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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

AUS DEM

INHALT

EDITORIAL

LIEBE LESER,

8-9 Ein unvergessliches Spiel

Kein Bundestrainer hatte beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) jemals eine bessere Bilanz: Exakt 66,25 Prozent aller Länderspiele gewann Joachim Löw, seit er das Amt 2006 von Jürgen Klinsmann übernahm — also zwei von drei Spielen. Unter seiner Leitung schnitt die Nationalmannschaft bei keinem Turnier schlechter als Platz drei ab. Trotzdem spricht die Statistik gegen eine Titelverteidigung in Russland. Denn auch das sagen die Fakten: Drei von vier Weltmeistern schieden in diesem Jahrtausend vorzeitig in der Vorrunde aus. 2002 Frankreich. 2010 Italien. 2014 Spanien. Nur Brasilien erreichte 2006 immerhin das WM-Viertelfinale in Deutschland. Wie die WM 2018 ausgeht? Wir können es nicht voraussagen. Was wir aber tun können: Sie mit allen Informationen versorgen, die Sie zum WM-Start am 14. Juni wissen sollten. Auf 40 Seiten haben wir Ihnen alles an Infos und Service kompakt zusammengestellt. Unser Dank an unsere treuen Leser. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Philipp Lahm spricht im Interview über seine Erinnerung an Rio und die Chancen der deutschen Mannschaft, den Titel in Russland zu verteidigen

10-13 Der deutsche WM-Kader

Ihr Pit Gottschalk

Diese Spieler sollen in Russland den WM-Titel gewinnen

IMPRESSUM

32-34 Stars für magische Momente Messi, Ronaldo, Neymar, Kane, Griezmann und andere lassen in Russland auf spektakuläre WM-Spiele hoffen

Verlagsbeilage Funke Medien NRW GmbH, Friedrichstraße 34-38, 45128 Essen, Registergericht Essen, HRB 26063, Tel: +49 (0)201-804-0 Geschäftsführer: Thomas Kloß, Ove Saffe, Andreas Schoo, Michael Wüller Chefredakteur: Pit Gottschalk (v.i.S.d.P.) Redaktionelle Projektleitung: Jan Kanter

Produktion und Gestaltung: FUNKE Redaktionsservices Tobias Eling, Seric Kuzoluk, Oliver Schäfer Anzeigen und Verlagsbeilagen: Dennis Prien (V.i.S.d.P.) Druck: Druckzentrum Essen GmbH Schederhofstraße 55-57 45128 Essen Druckzentrum Hagen GmbH Hohensyburgstraße 67 58099 Hagen

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DIE TOP-TEAMS

DIE

WM

FAVORITEN Mario Götzes magischer Moment 2014 in Rio beim Endspiel. Weltmeister Deutschland, aber auch Finalgegner Argentinien zählen 2018 wieder zu den Favoriten Foto: DPA PA


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

SECHS HERAUSFORDERER

WETTEN, DASS...

Weltmeister Deutschland muss Argentinien, Brasilien, Spanien und Frankreich fürchten. England und Belgien haben eher Außenseiterchancen Dinge, die immer gleich bleiben, können Menschen ein beträchtliches Maß an Halt und Kraft geben. Vor allem, wenn die Sache sogar noch eine positive ist, etwas Gutes, Schönes. Wie zum Beispiel diese erstaunliche Serie, die die deutschen Fußballer seit dem Sommer 2016 hinlegten. 22 Spiele in Folge blieben sie ohne Niederlage.

Von Daniel Berg Doch als die Serie im vergangenen März ihr Ende fand und sich die scheinbar Unbesiegbaren den Brasilianern geschlagen geben mussten, da machte sich auch so etwas wie Erleichterung breit. Mindestens aber ein Gefühl der Bestätigung. Seht ihr, haben wir doch gesagt. Herr Kroos, Sie vielleicht? „Es ist nicht so, dass wir der absolute Favorit sind, der nach Russland fährt“, sagte der Mittelfeldstratege von Real Madrid. Spätestens nach der 1:2-Pleite beim Test gegen Österreich am 2. Juni, der ersten Niederlage gegen den Nachbarn seit 32 Jahren, mehren sich die Stimmen im Land, die die WM-Chancen der deutschen Mannschaft mit einer gewissen Lust klein reden. Es handelt sich um ein hübsches Ritual vor so ziemlich jeder Meisterschaft, dass niemand – wenn es nicht offensichtlich ist – zum absoluten Topfavoriten ernannt werden möchte, weil das die Erwartungen erhöht, aus der die große Enttäuschung erwächst, wenn es nichts geworden sein sollte. So ist das auch vor der WM in Russland. „Wir wollen diesen Titel wieder nach Deutschland holen“, sagt Bundestrainer Joachim Löw.

Die Basis stimmt Natürlich sagt er das. Seine Mannschaft ist der amtierende Weltmeister, sie hat seit der EM viele Spiele und in personell ausgedünnter Besetzung sogar den Confed-Cup, die WM-Generalprobe, gewonnen. Der Nachwuchs aus der U21 holte sich den Titel bei der EM, sodass die internationale Konkurrenz schon wieder die Weisheit bemüht, dass es vollkommen gleichgültig sei, wer wo einen Fußball in die Luft wirft, um ein Spielchen zu starten – am Ende gewinne ja doch wieder Schwarz-RotGold. „Deutschland verschlingt die Rivalen wie ein Menschenfresser“, schrieben die Sport- und Kannibalismusexperten der italienischen Zeitung Corriere dello Sport.

Löw aber zieht in Fragen der Ernährung zum Beispiel Espresso, gute Weine, leckeres Essen vor. Doch auch ein Genussmensch wie er duldet keine Nachlässigkeiten, die entstehen, wenn man selbst zu glauben beginnt, unschlagbar zu sein. Seit Wochen und Monaten mahnt er die Professionalität seiner Spieler an, appelliert an sie, sich in eine Form zu bringen, dass jeder in jeder Sekunde des Turniers seine beste Leistung abzurufen imstande wäre. „Wir haben eine gute Basis. Mehr nicht! Es gibt keine Garantien“, sagt der Bundestrainer und verweist auf die Lust der Konkurrenz darauf, „uns vom Thron zu stürzen“. Wer für diesen Akt der Meuterei infrage kommt? „Argentinien mit unglaublicher Offensivkraft. Spanien nach wie vor. Brasilien ist wiedererstarkt“, sag-

mögliche Personal Argentiniens aufzuzählen: Angel di Maria, Paulo Dybala, Sergio Agüero, Gonzalo Higuain – und vorneweg natürlich Lionel Messi. In diesem Sommer wird er 31 Jahre alt. Es könnte seine letzte WM sein. Ein Titel blieb ihm auf der größten Bühne bislang verwehrt. Schuld daran: hauptsächlich die Deutschen. Bei den letzten drei Weltmeisterschaften scheiterte Argentinien stets an Löw und Co. (2006 und 2010 im Viertelfinale, 2014 im Finale).

„Eine gute Weltmeisterschaft ist ein Platz unter den ersten Vier, alles andere ist eine schlechte WM“, sagt Verbands-Präsident Claudio Tapia und erhöhte den Druck auf das Team, das sich erst in letzter Sekunde qualifi-

Foto: Getty

„Argentinien mit unglaublicher Offensivkraft. Spanien nach wie vor. Brasilien ist wiedererstarkt. England nicht zu vergessen.“ Bundestrainer Joachim Löw nennt seine WM-Favoriten

Offensivstarke Argentinier Ja, die Argentinier. Die haben es Löw angetan. Falls jemand wagen sollte, in seiner Gegenwart von den deutschen Möglichkeiten in der Offensive zu schwärmen, dann beginnt Löw das

Panama kann für Reichtum sorgen Wer reich werden will, muss viel Geld auf die Favoriten setzen oder einen krassen Außenseiter wählen. Für einen Euro Einsatz, gibt es bei einem Weltmeister aus Panama 1000 Euro Auszahlung. Gleiches gilt für SaudiArabien.

Wo steht Spanien?

Bastian Schweinsteiger organisiert in Rio die Mannschaftsfeier.

te Löw auf die Frage nach den Titelanwärtern. „Und ich würde auch die Engländer nicht vergessen.“ Dazu komme Frankreich. Und – das sagt Löw nicht – Belgien. Das ist er: Der allgemein anerkannte Kreis der Favoriten.

DFB-Team Favorit der Wettenbieter Die üblichen Verdächtigen liegen vorne bei den Wettanbietern (Stand: Ende Mai). Interwetten hält so wie viele weitere Anbieter eine Titelverteidigung des DFB-Teams für sehr wahrscheinlich - die Quote 5,5:1 spricht für sich. Brasilien (5,75:1) sowie Frankreich und Spanien (beide 7:1) liegen nur knapp dahinter.

zierte und im März eine historische 1:6-Niederlage gegen Spanien hinnehmen musste. Immerhin darf man sagen: Gegen Spanien zu verlieren, ist keine Schande, denn es spielt wieder wie das Spanien aus einer zu Ende gegangenen Ära. 2008 Europameister, 2010 Weltmeister, 2012 Europameister – und dann der Absturz in Brasilien, als in der Vorrunde Schluss war und sich zeigte, dass der Fußball-Dominator den Umbruch verpasst hatte. >>

Werner hängt Lewandowski ab Der Favorit auf den besten Torschützen des Turniers ist, wen wundert’s, Lionel Messi. Bei Tipico gibt es das Neunfache des Einsatzes, sollte der argentinische Superstar die meisten Treffer erzielen. Neymar, Antoine Griezmann (beide 10:1) und Cristiano Ronaldo (12:1) folgen auf den Plätzen. Überraschend: Timo Werner (15:1) liegt vor dem polnischen Torjäger Robert Lewandowski (20:1). Vermutlich werden dem DFB-Angreifer mehr Spiele im Turnierverlauf zugetraut. Einige Anbieter sehen Werner deshalb sogar auf einem Niveau mit „CR7“. No Zlatan, no Party? Nicht nur auf erfolgreiche Torschützen darf gewettet werden, auch die Mannschaft mit den wenigsten WM-Toren kann zu Geld gemacht werden. Dass die Schweden zuletzt mit einer BetonAbwehr glänzten, hat sich inzwischen herumgesprochen. Da Superstar Zlatan Ibrahimovic den Nordmännern nicht zur Seite stehen wird, glauben einige Anbieter nicht an eine Torflut made in Sweden. 33:1 ist die Quote, sollte Schweden harmlos bleiben. Beißt Suarez erneut? Vor allem in Großbritannien sind der Kreativität einiger Anbieter keine Grenzen gesetzt. So setzten 176 Leute bei der WM 2014 zum Beispiel Geld darauf, dass Luis Suarez einen Gegenspieler beißt. Die Quote: 175:1. Tatsächlich biss der Uruguay-Star den Italiener Giorgio Chiellini in die Schulter beim letzten Gruppenspiel. Mit Sicherheit dürfte diese Wette auch für das Turnier in Russland noch verfügbar werden.


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DIE TOP-TEAMS

Doch dem neuen Trainer Julen Lopetegui gelang es, eine Mannschaft zusammenzustellen, in der Legenden wie Andres Iniesta und Sergio Ramos weiterhin ihren Platz haben, an deren Seite aber auch junge, erfolgshungrige Spieler für eine frische Brise sorgen. Umbruch mit Auge: die Wurzeln wahren, aber nicht krampfhaft an Altem festhalten. Ergebnis: Spanien tikitakert wieder wie Spanien. Das Testspiel im März gegen Deutschland (1:1) geriet zu einem Plädoyer für schönen Fußball, der ja eigentlich in Brasilien daheim ist. „Jogo bonito“ sagt man dort dazu. Doch dass Brasilien wieder ernst zu nehmen ist und sich auch selbst wieder ernst nehmen kann, liegt weniger an Ästhetik, denn an neuer Sachlichkeit.

Neues Selbstbewusstsein Nationaltrainer Tite übernahm die Mannschaft im Juni 2016 nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der Copa America von Carlos Dunga. Da stand der Rekord-Weltmeister in der Qualifikationsrunde für Russland mit nur zwei Siegen aus sechs Spielen auf Rang sechs und drohte das Ticket zum Turnier erstmals zu verpassen. Und das alles, nachdem die Heim-WM 2014 mit dem desaströsen 1:7 gegen die Deutschen geendet hatte. Das fußballerische Selbstbewusstsein näherte sich null an.

David Jimenez Silva (l.), Thiago Alcantara (2. v.l.) und Jorge Koke (r.) jagen Jonas Hector. brachte, weil es das Trauma von 2014 tilgte. Nicht zu sehen war dabei der Superstar Neymar, weil der Offensivkünstler wegen eines Fußbruchs unpässlich war. Bis zur WM wird er wieder fit sein, aber es gehört zu Tites Leistungen, dass sich seine Mannschaft emanzipiert hat von den Individualleistun-

Sechs Brasilianer gegen Leon Goretzka beim Testspiel in Berlin. „Bei meinem Amtsantritt war der Druck ein komplett anderer: Brasilien irgendwie zur WM zu bringen“, erinnert sich Tite an die Anfänge. Gelassen kann er zurückblicken, weil seine Mannschaft danach in der Qualifikation kein Spiel mehr verlor und als erstes Team die Zugangsberechtigung für Russland herbeispielte. Tite gelang es dabei, die offensive Lust seiner Spieler mit einer verlässlichen defensiven Organisation auszustatten. Zu sehen war dies bei besagtem 1:0-Sieg gegen die Deutschen in Berlin im März, das der Selecao ebenfalls einen Teil des Stolzes zurück-

Foto: Getty

gen Neymars, der in Paris bei SaintGermain spielt und dort einen recht guten Blick auf das hat, was dort gedeiht: womöglich eine neue Weltmeister-Generation.

Stars und Talente Die Equipe Tricolore gewann den WMTitel zuletzt 1998 mit einer Mannschaft, die Legendenstatus erlangte: Zinedine Zidane, Thierry Henry, David Trezeguet, Patrick Vieira, Emmanuel Petit, Marcel Desailly, Didier Deschamps. Letzterer ist seit 2012 Nationaltrainer Frankreichs und kann aus einem schier endlos scheinenden Re-

servoir an Talenten und Stars verfügen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Mit Kylian Mbappé – 19 Jahre alt und für rund 220 Millionen Euro Ablöse von Monaco zu Paris Saint-Germain transferiert – sowie Ousmane Dembélé – 21 Jahre alt und vor einem Jahr für weit über 100 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Barcelona gewechselt – verfügt er über die beeindruckendste offensive Zukunftsvision. Aber bürgt das auch für die Gegenwart? Deschamps sieht „mangelnde Erfahrung meiner jungen Spieler. Sie sind teilweise teuer verkauft worden, aber sie sind noch keine Führungsspieler“. Über eine stabile Einheit verfügt er trotz internationaler Klasse durch Innenverteidiger-Koloss Raphael Varane (Real Madrid), Mittelfeldkönner Paul Pogba (Manchester United) und dem stürmischen Feingeist Antoine Griezmann (Atletico Madrid) nicht. Immer wieder gerät die Defensive ins Wanken und präsentiert sich die Mannschaft eher als Ansammlung von Einzelkönnern, denn als harmonisches Ensemble. Deschamps sagt: „Wir sind keine Favoriten, aber wir haben Ambitionen.“

Foto: Getty Russland lieber „nicht zu viele Unterhosen“ einpacken. Dabei gibt das Jahr 2017 größten Anlass zu Optimismus für die Zukunft. Die U17 und die U20 wurden Weltmeister, die U19 gewann die EM, die U21 scheiterte dort erst im Elfmeterschießen an – natürlich – Deutschland. Ob die neue Goldene Generation irgendwann wieder eine WM gewinnen kann? 1966 schaffte England das zuletzt. Die Sehnsucht ist groß. Genau wie in Belgien, einer weiteren Mannschaft, der man den großen, überraschenden Coup zutrauen könnte, die aber noch öfter scheiterte als England. Merke: Nicht alle Dinge, die immer gleich bleiben, geben Halt und Kraft.

Realismus in England Noch demütiger begibt sich das in Turnierfragen leidgeplagte England Richtung WM. „Wir müssen realistisch sein. Um die WM zu gewinnen, bräuchte es ein Wunder“, sagt Nationalspieler Kyle Walker. Und auch die wie immer nicht gerade zimperliche englische Presse befindet sich nicht gerade im Jubelrausch. Die englischen Fans, schreibt das Boulevardblatt The Sun, sollten vor ihrer Abreise nach

Kylian Mbappe (oben) feiert mit Paul Pogba und Lucas Hernandez (r). Foto: Getty


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INTERVIEW

„ DAS VERBINDET UNS EIN LEBEN LANG “ Den Fußball vermisst er nicht, sagt Philipp Lahm. Der 34-Jährige, der nach dem deutschen WM-Triumph in Brasilien 2014 als Kapitän aus der Nationalelf zurücktrat, hat sich schnell in sein Leben nach der Karriere eingefunden. Er ist nun Unternehmer und Botschafter der deutschen EM-Bewerbung für 2024.

Von Daniel Berg und Jörn Meyn Aber manchmal, da kommen die Bilder zurück. Das Götze-Tor zum Finalsieg gegen Argentinien, der blutende Schweinsteiger, der in den Nachthimmel des Maracana-Stadions gestemmte, goldene WM-Pokal. Lahm trägt sie mit sich, wenn er nun bei der WM in Russland vier Tage lang zur offiziellen Delegation des Deutschen Fußball-

Philipp Lahm und die Redakteure Daniel Berg und Jörn Meyn. Fotos: Reto Klar

Bundes (DFB) gehören wird. Vor der Abreise spricht der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft über seine Erinnerungen an Brasilien, warum Deutschland nun in Russland den Titel verteidigen kann und seine besondere Beziehung zu Bundestrainer Joachim Löw Herr Lahm, träumen Sie eigentlich manchmal vom WM-Finale? Philipp Lahm: Nein, ich träume nicht davon. Es ist ja alles wirklich passiert. Aber ich habe hin und wieder noch Bilder von der WM im Kopf. Welche sind das? Ganz unterschiedliche. Das Finale natürlich, oder das 7:1 gegen Brasilien zum Beispiel, daran denke ich schon manchmal noch. Begegnet Ihnen im Hause Lahm irgendwas, das Sie an den WM-Titel erinnert? Ja. Ich habe einen Raum, in dem ich alle Andenken aus meiner aktiven Zeit aufbewahre. Von der WM habe ich einen kleinen Pokal, ein Trikot mit allen Unterschriften, die WM-Medaille und das Fotobuch „One Night in Rio“. Aber wissen Sie, das

Schöne an diesem Erfolg sind nicht die Bilder, die man aufbewahrt. Es sind die Bilder im Kopf. Alle, die Spieler, aber auch alle Fans werden bis zu ihrem Lebensende die Bilder von Brasilien im Kopf tragen. Welche genau sind das bei Ihnen? Ich weiß noch, wie wir nach dem gewonnenen Finale die Stadiontreppen hochgingen, um unsere Medaillen in Empfang zu nehmen. Und unten standen all unsere Betreuer Spalier für uns. Das ist für mich ein Gänsehautmoment, den ich niemals vergessen werde. Ich war zehn Jahre Nationalspieler. Die Betreuer haben in dieser Zeit so hart dafür gearbeitet, dass wir Leistung bringen konnten. Sie so glücklich zu sehen, war einfach schön. Ich wusste ja in diesem Moment schon, dass es mein letztes Länderspiel gewesen ist.

