu

reden, indem ſie ihren Glauben, wo immer ſid Gelegenheit bietet, frei und ohne Scheu bekennen. 2. Sie müſſen aber aud) lernen, das Bekenntnis ihres Munde3 mit einem gottwohlgefälligen Wandel zu zieren, ſich vor allem Ärgernis fleißig hüten und de3halb auh eine gute Erkenntnis deſſen haben, was der Wille Gottes in bezug auf ihren Leben3wandel iſt.“ Dies gab Anregung zu vielen lehrreichen und praktiſchen Winken und guten NRatſc<lägen von ſeiten der Konferenzbrüder. Konferenzgottesdienſte.:

Vier Gotte3dienſte wurden während der Konferenz abgehalten. Am Donners8tagabend hielt der farbige Paſtor Cha3. Peay aus Alabama eine Lehrpredigt über „Die Perſon Chriſti“ auf Grund von Joh. 1,14. E35 war ein Genuß für alle Anweſenden, einen unſerer farbigen Brüder eine ſold klare und gediegene Predigt Über dieſe Kernwahrheit <riſtliher Lehre halten zu hören und ſomit ſelbſt ſih davon überzeugen zu können, daß unſere farbigen Arbeiter in dieſer allerwichtigſten Lehre Beſcheid wiſſen. Am Freitagabend hielt P. Wildgrube von New Orleans eine Sulpredigt, in der er auf Grund von Matth. 18, 10 und 14 zeigte, wa3 wir unter „d<hriſtliher Erziehung“ verſtehen, warum wir dafürhalten, daß eben dieſe Erziehung nötig iſt und weld) herrliche Früchte dieſe Erziehung trägt. Im Sonntagvormittagsgotte3dienſt hielt der Unterzeichnete die Beichtrede über 2 Moſ. 15, 26: „Jh

151

bin der HErr, dein Arzt.“ P. Hunt von WinſtonSalem, N.C., predigte über die Worte Pauli: „Darum will ih mich am allerliebſten meiner Schwachheit rühmen, auf daß die Kraft Chriſti bei mir wohne.“ Er zeigte, wie es dem Apoſtel Paulus bei ſeiner MiſſionSarbeit oft ſo übel ergangen iſt, daß wir e5 de3halb auch nicht beſſer erwarten können und dürfen, daß un3 aber dabei auch der Troſt bleibt, an den Paulus ſich hielt, nämlich: „Meine Kraft iſt in den Schwachen mächtig.“ Wegen der andauernd großen Hitze wurde der letzte Gotte3dienſt am Montagabend nicht in der Kirche, ſondern

im

Freien

auf

dem

Collegeplatz

abgehalten.

P. Fred Foard von Ro>well, N. C., hielt eine Miſſion5Spredigt auf Grund der Worte Pauli: „J< ſchäme mid) des Evangelii von Chriſto nicht“ uſw. Auch dieſer Gotte3dienſt war gut beſucht, und die Predigt unſer3 farbigen Bruder3 fand allerſeits Anklang. Ein

beſonderer

Jubelgottesdienſt.

Für den Sonntagna<hmittag hatten die Brüder in Springfield einen beſonderen Jubelgotte3dienſt anberaumt in der großen State Arsenal Hall, um den vierhundertjährigen Geburt5tag der Augsburgiſchen Konfeſſion würdig zu begehen. Der Sonntag war ungewöhnlid) heiß, ganz beſonder3 au für un3 Brüder aus dem Süden, die wir kaum je ſol<he Hike erleben. Dazu wehte ein heißer Wind, der allen Pflanzenwuchs verſengte. Dennod drängten ſich in dieſer großen Halle an die zwölfhundert Zuhörer, weiße und farbige, zuſammen, um den Predigten der Paſtoren McDavid und Carter zu lauſhen. P. McDavid hielt die Jubelpredigt auf Grund von Pſ. 103, 2. Nac<h einer geſchichtlichen Einleitung zeigte er, daß die Konfeiſion zu Augsburg in Gottes Hand der Anker geworden iſt, der unſere teure lutheriſche Kire feſt an Gotte3 Wort angekettet hat, während andere Kir<hengemeinſhaften, von Irrtümern und Zweifeln getrieben, wild auf dem Meer falſcher Lehre umhergetrieben werden; daß aber au< gerade unſere lutheriſchen Negerkirhen nächſt Gott es den Verfaſſern der Augs3burgiſchen Konfeſſion zu verdanken haben, daß ſie jekt feſt auf dem Wort der Wahrheit gegründet daſtehen. : Hierauf hielt P. Carter von Chicago eine Miſſion3predigt auf Grund von ZJeſ. 18, 7. Man muß unſern farbigen Paſtor Carter ſelber gehört haben, um einigermaßen zu- würdigen, wie er es verſteht, die Sache ſeine3 Volke3 und da3 geiſtliche Elend desſelben mit glühenden Worten unſern Chriſten ans Herz zu legen. Unter dem „zerriſſenen und geplünderten Volk“, von dem der Text redet, verſteht P. Carter ſein Volk, ſeine Raſſengenoſſen. Von dieſem Volk heißt


Die

152

Miſjſions-Taube.

es, daß e3 Geſchenke bringt dem HErrn Zebaoth. E38 iſt dieſem geplünderten Volk eine herrliche Verheißung gegeben. Obwohl e3 nicht3 hat, wird es do einſt Scäße haben und von dieſen Shäßen ſeinem Gott Geſchenke bringen. Weiter führte er aus, wie dieſe herrliche Verheißung erfüllt worden iſt, als Chriſtus in dieſe Welt kam und die Weiſen aus dem Morgenland ihm Geſchenke bradten, al3 ferner der Kämmerer au38 dem Mohrenland dur< Philippus" Unterricht zu JEſu gewieſen wurde, und daß dieſe Verheißung ſich nun im großen Maß erfüllt in der durd< die Synodalkonferenz betriebenen Negermiſſion.

und die farbigen Schweſtergemeinden in St. Loui3 und Chicago kamen ihr de3halb zu Hilfe. Sodann beteiligte ſich der ganze Zentral-Fllinoi8-Diſtrikt unſerer Miſſouriſynode an der Bewirtung der Konferenz. Von ganzen Gemeinden und von einzelnen Perſonen

wurden während der Konferenztage Vorräte für die Küche geſchenkt. Die Aufſichtö3behörde unſerer Springfielder Concordia ſtellte die Collegeküche nebſt -eſßſaal und aud) einen Teil der Schlafräume freundlichſt zur Verfügung. So war e3 möglich, dieſe Konferenz, die jeßt eine ganz anſehnliche Körperſchaft bildet, unterzubringen und zu bewirten. Die Frauen der Ioly

Die Vierte Allgemeine

Dieſer Gotte3dienſt wurde durd) die Geſänge der Chöre unſerer St. Philip's-Gemeinden in St. Loui3 und Chicago verſchönert. Troß der ungewöhnlichen Site ſaß die große Verſammlung an die zwei Stunden und hörte den Rednern aufmerkſam zu. Eine Kollekte zum Beſten der Miſſion betrug 8100. Die

Bewirtung

der

Konferenz.

Dieſer Bericht wäre kaum vollſtändig zu nennen, wenn nicht aud) etwa3 über die feine Bewirtung der Konferenz geſagt würde. Unſere farbige Gemeinde in Springfield iſt nicht ſehr groß und de3halb nicht ſtark genug, die Koſten einer ſolchen Konferenz allein zu

tragen.

Die weiße Schweſtergemeinde in Springfield

Konferenz

unſerer

Negermiſſion, ge!

Trinity-Gemeinde dienten zu Tiſch. Ihnen allen jei hiermit öffentlich der Dank der Konferenz aus-

geſprochen.

Dieſer Dank gilt aber aud) ganz beſonder38 unſern lieben Profeſſoren in Springfield, die ſich ſo freundlich an der Arbeit der Konferenz beteiligt haben und in faſt allen Sißungen vollzählig anweſend waren. Der liebe Gott vergelte es ihnen in Zeit und Ewigkeit! Dic

Zukunft

dieſer Konferenz.

Der Konferenz lag eine Konſtitution vor, die von einem Komitee, eingeſeßt von der Ehrw. Synodalkonferenz, ausgearbeitet worden war, um alle Gemeinden und Arbeiter in unſerer Negermiſſion zu (“|


Die

lijſions-Taube.

einer Körperſchaft zu organiſieren. Zur Erklärung diene kurz folgendes. Unſer Miſſionswerk wurde ja von weißen Miſſionaren begonnen und von ihnen viele Jahre lang fortgeführt. Aud jett dienen nod) weiße Miſſionare und Profeſſoren in der Miſſion. Dieſe weißen Arbeiter, die jezt aber kaum noch ein Fünftel ſämtlicher Arbeiter bilden, halten Gliedſchaft in unſern Synoden und Synodaldiſtrikten. Das iſt aber bei unſern farbigen Arbeitern nicht der Fall. Sie ſtehen allein, ohne eigentliche gliedliche Zugehörigkeit zu irgendeinem kirchlichen Körper. Dieſes Alleinſtehen empfinden ſie ſ<merzlih. Was liegt da näher, als

iin Springfield, Itl., vom

341. Juli bis zum

153

treter an die Ehrw. Synodalkonferenz, die einige Tage danach in Quincy, JU., tagte, berichtet wurde. | Da

die Sache

von

der Synodalkonferenz

no<

nicht

zum Abſchluß gebracht worden iſt, ſo möge vorläufig dieje kurze Erklärung der ganzen Angelegenheit genügen.

Ausflug.

Für den Konferenz-Sams5tagnac<mittag hatten die lieben Leute in Springfield einen Ausflug dur< die Stadt veranſtaltet, bei dem hauptſächlich da3 Staat3kapitol, das Haus, in dem Abraham Lincoln wohnte, ſein Denkmal und ſeine Grabſtätte in Augenſchein

4. Auguſt.

daß ſie ſich nun ſelbſt zu einem Kir<enkörper zuſammenſc<ließen? Eine Synode zu gründen, iſt jebt nod) ganz außer Frage, da die Negergemeinden nicht in der Lage ſind, die Arbeit einer Synode zu verrichten. DaB ſehen unſere farbigen Arbeiter auh ein. So ſoll denn eine Konferenz, der ſich alle Negergemeinden anſchließen können und zu der auc< von ihnen erwählte Laienvertreter Zutritt haben, Erſaß für eine Synode bieten. Die Konſtitution für eine ſol<he Konferenz lag nun in Springfield vor, und e3 wurde viel Zeit auf die Sache verwandt. Da3 Reſultat der Beſprechung war, daß die vorgelegte Konſtitution mit einigen VerändeLungen angenommen und dies dann durd) die Ver-

genommen wurden. Am Ende der Rundfahrt hielt Prof. Walter Beck von unſerm College zu Green3boro am Fuße des Lincoln-Denkmals eine kurze Anſprache Über Lincoln und ſeine Bedeutung für die Befreiung der Sklaven und de3halb au< für unſere Negermiſſion. | Am Konferenzſonntag waren zwei Omnibuſſe mit Gäſten aus unſern Gemeinden in St. Louis und Chicago eingetroffen, die ſic dann au< am Nachmittag an dem Jubelgotte3dienſt beteiligten. E38 war eine ſchöne, lehrreiche und arbeitSreiche Konferenz, dieſe vierte Allgemeine Konferenz der Negerarbeiter in Springfield. Unjerm Gott dafür allein der Dank und alle Ehre! G.M. Kramer.


Die Miſſions-Taube.

154 Luther

Preparatory

School.

Träumereien

Am 16. September, um halb neun Uhr vormittag3 öffnete die Luther Preparatory School in New Orleans ihre Tore, um ihr zweites Schuljahr zu beginnen. Der freundliche Leſer erinnert ſich gewiß noc<h, daß dieſe Anſtalt zur Ausbildung farbiger Arbeiter für unſere Negermiſſion lezten Herbſt wieder eröffnet

wurde,

nachdem

ſie

fünf

Jahre

geſchloſſen

geweſen war. Die Synodalkonferenz hat, als ſie in Quincy, JU., tagte, die abſolut nötigen Gelder bewilligt, um das ſehr verwahrloſte Anſtalt8gebäude ſo auszubeſſern, daß e3 wieder wohnlich werde. Sade, daß unſere guten Freunde und Gönner in der Synodalkonferenz am Eröffnungstag nicht zugegen ſein konnten, um die ſtrahlenden

Geſichter

über das ſ<mude

derjeningen

und

zu

ſehen,

reinliche Ausſehen

die

ſic

des Ge-

bäude3 freuten. Freilidh) aud jett iſt nur das Allernötigſte an der Anſtalt getan worden. Aber Profeſſoren und Schüler ſind glü>li und dankbar und beginnen das Schuljahr mit neuem Mut. In dem kurzen Eröffnungsakt hielt Prof. Paul Scerf eine Anſprache an die Schüler, der Joh. 8,12 zugrunde lag. Er zeigte, daß das Evangelium von Chriſto das einzige wahre Licht und die einzig wahre Quelle alles Wiſſen3 und aller Erkenntnis iſt und de3halb aud) die einzig richtige Grundlage aller höheren Sculung. Er forderte ſeine Schüler auf, im Glanze dieſe3 Lichtes ihr Studium neu zu beginnen und fortzuſeken. Die anweſenden Paſtoren, zwei farbige und zwei weiße, richteten aud) einige wohl zu beherzigende Worte an Profeſſoren und Schüler. Da3 neue Schuljahr wurde mit 38 Schülern begonnen, neunzehn Knaben und neunzehn Mädden. Einige Schüler werden nod) erwartet. Etliche konnten der gegenwärtigen Arbeitsloſigkeit wegen ihr Vorhaben, unſer College zu beſuchen, nicht ausführen, da ihre Eltern nicht in der Lage ſind, ihnen aud) nur das wenige, das nötig iſt, darzureichen. Aber wir ſind dankbar für dieſe ſ<öne Zahl Schüler, und die beiden Profeſſoren werden genug und übergenug zu tun haben, um dieſe kleine Schülerzahl zu unterrichten. Student Ben Hoffmann von unſerm Seminar in „St. Loui3 ſteht Prof. Scherf zur Seite. Möge nun Gotte3 Gnade über Schüler und Profeſſoren walten, damit die Schüler in ihrem Studium gute Fortſchritte machen und, ſo Gott will, ihr Ziel erreichen und einſt in der Seelenrettung3arbeit unter ihren Raſſegenoſſen eintreten mögen. Darum wollen

wir unſern lieben Gott aber aud fleißig bitten.

G. M. Kramer.

am

Nil.

Miſſionar Mag. theol. Reuſd), der ſich zur Zeit in den Vereinigten Staaten aufhält, ſchreibt im Leipziger „Miſſion5blatt“: , Der Nil! Der „heilige“ Fluß! Endlic biſt du an ſeinen Ufern angelangt, und der Traum deiner Jugend iſt erfüllt! So zog es dur< meine Seele, als ich am ' 16. März abend3 in Khartum, der Hauptſtadt von Ägyptiſ<h-Sudan, eintraf. Übergoſſen vom ſilbernen Licht de3 Vollmonde3, lag die vor hundert Jahren von I3mail Paſcha gegründete, 31,000 Einwohner zählende Stadt vor mir. Mit ihren weißen Häuſern und flac<en Dächern, umgeben von rauſchenden Palmen, mutete ſie mid) an wie eine Zauberſtadt aus „Tauſendundeiner Nac<ht“.

Bis unmittelbar an die Stadt rü>t

die Wüſte heran, die ic ſoeben dur<hquert hatte; der heiße Wüſtenſand bede>t nod einen Teil der Straßen. Khartum iſt eine intereſſante Stadt. Jm Jahr 1885 wurde ſie vom Mahdi, dem Führer des Aufſtande3 im Ägyptiſ<en Sudan, zerſtört, aber die Engländer bauten ſie wieder auf. Nicht lange hielt es mid) in ihren Mauern. Ein unwiderſtehlicher Drang zog mich zum Nil. Nacddem ic mid) ein wenig erfriſcht hatte, madte ich mich um 10 Uhr abends auf, und ſchon nad) wenigen Minuten ſtand ich am Ufer des „heiligen Fluſſes“ der Ägypter.

Ning3um war e3 wunderbar ſtill.

I< ſezte mich

auf einen Steinblo>. Leiſe rauſchte der Wind in den Kronen der Palmen, und zu meinen Füßen plätſ<herten die Wellen. Vom Fluſſe ſtieg ein Nebelſchleier auf und umhüllte die bläulichen Fluten mit einem Zaubergewand, feiner und dünner al8 da8 Gewebe einer Seidenſpinne. Da verſank ih in tiefes Nachdenken. Die geheimnisvolle Umgebung zauberte Bilder aus uralten Zeiten vor meine Seele. Die Helden und Könige vergangener Jahrtauſende zogen an mir vorüber. Id ſah ihre gewaltigen Heere, die aus den verſchiedenſten Stämmen zuſammengewürfelt waren, deren Kern aber der ägyptiſche Adel bildete, ſich vom Norden heranwälzen und das Land am Nil unterjochen. J< ſah die ſtolzen Krieger in ihren glänzenden Rüſtungen und die weiſen Prieſter in ihren heiligen Gewändern. In ſchier endloſen Reihen zogen ſie an mir vorüber. Da waren die großen Pharaonen der dritten und der vierten Dynaſtie, die in Memphi3 reſidierten, ein Zoſer und ein Khufu (Cheop3), ein Khaf-re (Chefren) und ein Menkew-re (Mycerinu3). Zn wahnwißigem Macdhtgefühl hatten ſie ſih zu Göttern gemacht und ſich die impoſanteſten Grabmäler der Welt gebaut, an denen Hunderttauſende von Sklaven jahrzehntelang

|


Die

Hiſſions-Taube.

arbeiteten. Auf die großen Zeiten de3 Alten Reiches folgten Zeiten de3 Niedergangs. Ein plöklicher Windſtoß verſcheuhte die Geſtalten. Mir war'3, al3 erwachte ich. Al3 ich abermal3 in den feinen, vom Mondlicht dur<fluteten Dunſt hineinſtarrte, da ſah ich die Herrſcher der elften Dynaſtie, die das Land wieder einigten. Im hunderttorigen Theben ſ<lugen ſie ihre Reſidenz auf. Amenemhöt und SenusSret, die glänzendſten Pharaonen de3 Mittleren Reiches, ſandten ihre Karawanen den Weißen Nil hinauf mit den Erzeugniſſen der ägyptiſchen Induſtrie,

Nad der 19. Ramſe3 Hand. den 160

bare Hölzer, Sklaven und Gold, Leopardenfelle und

trat im fernen

um vom Lande Chu8, dem Sudan, Elfenbein und koſt-

Papyrus

zu holen.

Und

die Führer

der Karawanen

meißelten die Geſchichte ihrer Neiſen in die Felſen von Aſſuan und auf der Inſel Elephantine. Zum Scuße ihres Handels legten ſie Befeſtigungen an ſüdlich von Aſſuan bis hin zum fernen Kerma und verſahen ſie mit dem Emblem de3 Reiches über Toren und Pforten. Bald freilich verblaßte der Glanz dieſe Emblem83. Ein unbekannte3, mächtiges Hirtenvolk, die Hykſo8, eroberte Unterägypten und einen Teil von Oberägypten. Jhre Könige zerſtörten die alten Monumente und Tempel und unterjohten Unterägypten 150 Jahre lang. Aber die Propheten de3 „Phtah in - Memphi3“ weisſagten das Kommen eine3 Retter3, de3 „Sohne3 eine8 Manne3“. Und er kam von Oberägypten her. Der kraftvolle Amaſis, der Begründer der ac<htzehnten Dynaſtie, vertrieb die Fremden, einigte das Reich und begann, die Nachbarländer zu erobern. Gewaltige Männer folgten ihm auf dem Thron. Sie unterwarfen die Sinaihalbinſel und Paläſtina und da3 ganze Land Chu3 ihrer Herrſchaft. Der mächtigſte , und ruhmreicſte unter den Herrſ<ern des Nillande3, Tutmoſis III., zog aus an der Spitze großer Heere, die Doppelkrone Ägypten3 auf dem Haupt. Er unterwarf Syrien und verſchob die ägyptiſche Grenze bi3 an den Euphrat. Er baute die zerſtörten Tempel wieder auf und bereitete den Göttern des Nillande3 eine glorreiche Auferſtehung nad) der langen, ſ<hmadvollen Herrſchaft der Hykſo8s. So ſchuf er da3 erſte Weltreich der Geſchichte. Über ein Vierteljahrtauſend dauerte dieſer Aufſ<wung Ägypten3. Unter den Männern, die das Land regierten und ſhüßten, war aud) .Amenophi3 IV., der „edle Shwärmer auf dem Thron“. Er unternahm in vormoſaiſher Zeit den Verſuch, den Monothei8mus8 mit Gewalt einzuführen. Aten war der Name ſeines

Gotte3.

Er wurde als Sonnenſd<eibe dargeſtellt, und

ſein Haupttempel ſtand in El-Amarna. Nach dem Tode Amenophi3 IV. brachte ſein Nachfolger, der jugendliche und heute ſo berühmt gewordene Tutankh-

amun, die alte Religion wieder zu Ehren.

Gebel

155

ſeinem frühen Tode regierten die Herrſcher Dynaſtie, kraftvolle Geſtalten, ein Sei I., ein I]. und andere, das Weltreich mit energiſcher Sie führten gewaltige Tempelbauten auf, ſo Meter langen Tempel de3 Gotte3 Amon am

Barkal,

und

verbreiteten

die

Verehrung

der

Götter Ägypten3 bis tief in das Land Chus. Dieſen Zeiten der Macht und Größe de3 Lande3 folgten Zeiten des Niedergang3. Die Hohenprieſter de3 Amon in Theben riſſen einen Teil der König3gewalt an ſich. Ganz Oberägypten gehörte ihnen, und einige von ihnen nahmen ſogar den Königstitel an. Um dieſe Zeit Chus

eine mächtige

Familie

auf, die

ſich in Napata, der heutigen Provinz Dongola im Sudan, niederließ, ein Königreich gründete und bald das ägyptiſche Jo< abſchüttelte. E35 waren die Helden der Äthiopiſc<en Dynaſtie, deren Pyramiden ich zwei Tage vorher zwiſc<en Um Ali und Kabuſchia in der Wüſte geſehen hatte.

Kaſchta=- um 750 vor Chriſto=-

hieß der Begründer dieſer Dynaſtie. Piankhi, der große Eroberer, führte gewaltige Heerſcharen von Nubien na<h Norden, um Ägypten zu erobern. Auf der „Eroberungsſtelle“ am Gebel Barkal berichtet er über ſeine Erfolge. Er hatte ein Ret, ſtolz darauf zu ſein. Denn das ganze Land den Nil entlang vom Mittelländiſ<en Meer bis zu den großen Sümpfen des Fluſſes im Süden gehörte ihm. Über ä<htzig

Jahre lang beherrſchten

ſeine Nachfolger Ägypten.

Dann aber mußten ſie den großen aſſyriſchen Königen weichen. Nur in Nubien und im Sudan hielten ſie ſich nod) lange. . Im Jahre 23 nad Chriſto beſiegte der römiſche Feldherr Petronius die lette Königin dieſe3 Geſc<le<ht3, die jugendliche Kandace, eine ſagenumwobene Frau. Kandace geriet in Abhängigkeit von Rom und

ſtarb früh.

Wir kennen ſie aus der Geſchichte de3

Kämmerer3 aus dem Mohrenland, Apoſt. 8. Ihr Kämmerer zog von Meroe aus, um in Jeruſalem, der Stadt de3 allein wahren Gottes, zu beten. Vielleicht hatte er die Religion J3rael3 in Elephantine bei Aſſuan kennengelernt, wo eine Zeitlang ein jüdiſcher Tempel ſtand und eine größere jüdiſc<e Kolonie lebte. Philippus, der Evangeliſt, öffnete ihm die Schriften de3 Alten Bunde3 und zeigte ihm ihre Erfüllung in Chriſto. Und der Kämmerer zog fröhlich ſeine Straße. Er iſt wohl der erſte Chriſt im Mohrenlande, dem heutigen Sudan, geweſen. Jd) habe viele Spuren au8 der älteſten Zeit des Chriſtentum38 im Sudan angetroffen, und auffallenderweiſe gerade in altägypti-

ſchen Tempeln, ſo bei Abu Simbel und in Bauten der Kthiopiſ<hen Dynaſtie. Kandace3 Herrſchaft iſt längſt dahin, und ihr Palaſt iſt zerfallen, aber man wird

ihrer und

ihres Kämmerer3

gedenken,

ſolange

da38


156

Die

Mijſions-Taube.

