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estern besuchte ich in Bernau bei Berlin ein Spektakel der besonderen Art. Aus vielen Ländern Europas kamen Männer und Frauen zu einem Wettstreit zusammen, den man als Laie als Mittelalter-Show verstehen könnte. Je 5 in Rüstungen „verkleidete“ Menschen stürmten auf die jeweils andere Mannschaft zu und versuchten diese mit Äxten, Lanzen, Schwertern, Keulen oder anderen Waffen, die ich in dieser Form noch nicht gesehen hatte zu besiegen. Das war Kampf in der wirklichen Bedeutung des Wortes. Diese Rüstungen sind aus Metall und die darunter liegenden Schutzschichten wiegen auch einiges! Und Kunst kommt ja nach der landläufigen Bedeutung von Können. Taktik, Technik, Dynamik und Kondition erforderten den Recken alles ab. Also das war Kampf und auch Kunst. Ganz zu schweigen von den Rüstungen, die von Meistern ihres Faches in Handarbeit angefertigt sind. Respekt. Ihr könnt euch schon auf den Beitrag in der nächsten Kampfkunst-International freuen.

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Wo liegen eure Vorlieben, worüber möchtet ihr mehr erfahren in eurer Kampfkunst-International? Über euer Feedback freut sich wie immer: Euer Olaf Schönau me@asiasport.de


STROEVEN COMBAT SYSTEMS

MARTIAL-ARTS-KINO

Das Eskrima ist nicht nur geeignet als Sport oder für die von der Zivilbevölkerung praktizier te Selbstverteidigung, sondern auch das Personal des Militärs verwendet diese realistische Kampfkunst aus den Philippinen. Eskrima ist ideal zur Selbstverteidigung, da es über fast unbegrenzte Flexibilität verfügt. Deshalb haben wir Frans darum gebeten, über das Training der Spezialeinheiten zu berichten. Zuerst treffen wir uns, um über die Sonderkommandos der Bundespolizei Brasiliens (COT) zu sprechen.

Antony Szeto ist ein australischer brillanter Filmregisseur und -produzent, ansässig in Hong Kong, und ist neben andern Titeln verantwor tlich für den berühmten, von Jackie Chan produzierten Film Wu Shu, in dem eine der lebenden Legenden des Martial-ArtsKino die Hauptrolle spielt, der große Sammo Hung. Heute veröffentlichen wir dieses Interview, das von Andrew Dasz durchgeführt wurde, eine der jungen Größen, die die Martial-Arts-Fabrik von Hong Kong hervorgebracht hat.

JACKIE CHAN

SDS KONZEPT

MARTIAL-ARTS-KINO „Ninja – Pfad der Rache“. Der neue Film von Isaac Florentine „Ninja – Pfad der Rache“ ist kein billiger Film aus Hong Kong. Er ist ein Actionfilm aus Hollywood mit allen Elemente, die ein Film haben muss, damit man sich noch in den kommenden Jahren an ihn erinnert.

Der Ar tikel dieses Monats bringt uns wieder zu den Grundlagen. In den vorherigen Artikeln zum SDS-Konzept haben wir die Fundamente der Selbstverteidigung, der Selbstver teidigung für Frauen, der Verteidigung verschiedenen mit Haushaltsgegenständen (Niemals ohne Waffen) und das Training im Sicherheitsdienst und die Selbstverteidigung mit flexiblen Objekten kennengelernt. In diesem Monat werden wir grundlegende Konzepte zum Umgang mit einigen Stöcken zur Selbstverteidigung, wie dem Stock für die Jackentasche, Dulo, Kubotan betrachten...

Im Laufe der Jahre hat Pedro Conde, unser Bruce Lee-Experte, alle Äußerungen, die Jackie Chan über Bruce Lee gemacht hat, gesammelt. Zahlreiche Medieninterviews und viele Jahre Arbeit, kleine Zitate hier und dort, setzen diesen großartigen Artikel zusammen, für die Liebhaber des Action-Zelluloids und für die unzähligen Fans, die beide Persönlichkeiten weltweit haben.

JUJUTSU MUGEN MUKERU Stark, mächtig, zielorientiert...Dieser Teil des Bugei Juhapan, der als Jujutsu bekannt ist, trägt vielleicht in seiner klassischen Form eine starke und nachhaltige Kampfform in sich. Wer die mit dem klassischen Jujutsu verbundenen Techniken trainiert, kann in seiner rustikalen Form eine funktionale Besonderheit für die Alltagssituationen während des Mittelalters erkennen.

BUDO INTERNATIONAL PUBLISHING CO. Internationale Central: Andr s Mellado, 42 28015 Madrid - Spanien Local Sites: Olaf Schoenau. me@asiasport.de Internationale Websites: Alfredo Tucci: budo@budointernational.com

COMBAT HAPKIDO Mit dem Ziel zu verstehen, wie es zu dieser aktuellen Wahrnehmung von harten und weichen Stilen gekommen ist, muss man die Kriterien untersuchen, die zur Klassifizierung der Künste verwendet werden. Die Kampfkünste, die auf Kraft, Schlägen und linienförmigen Bewegungen beruhen, werden als hart bezeichnet. Diejenigen, die weichere Umleitungen und kreisförmige Angriffe und Bewegungen verwenden, werden als weich definiert.

Haftung: Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Vorbehaltlich der gesetzlich zulässigen Ausnahmen ist eine Verwendung ohne schriftliche Einwilligung des Verlages strafbar. Für unverlangt eingesendete Manuskripte, Fotos und Zeichnungen etc. übernehmen Verlag und Redaktion keinerlei Haftung. Durch Annahme des Materials erwirbt der Verlag das ausschließliche Recht aus Veröffentlichung und Wiederveröffentlichung. Sollten dem Verlag Manuskripte angeboten werden, so müssen diese frei von Rechten Dritter und zur ausschließlichen Verwendung durch den Verlag geeignet sein. Wenn die Manuskripte auch anderen Verlagen angeboten werden, so ist darauf bei Einreichung unmissverständlich hinzuweisen. Der Verlag behält sich Kürzungen des eingesendeten Materials vor. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Verlages wieder. Bei unverschuldeter Nichtlieferung oder Nichterscheinen z.B. infolge Streiks oder höherer Gewalt bestehen gegenüber dem Verlag und der Redaktion keine Ansprüche.


KRAV MAGA RED

HENRY PLEE Die DVD „Krav Maga Forschung Entwicklung und Fortschritt“ entstand als Willenserklärung von vier Krav Maga- und Kampfsportspezialisten: Christian Wilmouth, Faustino Hernandez, Dan Zahdour und Jérôme Lidoyne. Letztere leiten gegenwärtig mehrere Trainingszentren und eine Gruppe von ungefähr zwanzig Ausbildern und Lehrern unterschiedlicher Disziplinen, vom Krav Maga bis zu den MMA.

SHAOLIN HUNG GAR KUNG FU Auch wenn er aus dem Westen kommt, aus der Schweiz, wusste er alle Hürden in seinem Leben zu überwinden, um zum besten Schüler und Nachfolger des Dr. Chiu Chi Ling zu werden. Er hat sein gesamtes Leben dem originalen Hung Gar Kung Fu gewidmet und kümmert sich stets um den Fortschritt seiner zahlreichen Schüler und die Verbreitung des Hung Gar.

MMA-FIGHTS Der 1.Februar 2014 ging eindeutig in die „We love MMA“-Geschichte ein. Rund 2.000 Zuschauer sahen die eindrucksvollen MMA-Fights in der König-Pilsener-ARENA in Oberhausen. Es war die siebte Veranstaltung der MMA-Serie und nach drei Jahren auch die erste, die über die Hauptstadtgrenzen hinaus in einem anderen Bundesland stattfand.

Salvador Herraiz hat in seinen zwanzig Reisen nach Paris seit mehr als 25 Jahren niemals davon abgelassen, den charismatischen Ort im Zentrum der französischen Hauptstadt zu besuchen. Nun gräbt er für Ihr Interesse das Gespräch aus, das er bei einer Gelegenheit mit Henry Plee in dessen eigenem Haus, demselben Gelände und direkt über dem legendären Dojo geführt hatte.

RINGGIRLS IN DEUTSCHLAND Erfahre hier im Interview mehr über die tollen Girls aus Ring oder Cage

BOXERIN NIKKI ADLER – Profi mit VIER WMGürteln Hallo Nikki vielen Dank, auch im Namen unserer Leser, dass du dir die Zeit nimmst für ein Interview!

WINGTSUN In den „Modejahren“ des WingTsun in Europa näherten sich tausende Schüler dieser schönen Kunst den unzähligen Akademien, die in fast jeder Stadt des Kontinents eröffnet wurden, auf der Suche nach dem, was Marketing- oder Werbungstechniken als das „wirksamste existierende System zur Selbstverteidigung“ bezeichneten. Wen würde so etwas auch nicht interessieren? Es klingt ungefähr so ähnlich wie „Würden Sie gerne Fliegen lernen?“

HUNG GAR KUNG FU Der Tiger und der Drache . Das Logo des Weng Chun Kung Fu. Wenn wir das Logo des Weng Chun Kung Fu anschauen, sehen wir zweifellos als erstes den Tiger in der Mitte des Symbols.

METODO KODAKOV Vor eineinhalb Jahren veröffentlichte die Kampfkunst international das Interview mit dem Meister der Trainer des Freistilringen, Mehmed Kodakov, und brachte seine DVD „Freistilringen und professionelles Grappling“ auf den Markt.

Herausgeber: Alfredo Tucci. Werbung: Olaf Schoenau. E-mail: me@asiasport.de Internationale Werbung: Alfredo Tucci. budo@budointernational.com Autoren und freie Mitarbeiter: Don Wilson, Yoshimitsu Yamada, Cass Magda, Antonio Espin

Jim Wagner, Coronel Sanch s, Marco De Cesaris, Lilla Dist fano, Maurizio Maltese, Bob Dubljanin, Marc De

Herr iz, Shi de Yang, Sri Dinesh, Carlos Zerpa, Omar Mart nez, Manu, Patrick Levet, Mike Anderson, Boula Franco Vacirca, Bill Newman, Jos

M» Pujadas, Paolo Cangelosi, Emilio Alpanseque, Sueyoshi Akeshi, Marce

Garc a, Juan D Fotos: az. Carlos Contreras, Alfredo Tucci.


„Geh mir nicht nach, vielleicht kann ich dich nicht anführen. Geh nicht vorne, vielleicht will ich dir nicht folgen. Geh an meiner Seite, damit wir zusammen gehen können“ Indios UTE as Leben ist eine Strecke, ein Weg, den wir gehen, an dem wir kontinuierlich das Mysterium treffen und was wir mehrheitlich auf eine einfache Abfolge von notwendigerweise banalen Ereignissen reduzieren möchten. Als Menschen halten wir den tiefen Druck des Unendlichen nicht aus und lehren uns gegenseitig, das Heilige der Existenz auf etwas Poesieloses zu vermindern. Im schlimmsten Fall können uns nur der Schmerz oder die Präsenz unserer Endlichkeit, wenn sie uns denn trifft, von dieser langen, aufgedrängten Idee aufwecken. Im besten Fall ist es das bewusste Engagement auf einem transzendentalen Weg, einem spirituellen Weg, das Wunder wirkt. Die wachsten Personen, die in der Welt Meister genannt wurden, haben oft, manchmal ihnen selbst zulasten, im Bewusstsein der anderen Menschen wie Peitschenhiebe gewirkt. Nicht, weil das, was sie sagten oder wie sie es sagten, Gewalt beinhaltete, sondern weil sie Richtungen neu definierten, Paradigmen veränderten, das Schiff des Bewusstseins in eine neue Richtung steuerten, und das ist auf die ein oder andere Weise immer traumatisch. „Ohne Fleiß kein Preis“, sagt der Merkspruch, und nichts wirklich Wichtiges wird in unser Leben ohne diese Anstrengung eintreffen. Manchmal durch unsere Dummheit, weil wir nur wertschätzen, was uns etwas gekostet hat, andere Male, weil wir wirklich weit davon entfernt waren, zu verstehen, was wir gebraucht haben und tausend Mal dieselben Probleme verursacht haben. Die Unwissenheit durch Nicht-Wissen ist entschuldbar, die durch Nicht-Wissen-Wollen niemals. Es gibt nicht nur einen Weg. Es gibt so viele Wege wie Personen, aber es gibt Karten, Kompasse, Instrumente, um über das Mysterium zu schreiten. Die Alten vererbten uns wunderbare Werkzeuge, und weil die Entwicklung immer nach vorne und oben geht, hinterließen sie uns Leitersprossen, an denen wir uns festhalten können, um einen weiteren Schritt tun zu können. In diesem Augenblick der Geschichte geboren zu werden, oder in jedem anderen, bedeutet, einen geschaffenen Weg zu haben, weil wir weder allein noch zufällig geboren werden. Jede Zeit hat ihre Fragen, ihre Aufgaben, jede Gesellschaft ihre Voraussetzungen, ihr kollektives Unbewusstsein, ihre Wahrheiten, mit all ihren Gesichtern...mit all ihren Kehrseiten. Es ist die Aufgabe jeder Generation, einen Schritt nach vorne zu gehen, zu verbessern, zu verändern versuchen, was verändert werden muss, und zu bewahren, was bewahrt werden muss. Sonst würde die Evolution im Rückgang erstickt werden. Persönlich gesehen ist jede Geschichte eine einzigartige und anders. Wenn wir Seelen sind, die ein materielles Leben leben, hat jede Seele ihre Erfahrung zu durchleben, ihre Dinge auszugleichen, ihre Lektionen zu lernen. Auf diesem Weg, immer persönlich, rufen wir nach dem, was wir brauchen, damit diese Bedürfnisse erfüllt werden. Wir werden die Personen treffen, die wir treffen sollen, und Geschichten erleben, die Neugestaltungen und Veränderungen in uns und den Anderen verursachen werden. Der Respekt für den Weg der Anderen kann nicht formal sein, er würde nicht fortdauern und den Lügen des Lebens standhalten. Diese Wertschätzung muss das Resultat eines Verständnisses davon sein, dass jeder Weg einzigartig ist, und das passiert nur, wenn du deinen

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„Wer nicht den Weg des Meeres kennt, der wähle den Fluss als Kameraden.“ John Ray

eigenen akzeptierst und verstehst. Tust du das, ist jede Person, die dein Leben kreuzt, eine Gelegenheit, tadellos zu handeln, über dich selbst zu lernen und jedes offene Anpassungsteilchen zu lösen. Jeder Augenblick beinhaltet eine Möglichkeit und jede Kreuzung ist eine Chance, den Kurs zu wechseln und alles zu ändern. So oft im Leben und im Schicksal gefangen, stranden wir. Wir blicken uns um, ohne zu wissen, wohin oder wie wir gehen sollen. Oft überlagern sich die Ereignisse im Leben und der Nachhall unserer Handlungen, sie türmen sich auf, fangen uns ein und verhindern dadurch, dass das Wasser unseres Lebens fließen kann. In der Unendlichkeit dieser Seen gehen wir verloren, verankert in einem Raum-Zeit-Kontinuum, dass nichts als eine Form von Gefängnis ist. Aber an den Kreuzungen werden auch Richtungen deutlich, sie werden besonders spürbar, wenn wir uns gezwungen sehen, anzuhalten. In diesen Augenblicken des Nicht-Wegs werden wir Gelegenheit dazu finden, jenseits unserer selbst zu gehen. Mandela tat dies. Jahrelang eingesperrt, war er dazu fähig, jenseits dessen zu gehen und eine Mission zu erfüllen, für die er bestimmt war. Aber er hätte es ebenso auch nicht tun können, er hätte sich in seinem Groll verankern können, in seinem Schmerz eines verlorenen Lebens. Jede persönliche Entscheidung hat immense Auswirkungen, weil wir alle das Potenzial verkennen, das wir besitzen, oder die enorme Kraft, die das Schicksal für uns bereitgestellt hat. Der Dichter hatte Recht, als er jenes sagte: „Wanderer, es gibt keine Wege. Wege entstehen beim Gehen.“ Richtig und gleichzeitig falsch! Alle großen Wahrheiten sind paradox, sie reisen im dimensionalen Paradigma von Raum-Zeit, die Pfeile von gestern können die Vögel von heute umbringen und umgekehrt, denn wenngleich die Vergangenheit unverrückbar ist, wird die Neujustierung es möglich machen, in ihren Auswirkungen mit den Pfeilen von heute zu töten. Die Wege entstehen durch Situationen, Energien und Erlebnissen, die weit davon entfernt sind, zufällig zu sein, sie finden im Rahmen unseres persönlichen Schicksals statt und definieren sich jeden Moment mit unseren Handlungen und Positionierungen neu. Das Leben ist ein heiliger Weg, es ist keine Abfolge von linearen Ereignissen. Aber das Leben ist vor allem, wozu wir es bestimmen, weil sich jeder täuschen kann oder darin verlieren kann, wie er möchte. Jede Option hat ihren Preis, jede Entscheidung ihre Konsequenz, jede Einstellung ihre Kehrseite, jede Bühne ihr Stück. Den Weg mit einer ehrwürdigen Haltung zu leben bedeutet, alles und alle Lebewesen zu akzeptieren, heißt, zu verstehen, dass alles miteinander verbunden ist und nichts zufällig passiert. Zwischen den Linien des Lebens zu lesen, die Erlebnisse, die Personen, die es kreuzen, ist das, was wir Weisheit nennen. Es gibt auch viele Weisheiten und jede einzelne besitzt ihre eigene Ebene in dem Ganzen, ihr eigenes Bedürfnis, zu existieren und zu dienen, um eine besondere Etappe der Strecke auszufüllen. Andere zu entmutigen, ihre Ansichten abzuwerten, ist eine hässliche Form, ihre Herzen zu verletzen und das Gift des verursachten Schmerzes wird auf die eine oder andere Weise auf jeden zurückkommen, der es erzeugt hat. Respekt bedeutet auch das, zu begreifen, dass


Alfredo Tucci ist Gesch채ftsf체hrer von BUDO INTERNATIONAL PUBLISHING CO. e-mail: budo@budointernational.com

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alles, was existiert, notwendig ist, so wenig es euch auch gefallen mag. Respektieren bedeutet nicht notwendigerweise, damit zu leben. Akzeptieren bedeutet nicht, dich nicht mehr davon ber체hren zu lassen.


Selbstverteidigung Die treusten Leser dieser Zeitung erinnern sich wahrscheinlich an Christian Wilmouth, dem Experten für die professionelle Selbstverteidigung und in den letzten Jahren eine sehr präsente Persönlichkeit in dieser Zeitung. W ir wissen um seine gute Arbeit und seine Professionalität. Seine umgängliche Wesensart steht im Gegensatz zu seiner gewaltigen und muskulösen Figur und zu seiner Schlagkraft, mit welcher er sich zielsicher mitten in einen Angriff mit dem Baseballschläger begibt (lasst euch das nicht entgehen!). Eine große Überraschung war es, seinen Kollegen Faustion Hernández kennen zu lernen, seit dreißig Jahren Boxer und Profi im persönlichen Sicherheitsdienst, Baske, Experte im Savate, Canne und arbeitet außerdem als solcher. Ehrlich, dir ekt, verschmitzt und sympathisch, überzeugend in seiner Arbeit. Besonnen, wenn es darum geht, Pr o und Contra zu erwägen, aber entschieden wie kaum einer beim Beginn eines

Forschung Entwicklung Fortschritt


Kampfes. Ihre Begegnung war der Schmelztiegel und die Alchemie, durch welche neues Selbstverteidigungssystem in die Wege geleitet wurde, besonnen, praktisch und ausgeglichen, das in der nächsten Zeit noch für viel Gesprächsstoff sorgen wird. Viele Jahre im Beruf und eine beständige Suche nach praktischen Formulierungen der Selbstverteidigung haben sie dazu gebracht, eines der effektivsten und lehr r eichsten Selbstver teidigungssysteme zu erarbeiten, die wir gesehen haben. Nun präsentieren sie als Ergebnis, inspiriert von vielfältigen erprobten Systemen und er forscht im Laufe ihr er professionellen Laufbahn, das Krav Maga RED. Wir haben das Vergnügen, ihn in diesem Artikel vorzustellen, mit welchem wir auch das baldige Erscheinen (wir hoffen, in diesem Monat) dieses neuen Videos, produziert von Budo International, ankündigen. Alfredo Tucci


Selbstverteidigung

KRAV MAGA Forschung Entwicklung Fortschritt Die DVD „Krav Maga Forschung Entwicklung und Fortschritt“ entstand als Willenserklärung von vier Krav Maga- und Kampfsportspezialisten: Christian Wilmouth, Faustino Hernandez, Dan Zahdour und Jérôme Lidoyne. Letztere leiten gegenwärtig mehrere Trainingszentren und eine Gruppe von ungefähr zwanzig Ausbildern und Lehrern unterschiedlicher Disziplinen, vom Krav Maga bis zu den MMA. Sie haben bei zahlreichen Organisationen und Schulen trainiert und sich ausgebildet und hunderte von Personen unterrichtet, zahlreiche Seminare erteilt oder fast 15 Jahre lang mehrere Strömungen des Krav Maga in Frankreich und Europa vertreten. Nun haben sie sich dazu entschlossen, zuerst ihren Schülern, aber auch den Personen mit offener Geisteshaltung, die der Motor für die Forschungen während all der Jahre war, die Synthese ihrer Vision von Krav Maga auf einer DVD anzubieten. Diese Arbeit entstand, nachdem die Autoren beschlossen hatten, keine Vereinigung oder Organisation, häufig sehr restriktiv, zu repräsentieren, um frei an der Entwicklung der Disziplinen, die sie lehren, arbeiten zu können. Diese DVD zielt nicht darauf ab, irgendeine neue Methode oder spezifische Strömung im Krav Maga darzulegen. Es geht nur darum, ein Programm des Krav Maga vorzustellen, dass sich auf die Bedeutung des Inhalts konzentriert. Vergessen wir nicht, dass das Krav Maga in Frankreich und der Mehrheit der europäischen Länder als Selbstverteidigungsdisziplin praktiziert wird.

Diesbezüglich muss man einen weiteren wichtigen Faktor bedenken. Die Lehre und angewandte Pädagogik beim Krav Maga unterscheiden sich je nach dem Land, in welchem sie entwickelt wurden. War Krav Maga anfangs ein Nahkampf (Close Combat), wird es in seinem Herkunftsland, Israel, mit kriegerischen Zielen gelehrt, geschuldet einem sehr „speziellen“ lokalen Kontext. In Frankreich dagegen wird Krav Maga zu 95% mit dem Muss, einen strengen legalen Rahmen im Hinblick auf die Selbstverteidigung und die Hilfsarbeit bei Personen in Gefahr zu respektieren, unterrichtet, während gleichzeitig für seine praxiserprobte Wirksamkeit gesorgt werden muss, um eine Konfliktsituation zu dominieren. Parallel zu ihrer Leidenschaft für den Unterricht der Kampfsportarten und Selbstverteidigung sind sie auch Personen der professionellen Sicherheitssektoren, wo sie mehr als 20 Jahre lang gearbeitet haben. Es ist diese Alchimie zwischen Leidenschaft und Beruf, die sie zu dieser Auswahl an Techniken, die auf der DVD präsentiert werden, geführt hat. Die DVD „Krav Maga, Forschung, Entwicklung und Fortschritt“ wird es Ihnen ermöglichen, einige Techniken zu entdecken, die viele kennen und die aus den Standards der Disziplin genommen wurde, aber auch andere, modernere, die aus jüngeren Versuchen und Testphasen stammen. Sie werden auch einige Arbeitsmethoden entdecken, die es ermöglichen, die Grenzen bestimmter Techniken wahrzunehmen. Die Autoren haben dieses Programm konstruiert und dabei permanent den Kontext des Lebens

Forschung Entwicklung Fortschritt


Selbstverteidigung

„Die DVD „Krav Maga, Forschung, Entwicklung und Fortschritt“ wird es Ihnen ermöglichen, einige Techniken zu entdecken, die viele kennen und die aus den Standards der Disziplin genommen wurde, aber auch andere, modernere, die aus jüngeren Versuchen und Testphasen stammen.“ sowie das legale Umfeld des Landes, aus dem sie kommen, bedacht.

Die 5 Achsen in der Arbeit des Krav Maga R.E.D. Wenn man von irgendeinem „Nahkampf“ (Krav Maga auf hebräisch) spricht, redet man von Methoden, die von Beginn an erarbeitet wurden, um den Leuten in kurzer Zeit ein Minimum an technischen Fähigkeiten, Grundlagen und Prinzipien anzubieten, die es ihnen ermöglichen, sich den meisten der körperlichen Auseinandersetzungen, mit oder ohne Waffen, entgegenzustellen. Hier herrschen Schlichtheit und kämpferischer Geist vor. In einer Angriffssituation wird man, je einfacher die gelernten Bewegungen sind und je mehr man über eine natürliche „Aggressivität“ verfügt, dem Angreifer die Stirn bieten können. Auch wenn das Krav Maga, das wir praktizieren, keine Kampfkunst ist oder unzählige Jahre Übung erfordert, ist es für die Autoren trotzdem eine Disziplin, die nach regulärem Training über mehrere Monate und Jahre verlangt.

Auf der anderen Seite ist der Kontext, in welchem sie es lehren, sei er auch jedes Mal schwieriger, weit weg von den Bedürfnissen eines Landes mit Auseinandersetzungen oder im Krieg. Deshalb hat das Programm des Krav Maga R.E.D. die folgenden fünf Achsen der Arbeit ausgearbeitet.

Schwerpunkt 1 Der erste Punkt besteht darin, die technische Basis des Praktizierenden aufzubauen. Im Laufe dieser Phase werden so die notwendigen Fähigkeiten jedes Kämpfers entwickelt. Im Programm: Ausweichbewegungen, Deckungen, Schlagtechniken, Reaktionen, die Frage der Entfernungen, Fußarbeit, Arbeit auf dem Boden, das Thema des Tunneleffekts, etc. aber man arbeitet auch an den Haltungen und Positionen vor dem kritischen Moment.

Schwerpunkt 2 Dank der gewonnenen Erfahrung und häufig parallel setzt der Schüler den Inhalt mittels unterschiedlicher Arten von Sparring durch. Sparringmethoden

Forschung Entwicklung Fortschritt


Selbstverteidigung werden beim Krav Maga von vielen Personen weder praktiziert noch gelehrt, was häufig aus mangelndem Wettbewerb, a priori oder sogar aufgrund der „Angst vor dem Kampf passiert“. Bei Kampfsportarten werden sie jedoch trotzdem häufig verwendet. Für beide Autoren, die parallel zum Krav Maga auch Professoren und/oder ehemalige hochrangige Wettkämpfer in Disziplinen wie englisches Boxen, Thaiboxen, französisches Boxen oder K1 sind, ist jedoch das Erlernen des Kampfes durch mehrere Seminare unabwendbar für die Entwicklung des Praktizierenden in einer Disziplin, die sich „realistische Selbstverteidigung“ nennt. Es wird also Sparring im Stil vom englischen Boxen, Fuß-Faust Boxen und weitere im Selbstverteidigungsmodus geben, die eine größere Handlungsfreiheit ermöglichen.

Schwerpunkt 3 Ein Programm, dass einige „kodifizierte“ Techniken beinhaltet, kann in verschiedene Themen unterteilt werden: Füße-Fäuste, Griffe, Strangulationen, etc. Die Autoren wollten trotzdem diese unterschiedlichen Themen gemäß einer spezifischen pädagogischen Tendenz bedenken, eingeteilt in drei Etappen, die das Verständnis dieses Programms erleichtern. - Die erste Etappe behandelt die Reflexhandlung, die unmittelbarste Handlung in jeglicher Art von Situation, kurz, die natürlichste Bewegung. - Die zweite Etappe ist die „semivorausschauende“, die Etappe, die der Reflexhandlung folgt, wenn man anfängt zu realisieren, was gerade passiert ist. Diese beiden ersten Etappen können nicht 100% zu den kodifizierten Techniken gehören, weil sie in die ersten Momente der Auseinandersetzungen eingreifen. - Und letztlich die dritte Etappe dieses Schemas. Die Etappe 3 erweist sich als der Moment, in dem wir versuchen, die Ganzheitlichkeit der Technik an die Situation angepasst anzuwenden. Beispiel: Wenn dich ein Schlag oder Geschoss erreicht und du in genau diesem Moment einen Reflex hast – welcher wäre das? Manche würden einen Arm zum Widerstand heben, andere würden dem Schlag oder Geschoss ausweichen. Hier hätten wir die Etappe 1. Im Bruchteil der folgenden Sekunde, wenn die Analyse der Situation weiterhin sehr verschwommen ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass man weiterhin blockieren, ausweichen würde oder was auch immer, aber sich vielleicht in Bewegung setzt oder versucht zu reagieren. Was Etappe 2 darstellen würde.

Später erlaubt uns die vollständige Analyse der Situation, alles Gelernte und alle Techniken, die wir besitzen, anzuwenden und so zur 3.Etappe zu schreiten, um der Auseinandersetzung wirksam zu trotzen. Bedenken müssen wir hierbei, dass diese drei Etappen in sehr kurzer Zeit passieren und eng miteinander verbunden, unteilbar sind. Wenn die Bedrohung vorausgesehen wird, greift Etappe 3.

Schwerpunkt 4 Es geht hier um die Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Dieser Teil ist essentiell in der Ausbildung eines guten Krav Maga-Praktizierenden, wenn man Realismus und Wirksamkeit sucht. Wir werden trotzdem den physischen Stress vom psychologischen trennen, auch wenn wir versuchen, beide zu verursachen, indem wir den einen oder anderen bei den Lehrgängen häufig anwenden. Im Programm: Desorientierung, anstrengende Wegstrecken, Arbeit in begrenzter Atmosphäre, persönliche Überwindung, Arbeit mit verbundenen Augen, etc., gefolgt von Simulationen von möglichst realistischen Angriffssituationen Wichtig! Wenn wir vom realistischen Angriff sprechen, ist es nötig, die Sicherheit der Praktizierenden zu bedenken. Deshalb verwenden die Autoren u.a. besonderes Material wie hier im Video einige auf Brustebene, am Rücken und bei den Schultern verstärkte Weste und einen Helm.

Schwerpunkt 5 Der 5. Schwerpunkt hat die Entwicklung von technisch ergänzenden Fähigkeiten der Praktizierenden zum Ziel. Im Programm ist das die Verwendung von Griffen oder Armhebeln, die bestimmte Techniken vervollständigen oder in bestimmten Situationen verwendet werden können, aber auch die Verwendung des ein oder anderen Stocks, um sich gegen unterschiedliche Arten von Angriffen zu verteidigen. Die Autoren bestehen jedoch auf einen letzten präzisen Punkt: „Die permanente Infragestellung“. In Angelegenheiten der Selbstverteidigung und deshalb auch beim Krav Maga müssen das Ego, der Stolz auf der Strecke bleiben. Man muss dazu fähig sein, zu erkennen, wann eine Technik obsolet geworden ist und sie in diesem Fall durch eine andere zu Gunsten von höherer Effektivität ersetzen. Letzten Endes ist das Wichtigste, im Falle eines Angriffs unsere körperliche Unversehrtheit bewahren zu können.

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Lebenslauf der Autoren Wilmouth Christian Co-Begründer von Krav Maga, Forschung, Entwicklung und Fortschritt Technischer Leiter des Zentrums THE FIGHTING ZONE de Dax (Frankreich) - Krav Maga Ausbilder (AEKM, FEKAMT, KMPI, FFKDA, KMWLE, ICCS) - Lehrer für Muay Thai, K1, Kick Boxen, Savate - Staatstitel - Chefausbilder SPK, ROS, Stock und Tonfa - Experte im privaten Sicherheitsdienst (22 Jahre) - Ausbilder für den privaten Sicherheitsdienst, Sicherheitskräfte, Heer (+12 Jahre). Faustino Hernandez Co-Begründer von Krav Maga, Forschung, Entwicklung und Fortschritt Technischer Leiter des Zentrums ART OF FIGHTING 64 von Bayona und Ustaritz (Frankreich) - Krav Maga Ausbilder (AEKM, FEKAMT, FFKDA) - Ausbilder SPK, Stockverteidigung - Lehrer für Savate, französisches Boxen - Experten für englisches Boxen (30 Jahre) - Experte im privaten Sicherheitsdienst (+30 Jahre) - Ausbilder für den privaten Sicherheitsdienst (+10 Jahre).

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tark, mächtig, zielorientiert... Dieser Teil des Bugei Juhapan, der als Jujutsu bekannt ist, trägt vielleicht in seiner klassischen Form eine starke und nachhaltige Kampfform in sich. Wer die mit dem klassischen Jujutsu verbundenen Techniken trainiert, kann in seiner rustikalen Form eine funktionale Besonderheit für die Alltagssituationen während des Mittelalters erkennen. Im Gegensatz zum Yoroi Kumiuchi oder Kumiuchi wurde Jujutsu ohne Rüstung praktiziert und verfügte in obligatorischen Formenbüchern – oder wortwörtlich übersetzt, geordnet festgelegte Formen – Seiteigata – Techniken, die für die Situation entwickelt wurden, dass der Samurai in seiner normalen Kleidung und nicht der Kriegsausstattung angegriffen wurde. Deshalb brachten viele Leute die JujutsuTechniken nur mit Selbstverteidigungstechniken in Zusammenhang. Traditionsgemäß sollte der Bugei Juhapan beim ersten Angriff des Gegners schnell und direkt ausgeübt werden, was uns auf den Gedanken bringt, dass in den für Jujutsu entwickelten Techniken die Idee bestehen blieb, dass der Samurai jederzeit überraschend angegriffen werden könnte. Durch die Seiteigata wird verständlich, warum der Angreifer hauptsächlich Positionen verwendete, die auf jene Zeit zurückgehen, in der die Kunst entstanden ist und die deshalb stark von den in der moderneren Zeit aufgekommenen Formen abweichen. So kann man in den angewandten Formen die Unterschiede gemäß dem historischen Zeitpunkt deutlich erkennen, auch wenn sie Gemeinsamkeiten besitzen.