Ein Bild, das in Erinnerung geblieben ist, war, wie die Mannschaft in Berlin auf der Fanmeile gefeiert hat. Alle mit Sonnenbrillen. Waren da eigentlich alle noch betrunken? Durch die Rückreise aus Brasilien lagen ja eigentlich schon zwei Nächte zwischen Finale und Ankunft. Also sollten alle schon wieder einigermaßen nüchtern gewesen sein. (lacht) Aber die Feier nach dem Finale war natürlich toll. Wenn am Ende einer so langen Reise ein solcher Titel steht, ist das schon Wahnsinn. Auf dem Flug nach Berlin haben jedenfalls fast alle geschlafen. (lacht)

Gab es einen Schlüsselmoment für Sie bei der WM, als Sie wussten: Diesmal kann es wirklich klappen? Ich war eigentlich vom Start weg zuversichtlich. Es hatte sich etwas entwickelt in dieser Mannschaft und wir hatten eine große Qualität. Einen einzigen Schlüsselmoment kann ich kaum benennen. Das 4:0 gegen Portugal zum Start war einer davon, aber auch das 1:0 gegen die USA, als wir unter Druck standen. Beim 1:0 gegen Frankreich im Viertelfinale haben wir nicht so gut gespielt, hatten auch Glück. Im Nachhinein muss man sagen, dass man Philipp Lahm über das WM-Finale in Rio 2014 während einer WM in ganz vielen Momenten auch das nötige Glück braucht.

„Das Schöne an diesem Erfolg sind nicht die Bilder, die man aufbewahrt. Es sind die Bilder im Kopf.“


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Warum ist im Campo Bahia dieser besondere Teamgeist entstanden, von dem oft die Rede war? Vielleicht, weil das ein ganz besonderes Camp war. Wir Spieler haben uns ja in unterschiedliche Häuser aufgeteilt, waren aber immer zusammen: in Aufenthaltsräumen, bei den Betreuern, zum Kartenspielen oder in der Lobby, um ein WM-Spiel zu schauen. An diesem Ort ist ein Zusammenhalt entstanden, der ganz natürlich war und uns im Turnier geholfen hat. Sie haben von den Bildern im Kopf gesprochen. Viele, die an die Weltmeisterschaft 2014 denken, haben sofort das 7:1 gegen Brasilien vor Augen. Kann man ein solch irreales Spiel auf dem Platz genießen? Doch, ich konnte das genießen. Wir hatten das Glück in Anführungsstrichen, dass wir ein paar Monate zuvor in Berlin 4:4 gegen Schweden gespielt haben, nachdem es 4:0 für uns stand. Das war noch in unseren Köpfen, auch als wir mit 5:0 in die Halbzeitpause gegangen sind. Stimmt es, dass Bundestrainer Joachim Löw in der Halbzeit gesagt hat: Wer jetzt den Gegner vorführt, der spielt im Finale nicht? So direkt nicht. Aber es war der Tenor vom Trainer und von der Mannschaft: Den größten Respekt zollen wir den Brasilianern, wenn wir einfach so weiterspielen. Und das haben wir auch gemacht. Ich finde, wir waren ein guter Gast, denn wir haben uns tadellos verhalten. Sie sind dann ins Finale eingezogen. Dort wurde der blutende Bastian Schweinsteiger zum Sinnbild des Siegeswillens. Haben Sie das auf dem Platz mitbekommen? Ja. Wir haben schon seit ganz früher Jugend zusammengespielt. Ich wusste, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Wenn man etwas Großes erreichen will, braucht man Spieler, auf die man sich immer verlassen kann und die in wichtigen Spielen zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen. Basti war so ein Spieler. Ich wusste, da muss schon viel passieren, dass er vorzeitig vom Platz geht. Hätten Sie Ihre Nationalelf-Karriere fortgeführt, wenn Sie das Finale gegen Argentinien verloren hätten? Nein. Auch, wenn wir das Achtelfinale verloren hätten, wäre es vorbei gewesen für mich. Es hätte sich dann sicher nicht vollendet angefühlt… Das stimmt, deshalb bin ich sehr dankbar, dass ich meine NationalelfKarriere mit dem Titel beenden konnte. Aber ich habe es davon nicht abhängig gemacht.

Nun steht wieder eine WM an. In der Nationalelf und auch beim FC Bayern gilt mittlerweile Joshua Kimmich als Ihr Nachfolger. Was gefällt Ihnen an ihm? Ich schätze ihn für das, was er täglich leistet. Er hat eine wahnsinnig gute Einstellung – im Training und in den Spielen. Und man sieht, dass er sehr anpassungsfähig ist, was die Position angeht. Er hat eine große Qualität. Noch nie im modernen Fußball hat es der Weltmeister geschafft, seinen Titel zu verteidigen. Warum kann es Deutschland dennoch schaffen? Weil diese Mannschaft wieder sehr gut besetzt ist und das Trainerteam um Joachim Löw sie wieder sehr gut einstellen wird. Deshalb sage ich: Deutschland kann den Titel verteidi-

gen. Auch wenn es schwer wird. Sie haben mit Löw über viele Jahre zusammen gearbeitet. Verband Sie eine besondere Beziehung? Fakt ist, dass uns der WM-Titel unser Leben lang verbinden wird – aber nicht nur uns, sondern alle Spieler. Wir haben das gemeinsam geschafft, und wenn wir uns irgendwann in ein paar Jahren mal wieder alle treffen, werden wir uns darüber immer noch freuen. Sie sind nun kein Spieler mehr. Beim DFB haben Sie die Rolle des Botschafters für die EM-Bewerbung 2024 übernommen. Warum wäre das Turnier gut für Deutschland? Ich selbst habe 2006 miterlebt, wie

„Deutschland sollte alle 15 oder 20 Jahre ein Fußballfest ausrichten. Das war 1974 so, 1988 auch und eben 2006. Jetzt ist es wieder so weit.“ Philipp Lahm zur EM-Bewerbung

schön es war, Menschen aus vielen Ländern bei uns zu begrüßen. Wir waren ein weltoffener, freundlicher Gastgeber. Ich denke, Deutschland sollte alle 15 oder 20 Jahre ein Fußballfest ausrichten. Das war 1974 so, 1988 auch und eben 2006. Jetzt ist es wieder soweit. Es bringt die Menschen in diesem Land zusammen und lässt alle teilhaben. Es schafft ein neues Gemeinschaftsgefühl. Deswegen wäre die EM 2024 gut für Deutschland. Sie haben die WM 2006 angesprochen. Es hat sich mittlerweile gezeigt, dass nicht alles mit rechten Dingen zuging damals. Vor diesem Hintergrund: Wie wichtig ist Glaubwürdigkeit beim Unterfangen, die EM 2024 nach Deutschland zu bringen? Glaubwürdigkeit und Transparenz sind sehr wichtig. Man muss sich an Regeln halten. Ich bin mir sicher, dass beim DFB alle so denken. Sie geben Ihr Gesicht für die Bewerbung. Können Sie versichern, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist, sollte Deutschland den Zuschlag erhalten? Dafür stehe ich. Ich habe immer Regeln auf dem Platz eingehalten. Jeder weiß, dass ich kaum Gelbe oder Rote Karten in meiner Karriere gesammelt habe. Und so soll es nun auch bei der Bewerbung sein. Das kann ich versichern.

Ausnahmesportler Philipp Lahm – geboren am 11. November 1983 in München – kann auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken. Als Elfjähriger wechselte er in die Jugend zum FC Bayern München. Seinen Durchbruch erlebte er allerdings 2003 als Leihspieler des VfB Stuttgart. Zwei Jahre später kehrte der Linksverteidiger zum FC Bayern zurück und entwickelte sich zum Stammspieler und Leistungsträger. In der Nationalmannschaft feierte er schon zuvor seine Premiere – am 18. Februar 2004 gegen Kroatien. Nach der Saison 2016/17 beendete Lahm nach 332 Bundesligaspielen für den FC Bayern und 113 Länderspielen seine Karriere. Die Erfolge des Philipp Lahm lesen sich beeindruckend: Mit dem FC Bayern gewann er achtmal die Meisterschaft (Liga-Rekord), sechsmal den DFB-Pokal und einmal die Champions League (2013). Mit der Nationalmannschaft gewann er 2014 den Weltmeistertitel und wurde 2008 Vize-Europameister.


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DER TITELVERTEIDIGER

Leitwolf, Spaßvogel, Torjäger. Thomas Müller (l.) gehört zu den festen Größen in der Nationalmannschaft. Jerome Boateng natürlich auch. Foto: Getty

DIE DEUTSCHE MANNSCHAFT Bundestrainer Joachim Löw hatte die Qual der Wahl. Das sind sie nun: die 23 Mann für das eine große Ziel: die Titelverteidigung bei der WM in Russland. Der deutsche Kader im Kurzporträt.


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Manuel Neuer: Niemand auf der Welt – das darf als amtlich gelten – hält den Münchner nicht für den besten Torwart der Welt. Daran ändern auch drei Mittelfußbrüche in Serie nichts. Er fährt mit – als Nummer 1.

Von Daniel Berg Marc-Andre ter Stegen: Wie Messi – nur mit Händen. So belobigte ihn die spanische Presse während seiner starken Saison beim FC Barcelona. Stünde vermutlich bei jedem anderen WM-Team im Tor, aber Deutschland hat nun mal Neuer. Kevin Trapp: Spielt bei Paris Saint-Germain in der Stadt der Liebe. Aber besonders innig ist die Beziehung nicht. Trapp sitzt zumeist auf der Bank. Jerome Boateng: Man nennt ihn den Boss. Manchmal sieht er mit seinen Ketten und Ringen und Sonnenbrillen aus wie ein Rapper. Spricht aber manchmal so leise wie ein schüchterner Junge. Auf dem Platz aber ist der Münchner eine unverzichtbare Größe. Matthias Ginter: Der Gladbacher verpasst ungern was, deshalb spielte er in Gladbach jede Bundesligaminute. Und das sehr gut. Vielseitig einsetzbar, zuverlässig, nicht zu vorlaut – so hat es der Bundestrainer durchaus gern. Jonas Hector: Bleibt eine der ungewöhnlichsten Figuren im DFB-Team. Stieg mit Köln ab, hatte Angebote aus der Champions League – bleibt aber beim FC. Ob Löw das auf Dauer reicht? Mats Hummels: Wortführer, Jung-Papa, Außenristfetischist. Bildet zusammen mit Boateng die Weltmeister-Innenverteidigung. Vielleicht auch dieses Mal. Joshua Kimmich: Als Kind trug er das BVB-Trikot mit dem Namenszug Rosicky. Mittlerweile spielt er fast ähnlich elegant. Als Rechtsverteidiger ein TopVorbereiter in der WM-Qualifikation. Marvin Plattenhardt: Exotisch unprominent zwischen all den Stars. Der Mangel an guten Linksverteidigerin gewährt dem Berliner Zutritt zur WM, was ihm trefflich egal sein kann. Fulminante Freistöße, scharfe Flanken, aber vermutlich nur Reservist. Antonio Rüdiger: Früher war er Fan des Weltklasseangreifers George Weah – und stürmte auf dem Platz auch selbst. Schulte aber später auf Innenverteidiger um. Gute Entscheidung. Niklas Süle: Wegen seines Nachnamens wurde er von türkischen Scouts für deren Nachwuchs-Nationalmannschaft angesprochen. Das fand er lustig. Ansonsten ist er als Kind in das Fass mit dem Zaubertrank gefallen und ist seitdem die bestmögliche Mischung aus Asterix und Obelix: monströs groß und kräftig, trotzdem beweglich und schnell. . Julian Brandt: Einen Urlaub hat der hochbegabte Leverkusener für den Sommer nicht gebucht. Ganz schön

Klare Worte im Fitnesszelt: Bundestrainer Löw gibt seinen Spielern während des Trainingslagers Anweisungen. selbstbewusst, oder? War er sicher, in Russland dabei zu sein? „Das hätte ich sonst auch nicht. Ich bin da nicht so gut organisiert in meinem Leben.“ Julian Draxler: Kapitän der ConfedCup-Sieger-Mannschaft und trotzdem kein sicherer Stammspieler bei der WM. Schuld daran auch: sein Reservisten-Dasein in Paris. Aber da wird jetzt alles besser: Thomas Tuchel wird Trainer. Ilkay Gündogan: Belegte in der Schule Russisch als Wahl-Fach. Allein deshalb schon ist der Mittelfeldstratege von Manchester City sicherer WMFahrer. Endlich. Zuvor immer von langwierigen Verletzungen gestoppt. Leon Goretzka: Tricolore-Wochen! Wechselt binnen Wochen vom blauen ins weiße ins rote Trikot. Der zukünftige Ex-Schalker und baldige Bayer führte Deutschland zum Confed-CupSieg. Sami Khedira: Ungewohntes Gefühl für den Profi von Juventus Turin: Ein Turnier steht an und nichts tut weh. Der Vertrauensmann von Löw verpasste das Finale 2014 verletzt. Ein Erlebnis, das er gern nachholen würde. Toni Kroos: Seit seinem vierten Champions-League-Sieg erfolgreichster deutscher Fußballer. Historisch. Das rang ihm fast ein Tränchen ab. Ansonsten aber ist er die Ruhe selbst und Taktgeber des deutschen Spiels. Thomas Müller: WM ist Müller-Zeit. Trifft er vorher vom Strand aus das Meer nicht, gelingt ab dann zuverlässig alles. Deswegen womöglich auf dem Weg zum Rekordschützen. Er steht bei zehn Treffern. Die Bestmarke hält Miroslav Klose mit 16. Mesut Özil: Eine der besten Servicekräfte weltweit: kaum einer gibt mehr Vorlagen. Zuletzt beim FC Arsenal mal wieder in der Kritik. Löw vertraut Özils Zauberfuß unerschütterlich. Sebastian Rudy: Sehr vielseitig, wahrscheinlich auch als Masseur und Busfahrer einsetzbar. Das ist sein großer Vorteil. Bei Bayern München – sofern

gebraucht – zuverlässig. Allerdings selten in großen Spielen gebraucht. Marco Reus: Im fortgeschrittenen Fußballer-Alter werden dem leidgeprüften und oft verletzten Dortmunder die Karriere-Höhepunkte zuteil. Mit dem DFB-Pokalsieg 2017 bewies er, dass er Titel holen kann. WM-Premiere nun voraus. Titel? Erwünscht.

Foto: DPA

Timo Werner: War früher Gomez-Fan. Heute ist Gomez Fan von ihm. Schnell und torgefährlich. Mario Gomez: Drei Typen in einem: Mit 32 Jahren der Opa im Team, gerade erst Papa geworden, bei der Nationalmannschaft mit kindlicher Freude dabei. Als Stürmertyp Spaltkeil könnte er dann und wann gefragt sein.

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DER TITELVERTEIDIGER

DER UNTERSCHIED-SPIELER Mit Marco Reus bietet Deutschland bei der WM neue Qualität. Dem Dortmunder standen oft Verletzungen im Wege Marco Reus war am Boden. Völlig am Boden. Er kugelte sich von links nach rechts und hielt sich den Bauch vor Lachen. Soeben hatte sein Mannschaftskamerad Antonio Rüdiger nach dem Ende einer Trainingseinheit ein letztes Mal aufs Tor schießen wollen.

Von Daniel Berg Doch der Verteidiger des FC Chelsea vermischte ein paar unglückliche Umstände und ein wenig eigene Schusseligkeit zu einer Bewegung, die ihn der Länge nach stürzen ließ. Reus und die anderen, die es gesehen hatten, rangen nach Atem, so sehr lachten sie mit ihrem Kollegen. Diese Episode aus dem Trainingslager in Eppan/Südtirol beschreibt einen Moment des Glücks in der Beziehung zwischen Reus und dem Nationalteam. Davon gibt es weit weniger als man vermuten müsste bei einem

Mann, der unbestrittener Maßen seit Jahren als einer der besten Fußballer des Landes gilt. Bei der EM 2012 durfte er nur wenig spielen, den Triumph bei der WM 2014 verpasste er wegen einer Sprunggelenksverletzung, die er sich einen Tag vor der Abreise nach Brasilien zuzog. Seinen Einsatz bei der EM 2016 musste er wegen lang anhaltender Leistenbeschwerden absagen. Nun sieht es für den zu Turnierbeginn 29 Jahre alten Profi von Borussia Dortmund so aus, als würde er endlich, endlich dabei sein können, spielen dürfen. Und das, nachdem er zuletzt ja eigentlich wieder am Boden war: „Ich hatte schon viele Verletzungen, aber dieser Teilabriss des Kreuzbandes war meine schwerste“, sagt er.

Zugezogen hatte er sie sich beim DFB-Pokalfinale im Mai 2017. Monate musste er mal wieder zuschauen, sich wieder herankämpfen. Immer mit der Gewissheit, dass auch die WM in Gefahr sein könnte, wenn es Komplikationen gäbe. Gab es nicht. Im Februar kehrte er beim BVB zurück und war gleich wieder der, der den Unterschied macht, der die wichtigen Tore erzielt und das Spiel an sich reißt. Nicht immer, aber beeindruckend oft für jemanden, der so lange fort war. Sieben Tore in elf Bundesligaspielen lautet die Bilanz. Das gab und gibt ihm ein gutes Gefühl. Bundestrainer Löw zögerte keine Sekunde, den gebürtigen Dortmunder zu nominieren. Marco Reus

Foto: Imago

Denn Reus verschafft der Nationalmannschaft noch einmal ein Mehr an Möglichkeiten. Reus bringt die bestehende Hierarchie, die den routinierteren Draxler vor dem noch etwas grünschnäbeligen Sané an der Spitze sieht, durcheinander. Zudem ließ Löw jüngst anklingen, dass der Dortmunder sehr wohl auch eine wunderbare hängende Spitze abgäbe und in der Zentrale für Gefahr sorgen könne. „Wir waren alle glücklich, dass er die letzten Monate so gut gespielt hat“, sagte Löw, „er steht für außergewöhnliche Dinge. Ich verspreche mir einiges von ihm. Er kann uns weiterbringen.“ Reus selbst traut sich vor seiner WMPremiere begründetes Selbstbewusstsein. „Ich habe schon den Anspruch, dass ich der Mannhaft helfen möchte auf dem Platz“, sagt er. „Ich weiß, was ich kann.“ Kicken. Und wieder lachen bei der Nationalmannschaft.

