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Sonderdruck aus Natur+Umwelt 1-2011 www.bundnaturschutz.de

Der Wolf ist wieder da

Kein M채rchen


er Wolf ist eines unserer bekanntesten Tiere, ihn kennt jedes Kind. Wirklich? Oder meinen wir, wenn wir Wolf sagen, nicht den Bösen aus dem Märchen, der das Rotkäpp­ chen frisst? Der Wolf war hundert Jahre weg, aus­ gerottet in Bayern 1882. Keiner von uns hat je eine Wolfsspur auf bayerischem Boden gesehen oder gar ein Haus- oder Nutztier gegen den Hunger des Beutegreifers schüt­ zen müssen. Woher sollen wir also wissen, wer und wie er wirklich ist? Jetzt ist der Wolf wieder da. Im Mangfall­ gebirge, meist in der Gegend um Rotwand und Bayerischzell, unternimmt ein einzelnes Männchen seit Ende 2009 seine Streifzüge. Es frisst Rehe, Hirsche und Schafe. Der Wolf muss wieder weg, tönt es da gleich aus dem Oberland. Schafhalter fürch­ ten um ihre Lämmer, Jäger um sichere Beute. Und mancher vielleicht gar um das Leben der Kinder. Aber ist da nicht wieder das blutrünstige Märchentier gemeint? Wenn wir dem wirk­ lichen Wolf fair begegnen wollen, dann müssen wir uralte, ins kollektive Gedächtnis eingegrabene Vorurteile durch Fakten er­ setzen. Natur+Umwelt möchte dabei helfen. Erleben Sie mit uns eines der faszinierends­ ten Tiere unserer Heimat. Manfred Gößwald, leitender Redakteur

Der Wolf ist wieder da

Foto: Stephan [C]

Foto: Essler [C]

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Kein Märchen


Foto: Lindel [C]

Natur + Umwelt BN-Magazin »Sonderdruck Wolf« April 2011 

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Nicht schießen – informieren, diskutieren, Lösungen finden

Foto: Essler [C]

Der Wolf gehört zu Bayern

Nun ist er also da, der »bayeri­ sche Wolf«. Doch obwohl er unter strengem Schutz steht, wünschen ihm manche das gleiche Schicksal wie im Jahr 2006 dem Bären »Bruno«, für den sein ­Besuch im Freistaat tödlich endete. Woher kommt diese Ablehnung, und wie kann ein ­Zusammenleben von Wolf und Mensch funk­tionieren?

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eboren wird er vermutlich im Frühjahr 2007 in den Südalpen, inmitten steiler Gebirgswälder. Zwei Jahre lebt er dort in seiner Familie, bald hilft er den Eltern bei der Aufzucht der

jüngeren Geschwister. 2009 aber drängen ihn die Eltern und sein Instinkt, die Großfamilie zu verlassen. Zweijährige müssen wandern, Platz machen für die Welpen und selbst einen Partner suchen. Hunderte, gar tausend Kilometer zu wandern, ist für einen jungen Wolf wie ihn nichts Außer­gewöhnliches. Er schlägt eine nördliche Route durch den Alpenbogen ein und wandert im Schutz von Gebirgskämmen und Wäldern, überquert schwarze, lärmende Einschnitte in der Landschaft und umgeht nachts helle Bereiche. Im Dezember 2009 überschreitet er, ohne es zu wissen, eine Ländergrenze, es ist schon die dritte. Wälder, Tagesverstecke und Nahrung gibt es wie in seiner ursprünglichen Heimat reichlich. Was er nicht weiß: Es ist ein anderes Land. Seine Mahlzeiten werden hier sofort auf Speichelreste untersucht, wandern in Labore, ein Betreuernetz wird alarmiert, ministerielle Arbeitsgruppen eingerichtet, Journalisten spitzen die Stifte, Fernsehteams machen sich auf. Schäfer und Politiker werden nervös, man holt einen seit drei Jahren fertigen »Managementplan Wolf« aus der Schublade. Der Wolf ist in eine für ihn attraktive Gegend gekommen. Schafe stehen Tag und Nacht unbeaufsichtigt auf übersichtlichen Freiflächen, die man

Foto: Kopp [C]

Almen nennt. Im Winter sperren die Menschen die Hirsche in Gatter, ein Fleisch-Supermarkt für einen Wolf, mit freiem Eintritt und ohne Kassen. Die Menschen dieses Landes lieben ihre Hunde, allesamt Wolfsabkömmlinge. Werden sie auch den Wolf hier leben lassen?


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in Vorgänger hatte es vor Jahren nicht geschafft: »Verkehrsunfall mit Hund bei Starnberg« hieß es im Mai 2006. Selbst als eine Genprobe bestätigte, dass es sich um einen aus der Nähe von Nizza zugewanderten Wolf handelte, wurde das Verkehrsopfer von den Poli­ tikern ein halbes Jahr lang geheim gehalten. Just zur selben Zeit befand sich ein weiterer Einwanderer aus Norditalien im Land – der Bär Bruno. In diesem me­ dialen Ausnahmezustand wollte die Regierung ihren Bürgern nicht noch ein weiteres »Raubtier« zumuten. Der überfahrene Wolf war übrigens wahrscheinlich schon drei Monate in Bayern, niemand hatte es mit­ bekommen. Der Wolf ist in ein Land gekommen, in dem einige Nutztierhalter und Politiker vor Ort hartnäckig behaupten, es sei kein Platz für bestimmte wilde Lebewesen: zu viele Landnutzer, zu viele Schafe, zu viele Touristen. Sie sagen das auch beim Luchs, beim Biber, beim Fischotter. Der Wolf kam in ein Land, dessen Bewohner von Tierfilmen begeistert sind und in ihrem Urlaub weltweit gerne die letzten Flecken Wildnis entdecken. Doch dieses zuviel an »Wildnis«, sei ihnen nicht zuzumuten, meinen die Politiker. Dabei sind Wölfe eigentlich gar keine Botschafter der Wildnis. Sie können aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit fast überall leben – in der vom Menschen geprägten Kulturlandschaft ebenso wie in der Wildnis. Anders hätten sie das Zusammenleben mit dem »Megaraubtier« Mensch nicht seit Zehntausenden von Jahren überstanden.

Ein echter Europäer

In Europa gibt es heute bis zu 20 000 Wölfe, die meisten davon in Russland und Osteuropa, aber auch in Skandinavien, in der Schweiz, Italien, Österreich, Frankreich und Spanien. In Deutschland leben in Sachsen und Brandenburg mittlerweile sechs Rudel und zwei Wolfspaare mit insgesamt bis zu 50 Tieren; ihre Vorfahren sind seit 1996 aus Polen eingewandert. Bereits in acht Bundesländern wurden inzwischen Wölfe nachgewiesen, außer bei den genannten Rudeln meist Einzeltiere. Dass zuerst einzelne Tiere auftauchen, ist typisch. Im Alter von etwa zwei Jahren werden Wölfe aus ihrem Rudel, also ihrer Großfamilie, gedrängt. Ein Wolfsrudel besteht aus dem Elternpaar und den Nachkommen der letzten zwei Jahre und nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen, aus einzelnen Tieren, die sich als Jagdmeute zusammentun. Wölfe bekommen jährlich in der Regel zwei bis sieben Junge, so dass ein Rudel aus fünf bis über zehn Wölfen besteht.

