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gfk

02.2015

Ränder. Eine Frage der Kultur

Literatur

Karl-Markus GauĂ&#x;

zu gast beim kulturkarussell musik

Die Buben im Pelz

feat. boris bukowski 1


Editorial

Ränder.

Über Europas Ränder drängen Themen wie Flucht und Krieg in jene Zone, die wir aktuell Mitte nennen. An seinen Rändern ist Europa tagtäglich konfrontiert mit Fragen nach Verantwortung für Flüchtende, Solidarität, menschlichem Handeln und nach Inhalt und Sinn einer gemeinsamen europäischen Idee. Und ebendort an eben diesen Fragen scheitert Europa tagtäglich – wenn Länder wie Ungarn Stacheldrahtzäune errichten, wenn inmitten prosperierender Städte Zelte und überfüllte Lager das einzige Angebot an geflüchtete Mitmenschen sind, oder wenn rechte Randgruppen aus Angst vor Machtverlust zu koalitionsfähigen Parteien erklärt werden. Dann sind das nicht nur Zeugnisse politischen Scheiterns sondern Destabilisierungsversuche der politischen Mitte. Wenn wir uns in diesem Herbst also mit Rändern in Gesellschaft, Politik, Kunst und Kultur beschäftigen, tun wir das einerseits aus einer kritischen Betrachtungsweise heraus (Martin Wassermair, S. 4). Andererseits mit Faszination an der Vielfalt, die Ränder im Gegensatz zur oft bescheiden bis langweilig eindeutigen Mitte bieten: dazu Franz Koppelstätter und Friedrich Schwarz aus städtebaulicher (S. 6) und ökologischer Sicht (S. 8). Und wir verhandeln Ränder lustvoll, frivol und diskursiv: mit Kristina Hofer zum Thema feministischer Humor (S. 19) oder Susanne Zellinger zu Flamenco & Gitanos (S. 16). Mit Bootsflüchtlingen, die als Bootsführende die Aschach befahren, starten wir; mit Einem, der die Ränder Europas wie kein anderer beschrieben hat, beenden wir das Programm: Karl-Markus Gauß stellt sein aktuelles Buch vor und ist Gast im Kulturkarussell. In jedem Fall begreifen wir Ränder als Zonen, in denen es nicht um Assimilierung geht sondern um das Aufspüren und Belassen unterschiedlicher Lebensentwürfe. In diesem Sinne: gehen Sie doch ruhig näher an den Rand, aber ohne sich von einer vermeintlichen Mitte an denselben drängen zu lassen!

S. 22

S. 18

S. 19 "On the edge, in suspense, waiting eagerly or anxiously for some resolution. Balancing like an elefant on top of a ball while laughter is at its maximum: keeping a straight face." Alex de la Heras

Wiltrud Hackl, Chefredakteurin Geschäftsführerin


Inhalt

Worte des Vorstands TEXT: SIEGBERT JANKO stv. vorstandsvorsitzender der gfk

Wenn manche zeitgeistige Kulturrezensent_innen meinen, die kulturpolitische Forderung „Kultur für alle“ sei überholt, weil Kulturinteressierte ohnehin aus einem übervollen Angebot frei wählen können, dann kommt das aus denselben neoliberalen Denkschulen wie das Unwort „Übersozialisierung“. Es gibt nach wie vor viele kulturpolitische und sozialpolitische Gründe, für diese Forderung einzutreten. Kultur für alle meint Chancengleichheit, Abbau von sozialen und gesellschaftlichen Barrieren, Kultur für alle leistbar zu machen, Demokratisierung der Gesellschaft, Toleranz und Offenheit für Neues und Förderung der Vielfalt. Kultur für alle heißt auch, dafür einzutreten, dass Kulturvereine, Initiativen und Kunstschaffende, die neue Ideen und Trends aufgreifen, alte Grenzen durchbrechen und sich gegen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft zu Wort melden, die also für diese Vielfalt und Offenheit sorgen, besondere Unterstützung erfahren. Erst die Vielfalt macht die Kultur. Die gfk setzt sowohl im Central als auch de:central immer wieder beispielhafte Initiativen zur Realisierung dieser kulturpolitischen Prinzipien. Ich glaube, wir können in der kurzen Zeit seit unserem Neustart auf eine gelungene Bilanz verweisen. Mit Offenheit und Freude an Kooperationen, mit Impulsen für einen kritischen, gesellschaftspolitischen Diskurs und mit spannenden neuen Formaten. Nach Arbeit ist nun der Schwerpunkt Ränder ein weiterer Impuls für eine kritische Auseinandersetzung mit einem relevanten und hochaktuellen gesellschaftlichen Thema. Wir laden Sie nicht nur ein, unsere Veranstaltungen zu besuchen, sondern auch dazu, mit uns aktiv zusammenzuarbeiten, neue Trends aufzuspüren und gemeinsam mit uns neue Ideen zu verwirklichen.

02 editorial 03 worte des vorstands 04 schwerpunkt ränder

Martin Wassermair zu Randerscheinungen

06 Den rand betrachten Franz Koppelstätter

08 Randexistenzen Friedrich Schwarz

09 Schwerpunkt

Klapp-Akademie / Das Boot ist niemals voll

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a creole kaleidoscope Ute Maurnböck-Mosser über New Orleans

12 theater

Interview Franz Froschauer zu Eichmann

14 schwerpunkt

Thomas Macho über Pier Paolo Pasolini

16 Flamenco

Interview mit Susanne Zellinger

18 Kulturkarussell Mit Karl-Markus Gauß

19 Humor auf feministisch

Feminist Killjoys - Show im Central

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100% Dakar More than art - Film im Central

21 diskurs

Philosophische Live-Show mit Marlene Haderer und 45 Jahre Tatort

22 musik

Die Buben im Pelz / Worried Man & Worried Boy

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nachbarschaften Diskussionsveranstaltung

24 Musik / Diskurs

Eva Billisich & Herr Holliwood / Helmut Retzl über Krankheiten und andere Ränder

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arbeiten wir doch zusammen Die gfk kooperiert

27 sponsorenseiten 31 menschen in der gfk

Gerda Forstner: Vernetzte Kulturmanagerin

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Schwerpunkt

Randerscheinungen

Kulturgeschichte ohne Zeitenwende des Denkens TEXT: martin wassermair

Im 19. Jahrhundert trugen einflussreiche Geistesgrößen wie Victor Hugo und Alexis de Tocqueville maßgeblich zur Unanfechtbarkeit der in dieser Epoche vorherrschenden Überzeugung bei, dass Menschen dunkler Hautfarbe geschichtslose Kreaturen seien, ohne jeden Verstand und damit vor allem auch nicht dazu in der Lage, irgendetwas Universelles hervorzubringen. Damit formierte auch die aufgeklärte Kritik der reinen Vernunft für den weiteren Weltenlauf fatale Ränder, in deren politischen und gesellschaftlichen Innenräumen universelle Akte wie Solidarität und die Achtung der Menschenwürde schlicht nicht vorgesehen waren – mit dramatischen Folgewirkungen bis in die Gegenwart. Denn zwei Jahrhunderte später kehren die geächteten Randerscheinungen auf jene Bühne zurück, die es nicht zuletzt auch durch das intellektuelle Zutun auf Gedeih und Verderben zu verteidigen gegolten hat. Es sind bereits Tausende, Hunderttausende, Millionen. Das postkoloniale Zeitalter erstarrt seither in Angst und Schrecken. Die auf tief verinnerlichtem Rassismus gebauten Zentren verkriechen sich innerhalb ihrer Wagenburg, um sich der Geister, die sie gerufen haben, ein für allemal zu entledigen – in Österreich, in Europa und auch darüber hinaus. Und tatsächlich führt „das große Sterben“ die beunruhigende Regie. Die Anzahl jener Menschen, die vor sozialem Elend, Hunger, Krieg und Klimakatastrophen verzweifelt Zuflucht suchen, wächst unablässig an. Während sich die Öffentlichkeit bereits gefährlich an die vielen Toten im Mittelmeer zu gewöhnen scheint, tritt das politische Europa den ungezählten Leichenbergen mit gleichgültiger Duldung und immer neuen militärischen Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen gegenüber. Das Totalversagen der EU-Staaten macht sich nicht nur der Missachtung von Menschenrechten und der unterlassenen Hilfeleistung schuldig,

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sondern verstellt auch immer mehr den Blick auf die Ursachen und Hintergründe der Flucht. Damit verschiebt sich die erforderliche Perspektive wieder an die Ränder. Denn tatsächlich sind die wohlhabenden Länder des Nordens maßgeblich dafür in die Verantwortung zu nehmen, weshalb Menschen ihre vertraute Umgebung verlassen, um unter größtem Risiko in eine bessere Zukunft aufzubrechen. Eine seit langem zweifelhafte Entwicklungspolitik, das oftmals kriegerische Durchsetzen von Wirtschaftsinteressen, die Beteiligung an den korrupten Profiten zahlreicher Diktaturen, die Steuerflucht global agierender Konzerne sowie der Raubzug an den natürlichen Ressourcen und dem kulturellen Reichtum in der südlichen Hemisphäre rücken insbesondere die Frage in den Fokus, wie diesen unsäglichen Realitäten Einhalt geboten werden kann. Wichtige Denkanstöße finden sich dazu unter anderem bei Achille Mbembe, einem in Kamerun geborenen Politikwissenschafter und aufgrund seiner radikalen Töne nicht unumstrittenen Schrittmacher der postkolonialen Diskurse. Er verdeutlicht in seinem neuen Werk Die Kritik der schwarzen Vernunft den dichotomen Zusammenhang des Rassismus mit einem global umspannten und phallokratischen Kapitalismus, durch den sich die Menschen – nicht nur, dafür aber umso furchtsamer – in Europa in Gefahr wähnen, in den Sog einer durch undurchschaubare Finanzmärkte gesteuerten Degradierung zur Provinz zu geraten. Denn was bleibt von einer durch Randerscheinungen bedingten Überlegenheit, wenn die Überlegenen nunmehr selbst zur Randerscheinung einer unnachgiebigen Kolonialherrschaft verkommen? Wie auch immer, die gesichtslosen Unterdrückten, Diskriminierten und Ausgeschlossenen müssen wohl endlich an ihren Rändern zueinander finden. Hier tun sich ihnen schließlich Orte auf, an


Schwerpunkt

denen sie, wie Mbembe schreibt, „in Solidarität mit der gesamten Menschheit“ treten – zur Universalisierung ihres gemeinsamen Kampfes gegen jede imperiale Form der Unterwerfung der menschlichen Gemeinschaft.

