Bulletin 65 - November 2019 - DE Version

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November 2019

DAMIT EIN KIND AUFWACHSEN KANN, BRAUCHT ES EIN GANZES DORF. - AFRIKANISCHES SPRICHWORT

© FFL/ FAIRMED - P. Käser

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NEWSLETTE R

Fondation Follereau Luxembourg

151, Av. du Dix Septembre L-2551 Luxembourg

Tel: 44 66 06 1 | E-mail: info@ffl.lu

www.ffl.lu


EDITORIAL Wir können sie immer deutlicher hören, die Warnrufe der Klimatologen. Weitreichende Katastrophenszenarien zeichnen sich immer deutlicher ab und wir alle werden betroffen sein. Es ist klar, dass die Lösung, falls es sie gibt, ein globales Abkommen erfordert, bei dem jeder seinen Teil der Verpflichtungen nachgeht. Ein solches Abkommen würde wohl nicht zu halten sein, wenn am Ende nur ein Teil der Weltbevölkerung in menschenwürdigen Bedingungen weiterleben könnte. Und hier ist sie wieder, diese wirtschaftliche, die verhandelte Version der Solidarität, die Solidarität die sich auszahlt, weil sie auf einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Vorteilen und Nachteilen beruht. Diese Form der Solidarität ist die Rationale, die Notwendige aber nicht die Einzige. «Niemand hat das Recht, allein glücklich zu sein» (Raoul Follereau) ist die radikale, die nicht verhandelbare Definition der Solidarität. Sie verpflichtet den Einzelnen unabhängig davon, ob sein Einsatz sich in irgendeiner Weise für ihn bezahlt macht. Es gibt kein Entrinnen, jeder, der die Möglichkeit dazu hat sich einzubringen,

muss handeln. Die Werte unserer Zivilisation brauchen hier keine Basis eines profitablen Austausches um zu existieren. Sicher denken viele, dass diese Radikalität gut für Träumer, Utopisten ist. Man soll die Wirksamkeit einer selbstlosen Großzügigkeit nicht unterschätzen. Seit mehr als 50 Jahren erhält die Fondation Follereau tausende selbstloser Spenden und wir konnten damit sprichwörtlich Berge versetzen. Hunderttausende von Menschenleben wurden positiv verändert, Gesundheit, Würde und Wohlstand wurden in abgelegene Regionen gebracht. Diese radikale Solidarität, die die Würde eines Menschen in Afrika oder anderswo als nicht verhandelbaren Wert hinstellt, ist von enormer Wirksamkeit sowohl für das Glück des Spenders als auch für das Glück des Empfängers. Ob wir lieber über eine rational verhandelte Solidarität diskutieren oder die radikale Definition für uns beanspruchen, wir kommen in der Zukunft nicht umhin den Anderen als Teil unseres Schicksals, als Teil unseres Glücks anzunehmen. Jean Hilger Vorstandsvorsitzender

TEAM Conny Reichling, Aurélie Costantini, Nathalie Davila-Levy, Clémentine Gloire, Naristé Grün-Sonunbekova, David Thommes. VERWALTUNGSRAT Jean Hilger (Präsident), Julio Nerin (Vizepräsident), Brigitte Bontemps-Loschetter, Georges Keipes, Anne Majerus, Jean-Luc Pauly, Dr. Jean Smit, Marie-Thérèse Ney, Jos Hilger †. -2-


UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE PROJEKTE MIT HILFE EINER SPENDE

INHALTSVERZEICHNIS

IBAN LU38 0019 1100 2081 3000 (BCEELULL)

WIE?

WWW.FFL.LU

“Spenden an die Stiftung sind steuerlich absetzbar, sofern das Gesetz über gemeinnützige Einrichtungen dies vorsieht. Jeder Person oder Organisation wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt.” NARISTÉ GRÜN-SONUNBEKOVA Beauftragte für das Finanz- und Spendenmanagement finances@ffl.lu - 44 66 06 52

“Weil jeder Spender das Recht hat, zu wissen, wie sein Geld ausgegeben wird und ob es gut verwaltet wird.” -3-

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Wussten Sie?