Auf Wanderschaft

Um ein eigenes Revier zu finden und ein Rudel zu gründen, wandern Jungwölfe extrem weit, der bayerische Wolf etwa aus den italienischen Südalpen über das schweizerische Graubünden und Tirol nach Bayern – genetische Nachweise bestätigten seine »Reiseroute«. Im Oktober 2010 wurde in Tirol ein Wolf nachgewiesen, der vermutlich aus dem Baltikum eingewandert ist, das sind über tausend Kilometer. Ob er dabei

auch durch Bayern kam, ist unbekannt. Doch eines ist sicher: Künftig werden immer wieder und vielleicht immer öfter Wölfe zu uns kommen (s. Seite 10). Das wird oftmals still und heimlich geschehen. Der bayerische Wolf etwa wurde bisher erst ein einziges mal sicher gesehen. Und die einzigen Fotos stammen aus einer Fotofalle, in die er am 15. November an einer Rehwildfütterung bei Thiersee knapp hinter der österreichischen Grenze lief. Nur mithilfe von Genanalysen an Kotproben und Speichelspuren konnte der Wolf auch in Bayern eindeutig nachgewiesen und auch als Männchen (Rüde) identifiziert werden. Oft erkennt man erst durch Verkehrsunfälle, dass ein Wolf da war – neben dem illegalen Abschuss eine der häufigsten Todesursachen für Wölfe in Deutschland.

Mythen und Märchen

Wölfe sind wie Hunde vor allem Fleischfresser. Sie sind auf keine bestimmten Tierarten spezialisiert, sondern jagen, was in ihrem Revier lebt. Und da kommen wir zum Problem: Ein Wolf unterscheidet nicht zwischen Wild- und Nutztier, er sucht sich die am einfachsten zu jagende Nahrung. Das sind überwiegend junge, alte oder schwache Wildtiere, aber eben auch die problemlos zu erlegenden Schafe. Diese haben so gut wie keinen Fluchtinstinkt mehr und stehen im oberbayerischen Gebirge unbewacht auf den Almen. Und der Wolf weiß leider nicht, dass sie im Gegensatz zu den Wildtieren jemandem gehören (s. Seite 12). Angedichtet wurde dem »Mangfall-Wolf« bereits alles mögliche: Es kursierten Horrorgeschichten, wonach er sogar Rinder gerissen oder »zu Es heißt: Tode erschreckt« habe. Beweise? FehlHungrige Wölfe greifen auch anzeige. Ebenfalls wurde behauptet, Menschen an. dass Kinder gefährdet seien. Eines Falsch! Der Mensch gehört nicht aber fressen Wölfe ganz sicher nicht: ins Beuteschema des Wolfs. Die Menschen, egal welchen Alters. Der Tiere meiden den direkten Kontakt Mensch gehört nicht ins Beuteschema mit Menschen (s. Seite 10). des Wolfs (s. Seite 10). Vielmehr meidet der Wolf den Kontakt zu Menschen – auch dann, wenn er sich auf der Suche nach leicht erreichbarer Nahrung menschlichen Siedlungen nähert. Dies geschieht vor allem nachts, wenn keine Menschen unterwegs sind. Diese Scheu vor dem Menschen ist auch der jahrhundertelangen intensiven Bejagung geschuldet. Trotzdem wird immer wieder die Angst vor dem Wolf geschürt. Sogar einen Namen gibt es für diese Polemik: das »Rotkäppchen-Syndrom«, abgeleitet vom gleichnamigen Märchen, in dem der Wolf nicht nur die Großmutter, sondern die Enkelin gleich mit frisst. Aber das ist eben nur ein Märchen.

Spielball der Interessen?

Die vom Wolf tatsächlich oder vermeintlich Betroffenen sind Landwirte, Jäger und vor allem Schäfer. Wichtige Interessensgruppen also und im Idealfall Partner des Naturschutzes. Aber dürfen ihre Interessen auch über das Vorkommen oder die Rückkehr von Tierarten bestimmen? Sollen einzelne Interessengruppen für ein ganzes Land mit 12,5 Millionen Bürgern festlegen kön-

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nen, dass der gesamte bayerische Alpenraum, wie vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern gefordert, »eine No-Go-Area« für Wölfe sein soll? Entgegen allen gesellschaftlichen Zielen für mehr Natur in diesem Land und entgegen allen gesetzlichen Verpflichtungen?

Foto: Koerner

Farbe bekennen!

Erkundungstour Ein sechs Wochen alter Welpe aus dem Milkeler Rudel in der Lausitz entdeckt die Welt.

Umgekehrt können natürlich auch andere Interessengruppen nicht einfach festlegen, dass Bayern Wolfsland zu sein hat. Aber es gibt Gesetze. Sie schützen den Wolf streng und machen Bayern damit automatisch zum Wolfsland, sobald die Tiere zurückkehren. Das freut uns Naturschützer natürlich, aber das alleine genügt nicht. Wir brauchen Akzeptanz. Für den Wolf und für die Argumente der jeweils »anderen Seite«. Denn ohne diese zu verstehen, kommen wir nicht zu einem Konsens, zu einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung. Und die muss das Ziel sein.

Ein Plan für den Wolf

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Foto: Gößwald

Um Konflikte abzumildern, Lösungen zu finden und einen vernünftigen Umgang mit dem Wolf und den anderen großen Beutegreifern Bär und Luchs zu erreichen, gibt es in Bayern die Steuerungs- und Arbeitsgruppe »Große Beutegreifer«. Sie hat sich nach dem Abschuss des Bären »Bruno« im Jahr 2006 beim bayerischen Umweltministerium gebildet. In der Arbeitsgruppe sitzen alle an einem Tisch: Naturschützer und -nutzer, von Umweltverbänden über Schafhalter und Berufsjäger bis hin zu den Behörden. Hier werden unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Interessen in regelmäßigen Sitzungen Managementpläne für die Beutegreifer erstellt. Auch für den Wolf gibt es einen solchen Plan; er muss nun wegen des ersten

Foto: Roggenthin

Die Autoren Christian Hierneis ist Vorsitzender der BN-Kreisgruppe München und Mitglied des BNLandesvorstands. Als »Beauftragter des BN für große Beutegreifer« ist er auch Mitglied der im Text genannten Steuerungs- und Arbeitsgruppe beim Umweltministe­ rium und arbeitet hier an den Managementplänen für Wolf, Bär und Luchs mit. Dr. Kai Frobel ist Referent des BN für Arten- und Biotopschutz.

sesshaften Wolfs in Bayern weiterentwickelt werden. Managementpläne regeln beispielsweise die Ausgleichszahlungen, die Nutztierhalter für gerissene Tiere erhalten. Verantwortlich für die Genehmigung der Auszahlung und deren Höhe in jedem Einzelfall ist eine Trägergemeinschaft aus Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Wildland Stiftung des Bayerischen Jagdverbandes, die gemeinsam mit dem Bayerischen Naturschutzfonds die Ausgleichszahlungen auch finanzieren. Ein »Netzwerk Große Beutegreifer«, bestehend aus geschulten Jägern, Landwirten, Förstern und Naturschützern, begutachtet gerissene Tiere und stellt fest, ob tatsächlich ein Wolf oder nicht doch ein wildernder Hund verantwortlich war. War es ein Wolf, wird der Schaden ersetzt. Der BN arbeitet intensiv daran mit, dass für ein Zusammenleben mit dem Wolf bald Lösungen gefunden werden, die auch für die Nutztierhalter tragbar sind. Die wichtigste Rolle werden hier vermutlich Herdenschutzmaßnahmen spielen (s. Seite 12).