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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

1

JOACHIM LÖW (58)

MANUEL NEUER (32)

Bundestrainer

Tor 75 Länderspiele, 0 Tore FC Bayern München

JOSHUA KIMMICH (23)

18

Abwehr 28 Länderspiele, 3 Tore FC Bayern München

SEBASTIAN RUDY (28)

19

Mittelfeld 25 Länderspiele, 1 Tor FC Bayern München

JONAS HECTOR (28)

3

Abwehr 37 Länderspiele, 3 Tore 1. FC Köln

MESUT ÖZIL (29)

10

Mittelfeld 90 Länderspiele, 23 Tore FC Arsenal

22

12

MARC-ANDRÉ TER STEGEN (26)

KEVIN TRAPP (27)

Tor 19 Länderspiele, 0 Tore FC Barcelona

Tor 3 Länderspiele, 0 Tore Paris Saint-Germain

MATTHIAS GINTER (24)

4

Abwehr 17 Länderspiele, 0 Tore Bor. M´gladbach

TONI KROOS (28)

8

Mittelfeld 82 Länderspiele, 12 Tore Real Madrid

JEROME BOATENG (29)

17

Abwehr 70 Länderspiele, 1 Tor FC Bayern München

2

6

SAMI KHEDIRA (31)

Abwehr 6 Länderspiele, 0 Tore Hertha BSC

Mittelfeld 74 Länderspiele, 7 Tore Juventus Turin

11

Mittelfeld 30 Länderspiele, 9 Tore Borussia Dortmund

JULIAN DRAXLER (24)

5

Abwehr 63 Länderspiele, 5 Tore FC Bayern München

MARVIN PLATTENHARDT (26)

MARCO REUS (29)

MATS HUMMELS (29)

21

Mittelfeld 25 Länderspiele, 4 Tore Manchester City

7

Mittelfeld 43 Länderspiele, 6 Tore Paris Saint-Germain

ILKAY GÜNDOGAN (27)

THOMAS MÜLLER (28)

13

Mittelfeld 90 Länderspiele, 38 Tore FC Bayern München

NIKLAS SÜLE (22)

15

Abwehr 10 Länderspiele, 0 Tore FC Bayern München

JULIAN BRANDT (22)

20

Mittelfeld 15 Länderspiele, 1 Tor Bayer 04 Leverkusen

Sturm 13 Länderspiele, 7 Tore RB Leipzig

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16

Abwehr 24 Länderspiele, 1 Tor FC Chelsea

LEON GORETZKA (23)

14

Mittelfeld 15 Länderspiele, 6 Tore Schalke 04/FC Bayern

9

TIMO WERNER (22)

ANTONIO RÜDIGER (25)

MARIO GOMEZ (32)

23

Sturm 74 Länderspiele, 31 Tore VfB Stuttgart


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DIE DEUTSCHE MANNSCHAFT

DAS SYSTEM LÖW Sechs Spieler führen die Nationalelf bei der WM an. Vier waren schon vor neun Jahren gemeinsam erfolgreich Sami Khedira ist ein politischer Mensch. Einer, der jeden seiner Schritte abwägt, ihn auf Sinnhaftigkeit und möglicher Folgeerscheinungen untersucht. Der 31-Jährige tut in seinem Berufsleben nie etwas Unbedachtes. Dass Khedira im WM-Trainingslager in Südtirol der Allererste vom Tross der deutschen Nationalelf war, braucht daher niemand als Zufall bezeichnen. Er wollte der Erste sein. Er wollte sich so präsentieren, wie ihn Bundestrainer Joachim Löw sieht: als derjenige, der beim Weltmeister vorne weg geht.

Von Jörn Meyn Vor jedem Turnier untersucht die deutsche Öffentlichkeit den Nationalmannschaftskader auf geeignete Teamleiter-Persönlichkeiten. Gute Führung ist schließlich wichtig, will man erfolgreich sein. Das weiß jeder aus seinem Büroalltag. Und so ist es auch im Fußball. „Wer ist hier der Boss?“, fragt sich Joachim Löw aktuell aber nicht. Für den 58-Jährigen ist die Sache klar. Die Hierarchie in seinem Team ist über Jahre gewachsen. Waren es früher oft einzelne Spieler, die als unangefochtene Chefs und Platzhirsche in deutschen Mannschaften auftraten wie Michael Ballack oder Lothar Matthäus, besetzt die Führungsetage der DFB-Auswahl heute ein Sextett aus Nationalspielern. Vier davon waren bereits vor neun Jahren gemeinsam erfolgreich – und alle pflegen einen anderen Regierungsstil als Ballack und Matthäus. Ein Überblick über die Häuptlinge in Löws Elf: Sami Khedira – der Mächtige: „Er ist ein Leadertyp, Vorbild an Führung, Vorbild an Kommunikation, Siegermentalität und Professionalität.“ Das sagt Löw über Khedira. Der defensive Mittelfeldspieler von Juventus Turin hätte gut und gern auch Kapitän werden können, nachdem Bastian Schweinsteiger im Juli 2016 aus der Nationalelf zurücktrat. Löw entschied sich für Manuel Neuer, weil dieser anders als Khedira sportlich unumstritten war. Obwohl Khedira nicht gesetzt ist für die Stammelf, nimmt er eine zentrale Position in der Teamhierarchie ein. Der Ursprung der aktuellen deutschen Mannschaft liegt im Jahr 2009. Damals wurden Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels und Mesut Özil U21-Europameister in Schweden. Schon diese Elf führte Khedira als Kapitän aufs Feld.

„Waren es früher oft einzelne Spieler, die als Chefs auftraten, besetzt heute ein Sextett aus Nationalspielern die Führungsrolle.“

„Er ist ein geborener Anführer“, sagte der damalige U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch. Dazu braucht es Sozialkompetenz, Gespür für die Nöte des Augenblicks und die Fähigkeit, wie ein Trainer zu denken. Khedira hatte all das schon früh. Heute, bei seinem fünften Turnier mit der ANationalelf, gehört er zu den einflussreichsten Spielern im Team und ist neben Thomas Müller der Stellvertreter von Neuer als Kapitän. Mats Hummels – der Wortführer: Auch Hummels gehörte 2009 zur U21-Europameister-Elf. Aber anders als Khedira, Neuer, Özil und Boateng spielte er noch nicht die WM 2010. Seine Zeit kam erst 2012 bei der EM. Zunächst noch etwas mit Vorsicht beäugt, sah Löw irgendwann im sehr selbstbewussten Verteidiger einen Mann, der das Wort im Team ergreifen kann und dieses in die richtige Richtung führt. 2014 wurde Hummels zur Stütze der Mannschaft. Nach dem Triumph von Rio und den Rücktritten der Meinungsführer Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose wuchs er in die erste Reihe hinein.

Joachim Löw ist der unbestrittene Boss. Er braucht aber noch Team-Leader. Fotos: DPA, PA, Imago, DeFodi


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Seine Bedeutung auch neben dem Platz ließ sich beim WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien in Prag im September 2017 beobachten: Deutsche Hooligans hatten sich und die Nation mit Nazi-Parolen blamiert. Hummels war es, der entschied, dass die Mannschaft nach Abpfiff nicht wie üblich zum deutschen Fanblock ging. Hummels war es auch, der danach klare Worte fand, als andere im Verband sich erst einmal wegduckten: „Die Gesänge waren eine Katastrophe. Deshalb muss man schauen, dass man die aus dem Stadion rauskriegt“, sagte er. Fußballer sind selten gute Redner. Hummels ist einer. Auch das braucht eine Mannschaft – einen Kommunikator nach innen und außen. Manuel Neuer – Kapitän und Autorität: Der Bayern-Keeper ist weder ein so guter Redner wie Hummels, noch strebt er so sehr nach der Macht wie Khedira. Aber seine herausgehobene Stellung als weltbester Schlussmann prädestiniert ihn zum Anführer und Kapitän dieser Mannschaft. Neuer hat eine Siegeraura wie wenige. Und er besitzt die Gabe, den Blick für das große Ganze und jedes einzelne Puzzleteil im Team zu haben. Auch in München ist der 32Jährige Kapitän. Seine Qualität verleiht ihm die Autorität, seine Sozialkompetenz, auch junge Spieler und Hinterbänkler einzubeziehen, die breite Akzeptanz. Viele Trainer zögern, Torhüter zu ihren Spielführern zu ernennen. Löw tat es nicht. Dass der Bundestrainer bis zuletzt wartete, um Neuer trotz seiner Ausfallzeit seit September doch für die WM zu nominieren, zeigt seinen Stellenwert. Thomas Müller – Humorist und Mentalitätsmonster: Der Angreifer kann einem Team mit seinem Humor Leichtigkeit verleihen. Müllers Witze sind legendär. So spielte er vor der WM 2014 für seine Nationalelf-Kollegen Kellner und trug dabei ein rosa Dirndl, weil er eine Wette verloren hatte. Aber hinter dieser Spaßvogelfassade steckt ein Spieler voller Ehrgeiz. Müller ist ein Mentalitätsmonster. Kaum einer geht auf dem Feld weitere Wege, keiner verkörpert den Siegeswillen mehr als der 28-Jährige. Darüber hinaus war Müller der Garant für ein erfolgreiches Abschneiden deutscher Teams bei den vergangenen Weltmeisterschaften: 2010 und 2014 traf er jeweils fünf Mal. „Er ist eine absolut positive Erscheinung mit der nötigen Lockerheit und Professionalität. So jemanden braucht jedes Team“, sagte Löw über Müller. Toni Kroos – der Strippenzieher: Der zentrale Mittelfeldspieler von Real Madrid ist mittlerweile einer der mächtigsten Spieler in der Nationalelf.

Zu den Bossen im deutschen Team gehört der 28-Jährige, weil er mit seinen Pässen und Tempoveränderungen das Spielgeschehen auf dem Feld bestimmt. „Er ist ein absoluter Schlüsselspieler für uns, ein Leistungsträger, der die Mannschaft auf seiner Position führt“, sagte Löw. Kroos zieht die Strippen im Spiel, aber auch abseits des Rasens ist sein Einfluss seit der WM 2014 und seinem anschließenden Wechsel zu Real Madrid enorm gestiegen. „Er ist im Ausland gereift“, sagte Löw. Dass Kroos ein Wortführer innerhalb des Teams ist, sah man auch nach dem verlorenen Test gegen Brasilien im März: „Heute hätten einige die Chance gehabt, sich zu zeigen. Sie haben es nicht getan“, sagte Kroos. Eine klare Ansage, wer hier der Boss ist – und es bleiben will. Jerome Boateng – der Mahner: Der Vierte im Bunde der U21-Europameister von 2009 ist Boateng. An seiner Entwicklung seither sieht man, dass auch ein schüchterner Junge zum Anführer reifen kann. Früher ein Mitläufer ist aus dem Verteidiger ein Leistungsträ-

ger und Mahner geworden. Kein anderer Spieler geht so kritisch mit der Teamleistung nach Spielen um wie Boateng. Als nach dem 1:1 im Testspiel gegen Spanien im März alle von der Schönheit der Partie schwärmten, kritisierte der Münchner seine Kollegen: „Da kriegen wir drei, vier Konter. Das geht nicht. Man sieht, dass wir noch viel Arbeit haben.“ So oder ähnlich tritt Boateng oft bei der Nationalelf auf. Wie in Unternehmen hat sich auch der Führungsstil in Fußballmannschaften verändert. Hierarchien sind flacher geworden und bieten die Möglichkeit, dass neue Anführer heranwachsen können. Bei Löws Elf stehen die Bosse der Zukunft schon bereit. Rechtsverteidiger Joshua Kimmich ist ein Anwärter für das Kapitänsamt in ein paar Jahren. Zudem wartet mit Julian Draxler ein weiterer, potenzieller Teamleiter. Der Mittelfeldspieler zeigte beim Confed-Cup 2017, dass er Chef sein kann. Als Kapitän führte er Deutschland zum Titel. Bei der WM 2018, so ist es geplant, übernehmen diesen Job erst mal noch sechs andere.

DER MODUS Sieben Spiele bis zum Titel Sieben. Sieben Spiele sind es bis zum Glück, bis zum Weltmeister-Titel. Aber wer kommt wie weiter und warum? Alles zum Modus der WM 2018 Die Vorrunde besteht aus acht Gruppen mit je vier Teilnehmern. Innerhalb der Gruppen spielt jede Mannschaft einmal gegen jede. Der Sieger jeder Begegnung erhält drei Punkte, der Verlierer keinen, bei einem Unentschieden erhält jeder einen Punkt. Die beiden Tabellenersten ziehen in die sogenannte K.o.-Phase, die mit dem Achtelfinale startet, ein. Die Platzierung innerhalb der Gruppe wird anhand folgender Kriterien mit absteigender Wichtigkeit bestimmt:

K Punkte aus allen Gruppenspielen K Tordifferenz aus allen Gruppenspielen

K Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen

K Punkte aus Duellen punktgleicher Teams

K Tordifferenz aus Duellen punktgleicher Teams

K Anzahl erzielter Tore aus Duellen punktgleicher Teams. Ist dann noch immer keine Entscheidung gefallen, wird der FairplayFaktor herangezogen. Wer die niedrigere Anzahl an Minuspunkten durch Gelbe und Rote Karten (Gelbe Karte 1 Minuspunkt, Gelb-Rote Karte 3 Minuspunkte, Rote Karte 4 Minuspunkte, Gelbe und Rote Karte 5 Minuspunkte) aufweist, kommt weiter. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass auch dieser Wert identisch sein sollte, kommt es zum Losentscheid. In der K.o.-Runde gibt es kein Unentschieden. Ist nach 90 Spielminuten kein Sieger ermittelt, wird die Partie um 2 x 15 Minuten verlängert. Steht es auch dann noch unentschieden, folgt ein Elfmeterschießen. Zunächst fünf Schützen jeder Mannschaft treten an. Das Team, das häufiger trifft, ist der Gewinner. Liegen die Mannschaften nach fünf Schützen gleichauf, tritt immer je ein weiterer Spieler an, bis eine Entscheidung gefallen ist. Nur zwei von 20 WM-Endspielen mussten im Elfmeterschießen entschieden werden. Beide Male dabei: Italien. 1994 in den USA gewann Brasilien mit 4:2. 2006 in Deutschland triumphierte die Squadra Azzurra mit 5:3 über Frankreich.


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DAS DEUTSCHE QUARTIER

1966 freuten sich Franz Beckenbauer und Helmut Haller im WM-Quartier in der mittelenglischen Grafschaft Derbyshire über eine besondere Geste. Das „Peveril of the Peak Hotel“ wartete zwar nur mit spartanischen Zweibettzimmern auf. Aber auf die Kopfkissen hatte jemand eigens für die deutsche Nationalelf das DFB-Logo gestickt. Und vom Deutschen FußballVerband selbst gab es noch Unterhaltungsprogramm für die WM in England oben drauf. Jedes der elf Doppelzimmer wurde mit einem Tonbandgerät ausgestattet. Auf den dazugehörigen Bändern gab es wahlweise Musik, oder Ansprachen von Bundestrainer Sepp Herberger an seine Weltmeisterelf von 1954 „zur moralischen Aufrüstung der Mannschaft“, wie der „Spiegel“ 1966 berichtete.

DER GEIST VON WATUTINKI Das deutsche WM-Quartier liegt in einem Wald im Niemandsland vor Moskau. Sachlicher Neubau und Sowjet-Prunk bilden ein gewöhnungsbedürftiges Ambiente

Von Jörn Meyn

Geheimdienst als Nachbar, Verteidigungsministerium als Vermieter: Das WM-Quartier der Nationalmannschaft in Russland.

fertigten WG-Bungalows nächtigen die Nationalspieler nun in herkömmlichen Hotelzimmern. Ja, Watutinki ist ein Kompromiss. Es war nicht erste Wahl und es wird auch den Vergleich mit dem malerischen Fischerdorf Santo André nicht standhalten, in dem das Campo Bahia nach den Wünschen des DFB errichtet wurde. Dort entstand 2014 ein besonderer Geist, der das Team bis zum Triumph von Rio trug. Vier Jahre später braucht es nun einen neuen, den Geist von Watutinki. „Wir müssen uns davon verabschieden, das Campo Bahia wiederholen zu wollen“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke

bei der WM-Kader-Nominierung. „Wir müssen jetzt eine neue Geschichte in Moskau schreiben.“ Eigentlich favorisierte Löw Sotschi als deutsches WM-Basis-Camp, den Badeort am Schwarzen Meer, an dem die Nationalelf bereits die meiste Zeit während des gewonnenen Confed Cups 2017 verbrachte. Das hätte dann ein bisschen Campo-Bahia-Flair gehabt. Doch das Unterfangen scheiterte wohl zum einen an der Findung eines brauchbaren Trainingsplatzes für das gesamte Turnier. Zum anderen sprach für DFB-Direktor Oliver Bierhoff eine einfache Rechnung gegen Sotschi und für Moskau.

Foto: DFB

Moskau

Das WM-Quartier der Deutschen Nationalmannschaft

Watutinki 10 km

FUNKEGRAFIK NRW: BERTELMANN

© STEPMAP; OSM, LIZENZ ODBL 1.0

Das „Watutinki Hotel Spa Complex“ hat natürlich ein bisschen mehr Luxus zu bieten. Hier, 40 Kilometer südwestlich vom Moskauer Zentrum gelegen, werden Thomas Müller, Mats Hummels und die deutsche Nationalmannschaft nun ihr Quartier für die WM in Russland aufschlagen. In der noblen Herberge wurde bis kurz vor dem Turnier ein komplett neuer Trakt gebaut. 72 Zimmer, ein üppiges Schwimmbad und allerhand Funktionsräume stehen dem DFB zur Verfügung. In der Lobby des alten Hoteltrakts findet man eine Marmortreppe und goldene Säulen. Sowjet-Prunk. Und dennoch wirkt die deutsche Heimat während der WM keineswegs so exquisit wie das viel besungene Campo Bahia, von dem aus das Team von Bundestrainer Joachim Löw 2014 in Brasilien den Titel errang. Statt des Atlantiks und eines feinen Sandstrandes vor der Haustür wie damals gibt es jetzt nur endlos viel Wald. Statt in eigens ange-


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Ort, der nach Indianerdorf klingt, aber eigentlich der Sitz des russischen Militärgeheimdienstes GRU ist. Rund 12 000 Einwohner zählt Watutinki. Es gibt wenige Geschäfte, ein paar Offiziersunterkünfte. Die größte Sehenswürdigkeit ist ein echtes Geschütz aus dem Zweiten Weltkrieg. Watutinki ist ein Ort, der lange davon lebte, unscheinbar zu sein.

Ein kurioser Ort Falls einer der Nationalspieler zusätzlichen Bewegungsdrang verspürt: ein Kraftraum im DFB-Quartier. Foto: DFB

Sie betraf die Gesamtheit der Reisetage, sollte Deutschland wie erhofft bis zum Ende im Turnier bleiben. Zwar findet jeweils ein deutsches Gruppenspiel in Moskau (gegen Mexiko am 17. Juni) und in Sotschi (gegen Schweden am 23. Juni) statt. Doch nach dem erwarteten Gruppensieg könnten die weiteren Spielorte so lauten: St. Petersburg, Samara, Moskau, Moskau.

Lage schlägt Ambiente Die Rechnung für Watutinki und gegen Sotschi ging also vier zu zehn Reisetage nach der Gruppenphase aus. „Wir sind da nicht, um möglichst viel Spaß zu haben, sondern um den Titel zu holen. Daher war es logisch, sich für Moskau zu entscheiden“, sagte Bierhoff. „Die Entscheidung ist uns diesmal nicht leicht gefallen, weil wir eine sehr gute Zeit in Sotschi hatten“, sagte Löw. Aber: Weniger Strapazen, mehr Zeit in gewohnter Umgebung, kurze Wege, das sprach für Watutinki. Es liegt 30 Minuten vom Flughafen Wnukowo und knapp eine Stunde vom Luschniki-Stadion entfernt, wo nicht nur das erste deutsche Spiel, sondern auch das Finale stattfinden wird. Deshalb entschied sich der DFB für den

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Zu Sowjetzeiten war hier das Zentrum für Funk- und Satellitenkommunikation. Die Daten aus Kuba in der Kubakrise wurden hier empfangen. Heute ist er die Basis des Militärgeheimdienstes GRU, den man auch das „alles sehende Auge“ des russischen Militärs nennt. Spionageabwehr wird hier betrieben, aber auch eine Spezialeinheit für „unkonventionelle Kriegsführung und Terrorismusbekämpfung“ unterhalten. Am Flusse Desna liegt das Trainingsgelände von ZSKA Moskau. Hier wird die Nationalelf zwischen den Partien Spielzüge einüben. Besitzer des Geländes übrigens ist das russische Verteidigungsministerium. Es ist aus westlicher Sicht also ein etwas kurioser Ort, den sich der DFB da für sein Basislager während der WM ausgesucht hat. Eine gewisse Exotik findet man in Watutinki auch, aber anders als in Brasilien. Und doch wird es während der WM in Russland auch ein kleines bisschen Campo-BahiaFlair geben. Zum Kompromiss Watutinki nämlich gehört, dass Löws Team um das zweite Gruppenspiel gegen Schweden herum länger als üblich in Sotschi verweilen wird. Dort, an der Promenade am Schwarzen Meere, gibt es ein exquisites Café. Bundestrainer Löw hat hier während des Confed Cups 2017 gern seinen Espresso getrunken, wenn es die Zeit zuließ. Auch bei der WM 2018 wird er die Gelegenheit dazu bekommen.