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Die burkinischen Goldstandorte

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Kinderhandel in Benin

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Die Maison de l’Enfance

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Mind The Gap


DAVID THOMMES Bildungsbeauftragter “In der sogenannten „Agenda 2030“ haben die Vereinten Nationen im Herbst 2015 siebzehn „nachhaltige Entwicklungsziele“ (englisch: sustainable development goals – SDGs) beschlossen. Diese beschreiben, was gemeinsam bis 2030 erreicht werden soll: U. a. die Auslöschung von Armut und Hunger sowie die Verwirklichung einer Lebensweise überall auf der Welt im Einklang mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten. Die Projektarbeit sowie die pädagogischen Angebote der Fondation Follereau Luxembourg spiegeln sich heute innerhalb dieser Ziele wider. In diesem Zusammenhang bietet die Fondation Follereau Luxembourg Workshops für junge sowie erwachsene Menschen in Schulen oder außerschulischen Strukturen an, die aktive und partizipative Lernmethoden (u. a. Rollen- oder Simulationsspiele, Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten, Zukunftswerkstätten, Fragespiele, Medienvielfalt, Perspektivenwechsel, Recherchearbeit oder Projektunterricht) beinhalten.” Für jegliche Anfragen: presse@ffl.lu

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WUSSTEN SIE? CONNY REICHLING Geschäftsleiterin

Seit ihrer Gründung in den 1960ziger Jahren setzt sich die Fondation Follereau Luxembourg für Menschen ein, die an Lepra erkrankt sind. In den Interventionsgebieten der Stiftung, sowohl vergangene als auch in den aktuellen, trifft ein Krankheitsfall nicht nur den Kranken selbst, sondern eine ganze Familie. Besonders wenn die Mutter die Patientin ist. Demnach, und aufgrund der urpsrünglichen Mission der Stiftung, – sich gegen alle Formen der Ausgrenzung einzusetzen, war es folgerichtig, dass die Fondation Follereau ihre Aktivitäten auf die Betreuung und Begleitung von betroffenen Familien und besonders von Kindern, die durch die Abwehsenheit ihrer Eltern auf sich alleine gestellt sind, ausbaut. Nach und nach haben sich diese Aktivitäten in den Partnerländern der Fondation Follereau vervielfacht. Aufnahmezentren sowie Strukturen für Ausbildungen oder schulische Wiedereingliederung sind aufgebaut worden. Zum Beispiel hat die ERDA TECH Schule ihre Türen in Manila auf den Philippinen 1994 geöffnet, unter der Leitung von Pater Tritz und der Fondation Follereau. Diese Schule gibt 2.500 Straßenkindern von Manila, zwischen 12 und 18 Jahren, die Möglichkeit eine berufliche Ausbildung zu machen und so Aussicht auf eine bessere Zukunft zu haben.

1988

Seit 1988 unterstützt die Fondation Follereau ERDA, die sich für die Straßenkinder, die jeden Tag ihr Essen in den “smoky mountains” von Manila erbetteln müssen, einsetzt. Ein umfangreiches Projekt, dessen Modell sich im Laufe der Jahre auch in anderen Ländern bewährt hat, wie zum Beispiel im Projekt für Straßenkinder in der Region von Segou in Mali. Heute betreut die Fondation Follereau hauptsächlich Hilfsprojekte für Straßenkinder und Kinder in Not. Unterstützt durch lokale Partnerorganisationen, ist es ihr möglich jährlich mehr als 23.000 Kindern zu helfen.