Neue Teſtament in der Welt geleſen wird. Dur einen alten Mann wurde das Chriſtentum in3 Mohrenland gebracht, und nun breitete e3 ſid) an den Ufern de3 Nil3 aus, und e3 hat aller Feindſchaft Rom3 zum Troß dieſes mächtigſte aller Weltreiche de3 Altertum3 Überdauert. Dieſe Bilder zogen wie ein Traum an mir vorüber. Da ſ<re>te mid) ein fernes Trommeln aus meinen -Gedanken auf. E3 kam von jenſeit des Fluſſes, Omdurman, her. Der Ton war mir bekannt. E3 war da3 Trommeln, das die Mohammedaner zum „Zikr“, dem heiligen Tanze, in mitternächtiger Stunde einlud. =- Der J3lam! Ja, heute herrſcht der J3lam da, wo einſt die alten Götter ÜÄgypten3 in ihren rieſigen Tempeln verehrt wurden, wo einſt das junge Chriſtentum Anhänger gewann. Wie zuvor plätſherten die Wellen, rauſchte der Wind in den Kronen der Palmen, und da3 bläuliche Licht de3 Vollmonde3 überflutete den „heiligen Fluß“. Die Umgebung war dieſelbe geblieben, aber die Stimmung hatte ſich gewandelt. Da3 Trommeln hatte mid) aus meinen Träumen herausgeriſſen und zwang mid, meine Gedanken dem Js3lam zuzuwenden, deſſen Studium der Zwec> meiner Neiſe im Sudan war. Und nun ſtiegen neue Bilder vor meinem inneren Auge auf. Id) date an die Unterwerfung Ägypten3 durd Amr“ibn el-A3, den Feldherrn des Kalifen Omar 1., der mit ſeinen Scharen da3 Land verwüſtete und den Zslam mit Feuer und Schwert ausbreitete. Bis 1516 übten die arabiſchen Kalifen die Oberherrſchaft über da3 Nilland. Im Jahr 1517 eroberte Sultan Selim I.

Ägypten und verleibte e3 dem türkiſchen Reiche ein.

Er war ein gewaltiger Mann, und die eroberten Länder zitterten vor ihm. Bi3 1811 bildete da3 Nilland einen Teil de3 großen türkiſchen Reiche3. Dann wurde Mehmed Ali Paſcha, ein Albanier, ein großer Heerführer und glänzender Organiſator, als Vizekönig eingeſeßt. Er entriß da3 Land bald darauf den Türken und. madte es unabhängig. Sein Ziel war, da3 alte ägyptiſche Reih wiederherzuſtellen. 1821 eroberte er den Sudan, und zwei Jahre ſpäter wurde mit dem Bau der Stadt Khartum begonnen. Ein Windſtoß fegte am Ufer entlang. I< hörte klagende Laute in den Kronen der Palmen wie von weinenden Frauen und Kindern. ' Andere Bilder traten vor meine Seele. Id) ſah Sklavenkarawanen den -Jluß entlang ziehen. E3 war mir, als ſähe ich alle die Hunderttauſende von Sklaven, die im Laufe der Zahrhunderte dieſen Weg gezogen ſind, als hörte ich Ketten raſſeln und todmüde, gequälte Menſchen ſtöhnen. Mitternächtiges Dunkel beded>te plötzlich den ganzen Himmel. Bilder aus der jüngſten Vergangen-

Heit tauchten vor mir auf, aus der Zeit des Mahdi8-

mus. Unglükliches Land am „heiligen Nil“; Ströme von Blut hat der Jslam über di gebracht, Bäche von Tränen und Hügel von Leichen. Über ſe<h3 Millionen Menſc<enleben hat der Mahdi-Aufſtand vernichtet und ein Rieſenland faſt gänzlich entvölkert. E3 hat lange gedauert, dies Dunkel des Grauens. Aber endlich ging do die uralte Weisſagung in Erfüllung, daß au das Mohrenland den HErrn der Welt preiſen werde. Vom Norden her kam die Rettung. Sie koſtete viel Blut. Baker Paſcha, der berühmte Neiterführer, verſuchte bald vom Norden, bald vom Oſten her der Sklaverei ein Ende zu machen. Hic>s Paſcha, der Führer der ägyptiſchen Rettungz3expedition, nahm den Kampf mit den Mahdiſten auf, wurde aber von ihnen gefangen und in Stü>ke gehauen. General Gordon fiel am 26. Januar 1885 auf den Stufen ſeines

Palaſte3 in Khartum in die Hände der Mahbdiſten, die ihm den Kopf abſchlugen. J< ſah die Männer, die den Bann. brachen, den „eiſernen Sirdar“, Lord Kitc<hener, der den Mahdi in der Schlacht bei Omdurman am 2. September 1898 vernichtend ſ<lug, und ſeinen Nachfolger, Sir Reginald Wingate, der mit ſeinem Freunde Slatin Paſcha den Wiederaufbau und die Befriedung de3 Landes zuſtande brachte. Ein friſcher Luftzug erhob ſich und verſcheuchte die Bilder der Vergangenheit. ' Klar lag der Fluß vor mir, tiefblau und ruhig. Sanft plätſcherten die Wellen am Fuße des Felſen3, auf dem ich ſaß, und leiſe ſjäuſelte der Wind in den Kronen der Palmen. I< ſaß am Nil. Was hat der „heilige Fluß“ doh alle3 geſehen im Gang der Jahrtauſende! Das erſte Erwachen der menſchlichen Kultur, Zeiten de3 Aufſ<wung3 und de3 Niedergang3 de3 alten Kulturrei<3, mehr Blut und Tränen al3 irgendein anderer Fluß der Erde. An ſeinen Ufern ſind einſt die Erzväter gewandelt, Abraham, Jſaak und Jakob. Joſeph hat hier gewirkt, Moſe3 wurde aus dem Scilf des Nil3 gerettet und dann am Hofe Pharao3 erzogen. Und da3 Kindlein JEſu3 barg ſic hier vor der Mordluſt de3 Herode3. Wie wird die Zukunft des Lande3 ſich geſtalten? Der älteſte Glaube ſeiner Kinder war ein Glaube an die Auferſtehung. Man breitete eine De>e mit dem Bilde de3 Oſiris an den Ufern de3 Nil3 au3, bede>te das Bild mit Erde und ſäte Gerſte darauf. Die au3 dieſer Erde aufſproſſende grüne Gerſte galt als ein Symbol der Auferſtehung. Wir kennen ein beſſeres Pfand der Auferſtehung: JEſu8, den Heiland der Welt, der gekommen iſt, auch die Kinder Ägypten3 zu erlöſen. Und wir ſind gewiß, daß er die uralte Auferſtehungsſehnſud<t de8 Lande3 zur Erfüllung bringt. Ein Nachtvogel huſchte vorüber, und ſeine Flügel


Die

Ilſjſions-Taube,

ſtreiften mich faſt. J< erwachte aus meinem Traum, ſah mich um und bliäte auf die Uhr. Mitternacht war längſt vorbei. Jd ſtand auf, warf einen letzten Blik auf den majeſtätiſ<en Strom und ſuchte dann mein Nachtlager auf. In meinem Herzen aber war ein wunderbares Klingen: Jd) habe den Nil, den „heiligen Fluß“, geſehen!

Ein

Bankett in China.

Miſſionar E. C. Zimmermann in Shaſi, Provinz Supeh, China, berichtet über ein Bankett in dieſer Stadt, zu dem er und ſeine Gattin eingeladen

wurden.

Er ſchreibt:

;

Da3 Bankett wurde am 31. Mai von Dr.Y. S. Chiao und ſeiner Gemahlin in ihrem Hauſe gegeben. Beide ſind Ärzte. Er erwarb ſich ſeinen Doktortitel in England, ſie in Japan. Er hat ſich jedo< nie ſeinem ärztlichen Beruf gewidmet. Er iſt vielmehr in der Politik tätig; er iſt der oberſte Steuerbeamte in Shaſi und ſomit ein Mann von höchſtem Anſehen. Da3 Bankett wurde zu Ehren ihres Söhn<hen3 gelegentlich ſeines erſten Geburtstag3 veranſtaltet. Wir erhielten eine lange Einladung, die auf hellrotem Papier gedru>t war, wie da3-allgemein gebräuchlich iſt, da dieſe Farbe Glü> bedeuten ſoll. Wir waren zu einer doppelten Feier eingeladen worden. Um zehn Uhr vormittags ſollten wir kommen, um Nudelſuppe zu eſſen. Wir gingen, gratulierten uſw. und traten bald wieder den Heimweg an. Das Hauptereigni3 ſollte der Einladung zufolge um vier Uhr na<hmittags ſtattfinden. Da3 bedeutet natürlich fünf Uhr. Es wird erwartet, daß man nicht gleich kommt, ſondern wartet, bis ein Diener kommt und einen bittet, ſich jekt einzuſtellen. Für ein ſjol<e3 Bankett werden Wärter von Beruf angeſtellt, und eine große Mahlzeit wird bereitet, die in Gängen (courses) ſerviert wird. Acht bis zehn Tiſc<e waren gede>t. Un3 wurden die Site oben am erſten Tiſch angewieſen neben den Chiaos. Zuerſt gab e3 einen Disput; denn Frau Chiao beſtand darauf, daß Frau Zimmermann obenan ſißen ſolle. Dieſe aber gab nicht nad) und behielt den zweiten Plaß. E3 wird in bezug auf dieſen Punkt viel Aufheben3 gema<ht. Wer hier ein Verſehen macht, mag ſein ganzes Leben lang mit Verachtung geſtraft werden. Waz53 gab e3 denn nun zu eſſen bei dieſem <ineſiſc<en Bankett? Das iſt ja eigentlich die Hauptſache bei jedem Bankett. E3 gab zwölf Gänge. Erſter Gang. Dieſer beſtand aus kaltem Aufſchnitt, getro>neten Fiſchen, Hühnerfleiſch, mehrererlei

157

rohem Gemüſe, Schinken, Rindfleiſch uſw.; Bananen, grape-fruit, pequots, Äpfel uſw. machten ebenfalls ihr Erſ<einen. Dod die Diener entfernten da3 Obſt gar bald, als ob man befürchtete, daß zu viel davon gegeſſen werden möchte. In dieſem Gang wurden auc< Waſſermelonenſamen ſowie getro>nete Roſinen ſerviert.

Zweiter Gang: Haifiſ<hfinnen. Dies Gericht findet man immer bei einem <ineſiſchen Feſteſſen. E3 iſt in der Tat eine Delikateſſe.

Dritter Gang: Taubeneier, die in Sirup gekocht waren. Sehr gut! Aud die Suppe war ſehr gut.

Vierter Gang:

Seekrebſe (shrimps).

Fünfter Gang: Eßbare Seegurken. Sechſter Gang: Fette Fiſhſuppe. Der Fiſch . j<medte nicht beſonder3, doh die Suppe war überau3 ſ<madhaft.

Siebter Gang: Curry aus Hühnerfleiſ<. Recht gut, aber nicht ſo gut wie da3 Curry der Briten. Achter Gang: Große weiße Kirſchen in di>em Sirup. Dies Gericht fehlt nie. Man beachte, daß die Kirſchen etwa in der Mitte der Mahlzeit ſerviert wurden.

Neunter Gang: Einige dünne Pfannkuchen, etwa ſe<h3 Zoll im Durchmeſſer. Man nimmt einen dieſer Kuchen und wickelt ihn um ein Stü> Hühnerfleiſch. Aud) einige junge Zwiebeln und eine Art WorcesterShire sauce werden verabreicht; und dann ißt man alles zuſammen. IJ kann nicht3 Lobende3 hierüber ſagen. Zehnter Gang: Süßer Reispudding, der viele Gewürze und Nüſſe enthielt. Dazu werden einige Stüde sponge-cake gereiht, einige cookies, in die Fleiſch gebaden iſt, einige Taſſen, die aus custard gemadt ſind und gemahlene3 Fleiſch enthalten. Runde Sc<hmalzkucen, die Fleiſch enthalten, werden ebenfalls ſerviert. Elfter Gang: Entenſuppe. Soweit meine Kenntni3 reicht, fehlt dieſes Gericht nie bei einem <ineſiſ<hen Feſteſſen. J< kann jedoH weder Ente noh Suppe loben. Selbſt die Chineſen langten nicht kräftig zu. Zwölfter Gang: Reis. Eine Schüſſel Rei3 bildet den Schluß der Mahlzeit. Wer vorher nicht genug bekommen hat, kann ſic alſo an Reis ſatt eſſen. Die Mahlzeit dauerte etwa zwei Stunden. Man tut wohl, von allem nur ein wenig zu nehmen. Wa3 übrigbleibt, verzehren die vielen hungrigen Diener. Die Mahlzeit koſtet 810 pro Tiſh. E3 werden aht bi8 zehn Tiſche gede>t:

Bei jedem Gang wird d<ineſiſcher, Wein ſerviert,

und e3 wird erwartet, daß man trinkt, da3 heißt, ein Gla3 leert, da3 etwa ein viertel pint enthält. Gäſte,


Hlijions-Taube,

die ſic< aller berauſhenden Getränke enthalten, werden weiter nicht genötigt; und e38 gibt aud viele Chineſen, die, wie wir, den Wein ſtehen laſſen. Zhr gewöhnliher Wein =- eine Art Kognac -- iſt rec<ht ſ<wa<h. Seit wir in China ſind, haben wir keinen einzigen betrunkenen Chineſen geſehen. Weiß ein Chineſe, daß er berauſchende Getränke nicht genießen kann, ohne betrunken zu werden, dann läßt er das Trinken anſtehen. Nad) der Mahlzeit rcichen die Diener jedem Gaſt ein heiße3 naſſe3 Handtuch, um Hände und Mund zu wiſchen. Nach der Mahlzeit gab e38 <ineſiſc<e tom-tomMuſik. Hier in Shaſi beſteht ein kleines Orcheſter, zu dem prominente Geſchäftsleute gehören. 'Sie haben einige ganz altertümliche Inſtrumente. Jhre Muſik hört ſid) ſehr „gruſelig“ an. Am Tag nad) dem Feſteſſen ging Dr. Chiao zur Kir<he. Er iſt ein Chriſt. gqeP2--------eo

Bekenntni8

:

und Heidenmiſſion.

Unſere Mitarbeit an der Heidenmiſſion ſoll nad Gotte3 Wort immer geregelt werden dur< da3 Bekenntnis der reinen Lehre. Aud in der Heidenmiſſion ſollen Chriſten ſid) keiner falſchen Union ſchuldig maden, in der die reine Lehre verleugnet und der falſchen Lehre Vorſchub geleiſtet wird. Wir feiern heuer das Jubiläum der Augsburgiſchen Konfeſſion. Unſere alten Väter haben ſie den Angriffen der Jeſuiten gegenüber gerne mit der Nebenbenennung „der Evangeliſ<e Augapfel“ bezeihnet, um den hohen Wert auszudrüden, den die lutheriſ<e Kir<he ihr fortwährend beilegte. Dieſen Augapfel wollen wir aud in der Heidenmiſſion treulich hüten und darum niht mit denen zuſammenarbeiten, die auc<h nur ein Stüc der in der Aug8burgiſ<hen Konfeſſion bezeugten Lehre verleugnen.

Da3 betrifft niht nur die Union mit ganz groben

Srrlehrern, ſondern auh mit ſolhen, die nur in einem:Stüc> von der Wahrheit des göttlihen Wortes abweichen. Wir berichteten neulich über das Auf-

nahmegeſud des Proteſtantiſ<en Miſſion8verein3 in

den Deutſchen Evangeliſ<hen Miſſion8bund. Die3 Geſuch iſt abgelehnt worden mit der Begründung, daß man die geſc<hloſſene Bekenntni3einheit unge-

brohen beibehalten müſſe, um ſie mit voller Wucht

zur Geltung zu bringen. Aber dieſe Begründung halt den Stic<h nicht, da der Deutſche Miſſion3bund

EEE; EF

ſelbſt auf breiter Grundlage falſcher Union aufgebaut

iſt und in ihm Bekenner und Leugner der Wahrheit

32:

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23%

vereinigt ſind. Warum ſollte in ihm nicht aud) der Proteſtantiſc<e Miſſionsverein Platz finden können? In Indien haben ſich faſt alle dort arbeitenden lutheriſchen Miſſionen zu einem Kir<henbunde zuſammengeſc<loſſen: die Leipziger Tamulenkirhe, die Däniſche Kir<e, die Vereinigte Lutheriſche Kirhe von Amerika, die Goßnerkir<he, die lutheriſche Kir<he der Zentralprovinzen, die Santalkir<he, die Breklumer Miſſion und die neue Nordſ<le8wigſ<e Miſſion. Alle dieſe ſollen immer enger zuſammengeſchloſſen werden. Daß der Augapfel der lutheriſchen Miſſion, ihr reines und einhelliges Bekenntnis, dabei angetaſtet wird, wer wollte das bezweifeln? Gott erhalte un3 und unſere Heidenmiſſion aus Gnaden bei der reinen Lehre! (F. L. in „Freikir<he“.)

Kanzo

Utſchimura.

Kanzo Utſchimura, der Vorkämpfer für das Evangelium in Japan, iſt kürzlich geſtorben. Mit ihm iſt eine Perſönlichkeit dahingegangen, die in der Miſſion5- und Kir<hengeſchichte für alle Zeiten ihre Stelle haben wird. Vor wenigen Jahren feierte der damals Fünfundſechzigjährige das fünfzigſte Jubiläum ſeines Tauftage3 al3 des „Geburt5tage3 zum ewigen Leben“, wie ſchon die apoſtoliſ<en Chriſten den Tag ihrer Taufe genannt hatten. Während ſeiner Gymnaſialzeit in Sapporo hatte er unter dem Einfluß amerikaniſcher Miſſionare Chriſtum kennengelernt und mit einer Gruppe gleichgeſinnter Alter8genoſſen eine kleine Gemeinde gegründet. Mit Feuereifer ſuchte er dann in den Ferien aud) ſeine Eltern und Geſchwiſter zu Chriſto zu führen, wa3 ihm mit der Zeit aud gelang. Seine Erkenntnis vertiefte ſich dur<h ernſtes Bibelforſchen immer mehr; und al3 er nah einem Beſuch in den Vereinigten Staaten, „dem heiligen Land der Chriſtenheit“, von ' einer Enttäuſchung in die andere gefallen war, kehrte er nah Japan zurüd, feſter al3 je überzeugt von der Göttlichkeit des Evangelium3; „denn wenn eine ſo miſerable Chriſtenheit wie die alte das Evangelium in 1900 Jahren nicht hat zugrunde richten können, dann muß e3 von Gott ſein“. Bi3 zu ſeinem LebenSende galt er als einer der „Säulenapoſtel“ in Japan, zu dem beſonder3 die junge akademiſ<e Welt -- und von Jahr zu Jahr mehr -- mit Begeiſterung aufſ<haute. Da er ſeinerzeit im Augenblick, wo er zum ſtaatlihen Profeſſor hätte ernannt werden ſollen, eine heidniſ<e Zeremonie nicht hatte mitmadjen wollen, wurde ihm die Wirkſamkeit an offiziellen Lehranſtalten verſchloſſen. Dafür gewann er einen Einfluß über ganz Japan hin. Und wenn jekt an den meiſten ſtaatlihen japaniſchen

GENSGES SIGN

Die

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158


Die

HMijſions-Taube.,

Univerſitäten <riſtliche Rektoren ſtehen und an dieſen Lehranſtalten die Zahl der <riſtlichen Profeſſoren nunmehr eine ſehr hohe iſt, ſo ſind dieſe Erſcheinungen ſeelſorgerliche Tätigkeit Kanzo Utſchimuras zurüczuführen. In mehr al3 dreißig apologetiſ<en Büchern hat er die Wahrheit des Evangeliums ſeinen Landsleuten nahegebracht. Durd) regelmäßige Wortverkündigung ſowie brieflichen und perſönlid) ſeelſorgerlichen Verkehr ſtand er mit den weiteſten Kreiſen in engſter Fühlung. Er

wäre

gern

durd)

ſeinen Japan

Christian

In-

telligencer, eine engliſc) geſ<riebene Parallelaus5gabe ſeines japaniſchen literariſchen Organs, mit der weſtlichen Chriſtenheit noh mehr, als es ſchon der Fall war, in geiſtigen Verkehr getreten. Zu ſeinem Bedauern mußte er die engliſ<e Aus8gabe nach nur zweijährigem Erſ<einen eingehen laſſen, da ſie in der weſtlichen Chriſtenheit nicht die genügende Bea<htung gefunden hatte. Gleichwohl fuhr er fort, in jeder Nummer ſeine3 japaniſchen Blattes einen kurzen engliſchen Artikel zu bringen, um wenigſten3 noch auf dieſe Weiſe eine Gemeinſc<haft im Geiſt mit der Geſamt<riſtenheit aufre<htzuerhalten. „Alle Miſſionare, die un3 verkünden: „Gott war in Chriſto und verſöhnete die Welt mit ihm ſelber“ ſollen uns al3 Boten Gottes willkommen ſein, wel<her Nation ſie auc< angehören mögen“, ſchrieb er an die Adreſſe der alten Chriſtenheit. Al3 ich in einer ſeiner ſonntäglichen Studentenverſammlungen auf ſeine Bitte hin eine volle Stunde lang -- mit Dolmetſcher natürlich =- über die Baſeler Miſſion hatte erzählen müſſen, veranſtaltete er ſofort unter ſeinen Zuhörern für dieſe Werk eine Sammlung, die eine Summe im Wert von über vierhundert Schweizerfranken abgeworfen hatte. Utſchimura wollte damit „die Gemeinſ<haft im Geiſt“ mit der alten Chriſtenheit auc< dur< „die Gemeinſ<aft der Handreichung“ (vgl. 2 Kor. 8, 4) e<t apoſtoliſc) zum Aus3druc> bringen. „3 falle vor Chriſto nieder“, ſ<hrieb er, „und bete ihn an, indem i< mit Thomas ſpreche: „Mein HErr und mein Gott!“ (Ev. Miſſion3mag.)

Das

umgewandelte

Neuguinea,

Der rheiniſche Miſſion3inſpektor Albert Hoffmann in Barmen, der ſelbſt Miſſionar in Neuguinea ge-

weſen iſt, berichtet auf Grund ſeiner neueſten Erkundigungszreiſe nac) Neuguinea: „In mehr al3'einer

Beziehung

159

habe ih Neuguinea

nicht wiedererkannt;

jo gewaltig iſt der Umſchwung,

der ſic< in den letzten

Neuguinea

Unſagbar traurig hat

fünfundzwanzig Jahren in kultureller Beziehung vollzogen hat. Überall an der Küſte entlang hat ſich der Urwald gelichtet, und große, ſchöne, ertragreiche Koko3Spflanzungen bede>en weite Gebiete. Stundenlang bin ic unter Palmen dahingeritten. Und da3 alles ſtammt noch aus der Zeit, als die Deutſchen in die Herren waren.

es mich geſtimmt, daß alle die wundervollen Anlagen, die Zeugni3 ablegen von deutſ<em Fleiß und deutſher KoloniſationsSgabe ſowohl im BiSmar>ar<ipel

als in Neuguinea, heute in den Händen der Auſtralier ſind, die kaum imſtande waren, da35 Alte zu pflegen,

und nur da und dort einige Verſuche gemacht haben, Neues anzulegen. „Aber no< wunderbarer iſt der Umſchwung bei der Bevölkerung

Neuguinca3,

der ſich in den letzten

fünfundzwanzig Jahren vollzogen hat. Damal3 waren nod faſt alle Türen für uns verſchloſſen. Wie anders iſt da3 alle3 geworden! Jmmer wieder mußte ich mir ſagen: „Das iſt vom HErrn geſchehen und iſt ein Wunder vor unſern Augen.“ Wenn e3 eine3 Beweiſes bedürfte, daß das alte Evangelium von ſeiner Gotte3kraft no< nicht3 eingebüßt hat, ſo könnte man getroſt Neuguinea dafür anführen. Oft habe ich mich gefragt, ob ich wache oder' träume, wenn id) mir die alten Zeiten vergegenwärtigte. Nad allem, wa3 ich in den letzten Jahren geleſen hatte, hatte ich viel erwartet, aber die Wirklichkeit übertraf bei weitem alle meine Vorſtellungen. E35 bewegte mid tief, al35 wir in Ragetta gleic) am Strande von einem Papuahor mit dem Liede „Lobe den HErren, o meine Seele“ begrüßt wurden. Da3 Lied wurde dreiſtimmig gejungen. Jd) wußte nicht, was id ſagen ſollte, al3 auf Keku, in dem uns ehemal3 nod) verſchloſſenen Hinterland von Bogadjim, eine nac< Hunderten zählende Scar Eingeborner in einer Reihe ſich aufgeſtellt hatte und der Ülteſte dort mir zurief: „Hoffmann, wir grüßen dich jezt im Namen JEju Chriſti. Wir ſind keine Kanaker au3 dem Buſc< mehr.“ Der Ülteſte in Bogadjim, Amang, ſagte mir mit Tränen in den Augen: „Hoffmann, zweimal wollte' ich die im Unverſtand töten. Zweimal bin ich mit dem Vorſatz zu deiner Hütte gegangen, dich zu ermorden. Gott hat e3 verhindert. Jett bin ich wirklich dein Bruder.“ Mander alte Sünder, den i< früher gekannt hatte und der e3 damal3 nicht wagte, mir in die Augen zu ſehen, hatte jekt einen freien, offenen Blit. J<h bin nirgend38 mehr von den Leuten angebettelt worden, außer daß midh die Leute immer wieder baten, Miſ-

ſionare zu ſenden, die ihnen Himmels8- und Seelen-


Mijſions-Taube.