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DIE SPIELORTE

MOSKAU, SOTSCHI UND KASAN Eine WM im flächenmäßig größten Land der Erde birgt besondere Herausforderungen. Auch die deutsche Mannschaft muss weit reisen. Ein Überblick über alle Spielorte in Russland Eine Weltmeisterschaft in Russland klingt erst einmal nach langen Reisestrecken, erstreckt sich das Land von Ost nach West, von Kamtschatka nach Kaliningrad, doch über 9000 Kilometer. Die WM-Planer waren allerdings gnädig und ersparten Spielern, Betreuern und Fans epische Fahrten: Alle Stadien befinden sich mit Ausnahme von Jekaterinburg, das kurz hinter der Kontinentalgrenze – dem Ural – liegt, im kleineren, im europäischen Teil Russlands. So entsprechen die Flugzeiten, soweit es denn Direktflüge gibt, zwischen der russischen Enklave Kaliningrad ganz im Westen und Jeka-

DEUTSCHLAND - MEXIKO

terinburg in etwa denen zwischen Berlin und Lissabon. Für Fußballfans, die ihren Blick jenseits der Städte weiten, entfaltet sich ein entsprechend breiter Kulturraum in einem Vielvölkerstaat mit entsprechend breit gefächerten Traditionen. Auf die deutsche Mannschaft kommen von ihrem Standort bei Moskau in der Vorrunde Reisen in den Süden ans Schwarze Meer nach Sotschi und an die Wolga nach Kasan zu. Im Idealfall endet die Reise von Bundestrainer Joachim Löw und seiner Mannschaft am 15. Juli am Ufer der Moskwa, wenn im Luschniki-Stadion das Endspiel steigt.

RUSSLAND Sankt Petersburg

Nischni Moskau Nowgorod Jekaterinburg Kasan Kaliningrad Watutinki Saransk Samara Rostow am Don

Wolgograd

Sotschi

Vorrunden-Spielorte der Nationalmannschaft

SONNTAG, 17. JUNI Luschniki-Stadion Moskau Eröffnet: 1956 Kapazität: 81 000

DEUTSCHLAND - SCHWEDEN

Es ist das Herz der WM. Die Fassade aus den 1950er Jahren ist erhalten geblieben, der Rest der Arena am Moskwa-Ufer wurde entkernt und wieder aufgebaut. Das Stadion war Schauplatz der Olympischen Spiele von 1980. Im Luschniki-Stadion eröffnet die russische Sbornaja am 14. Juni die WM gegen Saudi-Arabien, am 15. Juli wird hier der neue Weltmeister gekürt. Deutschland bestreitet in Moskau sein erstes Gruppenspiel gegen Mexiko.

SAMSTAG, 23. JUNI Fisht-Stadion Sotschi Eröffnet: 2013 Kapazität: 48 000

Das Olympiastadion in Sotschi wurde für die WM zu einer Fußball-Arena umgebaut. Die Fisht-Arena mit dem Flügeldach hat einen Blick aufs Schwarze Meer und war Hauptspielort der DFB-Elf beim Confed Cup. Auch bei der WM kickt Deutschland hier in der Vorrunde, Gegner ist Schweden. In Sotschi können Fans drei weitere Gruppenspiele sowie ein Achtelund ein Viertelfinale sehen.

DEUTSCHLAND - SÜDKOREA MITTWOCH, 27. JUNI Kasan-Arena Eröffnet: 2013 Kapazität: 45 000

Die neue Multifunktionsarena wurde schon beim Confed Cup erfolgreich getestet. Bei der WM spielt Deutschland hier gegen Südkorea. 2015 fand in Kasan die Schwimm-WM statt. Das Stadion ist der Heimspiel-Ort des Erstligisten Rubin Kasan. Außer den insgesamt vier Gruppenspielen soll hier ein Achtel- und ein Viertelfinale ausgetragen werden.


FUSSBALL-WM 2018

Spartak-Stadion Moskau Die Arena wurde schon für den Confed Cup neu gebaut. Moskaus populärster Klub Spartak trägt hier seine Heimspiele aus.

Eröffnet: 2014 Kapazität: 45 000 Sankt-Petersburg-Stadion Die Skandal-Arena: Die Baukosten liegen angeblich bei fast einer Milliarde Euro. Ein Politiker wurde wegen Korruption verurteilt.

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N E H C WIR SU R

E L L E T ZUS

Eröffnet: 2017 Kapazität: 68 000 Nischni-Nowgorod-Stadion Ein futuristischer Neubau, der Wasser und Wind symbolisieren soll. Einen Top-Klub für die Nutzung nach der WM gibt es nicht.

WIR BIETEN IHNEN:

Eröffnet: 2018 Kapazität: 45 000 Samara-Arena Die Heimstätte des Zweitligisten Krylja Sowetow sieht aus wie eine Schildkröte. Die pünktliche Fertigstellung war lange fraglich.

Eröffnet: 2018 Kapazität: 45 000 Wolgograd-Arena Ein emotionaler WM-Spielort. Beim Bau wurden Gebeine von Soldaten der Schlacht im 2. Weltkrieg gefunden.

Eröffnet: 2018 Kapazität: 45 000 Kaliningrad-Stadion Die Gegend um die Arena soll nach der WM zur Stadt werden. Einen starken Fußballklub gibt es in der Ostsee-Metropole nicht.

Eröffnet: 2018 Kapazität: 35 000 Mordwinien-Arena Saransk Für das Stadion gibt es ein Konzept für die Nutzung nach der WM. Es wird einen Rückbau für Tennis und Volleyballfelder geben.

Eröffnet: 2018 Kapazität: 44 000 Rostow-Arena

• einen sicheren Arbeitsplatz • flexiblen Einsatz im Rahmen eines sozialversicherungs pflichtigen oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses • pünktliche Bezahlung • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall • bezahlten Urlaub und Weihnachtsgeld • eigenverantwortliches Arbeiten

Nach der WM spielt hier der FK Rostow, der 2016 die Bayern schlagen konnte. Das Dach soll einen Flusslauf symbolisieren.

Eröffnet: 2018 Kapazität: 45 000 Jekaterinburg-Arena Rund um die Fassade der alten Arena wurde das neue Stadion gebaut. Markant sind die Hinter-Tor-Tribünen.

Eröffnet: 1957 Kapazität: 35 000

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WM-SPIELPLAN

SPIELPLAN DER FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT IN RUSSLAND 14. Juni – 15. Juli 2018 Gruppe A

Gruppe C

Gruppe B

Gruppe D

Gruppe E

Gruppe F

Gruppe G

Gruppe H

Russland

Portugal

Frankreich

Argentinien

Brasilien

Deutschland

Belgien

Polen

Saudi-Arabien

Spanien

Australien

Island

Schweiz

Mexiko

Panama

Senegal

Ägypten

Marokko

Peru

Kroatien

Costa Rica

Schweden

Tunesien

Kolumbien

Uruguay

Iran

Dänemark

Nigeria

Serbien

Südkorea

England

Japan

Do., 14.6., 17 Uhr, ARD Russland – Saudi-Arabien Moskau, Luschniki-Stadion

Fr., 15.6., 17 Uhr, ARD Marokko – Iran Sankt Petersburg

Sa., 16.6., 12 Uhr, ZDF Frankreich – Australien Kasan

Sa., 16.6., 15 Uhr, ZDF Argentinien – Island Moskau, Spartak-Stadion

So., 17.6., 14 Uhr, ZDF Costa Rica – Serbien Samara

So., 17.6., 17 Uhr, ZDF Deutschland – Mexiko Moskau, Luschniki-Stadion

Mo., 18.6., 17 Uhr, ARD Belgien – Panama Sotschi

Di., 19.6., 14 Uhr, ZDF Kolumbien – Japan Saransk

Fr., 15.6., 14 Uhr, ARD Ägypten – Uruguay Jekaterinburg

Fr., 15.6., 20 Uhr, ARD Portugal – Spanien Sotschi

Sa., 16.6., 18 Uhr, ZDF Peru – Dänemark Saransk

Sa., 16.6., 21 Uhr, ZDF Kroatien – Nigeria Kaliningrad

So., 17.6., 20 Uhr, ZDF Brasilien – Schweiz Rostow am Don

Mo., 18.6., 14 Uhr, ARD Schweden – Südkorea Nischni Nowgorod

Mo., 18.6., 20 Uhr, ARD Tunesien – England Wolgograd

Di., 19.6., 17 Uhr, ZDF Polen – Senegal Moskau, Spartak-Stadion

Di., 19.6., 20 Uhr, ZDF Russland – Ägypten Sankt Petersburg

Mi., 20.6., 14 Uhr, ARD Portugal – Marokko Moskau, Luschniki-Stadion

Do., 21.6., 14 Uhr, ZDF Dänemark – Australien Samara

Do., 21.6., 20 Uhr, ZDF Argentinien – Kroatien Nischni Nowgorod

Fr., 22.6., 14 Uhr, ZDF Brasilien – Costa Rica Sankt Petersburg

Sa., 23.6., 17 Uhr, ARD Südkorea – Mexiko Rostow am Don

Sa., 23.6., 14 Uhr, ARD Belgien – Tunesien Moskau, Spartak-Stadion

So., 24.6., 17 Uhr, ARD Japan – Senegal in Jekaterinburg

Mi., 20.6., 17 Uhr, ARD Uruguay – Saudi-Arabien Rostow am Don

Mi., 20.6., 20 Uhr, ARD Iran – Spanien Kasan

Do., 21.6., 17 Uhr, ZDF Frankreich – Peru Jekaterinburg

Fr., 22.6., 17 Uhr, ZDF Nigeria – Island Wolgograd

Fr., 22.6., 20 Uhr, ZDF Serbien – Schweiz Kaliningrad

Sa., 23.6., 20 Uhr, ARD Deutschland – Schweden Sotschi

So., 24.6., 14 Uhr, ARD England – Panama Nischni Nowgorod

So., 24.6., 20 Uhr, ARD Polen – Kolumbien Kasan

Mo., 25.6., 16 Uhr, ZDF Uruguay –Russland Samara

Mo., 25.6., 20 Uhr, ZDF Spanien – Marokko Kaliningrad

Di., 26.6., 16 Uhr, ARD Dänemark – Frankreich Moskau, Luschniki-Stadion

Di., 26.6., 20 Uhr, ARD Island – Kroatien in Rostow am Don

Mi., 27.6., 20 Uhr, ZDF Serbien – Brasilien Moskau, Spartak-Stadion

Mi., 27.6., 16 Uhr, ZDF Mexiko – Schweden Jekaterinburg

Do., 28.6., 20 Uhr, ARD England – Belgien Kaliningrad

Do., 28.6., 16 Uhr, ARD Senegal – Kolumbien Samara

Mo., 25.6., 16 Uhr, ZDF Saudi-Arabien – Ägypten Wolgograd

Mo., 25.6., 20 Uhr, ZDF Iran – Portugal Saransk

Di., 26.6., 16 Uhr, ARD Australien – Peru Sotschi

Di., 26.6., 20 Uhr, ARD Nigeria – Argentinien Sankt Petersburg

Mi., 27.6., 20 Uhr, ZDF Schweiz – Costa Rica Nischni Nowgorod

Mi., 27.6., 16 Uhr, ZDF Südkorea – Deutschland Kasan

Do., 28.6., 20 Uhr, ARD Panama – Tunesien Saransk

Do., 28.6., 16 Uhr, ARD Japan – Polen Wolgograd

Halbfinale

Finale

Achtelfinale

Viertelfinale

AF 1

AF 3

AF 5

AF 7

VF 1

VF 3

HF 1

Sa., 30.6., 16 Uhr 1. Gruppe C – 2. Gruppe D Kasan

So., 1.7., 16 Uhr 1. Gruppe B – 2. Gruppe A Moskau, Luschniki-Stadion

Mo., 2.7., 16 Uhr 1. Gruppe E – 2. Gruppe F Samara

Di., 3.7., 16 Uhr 1. Gruppe F – 2. Gruppe E Sankt Petersburg

Fr., 6.7., 16 Uhr Sieger AF 1 – Sieger AF 2 Nischni Nowgorod

Sa., 7.7., 16 Uhr Sieger AF 7 – Sieger AF 8 Samara

Di., 10.7., 20 Uhr Sieger VF 1 – Sieger VF 2 Sankt Petersburg

So., 15.7., 17 Uhr, ZDF Sieger HF 1 – Sieger HF 2 Moskau, Luschniki-Stadion

AF 2

AF 4

AF 6

VF 2

VF 4

HF 2

Spiel um Platz 3

Sa., 30.6., 20 Uhr 1. Gruppe A – 2. Gruppe B Sotschi

So., 1.7., 20 Uhr 1. Gruppe D – 2. Gruppe C Nischni Nowgorod

Mo., 2.7., 20 Uhr 1. Gruppe G – 2. Gruppe H Rostow am Don

Fr., 6.7., 20 Uhr Sieger AF 5 – Sieger AF 6 Kasan

Sa., 7.7., 20 Uhr Sieger AF 3 – Sieger AF 4 Sotschi

Mi., 11.7., 20 Uhr Sieger VF 3 – Sieger VF 4 Moskau, Luschiniki-Stadion

Sa., 14.7., 16 Uhr Verl. HF 1 – Verl. HF 2 Sankt Petersburg

AF 8 Di., 3.7., 20 Uhr 1. Gruppe H – 2. Gruppe G Moskau, Spartak-Stadion


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WM-SPIELPLAN

SPIELPLAN DER FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT IN RUSSLAND 14. Juni – 15. Juli 2018 Gruppe A

Gruppe C

Gruppe B

Gruppe D

Gruppe E

Gruppe F

Gruppe G

Gruppe H

Russland

Portugal

Frankreich

Argentinien

Brasilien

Deutschland

Belgien

Polen

Saudi-Arabien

Spanien

Australien

Island

Schweiz

Mexiko

Panama

Senegal

Ägypten

Marokko

Peru

Kroatien

Costa Rica

Schweden

Tunesien

Kolumbien

Uruguay

Iran

Dänemark

Nigeria

Serbien

Südkorea

England

Japan

Do., 14.6., 17 Uhr, ARD Russland – Saudi-Arabien Moskau, Luschniki-Stadion

Fr., 15.6., 17 Uhr, ARD Marokko – Iran Sankt Petersburg

Sa., 16.6., 12 Uhr, ZDF Frankreich – Australien Kasan

Sa., 16.6., 15 Uhr, ZDF Argentinien – Island Moskau, Spartak-Stadion

So., 17.6., 14 Uhr, ZDF Costa Rica – Serbien Samara

So., 17.6., 17 Uhr, ZDF Deutschland – Mexiko Moskau, Luschniki-Stadion

Mo., 18.6., 17 Uhr, ARD Belgien – Panama Sotschi

Di., 19.6., 14 Uhr, ZDF Kolumbien – Japan Saransk

Fr., 15.6., 14 Uhr, ARD Ägypten – Uruguay Jekaterinburg

Fr., 15.6., 20 Uhr, ARD Portugal – Spanien Sotschi

Sa., 16.6., 18 Uhr, ZDF Peru – Dänemark Saransk

Sa., 16.6., 21 Uhr, ZDF Kroatien – Nigeria Kaliningrad

So., 17.6., 20 Uhr, ZDF Brasilien – Schweiz Rostow am Don

Mo., 18.6., 14 Uhr, ARD Schweden – Südkorea Nischni Nowgorod

Mo., 18.6., 20 Uhr, ARD Tunesien – England Wolgograd

Di., 19.6., 17 Uhr, ZDF Polen – Senegal Moskau, Spartak-Stadion

Di., 19.6., 20 Uhr, ZDF Russland – Ägypten Sankt Petersburg

Mi., 20.6., 14 Uhr, ARD Portugal – Marokko Moskau, Luschniki-Stadion

Do., 21.6., 14 Uhr, ZDF Dänemark – Australien Samara

Do., 21.6., 20 Uhr, ZDF Argentinien – Kroatien Nischni Nowgorod

Fr., 22.6., 14 Uhr, ZDF Brasilien – Costa Rica Sankt Petersburg

Sa., 23.6., 17 Uhr, ARD Südkorea – Mexiko Rostow am Don

Sa., 23.6., 14 Uhr, ARD Belgien – Tunesien Moskau, Spartak-Stadion

So., 24.6., 17 Uhr, ARD Japan – Senegal in Jekaterinburg

Mi., 20.6., 17 Uhr, ARD Uruguay – Saudi-Arabien Rostow am Don

Mi., 20.6., 20 Uhr, ARD Iran – Spanien Kasan

Do., 21.6., 17 Uhr, ZDF Frankreich – Peru Jekaterinburg

Fr., 22.6., 17 Uhr, ZDF Nigeria – Island Wolgograd

Fr., 22.6., 20 Uhr, ZDF Serbien – Schweiz Kaliningrad

Sa., 23.6., 20 Uhr, ARD Deutschland – Schweden Sotschi

So., 24.6., 14 Uhr, ARD England – Panama Nischni Nowgorod

So., 24.6., 20 Uhr, ARD Polen – Kolumbien Kasan

Mo., 25.6., 16 Uhr, ZDF Uruguay –Russland Samara

Mo., 25.6., 20 Uhr, ZDF Spanien – Marokko Kaliningrad

Di., 26.6., 16 Uhr, ARD Dänemark – Frankreich Moskau, Luschniki-Stadion

Di., 26.6., 20 Uhr, ARD Island – Kroatien in Rostow am Don

Mi., 27.6., 20 Uhr, ZDF Serbien – Brasilien Moskau, Spartak-Stadion

Mi., 27.6., 16 Uhr, ZDF Mexiko – Schweden Jekaterinburg

Do., 28.6., 20 Uhr, ARD England – Belgien Kaliningrad

Do., 28.6., 16 Uhr, ARD Senegal – Kolumbien Samara

Mo., 25.6., 16 Uhr, ZDF Saudi-Arabien – Ägypten Wolgograd

Mo., 25.6., 20 Uhr, ZDF Iran – Portugal Saransk

Di., 26.6., 16 Uhr, ARD Australien – Peru Sotschi

Di., 26.6., 20 Uhr, ARD Nigeria – Argentinien Sankt Petersburg

Mi., 27.6., 20 Uhr, ZDF Schweiz – Costa Rica Nischni Nowgorod

Mi., 27.6., 16 Uhr, ZDF Südkorea – Deutschland Kasan

Do., 28.6., 20 Uhr, ARD Panama – Tunesien Saransk

Do., 28.6., 16 Uhr, ARD Japan – Polen Wolgograd

Halbfinale

Finale

Achtelfinale

Viertelfinale

AF 1

AF 3

AF 5

AF 7

VF 1

VF 3

HF 1

Sa., 30.6., 16 Uhr 1. Gruppe C – 2. Gruppe D Kasan

So., 1.7., 16 Uhr 1. Gruppe B – 2. Gruppe A Moskau, Luschniki-Stadion

Mo., 2.7., 16 Uhr 1. Gruppe E – 2. Gruppe F Samara

Di., 3.7., 16 Uhr 1. Gruppe F – 2. Gruppe E Sankt Petersburg

Fr., 6.7., 16 Uhr Sieger AF 1 – Sieger AF 2 Nischni Nowgorod

Sa., 7.7., 16 Uhr Sieger AF 7 – Sieger AF 8 Samara

Di., 10.7., 20 Uhr Sieger VF 1 – Sieger VF 2 Sankt Petersburg

So., 15.7., 17 Uhr, ZDF Sieger HF 1 – Sieger HF 2 Moskau, Luschniki-Stadion

AF 2

AF 4

AF 6

VF 2

VF 4

HF 2

Spiel um Platz 3

Sa., 30.6., 20 Uhr 1. Gruppe A – 2. Gruppe B Sotschi

So., 1.7., 20 Uhr 1. Gruppe D – 2. Gruppe C Nischni Nowgorod

Mo., 2.7., 20 Uhr 1. Gruppe G – 2. Gruppe H Rostow am Don

Fr., 6.7., 20 Uhr Sieger AF 5 – Sieger AF 6 Kasan

Sa., 7.7., 20 Uhr Sieger AF 3 – Sieger AF 4 Sotschi

Mi., 11.7., 20 Uhr Sieger VF 3 – Sieger VF 4 Moskau, Luschiniki-Stadion

Sa., 14.7., 16 Uhr Verl. HF 1 – Verl. HF 2 Sankt Petersburg

AF 8 Di., 3.7., 20 Uhr 1. Gruppe H – 2. Gruppe G Moskau, Spartak-Stadion


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DER ERSTE VORRUNDEN-GEGNER 17. JUNI

Mexikos Spieler feiern ein Tor während der WM-Qualifikation gegen Trinidad & Tobago. Foto: Getty

MEXIKO Chicharito, die „kleine Erbse“, ist die schillerndste Figur des ersten Gruppengegners der Nationalmannschaft


23

FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

An dieser Geschichte kommt man vor Mexikos 16. WM-Endrunde einfach nicht vorbei. An der Familiengeschichte von Javier Hernández Balcázar, besser bekannt als Chicharito, kleine Erbse. Dieser Mini-Erbse, die zwischen 2015 und 2017 stolze 28 Treffer für Bayer Leverkusen erzielen konnte, ist das Toreschießen buchstäblich in die Wiege gelegt. „Schon durch meinen Papa war ich mittendrin in dieser FußballWelt. Ich war oft im Stadion, kannte die Spieler, hörte zu, was sie redeten. Ich kann nur sagen, dass ich eine wunderbare Kindheit hatte“, sagte der Rekordtorschütze der mexikanischen Nationalmannschaft mal in einem Interview mit „11 Freunde“.

