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Green CDE: Common Data Environment-Technologie für ein nachhaltiges Daten management
Green CDE: Common Data Environment-Technologie für ein nachhaltiges Datenmanagement
Bild 1.
Auf allen politischen Ebenen steigt aktuell der Druck auf Investoren, Bauherren und Planer, Gebäude zu entwickeln, die an den Nachhaltigkeitszielen der UN ausgerichtet sind. – Eine so arge wie bekannte Zahl: Das Bauen und Betreiben von Bauwerken verursacht weltweit über 40 % der klimaschädlichen CO2-Emissionen. Daher zielen neue politische Rahmenbedingungen wie beispielsweise die aktuelle Taxonomie-Verordnung der EU, die CO2-Bepreisung oder die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) darauf ab, die Ökobilanz von Bauprojekten zu verbessern und gleichzeitig den Energieverbrauch in der Betriebsphase zu reduzieren. Ganzheitliche Bewertungsansätze zur Nachhaltigkeit wie die Environmental Social Governance (ESG) bilden die Grundlage dafür, ob und wie die Unternehmensführung ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte beachten sollte.
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rung verursachen, ohne dass sie in Erkenntnisse oder in Unternehmenserfolg umgewandelt werden. Um das Potenzial der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können, müssen Unternehmen dafür sorgen, dass ihr Datenbestand nachhaltiger genutzt und gepflegt werden kann. Dabei steht der Einsatz von BIM im Mittelpunkt der Betrachtung. BIM-Modelle verbessern die Kommunikation aller Beteiligten über den gesamten Lebenszyklus – von der Vorentwurfsphase bis hin zu Bau, Betrieb und Recycling. Sie stellen sicher, dass alle Projektbeteiligte immer auf genau die Informationen zugreifen können, die sie benötigen, um kompetent zu handeln und – im Sinne der Nachhaltigkeit – gute Entscheidungen zu treffen. Das ist ein großer Vorteil, vor allem, weil bei der Entwicklung von ergonomischen, ökologischen, langlebigen und gleichzeitig bezahlbaren Gebäuden neue Zielkonflikte zu steuern sind.
Ein weiterer Vorteil von BIM ist die Maschinenlesbarkeit der Daten. Im Gegensatz zu 2D-Plänen sind Informationen in BIM-Modellen hoch strukturiert. Einmal erstellt, können sie über den gesamten Bauwerkslebenszyklus hinweg vielfältig genutzt werden.
Es wird geschätzt, dass es sich bei 70–90 % der von Unternehmen erfassten Daten um „dunkle Daten“ handelt. Das sind Daten, die unnötige Energiekosten für die Übertragung und Speicherung verursachen, ohne dass sie in Erkenntnisse oder in Unternehmenserfolg umgewandelt werden.
Ökologische Transformation in der Baubranche – ii –
Die Herausforderungen bei der Transformation der Immobilienwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit sind enorm und vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sowie der ambitionierten Klimaziele nur in Verbindung mit der Digitalisierung zu bewältigen. Dabei rückt auch das Datenmanagement im Bauwerkslebenszyklus in den Fokus des Interesses. Vielen Unternehmen der Immobilienbranche ist es nicht bewusst, wie viele Daten sie täglich erfassen oder wie sie diese besser nutzen können. Es wird geschätzt, dass es sich bei 70–90 % der von Unternehmen erfassten Daten um „dunkle Daten“ handelt. Das sind Daten, die unnötige Energiekosten für die Übertragung und Speiche-
Building Information Model Maintenance (BIMM) – Das Dilemma
Effektives und kontinuierliches Datenmanagement ist einer der grundlegenden Vorteile von BIM und gleichzeitig eine große organisatorische und technologische Herausforderung. Denn Datenverfügbarkeit, Datensouveränität und Langzeitpflege der Modelle müssen auch dann gewährleistet werden, wenn viele Softwareprodukte unterschiedlicher Hersteller im gleichen Projekt im Einsatz sind und sich Software und Modellziele im Laufe des langen Bauwerkslebenszyklus ändern.