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Seine Funktionalität in einer realen Situation wird sehr hinterfragt, aber es muss hier betont werden, dass jede Technik mühelos an bevorstehende Situationen angepasst werden kann, da die Praxis des Kakuto im Bujustu – die echte Kampfform – von der Mehrheit der Schulen eingefordert und ihre Weitergabe beabsichtigt wurde. Manche Fachschulen lehrten ihren Schülern, die Yin-Seite des Körpers anzugreifen und führten wenig konventionelle Formen ein, wie Brustwarzen oder Hoden zu drücken, Wangen zu kratzen, an Ohren zu zerren, Rippen zu verrenken oder sogar dem Gegner die Zunge mit den Händen herauszureißen, mit anderen Worten, sehr gewalttätige Praktiken. Mugen Mukeru ist eine der interessantesten Abhandlungen des stark ländlich geprägten Jujutsu. Mit dem Verständnis von im Jujutsu angewandten Techniken lernen wir immer, dass das Einfache stark und mächtig ist. Das heißt, es ist ein Weg, der schnelle und wirksame Aktionen bevorzugt. Nun gut...sicherlich können wir alle verstehen, dass ein einfacherer Weg klare und zusammenhängende Gedanken fördert. Andererseits wissen wir auch, dass nicht nur dieser Faktor zu seiner Wirksamkeit beiträgt. Eine effiziente Technik ist eine Technik mit Anfang und Ende, ohne Unterbrechung. Viele Leute verwechselt das und meinen, nur weil der Jujutsu Techniken beinhaltet, die hauptsächlich aus Hebelgriffen bestehen, seine Bewegungen zu große körperliche Kraft erfordern würde, genauso wie bestimmte Techniken, die ohne die Unterstützung der Muskulatur unmöglich durchführbar sind. Der Jujutsu wurde, genau wie die anderen von den Japanern entwickelten Künste, erschaffen, um


den Bedürfnissen eines Volkes von geringer Statur und verhältnismäßig zarteren Körpern nachzukommen. Wir können deshalb davon ausgehen, dass sie niemals etwas erschaffen hätten, was sie nicht hätten verwenden können. Möglicherweise wurden im Laufe der Jahre viele dieser Techniken an die hiesige Bevölkerung angepasst und infolgedessen verfälscht. Sosehr auch neue Künste und unfehlbare Techniken aufkommen, sehen wir ehrlich gesagt selten eine so wirksame Nahkampfkunst wie in einigen Jujutsu-Stilen. Die Moderne hat zur Urteilsfähigkeit beigetragen und dadurch können die Bedürfnisse unterschiedlicher Jahrhunderte differenziert werden. Trotz alldem zielen alle, auch die modernen Stile, auf die wunderschönen Hebelsysteme ab, die wir beim alten Jujutsu finden. Jetzt laden wir den Leser dazu ein, weitere Ansätze des alten Jujutsu kennenzulernen. Der Mugen Mugeru – was das Unendliche anstreben bedeutet – ist einer der ältesten Stile des Jujutsu und auch wenn keine schriftlichen Aufzeichnungen seiner Formen bestehen, wurde sein Wissen mündlich an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Es führt uns zurück in raues Gedankengut, fast Stammeswissen. Diese besondere Ästhetik lässt uns denken, dass er nach den alten Methodologien – Zue (Sammlungen) und Den (Traditionen) – möglicherweise eine der übernommenen Künste war, die ihren Charakter von der Shizen-Kultur empfangen hat, als die restliche Kultur bereits von den Kriegskünsten beeinflusst war. Anthropologisch gesehen werden, nur um es zu verdeutlichen, zwei besondere Aspekte als eine mögliche Wurzel der Emishi erachtet.

Blickt man auf die Geschichte des japanischen Territoriums während Jahrzehnten und Vermischungen mit anderen Ethnien und Kulturen zurück, wurde es sogar dazu verdammt, zu verschwinden – Themen, die wir im nächsten Artikel behandeln werden. Verglichen mit anderen Techniken der leeren Hand, spezialisierte sich Jujutsu auf Formen von Greifen und Verdrehen, indem der Boden als große Waffe zu seinen Gunsten verwendet wird. Der Atemiwaza-Teil ist in der Mehrheit der japanischen Systeme sekundär, trotzdem wird er im Mugen Mukeru ausführlich erforscht. Der Nachdruck beim Schlag mit geschlossenen Händen wird der ehemaligen Verwendung von Steinen zugeschrieben, um den in den Knochen der oberen Extremitäten oder sogar des kraniofazialen Bereichs verursachten Schmerz zu erhöhen, zudem Traumata durch Schläge mit Ellbogen oder Tritte. Eines der Dinge, die man deutlicher feststellen kann, ist, dass der Mugen Mukeru als Teil des Jujutsu die Fähigkeit des Antriebs bewahrt. Viele Jujutsu-Praktizierende verkürzten gerne die Entfernungen, um die Möglichkeit von Direktangriffen zu verhindern und bei fortgeschrittenen Kämpfen mit Griffen, Strangulierungen und Fällen zu arbeiten, die einen Vorteil gegen einen Gegner liefern, der nur auf traumatische Bewegungen vorbereitet ist. Um dies durchführbar zu machen, entstanden viele Formen, die in ihrer Ausarbeitung verbessert wurden. Um solche Techniken zu ermöglichen, perfektionierten die Meister eine Form, wie der Körper vorbereitet wurde, damit er wie ein Kriegspanzer reagierte. Auch wenn man die Steine nicht mehr verwendet, um die Schmerzen zu vergrößern, sollte der Körper dazu fähig sein, solche Schläge hervorzurufen und


auszuhalten, was auch charakteristische Haltungen und Grundlagen erklärt. In den japanischen Systemen haben diese Ansätze unterschiedliche Namen erhalten, da man glaubte, dass ihr Nachdruck mehr oder weniger von chinesischen Wurzeln beeinflusst war, besonders beim Atemiwaza, während Systeme, die eher aus Japan stammten, keine besondere Präferenz für solche Techniken aufzeigen. Es gibt mehrere Gründe dafür, warum sich die japanischen Künste so entwickelt haben. Als erstes gab es während der Sengoku Jidai-Zeit eine große Verhaltensänderung, verglichen mit früheren Zeiten. Die Kämpfe wurden mehrheitlich auf dem Schlachtfeld ausgeführt und die Krieger waren auf die eine oder andere Weise geschützt. Ein zweiter wichtiger Grund ist, dass die Chancen beim Atemiwaza der japanischen Systeme, den Gegner zu besiegen, auch wenn dieser keinerlei Schutzausrüstung trägt, ab einer besseren Beherrschung und Entwicklung der bewaffneten Künste sehr gering werden. Sollte die technische Ausführung scheitern, würde der Feind die Waffe benutzen, die er trotzdem in seiner Macht hätte, um nach unten zu schneiden. Das Wichtigste wäre dann, diese Möglichkeit auszuschließen. Aber kommen wir auf den Mugen Mukeru zurück. Diese Seiteigata, die für den Abschluss des Chuden trainiert werden, bestimmen die unzähligen Techniken, die von den Meistern als „Schätze des Mittelalters“ angesehen wurden. Die Eifrigsten bestätigen, dass sie Reste der Sengoku-Zeit sind und ihre Formen den damaligen alltäglichen Bedürfnissen

entsprechen. Der Name Mugen Mukeru bleibt unveränderlich in diesen Forschungen bestehen, die mit der „Yamada den“-Tradition der Familie Yamada, der herausragenden Familie in den Lehren des Jujutsu Mugen Mukeru, verknüpft sind. Seien es Wahrheiten oder Lügen – man muss es immer so sagen, weil die Geschichte von Personen erzählt und weitergegeben wird – , was diese fortdauernden Seiteigata darstellen, ist die Besonderheit jeder Form und ihre Gemeinsamkeiten. Viele Leute stimmen dem zu, dass ein Großteil der Formen modifiziert wurde und nur die auf die Anwendung konzentrierte Seite bestehen blieb. Andere sagen lieber, dass sich nichts an den originalen Seiteigata verändert hat. Wir bleiben in den Rahmen, die Praxis als Erbe und nicht als Streitpunkt zu sehen und zu beachten, dass wir keinerlei Dokument haben, das weder ihre Veränderungen noch ihre Erhaltung beweist. Die Praxis ist auf diese Weise ins 20. Jahrhundert gelangt und besteht so bis heute. In unserer Institution werden wir nur das bewahren, was uns gelehrt wurde. Es werden fünf Arten von Mugen Mukeru unterrichtet: • Ikusa Mugen Mukeru • Sangen Mugen Mukeru • Hangetsu Mugen Mukeru • Sanzui Mugen Mukeru • Sanchi Mugen Mukeru

Ikusa Ikusa kann man mit Krieg übersetzen und bei diesem Seiteigata bezieht sich seine Nomenklatur auf die Krieger, die zwei Schwerter trugen – Senshi.


Der Uke verwendet Waffen. Charakteristisch sind Katana, Wakizashi, Tanto oder Tanbo. Diese Form des Jujutsu war speziell für aufeinanderfolgende Angriffe gedacht. Deshalb die Sorge um die geeignete, andere Positionierung. Mehrheitlich sind die vorher festgelegten Abfolgen auf die Verteidigung von Angriffen mit dem Katana ausgelegt, gefolgt von möglichen zweiten Angriffen mit dem Tanto (Messer) und dem Wakizashi (kurzes Schwert).

Sangen Zweifellos sind alle Formen des Mugen Mukeru stark und gut ausgerichtet. „Sangen Mugen Mukeru“ bedeutet: „Das Unendliche von der Provinz des Bergs aus lenken“. Solche Techniken zeigen beispielhaft die unterschiedlichen Arten von Jujutsu, die von verschiedenen Familien im Gebiet von Hokkaido praktiziert wurden. Man glaubt, dass nur um das Jahr 1820 alle in einer einzigen sequenziellen Übung arrangiert wurden, bei der jede der fünf zehn eigene Abfolgen besitzt. Sangen wird ohne die Verwendung von Waffen p r a k t i z i e r t . To r i u n d U k e b l e i b e n m i t leeren Händen. Ihre Formen verdeutlichen auch beispielhaft die Verwendung von Angriffen auf niedrigere Bereiche des Körpers vom Uke, wie Knie, Fußknöchel, Zehen, etc.

Hangetsu „Han” – Hälfte; „Gestu” – Mond Es wird dadurch charakterisiert, dass der Uke zwei Angriffe durchführt, aber beim zweiten ein Tanto oder Aikiuchi gebraucht wird, dass im Hara-Obi steckt.

Das Wort „Hangetsu“ führt uns zur „Hand, die versteckt ist“, diejenige Seite des Mondes, die wir nicht sehen.

Sanzui Sanzui bedeutet „drei Wasser“. Der Name stammt aus den drei Familien, die dieses Modell praktizierten: Inoue, Aoki und Hayashi. Die Einzigartigkeit der Form liegt in ihrer einmaligen und besonderen Ausrichtung auf die Selbstverteidigung der damaligen Zeit. Ihre Techniken wechseln zwischen Nage no Gikkou, Kansetsu no Gikkou, Katame no Gikkou, Shime no Gikkou. Alle Ausprägungen des Mugen Mukeru haben eine starke Besonderheit bezüglich Atemi.

Sanchi Sanchi bedeutet auf Japanisch drei Erden. Es ist auf die Selbstverteidigung ausgerichtet. Seine Formen zeigen eine Eigenheit bei Bewegungen und Techniken. Bedenkt man, dass viele Meister ihnen Anwendungen und Absichten zuordneten, die auf Auseinandersetzungen in Wäldern und Orte von wenig und schwierigem Bewegungsspielraum abzielen, können wir sicherlich verschiedene Erklärungen für ihre technischen Inhalte finden, dennoch bleiben diese Formen innerhalb einer an die alltägliche Selbstverteidigung der damaligen Zeit angepassten Logik. Viele illustrative Videos dieser fünf Formen können im offiziellen Youtube-Kanal angesehen werden. „Im folgenden Artikel dieser Zeitschrift wird man einen fachspezifischen Artikel über die Shizen-Kultur und ihre Ursprünge lesen können.“


in Kürze!

REF.: • KYUSHO20

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Die Kraft von Tiger und Drachen - Weng Chun Kung Fu Logo Wer einen ersten Blick auf das Logo des Weng Chun Kung Fu wirft, dem wird wohl als Erstes der Tiger in der Mitte des Symbols ins Auge springen. Angesichts des Tigers erscheinen die darüber stehenden Worte eher wie Beiwerk, ebenso wie die übrigen Bestandteile des Logos, etwa das chinesischen Schriftzeichen neben dem Tiger. Im Übrigen wird der durchschnittliche Betrachter am Symbol des Weng Chun ohnehin wenig Bemerkenswertes finden. Ein Kampfkünstler wird seine Aufmerksamkeit vielleicht noch kurz dem Schriftzeichen neben dem Tiger sowie den Worten widmen, bevor auch er sich abwendet, ohne sich der tiefen Bedeutung hinter diesen Worten bewusst zu sein. So mancher Kampfkünstler würde auch jeden methodischen oder formalen Zusammenhang zwischen den Begriffen „Shaolin“ und „Weng Chun“ glatt von der Hand weisen. Doch dass diese Kunst im Shaolin wurzelt, wird durch das Weng Chun- Logo auf recht ungeahnte Weise zum Ausdruck gebracht. Das Logo selbst beinhaltet weitaus mehr als lediglich Worte und zwei Bilder. In diesem Artikel soll die Bedeutung hinter dem Weng Chun-Logo untersucht und allgemein verständlich dargelegt werden. Das ganze Logo lässt sich in fünf einfach erscheinenden Sätzen folgendermaßen beschreiben: Alle Bestandteile des Logos befinden sich innerhalb eines Kreises. Im oberen Rahmen des Kreises stehen die Worte „Weng Chun Kung Fu“. Der untere Bereich des Kreises ist umschrieben mit „The Internal Power of Shaolin“, die Innere Kraft von Shaolin. Inmitten des Kreises befindet sich die bereits erwähnte Darstellung des Tigers in lauernder Haltung, gleichsam bereit zum Sprung auf sein Opfer. Rechts vom Tiger steht das chinesische Zeichen für Ewigkeit. Nichts weiter dabei, oder? Doch weit gefehlt, wie sich gleich zeigen wird. Es gibt bei diesem Logo weitaus mehr zu


bemerken, als es fünf Sätze wiedergeben könnten. Wollen wir die Worte einmal näher betrachten: Weng hat die Bedeutung ewig, immerwährend, andauernd. Für diese Idee von Ewigkeit steht das bereits erwähnte Schriftzeichen neben dem Tiger. Chun ist der Frühling. Der Begriff Weng Chun bedeutet also „Immerwährender Frühling“, womit die beständige Neugeburt von allem zum Ausdruck gebracht wird. Hierin spiegelt sich die Auffassung des Chan, der zufolge alles der Vergänglichkeit und der Natur des Wandels unterliegt. Als nächstes steht Kung für „Fähigkeit“, gefolgt von Fu, was „beharrliches Bemühen“ bedeutet. Zusammen bringen Kung und Fu also jene Fähigkeiten zum Ausdruck, die man sich durch harte Arbeit und Fleiß erwirbt. Somit findet sich im Kung Fu auch die Idee vom Karma aufgegriffen, indem das eigene Handeln im Jetzt sich morgen auf einen selbst auswirkt. Wer heute fleißig trainiert, hat sich morgen Können erarbeitet. Wenn man heute faul ist, schlägt

sich dies morgen womöglich in einer beeinträchtigten Gesundheit nieder. Im Chan entspricht dies dem Konzept von Ursache und Wirkung, von (vollzogenen oder unterlassenen) Handlungsweisen und deren Konsequenzen. Internal Power, Innere Kraft – dieser Begriff scheint im ersten Moment vielleicht selbsterklärend, aber auch zu Recht? Im Allgemeinen umschreibt er das Vermögen, die Lebensenergie durch das Fließen des Chi durch den Körper, durch das Universum optimal nutzen zu können. Aber Innere Kraft bezeichnet zugleich die spezifischen Kenntnisse über das Kämpfen, Kräftigung und über Gesunderhaltung, welche das Weng Chun- Training dem Schüler vermittelt. Das Weng Chun stellt ein vollständiges System dar, das aus mehreren g r u n d l e g e n d e n Übungsbereichen oder Lernfeldern besteht. Der erste Bereich ist auf Fitness und Gesundheit ausgerichtet. Dabei ist innere und äußere Gesundheit voneinander zu unterscheiden, die beide gleichermaßen gestärkt werden, zum einen durch Atemübungen, zum anderen durch körperliches Training. Der Begriff Innere Kraft bezeichnet außerdem die weichen und inneren Selbstverteidigungsaspekte des Weng ChunSystems, die sich folgendermaßen umschreiben lassen: Das Weng Chun-System lehrt die Schüler, mit der Energie des Gegners zu fließen, sie zu borgen, statt mit dessen Kraft zu kollidieren. Die Schulung des weichen Aspektes besteht darin, zu lernen, die gegnerische Kraft aufzunehmen und nicht zuzulassen, dass die eigene (Körper-) Struktur von ihr erschüttert wird. Die Ausrichtung auf das „internal training“ lehrt, zum Einsatz der Kraft den gesamten Körper einzubringen, Rumpf und Gliedmaßen zu einem effizienteren Werkzeug zu vereinen. Shaolin – warum ist nun dieser Begriff im selben Logo enthalten wie Weng Chun? Was haben beide miteinander zu tun? Leider wird das moderne Wushu (d. h. Jet Li) häufig, auch von Kampfsportlern, mit Shaolin gleichgesetzt. Jedoch ist modernes Wushu eher Sport als richtiges Kämpfen. Es ist schön anzuschauen, aber nicht für jeden anwendbar und ausführbar. Shaolin zielt unter anderem darauf ab zu lernen, im Einklang mit der Wirklichkeit zu leben; demgegenüber hat modernes Wushu keine Selbstverteidigungstechniken, und ist von realistischem Kampf sehr weit entfernt. Zwar weist das Wushu einige Bewegungsabläufe


des Shaolin auf, aber es ist kein Shaolin. Es ist im Wesentlichen auf akrobatische Vorzeigetechniken ausgerichtet, anstatt auf wirksame Kampfkunst. Die wahren ShaolinKampfkünste bestehen aus drei Elementen. Diese werden auch als die drei Schätze des Shaolin bezeichnet. Diese Schätze sind Chan (Zen), Gesundheit, und Kampf. Gesundheit bezieht sich dabei auf den Nutzen sowohl für die innere wie äußere Gesundheit, die das Praktizieren des Shaolin mit sich bringt. Kampf umfasst die Methoden des Kampfes, wie sie von den ShaolinMönchen seit Jahrhunderten ausgeübt werden; dabei gehört das Weng Chun zu den fortschrittlichsten dieser Systeme. Die ShaolinMönche haben diese Kampftechniken auch im Zuge ihrer Studien des Chan weiterentwickelt. Chan zielt darauf ab, den Schleier der Illusionen zu durchdringen, zur Wirklichkeit zu finden – und nichts ist so real wie Kampf auf Leben und Tod. Du erinnerst dich an die Bedeutung von Weng Chun als „Immerwährender Frühling“? Wir begegnen nicht allzu vielen Sechzigjährigen, die modernes Wushu ausüben, dagegen nicht wenigen Sechzigjährigen, die Weng Chun praktizieren. Nun wollen wir die beiden Bilder innerhalb des Weng Chun-Logos einmal näher betrachten. Da ist zunächst der Tiger, der seit langem in der Tradition vieler Völker ein Symbol von Kraft und Stärke darstellt. Gerade diese Vorstellung vom Tiger macht ihn für das Weng Chun-Logo so bedeutsam. Der Tiger befindet sich im Gleichgewicht und ist bereit, sich auf sein Opfer zu stürzen. Er ist bereit zum Angreifen, gleichwohl bleibt er sich seiner Umgebung bewusst. Dies ist eines der Schlüsselkonzepte im Weng Chun: „Beherrsche den Raum und halte deinen Fokus.“ Im Weng Chun- System symbolisiert der Kreis das Gewahrsein der eigenen Umgebung, und zugleich das Wahren und Gewinnen von Raum. Der gekrümmte Tiger im Kreis weist den Schüler auf den hohen Stellenwert kreisförmiger Strukturen, sowohl im Hinblick auf die Gesundheit als auch den Kampf. Darüber hinaus sucht der Tiger eine Brücke zu finden, über die er die Distanz zu seinem Opfer so einfach und sicher wie möglich überwinden kann. Tiger greifen nicht frontal an, sondern von einer vorteilhaften Winkelposition ausgehend, um besser geschützt und effizienter zu sein. Bei Betrachtung eines Tigers fällt auf, dass er solange kreist, bis er eine Brücke schlagen kann, über welche er angreift. Auch die Kampfstrategien des Weng Chun arbeiten mit dieser Idee. Nun ist dies allerdings nur ein Teil des Symbolgehaltes des Tigers. Darüber hinaus steht er für die spezielle Körperarbeit des Weng Chun.


Der Tiger ist entspannt, zugleich aber in Bereitschaft, er ist tief positioniert und dennoch zu hohem Angriff in der Lage, ist subtil und machtvoll zugleich. Darüber hinaus erinnert der Tiger den Betrachter an ein weiteres Wesen. Dieses Wesen ist der Drache. Die gekrümmte Stellung des Tigers gleicht jener, in welcher der Drache üblicherweise dargestellt wird, zusammengekrümmt und bereit zum Angreifen. Gemäß der Philosophie des Shaolin ist der Drache unsichtbar, jedoch durch den Tiger ebenfalls anwesend. Wo der Tiger die sichtbaren Aspekte des Shaolin (Kampf)

symbolisiert, steht der Drache für die nicht sichtbaren, inneren Aspekte des Shaolin (Chan und Gesundheit). Diese nicht sichtbaren Shaolinaspekte werden in den 10 Weisheiten, des Weng Chun beschrieben: Sik „Wissen“, Dam „Unerschütterlichkeit“, Qi „Lebensenergie“, Ging „Kraft“, Shen „Geist“, Ying „Form“, Yi „ Bedeutung“, Lei „Prinzipien“, Fat „Gesetz“, Shu „ Kunst“. Drache und Tiger sind im Einklang miteinander im Weng Chun-Logo präsent. Weiterhin zeichnet die gekrümmte Haltung des Tigers, vom Schwanz bis zur vorderen Pranke, eine Linie vor, welche den Kreis zum Yin Yang ergänzt. Durch das Wissen von Yin und Yang wird die Kraft des Angreifers genützt um diesen zu kontrollieren. Insofern stellen Tiger und Drache Teil desselben Ganzen dar. Das nächste sichtbare Symbol ist das Zeichen Weng. Dieses Zeichen repräsentiert die Dreiecke oder Winkel im Weng Chun. Die Dreiecke symbolisieren den Fokus innerhalb des durch den Kreis umschlossenen Raumes, und durchdringen den Raum durch Winkel. Viele Körperstrukturen im Weng Chun erfordern, dass der Körper keilförmige Haltungen einnimmt, um maximale Effizienz zu gewährleisten. Zugleich beinhaltet Weng das Verstehen und Nutzen von Raum. Das Symbol selbst fasst Raum in allen Dimensionen in sich und mahnt dazu, sich des eigenen Raumes bewusst zu bleiben – den Fokus zu halten und dabei den Raum zu beherrschen. Die Auffassung des


Weng Chun vom dreidimensionalen Raum spiegelt sich auch in den traditionellen Shaolin- Konzepten von Himmel, Mensch und Erde. So bilden der Tiger und das Zeichen zusammen eine weitere Bedeutungsfacette. Abgesehen von der bereits geschilderten Analogie über die Angriffsweise des Tigers, erinnern uns die Symbole daran, es dem Tiger gleichzutun, den Gegner stetig zu umkreisen, um einen geeigneten Ausgangspunkt für eine Brücke auszuloten, um dann den Abstand von dieser optimalen Position aus zu überwinden, statt geradeaus vorzustürmen. Dies ist die richtige Methode, um einen Gegner anzugehen und ihn zu kontrollieren. Während des Kreisens müssen die eigenen Dreieckslinien oder Winkel ausgerichtet bleiben (man beachte die Prankenstellung des Tigers), in Bereitschaft zum Vorstoßen. Das ist es, was mit Kontrolle des Raumes und Wahren des Fokus bezeichnet wird. Zusammengenommen fügen die Bilder dem Konzept des Weng Chun Kreise hinzu – warum? Immerhin setzen viele „Kämpfen“ gleich mit direkter, geradliniger Herangehensweise. Kreise jedoch sind nicht direkt. Wie kommt es also, dass im Weng Chun Kreise vorkommen? Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei ihnen um ein strategisches Hilfsmittel, das der Kampftaktik zugute kommt. Gleichermaßen sind sie auch Bestandteil der gesundheitlichen Aspekte des Weng Chun, denn aufgrund seiner Wurzeln im Shaolin bewirkt diese Kunst, wie bereits erwähnt, neben der Steigerung der Fähigkeiten auch die Festigung der Gesundheit. Kreise sind zudem unentwegt am Fließen und unbegrenzt – im Gegensatz zu den Winkeln eines Dreiecks. In ihrer engen Verbundenheit fungieren Kreise und Dreiecke zusammen als Yin und Yang. Während eines Kampfes oder beim Üben sollten wir uns nicht verkrampfen, sondern locker und am Fließen bleiben, um unsere Gesundheit und unseren Selbstschutz zu bewahren. Soweit zum Weng Chun-Logo. Fünf Sätze, erläutert in fünf Absätzen. Das Logo selbst und seine Auslegungen sind einfach und auf den Punkt gebracht, und doch weisen sie einen tieferen Bedeutungsgehalt auf, als man zunächst wohl ahnt. Ebenso verhält es sich auch mit dem Weng Chun. Jede Bewegung steht in e i n e m Zusammenhang mit Chan, Gesundheit, sowie Kampf – den drei Schätzen des Shaolin. Der Artikel wurde vom Ving Tsun Museum USA, Sifu Benny Meng verfasst, indem er Sifu Andreas Hoffmann interviewte. Ins Deutsche übersetzt und verfeinert von Christoph Fuß


Selbstverteidigung


Im Gebiet der Selbstverteidigung entstehen gerade neue Wertvorstellungen und eine davon bringen wir heute auf unsere Seiten: Das Ergebnis von kulturellen und vitalen Mestizen der modernen Welt. Mit starken eritreischen und italienischen Wurzeln hat sich der Meister Simohon Giaquinto nun in Deutschland niedergelassen und besitzt neben einem breitgef채cherten Erfahrungsschatz beim Milit채r und der Polizei interessante p채dagogische Forderungen. Aufgepasst!


ein Name ist Simohon Tuwoldè Giaquinto. Ich bin halb Eritreer und halb Italiener. Ich bin Begründer des GKP Meticcio Combat, des ersten kodifizierten Kampfsystems Eritreas.

M

GKP: „Giaquinto-Knife-KnowledgeProgram” Ich bin weder Afrikaner noch Italiener. Ich bin ein Mestize und bewundere diesen Ausdruck, weil die Schwarzen in einer früheren Zeit, als Mussolini Eritrea kolonisierte, für Sklaven gehalten wurden, die Weißen waren eine höhere Rasse und die Mestizen wurden bei der Geburt getötet. Nach seiner Theorie waren sie nicht lebenswürdige Menschen, weil sie die Folge einer Vereinigung der „höheren Rasse“ mit der „niedrigeren Rasse“ waren.

Zudem, alles laut von Ärzten durchgeführten Studien, ist das Gen der schwarzen Ethnie stärker als das Gen der weißen und so ist ein Mestize vorwiegend afrikanisch. Das übermittelte die Bestie des faschistischen Diktators. Meiner Meinung nach ist der Mestize die Synthese und Stärkung der Gesamtheit. Immerhin zwei Sprachen, zwei Kulturen, zwei Denkweisen und eine größere geistige Freiheit. Das bedeutet für mich Mestize! Eritrea ist in Ostafrika, beim roten Meer. In Eritrea leben neun ethnische Gruppen: Tigrini, Tigray, Bilen, Saho, Nara, Hidareb, Rashaida, Cunama und Afar. Bei der Identitätsbildung jeder einzelner dieser ethnischen Gruppen ist die Kriegskultur präsent. Meine Ursprünge liegen in der ethnische Gruppe Bilen. Die Bilen waren ausgezeichnete Kämpfer mit einem „Bilao“

(zweischneidiges Schwert) genannten Messer, mit einem Schwert, „Sefi“, und einem Stock, „Shafo“. Um gegen Eritrea zu kämpfen, gab es auch eine Technik namens N'Kullit, oder Wurf auf die Seiten. Sie ist präsent in der sogenannten Arehsi oder Refi-Technik, Rast und der Pflug. In Eritrea gibt es keine echte Kampfkunst, es gab keine Kampfkunstschulen. Was sie vom Kampf wissen, stammt aus ihrer eigenen Ethnie. Sie nehmen niemals den Zug, weil sie von morgens bis abends auf den Feldern arbeiten, aber wie an anderen Orten in Afrika gibt es eine Kriegskultur, die vom Vater zum Sohn weitergegeben wird und dazu dient, den Charakter des Menschen zu schmieden und ihm das Kämpfen zu lehren. Tatsächlich gibt es weiteren Riten, die die Widerstandsfähigkeit bei Leiden symbolisieren, zum Beispiel die


Selbstverteidigung

F端r mehr Informationen oder Reservierungen f端r Lektionen des GKP kann man mich per Email kontaktieren: gkpmeticciocombat@gmail.com Wir sind auch auf Facebook: Gkp Meticciocombat


Beschneidung (die nicht nur ein religiöser Umstand ist) oder bestimmte Arten von Kriegstänzen, bei denen Tanzwaffen geführt werden, die im Laufe der Zeit variieren. Zudem gibt es auch den militärischen Aspekt, der sich entwickelt hat, leider nach einem dramatischen Bürgerkrieg von 30 Jahren, an dem alle Familien beteiligt waren. Im Programm findet man das Militärtraining von Mkalahal Mtkà, und zwar Verteidigung und den Angriff. Ich begann meine Ausbildung im Jahr 1987 mit meinem Vater, der auch mein Meister war. Er war ein Kämpfer an der Befreiungsfront, Ausbilder für die Soldaten und Begründer einer Kampfmethode mit Messer: der GMKC (Giaquinto Military Knife Concept). Meine Ausbildung erfolgte absolut im Militärstil. Ich profitierte einige Zeit von der doppelten Staatsbürgerschaft und dies ermöglichte mir, einerseits ein in jedem anderen afrikanischen Staat beauftragter Soldat zu sein und zehn Jahre bei der Polizei in Italien zu arbeiten, Selbstverteidigung und den A n t i t e r r o r e i n h e i t e n Stressmanagement durch das Red

Man Training zu unterrichten. 2001 begann ich, den GKP zu entwickeln und wurde 2010 mit seiner Ausarbeitung fertig. In den GKP Meticcio Combat legte ich meine ganze Erfahrung. Meine Lehrmethode für die Zivilbevölkerung gründet sich auf 60 Lektionen. Jeder Schüler erhält eine GKP-Karte, auf der die Anzahl der Stunden für jede Lektion notiert wird. So ist er beim Kurs immer anwesend und ich kann jeden Schüler kontrollieren. Im Basiskurs trainiert man dreimal die Woche, zwei Stunden jeweils und schließt den Kurs in 5 Monaten ab. Das Programm beinhaltet die Ausbildung in Prinzipien der persönlichen Sicherheit und wie man sich im Alltag verhält, um Risikosituationen zu vermeiden, die Verteidigung gegen Angriffe mit leerer Hand und die bewaffnete Auseinandersetzung. Für den bewaffneten Angriff unterrichte ich den Kampf mit Waffen. Man beginnt also, immer dieselbe Waffe zu benutzen, bis man mit jeder Art von Objekten trainiert: einer Tasse, einer Flasche, einem Stift, einem Mobiltelefon oder mit weichen

Waffen: einem Schal, einem Hemd, einer Jacke. In Eritrea verwendet man „Nezela“, einen Schal, den man zur Verteidigung und für den Gegenangriff nutzen kann. Er ist auch sehr wichtig, um sich mit leeren Händen gegen Waffen verteidigen zu können, aber nur als letzte Möglichkeit, wenn man keine Zeit hat, schnell eine andere Waffe zu finden. Das Erste, was ich beim GKP unterrichte, ist die beste Methode, um sich zu verteidigen und die Entfernung des Schusses bei Waffen in den Ländern, in denen sie erlaubt sind oder bei bestimmten Sprays in den Ländern, in welchen sie legal sind. Der Anti-Angriffs-Spray Der Spray kann nicht verwendet werden, wenn man drinnen ist, es windig ist oder andere Personen in der Nähe des Angreifers sind. Hier lehre ich, ihn als Objekt zum Schlagen zu benutzen. Ich habe lange Zeit verschiedene Kampfkünste erforscht, um ihre Funktionsweise zu verstehen, habe so mit der Zeit ihre Arbeitsweise begriffen und bin zum Sifu (Meister) im KungFu geworden. In meinem Kurs lehre ich nicht die Kampfkünste, aber ich werde


Ihnen beibringen, wie man das GKPSystem gegen andere Systeme sowie Angreifer auf der Straße anwenden kann. Diese Trainingsweise gewährleistet meinen Schülern so die erfolgreiche Anwendung des GKPSystems. Würde man nur innerhalb des GKP-Systems kämpfen, hätten sie keine Ahnung davon, was Kämpfer anderer Systeme machen könnten und heutzutage ist der gewöhnliche

Verbrecher sehr gut vorbereitet, auch im Kampf. Das GKP-System ist eine absolut vollständige Kampfmethode, es ist keine von einer Kampfkunst abstammende Selbstverteidigung. Später auf fortgeschrittenen Levels sollten sich die Studenten keiner anderen Kampfkunst nähern und werden so das Herz des GKP Meticcio Combat entdecken können.

Beim GKP hat das Messer eine große Bedeutung. Jede unserer Bewegungen wird vom Messer bestimmt und die Philosophie der Form, in der wir uns bewegen, ist die Philosophie des Messers. Aber wir verwenden weder das Messer noch werfen wir es, sondern machen mit Händen und Ellbogen dasselbe wie mit dem Messer: wir schlagen, wir schlagen, wir schlagen.


GKP STATION Bereits als ich klein war, brachte mich mein Vater dazu, zu trainieren, indem er mich mit seinen bloßen Händen und mit Waffen die Reifensäulen schlug. Als ich also begann, mich parallel zur Schulung meines Vaters in die Kampfkünste zu vertiefen, lernte ich ein asiatisches Training kennen, dass sich „die Holzpuppe“ nannte. Nach weiteren zwanzig Jahre Training zwischen Reifen und der Holzpuppe habe ich beschlossen, ein Werkzeug für den GKP zu kreieren. Es heißt GKP STATION. Sie können es verwenden, um mit leeren Händen, Stöcken und echten Messern zu trainieren, ohne die Werkzeuge zu beschädigen.