KADER Tor: Alfredo Talavera (Toluca) Jesus Corona (Cruz Azul) Guillermo Ochoa (Standard Lüttich) Abwehr: Carlos Salcedo (Eintracht Frankfurt) Hector Moreno (Real Sociedad) Miguel Layun (FC Sevilla) Diego Reyes (FC Porto) Jesus Gallardo (Pumas UNAM) Hugo Ayala (Tigres UANL) Edson Alvarez (America). Mexikos Star: Javier Hernandez, auch bekannt als Chicharito - kleine Erbse.

Foto: Getty

Von Kai Schiller Chicharitos Papa Javier, der nur Chicharo (Erbse) genannt wurde, stürmte von 1983 bis 1994 35 Mal für El Tri. 1986 gehörte die Senior-Erbse sogar zum Kader der mexikanischen Mannschaft bei der Heim-WM, kam allerdings nicht zum Einsatz. Besser machte es Opa-Erbse Tomás Balcázar González. Chicharitos Großvater spielte bei der WM 1954 in der Schweiz und konnte beim 2:3 gegen Frankreich sogar ein WM-Tor erzielen. „Wenn du auch bei einer WM ein Tor geschossen hast, können wir auf Augenhöhe reden“, sagte Großvater Balcázar stets zu seinem Enkel, der sich die Worte sehr zu Herzen genommen haben muss. Denn fast auf den Tag 56 Jahre später wiederholte der Torjäger bei der WM 2010 in Südafrika das Kunststück des Superseniors. Und anders als die OpaErbse konnte die kleine Erbse vor acht Jahren nicht nur treffen sondern auch noch gegen Frankreich gewinnen. Chicharitos Tor beim 2:0-Sieg war gleichzeitig Mexikos 50. WM-Treffer. Die Weltmeisterschaft 2010 war Chicharitos internationaler Durchbruch. Mit 32,14 km/h war er sogar schnellster Turnierspieler – und durfte sich nach dem Turnier genauso schnell über zahlreiche Angebote internationaler Top-Klubs freuen. Anders als Papa Javier und Opa Balcázar, die nie in Europa spielten, wagte Chicarrón, wie der Junior oft als Kind genannt wurde, das Abenteuer und wechselte nach der WM 2010 zu Manchester United. In England wurde er zweimal Meister, ehe es ihn nach der WM 2014 zu Real Madrid und nur ein Jahr später zu Bayer Leverkusen zog. Dort wurde aus ChichaDios, ChichaGott, trotz seiner starken Torquote bald die „Verknallererbse“ („Kölner Express“), nachdem er zwei Elfmeter hintereinander verschossen hatte. Als der Stürmer nach nur zwei Jahren im Sommer 2017 für 17,9 Millionen Euro

„Wenn du auch bei einer WM ein Tor geschossen hast, können wir auf Augenhöhe reden.“ Motivationsrede von Tomás Balcázar Gonzálesz, Chicharitos Großvater zu West Ham United wechselte, war in Leverkusen niemand so richtig traurig. In Mexiko und ganz Lateinamerika ist das anders. Dort wird CH14 ähnlich verehrt wie CR7, also Cristiano Ronaldo, in Portugal und im Rest von Europa. Chicharito taucht regelmäßig in der Comicserie „Mucha Lucha“ auf, hat zahlreiche Werbeverträge und mittlerweile knapp neun Millionen Follower bei Twitter. Zum Vergleich: Ganz Bayer Leverkusen hat 58 200 Follower.

Die schnellste Erbse Mexikos Alleine wird der mexikanische Superstar, dessen Anhänger den 14. August zum „Chicharito-Tag“ erklärt haben, seine Nationalmannschaft in Russland aber kaum zum Sieg führen können. Im endgültigen WM-Aufgebot sind neben der schnellsten Erbse Mexikos auch die beiden Frankfurt-Legionäre Carlos Salcedo (24) und Marco Fabián (28) dabei. Ebenfalls nominiert nach der letzten Auslese ist

Der Trainer Mexikos Trainer Juan Carlo Osorio, der ein offensives 4-3-3 bevorzugt, ist Fans vor allem wegen des Confed-Cups in Erinnerung. Nach der 1:4-Pleite gegen Deutschland im Halbfinale verlor Mexiko auch 1:2 gegen Portugal im Spiel um Platz drei – und Trainer Osorio die Contenance. Die Folge: sechs Spiele Sperre.

überraschend Altstar Rafael Marquéz (39). Sechsmal in Folge ist Mexiko bei den vergangenen WM-Endrunden jeweils im Achtelfinale ausgeschieden. Diesmal wäre überhaupt die Qualifikation für das Achtelfinale schon ein Erfolg. Da Deutschland unumstrittener Gruppenfavorit ist, müssen Chicharito und Co. auf jeden Fall gegen Schweden und Südkorea punkten. Nationaltrainer Juan Carlos Osorio bleibt im Hinblick auf die WM aber „optimistisch, stolz und sehnsüchtig“, wie der Trainer bei der Kaderpräsentation verriet. Neben Chicharito sollten deutsche Fans beim DFB-Auftaktgegner ein Augenmerk auf Mittelfeldmann Hector Herrera legen, der laut „transfermarkt.de“ genau wie Chicharito einen Marktwert von 18 Millionen Euro aufweist. Spitzenreiter in der Marktwerttabelle ist allerdings Eindhovens Supertalent Hirving Lozano, der sogar 22 Millionen Euro wert sein soll. Der 22 Jahre alte Offensivmann soll vom FC Valencia umworben sein. Doch wenn am 17. Juni Mexiko und Deutschland in Moskau aufeinandertreffen, werden vor allem zwei Ex-Nationalspieler ganz genau hinschauen: Chicharitos Papa Javier und Opa Tomás Balcázar Gonzálesz. Der Erbseneintopf ist angerichtet. Juan Carlos Osorio Foto: Getty

Mittelfeld: Hector Herrera (FC Porto) Marco Fabian (Eintracht Frankfurt), Andres Guardado (Betis Sevilla) Giovani dos Santos (LA Galaxy) Jonathan dos Santos (LA Galaxy) Rafael Marquez (Atlas Guadalajara) Sturm: Carlos Vela (LA Galaxy) Hirving Lozano (PSV Eindhoven) Jesus Corona (FC Porto) Javier Aquino (Tigres UANL) Oribe Peralta (CF America) Raul Jimenez (Benfica Lissabon) Javier Hernandez (West Ham United)

FAKTEN WM-Dauergast Mexiko ist ein Dauergast bei Weltmeisterschaften. Die WM in Russland ist bereits das 16. Turnier der Mittelamerikaner, die 1930 bei ersten Weltmeisterschaft in Uruguay sogar die Ehre hatten, im ersten WM-Spiel überhaupt gegen Frankreich anzutreten. Das Spiel verloren die Mexikaner allerdings mit 1:4. Kein Titel, viele Rekorde Die Mexikaner konnten zwar noch nie eine WM gewinnen, dürfen sich aber trotzdem über jede Menge WM-Rekorde freuen: El Tri hat die meisten WMQualifikationsspiele aller Nationen bestritten, hatte die längste Niederlagenserie (neun verlorene Spiele nacheinander von 1930 bis 1958) und hatte auch die meisten Niederlagen insgesamt: 25 Pleiten in 53 Partien. Auf eine Erweiterung dieser Bestmarke würden die Mexikaner in Russland allerdings gerne verzichten.


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DER ZWEITE VORRUNDEN-GEGNER 23. JUNI

Erfolgreiche Extraschicht: Schweden nach dem Sieg in der Relegation gegen Italien. Foto: Getty

SCHWEDEN Die Skandinavier fahren ohne ihren größten Star nach Russland. Der Leipziger Emil Forsberg präsentiert sich als Anti-Ibrahimovic


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Wer bei Google die Wörter „Schweden“ und „Star“ eingibt, der bekommt zunächst nur Bilder von einem Superstar angezeigt: Zlatan Ibrahimovic. Beim Jubel, beim Fallrückzieher und beim Kopfball. Im Nationaltrikot, im ManUnited-Jersey und im L.-A.-Galaxy-Outift. Der einzige Haken an der ganze Ibrahimovicmanie: Der wahrscheinlich beste schwedische Fußballer aller Zeiten ist gar nicht mehr der Star der Nationalmannschaft. Der Stürmer ist längst zurückgetreten.

Beim Gesprächstermin in Leipzig kurz vor der WM geht die Probe aufs Exempel gründlich daneben. Forsberg ist offen, freundlich, lustig und vor allem: alles andere als langweilig. Und über das Dauerthema Ibrahimovic stellt er klar: „Wir können auch ohne Zlatan Spiele gewinnen.“ Das Ziel bei der WM in Russland sei laut Forsberg das Überstehen der Gruppenphase. „Deutschland ist natürlich der große Favorit. Dahin-

Der Trainer

Von Kai Schiller

Als Janne Andersson, der nie als Profi gespielt hat, Nationaltrainer wurde, konnte er noch nicht wissen, dass er Geschichte schreiben würde. Unter ihm qualifizierte sich Schweden als erstes europäisches Team, das nach Duellen gegen drei Ex-Finalisten eine WM-Endrunde erreicht hat: Frankreich, Niederlande und Italien. Andersson präferiert ein klassisches 4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern.

Doch nach zwölf Ibra-Bildern zeigt Google mit Foto Nummer 13, wer im schwedischen Nationalteam nun als sein Nachfolger gilt: Leipzigs Emil Forsberg, gerne auch als „Anti-Ibrahimovic“ bezeichnet. Anders als der extrovertierte Weltstar, der sich in Interviews schon mal selbst als „Gott“ bezeichnet, ist Forsberg ein Mann der leisen Töne. Sein Vater sagte sogar, dass sein Sohn „ohne Zweifel der langweiligste Spieler sei, den man interviewen könne“.

ter ist aber alles offen.“ Mexiko, Südkorea und Schweden seien auf einem ähnlichen Niveau. „Irgendwie ist das schon eine unangenehme Gruppe. Aber ich rechne mir Chancen aus, dass wir es ins Achtelfinale schaffen.“ Dabei helfen sollen neben Forsberg noch zwei weitere Deutschlandlegionäre: Werder Bremens Linksverteidiger Ludwig Augustinsson und HSV-Absteiger Albin Ekdal. „Albin kann sehr hochklassig spielen, wenn er gesund ist“, sagte Nationaltrainer Janne Andersson. Auch der frühere Hamburger Marcus Berg, der inzwischen in den Vereinigten Arabischen Emiraten spielt, ist dabei. Der größte Fokus liegt aber zweifelsohne auf Offensivallrounder Forsberg, der laut dem Fachportal „transfermarkt.de“ einen Marktwert von 25 Millionen Euro hat.

KADER Tor: Robin Olsen (FC Kopenhagen), Kristoffer Nordfeldt (Swansea), Karl-Johan Johnsson (Guingamp). Abwehr: Andreas Granqvist (Krasnodar), Victor Nilsson Lindelöf, (Manchester United), Mikael Lustig (Celtic Glasgow), Ludwig Augustinsson (Werder Bremen), Pontus Jansson (Leeds), Emil Krafth (Bologna), Filip Helander (Bologna). Martin Olsson (Swansea) Mittelfeld: Sebastian Larsson (Hull City), Gustav Svensson (Seattle Sounders), Albin Ekdal (HSV), Emil Forsberg (RB Leipzig), Viktor Claesson (Krasnodar), Jimmy Durmaz (Toulouse), Marcus Rohden (Crotone), Oscar Hiljemark (FC Genua). Sturm: Marcus Berg (Al Ain), John Guidetti (Alaves), Isaac Kiese-Thelin (Waslan Beeveren), Ola Toivonen (Toulouse).

Schwedens Trainer Janne Andersson. Foto: Getty

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INTERVIEW

„SCHWEDEN TRITT ALS EINHEIT AUF“ Der 94er WM-Held und Ex-Gladbacher Martin Dahlin traut Deutschlands Gruppengegner eine Überraschung zu

Francois Duchateau Sind Sie eher ein nostalgischer Typ, Martin Dahlin? Eher nicht so. Ich habe jedenfalls keine Fotos von mir aus meiner Karrierezeit zu Hause hängen (lacht). Aber auch wenn ich selbst nicht so ein Nostalgiker bin: Ich werde ständig von Leuten auf meine alten Fußball-Momente angesprochen. Deswegen wühlt man trotzdem regelmäßig seine Vergangenheit auf, ja.

Foto: Imago

In Mönchengladbach war Martin Dahlin schon Jahre nicht mehr. Zwar verfolgt der 50-Jährige, der beim Hamburger SV seine Karriere beendete, weiterhin genau, wie es bei der Borussia so läuft und denkt gern an seine Spiele am Bökelberg zurück, doch sein Alltag als Berater mit eigener Agentur lässt wenig Platz für Abstecher an die alte Wirkungsstätte. Seit über zwölf Jahren lebt Dahlin in Monte Carlo. Dort erreichen wir den früheren Stürmer in seinem Büro, der nicht nur im FohlenDress in der Bundesliga (125 Spiele, 60 Tore) begeisterte, sondern mit Schweden spektakulär Dritter wurde bei der WM 1994 in den USA.

„Ich werde nie vergessen, wie 100 000 Menschen in Stockholm auf unsere Heimreise gewartet haben.“

Alle konzentrieren sich nur darauf. Aus der einen Frage werden medial eintausend Nervt Sie das? Machte sich in seiner Heimat unsterblich: Schweden Geschichten gemacht. Oh nein. Das sind wirkmit Martin Dahlin erreichte Platz 3 bei der WM 1994. Selbst wenn Ibrahimovic lich fantastische Erinnemal nichts sagt. Diese ganrungen! Deswegen stört ze Ibrahimovic-Debatte es mich überhaupt nicht, wird sehr kindisch geführt, wenn Leute mich danach fragen. und stärker gemacht hatte. meiner Meinung nach - vor allem: noch immer. Sie ist nicht wegzubeWelches ist denn Ihre schönste WM-ErinWas trauen Sie der aktuellen schwedikommen und das ist schon furchtbar nerung als Spieler? schen Nationalmannschaft zu? ab einem bestimmten Punkt. Natürlich hat es sich unglaublich anWir können auf jeden Fall in die gefühlt, zwei Tore gegen Russland zu K.o.-Runde einziehen, da ich uns den Wäre Schweden stärker mit Zlatan? erzielen. Aber ich werde nie vergessen, zweiten Platz in der Gruppe zutraue. Inzwischen ist das für uns eine hypowie bei unserer Heimreise 100 000 Ist der einmal erreicht, kann danach thetische Frage. Ibrahimovic hat seiMenschen auf uns gewartet haben. alles passieren. nen Rücktritt früh genug in der QualiStockholm war brechend voll! Aber fikationsphase erklärt. Schweden hat von der Weltmeisterschaft habe ich so Was wird von dem Team erwartet? es ohne ihn geschafft. Die Qualifikaeinige schöne Erinnerungen behalten. Zunächst einmal ist jeder in Schweden tion wurde erreicht. Deshalb stellt einfach froh, dass wir bei der diesjähsich die Frage für mich nicht, ob sie Was war das Geheimnis der schwedirigen Fußball-Weltmeisterschaft dabesser wäre. Die Mannschaft hat beschen Mannschaft, die 1994 in den USA bei sind. Das ist nicht unbedingt reits bewiesen, gut genug zu sein. Er Dritter wurde? selbstverständlich. Jetzt, nachdem wir ist medial natürlich sehr präsent und Ich glaube der Schlüssel war, dass wir uns qualifiziert haben, müssen wir äußert sich gern offensiv, aber hat zufast mit der gleichen Mannschaft in uns jedoch nicht mit lediglich der Teilletzt auch keine Anstalten gemacht, die USA gereist sind, mit der wir schon nahme begnügen, sondern neue Ziele konkret wieder in die Nationalelf zubei der Heim-EM 1992 aufliefen. Dort formulieren. Der Einzug in die rückzukehren. haben wir ja schon das Halbfinale erK.o.-Runde: Darauf sollten wir schiereicht und leider gegen Deutschland len und darauf schielen wir. Er wäre Kann es auch nicht befreiend sein für ein verloren. Wir waren also schon dort schon fantastisch. Team, wenn sich nicht mehr alles um eine hungrig und auf einer Erfolgsspur. Person dreht - auch taktisch? 1994 kamen wir noch gereifter an, hatNervt es, dass seit Jahren eigentlich nur Natürlich hat sich Schweden das erste ten Erfahrung gesammelt, die uns über Zlatan Ibrahimovic gesprochen Mal seit acht Jahren wieder ohne ihn während des Turniers sehr geholfen wird? für die WM qualifiziert, andererseits

hat Erfolg viele Gründe, nie nur einen. Ob Schweden mit oder ohne Ibra besser wäre? Unmöglich zu beantworten. Schweden spielt jetzt eine ganz bestimmte Art Fußball, die sich von der mit Ibrahimovic unterscheiden mag. Aber sie ist erfolgreich. Es passt. Vorher hatte es anders gepasst. Was sind die Stärken dieser schwedischen Mannschaft? Sie tritt wirklich als Mannschaft und Einheit auf. Die Jungs sind eingespielt. Jeder arbeitet hart, sowohl taktisch, als auch für den anderen. Es ist wirklich schwer, gegen die Mannschaft von Janne Andersson ein Tor zu erzielen. Die Ordnung stimmt bei allen elf Akteuren auf dem Platz. Alle sind super diszipliniert, machen Extrameter. Auch der Kampfgeist stimmt. Wie viele Ihrer Klienten sind bei der WM? Im schwedischen Kader sind es sechs Spieler. Im Island-Kader zwei. Wie betreuen Sie diese während des Turniers? Ich stehe im ständigen Austausch mit meinen Spielern - sowieso. Wegen der Weltmeisterschaft versuche ich nicht öfter als sonst anzurufen. Man sollte nicht plötzlich zu viel ändern. Wir setzen da auf Kontinuität. Es ist wichtig, die Regelmäßigkeit beizubehalten.