Martin Wassermair, geb. 1971 in Linz, ist Historiker, Politikwissenschafter und Publizist und hat von 2011 bis 2014 in Kamerun sowie Ruanda gelebt.

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Schwerpunkt

Den Rand betrachten TEXT: FRANZ KOPPELSTÄTTER / Leiter des afo architekturforum oö

Haben Sie schon einmal versucht, etwas in Ihrem Augenwinkel genauer zu betrachten? Nein? Versuchen Sie es, sehen Sie genau hin! Ihr Blick schwenkt zur Seite, der Fokus wandert und das, was zuvor am Rande Ihrer Wahrnehmung lag, rückt ins Zentrum. Oder doch nicht? Nächste Übung: Gehen Sie von der Stadt, in der Sie wohnen an den Stadtrand. Genau bis zu dem Punkt, an dem die Stadt aufhört. Sollten Sie nicht in der Stadt, sondern am Land wohnen, kein Problem, die Übung funktioniert aus der anderen Richtung genauso gut. Gehen Sie also von Ihrem Wohnort in Richtung Stadt. Aber orientieren Sie sich nicht an der Ortstafel. Haben Sie den Punkt gefunden, an dem das Urbane in das Rurale übergeht? Nein? Dann sind Sie genau dort wo ich Sie haben will: Am Rand der Stadt. Im 14. Jahrhundert schuf Ambrogio Lorenzetti im Palazzo Pubblico von Siena mit der Freskenreihe über die gute und die schlechte Regierung nicht nur eine Allegorie auf die neue republikanische Verfassung, sondern stellte auch die Stadtmauer als klare Grenze zwischen Stadt und Land, zwischen Kultur und Natur heraus. Heute ist die Ausdehnung einer Siedlung nicht mehr so klar darstellbar. Gebaut wird wo billige Baugründe gewidmet werden, die Verkehrsinfrastruktur günstig und der Traum vom Haus im Grünen greifbar scheint. Wachstum und Schrumpfung unserer Städte folgen selten einer langfristigen Planung, sondern passieren mehr oder minder autopoietisch. Sie verleihen den vom Menschen produzierten Agglomerationen etwas Morphologisches, etwas Ungreifbares. Der Rand ist keine klar erkennbare Linie, keine Grenze. Der Rand ist verschwommen, porös und beweglich. Dort wo wir ihn vermuten, ist er nicht. Er weicht uns aus und findet immer wieder neue Formen. Aus urbanistischer Sicht bereitet das Am 20. Oktober eröffnet das afo architekturforum einige Probleme. Infrastrukoberösterreich seinen turen wie Straßen, öffentliche Herbstschwerpunkt zum Verkehrsmittel, AbwasserThema Ränder. kanäle, Schulen, Spielplätze,

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Nahversorger oder Glaubensräume müssen oft nachträglich implantiert werden. Der Stadtplaner Thomas Sieverts bezeichnet diese Gegend als Zwischenstadt. Das Leben in der Zwischenstadt ist geprägt von Inselexistenzen. Die Kleinfamilie bewegt sich mit dem Auto von einer Enklave zur nächsten. Von der Doppelhaushälfte zum Kindergarten, weiter zum Arbeitsplatz, dann zum Einkaufszentrum und abends zum Kinokomplex. Parkplätze sind an all diesen Orten reichlich vorhanden. In diesem Kontext Gemeinschaften zu schaffen gehört mit zu den großen Herausforderungen unserer vervorstädterten Gesellschaft. Um an dieser Stelle nicht dem Jammern zu verfallen, hilft ein Blick auf die Koreanische Halbinsel. Seit dem Waffenstillstand im Koreakrieg 1953 schlängelt sich eine Demarkationslinie quer durch das Land, vom Gelben zum Japanischen Meer. Hier haben sich seltene Tiere wie Schwarzbären, Luchse, Moschus, Wasserbüffel, Bergziegen, Marder und Leoparden angesiedelt. Der Grund für diese Artenvielfalt ist, dass es sich bei der Grenze zwischen Nord- und Südkorea nicht einfach um eine Linie handelt, sondern um die sogenannte demilitarisierte Zone. Seit Jahrzehnten hat kaum ein Mensch diesen etwa fünf Kilometer breiten Streifen betreten und so ist diese Abgrenzung auch eine Überschneidung, Landminen hin oder her. Dieses Beispiel veranschaulicht, dass uns ein Perspektivenwechsel Potentiale erkennen lässt, die an den Rändern schlummern, sofern wir lernen, diese von Grenzen zu unterscheiden. Dort wo sich Bereiche überlagern, kann Neues entstehen und Unerwartetes passieren. Darauf sollten wir uns einlassen und unerkannte Möglichkeiten ausschöpfen. Expert_innengespräch zur Raum- produktion für Marginalisierte de:central: afo architekturforum oö Di 27.10. / 19.00 / eintritt frei / www.afo.at


Heliodor Doblinger

die zeichnungen auf der titelseite und im heft stammen von heliodor doblinger. er Wurde am 22. jänner 1972 in Salzburg geboren, lebt seit 1976 im Institut Hartheim, z.Z. bei der Wohngruppe Domino. Arbeitet seit 1993 im Atelier Neuhauserstadel. Ausstellungen u.a. im kleisthaus berlin, Landesgalerie Linz, Museum für Völkerkunde München und in der Säulenhalle des Parlaments Wien. Preisträger des Euward 2002.

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Schwerpunkt

Randexistenzen – alles andere als langweilig! Waldrand, Wegrand, Gewässerrand, Ackerrand, Stadtrand,… Ränder sind allgegenwärtig. Egal, wo wir uns bewegen, wir sind ständig von Randlinien umgeben. Ränder leiten, lenken, geben Orientierung, zeigen an, dass etwas zu Ende ist und etwas anderes beginnt. Ränder stellen die Abgrenzung zwischen zwei unterschiedlichen Strukturelementen, Habitaten oder Biotopen dar. Klingt banal, ist es aber nicht! In der Ökologie haben sich viele Wissenschaftler_innen mit dem Phänomen des „Randlinieneffektes“ beschäftigt und immer wieder hat sich gezeigt, dass es sich keineswegs um statische, simple „Grenzen“ handelt, sondern Randstrukturen als eigenständige, höchst komplex wirksame Elemente zu Tage treten, selbständige Individuen gewissermaßen, die mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und Wirkmechanismen ausgestattet sind. Randlinienforschende müssen also zwangsläufig querdenken können, über den „Tellerrand“ hinausschauen, sich sowohl mit den Elementen und Effekten beschäftigen, die sich am Rand treffen, als auch den Rand als solchen betrachten, ihn als Individuum erkennen. Eines der Phänomene, das immer wieder auffällt und fasziniert: am Rand lebt meist mehr als in den benachbarten Lebensräumen.

Ränder wirken also belebend und bereichernd. Arten des einen Lebensraumes treffen auf Arten des anderen und teilen sich dieses Biotop mit denjenigen, die nur hier heimisch sind. Es gibt Pflanzen- und Tierarten, die ausschließlich am Waldrand, Wegrand oder Gewässerrand existieren und möglichst lange und reich strukturierte Randlinien bevorzugen. In der Ökologie spricht man vom „Ökoton“ = Saumbiotop, in dem die Biodiversität höher ist, als in den benachbarten, großflächigen Biotopen. Besonders spannend ist die Tatsache, dass sich in Städten die höchsten Artendichten an der Stadt-Land-Übergangszone finden, also am Stadtrand. Als Fazit kann gelten: Ränder sind alles andere als langweilige Grenzlinien. Randexistenzen bereichern und beleben die Welt. Wert, dass man sie unter diesem Blickwinkel zu schätzen lernt!