China 2011 reiste ich nach China, um den GKP vorzustellen, ich traf einen Freund, Meister im KungFu Wing Chun, den Meister Heman Leung. Er ist Präsident der Chin Woo-Vereinigung und Neffe des großen Meisters Yip Man. Der GKP fand große Akzeptanz in China, sowohl von seiner Seite aus als auch von anderen Meistern, besonders vom Großen Meister und Schauspieler Chiu Chi Ling. So kam es, dass sie mich einige Monate später erneut mit meinem Schüler zur Vorführung des GKP bei der 90-Jahres-Feier der Chin Woo-Vereinigung einluden. Das Event wurde in den chinesischen Zeitungen beworben und ebenso veröffentlichten sie ein vom Meister Hernan Leung verfasstes Buch. Als ich den GKP den chinesischen Kungfu-Meistern zeigte, erkannten sie den Anfang des sogenannten GKP: Kungfu aus Eritrea.

Eritrea 2011 kehrte ich nach vielen Jahren nach Eritrea zurück, und sie zeigten mir den GKP METICCIO COMBAT, von der Regierung autorisiert. Dieses letzte Event ist einzigartig, mehr als seltsam, da die Bedingungen der politischen Instabilität dazu führten, die Lehre von Kampftechniken zu verbieten.

Deutschland In Italien habe ich wenige, aber gute Ausbilder geschult, aber nun blicke ich in die Zukunft. Ich bin nach Berlin, Deutschland, umgezogen, ein europäischer Staat, der mich immer schon fasziniert hat, und mein Ziel ist es, den GKP METICCIO COMBAT in Europa zu verbreiten und dabei den Sitz in Berlin zu bewahren. An meiner Seite habe ich die Begleitung meines Lebens und die Ausbilder des GKP. Das ermöglicht uns, die Arbeit zusammen zu teilen, so wie das Leben.


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Im folgenden Artikel möchte ich wieder zu den Basics zurück kommen. In den vorherigen SDS-Concept Artikeln haben wir über die Prinzipien der Selbstverteidigung, Frauenselbstverteidigung, die verschiedenen brauchbaren Alltagsgegenstände (Never unarmed), Security Training und die Verteidigung mit flexiblen Gegenständen geschrieben. Diesmal gehen wir auf die Grundlagen der Handhabung des Self Defense Sticks wie Palmstick, Dulo, Kubotan etc. ein.

SDS-Concept - alles im Griff SDS, der Self Defense Stick ist ein ca. 8 - 15 cm langes Selbstverteidigungsinstrument, welches im SDS-Concept seine Anwendung findet. Aber auch alternative Gegenstände wie Löffeln, Kugelschreiber, zusammengerollte Zeitschriften, Taschenlampen, Handys und vieles mehr gehören zum Waffenarsenal von SDS-Concept. Essentiell für die Handhabung ist ihre Form, Eigenschaften, Material, Größe, Gewicht sowie Schwächen und Stärken. Dank der simplen Grundidee ist der SDS für jeden geeignet, der sich in Gefahrensituationen durch Einsatz eines Hilfsmittels sicherer fühlen möchte. Im Wesentlichen werden SDS oder ähnliche Gegenstände als Schlag-, Druck- und Hebelverstärker genutzt. Der SDS sollte einige Zentimeter länger sein als die Hand des Benutzers breit ist, so dass er, in der Faust gehalten, an beiden Seiten hervorragt. Im SDS-Concept wir der untere Teil als - der “Butt” - und der obere herausragende Teil als - der „Head“- bezeichnet. Der SDS wird so gehalten, dass sich die Faust über den Mittelteil ( "Body") des Gegenstandes schließt, und die Spitze und der Butt auf beiden Seiten jeweils herausragen. Variationen bei kleineren Gegenständen sind natürlich auch möglich, sodass entweder nur der Butt oder nur der Head herausragt. Zu den Basics im SDS-Concept gehören die unterschiedlichen Griffarten um den Stick richtig einzusetzen. Durch die unterschiedlichen Griffmöglichkeiten ergeben sich auch eine Fülle an Anwendungsmöglichkeiten. Wir nutzen den SDS als Schlag- oder Druckverstärker, für Hebeltechniken, zum Stechen, als Zange, zum Quetschen, Heraushebeln sowie als Peitsche.


Schlagverstärker Der SDS wird mittig gehalten (Hammergriff) und mit dem Butt (von oben nach unten oder horizontal) bzw. Head (von unten nach oben oder horizontal) geschlagen. Abhängig von der taktischen Anwendung sind die Trefferzonen der Kopf, Genitalbereich oder - um größere Verletzungen zu vermeiden - die Arme oder Beine.

Text: Peter Weckauf & Irmi Hanzal. Fotos: Mike Lehner


Druckverstärker Der Druck auf empfindliche Stellen (Schmerzpunkte) löst in der Regel eine bestimmte Reaktion bei dem Betroffenen aus, die in bestimmten Situationen zum Erfolg führen (z.B.: passiver Widerstand, Lösen von Griffen). Bevorzugte Punkte sind hier Nase, Ohren und Hals. Ziel ist es, den Angreifer nicht zu verletzen.

Zangengriff Der SDS wird fest in der Faust gehalten und mit dem Daumen spezielle Bereich (Haut, Ohren, Brustwarze, Genitalbereich, Finger) zusammengedrückt oder gehebelt. Diese Techniken werden hauptsächlich bei passivem

Hebelverstärker Hebeltechniken werden im Konfliktfall zur Kontrolle, Fixierung, zum Brechen von Gelenken in Notsituationen oder zur Aufgabebereitschaft des Angreifers genutzt. In den meisten Fällen werden beide Hände für die Hebeltechniken eingesetzt. Bevorzugte Ziele sind Hände und Arme. Im Training werden diese Techniken in sogenannten Hebelketten trainiert.

Stechen Der SDS wird fest mit dem Daumen in die Faust gepresst um ein Verrutschen nach hinten zu verhindern. Mittels dieser Griffvariante sind Stiche oder Stöße (z.B. zum Auge, Hals, Genitalbereich) sehr gut möglich.


„Wahre Größe zeichnet sich durch gegenseitigen Respekt vor der Leistung und dem Einsatz für alle Kampfkünste aus.“


Wiederstand (Security) oder um den Aggressor nicht zu verletzen, eingesetzt.

Quetschen Der SDS wird, nachdem das Handgelenk mit beiden Daumen gefasst wurde, an beiden Seiten festgehalten und zusammengequetscht. Diese Technik löst beim Angreifer einen Schmerz aus und in der Regel löst dieser den Griff (Hand oder Kleidung).

Befreien oder heraushebeln Der SDS ist auch als Druckverstärker beim Heraushebeln aus Griffen optimal einsetzbar. Speziell beim Fassen der Hände ist er durch das Auslösen eines punktuellen Schmerzes optimal für Befreiungstechniken zur Deeskalation geeignet.

Abschließend Die Idee unserer Artikelserie über SDS-Concept ist, unser System über unsere Grenzen hinaus bekannt zu machen und viele Interessierte zu inspirieren. Besonders unsere internationalen Anhänger in den vielen Ländern die keine Möglichkeit haben SDS-Concept persönlich mit uns zu trainieren liegen uns ganz besonders am Herzen. SDSConcept ist ein junges Europäisches System mit einer eigenständigen Identität mit klaren Strukturen und Konzepten. Eigenständigkeit bedeutet für uns aber nicht, dass es nicht auch Ähnlichkeiten und Überschneidungen mit anderen Systemen haben kann. Jeder Interessierte, Student, Instruktor und Meister existiert in der Gemeinschaft der Kampfkünstler und unser Weg ist es, diesen Weg mit möglichst Vielen gemeinsam zu gehen um sich gegenseitig zu inspirieren und ständig Lernende zu bleiben. Wahre Größe zeichnet sich durch gegenseitigen Respekt vor der Leistung und dem Einsatz für alle Kampfkünste aus. Ich möchte mich auch hier ganz besonders bei meinem Freund Alfredo Tucci bedanken, der mir hier eine einzigartige Plattform zur Verfügung gestellt hat, um von unseren Bemühungen auch Freunden aus der ganzen Welt berichten zu können.

Peitsche Der SDS wird mittig im Hammergriff gehalten, während, wie hier im Beispiel, der Schlüsselbund am oberen Teil (Head) herausragt. Der Schlüsselbund kann nun als Schlagwerkzeug auf längere Distanz peitschenartig eingesetzt werden.

Nächster Instruktorkurs März 2014 in Wien


AUTOR: SALVATORE OLIVA

REF.: DVD/TV2

TITEL: J.K.D. STREET SAFE: REF.: DVD/SALVA • DVD/SALVA2 TITEL: KNIFE FIGHTING: • DVD/SALVA3 • DVD/SALVA4 TITEL: PROFESSIONAL • DVD/SALVA5 FIGHTING SYSTEM: • DVD/SALVA6 TITEL: PROFESSIONAL • DVD/SALVA6 FIGHTING SYSTEMKINO • DVD/SALVA7

REF.: DVD/BL

AUTOR: B. RICHARDSON

MUTAI: TITEL: BRUCE LEE: DER MENSCH UND SEIN ERBE

AUTOR: RANDY WILLIAMS

AUTOR: JOAQUIN ALMERIA

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TITEL: TRIBUTE TO LEE BRICE AUTOR: TED WONG & CASS MAGDA

REF.: DVD/ALM4 TITEL: STREETFIGHTING! JEET KUNE DO

REF.: DVD/RANDY1 REF.: DVD/RANDY2 TITEL: WING TITEL: WING CHUN KUNG FU: CHUN KUNG FU: CHUM KIU SIU LIM TAO

TITEL: JKD STREET DEFENSE TACTICS: TITEL: EXPLOSIVE DUMOG TITEL: JKD STREET TRAPPING”

inglés/Español/Italiano inglés/Español/Italiano

AUTOR: TIM TACKETT

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TITEL: JEET KUNE DO BRUCE LEE’S YMCA BOXING

REF.: DVD/YAW2 TITEL: YAWARA KUBOTAN AUTOR: MASTER PEREZ CARRILLO

TITEL: JKD EFS KNIFE SURVIVAL AUTOR: ANDREA ULITANO

REF.: DVD/DP1 TITEL: 5 EXPERTS EXTREME STREET ATTACKS AUTOREN: VICTOR GUTIERREZ, SERGEANT JIM WAGNER MAJOR AVI NARDIA, J.L. ISIDRO & SALVATORE OLIVA

AUTOR: BOB DUBLJANIN

TITEL: JEET KUNE DO ELEMENTS OF ATTACK

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DVD/RANDY4 TITEL: CONCEPTS & PRINCIPLES

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TITEL: TITEL: ESPADA Y DAGA BUKA JALAN SILAT


Treffen der Drachen Sie sind ohne Zweifel die zwei Größten des Martial-Arts-Kinos. Einer der geniale Schöpfer, der originelle Künstler, die Sternschnuppe am Kampfkunst-Firmament. Der andere König der Ausdauer, Sympathie ohne Grenzen, Demut und Intelligenz, die die fruchtbarste und erfolgreichste Karriere des Martial-Arts-Kinos leiten. Beide eroberten auf ihre Weise die Herzen des Publikums und der Industrie wie niemand sonst in diesem Genre. Im Laufe der Jahre hat Pedro Conde, unser Bruce Lee-Experte, alle Äußerungen, die Jackie Chan über Bruce Lee gemacht hat, gesammelt. Ein seit ihrem ersten Treffen wiederkehrendes Thema, bei dem ein Jugendlicher von 18 Jahren aus der chinesischen Oper als Stuntman in einer Produktion mit Bruce Lee beteiligt ist, die Geschichte schreiben wird und einer neuen kinematographischen Sprache, Martial-Arts-Kino genannt, den Weg eröffnen wird. Zahlreiche Medieninterviews und viele Jahre Arbeit, kleine Zitate hier und dort, setzen diesen großartigen Artikel zusammen, für die Liebhaber des Action-Zelluloids und für die unzähligen Fans, die beide Persönlichkeiten weltweit haben. Text: Pedro Conde & Gladys Caballero Fotos: Pedro Conde & Budo International Archives ackie Chan wurde am 7. April 1954 in Hong Kong geboren. Im chinesischen Horoskop steht dieses Jahr unter dem Zeichen des Pferdes, ein Tier, das Kraft und Energie repräsentiert und dem Zeichen des Drachens sehr nahe steht, unter dem Bruce Lee geboren wurde. Die Familie von Jackie Chan kommt aus der Stadt Yintai, in der Provinz Shantung. Die Ethnie dieser Region ist in ganz China für ihre Korpulenz und Aggressivität bekannt, es sind Liebhaber der körperlichen Heldentaten, die der Welt große Krieger und Kampfkünstler gegeben haben. Zweifellos hat Jackie Chan

J

dem Blut der Shantung, das durch seine Venen läuft, alle Ehre gemacht. Der Vater von Jackie Chan war ein Profi im Kung Fu, Siu Hung Kun, aber er verdiente sich das Leben als Koch. 1940 zog er nach Hong Kong, um als Koch in einer ausländischen Botschaft zu arbeiten. 57, als Jackie ein Kind war, wurde der Kommissionär, für den sein Vater kochte, nach Australien versetzt. Bevor er ging, lud er seinen Koch und dessen Familie dazu ein, ihn in dieses Land zu begleiten. Sie nahmen an und so kommt es, dass Jackie Chan seine Kindheit in Australien


Martial-Arts-Kino „Dann wurde die Filmgemeinde 1971 von der Meldung über den neuen Schauspieler, den Raymond Chow unter Vertrag genommen hatte, erschüttert, aufgrund der großen Geldsumme, die niemand je zuvor verlangt hatte, obwohl dieser Schauspieler niemals zuvor hier oder im Westen eine Hauptrolle gespielt hatte.“ Jackie Chan verbrachte, eingegliedert in ein britisches Umfeld und Erziehung. Bald fing das Leid für Jackie Chan an, als sie ihn zur Schule schickten. So sehr seine Eltern auch darauf bestanden, versprachen und drohten, war Jackie Chan nicht nur unfähig dazu, in irgendeinem Fach gut zu sein, er hatte echte Probleme, die Kurse zu bestehen. Wo er wirklich herausragte, war im Sport, und er liebte es, Akrobatik zu machen. Im Gegensatz dazu langweilte ihn alles, was Seiten und Buchstaben hatte, und stieß ihn ab. Soweit, dass er es nicht schaffte, die Grundschule (EGB) abzuschließen. Jackie Chan kehrte 1961 nach Hong Kong zurück, um Kung Fu des Nordens unter den Fittichen eines guten Freundes seines Vaters, Sifu Yu Jim Yuen, zu erlernen. Dieser Meister gab zehn Jungen Kampfkunst-Unterricht, alle schlechte S c hüler, aber herv orragende S portler und Akrobaten. So begannen die härtesten zehn Jahre im Leben von Jackie Chan. In der Schule von Sifu Yuen lernte er, was die Worte Disziplin und Opfer bedeuteten, die Trainings hatten in Wirklichkeit weder Anfang noch Ende, da Yuen und seine Schüler gemeinsam lebten, jeder Moment oder jede S ituation war es wert, um k örperlic he und kämpferische Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Sifu Yuen stellte eine Gruppe Schüler zusammen, um bei der traditionellen chinesischen Oper zu spielen, und Jackie Chan befand sich darunter. Sie nannten sich „Ki Xiao Fu“ (so etwas wie „Die Gruppe der Sieben“), die von Yuen Lo (Jackie Chan), Yuen Biao, Yuen Wah, Yuen Corey, Yuen Miu, Yuen Tak und Yuen Ng Ming Choi gebildet wurde. Beim Beitritt der Akademie der chinesischen Oper des Meisters Yu Zhanyuan, in kantonesisch Yu Jim Yuen, begannen sie, Teil der „Familie“ zu werden und alle Schüler nahmen den Beinamen des Meisters an. Die Auftritte der Gruppe bestanden darin, Erzählungen und traditionelle Legenden darzustellen, geschmückt von vielfältigen und spektakulären Akrobatik. 1970 verließ Raymond Chow (Man Wai) die Shaw Brothers und baute sein eigenes Filmstudio auf, was er Golden Harvest nennen würde, mit ihm ging Jimmy Wang Yu, der männliche Star, damals der berühmteste von gesamt Südostasien. Er würde nicht der Einzige sein, auch der Regisseur Lo Wei begleitet ihn. Das neue Studio beginnt bei Null und Raymond versucht innerhalb seiner Möglichkeiten, die Ausgewähltesten und Erfahrensten jedes Gremiums unter Vertrag zu nehmen, er weiß genau, dass er abgesehen von Stars und Regisseuren auch einen

guten Choreographen braucht. Der Beste war Han Ying Chieh, also kontaktierte er ihn und machte ihm ein großes Angebot, sein Ziel waren 10 Filme pro Jahr. Han Ying Chieh sagte ihm, dass das unmöglich sei, dass er nur drei bis vier Filme, maximal fünf, übernehmen könne. Es war offensichtlich, dass Raymond einen anderen Choreographen brauchte, der Erfahrung hatte und dem er absolut vertrauen konnte. Also empfahl ihm Han Ying Chieh, seinen alten Assistenten und Vertrauten Sammo Hung einzustellen. Das alles würde am Anfang des Jahres 1971 passieren, nachdem „Ein Hauch von Zen“, das neuste Werk von King Hu, Premiere gefeiert hatte und einstimmig von Publikum und Kritik bejubelt wurde. Er wurde von Han Ying Chieh choreographiert und behielt sich und seinem Helfer eine Rolle als Bösewicht vor. In drei der fünf erfolgreichsten Filme Südostasiens hatte Han Ying Chieh den Posten als ActionRegisseurs eingenommen. Raymond Chow glaubte nicht an Zufälle, weshalb er seine Forderungen mit einer gewissen Zurückhaltung einwilligte. Sammo Hung war eben 19 geworden, er fing gerade an, weshalb ihm die Filme von geringer Qualität im Studio überlassen wurden. Fast alle Filme von Angela Mao Ying bei Golden Harvest waren ein Erfolg, zuerst in Asien und später im Westen, alle wurden von Sammo Hung choreographiert, der im Laufe der Zeit zu einem der Standbeine des Studios wurde. Dank ihm fanden viele seiner


Jackie Chan siempre ha sido muy respetuoso en sus declaraciones con respecto a Bruce Lee, reconociendo que si no hubiera sido por “El Pequeño Dragón”, él y otros muchos actores de Hong Kong no hubieran tenido la oportunidad de convertirse en estrellas y por supuesto, alcanzar la fama a nivel mundial. Bruce Lee abrió una senda que otros convirtieron en camino, fue el primer actor en la industria fílmica de Hong Kong en producir, dirigir, coreografiar y protagonizar sus propias películas, inclusive en escribir el guión de una de ellas.


Martial-Arts-Kino „Bruce Lee spielte mit seinem ganzen Körper, er hatte diese Fähigkeit, so war sein Charisma und seine Präsenz auf der Leinwand, die alle in den Schatten stellte, die ihn umgaben“ Jackie Chan Kollegen der Akademie Arbeit in der siebten Kunst, darunter: Jackie Chan. In jenen Jahren war die Filmindustrie Auslöser einer schweren Krise, die die chinesische Oper durchdrang. Das Publikum zog es vor, ins Kino zu gehen, als in ein Theater, um Erzählungen und traditionelle Legenden zu sehen, die oft mit mehr technischen Mitteln und Spezialeffekten auf Leinwand gebracht wurden. Deshalb mussten die Mitglieder, die die Opernkompanien bildeten, Arbeit in den Filmstudios suchen, um weiterleben zu können. Die Kompanie oder Gruppe von Sifu Yuen war keine Ausnahme, Sammo Hung kümmerte sich darum, dass viele seiner „Brüder“ der Akademie Arbeit in den Studios als Statisten oder, gut für ihre kämpferisches und akrobatisches Können, als Stuntmen fanden. Dazu erinnert sich Jackie Chan: „Alles begann 1970, als Raymond Chow, ein hoher Manager bei Shaw Brothers, des Studios müde wurde und beschloss, sich selbstständig zu machen und die Kompanie Golden Harvest zu gründen, die aus dem Nichts entstand, aber die Arbeit von unabhängigen Produzenten vertrieb. Raymond Chow wusste, dass er etwas Großes machen musste, damit ihn die Filmwelt beachtete. Dann wurde die Filmgemeinde 1971 von der Meldung über den neuen Schauspieler, den Raymond Chow unter Vertrag genommen hatte, erschüttert, aufgrund der großen Geldsumme, die niemand je zuvor verlangt hatte, obwohl dieser Schauspieler niemals zuvor hier oder im Westen eine Hauptrolle gespielt hatte. Er war Chinese, geboren in Amerika, und seine Rolle in einer bekannten amerikanischen Fernsehserie hatte ihn dort und in Hong Kong zu einer Kultfigur gemacht. Sein Name war Bruce Lee, Lee Siu Lung oder „kleiner Drache“, Lee auf kantonesisch“. Der Vertrag mit Bruce Lee war ein Präzedenzfall ohnegleichen in der Kinematographie der Britischen Kolonie. Raymond schloss eine sehr, sehr risikoreiche, in allen Medien kommentierte Wette ab.


Jackie Chan


Martial-Arts-Kino „Bruce Lee spielte mit seinem ganzen Körper, er hatte diese Fähigkeit, so war sein Charisma und seine Präsenz auf der Leinwand, die alle in den Schatten stellte, die ihn umgaben“ Jackie Chan „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ hatte am 31. Oktober 1971 in Hong Kong Premiere. Bruce Lee erstaunte das Publikum allgemein und Kritiker im Besonderen, etwas wirklich Unglaubliches und Unerwartetes, da in Hong Kong bereits alle mit den Kampfkünsten vertraut waren. Jackie Chan wusste, warum er alle auf diese Weise beeindruckte: „Der Film zeigte eine neue Art von Held, stärker, schneller und sehr viel aufregendere Kämpfe, so schnell und tödlich wie der Angriff einer Kobra, aufs Wesentliche reduziert. Im Unterschied zur Strenge des Kampfkunststils der Fechtkünstler in den Filmen, die Shaw Brothers produziert hatte, wirkten dieser Film brutal und die Schläge glaubhaft. Die Persönlichkeit von Bruce Lee war nicht stoisch, mit edler Seele, der sein Leben lang nach ehrenhafter Rache suchte. Er war ein Straßenkämpfer, ein jugendlicher Delinquent, den sie wegen seiner Leidenschaft für den Kampf aus dem Haus geworfen hatten. Zusammengefasst: er war ein realer Mann“. „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ hatte gleichzeitig in 16 Kinos Premiere, etwas absolut unglaubliches und seltenes in der damaligen Zeit, vor allem bei einer Lokalproduktion. Von seinem ersten Tag der Ausstrahlung an schlug er alle Rekorde, er schaffte es, 372.000 Dollar in Hong Kong an nur einem Tag einzunehmen und alle Vorstellungen waren ausverkauft. Er erzielte mehr als eine Million Dollar Gewinn innerhalb von drei Tagen und ging damit in die Geschichte ein. So wurde er in kürzester Zeit (19 Tagen) zum erfolgreichsten Film in der Geschichte der Kolonie. Das prägte viele Leute, die in der Filmindustrie arbeiteten, und Jackie Chan war keine Ausnahme: „Als meine Kollegen der Akademie und ich den Film sahen, fanden wir uns in einer großen Personenmenge wieder, die bereits Stunden wartete, um Eintrittskarten zu ergattern. Ohne unsere akrobatischen Fähigkeiten hätten wir sie niemals bekommen, sie wiesen uns den Weg zu einem geöffneten Fenster auf der Hinterseite des Kinos und wir schleusten uns ein, ohne dass sie es merkten. Obwohl wir nicht bezahlten, waren wir geistig darauf vorbereitet, den Film zu hassen, wir wollten es


Bruce Lee


Jackie Chan war immer sehr respektvoll in seinen Erklärungen über Bruce Lee und räumte ein, ohne „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ hätte er und viele andere Schauspieler aus Hong Kong nicht die Gelegenheit gehabt, zu Stars zu werden und natürlich weltweit Berühmtheit zu erlangen. Bruce Lee öffnete einen Pfad, den andere zu einem Weg machten, er war der erste Schauspieler der Filmindustrie in Hong Kong, der bei seinen eigenen Filmen Produzent, Regisseur, Choreograph und Hauptrolle war, bei einem davon schrieb er sogar das Drehbuch.


Martial-Arts-Kino „Die Leute haben soviel über ihn geredet, sie könnten tausende dicke Bücher füllen und würden ihm immer noch nicht gerecht werden. Er besaß enormes Charisma, eine körperliche Präsenz, die du nicht ignorieren konntest. Wenn er mit dir im Raum war, war es unmöglich, ihm keine Aufmerksamkeit zu zollen und es war sehr schwierig, jemand anderen zu beachten.“ Jackie Chan


wirklich. Nach alldem war Bruce Lee ein Chinese aus Übersee, der aus dem Nichts gekommen war und hundertmal mehr als wir verdiente und welchem ganz Hong Kong aus der Hand fraß. Wir wollten das Gleiche machen, konnten aber nicht. Der Film war all das, was unsere Filme nicht waren, wahrscheinlich würde „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ heute nicht mehr beeindrucken, aber für uns, damals, war er eine Offenbarung“. Tatsächlich war er für viele eine Offenbarung, und im Gegensatz dazu ließen

sich andere, aus Neid oder Argwohn, nicht so beeindrucken. Jackie Chan befand sich unter letzteren: „Genau das, was ich sagte, meinte Sammo Hung beim Rausgehen und schlug seine Faust in die Luft. „Ein echter Kampf, ein echter Held, das gefällt mir“. „Bah, das ist nichts“, sagte ich. „Wenn du glaubst, dass das so echt ist, wie ist es dann möglich, dass ihn, wenn er mit einer so großen Gruppe kämpft, nur einer nach dem andern angreift?“ „Genau, das passiert nicht im echten Leben“, bestätigte Yuen Biao. „Wir alle haben Blutergüsse, die das beweisen“. Sammo schüttelte den Kopf und verabschiedete sich von uns mit einer Geste, „ihr wisst nicht, was ihr da sagt, ich wette, das ist der Anfang von etwas Großem und wenn ich mich irre, werde ich meine Worte zurücknehmen.“ „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ war nicht nur in Hong Kong ein Kassenschlager, sondern in ganz Asien. Sein Erfolg machte Bruce Lee zum größten Star von Hong Kong und dank ihm wurde Golden Harvest, anfangs ein bescheidenes Filmstudio, zu einem ernsten Gegner für die Shaw Brothers. Dazu sagt Jackie Chan: „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ gab der Filmindustrie eine totale Wendung. Shaw Brothers war immer der indiskutable König des Kinos in Hong Kong, praktisch ein Monopol. Sie hatten die größten Schauspieler, die besten Regisseure und ein großes Budget, aber Golden Harvest veränderte alles, als sie Bruce Lee verpflichteten. Die Shaw hatten sich geirrt und nun hatte das Studio gemerkt, dass es nicht unbesiegbar war. Alle wussten, dass Bruce Lee zuerst zu Shaw Brothers gegangen war und sie ihm einen Standartvertrag angeboten hatten, es war gerade genug, um zu überleben. Bruce Lee rächte sich wegen dieser Beleidigung Millionen mal, einmal für jeden Dollar, die er auf die Bankkonten von Golden Harvest spielte. Währenddessen suchte jeder unabhängige Produzent, jedes ausführende Studio und jeder Kinomagnat verzweifelt nach irgendeinem Kampfkünstler, der ihm ähnelte, so redete, spielte oder kämpfte wie der Drache, sie suchten den neuen Bruce Lee. Das brachte allen viel Frustration, auch uns, denn immer, wenn wir uns nachmittags trafen, um zu trinken und zu reden, endete das Gespräch immer auf


Martial-Arts-Kino dieselbe Weise: - „Was hat Bruce Lee, was wir nicht haben? - Was ist das Geheimnis seines Erfolgs?“ Jackie Chan wollte, so wie alle, die in der Filmindustrie arbeiteten, in einem Spielfilm mit dem neuen Phänomen zusammenarbeiten und „live und direkt“ das Geheimnis seines Erfolgs sehen, aber war eine Chance da, das zu tun? „Alles begann mit einem Anruf meines „großen Bruders“: „Hey große Nase“, sagte Sammo, „ich hab ein Angebot für dich.“ Sie hatten Sammo aus den Büros von Golden Harvest angerufen, wo er als Koordinator für die Stuntmen arbeitete. Ich hörte mit großer Aufregung zu, wie er mir von dem neuen Film, den Golden Harvest drehen würde, erzählte, der in der Epoche der japanischen Besetzung in China angesiedelt war. „Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai“ war eine Geschichte von Rivalität und Rache zwischen zwei Kampfkunstschulen, einer chinesischen und einer japanischen. Es gab einige Rollen für Stuntmen. „Und du kannst eine haben“ sagte Sammo, „wenn du willst...“ Bevor ich ja sagen konnte, fügte Sammo hinzu, als ob er meine Gedanken lesen würde: „Oh ja, der Star des Films ist Bruce Lee“. Ich begann, wie verrückt ins Telefon zu schreien, Sammo lachte über meine Reaktion. „Ich vermute, das heißt ja, oder? Gut, stelle dich bei Golden Harvest frühmorgens vor. Wenn du zu spät kommst, Pech gehabt, also vermassle es nicht und vergiss nicht, du schuldest mir einen großen Gefallen“. Ich wusste, dass er mich immer daran erinnern würde. Solang ich am Set war, verpasste Sammo niemals die Gelegenheit, mich dazu zu bringen, ihm „in den Hintern zu kriechen“, als wir zusammenarbeiteten, aber wenn es irgendwann gerechtfertigt war, dann da.

Natürlich: Ich würde ihn beobachten, hören und von ihm lernen und wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich dem Kleinen Drachen zeigen, wozu ein Junge aus Shandong fähig war. Als ich am nächsten Morgen beim Dreh angelangt war, merkte ich, dass alle angeseheneren Stuntmen für das Projekt engagiert worden waren. Ein „Hallo“-Schrei zog meine Aufmerksamkeit auf sich und ich sah Yuen Biao, mit den Händen in den Hosentaschen stehend, bei ihm fand sich ein schlaksiger Junge und sofort erkannte ich ihn als den großen Bruder Yuen Wah. Es war Zufall, dass er als Double für Bruce Lee verpflichtet worden war, teils wegen seinen beeindruckenden Fähigkeiten und teils wegen der Tatsache, dass die Gestalt seines Körpers zur Schlankheit Bruce Lees passte, schnell und explosiv wie eine Peitsche“. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Lo Wei und Bruce Lee waren überall bekannt und merkwürdigerweise war Jackie Chan bei seinem ersten Treffen mit dem „kleinen Drachen“ Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen ihnen... „Die Ähnlichkeit zwischen Bruce Lee und Yueh Wah war sogar noch offensichtlicher, als Bruce Lee beim Dreh auftauchte und den Kopf mit kaum verborgenem Wut schüttelte. Worin Yuen Wah ihm nicht gleichkommen konnte, war der intensive persönliche Magnetismus von Bruce Lee, sogar


Martial-Arts-Kino wenn er nur ging. Der Grund seiner Wut war, dass hinter ihm direkt der Regisseur des Films, der berühmte Lo Wei, war. Er hatte zahlreiche erfolgreiche Filme gemacht, darunter auch das Debut von Bruce Lee „Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li“ und er prahlte damit, der erste Millionär unter den Regisseuren in Hong Kong zu sein. Die Stuntmen, die mit ihm arbeiten, hatten eine andere Meinung zu seinen Fähigkeiten, denn mehr als für diese Angeberei war er dafür bekannt, während der Dreharbeiten in seinem Sessel einzuschlafen und noch schlimmer. Lo Wei war ein Spieler, der den Pferderennen größere Bedeutung zumaß als den Szenen, die gerade gedreht wurden, er machte sogar das Radio lauter, um die Übertragung der Rennen von Happy Valley zu hören. Wenn es jemand wagte, die Übertragung zu unterbrechen, trat sein schlechtes Temperament zutage, er begann, die Person anzuschreien und sie vom Set zu werfen, so konnte er in Frieden mit seinen Pferden fortfahren. Es war deutlich, dass Bruce Lee nur Verachtung für diesen Mann empfand, der sich selbst als den „Mentoren des Drachen“ bezeichnete. „Das Zitat war außerhalb des Zusammenhangs“ räusperte sich Lo Wei, der hinter Bruce Lee ging. „Das waren deine Worte, oder?“ antwortete Bruce Lee. „Ich habe niemals gesagt, dass ich dir das Kämpfen lerne“ antwortete Lo Wei, um seinen Star zu beruhigen. „Ich habe nur gesagt, dass ich dir das Kämpfen für die Kameras beibringen, das Talent, das ist deins, Bruce, ich habe dich nur geschliffen“. Wir beobachteten diese Szene uneinig, unsicher, ob wir dazwischen gehen sollten oder nicht. Es wirkte, als würde gleich etwas Schlimmes passieren, aber nach alldem waren wir nur Stuntmen. Welches Recht hatten wir, uns zwischen den Regisseur des Films und seinen Star zu stellen? Der düstere und rasende Blick im Gesicht von Bruce Lee ließ spüren, dass die Tage von Lo Wei gezählt waren. Gerade als die Situation zu explodieren schien, berührte eine kleine Hand die Schulter von Bruce Lee, es war Liu Lianghua, die Frau des Regisseurs. „Bitte Siu Lung“, sagte sie, „nimm nicht so ernst, was mein Mann sagt, seine Worte sind nicht beleidigend. Alle wissen, dass Sie der Meister sind und wir einfache Schüler“ Bruce Lee ließ seine Fäuste sinken und seine Schultern entspannten sich. Zufällig machte Lo Wei einen Schritt auf die Seite und stellte sich hinter den schlanken Körper seiner Frau. „Es ist gut, Frau Lo“, sagte Bruce Lee schließlich, „aus Respekt zu Ihnen werde ich vergessen, was passiert ist, aber wenn ihr Mann noch einmal den Reportern von mir erzählt, werde ich ihm eine Lektion darin geben, wie man kämpft.“ Dann verließ Bruce Lee kopfschüttelnd die Kulissen. Lo Wei erblasste, „War das eine Drohung?“ schrie er und drehte sich beunruhigt zu uns. „Er hat mich bedroht? Ihr alle seid Zeugen!!“ Alle Stuntmen hatten widerstrebend beobachtet, wie Lo Wei sich hinter den Röcken seiner Frau versteckt hatte und nun hatten wir ihm nichts zu sagen. Lo Wei blickte uns an und sein Gesicht verriet eine Mischung aus Angst und Ärgernis, wir drehten uns um und fuhren mit unserem müßigen Gespräch fort. „Auf geht’s Jungs, wir haben einen Film zu drehen“, brüllte Sammo, während er die Filmkulisse betrat, „hör auf zu reden und beweg dich“ sagte er dem Kameramann, der sich hinter ihm befand. Als Sammo und der Kameramann ankamen, standen wir schnell auf, unsere Gesichter wachsam und unsere Körper aufmerksam. Ich glaube, unsere Haltung zu unserem neuen Regisseur war sehr deutlich... Wie Jackie Chan vorher erklärt hat, wusste er, dass das eine große Gelegenheit war, die er nutzen musste. Trotz seinem jungen Alter (17 Jahre) tat er alles, um unter so vielen Doubles hervorzustechen und zu zeigen, zu was ein Junge aus Shandong fähig war. Er erschien kurz in einer Szene, in der er mit einem Mädchen auf dem Hof der Ching Wu-Schule kämpfte. Trotzdem war es nicht diese Szene, mit der er auf sich aufmerksam


Jackie Chan


machen, es würde eine andere sein, die auf der Netzhaut tausender Zuschauer eingraviert bleiben sollte. Es war die Szene, in der der den Bösewicht Suzuki doubelte, er wurde mit einem Tritt durch die Luft geworfen und durchschlug die Soji (die Papierwand des Hauses), fiel auf den Rasen des Gartens, auch wenn man, leider, nicht das Gesicht sah... „Um die Szene zu erklären, hatte Bruce Lee das gezeichnet, was der Fall von Susuki sein sollte. Der Stuntmen, der sie machen würde, sollte die Papierwand durchschlagen und fünf Meter dahinter fallen. Die einzige Möglichkeit, das zu tun, war, ein Seil zu verwenden. Das Problem dabei war, dass sie an dir ziehen, aber nicht den Fall abdämpfen konnten. Hier war die Gefahr, weil der Gurt am Rücken ausgerichtet war und man nicht darüber fallen durfte, da du dir ernsthaft die Wirbelsäule verletzen konntest. Bruce Lee bat einen Freiwilligen, aber niemand traute sich, es zu tun, trotzdem bot ich mich an. Als sie mir ihn anlegten, verstand ich, warum niemand der Stuntmen es tun wollte. Aber ich denke nie an das Risiko, nur, dass alles gut gehen würde. Als alles bereit war, näherte sich Bruce Lee und prüfte, dass man den Gurt auch nicht sah oder merkte, dann sagte er: „OK, gehen wir dorthin“ und sagte mir ins Ohr: „Viel Glück, Junge“. Also stieg ich auf den Tisch, stellte mich auf die geeignete Höhe, gab Bruce Lee ein Zeichen und er schrie: „Action!“. Dann spürte ich einen enormen Ruck und wurde nach hinten geschleudert. Nach einigen kurzen Augenblicken merkte ich, dass ich fiel, also entspannte ich meine Muskeln und drehte mich auf eine Seite, um zu rollen und nicht auf der Wirbelsäule oder dem Hals zu landen. Ich spürte großen Schmerz und Nebel verdunkelte meine Augen. Als ich aufwachte, waren Sammo Hung, Lo Wei und Bruce Lee sehr besorgt. Mit ihrer Hilfe richtete ich mich auf und sagte ihnen, dass es mir gut gehe. Und dann sagte Bruce Lee zufrieden: „Sehr gut Junge, das ist eine Aufnahme!!!“

„Für mich war und ist er weder Bruce Lee, der mächtige Drache, er war und wird immer Bruce Lee, ein großer Meister, eine starke Person und ein guter Mensch sein.“ Jackie Chan „Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai“ wurde am 22. März 1972 ausgestrahlt, mit überwältigendem Erfolg, beispiellos in der Filmkunst von Hong Kong. Es war offensichtlich, dass ein neuer Star in der siebten Kunst Südostasiens Erfolg haben würde, aber welche Meinung


Die zwei linken Fotos des oberen Teils: Yueh Wah, Kollege von Jackie Chan in der Akademie und Akrobatik-Profi, doubelte Bruce Lee in den Überschlägen, die er durchführt, nachdem er Sammo Hung im Kampf besiegt hat, zu Beginn von „Der Mann mit der Todeskralle“. Zudem führte er den Salto Mortale nach hinten durch, im Kampf mit Bob Wall. Der „kleine Drache“ war ein Kampfkunstprofi, kein Akrobat.