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Bitten Ihre Spieler Sie häufig nach Ratschlägen, die Sie ihnen als erfahrener ExProfi geben können? Natürlich. Wir reden über alles, sind da ganz offen. Mit den Einen mehr, mit den Anderen weniger. Aber wir sind im dauerhaften Austausch. Aber ja, das ist der Vorteil, wenn man einen Berater hat, der selbst Profifußball gespielt hat. Er ist auf Augenhöhe. Er hat Ähnliches durchgemacht. Er hat Verständnis und deshalb auch oft die richtigen Ratschläge. Mir fällt es leicht, mich in meine Spieler hineinzuversetzen. Manche von ihnen haben wir schon in jungen Jahren gescoutet, andere kommen gerade wegen meiner Erfahrung aber auch zu mir in die Agentur, wenn sie schon älter sind. Welche Tipps geben Sie den Spielern? Ich sage ihnen, dass sie an sich glauben müssen. Das ist ganz wichtig. Sie müssen den Glauben haben, dass sie den Unterschied machen können in einem Spiel. Dann gelingt der Durchbruch. Ich sage ihnen, dass sie gut genug sind und die Qualitäten haben, um das zu erreichen, was sie erreichen wollen. Selbstvertrauen ist ganz wichtig bei dem Druck so eines Turniers.

Wie gehen Sie als Berater eigentlich mit Transferfragen um während der WM? Das wird im Einzelfall entschieden, ob wir das Thema ruhen lassen oder während des Turniers sogar schon Zukunftsgespräche geführt werden. Wie beurteilen Sie die Preisentwicklung auf dem Transfermarkt? Gerade alle vier Jahre, in WM-Jahren, sieht man, dass sich alle Transferaktivitäten zeitlich ganz deutlich verschieben – und das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Preise, wenn alle warten – auch auf Dinge, die bei der WM passieren. Der Sommer wird sehr stressig für mich werden im späteren Verlauf. Werden Sie einige Spiele besuchen? Ich werde mit Sicherheit nach Russland reisen, um Spiele anzuschauen. Ich habe Karten für die Spiele, auch für die Partie gegen Deutschland, aber noch nicht entschieden, welche ich besuchen werde. Wie blicken Sie auf Russland als Ausrichter dieser WM? Ich kann nur sagen, dass ich nicht mit allem einverstanden bin, was in Russ-

Martin Dahlin leitet seine eigene Berateragentur für skandinavische Fußballer. land passiert, will an dieser Stelle aber nicht zu sehr ins Politische abschweifen. Wie blicken die Schweden auf Weltmeister Deutschland? Deutschland ist immer der Favorit egal bei welchem Turnier. Das ist auch diesmal nicht anders. Schweden könnte Gruppenzweiter werden. Die Mannschaft ist gut aufgestellt. Darauf sollte sie sich richten und ich glaube, dass sie dies schaffen kann.

Foto: HO

Trauen Sie Schweden eine Überraschung gegen Deutschland zu? Natürlich kann das passieren. Es wird schwer sein, aber sie können für eine Überraschung gegen Deutschland gut sein, absolut. Wer wird den WM-Titel holen? Sehr schwierig. Neben Deutschland erwarte ich, dass Brasilien, Argentinien, aber auch Belgien ein gutes Turnier spielen werden. Frankreich muss man ebenfalls auf dem Zettel haben.

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DER DRITTE VORRUNDEN-GEGNER 27. JUNI

Wenn die Südkoreaner einen besonderen Teamgeist entwickeln, können sie gefährlich werden. Foto: REUTERS

SÜDKOREA Den Außenseiter aus Asien sollte man nicht unterschätzen: Die Spieler wollen sich bei der WM für große Klubs empfehlen


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Rund 8000 Kilometer liegen zwischen Europa und Südkorea. 8138 Kilometer, wenn man es ganz genau wissen will und die Strecke Berlin nach Seoul nimmt. Das ist zunächst einmal ein weiter Weg. Und dieser weite Weg soll nun ausgerechnet im fernen Russland (Moskau liegt immerhin auch noch 1611 Kilometer von Berlin entfernt) ein kleines bisschen kürzer werden. „Europa bleibt das Maß aller Dinge“, sagt Südkoreas Superstar Heung-Min Son (siehe auch das große Interview auf den Seite 30 und 31). „Jeder Südkoreaner träumt davon, sich in Europa durchzusetzen.“

KADER Tor: Seung-Gyu Kim (Vissel Kobe) Jin-Hyeon Kim (Cerezo Osaka) Hyun-Woo Cho (Daegu FC)

Von Kai Schiller Dieser Traum soll nun durch die WM Realität werden. „Wir haben viele Legionäre, aber die meisten spielen in Japan oder China, wo man mittlerweile auch ziemlich gutes Geld verdienen kann“, sagt Son. Torhüter Seung-Gyu Kim spielt beispielsweise beim Podolski-Klub Vissel Kobe, Innenverteidiger Hyun-Soo beim FC Tokio und die Abwehrkollegen Young-Gwon Kim (Evergrande) und Kyung-Won Kwon (Tianjin) in China. Doch genau wie Bundesligalegionär Ja-Cheol Koo (FC Augsburg) hoffen die meisten auf einen Wechsel nach Europa. Und Son, der Star von Tottenham, ist fest davon überzeugt, dass nach der Weltmeisterschaft mehr als „nur“ die sechs Kollegen, die bereits in europäischen Ligen spielen, ins gelobte Land wechseln könnten. Das größte Talent im Kader von Trainer Tae-Yong Shin spielt allerdings schon seit mehr als drei Jahren in Europa: Der 22 Jahre alte Hee-Chan Hwang wechselte im Januar 2015 zum österreichischen Zweitligaclub FC Liefering, dem Ausbildungsverein von Red Bull Salzburg, ehe er ein halbes Jahr später zum Mutterverein beordert wurde. „Der Junge ist unglaublich schnell, er hat eine enorme Qualität. Er ist ja gerade mal 22 Jahre alt“, lobt Son seinen Offensivpartner, schränkt aber fast im gleichen Atemzug ein: „Allerdings muss sein Torabschluss noch besser werden. Das ist sein einziges Problem.“ Einen Vorgeschmack von Hwangs Stärken und Schwächen konnte man in Deutschland bei Dortmunds überraschendem Europa-League-Aus gegen Red Bull Salzburg bekommen. Der Stürmer machte ordentlich Wirbel, holte einen Strafstoß im Hinspiel raus, traf allerdings selbst in den beiden Partien gegen den BVB nicht das Tor. Trotzdem sollen sich die Borussen nach dem Achtelfinal-Aus ernsthafte Gedanken über den talentierten Asiaten gemacht haben. Sollten sich diese

Der Südkoreaner Changhoon Kwon und der Nordire Jonny Evans jagen den Ball.Foto: Getty

„Derzeit ist meine schwierigste Aufgabe, eine Abwehrreihe zu finden.“ Tae-Yong Shin, Südkoreas Trainer

Gedanken konkretisieren, wäre allerdings ein Preis von rund 15 Millionen Euro fällig. Doch auch mit Son und Hwang in der Offensive hat Südkorea eine ziemlich holprige WM-Qualifikation hinter sich. „Wir haben uns tatsächlich schwer getan. Allerdings sind manche Spiele auch nicht so leicht, wie man sich das vorstellt“, relativiert Son. „Auswärts in Usbekistan zu gewinnen ist ähnlich schwer wie für europäische Mannschaften in Island zu gewinnen. Jeder erwartet einen klaren Sieg, dabei wird aber vergessen, dass dort eben auch guter Fußball geboten wird.“

Außenseiter in Gruppe F Klare Siege werden von Südkorea in Russland sicher nicht erwartet. In der Gruppe F gelten die „Tigers of Asia“ als größter Außenseiter. Der Gesamtmarktwert des WM-Kaders beträgt laut transfermarkt.de gerade einmal 77 Millionen Euro, wobei alleine die Hälfte davon schon auf Superstar Son geht (35 Millio-

Der Trainer Trainer Tae-Yong Shin erlangte hierzulande nur Bekanntschaft, weil es ein Foto gibt, auf dem der Südkoreaner in schwarzer Anzughose, weißem Hemd und dem dichten schwarzen Haar tatsächlich Jogi Löw verblüffend ähnelt. Fußballerisch präferiert Südkoreas Löw ein 4-2-31-System.

nen Euro). Zum Vergleich: Mexikos Mannschaft soll 164 Millionen Euro wert sein, Schwedens Kader immerhin noch 116 Millionen Euro. Während Nationaltrainer Tae-Yong Shin in der Offensive durchaus gute Optionen hat, scheint dem 49 Jahre alten Trainer vor allem die Defensive noch Kopfschmerzen zu bereiten. Im vorläufigen Aufgebot nominierte Shin gleich zwölf Verteidiger. „Derzeit ist meine schwierigste Aufgabe, eine Abwehrreihe zu finden“, gab der Trainer ehrlich bei der Präsentation des WMKaders zu. Eine gewisse Stabilität darf Shin von Kapitän Ki Sung-Yong erwarten. Der Mittelfeldstaubsauger, dessen Vertrag bei Swansea City ausläuft, soll sogar vom AC Mailand umworben sein. Doch für die Weltmeisterschaft in Russland sieht der 29 Jahre alte Führungsspieler schwarz: „Jede Mannschaft bei der WM ist stärker als wir“, stapelte Sung-Yong nach der Auslosung tief. Ähnlich sieht es auch die koreanische Legende Park Ji-sung, die beim vierten Platz bei der Heim-WM 2002 dabei war: „Es existiert nach wie vor eine Kluft zwischen den asiatischen Teams und jenen auf Weltklasse-Niveau. Der Aufstieg aus der Gruppenphase wird schwer.“ Oder anders ausgedrückt: Auf Südkorea wartet in Russland ein weiter Weg. Trainer Shin Tae-Yong Foto: Getty

Abwehr: Young-Gwon Kim (Guangzhou Evergrande) Hyun-Soo Jang (FC Tokio) Seung-Hyun Jung (Sagan Tosu) Yong-Sun Yun (Seongnam FC) Ban-Suk Oh (Jeju United) Min-Woo Kim (Sangju Sangmu) Joo-Ho Park (Ulsan Hyundai) Chul Hong (Sangju Sangmu) Yo-Han Go (FC Seoul) Lee Yong (Jeonbuk Hyundai Motors) Mittelfeld: Sung-Yueng Ki (Swansea City) Woo-Young Jung (Vissel Kobe) Se-Jong Ju (Asan Mugunghwa FC) Ja-Cheol Koo (FC Augsburg) Jae-Sung Lee (Jeonbuk Hyundai Motors) Seung-Woo Lee (Hellas Verona) Seon-Min Moon (Incheon United) Angriff: Shin-Wook Kim (Jeonbuk Hyundai Motors) Heung-Min Son (Tottenham Hotspur) Hee-Chan Hwang (Red Bull Salzburg)

FAKTEN WM-Dauergast Wahrscheinlich würde kaum einer auf die Idee kommen, Südkorea als WMSchwergewicht zu bezeichnen. Aber: Seit 1986 konnten sich die Asiaten für jede WM-Endrunde qualifizieren, was ansonsten nur noch Deutschland, Spanien, Brasilien und Argentinien gelang. Der Höhepunkt war die Halbfinalteilnahme bei der Heim-WM 2002, als der Gastgeber an Deutschland scheiterte. Enttäuschend war das Abschneiden bei der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien, als die Mannschaft die Vorrunde nicht überstand. Kuriose WM-Historie Kurios: 1966 zog Südkorea kurzfristig zurück, weil man sich vor der WMEndrunde in England mit Nordkorea nicht auf einen neutralen Spielort einigen konnte. Noch kurioser: 1958 bewarb sich der südkoreanische Verband zu spät für die WM in Schweden und wurde von der Fifa nicht akzeptiert.


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INTERVIEW

WIR ARBEITEN HART, SEHR HART Heung-Min Son, Asiens Fußballer des Jahres, spricht vor der WM über die Außenseiterrolle Südkoreas und den Gegner Deutschland

Heung-Min Son, Asiens Fußballer des Jahres, ist wohl der größte Star, auf den Deutschland bei der WM in der Vorrunde trifft. Im Gespräch redet der Südkoreaner über die Weltmeisterschaft, das Halbfinalduell 2002, die deutsche Mannschaft und NutellaBrötchen. Der frühere Bundesligastar verrät zudem, warum er beim WM-Finale 2014 eingeschlafen ist.

Von Kai Schiller Herr Son, verrückt ist, dass Deutschland, Brasilien, Argentinien, Spanien und eben Südkorea die einzigen Nationen sind, die seit 1986 immer bei den Weltmeisterschaften dabei waren. Son (lacht): OK, das ist tatsächlich nicht so schlecht. Darauf darf man als Südkoreaner auch ein bisschen stolz sein. Aber in Russland wird uns die glorreiche Vergangenheit auch nicht wirklich weiter helfen, schon gar nicht in dieser schweren Vorrundengruppe mit Schweden, Mexiko und natürlich Deutschland.

Klar. Ballack, Linksschuss, 0:1, eine Viertelstunde vor Schluss. 0:1 bei der Heim-WM zu verlieren muss für Sie als Kind bitter gewesen sein. Ganz im Gegenteil. Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir alle unglaublich stolz auf unsere Nationalmannschaft waren. Wir haben richtig toll gespielt – auch gegen Deutschland. Ganz Korea lief während der Weltmeisterschaft im roten T-Shirt herum. Auch alle meine Schulfreunde und ich hatten den ganzen Sommer über ein rotes Shirt an. Und ich weiß noch, dass wir auch gegen Deutschland echt gut waren. Aber dann kam Michael Ballack und am Ende haben wir eben knapp verloren. Trotzdem war das ganze Land stolz auf die Nationalmannschaft. Gegen Deutschland darf man verlieren. Sie selbst sind wenige Jahre nach der WM im eigenen Land nach Hamburg gekommen und haben insgesamt sieben Jahre

Ist Südkorea wirklich nur der Außenseiter in der Gruppe F? Son: Wir sind auf jeden Fall der krasse Außenseiter. Deutschland ist der große Favorit. Aber Schweden und Mexiko sind auch verdammt schwere Gegner im Kampf um Platz zwei. Ich hoffe sehr, dass Deutschland seine ersten beiden Spiele auf jeden Fall gewinnt.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Anfangszeit im HSV-Internat in Norderstedt vor den Toren Hamburgs? Das vergisst man doch nicht. Ich bin mit 15 oder 16 Jahren nach Norderstedt gekommen und alles war fremd. Ich konnte ja nicht nur nicht die Sprache, sondern auch die Schriftzeichen habe ich nicht verstanden. Ich dachte mir: Wo bin ich hier nur gelandet? Wir waren am Anfang zu dritt und eine Busreise in die Innenstadt wurde zum echten Abenteuertrip. Warum das? Das klingt komisch, aber wir mussten ja erst einmal das ABC lernen. Wir wussten also gar nicht, wohin der Bus fuhr. Aber auch das Essen war am Anfang ein wenig abenteuerlich. Zum Frühstück gab es keine Suppe wie in Südkorea, sondern Nutella-Brötchen. Verrückt. Ja, aber daran habe ich mich schnell gewöhnt (lacht). Ich habe nie wieder so viele Nutella-Brötchen wie damals gegessen. Trotz Nutella-Brötchen sind Ihre beiden Landsmänner relativ schnell wieder zurück in die Heimat gegangen. Aber ich wollte unbedingt bleiben. Schon als Kind war es immer mein Traum, irgendwann mal in der deutschen Bundesliga oder in der englischen Premier League zu spielen. Und diesen Traum wollte ich so einfach nicht aufgeben.

Fotos: Getty

Was haben Sie bei der Auslosung im Dezember gedacht, als Südkorea als letztes Los der Gruppe F zugelost wurde? Puh. Ich habe die Auslosung in meiner Wohnung in London im Fernsehen gesehen. Für uns ist das schon eine Hammergruppe, aber gleichzeitig habe ich mich natürlich auch über das Los Deutschland gefreut. Auch bei Olympia mussten wir ja in der Vorrunde gegen Mexiko und Deutschland ran. Sie waren neun Jahre alt, als Deutschland das letzte Mal bei einer WM auf Südkorea traf. Können Sie sich noch an das Halbfinale 2002 erinnern?

in Deutschland gelebt. Ist Deutschland so etwas wie Ihre zweite Heimat? Vor allem Hamburg wurde meine zweite Heimat. In Leverkusen habe ich auch gerne gespielt und gewohnt, aber Hamburg ist noch immer eine ganz besondere Stadt für mich.

Was hat Ihre Mutter zu Ihrem Traum gesagt? Natürlich hat sie sich große Sorgen gemacht. Aber sie war auch unglaublich stolz auf mich. Nicht nur wegen des Fußballs. Ich habe auch wie verrückt

Deutsch gelernt. Am Anfang haben sich meine Internatskollegen immer über mich lustig gemacht, weil ich kein Deutsch sprach, es aber trotzdem immer wieder versucht habe. Doch je besser meine Deutschkenntnisse wurden, desto wohler fühlte ich mich auch in meinem neuen Zuhause. Hatten Sie kein Heimweh nach Südkorea? Doch. Klar. Das alles ist zwar nicht einmal zehn Jahre her, aber gefühlt ist es eine Ewigkeit her. Damals gab es zum Beispiel noch keine Smartphones. Ich konnte also nicht einfach mal Facetime benutzen, eine WhatsApp-Nachricht schicken oder ein paar Bilder auf Instagram posten. Um mit meiner Mutter zu chatten, musste ich im Internat immer in unseren Computerraum gehen und ganz oldschool mich bei Skype einwählen. Die Leitung war immer wackelig In Hamburg wurden Sie auch ohne Standleitung Publikumsliebling, in Leverkusen ein Bundesligastar und in Tottenham ein Weltstar. Wie ist aus dem Jungen, der im Computerraum des HSV-Internats in die Heimat geskypt hat, Asiens Fußballer des Jahres geworden? Gute Frage. Für mich ging es immer nur um Fußball. Ich lebe Fußball, ich atme Fußball, ich träume von Fußball. Das war auch schon so, als ich noch im HSV-Internat war. Als die Jungs nachmittags Tischtennis gespielt haben, bin ich mit dem Ball auf den Platz gegangen, um meine Schusstechnik zu trainieren. Irgendwann haben sie mir gesagt, dass ich auch mal vom Fußball abschalten müsste. Dann habe ich heimlich weiter trainiert. Manchmal sehne ich mich nach der Zeit von damals zurück. Warum? Damals hatte ich meine ganze Profikarriere noch vor mir. Ich bin zwar erst 25 Jahre alt, aber knapp die Hälfte meiner Karriere ist schon vorbei. Und wenn es nach mir ginge, dann würde ich mein ganzes Leben lang Fußball spielen. Es gibt nichts Schöneres.


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Gab es einen Spieler, den Sie als Kind angehimmelt haben? Cristiano Ronaldo. Das war immer mein Lieblingsspieler. Als ich noch klein war, wurden in Südkorea viele Spieler von Manchester United übertragen, weil Ji-Sung Park dort gespielt hat. Und Ronaldo war schon in Manchester ein Weltklassespieler. Ich liebe seine Spielweise bis heute. Sie könnten frühestens im Halbfinale auf Portugal und Ronaldo treffen. Das wäre ein Traum. Ich bin zwar selbst Fußballprofi, aber irgendwie ist Ronaldo noch immer mein Idol. Letztens haben wir in der Champions League gegeneinander gespielt…

Vor Ronaldo geht es aber erst einmal gegen das DFB-Team. Deutschland hat nur zweimal gegen Südkorea bei einer WM gespielt. 2002 und 1994, als… …wir in der Vorrunde leider 2:3 verloren haben. Ich war zwar nur zwei Jahre alt und ich kann mich an das Spiel natürlich nicht mehr erinnern. Aber ich habe die Tore später noch so oft auf Youtube gesehen, dass ich das Gefühl habe, doch schon dabei gewesen zu sein. Jürgen Klinsmann hat zweimal getroffen. Auf ihn wird man in Tottenham noch immer angesprochen. Der ist so etwas wie ein Held hier.

