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In dieser neuen Serie von Lehr-DVDs zeigt und erklärt der Meister Mark Gridley detailliert die Anwendung von Nervendruckpunkten in der Selbstverteidigung. Das Programm der taktischen Nervendruckpunkte des Hapkido-Kampfes ist das Ergebnis zahlreicher Studien- und Forschungsjahre unter der Beratung und Teilnahme eines der wichtigsten Experten dieser Materie weltweit. Es gründet sich auf praktische und moderne Konzepte der Selbstverteidigung, ohne die übermäßige Komplexität und Mystik anderer Systeme der Nervendruckpunkte. Der Kurs der taktischen Nervendruckpunkte des Hapkido-Stils wird weitgehend von Polizeistellen auf der ganzen Welt verwendet und kann in jegliches Programm der Kampfkünste integriert werden. Die Serie besteht aus vier Bänden, die das komplette Ausbildungsprogramm abdecken: Lehrlingskurs, Mitgliedskurs, Ausbilderkurs und erweiterter Ausbilderkurs.

REF.: • CHTPP1 Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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er Sommer ist vorüber und wir starten nun in einen spannenden Kampfsport Herbst. Die nächsten Wochenenden sind wieder voll mit Seminaren, Fight-Galas und Turnieren. Ausgewählte Events findet ihr immer aktuell auf unserer Homepage asiasport.de oder als Freund auf unseren Facebook Seiten. Und wir werden euch natürlich hier Vorberichte zu hochkarätigen Veranstaltungen liefern und die besten Fotos für euch auswählen, damit ihr wisst, was in der Szene passiert. Wir haben uns sehr gefreut, dass die erste Ausgabe der „Kampfkunst International“ bereits auf so großes Interesse gestoßen ist. Wir weiten mit jeder Ausgabe vor allem die Berichte über den Deutschsprachigen Raum aus. Eine neue Rubrik ist „WAS macht eigentlich…?“ Wir werden für euch nachfragen, was Kampfsportler, an die wir uns gern erinnern, heute treiben. Wir beginnen mit dem Kickboxer Michael Kuhr. Mit anderen Idolen bin ich bereits in Kontakt getreten und werde euch zeigen, wohin es sie in ihrem Leben verschlagen hat und welchen Weg sie heute gehen. Ob nun immer noch im Rampenlicht oder fern des einstigen Trubels. Wie in jeder Ausgabe der „Kampfkunst International“ gibt es einen internationalen Teil, der ebenfalls in der spanischen, italienischen, französischen, portugiesischen und amerikanischen Version in der jeweiligen Landessprache erscheint. Für den deutschsprachigen Raum sind wir auf der Suche nach interessanten Events und Themen, die euch informieren und unterhalten sollen. Hier noch einmal mein Aufruf: Schickt mir Artikel von euren Veranstaltungen, die wir einem breiten Publikum vorstellen werden. Begeistert uns und die Leser mit euren Themen, Gedanken und Vorstellungen. Was ist so toll an eurer Sportschule? Wer ist für euch ein hervorragender Trainer oder Meister? Ich freue mich auf eure Mitarbeit an eurer „Kampfkunst International“!

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Euer Olaf Schönau Kontakt: Olaf Schönau Gneisenaustr.8 10961 Berlin +49 30 691 95 38 me@asiasport.de

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SDS- CONCEPT Selbstverteidigungstools bzw. Selbstverteidigungswaffen, wie Kubotan, Palmstick, Yawara und Dulo, gibt es in vielen Ländern frei erhältlich auf dem Markt zu kaufen. Kleine Stöcke oder andere Schlagverstärker finden in der Selbstverteidigung schon lange ihre Anwendung. Es gibt zahlreiche Vorteile, gerade beim Palmstick. Er hat aber auch besondere Eigenschaften, die bei seinem Einsatz zu beachten sind.

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FU SHIH KENPO Unumgänglicher Bezugspunkt des modernen Kemp_ weltweit. Zweifellos Pionier in Europa, ein Kämpfer mit Persönlichkeit. Heutzutage etwas ruhiger und weise: Raul Gutiérrez denkt in diesem Artikel über die Anfangszeit und die Geflechte nach, die die Natur seines Kampfstils, des Fu Shih Kemp_, konstruierten.