„Er war gut als Kampfkünstler, aber durch seine Berühmtheit übertrieb man bei seiner Qualität.“ Jackie Chan hatte Jackie Chan von Bruce Lee, nachdem er mit ihm gearbeitet hatte? „Wenn man ihn kennenlernte, war er ein impulsiver Mann, besessen von der Perfektionierung seiner selbst, dazu bestimmt, seine Ziele zu erreichen. Während dem Dreh arbeitete er für zehn, choreographierte Kämpfe, wies jeden Einzelnen von uns an, was er von uns wollte und beobachtete sogar hinter der Kamera alles, um sicherzugehen, dass das auf der Leinwand exakt das war,

was er in sich in seinem Kopf vorgestellt hatte. Lo Wei konnte der Regisseur des Films sein, aber Bruce Lee hatte das Kommando und jeder beim Set wusste das. Lo Wei war zufrieden, er ließ ihn die Kontrolle übernehmen, da das weniger Arbeit für ihn bedeutete. Zudem würde Lo Wei nach dem hässlichen Vorfall zu Beginn der Produktion nicht eine Auseinandersetzung mit seinem so temperamentvollen und gefährlichen Star wagen“. „Fast alle“ waren einstimmig der Meinung, dass der Erfolg des Spielfilms dem „kleinen Drachen“, seinem Star, zu verdanken war, aber einige glaubte weiterhin, es sei seinem Regisseur generell und besonders Hang Ying Chieh geschuldet. Bruce Lee war überdrüssig zu diskutieren und wollte die Dinge auf seine Weise machen, er zeigte so allen, dass er der einzige Urheber des Erfolgs war. In „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ arbeitete er als Drehbuchautor, ActionRegisseur, Stuntmen-Regisseur und Hauptrolle. Das war eine große Lektion, sie zeigte Jackie Chan den Weg, den es zu beschreiten galt... „Ein großer Teil des Erfolgs von Bruce Lee lag daran, dass er ein guter Schauspieler war, er verstand etwas von Fotographie und konnte zudem choreographieren und Regie führen. Niemand dominierte damals so viele Gebiete. Heute, ja, ist es häufiger, weil wenn du erfolgreich sein willst, musst du alle Einzelheiten dieser Arbeit kennen“ Nach einem weiteren grandiosen Erfolg, der die vorherigen Spielfilme übertraf, engagierte sich Bruce Lee beim Dreh von „Bruce Lee – Mein letzter Kampf“, der von einem anspruchsvolleren Projekt, einer Mammutproduktion der U.S.A. & Hong Kong, unterbrochen wurde, die erste


Koproduktion, die in der Kolonie von einem großen Studio in Hollywood durchgeführt werden würde. In diesem großen Film forderte man eine große Anzahl Stuntmen und natürlich beteiligte sich Jackie Chan ebenso daran n... „Während wir „Der Mann mit der Todeskralle“ drehten, war ich hinter der Kamera und wartete, ich sah Bruce Lee die Choreographie des Kampfes vorbereiten. Als alles fertig war, war es an mir, anzugreifen, ich begann und plötzlich vernebelte sich mein Blick, weil er mich mit dem Stock direkt hinter den Kopf schlug – er zeigt die exakte Stelle – er täuschte sich und verschätzte sich, ich tat gar nichts, empfing den Schlag und fiel zu Boden, mir war schlecht. Von dort aus blickte ich Bruce Lee an und er machte keine Bewegung, er beobachtete alles, er spielte weiterhin, drehte sich und blieb still, bis der Regisseur rief „Schnitt“, dann drehte er sich um und sagte: „Oh mein Gott“ und lief zu mir, sich entschuldigend. „Es tut mir Leid, es tut mir Leid“. Vor viele Kino-Stuntmen half er mir, aufzustehen und begann, mich um Entschuldigung zu bitten, mich schmerzte der Schlag, aber ich begann, mich zu erholen, ich war jung und zäh. Ich kam von der Oper in Peking, trotzdem gab ich vor, sehr verletzt zu sein, ich wollte die Aufmerksamkeit von Bruce Lee auf mich ziehen und dass er mich solange wie möglich festhielt. Den ganzen Tag

lang jammerte ich, danach während der gesamten Nacht. Wenn er mich von weitem sah, machte er mir Zeichen und fragte mich, wie es mir gehe, ich sagte ihm besser und als er sich umdrehte, massierte ich die Stelle, als ob sie immer noch schmerzen würde“. Diese Szene war eine von vielen, an welchen er beteiligt war, wie die, in der er angreift und von Bruce Lee mit dem philippinischen Tabak-Toyok geschlagen wird und in ein säurehaltiges Schwimmbecken fällt. Zudem schritt Jackie Chan in einer kultigen Szene ein: als Bruce Lee unbarmherzig einen der Wächter von Han den Arm bricht... „Das Leben eines Stuntman war nicht einfach, auch nicht für einen Jugendlichen mit Erfahrung in der chinesischen Oper. Damals gab es nicht viel Arbeit, die Löhne waren niedrig und die Arbeitsbedingungen strapaziös. Unfälle, sogar tödliche, waren häufig, es gab keine Syndikate und kaum Verträge. Es gab auch keine Computer-Spezialeffekte, du musstest alles selbst machen, und wenn du dir Schmerz zugefügt oder dich verletzt hattest, hast du einfach nicht mehr gearbeitet. Wir Stuntmen hatten eine sehr eigene Lebensphilosophie: lebe schnell und genieß jede Minute, es könnte deine letzte sein. Um mehrere Tage an einem Film arbeiten zu können, musste man zwei Regeln beachten: Zeig niemals, dass du

besser bist als der Star und versuche, seitlich oder mit dem Rücken zur Kamera aufzutreten, damit dich das Publikum nicht wieder erkennt, so konnten sie dich mehrere Male in ein und derselben Produktion umbringen. Bei „Der Mann mit der Todeskralle“ brach ich einer dieser Normen, es war in der Szene, in der Bruce Lee mir im Keller den Arm bricht. Ich war sehr jung, 18 Jahre alt und ich war so stolz darauf, in jener Szene frontal der Kamera gegenüberzutreten und dass mich alle erkannten, aber ich täuschte mich. Das Publikum fixierte sich nur auf den Gesichtsausdruck von Bruce Lee und seine Muskulatur. Bruce Lee spielte mit seinem ganzen Körper, er hatte diese Fähigkeit, so war sein Charisma und seine Präsenz auf der Leinwand, die alle in den Schatten stellte, die ihn umgaben“. Bei Drehschluss von „Der Mann mit der Todeskralle“ hatte Jackie Chan die Gelegenheit, mit dem „kleinen Drachen“ zusammenzutreffen, das würde ihr letztes Treffen sein... Im Juli 1973 traf ich Bruce Lee, als ich aus dem Studio ging, und er sagte mir: „Hey Jackie, wohin gehst du?“ und ich antwortete ihm: „Ich gehe zum Kegeln“, dann fragte er mich, ob er mich begleiten könnte. Mir fehlten die Worte. Ich wäre zum Bahnhof gegangen, da die Taxis sehr teuer für mich waren, aber ich war so stolz...Bruce Lee würde mit mir zur Bowlingbahn gehen, also nahmen wir


Martial-Arts-Kino Bruce Lee war berühmt für sein kontrolliertes Verhalten, das ihn dazu führte, trotzdem diese Szene mit dem Stock weiter zu drehen, in der er sich verschätzte und Jackie Chan mit seinem Schlag eine große Beule verursachte.


„...der Drache kein Märchen war, kein Gott, er war ein Mensch. Er war ein Mann, den du bewundern, aber nicht anbeten musstest.“ Jackie Chan


Martial-Arts-Kino ein Taxi. Als wir ankamen, starrten alle Bruce an und ich fühlte mich plötzlich groß, alle wollten, dass er irgendwo unterschrieb, also war ich wie sein Leibwächter. „Nein, nein, nein, geht weg. Haltet euch fern von Bruce“. Er wollte nicht bowlen. Er stand einfach dort und sah mir zu, wie ich spielte. Ich war sehr gut, tatsächlich habe ich viele Trophäen und wollte angeben, aber jedes Mal, wenn ich mich umdrehte, um zu sehen, ob er beeindruckt war, waren seine Augen leer, mit verlorenem Blick. Schließlich sagte er, dass er gehen musste und rief ein Taxi. Während er in das Taxi stieg, sah ich, wie er die Hose

hochhob und ich entdeckte Stiefel mit hohem Absatz. Niemals zuvor hatte ich bemerkt, wie klein er war. Ich habe mich immer an diese Schuhe erinnert, sie waren sehr merkwürdig. Beim Verabschieden sagte ich ihm: „Tschüss, Bruder Drache“. Er blickte mich an, als ob er noch etwas sagen wollte, aber er machte es nicht. Das war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Sechs Tage später hörte ich, dass er gestorben war, ich konnte es nicht glauben. Ich fuhr ins Studio und dort bestätigten sie es mir, ich realisierte, dass er tot war und dass das kein Verkaufstrick war.“ Nach diesem unersetzbaren Verlust versuchte die Filmindustrie der

Kolonie, seinen Nachfolger zu finden, jemanden, der weiterhin Millionen Dollar generieren würde, dank Bruce Lee wurden die Kampfkünste weltweit bekannt, man musste mit dieser Goldader fortfahren... Nach dem Tod von Bruce Lee hielten sich alle Schauspieler in Hong Kong für den neuen Bruce Lee, alle wollten ihn imitieren. Ich erinnere mich, dass es eine Zeit gab, in der viele Bruce Lee-Klone existierten, vor allem auf kommerzieller Ebene, außerhalb Chinas, wo diese Filme ausgestrahlt wurden. Es gab Bruce Li, Bruce Lai, Bruce Liang, etc. Sogar ich selbst stellte den zweiten Bruce Lee (Fist of


Bruce Lee fury II) dar. Von weitem wirkte der Kinoaushang so, als wäre Bruce Lee der Hauptdarsteller, später von nahem konnte man Jackie Chan erkennen. Die Leute gingen vorbei und sagten, wow, schaut, der neue Film von Bruce Lee. Also begann ich darüber nachzudenken, wie ich mich von Bruce Lee abgrenzen könnte, für mich war er ein Superheld, aber ich bin kein Superheld. Wenn er schlug, machte er (er führt eine Technik vor und mimt die Spannung und das Gesicht von Bruce Lee), ich beschloss, das Gegenteil zu machen (er schlägt und beschwert sich, setzt ein komisches Gesicht auf). Er schlug mit hohen Tritten, ich machte sie tief, weil ich dachte, dass das etwas ist, was er gemacht hatte und nun war es zu seinem Stil und seiner Art, die Dinge zu tun, geworden. Aber ich beschloss, mein eigenes Ding zu machen, fügte neue Elemente hinzu, wie Überschläge und Akrobatik in den Kämpfen, zwischen Tischen zu springen und andere komplizierte Bewegungen. Das hießt: Ich entschied mich dafür, meinen eigenen Stil oder meine Weise, die Dinge zu tun, zu kreieren. In der Oper in Peking hatte ich das Singen gelernt, aber auch Akrobatik und Kampfkünste, nicht nur mit Tritten und Faustschlägen, wir machen auch Überschläge, wir hatten gelernt, Lanzen, Schwerter, Waffen und andere Objekte zu führen, die auf der Bühne kombiniert wurden, es war wie die Fusion der chinesischen Kampfkünste. Und all das wollte ich auf die Leinwand bringen, aber auf meine Weise. Ich versuchte nicht, mit Bruce Lee zu konkurrieren. Er war der Erste. Ich wollte Jackie Chan sein. Tatsächlich nahm sich Jackie Chan vor, er selbst zu sein und eine andere Art von Helden in „Die Schlange im Schatten des Adlers“ und in „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ darzustellen, er schaffte, was für einige unmöglich war: Die Rekorde der Einnahmen von den Filmen Bruce Lees in Südostasien zu brechen, im Westen brauchte es ein bisschen länger... Bruce Lee wurde wie ein großer Meteorit berühmt: schnell und plötzlich. Das erklärt, weshalb er plötzlich unter großem Druck stand und ich

glaube, dass er nicht immer dazu fähig war, mit dieser Situation umzugehen. Die Leute in seinem Umfeld benahmen sich fast hysterisch und hoben ihn so schnell auf ein Podest und übertrieben, so wie sie versuchten, ihn mit Skandalen und anderen Geschichten zu vernichten. Er war gut als Kampfkünstler, aber durch seine Berühmtheit übertrieb man bei seiner Qualität. Es gab zum Beispiel, wenn er einen schnellen Tritt machte, eine Gruppe Leute, die sofort sagten, dass es in echt drei Tritte gewesen waren, die wir aber aufgrund ihrer Schnelligkeit nicht wahrnehmen konnten. Ich glaube, das passierte oft bei allem, was Bruce Lee betraf. In meinem Fall glaube ich, ich habe mir den Ruhm gelassener erworben, in dem Sinn, dass ich ihn schrittweise erreicht habe (zuerst als Schauspieler der Pekinger Oper, später als Action-Stuntmen, später als Nebenrolle und schließlich als Schauspieler und Regisseur von Kampfkunst-und Actionfilmen). Zudem habe ich in dem Umfeld, in dem ich aufwuchs und herangereift bin, viele Stars kennengelernt und auch ihre Dekadenz mit eigenen Augen gesehen. Davon habe ich viel gelernt. Jackie Chan hatte die Möglichkeit, mit Bruce Lee in zwei Filmen zu arbeiten, wo er ihn kennenlernen und beobachten konnte und seine kämpferischen Qualitäten jenseits der Kamera überprüfen konnte. Aber welche Schlüsse hat er aus alldem gezogen? Was denkt er über den „kleinen Drachen“? „Die Leute haben soviel über ihn geredet, sie könnten tausende dicke Bücher füllen und würden ihm immer noch nicht gerecht werden. Er besaß enormes Charisma, eine körperliche Präsenz, die du nicht ignorieren konntest. Wenn er mit dir im Raum war, war es unmöglich, ihm keine Aufmerksamkeit zu zollen und es war sehr schwierig, jemand anderen zu beachten. Er war ein unglaublicher Kampfkünstler, so gut, wie die Leute sagen. Ich glaube nicht, dass ich ihn in einem Kampf besiegen hätte können und ich wäre nicht so dumm gewesen, es zu versuchen. Trotz allem, wenn sie mich fragen, was ich aus der Zeit mit Bruce Lee gelernt habe, würde ich sagen, dass ich zwei Dinge begriffen habe, die sehr wichtig für mich gewesen sind. Das erste ist, dass großer Erfolg nur mit großem Ehrgeiz kommt. Von Kind an hatte ich nie viel Interesse daran, in die Filmwelt einzutreten. Als Jugendlicher wollte ich mehr als alles andere die Freiheit zu spielen, zu

essen, zu schlafen und zu leben, wie ich es wollte. Ich wäre glücklich gewesen, mein Leben lang KinoStuntmen zu sein oder, wenn ich an die Zukunft gedacht hätte, vielleicht Stuntmen-Koordinator. Aber in Bruce Lee fand ich einen Mann, der die Welt verändern wollte, ein Mann, dessen Vorstellung von Erfolg war, von Millionen Personen gemocht und bewundert zu werden. Und in einer Karriere von weniger als einem Jahrzehnt innerhalb einer Spanne von 5 Filmen erreichte er sein Ziel. Ich vermute, dass ich in diesem Augenblick realisierte, dass der Horizont davon, was möglich ist, größer ist, als ich es mir vorstellte. Nach alldem, wenn Bruce Lee es schaffen konnte, warum nicht ich auch? Weil, und das ist die zweite Lektion, die ich von Bruce Lee lernte, der Drache kein Märchen war, kein Gott, er war ein Mensch. Er war ein Mann, den du bewundern, aber nicht anbeten musstest. Wenn wir gedreht haben, war er immer von Leuten umringt, die versuchten, sich ihm anzunähern, alle sagten „Bruce, du bist der Beste, der Größte“. Ich bewunderte ihn so wie die anderen, aber ich konnte mich niemals in diese Menge einfügen. Ich stand 30 Meter hinter seinen Anhängern, beobachtete alles aus der Ferne und fühlte Ekel, wenn sogar die Stuntmen mit jahrelanger Erfahrung ihm die Füße küssten. Nach der Arbeit mit ihm hatten wir alle seine Faustschläge und Tritte gespürt, sie waren stark und geschickt, aber ich kannte Leute, die so stark und geschickt waren wie er oder sogar mehr, aber es war egal. Bruce war Bruce, und nur aus diesem Grund war er der Beste. Bruce Lee verlangte nicht nach dieser Behandlung, er war intelligent genug, um zu wissen, wie leer diese Lobreden waren, da sie von der hohen Position abhängig waren, die er besetzte, von der Menge Geld, die er dem Studio und all seinen Schmeichlern bescherte. Später, als ich selbst erfolgreich war, begann ich, die Position zu verstehen, in der sich Bruce Lee befand. Wenn du ein „Superstar“ bist, was auch immer das bedeutet, wird es immer Leute geben, die dich behandeln, als wärest du kein menschliches Wesen. In Erinnerung an ihn beging ich nicht diesen Fehler. Für mich war und ist er weder Bruce Lee, der mächtige Drache, er war und wird immer Bruce Lee, ein großer Meister, eine starke Person und ein guter Mensch sein. Und weißt du was? So, hoffe ich, werden sie sich an mich erinnern.


Major Avi Nardia, einer der wichtigsten Dienstausbilder für das israelische Heer und die israelische Polizei im Feld des Kampfes gegen den Terrorismus und CQB, und Ben Krajmalnik haben eine neue BasisDVD zu Feuerwaffen und Sicherheit sowie über vom IPSC stammende Trainingstechniken entwickelt. Der instinktive Schuss im Kampf (Instinctive Point Shooting Combat - IPSC) ist eine Schussmethode, die sich auf instinktive und kinematische Reaktionen stützt, um auf kurzer Entfernung und in schnellen, dynamischen Situationen zu schießen. Eine Selbstverteidigungsdisziplin, um in einer lebensbedrohlichen Situation zu überleben, bei der man hohe Schnelligkeit und Präzision benötigt. Man muss die Pistole hervorholen und in kurzer Entfernung schießen, ohne das Visier zu verwenden. In Volume I werden wir lernen: den Gebrauch der Waffe (Revolver und Halbautomatik), den trockenen Schuss und Sicherheit, „Point Shooting“ oder instinktiver Schuss, in kurzer Entfernung und Bewegung, Übungen zur Einbehaltung der Waffe, unter Stress und angesichts vielfältiger Gegner, Übungen zum Nachladen, mit einem Magazin, mit einer Hand...und schlussendlich Übungen in der Schießhalle mit Pistolen, AK-74 und M-4-Gewehren, M-249-Maschinengewehr und auch M-16-Granatwerfer.

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Martial-Arts-Kino

Antony Szeto ist ein brillanter australischer Filmregisseur und -produzent, ansässig in Hong Kong, und ist neben andern Titeln verantwortlich für den berühmten, von Jackie Chan produzierten Film Wu Shu, in dem eine der lebenden Legenden des Martial-Arts-Kino die Hauptrolle spielt, der große Sammo Hung. Heute veröffentlichen wir dieses Interview, das von Andrew Dasz durchgeführt wurde, eine der jungen Größen, die die Martial-Arts-Fabrik von Hong Kong hervorgebracht hat.

zeto wurde in Sydney, Australien geboren, aber lebt, seit er klein ist, in Hong Kong. Er studierte an der Sportuniversität in Peking und spezialisierte sich auf die chinesischen Kampfkünste. Nachdem er seinen Abschluss gemacht hatte, wurde er vom Wushu-Team von Australien unter Vertrag genommen, wo er sein Land vertrat. Er studierte ebenfalls an der Bond-Universität in Queensland, Australien, wo er den Preis als bester studentischer Regisseur gewann. Nachdem er die Universität beendet hatte, arbeitete er in einem Schiffsbau-Unternehmen und stieg in eine hochrangige Vorstandsposition auf, bevor er die Firma verließ, um mit seinen Freunden eine eigene Animationsfirma zu gründen. Dort führte er Regie beim ersten CGI-Spielfilm in Hong Kong namens Dragon Blade: The Legend of Lang. Der Film erhielt eine Nominierung für den Golden Horse und Szeto gewann den Preis der Regisseuren Gewerkschaft Australiens. 2007 führte er Regie bei dem Film Wushu“ von Jackie Chan, bei dem Sammo Hung die Hauptrolle besetzte. Bei seiner

S


„Mein wichtigster Ratschlag für jeden, der in der Filmindustrie sein möchte, besonders bei den Actionfilmen, ist, hart zu trainieren.“

Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes 2008 erzielte der Film großen Erfolg. Kampfkunst: Wie hast du damit begonnen, Kampfkunst zu praktizieren? Antony Szeto: Ich begann Judo zu lernen, da war ich 8 Jahre alt, und Karate mit 11 Jahren, aber ich lernte es nur zum Spaß. Erst als ich 18 Jahre alt war, fing ich an, die Kampfkünste ernsthaft zu betreiben. Damals praktizierte ich mit einem Heeresoffizier Taekwondo, der mehrere Jahre lang Meister der koreanischen Flotte gewesen war. Sein Taekwondo war sehr praktisch, mit viel mehr Handtechniken, es ist eine Methode, die heutzutage von vielen TaekwondoSchulen, die ich sehe, unterrichtet wird. Kampfkunst: Erzähl uns von deinem ersten Kontakt mit dem Kino. Hast du immer daran gedacht, Schauspieler und Regisseur der Kampfkunstwelt zu werden? A.S.: Als ich in Hong Kong aufwuchs, war ich wie die viele dort, wir bewunderten die Leute in den Filmen. Trotzdem dachte ich nicht ernsthaft daran, in den Filmen selbst aufzutauchen. Als ich 19 Jahre alt war, trainierte ich Choy Lee Fut (ich machte auch weiterhin Taekwondo). Wir hatten viele Auftritte, sowohl mit Löwentanz als auch mit Kung Fu und kopierten sehr viele Bewegungen, die wir in den Filmen von Jackie Chan und Jet Li gesehen hatten, da sowohl ich als auch meine Kollegen vom Kung Fu sehr agil waren. Eines Tages kam eine Firma zu unserer Schule, um Leute für einen Film, der in der Nähe von Sydney gedreht wurde, zu casten. Sie waren schon in anderen Kampfkunstschulen gewesen,


Martial-Arts-Kino

aber als sie sahen, was wir machten, nahmen sie uns sofort unter Vertrag. So ist es, wie ich zu meiner ersten Gelegenheit im Kino kam. Kampfkunst: Du bist ein in Actionfilmen erfahrener Regisseur. Was denkst du über die letzten Entwicklungen von den 70ern bis heute, in Hong Kong und in der Welt insgesamt? A.S.: Es gab große Veränderungen in den Filmen über chinesische Kampfkünste von den 70er-Jahren bis heute. Grundsätzlich wurden zu Beginn der 70er choreographierte Kämpfe stilisiert. Es floss massig Blut. Natürlich setzte Bruce Lee einen neuen Maßstab für Realismus und setzte ihn in den Filmen um, wie es danach nie wieder jemand tun konnte. In den 80er-Jahren tauchten Jackie Chan, die Familie Yuen, Sammo Hung und Jet Li auf. Das waren hochqualifizierte Personen, die etwas von Spannung und Spektakel verstanden.Ihre Kampfchoreographien waren auf völlig anderem Niveau, das sogar bis heute schwer zu übertreffen ist. Eines der Werkzeuge der Choreographien, was selbst zur Kunst geworden ist, ist die Verwendung von Seilen. Das ermöglichte, dass auch Nicht-Kampfkünstler scheinbar kämpfen konnten. Leider bedeutete das auch, dass die Arbeit mit Draht, je älter Jackie Chan und Jet Li wurden, immer mehr angewandt wurde...und es tauchte das „Drahtphantasma“ auf. Zum Glück löste Donnie Yen einen Umschwung zurück zur Realität aus, aber das dauerte viel zu kurz, da er auch nicht mehr der Jüngste ist. Ich glaube, es gab eine Vielzahl Veränderungen, auch heutzutage noch, da man wie jeder im Geschäft auf der Suche nach neuen Formen ist, um das Publikum zu überraschen.


Interview Kampfkunst: Bei ihrem Film „Wu Shu“ wurde mit dem in Hong Kong angesehenen Sammo Hung gearbeitet. Wie war diese Erfahrung? A.S.: Die Arbeit mit Sammo Hung war traumhaft. Ich habe viel von ihm gelernt, er respektierte mich sehr. Er mag sein Essen so gern, so weit, dass er seinen eigenen Küchenchef mitbrachte. Ich muss zugeben, dass an sehr kalten Tagen beim Dreh von Wu Shu (einige Tage hatte es minus 17 Grad) jeder das warme Extraessen schätzte, das er ihnen gab. Ich erwarte gespannt die Möglichkeit, erneut mit ihm zu arbeiten.

Kampfkunst: In You Tube ist momentan der Trailer für Ihren letzten Film „Fist of the Dragon“ verfügbar, erzählen Sie uns bitte etwas über die Erfahrung, für die Hauptrolle mit einem international anerkannten Kämpfer der UFC zu arbeiten. A.S.: Wir hatten sehr viel Glück, Josh Thomas für die Arbeit zu bekommen. Fist of the Dragon hatte ein sehr geringes Budget, die Hauptdarsteller kamen am Set an und am nächsten Tag begannen wir mit dem Dreh, also war es wichtig für den Erfolg des Films, jemanden zu haben, der mit mir und dem Team zusammenarbeitet. Josh war diese Art von Person. Es war nicht nur einfach, mit Josh zu arbeiten, er ist sehr talentiert, sondern er wollte auch alle seine Actionszenen machen. Für jeden Regisseur ist das ein Geschenk Gottes,

es bedeutete, dass ich die Kamera direkt auf die Aktion richten konnte. Die wunderbaren Szenen, die wir in diesem Film haben, entstanden vor allem durch die Tatsache, dass alle Schauspieler ihre eigenen Kämpfe und Akrobatik machten. Sie alle waren talentiert und großzügig. Kampfkunst: Irgendein neues Projekt für 2014? A.S.: Für 2014 planen wir, einen Film mit einem sehr bekannten Actionstar zu drehen. Ich kann noch nicht sagen, wer, aber ich werde Action-Regisseur sein und bin sehr begeistert angesichts der Möglichkeit, mit ihm zu arbeiten. Kampfkunst: Als Letztes, kannst du uns bitte eine Botschaft für die neuen Regisseure oder Schauspieler im Martial-Arts-Kino geben, die sich an Actionfilmen und der Filmindustrie beteiligen möchten. A.S.: Mein wichtigster Ratschlag für jeden, der in der Filmindustrie sein möchte, besonders bei den Actionfilmen, ist, hart zu trainieren. Es ist heutzutage so konkurrenzorientiert wie nie zuvor. Als ich in den 80ern anfing, machte ich eine 360 Grad Drehung gefolgt von einem seitlichen Überschlag, und das war ein großes Ding. Heute machen die Leute vielfältige Tricks, machen 720 Grad Drehungen, als würden sie durch den Park spazieren. Zudem ist es notwendig, vielfältige Fähigkeiten zu haben, um zu überleben. Es ist selten, dass jemand mit nur einer bestimmten Art von Fertigkeiten dazu fähig ist, sich in der aktuellen Filmindustrie zu halten. A.S.: Es gibt viele Informationen über mich auf IMDb.com, und es gibt andere Quellen in google.