Friedrich Schwarz ist Stadtökologe mit Schwerpunkt Botanik/Vegetationsökologie, Naturschutzbeauftragter Bezirk Linz-Stadt, Abteilungsleiter Botanischer Garten und Naturkundliche Station Linz, Stadtgrün und Straßenbetreuung Linz

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Schwerpunkt

Das Boot ist Klapp-Akademie niemals voll

Die Klapp-Akademie – 2009 von Peter Arlt gegründet – versteht sich als ein frei im urbanen Raum herumstreunendes, unhierarchisches Aktions- und Meinungsbildungsinstitut. Es gibt drei Prinzipien der Klapp-Akademie: 1. unterwegs in urbanen Räumen – Jede_r mit eigenem (Klapp)sitz, 2. es geht um gemeinschaftliche Meinungs-, Wissens- und Aktionsgenerierung, 3. offen für Jede_n. Die Klapp-Akademie braucht keinerlei Infrastruktur, hat keinen Raum oder Haus – sie ist unsichtbar, solange sie nicht plötzlich für kurze Zeit im öffentlichen Raum auftaucht. Bisherige Kooperationspartner_innen waren LinzAG, Kunstuniversität Linz, Creative Region, Architekturforum Oberösterreich, ARGE für Obdachlose/Kupfermuckn, NGBK-Berlin. Bisherige Orte und Themen waren Linzer Plätze: Domplatz, OK-Platz, Pfarrplatz, eine Kanaltour und zweimal der Handelshafen Linz: einmal zur Hafenverlandung und einmal unter dem Titel „Toter Mann – Tote Frau“. In Kooperation mit der gfk plant der Soziologe Peter Arlt für den Herbst eine solche Klapp-Akademie zum Schwerpunkt Ränder. Anmeldungen bitte per Email oder auf unserer Homepage. Klapp-Akademie

de:central: lenaupark/Barbarafriedhof Treffpunkt HoferParkplatz Ausfahrt Friedhofstr. Sa 3.10. / 14.00 – 17.00 / eintritt frei www.peterarlt.at

Dass zum Schwerpunkt Ränder eine Bootsfahrt mit im Programm sein musste, war von Anfang an klar. Stehen Meere und Flüsse doch zunehmend als Transitzonen, als Übergänge zwischen Krieg und Sicherheit, zwischen Fremdem und Vertrautem. Für viele Menschen ist die Überwindung der Meere mit traumatischen Erlebnissen und Erinnerungen verbunden. Bootsflüchtlinge, die hier in Österreich gestrandet sind und qua Gesetz zum Warten und Nichtstun gezwungen werden. Um dem gegenzusteuern hat der Natur- und Landschaftsführer Mario Stauder in diesem Sommer begonnen, Bootsflüchtlinge als Bootsführende auf seinen Touren auf heimischen Flüssen einzusetzen. Junge Männer und Familien aus Syrien und Afghanistan, die eine Einschulung erhalten und selbst auf den Flüssen führen und erzählen. Wir wollen als gfk sehr gerne eine dieser Touren gemeinsam mit Mario Stauder anbieten. Entlang der Aschach nehmen die Flüchtlinge an diesem Tag Ruder und Steuer in die Hand. Den Mitreisenden erschließen sich nicht nur Einblicke in die wunderschöne Fluss- und Uferlandschaft, sondern die Gewissheit, dass im Boot für alle Platz ist! Boatpeople

de:central: pfaffing / Hundeabrichteplatz Do 27.8. / 9.00 und 13.00 / freiwillige Spenden www.rivertours.at

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Literatur

New Orleans – A Creole Kaleidoscope 10 Jahre nach Katrina

Als die Ö1 Radiojournalistin und –moderatorin Ute Maurnböck-Mosser vor einigen Jahren in New Orleans die Anfänge des Jazz recherchierte, tauchte sie auch ein in die Geschichten und Leben vieler „New Orleanians“, die sie nicht mehr losließen. Aus gegebenem Anlass – 10 Jahre nach Hurrikan Katrina – veröffentlicht Maurnböck-Mosser ein E-Book, das Atmosphärisches, Links, Fotos und viele Interviews in geschriebener sowie akustischer Form bereithält.

Über die Liebe zu New Orleans

Mich hat das Interesse an Louis Moreau Gottschalk (1829 - 1869) nach New Orleans gebracht. Der Komponist gilt als Urvater des Jazz, seine Musik ist nicht nur wunderschön und faszinierend, sondern beinhaltet bereits synkopierte Rhythmen, die man auch in Ragtime- und späteren Jazzstücken findet. Nach meinem ersten Aufenthalt wusste ich, ich wollte wiederkommen, um die aufregenden, unglaublichen Lebensgeschichten vieler anderer „New Orleanians“ aufzuzeichnen. Außerdem tut es mir als Wienerin sehr gut, dass sich das Leben in erster Linie draußen abspielt und die Menschen aufeinander zugehen. Egal wo du bist, die Menschen tratschen mit dir. Ein schnelles, vielleicht nur im Moment bedeutsames Zusammentreffen von zwei Lebensentwürfen und Identitäten.New Orleans ist eine schwierige Stadt, und dennoch möchte kaum jemand woanders leben. Allerdings sind auch Entwicklungen wie Gentrifizie-

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rung zu beobachten. In manchen Vierteln hat sich über die Jahrzehnte eine afroamerikanische Mittelschicht aufgebaut, die nun wegziehen muss, weil die Häuser zu teuer werden. Junge Weiße die New Orleans hip finden, sind seit Katrina zu Tausenden zugewandert, das lässt die Immobilienpreise explodieren. Im Extremfall verschwinden die mittelständischen Familien in manchen Neighbourhoods und mit ihnen Kinder und alte Menschen. Nur die Hipster bleiben. Erst kürzlich war auf einem Schild im Rahmen einer Parade „Hipsters go out!“ zu lesen. New Orleans und die „Ränder“

New Orleans liegt alleine durch seine geographische Lage am Rand der USA. Und es heißt nicht ohne Grund: „New Orleans sei nicht die am schlechtesten organisierte Stadt der USA, sondern die am besten organisierte der Karibik“. Man braucht hier sehr viel Zeit. Dass Interviews abgesagt werden, weil man lieber auf eine Parade geht, ist keine Seltenheit. Ein weiteres Indiz dafür, dass New Orleans eine Randerscheinung ist: diese Stadt ist unamerikanisch. Dafür gibt es viel Europäisches. Man sieht die Einflüsse der Spanier und der Franzosen, vor allem an den lten Häusern. Eine sehr bunte Stadt. Allerdings verändert sich auch das schon seit Jahrzehnten: White Flight etwa nennt man es, wenn weiße Bewohner_innen aus bestimmten Vierteln an den Rand der Stadt ziehen, um einer afroamerikanischen Nachbarschaft zu „entfliehen“. Sie wohnen dann lieber an den hässlichen Rändern der Stadt, mit nichts als Shopping Malls. Auch so drückt sich Rassismus aus. In vielen Vierteln aber ist New Orleans immer noch vielschichtig: es gibt teure Grätzel mit großen Villen und riesigen Bäumen, den Live Oaks, dazwischen ärmere Viertel und in der Mitte das French Quarter – das wenig von Katrina zerstört wurde, aber so-


Literatur Nachgefragt

wieso als erstes Viertel wieder aufgebaut wurde, um Touristen wieder in die Stadt zu bringen. Es gibt bis heute Katrina Tours, Busse bringen Menschen an die Orte der schlimmsten Zerstörungen. Was New Orleans ausmacht, ist neben der Vielschichtigkeit eine unglaubliche Geschichte, die bis heute wirkt – inklusive Konfliktpotential, das sich auch bis heute fortsetzt – beginnend mit der Sklaverei, auch eine europäische Geschichte. Und immer wieder diese immensen Zerstörungen – durch Hurrikans wie Betsy und Katrina oder andere Katastrophen. Das alles prägt. New Orleans in ein E-Book gepackt

Ich wollte, dass möglichst viele Menschen ihre Sicht auf die Stadt beschreiben. Deshalb habe ich sie unter verschiedenen Aspekten interviewt. Für den Bereich „Küche und Essen“ bat ich etwa Leah Chase, zu erzählen. Die Königin der creolischen Küche (*1923) war Küchenchefin eines der legendärsten Lokale der Stadt und arbeitet bis heute mit. In ihrem „Dooky Chase“ trafen sich Schwarze in der Zeit der Rassentrennung und Bürgerrechtsbewegung. Dann gibt es Interviews mit einem Koch, der mir seine Version eines Gumbo (Eintopfgericht) verrät, oder der

Leiterin des Southern Food & Beverage Museums. Ich gehe auch anderen Fragen nach, etwa welchen Einfluss die Ölpest im Golf von Mexico auf die regionale Küche hatte (am 20. April 2010 explodierte die Ölbohrplattform Deepwater Horizon. Die Ölpest war eine der folgenschwersten Naturkatastrophen für südliche US Staaten und vernichtete in New Orleans unter anderem die Krabbenernte. Anm.d.Red.) und beschäftige mich mit ökologischen Veränderungen. Ein Marinabesitzer – der seine Kindheit in den sogenannten Wetlands am Bayou verbracht hat – erzählt, wie diese durch den Eingriff des Menschen verschwinden. Diese kleinen Inseln sind aber Pufferzonen und damit als Hochwasserschutz sehr wichtig für New Orleans. Im Bereich Musik ist der Jazztrompeter Leroy Jones die Hauptperson. Auch ein junger Rapper, der für eine neue Art von Musik in New Orleans steht, kommt zu Wort, sowie Tom McDermott, der auch in Linz auf der Bühne stehen wird! New Orleans, 10 Jahre nach Katrina KONZERT MIT TOM McDERMOTT MO 31.8. / 19.00 / eintritt 12/10 / IM CENTRAL

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Theater

Irgendwann ist braune Sauce n

Nach seiner Entführung aus Argentinien begann am 29. Mai 1960 in Jerusalem das Verhör des ehemaligen SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann durch den israelischen Polizeihaupt-mann Avner Werner Less. Sie haben 275 Stunden lang miteinander gesprochen. Die Verhöre wurden auf Tonband aufgenommen und anschließend abgeschrieben. Es gibt 3650 Seiten Protokoll. Schauspieler Franz Froschauer übernimmt die Hauptrolle in diesem 80 Minuten dauernden Stück.