Die

;

160

ſpeiſe geben und ſie, die unerfahrenen Kinder, das Gehen lehren könnten. „Vor fünfundzwanzig Jahren wäre kein Eingeborner willig geweſen, von einer Station zur andern Jett bin i< auf verhältniseinen Weg zu bauen. mäßig guten Wegen a<t bis zehn Stunden lang geritten. Die Wege waren von den Eingebornen angelegt worden, damit das Evangelium zu ihnen kommen könne. Vor fünfundzwanzig Jahren fingen wir an, die erſten Kirchen zu bauen. Verſtändnis dafür hatten die Eingebornen; ni<t. Sie leiſteten dabei keine Hilfe. Au die Schulen mußten wir allein

errichten.

Jett

ſteht auf jeder Hauptſtation

eine

ſchöne, große Kir<he, und auf vielen Filialen ſind kleine ſhmude Kapellen, vielfa<4) dem Geſchmac> der Eingebornen entſpredjend, aber alle vorzüglich für den Zwe, dem ſie dienen ſollen. Sie haben nicht den europäiſchen Bauſtil; dafür ſind ſie luftig und freundlich und faſſen 800 bis 1,200 Leute. Die Eingebornen haben dieſe Kir<hen aus eigenen Mitteln gebaut und ſind ſtolz darauf.“ (Freimund.)

Manc<erlei aus der Miſſion. (Von C. F. Drewes.)

St. Paul's in New

zum

Dienſt in

P. Dominic hat dann am folgenden Sonntag auf dem Alabamagebiet angetreten.

ſein Amt

der Negermiſſion

Buffalo,

dieſer

von P. E. H. Wildgrube

N.Y.

Stadt

Orleans,

Die

macht

unter

ordiniert.

G. M. Kramer. junge Miſſionsgemeinde P. Edgar

Pflug3

Contributions .,

.

Received by the Treasurer. .

August 1--31, 1930. Received for Colored AſlisSions from the following colored congregations: Augustana, Alexandria, 3825.00; Bethany, Nyland, 4.03; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover,

1.00?

Bethel,

Rock

West,

9.10;

Bethlehem,

Holy Ark,

35.88; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 29.05; Concordia, Lowerstone, 7.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 12.81; TKbenezer, Atmore, 22.13; Faith, Mobile, 6.50; Gethsemane, Hamburg, 17.03; Grace, Concord, 40.00; Grace, Ingomar, 25.46; Hope, Kings Landing, 24.99; Immanuel, Pensacola, 8.00; Immanuel, Shankletown, 3.00; Messiah, Bagshi, 15.05; MisSion at Catherine, 6.95; Mission at Cleveland, 44.53; Mission at Daphne, 3.19; Mission at Maplesville, 20.76; MissSion at New Bern, 5.21; Mission at Union Springs, 84.40 ; Mount Calvary, Kannapolis, 40.00 ; Mount Calvary, Mount Pleasant, 15.00; Mount Calvary, Tilden, 29.97; Mount Carmel, Midway, 10.13; Mount Olive, Catawba, .65; Mount Olive, Tinela, 14.85; Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Zion, Charlotte, 20.00; Our Redeemer, Longmile, 14.25; Our Savior, Possum Bend, 5.27; Pilgrim, Birmingham, 28.42; St. Andrew's, Vredenburgh, 18.14; St. James's, Buena Vista, 22.85; St. James's, Southern Pines, 10.00; St. John's, Joffre, 17.32; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 5.75; St. Luke's,

Lamison, 3.05; St. Luke's, Spartanburg, 18.00; St. Mark's,

;

Ordination. Am erſten Sonntag im Juli wurde Kandidat Albert Dominic, ausgebildet auf unſexm College in Greensboxo, N. C., in ſeiner Heimatgemeinde,

Frl. Gertrud Simon aus Zachow, Wi3. Sie fanden Unterkunft auf einem japaniſchen Schiff im Jangtſefluß. Weitere Angaben fehlen bis jezt (10. September). Gott wolle unſere lieben Miſſionare ſchüßen und bewahren!

in

Leitung

ſchöne Fortſchritte. Im Auguſt ſind ſec<3 Perſonen dur die heilige Taufe Glieder am Leibe Chriſti ge-

Ackerville, 15.50; St. Mark's, Atlanta, 20.00; St. Mark's, Winston-Salem, 6.00; St. Matthew's, Arlington, 4.80; St. Matthew's, Meherrin, 9.18; St. Paul's, Charlotte, 12.00; St. Paul's, Los Angeles, 42.00; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, New Orleans, 25.00; St. Paul's, Oak Hill, 11.84; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's,

Pine Hill, 3.30;

St. Philip's,

Chicago,

50.00;

St. Philip's,

Philadelphia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 100.00; Trinity, New Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 52.00; Zion, Gold Hill, 7.00; Zion, Taits Place, 3.22. Aiscellaneous: From M. A. Zimmermann, Mindoro, Wis., for Negro Missions, 3850.00. From Augsburg Memorial Celebration of the Land of Lakes at Polar, Wis., for Negro Mission Chapel Fund, 166.95. From M. K,, Oakland, for Negro Missions, 5.00; for KFUO National Broadcast, 5.00. THEo. W. ECKKHART, Treasurer.

-

Quittung

und

Dank.

Erhalten von Frl. Anna und Lena Eſtel, Perryville, Mo./

worden. Somit iſt die Zahl der Seelen oder getauften Glieder auf fünfzig geſtiegen. J<h war anfang3 Sep-

je 82.50 für arme Neger.

Paſtox einem Erwachſenen erteilt, und mußte mich über

beachten, ob das Abonnement abgelaufen iſt oder bald ablaufen wird. “Oct 30" bedeutet, daß das Abonnement jebt abgelaufen iſt. Man bezahle gütigſt an ſeinen Agenten oder direlt an uns, und zwar prompt, damit die Lieferung nicht unterbrochen zu werden braucht. E3 dauert dur<ſchnittlich zwei Wochen, - bis der Adreßſtreifen auf dem Blatt die Udreßveränderung oder Quittung auſweiſt.

tember

in

einem

den Lerneifer

und

Privatunterricht den

dieſes"Manne3 freuen.

zugegen,

den

der

Fortſchritt in der Exkenntnis

P, FW. Herzberger geſtorben.

E3 hat dem HErrn

über Leben und Tod gefallen, ſeinen betagten, treuver-

dienten Knecht Herzberger aus dieſer Zeitlichkeit durch

einen ſeligen Tod zu ſich zu rufen. Er ſtarb am 26. Auguſt im Alter von nahezu einundſiebzig Jahren und wurde am 29. Auguſt <riſtlich beerdigt. Über ſein

Leben und Wirken ſoll ſpäter berichtet werden. Shaſi, China, wurde am 5. September von dineſiſchen Kommuniſten erobert. In dieſer Stadt war

der einzige Amerikaner unſer Miſſionar E. C. Zimmermann aus Alton, JU., nebſt Gattin und Kind ſowie

G. M. Kramer.

Bitte zu beachten!

Man

wolle gütigſt den Adreßſtreifen

auf dem

Blatt anſehen

und

Bei Entrichtung ſeines Abonnement3 erwähne man gütigſt immer, welches Blatt man wünſcht, und gebe Namen und Adreſſe an (alte

und neue, wenn

es ſich um UAdreßveränderung

CONCORDIA

PUBLISHING

Die „„Miſſion8-Taube““ Erſin

in Vorausbezahlung mit Porto Mena Tz

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Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing Uouse, St. Louis, Io. Alle die Nedaktion betreſſenden Einſendungen ſind zu richten an Rey. Q. F. Drewes, 3558 S. Jeſſerson Avenue, St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge für die Negermiſſion an den Kaſſierer, Ar. Theo, W. Eckhart, 3558 S. Jefſerson

Avenue, St. Louls, Mo.

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(AIZ ICONA ADI AS SSCN ST ZE SE CIEDNEGE2

Ziſſionszeitſhrift der Evangeliſch-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subsecription price, 50 cts. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance. Entered as Scecond-class matter at the Post Oflice at St. Louis, Mo., under the Acet of March 3, 1879.

Acceptance

ſor mailing at Special

rate of postage

provided

52. Iahrgang.

ſor in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

November

Graduierte

Hintere Reihe

1930.

unſerer Anſtalt

in Selma,

Ur. 11.

Ala.

Vordere Reihe (Lehrerkurſu8) : Bernice Smith, Dolores C. Smith. (Hochſchule): Alice Jones, Evelyn Overton, Annie Myree, Adine Thompſon,

] Julia Peay.


Die Miſſions-Taube.

162

Miſſionslied.Auf,

Vor

Chriſten, auf, für unſern

dem

ſid

alle

Änie

HErrn

ſollen

beugen!

gilt. Wie aber einem Kranken die paſſende Arznei nicht helfen kann, wenn ſie ihm nicht verordnet oder angeprieſen wird, ſo nüßt auc das Heil in Chriſto denen niht, die das Wort vom Kreuz nod) nicht gehört haben. Wer ſoll nun den Heiden das Wort vom Kreuz predigen? Wir wollen ſehen, was die Schrift dazu ſagt. 1 Betr. 2, 9 heißt es: „Jhr ſeid da38 aus3erwählte Geſc<hle<ht, das königliche Prieſtertum, das heilige Volk, das Volk de3 Eigentums, daß ihr verkündigen ſollt die Tugenden de3, der eud) berufen hat

zu zeugen,

Sein Wort erſchallt ſo kräftig und ſo klar, Wie ec3 erſcholl zu der Apoſtel Schar. O hört doh, wie e3 voller Kraft erſchallt: Mir iſt gegeben Gottes Allgewalt Im Himmel und auc<h auf dem Erdenreid), Und darum ſende ih eu<h allzugleic. Geht hin und lehret alle Heiden: Ihr ſeid erlöſt dur) Chriſti Leiden! Auf,

Der

Chriſten,

inn'gen

auf!

Liebe

zu

Erglüht dem

von

heil'ger Flamme

Gottes8lamme!

von

E3 trug hinweg die Sünden aller Welt; Sein Gottesblut, das war das Löſegeld, Da3 einc Opfer, das uns Gott verſöhnt'. Nun hat ihn Gott mit Herrlichkeit gekrönt, Mit hoher Ehre, Preis, Gewalt und Pracht

Zum

Könige

der

ganzen

Welt

Er

* Mit Der

Chriſten,

iſt mit

eu<h

auf, an

befolgt

jedem

ſeinem Wort wirkt wunderbar ſein Geiſt, Sünder au3 dem Tod der Sünde reißt.

Auf

Chriſti

Chriſti

Evangelium

Tod

all

ſeine

vertraut,

Hoffnung

Verkündigt e3 in allen Landen: Der Heiland iſt vom Tod erſtanden!

nur,

baut.

-

Auf, Chriſten, auf, auf, jede Chriſtenſeele, . Gehordet unſers HErren Miſſionsbefehle! Die Welt hat er mit ſeinem Blut. erkauft Dem

großen

Gott,

ſo geht

nun

hin

und

..

tauft

Im heil'gen Namen. der- Dreieinigkeit Und lehrt ſie auch, aus Lieb' und Dankbarkeit Dann halten alles, wa3 er un3 gebot, ; Dem teuren Heiland treu bi8 an den Tod!" Wer glaubt, getauft wird hier: auf Erden, Der wird aud ewig ſelig werden.

Auf, Chriſten, auf!

Es3 ſinddie lezten Zeiten;

Der letzte Erntetag winkt ſchon: von: weitem. O ſeht, aur Ernte iſt ſchon weiß. das Feld! Erlöſt iſt ja die ganze Sünderwelt; Da3 Heil hat Chriſtus all'n gebracht: Da3 werde allen Menſ<<en- kund gemacht, Auf. daß dur<3 Wort und durc die Sakrament' E3 komme aud in ihre Glaubenshänd'. - Er hat geſät durch blut'ge3 Leiden; Laßt uns für pn die Ernte ſchneiden! Auguſt

Mehr

predigen.

tröſteſt,

Worte!

Orte.

Geht hin und predigt aller Kreatur: Der Menſ< wird ſelig dur< den Glauben

Der

gibt

ſeinem

unſer

Chriſten

wunderbaren

den

Heiland

Befehl,

bei

Licht.“

ſeiner

hinauszu-

Du,

lieber

Leſer,

der

du

durc

die

Predigt des göttlichen Wortes den rechten Weg zur ewigen Heimat erkannt haſt und di deſſen freuſt und

des Heiland3 und

allen

zu

gehen in alle Welt und das Evangelium allen Völkern

zu

gemacht.

Tag

Finſternis

28, 19, 20

Himmelfahrt

So tragt hinaus die reine Lehre: Allein "Gott in der Höh' ſci Ehre! Auf,

der

Matth.

Wenzel.

Liebe für die Miſſion.

Miſſionar E. Müller in Braſilien ſchreibt im „Ev.Luth. Kir<enblatt für Südamerika“: ; Unſer Heiland JEſu8 Chriſtus hat dur ſein bitteres Leiden und Sterben für alle Menſc<hen in der

ganzen Welt die Gerechtigkeit erworben, die vor Gott

' “

-

ſollſt nicht damit

zufrieden

ſein,

daß

du

für

deine Perſon des Wege3 zur Seligkeit gewiß biſt, ſondern du ſollſt nac) Kräften dafür mitſorgen, daß dieſer Heilöweg möglichſt vielen Menſc<en gepredigt wird. Um dieſem Befehle Chriſti nachzukommen, iſt es nicht nötig, daß ein jeder Chriſt ſelbſt al35 Prediger in die Heidenländer ziehe und predige, wie es viele Sektierer und Schwärmer fälſchlicherweiſe zu erfüllen meinen. Du, lieber Mitcriſt, erfüllſt dieſen Befehl Gottes dann, wenn du überall deinen Glauben frei und öffentlich bekennſt, beim Beten der zweiten Bitte aud) gerade derer gedenkſt, zu denen da3 Neich Gottes nod) nicht gekommen iſt, und mit deinem irdiſchen Gute mithilfſt, daß dieſen von dem Heil in Chriſto gepredigt werden kann. Die Liebe zu Chriſto, deinem lieben Heiland, muß dich dringen, das zu tun. Dann wird man auc nicht fragen, mit wie wenig man durdkommen könne, ſondern ſich freuen und e3 für eine Ehre halten, daß man das Reich Gotte3 mitbauen darf.

Damit wir nun Gottes Werk nicht läſſig treiben,

ſondern mit. Freuden von dem Segen, den Gott in unſern Schoß geſchüttet hat, ihm wiedergeben für die kirchliche Arbeit, wollen wir noch folgende Geſchichte; die Louis Harms erzählt hat, beherzigen: E3 war ein alter Bauer, der die volle Hälfte feine Unterſtüzung jährlich für die Heidenmiſſion hergab: Eine3 Tages traf dieſer betagte Landmann mit einem Chriſten zuſammen, der ſich zwar ſeine8 Chriſtentum8 rühmte, aber diejenigen verſpottete, die etwa3 für die Heiden übrig hatten. Der Bauer fragte ſeinen Mit: ? reiſenden nun erſtlih, ob er wirklich glaube, daß die Bibel Gottes Wort ſei. Als jener dies bejahte, fragte der Bauer weiter, ob er den Spruch Heiliger Schrift kenne: „E3 iſt in keinem andern Heil, iſt au kein


Die anderer

Name

den

Menſc<en

gegeben,

Wijſrons-Taube.

darinnen

wir

ſollen ſelig werden.“ Auch dies wurde von dem andern bejaht. „Nun“, ſagte der Bauer, „dann gehen alle Heiden ſicherlich verloren, weil ſie dieſen ſeligmachenden Namen nod) nicht kennen.“ „Und wenn'3 ſo wäre?“ erwiderte der Fremde, „wa38 geht e3 uns an? Dafür laß Gott ſorgen!“ Der alte Bauer antwortete: „Herr, ich will Ihnen ein Gleichnis geben. Wir nehmen an, daß id mit Ihnen und andern Leuten einen langen Weg durc die finſtere Nacht reiſe. Wir kommen dann an einen tiefen, breiten Fluß, über den nur ein ganz ſ<maler Steg führt. Jd habe eine Laterne, Sie und die andern nicht. J< gehe zuerſt hinüber. Glüdlich hinübergekommen, rufe ich Jhnen zu,

daß

kommen.

Sie

Die

ſehen

ſollen,

Laterne

wie

verſtee

Sie

über

ich unter

den

Fluß

meinen

Mantel. Sollte jemand von Jhnen e3 wagen, den Steg denno< zu betreten, ſo wird er ſicherlich in die wildtobenden Fluten ſtürzen und dort ein naſſes Grab finden. Wa3 würden Sie nun von mir halten?“ „Du ſeieſt ein unbarmherziger Mann, ein Erzböſewicht,

ein

Mörder“,

erwiderte

der

Fremde

ſc<nell.

Ruhig und ernſt ſagte hierauf der Bauer: „Aus Jhrem Munde richte ih Sie. Geradeſo handeln Sie an den Heiden. Sie haben Jhr eigenes Urteil geſprochen.“ Jener Mann iſt nachher ein eifriger und treuer Miſſionöfreund geworden. Lieber Chriſt, wie ſteht es mit deiner Liebe zur Miſſion?

Nachrichten

aus China.

-Miſſionar Zimmermann, Frau und Kind ſowie Frl. Simon in der Stadt Shaſi, Provinz Hupeh, von denen die Zeitungen im September berichteten, daß ſie vor einer herannahenden Horde von Kommuniſten flüchten mußten, brauchten nur.eine Naht auf dem japaniſchen Krieg3ſchiff vor Shaſi in Sicherheit zu bleiben. Die Noten wurden nämlid) vertrieben. So hält Gott ſeine ſhüßende Hand über ſeine Diener im Heidenland. . Miſſionar E. H. Thode und Frl. Frieda Ölſchläger ſind in den heiligen Eheſtand getreten. Die „Miſſion3taube“ gratuliert. Vom 27. Juli bi8 zum 9. Auguſt wurde in dem ſchönen Bergheim auf Kuling die neunte allgemeine Jahres8konferenz abgehalten. Alle Miſſionare, zehn an der Zahl, waren die ganze Zeit anweſend. Miſſionar A. H. Gebhardt aus Shihnan führte den Vorſit, und Miſſionar McLaughlin aus Hankow fungierte al38 Kaplan. E3 waren zum Teil aufgeregte Tage; denn es

163

hieß wiederholt, daß die kommuniſtiſ<en Räuber im Anzug ſeien. Dod) der gütige Gott wehrte alle Gefahr ab. Drei Konferenzarbeiten wurden vorgeleſen und beſprochen. Miſſionar H. O. Theiß vom Seminar in Hankow referierte über die Lehre von der Rechtfertigung eines armen Sünder3 vor Gott. Miſſionar Zimmermann behandelte die verwielte Frage betreffs Polygamie. Miſſionar Gebhardt zeigte in einer kürzeren Arbeit das Verhältnis der Miſſion zur Ort3-

gemeinde. In China herrſcht weiberei. Kommt nun eine

Frau

hat,

zum

die ein

Polygamie oder VielChineſe, der mehr als

Miſſionar

und

begehrt Unter-

richt und die heilige Taufe, ſo hat der Miſſionar ein ſchwieriges Problem. In der Beſprechung der Arbeit Miſſionar Zimmermanns wurden dieſe Fragen vorgelegt: Erſter Fall. Fall3 ein Polygamiſt um Aufnahme

bittet, muß man von ihm fordern, daß er ſeine zweite oder dritte Frau entläßt, ehe er aufgenommen wird?

Zweiter Fall. Eine <ineſiſc<e Frau, die einem Polygamiſten gehört, bittet um Aufnahme; ihr Mann aber weigert ſich, ſie freizuma<hen. Wa3 dann? Dritter

Fall.

Ein

<riſtliher

Sohn

wird

von

ſeinen heidniſchen Eltern gezwungen, eine zweite Frau zur erſten hinzuzunehmen. Muß er in Kirc<enzucht genommen werden? Vierter Fall. Eine <riſtlihe Jungfrau wird von ihren heidniſchen Eltern an einen Polygamiſten verkauft. Muß ſie in Kirhenzu<ht genommen werden? Wir ſehen, daß unſere lieben Miſſionare in dem großen Heidenland China -oft in ſchwierige Lagen geraten. Darum wollen wir fleißig für ſie beten, daß Gott ihnen heiligen Mut, guten Rat und rec<hte Werke verleihe. Da die Miſſionare keine Shulgelegenheit für ihre heranwachſenden Kinder haben, ſo bitten ſie, daß ein des Sculehalten3 kundiger Paſtor nach China geſ<iät werde. Dieſer könnte aud unter den Deutſchen und den Engliſ<hredenden in Hankow miſſionieren. Die Miſſionare bitten dringend, daß in Shihnan ein Waiſenhaus gebaut werde, das etwa 810,000 koſten würde. Da8 Seminar in Hankow ſollte nad) ihrer Meinung groß genug gebaut werden, um ſ<ließli<) 150 Studenten aufnehmen zu können. Die Miſſionar38konfernz hat beſchloſſen, den Vorſiher zu beauftragen, mit der Überſezung de38 Konkordienbuc<h3 zu beginnen. | Die Parole unſerer lieben Miſſionare in China lautet: „Vorwärt3!“ Der 'HErr wolle dieſe Loſung für ſie in die Tat umſeten! C.F. Drewes.


Die

164

Wiſjſtions-Taube.

Glaube ohne Liebe iſt tot. Liebe

iſt Leben;

Gibt ſie, was Liebe zu ſpenden, Reifen

Lieben

nicht

iſt Leben,

Wie's

der

dem

Glauben

Ernten

aus

gegeben,

Liebe verliehen hat. das iſt kein Verſ<hwenden; guter

Saat?

viel Sonnenſc<hein

Crbarmer

ins

geben,

Herz

ihr

gab.

Leben der Liebe folgt göttlichem Triebe, Liebe iſt ſtärker als Tod und Grab.

Lieben iſt Leben in raſtloſem Streben; Scüre nur treulich die Himmels3glut!

Feuer

Von

kann

glühen,

die Liebe

ſolcher Wärme,

kann

die Wunder

ſprühen

Waſſer eine leiſe Mollmelodie ſummen, während ſie tiefgebeugt den Reis auspflanzen; einen Knaben hoh oben im Baum auf einer kleinen Plattform unter einem Strohda<, der mit einer ſchrillen Pfeife die Vögel von den umliegenden Feldern vertreibt; ein halbes

Dußend

häßlicher

Büffel,

faul

im

Sumpf-

waſſer liegend, nur die Naſe, die Augen und die Hörner über dem Waſſer; Gruppen von fünf, ſech3 Kindern, die eine Herde von Rindern, Ziegen oder Schweinen mit lebhaftem Geblök und Gequake vor

ſich hertreiben; Stampfern

in

Frauen,

den

ſoliden

die

mit

großen

hölzernen

hölzernen

Mörſern

den

tut.

O

daß die Liebe das Tödterlein bliebe, Wel<e35 der Glaube zuerſt gebiert! Lieben zeigt Leben, kann alles Gott geben, Wa5

ſie

als

Königin

ſc<müc>t

und

ziert.

