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ZAP3 INFORMIERT Sport bei Bluthochdruck

Von Prof. Dr. Jürgen Scharhag, Facharzt für Kardiologie

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n arteriellem Bluthochdruck leiden nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga etwa 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland. Unter Ruhebedingungen gelten Blutdruckwerte oberhalb von 140/90 mmHg als erhöht. Da Bluthochdruck einer der relevanten Risikofaktoren für die Arterienverkalkung und deren Folgeerkrankungen wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall ist, kommt dessen erfolgreicher Behandlung eine wesentlicher Bedeutung zu. Erste therapeutische Maßnahme zur Behandlung des Bluthochdrucks stellt die sogenannte Lebensstilintervention dar, gefolgt von der medikamentösen Blutdruckeinstellung. Faktoren des Lebensstils, die sich positiv auf den Blutdruck, aber auch auf andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie erhöhte Cholesterinoder Blutzuckerwerte auswirken können, sind eine gesunde Ernährung, das Erreichen des Normalgewichts bei Übergewicht oder Fettleibigkeit sowie die regelmäßige Ausübung ausreichender körper-licher Aktivität. Von den wissenschaftlichen internistischen und sportmedizinischen Gesellschaften werden ausdauer- und kraftausdauerorientierte körperliche Belastungen 3 bis 5 mal pro Woche über etwa 30 bis 60 Minuten empfohlen. Die amerikanische Gesellschaft für Sportmedizin ACSM empfiehlt bei Bluthochdruck täglich mindestens 30 Minuten aerobes Ausdauertraining sowie ergänzende Kräftigungsübungen. Wichtig vor Aufnahme körperlicher bzw. sportlicher Aktivitäten ist bei Patienten mit bekanntem Bluthochdruck eine vorangehende ärztliche Untersuchung, um die Blutdruckeinstellung sowohl in Ruhe als auch unter körperlicher Belastung mittels eines Belastungs-EKG zu überprüfen und eine Gefährdung durch Sport bei unzureichender Blutdruckeinstellung zu vermeiden. Darüber hinaus können weitere ärztliche Untersuchungen zur Beurteilung etwaiger Bluthochdruck-bedingter Organveränderungen wie z. B. einer Herzmuskelverdickung oder Nierenfunktionsstörung sinnvoll sein. Empfehlenswerte ausdauerorientierte Sportarten für Bluthochdruck-Patienten sind beispielsweise Walking, NordicWalking, Jogging, Radfahren oder Schwimmen. Aber auch durch dynamisches und isometrisches Krafttraining kann der Blutdruck gesenkt werden. Da jedoch beim Krafttraining sehr hohe Blutdruckwerte auftreten können, sollte mit Krafttraining zunächst nur unter fachkundiger Anleitung eines Sporttherapeuten begonnen werden. Die anhand von wissenschaftlichen Studien zu erwartenden Blutdrucksenkungen liegen je nach Sportart zwischen 2 und 15 mmHg.

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Prof. Dr. Jürgen Scharhag

• Facharzt Innere Medizin und Kardiologie Zusatzbezeichnung: Sportmedizin, Physikalische Therapie und Balneologie, Hypertensiologe DHL • Mannschaftsarzt U21 Fußball-Nationalmannschaft • Nucleusmitglied, ehem. Sprecher und Gründer AG Sportkardiologie, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie • Koordinator Nachwuchsförderung und Facharzt für Sportmedizin der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention Sportbetreuung • seit 2013 U21 Fußballnationalmannschaft • 2010 Triathlon WM-Serie Nationalmannschaft • 2003 U20 WM Deutsche Fußballnationalmannschaft • 2001-2005 Deutscher Ruderverband U23 und A-Nationalmannschaft • 2008-2011 Olympiastützpunkt Brandenburg, Potsdam • 1999-2008 Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland, Saarbrücken Preise • 2011 Wissenschaftspreis Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), 1. Preis („Akute und chronische Effekte von Ausdauersport auf das Herz bei Sportlern, gesunden Normalpersonen und Patienten“, Habilitationsschrift, Universität des Saarlandes 2009)

Prof. Dr. Jürgen Scharhag referiert bei den Gesundheitslinien I/2016 zum Thema: „Sport und Medikamentierung bei Bluthochdruck. Das ZAP3 stellt Ihnen die neue Wunderarznei „TDM - 2-3x60/7“ vor…“ am Mittwoch, den 3. Februar 2016, 19:00 Uhr im Racket Center.

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