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Der Rückkehrer Wolf verlangt mehr als nur gelassene Toleranz von den Bayern. Die nach Bär Bruno geschaffenen behördlichen Voraussetzungen müssen jetzt mit Leben erfüllt werden. Das bedeutet sachkundige und breite Information vor Ort, intensiven Dialog mit betroffenen Nutzergruppen wie den Schafhaltern, ausreichende finanzielle Mittel für Präventionsmaßnahmen und unbürokratische Lösungen für eine angepasste Tierhaltung. Das heißt aber auch: Die Rückkehr wird die Gesellschaft etwas kosten, und zwar den Einsatz von Fachkräften und Geld. Wie in Frankreich: Dort ist der Wolf seit 20 Jahren wieder heimisch. 20 Rudel mit circa 150 Wölfen leben mittlerweile im französischen Alpenraum – zusammen mit 800 000 Schafen. Das Land investiert jährlich bis zu fünf Millionen Euro in das möglichst konfliktfreie Zusammenleben von Wolf und Mensch, also circa 30 000 Euro pro Wolf. Zuviel? 30 000 Euro bezahlt man im Durchschnitt für zwei bis drei Meter neue Autobahn. Straßen werden problemlos finanziert, obwohl wir davon im doppelten Sinne genug haben. Wölfe und Natur nicht. Die Zukunft verlangt Investitionen in eine »grüne Infrastruktur« und in Wildtiere, die uns in einer »Abstimmung auf leisen Pfoten« ganz deutlich sagen, dass sie gerne wieder hier leben würden. Die Zukunft verlangt auch klare politische Bekenntnisse für wenigstens ein Stückchen mehr freie Natur in Bayern. Hier sind sowohl der Umwelt- wie der Landwirtschaftsminister gefordert, wenn Bayerns Biodi­ versität um eine der bekanntesten und zugleich in Deutschland seltensten Tierarten bereichert wird. Aussitzen hilft nichts. Im Sinne der von der Staatsregierung 2008 beschlossenen Biodiversitätsstrategie kann es nur ein Bekenntnis für den Wolf geben! Der Wolf ist Teil der Schöpfung, und als solchen sollten wir ihn – zumal in Zeiten, in denen man die Bedeutung der Biodiversität immer klarer erkennt – auch behandeln. Im Ausgleich zwischen den Interessengruppen und zum Wohle aller.


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egonnen hat das Engagement des BN für ehemals im Freistaat ausgerottete Tierarten mit der Wiedereinbürgerung des Bibers. Diese Aktion wurde zu einer der erfolgreichsten, die unser Verband jemals im Bereich des Artenschutzes unternommen hat: Heute leben auf zwei Drittel der Landesfläche wieder über 10 000 Biber. Sie gestalten naturnahe Fluss-Auen und Lebensräume besser, als der Mensch das kann. Davon profitiert die Biodiversität ebenso wie der Hochwasserschutz und die Wasserqualität. Dieser Nutzen übersteigt bei Weitem die »Schäden«, die der Biber in der Teich- und Forstwirtschaft anrichtet. Auch mit seinem Einsatz für die Gründung des Na­ tionalparks Bayerischer Wald im Jahr 1970 kümmerte sich der BN um vom Aussterben bedrohte Tierarten. In diesem streng geschützten Gebiet kommt der Luchs heute wieder in freier Wildbahn vor. Wolf, Bär und Wisent sind zumindest in naturnah gestalteten Gehegen zu beobachten. Der BN hat dies mit großem finanziellem und persönlichem Einsatz ermöglicht. Unser langjähriger Vorsitzender Hubert Weinzierl und unser ehemaliger Landesgeschäftsführer und heutiger Landesschatzmeister Helmut Steininger haben entscheidenden Anteil an der Gründung dieses ersten deutschen Nationalparks und auch an der Wiedereinbürgerung des Bibers.

Aufruf von Prof. Dr. Hubert Weiger

Lasst den Wolf hier leben!

Die Geschichte des Bundes Naturschutz ist untrennbar verbun­ den mit dem Einsatz für Tiere, die früher in Bayern heimisch waren. Gewähren wir nun auch dem zurückkehrenden Wolf sein Lebensrecht.

und Schützerverbänden Managementpläne entwickelt. Der BN zahlt zusammen mit LBV, Jagdverband und Naturschutzfonds in einen speziell für Wolf, Bär und Luchs eingerichteten Entschädigungsfonds, der auch schon bei den jüngsten Schafrissen durch den Wolf eingesetzt wurde. Es sind aber noch weitergehende finanzielle und personelle Anstrengungen nötig. Die Menschen vor Ort müssen informiert, vorbeugende Schutzmaßnahmen müssen ergriffen werden.

… nicht nur von anderen fordern!

Wir fordern von anderen Ländern, insbesondere von Dritte-Welt-Staaten, dass sie ihre Artenvielfalt schützen, wie dies jüngst auf der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt in Nagoya auch die Bundesregierung getan hat. Wir können dies aber nicht erwarten, wenn wir nicht bereit sind, selbst entsprechend zu handeln. Dies muss auch für Arten gelten, die Konflikte hervorrufen. Daher müssen vernünftige Managementpläne entwickelt werden, anstatt die Tiere zum Abschuss freizugeben. Auch für die faszinierenden Tiere Wolf, Luchs und Bär, die nach langer Zeit wieder unter uns sind, sollte gelten, was Bayern auszeichnet und so gastfreundlich macht: leben und leben lassen!

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Halbstark Kaum mehr von einem Altwolf zu unterscheiden: ein fünf Monate alter Welpe aus dem Seenlandrudel.

Foto: Roggenthin

Vor diesem Hintergrund setzt sich der BN natürlich dafür ein, dass die Rückkehrer Biber, Wolf und Luchs nicht geschossen, sondern akzeptiert werden. Dafür hat der BN gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Jägerschaft Luchs- und Wolfsinitiativen ins Leben gerufen und erhebliche Finanzmittel Es heißt: Der Wolf braucht in die Hand genommen, Wildnis. Bayern ist zum Beispiel beim Entschäals Lebensraum digungsfonds für Biberschäungeeignet. den. Falsch! Wölfe sind sehr Bär, Wolf und Luchs sind anpassungsfähig. In Urbayern, die immer zu dieden bayerischen Mitsem Land gehört haben. Für telgebirgen und den lediglich etwa 200 Jahre Alpen finden sie auswaren sie aus unseren Wälreichend Beutetiere dern verschwunden. Und und Rückzugsräume. das nicht etwa, weil ihr Lebensraum zerstört war, sondern aufgrund massiver, gnadenloser Verfolgung. Nun kehren die großen Beutegreifer vorsichtig und vereinzelt zurück, wir sollten sie willkommen heißen. Sie haben ein Recht, bei uns zu leben. Ihr Wiederkommen ist eine Chance, unsere Tierwelt entscheidend zu bereichern. Ihre Rückkehr muss aber von Staat und Verbänden aktiv begleitet werden. In Bayern hat das Umweltministerium gemeinsam mit den betroffenen Nutzer-

Foto: Koerner

Für die Artenvielfalt handeln …

Der Autor Prof. Dr. Hubert Weiger ist Landesvorsitzender des BN und Bundesvorsitzender des BUND. Er setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass in Bayern ausgerottete Tierarten wieder hier leben dürfen.