Und? Wie war das? Ich habe jede Woche besondere Spiele: Wir spielen gegen ManU, Chelsea, Man-City. Aber die Spiele mit Tottenham gegen Real Madrid waren anders. Plötzlich stehst du auf dem gleichen Rasen mit dem Spieler, den du als Kind verehrt hast.

Ist Deutschland auch ohne Klinsmann Ihr WM-Favorit? Auf jeden Fall. Bei so einer WM kann vieles passieren, aber Deutschland ist die Nummer eins der Fifa-Rangliste, Deutschland ist Weltmeister und Deutschland hat ganz einfach auch die beste Mannschaft der Welt. Genau wie vor vier Jahren.

Haben Sie Trikots getauscht? Ne. Ich habe mich nicht getraut. Vielleicht holen wir das bei der WM nach.

Haben Sie beim WM-Finale 2014 Deutschland die Daumen gedrückt?

Klar. Dabei musste ich mich echt konzentrieren, nicht einzuschlafen. Wie bitte? Wir waren ja leider schon nach der Vorrunde raus. Ich habe dann Heimaturlaub in Südkorea gemacht. Und durch den Zeitunterschied war das Spiel mitten in der Nacht. Ich bin dann um 21 Uhr ins Bett gegangen und habe mir den Wecker gestellt. Und obwohl das Spiel superspannend war, war ich hundemüde. Und dann gab es auch noch Verlängerung. Meine Augen sind dann immer wieder zugefallen. Und irgendwann machte ich die Augen auf – und Deutschland war Weltmeister. Was macht die deutsche Mannschaft

diesmal aus Ihrer Sicht so stark? Schauen Sie sich doch einfach mal den Kader an. Deutschland hat nicht einen Weltstar und auch nicht elf Weltstars. Deutschland wird bei der WM 23 Weltstars haben. Nur ein Beispiel: Leroy Sané. Der Typ ist unglaublich – und ist im Nationalteam noch nicht einmal gesetzt. Genauso wenig wie Marco Reus. Oder auch Ilkay Gündogan. Und, und, und. Ihr habt wirklich eine tolle Mannschaft. Sie klingen fast wie ein Fan. Ich bin ein Fan. Letztens habe ich mir das Länderspiel zwischen Deutschland gegen Spanien im Fernsehen angeschaut. Das war echter Hochgenuss. Es bringt einfach großen Spaß, Deutschland zuzuschauen.

„Plötzlich stehst du auf dem gleichen Rasen mit dem Spieler, den du als Kind verehrt hast...“

Und was macht Südkorea aus? Das verrate ich nicht. Das werdet ihr hoffentlich wissen, nachdem wir gegen euch gespielt haben. Nur so viel: Natürlich haben wir nicht diese ganzen Superspieler, die Deutschland hat. Aber wir arbeiten hart, sehr hart.

Heung-Min Son über Cristiano Ronaldo

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WELTKLASSE IN RUSSLAND

MESSI*RONALDO*NEYMAR*KANE*GRIEZMANN*

DIE GRÖSSTEN

WM-STARS


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FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Das Rätsel um die Stärke von Cristiano Ronaldo ist entschlüsselt. Gerade noch rechtzeitig vor der Weltmeisterschaft in Russland hat das OnlineNachrichtenportal „Business Insider“ keine Kosten und Mühen gescheut, dem Erfolgsgeheimnis des portugiesischen Weltstars auf die Spuren zu kommen. Und der wahre Grund für Ronaldos Stärke ist demnach viel banaler als man meinen könnte: es ist die Ernährung.

durfte. Zweiter wurde Thomas Müller, Dritter der Niederländer Arjen Robben. Ein Niederländer, so viel steht schon vor dem Eröffnungsspiel fest, wird bei dieser WM in Russland nicht glänzen können. In Fanforen gelten natürlich Messi und Ronaldo als die Favoriten, genauso wie Griezmann, sein Landsmann Paul Pogba, Polens Robert Lewandowski, die Belgier Kevin de Bruyne und Eden Hazard oder Spaniens Andres Iniesta.

Von Kai Schiller

Kein Deutscher auf der Liste So ist „Business Insider“ tief in die Intensivrecherche eingestiegen und hat Folgendes auf Ronaldos umtriebigen Instagram-Account gefunden: der Real-Madrid-Star sei ein Fan vom kontinentalen Frühstück, er bevorzuge Birnen-, Apfel- und Ananassaft und er liebe Fisch, besonders Goldbrasse, Schwertfisch und Seebarsch. Magere Proteine seien bei ihm hoch im Kurs. Sein Lieblingsgericht: Stockfisch Bacalhau à Brás. Und nun aufgepasst: Ronaldo esse sogar Schokolade. Und: Geburtstagskuchen. Potzblitz. Nach all diesen Enthüllungen dürfte die Vorfreude auf Ronaldos vierte Weltmeisterschaftsteilnahme ins Unermessliche steigen. Denn natürlich führt der Weltfußballer der vergangenen beiden Jahre das Klassentreffen der Besten der Besten in Russland an – selbst mit dem einen oder anderen Schoko- oder Kuchenstückchen. Nimmt man die „transfermarkt.de“-Marktwertliste als Parameter, dann kann Ronaldo (100 Millionen Euro) zwar nur mit dem dritten Platz hinter Brasiliens Neymar und seinem argentinischen Dauerrivalen Lionel Messi (beide 180 Millionen Euro) dienen, allerdings können weder Neymar noch Messi mit Ernährungsgeheimnissen punkten. Und ganz im Ernst: Anders als Messi, Neymar, Englands Harry Kane oder Frankreichs Antoine Griezmann hat Ronaldo tatsächlich schon mal ein großes Turnier gewonnen: die Europameisterschaft 2016 in Frankreich. In Russland trifft sich nun wieder das „Who is who“ des Weltfußballs. Und am Ende gilt die Highlander-Regel: Es kann nur einen geben. Nur ein Weltstar wird seine Mannschaft zum Titel führen. Und wie vor jedem Turnier fragt sich auch jetzt wieder die ganze Welt, wer diesmal der Spieler des Turniers sein wird. Der Beste der Besten. 2014 in Brasilien wurde übrigens kein deutscher Weltmeister zum Spieler des Turniers gewählt. Am Ende entschied sich die Fifa für den Endspielverlierer Messi, der sich über den Trostpreis des Goldenen Balls freuen

Erstaunlich: Einen Deutschen sucht man bei der Auflistung der Superstars vergeblich. Weder Thomas Müller, bei der WM 2014 noch mit dem Silbernen Ball ausgezeichnet, noch Ronaldos Real-Mannschaftskollege Toni Kroos werden offenbar große Chancen eingeräumt. Beim DFB-Team scheint das alte Berti-Vogts-Zitat zu gelten: der Star ist die Mannschaft. Nun denn. Auf dem Papier ist die teuerste Nationalmannschaft die von Frankreich, die neben Spanien (1,01 Milliarden Euro) als einziges Team die Milliarden-Euro-Grenze sprengt. So wird Griezmann, Pogba, Kylian Mbappé und Co ein Gesamtwert von unglaublichen 1,02 Milliarden Euro eingeräumt. Deutschland folgt knapp dahinter (997 Millionen Euro) auf Rang drei. Schlusslicht der Marktwert-Tabelle ist übrigens Panama mit 11,7 Millionen Euro, also einem Fünftel Joshua Kimmich. Und während nun also die ganze Fußballwelt – mal wieder – über Messi, Ronaldo und Ronaldos Schokostückchen, Neymar, das Franzosen-Triumvirat mit Griezmann, Mbappé und Pogba, oder auch über Spaniens Iniesta spricht, setzen viele Experten große

Stücke auf Englands WM-Debütant Harry Kane. Der Torschützenkönig der englischen Premier League von 2015/16 und 2016/17, der in der abgelaufenen Spielzeit zum dritten Mal in Folge mehr als 20 Saisontore erzielte, will nun auch erstmals bei einem WM-Turnier brillieren. Besonders interessant dürfte dabei das Aufeinandertreffen von Englands Fußballer des Jahres 2017 mit den hocheingeschätzten Belgiern im letzten Vorrundenspiel der Gruppe G sein, wenn Kane auf die Geheimfavoriten Kevin de Bruyne (Marktwert: 120 Millionen Euro), Eden Hazard (100 Millionen Euro) und Romelu Lukaku (85 Millionen Euro) trifft. Ebenfalls zum Kreis der Geheimfavoriten für die Wahl des besten Spielers des Turniers gelten Juventus Turins Argentinier Paulo Dybala, Messis neuer Barcelona-Kollege Philippe Coutinho aus Brasilien und deren gemeinsamer Mitspieler Luís Suárez aus Uruguay.

Ägypter im erlesenen Kreis Fehlt noch jemand? Selbstverständlich! Mohamed Salah!! Der Ägypter, der den FC Liverpool in diesem Jahr fast im Alleingang ins ChampionsLeague-Finale geschossen hat, sich dort aber tragisch verletzte, will nun auch bei seinem ersten WM-Turnier auf sich aufmerksam machen. Derzeit sieht es so aus, als könne der Stürmer trotz der Schulterverletzung in Russland mitspielen. Der 25 Jahre alte Stürmer, der in 36 Saisonspielen 32 Treffer erzielte, muss dabei dann allerdings das RonaldoProblem lösen: als Superstar den Nachteil zu haben, für eine relative kleine Fußballnation zu spielen, der kaum Chancen eingeräumt werden. >>

Der belgische ehemalige Bundesligaprofi Kevin De Bruyne beim Training.

Foto: DPA PA

Beim DFB-Team scheint das alte Berti-Vogts-Zitat zu gelten: Der Star ist die Mannschaft Die deutsche Mannschaft scheint auch ohne Superstar erfolgreich

FAKTEN

Kolumbien setzt auf Bayerns James Rodriguez. Foto: Imago Bundesliga-Legionäre bei der WM in Russland Die WM ruft, doch die Bundesliga hört nur bedingt zu. Top-Nationen wie Brasilien, Spanien, Argentinien und Frankreich verzichten überwiegend auf Bundesliga-Profis. Die brasilianische Selecao hat beispielsweise keinen einzigen Deutschlandlegionär nominiert. Neben dem früheren Kölner Pedro Geromel stehen vier weitere Ex-Bundesliga-Profis (Renato Augusto/Leverkusen, Roberto Firminio/Hoffenheim, Douglas Costa/Bayern, Fagner/Wolfsburg) im Kader. Die Spanier haben mit Bayerns Thiago immerhin einen Wahl-Deutschen in Russland dabei. Die Franzosen haben auf Thiagos Mannschaftskollegen Kingsley Coman verzichtet, dafür sind Münchens Corentin Tolisso und Stuttgarts Benjamin Pavard nominiert. Gar keine Bundesligaprofis sind für Argentinien und für England am Start. Verstecken muss sich die Bundesliga aber natürlich trotzdem nicht. Bayerns James Rodriguez ist Kolumbiens größter Hoffnungsträger – genauso wie Klubkollege Robert Lewandowski Polens größter Trumpf ist. Deutschlands Gruppengegner Mexiko setzt auf Eintracht Frankfurts Pokalsieger-Mentalität: Sowohl Marco Fabian als auch Carlos Salcedo sind im vorläufigen Aufgebot dabei. Die Schweiz könnte sogar fast mit einer reinen Bundesligamannschaft in Russland antreten. 2014 in Brasilien waren 62 Profis im endgültigen Kader der nicht-deutschen Mannschaften, vier Jahre zuvor waren es 61 Fußballer. Ebenfalls interessant: Bestand der Kader von Joachim Löw noch 2010 komplett aus Bundesliga-Profis, setzte der Nationaltrainer beim Titelgewinn 2014 immerhin auf sechs Legionäre. Diesmal sind im vorläufigen Aufgebot sogar neun Nicht-Bundesligaspieler dabei.


34 Aber: Ronaldo hat ja bereits 2016 in Frankreich bewiesen, dass man als absoluter Topstar am Ende sogar Berge versetzen kann. Und: mit Gastgeber Russland, Uruguay und dem krassen Außenseiter Saudi-Arabien darf sich Salah mit Ägypten ganz im Ernst gute Chancen ausrechnen, die K.o.-Phase zu erreichen. Gibt es denn noch mehr Salahs bei der WM in Russland? Also noch mehr Super-Fußballer, die für eine eher kleinere Nationalmannschaft spielen? Sicher! Dänemarks Christian Eriksen (Marktwert: 70 Millionen Euro), Kolumbiens James Rodriguez (65 Millionen Euro) oder auch Senegals Sadio Mané (60 Millionen Euro) gehören da sicher dazu. Der Rest der Top 50 der Marktwerttabelle sind in erster Linie Spieler aus dem Top-Nationen Spanien (9), Frankreich (8), Brasilien (6), Deutschland (6), Argentinien (4) oder England (3).

Die Phalanx der Großen Kleinere Fußballnationen hatten in der Vergangenheit auch nur bedingt eine echte Chance darauf, den besten Fußballer des Turniers zu stellen. Vor Messi (2014) gelang lediglich Diego Forlan 2010 das Kunststück, als Uruguayer in die Phalanx der Großen vorzustoßen. Die anderen Sieger: Frankreichs Zinedine Zidane (2006), Deutschlands Torwarttitan Oliver Kahn (2002), die Brasilianer Ronaldo (1998) und Romario (1994), die Italiener Salvatore Schillaci (1990) und Paolo Rossi (1982) sowie Argentiniens Hand und Füße Gottes von Diego Maradona (1986). Neben dem Goldenen Ball gibt es aber noch jede Menge anderer Auszeichnungen, die sich potenzielle WMStars sichern können. Da wäre zum einen der Goldene Handschuh, den 2014 natürlich Manuel Neuer überreicht bekam. Außerdem im Potpourri: Der Titel des Torschützenkönigs, den sich in Brasilien mit sechs Treffern Bayerns James sicherte. Und die Auszeichnung des besten Jungspielers, die vor vier Jahren in Rio an Frankreichs damals 21 Jahre alten Paul Pogba ging. Nun, mit 25 Jahren, will Pogba mehr. Den Schock, bei der Heim-EM das Finale gegen Ronaldo und Co. verloren zu haben, hat der Mittelfeldstratege von Manchester United längst überwunden. Gemeinsam mit Stürmerstar Griezmann soll Pogba nun in die großen Fußstapfen von Zinedine Zidane treten und nach zwölf Jahren ohne internationalen Titel endlich wieder für einen Erfolg für das französische Team sorgen. Damit würde es Pogba übrigens Thomas Müller nachmachen. Der Münchner wurde bei seiner ersten WM-Teilnahme 2010 in Südafrika trotz der Halbfinalniederlage gegen

WELTKLASSE IN RUSSLAND

Spanien bester Jungprofi – und war dann vier Jahre später ein ganz entscheidendes Puzzleteil auf dem Weg zum vierten Stern der Deutschen. Bei beiden Turnieren schaffte Müller je fünf Tore und drei Vorlagen. Um den WM-Rekordtorschützen Miroslav Klose bereits in Russland einzuholen, müsste Müller in diesem Sommer allerdings mindestens sechs Treffer erzielen.

GÖTZE IN BESTER GESELLSCHAFT

Son gilt als Geheimtipp

Einen Vorteil hat die Nicht-Nominierung doch. Dortmunds Stürmer Mario Götze kann sich nun ganz Ann-Kathrin Brömmel widmen, die er im Mai geheiratet hatte. Statt zur WM nach Russland zu fliegen, kann der FinalTorschütze die Flitterwochen mit dem 28-jährigen Model genießen. Falls Mario Götze langweilig wird, könnte er sich aber auch mit einigen Top-Stars des internationalen Fußballs treffen. Denn der Angreifer befindet sich als Zuschauer in bester Gesellschaft. Wir stellen die Top-Elf der Daheimgebliebenen vor.

Ähnliche Ambitionen hat auch noch ein absoluter Geheimtipp, der bislang auf allen Listen der möglichen WMÜberflieger fehlt: der frühere Bundesligastar Heung-Min Son. Im großen Interview (ab Seite 28) sagte der Südkoreaner, der einst für den HSV und Bayer Leverkusen auf Torejagd gegangen ist, dass er lieber früher als später bester Spieler der Welt werden wolle: „Als Kind habe ich davon geträumt, bester Fußballer der Welt zu werden. Jetzt bin ich erwachsen – aber der Traum lebt weiter“, sagte Son, der damit in Konkurrenz zu seinem Tottenham-Kollegen Harry Kane steht. Ganz nebenbei muss der Offensivallrounder, der erneut Asiens Fußballer des Jahres wurde, aber zunächst einmal die Vorrunde überstehen. Da treffen Son und seine Südkoreaner auf Mexiko, Schweden – und im letzten Gruppenspiel auf keinen Geringeren als Deutschland. In Ernährungsfragen scheint sich Sonny allerdings nicht allzu viel bei seinem großen Idol Ronaldo („Ich bin zwar selbst Fußballprofi, aber irgendwie ist Ronaldo noch immer mein Idol“) abgeschaut zu haben. So verriet der frühere Hamburger, dass er in seiner Anfangszeit im HSV-Internat Nutella ohne Ende zum Frühstück verspeiste („Ich habe nie wieder so viele Nutella-Brötchen wie damals gegessen“).

Final-Torschütze von 2014 ist nicht bei der WM dabei. Diesen elf Stars bleibt nur die Zuschauerrolle

Von Dominik Loth Torwart-Ikone Gianluigi Buffon hat mit der Nationalmannschaft alles erlebt. Trotzdem hatte der Weltmeister von 2006 nicht genug. Einmal wollte er mit Italien noch dabei sein, aber die stolze Nation scheiterte in der Qualifikation. Der 40-Jährige ist deshalb aus dem gleichen Grund abwesend wie David Alaba (25). Der Münchener Abwehrspieler verpasste mit Österreich die WM. Anders liegt der Fall bei David Luiz. Der 31-jährige Abwehrspieler des FC Chelsea fiel in der Saison lange ver-

Antwort am 15. Juli Was Ronaldo zu Sons Nutella-Konsum sagt, ist nicht bekannt. Allerdings weiß man, was Messi dazu sagen würde. Oder besser: Messis Ernährungsberater. So antwortete Gioliano Poser in einem Interview mit der „Mundo Deportivo“ unmissverständlich auf die Frage, auf was man als Fußball-Weltstar verzichten solle: „Zucker. Es ist das Schlimmste für die Muskeln. Je weniger davon, desto besser.“ Also ohne Zucker, dafür aber mit so vielen Toren wie möglich wird man die Weltmeisterschaft sicherlich auch genießen können. Und wer wird nun der Beste der Besten? Die Antwort gibt es ab dem 14. Juni – und spätestens am Finaltag am 15. Juli. Und Nutella hin, Stockfisch, Proteine und Geburtstagskuchen her: eine ganze Reihe von Fußball-Leckerbissen sind in Russland garantiert.

letzt aus. Brasiliens Nationaltrainer Tite verzichtete auf den 56-maligen Nationalspieler. Auch der Ex-Dortmunder Marc Bartra (Betis Sevilla/ Spanien) und 65-Millionen-Mann Aymeric Laparte von Manchester City (Frankreich) warteten vergeblich auf ein WM-Ticket.

