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Corporate Social Responsibility? „CSR“ ist KEINE Unternehmensaufgabe!

Eine theoretisch-kritische Reflexion, von Dr. Matthias Zimmermann

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in Therapeut therapiert. Ein Trainer gibt Training. Ein Koch kocht. Die Bedienung bedient. Ein Verkäufer verkauft. Und ein Unternehmer? „Unternimmt …“? Tja! Kann das die Antwort auf die Frage sein: Was ist die Aufgabe des Unternehmers? Folgt man dem immer lauter werdenden Ruf, der aus dem anglo-amerikanischen Raum zu uns herüberhallt und auch in unserer Metropolregion Wellen schlägt, ist es die „Sozialverantwortung“. Ein Unternehmer übernimmt Sozialverantwortung – oder, auf Englisch: „Corporate Social Responsibility“. Ist CSR wirklich die unternehmerische Aufgabe? Worin besteht die Aufgabe eines Unternehmens oder Unternehmers eigentlich? Ist die Aufmerksamkeit und Bedeutung, die dieser Buchstabenkombination beigemessen wird, zu rechtfertigen? Wo kann man ansetzen, wenn man eine Antwort auf diese Frage sucht?

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Beginnen wir mit der Frage, was unter „Corporate“ zu verstehen ist. Im Deutschen sprechen wir von einem Unternehmen, einem Zusammenschluss von Menschen zu einem Gewerbebetrieb mit dem Zweck, Einkommen zu erwirtschaften. Menschen sind – sofern Sozialstaatlichkeit funktioniert – Teil einer Gesellschaft. Unternehmen sind entscheidende Institutionen unseres Wirtschaftssystems. Unternehmen aber können nicht entscheiden. Entscheidungen treffen immer Menschen, also Mitglieder unserer sozialstaatlichen und freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Sie tun dies in der besonderen Rolle als haftende Unternehmer oder beauftragte Manager. Folglich ist es die Aufgabe der Unternehmensverantwortlichen, zu wirtschaften. Ergo: der Unternehmer „wirtschaftet“.

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