Fotos: Noack

Lausitz-Wolfsforscherin Ilka Reinhardt im Interview

»Von Anfang an die Menschen

1996 tauchte der erste Wolf in der Lausitz auf, heute leben dort zwischen 25 und 50 Tiere. N+U wollte von Ilka Rein­ hardt wissen, was Bayern von der Lausitz lernen kann.

N+U: Laut Kontaktbüro der Wolfsregion Lausitz hat bisher kein Wolf ein gefährliches Verhalten gegenüber Menschen gezeigt. Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung? Reinhardt: Insgesamt sehr relaxt. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass sehr viel Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird und die Leute das Gefühl haben, sie wissen Bescheid. Wir informieren über den Bestand, und auch wenn Schafe gerissen werden, geht das an die ­Öffentlichkeit. Zusammen mit der Frage: Wie kann man die Schafe besser schützen, und wo gibt es Fördermöglichkeiten? So können die Menschen Vorurteile abbauen. Reichen Ausgleichszahlungen, um die Tierhalter zu beruhigen? Nein, Schäden zu vermeiden ist immer besser als sie zu bezahlen. Aber inzwischen schützen die meisten Schafhalter ihre Tiere korrekt, und die Es heißt: Schäden sind deutlich zurückgegangen. Zuwandernde Wölfe dürfen Es gibt eine Förderung für Schutzmaßgeschossen werden. nahmen. Allerdings bedeutet der HerdenFalsch! Der Wolf ist in Deutschschutz auch mehr Arbeit für die Schäfer, land streng geschützt und darf vor allem für solche mit größeren Herden, nicht gejagt werden. die zusätzlich zum Elektrozaun vermehrt auf Herdenschutzhunde setzen. Diesen zeitlichen Mehraufwand gegenüber den Kollegen in wolfsfreien Gebieten bekommen sie nicht abgegolten; das ist für viele unbefriedigend.

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Würden Elektrozäune und Herdenschutzhunde auch im bayerischen Alpenraum funktionieren? In der Schweiz oder in den Seealpen klappt das sehr gut. Hundertprozentigen Schutz gibt es allerdings nicht; man kann die Schäden minimieren. Das Hauptproblem ist sicherlich, sich umzustellen. Jetzt gilt es für viele Schäfer, wieder so zu arbeiten wie die Ururgroßväter. Aber es geht, wenn der politische Wille da ist und die Leute vor Ort bereit sind, ihre Herden beispielsweise zusammenzulegen, damit sich der Personalaufwand lohnt. Und wie sicher ist mittlerweile das Leben in Deutschland für den Wolf? Schwer abzuschätzen. Der Straßenverkehr ist eine Gefahr, aber Wölfe sind da extrem anpassungsfähig. Beim Problem der illegal geschossenen Wölfe kennt man sicherlich nur die Spitze des Eisberges. Jedes Jahr wandern aus den Rudeln Jungtiere ab. Das wirft die Frage auf, wo die alle bleiben. Rein rechnerisch müsste es bereits deutlich mehr Wölfe in Deutschland geben. In den südlichen Bundesländern ist bisher noch kein Wolf aus der deutsch-westpolnischen Population nachgewiesen worden. Dabei könnten die Jäger ein wichtiger Partner im Wolfsschutz sein. Ist da keine Annäherung möglich? Es ist schwierig, da viele Jäger den Wolf als Konkurrenten betrachten. Der bayerische Weg, von Anfang an alle Betroffenen und Interessengruppen an einen Tisch zu


Foto: Bullerjahn

mitnehmen«

Wölfe in der Lausitz

Nur die Spitze des Eisbergs?

holen, ist gut. In Sachsen wurden lange Zeit nur bilaterale Gespräche geführt. Wenn alle beisammen sind, merkt jeder, dass er seine Position nicht zu 100 Prozent durchsetzen kann. Es geht nur mit Kompromissen.

Eine auführlichere Version des Interviews finden Sie unter www.bund-naturschutz.de/magazin

Foto: Linnell

Welchen Rat geben Sie abschließend einem Bundesland, das gerade seinen ersten Wolf zu Besuch hat? Nehmen Sie die Menschen von Anfang an mit – Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktlösung sind extrem wichtig! Die Leute müssen wissen, was sie zu erwarten haben, man darf nichts verharmlosen. Und schauen Sie über den Tellerrand: Man kann inzwischen einiges von der Lausitz oder speziell in Bayern vom Piemont oder von Frankreich lernen, gerade was den Herdenschutz anbelangt. Außerdem ist die Politik gefragt. Bayern gehört zu Deutschland und zur EU, damit ist der Wolf streng geschützt. Man kann also schlecht diskutieren, ob man ihn haben will. Aber man kann darüber diskutieren, wie man ihn haben will. Die Politik muss den Bürgern erklären: Ja, der Wolf kommt, und das ist auch unser klares Ziel. Aber wir lassen euch nicht allein damit. Interview: Heidi Tiefenthaler

Das Verhältnis zwischen Wolf und Jägern bleibt angespannt. Neben den bekannt gewordenen illegalen Abschüssen, wie hier 2007 auf einer Gesellschaftsjagd im niedersächsischen Landkreis LüchowDannenberg, gibt es vermutlich eine große Dunkelziffer. Wolfs­ forscher wie Ilka Reinhardt fragen sich vor allem, wo die jungen, Wölfe bleiben, die aus der Lausitz abwandern. Rein rechnerisch müsste es bereits deutlich mehr Wölfe in Deutschland geben.

Dem Wolf auf der Spur Ilka Reinhardt begleitet im Auftrag des sächsischen Umweltministeriums gemeinsam mit Gesa Kluth seit 2002 die Rückkehr des Wolfs. Kontakt: ilkareinhardt@online.de Infos: www.wolfsregion-lausitz.de

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Wie Mensch und Wolf in Europa zusammenleben

Lernen von den Nachbarn

Viele tausend Wölfe leben in Europa. Ihre Populationen erstarken, einzelne Wanderer erkunden neue Lebensräume, auch in Deutschland. Warum wir davor keine Angst haben müssen, zeigt der Blick in angestammte Wolfsregionen.

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is etwa zum 17. Jahrhundert besiedelten Wölfe ganz Europa, Asien, Nordamerika und Teile Nordafrikas. In Nordamerika leben sie heute – teilweise sehr gefährdet – nur noch in Alaska, in Kanada und in wenigen US-Bundesstaaten. In Asien kommen die meisten Wölfe in den dünn besiedelten nordrussischen Regionen, aber auch in Indien, Iran oder im Himalaja vor. Auch in Europa ist die Wolfspopulation Es heißt: massiv zurückgedrängt worden. In vieWo der Wolf lebt, müssen len Gebieten West- und Mitteleuropas die Schäfer aufgeben. galt er als ausgerottet. Das letzte frei Falsch! Beweidung mit lebende Tier auf deutschem Gebiet Schafen ist weiter möglich, wurde am 27. Februar 1904 in der Lausie müssen allerdings sitz erschossen. wie überall in Europa durch Doch seit etwa 40 Jahren verändert Hirten oder Hunde gesich die Situation der Wölfe in Europa. schützt werden. Sie haben wieder die Chance, sich auszubreiten. Ihre Populationen etwa in Spanien, Italien, Slowenien, Kroatien und der Slowakei nehmen zu. Mehrere Regionen wurden wieder neu besiedelt, auch in den Alpen und in Deutschland.