KRAV MAGA Für Samuel Lichtenfeld war die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als die Nazis in Europa das Sagen hatten, nicht einfach. Aber trotz seiner Herkunft schaffte er es, in der Stadt Bratislava Polizeichef zu werden. In jener Zeit ein sehr unüblicher Erfolg, der uns die mentale Stärke Lichtenfelds aufzeigt.

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KAPAP Als Studierender der j a p a n i s c h e n Schwertkunst ist es offenkundig, dass man “das Alte studieren muss, um das Neue zu verstehen”. Ich war fast acht Jahre lang ein “Uchi-Deshi” in Japan, unter dem Dach des Schwertmeisters Sensei Kubo Akira. Die letzten dreißig Jahre bin ich ihm gefolgt und somit Zeuge seines großen Geschicks gewesen, welches mich sehr inspiriert hat.

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Die Macht des Kiri Otoshi in den japanischen Fechtkünsten Heutzutage ist der Kiri Otoshi eine Bewegung, die zu den Fechtkünsten gehört. Er wird als eine Technik unterrichtet, um den Gegner zu öffnen. Er wird nicht nur als eine schwere Technik angesehen, sondern kann auch extrem effizient sein, wenn mit Schlüssigkeit und technischem Verstand ausgeführt. Trotzdem ist es wichtig bestimmte technische Aspekte zwischen Kiri Otoshi, Makko Giri und Kiri Oroshi zu unterscheiden.

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SAHOLIN HUNG GAR KUNG FU Die Tigertechniken des Shaolin Hung Gar Kung Fu Tiger: Die Techniken des Tigers dienen der Entwicklung der Knochen und der Muskeln. Seine Techniken beruhen auf der Philosophie des Elementes Feuer. Der Tiger benützt kraftvolle Krallen-Techniken mit denen er seine Gegner in Stücke reisst. Sein Angriff ist stets frontal und geradlinig.

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KARATE KARATE KAMPFKUNSTKINO

Als Pionier des Karate in Spanien und Europa erzählt uns der Meister Hattori mit seinen fast 70 Jahren aus seinem, dem Karate gewidmeten, Leben. Der Meister Hattori, hier mit Michael Hsu, erster Schüler des Meisters Murrakami und ebenso Ausbilder des französischen Heeres.

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Nach dem Tod von Koushin Iha im Januar 2012 ist der okinawaische G_j_-Ry_ des Meisters Eiichi Miyazato in den Händen des Meisters Yoshio Hichiya, 10. Dan und Präsident des okinawaischen G_j_-Ry_ Karatedo Kyokai, geblieben. Salvador Herraiz hat sich kürzlich in Okinawa mit dem Meister Hichiya getroffen und stellt uns das hier vor.

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Die Mehrheit der Kampfkunstpraktizierenden sind entweder gut darin, Vorführungen ihrer Stile zu geben oder sie sind große Kämpfer. Cung Le ist einer der wenigen Privilegierten, der es schafft, dass seine realen Kämpfe wie Auftritte im besten Stil des Kampfkunst-Kinos wirken. In diesem Interview gibt uns Cung Le das Beste aus seinen Erfahrungen in der Welt des Kampfsports, der Kampfkünste und des Kinos weiter, was wir nun mit all unseren Lesern teilen werden.

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Herausgeber: Alfredo Tucci. Werbung: Olaf Schoenau. E-mail: me@asiasport.de Internationale Werbung: Alfredo Tucci. budo@budointernational.com Autoren und freie Mitarbeiter: Don Wilson, Yoshimitsu Yamada, Cass Magda, Antonio Espinós, Jim Wagner, Coronel Sanchís, Marco De Cesaris, Lilla Distéfano, Maurizio Maltese, Bob Dubljanin, Marc Denny, Salvador Herráiz, Shi de Yang, Sri Dinesh, Carlos Zerpa, Omar Martínez, Manu, Patrick Levet, Mike Anderson, Boulahfa Mimoum, Franco Vacirca, Bill Newman, José Mª Pujadas, Paolo Cangelosi, Emilio Alpanseque, Sueyoshi Akeshi, Marcelo Pires, Angel García, Juan Díaz. Fotos: Carlos Contreras, Alfredo Tucci.