Was wollen wir sein? In den „Modejahren“ des WingTsun in Europa näherten sich tausende Schüler dieser schönen Kunst den unzähligen Akademien, die in fast jeder Stadt des Kontinents eröffnet wurden, auf der Suche nach dem, was Marketing- oder Werbungstechniken als das „wirksamste existierende System zur Selbstverteidigung“ bezeichneten. Wen würde so etwas auch nicht interessieren? Es klingt ungefähr so ähnlich wie „Würden Sie gerne Fliegen lernen?“


„...die schlechte Presse, die unser Stil unter den Kampfkunst-Praktizierenden hat, häufig nur auf uns selbst zurückzuführen ist.“

V

iele Leute, die in jener Zeit zu unserem Stil kamen, waren von diesem Traum angezogen, den ihnen die Werbung in der spezialisierten Presse verkauft hatte. Natürlich gaben sie nach kurzer Zeit auf, konnten sie doch nicht diese unfehlbare Technik zum Selbstschutz erlernen, die besser als alle anderen war. Gleichzeitig verließen viele Lehrer, die sich ausbildeten und auf den „Wagen“ des Siegespferdes der damaligen Zeit stiegen, das Boot und in vielen Fällen schleuderten sie ihren ganzen Zorn und ihre Frustration gegen diesen Stil, der es nicht geschafft hatte, ihre Erwartungen zu erfüllen. Letztendlich war es nicht mehr als eine weitere von vielen Moden, die kommen, leuchten und in Vergessenheit geraten. Vergangen sind diese Jahre, und dabei geblieben sind nur einige. Wie ich im Artikel des letzten Monats erklärt habe, versetzen uns diese Überlegungen in eine Zeit, in der ein Stil sehr hoch am AAMM-Horizont in Europa aufgestiegen ist und nicht lange Zeit danach zersplittert endete, in tausend kleine Stücke in Form von kleinen Organisationen, die in der Mehrheit der Fälle entzweit existieren und in anderen zumindest mit dem Rücken zueinander stehen. Ein trauriger Anblick für „Brüder“, die dieselbe Herkunft besitzen. Aber wie ein Naturgesetz definiert...alles, was aufsteigt, wird letztendlich fallen. Und so war es. Zuzeiten betrachten wir den WingTsunHorizont in Europa und müssen akzeptieren, dass die schlechte Presse, die unser Stil unter den KampfkunstPraktizierenden hat, häufig nur auf uns selbst zurückzuführen ist. Aber davon entfernt, uns zu bedauern oder Andere für unsere Probleme verantwortlich zu machen oder sogar (eine Option, die viele gewählt haben) ihn auf der Suche nach dem Modestil der Gegenwart aufzugeben, denken einige wie ich, dass dieser außergewöhnlich chinesische Boxstil trotzdem dem Kampfkunst-Praktizierenden unglaublich viele Dinge zu bieten hat. Zweifellos müssen wir mit Entschiedenheit bestätigen, dass wir niemandem DAS FLIEGEN LEHREN! Und natürlich, dass dieser Stil NICHT BESSER ALS SONST EINER IST! (und auch nicht schlechter). Unsere Vorschläge gehen in die Richtung,

den WingTsun-Stil zu einem Weg in den Kampfkünste zu machen. Einen Weg des CHINESISCHEN BOXENS, wenn wir es exakter definieren möchten. Aber entfernt von diesen hochtönenden Behauptungen, mit welchen wir in der Vergangenheit versucht haben, große Gruppen von Schülern zu erreichen. Viele Jahre lang wurde nicht sehr gut bestimmt, was wir sein möchten, und vielleicht beschreibt das alte spanische Sprichwort Es waren viele Jahre, in denen nicht sehr gut festgelegt wurde, was wir sein möchten und vielleicht bestimmt das alte spanische Sprichwort „de aquellos barros vengan estos lodos” („und da haben wir jetzt den Salat“) perfekt die aktuelle Situation des Stils in Europa Einer meiner Lieblingssätze, den ich häufig bei meinem Lehrgängen für Ausbilder verwende, ist ungefähr das: „Senken wir den Kopf, schließen wir den Mund und widmen wir die Zeit dem Schwitzen in der Stille der Trainingshalle“. Dieser Sinnspruch geht einigen, die dem Stil wohlgesinnt sind und sich dazu entschlossen haben, diese Kunst, die uns begeistert, weiter zu studieren und zu trainieren, nahe. Es gibt die Tendenz einiger der größten WingTsunOrganisationen Europas, sich in einer Kampfkampagne zu befinden, um sich selbst den „authentischen und einzigen WingTsun“ zu nennen. Ich frage mich, warum sie so hartnäckig darauf bestehen, sich mit den Etiketten einzigartig und authentisch zu versehen? Ich denke, würden sie diese ganze Zeit in der Trainingshalle verbringen, würde es ihnen vielleicht sowohl an Lust als auch an Zeit mangeln, sich in solche Diskussionen hineinzusteigern. Mir persönlich würde es gefallen, dass unsere Praktizierenden, Ausbilder und Schulen eines Tages durch die Lehre von MENSCHLICHKEIT, Ernsthaftigkeit und ernster Arbeit erkannt werden und nicht aufgrund der Etiketten, auf die diese Persönlichkeiten bestehen. Ohne Zweifel etwas Lächerliches. Im Fokus darauf, wie wir das, was wir so lieben und dem wir einen Großteil unseres Lebens widmen, verbessern können, würde ich mich in dem Artikel dieses Monats gerne auf ein Thema konzentrieren, dass ich bereits im einen oder anderen Artikel dieser Zeitschrift oder

auf meinem Blog behandelt habe, was mir aber sehr wichtig erscheint, um jeglichen anderen zu beschreitenden Weg denken zu können. Was möchten wir sein? Die Frage, die offensichtlich klingen mag, ist es nicht, betrachten wir die Serie von Artikeln, die ich vor einigen Monaten schrieb, betitelt „auf der Suche nach einem erkennbaren Stil“. Auch wenn ich in meinem zweiten Buch, dass in einigen Monaten auf den Markt kommen wird, diesem wichtigen Punkt einen Abschnitt widme, will ich hier die Gelegenheit nicht vergeuden, um euch erneut eine Reihe an Fragen für eure Überlegungen vorzustellen. Ich glaube, das wird uns immer gut tun. Wenn ich die Frage aufwerfe, wer wir sein möchten, ist das neben der Einladung zur Reflexion ein deutlicher Beweis für unsere Absichten. -Zuerst sollten wir den kritischen Geist wiedererlangen. Als ich mit der Praxis unseres Systems anfing, bestand mein Meister immer darauf, die Dinge niemals einfach so zu glauben. Dass ich immer kritisch sei und alle Zweifel, die mir in den Sinn kamen, beachten würde. Dass ich nichts akzeptieren würde, ohne es zu überprüfen. Und dass ich mich niemals von Personen hypnotisieren lassen würde, die, erhöht durch den Titel eines großen Meisters, Doktrinen bestätigten und von sich gaben, die nur eine


WingTsun „Es gibt die Tendenz einiger der größten WingTsunOrganisationen Europas, sich in einer Kampfkampagne zu befinden, um sich selbst den „authentischen und einzigen WingTsun“ zu nennen. Ich frage mich, warum sie so hartnäckig darauf bestehen, sich mit den Etiketten einzigartig und authentisch zu versehen? Ich denke, würden sie diese ganze Zeit in der Trainingshalle verbringen, würde es ihnen vielleicht sowohl an Lust als auch an Zeit mangeln, sich in solche Diskussionen hineinzusteigern.“ Antwort kannten: die Zustimmung. Das ist ein grundlegender Punkt in der Betrachtungsweise von Absichten und Zielen. Dieser kritische Geist sollte von jetzt an in allem, was wir tun, präsent sein und natürlich sollte er immer unser Wachstum und unsere Entwicklung leiten. -Der zweite der grundlegenden Punkte wäre es, aufzuhören, uns auf Meister und ihre Verdienste zu beziehen. Sehr oft hört man Personen oder sogar Institutionen von den Errungenschaften sprechen, die ihre „Star“Ausbilder vor Jahren erreicht haben. Die Schlachten und Kämpfe, in welchen sie den Sieg errungen hatten und die enormen Erfolge, die sie in der Vergangenheit erzielten. Die Phrase „hier und jetzt“ ist die einzig wichtige für mich. Nicht notwendig zu erwähnen, dass ich größten Respekt und Bewunderung für jene hege, die vor unserer Zeit arbeiteten und den Stil, den wir so lieben, bekannt machten. Dass wir ihnen einen Platz in den Altären und bei der Begrüßung und beim Beendigen der

Unterrichtsstunde gewähren sollten, aber...Das einzig wichtige ist, dass wir dazu fähig sind, in diesem Moment wir zu sein. Zu versuchen, dass jeder Einzelne von uns sich so weit wie möglich verbessert. Zum Höchstmöglichen unserer individuellen Entwicklung zu gelangen, ohne zu beachten, ob andere besser oder schlechter als wir sind oder waren. Von den Erfolgen Anderer in der Vergangenheit zu leben, kann uns nur als Inspiration dienen, aber wenig mehr als das. Wir sollten auf unsere eigene Arbeit vertrauen. Als Folge davon werden wir zu einem wichtigen Schluss in Bezug auf unsere Beziehung mit anderen Personen gelangen: Das, was wir sind, ist unabhängig davon, was die anderen erreichen können. Deshalb ist das (vor allem schlechte) Sprechen über andere Personen, im Versuch, unsere eigene Figur zu erhöhen, lächerlich und vor allem sehr negativ für die Kampfkünste und das Leben im Allgemeinen. -Der dritte der Vorschläge sollte meiner Meinung nach sein, unterschiedliche Arbeitsdynamiken zu erzeugen. Es überrascht mich, wenn eine große Anzahl WingTsun-Praktizierender meiner Schule (der Linie, von der ich komme) hartnäckig daran festhalten, was sie von ihren Meistern gelernt haben, mit dem abgedroschenen Ausdruck „wir machen es so, weil unser Meister es so gemacht hat“. Es scheint mir eine zumindest ungeschickte Wahl zu sein. Vor einigen Tagen habe ich eine Phrase des großen Mohamed Alí gelesen, die so etwas besagte wie... „wenn du mit dreißig Jahren genauso lebst wie mit fünfzig, hast du zwanzig

Jahre deines Lebens verloren...“ Wie immer bringt uns der geniale Alí dazu, die Konzepte wie Evolution und die Abwesenheit davon (Rückgang) zu überdenken. Wenn eine dynamische, anpassungsfähige, vielseitige Kampfkunst, die von lebenden Individuen ausgeübt wird, sich im Laufe der Zeit kein bisschen verändert, bedeutet das, dass in ihrer Weitergabe etwas wirklich schlecht läuft. Eines der Dinge, die mir an diesem schönen System am meisten gefallen, ist, wie sehr sich ein Gebiet von anderen unterscheiden kann. Und alle haben teilweise Recht. Das ist der evidente Beweis dafür, dass die Stile sich verändern und Sichtweisen, Übungen und so unterschiedliche Entwicklungen erzeugen. Und ich bin sicher, dass das eine der größten Vorzüge dieses Stils des chinesischen Boxens ist. Die Vielfalt innerhalb ein und desselben Stils. -Auf dem vierten und letzten Platz würde ich gerne auf den Titel dieses Artikels verweisen. Was möchten wir sein? Zu oft beobachten wir, wie Professoren bei der Praxis hin und her schweifen und ihre Studenten zu keinem Platz führen. Das ist der Tatsache geschuldet, dass wir uns bei vielen Gelegenheiten nicht eine so einfache Frage gestellt haben wie „Was wollen wir sein?“ Wenn ich bei meinen Studenten diese Frage anbringe, versuche ich, sie diesbezüglich zum


Nachdenken zu bringen. Was wollen wir sein? Stier oder Stierkämpfer? Es scheint offensichtlich, dass ich beim Stiervergleich, den ich ihnen darstelle, die Antwort Nummer zwei erwarte: Stierkämpfer! Die Intelligenz, Flexibilität, Strategie und Technik, um uns einem an Kraft, Aggressivität und Widerstandsfähigkeit überlegenen Gegner entgegenzusetzen. Wenn wir darin übereinstimmen, sollte der folgende Schritt sein, unsere Arbeits- und Trainingssysteme festzulegen, um dieses Ziel zu erreichen. Der Mangel an Zielen verursacht als Folge das Fehlen von Identität, das Fehlen eines erkennbaren Stils und deshalb die

Unmöglichkeit einer logischen Entwicklung. Am Ende werden wir wieder es vergessen, was möchten wir sein? Das letzte Ziel des WingTsun-Stils ist die NICHT-FORM! Dieses Konzept bestimmt eine Handlungsweise und die Konfrontation mit einem Gegner (eine Struktur zu erzeugen, die letztlich durch den beständigen Wandel auf der Suche nach einer totalen Anpassungsfähigkeit verschwindet). Vielleicht verwirrt dieses Konzept häufig die Schüler und Lehrer unseres Systems. Vielleicht vergessen viele, dass man zu der NICHT-


WingTsun FORM nicht durch Abkürzungen kommt, sondern durch harte Arbeit und tiefgehende Beschäftigung. Aber sie entsteht auch nicht durch „Zufall“. Hier ist es, wo ich auf der Bedeutung des WEGES bestehe. Vielleicht vergessen viele, dass man einen Weg durchschreiten muss, um dorthin zu gelangen. Zu häufig verbringen Praktizierende ihr Leben damit, darüber nachzudenken oder es zu imitieren versuchen, was einige großartige Meister am Ende ihres Lebens machten (authentische KUNST). So vergessen sie,

dass auch die Größten einen Weg zurücklegten, um dorthin zu gelangen, wo sie waren. Im kommenden Monat wird sich unser Artikel auf die Arbeit von Biu Tze Tao und ihren Anwendungen beim Kampf konzentrieren. Wir werden versuchen, diesbezüglich unsere bescheidene Sichtweise zu äußern. Bis dahin können wir nur predigen, was wir sagen: den Kopf senken, den Mund schließen, in der Stille der Trainingshalle schwitzen und versuchen, uns durch zwei Worte bekannt zu machen, die jede unserer Schulen bestimmen sollten: Respekt und Menschlichkeit!! Mit herzlichen kämpferischen Grüßen


Eskrima für Soldaten Das Eskrima ist nicht nur geeignet als Sport oder für die von der Zivilbevölkerung praktizierte Selbstverteidigung, sondern auch das Personal des Militärs verwendet diese realistische Kampfkunst aus den Philippinen. Eskrima ist ideal zur Selbstverteidigung, da es über fast unbegrenzte Flexibilität verfügt. Denkt an den kurzen Stock, das Messer, Teleskop, Laterne, die Möglichkeiten sind unendlich. So hat Frans Stroeven auf Anfrage der Streitkräfte einige von ihnen in der Kampfkunst Eskrima trainiert, im als Combate Stroeven bekannten System. Deshalb haben wir Frans darum gebeten, über das Training der Spezialeinheiten zu berichten. Zuerst treffen wir uns, um über die Sonderkommandos der Bundespolizei Brasiliens (COT) zu sprechen.

Spezialkräfte der Bundespolizei Brasiliens (C.O.T.) Das COT - Comando de Operações Táticas (Kommando der taktischen Operationen) wurde 1987 gegründet mit der Mission, auf die terroristischen Angriffe im Land zu reagieren. Sie nahmen an risikoreichen Einsätzen teil wie die Beschlagnahmung von Drogen, Enteignungsmaßnahmen, ländliche Konflikte, die Sicherheit von VIPs, die Zerschlagung von kriminellen Organisationen und oft eskortieren sie hochriskante Gefangene. Diese Spezialeinheit befindet sich in Brasília, der Hauptstadt Brasiliens, aber kann binnen zwei Stunden in ganz Brasilien im Einsatz sein. Man bat Frans darum, diese Spezialkräfte im


Eskrima und Messerkampf zu schulen. „Diese Jungs sind gut trainiert im brasilianischen Jujutsu, Thaiboxen etc. Meine Aufgabe ist es, ihnen den Messerkampf und den Stockkampf (kurzer Stock) zu lehren. Das Training dauerte acht Stunden am Tag, was natürlich für die meisten von uns sehr schwer ist, aber für sie ist es normal. Diese Jungs waren in bester Verfassung, also gab ich ihnen hocheffizientes Training“.

Das System der caja Das System der caja ist ein Konzept, das Frans speziell für besondere Gruppen entworfen hat, wie die Polizei, das Heer und die Spezialkräfte. Das System der caja konzentriert sich auf knappe und wirksame Ausbildungsmethoden, die leicht zu erlernen sind. Frans: „In Wirklichkeit entwarf ich sie aus einem einfachen Grund. Der Nahkampf sollte so kurz wie möglich sein und die Techniken möglichst einfach und effektiv. Die Spezialkräfte der COT wurden in diesem System trainiert und alles funktionierte perfekt. Ich brachte ihnen eine Vielfalt von Angriffen bei, die von jeder Position aus durchgeführt werden können. Wir trainierten auch Blockaden und Entwaffnungen, Griffe und aggressive Bewegungen. Man kann sich vorstellen, dass diese Jungs während der achtstündigen täglichen Ausbildung unglaubliche Ergebnisse erzielten. Den letzten Trainingstag beendet wir mit

einem Spezialtraining in vollständiger Uniform und mit allen Waffen“. Frans sagte uns danach, dass diese Jungs teilweise 50 Schläge mit dem Stock abbekamen, als sie mit dem Stock oder dem Messer trainieren. „Ohne Fleiß kein Preis“, fügt Frans mit einem Lächeln hinzu.

Messerkampf Auch der Messerkampf ist ein wichtiger Teil in der Ausbildung. Kämpfen, ohne zu kämpfen, nennt Frans das. „Dem geschuldet, dass der Kampf für die Spezialkräfte so kurz wie möglich sein sollte, verwenden wir sehr direkte Techniken, die darauf abzielen, den Gegner so schnell wie möglich unschädlich zu machen. Aber wir haben auch am Bewusstsein gearbeitet. Was ein Messer als effektive Waffe ausrichten kann, wird oft unterschätzt. Um das zu zeigen, haben wir eine Übung gemacht. Messer gegen Pistole, ich kann mir vorstellen, wie überrascht viele von ihnen waren, als sie bemerkten, wie schnell man einen Angriff mit einer weißen Waffe zu Enden bringen kann. Sie hatten nicht viel Zeit, ihre Waffe

hervorzuholen, und noch weniger, um zu schießen.“

Für den anderen Teil der Welt: Das Training mit den bewaffneten Kräften der Philippinen Auf Einladung der Militärkräfte der Philippinen erteilte Frans mehreren Kampfeinheiten und Sonderkräften einen Lehrgang von zwei Tagen. Frans: „Es war für mich eine große Ehre, dort zu sein und die philippinischen Männer


auszubilden. Da ich kein Philippiner bin, war es sehr außergewöhnlich, sie in meiner Methode Eskrima SCS zu trainieren.“ Diese Jungs beherrschen Eskrima bereits und viele von ihnen sind Mitglieder beim ArnisTeam. Also haben sie bereits großes Wissen über Eskrima. Frans: „Um ehrlich zu sein, ist die Schulung dieser Jungs eine große Herausforderung. Die Jungs wollten natürlich experimentieren und mein Eskrima und System auf die Probe stellen, also war die Stimmung anfangs etwas angespannt. Mein Kollege Ahmed und ich führten eine erste Aktion durch und nach einer kurzen Stille gaben sie uns großen Applaus. „Sie mussten auch in Kontakt mit dem Körper an sich treten und sich an ihn gewöhnen. Weil wir in meinem System mit dem Stock gegen den Körper (Vollkontakt) trainieren. Mit der Zeit gefällt es ihnen, so zu arbeiten. Nach zwei Tagen Training in meinem System begannen diese Eskrimakämpfer, mir Fragen zu meinem Stil zu stellen. Die Ergebnisse waren hervorragend“.

Messerkampf. Der Messerkampf wurde ebenfalls sehr von den philippinischen Soldaten

wertgeschätzt, sie haben ihn im Blut und die besten Messerkämpfer kommen aus den Philippinen. Aber man kann sagen, dass sich der SCS-Messerkampf von dem, wie ihn andere ausüben könnten, unterscheidet. Der Messerkampf von Frans ist eine Mischung aus philippinischen und europäischen Techniken, die von der holländischen Schule ergänzt werden, welche sich auf Methoden der realistischen Kämpfe gründet. Nicht auf seltsame Trainingsmethoden, aus denen man keinen Gewinn zielen kann, sondern realistische aggressive Techniken, die man jederzeit verwenden kann. Frans: „So kann man die Soldaten ausbilden, damit sie das Erlernte in Aktionen verwenden können“.

SCS Das Stroeven Combat System (Kampfsystem Stroeven) als Konzept funktioniert für alle. Egal ob ihr bei den Spezialkräften des Militärs seid oder einfach eine Schule eröffnen möchtet und diese Fähigkeit des dynamischen Kampfes unterrichten wollt, tretet in Kontakt mit Frans Stroeven und ihr könnt euch ebenfalls im SCS ausbilden. Er wird euch in seiner Welt willkommen heißen, der Welt des Eskrima.


Interview

K-I: Hallo Candy, wir duften dich schon mal auf der We Love MMA in Berlin als Cage Girl erleben! Auf welchen Veranstaltungen kann man dich sonst noch sehen? Candy: Mich sieht man auf diversen Box bzw. Kampfsportveranstaltungen, ganz unterschiedlich. Außerdem bin ich sehr viel auf Motorradmessen/treffen. Ich habe grundsätzlich ein Faible für Harley Davidson und bin von daher sehr gern beruflich unterwegs bei solchen Veranstaltungen! K-I: In der Welt des Sports, sowie auch in der Welt eines Showgirls erlebt man ja viele Höhen und Tiefen. Was war für dich dein Highlight? Candy: Mein absolutes Highlight bisher war mein Auftritt als Showgirl in Las Vegas! So was vergisst man nicht mehr und bleibt für immer in schöner Erinnerung! K-I: Gibt es für dich einen Spruch, der für dein Lebensmotto steht und den du gerne den Lesern mitteilen möchtest?

Candy: Mache niemanden zu deiner Priorität der dich nur zur Option macht und kämpfe um das, was dir wichtig ist. Bleib immer du selbst! K-I: Wie sieht dein typischer Tagesplan aus? Machst du viel Sport um dich Fit und in Form zuhalten? Candy: Mein Tagesplan ist derzeit nicht gerade aufregend durch meinen Umzug und Neustart im Ruhrgebiet. Ich fange hier gerade neu an und bin auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven. Ich bleibe ja nicht für ewig jung und in meinem gelernten Job als Kosmetikerin, fühle ich mich nicht wohl. Sport steht bei mir hoch im Kurs, ich gehe 4-5-mal die Woche zum Fitnesstraining. K-I: Was hast du dir für das Jahr 2014 vorgenommen? Candy: Ich habe mir vorgenommen in Zukunft etwas genauer hinzuschauen, egal in welcher Hinsicht. Nicht ganz so euphorisch zu handeln wobei ich eigentlich denke, wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen.. Aber etwas mehr

auf den Verstand hören wäre doch oft von Vorteil. Des Weiteren möchte ich mir spätestens Anfang nächsten Jahres meinen Traum erneut erfüllen vom eigenen Pferd und einer bestimmten Rasse. Ich musste meinen Wallach leider 2002 aufgeben. Und natürlich einen "soliden" und geregelten Job finden K-I: Wann und wo kann man dich als nächstes erleben? Hast einen Terminkalender wo deine Auftritte zu sehen sind? Candy: Einen öffentlichen Terminkalender habe ich nicht, größere Veranstaltungen an denen ich teilnehme, poste ich auf meiner Facebook-Seite. Als nächstes steht die „Erlebnis Motorrad“ in Mannheim an und die Hamburger Motorradtage. Viele weitere Messen und Treffen stehen auf jeden Fall auf meinem Plan in diesem Jahr! Geplant ist auch eventuell sogar ein Fotoshooting in Amerika für ein Bikermagazin. Und mir schwebt ein Kalender für 2015 vor wo es nur mich zu sehen gibt. Buchungen als Ringgirl sind


„Dass ich einfach natürlich geblieben bin und meinen Job liebe und man das auch merkt. versuche immer mein Bestes zu geben und investiere gern Zeit und Anstrengung um tolle Shows und Arbeit zu liefern!“ leider bisher nicht in Sicht, ich hoffe das ändert sich bald wieder, ich stehe gern im Ring K-I: Wie bist du zu deiner jetzigen Arbeit gekommen? Candy: Ich habe 2004 mit dem Modeln begonnen. Freunde Familie lagen mir damit öfter in den Ohren, ich hätte das Zeug dazu, als Fotomodel zu arbeiten. Als Gartenzwerg bin ich für den Laufsteg leider zu klein. Über eine Modelseite, wo ich meine Setcard hatte, wurde ich angesprochen ob ich Lust darauf hätte, als Gogo und Strip, - und


Interview

Showgirl zu arbeiten. Das war mein Einstieg. Ich hab es ausprobiert, gefallen gefunden und schnell und viel gelernt. So ging es los und es hat nicht lange gedauert, dass es große Bühnenshows mit einen Kollegen zusammen gab! K-I: Kannst du uns verraten, warum du so erfolgreich bist? Candy: Bin ich das? Lach! Also ich denke, dass ich einfach natürlich geblieben bin und meinen Job liebe und man das auch merkt. Ich bin mit

Leidenschaft dabei, versuche immer mein Bestes zu geben und investiere gern Zeit und Anstrengung um tolle Shows und Arbeit zu liefern! Ich arbeite niveauvoll, nicht billig, bin freundlich, zuverlässig und unkompliziert! (Worte meiner Kunden, darunter auch viele ältere und auch Damen.) Ich denke, das führt zum Erfolg bzw. dass die Leute mich gern buchen! Meine Natürlichkeit, also die Tatsache, dass ich keinerlei ärztliche Nachhilfe in Anspruch genommen habe, kommt auch sehr gut an.

K-I: Welche Träume hast du beruflich bzw. wie könnte dein Leben in 5 Jahren aussehen Candy: Ich hoffe, dass ich dieses Jahr etwas finde was mich genauso erfüllt und glücklich macht wie das Tanzen, etwas für die Zukunft! Und mein Leben in 5 Jahren? Meinen Traummann und mein Traumpferd und einen guten Job! Mehr brauch ich nicht um glücklich zu sein! K-I: Möchtest du den Lesern noch was auf den Weg geben? Candy: Wer genauso viel Wert auf die Punkte der 8. Frage legt, wie meine bisherigen Kunden, ist bei mir genau richtig! Ich stehe für jegliche Veranstaltungen gern zur Verfügung und freue mich auf gute Zusammenarbeit! Alles Liebe... Eure Candy HYPERLINK: "http://www.candydee.de/" "_blank" www.candydee.de

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HYPERLINK: "http://www.facebook.com/pages/CAN D Y- D E E / 1 9 7 9 7 9 6 6 6 8 9 1 3 3 0 " www.facebook.com/pages/CANDYDEE/197979666891330 HYPERLINK "http://www.candydee.de/" \t "_blank" HYPERLINK: "http://www.candydee.de/" \t "_blank" Fotos: Fotostyle Berlin, Paddy das Original, R.E. Photography, Body in Nature, Lorryson Dreamworld, Maik Sieg, Archiv AsiaSport


Dmitri Skogorev ist einer der wichtigsten internationalen Experten in der Lehre der russischen Kampfkünste, Direktor der russischen Schule der Kampfkünste „Sibirski Vjun” (System „SV”) und Präsident des internationalen Zentrums für russische Kampfkünste. Seit 1988 hat Skogorev strukturell das russische System der Kampfkünste systematisiert und analysiert und hat in angewandter Psychologie und Bioenergie geforscht, was sich auf die theoretische und praktische Entwicklung der Programme von „Sibirski Vjun“ auswirkte. Das russische Nahkampfsystem wird in Extremsituationen angewandt, sowohl im professionellen als auch im zivilen Bereich.

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WIE DER „FU-SHIH KENPO“ ENTWORFEN IST BEWEGUNG UND FLEXIBILITÄT Alle chinesischen Schulen legen Nachdruck auf eine gute Flexibilität, egal ob sie vom Landesinneren oder äußeren kommen oder von Norden oder Süden. Um die Selbstverteidigung zu trainieren, ist es nicht notwendig, die schwierigen Übungen eines Kampfkünstlers potentiell auszuführen. Essentiell ist die Bewegung mit dem Ziel, ein Kompetenzniveau beim Ausführen von Tritten zu vervollständigen und Erschöpfung und Verletzungen oder Wunden beim Üben zu vermeiden. Für die Liebhaber der Kampfkünstler sollte es mehr Hilfestellungen geben, um ihre Suche nach weiteren Trainingsmethoden und -übungen zu befriedigen. Wenn man einen Stil trainiert hat und den Eindruck erlangt, an einen toten Punkt bezüglich beispielsweise der Flexibilität gelangt zu sein, muss man andere Stile und Systeme betrachten, um neue Anreize und Ziele zu finden. Wenn wir uns für lange Zeit innerhalb ein-und derselben Übungsgruppen bewegen, verlieren Körper und Geist im großen Maße ihre Begeisterung. Der Körper wird müde, träge und unkooperativ. Den Körper mit neuen Übungsmethoden zu flexibilisieren, wirkt Wunder. Flexibilität ist Leben, Starrheit ist Tod. Teilt die Bewegungen in zwei oder drei Gruppen, in den oberen Teil des Körpers, die Hüften und Beine, variiert die Routine alle zwei oder drei Wochen, sucht kontinuierlich andere Übungen, lasst es nicht zu, dass die Beine steif werden und führt jede Art von Bewegungen vor jeder Trainingseinheit durch.

TRAINING FÜR FRAUEN: Für Frauen ein Training und eine Ausbildung zu entwerfen ist nicht das gleiche, wie Männer zu trainieren. Dasselbe passiert bei Kindern und Erwachsenen, ihnen sollten unterschiedliche Methoden unterbreitet werden. Beim Training für Frauen muss man ihre eigenen Qualitäten und Limitierungen beachten, und man muss die Dinge von einer anderen emotionalen Ebene aus betrachten. Fast alle Frauen sind normalerweise flexibler als die Männer, im Gegensatz dazu aber verfügen sie über weniger Kraft und Leistung bei ihren Schlägen und technischen Aktionen. Sie müssen lernen, immer sensible Bereiche und vitale Punkte mit natürlichen, spontanen und einfach zu verwendenden Techniken anzugreifen. All die Manöver, die sie nicht perfektioniert haben und die sie somit nicht mit komplettem Vertrauen und Sicherheit anwenden können, sollten nie verwendet werden. Techniken wie zum Beispiel die Finger in die Augen drücken oder sogar in die Genitalien treten, sollten nicht ausgeführt werden, wenn sie nicht auf sich selbst vertrauen. Die Arbeit beim Training für sie wird festgelegt von einem Repertoire von individuellen Faustschlägen, mit den Knöcheln, einer Vielfalt an einfachen Schlägen, die keine große Kraft erfordern, um effektiv zu sein und das wichtigste, grundlegende Kenntnisse und Training mit natürlichen Waffen. Sie sollten realistisch, wirksam und schlicht sein. Schläge auf die Nase, das Gehör, das Kinn, die Augen, die Nasenscheidewand, die Luftröhre, den Solarplexus, die Genitalien, das Schlüsselbein, der Meniskus, die Kniescheiben, die Zehen, die fliehenden Rippen, die Nieren, den Nacken, den Hals, etc. sind neben dem Gebrauch von Faustschlägen, Handflächen, Ellbogen, Knien und Tritten die zu perfektionierenden Elemente. Zusammen

mit einem großen Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in ihre eigenen Ressourcen. Auf diese Weise hat eine Frau Möglichkeiten, wenn sie angegriffen wird. Zuerst sollte sie nach Effektivität suchen, später den Stil, die Kunst, Formen, etc. Das Training mit natürlichen Waffen (Stiften, Schlüsseln, Stäben, Taschen, etc.) sollte direkt und präzis sein. In unserem System sollten alle Waffen, oder besser gesagt jedes als Waffe benutzte Ding (alles) mit der einzigen Idee verwendet werden, möglichst viel Schmerz zu verursachen. So finden wir uns in der Situation, unser Leben oder das des Nächsten zu verteidigen. Das Sparring-Training für die Frau ist im Fu-Shih Kenpo in folgende Gruppen unterteilt: 1) Sparring der Hand. Ähnlich dem Boxen, aber mit konstruktiven Angriffen auf Bereiche des Körpers. 2) Sparring von Beinen-Tritten. Man muss Nachdruck legen auf die korrekten Winkel der Annäherung, die richtige Theorie, gut angewandte Konzepten, mit Entschiedenheit ausgeführte Arbeit. 3) Standard Sparring. Hände und Füße, alle Arten von Griffen und Schlägen sind erlaubt. 4) Bewaffneter Angriff. Gegen Angreifer mit unterschiedlichen bewaffneten Elementen. Im Training bittet man den Angreifer, den Körper oder Kopf desjenigen, der sich verteidigen muss, anzugreifen, das unterstützt die konstruktive Technik und ermöglicht dem Angreifer eine gewisse Freiheit. Der Angreifer muss eine Vielfalt an Techniken üben und ausprobieren. Die Mehrheit der Frauen neigt dazu, bei allen Angriffen zurückzuweichen. In diesem Fall würde es ihnen nur noch mehr Schmerz verursachen, da man so dem Angreifer mehr Raum und Zeit gewährt, um seine Angriffe zu planen. Unter Umständen lernt der Verteidiger, dass die kurze und progressive Bewegung mit schnellen Schritten die Winkel verkürzt und ihm erlaubt, den Kreisbogen sicher zu blockieren, den die Waffe beim Angriff erzeugt. Vielleicht würde eine Frau genauso verletzt werden, aber man lernt, in der Verteidigung konstruktiv zu sein. 5) Bewaffneter Angriff gegen einen anderen Bewaffneten oder Entwaffneten. Das ist die Kehrseite des vorher Dargelegten, hier ist es normalerweise die Frau, die den Mann angreift. Der angreifenden Frau wird so die Freiheit an Techniken gegeben, es ist ihr erlaubt, den defensiven Bereich des Gegners anzugreifen, wenn sie das möchte. Erinnert euch, dass es nicht nur Angriff und Verteidigung existieren, beim Sparring gibt es immer zwei verfügbare Ausbilder, um das Sparring zu beaufsichtigen. Später geben diese konstruktive Ratschläge oder ihre Kritik zum Kämpfer, den sie beobachtet haben, ab. Notiz: Bei diesen 5 Sparring-Methoden gibt es keinen Schiedsrichter, keine Benotung, keine Zeitbegrenzung. Wenn die Mitstreiter den Kampf zu Boden führen, haben sie 10 Sekunden, damit einer den anderen beherrscht oder eine Unterwerfung erzwungen wird, indem man schmerzhafte Techniken verwendet. Ansonsten annulliert der Ausbilder den Kampf und die Gegner müssen von vorne beginnen. Am Anfang ist diese Kampfkunst nicht sehr schön, nicht stilisiert, weil man sie wiederholen muss. Wirkt der FuShih Kenpo bei der Selbstverteidigung, sucht der Schüler nicht Stilismus, sondern Effektivität. Später erreichen die Kämpferinnen in dem Maße, in dem sie eine bestimmte Zeitspanne lang üben, schrittweise ein besseres Verständnis und eine Ebene im Ausdruck der Kunst als solche, ihre Ästhetik nimmt zu und die Bewegungen werden, obwohl sie tödlich sind, sehr schön und beinhalten alle korrekten Qualitäten der Kampfkünste.


