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Fokus Verkaufen und Präsentieren Material und Konstruktion: Swiss Lounges Zürich Interview mit Shigeru Ban

Zeitschrift für Innenraumgestaltung und Architektur Review of Interior Design and Architecture

inside


editorial

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Spiegelnde Oberflächen und geschwungene Formen für China, edel und langlebig anmu­ tende Materialien für Russland: Ippolito Fleitz haben die lokalen Marktmechanismen genau­ estens analysiert und daraus Retailkonzepte entwickelt, die maßgeschneidert im jeweiligen

Reflective surfaces and curved forms for

Kontext funktionieren. Dass man als Europäer

­China, noble and durable materials for Russia;

außerdem eine gehörige Portion psychologi­

Ippolito Fleitz carefully analyses local market

sches Gespür mitbringen muss, um in der

mechanisms and develops bespoke retail con­

­Lage zu sein, passgenaue gestalterische Kon­

cepts for each context. The fact that as Euro­

zepte für fremde Kulturkreise zu entwickeln,

peans we have to bring along a good portion

beschreibt Peter Ippolito in seinem Textbei­

of psychological intuition in order to be able

trag »Think Emotional, Act Local« (Seite 16).

to develop design concepts tailored to for­

Den praktischen Beleg für die große Bedeu­

eign cultures is described by Peter Ippolito in

tung regionaler Befindlichkeiten illustriert

his text “Think Emotional, Act Local“ (page 16).

der märchenhaft verspielte Auftritt des neuen

The practical proof of the importance of

Schmucklabels Dada mit einer Inszenierung,

­regional sensitivities is illustrated by the magi­

die die Sehnsüchte der im chinesischen Tur­

cally playful appearance of new jewellery label

bokapitalismus aufgewachsenen weiblichen

Dada and a scenography that perfectly serves

Käuferschichten perfekt bedient (Seite 22).

the desires of female buyers that grew up in

Natürlich werfen wir in der aktuellen Ausgabe

an era of Chinese turbo-capitalism (page 22).

von DETAIL inside auch einen Blick nach Ja­

As a matter of course we also look upon to

pan und Europa und zeigen Projektbeispiele,

­Japan and Europe; in this issue of DETAIL in­

die einen allgemein festzustellenden Retail­

side we show projects that represent a gener­

trend zu prägnanten Formen und einer durch­

al retail-trend towards concise forms and a

gängigen Materialsprache repräsentieren:

consistent material language. Grey terrazzo

Grauer Terrazzo dominiert die Oberflächen

dominates the surfaces of the David Chipper­

in den von David Chipperfield ausgestatteten

field designed flagship stores for fashion label

Flagshipstores für das Modelabel Valentino

Valentino (page 30) while a spruce wall ele­

(Seite 30). Ein Wandelement aus Fichtenholz

ment forms a focal point in the knife show­

dient als Blickfang im Ausstellungsraum der

room designed by Yusuke Seki (page 26) and

Messerschmiede Tadafusa (Seite 26). Präsen­

expanded metal display tables define the

tationstische aus Streckmetall bestimmen das

store design for Swedish fashion brand Mouli

minimalistische Storedesign für das schwedi­

(page 46). Together they provide a powerful

sche Modelabel Mouli (Seite 46). Zusammen

argument in favour of the minimalist use of

liefern sie ein schlagkräftiges Plädoyer für ei­

materials.

Redaktion: Christian Schittich (Chefredakteur) Peter Popp Sabine Drey (grafische Gestaltung) Redaktion Produkte: Dorothea Gehringer, Katja Reich Übersetzung englisch: Giovanna Dunmall Verlag und Redaktion: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG Hackerbrücke 6 80335 München Anzeigen: anzeigen@detail.de tel.: 089 381620 48 Vertrieb und Abonnement: detailabo@vertriebsunion.de tel.: 06123 9238-211 Einzelheft: € 18,90

nen sparsamen Einsatz der Mittel. 

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Peter Popp

editorial 3


inhalt content

projekte projects

magazin features

3 Editorial Peter Popp 6 Shigeru Ban Über Verantwortung Shigeru Ban On Responsibility Tim Westphal 10 Szenenwechsel Messedesign in Mailand Changing Scenes Exhibition Design in Milan Giovanna Dunmall

fokus verkaufen und präsentieren focus on retail and display

18 Think Emotional, Act Local: Retaildesign in China und Russland Think Emotional, Act Local: Retaildesign in China and Russia Peter Ippolito

24 Juwelierladen in Peking Jewellery Boutique in Beijing Ippolito Fleitz Group Identity Architects, Stuttgart 28 Ausstellungsraum einer Messerschmiede in Sanjō Knife Manufacturer’s Showroom in Sanjō Yusuke Seki, Tokio 32 Flagshipstores in Rom und New York Flagship Stores in Rome and New York David Chipperfield Architects, Mailand 38 Teeladen in Prag Tea Shop in Prague Studio Pha, Prag 42 Ausstellungsinstallation »Bunshi« in Tokio “Bunshi“ installation in Tokyo Emmanuelle Moureaux, architecture + design, Tokio

produkte products

48 Bekleidungsgeschäft in Stockholm Clothing Store in Stockholm Guise, Stockholm 52 Kosmetikladen in Singapur Cosmetics Boutique in Singapore Snøhetta, Oslo

material und konstruktion

project and process 56 Neu gedacht: Swiss Lounges Zürich New concept: Swiss Lounges Zurich Carmen und Urs Greutmann

68 Office Preview Orgatec 2016 73 Point of Sale (POS) Messe- und Ladenbau 74 Beleuchtung Dekorative Leuchten 76 Böden Teppiche, Designböden, Fliesen 79 Erschließung Innentüren, Treppen

44 Weinladen in Rotterdam Wine Shop in Rotterdam AAAN, Rotterdam

4 Inhalt

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Shigeru Ban Über Verantwortung Shigeru Ban On Responsibility

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Für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Planung von Notunterkünften in den Krisengebieten der Welt erhielt Shigeru Ban 2014 den Pritzker-Preis. Seine »Paper Log Houses« ­stehen beispielhaft für den bewussten Umgang mit Ressourcen. Ein Zwischenstopp auf dem Weg in die Erdbebenregion Ecuador führte ihn nach Zürich. Dort stellte er seine erste Möbelkollektion aus recycelbaren Materialien vor. DETAIL traf auf einen zurückhaltenden und ernsthaften Shigeru Ban. D