Bei der Auseinandersetzung mit der Figur Adolf Eichmann – sind Sie dabei auch auf einen eigenen Eichmann Anteil gestoßen? Froschauer: Erschreckenderweise ja, auch

den gibt es. Als Künstler ist man ein Alphatier in Konkurrenz mit anderen, man muss klar sein, man will vorwärts kommen, Karriere machen – all das hat ja auch Eichmann ausgemacht. Es wird klar, dass man – wenngleich nicht in dieser Konsequenz – aber doch auch selbst verführt werden kann. Wenn man Karriere machen will, wenn man total von einem System überzeugt ist. Man muss wissen,

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womit man gefangen werden könnte. Bei Eichmann war es wohl der Halt, den ihm die „braune Sauce“ gegeben hat. Aber irgendwann ist braune Sauce eben nichts weiter als braune Sauce. War sich Eichmann bewusst, was er tat? Froschauer: Eichmann hat nachweislich in

Auschwitz Tötungsaktionen gesehen und darüber seinen Vorgesetzten berichtet, nicht allein in Ausschwitz auch in Minsk und Lublin – und dann erzählt er, er habe nichts dagegen machen können. Es war seine Prozessstrategie, sich auf den Befehl von oben rauszureden. Wenn man täglich tausende Menschen nach Ausschwitz schickt und weiß, dass ebenfalls Tausende davon diesen Tag nicht überleben, weil sie auf der Stelle umgebracht werden - das ist etwas, da muss man anders handeln. Auch in Eichmanns Position hatte man Verantwortung – und wenn die einer wie Eichmann nicht übernimmt, sondern sich hinausredet darauf, dass er nicht direkt getötet hat, dann ist das Strategie.


Theater

e nichts weiter als braune Sauce Strategie des heilen Kopfes vielleicht, oder eines gespaltenen Bewusstseins. Was will das Stück? Froschauer: Das Stück soll zeigen, dass man

für seine Taten – unabhängig von System, Setting oder Sozialisierung – die Verantwortung tragen muss. Eichmann hat ziemlich früh davon erfahren, welche Pläne Hitler hatte. Wer Menschen reihenweise in Züge packt, weiß, was mit diesen Menschen passiert und muss die Verantwortung dafür übernehmen. Ich bin aber als Schauspieler der Anwalt der Figur. Ich will das Handeln Eichmanns begreifbar, seine Strategie verständlich machen. Würde ich nur dem Monster Eichmann dienen, könnte ich nach 2 Minuten zu spielen aufhören, dann wäre ja alles klar. Was Zuseher manchmal zu mir gesagt haben ist, sie hätten Mitleid mit Eichmann bekommen und sind darüber erschrocken, weil sie sich gedacht haben, dass genauso gut sie diese Person sein könnten. Und das ist der Punkt: wenn man sich ertappt und fragt, was man selbst getan hätte? Es gibt heute hunderte bewaffnete Konflikte, wir wissen davon – und was tun wir? Gegen totalitäre Vereinigungen wie die IS zum Beispiel? Ich spiele Eichmann um zu zeigen: schaut her Leute, wenn ihr euch nicht beizeiten über eure Handlungen bewusst werdet, dann wird es gefährlich. Es muss diesen Punkt geben, an dem man sagt: da mach ich nicht mehr mit. Egal, wie klein oder groß der Kontext ist.

den extrem Rechten in Eichmann Österreich wirklich vor- Hauptrolle: Franz Froschauer werfe ist die Tatsache, mit 8 Choristen (PregarTON) dass sie einerseits diese Autor: Rainer Lewandowski Regie: Georg Mittendrein einfachen Antworten auf sehr komplexe Fragestellungen entwickeln und andererseits, dass sie mit Angst Politik machen. Angst, die ja wahrscheinlich auch Eichmann getrieben hat – Angst davor nicht mehr am Futtertopf sitzen zu dürfen. Ist das nicht auch eine Analogie zur Gegenwart? Viele haben reale, existenzbedrohende Ängste. Was kann man tun, um nicht vor lauter Angst ein gut funktionierendes Rädchen wie Eichmann zu werden? Froschauer: Die Menschenrechte kennen und

sie leben. Sich mit Kunst und Kultur auseinandersetzen, denn sie halten den Geist wach, bieten die Komplexität, die das Leben in sich trägt. Die Augen und Ohren offenhalten und Verantwortung übernehmen – so wie es ja auch eure Gesellschaft für Kulturpolitik pflegt.

Was sind die Bedingungen dafür, dass Menschen so handeln können? Froschauer: Man muss die Strukturen sehr ge-

nau betrachten und natürlich ist es wichtig, sich zu bilden und sich in ein Verhältnis zu Anderen setzen. Empathie leben und pflegen. Erst wenn ich mich mit unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten auseinandersetze, bekomme ich ein umfassenderes Bild. Was ich zum Beispiel

Eichmann Theater / im central Do 12.11. / 19.00 / eintritt 18/16 Fr 13.11. / 9.00 / Schulvorstellung

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Schwerpunkt

An den Rändern: Pier Pa o text: thomas macho

Pier Paolo Pasolini

vortrag / film Mo 2.11. / 19.00 / eintritt frei / im central

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In seinen Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte behauptete Hegel, dass sich die Weltgeschichte gelegentlich in einzelnen Persönlichkeiten – in den »welthistorischen Individuen«, den »Geschäftsführern des Weltgeistes« – ver­körpert; er dachte dabei an Napoleon, den er im Oktober 1806, kurz vor der Schlacht von Jena und Auerstedt, beim Ausritt gesehen hatte. Häufiger jedoch als in Kaisern und Feldherren tritt eine Zeit in Gestalt jener Menschen auf, die sie nicht durch Macht und Gewalt beeinflussen, sondern ihr vielmehr durch Verzweiflung, Zerrissenheit und Passion, durch ein polymorphes künstlerisches, politisches und spirituelles Engagement Ausdruck verleihen. Zu diesen Men­schen könnten wir Walter Benjamin, Simone Weil oder Albert Camus zählen; ein solcher Mensch war auch Pier Paolo Pasolini: ein Grenzgänger zwischen den Künsten der Literatur, der Malerei und Graphik, des Films, ein Korsar der Politik, der Religionen, Lebensformen und Kulturen. Der Preis für diese radikale Dissi­denz war hoch: In der Ausstellung Pasolini Roma wurde eine halbe Wand mit chronologisch angeordneten Dokumenten aus Prozessakten gestaltet. Eine Re­trospektive im Berliner Kino Arsenal (September 2014) wurde mit folgen­den Bemerkungen angekündigt: Pasolini war und ist ein Singulär, bewegte sich zeitlebens außerhalb von künstlerischen, politischen oder gesellschaftlichen Konventionen, war widersprüchlich, kompromisslos, kämpferisch und unge­heuer produktiv: […] In seinen Filmen widmete er sich immer wieder den Rand­ zonen der Gesellschaft, dem Subproletariat, bearbeitete griechische Mythen ebenso wie das Matthäus-Evangelium, thematisierte Sexualität und Tod, Katho­lizismus und Marxismus; sein Denken kreiste um philosophische, politische oder soziale Fragen. Am 2. November 2015 jährt sich die Todesnacht Pasolinis zum vierzigsten Mal. Der Dichter und Regisseur wurde im Morgengrauen des


Schwerpunkt

a olo Pasolini

(1922 - 1975)

Allerseelentages 1975 am Strand von Ostia tot aufgefunden, brutal erschlagen und überfahren; sein gewaltsamer Tod wurde bis heute nicht völlig aufgeklärt. Pasolini war der Sohn eines Berufsoffiziers und einer Volksschullehrerin; sein Bruder Guido starb am 7. Februar 1945 im Kampf der Partisanen und Partisaninnen. Er lebte zunächst in Norditalien, verfasste Gedichte in friulanischer Mundart, studierte Kunstgeschichte bei Roberto Longhi an der Universität von Bologna, und arbeitete nach Kriegsende als Volksschul­lehrer in Casarsa della Delizia, dem Heimatort der Großeltern. Aufgrund seiner Homosexualität wurde er jedoch suspendiert und wenig später aus der Kom­munistischen Partei ausgeschlossen. 1950 ging Pasolini mit der Mutter nach Rom. Sein erster Roman Ragazzi di vita erschien 1955, der zweite Una vita violenta 1959; daneben schrieb er Drehbücher, etwa für Mauro Bolognini und Federico Fellini. 1961 kam Pasolinis erster Film in die Kinos: Accattone, mit Franco Citti in der Hauptrolle; 1962 folgte Mamma Roma, mit Anna Magnani. Danach drehte Pasolini in rascher Folge bis zu seinem Tod mehr als zwanzig Fil­ me, darunter auch Dokumentarfilme wie Comizi d’amore (1964), komponiert aus Interviews über die Einstellung der italienischen Bevölkerung zu Sexualität, Liebe und Ehe, oder 12 dicembre (1971), eine Gemeinschaftsarbeit mit Lotta Continua, die als verschollen galt und erst kürzlich wieder aufgefunden wurde, Beiträge zu Episodenfilmen wie La Ricotta von 1962 (mit Orson Welles), Reise­filme wie Sopralluoghi in Palestina (1963) oder Le mura di Sana’a (1971/74). Zu den Filmen, die Pasolinis Meisterwerke – Il vangelo secondo Matteo (1964), Uccellacci e uccellini (1966), Edipo Re (1967), Teorema (1968), Porcile (1969), Medea (1969, mit Maria Callas in der Titelrolle), schließlich die Trilogie des Le­bens oder Salò (1975) – begleiten und einrahmen, gehört auch die wenig be­kannte found footage-Ar-

beit La Rabbia (1963), die Pasolini aus zahlreichen Wochenschausequenzen montierte; darin kompilierte er Filmausschnitte aus dem Algerien-Krieg, aus der kubanischen Revolution, Bilder von explodieren­den Atombomben, vom Ungarn-Aufstand 1956, von der Wahl Papst Johannes XXIII. und der Krönung Elisabeths II. In einem Interview mit Oswald Stack er­klärte Pasolini, La Rabbia sei ein seltsamer Film: „Das einzige, was es wert wäre, es zu erhalten, ist die Sequenz, die dem Tod Marilyn Monroes gewidmet ist.“ Für diesen Filmabschnitt hatte Pasolini ein Gedicht geschrieben, das zu den Bildern Marilyns rezitiert wurde: Aus der Welt der Antike und der Welt der Zukunft /  überlebte allein die Schönheit, und Du,  /  arme kleine Schwester,  / die den großen Brüdern hinterherläuft,  /  mit ihnen weint und lacht, um sie nachzumachen,  /  und sich ihre Halstücher umbindet,  /  unbeobachtet ihre Bücher,  /  ihre Taschenmesser anfasst,  /  Du, kleine Schwester,  /  trugst diese Schönheit demütig am Leib,  /  und Deiner Seele, Seele einer Tochter kleiner Leute,  /  war nie bewusst, sie zu besitzen,  /  wäre es doch andernfalls  /  auch keine Schönheit gewesen.  /  Sie schwand dahin, wie goldener Staub. […] Deine Schönheit, hervorgegangen aus der Welt der Antike,  /  eingeklagt von der zu­künftigen, besessen  /  von der gegenwärtigen, wurde so zu einem Übel.

