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Der ungeschriebene Begriff „Bildungszentrum“ ist mehr als angemessen. Die Pokalschränke sind berstend voll, verziert mit Bildern von Siegerehrungen der TDKET-Kinder, von Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport. Dem Stifter Manfred Lautenschläger ist ein eigener Platz gewidmet. Die Verantwortlichen in Äthiopien sind sich bewusst, dass er derjenige ist, der neben der Kindernothilfe und dem IC (Internationaler Club von Deutschland) seit dem Jahre 2010 eine immense Fördersumme in das Projekt investiert hat. Wenn man sich die Zertifikate der Schulen und Universitäten betrachtet, die das Lernzimmer zieren, darf man von Investitionen sprechen: man stellt Geld zur Verfügung und „erntet“ gebildete, verantwortungsvolle junge Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und etwas daraus machen. Vor allem tun sie dies in ihrer Heimat und sind stolz auf ihr Land, solange es Perspektiven schafft. In vielen afrikanischen Ländern ist das durchaus der Fall, so zum Beispiel auch in Äthiopien!

Das TDKET Projekt ist ungeahnt erfolgreich. Garant des Erfolgs ist Tariku Tesfaye und sein ideeller Antrieb. Dies auch wahrnehmbar zu machen ist der Auftrag, den die bisherigen Förderer der TDKET schon vor zwei Jahren erteilt haben. Darüber hinaus muss es gelingen, aus einer positiven Wahrnehmung des Projekterfolgs auch ein Mehr an Zuwendung zu machen. Kurzum: Der Kreis an Förderern muss sich deutlich vergrößern und das Jahresbudget auf sehr viel mehr Schultern verteilt werden!

Nathanel und Tariku

Stifter sind Anstifter. Jedes Förderprojekt muss sich auch dadurch beweisen, indem es einen Kreis weiterer Geldgeber um sich zu scharen vermag, die mit einem finanziellen Beitrag seine Wertigkeit bekräftigen.

1.200 Euro sind es, die den Kindern das Überleben sichern, ihnen Förderunterricht ermöglichen, eine warme Mahlzeit pro Tag bescheren und zu dem machen, was wir „gute Sportler“ nennen: „Ein guter Sportler zu sein ist ein lebensbegleitendes Merkmal eines Menschen und kennzeichnet seine Einstellung zu Anderen, zum Prinzip Leistung und Wettbewerb sowie zur Eigenverantwortlichkeit und Nachhaltigkeit.“ (Auszug aus der Philosophie der Tennisakademie Rhein-Neckar) 1.200 Euro pro Kind machen es möglich, dass sich ein engagiertes Team um Tariku den Kindern zuwendet und sie tatsächlich zu guten Tennisspielern macht, obwohl diese Menschen weit mehr an Sozial- und Bildungsarbeit leisten, als sie eigentlich Tennistraining geben. Sie empfangen die Kinder schon bei Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens und kümmern sich um die unterschiedlichsten Belange ihrer Schützlinge: Krankheiten in der Familie, Kontakte mit Behörden, Probleme in ihren Hüttensiedlungen oder in der Schule.

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Manfred Lautenschläger, der nicht nur mit Geld, sondern mit innovativen Ideen, persönlichem Herzblut und ständigem Interesse voranmarschiert ist, der 2012 persönlich nach Addis Abeba flog, der seitdem gemeinsam mit Haile Gebrselassie dem „Circle of Friends“ vorsitzt, verfolgt als Stifter ein klares Prinzip:

Dinkenesh und Tariku

1.200 Euro pro Kind. Und pro Jahr – wohlgemerkt! Wir sprechen von 100 Euro pro Monat. Selbst das ist, nach dem Ermessen unserer Entwicklungsbehörden und Hilfsorganisationen in Deutschland, „sehr viel Geld“. Wenn man Förder- oder Entwicklungsgelder als Investition begreift, gibt es kein „viel“ oder „wenig“ Geld. Es gibt nur einen geringen oder hohen „Return on Invest“. Und wenn man die Kinder der ersten Generation des Projekts betrachtet (die ja bis 2010 nur in den Genuss eines Bruchteils dieser Gelder kamen), dann ist der Erfolg – oder „Impact“, wie Fachleute sagen – ganz außergewöhnlich.

Also worum geht es genau? Halten wir uns vor Augen: Seit fünf Jahren verbringen Grundschulkinder einen Großteil ihrer Zeit im Park des Guenet Hotels unter Anleitung von Tariku Tesfaye und seinem Team. In Gruppen aus mindestens zwanzig Kindern wird trainiert und gelernt – mit vorbildlicher Disziplin, hoher Konzentration und enormer Effektivität. Schon vor Schulbeginn beginnt das tägliche Training, mittags gibt es eine warme Mahlzeit, dann Schul- und Tennisunterricht, abends geht´s mit Einbruch der Dunkelheit ins Bett. Keines dieser Kinder treibt sich nachts auf den Straßen herum. Der Tagesablauf und die Wochen dieser Kinder haben Struktur. Es folgt dem gleichen Prinzip wie beim „Ethiopian Kids´ Tennis Program“ im griechischen Club, aus dem die TDKET hervorgegangen ist – und, noch viel wichtiger: Ein Tennisstipendiat an einem US-amerikanischen College und elf Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, die im Jahre 2015 in ganz unterschiedlichen Disziplinen ihr Hochschulexamen ablegten. Eigentlich schier unglaublich im Angesicht ihrer Herkunft! Sie, die das

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