Leben und Lieben läßt nimmer ſi trennen; Kann man aud) ſcheiden Leuchten vom Licht? Jit das no<h Feuer, no<h Feuer zu nennen, Dem e5 an Liebesflammen gebricht? Komm, Geiſt der Liebe, erwe>e die Triebe, Du, "der im Leben die Liebe ſchafft!

Tot

liegt

Der

HErr,

der

Glaube,

nicht beweiſt

laß das Lieben

Weil

ſich

mit

vermodert

im

Staube,

dieſe Gotteskraft. doh

Purpur

ja nicht zerſtieben,

der

Glaube

ſchmückt!

S<hmilz3 uns vom Naden die eiſigen Schladen, Daß unz die Selbſtſucht das Ziel nicht verrückt! O. R. Hüſchen.

Der Hindu. Julius Richter ſchreibt in den „Ev. Miſſionen“: Der wirkliche Hindu iſt offenbar ein ganz anderer Menſd) als der moderne Europäer. Wie ſollen wir ihn beſchreiben? Er iſt vor allen Dingen ein Dörfler; neun Zehntel der 320 Inder wohnen in Dörfern. Nur in wenigen Gebieten, wie im Kaweridelta und läng3 de3 Laufes des Ganges, drängen ſid die Städte. Wenn man Fndien in zwei Tagen und zwei Nächten im Expreßzuge von Weſten nac< Oſten durceilt, kommt man durd) keine öde Gegend. Alle dieſe Jlächen ſummen von Leben und Fleiß. Dörfer, Dörfer, Dörfer überall. Du ſiehſt den O<hſenwagen, wie er kreiſchend auf der harten Lehmſtraße dahinfährt; den Pflüger, Schultern, Arme, Beine, Füße gleich braun und nadt, wie er mit dem hölzernen, flahßen Stachel hinter einem Paar Odhſen hergeht; ein anderes Paar Ochſen, da3 klaglo3 Tag für Tag, ring3herum gehend, da3 perſiſche Nad treibt, um Waſſer au3 dem Brunnen unten in die Kanäle zu

heben; eine Reihe von

Menſchen,

die knietief im

Eingang

zu

einem

indiſchen

Tempel.

Reis enthülſen -- da3, das immer wieder von Meile zu Meile, von Tag zu Tag, iſt das wirkliche Indien. So war e3 ſc<hon in den Tagen des Kaiſer3 Akbar, Alexander38 des Großen, Buddha3, -wer weiß, wie viele Jahrhunderte vorher. Armeen ſind vorübergezogen, Könige ſind gekommen und gegangen, Reiche ſind gebildet und zerfallen: das Indien der Dörfer bleibt unveränderlich, ungeſ<hult, kaum ſeiner jelbſt bewußt. Dies Indien iſt arm; ja die Armut JndienZ3 iſt außerordentlich groß. . . . Wer weiß das Geheimnis, die furchtbare Armut zu lindern? Dies Indien wird ſouverän beherrſcht von der eigentümlichen Geſellſ<aft3ordnung, der Kaſte. Du


Die gehſt

auf

einer

Landſtraße

unter

einer

Mijſions-Taube. Allee

lang-

wedeliger KokoSpalmen. Zu beiden Seiten ſtrecken ſic) ſattgrüne Neisfelder, die die Waſſerfläche verbergen, in der der Reis wächſt. Im Gänſemarſch kommt von der entgegengeſezten Seite auf dem ſ<malen

Rain

zwiſchen

den

Reisfeldern

eine

Reihe

von Arbeitern. Plößlich, dreißig Meter vor dir, weichen ſie im Bogen aus, knietief patſchen ſie dur

das ſc<hmußige Waſſer des Neisfelde3; dreißig Schritt hinter dir betreten ſie wieder den Rain. Sie ſind

Unberührbare, einige der ſechzig Millionen menſchlicher Weſen, die das indiſche Kaſtenſyſtem zu unau3ſprechlicher, unheilbarer Erniedrigung verurteilt.

Die

Indiſche

Kaſte zerſplittert die indiſche Geſellſchaft in etwa dreitauſend erbliche Gruppen, jede innerlich zuſammengehalten dur< Vorſchriften zeremonieller Reinheit, äußerlich)

getrennt

von

allen

andern

Gruppen

dur<

ähnliche Beſtimmungen. Der Übergang von einer Kaſte zur andern iſt ein für allemal unmöglich. Schranken ſind Speiſe, Ehe, oft auc Berührung. Du darfſt weder mit einem Mitgliede einer andern Kaſte eſſen nod) es heiraten. Zit dieſe Kaſte tief genug, ſo darfſt du einen Mann anderer Kaſte nicht berühren, ja nicht einmal in ſeine Nähe kommen. Deine Annäherung befle>t. Du rufſt deinen Pulaya, um ihm einen Auftrag zu geben. Er ſteht vor dir, die Hand auf dem Munde, damit ſein Atem di nicht befle>t. Der Kaſtenloſe hat keinen Anſpruch auf Menſc<henrechte. Seine Ninder, ſeine Herden, dürfen aus dem

165

Dorfbrunnen und Tei

trinken, er nicht.

Er darf die

Straßen im Brahmanenquartier nicht betreten. Am andern Ende der geſellſc<haftlichen Leiter ſteht

der ſtolze Brahmane einem

Anſehen,

wie

mit einer erblichen Macht

es nie

eine

eines andern Lande3 gehabt hat.

kommen nach dem Prieſter.

Es

iſt eine

Ehre

für

bevorrechtete

und

Klaſſe

König und Krieger

Sie ſind die Erdengötter.

Glieder

anderer

Kaſten,

da3

Waſſer zu trinken, in dem er ſeine Füße gewaſchen hat.

In früheren Jahrhunderten kannte er allein die heilige Sanskritſprache und die darin niedergelegte kanoniſche Literatur; ein Sudra oder Paria durfte ſie nicht einmal hören. Unter den veränderten Verhältniſſen von

Büßer.

heute nehmen

ſie die einflußreichen

und

gutbezahlten

Beamtenpoſten in Anſpruch. Sie ſind wie das Sl = ſie ſchwimmen immer obenauf. Die Kaſte iſt das Gefüge der indiſchen Geſellſchaft; ſie gibt dem HinduiSmus ſeine dauernde und maſſive Stärke; ſie bannt ehern feſt die Lebensformen, aber ſie läßt die Gedanken ganz frei. Die Hindus denken und fühlen nicht politiſch; ihre Regierungen ſind

meiſt nicht ſtark geweſen.

Die Kaſte hat Jndien

den

Zuſammenhalt, die Stetigkeit, gegeben; ſie umfaßt die moraliſche Leben3ordnung, ſie bildet die Gewerkſchaft; ſie iſt die Innung, die die Handwerk8geheimniſſe bewahrt und fortpflanzt; ſie hat ein Armengeſet

liche Meinung; ſie zwingt allen Mitgliedern mit eherner Hand ihren Willen auf. Aber die Kaſte iſt,


Die

166

Wijſions-Gaube.

wie die Stärke, ſo auc die Schwäche JIndien3. Sie bindet das Gewiſſen. Ihre Vorſdriften ſind meiſt äußerlich und oberflählih. Den meiſten Hindus iſt es viel erſ<hre>licher, aus der Hand eines Mannes niederer Kaſte Waſſer zu trinken, als zu lügen und zu ſtehlen. Lieber ertrinken, al8 von einem Manne niederer Kaſte gerettet zu werden! Die Kaſte hemmt jeden wirtſchaftlichen und geiſtigen Fortſchritt. Ehe ſie gefallen iſt, iſt an einen geiſtigen oder wirtſc<haftlichen Aufſtieg nicht zu denken. Dieſer kaſtengebundene Hindu iſt religiö3; ja ſeine Religioſität iſt vielleicht ſein hervorſtehendſtes Merkmal. Man ſteht auf der Baſtion des großen Fort3 de3 Kaiſer3 Akbar bei Allahabad und ſc<aut bei der Kumbh-Mela auf Prayag hinab, die langgeſtredte, ſandige

Gange3.

Halbinſel

am

Einfluß

der

Jumma

in

den

Drei Millionen Pilger drängen ſich da auf

pritſ<e mit Hunderten von ſpitzen Nägeln, ſie laſſen ſic) bis zum Hal3 in den Sand eingraben, ſie röſten in der indiſchen Sonnenglut zwiſchen drei Feuern, ſie ſc<wingen an einer Stange über einem lodernden Feuer, ſie ſtarren in die blendende Sonne, ſie ſtehen jahrelang auf dem linken Bein und recken den rechten

Arm in die Höhe. Wer kennt die Qualen alle, die ſie ſic< freiwillig auferlegen, um den Leib abzutöten? Gewiß

ſind unter

ihnen

viele Schwindler;

vielleicht

bilden dieſe die Mehrzahl; aber es fehlen doch auch viele ernſte Geiſter nicht, die mit äußerſter Anſpannung Erlöſung ſuchen. Religion iſt dem Hindu nicht ein Gegenſtand für beſondere Gelegenheiten oder für einen Tag oder wohl gar nur eine Stunde in der Woche; ſie iſt der rote Faden, der ſich dur< ſein ganzes Leben zieht. Sein Bad, ſeine Mahlzeit, ſein Verkehr mit ſeinem Weib, ſeinen

Freunden

und

Dienern

iſt durd

reli-

giöſe Ordnungen geregelt. Jede Wendung - feines Leben3 begleitet eine religiöſe Zeremonie. Religiöſe Phantaſie vergöttlicht ihm das ganze Univerſum und alles darin. Volk3tümliche Einbildungskraft ſchafft ſic) mehr aus Furcht als aus Ehrfurc<t Millionen, hundert Millionen Götter und-Geiſter, und die meiſten

ſind launiſch und

Miſſion3gruppe, Von

die am

18. September von New abgereiſt iſt.

York

linl3 nach rechts: P. W. C. Dulewit8; P. P. V. Hahn; mann; P. W. E. Krämer; Frau Bachmann und Kinder; Krämer;

Frau

M.

L. Krebmann;

P.

M.

L.

über

die

letzten

Welträtſel

bereit,

an jeder

nad) Indien Lehrer P. BachFrau W. S.

geſ<hüßt iſt durch das allgemeine indiſche Gebot: Du ſollſt nie und unter keinen Um-

Kretzmann.

engem Raume, um bei dieſem alle zwölf Jahre wiederkehrenden Feſte ihre Sünden in dem vermeintlid beſonder3 heiligen Fluſſe abzuwaſchen. Sie ſind viele Hunderte von Meilen herbeigekommen, zu Fuß, zu Wagen, zu Waſſer, mit der Eiſenbahn, nicht wenige haben den ganzen ſtaubigen Weg mit ihrem Leibe gemeſſen, das heißt, ſie haben ſich Tauſende von Malen niedergeworfen, jede3mal über ihrem Kopf mit der Hand ein Zeichen machend, auf das ſie ſich zur nächſten Niederwerfung ſtellten. Man denke an die zwei Millionen Sadhus oder Fakire, Jogins, Sanayaſin3 oder Goſains, wie ſie ſich in den verſchiedenen Schattierungen nennen, die Bettler und Büßer, die der Welt und jedem Berufe abgeſtorben ſind und halb oder „ganz nadt, nur mit Kuhdung eingeſchmiert, in tiefer

Meditation

böSartig,

Straßene>e auf den achtloſen Wanderer lo3zuſpringen. Wegen dieſe3 alles dur<dringenden Sinnes für das Göttliche tritt man in Indien leiſe auf. Man ſieht ja, wie zutraulich Tiere und Vögel ſind; ſie ahnen, daß ihr Leben

grübeln.

Tauſende von ihnen geben dieſem Sinnen durc ausgeſüchte Martern Nachdruck: ſie liegen auf einer Holz-

jtänden töten. Du blickſt in das große, ernſte, leuchtende Auge der Kuh; ſie tritt ganz ſelbſtverſtändlich mit in das einzimmerige Haus, in dem die ganze Familie wohnt; ſie iſt die Haus8genoſſin =aus religiöſer Ehrfurcht. O mödte dod) durd) das Evangelium da3 indiſche Volk, vielleicht das religiöſeſte Volk der Erde, in immer größerer Zahl zu dem bekehrt werden, in dem allein ſein Heil iſt, zu dem Heiland der Welt!

Schriftabſchnitte 1 Chron. 17, 28-36. Pi. 96. Pſ. 113, 1--8. Pſ. 115. Jeſ. 2, 2-5. 12. 18. Jeſ. 12. JIeſ. 29, 17-24.

für Miſſionsfeſte.

Jeſ. 43, 1-11. Jeſ. 60, 1-9. Jeſ. 62, 6--12. Jer. 16, 19-21. Heſek. 37, 1=-10. Dan. 2, 44-47. Jona 3.

Sach. 8, 20-22. Matth. 28, 16-20. Joh. 12, 20-23. Apoſt. 4, 8-20. Apoſt. 10, 9-20. Apoſt. 16,:8--15. Nöm. 10, 10-17.


Tod

Wijſions-Taube.

eines unſerer Texaspioniere.

Am 17. Auguſt iſt P. G. Bu<ſ<aker, langjähriger und treuverdienter Seelſorger der Gemeinde zu Warda, Tex., dur< einen ſtillen, ſanften Tod vom HErrn abgerufen worden. Al3 ich vor etwa zwei Jahren in Warda war, um in der dortigen Kir<e einen Vortrag über unſere Negermiſſion zu halten, zeigte er nach dem Kir<hof und ſagte: „Die habe ich alle begraben.“ Nun ruht er ſelber unter den von ihm beerdigten Gliedern ſeiner Gemeinde. Sein langjähriger Freund und Amt3nachbar, der greiſe Paſtor G. Birkmann, widmet ihm einige Erinnerungen, die wir nun folgen laſſen: P. G. Buchſchacher war der Senior unſerer Paſtoren in Texas, nicht nur nad) ſeinem Alter -- er iſt über achtundſiebzig Jahre alt geworden --, ſondern auch nach der Länge ſeiner Amt3zeit; er wurde im Frühjahr 1876 ordiniert, hat alſo vierundfünfzig Jahre im Predigtamt gedient. Über ſeine Herkunft =- er wurde am 8. Mai 1852 imt Kanton Bern in der Schweiz geboren =- haben mehrere engliſche Zeitungen berichtet, freilich in etwas romanhaft ausgeſchmücdter Weiſe; ebenſo darüber, daß er, als er, bereit3 vierzig Jahre alt, einmal einer Synode in New Orlean3 beiwohnte, ganz unerwartet ſeinen lieben Vater wiederfand, der ſchon vor des Kindes Geburt nach dieſem Lande gekommen war und der nicht einmal, wie die Zeitungen ſchrieben, davon "gewußt hatte, daß ihm ein Sohn geboren war in der Schweiz. Dieſer ſein Vater hat dann jahrelang, bi3 zu ſeinem Ende, bei ſeinem Sohne ein Heim gefunden. I< habe Buchſchac<er, meinen lieben Kollegen, der mit mir ſo viele Jahre in Texa3 gearbeitet hat, zuerſt bei

einer

Konferenz

in

Serbin,

am

Sonntag

nad

Oſtern 1881, kennengelernt. Er predigte damal3 in P. Geyer3 Kirche, wo die Konferenz gehalten wurde. I< habe den Eindruck, den dieſer Mann und ſeine Predigtweiſe auf mich machte, nicht vergeſſen. Er war ja, ebenſo wie ich, no< ein junger Mann, kaum dreißig, aber er redete mit ungewöhnlicher Kraft und Klarheit der Stimme, laut und deutli und langſam genug, und er war gut vorbereitet, war ſprachſicher und hatte einen Vorrat von Gedanken. Als wir dann nachher im Pfarrhauſe beiſammenſaßen, fragte id) ihn, woher er dieſe Ruhe und Geſchi>theit de3 Vortrags habe. Darauf ſagte er, er ſei auf der Anſtalt (einer andern Kir<engemeinſ<aft) angehalten worden, ſich im Reden zu üben. Er habe als Student immer wieder hinaus müſſen und an verſchiedenen Orten predigen. Sekt, da er nun ſeit zwei Jahren „unſerer Synode angehörte und deren herrliche Scrif-

167

ten und vor allem Walther3 Predigten fleißig la3 und daraus ſeine Predigten ſchöpfte, kam ihm die Kunſt des Vortrags gut zuſtatten. J< möchte hier bemerken, daß Buchſchac<her in den Jahren ſeiner Kraft und Blüte recht anziehend und gewinnend geredet hat und daß man ihn gerne hörte und die Leute gern wiederkamen -=- ich rede davon, wenn er außerhalb ſeiner Gemeinde

predigen ſollte =-, und ſo fiel es ihm nicht gar zu ſchwer, an mehreren Orten na< und na< Häuflein um ſich zu ſammeln und Gemeinden zu gründen. E3 wurde auc bei ihm das Wort wahr: „Es iſt nicht3, das die Leute ſo bei der Kir<e hält denn die gute Predigt.“ Dazu kam bei ihm eine angenehme Perſönlichfeit, ein freundliches, biedere3 Weſen und bei aller Beſcheidenheit und wahrer Herzen3demut doch eine gewiſſe Sicherheit und Feſtigkeit im Benehmen und im Verkehr. Mit jedem, mödte ic ſagen, konnte er gut Freund werden, wer es nur treu und aufrichtig mit Gott und ſeinem Wort meinte. Daß Buchſcha<er Erfolg hatte in ſeiner Miſſion3-

arbeit und

nur

ſelten

einmal

enttäuſ<ht wurde,

da3

lag auc< mit an den damaligen Verhältniſſen. Faſt nad allen Seiten hin, na< Norden (Gidding3), nach Süden (Wincheſter und La Grange) und nah Oſten hin (Greens Creek), wohnten viele Lutheraner, die ohne Kir<e und Paſtor waren, die ſozuſagen wie reife Saat nur auf den Schnitter warteten. Gott hatte Buchſc<ha<er dazu erſehen und mit Geſundheit, Kraft und Mut ausgerüſtet, dieſe Gemeinden zu ſammeln. Buchſchac<her beſaß ein großes Maß von Energie, Unternehmungsgeiſt und Beharrlichkeit. Auch körperlich ſtark, verrichtete er viel nötige Arbeit beim Pfarrhauſe und im Garten. Wenn er im Garten etwas ſchaffen wollte, dann ging er jeden Tag eine Stunde ans Ha>en und Graben oder wa3 eben zu tun war. Wenn er Holz hate, dann flogen die Späne nur ſo. Wenn er ausfuhr, dann ging's nicht im Scritt; das weiß jeder, der ihn gekannt hat. Stark war der Mann, und ſtark mußte ſein Gaul ſein und flink, umdas reichliche Futter abzuverdienen. Stark mußte aber aud) das Fuhrwerk ſein; denn e8 gab auf den Wegen viele Klöße und Stumpfen und Löcher und andere Schwierigkeiten, und der Fuhrmann hatte es immer ſehr eilig. Das war intereſſant und gab Stoff zum Nachdenken. Zeit iſt Geld, ſagt das amerikaniſc<e Sprichwort. Bei Buchſchacher aber galt der Trieb und Eifer nicht etwa dem Gelde =- davon hat er nicht viel gehabt, und darum war es ihm gar nicht zu tun;

er war im Gegenteil ſehr freigebig, hurtig und eifrig, weil er nad) ſeiner Natur nicht anders konnte und daneben alle Zeit in ſeinent Beruf al8 Paſtor zubringen wollte.

UTE

Die


168

Die

WMiſſions-Taube.

Von ſc<waden Nerven kann man bei einer ſolchen kernhaften Natur nicht reden.“ Und dod) war er gewiſſermaßen ſehr feinfühlig und zart und rüdſicht3voll im Umgang mit Freunden, die er "ſ<honend behandeln wollte. Und er hielt ihnen Treue, hatte Geduld mit ihren Shwächen. “Once a friend, always a friend.? Sd) habe in den fünfzig Jahren unſerer Bekanntſ<haft nie ein unfreundliches Wort von ihm gehört, aud nicht über andere. Selten ſprach er von ſich ſelber und von ſeiner Vergangenheit. Man mußte ihn ſehr bitten, wenn man etwas über ihn ſelbſt hören oder erfahren wollte. Er hatte ſeine Mutter ſchon bald nad) ſeiner Geburt durd) den Tod verloren, ſein Vater war in Amerika, und ſo wurde das Kind einem Waiſenhauſe übergeben. Die Erziehung war, wie er mir einmal geſagt hat, eine ähnliche wie die, wel<e D. E. A. W. Krauß in ſeinen „Schuljahren“ beſchrieben hat; wenn da3 der Fall war, dann war ſie ſtreng und gründlich genug. Im Alter von neunzehn Jahren kam unſer BuchſI<hac<her nad) Baltimore, wo er, wie ſ<on oben geſagt, eine anderskir<liche Anſtalt beſuchte bis etwa zum Sahre 1875. Dann wurde er von ſeinen Vorgeſetzten nad) dem fernen Weſt-Texas geſandt, damit er dort al35 Reiſeprediger diene. Er hat zu Pferde große Stre>en zurückgelegt. Im nächſten Jahr wurde er in Frederi>dsburg Paſtor einer Gemeinde, trat aud) in den heiligen Eheſtand mit Amanda Thönſſen, mit der er über dreiunddreißig Jahre in glülicher Ehe verbunden war. In Frederik3burg wurde ſein älteſter Sohn Ernſt geboren, der jetzt bei St. Louis Paſtor iſt. Im nächſten Jahr kam dann unſer Buchſchacher nach New Orleans an eine große Gemeinde ſeiner Kirc<hengemeinſ<haft. Man hatte wohl ſeine Tüchtigkeit erkannt und wollte ihm einen ausgedehnten Arbeit3Freis verſchaffen. Aber e3 kam durd) Gotte3 gnädige Fügung ander3. Ganz nahe bei Buchſ<hac<her3 Kir<he in New Orleans ſtand die Kirche P. Mödinger3, der zur Miſſouriſynode gehörte. Mödinger hatte auch eine beträchtliche Zuhörerzahl, und Buchſchacher wollte hören, wa38 er predige. Er ging hin und wieder hin und wurde ergriffen von der Wahrheit, die er hörte. Er ſchrieb dann an D. Walther in St. Loui3, und dieſer gab ihm „guten Rat, und durd) fleißiges Leſen unſerer Schriften und dur< Umgang mit unſern Paſtoren wurde er in der Erkenntnis gefördert und trat dann au3 ſeiner biSherigen Gemeinſchaft aus. Nad beſtandenem Kolloquium wurde er am erſten Pfingſttage 1879 in der Gemeinde zu Algier3, La. (der Stadt New Orleans gegenüber gelegen) dur< P. Mödinger ein-. geführt unter Aſſiſtenz der Paſtoren Döſcher und

Friedrich. (Lutheraner, Jahrg. 35, S. 102.) Er kam 1881 na< Warda, Tex. ES iſt hier nicht meine Abſicht, ein vollſtändiges LebenSbild des Entſchlafenen zu bringen. Die Hauptſachen aus ſeinem LebensSlauf ſind ander5wo von andern Amtsbrüdern mitgeteilt worden. Mir war es nur darum

zu tun,

dem

lieben Bruder

einen

kleinen

Gedädtniskranz auf ſein Grab zu legen. Gott verleihe mir und uns allen eine ſelige Heimfahrt! ---------=e22--------

Die untergegangene Neſtorianerkir<e in China. Wichtige Überlieferungen erzählen, daſz der <riſtliche Glaube, wenn nicht dur< Thoma3, ſo doch dur die erſten <riſtlichen Lehrer na China gebracht wurde. Etwa um das Jahr 300 erzählt Arnobius ſchon von <riſtlichen Taten, die in dem Lande Seres (ſo nannten die Einwanderer das <ineſiſche Reich in der damaligen Zeit) geſchahen. Das lateiniſ<e Wort Seres wurde möglicherweiſe von dem <ineſiſchen Schriftzeichen für verhältniSmäßig genauen Nachrichten von einer <riſtlichen Bewegung in China ſtammen aus dem Jahr 505. Aus dem Römerreid) vertrieben, wanderten neſtorianiſche Mönche nach China, in welc<hes ſie von der Weſtſeite ein- und bis nach den am Meer gelegenen Oſtprovinzen vordrangen. In der altberühmten früheren Hauptſtadt Chinas Hſi-an-fu in der Provinz Schen-ſi fand man im Jahr 1625 das älteſte <hriſtliche Denkmal des Reiches, ja vielleicht ſogar das altertümlichſte ganz Aſiens. Jahrhunderte hindurd) ſtand e3, in einer Steimauer eingemauert, unweit de3 Weſttores der Stadt. ES trägt einen genauen Bericht von der <riſtlichen Lehre und den erſten Chriſtengemeinden Chinas. Auf dem Denkmal iſt klar erkenntlich das Zeichen der T'ang-Dynaſtie und die Jahre3zahl 781. Daß das Neſtorianertum zu gewiſſen Zeiten in China in Blüte ſtand, läßt ſic) aus der Inſchrift auf dem aufgefundenen Stein gut erkennen. Der Bericht zerfällt in drei Teile. Der erſte Teil iſt der „belehrende“. Er zeigt in kurzen, ſcharfen Umriſſen die Lehren der <riſtlichen Religion und wie die <riſt-

lichen Lehrer die Gemeinden

regierten.