LET KIDS BE KIDS 14 Projekte / 18,4% des Kooperationsbudgets mehr als 23.000 BEGÜNSTIGTE -5-


WELCHE ELTERN WOLLEN IHR KIND ZUM ARBEITEN IN DIE MINEN SCHICKEN? Keine. In Burkina Faso nicht mehr als anderswo. Aber in einem Land, in dem fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist die Versuchung aufgrund des Fehlens einer Alternative groß. CLÉMENTINE GLOIRE Projektverantwortliche Die prekäre Wirtschaftslage, die Schulgebühren und die Entfernung zu den Schulen zwingen manchmal die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, ihre Kinder in den Bergbausektor zu schicken, der nach der Landwirtschaft die zweitgrößte Exportquelle des Landes ist.

Kinder sind nicht nur hohen Risiken ausgesetzt, sondern auch vom Schulsystem ausgeschlossen und somit jeder Zukunftsperspektive beraubt.

Burkina Faso hat sich in wenigen Jahren zum viertgrößten Goldexporteur der Welt entwickelt. Die Explosion dieser Produktion hat zur Entstehung einiger Industriebergwerke geführt, vor allem aber zu vielen handwerklichen Bergwerken außerhalb der Kontrolle der Behörden, in denen die Arbeitsbedingungen nach wie vor sehr schwierig sind.

Im Rahmen der Bekämpfung von Kinderarbeit unterstützt die Stiftung ein Projekt in der Region Tougouri (siehe Karte unten) zur Betreuung junger Menschen aus Goldminen. Der Ansatz dieses Projekts ermöglicht es, den Jugendlichen Unterkunft und Zugang zur Berufsausbildung zu bekommen, aber auch die Öffentlichkeit für die Risiken der Kinderarbeit in Minen zu sensibilisieren.

Ausbeutung, Todesfälle im Zusammenhang mit Erdrutschen, sexueller Missbrauch, Krankheiten infolge von Umweltverschmutzung und mangelnder Vorsichtsmaßnahmen, Drogenkonsum zur “Steigerung der Ausdauer” von Gräbern... Der Goldrausch beeinträchtigt die Gesundheit und Zukunft von fast 10% der burkinischen Bevölkerung. Unter ihnen und trotz der Bemühungen der Regierung sollen fast 20.000 Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren in den Goldminen im ganzen Land* arbeiten. Diese

0

50

100

150km

NIGER

MALI TOUGOURI

OUAGADOUGOU

BENIN

ELFENBEINKÜSTE

TOGO

GHANA

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Obwohl vor Ort noch viel Arbeit zu leisten ist, können wir selbst auch handeln, indem wir uns weigern, Goldschmuck zu kaufen, der nicht als Fairtrade zertifiziert ist. Das Fair Mined-Label garantiert den Verbrauchern beispielsweise die Rückverfolgbarkeit von Gold aus dem handwerklichen Bergbau bis zum Veredler. Weiterhin garantiert ein solches Label Bedingungen, die die Menschenrechte und die Umwelt respektieren (einschließlich insbesondere das Verbots von Kinderarbeit). * Quelle : Unicef, 2010.


ARTIKEL 19 DER KINDERRECHTSKONVENTION

?

Das Kind muss vor allen Formen von Vernachlässigung, Grausamkeit und Ausbeutung geschützt werden und darf in keiner Weise dem Menschenhandel ausgesetzt sein. Das Kind darf erst dann zur Beschäftigung zugelassen werden, wenn es ein angemessenes Mindestalter erreicht hat; es darf in keinem Fall eine Beschäftigung aufnehmen, die seiner Gesundheit oder seiner Bildung abträglich ist und somit seine körperliche, geistige oder moralische Entwicklung behindert.