DETAILinside: In der Regel stellen Sie Möbel in sehr geringer Stückzahl her, die explizit für ein spezielles Gebäude entworfen werden. Die Zusammen­ arbeit mit dem Schweizer Hersteller wb form gibt Ihnen die Mög­lichkeit, für den Massenmarkt zu produzieren. Shigeru Ban: Eigentlich bin ich kein Möbeldesigner und ich verkaufe meine Entwürfe nicht an Unternehmen. Der Hersteller wb form ist an mich ­herangetreten. So entstand eine ­Möbelserie für die Carta Collection mit sieben Objekten aus natürlichen, ­biologisch abbaubaren Materialien: ­dünne, aneinandergereihte Kartonröhren, die mittels einer ausgefeilten Technik mit nur wenigen, nicht sichtbaren Schrauben auf einfachen Birkenholzgestellen angebracht werden. Als Baumaterial ist Karton unüblich. Sind die Röhren speziell behandelt? Die »Paper Tubes« kommen aus ­Japan, wo sie mit Urethanharz be­ handelt werden, um sie gegen Wasser und andere Witterungseinflüsse widerstandsfähig zu machen.

6 features

Unterscheidet sich Ihre Herangehensweise je nachdem, ob Sie Architektur oder Möbel entwerfen? Ich bin kein Architekt, der nach den neuesten Materialien oder Formen sucht — seit fast 30 Jahren verwende ich das gleiche Material und die gleiche Technik. Zwischen Möbeln und Häusern mache ich keinen Unterschied, es ist alles Architektur. Die unterschiedliche Größenordnung spielt keine Rolle. Ich finde es sogar komplizierter, Möbel zu bauen (lacht). Was ist für Sie von größerer Wichtigkeit, Ethik oder Ästhetik? Beides ist gleich wichtig. Ich gestalte schon immer lösungsorientiert. Ich entwickle eine Konstruktion und überprüfe ihre Funktionsfähigkeit. Die Proportion ist dabei von grundlegender Bedeutung: Ästhetik ist etwas Natürliches. Ethische Aspekte dagegen muss man bewusst erzeugen, für bestimmte Zwecke oder eine bestimmte Gesellschaft. Als ich Student war, haben wir die Architekten, die für die Gesell-

schaft arbeiteten, gar nicht wahrgenommen. Wir versuchten, Stararchitekten zu sein. Natürlich war mir von Anfang an bewusst, dass es wichtig ist, kein Material zu verschwenden, aber die Leidenschaft und die Bewegung der globalen Nachhaltigkeit ­kamen erst später. Kann man japanische DNA in Ihren Entwürfen und Möbeln finden? Ich habe nicht in Japan Architektur studiert, sondern an der Cooper Union in New York. Meine Herkunft hatte keinerlei Einfluss auf mein Studium. Ich weiß nicht, warum die Leute ­immer versuchen, meine Papierkon­ struktionen mit japanischer Tradition in Verbindung zu bringen. In Japan wurde Papier für Schiebewände verwendet, nicht für Gebäude oder als Kon­struktionsmaterial. Dennoch gibt es einen wichtigen Aspekt in meiner Arbeit, der mich mit japanischer Tradition verbindet: »Schwache« Materialien verwende ich immer im Original­ zustand, anstatt sie zu verstärken.

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A Shigeru Ban in seinem Büro in Paris B, E Miyake Design Studio Gallery (1994) Shibuya, Tokio C, D Sitzmöbel für die Carta Collection (2016) F Tamedia New Office Building (2013) Werdstraße 21, 8004 Zürich G Vin Sante Restaurant, N House (2016) 4 Chome-39-6 Daizawa, Setagaya, Tokio 155-0032

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­ artonröhren sind ein normales K ­Industriematerial. Man könnte Röhren herstellen, die viel stabiler sind, ­indem man zum Beispiel besseren Klebstoff verwendet. Aber ich glaube, das ist nicht nötig. Karton hat ungeahntes Potenzial: Theoretisch ist es möglich, aus diesem augenscheinlich nachgiebigen Material stabile und langlebige Gebäude zu errichten; ich bin generell sehr daran interessiert, wie wir Materialien dieser Art für Baukonstruk­tionen einsetzen können. In Bezug auf Gebäudestruktur und Konstruktion gibt es eine Person, die Sie besonders bewundern: Frei Otto. Von ihm bin ich weit mehr beeinflusst als von der japanischen Kultur. Er ist mein Vorbild seit meiner Studentenzeit. Frei Otto war immer darauf aus, wenig Material und wenig Energie zu verbrauchen. Für mich war er einer der großartigsten und unkonventionellsten Ingenieure überhaupt. Er glaubte immer an eine Ökonomie der Mittel. Sie beide haben den Pritzker-Preis gewonnen. Hat sich Ihre Arbeit seit der Auszeichnung verändert? Den Pritzker-Preis zu erhalten hat mich sehr überrascht. Ich wurde 2014 wegen meines weltweiten Einsatzes in Katastrophengebieten ausgewählt. Danach bekam ich viele Angebote, aber ich habe kein einziges angenommen. Ich möchte die Qualität stets selbst kontrollieren. Darum ist eines meiner größten Ziele, nichts zu verändern, mein kleines Büro zu behalten, alles selbst zu entwerfen und weiterhin in Krisengebieten zu arbeiten.

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Was tun Sie, wenn Sie erfahren, dass eine Katastrophe passiert ist? Ich versuche, so schnell wie möglich selbst vor Ort zu sein, um herauszufinden, was benötigt wird. Ich habe eine eigene NGO gegründet, das Voluntary Architects‘ Network. Ich kann deshalb viel schneller handeln, weil ich mich nicht mit der Landesregierung oder sonst jemandem abstimmen muss. In Katastrophengebieten profitieren die Mehrheiten meist stärker von der UNO. Deshalb versuchen wir, den Menschen zu helfen, die keine ­direkte Unterstützung bekommen. Ein weiterer Aspekt meiner Arbeit in Krisengebieten ist mein Buch, das alle Testdaten und Details beinhaltet, die ich erarbeitet habe. Es gibt kein ­Copyright auf diese Nothilfeprojekte, aber es ist absolut in Ordnung, sie zu kopieren, ich bin sogar froh darüber.