Thomas Macho ist Philosoph und Kulturwissenschafter mit Professuren u.a. an der Humboldt Universität Berlin und der Kunstuniversität Linz.

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Tanz

Tanzende Ränder Susanne Zellinger ist Chefredakteurin der einzigen deutschsprachigen Flamencozeitschrift ANDA. Für die gfk kuratiert sie einen einzigartigen Abend zu Flamenco & Gitanos.

Ist Flamenco ein Randthema? Zellinger: Auf jeden Fall. Einerseits gilt der

Flamenco immer noch als Spartenmusik, obwohl es eine sehr hochentwickelte Musik ist was die stimmliche Führung betrifft, die Instrumentalisierung und auch seine Entwicklung hin zur Moderne, die oft gar nicht bemerkt wird. Deshalb gilt er oft als Randgeschichte, obwohl der Flamenco längst die großen Bühnen der Welt erobert hat. Und andererseits ist und bleibt der Flamenco ein Randthema durch die Gitanos, die oft sehr erfolgreiche Protagonisten und Protagonistinnen des Flamenco sind.

Wenn man Ränder als Transiträume, als Übergänge begreift – wohin entwickelt sich der Flamenco von seiner aktuellen Randsituation aus? Zellinger: Das wäre wohl der Übergang von

einer mündlich überlieferten Tradition – geprägt von Künstlern wie Paco de Lucia – hin zu Musikwelten wie Klassik, Jazz oder zeitgenössische und fernöstliche Musik. Es gibt junge Musikschaffende, deren Musik nicht mehr eindeutig dem Flamenco zuordenbar ist. Früher war nach zwei Takten klar: das ist Flamenco. Heute ist das nicht mehr so. Das ist der Übergang in die heutige Zeit. Und da gibt es die unglaublichsten Verbindungen: im Tanz zum Beispiel machen gerade der Tänzer Israel Galván und Akram Khan - ein englischer Choreograph und Tänzer mit bengalischen Wurzeln – als Duo Furore.

Hat es der Flamenco mit dieser Entwicklung auch deshalb schwerer gehabt, weil etwa Spaniens Diktator Franco ihn jahrzehntelang instrumentalisiert hat?

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Zellinger: Franco hat ihn für seine propagandistischen Zwecke perfekt genutzt, instrumentalisiert und auch kommerzialisiert. Er hat das Folkloristische im Flamenco massiv verstärkt. Deshalb hinkt der Flamenco etwa 30 Jahre seiner Entwicklung zur Moderne hinterher. Die Klischees sitzen fest, da ist noch viel zu tun. Für die Veranstaltung kommt ja sogar eine japanische Flamencotänzerin nach Linz... Zellinger: Für das Konzert im Central wollte

ich unbedingt den Schwerpunkt auf den modernen Flamenco legen. Modern auch was die Hierarchie betrifft, die festlegte, wer überhaupt Flamenco erlernen könne. Da standen lange Zeit an erster Stelle Gitanos, dann Andalusier, Spanier, Europäer und dann sozusagen die „Restwelt“. Wenn wir nun eine japanische Tänzerin, einen deutschen Gitarristen, einen andalusischen Sänger und einen österreichischen Percussionisten einladen, machen wir auch deutlich, wie sich diese Hierarchie verschiebt und modernisiert.

Was braucht es, um Flamenco zu tanzen und zu singen? Zellinger: Was den Tanz betrifft, ist klar: der

Flamenco ist technisch sehr schwierig, aber durch jahrelange Übung, auch was die Fußtechnik und auch die Haltung der Arme betrifft, erlernbar. Auch was das Gitarrespiel betrifft gilt meiner Meinung nach: wer fleißig ist, schafft das zumindest technisch. Ganz anders beim Gesang. Der ist wahnsinnig schwierig, besteht aus verschiedensten Gesängen, jeder und jede modelliert und singt anders, man kann sich also nirgendwo festhalten. Inhaltlich bleibt der Flamencogesang vorwiegend traditionell: uralte Texte mit Schwerpunkt auf der Geschichte der Gitanos, sie erzählen von Freiheit, aber auch von Verfolgung, auch Liebe kommt vor – sehr emotionale Themen und sehr oft zweideutig.


Tanz

Gitanos und Spanien:

Die Tänzerin Nanako Aramaki ist gebürtige Japanerin, sie kommt gemeinsam mit Gitarrist Ulrich Gottwald „El Rizos“ dem Perkussionisten Claudio Spieler und dem Flamencosänger Juan Cárdenas nach Linz.

Gitanos werden in Spanien Angehörige einer Roma-Gruppe genannt, die vor allem in andalusien beheimatet sind. viele von ihnen haben im Flamenco ihre Stimme gefunden. Sie kamen im 15. Jahrhundert aus Asien über Ägypten nach Spanien und wurden ebenso wie andere Roma in Europa diskriminiert und verfolgt. In Spanien allerdings wurden Gitanos nach der Franco Diktatur im Jahr 1975 verstärkt mit Rechten ausgestattet, was etwa den Zugang zu Bildung betrifft und wurden als Bürger_innen mit eigenen Rechten betrachtet und nicht länger als ‚kulturelle Sondererscheinung’ wodurch eine soziale Besserstellung erreicht werden konnte. 1977 wurde Juan de Dios Ramírez Heredia, Präsident der Roma-Union, als erster Gitano ins spanische Parlament und 1986 ins Europaparlament gewählt. Dennoch gibt es signifikante soziale Unterschiede – was etwa Lebenserwartung oder schulische und universitäre Bildung betrifft. Allerdings, meinte etwa Juan de Dios Ramírez Heredia in einem Interview 2010, hätten die Gitanos in Spanien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine ‚angemessene Akzeptanz’ erreicht. Susanne Zellinger zeigt am Beispiel der Städte Jerez, Lebrija und Sevilla, wie dieses Zusammenleben funktionieren kann, was die spanische Regierung dazu beiträgt und wie die Gitanos den aktuellen Flamenco beeinflussen.

Was sind die Themen heute – sind Verfolgung und Diskriminierung noch präsent? Zellinger: In manchen Städten wie Jerez

funktioniert ein Miteinander zwischen Gitanos und Payos sehr gut, ohne dass man die eigene Identität verleugnen müsste. Im Gegenteil – in Städten wie Jerez dreht sich das um. Da wollen alle zumindest einen Gitano in der Familie haben, weil es positiv besetzt ist – zum Beispiel ist der starke Familiensinn, für den die Gitanos stehen, auch vielen Payos wichtig, weshalb nicht wenige behaupten, der Großvater sei ein Gitano, obwohl das gar nicht stimmt. Hier geht es nicht um Assimilation, nicht darum, dass eine Mehrheitsgesellschaft eine kleine Gruppe schluckt. Sondern es darf jeder und jede bleiben, was sie sind, ohne sich aufzugeben.

Bereits am SO 15.11. eröffnet im DIVINO eine Fotoausstellung von Fidel Meneses. Das Catering am 20.11. besorgt Alfredo Villa Jiménez mit Wine&Tapas ebenfalls aus dem DIVINO. Flamenco & Gitanos

vortrag / konzert Fr 20.11. / ab 18.30 / Eintritt 18/16 / im central

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Literatur

Kulturkarussell karl-markus gauß

Ränder als Orte und Gegebenheiten sind voller Widersprüche, Spannungen und Möglichkeiten: im botanischen Sinn gelten sie als extrem vielfältig, im gesellschaftspolitischen beschreiben sie eher Abgrenzungen als Überschneidungen und kulturpolitisch können diese Ränder als Möglichkeitsräume gedehnt werden. Dazu gibt es das gfk Diskursformat Kulturkarussell. Als Gast freuen wir uns diesmal auf den Autor Karl-Markus Gauß, der wie kein anderer die Ränder Europas beschrieben hat. In seinen Essays widmet er sich immer wieder europäischen Minderheiten und Ethnien sowie dem südöstlichen Europa. In seinem bereits 1992 erschienenen Buch der Ränder, bei dem Gauß als Herausgeber fungierte, schrieb er im Vorwort: „...Je unverfrorener in seiner Selbstgefälligkeit das Geschwätz vom einigen Europa, vom gemeinsamen europäischen Haus, von der glorreich sich heranbildenden europäischen Nation aufrauscht, umso kruder werden gleichzeitig Barrieren und Gräben durch Europa gezogen. So schwillt und verfällt der Kontinent auf einzigartige Weise, indem er zugleich immer größer wird und doch schrumpft; er schließt sich im Inneren zusammen, integriert Regionen, die vordem in schöner oder dumpfer Abgelegenheit für sich lebten, wird zur ökonomischen Super- und bald wohl auch militärischen Ordnungs-Macht und ummauert sich zur Festung: drinnen sei die gebändigte Zivilisation, draußen die wuchernde Barbarei. Innen blüht Europa, außen wachsen die Ränder. Doch diese Ränder brechen auf und sie brechen herein.“ (Buch der Ränder, Wieser Verlag, 1992, Seite 9) Worte, die 23 Jahre später europäische Gegenwart beschreiben. Bevor Karl-Markus Gauß Gast beim Kulturkarussell ist, liest er aus seinem aktuellen Buch Der Alltag der Welt. Zwei Jahre und viele mehr (Zsolnay Verlag):

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„Der Alltag: voller Wunder und Zumutungen. Die Welt: ein Ort, der noch zu entdecken ist.“ In seinem neuen Buch, einem persönlichen Tagebuch zur Zeitgeschichte, nimmt uns KarlMarkus Gauß mit in eine literarische Schule des Staunens. Von Mai 2011 bis ins Frühjahr 2013 ist der Bogen dieser Gegenschrift zum Zeitgeist gespannt. Die erzählerischen Miniaturen, philosophischen Anmerkungen, historischen Anekdoten, die literarischen Porträts, politischen Widerreden und autobiografischen Entwürfe führen den Autor jedoch weit über diese Zeit hinaus. Ein mitreißendes Dokument geistiger Unabhängigkeit und schöpferischen Eigensinns. Kulturkarussell

Lesung / Diskurs do 28.1. / ab 18.00 / EINTRITT FREI / IM CENTRAL


Literatur/Show

Feminist Killjoys Oder: Wie geht Humor auf feministisch?