Der zweite

Teil iſt der „geſchichtliche“. Er erzählt, wie das Evangelium ſich in China Eingang verſchaffte und wie den Gemeinden von verſchiedenen Regenten in einem Zeitraum von etwa 150 Jahren Schuß und Freiheit gewährt wurde. Der dritte Teil iſt der „lobpreiſende“. Obwohl er der kürzeſte iſt, ſo ſind doh die beiden erſten Teile nur die einleitenden. In dieſem dritten Teil wird in Verſen Gotte3, der <riſtlichen Religion


Die

Mijſions-Taube.

ſowie der einzelnen Kaiſer, deren Schuß man ſi erfreute, Lob geſungen. Die Scriften de3 Denkmals ſind die <ineſiſche und die ſyriſche. Dem Datum de3 Denkmal3 nad) Hatte die neſtorianiſche Kirche vom Jahre 635 bis 781 die Zeit ihrer beſonderen Ausbreitung. Der im Jahr 635 regierende Kaiſer T'ai-tſung ließ die heiligen Bücher, die die ſyriſchen Mön<he mitbrachten, überſezen und ſeiner Bibliothek einverleiben. Der Kaiſer, der fleißig dieſe heiligen Bücher ſtudierte, bekam eine ſol< tiefe Überzeugung von der Wahrheit

169

gung und Verſöhnung ausgelaſſen worden waren, ſo übte ſie do< auf das heidniſche Volk einen großen erzieheriſchen Einfluß aus. Der HErr JEſu5 ſagt in Matth. 5,13: „Ihr ſeid da3 Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit ſoll man ſalzen? Es iſt zu nichts hinfort nüße, denn daß man e3 hinausſchütte und

laſſe es die Leute

zertreten.“

So

ging

es auch

mit der neſtorianiſchen Kirche. Da ſie nur einen menſ<lichen Chriſtus brachte, fo war ihr alle bekehrende und wiedergebärende Kraft genommen, und Gottes Gerichte konnten nicht ausbleiben. Im Jahr 845 kam das Edikt heraus, daß 3,000 Prieſter dieſer Kirc<he ſic< zu ihrem privaten Leben zurückzuziehen hätten. Hundert Jahre ſpäter wurde von arabiſchen Reiſenden

berichtet,

daſßz bei der Belagerung

von Tonfu

viele Chriſten um3 Leben gekommen ſeien. Al3 dann der Mohammedanis5mus einzog, wurde dieſe kraftloſe Kirche vertilgt. Das war nod) um ſo leichter, als von ſeiten der Mutterkir<e jegliche Unterſtützung ausblieb. So iſt heute von dieſer einſt ſo berühmten neſtorianiſc<en Kir<he außer dem Denkmal nichts mehr übriggeblieben. (Wbl.) --------»P3>---or

Unter

Neſtorianerſtein

in Hſi-an=fu.

Dieſe berühmte Tafel berichtet von der Anlunſt de3 Neſtoxianerprieſters Olopiun von Syrien mit den „wahrhaft heiligen Büchern“ im Jahre 635 in China und gibt einen überbli> über das Wirken der Neſtorianerlir<e bis zum Jahr 781.

dieſer neuen Religion, daß er ihre Ausbreitung im ganzen Reich befahl. Aud) ſpätere Regenten ſollen dieſem neuen Glauben ſchr zugetan geweſen ſein, ſo daß das Bauen von Kirchen in jeder Provinz kaiſerliches Gebot war. Der Bericht erzählt weiter, daß alle Städte <riſtliche Kirchengemeinſchaften hatten, und die kaiſerliche Familie voller Glü> und Freude war. Die Buddhiſten, die der neuen Lehre anfangs feindlich geſinnt waren, ſahen ein, daß ſie nichts au3zurichten vermochten, da die <riſtliche Kir<he troß „aller Anfeindungen wuchs. Obgleich in der neſtorianiſchen Lehre die Kreuzi-

den Teufelstänzern.

E35 bedarf eines längeren Aufenthalts in Indien und eingehenden Studium3 ſeiner Religionen und Gewohnheiten, um den Teufelstänzer kennenzulernen. Auf meinen Fahrten dur die Wüſte und in dem einſamen Leben dort unter den Eingebornen traf ich mit ihnen zuſammen. Die Teufelstänzer gehören zur Klaſſe der Dorfprieſter, ohne jedod) aus der Brahmanenklaſſe hervorgehen zu müſſen. Jhre Anbetung entſteht aus der Fur<t, irgendeine Gottheit oder einen böſen Geiſt zu vergeſſen, damit ſie nicht von ihnen gepeinigt werden oder weniger Wohltaten von ihnen empfangen. 4 Die Tempel und Sdreine, die den Dämonen geweiht ſind, haben keinen beſonderen Raum und keine Koſtbarkeiten; jede beliebige Stätte iſt dazu geeignet. An beſtimmten Tagen des Jahres verſammeln ſid) die Dörfler, um ihre Gaben und Gelübde dem böſen Geiſt darzubringen. Der Ort wird mit Grün und Blumen geſ<müdt. Auch Muſikanten werden aufgeſtellt, deren mörderiſche3 Spiel und Geſchrei'den Tänzer in Verzückung bringt. Männer und Frauen, die zu dieſem Feſte ſich einfinden, fangen mit Reiskohen und Kuchenba>en an. Vor das Gößenbild legt man Bananen, Koko3nußſtü>e, Zu>errohr, Blumen, Zitronen, Arrakflaſ<en und Branntwein. Lämmer und Hähne werden geopfert und zu ſeiten "des Gößen-


3270

Die

Wiſſions-Taube.

bildes gelegt. Abend3 gegen 10 Uhr erſcheint der Tänzer in einem phantaſtiſch-häßlihen Anzuge mit vielen Schellen an Händen und Füßen. Er fängt an zu tanzen, die Muſikanten machen ihre wilden Geräuſ<he, der Dämonenprieſter trinkt dazwiſchen Unmengen von Arrak [Reisbranntwein], aud) die Spieler betrinken ſich, und ſo tanzen ſie zuſammen bi3 nach Mitternacht. Dann gibt der Teufel3anbeter vor, den „Böſen“ zu zeigen. Von dem geopferten Reis und Blut macht er kleine Ballen, und lärmend und ſchreiend läuft er damit bi3 zu dem nahen Begräbni5plaßz. Ein Mann mit einer Fackel und einer, der die Trommel ſchlägt, folgen ihm. Der Teufel3anbeter läuft wie raſend den Totenort ab und gibt vor, die Ballen in die Luft zu werfen, damit die böſen Geiſter Nahrung erhalten. Gellend ruft er aus: „Seht den Teufel, wie er meine Gaben und meine Anbetung annimmt!“ Und die betrunkenen, verrückt gemadhten Anhänger glauben ihm. Snzwiſc<hen liegt die ganze Verſammlung vor dem Gößenbilde auf den Knien, um Gnade vor dem Teufel zu finden. Kehrt ihr Prieſter zurück, ſo ſtehen ſie alle auf; jedes Mitglied erhält etwas heilige Aſche und einige der geopferten Blumen. Und der Reſt der Naht wird mit Tanzen, Singen und Trinken zugebra<t. Frühmorgen3 wird- dem böſen Geiſte ein Widder geſc<ladtet und geopfert; dann erſt geht die Verſammlung nah Hauſe. Dieſe Dämonenanbeter ſind Zauberer und Wahrjager und verdienen ſich dadurch ihren Unterhalt. Wenn ſie einen Kranken ſehen, behaupten ſie, er habe einen böſen Geiſt, und wenn man Gaben opferte, woll* ten ſie den Teufel bitten, den kranken Körper zu verlaſſen. Durd< ihre Zauberei werden ſie oft reiche Leute; aber in Hungerönöten geht es ihnen ſchlecht. Dann haben wir Gelegenheit, ihnen das Evangelium zu verkünden. Von der Bekehrung eine3 ſol<hen Beſeſſenen ſei folgende3 mitgeteilt. ' Der älteſte Knabe eines Teufel3anbeter3 war zwölf Jahre alt, al35 ſein Vater ſc<wer erkrankte und auf dem Sterbebette lag. Der Junge war ein fröhliches, harmloſes Kind geweſen, das ſeinen Kopf nicht mit ſchweren Problemen geplagt und am wenigſten über das Gewerbe ſeine3 Vater3 nachgedacht hatte.

Im Gegenteil; Taru -- ſo hieß der Knabe -- fühlte

inſtinktiv ein Grauen vor allem, was mit ſeinem Vater zuſjammenhing. Er fürchtete ſi vor den Begräbni3pläßen und den wüſten Stätten, die von ſolchen Dämonen bewohnt ſein ſollten. Nun lag der

Vater auf dem Sterbebette und tobte und knirſchte

LIVENET

mit den Zähnen über ſo ein Ding wie Krankheit.

Die

Familie ſtand um ihn herum, und Entſeßen und Angſt ergriff ſie. Niemand konnte helfen; man erwartete jeden Augenbli> den Teufel, der ſein Opfer holen würde. Plößlich richtete der Sterbende ſich auf, faßte ſeinen Älteſten und Erben beim Kopfe, nahm von der Aſche, mit dem ſein Körper beſtrichen war, rieb damit das Geſicht ſeine3 Kinde3 ein und ſc<rie mit lauter Stimme: „Verſpric) mir, dem Teufel zu dienen! Sei mein Nachfolger!“ Keuchend ließ er den ſich ſträubenden, ſich fürc<htenden Jungen los, breitete ſeine Arme gegen ſeine Familie aus und bat mit dem letzten Atemzuge, ihre Seelen aud) fernerhin dem Teufel zu laſſen und in der Familie ſein Gewerbe fortzuſehen. Dann ſtarb er. Die nächſten drei bis vier Tage floſſen ruhig dahin; das Leben forderte ſeine Nec<hte. Die Anhänger des Dämonenkultus warteten ruhig auf ihr neues Oberhaupt. In einer Nac<ht lag Taru in ſeinen Lumpen, die er zur Trauer um den Verſtorbenen neun Tage lang anbehalten mußte, auf ſeinem ärmlihen Lager. Der Schlaf wollte nicht kommen; der Gedanke an das entſeßliche Sterben ſeines Vater3 ließ ihn nicht los. E3 fror ihn, ſeine Zähne fingen an zu klappern. Er ſah nicht3, aber e3 war ihm, als ob ein unbekannte3 Etwa3 ſich ihm näherte, ihm ſein Weſen, ſeinen Willen aufdrängte, Beſitz von ihm nähme. Er hatte keine Kraft zum Schreien, zum Fliehen, keinen Willen, dieſen fremden Geiſt abzuſchütteln. Immer ſtärker zwang ihm dieſer ſeine Berſönlichkeit auf. Er unterlag und wurde bewußtlos. Al3 er am andern Morgen erwachte, trieb es ihn willenlos fort; er lief in das nahe: Gebirge, in die Einſamkeit. Er wußte nicht, warum, wozu. Er hatte keinen Willen; er war von einem Stärkeren beſeſſen, dem er gehorc<en mußte. Jett fürchtete er ſich niht mehr vor den wilden Tieren und wüſten Pläßen, Hunger und Durſt ſpürte er nicht. Von der Bergeshöhe warf er ſich in die Tiefe und verletzte ſeinen ganzen Körper dur< den Fall in Steine und Sträuder. Er raufte ſich das Haar aus und kratzte den Körper, ſo daß er naß von Blut war. Aber er fühlte nicht die furchtbaren Schmerzen, weder die Glut der Sonne noc< den Tau der Nacht. Er hatte keinen eigenen Willen, nur den, ſic) dem Böſen auSzuliefern. Nach langer Zeit kehrte er heim zu ſeiner Mutter und hörte, daß er in der ganzen Gegend al8 Nachfolger ſeines Vater3 anerkannt, als Beſeſſener und Teufel3anbeter berühmt geworden war. Bis dahin war er ein guter, reiner Knabe geweſen; nun wurde er ein Säufer und laſterhaft. Er trat den Dämonen-. dienſt an, trank den geopferten Arrak und tanzte mit


Die

Mijſions-Taube.

Weibern, die zur Anbetung in ſeinen Skrein kamen, die Nächte hindur<. Er konnte ſich mit einem Meſſer blutig ſchneiden, Feuer in die Hand nehmen, eine glühende Kohle an Kopf und Körper halten, Feuer eſſen und befam weder Blaſen, no< ſpürte er Schmerzen. Dann hatte er Zeiten, in denen er Blut ſpuckte und eine Lähmung ihn überkam; betäubt und krank mußte er da3 Bett hüten, bis er, wieder aufgepeitſcht, in die Wüſte getrieben, tun mußte, wa3 der böſe Geiſt ihm eingab. Einmal war er ſieben Tage und Nächte auf einem Kir<hof ohne Nahrung, ohne Schlaf, unnatürliche Dinge treibend; auc ſah er übernatürliche Weſen von Licht und Nacht. Nachdem er heimkam, wurde ſeine Hochzeit großartig gefeiert, und ſeine junge Frau betete mit ihm die Dämonen und den Teufel an. Die Dörfler in der Umgegend fürchteten ihn und beteten mit ihren Prieſtern das Böſe an. Doch gebrauchten ſie ihn, um ſ<wächere Geiſter al8 die, von denen ſie beſeſſen

waren, auszutreiben.

In Not und Krankheit brachte

man ihm Opfer; er ſollte ja heilen, darum durfte man ihn nicht erzürnen. Ein junge38 Mädden, da3 von böſen Geiſtern in Feuer und Waſſer geworfen und dann mit Blut bede>t war, wurde von ihm nach ſieben Tagen von den Geiſtern befreit und ganz geſund. Von überall kam man, um Taru zu beſuchen und anzuſtaunen. Ja, ſeine Macht und ſein Ruhm waren ſo gewaltig, daß keine <hriſtliche Miſſion in der Nähe ſeines Tempel3 einſezen konnte. Denn alles Volk ſagte: „Tut aud ſolche Wunder, laßt ſehen, was Chriſtus kann, dann wollen wir an eure Religion glauben.“ ; Da beſchloß die Miſſion8geſellſchaft, die in jener Gegend Miſſion trieb, für dieſen Mann ohne Aufhören zu beten, einen eingebornen Katecheten in dem Dorfe zu ſtationieren und ihm viele Mittel in die Hand zu geben, um Gute3 tun zu können. Dieſer, ein bekehrter Hindu, hatte einſt die Tiefen der Sünde gefannt und war nun al3 Katechet ein geſegnetes Werkzeug Gotte3 an ſeinem geliebten Volke geworden. Prem Maſih, da3 heißt, „die Liebe des Meſſias“, ſo hieß der Katedet, betete wo<henlang für dieſen TeufelSanbeter. Dann machte er ſich auf den Weg und mietete ſich in der Nähe des Screine3, den Taru bediente, ein. Er beobachtete ihn im Tempel; er folgte „ihm in die Wüſte, wo er ſeinen Körper zerquälte, und wenn er Beſeſſene heilte, war er aud) zugegen.

„So gewann er Einbli>de in das Leben und Treiben

des Teufel35anbeter3, in ſein ruheloſe3, unglü>liche8 Weſen.

;

Dann ſprach er zu ihm von JEſu, dem am Kreuz "geſtorbenen Heiland der Welt, dem aud die Geiſter

171

untertänig ſind, der von Sünde und Tod rettet. Taru hörte dem Land35mann zu, diskutierte heftig mit ihm und verwies ihm die Nähe des Tempel3, lauſchte aber doc< heimlich ſeinen Predigten. Monatelang hatte jo Prem Maſih treu ſein LiebeSwerk getan und immer wieder in ſ<lichtem Ernſte die Worte geſagt: „JEſus iſt für dich geſtorben, damit du ſelig werden ſollſt“, worauf Taru den Kopf ſchüttelte und traurig ſagte: „Für mic gibt e3 keine Rettung, mein Vater hat mic< dem Teufel verſchrieben; ic bin verdammt für alle Zeiten.“ Da ſang ihm Prem Maſih ein Lied vor ähnlichen JInhalt3 wie jener bekannte Ver3 aus unſerm Geſangbuch: Wir ſollen nicht verloren werden, Gott will, uns ſoll geholfen ſein; Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So ſtark an unſre Herzenztür.

Bewegt hatte Taru zugehört, dann fragte er: „Sſt es wirklich möglich, daß ic< gerettet werden kann?“ „Ja, und abermal3 ja“, antwortete der Katehet; „und „ſo eud der Sohn freimaht, ſo ſeid ihr recht frei“.“ Da warf Taru die Vögel, die er opfern und mit deren Blut er ſich beſtreichen wollte, weit von ſich und flehte den Chriſten an: „Bitte JEſum, mich von den böſen Geiſtern zu löſen.“ Prem Maſih kniete nieder und betete. Dann zog er Taru auf die Knie und ſagte zu ihm: „Flehe mit mir den HErrn an!“ Lange Zeit lagen die beiden, Chriſt und Teufel3anbeter, auf der Erde, weinend, ſ<luchzend, ſtöhnend, riefen JEſum an und baten Gott um die Gnade der Erhörung. Da, mit einem Male, ſchrie der arme Beſeſſene: „Der Teufel nähert ſich mir!“ Sofort de>te der Chriſt ihn mit ſeinem Körper und hörte nicht auf, um die Heilung des Heiden zu bitten. Wochen, Monate vergingen, Taru wurde ruhiger und ſtiller, bi3 er eines Tages mit Freuden ausrief: „Gott hat mid) geheilt; der Wille de3 Böſen hat mich verlaſſen, der Teufel iſt ausgefahren, ich bin neu- . geboren.“ > Wohl kamen no< Monate, wo Taru von furctbarer Angſt gefoltert wurde, die böſen Geiſter kämen wieder; aber ſowie er den Namen JEſu anrief und int Gebet verharrte, wurde er frei und ſtark. Nach und nad) gab er da3 Trinken auf, ſeinen Tempeldienſt und die Weiberwirtſ<haft; dann kaufte er ſich fern von ſeiner Heimat einen Aer, um ſich ſein ehrliches Brot 'zu verdienen. Seine Frau bekehrte ſic au<, und die Taufe machte beide zu fröhlichen, glü>lichen Chriſtenleuten. (Die Deutſchen in Indien.)


- Die

172 Manderlei (Von

Hiſjſions-Taube.

au8 der Miſſion. C. F. Drewes.)

Ein neues Glied der Miſſion8behörde. Da P. J. E. Thoen aus der Norwegiſchen Synode nicht mehr dienen fonnte, wurde an ſeiner Stelle P. J. A. Moldſtad

in Baltimore wohnten

weis, daß in tegermiſſion ſing hielt eine unſers lieben

neue

Glied

der

St. Philippskirc<e

Negermiſſionslommiſſion.

aus Chicago gewählt. Dieſer wohnte der Plenarverfjammlung der Miſſionskfommijſjſion am 8. und 9. Oktober in Et. Louis bei. Der HErr ſegne ſeine Arbeit als Glied der MijſionSbehörde! Baltimore -- Waſhington. Predigtamts-

kandidat

Johann

Schlichting aus St. Louis, der lezten Sommer auf dem Seminarx zu Springfield, ZIU., Examen gemacht und dann einen Beruf

nah Baltimore und Waſhington in die Ne-

hat, wurde am 14. Sep-

dreieinigen Gottes zu weihen.

Pa.

Die Feſtprediger waren

Prof. G. A. Romoſer, D. D., von Bronxville, P. Martens von Dover, Del., und P. Cmil Polzin von Colden, N. Y. Der Lettgenannte gründete dieſe Miſſion3ſtation im Jahr 1918. Seit der Cinweihung der hübſchen Kir<he ſind ſe<hzehn Perſonen zur Gemeinde hinzugefügt worden, nämlich 14 durc die heilige Taufe, 1 durch die Konfirmation und 1 durch Wiedereintritt. Der Paſtor hat bereits wieder eine Taufklaſſe und eine Konfixmandenklaſſe. Gott ſegne unſere Miſſion in Philadelphia und allerorts! St. Louis. Wir haben hier zwei Negergemeinden: St. Philip's, die jüngſte, und Grace, die Muttergemeinde (P. John Fey). Jn dieſex Gemeinde konnten

Freudentag für Paſtor und Gemeinde. Miſſiſſippi. Superintendent Georg A. Schmidt, der

tember von unſerm Va-

kanzprediger

in Philadelphia,

am 5. Oktober in einem beſonderen Gottezdienſt zwanzig Kinder durch die heilige Taufe in die <riſtliche Kirche aufgenommen werden. E3 war ein großer

* germiſſion angenommen

PR. Trum-

poldt aus Philadelphia in ſein Amt eingeführt. Acht lutheriſche Paſtoxen

ein Be-

Neue Superintendenten. Jn der Vollverſammlung unſerer Behörde für Negermiſſion wurden zwei neue Superintendenten erwählt, P. CE. A. Weſtcott aus Selma, Ala., für das Feld in dieſem Staat und Prof. Wilhelm Gehrke aus GreenSboro, N. C., für da3 Öſtliche Gebiet (früher das Südöſtliche Gebiet). Der HErr wolle ſich dieſe Wahl gefallen laſſen und die neugewählten Superintendenten mit ſeinem himmliſchen Segen krönen! Philadelphia, Pa. P. Paul Trumpoldt und ſeine St. Philip's-Wemeinde hatten am 28. September die große Freude, ihre neuerbaute Kirche dem Dienſt des

P. J. A. Moldſtad, das

dem Gotte3dienſt bei;

Baltimore ein Intereſſe für die junge daſelbſt herxſ<t. Stadtmiſſionar Menherrliche Predigt. Gott ſegne die Arbeit jungen Miſſionar3!

P. Johann

Sclichting,

„unſer neuer Miſſionar in Baltimore.

ſeit Oktober 1917 mit großem Geſchi> und Eifer unter Gottes ſichtlichem Segen gewirkt hat, iſt nun anfangs Oktober

mit

ſeiner

Familie

nach

Jaſon,

der Haupt-

ſtadt des Staates Miſſiſſippi, übergeſiedelt und wohnt


Die Mijſions-Taube. Nr. 228 Weſtonſtraße.

Ex wird ſeine vor einem Jahr

zu Piney Wood3 begonnene Arbeit fortſezen und mit Gottes Hilfe verſuchen auch in der Umgegend Miſſion3ſtationen: zu gründen. Prof. Jones von der höheren Lehranſtalt zu Piney Woods war am 8. Oktober in der Vollverſammlung unſerer Kommiſſion für Negermiſſion zugegen. Er ſprach den Gedanken aus, daß wir in Miſſiſſippi ein zweites Feld wie im Schwarzen Gürtel AlabamasS finden würden. Ex verſprach ſeine Mithilfe. Überhaupt war ſeine Anſprache ſonderlich auch in bezug auf die Zukunft ſeiner Anſtalt eine höchſt er'mutigende. Schüler auf unſern höheren Lehranſtalten in der Negermiſſion. 1. Luther Preparatory School, New Orleans, La.: 20 Knaben und 20 Mädchen. Sämtlich Lutheraner. 2. Alabama Luther College, Selma, Ala. : 40. Sämtlich Lutheraner. 3. Immanuel Lutheran College, Greenz3boro, N. C.: 71; davon ſind 55 Prozent Lutheraner. Geſamtzahl: 151. Dieſe Zahl wird vor Weihnachten noc<h wachſen. Manſura, La. Hier herrſchte lebten Sommer eine furchtbare Dürre. Unſere Glieder hatten ſämtliche eine Fehlernte. Wer etwa Kleider und Schuhe für die

Armen

melden.

an dieſem Ort hat, wolle ſich beim Screiber

Baton Nouge, La. Hier konnte die vor etwa zwei Jahren eingeſtellte Miſſionöarbeit wieder begonnen werden. Miſſionar G. M. Kramer von New Orleans hielt am 1. Oktober in einem Privathaus einen Gotte5dienſt, der von zehn Erwachſenen beſucht wurde. Jn Zukunft ſollen die Gotte3dienſte einmal monatlich in einer Logenhalle. abgehalten werden. Nach Superintendent Kramer3 vorſichtiger Ausſprache iſt dieſe Hauptſtadt des Staates Louiſiana ein verſprechendes Feld.