Sie arbeiten überall auf der Welt, ­aktuell in der Katastrophenregion ­Ecuador, wo Sie ein neues Hilfsprojekt initiiert haben. Ist es schwierig, den je­ weiligen Kontext vor Ort zu erfassen? Nein, ist es nicht. Es geht darum, lokale Materialien zu finden und die lokalen Besonderheiten zu erfassen. Ich weiß, dass es viele Unterschiede gibt, und wir versuchen, diese zu einem wichtigen Teil unserer Entwürfe zu machen, aber das Reisen ist auch sehr verbindend. Die lokalen Unterschiede sind in Europa genauso groß wie in Japan. Das Interview mit Shigeru Ban führte Tim Westphal im Mai 2016 in Zürich.

magazin 7


Think Emotional, Act Local: Retaildesign in China und Russland Think Emotional, Act Local: Retaildesign in China and Russia

Peter Ippolito studierte Architektur in Stutt­ gart und Chicago. 2002 gründete er gemeinsam mit Gunter Fleitz die Ippolito Fleitz Group. International bekannt wurde das multi­ disziplinäre Designstudio mit Innenarchitektur-, Kommuni­ kations- und Produktdesign­ projekten. studied architecture in Stutt­ gart and Chicago. He set up Ippolito Fleitz Group togeth­ er with Gunter Fleitz in 2002. Over the years this multi-dis­ ciplinary design studio has built up an impressive inter­ national reputation for its ­interior architecture, commu­ nication and product design projects.

Der Einzelhandel in China explodiert, folglich boomt das Interesse an erfolgreichem Retail­ design. Mit rasantem Tempo entsteht etwas ganz Großes: der zukünftig wichtigste Einzel­ handelsmarktplatz der Welt. Hingegen sucht Russland nach Beständigkeit. Russlands Läden spiegeln die Werte eines Landes wider, das die Phase des Wachstums weitgehend hinter sich gelassen hat, eine gesunde Mittelschicht besitzt und derzeit mit einer wirtschaftlichen Rezession zu kämpfen hat. Dennoch gilt für beide Märkte in der Umsetzung von Retail­ konzepten grundsätzlich das Gleiche: Um die ­Erwartungen der Kunden zu erfüllen, müssen Gestalter die fremde Kultur respektieren und trotzdem selbstbewusst die eigene Haltung vertreten.

nicht nur eine weltoffene Haltung Vorausset­ zung, sondern auch die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und bewährte Gewohnhei­ ten abzulegen. Denn wer im internationalen Ausland tätig ist, erkennt schnell, dass ein ­Kopieren westlicher Projektabläufe und Denk­ weisen nicht ausreicht und erst recht keinen Erfolg verspricht. Die veränderten Gegeben­ heiten in Gesellschaft, Märkten und Kunden­ bedürfnissen müssen analysiert und verstan­ den werden, um Parameter für ein erfolgrei­ ches Design zu formulieren. Der globale Trend in der Produktpräsentation, Verkaufsar­ gumente zu emotionalisieren und sie in Erleb­ niswelten einzubetten, gilt auch und gerade für China und Russland. Design hat nicht mehr nur die Aufgabe, zu begeistern und die Wert­ schöpfung zu erhöhen, vielmehr muss es Ex­ perience und Adventure kreieren — Geschich­ ten erzählen. Ohne ein umfangreiches Wissen über gesellschaftliche Eigenschaften und indi­ viduelle Bedürfnisse ist das unmöglich. Nach dem Niedergang des Kommunismus wird der Einzelhandel in Russland und China heute nicht nur durch die Ober-, sondern auch durch eine breite Mittelschicht geprägt. Beide Kulturen orientieren sich am Lifestyle des Westens — was nach langen Zeiten eines Lebens in Uniformen und dem damit verbun­ denen fehlenden Stilbewusstsein auch nicht verwunderlich ist. Und: In beiden Ländern hat ein Generationswechsel bei den Konsumen­ ten stattgefunden. Der ersten Generation ging es besonders im Luxusbereich um das Zur­ schaustellen des eigenen Wohlstands. Die zweite Generation dagegen ist mit den Sym­ bolen des Reichtums vertraut. Ihr Umgang mit Luxus ist viel subtiler. Die Themen sind nicht mehr Image und Status, sondern Geschmack und eigener Style.

Emotionalisierung realer Verkaufsargumente Europäisches Engagement in Ländern wie China und Russland geschieht in einem Span­ nungsfeld zweier bedeutender und selbstbe­ wusster Kulturkreise. Für die Begegnung ist

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18  focus on retail and display

Chinas Sehnsucht Junge Chinesinnen Mitte zwanzig beispiels­ weise sind geprägt durch die Phase der EinKind-Politik ihres Landes. Sie suchen nach ­Erholung und Belohnung von dem auf ihnen ­lastenden privaten und beruflichen Druck. ­Ihre Eltern haben viel investiert und aufge­ geben, um ihnen eine bessere Zukunft zu ­ermöglichen. Jedoch findet ihr Leben meist in hektischen, überfüllten und verschmutzten Metropolen statt. Ihr Arbeitspensum ist enorm. Die Sehnsucht, sich Gutes zu tun und zu belohnen, wächst.

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The exploding retail sector in China leads to a booming interest in a successful retail design. The most important retail marketplace of the future has come into being at lightning speed. By contrast, Russia’s boutiques reflect the val­ ues of a country that has left the growth phase largely behind, has a healthy middle class and is currently struggling with an economic reces­ sion. Nevertheless the same applies to both countries when it comes to implementing re­ tail concepts; in order to meet customers’ ex­ pectations, designers have to respect the local culture while presenting their own approach with confidence. Emotionalising selling points European engagement in countries like China and Russia takes place in the tension areas ­between two major and significant cultural groups. A precondition for the encounter is

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a cosmopolitan attitude but also the willing­ ness to try new things and discard old habits. After all, anyone who has been active abroad knows that copying Western processes and ways of thinking is not enough, and above all, it’s no guarantee of success. The global trend to emotionalise selling points in product pres­ entation and embed them in a world of expe­ rience also, and especially, applies to China and Russia. Design no longer has just the task to inspire and increase value, but it rather needs to create adventures — and tell stories. After the fall of communism the retail sectors in Russia and China have been influenced not only by the upper classes but also by a huge middle class. Both cultures aspire to Western lifestyles, something that after a lifetime of uni­ forms is hardly surprising. In both countries, a generational change among consumers has occurred. For the first generation it was