“Wenn das Mysterium zu beeindruckend ist, ist es unmöglich, nicht zu gehorchen.“ Antoine De Saint Exupery

ie positionieren Sie sich angesichts des Unbekannten? Die Mehrheit von uns wurde, seit wir klein sind, dazu erzogen das Unantastbare zu verleugnen. Die Information, die wir durch unsere Sinne erhalten, sei sie noch so begrenzt und tendenziös, wird als einzige innerhalb einer Gruppe einstimmig als wahrscheinlich angesehen. Jegliche andere Wahrnehmung wird in der modernen Gesellschaft als pathologisch erachtet. Das war nicht immer so. Die alten Völker (die zwar alt waren, aber nicht dumm), besaßen einen sehr viel offeneren und meiner Meinung nach intelligenteren Ansatz für solche Situationen. Sie ließen außergewöhnliche Eindrücke nicht nur als Möglichkeit gelten, sondern suchten häufig mithilfe von Initiationsritualen nach genau diesen. Dabei handelte es vielmals davon, den Hierophant (Enthüller der Geheimnisse) an die Grenzen seiner Wahrnehmungsfähigkeit zu führen. Sie setzten ihn extremen körperlichen Umständen aus oder verwendeten „Kraftpflanzen“. Die Idee hierbei war, die mit dem alltäglichen Bewusstsein identifizierten Bindungen zu durchbrechen und die Kanäle für nicht gewöhnliche Wahrnehmungen, die wir alle besitzen, zu öffnen. Im ersten Fall wurde die Ruptur mit dem gewöhnlichen Bewusstsein, welches Carlos Castaneda die “erste Aufmerksamkeit” nannte, dadurch forciert, dass der Körper in vorbereiteten Zeremonien an seine äußersten Grenzen gebracht wurde. Ein „schweißtreibendes Tipi“ (indisches Zelt), begleitet vom Fasten, wurde mit kalten Wassermengen kombiniert. Der Gedanke dahinter war, dass der Nachhall der Krämpfe im Körper die dichten Verbindungen des eigenen Geistes mit dem Körper aufbräche und diesen so für die außergewöhnliche Wahrnehmung des Unaussprechlichen öffne. Für jene Menschen waren zerebrale Hyperventilations-Übungen nichts Unbekanntes. Während des Verfahrens hatte der Eingeweihte außergewöhnliche „Visionen“, die oft sein Leben, sein Totemtier und seine Zukunft bestimmten. Episoden der Zukunft oder der Vergangenheit verflochten sich in einem symbolischen Durcheinander, das häufig jener Person für die Entwicklung ihrer Identität und persönlichen Ziele den Weg wies. Für viele Völker wie die Indianer ergab sich aus ihrem System nichts Schlechtes, weder im Gesellschaftlichen noch im Persönlichen. Es gab keine Erwerbslosigkeit, weder Identitätskrisen noch soziale Ausbrüche… Jede Person besaß von ihrer eigenen, heiligen Identität aus eine Beziehung mit der Gruppe und dem Spirituellen. Diese Verbindung war jedoch weit entfernt davon, künstlich auf Glauben oder einem vorher festgesetztem Dogma gestützt zu sein. Es war eine persönliche Entscheidung basierend auf den eigenen Erfahrungen. Etwas Wiederholbares, weil ja auch das Konzept des Spirituellen etwas Lebendiges war und sich in kontinuierlicher Veränderung in jeder Lebensetappe befand. Die Gesellschaft der Indianer zum Beispiel war außerordentlich tolerant in Bezug auf Unterschiede. Es gab Respekt für den anderen und seinen eigenen Weg. Es existierten keine Schirmherrschaft oder psychiatrische