„Um die Selbstverteidigung zu trainieren, ist es nicht notwendig, die schwierigen Übungen eines Kampfkünstlers potentiell auszuführen.“


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YIN und YANG (Teil 1) eit der Einführung der asiatischen Kampfkünste in der westlichen Welt hatte es eine große Tendenz seitens der Ausbilder und der Öffentlichkeit generell gegeben, sie in zwei große Kategorien einzuordnen: die „harten“ und die „weichen“ Stile. Mit den Jahren wurde diese allgemeine Wahrnehmung in der Kampfkunstgemeinschaft bestärkt und heutzutage ist die Terminologie der „harten“ und „weichen“ Stile allgemein akzeptiert und wird selten hinterfragt. Auch die Kommunikationsmedien der Kampfkünste haben dazu beigetragen, diese Idee zu festigen, indem sie sich in vielen Artikeln auf unterschiedliche Künste und Stile als „weich“ oder „hart“ beziehen und deren Eigenschaften kontrastieren. Ich glaube, wir können zustimmen, dass einige angemessene Teile leicht und gerechtfertigt als „hauptsächlich“ weich oder hart angenommen und klassifiziert werden können. Wenige stellen in Frage, dass Tae Kwon Do, Tang Soo Do, Shotokan und Isshin Ry zum Beispiel hauptsächlich hart sind, während Aikido, Jiu Jitsu und Tai Chi für weich gehalten werden. Aber nach einer gründlicheren Untersuchung spiegeln diese Vereinfachungen und oberflächlichen Klassifizierungen nicht die wahre Natur und reichhaltige Komplexität (von der Geschichte ganz zu schweigen) der Mehrheit der Kampfkünste wider. Mit dem Ziel zu verstehen, wie es zu dieser aktuellen Wahrnehmung von harten und weichen Stilen gekommen ist, muss man die Kriterien untersuchen, die zur Klassifizierung der Künste verwendet werden. Die Kampfkünste, die auf Kraft, Schlägen und linienförmigen Bewegungen beruhen, werden als hart bezeichnet. Diejenigen, die weichere Umleitungen und kreisförmige Angriffe und Bewegungen verwenden, werden als weich definiert. Im Allgemeinen ist diese Unterscheidung richtig, exakt und sogar nützlich. Das

S

„Die Ausbilder und Trainer traditioneller Sportarten, die das Crosstraining einschränken oder zurückweisen, tun ihren Schülern nichts Gutes.“


Problem ist trotzdem, dass die Mehrheit (!) der Kampfkünste Elemente aus beiden Gruppierungen besitzen! Tatsächlich umfasst das Programm eines „vollständigeren“, ganzheitlichen und strukturierten Kampfsystems das alles: den linienförmigen, harten Teil, Schläge, sowie das kreisförmige, weiche, Grappling-Element. Das sollte uns nicht überraschen. Die Kampfkünste haben die Kampfmethoden für das Schlachtfeld entwickelt und mussten deshalb eine breitgefächerte Vielfalt an Strategien, Techniken, subtilen Täuschungen und Anpassungen an die Umgebung beinhalten. Also ist es notwendig, sowohl weiche als auch harte Elemente mit einzugliedern. Aber zusätzlich zu praktischen und historischen Überlegungen beruht der überzeugendste Grund, den einseitigen Ansatz von weich und hart aufzugeben, auf dem esoterischen Fundament der Philosophie im Kern aller asiatischen Kampfkünste, den man so elegant in ihrem Symbol sehen kann: dem Yin und Yang. Dieses Symbol, wunderschön in seiner Schlichtheit, bedeutet vor allem die Dualität aller Dinge im Universum und die absolute notwendige Existenz von Gegensätzen. Die Kampfkünstler können dieses Symbol und seine Bedeutung als strenges Lehrmittel sehen, das auf jegliche religiöse oder mystische Konnotation verzichtet. Es geht um ein Werkzeug für die Lehre und zur Inspiration, ein Instrument, was uns daran erinnert, flexibel zu sein und uns in konstanter Entwicklung zu befinden. Es beschwört das Fließen und negiert Starre. Es drängt uns dazu, weiter zu suchen, so weit wie möglich zu experimentieren und Beschränkungen abzulehnen. Auf praktischerer Ebene weist uns das Yin und Yang darauf hin, dass keine Kunst ausschließlich hart oder weich ist, dass sich die linienförmigen und zirkulären Bewegungen ergänzen, dass

die Schläge und Griffe nützlich und notwendig sind, dass der bewaffnete und der unbewaffnete Kampf zwei Gesichter derselben Wirklichkeit sind. Die künstliche Konstruktion von hart gegen weich ist eine Illusion. Seit die erste UFC die globale Bühne erreicht hat, ist das Bedürfnis nach „Crosstraining“ deutlich geworden und mit wachsender Beliebtheit der Mixed-Martial-Arts haben immer mehr Ausbilder und Schüler letztendlich die Botschaft verstanden, über den Tellerrand hinausgeschaut und das Wissen angenommen, um ihren harten Stil mit weichen Techniken zu ergänzen und ihren weichen Stil mit harten Te c h n i k e n . Heute lernt der stehend e


Große Meister Kämpfer, sich am Boden zu bewegen, der Judokämpfer lernt zu schlagen, der tretende Taekwondo-Kämpfer erlernt Grappling und der Aikido-Praktizierende lernt zu treten. Wie erwartet, hat sich diese Tendenz TROTZDEM nicht ohne Kontroverse entwickelt und das Crosstraining war Gegenstand vieler Debatten und negativer Kritiken. Die zwei aktivsten Gruppen in der Debatte finden sich bei den Extremen der Kampfkunstgemeinschaft. Erstens sind da, wie vermutet, die erbitterten Traditionalisten, die das Crosstraining als Mangel an Respekt, sogar verräterisch, und als Ablenkung vom Studium ihrer „echten“ Kunst sehen. Überraschenderweise haben sich beim anderen Extrem viele „sportlichen“ KampfkunstPraktizierenden auf eine besondere Art des Wettkampfes mit limitierten Techniken und strengen Regeln spezialisiert. Die Idee dabei ist, dass sie, wenn sie an TaekwondoWettkämpfen teilnehmen, zum Beispiel, nicht das Grappling oder zu Boden reißen lernen müssen. Sie halten das Crosstraining für konfus, kontraproduktiv oder sogar für verlorene Zeit. Wenn ein Kämpfer nur

für die MMA-Wettkämpfe trainiert, warum dann „Zeit verlieren“ beim Erlernen von Entwaffnungen oder philippinischem Stockkampf? Dieselbe Logik. Ich bin vollkommen gegen diese beiden Standpunkte, da sie das Crosstraining komplett falsch

einschätzen. Es geht nicht (und sollte nicht!) nur um den sportlichen Wettbewerb. Es geht darum, einen besseren Kampfkünstler hervorzubringen! Die Ausbilder und Trainer traditioneller Sportarten, die das Crosstraining einschränken oder zurückweisen, tun ihren Schülern nichts Gutes. Manche sind unsicher und verschlossen, andere von Egoismus und Gier angetrieben. Das ernste, ausgeglichene und strukturierte Crosstraining ist nicht nur intelligent und nützlich, sondern stimmt auch tief mit dem ewigen Prinzip von Yin und Yang überein. Das zeigt uns, dass wir ein höheres Niveau im Bezug auf Geschicklichkeit, Wissen und Vertrauen erreichen können, wenn wir mit dem Harten und dem Weichen, dem Linienförmigen und dem Kreisförmigen, mit Schlägen und mit dem Grappling, mit und ohne Waffen experimentieren und das alles annehmen. In der folgenden Ausgabe hoffe ich, mit euch meine persönlichen Meinungen und Erfahrungen bei den Prinzipien von Yin und Yang und ihren Einfluss auf die Entstehung des Combat Hapkido teilen zu können.

„Auf praktischerer Ebene weist uns das Yin und Yang darauf hin, dass keine Kunst ausschließlich hart oder weich ist“


Shidoshi Juliana besuchte unseren Chef Alfredo Tucci mit einer japanischen Rüstung, um uns ihre unterschiedlichen Teile und das korrekte Verfahren zu zeigen, wie sie getragen wird. Ein Artikel, der zudem die Geschichte und Anthropologie der Rüstung, die eines der Hauptcharakteristika des Samurai ist, erklärt. Die Rüstung wurde als extrem wichtig und bedeutend angesehen, weshalb sie zuhause stets als ehrwürdiges Symbol aufbewahrt wurde. Trotzdem war das nicht immer so. Zuvor, während der Zeit des Kaisers Kotoku und besonders im ersten Jahr von Taika (645), wurde allen, sogar den Offizieren, verboten, die Rüstung oder jegliche andere Kriegswaffe in ihren Häusern zu tragen. Es ist nicht dokumentiert, wann sich das änderte und man begann, die Rüstungen und persönlichen Waffen zuhause zu lagern, auch wenn das laut einiger Autoren die Grundlage für die Entstehung eines Kriegsstandes hervorbrachte, der sich vielleicht von der politischen Peripherie zum Zentrum der Macht begab. Diese Gewohnheit wurde letztendlich zum Symbol militärischer Ehrfurcht. Jeder Clan, jede Familie des Samurai-Stands oder jeder Militärhaushalt besaß seinen eigenen Gusoku-ShiRüstungsfabrikanten. Dies erklärt die große Vielfalt an Formen, die für die Schlacht entwickelt wurden. Die Geheimnisse der Herstellung der verschiedenen Modelle wurden selbstverständlich wertvoll in jedem Clan gehütet, so dass nur diejenigen, die von derselben Familie abstammten, eine bestimmte Art von Rüstung verwenden konnten. Das Geheimnis und die Tradition um die Herstellung und Machart der Rüstungen wurden so beharrlich und ernst bewahrt, dass die Stile, die verschiedenen Elemente und besonderen Verwendungsweisen während Friedenszeiten unverständlich wurden. Generell gab es trotzdem ein Modell für die Rüstung, das aus Schonern für Kopf, Hals, Schultern und Arme, Thorax, Abdomen, Beine und Füße bestand. Logischerweise gab es Varianten für alle Arten von Soldaten. So trugen zum Beispiel Soldaten der Infanterie, die am Boden kämpften, berittene Soldaten oder die Befehlsoffiziere unterschiedliche Modelle, die an ihre Funktionen angepasst waren. Im Laufe der Zeit war die Rüstung nicht mehr nur funktional, sie wurde schließlich zu einem Symbol von Macht, sie war verzierter und höherwertig. Die Waffen waren nicht länger nur Kriegsinstrumente, sondern spiegelten den sozialen Status und die Machtposition wider. Die alten, vor dem 16. Jahrhundert hergestellt Rüstungen wurden genannt: o-yoroi, kachu, haramaki, do-maru etc. Die Rüstungen, die danach gefertigt wurden, wurden allgemein als

Wie man die japanische Rüstung trägt


Gusoku bezeichnet. Die Materialien, die bei der Herstellung der Samurai-Rüstung verwendet wurden, zeigen das Bemühen um eine schnelle und funktionale Ausrüstung auf dem Schlachtfeld. Zudem wurde die komplette Rüstung kaum von den Samurai höherer Klassen genutzt. Die Sorge um Wendigkeit und Funktionalität macht es nur natürlich, dass zwischen der Rüstung eines berittenen Samurai und der eines Samurai der Infanterie Unterschiede existierten. Die Rüstung wurde grundsätzlich aus Lederstücken gefertigt. Arai Hakuseki, ein großer Kenner des Konfuzianismus, der am Hof von Shogun Ienobu (1662-1712) diente, erforschte die alten Manuskripte von Sandai Jitsuroku und nennt (Arai, 17) alte Rüstungen, die aus Hammelleder und Rindsleder gemacht sind und von den Krieger der Ono-no-Ason-Uyu während der Konin-Zeit verwendet wurden. Sie haben die Rüstungen ihren Söhnen Mutsu-no-Kami-Harueda und Tsushimano-no-KamiHarukaze vererbt, die in der Jogen-Zeit kämpften(976-97). Leder war bei der japanischen Rüstung so wichtig, dass Teile dieses Materials nicht nur als Verbindung zwischen den einzelnen Teilen funktionieren, sondern auch das essentielle Material für die Anfertigung der Ausrüstung darstellten. Die Lederplatten wurden mit Eisen, Stahl und/oder anderen lackierten Materialien verstärkt, um die notwendige Härte zu erhalten. Die Helme und Brustschoner, alle aus Metall und aus sehr alten Zeiten Japans geborgen und datiert, zeigen, dass die Rüstungshersteller bereits früh in der Geschichte dieses Material annahmen. Die gefundenen Teile bezeugen, dass das Metall geschickt verarbeitet wurde, damit es weniger wog, es wurde dort feiner gemacht, wo es als Einzelteil verwendet wurde, wie bei den Helmen, oder in Schichten gebogen. So konnten die kleinen Teile für den Helm verwendet werden, während die großen für den Brustschützer bestimmt waren. Aber erst nach der Heian-Zeit machte die Rüstung schließlich eine große Entwicklung durch, bis sie zu diesem schönen Kunstwerk wurde, bestehend aus Eisenplättchen, die durch kleine Lederbinden (odoshi) zusammengehalten werden, die die Rüstung endgültig charakteristisch ausgebildet haben. Die Eisen-und Stahlplättchen wurden in Größe und Form angepasst, um den Bereich zu schützen, für den sie bestimmt waren. Die langen Teile wurden als Schulterplatten – sode – oder Brustpanzer – do – verwendet.


Mit der Zeit schaffte man es, Materialien zu vereinen, die eine wirksame Panzerung gewährten und gleichzeitig leicht waren. Die Rüstung konnte wieder vor Schwertschnitte, Pfeilen und Kugeln von Musketen schützen und neben dem bestmöglichen Schutz eine Ausrüstung vorweisen, die in ihrer Verwendung nicht zu schwer war. Die Vielfalt an Farben, Stilen und Materialien, die zur Herstellung der Rüstung verwendet wurden, machten aus ihr ein großes Kunstwerk von

heutzutage großem Wert für Museen auf der ganzen Welt und für spezielle Sammler. Es waren genau diese Details, die die Rüstungen bereicherten, eine Unterscheidung von unterschiedlichen Stilen möglich machten, ja sogar die Identifizierung der Mitglieder verschiedener Clans durch bestimmte Farben von Schnüren und Details ermöglichten. Es gab Schnüre in vielen Farben, die die Metallplatten ineinander verflochten. Diese Lederschnüre waren

als kawa-odoshi bekannt, während die Bänder aus chinesischer Seide kara-yaodoshi genannt wurden. Unter der Herrschaft von Tokugawa in Japan fanden viele Konflikte und Kämpfe auf den Schlachtfeldern ihr Ende. Seltsamer hat die Bedeutung der Rüstung als Machtsymbol zugenommen, obwohl sie in Bezug auf den echten Kampf unwichtiger geworden ist, da immer weniger kämpften und schließlich ausstarben. Mehr denn je wurde das


Wie man die japanische R체stung tr채gt


Japanische Tradition

Schwert zu einer Referenz für den gesellschaftlichen Stand, die Klasse oder die Stellung, die vom Samurai eingenommen wurde. So wurde eine Serie großer Rüstungen (o-yoroi) von dem Daimyo während den höfischen

Zeremonien, den Militärzeremonien und der Regentschaft der Krone verwendet. Teile, die die Rüstung zusammensetzen. Tazuna, fundoshi – intimes Teil, am Körper verwendet.

Shitagi y Obi – allgemeiner, täglich verwendeter Kimono. Die Samurai höherer Stände verwendeten luxuriöse Kimonos, ihren Positionen entsprechend. Sie wurden yoroi-hitatare genannt. Um den Kimono anzupassen, verwendete


man einen Gürtel, den Obi, der zweimal um die Taille geschlungen wurde und gewöhnlich vorne am Körper zugebunden wurde. Hakama, Kobakama oder Matabiki – faltige Hosen mit Details auf der

Rückseite (Koshi-ita). Der Kobakama kennzeichnet sich dadurch aus, dass er kürzer und kleiner ist. Der Matabiki wurde von niederen Ständen verwendet. Tabi – spezielle Socken mit einer Unterteilung zwischen dem großen Zeh

und den anderen Zehen. Kyahan oder Habaki – Beinschoner aus Stoff, die vom Knöchel bis zum Knie benutzt wurden. Waraji – Sandalen, die von den niedrigsten Klassen getragen wurden.


Japanische Tradition

Normalerweise trug man ein weiteres Paar an den Hüften befestigt mit sich. Die obersten Klassen verwendeten eine Art Stiefel (Kengetsu, Kutsu, Tsuranuki), die vor allem aus Bärenfell angefertigt wurden.

Sune-ate, shino-zutsu – Beinschoner aus modelliertem Metall oder lackiertem Leder. Manche waren aus einer einzigen Metallplatte hergestellt, häufig von der Kavallerie verwendet, um sich gegen

Lanzen und andere Waffen zu schützen. Sonst bestanden sie aus miteinander verbundenen Plättchen und aus mittigen Platten, die die Knie schützten. Sie beinhalteten grundsätzlich lackiertes Leder


an den Seiten (abumi-zure), das wiederum, bei der Kavallerie, gegen die Reibung bei Steigbügel und Sattel schützte. Die Knie waren generell durch den hiza-yoroi kakuzuri geschützt, ein Metall, das

manchmal in das sune-ate integriert oder weniger häufig ein eigener Teil war. Es gab zudem eine Art von Schutzgewand, gefertigt aus Drahtmaschen, das von der Kavallerie in Kriegszeiten unter der

Unterhose oder sogar von den Bushi in Friedenszeiten getragen wurde und kusarikyahan oder kusai-suneate genannt wurde. Haidate – innerer Oberschenkelschutz, ähnlich einer Schürze, sein unteres Ende


wurde allgemein aus kleinen Metallplättchen (Kozane), Leder oder sogar Walknochen gefertigt. In der Mitte offen, hat der Haidate Bänder, die um die Taille gehen und vor dem Körper befestigt werden. Es gibt einige Arten von Haidate, auch wenn alle dieselbe Funktion besitzen. Yugake – Handschuhe, normalerweise mit einem kleinen Loch in der Mitte der Handflächen. Kote-tegai – Arm-und Schulterschoner, generell aus Eisenmaschen, mit Plättchen, sie sollten verteidigen. Die Schulterplatte wurde kamuri-ita genannt, die Armplatte gaku-no-ita. Die gerundete Platte des Ellbogens hijigane und schließlich die des Unterarms ikada, gefertigt aus einer Serie von metallenen Längsstreifen. Manchmal war sie in ein einziges Metallteil eingelassen, mit Löchern abgegossen, an das beim Handgelenk ein weiteres Teil befestigt wurde, um die Handrückseite zu schützen. Dieser Teil war mit Leder ausgekleidet und hatte eine gekrümmte Form, die sich an die Finger des Kriegers anpasste. Bei den alten Rüstungen fügten sich die Teile für die Zehen und Ringe durch eine kleine Schnur zusammen. Später wurden schwere Eisenhandschuhe getragen. Zudem gab es einen Schoner für die Rückseite der Hand, Tetsu-gai genannt. Auch wenn der äußere Teil des Arms geschützt wurde, war der innere Teil verletzlich. Es gab eine Vielfalt dieser Schoner, entsprechend der Funktion des Kriegers. Zum Beispiel verwendeten Bogenschützen eine Art als Yu-gote bekannte Schoner, berühmt dafür, keinen einzigen schweren Teil zu beinhalten, der die Fähigkeiten der Krieger behindern könnte. Der innere Teil des Armes, der weniger Schutz als der äußere Bereich benötigte, wurde mit schwerem Stoff bedeckt oder mit einem mit Seide oder Lederstreifen durchsetzten Leder. Trotzdem basierte eine gute Verteidigung mehr auf den Fähigkeiten des Kriegers als auf den Teilen der Rüstung, da dieser Bereich gefährdet blieb, während die Arme gehoben wurden, um mit dem Schwert zu schlagen. Es gab Techniken, die im

Yari Jutsu und im Kenjutsu berühmt wurden, weil sie diese ausgesetzten und verletzbaren Bereiche im Kampf gegen einen Feind zugänglich machten. Es gab eine fantastische Menge an Größen, Arten, Formen und Materialien, aus denen der Bushi für dieses wichtige Gewand wählen konnte. Ein Beispiel sind die Ärmel der Rüstung, bedeckt durch ein aus Metallringen und -ketten gefertigtes Netz (kusari gote). Die Arme wurden durch Platten geschützt (tetsu gote). Es gab eine Art von Ärmel, die den Arm schützte, indem sie ihn mit einer langen Platte (wie ein zusätzliches Sode) bedeckte, die an den Schultern (tsugi gote) befestigt wurde. Andere wurden schuppenähnlich über den Bizeps gelegt (gaku no ita), wieder andere wechselten Gürtel dieser Platten mit Metallmaschen (oshi no gote) ab oder waren komplett aus einem Netz gemacht, an dem starke Platten unterschiedlicher Arten (shino gote, echu gote, awase gote) vertäut wurden. Es wurde ebenso ein kleiner Schoner für den Unterarm verwendet, mit Plättchen und einem Netz, später auch mit festem Stoff (hansho gote) bedeckt. Diese Armschienen waren speziell an das kämpferische Ziel angepasst. Zum Beispiel gab es besondere Ärmel (yu gote) aus Seide und Brokat, ohne jeglichen schweren Schutz, die paarweise von den Schultern aus getragen wurden. Sie wurden eher von den Bogenschützen verwendet, die Bewegungsfreiheit brauchten, um ihre Bogen und Pfeile zu lenken. Zu bestimmten Gelegenheiten verwendeten die Bogenschützen gerade einmal einen dieser Ärmel, um den rechten Arm, die Schulter und einen Gutteil der Brust und des Rückens zu schützen. Sie befestigten ihn um den Körper. Viele Ärmel der Rüstung, die für relativ leicht gehalten wurden, wurden in Friedenszeiten verwendet und unter dem Kimono getragen, wenn der Bushi vielleicht für Auseinandersetzungen auf der Straße gerüstet sein wollte. Die beweglichen Glieder, die durch die Lücke zwischen den Armschienen (kote) und den seitlichen Platten (watagami) des

Korsetts (del) normalerweise ungeschützt blieben, wurden durch Schichten von Metallmaschen, Platten und Schuppen (waki biki) verstärkt. Sie wurden unter dem Korsett getragen, getrennt oder mit einem Metallband verbunden (kusari waki biki). Eine besondere Art der Ausrüstung (manju nowa) kombinierte die waki biki mit einem Kollier und Schulterpolstern. Wakibiki – Schoner für den Bereich der Achseln und oberen Brust, dem Bereich zwischen dem kote-tegai und dem watagami do, des schützenden Brustkorsetts. Er konnte am Do befestigt werden oder sogar mit einer Art Schutzkollier für Hals und Schultern (manju-nowa) ausgestattet sein. Er wurde mit Knöpfen (botan-gake), Schnüren (himo-tsuki) oder Haken verändert. Do – Brustpanzer, zentraler Teil der Rüstung. Zusammen mit dem Helm steht er für die Identität der Rüstung und ihre historischen Zeit – prähistorisch (tanko, kachu, kisenaga), alt (yoroi) und modern (gusoku). Der größte Bereich des Körpers des Bushi wurde mit einem aus langen Metallplatten hergestellten Korsett bedeckt, wie die alten Korsette (kaki yoroi, Keiko) des 4. Jahrhunderts. Es gab auch hervorragende Lederkorsette, die von Netzschnüren, gut befestigt mit Seide oder Lederschnüren, umhüllt wurden. Wie vorher gesagt, war Leder der von den Rüstungsherstellern bevorzugte Rohstoff. Die unterschiedlichen Arten von verwendetem Leder und die unterschiedlichen Verarbeitungsweisen erzeugten eine Serie von Korsetten (kawa tsutsumi), wie die aus chinesischem Leder (kara kawa Ttutsumi), rotem Leder (aka kama tsutsumi) und feinem Leder (hana gawa tsutsumi). Die untersten Klassen verwendeten schwarz lackiertes Leder (sewari-gusoku), auch wenn generell unterschiedliche Lederverarbeitungen verwendet wurden. Die Platten, die den Do ausmachten, waren manchmal mit Haifischhaut (same tsutsumi) oder Schildkrötenpanzer (moji tsutsumi) bedeckt und mit Walfischknochen verziert. Wenn sie am Rücken geöffnet wurden, nannte man sie Haramaki-do, und wenn sie sich seitlich öffnen ließen,

Wie man die japanische Rüstung trägt


Japanische Tradition do-maru. Es gab zudem den Do, der aus einem einzigen Metallstück gefertigt wurde. Wenn auch selten, wurde dieses Stück hatomune-do oder hotoke-do genannt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden sie von der europäischen Rüstung kopiert. Zudem konnte der Do aus zwei Platten bestehen, um die linke (hato-no-ita) und rechte (sendanno-ita) Achsel zu schützen. Offensichtlich existierte eine unendliche Vielfalt an Korsetten, die in Japan in unterschiedlichen Epochen verwendet wurden, und man unterteilte sie in zwei Hauptkategorien: die Erste und gewöhnlichere umfasste die Teile, die aus Platten oder Netzen bestanden und durch starke Seilen (do) gefestigt wurden. Die zweite waren die Korsette, die aus ganzen Stücken bestanden. Die neusten, die „Taubenbrust“ (hatomune) oder „Heiligenbrust“ (hotoke del) genannt wurden, weil sie die Krümmung des menschlichen Körpers simulierten, waren sehr empfindlich. Sie bedeckten den Körper vom Hals bis zur Hüfte und wurden in Japan im 17. und 18. Jahrhundert verwendet. Offensichtlich von den europäischen Modellen kopiert, konnten sie am Rücken oder an den Seiten offen sein. Vordere Öffnungen waren relativ selten. Von der niedrigsten Klasse der Samurai und ihren Gehilfen verwendet, boten bestimmte, einfach anzupassende Modelle unzählige Variationsmöglichkeiten. Einige Modelle beinhalteten zwei Socken, an der die Fahne der Kavallerie befestigt war. Die Samurai der hohen Klassen trugen zusätzliche Teile, wie die wichtige se-ita oder se-ita no yoroi, kleine Plättchen, die Schultergelenke und Oberarm schützten. Die Ältesten wurden gewöhnlich aus Metall oder sehr dickem Leder gemacht und mit Metalldetails an den Rändern reichlich verziert. Die neueren Modelle wurden aus drei dicken Platten oder aufgesetzten Netzreihen hergestellt, geschützt durch gegerbtes Leder. In den zuletzt hergestellten Korsetts trugen die Samurai der unteren Klasse –

die keine Schutzplatten trugen durften – kleinere Schoner, giyo yo ita genannt. Es gab viele Modelle dieses besonderen Teils. Una-obi – eine an die Taille gebundene Schärpe. Der Obi war am Rücken gebunden oder festgezurrt. Generell aus Leinen oder Stoff gefertigt, mit Ornamenten auf der Vorderseite. Wenn der Samurai in die Spitzen dieser Schärpe schnitt und die Scheide seines Schwertes wegwarf, die generell am Gürtel getragen wurde, äußerte er damit für seine Feinde deutlich seine Absicht, auf dem Schlachtfeld zu sterben, und das verzweifelte Wesen seines Kampfes blieb herausragend. Sode – die Bushi höherer Klassen besaßen zwei Schulterschienen, genannt Sode. Normalerweise wurden sie aus kleinen Teilchen gemacht, die durch Leder-oder Seidenschnüre schichtweise auf einer Metallplatte oder einer Platte aus lackiertem Leder verbunden wurden. Die Spitze bestand immer aus solidem, reich geschmückten Metall (kamrui-ita), während der untere Teil (hishinui-ita) generell eine Fütterung besaß und mit Schnüren in „X“-Form befestigt wurde. Seine häufigsten Formen waren dreieckig und quadratisch, und seine Größe variierte von groß (o-sode), mittel (chu-sode) bis klein (ko-sode). Koshiate – mittlerer Schoner, befestigt an der linken Seite, um lange (dalesho) wie kurze (wakizashi) Schwerter zu tragen. Früher trug der Bushi gewöhnlich ein zusätzliches Schwert mit sich, länger als das dalesho, bekannt als nodachi, das diagonal am Rücken festgezurrt wurde. Aber in der Tokugawa-Zeit wurde das immer seltener. Nodowa – Halsschutz. Von den Samurai hoher Klasse benutzt. In „U“-Form bestand er aus kleinen Plättchen. Er schient im 16. Jahrhundert entwickelt worden zu sein, inspiriert von einem Kollier, das normalerweise unter dem Do getragen wurde. In der TokugawaZeit wurde es dann oberhalb des Do getragen, in einer Vielfalt von Stilen, darunter einer, der sogar den Nacken

schützt, befestigt oder angesteckt durch Haken hinter dem Hals. Der Nodowa konnte auch direkt an der Maske befestigt werden, auch wenn sein loses Modell (tetsuki) das berühmteste war. Hachimaki – weißes Band, am Kopf über der Stirn befestig. Seine Farbe ist eine Referenz zum bevorstehenden Tod. Uchi-bari – Schoner, der unter dem Kabuto verwendet wird. Er wird aus Schnüren (shinobi-no-el) am Kinn und am Helm selbst befestigt. Mempo – Maske aus Eisen, Stahl oder lackiertem Leder, um das Gesicht zu schützen. Sie konnte das ganze Gesicht bedecken (mempo, membo oder so-mempo) oder nur einen Teil davon. Ließ sie die Augen offen, wurde sieer saru-bo genannt. Normalerweise bildete sie das menschliche, dämonische oder tierische Antlitz ab. Die berühmtesten waren: koreanisches Antlitz (korai-bo), Phantasma (moriyo), dämonisch (akuryo), Barbaren aus dem Süden (namban-bo); langnasiger Walddämon (tori-tengu) und das Antlitz des alten Mannes (okinamen), des Jugendlichen (wara-wazura) und der Frau (onna-men). Kabuto – Schutzhelm. Bestehend aus mehreren Teilen, die den Kopf schützen sollten. Sein Hauptteil wurde hachi genannt, ein rundes Teil aus Metall, wie eine Kuppel, die der Form des menschlichen Kopfes angepasst wurde. Vorne findet man einen Teil aus lackiertem Leder, häufig rot lackiert und dekoriert, maezashi genannt. Der Shikoro ist der Halsschoner, bestehend aus 3 bis 7 Schichten von 100 bis 138 Metallplättchen. So fällt dieser Teil über die Schultern und den Rücken. Die Ohrenschützer (fukigaeshi), gekennzeichnet durch eine Krümmung nach hinten, waren ebenso reichlich mit Leder und edlem Metall wie Gold und Silber geschmückt. Jinbaori – eine Art offener Kimono, von hohen Offizieren über der Rüstung verwendet.

Wie man die japanische Rüstung trägt


Texto y fotos: Franco Vacirca La Convicci贸n es Vital

Sandra Nagel


Gracie Jiu-Jitsu Grundprinzip: Geduld Im Gracie Jiu-Jitsu hat der „Anfang“ des Kampfes eher etwas mit Vorbereitung als mit „Abschluss“ zu tun. Ein vorschneller und unvorbereiteter Angriff bewirkt sehr wenig und kann am Ende für sich selbst verehrende Folge haben. Deshalb gilt „Geduld“ als eines der wichtigsten Prinzipien des authentischen Gracie Jiu-Jitsu (GJJ). Dies kann auch beim sportlichen Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) der Fall sein, wobei aber in einem BJJ Turnier deswegen nicht gleich sein Leben riskiert, was aber in der SelbstVerteidigung der Fall sein könnte. Der GJJ Kämpfer (damit meinen wir auch die GJJ Kämpferinnen) lernt den Schwerpunkt auf die gesunde Entwicklung zu legen. Dies gilt für alle Bereiche des Gracie Jiu-Jitsu, egal ob Mental, Körperlich als auch Menschliche, sei es Ethik, Respekt, Mut, Bereitschaft, richtiger Umgang, Freundschaft usw. In einem Kampf ist

die „Anfangs-Phase“ natürlich ein sehr wichtiger Teil des gesamten Geschehnisses, und auch hier gilt eine wichtige Regel die mir mein Lehrmeister Professor Pedro Hemetério auf dem Weg gab: „…wer die Kontrolle des Zentrum (des Gegners9 hat und sich mit wenig Energie flexibel und frei anpassen kann, der hat den Kampf schon halbwegs gewonnen.“ Im Gracie Jiu-Jitsu ist eines der wichtigsten Kampf-Prinzipien, sich so zu positionieren, dass man stets aktiv bleiben kann. Man muss in der Lage sein, stets den Druck des Gegners auszuweichen und wenn möglich den Druck zum Gegner aufrecht zu erhalten, wobei aber ohne die eigene KörperKraft und Energie zu verschwenden. Man sollte sich stets genügend eigenen Raum frei halten lassen, um flexibel und angemessen die Situation verändern zu können. Während dem gesamten Kampf, und in besonderem Masse am Anfang ist es wichtig, sparsam mit seinen Angriffen umzugehen. Jeder Angriff sollte, wenn man nicht gerade

dazu gezwungen wird, dem Gegner höchstens eine Kontertechnik anbieten, damit man selbst weiterhin die Option aufrechterhalten kann mehrere Gegentechniken anwenden zu können. Der clevere GJJ Kämpfer lernt mit den Jahren der Erfahrung und der SelbstEntwicklung, seinen Gegner am Anfang gut abzulesen, um besser und wenn möglich auch schneller agieren zu können. Anfänger machen oft den Fehler, gleich von Anfang an wie eine Walze den Gegner anzugreifen. Dies kann jeder erfahrene GJJ Kämpfer praktisch kraftlos für sich ausnutzen. Die meisten GJJ Kämpfer sind noch sehr „eckig“, sie besitzen keine „Rundungen“ - somit sind ihre Angriffe auch oft von weitem her schon zu sehen bzw. zu spüren. Im Gegensatz zu einem erfahrenen GJJ Kämpfer, der die Techniken in einer runden und sehr schmeidigen Form anwenden kann, beherrscht er die Fähigkeit die Kraft weg von sich zu lenken und so näher dem Gegner zu gelangen. Das Ziel eines jeden


Jiu Jitsu Anfängers sollte sein, dass er/sie lernt diese „Rundung“ in der Anwendung der Techniken zu gelangen. Dies ist tatsächlich leichter gesagt als getan, denn dafür muss auch genügend Trainingszeit - teilweise Monate lang - an einer einzigen Technik geübt werden. Hier dient später auch das technische Sparring mit den verschiedenen Trainings-Partnern eine doch wichtige Rolle, wobei aber dies zuerst auch gelernt werden muss. In unserer Gracie Jiu-Jitsu Ausbildung gilt das „Drillen“, vor dem eigentlichen freien Sparring, eine noch wichtigere Rolle, denn dadurch lernen die GJJ Kämpfer die Technik zu verinnerlichen. Das intensive und sehr technische „Drillen“ von einzelnen Techniken oder von kurzen zusammenhängenden Technikreihen, verbessert den Fluss und dient eine natürliche Schnelligkeit zu entwickeln. Das „Drillen“ hilft auch ganz speziell den eher passiven GJJ Kämpfern. Oft nehmen sie eher eine passive Rolle ein und so werden sie quasi gezwungen eine offensivere Rolle einzunehmen. Im GJJ haben wir gar nichts gegen einer passiven Rolle, im Gegenteil, oft ist diese besser als alles andere, aber es sollen beide Rollen geübt werden, um besser beide Rollen zu verstehen. Dieses Rollenspiel dient natürlich auch die Aufmerksamkeit auf die gegnerische Verteidigung zulegen. Man bekommt die Möglichkeit zu beobachten, was der andere GJJ Kollege(in) in derselben oder in einer ähnlichen Situation tun würde. Im Gracie Jiu-Jitsu ergibt sich immer wieder die Frage, wie ein Anfänger sein „Anfangs-Repertoire“ zusammenstellt sollte. Im sportlichen BJJ macht man sich die Mühe, Wurf-Techniken aus dem Judo, Sambo und Ringen zu erlernen. Im Gracie Jiu-Jitsu wie ich es von Professor Pedro Hemetério gelernt habe, der wiederum sein Wissen vom GJJ Gründer Hélio Gracie persönlich erlernte, sind solche Massnahmen unnötig. Im authentischen GJJ geht man aus einer Selbst-Verteidigung aus, was wiederum bedeutet, dass wir schon von Anfang an bedacht sind, dass eine falsche Position uns das Leben kosten könnte. Deshalb ist schon die erste Bewegung zu unserem Schutz (Überleben) gedacht. Techniken die nur auf dem Wettkampf-Tatame einen Platz finden, gelten bei uns als oberflächlich… damit ist nicht gemeint, dass sie nicht gut genug sind - aber das sie einfach nicht zur (unserer) Selbst-Verteidigung dienen, was wiederum unser Hauptziel ist und bleibt. Es ist besser eine Technik mit 20% Genauigkeit und 80% Überzeugung, als

sie mit 80% Genauigkeit und 20% Überzeugung, auszuführen. Hier einige wichtige Punkte, die man als Anfänger/in auf dem Weg zum blauen Gürtel unbedingt beachten sollte, damit man das gelernte zur Not auf offener Strasse anwenden kann: - Die Wirksamkeit einer Technik kann auch am nötigen Mangel eigener Überzeugung liegen. - Überzeugung ist so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, als die Technik selbst. - Überzeugung kann Erfolg und Misserfolg erheblich beeinflussen.