29 Tore? Kein WM-Ticket Im Mittelfeld tummeln sich neben Götze Gareth Bale, Javier Martinez und Arjen Robben. Der Waliser Bale hat mit Real Madrid die Champions League gewonnen, doch sein Land ist diesmal nicht WM-reif. Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben erlitt mit den Niederlanden dasselbe Schicksal. Martinez, 40 Millionen Euro wert, konnte Spaniens Trainer Julen Lopetegui nicht überzeugen. Er entschied sich für seinen Teamkollegen Thiago. Der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang würde gerne seinen Torinstinkt bei einer WM beweisen. Doch Gabun konnte sich nicht qualifizieren. Mauro Icardis Heimatland Argentinien ist dabei und seine Leistung beeindruckend: Mit 29 Toren wurde der Inter-Stürmer Torschützenkönig der Serie A. Für einen Platz neben Messi reichte das trotzdem nicht.

Pierre-Emerick Aubameyang

Mauro Icardi

Gareth Bale

Arjen Robben Javier Martinez

David Alaba

Mario Götze

David Luiz

Aymeric Laporte

Gianluigi Buffon

Marc Bartra


35

FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Für den deutschen Fernsehzuschauer liegt die Hauptstadt der WM-Berichterstattung an einem auf ersten Blick gewöhnungsbedürftigen Ort. Wenn ab dem 14. Juni bei der Weltmeisterschaft in Russland der Ball rollt, wird vor und nach den Spielen weder der Kreml in Moskau noch der Sommerpalast in St. Petersburg im Hintergrund zu sehen sein. Fernsehzuschauer werden sich an den Anblick des Kurhauses in Baden-Baden gewöhnen müssen.

WM IM FERNSEHEN ARD und ZDF zeigen alle 64 Spiele der WM in Russland, Sky 25 in Ultra-HD. Die wichtigsten Informationen zu Live-Übertragungen, Reportagen und Analysen

Von Jan Kanter Die deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender haben beschlossen, ihr gemeinsames Fernsehstudio, aus dem vor, zwischen und nach den Spielen über alle wichtigen und unwichtigen Fragen des Fußballlebens berichtet wird, nicht im Gastgeberland, sondern in der Heimat aufzubauen. „Wir sind so wirtschaftlich wie nie, werden aber die Qualität liefern, die der Zuschauer erwartet“, rechtfertigt ARD-Programmchef Volker Herres die Entscheidung. Der Blick auf die Copacabana von der Dachterrasse bei der WM 2014, den das ZDF spendierte, war ein großer, aber eben vermutlich auch ein teurer Spaß. Über den Studio-Standort hinaus gibt es noch weitere Neuerungen für den Fernsehzuschauer. Die wichtigsten Antworten zur WM im Fernsehen:

Das ARD-Team (hinten, v.l.): Gerhard Delling, Palina Rojinski, Matthias Opdenhövel, Julia Scharf, Alexander Bommes, Jessy Wellmer, (vorne) Thomas Hitzlsperger, Stefan Kuntz und Hannes Wolf Foto: Getty

Wer überträgt die Spiele? In diesem Jahr sind es drei Sender, die Spielen zeigen: ARD, ZDF und der Bezahlsender Sky. Die Öffentlich-Rechtlichen decken alle 64 Spiele des Endturniers in Russland ab. Bei Sky sind 25 Partien zu sehen, darunter das Eröffnungsspiel, zwei Halbfinals und das Finale in Moskau. Sky zeigt nie mehr als eine Partie pro Tag.

Wie haben sich ARD und ZDF die Spiele aufgeteilt? In der Vorrunde zeigen beide Sender jeweils 24 Spiele. Am letzten Gruppenspieltag laufen zwei Partien parallel, eine davon wird auf einem der Digitalsender gezeigt (One oder ZDF Info). Die ARD steigt mit dem Eröffnungs-

spiel Russland gegen Saudi-Arabien, das Tom Bartels kommentiert, ein. Bartels ist auch beim ersten deutschen ARD-Spiel gegen Schweden am 23. Juni am Mikrofon. Das ZDF zeigt die Duelle des DFB-Teams mit Mexiko (17. Juni, Kommentator Oliver Schmidt) und Südkorea (27. Juni, Kommentator Bela Réthy). In der K.o.-Phase überträgt das Erste ein mögliches Achtel- und Halbfinale mit Deutschland, das ZDF ein mögliches Viertelfinale sowie das Endspiel am 15. Juli (17 Uhr).

Was zeigt Sky? Insgesamt 25 Partien, die allesamt von Wolff Fuss kommentiert werden. Sky sendet täglich das Topspiel und dabei auch alle Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft. Der Pay-TV-Sender sendet in Ultra-HD.

Wer sind die WM-Experten? Die ARD hat einen spektakulären Zugang, der allerdings auf aufwändige Reisetätigkeit verzichtet. Das Erste bindet Ex-Nationalmannschaftskapi-

Die ersten Spiele Die ARD startet am 14. Juni mit der Berichterstattung von der WM. Das Erste überträgt das Eröffnungsspiel Russlands gegen Saudi-Arabien (17 Uhr). Von 15.10 Uhr an stimmt der Sender auf die WM ein. Das erste Gruppenspiel der Deutschen gegen Mexiko überträgt das ZDF (17. Juni, 17 Uhr): Das ZDF zeigt auch das Spiel gegen die Mannschaft aus Südkorea (27. Juni, 16 Uhr). Die ARD überträgt das Gruppenspiel gegen Schweden (23. Juni um 20 Uhr).

tän Philipp Lahm ein. Er wird direkt vom Tegernsee im neuen Format „Weltmeister im Gespräch“ zur Analyse bereit stehen. Mehmet Scholl ist nicht mehr dabei, dafür sind neben ExNationalspieler Thomas Hitzlsperger auch U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz und der ehemalige StuttgartTrainer Hannes Wolf als Experten vertreten. Alexander Bommes und Matthias Opdenhövel moderieren. Das ZDF setzt wieder auf Routiniers. So Oliver Kahn ist als Experte dabei. Der ehemalige Nationalmannschaftstorhüter hatte schon 2014 und 2016 gemeinsam mit Oliver Welke analysiert. Trainer Holger Stanislawski als Taktikexperte und Ex-Schiedsrichter Urs Meier komplettieren das Team

Ist überhaupt jemand vom Fernsehen in Russland?

Das Team des ZDF: Holger Stanislawski, Oliver Welke, Oliver Kahn, Jochen Breyer und Urs Meier (v.l.) Foto: Getty

Natürlich. Die Reporter sind bei den Spielen in den Stadien. Außerdem schickt die ARD Gerhard Delling und das ZDF Katrin Müller-Hohenstein nach Russland, die das Geschehen im Trainingscamp in Watutinki beobachten und mit der Mannschaft zu den Spielen reisen werden. mit dpa


36

WIRTSCHAFTSFAKTOR WM

Australien

Ägypten

Brasilien

Argentinien Belgien

England

Deutschland

Frankreich Kroatien

Iran

Nigeria

Die Ausrüster der Nationalmannschaften

10

Polen Portugal

Japan

12

Kolumbien Marokko

Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland

Saudi-Arabien

Mexiko

Russland

Südkorea Costa Rica

Schweden

New Balance

Spanien

Dänemark Hummel

Island

6 Schweiz

Erreà

Adidas rüstet die meisten Mannschaften bei der WM aus. Konkurrent Puma kommt auf vier. Grafik:Bertelmann

4

Panama

Senegal

New Balance

Peru Umbro

Tunesien Uhlsport

Uruguay

Serbien

DAS GESCHÄFT MIT DEN STREIFEN Die Fußball-WM in Russland ist für Sportartikelhersteller und Unternehmen eine gut Werbe-Plattform. Topsponsor ist Adidas, gefolgt von Nike und Puma. Doch das politische Klima drückt die Stimmung Wer an Adidas denkt, denkt an Stollenschuhe und Regen. Damals, 1954, hatte Adolf Dassler die Nationalmannschaft von Trainer Sepp Herberger mit seiner neuen Erfindung ausgerüstet. Gegen Ungarn regnete es – „Fritz-Walter-Wetter“. Dasslers Trick: Schraubstollenschuhe. Deutschland gewann 3:2 und wurde erstmals Weltmeister. Dank Siegtorschütze Helmut Rahn und auch dank Adolf Dassler. Ein Mythos war geboren.

Von Dominik Loth Das Unternehmen aus Herzogenaurach erlangte in Folge Weltruhm. 64 Jahre später, drei deutsche Weltmeistertitel später, rüstet Adidas noch immer die Nationalmannschaft aus – und mit ihr elf weitere Teams bei der Fußball-WM. Was diesmal anders ist?

Die Laune könnte vor der WM in Russland besser sein. Mit Blick auf das Turnier schlug Adidas-Chef Kasper Rorsted zuletzt zurückhaltende Töne an. „Der finanzielle Einfluss wird begrenzt sein“, erklärte der 56-Jährige, als er einen Zwischenbericht vorlegte. Hinter Adidas liegt ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017. Der Gesamtumsatz stieg um 15 Prozent auf 21,218 Milliarden Euro (2016 noch 18,483 Milliarden Euro). Doch ausgerechnet der Austragungsort der diesjährigen WM macht dem Unternehmen sorgen. Vor fünf Jahren machte der Umsatz in Russland noch ein Zehntel des weltweiten Umsatzes von Adidas aus. Doch mittlerweile sind diese Zahlen eingebrochen. Allein im Laufe des Jahres 2017 schrumpfte der Umsatz um 17 Prozent und macht nun nur noch drei Prozent aus.

Auch andere Unternehmen seien vor dieser WM zurückhaltender, beobachtet Professor André Bühler, Direktor des Deutschen Instituts für Sportmarketing. „Die Stimmung ist alles andere als euphorisch“, sagt der 42Jährige dieser Zeitung. „Das liegt zum einen an den vielen Skandalen der Fifa in den letzten Jahren, zum anderen aber auch am Austragungsort. Eine WM in Russland bietet halt nicht nur positive Schlagzeilen, sondern auch viele negative Themen wie beispielsweise die Menschenrechtsproblematik oder auch Doping.“ Auf Nachfrage betont Adidas: „Russland ist nach wie vor ein wichtiger

Markt für Adidas.“ Trotz der Umsatzeinbußen würde der Sportartikelhersteller auch dort in das Markenerlebnis der Konsumenten und in die Modernisierung der Shops investieren. Erst kürzlich verlängerte Adidas die Zusammenarbeit mit dem russischen Fußballverband RFS bis 2022. Damit werden auch künftig alle Teams des Verbandes mit den drei Streifen ausgestattet. Bei der WM sind es neben Deutschland auch der Weltmeister von 2010, Spanien und der aktuelle Vize-Weltmeister Argentinien.

James im KolumbienTrikot (Preis: 90 Euro). Foto: Twitter/adidasfootball


FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 2018

Mit diesen Mannschaften darf Adidas auch auf eine lange Markenpräsenz bei der WM in Russland hoffen. Jedes Weiterkommen steigert die Popularität der Teams und letztendlich auch die des Unternehmens. Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien konnte Adidas insgesamt acht Millionen Trikots verkaufen. Der Preis für ein Leibchen der deutschen Nationalmannschaft liegt derzeit bei rund 130 Euro. Adidas-Rivale Nike versucht ebenfalls in diesem Geschäftsfeld präsent zu sein. In Russland rüstet der USKonzern zehn Teams aus, darunter Europameister Portugal, Vize-Europameister Frankreich und Deutschlands Halbfinalgegner 2014, Brasilien. Der deutsche Adidas-Konkurrent Puma kommt nur auf vier Teams. Weil Italien sich nicht qualifizieren konnte, fiel ein Hochkaräter aus. Es bleiben Uruguay, Serben, Senegal und die Schweiz.

37

unserer Firmengeschichte form.“ Millionen Fans fiebern vor dem einen Umsatz von über vier Fernseher mit, manch einer möchte Milliarden Euro erzielt“, ergerne ein Trikot seines Idols erstehen klärte Puma-Chef Björn oder selbst mit einem WM-Ball spieGulden jüngst. Im Teamlen. Trotzdem werden bei negativen sport konnte Puma zwei Schlagzeilen Fragen aufgeworfen, wen weitere Klubs gewinnen. man da unterstützt. Neben Borussia Dortmund Topsponsor Adidas erklärt zu seiner und FC Arsenal wird das Rolle: „Die Fußball-Weltmeisterschaft Unternehmen ab der Saiist das größte Sportereignis der Welt son 2018/19 Ausrüster von und bietet die Chance, Milliarden von Frankreichs Antoine Griezmann läuft bei der WM in Olympique Marseille und Menschen ungeachtet ihrer Herkunft einem Puma-Schuh auf. Foto: Twitter@pumafootball Borussia Mönchengladoder Gesinnung zusammenzubringen bach sein. und für eine gemeinsame LeidenAdidas, Rudolf Dassler Puma. Einzige Bei der WM sind es nur vier Mannschaft, den Sport, zu begeistern. Dazu Verbindung: Herzogenaurach, wo schaften, trotzdem biete das Turnier beizutragen, steht für uns im Vordernoch heute beide Firmen ansässig „eine großartige Plattform, um Puma grund.“ sind. gemäß unserem Leitbild ,Forever FasDie nächste WM findet 2022 in KaVor der WM 2006 kamen Gerüchte ter’ als echte Sport- und Fußballmarke tar statt. Ebenfalls ein Austragungsauf, dass Rudolf Dassler die Stollenweiter zu stärken“, teilt das Unternehort, der politisch umstritten ist. schuhe erfunden hatte. Der Schuh, er men mit. „Wir erwarten ein hat auch beim Adidas-Konkurrenten zweistelliges Umsatzenorme Bedeutung. Er bildet den wachstum in der Kategorie Haupttreiber des Umsatzes. 2017 erTeamsport für 2018.“ zielten Schuhe einen Umsatzzuwachs Die Begeisterung könnte Der Streit mit Puma von 23,5 Prozent (fast zwei Millionen größer sein angesichts Wer an Puma denkt, denkt Euro). Bei der WM läuft etwa Frankeines Fußballereignisses, auch an Fußball, aber woreichs Antoine Griezmann mit das nur alle vier Jahre stattmöglich an eine ganz aneinem Puma-Schuh auf. Kosfindet. Der Weltverband dere Geschichte, als die tenpunkt für Fans: 300 Euro. Fifa hatte diesmal Schwiedes „Wunders von „2017 war ein sehr gutes rigkeiten, die MarketingpaBern“. Gegründet wurde Jahr für Puma. Wir sind um kete an den Mann zu brinPuma von Rudolf Dassler, 16 Prozent gewachsen und gen. Anfang Mai waren erst Michy Batshuayi im belgischen Auswärtstrikot von AdiFoto: Twitter@adidasfootball Bruder von Adolf Dassler. Gehaben zum ersten Mal in die Hälfte der Werbepart- das (rund 90 Euro). meinsam hatten sie vor dem nerschaften unterzeichnet. zweiten Weltkrieg die SchuhfabVor der Weltmeisterschaft in Brasilien Nike rüstet zehn WM-Teams rik „Gebrüder Dassler“ gegrünwaren zu diesem Zeitpunkt längst alle aus, auch mit diesem Schuh. det. Was erfolgreich begann, endeWerbepakete verkauft. Foto:Twitter/nikefootball te in Feindschaft und der GeburtsDie Ursache liegt zum einen in dem stunde zweier weltberühmter SportAustragungsort. Der Staatsdopingartikelhersteller. skandal hat ein schlechtes Licht auf In Kriegsgefangenschaft verdächdie Sportnation Russland geworfen. tigte Rudolf Dassler seinen Bruder, Aber es geht auch um die Annexion statt ihm zu helfen, seinen Einfluss im der Krim, um Russlands UnterstütUnternehmen auszubauen. Als Rudolf zung des syrischen Diktators Baschar Dassler frei kam, soll er seinen Bruder al-Assad, den Abschuss des Passagierdenunziert haben, Beide wurden festflugzeugs MH17 und den Giftanschlag genommen, verhört und später entlasauf den Ex-Spion Sergej Skripal. sen. Danach teilten sie das UnternehZum anderen steht die Fifa seit Jahmen auf: Adolf Dassler führte fortan ren wegen zahlreicher Korruptionsaffären in der Kritik, eine davon, die um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland. „Die Probleme bei der Fifa führen auch bei deren Sponsoren zu einem Imageproblem“, sagt André Bühler, „weil sie bei ihren eigenen Kunden und auch Mitarbeitern zusehends ein Fifa-Partner Adidas stellt bei Glaubwürdigkeits- sowie Rechtfertider WM auch den Spielball. gungsproblem für ihre Partnerschaft Foto: adidas mit dem Fußball-Weltverband bekommen.“ Eigene Regeln des guten Wirtschaftens würden es Unternehmen verbieten, „mit dubiosen Organisationen Geschäfte zu machen“, sagt der Sportmarketingexperte. Die Sponsoren würden in eine Zwickmühle geraten, denn: „Eine FußballWeltmeisterschaft bietet per se den sponsorenden UnterReal-Star Toni Kroos, Arsenal-Profi Mesut Özil und Bayerns Innenverteidiger Mats Humnehmen immer noch eine attrakmels posieren im Nationalmannschaftstrikot von Adidas (130 Euro) Foto: adidas tive globale Kommunikationsplatt-


38

WM-QUIZ

FRAGE 1

Die WM in Russland wird wieder ungewöhnliche Geschichten schreiben - so wie es bei den bisherigen Turnieren war. Kennen Sie sich in der WM-Geschichte aus? Machen Sie das Quiz. Den WM-Pokal gibt es seit 1974. Welches Land gewann ihn am häufigsten?

WISSEN SIE DAS? FRAGE 2

FRAGE 3

FRAGE 4

Brasilien Deutschland Italien

FRAGE 5

Nach wem wurde der erste WM-Pokal benannt?

Welcher Fußballspieler gewann drei WM-Titel?

Wer gab die Vorlage zu Gerd Müllers Siegtor im WM-Finale 1974?

Welcher Österreicher schoss Deutschland 1978 aus dem WM-Turnier?

Jules Verne

Beckenbauer

Heynckes

Prohaska

Jules Rimet

Pele

Bonhof

Krankl

Justus Jonas

Maradona

Grabowski

Pezzey

FRAGE 6

FRAGE 7

FRAGE 8

FRAGE 9

Wie viele WM-Tore hat der WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose erzielt?

Welche Nation wurde 1930 der erste FußballWeltmeister?

Welches Land durfte erstmals zum zweiten Mal eine WM austragen?

In welcher Stadt wurde Deutschland erstmals Weltmeister?

14 Tore

Brasilien

Deutschland

Zürich

16 Tore

Uruguay

Mexiko

Bern

18 Tore

Argentinien

Italien

Basel

FRAGE 10

FRAGE 11

FRAGE 12

FRAGE 13

Welche Rückennummer trug Johan Cruyff im Finale gegen Deutschland?

Wer wurde vor dem entscheidenden Elfmeter im WM-Finale 1990 gefoult?

In welcher Stadt schied Deutschland 2006 im WM-Halbfinale aus?

Welcher Deutsche schoss als einziger Tore in zwei WM-Endspielen?

10

Klinsmann

München

Rummenigge

14

Völler

Dortmund

Breitner

18

Littbarski

Gelsenkirchen

Müller

Alle 13 Antworten richtig: Weltklasse! 10 bis 12 richtig: Profi. 7 bis 9 richtig: Halbprofi. 4 bis 6 richtig: Amateur. 0 bis 3 richtig: Hammerwerfer. Fotos: DPA PA, Imago, HO

Auflösung: (1) Deutschland, (2) Jules Rimet, (3) Pele, (4) Bonhof, (5) Krankl, (6) 16 Tore, (7) Uruguay, (8) Mexiko, (9) Bern, (10) 14, (11) Völler, (12) Dortmund, (13) Breitner.


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