Heimkehrer in der Lausitz

[C] = Aufnahme ist in einem Gehege entstanden

Fotos: Frank

Sprachübungen Die Körpersprache ist bei Wölfen besonders stark entwickelt. Hier üben zwei junge Tiere das »Vokabular«: Der Schnauzenbiss (links) demon­ striert Dominanz oder soll vor einer Spielaufforderung beschwichtigen, wie sie das zweite Bild zeigt. Der hochgezogene Nasenrücken (rechts) und die aufgestellten Ohren signalisieren Angriff. [C]

Vor zehn Jahren wurde das erste Wolfsrudel nach über 100 Jahren in der Lausitz gemeldet. Inzwischen leben hier zwei Pärchen und sechs Rudel mit Nachwuchs. Insgesamt halten sie sich auf einer Fläche von etwas mehr als 50 mal 50 Kilometer auf (siehe Interview Seite 8). Im Grenzgebiet von Sachsen-Anhalt und Brandenburg lebt ein weiteres Wolfsrudel mit Nachwuchs. Zusätzliche Nachweise gibt es in weiteren Regionen Sachsens und Brandenburgs, in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen – und seit kurzem auch in Bayern. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Wölfe nach Deutschland einwandern, nimmt zu, denn es gibt immer mehr Wolfsnachweise zum Beispiel in den

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Nachbarländern Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz. Da Jungwölfe auf der Suche nach einem Partner und einem neuen Revier bis zu 1000 Kilometer weit wandern, können Tiere aus Norditalien, Frankreich, der Schweiz, Slowenien, Kroatien, der Slowakei, Tschechien und Polen bei uns auftauchen.

3000 Wölfe, kein Problem

Konflikte zwischen Wildtieren und Menschen gibt es überall. Wie mit den Wölfen umgegangen wird, ist jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich. Es hängt von der Mentalität der Menschen und von der traditionellen Verankerung der Wölfe ab. Wo die Tiere seit jeher leben und der Umgang mit ihnen Alltag ist, werden sie nicht als größeres Problem wahrgenommen. Wo sie sich dagegen erst wieder ansiedeln, sehen manche Menschen die Konflikte als erhebliche Belastung, einige beschleicht Angst oder Unsicherheit. Eine wissenschaftliche, sehr umfassende Recherche (Nina Institut Norwegen 2001) fasste Angriffe von Wölfen auf Menschen weltweit zusammen. Von 1950 bis 2000 wurden in Europa 59 Zwischenfälle festgestellt. In 38 Fällen war die Ursache die Tollwut, fünf dieser Angriffe endeten tödlich. In 21 Fällen war Tollwut nicht ursächlich, davon endeten vier tödlich, alle in Spanien. Eine Gesamtschau des Berichts zeigt, dass die meisten nicht tollwutbedingten Unfälle auf angefütterte, provozierte oder wie in Lettland und Litauen auf entlaufene und halbzahme Wölfe oder Hybriden (Mischlinge) von Wolf und Hund zurückzuführen sind.

Immer weniger Zwischenfälle

Inzwischen spielt die Tollwut in Deutschland wie auch in den meisten angrenzenden Ländern keine Rolle mehr. Trotz Zunahme der Wolfspopulation in Europa in den letzten 30 Jahren hat die Zahl der Unfälle mit Wölfen abgenommen. In Rumänien, dem Land mit der


Auch der Umgang mit Schäden ist sehr uneinheitlich geregelt. Denn es gibt in Europa keine einheitliche rechtliche Grundlage, ob und wie man Verluste durch Wölfe oder andere große Beutegreifer ausgleicht. Einige Länder unterstützen nur Schutzmaßnahmen, andere ersetzen jeden Schaden deutlich über dem Marktwert, andere wiederum nur die Hälfte. Manchmal werden präventive Maßnahmen gefördert und Schäden nur dann ersetzt, wenn diese Maßnahmen umgesetzt wurden. Weil jede Region ihre Besonderheiten hat, kann man zum Beispiel in Bayern nicht einfach übernehmen, was anderswo funktioniert. Regional angepasste Lösungen müssen entwickelt werden. Ein Blick auf das Sammelsurium unterschiedlicher europäischer Ansätze kann allerdings eine Hilfestellung sein, um auch in Bayern den Umgang mit Wölfen wieder zu erlernen.

FIN

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Quelle: The Action Plan for the Conservation of the Wolf (Canis lupus) in Europe

Maßnahmen regional anpassen

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Anzahl der Wölfe Länderkennzeichen Verbreitungsgebiet

Was uns der Blick auf Europas Wolfsregionen auf jeden Fall lehren kann: Wölfe benötigen keine Wildnis, sie kommen sehr gut auch in Kulturlandschaften zurecht. Wölfe greifen unzureichend gesicherte Nutzund Haustiere an, weil diese eine einfache Beute sind. Unfälle mit Menschen sind dagegen extrem selten. Wo Wölfe leben, sollten sich die Menschen aber entsprechend anpassen. Die bayerischen Alpen eignen sich gut als Lebensraum für Wölfe, Luchse und Bären. Die Wölfe werden allerdings nicht nur versuchen, die bayerischen Alpen wieder zu besiedeln, sondern viele weitere Regionen in den Alpen und in Deutschland. Peter Sürth

Echter Europäer In vielen Ländern wurde der Wolf (Canis lupus) nie ausgerottet, in andere ist er zurückgekehrt.

Auf Wolfsspur mit Peter Sürth Peter Sürth hat Wildtier­ management studiert. Seit über 15 Jahren beschäftigt er sich mit Wolf, Bär und Luchs, insbesondere in stark besiedelten Räumen Europas. Auf dem Bild verfolgt er im rumänischen Winter mit Hündin Shira eine Wolfsspur. Wer Wolfswissen aus erster Hand erleben möchte, kann Peter Sürth für Vorträge und Schulveranstaltungen engagieren. Infos: www.derwegderwoelfe.de Kontakt: info@derwegderwoelfe.de

Foto: Kratzer

stärksten Wolfspopulation (circa 3000 Tiere), gibt es nur einige wenige Berichte von Bissverletzungen, wenn Schäfer versucht haben, einen Wolf zu erschlagen. Dabei durchstreifen Wölfe in Rumänien wie in allen anderen Wolfsregionen regelmäßig Siedlungen. Auch wenn Vergleiche immer problematisch sind, wenn es um Menschenleben geht, sei angemerkt, dass sich in Deutschland laut ADAC allein im Jahr 2009 an die 2800 Autofahrer bei Wildunfällen verletzten. 13 Menschen starben dabei – ohne dass jemand auf die Idee käme, Rehen und Wildschweinen ihr Lebensrecht abzusprechen. Und: Durch Haushunde kommt es in Deutschland jährlich zu 30 000 bis 50 000 Bissverletzungen, drei bis vier davon sind tödlich Wölfe greifen Nutz- und Haustiere an. Diese Tatsache wirft die Frage nach Schutzmaßnahmen und Entschädigungen auf. Hauptbetroffene sind Schäfer beziehungsweise die Besitzer von Schafen, Ziegen oder auch anderen Nutztieren. Sowohl die Schadenshäufigkeit als auch die Art und Weise, wie Tiere geschützt werden, unterscheiden sich in Europa von Region zu Region deutlich. Wo es traditionelle Schutzsysteme, wie Hirtenhunde, Zäune und den ständig anwesenden Hirten gibt, bleiben Schäden eher gering. In Rumänien etwa beläuft sich der jährliche Verlust an Nutztieren durch Wölfe und Bären auf etwa zwei Prozent des Bestandes.