A, B »Blooming Emotions«: Die Räume der chinesischen Schmuckmarke »Keer« sind überzogen mit Reliefs von Blütenranken. Dazwischen werden die Motive der Wer­ bekampagne in hinterleuch­ teten Smartframes gezeigt. Keer Jewellery, Peking 2015 Design: Ippolito Fleitz Group, Stuttgart A, B “Blooming emotions“: The store premises of the Chinese jewellery brand Keer are filled with reliefs of flow­ ering vines. Amongst them backlit smart frames show themes from the company’s advertising campaign. Keer Jewellery, Beijing 2015 Design: Ippolito Fleitz Group, Stuttgart

fokus verkaufen und präsentieren  19


Weinladen in Rotterdam Wine Shop in Rotterdam

Bauherr / Client: Bruderer Property, Zwijndrecht www.brudererproperty.nl Architekten und Innen­ architekten / Architects and interior designers: AAAN, Rotterdam www.aaan.nl Projektleiter / Project architect: Luuk Stoltenborg, Rik de Ruiter Lasercutting: NOV‘82, Rotterdam www.nov82.nl Generalunternehmer / General contractor: Woodwave, Rotterdam www.woodwave.nl Standort / Location: Wijn aan de Kade, Admiraliteitskade 80 NL–3063 Rotterdam

44 projects

Die zuletzt als Werkstatt und Zeichenatelier genutzten Räume eines verklinkerten Giebel­ baus am Kaiufer mussten komplett entkernt werden. Die niedrige Decke mit der opaken Lichtkuppel im hinteren Gebäudeteil ersetzten AAAN durch ein höher sitzendes großflächi­ ges Oberlicht. Die Freilegung der bis dato ­geschlossenen Kellerräume lieferte eine zu­ sätzliche Etage. So entstand auf einer Fläche von 200 Quadratmetern ein klar strukturierter geräumiger Laden mit Fokus auf der Präsenta­ tion von über 300 verschiedenen Weinen. Die Verteilung der Bereiche Verkauf und Ver­ kostung auf verschiedenen Leveln ermöglich­ te — entgegen der strengen niederländischen ­Auflagen — beide Funktionen, ohne weitere Abgrenzungen im selben Raum stattfinden zu lassen. Die beiden durchlaufenden vertäfelten Wän­ de haben es in sich: Versteckte Einbauschrän­ ke dienen der Lagerung von Weinkisten; in der Wand sitzende, nur aufgrund der Beschlä­ ge erkennbare Türen erschließen weitere Ne­ benräume und Büros. Die ursprüngliche Idee einer Wandvertäfelung aus alten Weinkisten mussten die Architekten wegen des zu großen Beschaffungsaufwandes und der stark vari­ ierenden Formate und Holzarten verwerfen. Sie entschieden sich, die 2100 Eichenholz­ paneele in einem einheitlichen Format von 29 ≈ 18 Zentimetern mit den Logos von 60 Weinmarken lasergravieren zu lassen. Die Eichenholzplatten der Verkostungstische er­ hielten Gravuren mit den Karten der wichtigs­ ten Weinregionen. Um das Hauptaugenmerk auf den Holzflächen zu belassen, kamen für die weitere Ausstattung unauffällige Materia­ lien und Farben zum Einsatz: weißer Gips, grauer Epoxid, schwarzer Stahl. Die Rückwän­ de der Regalnischen und der Kellerboden ­offenbaren klinkerne Reminiszenzen an den Baubestand aus dem 19. Jahrhundert. In Kom­ bination mit dem von beiden Gebäudeseiten einfallenden Tageslicht schaffen indirekte Lichtquellen in Decken und Schaukästen durchgehend helle Räume. Eher dunkel da­ gegen ist die Lichtstimmung im Keller — nötig wegen der Lagerung der kostbaren Flaschen. Sämtliche Einbauten und Möbel sind selbst entworfen, akzentuiert durch ein paar Eames Chairs und zwei von Robotern gewebten UFO-Lampen. FLK

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Schnitt Gebäude Maßstab 1:500 Section building scale 1:500

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projekte 45


This new Rotterdam wine store is located in a gabled brick shipyard building overlooking a quay. Last used as a workshop the interiors had to be completely gutted. The low ceiling and opaque domed roof-light at the back of the building were replaced with a much taller and extensive skylight. Opening up the sub­ terranean basement delivered an additional storey. The 200 sqm space is now a clearly de­ fined and spacious shop where the focus is on the display of 300 different wines. By having the retail and tasting areas on different floors the architects were able to overcome strict Dutch regulations regarding the distribution of these two areas within the same space. The two panelled continuous walls contain hidden built-in cabinets for storing wine boxes and doors identified only by their fittings that lead on to additional offices. The architects had to discard their original idea of creating wall panels out of old wine cases because of the strong variations in sizes and types of

Schnitte, Grundrisse Maßstab 1:200 1 2 3 4 5 6 7 8

Foyer Verkauf Lager Weinkeller Küche Bar Verkostung Büro

Sections, floor plans scale 1:200 1 2 3 4 5 6 7 8

Foyer Retail zone Storage Wine cellar Kitchen Bar Tasting area Office

wood. They decided instead to use 2,100 oak panels measuring 29 x 18 cm, approximately the size of a wine case, and laser engrave them with the labels of 60 different brands. The timber tabletops in the tasting area are ­also etched with maps of the world’s most ­important wine regions. So that the main focus is on the wood the other colours and materials used — white plaster, grey epoxy and blackpainted steel — are unobtrusive. The rear walls of the alcove cut-outs and cellar floors reveal the brickwork of the existing 19th century structure. The combination of daylight stream­ ing in from either side of the building and ­indirect artificial lighting in the ceilings and display niches creates consistently bright spaces. In contrast the lighting in the cellar is much dimmer, a necessity given the rare and precious vintages stored in this space. All the fittings and furniture are custom designed and accentuated by a couple of Eames chairs and two UFO-lamps woven by robots.