DIE AUGEN DES HERZENS Salamata, 14 Jahre alt Teilnehmerin des Förderungsprojektes für Kinder aus Goldgräbergebieten in der Gemeinde Tougouri (Burkina Faso) © FFL/ T. Winn

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

“Wir sind sechs Kinder in der Familie, drei Jungen und drei Mädchen. Mein Vater kümmert sich um die Herde und ich habe früher mit Mami in der Mine gearbeitet. Ich ging bis zur vierten Klasse zur Schule. Manchmal musste man die Klasse verlassen, um nebenher in der Mine ein wenig Geld dazu zu verdienen. Ich half meiner Mutter und trug Steine. Was mich am meisten erschreckt hat, waren die Krankheiten. Es gab Menschen, die sich nicht mehr bewegen konnten, die nicht mehr aufstehen konnten. Ich kenne den Namen dieser Krankheit nicht. Ich beschloss, allein hierher zu kommen, aber meine Mutter stimmte zu. Wissen ist kostbar. Wenn man viel weiß, bleibt man in den Köpfen der Menschen, auch nach seinem Tod. Mein Herz hat sich für den Modeschnitt entschieden. Ich mag Models sehr und eines Tages hoffe ich, solche Kleider herzustellen. Wenn du mich in 10 Jahren siehst, wirst du eine Frau in ihrer Werkstatt sehen, die für sich und ihre Familie sorgen kann. Ich mag das Lido-Spiel und Kartenspiele. Wenn ich spiele, wiederhole ich in meinem Kopf, was ich am Tag gelernt habe.”

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KAMPF GEGEN KINDERHANDEL NORDBENIN

60,8 Jahre

Lebenserwartung(2017)

In Benin engagiert sich die Fondation Follereau Luxembourg mit Hilfe ihres Partners R-FFL (Représentation formelle de la FFL) sowie der Verbände PIED und APEM im Kampf gegen Kinderhandel und für deren persönliche Entwicklung. 0

HDI* (Im Jahr 2017)

183/189

50

Nationale Kinderarbeitsquote (2017)

NIGER

100 150km

BURKINA FASO

42,0% Alter 5-17

BENIN DJOUGOU

ZIELGEBIET

PARAKOU

DJOUGOU

(GRENZEGEBIET ZU TOGO)

(GRENZEGEBIET ZU NIGERIA)

TOGO

PARAKOU

NIGERIA

GHANA

40%

COTONOU

PORTO-NOVO

Abnahmerate des Kinderhandels, innerhalb der Projekte von FFL (2018)

DIE HERAUSFORDERUNG? GEWÄHRLEISTUNG DER ACHTUNG DER GRUNDRECHTE VON KINDERN

zum Schutz von Kindern, indem Sie die R-FFL mit einer Spende im Namen der Fondation Follereau Luxembourg unterstützen.

IM 2018

140

Kinder wurden in Zentren aufgenommen

ENGAGIEREN SIE SICH MIT UNS

720

Kinder wurden mit Schulsets unterstützt

IBAN LU38 0019 1100 2081 3000 (BCEELULL)

50€ zur Finanzierung des Schulmaterials von 10 Kindern des Zentrums für einen Ausbildungsmonat.

* HDI: Human Development Index ** Quelle: undp.org -8-


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Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.

FRAGEN AN

KADDI KPANOU Direktor von R-FFL Was beinhaltet die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit?

Warum sind einkommensschaffende Maßnahmen wichtig?

Was sind bisher die größten Erfolge bei diesem Projekt?

Es sind Aktivitäten, die eine große Masse von Menschen zu verschiedenen Themen mobilisieren: Gesundheit, Schwangerschaft während der Schulzeit, sexuelle Gewalt, Kinderehe, Menschenhandel und wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern sowie die Kinderrechtskonvention. Diese Sensibilisierungskampagnen sind Informations-, Bildungs- und Massenkommunikationsmöglichkeiten für eine Verhaltensänderung innerhalb der Bevölkerung. Mit ihrer Hilfe sollen auch Könige und Herrscher, Dorfälteste und sonstige Meinungsmacher und Führer angesprochen werden. Sie sind auch dafür verantwortlich, die Bevölkerung zu sensibilisieren und Missbrauchsfälle zu melden und Sanktionen auszusprechen.