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Schafhalter und Wölfe

Nutztier Schaf und Wildtier Wolf – für beides setzt sich der Bund Naturschutz ein. Denn das übergeordnete Ziel heißt Bio­ diversität. Für die Allianz aus ­Naturschützern und Schafhaltern stellt der zurückkehrende Wolf eine Bewährungsprobe dar.

Foto: Gomille

Miteinander leben lernen

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berall in Bayern ist der BN an Beweidungsprojekten beteiligt, denn extensive Schafweide ist die ­Voraussetzung für den Erhalt sonnendurchglühter ­Magerrasen und bunter Wacholderheiden. Ob Coburger Fuchsschaf, Waldschaf oder Rhönschaf – diese alten, heute gefährdeten Schafrassen sind »Lieblingskinder« des BN. Kürzlich feierte das BN-Rhönschafprojekt 25-jähriges Jubiläum, es war bundesweit das erste Modellprojekt einer engen Zusammenarbeit zwischen Schäfern und Naturschützern. Und der BN kämpft gemeinsam mit dem Landesverband Bayerischer Schafhalter gegen unsinnige EU-Bürokratie und für Beweidungsprämien, ohne die Schäfer wirtschaftlich nicht überleben könnten. Und nun der Wolf mit seinem sprichwörtlichen Appetit auf Schafe! Bis Dezember 2010 hat der bayerische Wolf 19 Schafe gerissen; der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern fordert seinen Abschuss und die Alpen als »wolfsfreies Gebiet«. Gefährdet das nicht die Eintracht zwischen der traditionellen Landnutzungsform und dem Naturschutz? Nein, denn eine Koexistenz von Wolf und Schafhaltung ist möglich, und gerade der BN kann und will hier ein Vermittler sein. Unsere Vorfahren haben den Wolf ausgerottet. Über Jahrtausende ent­ wickelte und bewährte Herdenschutzsysteme verschwanden damit aus dem öffentlichen Gedächtnis. Es scheint heute selbstverständlich, dass wehrlose Es heißt: Nutztiere sich frei in der Der Wolf ernährt Landschaft bewegen. Doch sich vor allem von nun kehren die großen Nutztieren. »Raubtiere« wieder zurück Falsch! In wildreichen Ge­ bieten ernähren sich Wölfe und zeigen uns, dass dies fast ausschließlich von wildeben nicht der Normalfall lebenden Huftieren wie ist. Rothirsch, Wildschwein oder Reh (Beispiel Lausitz: 95,5 %). Mehr Fakten: www.bundnaturschutz.de/wolf

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Natur + Umwelt BN-Magazin »Sonderdruck Wolf« April 2011

Hund unter Schafen Herdenschutzhunde haben sich in den Alpen als sicheres Schutzsystem bewährt.

Schafe schützen: eine Herausforderung

Damit wird es erneut notwendig, Schutzsysteme aufzubauen. In verschiedenen europäischen Regionen haben die Viehhalter wieder gelernt, mit dem Wolf umzugehen (s. Seite 10). Die Beweidung im bayerischen Alpenraum unterscheidet sich allerdings von der im Flachland, da Schafe und vereinzelt auch Ziegen meist ohne Zaun und Hirte auf der Alm unterwegs sind. Eine flächige Einzäunung zum Schutz vor dem Wolf ist daher und auch aufgrund des felsigen Geländes nicht möglich. Dennoch können die bayerischen Tierhalter von ihren Nachbarn lernen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat aus den Erfahrungen anderer europäischer Länder einen umfangreichen Handlungsleitfaden für Viehhalter erstellt (www.LfL. bayern.de/herdenschutz). Im Revier des bayerischen Wolfs wurden 2010 kurzfristig die Schafe abgetrieben und hierdurch entstandene Futtermehrkosten abgegolten. Versuchsweise ist auf einer Alm eine zeitweise Behirtung mit nächtlichem Einpferchen umgesetzt – aus dieser Herde wurden keine weiteren Schafe mehr gerissen. Nun müssen dauerhafte, regional angepasste Lösungen gesucht werden. Einfache Patentrezepte gibt es nicht. Wer aber jetzt schon behauptet, »es geht nicht« und mit der Aufgabe der Schafbeweidung droht oder wolfsfreie Alpen fordert, macht es sich zu leicht. Auch wenn der Aufwand hoch ist, sollte uns das der Wolf wert sein.

Nur regionale angepasste Lösungen sichern Vielfalt

Für eine naturgemäße Schafbeweidung im Alpenraum, im kleinräumigen Mosaik aus Bergwäldern und lichten Alm-Weiden, ist besonders wichtig, dass die Schafe zur rechten Zeit am rechten Ort unterwegs sind. Denn bei zu intensiver Beweidung kann der positive Effekt für Biotope schnell durch übermäßigen Verbiss, Trittschä-


Familienbande Das gemeinsame Heulen stärkt den Zusammenhalt im Rudel und soll fremde Wölfe fernhalten. [C]

den und Nährstoffüberfrachtung ins Gegenteil umschlagen. Gerade Schafe fressen wenig selektiv und sehr bodennah und können daher in zu großer Dichte den Artenreichtum verbissempfindlicher Arten reduzieren. Zudem gibt es in den Hochlagen erosionsanfällige Hänge, für die eine Beweidung generell ungünstig ist. Biodiversität zu schützen heißt daher, die Herden besser zu lenken, durch Behirtung und Nachtpferche und am besten eine permanente Behirtung mit Herdenschutzhunden. Sofern dafür eine Zusammenlegung der Herden nötig ist, dürfen die Schafzahlen nicht erhöht und die Beweidung nicht auf dafür ungeeigneten Flächen intensiviert werden. Welches Maß an Beweidung die wertvollen Pflanzengesellschaften im Rotwandgebiet vertragen, muss deshalb nach Ansicht des BN bei der Erarbeitung regionaler Lösungen auch mit auf den Prüfstand. Der Wolf darf weder Anlass für eine Intensivierung noch für eine Aufgabe der Beweidung sein – beides wäre kontraproduktiv für die Biodiver­ sität.