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1. Obergeschoss   First floor

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a Erdgeschoss   Ground floor

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Ansicht, Schnitt Einbaumöbel Maßstab 1:25   1 E  inbauschrank für 20 Weinkisten: Eichenpaneel 6 mm MDF schwarz 18 mm   2 Stahlrahmentisch mit ­Eichenplatte, graviert mit Karten von Wein­ regionen   3 Träger Pinie schwarz 280/100 mm   4 LED-Spot 3000 K, schwarz   5 Blende Eiche 6 mm   6 Einbauschrank für 6 Weinkisten: Eichenpaneel 6 mm MDF schwarz 18 mm   7 Flaschenhalterung ­Stahlbügel Ø 10 mm   8 Klinkerwand Bestand schwarz gesprüht   9 Theke Sperrholz schwarz: Schublade mit Eichen­ holzblende 18 mm 10 Epoxidboden mit Poly­ urethanbeschichtung grau Elevation, section built-in furniture scale 1:25  1 b  uilt-in cabinet for 20 wine boxes: 6 mm oak panel 18 mm black MDF   2 steel-framed table with oak top engraved with maps of wine regions   3 280/100 mm black pine joists   4 3000 K LED-spot, black   5 6 mm oak screen   6 built-in cabinet for 6 wine boxes: 6 mm oak panel 18 mm black MDF   7 Ø 10 mm steel wine rack   8 existing brick wall, spray painted black   9 black plywood counter: drawer with 18 mm oak screen 10 epoxy floor with a grey polyurethane coating

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projekte 47


Neu gedacht: Swiss Lounges Zürich New concept: Swiss Lounges Zurich

Carmen und Urs Greutmann gründeten 1984 das Design­ studio Greutmann Bolzern. Seit mehr als 30 Jahren ent­ wickeln sie erfolgreich Pro­ jekte an der Schnittstelle von Design und Architektur. Seit 2003 teilen sie sich eine Pro­ fessur für Produktgestaltung an der Akademie der Bilden­ den Künste in München. founded the Greutmann Bolzern Design Studio in 1984. For more than 30 years they have successfully devel­ oped projects that lie at the intersection of design and ­architecture. Since 2003 they have shared a product design professorship at the Academy of Fine Arts in Munich. A Lageplan Flughafen Zürich Site plan Zurich Airport B Gestaltungsgrundlagen der Swiss: »Wir sind klassisch, aber nicht konservativ, mate­ rialbewusst, aber nicht ver­ schwenderisch. Wir sind auf­ geräumt, aber nicht steril, hochwertig, aber nicht ver­ snobt. Wir sind gepflegt, aber nicht auffallend, stilbe­ wusst, aber nicht trendig. Wir legen Wert auf natürliche Materialien, ­Aufgeräumtheit und hohe Ver­arbeitungs­ qualität.«

Dock E

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Der Flughafen Zürich ist der größte Flughafen der Schweiz und Homebase der schweizeri­ schen Fluggesellschaft: Swiss International Air Lines bedient weltweit 102 Destinationen in 46 Ländern. Obschon eine Tochtergesell­ schaft der Lufthansa, versteht sich Swiss als na­ tionale Fluggesellschaft der Schweiz und steht für deren Werte. Durch ihre überschaubare Größe ist es der Fluggesellschaft möglich, ihre Gäste individuell zu betreuen. Über eine Milli­ on Passagiere nutzen jedes Jahr die unter­ schiedlichen Lounges am Flughafen Zürich. Über deren Zutrittsberechtigung entscheiden sowohl die Reiseklasse (First / Business Class) als auch ihr Status (HON, Senator, Star Alli­ ance Gold). Für die Fluggesellschaften sind genau diese Kunden besonders wichtig. Dem­ entsprechend sollen die Lounges — möglichst abseits vom hektischen Flughafenbetrieb — Komfort, Ruhe und Entspannung bieten. Aufgabe In einem geladenen Ideenwettbewerb stellte die Fluggesellschaft Swiss die Aufgabe, an ih­ rem Heimatflughafen neue, räumlich getrenn­ te Lounges für die Business, Senator und First Class im dritten Stock des Midfield Terminals (Dock E) zu konzipieren (A). Sie suchte nach Lösungen, die sich an aktuellen Ansprüchen und der steigenden Erwartungshaltung des Kunden orientieren. Die neu erworbenen, im Rohbauzustand übernommenen Räumlich­ keiten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Abfluggates zahlreicher Langstrecken­ destinationen sowie aller Flüge in die USA. ­Einen großen Teil der Gäste bilden auch Transferpassagiere, die sich auf der Durch­ reise befinden. Bis dato war Swiss an diesem wichtigen Standort im Midfield Terminal nicht mit einer eigenen Lounge präsent. Leitbild und Corporate Identity Lounges repräsentieren das Premiumprodukt der Fluggesellschaften am Boden. Weil das »Grundprodukt« Fliegen austauschbar ist, ­gewinnen Zusatzleistungen wie Design und formale Differenzierung enorm an Bedeutung. Markenwerte und Image des Unternehmens müssen sich räumlich manifestieren und im Raumerlebnis präsent sein. Bei der nationalen Fluggesellschaft der Schweiz werden Her­ kunft, Qualität und individueller Service groß­ geschrieben. Entsprechend sollen diese Wer­ te in das Design einfließen.