Einkommensschaffende Maßnahmen sind Aktivitäten, die die Kaufkraft von Frauen stärken. Durch diese Maßnahmen werden Frauen zunehmend finanziell unabhängig. Ihre Kinder können so von einer Mahlzeit profitieren, im Krankheitsfall behandelt werden, eine Schule besuchen, da ihre Mütter das Schulgeld zahlen können... Kinder aus diesen Frauenhaushalten werden besser betreut und erhalten eine angemessene Ausbildung.

• Mehr als 300 Kinder wurden vor Menschenhandel geschützt und in verschiedenen Berufen ausgebildet. • Alle durch das Projekt geschaffenen Kinderbetreuungseinrichtungen sind vom Staat anerkannt worden und zu Kindergärten geworden. • Die Einschulungsrate von Kinder aus Dörfern in den Projekten erhöhte sich um 30% und die Erfolgsrate dieser unterstützten Kinder liegt bei über 80%. • Dank der Einnahmen der einkommensschaffenden Maßnahmen, können die einzelnen Frauenselbsthilfegruppen aus den beteiligten Dörfern die grundlegenden Bedürfnisse ihrer Kinder sicherstellen.

© FFL/ P. Garrigos

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FÖRDERUNG DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN INTEGRATION VON STRASSENKINDERN IN BOUAKE

© FFL/ E. Grimée

TAGESABLAUF • 09.00: Beginn des Unterrichts • 10.00: Erholung (30 Minuten) • 11.45: Ende des Morgens • 12.15: Frühstück • 14.30: Wiederaufnahme des Unterrichts • 16.00: Ende des Unterrichts

In der Elfenbeinküste unterstützt die Stiftung die Maison de l’Enfance de Bouaké (MEB), das 1970 vom Ordensangehörigen von Saint-Vincent de Paul (RSVP) gegründet wurde und Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 22 Jahren von der Straße aufnimmt. Pater Ollo (links) ist verantwortlich:

Die Einrichtung empfängt junge Menschen aus ganz Côte d’Ivoire. Ein wahrer Reichtum ist die Vielfalt dieses Hauses. Menschlichkeit wird hervorgehoben. Wir sind alle Menschen mit menschlichen Werten, und wir müssen gemeinsam in einer Bewegung der Solidarität handeln. Es sind Kinder, die keinen Platz zum Leben haben - sie leben auf der Straße - oder ihre Lebensbedingungen lassen sie nicht gedeihen. Einige sind Opfer von Gewalt, andere werden abgelehnt, weil sie der Hexerei verdächtigt werden... Diese Kinder haben kein normales Lebensumfeld, deshalb empfangen wir sie im Zentrum. Wir kümmern uns auch um die Mediation, um das Bewusstsein ihrer Familien zu schärfen. Für viele führt das Gewicht bestimmter Traditionen dazu, dass sie ihre Kinder ablehnen.

© FFL/ E. Grimée

Im Leben braucht man immer jemanden um voranzukommen. Wir können alle jemandem helfen. Und ich denke, das ist es, was uns hilft, wirklich ein viel menschlicheres Leben in der Gesellschaft zu führen: zu wissen, dass das, was wir tun, jemanden retten kann. Ob es sein Leben ist oder ob es ihn in die richtige Richtung führt. Was auch immer die Aktion ist: Sie kann klein sein, aber eine viel größere Wirkung haben. - 10 -