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Das Leben ist ein außergewöhnliches Rätsel. Es ist nicht diese Art von Rätsel, welches in den Büchern vorkommt. Nicht das, wovon die Leute reden. Es ist vielmehr ein Mysterium, welches jeder für sich selbst entdecken muss. Und deshalb ist es so wichtig für euch, dass ihr das Kleine begreift, das Begrenzte, das Triviale, und dann über all das hinaus geht... Jiddu Krishnamurti

Krankenhäuser. Anstatt in Altersheime eingeschlossen zu werden und wie alte, nicht mehr produktive Werkzeuge behandelt zu werden, waren die Greise damals angesehen und ihre Lebenserfahrung wie ein Schatz, geprägt von ihren intensiven Leben, verehrt. Die Homosexuellen waren frei, eine ausgewählte soziale Rolle einzunehmen. Es existierte sogar die Figur des „Gegenspielers“, eine Person, die immer umgekehrt handelte als der Rest der Leute… jedes Leben war heilig und nützlich für das Volk. Aber kehren wir zu den Methoden der Bewusstseinsveränderung zurück. Der Gebrauch von medizinischen Pflanzen, um das Bewusstsein zu verwandeln, war nicht einfach nur ein „unterhaltsamer“ Akt, was er natürlich auch sein konnte. Die alten Völker hatten verstanden, dass diese Pflanzen, werden sie in einer kontrollierten Umgebung und unter der Beaufsichtigung einer erfahrenen Person konsumiert, den Bruch mit dem gewöhnlichen Bewusstsein hervorrufen und somit die Empfindung für andere Wahrnehmungsuniversen öffneten. Viele davon stellten sich bei der Rückkehr zum normalen Bewusstseinszustand als außergewöhnlich nützlich heraus. Die heiligen Pflanzen halfen, an den Mauern zu rütteln, die normalerweise die einstimmige Urteilsfähigkeit innerhalb einer Gruppe schützten. Sie schnellte zu anderen Wahrnehmungen, in welchen das persönliche oder kollektive Unterbewusste in Visionen erschien. Deren Übereinstimmung musste später wiederverarbeitet werden. Jene medizinischen Pflanzen verursachten den Personen normalerweise keine ungewöhnlichen gesundheitlichen Probleme, im Gegenteil, viele wirkten sogar äußerst positiv abführend und reinigend. Unsere heutige Gesellschaft ist krank. Heutzutage richten chemische Drogen schwere gesundheitliche Schäden an und jene „natürlichen“ werden normalerweise außerhalb jeglichen heiligen Kontextes konsumiert, mehr als Werkzeug für eine Flucht aus der Realität als für das Begreifen „anderer Realitäten“. Laut den heiligen Traditionen neigen wir dazu unseren physischen und unseren spirituellen Körper in starre Formen zu gliedern, die die Wechselwirkung mit der Unendlichkeit des Mysteriums verhindern. Die Unerschöpflichkeit dessen, was „ist“, erfordert Flexibilität, um mit Schlüssigkeit während unserer Lebenserfahrung in Angriff genommen zu werden. Die heiligen Zeremonien waren Eingangstüren in Universen, innerhalb derer Energie in einem anderen Zusammenhang empfangen wurde. Das Alltägliche und die gewöhnliche Wahrnehmung wurden überschritten auf einer größeren Suche nach der spirituellen, der unsichtbaren Welt. Die Beziehung der alten Völker mit der unsichtbaren Welt war also viel fruchtbarer als die derzeitige und in ihren Leben fügten sich das Magische und das Alltägliche in Harmonie zusammen. In vielen Kampfpraktiken, ohne Zweifel etwas altes, sind das Magische und das Alltägliche, aufgrund der reinen Tatsache ihrer offensichtlichen Nutzlosigkeit bezüglich ihres ursprünglichen Gebrauches, mit alten Erlebnissen und Weisen verknüpft. Diese sind viel näher an denen jener Völker als an der modernen Gesellschaft. Deshalb gibt es nicht wenige Kampfkünstler, denen der Wunsch nach Verständnis für die spirituelle Welt auf andere Art und