Ein Abend mit Stefanie Sargnagel, Denice Bourbon, Mia Merano, und dem Club Grotesque Fatal text und kuratierung: Kristina Pia Hofer

Das Programm: 20.00-20.45 Lesung Stefanie Sargnagel (AT) Stefanie Sargnagels liest aus ihrem Debüt „Binge Living - Callcenter Monologe“. 21.00-21.30 Denice Bourbon (FI/AT) „Wiens vielleicht bekannteste Vollzeit-Diva“ (an.schläge), die als Sängerin, politische Aktivistin, Burlesque-Tänzerin und Autorin in Erscheinung tritt, verwöhnt das Publikum mit einer Solo-Comedy-Show. 22.00-23.00 Queer Feminist Burlesque mit Performer_innen des Club Grotesque Fatal (AT) Das neue „glamourös-radikalisierte Künstlerinnen Kollektiv“, operiert unter der Prämisse „Mehr ist mehr und weniger ist einfach nur weniger.“ Danach & dazwischen: DJ Mia Merano (IT/ AT) Die regelmäßig als Stargast in den Wiener Veranstaltungsreihen Rhinoplasty, Club Mutti und Accordia Schallplatten Club amtiert, sorgt an diesem Abend auch im Central

Feminist Killjoys

literatur / SHOW FR 9.10. / ab 19.00 / eintritt 14/12 / IM CENTRAL

Feminist_innen erscheinen in öffentlichen Diskussionen nicht immer als die Lustigsten. Das hat eine lange Geschichte: die humorfeindliche, fauchende, verbitterte feministische Hater_in geistert bereits seit der sogenannten “Ersten Welle” der (bürgerlichen) feministischen Bewegungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch die Medien, und kehrt seither periodisch wieder zurück. Oft wird sie als eine dargestellt, die sich gegen jeden noch so harmlosen Genuss stellt, und allen anderen nur deren Freude verderben will, weil sie selber nicht weiß, wie man sich amüsiert. Dies ist einerseits eine wirkungsvolle rhetorische Strategie, die es antifeministischen Positionen ermöglicht, feministische Kritik lächerlich zu machen, und somit zu entkräften („Verstehts ihr gar keinen Spaß?“). Andererseits müssen Feminist_innen, wie die Literaturwissenschafterin, und queer-feministische Aktivistin Sara Ahmed deutlich macht, mitunter auch „Spaßverderber_ innen“ (killjoys) sein, damit sich etwas ändert, und Dynamiken und Mechanismen von Privilegien und Diskriminierung, die Alltagsleben und –kultur (und somit auch Humor) nachhaltig durchdringen, überhaupt aufgezeigt werden können. Dass queere Kritik allerdings auch eine eigene, sehr lebhafte Kultur eines feministischen Humors hervorbringt, zeigt diese Veranstaltung. Um es mit den Worten der Performerin Denice Bourbon zu sagen: „Hier macht man sich einen Spaß, der ‚nach oben‘ statt nach unten tritt. Durch den Kakao gezogen wird nicht, wer ohnehin kaum gesellschaftliche Definitionsmacht besitzt, sondern im Gegenteil jene Akteur_innen und Strukturen, die am dicken Ende der Privilegien sitzen.“ Freuen Sie sich auf einen Abend mit Performance, Lesung, Musik und Tanz von Denice Bourbon, Stefanie Sargnagel, DJ Mia Merano, und dem Club Grotesque Fatal!

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Film

100% Dakar more than art

TEXT: SANDRA KRAMPELHUBER

Dakar, die Hauptstadt des Senegal, steht in immer noch stark vorherrschenden eurozentristischen Sichtweisen am Rand „unserer“ Wahrnehmung mit medial bestärkten Hauptassoziationen von Armut und Flucht. Geographisch gesehen ist die 2,5 Millionen Einwohner_innen Metropole tatsächlich äußerste Grenze und westlichster Punkt Kontinentalafrikas. Im Kontext der Kunst- und Kulturproduktion stellt sich Dakar allerdings als urbanes Epizentrum kreativen Schaffens dar. Seit 1992 findet dort die internationale „Biennale de l’art africain contemporain - Dak’art“ statt, 2014 wurde Dakar zeitgleich mit Linz zur Unesco City of Media Arts erkoren. Zudem gilt Dakar als Modemetropole Afrikas, und nicht nur im Bereich der Mode befindet sich Dakar im Vormarsch, in allen Bereichen von Kunst und Kultur hat sich im letzten Jahrzehnt ein neues Selbstbewusstsein einer sehr jungen Generation gebildet, mit ihren geschätzt 3000 Rapper und Rapperinnen ist die Hip Hop Kultur Dakars soziales Gewissen und eminenter Bestandteil der senegalesischen Gesellschaft. Die enorme Qualität und zukunftsweisende Kreativität kontemporärer Senegalesischer Künstler_innen wird mittlerweile vermehrt am internationalen Kunstmarkt wahrgenommen, etwa mit Sonderausstellungen des Vitra Design Museums, Louisiana Museum of Modern Art oder der Contemporary African Art Fair in New York, um nur einige zu nennen. Die Mehrheit der kreativen Visionäre in Dakar ist auch von einem starken sozialen Engagement geprägt, sie sehen sich als „agents of change“ ihrer Gesellschaft und zur Vorbildwirkung für die senegalesische Jugend.

Eben dieser kreativen und kollektiven Energie widmet sich der Dokumentarfim 100% DAKAR – more than art und porträtiert Künstler_innen aus einer Reihe von Disziplinen, wie Mode, Musik, Graffiti, Fotografie, Tanz und Hip Hop. 100% DAKAR – more than art bricht Stereotype und zeigt anhand der Metropole Dakar ein anderes Gesicht „Afrikas“, ein modernes, kontemporäres und starkes Bild. „Wir wollen nicht wie in Europa leben, sondern besser!“, sagt Amadou Fall Ba, Direktor und Kulturmanager bei Africulturban in Dakar am Ende des Films und beschreibt so den neuen Zeitgeist der jüngeren Generation Senegals und des Kontinents Afrikas.

100% Dakar – more than art

film di 6.10. / 20.00 / eintritt 8/6 / im central

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Diskurs

After Christmas Show mit Marlene Haderer

Künstlerin Marlene Haderer ist Initiatorin von Formaten wie Smoke On The Water oder Wie geht Kunst? Philosophische Salons, Diskutierclubs oder Nachdenkmöglichkeiten für alle, die sich mit Themen aus Gesellschaft und Kunst auseinandersetzen wollen. Das soll auch in Linz kurz nach Weihnachten geschehen, eine Zeit, die immer wieder als Randzone aus Hoffnungslosigkeit, Versagensängsten und dem schlichten Lichtblick eines nahenden Frühlings unbeirrt das Jahr beginnen lässt.

After Christmas Show

Philosophische Live-Show DE:CENTRAL: Details werden bekanntgegeben voraussichtlicher Termin FR 8.1.

45 Jahre Tatort

Am 29. November 1970 wurde der erste Tatort mit dem Titel Taxi nach Leipzig ausgestrahlt. Ein Titel, der deutlich auf damalige politische Gegebenheiten Bezug nahm – die Teilung Deutschlands. Zum 45. Geburtstag gehen wir der Frage nach, welche heute die gesellschaftspolitischen Themen des Krimi-Fernseh-Klassikers sind, welche Auswirkungen einzelne Folgen auf realpolitische Entwicklungen hatten und wie sich der Tatort abseits des Staraufgebots (Til Schweiger, Helene Fischer, ...) entwickeln kann. Angefragt für diesen Abend sind Drehbuchautor Thomas Baum (Drehbuch für Tatortfolge Kinderwunsch), der im Zuge der Veranstaltung einen Drehbuchworkshop anbietet, Regisseurin Sabine Derflinger (Grimme-Preisträgerin für den Tatort Angezählt) und Schauspielerin Adele Neuhauser (Kommissarin Bibi Fellner).

45 Jahre Tatort

Workshop / Diskussion / IM CENTRAL voraussichtlich 26.11. / Details ab Anfang Nov.