Aus einer bayerischen Sage: An einem grauen Herbst­ vormittag bricht der Wolf neuerdings aus dem Walde und stürzt sich auf den Schä­ fer. (…) Auf seine Hilferufe kommt der Gutsherr (…) und stößt dem Raubtier seinen geweihten Hirschfänger tief in die Brust. Wie es zu Boden fällt, liegt die alte Hexe aus dem Trüpfhaus vor ihnen und verröchelt fluchend ihren Geist. Ob in Ortsnamen, Wappen oder Sagen wie dieser – die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte von Wolf und Mensch hat in Bayern Spuren hinterlassen. Mit Fundstücken aus Archiven, Überlieferungen und Landschaften skizziert die BN-Autorin Gertrud Scherf vielschichtig das einstige Zusammenleben. Sie nimmt den Leser mit in jene Zeit, in der sich das Bild vom Wolf drastisch wandelte – vom selbstverständlichen Mitgeschöpf hin zum furcht­erregenden Untier. Eine Reise in die Vergangenheit, die hilft, die aktuelle Diskussion um den großen Beutegreifer besser zu verstehen.  Gertrud Scherf: Wolfsspuren in Bayern: Kulturge­ schichte eines sagenhaften Tieres. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg, 2001, ISBN 3-924350-96-5, Euro 24,90

Almbauern und Bund Naturschutz sollten sich durch die Rückkehr des Wolfs nicht auseinanderdividieren lassen. Der BN fordert ein Förderprogramm Herden- und Nutztierschutz mit gelenkter Beweidung in vom Wolf besiedelten Gebieten, die Einführung von Bonussystemen zur Inwertsetzung der seltensten Tierarten Bayerns oder endlich die Einführung einer »Natura 2000-Prämie« und »Biodiversitätsprämie«. Diese Forderungen sollten eigentlich auch die Almbauern unterstützen: für eine Biodiversität, zu der auch der Wolf gehört. Dr. Christine Margraf

Konflikte können durch Behirtung und Verzicht auf Beweidung ungeeigneter Flächen minimiert werden. Nur weil die Menschen verlernt haben, mit dem Wolf zu leben, oder weil sich die Nutzung verändert hat, ist nicht der Lebensraum für den Wolf ungeeignet geworden. Nötig sind nun eine (Wieder-)Anpassung der menschlichen Nutzung und letztlich auch die Akzeptanz dafür, dass ein Wolf eben auch einmal das eine oder andere Schaf frisst – Fördertöpfe für den finanziellen Ausgleich dieser Verluste gibt es bereits. Dass jeden Almsommer viele Tiere durch ganz andere Ursachen umkommen – zum Beispiel durch Hunde, Witterungsextreme und Absturz – ist schließlich auch akzeptiert.

Foto: Gomille

Miteinander reden, jetzt

Zeichen erkennen Ein erwachsener Wolf hat im Sand der sächsischen Lausitz seine Spuren hinterlassen. Deutlich ist zu sehen, dass der Vorderfuß (oben) kräftiger ist als der Hinterfuß.

Natur + Umwelt BN-Magazin »Sonderdruck Wolf« April 2011 

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Foto: privat

Foto: Kopp

Zeugnisse einer gemein­ samen Vergangenheit

Die Autorin Christine Margraf ist BN-Artenschutzreferentin für Südbayern.


TV-Star wirbt für Abbau von Vorurteilen

Keine Angst vorm bösen Wolf Ranga Yogeshwar, Deutschlands wohl bekanntes­ ter Moderator wissenschaflicher TV-Sendungen, verbindet eine ganz persönliche Geschichte mit den Wölfen – er bringt sie sogar zum Heulen.

Foto: Eilers

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eine erste Begegnung mit Wölfen in freier Wildbahn hatte ich vor über zwanzig Jahren inmitten der Laub- und Nadelwälder im Vorgebirge des Himalaya. Ich verbrachte damals nach meinem Studium fast ein ganzes Jahr in dieser wunderbaren Grenzregion zu Tibet, fernab von der lauten Zivilisation und den geschäftigen Großstädten. Von meinem »Häuschen« aus überblickte ich das spektakuläre Panorama der Berge Trisul, Nanda Devi, Pancha­ chuli; eine kaum bekannte Region westlich von Nepal, die vom Glück profitiert, dass die höchsten Berge hier knapp unter 8000 Meter liegen. Andernfalls wäre diese Gegend, wie die anderen um den Mount Everest oder den hohen Annapurna, zum Trampelpfad westlicher Touristen und gut zahlender Bergsteiger verkommen. Die Welt hier war für mich genau richtig, besiedelt von bescheidenen bunten Bauernhöfen, deren Bewohner auf den angelegten Terrassen Reis und Getreide anbauten. An diesem Ort konnte ich loslassen und während zahlreicher Wanderungen und Trekkingtouren das Umfeld erkunden.

Ein Gefühl von Demut

Die hochgelegenen Wälder waren von einer bestechenden Schönheit. Naturwälder ohne geradlinige Aufforstflächen, die nur selten von Menschen durchquert wurden. Im Frühjahr erblühten hier unzählige Rhododendren, deren rote Blüten sich mit steigender Höhe in ein zartes Rosa und ein helles Blau verwandelten. Die Erfahrung, in eine so wenig berührte Natur einzutreten, erzeugt das Gefühl von Demut. Auch die Tierwelt bestach durch eine fast künstlich wirkende Vielfalt. Manchmal bekam ich es sogar mit der Angst zu tun, wenn sich zum Beispiel große Clans kreischender Languren lauthals über jeden Eindringling beschwerten und einem dabei ihr respektables Gebiss zeigten. Man hatte mich vor Bären gewarnt, doch zum Glück blieb mir eine direkte Bekanntschaft erspart.

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Natur + Umwelt BN-Magazin »Sonderdruck Wolf« April 2011

Fernbeziehung zum Wolfsrudel

Eines Nachmittags begegnete ich dann während einer meiner langen Wanderungen einem Rudel Wölfe. Doch im Gegensatz zum Märchenmonster waren diese Vierbeiner ausgesprochen scheu. Sie nahmen zwar Notiz von mir, und mit dem entsprechenden Abstand akzeptierten sie sogar meine Anwesenheit. Bis zur Abenddämmerung blieb ich bei ihnen und konnte genau beobachten, wie das Rudel spielte, sich ständig gegenseitig bestätigte und in festen Ritualen die Rangordnung der Gruppe zelebrierte. In den folgenden Wochen kehrte ich häufig zurück und lernte mit der Zeit, einzelne Tiere zu unterscheiden. Den Leitwolf nannte ich zum Beispiel »Akela«, nach dem Wolf im Dschungelbuch von Rudyard Kipling. Auf Hindi bedeutet Akela auch »der Einsame« … Trotz mehrmaligen Begegnungen gelang es mir jedoch nicht, mich den Wölfen auf mehr als etwa dreißig Meter zu nähern. Wenn ich es probierte und die kritische Distanz unterschritt, flüchteten sie sofort bis unser Abstand wieder »stimmte«. Ich war geduldet, doch es blieb eine Fernbeziehung.

Ein Heulkonzert füllt das Tal

In den Abendstunden hörte ich öfters das »Konzert« der Wölfe. Stets begann ein einzelnes Tier zu heulen, woraufhin immer mehr Wölfe in das Heulkonzert einstimmten. Die Melodie wurde dabei stets aufgeregter, bis sie dann plötzlich verstummte. Es gibt eine Reihe möglicher Erklärungen für dieses Phänomen, aber so genau weiß niemand, was das Heulen der Wölfe bedeutet. Für mich war der »Wolfsgesang« der Ausdruck eines »Wir-Gefühls«. Es gelang mir sogar mehrfach, selbst die Wölfe zum Heulen anzuregen. Das Gefühl, auf diese Weise ein ganzes Tal mit dem Gesang der Vierbeiner zu füllen, war erhaben. Es sollte über zwanzig Jahre dauern, bis ich im Rahmen von Dreharbeiten zur »Show der Naturwunder« erneut den Gesang der Wölfe anstimmen konnte: In Gödöllö, etwa dreißig Kilometer außerhalb von Budapest, unterhält der ungarische Tiertrainer Zoltán Horkai ein größeres Areal mit diversen Wildtieren, darunter auch Wölfen. Einige davon hat er trainiert und setzt sie sogar in Spielfilmen ein. Andere Exemplare leben, dank der Unterstützung der World Society for the Protection of Animals und der Ethnologen der LorándEötvös-Universität, ohne Filmrollen auf dem großen Grundstück. Als »Alphawolf« hatte Zoltan das Rudel geprägt und gab mir somit die Chance zum direkten Kontakt.