Weise eine Konstante ist. Die eigentliche Kampfpraxis, großteils das Wiederholen von überlieferten Bewegungen und Bräuchen, erzeugt diese Egregoren (Gedankenwesen, unkörperliche Wesen). Sie nähren die Anwesenheit und Wiederholung vibrierender Frequenzen, noch aus anderen Zeiten und erzeugen so anachronistische Erfahrungen und Eindrücke in den Praktizierenden. Somit verstehen wir viel besser den Kung-Fu-Ausübenden, der letztendlich hingerissen von der Kultur und den Gebräuchen Chinas ist. Oder jenen des Karate, der in seinem Haus Kimono trägt, um sich wohler zu fühlen und am Ende jede Woche Sushi isst. Unsere Sensibilität für das Unsichtbare mag verneint und im Keim erstickt sein. Das Spirituelle rächt sich jedoch, indem es die felsigen Mauern unserer alltäglichen Wahrnehmung kreuzt. Die spirituelle Welt kreuzt unsere Leben jeden Augenblick und eröffnet uns so die Möglichkeit, Dimensionen unseres Seins und des Universums zu erreichen, ohne welche wir immer unvollständig sein werden. Die physische Welt ist die Spitze des Eisbergs anderer Realitätsebenen und früher oder später werden sich diese in sie einschleichen. Die Möglichkeit, die Augen offen zu halten und „Ohren um zu hören“ zu haben: Teil eines ersten Versprechens, eine einfache Positionierung. Wenn wir systematisch jegliche andere Möglichkeit verleugnen, die dem Normal-Annehmbaren bei der ersten Aufmerksamkeit entgleitet, werden wir jene Tür schließen, die vielleicht die wichtigste unserer Lebenserfahrung ist. Doch Vorsicht! Nicht verneinen soll nicht heißen „glauben“! Es ist nämlich nichts notwendiger in der Erforschung des Spirituellen als der Sinn des “Nicht-Glaube”, der Empirismus, der Pragmatismus, und vor allem die Nüchternheit. Dies sind die drei Zutaten der Klarheit, das große Attribut des Reisenden auf dem Weg zum Unaussprechlichen. Und Sie: Wie positionieren Sie sich angesichts des Unbekannten?

Alfredo Tucci ist Geschäftsführer von BUDO INTERNATIONAL PUBLISHING CO. e-mail: budo@budointernational.com

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Reportage

Text: Emilio Alpanseque Fotos: mit freundlicher Genehmigung von Cung Le's MMA

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UFC IM STIL EINES ACTIONHELDEN Die Mehrheit der Kampfkunstpraktizierenden sind entweder gut darin, Vorführungen ihrer Stile zu geben oder sie sind große Kämpfer. Cung Le ist einer der wenigen Privilegierten, der es schafft, dass seine realen Kämpfe wie Auftritte im besten Stil des Kampfkunst-Kinos wirken. Legende, Elan, Mut und große Angriffskraft (Faustschläge und Tritte) charakterisieren ihn und glaubt ihr das nicht, fragt den ExChampion der mittleren Gewichtsklasse der UFC, Rich Franklin, der wie Blei aus dem Kampfring fiel, nachdem er die gewaltigen Rechte des Vietnamesen-Amerikaner im jüngsten Macao-UFC-Wettkampf zu spüren bekommen hatte. In diesem Interview gibt uns Cung Le das Beste aus seinen Erfahrungen in der Welt des Kampfsports, der Kampfkünste und des Kinos weiter, was wir nun mit all unseren Lesern teilen werden.