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Musik

Die Buben im Pelz

Mit der Neueinspielung von Velvet Undergrounds legendärem Bananenalbum (The Velvet Underground & Nico) bleiben Christian Fuchs und David Pfister, zuvor bei der inzwischen aufgelösten Neigungsgruppe Sex, Gewalt & Gute Laune, der einstigen Marschrichtung treu. Die beiden wagen zwar abermals das Spiel mit Pop und Trash, begegnen dem Originalmaterial aber respektvoll und meistern die beinahe absurde Unternehmung, die Songs einer der einflussreichsten Bands der Popgeschichte als Wienerlied anzutragen – von Sunntag Morgn bis Olle Faden Parties. Ist das Wien von heute das New York von damals? Zur Linz-Premiere des wagemutigen Projekts hat sich neben dem Multiinstrumentalisten Sir Tralala und Schlagzeuger Ralph Wakolbinger eine illustre Schar an Gästen angekündigt. Es wird sogar gemunkelt, dass auch die AustropopIkone Boris Bukowski  den Weg  auf  unsere Centralbühne finden wird! Yeah! Als Support steht Monsterheart auf der Bühne – was ein ganz wunderbarer Zufall ist: schließlich ist Anna Attar ja auch Gastsängerin bei den Buben.

Die Buben im Pelz / Monsterheart

KONZERT DO 3.12. / 20.00 / eintritt 18/16 / IM CENTRAL

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Worried Man & Worried Boy

Worried Man & Worried Boy sind Herbert und Sebastian Janata. Als Generationenprojekt im Frühling des Jahres 2014 formiert, erschien ihr erstes, vollständig analog aufgenommenes Album Anfang 2015. Der schönste Mann von Wien und Grezn konnten sich bei FM4 alsbald in der „Heavy Rotation“ festsetzen. Herbert Janata war seit den frühen 1960er Jahren Sänger und Frontman der Worried Men Skiffle Group, die sich im Sommer 2014 nach 54 Jahren auflöste. Songs wie Glaubst i bin bled, I bin A Weh oder Der Mensch is a Sau sind Klassiker der österreichischen Popmusik, die Worried Men Urgesteine des Austropop. Sohn Sebastian ist seit 2006 Mitglied von Ja, Panik. Von der Musikpresse wiederholt als eine der bedeutendsten aktuellen Bands des deutschsprachigen Raums bezeichnet, haben Ja, Panik mit ihrem 2014 erschienenen fünften Album Libertatia einmal mehr ihre Fans und die Kritiker_innen begeistert. In Worried Man & Worried Boy treffen nicht nur Generationen, sondern Punk und Skiffle, Visionäres und Nostalgisches, Morbides und Lebensfrohes und auch ein bisschen Wien und Berlin aufeinander.

Worried Man & Worried Boy

KONZERT FR 11.9. / 21.00 / eintritt 16/14 / IM CENTRAL


Diskurs

Nachbarschaften text: wolfgang schmutz

Micha Shagrir, im November 1937 in Linz geboren, wuchs in Palästina/Israel auf. Zunächst als Radiojournalist arbeitend, stand er in der Folge an der Wiege der israelischen Film- und Fernsehlandschaft. Er wurde zu einem der einflussreichsten Regisseure, Produzenten und Förderer des israelischen Filmschaffens. In Österreich war Micha Shagrir ein Unbekannter, als er 2003 erstmals zurück nach Linz kam, lediglich das Süßwarengeschäft seines Großvaters war den älteren Linzer_innen noch ein Begriff. Es lag drei Häuser von jenem der Familie Eichmann entfernt. Auf den Spuren der Vergangenheit seiner Familie stieß er auf diese Nachbarschaft und drehte darüber den Film Linz Bischofstraße. Darauf folgten weitere Projekte mit Österreichbezug, wie Upper Austrians without „Also darf ich zu mir selbst Borders und Ha’Bricha 3G. murmeln: Ich bin ein Linzer.“ Im Februar 2015 verstarb Micha Shagrir, 2006 Micha Shagrir in Tel Aviv. Im Gedenken an den „Long Distance Walker“ Micha Shagrir soll der Begriff Nachbarschaft diskutiert werden, eine Veranstaltung, die ihm gewidmet ist und den Leitgedanken seiner späteren Arbeit als Regisseur und Produzent aufgreift: „Zwischen allen Konfliktlinien, auch jenen in uns selbst, eine Ebene der Verständigung zu schaffen, über Vergangenheit und Gegenwart. Und dabei nicht davor zu kapitulieren, dass uns dabei sowohl Gewissheiten als auch Ungewissheiten im Weg stehen können.“ Die Veranstaltung findet in zeitlicher Nähe zum Theaterstück Eichmann am 12. bzw. 13.11. statt und wird von Wolfgang Schmutz und Wiltrud Hackl kuratiert bzw. organisiert. Details zu Teilnehmenden, Ort und Programm werden ab Oktober bekanntgegeben.

Nachbarschaften

DISKURS voraussichtlicher termin 12./13.11. / eintritt frei details werden bekanntgegeben

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Musik/Diskurs

Eva Billisich & Herr Holliwood

Krankheiten und andere Ränder

Nach den ersten beiden Alben Lasterlieder und Steig ei in mei Bluatbahn serviert die Schauspielerin Eva Billisich (Muttertag, Hinterholz 8, Poppitz) mit ihrem Musikerkollegen der ersten Stunde, abermals hautnah wienerliederliche Schmankerl. Schwarz im Humor, Thermophor für die Seele, prickelnd auf der Dialekthaut! Die musikalische Bandbreite reicht von Blues über Rock bis zum Gstanzl, genussvoll durchmischt mit Wienerlied-Elementen und einer Portion Schmäh, der so locker drauf sitzt wie der Schaum auf dem Seidel. 

Mit der Diagnose einer unheilbaren Krankheit konfrontiert zu werden, bringt Menschen an Ränder – ihre eigenen und oft auch jene der Gesellschaft. Helmut Retzl erfuhr im Alter von 26 Jahren, dass er an Multipler Sklerose leidet – einer unheilbaren Nervenkrankheit.

„A Schuach um di Sö is da Mensch. Da Dialekt is sei Haut und die Hochsprach is nua a Westn.“ Herwig Seeböck

Eva Billisich & Herr Holliwood

Konzert DO 14.1. / 20.00 Uhr / eintritt 12/10 / IM CENTRAL

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„Ein paar Jahre werdens schon noch leben…“ Doch anstelle sich der Diagnose und „dem Unheilbaren“ zu fügen, entschloss sich Retzl dem herkömmlichen System, das seiner Meinung nach den Begriff „unheilbar“ nur verstärkt, ein eigenes Denksystem entgegenzusetzen. Schlüsselbegriff ist dabei „Wirkungsorientiertes Denken“. Der Humanwissenschafter und Konfliktmanager will Ursachen, nicht Symptome bekämpfen und setzt dabei auf die Logik, die seinem „Wirkungsorientierten Denken“ innewohnt.

Ein paar Jahre werdens schon noch leben Vortrag / Diskussion di 19.1. / 19.00 / eintritt frei / IM CENTRAL


…arbeiten wir doch lieber zusammen… …arbeiten wir doch zusammen… Wels – Linz / Rendezvous am Rand

In welchem Verhältnis stehen die oberösterreichische Landeshauptstadt und die achtgrößte Stadt Österreichs? Sind sie große und kleine Schwester, Konkurrentinnen oder doch nur belanglose Nachbarinnen? Wo beginnt der Rand zwischen Wels und Linz und wie wohnen, arbeiten, lernen, leben die Menschen in diesen Übergangsorten zwischen Stadträndern und Stadtzentren? Ein Blick auf die Beziehungen zwischen Wels und Linz und deren Potenziale. Gesprächsgäste: Wolfgang Pichler (Städteplaner, Wels), Gabi Kepplinger (dorftv, Linz), Selma Music (Welserin, studiert in Linz), Michael Cetinkan (Linzer, leitet in Wels die Produktionsschule). Moderation Gazal Sadeghi. Wels - Linz / Rendezvous am Rand DISKURS de:central: MEDIEN KULTUR HAUS WELS Fr 28.8. / 19.30 / eintritt frei

Verleihung Interkulturpreis

Der Interkulturpreis 2015 steht ganz im Zeichen von Offenheit und Toleranz. Der Preis soll innovative Beiträge von Vereinen, Institutionen, Gemeinden, Schulen und Einzelpersonen auszeichnen. Moderiert wird der Abend von Lakis Jordanopoulos, bekannt durch die Sendung Heimat fremde Heimat. Die Jury des Interkulturpreises 2015 (Beverly Allen-Stingeder, Tina Tauß, Siegbert Janko und Christian Schörkhuber) hat aus den zahlreichen Einreichungen gewählt, die Preise werden im Rahmen eines Festes vergeben. Musik kommt von HINTERLAND. Interkulturpreis 2015

PREISVERLEIHUNG / FEST / KONZERT di 1.9. / eintritt frei / IM CENTRAL www.volkshilfe-ooe.at

Kalenderpräsentation Graphischer Bildungsverein

Der Gemeinnützige Graphische Bildungsverein (GBV) ist Ende der 1970er Jahre unter dem Dach der damaligen Gewerkschaft Druck und Papier in OÖ mit dem Ziel, allen Arbeitnehmer_innen Kunst zugänglich zu machen, entstanden. Jährlich legt der GBV außerdem in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer OÖ einen Kunstkalender mit Originalgrafiken renommierter Künstler_innen auf. Die Arbeiten des Kalenders 2016 stammen vom steirischen Grafiker Rainer M. Osinger. Kalenderpräsentation GBV

FEST Do 5.11. / 18.00 / eintritt frei / IM CENTRAL

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Grenzgängertum braucht Mut spö-landesparteivorsitzender lh-stv. reinhold entholzer

Als die Menschheit noch glaubte, die Erde sei eine Scheibe, war die Furcht vor dem Rand der Erde groß, konnte man dort doch hinunterfallen. Heute wissen wir zwar, dass die Erde eine, wenn auch deformierte, Kugel ist. Unsere Gesellschaft allerdings scheint eine Scheibe zu sein, denn die Furcht vor den Rändern ist geblieben. Zu Recht: wer heute an den Rand der Gesellschaft kommt, läuft Gefahr, gänzlich aus dieser Gesellschaft hinauszufallen. Dabei gibt es die einen, die unfreiwillig an diesen Rand gedrängt werden, durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Für sie haben wir soziale Netze geschaffen, die sie auffangen sollen, damit sie eben nicht über diesen Rand hinausfallen und möglichst wieder zur Mitte der Gesellschaft zurückkehren können. Diese Netze gilt es zu sichern und zu stärken. Dann gibt es aber auch die anderen, die freiwillig die Ränder, die Grenzen der Gesellschaft ausloten möchten. Entwicklung braucht diese „Grenzgänger_innen“, das zeigt uns die Natur, das zeigt uns die Geschichte der Menschheit. Das gilt in besonderem Ausmaß auch in der Kunst und kreativen Berufen. In meiner Jugend waren die Beatles so etwas wie „Grenzgänger“: von der Jugend geliebt, von der Mitte der Gesellschaft, dem Establishment, mit Argwohn betrachtet. Ich musste mit meinen Eltern noch über deren „wilde“ Musik diskutieren. Wenn ich das heute meinen Kindern erzähle, lachen sie mich aus. Die Beatles sind in der Mitte angekommen, wie Andre Heller, wie Nina Hagen oder viele andere „GrenzgängerInnen“ der Kulturgeschichte.