56  materials and construction

­ lementare Grundlage für die Gestaltung der E Lounges sind zudem Markenwerte und das Architektur- und Designleitbild der Swiss (B). Die von Greutmann Bolzern Designstudio konzipierten Räume vereinen typische Ele­ mente der Corporate Identity mit einem Archi­ tektur- und Designkonzept, das entspannte Wohnlichkeit vermittelt. Eine zentrale Rolle spielen vor allem die Materialien: Sie sollen natürlich sein und eine gewisse Wärme aus­ strahlen. Dabei dominiert Holz in verschiede­ nen Tönen. In Kombination mit Echtholzfurnie­ ren eröffnen Holz und Holzwerkstoffe ein rie­ siges Spektrum an Möglichkeiten in puncto ­Dimensionierung und Formfindung. So ist es möglich, mit einem durchgängigen Material sehr viele Funktionen und Aufgaben zu ge­ stalten. Entsprechend den Markenwerten der Swiss ist hohe Qualität auch bezüglich der Verarbeitung gefordert. Das Ambiente soll hochwertig, aber nicht protzig daherkommen, gleichzeitig aber nicht steril und von der Stan­ ge wirken, sondern ein lebendiges und natür­ liches Gesamtbild ergeben, das für alle Gäste verständlich und ansprechend ist. Bei der Entwicklung der Möbel sowie der ­Einrichtung hat man bewusst mit Schweizer Herstellern gearbeitet. Die von Greutmann Bolzern entworfenen Sessel wurden in Zusam­ menarbeit mit de Sede entwickelt, die Relax­ sessel sowie weitere Sitzgelegenheiten mit Girsberger. Die restlichen Möbel stammen aus dem Hause Vitra: Klassische Stücke har­ monieren hier mit dem modernen Interieur. Multi-Space-Konzept Mit ihrem Verhaltens- und Funktionsmix aus Warten, Arbeiten, Entspannen und Essen er­ lebt man die räumlichen Auswirkungen eines offenen Raumkonzepts praktisch in jeder Air­ port Lounge — meistens in gedrängter Form, sowohl zeitlich wie räumlich. Für die neuen Swiss Lounges wurde auf einer Gesamtfläche von 3300 Quadratmetern ein Multi-SpaceKonzept entwickelt, das sich auch auf andere Standorte übertragen lässt. Innerhalb der un­ terschiedlichen Klassen wurden offene, flie­ ßende Räume kreiert, die sich bei Bedarf von­ einander abtrennen oder — im Bereich First Class Lounge — an neue Gegebenheiten an­ passen lassen. Das Konzept orientiert sich an der bestehenden Struktur der Räume. Die ­Betonkerne sind in ihrer Materialität belassen. Die raumhohen, über das ganze Gebäude

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Senator Lounge

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Business Class Lounge

First Class Lounge

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Zurich Airport is Switzerland’s largest airport and the home base for Swiss International Air Lines, which serves 102 destinations in 46 countries worldwide. Swiss sees itself as the national airline of Switzerland and stands for values such as provenance, quality and ­individualised service. The airline launched an invited ideas competition and tasked archi­ tects to come up with designs for new sepa­ rate lounges for their Business, Senator and First Classes located on the third floor of ­Zurich airport’s (A) Midfield Terminal (Dock E). The aim was to look for solutions that responded to current demands and the rising expec­ tations of the customers. Up until this point Swiss didn’t have any of its own lounges in this important location. Greutmann Bolzern Design Studio designed the spaces to com­ bine typical corporate identity elements with

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an ­architecture and design concept that con­ veys relaxed cosiness. Materials played a cen­ tral role and had to be natural and exude a certain warmth. Timber dominates in different tones. Wood, real wood veneers and other composite woods boards were combined to create a huge range of options in terms of size and form-finding. This opened up the possibil­ ity to use a continuous material to fulfil several different functions and tasks. A multi-space concept was developed over an area of 3,300 sqm that can easily be replicated in other locations. Within the different classes open flowing spaces were created that can be separated from one another. The full-height wraparound glazing determines the organisa­ tion of the interiors while fixtures and furniture take on a structuring role and indicate the dif­ ferent functions of the respective areas.

Grundriss (Dock E, 3. OG) Maßstab 1:1000 Floor plan (Dock E, 3rd floor) scale 1:1000 1 W  elcome Area (D) (Senator Lounge, Business Class Lounge) 2 Whiskey Club 28/10 (F, G) 3 Boulevard Lounge (E) 4 Front Cooking / Bistro 5 Work Lounge (H) 6 Relax Area 7 Welcome Area (First Class Lounge) 8 Bar / American Diner (C, I)

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Schnitt Whiskey Club Maßstab 1:20

Section Whiskey Club scale 1:20

1 Spanplatte beschichtet schwarz hochglanzlackiert 8 mm Stabsperrholz 22 mm MDF 19 mm 2 Stahlblech schwarz lackiert 2 mm, geklebt Stabsperrholz kunstharz­ belegt schwarz supermatt 21 mm 3 LED-Lichtband umlaufend geklebt auf Flachprofil Aluminium, geschraubt 4 Wand- und Deckenfront: HDF-Platte 3 mm auf MDF weiß matt lackiert 19 mm 5 LED-Profilleuchte

1 8  mm laminated chip­ board, black high-gloss finish 22 mm lumber-core plywood 19 mm MDF 2 2 mm sheet steel, black finish, glued 21 mm lumber-core ­plywood, resin-coated, black super matt 3 circular LED strip light, glued on aluminium flat, bolted connection 4 wall and ceiling finish: 3 mm HDF panel on 19 mm MDF, white matt finish 5 LED profile luminaire

60  materials and construction

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Office Preview Orgatec 2016

Konferenz im Kokon Der Arbeitsplatz der Gegenwart bringt zwei wesentliche Eigenschaften mit: zum einen lädt er dazu ein, möglichst viel Zeit daran zu verbringen, und markiert den fließenden Übergang zwischen Arbeits- und restlicher Lebenszeit mit bequemen, wohnlich gestalteten Möbeln. Zum anderen gilt es, die perfekte Mischung aus Offenheit und Rückzug zu finden. Arbeitsbereiche werden heutzutage nicht durch Wände getrennt, sondern möglichst durch klug konzipierte Möbel zoniert. All das vereint die Serie »Greta High Backrest« des türkischen De­ signlabels für Objektmöbel Nurus. Im lässigen Retro-Look entworfen vom Designteam Nurus D Lab, umfasst sie Sessel sowie Zwei- und Dreisitzer, die entweder freistehen oder über Medienwände zu Sitzgruppen verbunden werden können. Schallschluckende Bezüge in verschiedenen Farben ­machen das Möbel ideal für Besprechungssituationen. Nurus TR–34330 Istanbul www.nurus.com

Form folgt Arbeitnehmer Flexibilität und Mobilität sind Anforderungen, die aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken sind. Die Gestaltung der zugehörigen, physischen Arbeitsumgebung reagiert auf immer wieder neue Weise. Konstantin Grcic entwarf für Vitra ein Möbelsystem, das in mehrfacher Hinsicht Lösungen bietet. Es lässt sich individuell mit Tischplatten in Sitz- oder Stehhöhe bzw. wahlweise mit einem Sofa ausstatten, bei Bedarf zur flachen Kiste zusammenklappen und, um dem Temporären noch mehr Rechnung zu tragen, schlichtweg auch mieten.