- Wenn Du eine Technik vielleicht anfangs nicht perfekt durchführen kannst, versuche es doch mit voller Überzeugung, denn so profitierst Du durch diese Erfahrung. - Wenn Du eine Technik übst, dann übe sie so, dass deine Gedanken ganz und voll an Ort und Stelle sind; der erste Schritt liegt darin, Genauigkeit und Überzeugung zu vereinen. - Übe jede Technik mit Selbstkontrolle aus; lass aber niemals zu, dass dein Bestreben nach Beherrschung der Technik deine Überzeugung beeinträchtigt.


ber ein Jahr ist es nun her seit Grossmeister Martin Sewer vom International Martial Arts Institute nach Malaysia an die alljährliche World Black Belt Hall of Fame –Veranstaltung eingeladen wurde. Wir erinnern uns: Martin Sewer wurde damals schon Jahre zuvor aufgrund seines immer grösser werdenden Ruhms in der weltweiten Kampfkunstgesellschaft von den Organisatoren bemerkt und wiederholt nach Kuching (Malaysia) eingeladen. Am letztjährigen Anlass gewann er nicht nur den ersten Platz am Grossmeister-Turnier, sondern wurde auch zum Grossmeister des Jahres 2012 gewählt. Weiter erinnern wir uns, dass der grossartige und denkwürdige Event von der Nachricht überschattet wurde, dass eine ortsansässige Kung Fu Schule aufgrund eines Unfalls niedergebrannt war. Als Grossmeister Martin Sewer dies erfuhr dauerte es nicht lange bis er aktiv wurde; er spendete das alljährliche Lai Si (Glücksgeld zum Geburtstag) um den Wiederaufbau der Schule zu ermöglichen. Es war ein ruhmreiches Jahr für Martin Sewer, auf das seine Schule wie auch seine zahlreichen Schüler Zuhause in der Schweiz stolzer nicht hätten sein können. Umso aufregender war es in diesem Jahr, als Martin Sewer erneut an die internationale Veranstaltung eingeladen wurde und erneut nach Kuching reiste. Kaum in Kuching angekommen schon wurde Martin Sewer von der federführenden Person des Events, Grossmeister Dr. Song, abgeholt und gebeten, sein Können zum Besten zu geben. Nicht nur Dr. Song und alle anwesenden Grossmeister und Meister waren Zuschauer der Vorführung, sondern auch diverse VIPs aus Malaysia selbst, wie beispielsweise der Deputy Minister für das öffentliche Gesundheitswesen. Grossmeister Martin Sewer zeigte Teile der berühmten Tit Sin Kuen Form, einer sagenumwobenen „geheimen“ Form innerhalb der Kampfkunst Szene. Kurz darauf wurde er ausserdem nicht nur zum Senior Advisor des Anlasses ernannt, sondern erhielt aufgrund seines bisherigen Lebenswerks mit dem originalen Hung Gar Kung Fu auch gleich einen neuen Rang in der World Black Belt Hall of Fame, der Ruhmeshalle des Martial Arts Instituts: Die goldene Medaille! Der Tag war zwar bereits lang und erreignisreich gewesen, doch der Abend war noch jung und so konnte

Ü

Martin Sewer nicht ins Bett, ohne noch eine weitere Auszeichnung zu erhalten. Ein Abgesandter der World Kuoshu Federation Bangladesch überreichte ihm kurz vor Ende eine Ehrung als offizieller V.I.P Gast am Event des Martial Art Instituts. Erst danach, erschöpft von einer langen Reise und dem von Ehrungen und Auszeichnungen geprägten Abend, konnte sich Grossmeister Martin Sewer zur Ruhe legen. Am zweiten Tag fand das von Zuschauern wie Teilnehmers lang erwartete Demonstrationsturnier statt. Wie schon im Jahr zuvor nahm Martin Sewer in der Grossmeister-Kategorie teil und verteidigte erfolgreich seinen ersten Platz! Er zeigte die allseits bekannte Tiger-Kranich Form vor. Die Tiger-Kranich Form, auf Chinesisch „Fu Hook Seung Yin Kuen“, ist so berühmt, dass das originale Hung Gar Kung Fu oft als „Tiger-Kranich Kung Fu System“ bezeichnet wird. Schon Martin Sewers Kung Fu-Grossvater (chin. „Sigung“ genannt), der berühmte Ehrenmann und Volksheld Chiu Kow, gewann mit der Tiger-Kranich Form 1957 die chinesischen Wushu Landesmeisterschaft. Eine würdige Fortsetzung der Erfolgsgeschichte der Hung Gar-Linie durch Grossmeister und offiziell designierten Stilnachfolger Martin Sewer also. Kaum war die Rangverkündigung des Turniers vorbei starteten die Festlichkeiten der Hall of Fame, d.h. der Ruhmeshalle ausgezeichneter Kampfkunst-Legenden. Martin Sewer wurde 2012 mit dem Titel des „Grossmeister des Jahres“ ausgezeichnet. In diesem Jahr war er sogar für den Titel „Grossmeister Instruktor“ nominiert, also als aktiv unterrichtender Grossmeister. Im Rahmen dieser Nominierung wurde Grossmeister Martin Sewer erneut gebeten sein Hung Gar Kung Fu vorzuführen. Spannend wurde insbesondere dann, als er, anstatt sein Können nur vorzuführen, auch noch ein Seminar für die anwesenden Grossmeister gab. Das Seminar, welches hinter verschlossenen Türen stattfand, gab ihm die Möglichkeit sich unter Seinesgleichen zu beweisen. Mit Erfolg! Denn wie bereits nach den Demonstrationen liess er reihenweise sprachlose und nachdenkliche Seminarteilnehmer zurück. Noch Tage später sprach man am Anlass über die Übungen, welche von Martin Sewer unterrichtet wurden, und den Humor, welcher jedes seiner Seminare begleitete. Am dritten Tag des Events begann sich die bereits angeregte und positive Stimmung auf den Höhepunkt zuzubewegen. Dank seinen Vorführungen und dem Seminar


Hung Gar


Kung Fu wurde Martin Sewer den vorgängigen Auszeichnung und der Nomination gerecht: Er wurde zum Grossmeister Instruktor des Jahres 2013 gewählt. „Herzliche Gratulation“ möchte man an dieser Stelle am liebsten rufen – Doch halt, dies war noch nicht alles! Die grössten Ehrungen standen erst noch bevor. Nachdem die Auszeichnungen und Ehrentitel vergeben worden waren, begannen die Festlichkeiten zur offiziellen Wiedereröffnung der lokalen Kung Fu Schule, welche, wie anfangs erwähnt, im Jahr zuvor niedergebrannt war. Ein schöner Moment bot sich den Anwesenden als das rote Band durchschnitten wurde, alle Schüler jubelten vor Freude und auch die Schüler von Grossmeister Martin Sewer in der Schweiz konnten sagen, dass sie durch die Spende des Lai Si ihres Sifus einen wertvollen Beitrag zu diesem Ereignis geleistet hatten. Der Event neigte sich allmählich dem Ende zu und während einige Teilnehmer am letzten Abend sicherlich bereits an die Heimreise dachten, stand Grossmeister Martin Sewer und seinen Schülern noch eine Überraschung bevor. Der Stilnachfolger der Kung Fu Legende Dr. Chiu Chi Ling und Oberhaupt von der grössten Schweizer Hung Gar Schule, Grossmeister Martin Sewer, wurde zum Abschluss des Events und vor allen Zuschauern und anwesenden Grossmeistern vom International Martial Arts Institut mit dem 9. Meistergrad ausgezeichnet! Und dies mit folgendem Kommentar Seitens Organisator: „Dies ist das Mindeste, womit wir Sie auszeichnen können“. Die Ehre und Anerkennung hätte für Grossmeister Martin Sewer grösser nicht sein können. Kaum war das Zertifikat überreicht verbreitete sie sich die Nachricht über diverse Zeitungen und Medien wie ein Lauffeuer. Treu und loyal gegenüber seinem Sifu, Dr. Chiu Chi Ling, sagte Martin Sewer kurz nach dem Event in einem Interview jedoch: „Für mich gilt vor allem die Gradierung unter meinem Meister, also der 8. Meistergrad. Mit diesem Grad arbeite ich auch und der steht auch auf meiner Visitenkarte. Und doch ist es selbstverständlich eine ausserordentliche Ehre diese Auszeichnung entgegen zu nehmen. Voller Anerkennung und Respekt.“ Sicher – Grossmeister Martin Sewer selbst und seine Schüler in der Schweiz waren überrascht im Anbetracht dieser grossen letzten Ehrerweisung. Ältere Grossmeister aus Asien, im Speziellen aus Hong Kong, waren es hingegen nicht. „Wie sollte es denn anders sein“, so einer der alten Meister. „Martin Sewer ist zwar aus dem Westen, aus der Schweiz. Trotzdem hat er in seinem Leben alle Hürden genommen um Dr. Chiu Chi Lings Topschüler und Stilnachfolger zu werden und sein gesamtes Leben dem originalen Hung Gar Kung Fu gewidmet. Ständig bemüht er sich um den Fortschritt seiner inzwischen unzähligen Schüler und um die Bekanntmachung des Hung Gars. Er veröffentlicht Bücher, Publikationen und engagiert sich in der Kampfkunst Community. Genau so wie es sein sollte.“ Die anderen Meister nickten nur zustimmend. „Ich kenne nur wenige, die das heute noch schaffen. Doch dieser verrückte Schweizer hat es geschafft“.


Der neue Film von Isaac Florentine Ninja – Pfad der Rache ist kein billiger Film aus Hong Kong. Er ist ein Actionfilm aus Hollywood mit allen Elemente, die ein Film haben muss, damit man sich noch in den kommenden Jahren an ihn erinnert.


Ninja „Pfad der Rache” Regie: Isaac Florentine Hauptdarsteller: Scott Adkins und Kane Kosugi Produziert von Millenium Films Avi Learner und Boas Davidson Frank DiMartini Action, Drehungen, exzellente Technik, eine glaubhafte Geschichte, große Filmkunst, historisch korrekt – David White hat beim Drehbuch unglaubliche Arbeit geleistet. Der Film wurde produziert von Avi Learner und Boas Davidson von Nu Image Millenium, der die Dojos erneut füllen wird, so wie er es in den 70ern und 80ern bei Bloodsport und Der Mann mit der Todeskralle getan hat. Explosionen, Tritte, wie man sie nie zuvor gesehen hat, eine gute Geschichte und der unglaubliche Auftritt des neuen Helden der Kampfkünste Hollywoods, SCOTT ADKINDS (Boyko in der Serie Undisputed). Die Kampfkunst-Fähigkeiten von Scott haben sich qualitativ verbessert, von gut

zu unglaublich beeindruckend. In ausgezeichneter Verfassung, wird er die Mädchen verrückt machen, die diesen jungen gut aussehenden Mann sehen, der kämpft mit Mission. Und das zusammen mit dem neuen Bösewicht Kane Kosugi, der Sohn von Sho Kusugi. Sho war Hauptdarsteller vieler der ersten Folgen der Filmserie Ninja der 1980er, Klassiker wie Die Rückkehr der Ninja oder Die 1000 Augen der Ninja, die es geschafft haben, das Wort Ninja in den Häusern Amerikas bekannt zu machen. Kane ist zurecht in seinem Geburtsland Japan ein Star und nun schlägt er mit Tritt und Faustschlag in Hollywood ein wie auch einst sein Vater vor 30 Jahren. Die beiden Hauptdarsteller nun stehen auf dem Schlachtfeld dem Dilemma von Zuneigung und Respekt gegenüber, angesichts purer Verzweiflung und Hass, als Casey herauszufinden versucht, wer für den Tod seiner schwangeren Frau Namiko und des Kindes verantwortlich ist. Die Geschichte ist die von der Rache Caseys (Scott Adkins), dessen Frau von einer Bande umgebracht wird. Casey folgt den Bösewichten von Japan nach

Thailand und durch die Wälder Birmas. Die Kampfszenen, zusammen mit dem hervorragenden Auftritt von Adkins und Kosugi folgen einem Rhythmus, der dir nicht den Atem verschlägt. Trotzdem, als die Action beginnt, ist es, als würde sich die Hölle entfesseln und die Tritte sind so hoch, schnell und überraschend, dass sie der Schwerkraft trotzen. Die Schwerkämpfe sind blutend, aber nicht vulgär. Ah, habe ich erwähnt, dass beim Dreh der Kampfszenen keine Seile verwendet wurden? Ihr werdet es nicht glauben. Man muss sich vor Scott und Kane verneigen für ihre unglaublichen technisch sauberen Fähigkeiten, scharf und schnell, das kann nur von stundenlangen Training im Dojo kommen. Die Hauptwaffe zum Töten ist ein Manrikigusari oder eine Kette von 30 Zoll, die von den Ninja des 16. Jahrhunderts verwendet wurde, um einen Rivalen zu strangulieren und zu zerstören. Das Seltsame daran ist, dass sie aus Stacheldraht ist und somit Visitenkarte einer Bande von Übeltätern, weil sie eine merkliche, unangenehme Spur auf dem Hals ihrer Opfer hinterlässt.


In den Nebenrollen sind Jahwad und Tim Man, die ebenso große Auftritte durchführen. Es wurden viele qualifizierte Kampfkünstler besetzt, die gut kooperieren, so dass der Film sowohl historisch als auch technisch herausragt. Damit jeder, der Ninjutsu trainiert oder erforscht hat und einen Blick auf diesen Film wirft, ihm ehrlich seine Zustimmung gewährt. Der Schweizer Tim Man ist Choreograph, dem man großen Beifall klatschen muss, weil er eine bei den Kampfszenen eine so hervorragende Arbeit geleistet hat. Ein weiterer interessanter Ansatz ist die Leidenschaft und sorgfältige Aufmerksamkeit von Florentine für die Details seiner Geschichten, während er sie akribisch erforscht, um sicherzugehen, dass sie korrekt sind. In diesem Film macht er es genauso, da er den echten und exakten Charakter des Ninja und die wahre Geschichte von Fujita Saiko zeigt, dem letzten der Koga Ninja-Linie, der 1966

gestorben ist und der letzte echte Ninja während des 2. Weltkriegs war. Der Film erinnert an Szenen von Der Mann mit der Todeskralle, zwei zerbrochene Flaschen und ein unglaubliches Tempo bei den seitlichen Tritten. Und auch wenn es keinen Spiegelsaal gibt, bleibt ohne Zweifel festzustellen, dass Florentine den kleinen Drachen in der letzten Kampfszene huldigt. Einmal mehr ehrt er so Bruce Lee, wenn er in einer der Kampfszenen im Dojo Bruce Lee – Todesgrüße aus Shanghai nacheifert, wo er mit einer Gruppe Jungs gleichzeitig kämpft. Das wurde sicherlich in einer einzigen Aufnahme gemacht, Gratulation dafür an Ross Clarkson, dem Kameramann, der so unglaubliche Arbeit geleistet hat, wie nur er es tun kann. Wenn euch Ninja # 1 gefallen hat, werdet ihr diesen sicher lieben. Der Film ist meiner Meinung nach, die nicht ganz so unparteiisch ist, der beste Film Florentines bis jetzt.

Wird er so ein großer Erfolg wie Der Mann mit der Todeskralle oder Bloodsport? Gut, das hängt von der Annahme des Publikums ab, aber eins ist sicher. Man darf diesen Film nicht wegen irgendeiner dummen Geschichte der Kampfkünste entgehen lassen, die grafisch am Computer gemacht und verbessert wurde und von der wir wissen, dass sie falsch ist, mit unmöglich durchführbaren Bewegungen. Was für eine Erleichterung, nirgendwo Draht zu sehen, der dich dazu bringt, einen weiteren Chop Suey-Film aus Amerika anzuschauen! Überlasst diesen Mist den Jungs aus Hong Kong. Auf geht’s, Hollywood wacht auf und gibt diesem Jungen ein Budget, legt ihm einmal mehr die Umsetzung von Martial-Arts-Filmen zu Füßen. Niemand kann eine Geschichte besser erzählen und die Action spannender darstellen als Isaac Florentine, und wenn ich sage niemand, meine ich das auch.


Klassische

VATER DES EUROPÄISCHEN KARATE Zweifellos wird das europäische Karate niemals die Arbeit ausreichend schätzen, die sein Vorreiter und wahrer Vater, der Franzosen Henry Plee, geleistet hat, der bereits die neunzig Jahre gefeiert hat. Charismatisch, neugierig, sogar pittoresk, mit bestimmten Eigenarten, die die Aura des großen Meisters nur stärken, holte Plee die ersten japanischen Meister in seinen Pariser Klub, in das erste europäische Karate-Dojo (das immer noch dort steht, wo es war, wenn auch nach einem schrecklichen Brand umgebaut). So stelle ich mir den Ursprung des Karate auf dem alten Kontinent vor. Salvador Herraiz hat in seinen zwanzig Reisen nach Paris seit mehr als 25 Jahren niemals davon abgelassen, den charismatischen Ort im Zentrum der französischen Hauptstadt zu besuchen. Nun gräbt er für Ihr Interesse das Gespräch aus, das er bei einer Gelegenheit mit Henry Plee in dessen eigenem Haus, demselben Gelände und direkt über dem legendären Dojo geführt hatte.

Text und Fotos: Salvador Herraiz, 7. Dan Karate Paris (Frankreich) aris ist eine Stadt, in die ein Verehrer des Karate zu vielfältigen Gelegenheiten seit den 80er-Jahren bis heute gereist ist. Dort haben wir mehrere Jahre lang mit meinem diskreten Wettkampfteam am Pokal Frankreichs im Wado Ryu teilgenommen, den der Meister und Freund, Patrice Belrhiti, seit Jahrzehnten organisiert. Paris ist auch ein Ort, an dem Lehrgänge und Galen von legendärer Tradition durchgeführt werden. Und die vielen Besuche in der Stadt des Lichts gaben mir vor längerer Zeit die Gelegenheit dazu, ein tiefgehendes Gespräch mit dem Meister Henry Plee zu führen, eine Konversation, die wir heute hier, im Cinturón Negro, neu veröffentlichen möchten, da der Wert ihres Inhalts unveränderlich bleibt. Welche Person, die sich in den Kampfkünsten auskennt, hat noch nicht vom Meister Henry Plee gehört? Dieser französische Mann ist im Westen eine Legende. Er führte die Karatepraxis in Europa ein und hat unglaublich viel für die Entwicklung nicht nur dieser Kunst, sondern auch anderen, wie Judo, Aikido...durch die Herausgabe von Zeitungen und Arbeiten auf Französisch getan. Er verfügt über dreißig (!) Dan, aufgeteilt auf verschiedene Kampfkünsten, Judo, Aikido, Kendo, Bojutsu und Karate, es ist diese letzte Kunst, mit der er in den letzten Jahren bekannter geworden ist. Herr Plee besitzt den 10. Dan Karate, verliehen von Tsuneyoshi Ogura (1909-2007). In Frankreich, in Europa und der gesamten Welt ist Plee bekannt und respektiert. Alle französischen Meister waren Schüler von ihm oder hatten zumindest etwas mit ihm zu tun. Er ist, ich wiederhole es, eine Legende.

P

Henry Plee, geboren 1923 in Arrás, bei der französischen Straße von Calais, im Norden des Landes, begann sein Architekturstudium, was später der 2. Weltkrieg unterbrechen sollte. Ich lernte Henry Plee persönlich 1990 kennen. Er hinterließ einen seltsamen Eindruck bei mir. Ohne sein Interesse, geschweige denn seine Bedeutung und seinen Verdienst in der Geschichte des Karate anzuzweifeln, ist die Wahrheit, dass es seine Wesensart selbst war, die keinen besonders positiven Eindruck auf mich machte. Eines Frühlingsmorgens war ich nun auf dem Weg zu meinem Treffen mit Plee. Der Ort konnte kein anderer als sein Haus sein, welches er direkt über seinem Dojo besitzt, der erste Ort, an dem in Europa auf bereits offizielle Weise Karate praktiziert und gelehrt wurde. Der Hof, den Henry Plee im Zentrum von Paris besitzt, sehr nahe bei der Kathedrale Notre Dame, ist ein ruhiger und einladender Ort, wo sich zusammen bei der Familienwohnung der berühmte Karateklub befindet und das Geschäft mit Kampfkunstartikeln, das er seit jeher besessen hat. Man muss sagen, dass ich bei den zwanzig Gelegenheiten, als ich die französische Hauptstadt besucht habe, niemals darauf verzichtet habe, diesen Ort zu besuchen. Er wird immer der Ort der Anfänge des Karate in Europa sein und deshalb besitzt er für Geschichtsliebhaber fast Kultstatus. Henry Plee empfing mich in seinem Haus, eine alte Villa, in der das berühmte Kampfkunstgeschäft eingegliedert ist, was er seinen Kindern vermacht hat, und das Shobudo „Karate Club Frankreichs“, ein Klub an der Spitze der Elite. Herr Plee, dessen Schüler 32 Titel in Frankreich, Europa und weltweit gewonnen haben,

erwartete mich bereits. Zusammen nahmen wir Platz in einem Zimmer von eigenwilligem Stil, von dem aus man andere nicht, weniger originellere sehen kann. Wenig Licht, unzählige traditionelle Budo-Objekte, Schwerter, SamuraiRüstungen...findet man in diesem Wohnraum. Die alten Möbel und das Ambiente lassen mich an ihn als eine sehr philosophische, tiefgründige, sehr tiefgründige und manchmal ein bisschen seltsame Person denken. An der größten Wand dieses Raums stehen zwei Rüstungen, die im großen Stil beeindrucken. Dazwischen hebt sich ein Bild an der Wand hervor. Es ist der Vater von Meister Plee. „Ich begann mit fünf Jahren, mit meinem Vater Boxen zu trainieren, der beim Heer war. Später machte ich „Savate“. Herr Plee, wie waren Ihre Anfänge bei den Kampfkünsten? „1948 begann ich, die Zeitung JUDO KODOKAN zu übersetzen und zu veröffentlichen. Ich machte das sehr viele Jahre lang. Ab 1948 übersetzte ich auch mit Gichin Funakoshi.“ Etwas später würde er sich mit Karatemeistern wie Mochizuki, Murakami und Oshima in Verbindun setzen, die er für die Lehre nach Paris holt. Unter diesen ersten Schülern von Plee in Paris ist auch der später (in der Welt des Karate) berühmte Jacques Delcourt. Meister Plee besaß eine gute und starke Beziehung zu japanischen Meistern. Wie war der Kontakt zum Meister Mochizuki? „Ich war ein guter Judoka, Mochizuki kam mit seinem Aikido. Ich praktizierte mit ihm Aikido (er bezieht sich auf Minoru Mochizuki, eine große Legende des japanischen Budo mit mehr als 50 Dan insgesamt). Wir sind Freunde und er hat mir seinen Sohn Hiroo geschickt.“


Meister Hiroo Mochizuki kam nach Europa. Aber andere Meister auch, oder? „Ja. Es kam Murakami, der vor Jahren starb. Auch Oshima, Kase, Tokitsu, Nambu...Mochizuki Hiroo hatte eine ärgerliche Erfahrung beim Kampf. In Japan hatte er gehört, dass der Wado Ryu etwas vom Boxen hätte und deshalb...Aber er war ein sehr guter Karatekämpfer.“ Mochizuki war ein herausragender Meister und Repräsentant des Wado Ryu in Europa. Tatsächlich gibt es Bücher von Mochizuki über die Kata Wado Ryu, herausgegeben zudem in Zusammenarbeit mit...Henry Plee. Andererseits ist auch gewiss, dass Mochizuki ebenso Shotokan praktizierte und später Systeme und Ideen zusammenfügte, um sein Yoseikan Budo, etc. zu entwickeln...aber dass er ein wichtiger Wado Ryu-Meister war...zweifellos. Was denkt er über die Japaner? „1950 mochten die Japaner die Leute aus dem Westen nicht. Für die Japaner war es gerade das Ende einer von schlechten Erinnerungen an den Westen geprägte Zeit, wegen der Besatzung. Die Japaner

behandelten die Leute aus dem Westen schlecht, aufgrund der amerikanischen Besatzung. Die Japaner denken, dass alles, was nicht aus ihrem Land stammt, schlecht ist. Sie halten sich für etwas Besseres.“ Es scheint, als hätte Herr Plee nicht eine so gute Meinung über die Wesensart der Japaner. Er fährt fort... „Erst vor kurzer Zeit kauften die

Amerikaner Aktien einer großen japanischen Firma, und das war ein großer Skandal.“ Henry Plee denkt etwas nach und sagt mir: „Wenn du nach Japan gehst, wirst du auf irgendeine Weise beim Karate verletzt werden.“ Wechseln wir das Thema. Eine andere Person, die eine große Bedeutung in der Welt der Kampfkünste im Wesen innehatte, war Donn F. Draeger, der viel mit Plee zutun hatte. Ich frage ihn danach. Er nickt mit dem Kopf und antwortet: „Er war sehr wichtig. Er machte Karate mit Fukuda (übersetzte eine Zeitschrift). Er kam nach Frankreich für einen JudoWettkampf und wollte mich sehen,

1.- Originale Aufschrift des historischen Klubs. 2.- Salvador Herraiz, im Innenhof des Ortes, beim Eingangsbereichs des Dojos. 3.- Henry Plee und andere 4.- Henry Plee zwischen dem englischen Vorreiter Vernon Bell und Hiroo Mochizuki. 5.- Plee, als Kind im Jahr 1930 beim Raufen und Spielen am Strand. 6.- Plee und Hiroo Mochizuki bei den Anfängen von Karate in Europa. 7.- Technische Positionen im kokutsu dachi Shotokan. 8.- 1949 im Dojo des Judo-Meisters Kawaishi in Paris. Geniot, Plee, Valin, Conquil und Gillet. Die graue Jacke, die Plee trägt, brachte er aus Deutschland mit, aus der Zeit, in welcher er dort 1944 Gefangener war. 9.- Plee erhält ein sokuto geri von Taiji Kase. 10.- Henry Plee und Hiroo Mochizuki während der ersten Karatemeisterschaft in Frankreich, am 25. Oktober 1957 11.- Eine weitere Kata. 12.- Plee führt eine Bewegung während der Meisterschaft Frankreichs 1957 durch.


Interview 13.- Henry Plee, Karatepionier in Europa. 14.- Plee, unten links, zusammen mit Tsutomu Oshima. Im Kreis, oben rechts, Jacques Delcourt.

15.- Plee, zusammen mit Nambu und anderen in San Rafael.

wegen der eigenartigen Bibliothek, die ich besitze“. Herr Plee bezieht sich auf die Exemplare der Bücher, die er hat, merkwürdige, interessante, einzigartige. Und mit Draeger hatte er gute Karatetrainings, oder? „Ich hatte einen Judo-Klub und er kam, um mir zu helfen. Er kam immer eine halbe Stunde früher und in dieser Zeit übte Donn Karate. Ich fragte ihn, ob das französisches Boxen sei und er sagte Nein! Später sandte er mir einen Film.“ Dieser Film, über Techniken der Meister Obata, Nishiyama und Nakayama, war zusammen mit einem Buch von Yoshitaka Funakoshi der erste

Lehrer von Henry Plee. Donn Draeger half ebenfalls bei der Autorisierung des Karate nach dem Verbot seiner Ausübung durch die amerikanische Besatzung. Plee erzählt etwas mehr davon. „Ja. General McArthur verbot Karate. Draeger bestand darauf, dass es genehmigt würde. Der genannte Film spielte ebenfalls eine wichtige Rolle für die Restauration. Es war 1946.“ Henry Plee erzählt nun etwas über die Meister und ihre Eigenschaften. „Ich mag die „nicht so sehr“ Meister. Als ich nach Japan ging, unterstützte Donn mich bei den Meistern. Später lernte ich wahre Meister kennen. Aber diesen sieht man es nicht an. Ein

Professor der Universität ist nicht derselbe wie ein Einstein. Die echten Meister redeten nicht. Der echte Meister ist für normale Leute nicht sichtbar. Man braucht Niveau. Einstein würde es nicht interessieren, mit jemandem ohne Niveau über Mathematik zu sprechen. Gichin Funakoshi und Itosu waren 1901 Meister. Funakoshi wollte, seit er klein war, den Kleinen etwas beibringen. Sie hatten nicht dieses Niveau. Funakoshi wurde manchmal schlecht angesehen, weil er unterrichtete.“ Es wirkt, als ob H. Plee an die heimlichen Meister der Zeiten Matsumuras etc. denkt... „Funakoshi sagt in seinen Memoiren, dass er


Interview versteckte Meister hatte. Ein guter Meister hat vier oder fünf gute Schüler.“

Am 21. November 1965 wird ein europäischer Karate-Kongress in der Stadt Sena ausgerichtet. Es ist bereits der dritte. Österreich, mit Kart Neveceral an der Spitze, Jugoslawien und Portugal beteiligen sich aus Interesse an der europäischen Organisation. Henry Plee als technischer Berater unterstützt die Arbeit von vier japanischen Experten, die bei technischen Leistungen helfen sollten. Es handelt sich um Kono, Yamashima, Toyama und Suzuki. Das heißt, die technische Beratung Europas führt zweifellos den Wado Ryu-Stil an. Die Rechtsstellungen werden formalisiert und damit entsteht offiziell, was die europäische Karatevereinigung sein würde. Am 7. Mai 1966 wird die 1. Europameisterschaft in Paris durchgeführt, sowohl im Team als auch im Einzel, aber damals dachte man nur an die Männer (und zehn Jahre lang sollte es noch so sein). Fünf Länder beim Team und eines mehr beim Einzel. Das war nicht schlecht für den Anfang! Frankreich wird 1., gefolgt von der Schweiz und Italien. Beim Einzel siegt der Franzose Baroux, gefolgt vom Franzosen Sauvin, dem Italiener Geronema und Setrouk (Frankreich). Unkontrollierte Verletzungen und Schläge tauchen überall auf. Es gibt bereits ein Problem, das es zu lösen gilt. Die europäis c he Karatevereinigung macht ihre ers ten S c hritte auf s ic herem Boden. Henry Plee übernimmt das Generals ek retariat, der Italiener Ceracchini wird zum Vizepräsident ernannt und Leo A rts übernimmt das A mt des Schatzmeisters.

Für Henry Plee gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen dem sportlichen Karate und dem Karate, das er kampfkünstlerisch nennt, und während meines Aufenthalts redet er häufig von den Unterschieden. Was hält er von dem Bestehen der Stile? „Wenn man kochen lernt, lehren sie dir Gerichte. Wenn du ein Diplom hast und keine neuen Gerichte zusammenstellst, bist du kein Meister. Man muss kreieren.“ Für Plee gibt es einen großen Unterschied zwischen dem authentischen inneren KampfkunstKarate und dem Sport. Beim ersten möchte er effektive Reinheit. Der Sport geht für ihn in eine andere Richtung. Was denkt er von der möglichen Aufnahme in die Olympischen Spiele? „Die Wettkämpfe brauchen Geld und die Experten brauchen Titel. Die Vereinigungen wollen gute Wettkämpfer haben, um Subventionen zu erhalten. Für die Wettkämpfe muss man Katas und Regeln vereinheitlichen...aber nur das.“ Aber bricht das ein bisschen...oder sehr mit den Stilen des Karate und begrenzt sie dadurch? „Das ist etwas anderes. Das Ziel von Karate ist es, körperliche und mentale Qualitäten zu entwickeln. Davor sagte man Judo: Man muss Judo in das Leben bringen und umgekehrt, Leben in das Judo.“ Herr Plee betont erneut den Unterschied, den man sehr deutlich begreifen muss, zwischen dem sportlichen Teil, den die Vereinigungen entwickeln müssen, und dem kampfkünstlerischen Teil, innerlich und persönlich. „Der Wettkampf ist ein Spiel (die Olympiaden zum Beispiel). Sport ist eben Sport. Das Wort Sport bedeutet Vergnügen. Es ist ein französisch-spanisches Wort, was sich später die Engländer zugeschrieben haben und erneut bei uns als das ihre einführten.“ Also könnte man sogar sagen, dass das sportliche Karate kein Karate ist,

Oben, Salvador Herraiz und Henry Plee, vor 25 Jahren vereint in Paris. Darunter ein traditioneller Ablauf in San Rafael 1965: Stehend im Zentrum Yoshinao Nambu und vor ihm Henry Plee, zusammen mit den Legenden Valera, Lavorato, Baut und Baroux. Henry Plee 2009, wie er aus den Händen von Jacques Delcourt seine wichtige Auszeichnung erhält. Außerhalb des Hofs, auf der Rue St. Genevieve in Paris. Das Unterste, Herraiz und Plee, angeregt plaudernd im Haus des französischen Meisters.