Wiedersehen nach Jahrzehnten

Als ich das Areal betrat, reagierten die Tiere zunächst scheu, doch dank Zoltan akzeptierte mich das Rudel. Die Begrüßung war heftig, direkt und geradezu euphorisch. Ich wurde geschleckt und intensiv beschnüffelt und vergaß fast, dass es sich um Raubtiere handelt. Wölfe sind keine Hunde. Sie haben sich ihre Natürlichkeit bewahrt mit ihren Regeln, Gesetzen und Ritualen. Nach über zwanzig Jahren stimmte ich das Rudel zum


Der Autor Ranga Yogeshwar ist Deutschlands wohl populärster Moderator von TVWissenssendungen. Bekannt für spektakuläre Demonstrationen, zeigte er auch vor Wölfen keine Angst, die er 2010 für »Die große Show der Naturwunder« in einem ungarischen Gehege be­ suchte.

Es heißt: Wolfsrudel sind wilde Jagdmeuten.

Foto: Eilers

Falsch! Das Wolfsrudel ist eine Klein­ familie. Es besteht meist aus fünf bis zehn Tieren: dem Elternpaar, das meist auf ­Lebenszeit zusammenbleibt, den Welpen und den Jungtieren aus dem Vorjahr.

kaum Gelegenheiten, dieses hartnäckige Vorurteil zu revidieren. Der Wolf wurde in Westeuropa systematisch ausgelöscht. Nur das Klischee bleibt bestehen. Unsere so aufgeklärte Welt ist ein großes Theater, und die Rollen werden dabei fest besetzt: die Schöne, der Gute, der Böse, der Unschuldige, das Genie, der Reiche, der Dummkopf und der Clown. Ob in Talkshows, der großen Weltpolitik oder der Tierwelt: Im Drama des Lebens besetzen wir ständig die vorgegebenen Rollen. Doch bei genauer Betrachtung erkennen wir, wie oberflächlich und unfair die zugewiesenen Merkmale sind. Doch wir sind frei und können unsere Vorurteile revidieren: Es ist an der Zeit, dem Wolf eine bessere Rolle zuzuweisen.

Fette Beute für Wissenshungrige Lesenswert

 WAS IST WAS: Wölfe. Von Erik Zimen. Tessloff Verlag, 2010, ISBN 978-3-7886-0667-1, Euro 9,95  Der Wolf: Ein Raubtier in unserer Nähe. Von Hansjakob Baumgartner u. a. Haupt Verlag, 2008, ISBN 978-3-2580-7274-6 Euro 29,90  Der Wolf: Zwischen Mythos und Wahrheit. Von Angelika Sigl. Dörfler, 2005, ISBN 978-3-8955-5275-5 Euro 9,95  Broschüre »Wölfe in Bayern«. Herausgegeben von der BN-Kreisgruppe Freyung-Grafenau, ­kostenlos. Alle Bücher und die Broschüre sind zu bestellen bei der BN Service GmbH, Tel. 0 91 23-9 99 57-0, Fax -99, info@service. bund-naturschutz.de, www.service.bund-naturschutz.de. Mehr Literatur zum Wolf: www.bund-naturschutz.de/magazin

Websites

 www.bund-naturschutz.de/wolf  www.wolfsregion-lausitz.de  www.stmug.bayern.de/umwelt/naturschutz  www.nabu.de  www.gzsdw.de

Erlebenswert

 Laden Sie unseren Autor und Wolfsexperten Christian Hierneis zum Vortrag ein: 01 78 - 5 37 20 48, hierneis@gmx.de.  Gehen Sie mit unserem Autor Peter Sürth auf große Wolfs­ expedition: Infos siehe Seite 11.  Reisen Sie mit dem BN nach Rumänien, wo der Wolf noch ein selbstverständlicher Teil der Natur ist. Infos und Anmeldung unter Tel. 0 91 23 - 9 99 57 - 10, www.bund-reisen.de.  Nutzen Sie die vielfältigen Angebote des Nationalparks ­Bayerischer Wald. Vom Wolfsrudel im Tierfreigelände bis zum Kindergeburtstag, Thema »Luchs und Wolf«. Alle Infos unter www.nationalpark-bayerischerHerausgeber: Bund Naturschutz in Bayern e. V. wald.de. (BN), vertreten durch Peter Rottner, Landes­ geschäfts­führer, Dr.-Johann-Maier-Str. 4,  Holen Sie sich oder Ihren Kin93049 Regensburg, www.bund-naturschutz.de Redaktion: Manfred Gößwald (verantwortlich), dern den Wolf zum Kuscheln Tel. 09 41-2 97 20-22, Fax -31, nu@bund-naturnach Hause. Das hochwertige, schutz.de Gestaltung: Gorbach GmbH, circa 20 Zentimeter lange Utting a. Ammersee (Layout: Waltraud Hofbauer) Plüschtier ist für 40,20 Euro zu Titelfoto: Markus Essler bestellen bei der BN Service Druck: Aumüller Druck KG, Regensburg Auflage: 10 000 GmbH, Adresse s. o. Bezug: BN Service GmbH, Tel. 0 91 23 - 9 99 57- 0, www.service.bund-naturschutz.de BN-Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 8 844 000, BLZ 700 205 00 »Natur+Umwelt« wird auf 100 % ­Recycling­­papier gedruckt.

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IMPRESSUM

Heulgesang an, und es klappte tatsächlich! Für mich war dieser Moment einer der bewegendsten in meiner Fernsehkarriere. Danach versteht man schnell, wieso Wolf und Mensch vor über 30 000 Jahren zueinander fanden. Mich für mehr Verständnis gegenüber Wölfen einzusetzen, ist mir ein besonderes Anliegen. Jahrhunderte lang diente der Wolf als Projektionsfläche für das Böse. Der Werwolf geistert als Inkarnation des Teufels durch die Nächte. In Märchen und Fabeln wird das Tier immer wieder als blutrünstiger Killer beschrieben, der Großmütter verschlingt oder Kreide frisst, um anschließend unschuldige Geißlein zu verspeisen. Schon als Kinder wurden wir mit der »Angst vor dem bösen Wolf« erzogen, und bedauerlicherweise ergaben sich


Foto: Naturfoto Online JANDA+ROSCHER, Die WerbeBotschafter

Willkommen Wolf! Wölfe haben in Deutschland keinen leichten Stand. Dabei sind die Vorfahren unserer Haushunde faszinierende Geschöpfe, die ihren Platz in Bayern nden würden – wenn wir sie nur ließen.

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Der Wolf  

Sonderausgabe aus Natur+Umwelt 1-2011 Kein Märchen - Der Wolf ist wieder da.

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