»Hack« heißt das System, das durch seinen rohen Industrial Look den Nerv der Zeit auch gestalterisch trifft. Dazu nimmt Vitra ein brandneues Office-Designprodukt in sein Repertoire auf: der »AM Chair« von Alberta Meda, der auf der diesjährigen Orgatec Premiere feiert, bringt ergonomische Funktionen in Form höhenverstell­ barer Rücken- und dynamischer Armlehnen mit. Vitra International AG CH–4127 Birsfelden www.vitra.com

Fließende Formen Ein neues Stuhl- und Tischprogramm entwarf das Designteam jehs & laub pünktlich zur neuen Orgatec für den Hersteller Wilkhahn. Die Serie »Occo« umfasst einen Drehstuhl mit charakteristischer Aussparung in der Rückenund Seitenpartie, der Sitzkomfort und ästhetische Ansprüche bedient. Dazu passt ein Tisch in der gleichen Formensprache. Zahlreiche Gestellformen, Materialien und Farben geben gestalterischen Freiraum. Wilkhahn, Wilkening+Hahne GmbH+Co. KG DE–31848 Bad Münder www.wilkhahn.de

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Ergonomie 2.0

Beistelltisch mit Mehrwert

Da bekanntlich Bewegung am Arbeitsplatz nicht schadet, wurden nun ein Bürostuhl samt App entwickelt, die spürbar daran erinnern, einfach mal aufzustehen. Dazu gibt es, nicht etwa aus dem Telefon, sondern aus dem Stuhl »BMA Axia Smart Active« von Scandinavian Business Seating ein Vibrationssignal.

Die stoffbespannte Säule »SkyLine« wirkt wie ein unscheinbares Raumelement und dient vorzugsweise als Ablage oder Sockel für Büropflanzen und Dekoration. Ganz nebenbei bringt sie aber auch besondere schallabsorbierende Eigenschaften mit, was in kleinen oder glasgehüllten Räumen ohne akustisch wirksame Wand- und Deckenflächen ein Plus ist.

Scandinavian Business Seating GmbH DE–40221 Düsseldorf www.sbseating.com

SONATECH GmbH + Co. KG DE–87781 Ungerhausen www.sonatech.de

Staffelei für Geistreiche Flipcharts müssen nicht zwangsläufig den Charakter einer guten Büro-Innenarchitektur zerstören. Roomours Kommunikationstools hat einige ­Modelle im Programm, die diese mitunter sogar aufwerten. Die pulverbeschichteten Metallpaneele sind in ­verschiedenen Farben erhältlich, beschreibbar oder mit Papierblöcken bestückbar. Das Stativ aus geöltem ­Eichenholz gibt es als fixen Tripod oder vierbeinig auf Rollen. ANZEIGE

Bild: Klöber

Hersteller-News

Struppler GmbH DE–81541 München www.roomours.de

Einfach gut sitzen Ergonomie, Funktionalität und Ästhetik: Der Neuzugang des Bürostuhlspezialisten Klöber vereint in der Grundausstattung alles, worauf es bei einem hochwertigen Bürostuhl ankommt. Mit nur drei Bedienelementen lassen sich die wichtigsten Funktionen einstellen, alles andere erledigt eine speziell entwickelte Automatikmechanik. Gemeinsam mit dem individuell wählbaren Farbkonzept ist er bestens ausgestattet, um zum Liebling am Arbeitsplatz zu werden. www.kloeber.com

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Kunstvolle Schallschlucker Dekoration mit akustischer Wirkung liefert das junge Designlabel Movis aus Berlin. Das Unternehmen entwickelt Wandobjekte, die aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit und Form den Geräuschpegel im Raum signifikant reduzieren. Die Funktion der schallabsorbierenden Elemente wird zusammen mit einem Forschungsteam der TU Berlin kontinuierlich weiterentwickelt. Optisch entsprechen die Modelle ihren Namen: »Square«, »Twister«, »MoreDots«, »Leaves« oder »SunSet« heißen die farbenfrohen Wand­ figuren. Movis GmbH & Co. KG DE–10965 Berlin www.movis-design.com

Geometrielehre für die Mittelzone Ein sechseckiges Sitzmöbel und ein dreieckiger Hochtisch erweitern die Produktfamilie »hoc« von Brunner. Das Design ermöglicht eine beliebige Kombination und Konfiguration der einzelnen Objekte, sodass individuelle Möbellandschaften kreiert werden können. Cafeterien, Bürolounges oder Wartezonen gewinnen an Aufenthaltsqualität. Brunner GmbH DE–77866 Rheinau www.brunner-group.com

Alle Produktinformationen Office sind redak­tionell ­ausgewählt und bearbeitet von Sabina Strambu.

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Fokus Verkaufen und Präsentieren Material und Konstruktion: Swiss Lounges Zürich Interview mit Shigeru Ban

Zeitschrift für Innenraumgestaltung und Architektur Review of Interior Design and Architecture

inside Abbildungsnachweis Fotos ohne Nennung sind Archi­ tekten­aufnahmen, Werk­fotos oder stammen aus dem Archiv DETAIL Seite 3, 18, 19, 20 unten, 23–27: Shuhe Architectural Photography, Peking Seite 5, 6 oben Mitte, 7 oben links, 7 unten, 8 oben: Hiroyuki Hirai Seite 6 oben links: Joel Saget/AFP/gettyimages Seite 6 oben rechts, 6 unten: wb form Seite 7 oben rechts: Didier Boy de la Tour, Paris Seite 8 unten: Nobutake Omote Seite 9 links: Shigeru Ban Architects Voluntary ­Architects’ Network Seite 9 rechts: Shigeru Ban Architects Seite 11: HAY Seite 12: CasaVitra at Fuorisalone, Foto: Eduar­ do Perez © Vitra (www.vitra.com) Seite 14 oben links: Lyndon Neri/Neri & Hu Seite 14 oben rechts: Pedro Pegenaute, Pamplona Seite 14 unten: Patricia Parinejad, Berlin Seite 17, 20 oben: Ippolito Fleitz Goup Identity Architects, Stuttgart Seite 21, 22: Zooey Braun, Stuttgart Seite 28–31: Takumi Ota, Tokio Seite 32–37: Santi Caleca, Mailand Seite 38–41: Filip Šlapal, Prag Seite 42, 43, 65: © WFJA2016, design: emmanuelle moureaux. Foto: Daisuke Shima (Nacasa & Partners) Seite 44/45, 46, 47: Sebastian van Damme, Rotterdam Seite 48–51: Brendan Austin, Stockholm Seite 52–54: Wai Kay Photography, Singapur Seite 55, 57–62: Valentin Jeck, Zürich Seite 64: Greutmann Bolzern Designstudio, Zürich Seite 70 unten Mitte: Andreas Körner, Stuttgart Seite 77 rechts: Studio Bouroullec, Paris Seite 79 oben rechts: Bernadette Grimmenstein, Hamburg

