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schnitt eines der häufigsten und geläufigsten Probleme - das myofasziale Triggerpunktsyndrom – (Störung im Muskel-Fasziensystem mit lokaler Verhärtung und Schmerz) thematisiert. Triggerpunkte sind weit verbreitet und häufig für Schmerzen im Bewegungssystem verantwortlich. Sie können im Muskelgewebe, Sehnen, Bändern und Knochenhäuten vorkommen und entstehen durch mechanische Fehlbelastungen, Entzündungsvorgänge, metabolische Störungen oder Verletzungen. Pathophysiologisch handelt es sich hierbei um eine Irritation winziger Nervenenden, die durch überschüssiges „Abfeuern“ von Nervenimpulsen die Fähigkeit verlieren, sich zu entspannen. Es kommt zu einer Hypoxie (Sauerstoffmangel) des betroffenen Gewebes und somit zu einer mit Schmerzen einhergehenden Verhärtung. Über die neuralen Verschaltungen im faszialen Gewebe kann der Schmerz aus dem Triggerpunkt in andere Körperregionen ausstrahlen: Vom Gesäß ins Bein, vom Nacken in den Arm, vom Kiefergelenk in den Kopf.

Mobilisation der vorderen Faszienkette (Oberschenkel, Hüfte, Bauch- und Brustmuskulatur)

Wie findet der Therapeut nun einen solchen Triggerpunkt?

Der Therapeut tastet mit den Händen durch das Gewebe (manuelle Palpation) und versucht so zunächst den schmerzauslösenden Hartspannstrang zu lokalisieren (taut band). Dann sucht er den empfindlichsten Punkt im Verlauf des Hartspannstranges (spot tenderness). Durch einen festen mechanischen Reiz (Druck, Dehnung) versucht der Therapeut den typischen Schmerz des Patienten zu reproduzieren (pain recognition) oder andere Symptome (z.B. lokales Zucken) auszulösen. Nach Auffinden des Schmerzpunktes kann durch eine spezielle Druckmassage ein gezielter starker Reiz auf die verhärtete und irritierte Faser und deren Nervenrezeptoren ausgeübt werden. Die gereizte Muskelfaser oder Sehne reagiert darauf, indem sie sich entspannt oder verlängert und somit wieder besser

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Eigenmassage durch BLACKROLL an seitlicher Oberschenkel Faszie

durchblutet und mit Nährstoffen versorgt werden kann. Bei solch einer Triggerpunktbehandlung nimmt der Schmerz zunächst zu, doch nach einigen Minuten beschreiben die Patienten einen deutlichen Rückgang der Schmerzintensität. Der Therapeut spürt bei anhaltendem Druck unter seinen Fingern Veränderungen im Sinne einer Erweichung bzw. Verflüssigung des Gewebes. Wichtig zu wissen ist, dass solch ein Behandlungsansatz zwar schnell zu einer Symptomlinderung führt, es aber unabdingbar ist, die eigentliche Ursache der Beschwerden zu lokalisieren und Bewegungsmangel, Fehlhaltungen oder

psychischem Stress rechtzeitig und nachhaltig entgegenzuwirken.

Wie lassen sich die Faszien langfristig pflegen?

An dieser Stelle nimmt das Faszientraining eine wichtige Rolle ein. Integriert man Faszienübungen in sein gewohntes Trainingsprogramm, so wird das Training effizienter. Dies gilt sowohl für den Hochleistungssport, als auch für den Präventions- und Rehabilitationsbereich. Faszien müssen bewegt, gedehnt und mechanischem Druck und Zug ausgesetzt werden, damit das Bindegewebe nicht „verfilzt“. Die Wirkung der Muskel-

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