Mount Zion, New Orlcans (P. O3kar Lüke, Miſſionar). Da Lehrer Andrew Seraile reſigniert hat, iſt Frl. Mellinder aus St. Louis (St. Philip's-Gemeinde) in der ſtarkbeſuchten Schule angeſtellt worden. Die Schule iſt eine vierklaſſige.

Bethlehem, New Orlcans8 (P. G. M. Kramer, Miſſionar). Noch ehe die Koſten für das Pflaſtern der - Waſhingtonſtraße bezahlt werden konnten, kommt die

Nachricht, daß die Dryadesöſtraße (vor der Kirche) ge-

pflaſtert werden muß. =- Die auf der Synodalkonferenz in Quincy bewilligten Reparaturen und Veränderungen an der Kapelle müſſen einſtweilen no< warten.

Trinity, New Orleans (P. E. H. Wildgrube, Miſ-

ſionar). Die wachſen, daß haben mußte.

aus

Alabama

Schülerzahl iſt in ſolchem Maße geHilf8paſtor De Witt Robinſon Hilfe So iſt Lehrerin Tommie Lee Jackſon

zeitweilig

angeſtellt worden.

Mobile, Ala. Wie die lieben Leſex der „Miſſion3taube“ bereits wiſſen, iſt unſer biSherxiger liebex MiſJionar Wm. Wolff dem Ruf-an die Gemeinde zu Straß-

173

burg in Frankreich gefolgt. Sein Nachfolger iſt P. Artur Dreier aus Montgomery geworden. Dieſer bedient die Stationen in Mobile und Atmore ſowie die neue Station zu Montroſe in Baldwin County, Alabama. Hier hält Student Walter Hart von unſerm theologiſchen Seminar zu Greensboro, N. C., Scule. Neue Stationen in Alabama. An dem ebengenannten Ort Montroſe hat Miſſionar Wolff letzten Sommer die Arbeit begonnen. Zehn Erwachſene haben ſich zum Unterricht gemeldet. Student Walter Hart hat im September die ins Leben gerufene Mijſſion3ſchule übernommen. Er predigt auch hie und da. =Sechs Meilen nordweſtlich von unſerer MiſſionSſtation zu Buena Viſta hat eine Anzahl Leute um kirchliche Bedienung gebeten. Miſſionar Tervalon iſt angewieſen ivorden, dieſen Plaz zu übernehmen. Er wird demnadh vier Stationen

bedienen. =- Zu

Auburn

in Lee

County; etwa fünfundzwanzig Meilen weſtlich von der Grenze des Staates Georgia, iſt die Miſſionzarbeit in Angriff genommen worden. Montgomery, Ala. Sobald ein tüchtiger Miſſionar berufen werden kann, ſoll in dieſex Hauptſtadt des Staates die MiſſionSarbeit begonnen werden. Vredenburgh, Ala. Hier ſoll ſofort eine neue Kir<he-Shule ſowie ein kleines Pfarrhaus errichtet werden, und zwar mit den 81,530, die uns durch einen Nachlaß zur Verfügung geſtellt worden ſind. Monroe, N. C. Die Kapelle iſt dieſen Sommer repariert und angeſtrichen worden, und zwar für die Summe von 8120.58. Miſſionar Malloy und ein Student aus Greensboro haben die meiſte Arbeit getan; daher ſind die Unkoſten ſo niedrig. Da ſich die Miſſion3ſ<hule der St. Paul's-Gemeinde zu Charlotte nicht „bezahlt“, ſo iſt ſie jezt geſchloſſen worden, und Lehrerin Hopie Kirkpatri> wurde an die neueröffnete

Miſſionsſc<hule in Monroe verſeßt. Green3boro, N. C. Die Schülerzahl iſt ſo groß geworden, daß eine dritte Lehrerin angeſtellt werden muß.

Da nur zwei Klaſſenzimmer in der neuen Kirhe-Scule

vorgeſehen wurden, muß die dritte Abteilung das Erdgeſc<oß (basement) beziehen.

New

Bern, N. C.

Jm

September ijt eine regel-

rechte Miſſionsſchule in dieſer Stadt eröffnet und Frl. Steepleton angeſtellt worden. Student Bates vom Seminar in Green3boro hält alle zwei Wochen Gotte3dienſt. Miſſionar J. W. Fuller hat die Aufſicht über dieſe verſprehende Miſſionsſiation. Sie liegt im Schwarzen Gürtel North, Carolinas. Meherrin,

Va.

Am

1.September

ſtarb hier

ein3

der älteſten Glieder, Nichard A. Do3well, nad längerer Am 3. September erfolgte die Beerdigung Krankheit. auf dem Gemeindegotte3a>er hinter der Kir<he. P. L. G. Dorpat hielt eine herrliche Leichenpredigt. Der Verſtorbene hat ſein Alter auf me: O2 [EHSUnDReDa

Jahre gebracht.

+

5

;

310


Die

174 P. Sergio

Miſſion

zu

Miſſion

in

ſprachigen

P. Andres Porto

Rico

Wijſions-Taube,

Cobian, Miſſionar in der mexikaniſchen

San

Antonio,

Tex.,

Miſſionskommiſſion Los

Angeles,

Melendez in San

Cal.,

iſt von

der

berufen

worden.

für

die

iſt mit ſeiner Frau

Antonio

eingetroffen

Fremd-

mexikaniſche =

glücklich von und

hat be-

reits ſeine Arbeit daſelbſt begonnen. Er iſt von P. Sergio Cobian daſelbſt ordiniert und eingeführt worden.

Ein Stadtmiſſionar beſuchte einen unglücklichen Mann im Gefängnis, der bald vor Gericht gebracht werden ſollte. „Herr“, ſagte der Gefangene, während Tränen ſeine Wangen herabrollten, „id hatte zu Hauſe eine gute Erziehung; aber es war meine Straßenergichung, die mid) ruinierte! Cs war meine Gewohnheit, midh verſtohlenerweiſe aus dem Hauſe zu ſchleichen und mit den Buben auf der Straße herumzulaufen. Auf der Straße lernte ich fluchen; auf der Straße lernte ih ſtehlen. O Herr, es iſt auf der Straße, wo der Teufel auf die Jugend lauert, ſie zu ruinieren!“ FaſchiöSmus und Miſſion. Die älteſte Miſſion3arbeit, die von Schweden aus ſelbſtändig verſorgt wird, im italieniſchen Eritrea, wird von der italieniſchen NRegierung ſyſtematiſch erdroſſelt. Seit etwa zehn Jahren iſt der Eintritt neuer Miſſionare auf dieſes Arbeitsgebiet der Schwediſchen Vaterlandsöſtiftung und der

Schwediſchen Bibeltreuen Freunde verboten.

Jekt dür-

fen aud) die alten ſchwediſchen Miſſionare, die zur Erholung in die Heimat reiſen, nicht wieder auf ihr altes Arbeitsfeld zurückkehren. Aus der italieniſchen Waldenſerkir<he hat man einige wenige Kräfte in dieſes Werk einſtellen können. Jm übrigen muß es nun viel zu früh in die Hände eingeborner Mitarbeiter über-

geben werden. war

Seelenrettung. Monika Hunnius ſchreibt: „C3 eine kleine Station im Harz, wo ich auf meinen

Zug warten mußte. djen

auf

dem

J<h trat in ein kleines Kaffeehäu2-

Bahnſteig.

Die

Kellnerin

brac<hte

mir

Kaffee und ſekte ſich mit einer Häkelarbeit mir gegenüber. Jd) beobadtete ſie, während ich tranft. Ein farbloſe3 Geſicht mit dem Ausdru> der Abgeſpanntheit und Gleichgültigkeit. Neben ihr lag ein Bud, in dem ſie geleſen zu haben ſchien. J< fragte, ob ich e3 mir anſehen

dürfe.

Etwas

widerwillig

reichte ſie e3 mir.

Der Titel hieß „Die Hochzeit der Gräfin in der Verbreherhöhle“. Sie errötete bis unter ihr fahle3, gebrannte3 Haar. Da3 Bud gehörte ihr nicht; ein Kellner hatte e3 ihr geliehen. Sie hatte kein Geld, ſich gute Bücher zu kaufen. „Würden Sie gute Bücder leſen, wenn ich Ihnen welche ſchiäte?“ fragte ih. „Gewiß“, antwortete ſie. J< ſchrieb mir ihre Adreſſe auf, grüßte und ging weg. Von Berlin ſandte ich ihr ein Paket und ſchrieb einige Worte dazu. Nad einigen Wochen

kam eine Karte:

„Gnädige

Bücher erhalten und leſe ſie.

geſſen.

Dame!

Jd

habe Jhre

Nie werde ic<h Sie ver-

Sie haben ſich um meine Seele gekümmert.“ “

Wie Miſſionare in Afrika vor wilden Tieren bewahrt wurden. Die Leipziger Ev.-Luth. Miſſion treibt au<h unter den wilden Maſai3s in Oſtafrika eine hoffnungs3volle Miſſion. Miſſionar L. Blumer und einige andere haben das Land der Maſai3 bereiſt. Dort gibt es nod) viele wilde und gefährliche Tiere. Miſſionar Blumer ſchreibt: „Wie man auf einer ſol<hen Neiſe vor manc<hem Unfall bewahrt wird, dafür zwei Beiſpiele. Meine beiden Begleiter, Miſſionar Eiſenſchmidt und Dr. Puff, ſchliefen im Auto, während ich im Zelte nächtigte. Beim zweiten Lagerplatz mußte, al3 wir das Zelt aufſtellten, ein Skorpion getötet werden. Dieſe giftigen Tiere halten ſid) in der ſandigen und ſteinigen Maſaiſteppe überall auf. Und als mein Zelt in Kibaya abgebrochen wurde, merkten wir, daß eine beſonder3 giftige Sc<lange, deren Biß; tödlid) iſt, ſich in meinem Zelte aufgehalten hatte. Sie wurde dann von einem Maſaikrieger getötet. Eine gnädige Bewahrung Gotte3! Luk. 10, 19. „Auf meiner Rückfahrt nac Aruſcha ſah ich zum erſten Male in Afrika am lic<ten Tage einen Löwen im Freien. Er ſtand auf einer Gra3fläche in der Steppe

etwa

150

Yard3

vom

Wege

und

betrachtete

neugierig unſer Auto. Als ihm Eiſenſchmidt einen Streifſc<huß gab, entfernte er ſi. Auch ſonſt ſal) ich auf dieſer Reiſe viel Wild, große und kleine Antilopen, zum Teil ſehr ſeltene Exemplare, und zahlreiche Giraffen am Wege, die ſich durch unſer Auto in ihrer Ruhe nicht im geringſten ſtören ließen. Auch Giraffenantilopen ſahen wir. Sie ſind ſehr ſelten und dürfen daher nicht geſ<oſſen werden.“

Miſſion3arbeit der franzöſiſchen Proteſtanten. Über die Miſſionöarbeit der franzöſiſ<en Proteſtanten berichtete Miſſion3direktor Couve gelegentlich der Kontinentalen Miſſion3konferenz. Die einzige evangeliſche Miſſion Frankrei<h3, die Pariſer Miſſion, arbeitet auf 9 Miſſionsfeldern in Afrika und in der Südſee mit 260 Miſſionaren und Miſſionarinnen, von denen ein Drittel Sc<hweizer und 12 Italiener ſind. Von den eine Million zählenden franzöſiſ<en Proteſtanten unterſtüßen 100,000 die Miſſion; ſie geben 64 Mark pro Kopf im Jahr. JIn3geſamt kommt ein

ordinierter Miſſionar auf 10 Paſtoren in der Heimat. Da3 Verhältnis der weiblichen Mitarbeiter iſt geradeſo.

Dringend ſind Lehrer nötig, weil die Eingebornen beſonder3 große Anſprüche an die Miſſion3arbeit

ſtellen.

„Wir ſind e8 müde, Krumen zu erhalten; wir


Vis

Die Iiſſtons-Taube«;, wollen

da38

katholiſ<en

ganze

und

Brot“,

ſagen

ſie.

weltlichen Konkurrenz

Auch

um

der

willen muß

da3 Niveau der Schulen gehoben werden, wenn man den Einfluß auf die Jugend behalten will. In Kamerun unter den Dualas und in Madagaskar iſt die bolſchewiſtiſche Propaganda gefährlid. Notwendig iſt auc der Kampf gegen die unmoraliſche Literatur (deſſen Träger ja Frankreich weithin iſt) durd

die Au3breitung

und

einer viel reicheren <hriſtlichen

moraliſch einwandfreien Literatur. Die Unabhängigkeit5bewegungen der Eingebornenkirchen nehmen zum Teil bedenkliche Formen an. „Nötig iſt ein geiſtiges Erwachen in den Kir<en und bei den Miſſionaren draußen eine vollſtändigere Hingabe in den Dienſt JEſu Chriſti.“ (Wbl.)

Neue Drukkſachen. A

Christian

Instrucetor

Pedagogy. in

By

Zdward

Concordia

W.

Teachers"

4.

Koehler,

College,

River

Yorest, 111. XII und 260 Seiten 54 X7%, in Leinwand gebunden. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis: 81.75. Wir begrüßen dies Werk mit aufrichtiger Freude; zeigt es do< in dieſer unſerer Zeit des Wirrwarr38 und der falſchberühmten Wiſſenſchaft auf dem Gebiet de3 Unterrichts die hriſtlichen Grundſäße, die allein exiſtenzberechtigt ſind und zu einem heilſamen Ziel führen. Prof. Köhlers „Chriſtliche Pädagogil“ iſt, auch abgeſchen von ihrem <riſtlichen Inhalt, an ſich gut, gediegen und wahrhaft wiſſenſchaftlich. Mögen alle unſere Lehrer ſofort nach dieſem Neuwerk greifen! Auch Familienväter und -mütter lönnen viel Gutes aus dieſem Bud) onen für das ungemein wichtige Werk der Erziehung ihrer inder.

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Jesus.

By

William

Dallmann,

D. D.

Second

Edition. 300 Seiten 7,X5. Northwestern Publishing House, Milwaukee, Wis. 1930. Breis: 81.50. Zu beziehen vom Concordia Publishing House, St. ouis,; Mo. Dies ausgezeichnete Predigtbuch erſchien zum erſtenmal im Jahr 1911. E3 enthält Predigten, die der geehrte Verfaſſer in ſeinen verſchiedenen Gemeinden gehalten hat. Die Predigten find ſchriftgemäß, kurz (im Durchſchnitt fünf bis ſechs Seiten) und volkstümlich. Mögen ſie auch in dieſer neuen Ausgabe viel Segen ſtiften! Statistical Year-Book of the Ev. Luth. Synod of AisSouri,

Ohio,

and

Other

States

for

the

Year

1929.

Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 206 Seiten 6X9. Preis: 51.00. In dieſem mit großer Genauigkeit und ſeltenem Geſchik verfaßten Buch wird über jede zur Miſſouriſynode gehörende Gemeinde berichtet. Folgende Angaben werden gemacht: Name de8 Paſtor8. Ort der Gemeinde. Seelen. Abendmahl3berechtigte Glieder. Stimmfähige Glieder. Lehrer. Schule. Dauer der Schulzeit. Sonntagsſchule: Schüler; Lehrer. Tauf-

handlungen.

Konfirmanden.

Abendmahlsgäſte.

Trauungen.

Begräbniſſe. Gotte8dienſte im Monat: deutſch; engliſch. Wert des Gemeindeeigentum8. Beiträge: für auswärtige Zweeke; für die eigene Gemeinde. Außer dieſen Angaben hat P. Ed>hardt eine Maſſe wiſſen8werter ſtatiſtiſcher Information hier zuſammengetragen. E83 iſt ein überaus brauchbare8 Jahrbuch.

Tokens of Salvation. A Pamphlet Prepared for Christian Missionary Purposes by Rev. O0. C. Schroeder, Editor

of

the

Lutheran

Herald for the Blind. 48 Publishing House, Chi-'

Wartburg Seiten 33%, X6%. cago, I11. Preis: 25 Cts8.

Dies

iſt die Erweiterung

vor einigen Jahren

eines

geſchrieben hat.

Traktat8,

Das

den

P.

Pamphlet

Schröder

iſt ſon-"

derlich für ſolche beſtimmt, die etwas an der rochen haben und nun meinen, ſie ſeien zu Evangelium anzunehmen. Wegen des kleinen bis jezt nicht alle3 leſen können, ſondern nur habe ich aber einige überaus ſchöne Paſſagen

Luther's Letters to Women.

Wiſſenſchaft gebildet, um Drudes habe die Hälfte. gefunden.

gedas ich Da

Edited by 43lary Cooper

Williams and Chaplain E. F. Keever. VI und 110 Seiten 54,X6%, in roter Leinwand gebunden. Derſelbe Verlag. Preis: 81.25. Zu beziehen vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Luther hat neben ſeiner vielen Arbeit als Profeſſor, Prediger, Reformator und Familienvater auch einen erſtaunlich ſtarken Briefwechſel geführt. Unter ſeinen Korreſpondenten befanden ſich auch Frauen. Die vorliegende Sammlung bietet fünfundſechzig Briefe, die er an Frauen geſchrieben hat: an ſeine Mutter, ſeine Gattin, ſeine Schweſter, eine Übtin, an Herzoginnen, Kurfürſtinnen und eine Königin und an andere. Zu jedem Brief wird eine kurze geſchichtliche Erklärung geboten. Auch andere Anmerkungen und Erklärungen verpflich: ten den Leſer zum Dank. Die Überſetzung iſt im großen und Das will was heißen! D. Luthers kerganzen gut gelungen. niges, kräftiges Deutſch in gutes, modernes Engliſch zu. überſeen, iſt eine Kunſt, die ſchon mander vergebens verſucht hat. Auch dieſe Überſezung iſt nicht fehlerfrei. E3 finden ſich ungenaue und ſogar falſche Ausdrüce, zum Beiſpiel: „daß euch Chriſtus ſo bald in die Buße genommen hat“: “you have re-

ceived Christ in repentance".

„Verſchung“:

“providence"

(ſtatt predestination oder foreknowledge). „Er leuget mir nicht“: “He will not deny me" (ſtatt He does not lie to me). „Gnadenſtuhl“: “stepping-s8tone of grace" (ſtatt mercy-Seat). Und dergleichen mehr. Trotzdem wünſchen wir, daß Luther's Letters to Women großen Abſatz finden möge. The

Child of Bethlehem. An English Christmas Service (containing a Short part in German, which may be omitted). Compiled by J. Gieschen. 31 Seiten 5% X84-

Northwestern

Publishing

House,

Milwau-

kee, Wis. Preis: Einzeln 10 Cts., das Dußend 84 Cts., das Hundert 86.00. Auch zu beziehen vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Inhalt, Dru> und Papier dieſer guten Weihnachtsliturgie ſind gut. Die Lieder = zumeiſt gute alte lutheriſche Chriſtfeſtlieder = ſind mit Noten verſehen. Zwei Chorlieder ſind eingefügt. Leider iſt für die Gemeinde nur e in Lied vorgeſehen nebſt einem Schlußver3. Die Nezitationen ſind ſämtlich Bibelſprüche oder Liederverſe. Lehrer und Sonntagsſchulleiter ſollten ſich ein Exemplar zur Durchſicht anſchaffen. The

Prince of Peace. A Christmas Service for Children and Congregation. Compiled by Richard R.

Cacmmerer.

23 Seiten 6X9.

Concordia Publishing

House, St. Louis, Mo. Preis: Einzeln 6 Ct3., das Hundert 84.50. Der Subtitel dieſer neuen Weihnachtsliturgie zeigt, daß die Weihnacht8gemeinde berüſichtigt wird. Das iſt lobens8wert. Die Lieder ſind mit Noten verſehen. Der Gedanke „Friedefürſt-“ wird in den Liedern, Fragen und Antworten und Rezitationen mit lobenswerter Konſequenz durchgeführt. In einem Anhang werden auf nahezu fünf Seiten paſſende NRezitationen geboten. „E8

begab ſich.“ Eine Weihnachts8liturgie an der Hand des Weihnachtsevangelium8. Von A. T. Hanſer. Fünfte

Auflage. Florida

The

Sotarion

St., Buffalo,

Publishing

N.Y.

Brei8:

Company,

Einzeln

105

5 Cts.;

25 Stü> 81.00; 100 Stü> 22.75; 500 Stü> 28.00. Dieſe Weihnachtsliturgie iſt auch engliſch zu haben unter

dem Titel And It Came

to Pass.

Concordia Christmas Cards. 1930 Series. Derſelbe Verlag. Unſer Verlag8haus bietet uns hier zum drittenmal eine neue Serie hübſcher Weihnachtskarten, und zwar die vierte Million. Für jede Karte wird ein Kuvert beigegeben. Papier und Drud ſowie die ganze Ausſtattung wird von Jahr zu Jahr

ſchöner.

Jede Karte iſt neu und mit einem neuen Bild ver-


Miſjſtons-Taube.

Die

176 ſehen.

Die

geſchmadvoll.

Bilder

ſind

Zu

dem

nicht

grell,

Vibelſpruch

ſondern

auf

ſchön

der Karte

ſanft

hat

Contributions

und

Prof.

Received

by the Treasurer.

September 1--30, 1930.

W. G. Pola> einen paſſenden Liedervers geliefert. Der Verkaufsplan iſt derſelbe wie in den vergangenen drei Jahren: unſere Schulen und Sonntagsſchulen haben das ausſchließliche Verkaufsreht. Die Karten werden ihnen in 25 Sets geliefert, die ſie dann für 25 Cents das Set von zehn Karten und zehn Kuverten verkaufen. Auf dieſe Weiſe erzielen die Kinder einen netten Geldgewinn, den ſie dann in die Kaſſe ihrer Schule fließen laſſen oder ſonſtwie nach der Veſtimmung der Schulbehörde verwenden können. So wird ihrer Schule geholfen, und zugleich kommen feine Weihnachtskarten unter die Leute, auf denen das Weihnachtskind genannt wird. Dieſe Karten ſind nur durch unſere lieben Schulkinder erhältlich. Einzelne wollen de38halb ihre Beſtellung nicht direkt an unſer Verlags3haus ſchien. Mögen Millionen dieſer feinen Weihnachtsboten

Received for Colored Jissions from the following colo1ed congregations: Augustana, Alexandria, 825.00; Bethany, Nyland, 4.50; Bethany, Yonkers, 65.00; Bethel, Conover, .55; Bethel, Rock West, 4.63; Bethlehem, Holy Ark, 10.89; Bethlehem, New Orleans, 57.50; Christ, Rosebud, 7.09; Concordia, Lowerstone, 8.00; Concordia, New Orleans, 15.00; Holy Cross, Camden, 7.47; Ebenezer, At-

more,

2.531;

5.62;

Yaith,

Grace,

Mobile,

Concord,

40.00;

1.36;

Gethsamene,

Grace,

Ingomar,

Hamburg,

1.10;

Grace-

Luther Memorial, Greensboro, 14.68; Holy Trinity, Springfield, 30.00 ; Hope, Kings Landing, 8.30; Immanuel, Pen-

Sacola,

9.25;

Mission

at

Immanuel

Lutheran

College,

Greenshoro,

Calvary,

Kannapolis,

hinausgehen in die Welt und ſo Licht und Leben in die Häuſer

623.25; AMission at Bagshi, 1.14; Mission at Catherine, 6.60; Mission at Montrose, 3.87; Mission at Maplesville, 2.18;

Gems

40.00; Mount Calvary, Calvary, Tilden, 8.44; Mount Olive, Catawba,

bringen!

from

the “Chorbuch*''

Edited

by Jl. 1/se, 810

(Burhenn

E. 157th

and I1I1sce). Vol.I.

St., Cleveland,

O.

16 Seiten 9%X7. Zu beziehen vom Heraus8geber oder vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Das von Burhenn und Jlſe vor einem halben Jahrhundert verfaßte „Chorbuch“ hat ſich einer ſolchen Beliebtheit erfreut, daß es fünfundzwanzigmal aufgelegt wurde, In dieſem Jubeljahr hat nun ein Sohn eines der beiden Verfaſſer neun der ſchönſten Lieder herausgegeben, und zwar in engliſcher Sprache. In dem ſechzehnſeitigen Werk finden ſich Lieder für Advent, Weihnachten, Karfreitag, Oſtern, Konfirmation und dergleichen. Dieſe Lieder ſind nicht ſchwierig und fordern keine große muſikalij<he Begabung der Chorglieder. Gems from the Chorbuch koſtet einzeln 30 Ct., das Dußzend 82.75. Convention Year-Book of the Thirty-Eighth International Convention of the Walther League at Cleveland, O., July 13--17, 1930. Erwin Umbach, Editor. The Walther League, 6438 Eggleston

Ave., Chicago, I.