Impressum Cover, Editorial dada Jewellery in Tokio Ippolito Fleitz Group Identity Architects, Stuttgart Ganzseitige Aufnahmen Seite 5: Miyake Design Studio in Tokio Shigeru Ban, Tokio Seite 17: Bolon Eyewear in Shanghai Ippolito Fleitz Group Identity Architects, Stuttgart Seite 23: dada Jewellery in Tokio Ippolito Fleitz Group Identity Architects, Stuttgart Seite 55: Swiss Lounges Zürich Greutmann Bolzern Designstudio, ­Zürich Seite 65: Ausstellungsinstallation »Bunshi« Emmanuelle Moureaux architecture + design, Tokio

∂ inside Zeitschrift für Innenraumgestaltung und Architektur Verlag: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG, Hackerbrücke 6, 80335 München Tel. (089) 38 16 20-0, Fax (089) 38 16 20-66 Internet: http:// www.detail.de Postanschrift: Postfach 20 10 54, 80010 München Persönlich haftende Gesellschafterin: Institut für internationale ArchitekturDokumentation Verwaltungs-GmbH, München, eine 100 %-ige Tochter der ATEC Business Information GmbH. Kommanditistin (100 %): ATEC Busi­ ness Information GmbH, München. Geschäftsführung: Karin Lang Redaktion DETAIL inside: (Anschrift wie Verlag, Telefon Durchwahl -84, E-Mail: redaktion@detail.de): Christian Schittich (Chefredakteur, V. i. S. d. P.,), Sabine Drey, Peter Popp (PP), Jakob Schoof (JS), Edith Walter Johanna Christiansen, Florian Köhler (FLK), ­Andreas ­Ordon (AO), ­Hartmut ­Raendchen (HR) (freie Mitarbeit) Michaela Linder, Maria Remter (Assistenz) Dejanira Ornelas Bitterer, Marion Griese (MG), Simon Kramer, Emese M. Köszegi (Zeichnungen) Ralph Donhauser (freie Mitarbeit) Herstellung /DTP: Peter Gensmantel (Leitung), Cornelia Kohn, Andrea Linke, Roswitha Siegler, Simone Soesters Übersetzungen englisch: Giovanna Dunmall Redaktion Produktinformation: Dorothea Gehringer, Katja Reich Tel. (089) 38 16 20-0 Verkauf und Marketing Claudia Langert (Verlagsleitung, V. i. S. d. P.) Medialeistungen und Beratung: Annett Köberlein (Leitung), DW -49 Anzeigendisposition: Claudia Wach (Leitung), DW -24 Tel. (089) 38 16 20-0 Meike Weber, Senior Vice President / Business Developement Vertrieb und Marketing: Kristina Weiss (Leitung) Irene Schweiger (Vertrieb), Tel. (089) 38 16 20-37 Auslieferung an den Handel: VU Verlagsunion KG Meßberg 1, 20086 Hamburg Abonnementverwaltung und Adressänderungen: Vertriebsunion Meynen, Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel. (0 61 23) 92 38-211, Fax: -212 detailabo@vertriebsunion.de

DETAIL inside erscheint zweimal jährlich DETAIL inside ist über den DETAIL Online Shop erhältlich: www.detail.de/shop DETAIL inside Einzelheft: € 18,90 /  CHF 28,– / £ 13,60 / US$ 24,50 DETAIL inside Abonnement: 2 Ausgaben inkl. Versand: Inland € 34,90 Ausland: € 37,90/CHF 58,50 /£ 26,– / US$ 51,50 Abonnement DETAIL 10 Ausgaben und zusätzlich 6 Sonderhefte: Inland: € 184,– Ausland: € 184,– / CHF 251,– / £ 125,– / US$ 239,– Für Studenten: Inland: € 97,– Ausland: € 97,– / CHF 137,– / £ 69,– / US$ 126,– Ausland zzgl. MWSt, falls zutreffend Alle Preise verstehen sich zuzüglich Versandkosten. Abonnements sind 6 Wochen vor Ablauf kündbar. Konto für Abonnementzahlungen: Deutsche Bank München BLZ 700 700 10 · Konto 193 180 700 IBAN: DE24700700100193180700 SWIFT: DEUTDEMM Alle Rechte vorbehalten. Für unverlangte Manuskripte und ­Fotos wird nicht gehaftet. Nachdruck nur mit Genehmigung. Für Vollstän­ digkeit und Richtigkeit aller Beiträge wird keine ­Gewähr übernommen. Repro: ludwig:media, Schillerstraße 10 A–5700 Zell am See Druck: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co.KG Augsburger Straße 722, 70329 Stuttgart Bei Nichtbelieferung ohne Verschul­ den des Verlages oder infolge von Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag. Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 48 © 2016 für alle Beiträge, soweit nicht ­anders angegeben bei Institut für internationale ArchitekturDokumentation GmbH & Co.KG Dieses Heft ist auf chlorfrei­ gebleichtem Papier gedruckt. Die Beiträge in DETAIL inside sind ­urheberrechtlich geschützt. Eine Ver­ wertung dieser Beiträge oder von ­Teilen davon (z. B. Zeichnungen) sind auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetz­lichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. ­Zuwiderhandlungen unterliegen den Straf­bestimmungen des Urheber­ rechts.

inside 02/2016 (English)  

inside 02/2016 – special topic "Selling and Presenting" with these projects among others: Jewellery Boutique in Beijing, Knife Manufacturer’...

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