Bild 2. 3D-Modell einer Turnhalle, Gymnasium in Marktoberdorf, Bayern.
Dabei steht die gesamte Baubranche vor einem Dilemma: Setzt sie beim Datenmanagement auf Closed BIM, also auf die Nutzung herstellerspezifischer Dateiformate, kann sie die Bauwerksmodelle kurzfristig verlustfrei pflegen. Dafür benötigt sie für jedes Modell spezifische Software und Experten, die diese bedienen können. Sie ist gefangen in den vielen Datensilos der Softwarehersteller und bekommt keinerlei Garantien, dass auf lange Sicht eine
Pflege der Daten gewährleistet ist. Setzt sie auf OPEN BIM, also auf die NutIn der Annahme, dass BIM-Modelle nach zung herstellerneutradem IFC-Export nicht mehr bearbeitbar sind ler Datenformate wie und die BIM-Anwendungsfälle in den fol- IFC, ist der langfristige genden 50 Jahren noch unbekannt sind, Zugriff auf die Modelle wird vom Bauherrn in der Planungsphase garantiert. Datenhalheute eine irrational hohe Informationstiefe tung und Datenververlangt und trotzdem verlieren ungepflegte arbeitung sind profesOPEN-BIM-Modelle mit der Zeit ihre Aktu- sionell getrennt. In der alität und ihren Wert. Annahme, dass BIMModelle nach dem IFC-
Export nicht mehr bearbeitbar sind und die BIM-Anwendungsfälle in den folgenden 50 Jahren noch unbekannt sind, wird vom Bauherrn in der Planungsphase heute eine irrational hohe Informationstiefe verlangt und trotzdem verlieren ungepflegte OPEN-BIM-Modelle mit der Zeit ihre Aktualität und ihren Wert.
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Next Level BIM – objektbasierte BIM-Datenbanken für den Digitalen Zwilling
Neueste CDE-Technologie löst das „BIMM-Dilemma“ und stellt zudem sicher, dass die Daten lange verfügbar sind und maximalen Mehrwert entfalten. Mit Bimplus hat ALLPLAN eine cloudbasierte Plattform entwickelt, die im Bereich des Modell-Managements bereits heute eine Technologie bereitstellt, die über das Konzept klassischer CDEs nach DIN Spec 91391 hinausgeht. Technologische Grundlage für die Plattform bildet eine Projektdatenbank, mit der geometrische und alphanumerische Informationen aller Einzelkomponenten des Bauwerks verwaltet werden. Das hochstrukturierte Datenmodell gewährleistet langfristig und höchste Datenqualität. Es ermöglicht ein performantes und dynamisches Informationsmanagement für transparente und reibungslose BIM-Prozesse – auch bei großen und hochattribuierten BIM-Modellen mit einer Vielzahl an Modellrevisionen.
Durch die zentrale Koordination und Visualisierung ergeben sich neben einer erhöhten Planungsqualität auch eine bessere Zusammenarbeit auf der Baustelle sowie umfassende Auswertungsmöglichkeiten, etwa zur Mengenermittlung oder der Bauzeitenplanung. Über ein integriertes Issue-Management werden Aufgaben modellbasiert lokalisiert, beschrieben, verwaltet und transparent kommuniziert. Das erleichtert das Beheben von Planungsfehlern und Baumängeln. Ergänzende Informationen wie Pläne, Fotos und Dokumente können revisionssicher verwaltet, mit den Gebäudekomponenten verlinkt und dokumentiert freigegeben werden.
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Systemoffenheit garantiert den Werterhalt der Bauwerksmodelle
Die herstellerneutrale IFC-Schnittstelle ermöglicht den filebasierten Upload von Fachmodellen aus jeder BIM-Software in die Cloud. Die leistungsfähige und moderne Programmierschnittstelle (Rest API) erlaubt Anwender:innen die Nutzung der Datenbank auf vielfältige Weise mit unterschiedlichen Softwareprodukten. Software und Cloud-Services lassen sich direkt mit der Datenbank verbinden, um Modelle neu zu strukturieren, zu analysieren, mit Information anzureichern oder mit externen Datenquellen zu verlinken. Dazu kann beispielsweise Excel genutzt werden oder die Facility-Management-Lösungen von Spacewell.
Die BIM-Datenbank optimiert Planungsprozesse durch ein effizientes Revisionsmanagement. Müssen bei den alten filebasierten CDEs zur Aktualisierung ganze Gebäudemodelle ausgetauscht werden, können mit Hilfe der BIM-Datenbank gezielt einzelne Bauteile oder Attribute ergänzt und gepflegt werden. Ein integriertes Prozessmanagement nach ISO 19650 ermöglicht ein fein abgestimmtes Freigabemanagement und bietet ein Koordinationsmodell, das jedem Planungsbeteiligten die für ihn relevanten Informationen liefert. In Bimplus entsteht kein weiteres

Bild 3. Nach den mehrfach schnellsten Kapseln für die Röhre baut das Team von TUM Hyperloop nun einen Prototyp in Echtgröße. (Abb./Fotos: 1 iStock; 2 Lattke Architekten; 3 TUM München)
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Datenmanagement für eine nachhaltige gebaute Umwelt
Langzeitnutzbarkeit und Datensouveränität von Bauwerksdaten werden zum zentralen Erfolgsfaktor für Unternehmen der BaubranLangzeitnutzbarkeit und Datensouveränität che, die den Wert ihres von Bauwerksdaten werden zum zentralen Datenschatzes erkenErfolgsfaktor für Unternehmen der Bau- nen und nutzen wolbranche, die den Wert ihres Datenschatzes len. Dabei setzen füherkennen und nutzen wollen. rende Unternehmen auf smarte OPEN-
BIM- Lösungen in der Cloud. Die Entscheidung für
Bimplus ist nicht nur der Beginn einer neuen Form der ortsungebundenen modellbasierten Zusammenarbeit, sondern die Geburtsstunde eines zukunftsfähigen Digitalen
Zwillings, der hilft, Nachhaltigkeit und Kreislauff ähigkeit von Gebäuden über den gesamten Bauwerkslebenszyklus hinweg sicherzustellen.
Das gilt auch für Bauwerke der Infrastruktur. Nachhaltige Mobilität ist nur möglich, wenn die Industrie hoch innovative Technologie zuliefern. Bereits bei der aktuell laufenden Entwicklung des 1:1-Prototypen der vakuumierten Tunnelröhre des Hyperloops setzen die Expert:innen der Technischen Universität München (TUM) München auf BIM. Sollte Hyperloop-Technologie für den Personentransport eines Tages Realität werden, sind Reisegeschwindigkeiten von bis zu 1000 km/h bei einem Energieverbrauch möglich, der nur die Hälfte von Hochgeschwindigkeitszügen beträgt.
Sollte Hyperloop-Technologie für den Personentransport eines Tages Realität werden, sind Reisegeschwindigkeiten von bis zu 1000 km/h bei einem Energieverbrauch möglich, der nur die Hälfte von Hochgeschwindigkeitszügen beträgt.
Stefan Kaufmann, Product Manager BIM and New Technologies, ALLPLAN
www.allplan.com

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2022 · 184 pages · 200 figures · 6 tables
Softcover ISBN 978-3-433-03337-1 € 69*
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