Große Meister oder? „Es ist etwas anderes. Es ist ein Fehler, das Wort „Karate“ bei den Wettkämpfen zu verwenden, mag es auch für die Werbung gut sein.“ Es ist ein anderer Geist, der bei der einen und bei der anderen Sache vorherrscht? „Beim künstlerischen Karate ergreift man beim Angriff nie die Initiative, während beim Sport angegriffen wird, es ist offensiv. Das wahre Karate ist defensiv.“ Ich unterbreche Herrn Plee... „Karate ni Sente Nashi“ (es gibt keine offensiven

Techniken im Karate), eine wichtige Redewendung von Gichin Funakoshi, die heute sogar in dessen Denkmal in Kamakura, Japan, eingraviert ist. Der Herr Plee bestätigt mit dem Kopf und sagt: „Genau“. Später fährt er fort... „Bei den Kampfkünsten wird zur Verteidigung getötet. Es ist schwierig zu versuchen, nicht anzugreifen. Den gegnerischen Angriff abzuwarten. Der Geist muss wachsam sein, aber neutral beim Angreifen des Anderen... Aber diese Idee verformt sich immer mehr.

Die Position „Kokutsu“ ist defensiv und beim sportlichen Kampf neigt man dazu, „Fudo“ zu machen, es wird zur Offensive gemacht.“ Ist der Sport oder sein Geist schlecht? (Ich beziehe mich auf die Geisteshaltung vom Standpunkt des Karate als Kampfkunst aus): „Der Sport ist gut in der Jugend. Er ist Leben. Nach dreißig Jahren hört man damit auf, um Kampfkunst zu praktizieren. Man verliert die Vitalität und sucht nach anderen Dingen.“


Interview Plötzlich erhebt sich Professor Lee und geht zu einem Computer im nächsten Raum. Von dort aus sagt er mir: „Ich werde ihnen ein Geschenk machen. Es sind einige Normen für eine gute Entwicklung der Kampfkunst Karate. Man sollte sie nicht nur innerhalb des Dojos, sondern auch außerhalb befolgen. Ich bin dazu autorisiert, sie offenzulegen.“ Er bezieht sich auf die echte Version der 20 goldenen Regeln, die Gichin Funakoshi erließ. „Der Sport ist ein Ritual. Alle Tiere haben in ihrer Spezies ihre Rituale. Der Beste erhält das beste Weibchen und hat das Recht, sie zu befruchten. So verbessert sich die Spezies. Das Weibchen wählt einen schönen Körper aus, auch wenn er ein Idiot ist. Sie wird sich verbessern und niemals tötet man

Mitglieder derselben Spezies. Es ist nur Ritual. Die Männer sagen bei Diskussionen häufig: „Tritt auf die Straße, wenn du ein Mann bist“. Alles ist ein Ritual. Und später tötet man sich nie. Niemals.“ Aber es passiert manchmal. Es gibt Morde, Terrorismus... „Nun gut, es gibt immer frei herumlaufende Verrückte. Aber sie sind Ausnahmen. Bei den Kämpfen würden sie, wollten sie sich wirklich umbringen, sich die Augen herausreißen oder in den Hals beißen. Aber sie machen es nicht, weil alles ein Ritual ist. Sie packen sich...aber sie beißen sich nicht. Die Tiere mit Horn greifen sich beim Kampf von vorne an und tun sich nichts. Ihre Hörner stoßen zusammen. Das ist auch ein Ritual. Wenn sie wirklich töten wollen, greifen sie beim Jagen einer anderen Spezies kreisförmig an und durchstoßen den andern, sie zerteilen ihm den Unterleib. Es ist anders, wenn sie töten wollen. Es gibt eine psychische Zensur, die uns hemmt.“ Für Herrn Plee hat das Wort Meister eine tiefgehende Bedeutung, wie wir sehen. Er erzählt mir davon. „Ein Meister als etwas Vollständiges gibt es nicht. Nur teilweise. Picasso hatte ein gutes Niveau bei der Malerei, aber er war darüber hinaus nicht komplett. Dalí auch. Dalí übermittelte in seinen Bildern seine esoterischen Botschaften. Er war mehr als ein Spezialist.“ Um dieses Thema zu beenden, teilt mir Herr Plee seine Meinung über sich selbst mit: „Ich bin kein Meister. Auf jeden Fall ein guter Lehrer. Ich hatte viel Glück.“ Herr Plee dehnt dieses Thema aus, aber ich will andere ansprechen. Was macht Herr Plee jetzt? Hat er Lehrer in seinem Klub? Gibt er persönlich Unterricht? „Ich habe Lehrer, die unterrichten, und ich lehre sie. So soll es sein. Und man muss jemanden an der Spitze haben, immer, so gibt es, wenn der Meister stirbt, weder Probleme noch Ausbrüche. Fehlt der Meister, wollen alle seinen Platz einnehmen. Ein Meister sollte vorbereitet sein. Wenn es bei seinem Tod Ausbrüche gibt, dann, weil er kein großer Meister war. Nur Lehrer. Möchten Sie für die Karatekämpfer noch etwas hinzufügen, Herr Plee? „Ich möchte Nachdruck legen auf die „Kyokun“, die 20 Vorschriften, die ich gegeben habe. Sie sollten an die Schüler vorzugsweise mündlich weitergegeben werden und begriffen werden. Sie haben unterschiedliche Verständnisebenen und dunkle Teile. Deshalb muss man auch seine eigene Methode erfinden. Aber wenn man erfahren ist, spürst du, wenn es etwas Neues gibt, wenn man die Küche perfektioniert, fügt man Zutaten hinzu und sie verbessert sich.“ Vor nicht allzu langer Zeit, im Jahr 2009, zeichnete der Ehrenpräsident der WKF, der unerschütterliche Jacques Delcourt, Henry Plee mit dem Ordre national du Mérite (dem nationalen Verdienstorden) Frankreichs aus. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, selbst beglückwünschte seinen Landesmann dafür. Zweifellos besitzt Meister Plee den führendsten Rang in der Geschichte des Karate und wird es immer haben.


Mehmed Kodakov Zweimal bulgarischer Meister und sieben Mal Vizemeister. Teilnahme an zwei Weltmeisterschaften im Freistilringen und zwei im Sambo. Nationaler Meister der Ausbilder im Freistilringen, Sambo, Grappling und polizeilicher Selbstverteidigung. Text: Angel lopez rojo Fotos: Š www.budointernational.com


DIE KODAKOV-METHODE im Freistilringen Vor eineinhalb Jahren veröffentlichte Cinturón Negro das Interview mit dem Meister der Trainer des Freistilringen, Mehmed Kodakov, und brachte seine DVD „Freistilringen und professionelles Grappling“ auf den Markt. In der letzten Frage dieses Interviews erkundigte sich die Zeitung bei Meister Kodakov nach seinen Plänen und Projekten für die Zukunft seines Gladiatoren-Klubs in Madrid. Er hat es nicht nur geschafft, all seine Vorhaben umzusetzen, sondern hat seine Ziele bei weitem übertroffen. Die Idee, mehr Schulen zu erreichen, ist zu einem Projekt geworden, dass 16 Schulen der Autonomen Gemeinschaft Madrid umfasst. Der Grund: eine neue Trainingsmethode im Freistilringen für Kinder und Jugendliche in Spanien und für den künftigen Nachwuchs der Vertreter Spaniens im Freistilringen bei den Olympischen Spielen. Nach den erzielten Erfolgen in den letzten Meisterschaften der Gemeinschaft musste die Vereinigung Madrids einfach auf die Kodakov-Methode aufmerksam werden. Alle Schüler des Gladiatoren-Klubs Madrid siegten, der Großteil als Erste in der jeweiligen Kategorie ihres Teams und wenn nicht, Vizemeister. Niemals hatte in der Geschichte Spaniens ein Klub in nur zwei Jahren solche aufeinanderfolgenden Erfolge in ein paar Meisterschaften erzielt. Deshalb setzte sich die FreistilringenVereinigung in Madrid in Bewegung und mit Aussicht auf die Zukunft gewährte sie dem Gladiatoren-Klub Madrids im Freistilringen die Möglichkeit, in 16 Schulen der Gemeinschaft Unterricht zu erteilen. Sie hatten nicht nur zum ersten Mal in der Geschichte dieses Sports eine Vision, sondern haben verstanden, die Professionalität eines großen Meisters in diesem Sport und einen neuen Trainingsansatz in dieser


Disziplin, abgestimmt auf die Kinder und Jugendliche unserer heutigen Zeit, zu würdigen. Der Meister Kodakov gibt mit einer Sache an: „Ich kann jeden Jungen, jedes Mädchen oder jeden Jugendlichen zu einem Meister im Freistilringen machen und ich habe Beweise, die das zeigen. Unsere Methode funktioniert nicht nur, sondern ist eine Wissenschaft...eine Wissenschaft, die ich seit 30 Jahren entwickle. Damit die Leute nicht verwirrt sind! Ich bin einem Hochleistungszentrum beigetreten, da war ich gerade sieben Jahre alt. Das ist sehr hart für ein Kind. Wir konnten unsere Eltern nur an einem Tag die Woche sehen. Dort aßen wir, schliefen wir, lernten wir, aber vor allem TRAINIERTEN WIR FREISTILRINGEN. Damals waren die Russen bereits weit fortgeschritten in Bezug auf die Wissenschaft des Sports. Das Freistilringen in Russland war und ist heute der Nationalsport und mein Land war damals eines der wenigen Satellitenländer, die diesen großen Giganten duzen konnte. Aber als Bulgaren sind wir sehr stolz und wenn du das mit einer Sportwissenschaft, mit Ausdauer, Spitzentrainer mit Leidenschaft mischt, sind wir unaufhaltsam...und das beweisen wir! Mir gefiel es nicht nur, zu trainieren und an Wettkämpfen teilzunehmen, sondern auch darauf zu achten, wie all diese großen Trainer meiner Zeit ihre Kämpfer lehrten und vorbereiteten. Bei den hunderten Meisterschaften, an welchen ich teilnahm, und den anderen hunderten, die ich aus der Nähe beobachtete, an den tausenden Kampfvereinen der ganzen Welt, die ich besuchte, beschäftigte mich nur eine Sache: Wie macht man jemandem von „null“ aus


zum Meister? Wie bereitet man ihn körperlich, mental und psychisch vor? Ich habe nicht nur eine große Erfahrung als Kämpfer, denn um zweimal Meister meines Geburtslands zu werden und sieben Mal Vizemeister, muss man nicht nur trainieren, man muss auch viel denken. Meister im Freistilringen in meinem Land zu sein ist wie Boxmeister in den USA zu sein, vielleicht mehr. Dort praktizieren alle Kampfsportarten. Die Methode, die ich entwickelt habe, um mit Kindern und Jugendlichen zu trainieren, war ein langer Prozess von dreißig Jahren. Es interessiert mich nicht nur, dass ein Kämpfer körperlich trainiert ist, sondern dass er die geistige und emotionale Stärke besitzt, um sich jeden Tag selbst zu übertreffen. Während meiner Vorbereitung als Kämpfer studierte ich auch Psychologie an der Universität. Dort verstand ich, dass die Vorbereitung des Geistes und die Kontrolle der Emotionen genauso wichtig sind wie das körperliche Training. Ich habe es geschafft, Trainingsmethoden zu entwickeln, die alle diese Aspekte beinhalten. Aber das Wichtigste ist, dass ich sie für Jugendliche entwickelt habe. Als Vater will ich das Beste für meine Kinder und so


verstehe ich die anderen Väter und Mütter der Jungen und Mädchen, die an meinem Unterricht teilnehmen. Ich will, dass sie gesund sind und lernen, Tag für Tag über sich selbst hinauszuwachsen. Es ist sehr einfach zu sagen, wie ich es normalerweise in meinem Slogan sage „die Ausdauer ist die Basis des Erfolgs“, aber wie bringt man einem Kind bei, ausdauernd zu sein...das ist die Grundlage meiner Methode! Ich bin ein „Coach“ auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene. Ich kann das Beste aus jedem Kind oder Jugendlichen herausholen. Hier sind die Beweise. Es

sind Statistiken. Dort kann man niemanden betrügen! Ich weiß, wie ich sie dazu bringen kann, an sich selbst zu glauben. Wenn ich zurückblicke, auf meine Kindheit, bemerkte ich, wie weit ich es geschafft habe, von den Motivationen, die mich Tag für Tag über mich selbst hinausgehen ließen und das bringe ich hervor, bei den Motivationen, die jedes menschliche Wesen hat, um besser zu werden und über sich hinauszugehen. Wenn wir zum emotionalen und motivierenden Faktor ein wissenschaftliches körperliches

Training hinzufügen, eine technische progressive und gewissenhafte Lehre und ein Umfeld von kontinuierlicher persönlicher Verbesserung ist es möglich, jetzt Meister zu erschaffen und mit der Zeit die künftigen Meister Spaniens. Es gibt eine Sache, die ich sagen muss. Ich möchte der spanischen Freistilringen-Vereinigung und der Vereinigung für Freistilringen Madrid für ihre bedingungslose Hilfe und ihr Vertrauen in mich und mein Projekt danken, ein Projekt, das bereits Früchte trägt.


Position 11: „Brücke“ Chatuspadásana Von der letzten Position aus, in der wir uns geöffnet haben und den Energiefluss durch die Wirbelsäule zum Gehirn ermöglicht haben, eröffnet uns diese Position nun neue Wege und neuronale Übermittlungsmöglichkeiten. Aber sie dienst auch einem weiteren Zweck, der korrekten Sauerstoffversorgung von Blut, Körper und besonders dem Gehirn (das alle weiteren Funktionen im Körper kontrolliert). Natürlich tendiert die Mehrheit der Leute im Laufe ihres Lebens immer mehr dazu, eine gekrümmte Haltung einzunehmen und das führt dazu, dass sich die Wirbelsäule nach vorne in Richtung der Schultern biegt und sich die Schultern selbst zur Vorderseite des Körpers schließen. Das bringt viele gesundheitliche Probleme mit sich, vom leichten Unwohlsein bis zu Inkontinenz und Verstopfung, was Ermüdung, Verspannungen und die Asphyxie von Organen und der Darmfunktion verursachen kann. Andere physiologischen Probleme, die entstehen, sind: schlechtes Gedächtnis, Mangel an Konzentration und schlechter Gleichgewichtssinn, und das sind nur die sichtbaren Sekundäreffekte, weil das Gehirn nicht ausreichend Sauerstoff von seiner Blutbahn erhält. Wir werden mit dem Gehirn beginnen, unsere Gehirnstruktur ähnelt anderen Körperteilen sehr und muss gut und beständig versorgt werden. Es gibt weitere Dinge, die unser Gehirn braucht und wenn wir es bewusst versorgen wollen, müssen wir die Blutzirkulation erhöhen. Das ist lebenswichtig, da unser Blut Sauerstoff zum Gehirn führt und Sauerstoff lebensnotwendig für das Wachstum von Gehirn und für die Heilung generell ist. Damit das Gehirn

richtig funktioniert, wird ein vitales Gleichgewicht von korrekter Atmung zur Sauerstoffaufnahme benötigt, mit der genauen Menge an Kohlendioxid und Stickoxid zur Zirkulation sowie die Programm von Gehirnaktivitäten oder übungen zur Stimulierung des Wachstums (wie in den vorherigen Haltungen demonstriert). Um gezielt den Sauerstoff und die Zirkulation im Gehirn anzukurbeln, müssen wir zuerst verstehen, wie wir atmen. Wir sind dazu gemacht, einfach und ohne bewusstes Nachdenken zu atmen, durch die Nase und mit geschlossenem Mund. Die natürlichste Form, wie ein frischgeborenes Baby atmet, ist in den Bauch, oder die Zwerchfellatmung (wir werden eine bessere Leistungsfähigkeit erzeugen und die vorherigen Positionen beeinflussen, durch die Verwendung des Perineum und eine ausführlichere Atmung). Unsere Nasennebenhöhlen, Mundhöhlen und die oberen Bereiche unserer Lungenstruktur haben einen bestimmten Pegel an chemischen Kontrollmitteln, sowie Kohlendioxid und Stickoxid, die die Kontrolle der Zirkulation und den Zustand der Blutgefäße unterstützen. Wenn wir normal atmen, tief und in das Zwerchfell, bringen wir die Luft und den Sauerstoff bis in die tiefsten Bereiche der Lungen, wo der Großteil der Blutzirkulation produziert wird. Weitgehend dort wird auch der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid durchgeführt, weshalb wir lernen müssen, auf natürliche Weise zu atmen, indem wir unser Zwerchfell verwenden, um die geeignete Menge Sauerstoff in unserem Blut zu erhalten, um es zu unserem Gehirn und zu anderen Bereichen des Körpers zu bringen. Wenn wir unseren Mund zum Atmen verwenden, atmen wir nicht erneut das gespeicherte Kohlendioxid ein und das Stickoxid, das dabei hilft, dass

das Blut bis zum Gehirn zirkuliert, um unsere Gehirnzellen mit Sauerstoff zu versorgen. Es ist das Kohlendioxid und das Stickoxid (Stickoxid hilft, die Blutgefäße in den Lungen zu erweitern, damit wir eine gute Zirkulation von dort aus für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid erhalten können), die die Blutgefäße im Gehirn öffnen, damit wir die angemessene Sauerstoffmenge in unserem Gehirn erhalten können. Heutzutage, aufgrund der Schwerkraft und der schlechten Haltung, fängt das Ziehen von Kopf und Organen im Beckenboden nach unten an, unsere Schultern abzurunden, weil die großen Brustmuskeln die Muskeln zusammenziehen. So wie sich unsere Schultern zusammenziehen, werden wir nach vorne gedrückt. Unseren schwächeren Muskeln in der Mitte des Rückens, der mittlere Trapezmuskel und der Rautenmuskel, werden seltener verwendet (sowie die Muskelgruppe der Muskel-Sehnen-Kappe). Die Gleichgewichtsstörung dieser Muskeln führen zur schlechten Haltung der Schultern, was generell eine chronische Verspannung in den Schultern/im Hals und Schmerz aufgrund dem Überschuss an Energie und der Überdehnung auslöst. Das zeigt sich deutlich in der vorherigen Position „Stehende Vorwärtsbeuge“ Padahastasana. Es gibt auch das Problem der zusammendrückenden Asphyxie (durch diesen Druck auf der Brust), die mechanisch begrenzte Ausdehnung der Lungen durch dieses Zusammendrückens des Rumpfes, was weniger Sauerstoffversorgung des Bluts und Gehirns erzeugt. In ernsten Fällen kann dies zum Tod oder Bewusstseinsverlust durch den Gehirnschaden durch Anoxie führen, über den Hals oder die Stauchung der Brust. Das zeigt nur, dass eine schlechte Haltung uns im Stillen


beeinflussen kann und mit der Zeit körperliche Probleme verursachen kann...aber es nicht nur das. Wir drücken auch energetische Übertragungen zusammen, die noch mehr die Organe, Eingeweide und Funktionen des Körpers schwächen. Zudem werden die Energien in einer gekrümmten oder gebeugten Haltung frei durch die Wirbelsäule zum Gehirn fließen, aber das wird sie nicht lösen. Es führt zu einem Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsverlust, dem Überfluss an Energie geschuldet, die in die drei Hautpwege (Ida, Pingala und Sushuma) aufsteigt, ohne sich loslösen zu können und sich auszugleichen, um erneut durch die vorderen Kanäle zu fließen.

„Brücke“ Chatuspadásana Das Ende der Haltung „Stehende Vorwärtsbeuge“ oder Padahastasana erlaubt es den Händen, nach vorne zu „gehen“, von den Füßen entfernt in eine etwas mehr als schulterbreite Position. Indem die Hand nach vorne wandert, können sich die Fersen vom Boden heben und so die Energie aufsteigen lassen, um einen größeren Abstand zwischen Füßen und Händen zu erreichen. Diese Entfernung sollte dazu führen, dass die Hüften einen Winkel nach oben formt und der Körper mit dem Boden so ein Dreieck bildet. Einmal platziert, können die Fersen (wenn möglich) wieder auf dem Boden ruhen. Die Handflächen werden auf den Boden gesetzt, damit die Energie durch die Handflächen statt durch die Füße steigt. Das dient dazu, den energetischen Fokus auf den oberen Teil des Körpers, die Arme und das Gehirn zu lenken. Hat sich diese Basis einmal gefestigt, platziert ihr den Kopf weiter hinter als die Arme, damit dieser bequem ist und die Brust gedehnt werden kann (Brustmuskeln), da dies die Rückenmitte und den Bereich der Schultern stärkt (mittlere Muskeln des Rückens, mittlerer Trapezmuskel und Rautenmuskel, sowie die Muskelgruppe der Muskel-Sehnen-Kappe). Diese Position hilft dabei, die elende Rundung in der Haltung des Rückens und das Zusammendrücken der inneren Organe, des Zwerchfell und der Eingeweide zu korrigieren, sie dehnt nicht nur die Brust. Sie stärkt den Rücken und setzt auch die Schwerkraft und den auf dem Rumpf lastenden Druck frei. Sowie der Druck nachlässt, werden zuerst die Eingeweide gelockert, während es an den Organen zieht und sie dehnt, was gut für die angemessene Gleichmäßigkeit ist. Führt man das auf einer täglichen oder fast täglichen Basis durch, wird diese Haltung innerhalb und auch außerhalb dieser Position als hebende, kräftigende Aktion wirken. . Der Druck auf die Eingeweide lässt nach und setzt sich auch vom Zwerchfell aus frei, was dazu dient, zu dekomprimieren und dem Muskel einen größeren Bewegungsspielraum zu verschaffen, weshalb die Atmung in den unteren Teilen der Lungen tiefer ist. Ihr werdet auch merken, dass diese Position die Menge an Luft, die man durch den Mund einatmen kann, hemmt, während die Menge an Luft, die man durch die Nase einatmen kann, sich erhöht (mit der geeigneten Methode). Ein weiterer Vorteil ist der freiere Blutfluss zum Gehirn, da die Schwerkraft nun zu dessen Gunsten ist und man nicht gegen sie arbeitet. Kombiniert mit der besseren Fähigkeit zur Atmung und der Dekomprimierung aller Organe und Eingeweide

erhöht sich der sauerstoffhaltige Blutfluss zum Gehirn sowie im ganzen Körper im großen Maße, während der Druck abnimmt. Durch die Verwendung von langsameren Bewegungen und Haltungen im Yoga wird die Atmung ruhig, nicht wie bei härteren Übungen wie laufen oder schnell gehen. Das wird dazu führen, dass die Atmung tief im Zwerchfell stattfindet, langsam entspannt, was die Sauerstoffaufnahme und die allgemeine Gesundheit des Individuum erhöht. Das ist dem leichten Anstieg der Zirkulation und des Sauerstoffs im Gehirn zuzuschreiben, während eine strengere Übung ebenfalls für Sie gut sein kann, aber auch verursacht, dass die Muskeln einen großen Teil des Sauerstoffs im System absorbieren, und die Erhöhung des zu Ihrem Gehirn transportierten Sauerstoffs behindert wird.

Atmung und Absicht: Von der Position „Stehende Vorwärtsbeuge“ oder Padahastasana aus atmet durch die Nase aus und erlaubt es, dass der Körper sich entspannt. Atmet langsam und tief durch die Nase ein, während die Hände von den Füßen aus etwas eine etwas größer als schulterbreite Position einnehmen, um die Organe zu entspannen und die Brust auszudehnen, damit die Fähigkeit zu atmen größer wird. So wie der Kopf entlang der Arme geführt wird, atmet langsam und sanft aus, während ihr die Aufmerksamkeit auf die Zunahme des Blutflusses zum Kopf lenkt. Lasst bei jedem Einatmen in dieser Position zu, dass sich der Kopf zwischen den Schultern legt und spürt die Energien, die vom frontalen Rumpf aus herabfließen, durch das Perineum und nach unten durch die Fersen. Wenn ihr langsam ausatmet und den Kopf dreht, werdet ihr den Aufstieg der Energie von der Fußsohle aus über die Innenseite des Oberschenkels, durch das Perineum und die Wirbelsäule bis zum Kopf und den Handflächen spüren. Haltet anfangs die Position nicht zu lange, da der Körper noch nicht auf den Anstieg des Blutflusses gewöhnt ist, mit der Zeit wird er es sein. In der folgenden Ausgabe: „Krieger“ Jánurásana

Yoga-Ausbilderin: Carolina Lino - Ponta Delgada, Azoren Photo by: Tiago Pacheco Maia - Ponta Delgada, Azoren


Interview

Hallo Nikki vielen Dank, auch im Namen unserer Leser, dass du dir die Zeit nimmst für ein Interview! K-I: Du bist ja für viele ein Vorbild. Was glaubst du, können Sportler durch ihr Engagement bewegen? Nikki: Kindern zum Beispiel möchte ich zeigen, dass sie an sich glauben sollen, dass sie kämpfen sollen für ihre Träume und dass es sich auch lohnt, durchzuhalten. Fleiß wird immer belohnt, da möchte ich ein Vorbild sein. Frauen in Führungspositionen kann ich mit meinem Weg vielleicht den Rücken stärken. Ich weiß, wie hart es ist, sich in einer Männerdomäne durchzubeißen. Aber solange du dich niemals von deinem Weg abbringen lässt, wirst du auch Erfolg haben.

K-I: In der Welt des Sports erlebt m a n j a v i e l e H ö h e n u n d Ti e f e n . Was war für dich dein sportliches Highlight, das du erleben durftest? Nikki: Mein absolut sportliches Highlight meiner Karriere war der We l t m e i s t e r s c h a f t s k a m p f u m d e n WBC-Titel. Ich habe mir damit einen großen Traum erfüllt und bin in die Fußstapfen von Mohammad Ali getreten. Das ist ein unglaubliches Gefühl, diesen Gürtel nach einem sehr harten Fight zu tragen. Eine tolle Auszeichnung war aber auch die Ve r l e i h u n g des kroatischen Heimatpreises. Ich boxe zwar für Deutschland, aber meine Wurzeln sind in Kroatien. Ich fühle mich mit diesem Land sehr verbunden, darum war diese Ehrung auch ein emotionaler Höhepunkt für mich.

Fotos: Archiv Nikki Adler, Archiv AsiaSport, Maik Sieg

K-I: Was war bisher dein bitterster Moment, den du im Sport durchstehen musstest? Nikki: Das ist schwer zu sagen. Es gibt im Leben als Profiboxerin immer wieder harte Momente, aber die Frage ist, was du daraus machst. Mich zum Beispiel haben sie immer stärker gemacht. Ich bin froh um jede Erfahrung. Die Summe aus den schönen, erfolgreichen aber auch harten Momenten macht uns zu dem Menschen der wir sind. Mit vier WM-Titeln bin ich aber ein sehr glücklicher Mensch, das steht fest. K-I: Gibt es für dich einen Spruch, der für dein Lebensmotto steht und den du gerne den Menschen mitgeben möchtest? Nikki: "Alles fängt mit einem Traum an. Wenn du es träumen kannst, dann kannst du es auch wahr machen." Mit diesem Motto habe ich gelebt, gekämpft und gesiegt. Als ich mit 23 Profi wurde, mit dem Ziel Weltmeisterin zu werden, gab es Menschen die mich ausgelacht haben. Ich habe daran geglaubt und sehr hart dafür gearbeitet. Du brauchst auf deinem Weg aber auch Menschen, die dich unterstützen. Ich bin meiner Familie sehr sehr dankbar. Meine Schwester gab mir Kraft, meine Eltern die Zuversicht.


Interview

Nikki: In erster Linie muss ich natürlich meine vier Titel verteidigen, das ist die Hauptaufgabe. Mein Wunsch für das neue Jahr ist ein WM-Kampf in Deutschland. Den möchte ich vor allem für meine Fans. Was ich auf jeden Fall versprechen kann, ist, wieder ein spannendes Jahr zu bieten. Einzelheiten darf ich noch nicht verraten, aber ich halte euch auf dem Laufenden. K-I: Bist du auch für anderen Sport außer dem Boxen zu begeistern? Nikki: Schwimmen, Mountainbiken, Badminton... Ich liebe Sport und für die Kondition ist es wichtig, den Körper immer zu fördern und Abwechslung zu bieten.

K-I: Du hattest mal erwähnt, dass du bei der Post arbeitest! Wie sieht dein Aktueller Tagesablauf aus? Nikki: Mein Tag bei der Post begann um 5 Uhr. Mein erstes Training am Morgen ist um 8 Uhr. Ich bin ein Frühaufsteher, es fällt mir nicht schwer aufzustehen. Was man einfach nicht vergessen darf: Das Leben als Profiboxerin ist kein Luxusleben aus

Kämpfen, Partys und Urlaub. Es ist harte Arbeit, die sehr viel Disziplin und Fleiß erfordert, einen strikten Trainingsplan über das ganze Jahr beinhaltet und viele Interview- und Sponsorentermine. K-I: Was hast du dir für das neue Jahr für den Sport vorgenommen? Wa nn und wo ist de r nächste Kampf?

K-I: Kannst du uns verraten, warum du so erfolgreich bist? Nikki: Ich glaube an meine Träume, bin fleißig, habe ein großes Kämpferherz und habe niemals aufgegeben! K-I: Möchtest du unseren Lesern noch was auf den Weg geben? Nikki: Das gebe ich auch jedem mit auf den Weg, ob es um Sport, Beruf oder die Liebe geht: Das Leben stellt uns immer auf die Probe. Es liegt an uns, welchen Weg wir gehen.


er 1.Februar 2014 ging eindeutig in die „We love MMA“-Geschichte ein. Rund 2.000 Zuschauer sahen die eindrucksvollen MMA-Fights in der König-Pilsener-ARENA in Oberhausen. Es war die siebte Veranstaltung der MMA-Serie und nach drei Jahren auch die erste, die über die Hauptstadtgrenzen hinaus in einem anderen Bundesland stattfand.

D

Pascal Steinhanses vom Pride Gym Düsseldorf gegen Maurice Pacheco Moreno vom FT Tayris Düsseldorf. Ein Debütantenduell mit harter Arbeit. Der Kampf des Wuppertalers Nepomuk Minarik (Alligator Rodeo Wuppertal) gegen Ruslan Mamadow (Subfighters Bochum) zeigte schon die in NRW vorhandene lokale Klasse. Minarik holte sich

Die Fighter aus vier Ländern geben alles Dementsprechend hoch motiviert waren alle Fighter, um als Sieger den Cage zu verlassen und sich von den Zuschauern feiern zu lassen. Erneut zog auch wieder internationaler Wind durch die erfolgreiche Veranstaltungsserie. Mit Brasilien, der Schweiz und den USA waren insgesamt drei ausländische Teams dabei.

Perfekt gewählte Kampfpaarungen Der Cage war der Mittelpunkt des Abends. Alle Augen waren mit Beginn des Events voller Spannung auf das Oktagon gerichtet. Um namhafte Athleten aus ganz Deutschland herum hatte das Matchmaking Größen aus NRW gesetzt. Opener war ein Düsseldorfer Derby zwischen

Text: Lisa Schein/ Oliver Fotos: We Love MMA/ Foto Seven


MMA zunächst etliche Treffer, dann aber den Sieg durch Triangolo. MMA-Lindlar, Wolfpack Cologne, die Mad Monkeys aus Dorsten, das Team aus Trois-dorf: Nordrhein-Westfalen erfreut sich nicht nur einer guten Dichte von MMA-Teams, ganz offensichtlich lässt auch die Qualität hier im Westen wenig zu wünschen übrig.

Damen: Brasilien vs. Hamburg Am späteren Abend wurde es international. Luano Souza von Health/De la Riva Brasilien betrat den Cage, um gegen die Hamburgerin Anne Merkt (Combat Team Hamburg) im Bantamgewicht (57,1 kg-61 kg) Aug in Aug zu stehen. Merkt, die gerade kürzlich den Doktor in Psychologie gemacht hat, feierte genau wie ihre Kontrahentin Souza ihr „We love MMA“-Debüt. Die 28-jährige Norddeutsche kämpfte am Abend mit der besseren Taktik. Die Damenpaarung an diesem Abend dauerte zwei Runden. Merkt hatte am Ende auch noch die bessere Idee und konnte das Match durch Submission entscheiden.

Je später der Abend… „Das Beste kommt zum Schluss“. Den letzten Fight vor der Pause lieferten sich Sergej Lokhov (Stallion Cage) aus Stuttgart und Alex Vogt (Combat Team Hamburg). Mit viel Energie auf beiden Seiten lieferten sich die Athleten ein spannungsgeladenes Duell. Am Ende wurde Alex Vogt unter dem Applaus des Publikums vom Unparteischen im Cage zum Sieger gekürt. Ein erfolgreicher Abschluss für das Combat Team Hamburg, da die beiden Sportler aus Norddeutschland, Anne Merkt und Alex Vogt, als Gewinner die König-Pilsener-ARENA verließen.

Kruschinske, Kübler und Co. Der altbekannte und stets gut gelaunte Jonny Kruschinske von der „Kampfsportakademie Dresden“ trat gegen den Schweizer Patrik Berisha von „TKBC Luzern“ in der Weltergewichtsklasse (70,1 bis 77 kg) an. Nach 2:35 Minuten in der dritten Runde konnte Berisha Kruschinske schlagen, obwohl er bis dahin nach Punkten hinten gelegen hatte. Es war sicher einer der besten Kämpfe des Abends! „Älter, h ä r t e r, b e s s e r “ , s o b e s c h r i e b d e r M o d e r a t o r d a s Aufeinandertreffen von Niko „Karl Stahl“ Lohmann vom Bochumer Team Stahl gegen das „alte Eisen“ Marva Kübler (IMAG/Hilti BJJ) der mit seinen 47 Jahren der älteste Athlet an dem Abend war. Nach zwei Minuten und acht Sekunden in der ersten Runde konnte Lohmann den Berliner Kübler schlagen. Und da es ja „We love MMA“ heißt, lagen sich beide Kontrahenten am Ende in den Armen. „Ich bin wieder da“ sagte Lohmann sichtlich erleichtert. Der langersehnte Hauptkampf stand nach zwölf Paarungen des Abends an: Das Duell Hayward Charles vs. Sebastian Risch war schneller vorbei als gedacht. Nach bereits 38 Sekunden konnte der US-Amerikaner den Bremer bezwingen, obwohl Risch vom Publikum eindeutig höher gehandelt worden war.

Der Abend macht Lust auf mehr! Der Abend endete mit einem hochgestellten Daumen. „We love MMA“ hat bewiesen, dass die Eventserie auch über die Hauptstadtgrenzen hinaus zu begeistern weiß. 13 Paarungen zeigten am Abend des 01. Februar 2014 vor rund 2.000 Zuschauern hochklassigen Mixed Martial Arts-Sport. Bereits im nächsten Jahr wiederholt sich die MMA-Serie in Oberhausen. Am 31.01.2015 können alle begeisterten Kampfsport-Fans wieder den Stars aus der Szene zujubeln und sie anfeuern, denn dann wird „We love MMA“ erneut Einzug in die König-PilsenerARENA halten. Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet.



Kampfkunst budo international magazin februar 2014