94 Seiten 6X9.

Preis: 81.00.

Jeder, der ſich für die Arbeit unter jungen eſſiert, findet hier intereſſanten und belehrenden

Zagel38 Allerlei. mann H. Lange

Leuten interLeſeſtoff.

Eine Serie von Plaudereien von Zagel. 149 Seiten 54 X84.

Publishing

HerLouis

Co., St. Louis, Mo.

„Zagel8 Allerlei“ iſt das neue Prämienbuch der „Abendſc<ule“ und wird allen Leſern, die ihr Abonnement im voraus zahlen, gratis zugeſandt. Sonſt iſt der Preis 81.00. Zagel iſt der Verfaſſer folgender Schriften:

und

Da38

bilder aus

EE

geſtattet.

und

noch

den

Etwas“,

Vereinigten

iſt mit dem

Purguant

„Aus

Staaten".

Bildnis

“Jack Roostand",

Frühling3tagen“, Dies

des bekannten

„Die3

intereſſante

„NReiſe-

Verfaſſer3

CERTIFICATE.

to a resolution of the 1930 Quincy

Prä-

aus-

America for its fiscal year ended June 30, 1930, and certify that the statement of asset and liability accounts as presented by the Treasurer in his printed report to convention,

and

published

September Jſisgionstaube and with the books of account. In

connection

with

the

in

the

Pioneer,

same

with

this Debenture

St. Louis, Mo., September

the

which

included

the deposits in the bank disbursements by approved special attention was paid was ſloated during the pe-

riod under examination, as well as Coupon Same isSue, which was paid on May 1, 1930.

“in connection ably handled.

in

is in agreement

examination,

the tracing of all receipts to and the substantiation of the vouchers and paid bank checks, to the Debenture Issue which

form

No. 1 of this AIl features

Issue were commend-

19, 1930.

Bern,

A.W. HvGE,'Synodivcal Auditor, Mis8ouri Synod.

7.23;

Mount

Mount Pleasant, 15.00; Mount Mount Carmel, Midway, 1.14; .40; Mount Olive, Tinela, 1.81;

Mount Zion, Bostian Cross Roads, 13.00; Mount Charlotte, 20.00; Our Redeemer, Longmile, 4.16;

Zion, Our

Savior, Possum Bend, 26.20; Pilgrim, Birmingham, 17.43; St. Andrew's, Vredenburgh, 3.69; St. James's, Buena Vista, 2.09; St. James's, Southern Pines, 10.00; St. John's, Joffre, 6.79; St. John's, Salisbury, 15.00; St. Luke's, High Point, 5.75; St. Luke's, Lamison, 7.65; St. Luke's, Spartanburg, 18.00; St. Mark's, Ackerville, 2.30; St. Mark's, Atlanta, 22.00;

St.

Mark's,

Winston-Salem,

6.00;

St.

Matthew's,

Arlington, 11.70; St. Matthew's, Meherrin, 11.01; St. Paul's, Charlotte, 12.00; St. Paul's, Los Angeles, 42.00 ; St. Paul's, Lutherville, 10.00; St. Paul's, Napoleonville, 12.90; St. Paul's, New Orleans, 40.00; St. Paul's, Oak Hill, 3.91; St. Peter's, Cabarrus County, 15.00; St. Peter's, Pine Hill,

4.42;

St. Philip's,

Chicago,

50.00;

St. Philip's,

Philadel-

phia, 25.00; St. Philip's, St. Louis, 115.00; Trinity, Orleans, 30.00; Trinity, Selma, 13.49; Zion, Gold 7.00; Zion, "laits Place, 10.37. Corrections.

Semane,

=-

In

Hamburg,

Semane, Hamburg, liSted “AlisSion at

read

“AMisgion

at

the

October

817.03";

issue

this

was

Should

New Hill,

Iisted

have

“Gethr-

read

101.13." -- In the October issue Union Springs, 84.40''; this Should

Union

Springs,

“Geth-

.30.''

was have

Iiscellaneous: N. N., Suring, Wis., for Negro Missions,

320.00. N. N., Alton, I11., for Students* Fund, 130.00. H. K., Spring Valley, Wis., for Negro Missions, 10.00. A. M. Lembach, Brooklyn, N.Y., for Negro Students, 20.00.

Per

Concordia

Publishing

House,

from

Joseph

Bense-

mann, Upper AMontere, Nelson, New Zealand, for Negro AMissions, 5.70. From Syuvodical Conference Congregations

in Sibley County, Minn., for Chapel at Vredenburgh, Ala.,

319.30. Mrs. William F. Goerss, North Tonawanda, N.Y., for Negro Missions in the South, 5.00. TuiEo. W. ECKHART, Treasurer.

Conven-

tion of the Synodical Conference I have examined the books and records of the Board for Colored Iſissgions of tre Evangelical Lutheran Synodical Conference: of North

the

New

Bitte zu beachten!

Man

wolle gütigſt den Adreßſtreifen auf dem Blatt anſehen und

beachten, ob das Abonnement

abgelaufen

iſt oder bald

ablaufen

“Nov 30" bedeutet, daß das Abonnement jetzt abgelaufen iſt.

bezahle gütigſt an ſeinen Agenten

vrompt,

damit

die Lieferung

nicht

wird.

Man

oder direlt an uns, und zwar

unterbrochen

zu

werden

braut.

Es dauert dur<ſchnittlich zwei Wochen, bis der Adreßſtreifen dem Blatt die Adreßveränderung oder Quittung aufweiſt.

auf

Bei Entrichtung ſeines Abonnement3 erwähne man gütigſt immer, welches Blatt man wünſc<t, und gebe Namen und Adreſſe an (alte und neue, wenn es ſih um Adreßveränderung handelt). CONCORDIA PUBLISHING HOUSE, St. Louis, Mo. =

Die „„Miſſion8-Tanbe““ erſcheint einmal

in Beig

Von D

mit emerge WSCLemp a I

monatli<.

Der Preis

folgenber:s 7 ky EE SSESEEEOGESEEL OEL EBD EE 50 Cts.

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10 Expl. an auſwärts an eine Adreſſe 40 Cts. pro Expl.

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Briefe, welche Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder uſw. enthalten, ſende man unter der Adreſſe: Concordia Publishing 1Uouse, St. Louis, Mo. Alle

die Nedaktion

betreſſenden

Einſendungen

ſind zu richten

an

Rey. C. F.

Drewes, 3558 S8. Jeſferson Avenue, St. Louis, Mo. ; alle Geldbeträge ſür die Negermiſſion an den Kaſſierer, Ur. Theo, W. Eckhart, 3558 S8. Jefferson Avenue, St. Louis, Mo. ß


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42]

Miſſionszeitſchrift der Evangeliſc<-Lutheriſchen Synodalkonferenz von Nordamerika. Published monthly by Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Subseription price, 50 ets. per annum anywhere in the world, payable strietly in advance, Entered as Second-class matter at the Post Oflice at St. Louis, Mo., under the Act of March 3, 1879. Acceptance for mailing at special rate of postage provided for in Section 1103, Act of October 3, 1917, authorized on July 5, 1918.

Dezember

52. Jahrgang. „Wie

hat doc

Gott die Europäer

ſo lieb!“

Letzten Sonntagnac<hmittag (29. Oktober) ſaß ih, ſo erzählt Miſſionar O. Lädrach, zwei Stunden und nod) länger in der Martinskirc<he zu Baſel, um dem Konzert des <riſtlichen Sängerbundes zu lauſchen. Neben mir ſaß, warm in den ungewohnten Wintermantel gehüllt, der wackere Katedjiſt Akwa, der von der Goldküſte einen „Abſtecher“ na<h Europas Wunderlanden gemacht hat, um hier einem Miſſionar bei ſeinen Spracharbeiten behilflich zu ſein. Vor der Kir<he draußen ſagte er: „Meiſter, wird's nod) kälter werden, al3 e3 heute iſt?“ „Gewiß, der Winter iſt ja nod) gar nicht da“, lautete meine Antwort an den frierenden Tropenſohn, worauf er meinte, ja, dann Tönne er es wohl nicht mehr lange aushalten. Aber da3 Frieren und Fröſteln meines ſchwarzen Freundes dauerte nicht lange. Als die Orgel ihren ehernen Mund auftat, als der Geſamt<or mit wohl 200 Sängern aus friſcher Bruſt die vom driſtlichen Geiſt und Leben getragenen Lieder und kernigen Melodien vortrug, al3 die Hörner den frohen Marſd) erXlingen ließen und ſogar eine Dirigentin mit ſicherer Hand den Taktſto> führte, um mit ihrem Töchter<or Ehre einzulegen, da war die Angſt vor des Winters Kälte verflogen in des Afrikaners8 Herz und Sinn, und dafür war bei ihm eingezogen diejenige Herzen3wärme und Leben3temperatur, die ſich aus dem Chriſtenherzen nicht in Reaumur- oder Celſiu3-Graden herausleſen läßt. Flugs3 hatte er ein Blatt Papier

1930.

Ur. 12.

herausgezogen und fing an zu „kripſeln“ und zu ſchreiben, damit er ja nichts vergeſſe von den vielen Eindrücken, die „kompagnieweiſe“ auf ihn einſtürmten, und damit er gewiß auch alles dereinſt ſeinen ſc<warzen Mitchriſten auf der Goldküſte melden könne. Aber gleichzeitig mit der Freude beſchlid) leiſe und langſam, aber um ſo gewaltiger, aufrichtige Trauer das Herz des afrikaniſchen Konzertbeſu<her35, und Tränen rollten über die ſchwarzen Augen herab: „Hier in Europa iſt's heller, lichter Morgen, und bei uns in Afrika iſt nod) ſo viel dunkle Nacht!“ Die Drgel war ſtill geworden und der letzte Trompetenton verklungen. Akwa und id) gingen heim an den warmen Ofen. In Gedanken aber weilte ich draußen am afrikaniſchen Palmenſtrand, wo ſo viele, viele Neger mir und meinen Amtsbrüdern es ſchon geſagt haben und immerfort nod klagen: „Wie hat dod) Gott die Europäer ſo lieb! Und wir, wir Neger, wir ſind zu bedauern; bei eud) in Europa iſt'3 lichter Tag, bei un35 aber no< dunkle Finſterni35.“ Ja, ſo iſt's, wir Europäer leben im Überfluß des Worte3 Gottes und genießen in vollen Zügen den Segen einer <hriſtlicen Kultur. Wie viel Werke der dienenden Liebe gibt e3 bei uns, wieviel religiöſe Veranſtaltungen, wieviel Geiſte3arbeit in geſunder Wiſſenſ<haft und driſtliher Preſſe; wie groß iſt der Saß .in <riſtlicher Literatur! Wer will und kann da alles aufzählen! Und wo iſt der Dank dafür, daß wir's ſo gut haben? Daß der Zeitgeiſt das Kreuz umbrandet !


178

Die

Miſſions-Taube.

und die Giſcht der Sünde ſchamlos weiter ans Kreuz hinaufſprißt. Und

draußen

in

Afrika

warten

Hunderte

und

„Seelenſtruktur“

des

Tauſende auf die Weihnacht5botſ<haft und die Kunde vom Kreuz, und aud) ſie ſind fähig, nac) dem Maß ihrer Kräfte geiſtige Kultur aufzunehmen, ſo wahr al35 unſere Seelen den ihren verwandt ſind und ihre und unſere Seelen verſchieden von den Seelen der Tiere.

Denn

niemals

iſt die

afrikaniſchen Neger3 derjenigen des Tieres gleich. Er hat Denk- und Urteilsvermögen; und nur die äußere Erſ<einung zu bewerten, iſt ein fataler Nechnungs3-

Au3

der Negermiſſion.

Herr P. Walter Höne>e, ein Glied der Kommiſſion für Negermiſſion und Scriftleiter de8 „Cv.Luth. Gemeindeblatt5“, des deutſ<hen offiziellen Organ3 der Wisconſinſynode, liefert in der Nummer vom 2. November dieſes Blatte3 einen zuſammenhängenden Bericht über unſere Negermiſſion, den wir hier zum

Abdruck

bringen,

obwohl

er einige

Sachen

enthält, die bereits in der „Miſſionstaube“ erſchienen ſind. Der betreffende Artikel lautet, wie folgt: Am 8. und 9. Oktober fand wieder eine Verſamnmtlung der Geſamtkommiſſion für Negermiſſio1: ſtatt. Wie ſonſt in den lezten Jahren, wurde auch dieſe Ver-

jammlung Publishing Wohl jammlung

in einem Komiteezimmer im Concordia House zu St. Louis, Mo., gehalten. das wichtigſte Geſchäft, das dieſer Vervorlag, war die Verhandlung über einen

. etwaigen Yield Secretary,

der P. Drewes,

der wegen

ſeines körperlichen Zuſtandes das viele Umherreiſen nicht mehr vertragen kann, dieſe Neiſen abnehmen, beſtändig auf den Miſſion38feldern ſi< aufhalten und dieſe inſpizieren ſoll.

„Draußen

in Afrika

warten

Hunderte

und

auf die Weihnachtsbotſchaft.“

Tauſende

fehler. Laß ihm Zeit zur Entwieklung in geſunder <hriſtliher Atmoſphäre und laß did) nicht durch irgendeine antimenſ<lihe Meinung in Feſſeln ſ<lagen. Freue did in der bevorſtehenden Weihnacht3zeit der Liebe Gotte3; aber denke in Dankbarkeit daran, daß Gott aud die Neger und die Chineſen und die Hindu38 geradeſo lieb hat. Freue dic< der Weihnadhts8kerzen und hilf mit in deiner Weihnadtsfreude, daß es auh in Afrika bald lichter Tag wird und da38 wahre Licht anbricht; denn in Chriſto und um Chriſto willen hat Gott alle Kreaturen lieb und will, daß allen geholfen werde.

Na

längerer Beratung

wurde

beſchloſſen, das Amt eine3 Yield Secretary nit einzurichten. Der Grund dafür, daß die Entſcheidung dahin ausfiel, war der: das geſamte Gebiet der Negermiſſion iſt ſo aus8gedehnt, daß es einem Mann allein nicht möglid) iſt, alles, Schulen und Kirchen, in einer wirkſamen Weiſe zu beaufſichtigen. Anſtatt der Einrichtung dieſes Amte3 wurde beſchloſſen, zwei Superintendenten zu berufen, einen für das Alabama-Feld, einen für das Südöſtliche Feld, dem in der Zukunft alle vereinzelten Gemeinden außerhalb dieſes Feldes mit Au38nahme der Gemeinde in California einverleibt werden ſollen. Für das Südöſtlihe Feld wurde Prof. W. Gehrke von unſerm College in Green3boro, N. C., gewählt, für das Alabama-Feld P. Weſtcott, der ſ<on längere Zeit in dieſem Felde ſteht und dort au zeitweilig das Amt eines Superintendenten verwaltet hat. Da P. Weſtcott zur Zeit der Verſammlung in St. Louis war, wurde er ſogleich von ſeiner Erwählung benadridtigt. Er nahm dieſelbe an. Eine weitere Wahl, die vorlag, aber nicht beendet wurde, war die Erwählung eines Laiengliede38, um Herrn Theo. E&>hart3 Stelle in der Kommiſſion und da3 bi3her von ihm verwaltete Shaßmeiſteramt der Negermiſſion zu übernehmen. Herr Theo. E>hart, der Finanzſekretär der Miſſouriſynode, verwaltete in den letzten Jahren auh die Kaſſen der Negermiſſion, und zwar mit vielem Geſchik und großer Treue. Da aber die Kaſſen ſeiner Synode


Die

Mijſrons-Taube.

ſeine ganze Zeit und alle ſeine Kräfte in Anſpruch nehmen, ſah er ſich genötigt, das Schaßmeiſteramt der Negermiſſion niederzulegen.

Jn Anerkennung

ſtehung

Amt

paſſenden

Männern

umzuſehen

die Fortſchritte

der von ihm

ge-

Prof. Jone3

ſtudierte auf der Univerſität von Jowa. Schon während ſeines Studiums bedrückte ihn die große Un-

ſeines

wiſſenheit ſeiner Raſſegenoſſen, und e3 entſtand ein brennendes Verlangen in ihm, etwas für ſein Volk zu

tun. Dieſem Verlangen leiſtete er Folge, gleich nacdem er ſeine Studien an der Univerſität beendet hatte. Er begab ſich nach Miſſiſſippi, feſt entſchloſſen, dort eine Anſtalt ins Leben zu rufen. So kam er nach Piney

Woods,

rief die in der Umgegend

Neger zuſammen Anſtalt gründen

wohnenden

und ſagte ihnen, daß er dort eine werde. Man verlac<hte ihn und

fragte, wie er denn ohne Mittel, ohne Land

und

dann im Namen der Kommiſſion zu wählen. Endlid) fand auc die üblihe Beamtenwahl ſtatt. Die bisherigen Beamten wurden ohne Au3nahme wiedergewählt: P. O. Böcler als Präſident, P. L. Wisler als Vizepräſident, P. E. Wilſon als Sekretär. Außer den Wahlen wurden, wie e3 aud ſonſt üblich iſt, verſchiedene andere Geſchäfte erledigt, 3. B. Gehaltz5erhöhungen, dieſe und jene Anordnungen uſw. E35 ſei no< erwähnt, daß P. J. A. Moldſtad von Chicago, der bei der lezten Sitzung der Synodalkonferenz an Stelle von P. J. Thoen ernannte Vertreter der Norwegiſhen Synode im Verwaltungsrat der Negermiſſion, zum erſtenmal an den Sitßungen teilnahm. Am Nachmittag de3 erſten Sißungstage3 erlebte die Verſammlung etwas ungemein Intereſſantes. Einer Einladung zufolge war Prof. Jones, der Gründer und Leiter einer großen Anſtalt für Neger, die in Piney Wood3, Miſſ., gelegen iſt, zugegen. Über dieſe Anſtalt in Piney Wood3 iſt ja im „Gemeindeblatt“ ſ<hon früher geſ<rieben worden. Unſere Leſer werden ſich erinnern, daß wir ſeit einiger Zeit au in Piney Wood3 Miſſion treiben, daß der Verwaltungs3rat der Negermiſſion P. G. Schmidt, früher Superintendent des Alabama-Felde38, nunmehr nad) Piney Woods geſandt hat, um dort in der Anſtalt und in ihrer Umgebung als Miſſionar tätig zu ſein, nachdem Prof. Jone3 un3 herzlic<h dazu eingeladen hatte. P. Schmidt ſteht jekt in Piney Wood3

und arbeitet mit ſichtlihem Erfolg.

über

gründeten und biSher geleiteten Anſtalt.

Dienſte3 und ſeines Eifer35 um die Negermiſſion wurden Herrn E>&hart Danke5reſolutionen überreicht und dazu von den Gliedern des Board ein Andenken geſtiftet. Außerdem wurde er zum Ehrenmitglied de3 Verwaltung3rates der Negermiſſion ernannt. Die Berufung eines Nachfolger3 für Herrn E&Xhart kam, wie ſc<hon geſagt, bei dieſer Verſammlung nicht zuſtande. Zwar wurde aus einer bereits vorliegenden Kandidatenliſte einer erwählt, do<h mußte dieſer, von ſeiner Wahl benachrichtigt, aus zwingenden Gründen ablehnen. E35 wurde darauf kein weiterer Verſuch gemacht, einen Nachfolger für Herrn E>hart zu erwählen, ſondern e8 wurde beſchloſſen, das Lokalkomitee zu inſtruieren, ſic) nah weiteren für da3 zu beſezende

und

179

;

Prof. Jones iſt ein Farbiger und madt einen ungemein guten Eindru>. : In einer längeren Anſprache, der alle mit großer Aufmerkſamkeit folgten, erzählte er uns einleitend etwa8 über die Ent-

und

Ge-

Bud

und

bäude eine Anſtalt gründen wolle. Den Zweifelnden erwiderte Prof. Jone35: „J< habe gebetet und hoffe, daß Gott mir helfen wird, mein Vorhaben auszuführen. Morgen eröffne ich meine Sc<ule und bitte eu, eure Kinder zu mir zu ſchien, damit ſie etwa3 lernen.“ Am nächſten Tag eröffnete Prof. Jone3 ſeine Scule

unter

einem

Baum

mit

einem

einem Schüler. Da3 war der Anfang. In der Nähe ſtand ein altes, halbverfallenes und ſeit Jahren unbewohntes Blo>haus, das zudem von ſeinem bi3herigen Eigentümer kaum mehr beanſpruht wurde. Dieſes Blo>haus richtete Prof. Jone8 mit Hilfe umwohnender Neger für ſeine Zwecke her und verlegte dann ſeine Sc<hule in dasſelbe. Seine Schülerzahl wuchs.

E3 konnte natürlich nicht ausbleiben, daß au die in der Umgegend wohnenden Weißen auf Prof. Jone3" neue3 Unternehmen aufmerkſam wurden; und da dieſe verſtändig genug waren, den Nuten dieſe3 Unternehmen3 einzuſehen, legten ſie demſelben niht nur nicht3 in den Weg, ſondern waren willig, Prof. Jone3 zu unterſtüßen und ſein Werk zu fördern. Prof. Jone3 hatte Freunde gewonnen. Mit Hilfe dieſer gelang e3 ihm, für ſeine Schule einen großen Landkomplex koſtenfrei zu erhalten, dem ſpäter eine weitere Landſc<enkung folgte, ſo daß die Piney Wood3-Anſtalt heute über einen Landbeſitz von 1,500 Aer verfügt. Außerdem erhielt Prof. Jone3 nach und nad) von vielen Seiten her viele, oft reiche Geldgaben, wodur<h es ihm möglid) wurde, die großen und praktiſch eingerichteten Gebäude zu errichten, die ſeine Anſtalt heute umfaßt. Die Anſtalt wird, wie. Prof. Jone3 berichtete, zum Teil dadur< erhalten, daß der Anſtalt jährlich von außen her an 890,000 zufließen; dazu wird auf dem zur Anſtalt gehörenden Land ſo viel an Leben3mitteln gezogen, daß nicht nur die Anſtalt reichlid) verſorgt iſt, ſondern au< no< etwas zum Verkauf übrig-


Miſſtons-Taube.

Die

180

bleibt. Alle3, 'wa3 heute an Reparaturen, Verbeſſerungen, Bauten uſw. nötig iſt, wird durd) die Schüler der Anſtalt mit Hilfe von Lehrern ſelbſt beſorgt. Prof. Jone3 ſcheint ein tüchtiger und umſictiger Organiſator und Leiter zu ſein, der genau weiß, was er will, und aud) weiß, wie er es ausführen

kann.

Dieſe Anſtalt wird von faſt vierhundert Schülern beſucht. Dieſer ſtehen über dreißig Lehrkräfte zur Verfügung, von denen ein Teil in praktiſchen Fächern, Landarbeit und allerlei Handwerk, unterweiſt. Den Schülern wird demnad in dieſer Schule nicht nur die Gelegenheit geboten, ſic) ein tüchtiges elementares Wiſſen anzueignen; ſie können auch ein Fa) erlernen, je nachdem ſie Neigung haben. Au3 dem Geſagten läßt ſic erſehen, daß Piney Wood3 ein Seitenſtü> zu der Negeranſtalt in TuSkegee, Ala., iſt, die von dem wohlbekannten Neger Booker T. Waſhington gegründet wurde; nur daß die Anſtalt in Tuskegee bedeutend älter und größer iſt. Al3 Prof. Jone3 während ſeiner Anſprache auf unſere Miſſion in Piney Wood3 zu ſprechen kam, konnte

man

ſeinen

Worten

anmerken,

daß

er

den

Wert gerade unſerer Miſſion3arbeit voll und ganz erkennt. In ſehr anerkennender Weiſe ſprach er ſich über unſern Miſſionar G. Schmidt aus und zollte ihm wie aud ſeiner Arbeit ein hohe3 Lob. Troßdem P. Schmidt nur kurze Zeit in Piney Wood3 iſt, hat Prof. Jone3 doc ſc<on gemerkt, daß zwiſchen un3 und andern Gemeinſchaften ein großer Unterſchied beſteht; er betonte dies mehrere Male in ſehr energiſcher Weiſe. Zwar ſieht Prof. Jone3, was wohl aud) nicht ander3 zu erwarten iſt, nod) nicht klar, wo eigentlich der Unterſchied zwiſchen andern und uns liegt, nämlich in der Lehre von der Nedtfertigung, daß wir nicht dur< die Werke vor Gott gere<ht werden, ſondern allein aus Gnaden, durc< den Glauben an ZEjum Chriſtum, dur< den wir die uns zugerednete Gerechtigkeit Chriſti ergreifen; aber er ahnt, daß ein bedeutender Unterſchied vorliegt; er ſagt: Unſere Lehre iſt tiefer. E3 war ungemein feſſelnd, anzuhören, wie Prof. Jone3 ſich gerade über dieſen Gegenjtand des längeren ausSſprad; er iſt eigentlich Glied der Epiſkopalkirde. Prof. Jone3 würde gerne ſehen, wenn die Synodalkfonferenz die Anſtalt in Piney Wood3 übernehmen würde. Dieſer Wunſd< entſpringt bei dem Profeſſor nicht etwa finanziellen Erwägungen oder dem Wunſch, die Laſt, die auf ihm liegt, gerne an andere abzugeben; er denkt vielmehr, wie er ſelbſt ſagte, ſeit vor zwei Jahren ſeine Frau ſtarb, de3 öfteren daran, daß auch er einmal ſterben muß; und da mödte er bei-

zeiten ſeine Anſtalt in ſihere Hände legen.