© FFL/ E. Grimée

DIE HERAUSFORDERUNGEN NATHALIE DAVILA-LEVY Projektverantwortliche

“Das Problem der Straßenkinder ist universell. Dies ist ein Phänomen, dessen Ausmaß heute alles übersteigt, was man sich hätte vorstellen können. Es gibt viele Ursachen: Konflikte, Wirtschaftskrise, Familiensituation, extreme Armut... Die Maßnahmen, die ergriffen werden, um dieser Situation mit schwerwiegenden Folgen ein Ende zu setzen, sind sicherlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, tragen aber zum Schutz der Kinder bei. Die „Maison de l’Enfance de Bouaké“ ist eine Einrichtung dieser Art. In wenigen Jahren hat Pater Ollo trotz eines instabilen gesellschaftspolitischen Umfelds und begrenzter Ressourcen gezeigt, dass es mit großem Einsatz möglich ist, Ergebnisse zu erzielen. Die Elfenbeinküste zählt in der Tat zu den ärmsten Staaten Westafrikas. Seit 2009 unterstützt die Fondation Follereau Luxembourg das MEB, um die Lebensqualität seiner jungen Empfänger zu stärken. Es unterstützt präventive Maßnahmen wie z. B. die familiäre und sozio-professionelle Wiedereingliederung junger Menschen in schwierigen Situationen. Angesichts der Größe des Landes mag dieses einzelne Projekt relativ fruchtlos erscheinen. Aber die ansteigende Größenordnung des Projektes sowie der Relevanz noch so kleinster Erfolge sind Beweis genug.

Armut in allen ihren Formen und überall beenden.

2017 hat uns die MEB vorgeschlagen, eine einkommensschaffende Aktivität für ihre eigene Nachhaltigkeit zu entwickeln, nämlich den Anbau von Mais und Erdnüssen sowie eine Ziegenfarm.”

GUTE NACHRICHTEN! Am 23. Juli 2019 erhielt die „Maison de l’Enfance de Bouaké“ die Genehmigung des Innenministeriums: eine echte Bestätigung für die Zukunft dieses Projekts und eine Anerkennung für die Arbeit unserer lokalen Partner.

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MIND THE GAP

DIE DIGITALE KLUFT ÜBERBRÜCKEN Technologien finden sich überall in der menschlichen Sphäre wieder. Unter ihnen sind Computer und Internet die privilegierten Medien in den Bildungsund Lehreinrichtungen. Der Zugang zu diesen Tools vereinfacht sowohl das Lernen, die Alphabetisierung und Lehre, als auch den Zugang des afrikanischen Kontinents in eine sehr globalisierte Welt. Die Fondation Follereau hat 2011 das Projekt “Mind the Gap” ins Leben gerufen um so der digitalen Kluft zwischen Norden und Süden zu trotzen. Dieser digitale Graben nimmt einem Großteil der lokalen Bevölkerung den Zugang zu Information, zu Wissen und Netzwerken, als auch die Möglichkeit von der ICT Branche Gebrauch machen zu können. Viele Jugendliche haben keinen Zugang zu Kursen in Informatik zum Beispiel, obwohl diese in den Schulprogrammen vorgesehen sind, weil einfach das Material fehlt. Um gegen diese Situation vorzugehen, sammelt die Fondation Follereau einwandfrei funktionnierende Computer und anderes Hardware Zubehör bei luxemburger Firmen mit dem Ziel, sie in Schulen in ihren Partnerländern zu installieren. Seit 2011 sind somit mehr als 3.200 Computer in 280 Schulen aufgebaut worden und mehr als 40 000 Schüler konnten davon Nutzen ziehen.

Vielen herzlichen Dank an die Unternehmen, die dieses Projekt 2019 tatkräftig unterstützt haben: Computrade, Encevo, Le Foyer, Creos, Société Générale, Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat, EBRC und Streff, insbesondere AnneMarie De Hoef, die dieses Projekt möglich gemacht und die digitale Kluft für tausende Schüler im Bénin und im Togo überbrückt haben. Es gibt mehrere Arten und Weisen sich als Unternehmen zu beteiligen: • Kompetenzmäzenat • Sachleistungsmäzenat • Technologisches Mäzenat • Sponsoring Mind the Gap ist einerseits ein technologisches Mäzenatentum, andererseits aber auch Sponsoring. Tatsächslich muss, zusätzlich zum Sammeln von Material, dieses auch aufbewahrt und verschickt werden. Das Budget pro Container pro Land beläuft sich somit auf 15.000€. BETEILIGEN SIE SICH AN DIESEM PROJEKT: PRESSE@FFL.LU

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.

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