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Kulturelle Entwicklung wäre ohne diese AusnahmekünstlerInnen aber nicht möglich gewesen. Darum brauchen wir auch heute Menschen, die weiterhin den Mut haben, die Grenzen der Gesellschaft aufzuzeigen und auszutesten, sich an die Ränder vorzuwagen. Als Gesellschaft haben wir die Verantwortung, diesen Mut zu fördern. Darum treten wir SozialdemokratInnen für bessere Arbeitsbedingungen, vor allem für eine bessere soziale Absicherung von KünstlerInnen und anderen Kreativen ein.


Die Kinder- und Jugendhilfe OÖ ist für alle in der Familie da

Familien stützen

Es ist der Herzenswunsch aller Eltern, dass ihre Kinder zu reifen, eigenverantwortlichen Persönlichkeiten heranwachsen. Wir beraten Eltern, damit Schwierigkeiten in der Familie gemeinsam bewältigbar bleiben. Ihre Sozial-Landesrätin Mag.a Gertraud Jahn www.gertraud-jahn.at

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mehr nähe, weniger sorgen.

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Informationen zu unserem Kartenverkauf: Karten für unsere Veranstaltungen erhalten Sie in der Hypo OÖ Hauptfiliale (Landstraße 38, zu den Bank-Öffnungszeiten). Es gibt keinen Vorverkauf, d.h. Sie erhalten Ermäßigungen gegen Vorlage entsprechender Ausweise oder Karten auch an der Abendkassa. Karten reservieren können Sie auf unserer Homepage www.gfk-ooe.at, per Email info@gfk-ooe.at oder telefonisch 05 7726 11 710 Ermäßigungen gibt es für: Pensionist_innen, Studierende, Schüler_innen, Menschen mit Behindertenausweis, Aktivpass, Linz AG Goldcard und Hypokundenkarte. Zusätzliche Vergünstigungen mit der Linz AG Platincard.

gfk

Die Vorlage der Ausweise ist erforderlich.

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Total abgefahren! Mit dem Nacht-AST täglich unterwegs. Hotline:

0732/661266

Das AST ist ein Taxi nach Fahrplan, das Sie mit anderen Fahrgästen teilen – so gelangen Sie noch günstiger ans Ziel. Einfach 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrtszeit die AST-Hotline rufen und an einer der orange gekennzeichneten AST-Abfahrtsstellen einsteigen.


Menschen in der gfk

Vernetzte Kulturmanagerin mit vielen Standbeinen TEXT: SUSANNE POLLINGER

„Es ist eine Linzer Besonderheit, dass das Kunstund Kulturleben stark auf Kooperationen aufbaut. Auch Institutionen und die freie Szene arbeiten zusammen, um Plattformen für Kunstschaffende zu etablieren“, so Gerda Forstner. Sie wurde an der Akademie der Bildenden Künste und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien ausgebildet und ist als Abteilungsleiterin seit 12 Jahren für die städtische Kulturentwicklung in Linz verantwortlich.

Impressum:

gfk Magazin . Ausgabe 2.2015, August 2015 Herausgeberin (F.d.I.v.): OÖ. Gesellschaft für Kulturpolitik, Landstr. 36/3, 4020 Linz, +43(0)5772611-710 Chefredaktion: Wiltrud Hackl Redaktion: Christine Pavlic Redaktionelle Mitarbeit: Annemarie Pils, Laura Wiednig Autor_innen dieser Ausgabe: Peter Arlt, Peter Binder, Wiltrud Hackl, Kristina Pia Hofer, Siegbert Janko, Sandra Krampelhuber, Franz Koppelstätter, Thomas Macho, Susanne Pollinger, Wolfgang Schmutz, Friedrich Schwarz, Martin Wassermair Grafisches Konzept: Die Fabrikanten Grafik & Layout: Anna Zangerle Titelbild: Heliodor Doblinger Bildrechte: KULTURFORMEN Institut Hartheim Bildnachweis: 1/5/7/23 Doblinger, 2/22 Pamela Russmann, 2/18 Kurt Kaindl, 2/19 Club Grotesque Fatal, 3 Tom Mesic, 7 Institut Hartheim, 8 Michael Dworschak, 9 Sabine Köstler / Rivertours, 10 Privat, 11 AP Images, 12 Bruckmühle Pregarten, 13 Reinhard Winkler, 14/15 Thomas Macho, 17 Ralp Bieniek, 20 Sandra Krampelhuber, 21 Eva Kadlec, 22 Redelsteiner, 24 Reinhard Novak / Thomas Mooshammer, 25 Kunstraum Goethestraße, 26 SPÖ OÖ, 31 Lukas Beck

Ob beim Linzfest, dem Pflasterspektakel, dem Kulturentwicklungsplan, der Kinderkulturwoche, der Friedensstadt Linz, Linz09 oder der Bewerbung als City of Media Arts: Die 40-jährige sieht sich in der „privilegierten Rolle, Großartiges mitinitiieren und begleiten zu dürfen“. Auch als Mitglied im gfk Vorstand will sie sich „über Neues drüber trauen“, die Offenheit und Möglichkeiten des Standortes nützen. Und weil der zweifachen Mutter Vernetzung und Kooperation so wichtig sind, engagiert sie sich als Eltern-Kind-Zentrumsobfrau und in einer Ortsgruppe der Kinderfreunde.

Die Vorstandsmitglieder der gfk: Susanne Blaimschein, Barbara Czernecki, Gerda Forstner, Christian Horner, Siegbert Janko, Reinhard Kannonier, Gernot Kremser, Michaela Ortner, Thomas Philipp, Susanne Pollinger, Roland Schwandner

Druck: Gutenberg, Linz

31


2015

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Tickets online auf gfk-ooe.at

August Do 27.8.

9.00 13.00

Boatpeople De:Central / Pfaffing Hundeabrichteplatz

Ausflug

freiw. Spenden

Fr 28.8.

19.30

Linz - Wels / Rendezvous am Rand De:Central / Medien Kultur Haus Wels

Diskurs

Eintritt frei

Literatur/Konzert

€ 12 / 10

Mo 31.8. 19.00

A Creole Kaleidoscope

Di 1.9.

19.00

Interkulturpreis / Volkshilfe

Fest

Eintritt frei

Fr 11.9.

21.00

Worried Man & Worried Boy

Konzert

€ 16 / 14

Sa 3.10.

14.00

Die Klapp-Akademie De:Central / Lenaupark, Barbarafriedhof

Diskurs

Eintritt frei

Di 6.10.

20.00 100% Dakar - more than art

Film

€8/6

Fr 9.10.

19.00

Show

€ 14 / 12

Diskurs

Eintritt frei

Film/Diskurs

Eintritt frei

Fest

Eintritt frei € 18 / 16

Oktober

Di 27.10. 19.00

Feminist Killjoys Zentrale Randerscheinungen De:Central / afo architekturforum oö

November Mo 2.11.

19.00

Pier Paolo Pasolini

Do 5.11.

18.00

Kalenderpräsentation GBV

Do 12.11. 19.00

Eichmann

Theater/Diskurs

Fr 13.11.

Eichmann

Schulvorstellung

Flamenco & Gitanos

Konzert/Diskurs

€ 18 / 16

Konzert

€ 18 / 16

9.00

Fr 20.11. 18.30

Dezember Do 3.12.

20.00 Die Buben im Pelz feat. Boris Bukowski Support: Monsterheart

Jänner Fr 8.1.

After Christmas Show

Diskurs

Do 14.1.

20.00 Eva Billisich und Herr Holliwood

Konzert

€ 12 / 10

Di 19.1.

19.00

Ein paar Jahre werdens ...

Diskurs

Eintritt frei

Do 28.1.

18.00

Kulturkarussell/Karl-Markus Gauß

Literatur/Diskurs

Eintritt frei

Newsletter und weitere Infos unter www.gfk-ooe.at gfk OÖ. Gesellschaft für Kulturpolitik • Landstraße 36/3, 4020 Linz • 05 77 26 11-710 • info@gfk-ooe.at

Österreichische Post / Sponsoring Post SPÖ OÖ Information Nr. 39/2015 S.P. GZ 02Z034277 S - VPA 4020

September

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gfk magazin 02/2015  

Das Magazin der Gesellschaft für Kulturpolitik Oberösterreich zum Schwerpunkt Ränder. Mit Beiträgen u.a. von Peter Arlt, Martin Wassermair,...

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