Auf der Verſammlung der Synodalkonferenz im lezten Auguſt iſt ja darüber geredet worden, ob e3 angebracht ſei, die Anſtalt in Piney Wood3 zu übernehmen; dod) erkannte man, daß das bei der gegenwärtigen finanziellen Lage nicht ausführbar ſei. Vielleicht läßt es ſich ſpäter

einmal

ausführen.

IJn-

zwiſchen wird in Piney Wood3 -- ſo wurde un3 von Prof. Jones wiederholt verſichert =- die Einrichtung, die gegenwärtig beſteht, bleiben, daß nämlich P. G.

Schmidt

in der

Anſtalt

wie

auch

in

der

Umgebung

RoligionSunterricht erteilt und in den Gottesdienſten predigt. Somit haben wir jetzt nach langen vergeblichen Verſuchen einen feſten Halt im Staate Miſſiſ-

ſippi gewonnen.

:

Zum Schluß ſei noh erwähnt, daß im Einklang mit einem Beſchluß, der auf der lezten Verſammlung der Synodalkonferenz gefaßt wurde, vom Verwaltung5rat der Negermiſſion ein Komitee eingeſeßt wurde, um die Frage gründlid) zu ſtudieren, wo man etwa am beſten mit einer Miſſion in Afrika beginnen könne. Dieſes Komitee ſoll, wenn möglich, im nächſten Frühjahr berichten. Der HErr aber wolle ſeine Gnade über unſerer Negermijſion walten laſſen!

Erſtaunlicher Fortſchritt des amerikaniſchen Negers. Herr Wilbur, Sekretär de3 Innern, hat unlängſt in einer Anſprache den Fortſchritt de3 Neger3 als phänomenal geſchildert. Er erklärte: „Es gibt kein Bild in der Geſchichte des Unterricht3, da3 erſtaunliher wäre al38 das des amerikaniſchen Bürger3 der Negerraſſe.“ Herr Wilbur ſagte, daß das Unterricht3büro im Departement des Innern ſic bemüht, die Lage des Neger3 zu verbeſſern; au ſprach er die perſönliche Überzeugung aus, daß Unterricht e8 dem farbigen Mitbürger ermöglichen werde, „nicht nur eine geſiherte ökonomiſche Stellung zu erringen, ſondern aud) ſein volles Teil als Bürger zu tun“. „Während im Jahr 1860 die Neger vorwiegend in ländlichen Gegenden lebten und da38 Land zumeiſt im Beſiß anderer Leute war, haben wir jezt Zehntauſende von Wohnungen und Farmen, die Negern gehören, und ein Drittel der Raſſe wohnt in unſern Städten ſtatt auf dem Land.“ Da3 Kabinett5mitglied ſagte ferner: „Der Neger bewährt ſich in allen Beruf3arten; einige haben ſich ausgezeichnet als Advokaten, al3 Ärzte, als Zahnärzte und als Lehrer. Andere haben Verwaltungstalent an den Tag gelegt.“


Die Wiſſions-Taube. Unſere

vier

farbigen Albert

Sohn

des

Albert

Predigtamtskandidaten. Dominic>. Dominik

ſeiner

Gattin

das Immanuel Lutheran College in Green3boro,N. C.

1927

in

vikarierte

Philadelphia,

(1927-1929),

Albert

Pa.,

während und

in

des

Sommer3

Buffalo,

N.

Y.

war Aushelfer in GreensSboro wäh-

Domini>.

Harvey J. Lehman.

rend des Schuljahr3 1929-1930; beſtand ſein theologiſ<es Examen am 30. Mai 19380, wurde am 6. Juli von P. E. H. Wildgrube in der St. Paulskir<e zu New Orlean3 ordiniert und am 13. Juli 1930 von Miſſionar A. Dreier eingeführt in den Gemeinden zu Holy Ark und Joffre, Ala. Er dient aud) als Vakanzprediger

Lehman und die beiden Robinſon3 wurden an ein und demſelben Tag konfirmiert, traten am ſelben Tag in das Luther-College

und

Felicie, geb. Lucien, geboren am 15. Oktober 1907 in New Orleans, La. ; getauft in der St. Paulskir<e von Miſſionar F. J. Lankenau, konfirmiert in derſelben Kirche im Frühjahr des Jahre3 1920 von Miſſionar Miles Gebauer; beſuchte die St. Paulsſchule, eine öffentliche Schule in Chicago (1919-1920), da3 Luther-College in New Orleans (1920-1925) und (1925-1927);

181

in TuSkegee.

Harvey J. Lehman. Sohn des Paul M. Lehman und deſſen Gattin Harriet, geb. Thompſon, geboren am 10. Oktober 1905 zu Manſura, Avoyelle3 Pariſh, La., getauft am 20. November 1905 in der dortigen St. Pauls3kir<he von P.F. W. Wenzel und konfirmiert am 24. März 1918 von P. Wilfred Tervalon. Er beſuchte die dortige Miſſion3ſchule von 1912 bis 1919, da3

KLuther-College von 1920 bi8 1924, das Immanuel Lutheran College von 1926 bi3 1930, vikarierte im

Sommer 1927 in Green3boro, hielt 1927 und 1928 Schule in Trinity, New Orleans, und beſtand ſein

theologiſches Examen in Green3boro am 30. Mai 1930.

und

ins Immanuel

l.utiheran

College ein, graduierten am ſelben Tag, wurden am ſelben Tag und in derſelben Kir<e von demſelben Paſtor ordiniert und am ſelben Sonntag in ihren Gemeinden eingeführt, Lehman in Selma, Ala. Luther Sohn

des

Willie

Robinſon. Louis

Robinſon

und

ſeiner

Gattin Carrie Thompſon wurde am 28. Juni 1905 in Manſura geboren und am 30. Juli von P.F. W. Wenzel getauft. Seine Einführung als Hilfspaſtor und

Lehrer

in

Trinity,

New

Orleans,

wurde

P. E. H. Wildgrube am 13. Juli vollzogen.

Luther Robinſon.

De

Witt

von

Nobinſon.

De Witt Robinſon. Bruder des Luther Robinſon, am 12. Oktober 1906 zu Manſjura geboren und am 27. November von P.F. W. Wenzel getauft. Er hielt 1928 und 1929 Sdule in ſeiner Heimatgemeinde. Am 14. Juli 1930 wurde er als Hilfspaſtor in den Gemeinden zu King3 Landing und Maplesville, Ala., eingeführt. Gott ſeße dieſe vier jungen Miſſion3arbeiter zum Segen für viele! C.F. Drewes. China.

öffentlich zum

Der

Landespräſident

Chriſtentum

Chiang

übergetreten

Kai-ſhek

und

iſt

hat ſich

am 23. Oktober in Shanghai von einem djineſiſchen Paſtor taufen laſſen. =- Da3 Miniſterium des Innern gibt an, daß China jekt 500 Millionen Einwohner

habe. =- Da3 Land hat jekt 12,335 Meilen Eiſenbahnen. In ſe<h3 von den achtzehn Provinzen jedoch

gibt e3 keine Bahnen. =- Die amerikaniſche Regierung

hat ihre Bereitwilligkeit erklärt, ihre extraterritoriellen Rete

in China

Bedingungen

fallen

erfüllt.

zu laſſen,

falls China

gewiſſe


Die

182 Heimgang

unſer3

WMiſſtions-Taube.

treuverdienten

Stadtmiſſionar8

F. W. Herzberger.

Nun ruhſt du aus vom Werk der Miſſion, Gingſt heim zu deines Heiland3 Ehrenthron, Nad) allem Kreuz die Krone zu empfangen. „Wer hier mir hat gedient“, ſprach Gotte8 Sohn, „Der wird aud dort mit reichſtem Gnadenlohn Vor meinem Vater ſtehn und herrlidh prangen.“

So warſt du Tag und Nacht, durc<h Wort und Tat, Al3 Lehrer, Helfer, Tröſter, weiſer Rat Eifrig zum Wohl der Elenden beſchäftigt. Und wie hat Gott auf langem Wanderpfad So reich gekrönt ſol<h edle Liebesſaat Und all dein Tun recht al38 ſein Werk bekräftigt!

In ſolhem Dienſt verzehrteſt du die Kraft; Do<h Gott hat Große3 durd dein Werk geſchafft In Kerkern, Hoſpitälern, Armenſtätten. Den Sdcädern ſien dein Licht in dunkler Haft; Troſt gabſt du allen, deren Mut erſc<lafft', Warſt Seelenarzt an ſ<weren Sterbebetten.

Gott Lob, der dich berief zum Pionier, Auf wüſtem Feld im weiten Stadtrevier Viel Tauſenden das Wort des Heils zu bringen! Im Namen Gottes warfſt du auf Panier; Die Loſung hieß: „Mein HErr, id folge dir!“ Drum gab er deinem Werk au< Wobhlgelingen.

Weil Gnade dich aus tiefer Sündennaht Errettet und zum Heiland hatt' gebracht, So glühtie au dein Herz ſo voll Verlangen, Zu preiſen JEſu heiße Liebe3macdht, Die ſelbſt den ärgſten Sünder hat bedacht, In ihm da3 Leben, Frieden zu erlangen.

O reicher Segen, der vom Himmel3zelt Herabfloß auf die Ärmſten dieſer Welt Durd) all dein Sinnen, Planen, Wirken, Streben! Erſt droben, wenn der Vorhang plöklich fällt, Der HErr der Ernte ew'ge Scheidung hält, Wirſt du die Garben ſhaun, von Gott gegeben.

Selbſt für verwaiſte Kinder ſorgteſt du, Den Alten ſchufſt du ſüße Abendruh', Auch ein Geneſungsheim den ſiehen Kranken. Tabeenhilfe fiel dir reichlich zu; Viel" Frauen füllten dir die Armentruh'; Auch Phöbe3 Dienſt trat liebend in die Schranken.

Nun biſt du heim und ruhſt in Gottes Hand; Der Kampf iſt aus, du ruhſt im Friedensland, Ruhſt in de3 Heiland3 treuen Liebe3armen. O ſ<lummre ſanft, bi3 du vom Grabe3rand Aufleuchteſt in der Sterne Prachtgewand Und jauchzend rühmſt das ewige Erbarmen! !

Friedrich Wilhelm Herzberger. 1.

Als die „Miſſion3taube“ in der Oktobernummer

den Tod de3 langjährigen Stadtmiſſionar3 Herzberger meldete, verſprad ſie zugleich, ihren lieben Leſern ein Leben3bild de3 Entſc<hlafenen zu bringen. Da3 ſoll nun hiermit geſchehen. Der ſelige Herzberger iſt es wohl wert, daß ihm in dieſem Miſſion3blatt ein Ehrendenkmal geſekt wird. Er war nämlid) niht nur Reiſeprediger und Miſſionar, ſondern er war aud der erſte Stadtmiſſionar innerhalb unſerer Ev.-Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika und hat als ſolcher mehr al3 dreißig Jahre in großem Segen gearbeitet. Ja, er war e3 aud, der den Anſtoß dazu gegeben hat, daß unſere Mitchriſten in mehreren Großſtädten unſer3

Landes Stadtmiſſionen gegründet haben. Geburt

und

Kindheit.

Friedrich Herzberger wurde am 23. Oktober 1859 in Baltimore, Md., geboren als Sohn eine3 lutherij<h<en Prediger3. Sein Vater war Friedrich Adolf Herzberger und deſſen Gattin Eliſabeth, geb. Koh. In der heiligen Taufe erhielt er die Vornamen Friedrich Wilhelm.

O. R. Hüſc<hen.

Sein Vater war Kaplan im Bürgerkrieg, in dem er ſeine Geſundheit in dem Maße ſ<wäcte, daß er ſtarb, als ſein Sohn Friedrich zwei Jahre alt war. Die fünf Kinder kamen: zu Verwandten und wurden von dieſen erzogen. Der kleine Friedric) wurde von ſeinem Halbbruder Adolf aufgenommen. Dieſer war Paſtor der VYirst St. Paul's Church in Pitt3burgh, Pa. Jett ſteht unſer Paſtor Ernſt Brand an dieſer Gemeinde al3 Nachfolger ſeines Großvater3 P. Peter Brand. Nad) vorangegangenem Scul- und Konfirmandenunterricht wurde der Knabe von ſeinem Bruder im Jahr 1873 konfirmiert. Wir hören, daß Frau Anna Rohrkaſte, die jezt noh in Pitt3burgh lebt, in demſelben Jahr konfirmiert wurde. Nad ſeiner Konfirmation hieß es dann Geld verdienen. Der halbwaiſe Knabe mußte hart arbeiten. Dann begab er ſic zu ſeiner Mutter, die in Waſhington wohnte. Sein ſeliger Vater hatte vor ſeinem Tod auf ein Blatt Papier geſchrieben: „Frit ſoll Paſtor werden.“ So bezog er nad) Oſtern 1875 unſere höhere Lehranſtalt zu Fort Wayne, Ind. Der vierzehneinhalb Jahre alte Schüler wurde in die Septima auf-

Septima heißt die ſiebte, nämlich die genommen. ſiebte Klaſſe. Da er ein begabter Junge war und ein überaus gute3 Gedächtnis beſaß und überdies einen

eiſernen Eifer und Fleiß an den Tag legte, machte er


Die

UHijſtons-Taube.

ungemein ſchnelle Fortſchritte. Am Ende des S<uljahr3 1875--76, alſo nad etwa fünfzehn Monaten, hatte er bereits die Quarta oder vierte Klaſſe abſolviert =- vier Klaſſen in fünfzehn Monaten! Er war wahrſcheinlich einer der beſten Schüler, von denen der Nachtwächter im College erzählte, daß ſie abend3 nach der Inſpektion wieder aufſtanden, ſchwarzen Kaffee kochten und tranken, um wad) zu bleiben, und dann - bis nach Mitternacht ſtudierten. P. A. Pfotenhauer zu Addiſon, JZU., ein Klaſſengenoſſe Herzberger3, teilt uns folgende Erinnerung mit: „Al3 ich 1878 nach Fort Wayne kam und in die dortige Prima eintrat, lernte ich bald den ſeligen Herzberger kennen. Jd fühlte mich zu ihm hingezogen wegen ſeines freundlichen Weſen5. Bald ſaß ich zu ſeinen Füßen als Schüler. Er erbot ſich, mich in der engliſ<en Sprache zu unterrichten. Da3 geſchah theoretiſQ; und praktiſc<. Was3 ich im Unterricht lernte, wurde praktiſch getrieben bei den täglichen Spaziergängen. Da3 ganze Jahr hindur< war er auf dieſe Weiſe mein Sprachlehrer. „Herzberger hatte ein tiefe Gemüt; hin und wieder war er etwa3 ſ<wermütig. Dann wurde ich ſein Lehrmeiſter und verſuchte ihn aufzurichten. Auch in St. Louis hielten wir Freundſchaft, do<h nicht ſo intenſiv wie in Fort Wayne, da er in einem andern Flügel des Seminargebäude3 wohnte. Er war ein fleißiger Student, und ſchon damal3 zeigte ſid) ſeine

183

immer nur liebevoll „Papa“ Hanſer. Dieſer hielt ſtets große Stücke auf ihn. Daß Herzberger Fort Wayne und unſerer dortigen Concordia nod in ſeinem Alter ein liebevolles Andenken bewahrte, beweiſt ein ſc<öne3 Gedicht, das er vor etwa fünfzehn Jahren verfaßt hat. Am Ende des Schuljahr5 1878--79 machte Herzberger in Fort Wayne Examen und bezog dann im Herbſt das theologiſ<e Concordia-Seminar in St. Louis, um ſich auf das heilige Predigtamt vorzubereiten. Damals war es no< Mode, daß die Studenten

Jhöne Predigtgabe.“

D. Theo. Bünger in St. Paul, Minn., ſchreibt: „Die Kunde von dem Abſcheiden meines lieben Klaſſengenoſſen Herzberger bra<hte mir einen oder den andern Charakterzug de3 Seligen in8 Gedächtnis. Er war als Schüler und Student ſtet3 tätig und arbeitsfreudig, dabei aufopferungs5willig und -- fähig. Er war einer, der voranging, der eine leitende Stellung einnahm. Aud ſeine Dichtergabe zeigte ſich ſhon damal3; mande intereſſante Frucht ſeiner Muſe in engliſcher Sprache hat er mir vorgeleſen. Gleich in den erſten Jahren ſeiner Amt35wirkſamkeit war er reichlich geſegnet mit dem ſüßen Kreuz; aber er verlor das freudige Gottvertrauen nicht. „Es überraſchte mid) nicht, als ih ſpäter von feiner vielſeitigen Tätigkeit hörte, die ganze Gemein-

den und Körperſchaften zur Opferwilligkeit anſpornte,

und von ſeiner raſtloſen Arbeit für die leidende Menſ<heit. Wer ihn al3 jungen Mann gekannt hat, würde etwa eine ſolc<he Geſtaltung ſeines Lebenslaufes erwartet haben.“ In dem damaligen Direktor der Fort Wayner

Anſtalt Prof. Otto Hanſer fand unſer Schüler einen väterlichen Freund und Gönner. Er nannte ihn

Stadtmiſſionar F. W. Herzberger, geſtorben

am

26. Auguſt

1930.

des Seminar3 an Sonntagen lange Röde trugen. Unſer Herzberger aber konnte einen ſolhen Ro> nicht erſchwingen. Als der ſelige D. Walther, der Präſes der Anſtalt, dieſe Sache mit ſeinem neuangekommenen Schüler beſprochen hatte, madte der gute, menſc<henfreundliche Doktor es dieſem ſeinem theologiſchen Studenten bald mögli, ſich ebenfall3 in einem langen Roc> ſehen zu laſſen. Examen

und

erſter Beruf.

Schon etliche Monate vor S<luß de3 Shuljahre3, am 13. März 1882, wurde Student Herzberger zum theologiſ<en Examen zugelaſſen. Er beſtand es laut


Die

184

WMijſions-Taube.

ſeine3 Zeugniſſes „ſehr gut“. Im nordweſtlichen Arkanſa38 war ein Feld für Reiſepredigt und einheimiſche Miſſion. Für dies Feld wurde der Predigtamtskandidat, der jekt zweiundzwanzig Jahre und ſehs Monate alt war, beſtimmt. Von Herzberger35 Klaſſengenoſſen, die 1882 fertig wurden, ſind nod) am Leben: 1. P. Karl Becker in Seward, Nebr.; 2. P. Friedrich W. Bro>mann in Juka, JU.; 3. Prof. D. Bünger in St. Paul, Minn.; 4. P. HS. Frinde in Monroe, Mid).; 5. P. A. Pfotenhauer in Addiſon, JZU.; 6. P. H. Rauh in Billings, Mont.; 7. P. Louis Sc<hwarß in Kanſas City, Mo.; 8. P. emeritus IJ. Trinklein in Detroit, Mid.; 9. P. G. IJ. Wegener in New Orleans, La. Der junge Reiſeprediger ging erſt nad) Little Ro>, der Hauptſtadt des Staates Arkanſas, wo zwei lutheriſ<e Gemeinden beſtanden, nämlich eine weiße Gemeinde und eine Negergemeinde. Paſtor der weißen Gemeinde war Chas. F. Obermeyer. Von dieſem wurde Herzberger am Sonntag Quaſimodogeniti (Sonntag nach Oſtern) 1882 ordiniert. Little Roc> war die nächſten vierzehn Monate ſein Wohnſißt. Seinc

Verheiratung.

Im . Herbſt kehrte Herzberger. nac) St. Loui3 zurück, um ſeine Braut'heimzuholen: Frl. Martha S<röter. Die-Trauung fand ſtatt am 26. Oktober 1882 in der Kir<he zum Heiligen Kreuz. Der Trauakt wurde vollzogen von P. Otto Hanſer, der damals Paſtor der Dreieinigkeit38gemeinde war. DaS junge Paar ſ<lug ſeinen Wohnſitz in Little Ro> auf. Am 11. November 1883 ſc<enkte ihnen Gott ein Tö<terlein. Damals wohnten ſie aber bereits in Lutherville. Lutherville liegt im ſüdöſtlihen Teil von Zohnſon County. Der Ort hieß zuerſt Colony Mountain. Die St. Louis and Iron Mountain-Bahn hatte dort eine deutſc<hlutheriſche Kolonie gegründet. Die Koloniſten kamen aus den nördlichen Staaten, ſonderlich aus Wisconſin. Da3 Land wurde ihnen von der Eiſenbahngeſellſ<haft geſchenkt. Die Gegend, überhaupt der ganze nordweſtliche Teil des Staate3, iſt gebirgig. ES ſind die Ozarkberge. Um die Gegend anziehend für Lutheraner zu maden, baute die Eiſenbahngeſjellſchaft eine lutheriſc<he Kir<e auf Mount Colony. Dieſe konnte am Sonntag Rogate 1883 dem Dienſte Gottes geweiht werden. Das Kirchlein war 24X36 Fuß und hatte einen 51 Fuß hohen Turm. P. Ernſt Meiländer, der Seeljorger unſerer Negergemeinde in Little No>, hielt die deutſche und P. C. F. Obermeyer die engliſche Feſt-

predigt.

|

Die Gemeinde -- St. Paul = war am 21. No-

vember 1882 von P. Herzberger organiſiert und er als ihr erſter Paſtor berufen worden. Er veranlaßte die Gemeinde, den Ort Lutherville zu nennen. Angsburg

und

andere

Orte.

Etwa zehn Meilen ſüdlich von Lutherville liegt Augsburg in Polk County. Hier begann der rührige junge Miſſionar noch im erſten Jahr ſeiner Amtstätigkeit die Arbeit. So hatte er am Ende de3 Jahres 1882 zwei Gemeinden mit 328 Seelen oder getauften Gliedern, die unter ſeiner Seelſorge ſtanden. Die Zahl der von ihm in dieſer kurzen Zeit Getauften betrug 32. Jedo nicht nur auf Augs8burg und Lutherville war ſeine Reiſepredigerarbeit beſchränkt. Er wirkte auch in Conway (einem engliſ<en Predigtplaß), Alexander, Avilla und Wittenberg (Index) auf Mount Petit Jean. Die Gemeinde in Augs3burg organiſierte ſich formell durch die Annahme einer Gemeindeordnung am zweiten Pfingſttag 1883. Am 26. Auguſt de3ſelben Jahres konnte die neue Kirc<e eingeweiht werden. Die Feſtprediger waren der Ort35paſtor und P. E. Germann aus Fort Smith, Ark. Die Kirche, aus ungehobelten Brettern aufgeführt, hatte hinten eine Pfarrwohnung. Der Urwald reichte faſt bis an die Kir<e. Da ſtanden prächtige Fichten. Aber man konnte auc oft da8 Geheul der Wölfe im Urwald hören. Ein zwölfjähriger Junge aus der Gemeinde mußte bei der jungen Pfarrfrau und ihrem kleinen Kinde bleiben, wenn der Miſſionar auf Reiſen war. Als3 die Pfarrfamilie im Sommer 1884 nad) Aug3burg übergeſiedelt war, wurde P. H. Koh an die Gemeinde in Lutherville berufen. Seine Einführung vollzog P. He