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Reportage Kampfkunst International: Glaubst du, dass die Kampfkünste Personen positiv verändern können? Und wenn ja, wie haben sie dich verändert? CL: Natürlich kann das Training der Kampfkünste das Leben von Personen positiv verändern! In meinem Fall hat es so viele Dinge dazu beigesteuert, dass ich gar nicht wüsste, wo ich anfangen soll. Disziplin, Selbstvertrauen, physische und mentale Fähigkeiten, die ich während meines gesamten Lebens verwenden konnte. Auf dem Tatami, innerhalb des Octagons, vor der Kamera und noch mehr. Bis dahingehend, dass es mir ermöglicht, „Essen auf den Tisch zu stellen“ und meine Familie. Ich lehre die Kampfkünste, ich lebe sie, ich nehme mit ihnen an Wettkämpfen teil und dank ihnen mache ich Filme. Also haben sie mir definitiv dabei geholfen, einen Weg und eine Laufbahn zu finden und ich fühle mich enorm glücklich dabei, zu wissen, dass sie stets ein so wichtiger Teil meines Lebens waren und immer sein werden. K.I.: Erzähl uns von deinen Anfängen im Sanda. (Form des freien Kampf im Wushu) CL: Vor zwanzig Jahren wusste ich nichts vom Sanda oder Sanshou. Damals, auf meine professionelle Karriere bezogen, kannten mich die Leute noch nicht. Ich trainierte traditionelles vietnamesisches Kung Fu und gleichzeitig machte ich Taekwondo, Sambo, griechisch-römischen Kampf und freien Kampf. Anfang der 90er nahm ich immer an lokalen Taekwondo- und Kampf-Wettbewerben teil. Ende 1993 ler nte ich bei einem Wettkampf, organisiert von Shawn Liu in Mobile, Alabama, jenen Kampfstil kennen, der aus Vollkontakt bestand, aus China kam und Sanda genannt wurde. Also stellte ich mich im folgenden Jahr dort vor, um zu kämpfen. Ich gewann Gold und war von dieser Art und Weise zu kämpfen gefesselt. Mich begeisterte das Format Faustschläge, Tritte, Fegen und Schleudern - und mit der Zeit perfekt an ihn anzupassen, ihn so zu meinem zu machen, auch indem ich mein Geschick in jedem dieser Bereiche entwickelte. Und so widmete ich mich ihm vollständig und gehörte sogar zur Nationalmannschaft der USA. K.I.: Und in den Weltmeisterschaften im Sanda hast du es geschafft, aufeinanderfolgend drei Bronzemedaillen in drei unterschiedlichen Meisterschaften zu gewinnen. Was kannst du uns von diesen drei Momenten in deinem Leben erzählen? CL: Die erste Bronzemedaille war in Baltimore, 1995. In Wirklichkeit erwartete ich nicht, so gut abzuscheiden oder gar aufs Podium zu steigen. Ich, der unbesiegt von den Weltmeisterschaften kam, erlitt meine erste Niederlage vor Ramazan in Russland, der in meiner Gewichtsklasse zweimal Weltmeister gewesen war und

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mich nach Punkten schlug. Dennoch kämpfte man in diesen Meisterschaften auch um die Bronzemedaille, bei der ich dann mit dem anderen Semifinalisten kämpfen musste, den ich letztendlich besiegen konnte und so Bronze gewann. An jenem Tag wusste ich, dass Sanda das war, was ich wirklich machen wollte. Das zweitemal Bronze war in Rom 1997. Bei jener Gelegenheit wurde ich, nachdem ich Getsadze aus Weißrussland, den Favoriten meiner Gewichtsklasse, geschlagen hatte, im Semifinale gegen Shahvandi aus dem Iran disqualifiziert. Wegen eines vermeintlichen Tritts in die Leiste, der niemals passiert ist. Du warst dort, also bin ich sicher, dass du dich daran erinnerst. K.I.: Natürlich, es war eine furchtbare Entscheidung des Schiedsrichters und ein großes Lügengespinst seitens des Iraners, der später ins Finale einzog, nur um dann zu Beginn der ersten Runde bereits das Handtuch zu werfen. CL: Genau! Alle im Stadium wussten das einwandfrei und sie buhten ihn unentwegt aus, als er seine Silbermedaille auf dem Podium erhielt. Im Gegensatz dazu antwortete das Publikum, als ich meine Bronzene erhielt, mit echtem Beifall, was mir viel bedeutete. Die letzte Bronzemedaille schließlich war in Hong Kong 1999. Leider bekam ich auf dieser Reise eine grausame Dysenterie, die mich stark angriff. Damit gewann ich Bronze, aber es war schwierig. Ich musste im Viertelfinale mit Ataev aus Russland kämpfen und in der ersten Hälfte der ersten Runde gewann ich, aber von einem Augenblick auf den anderen fühlte sich mein Kraftstofftank vollkommen leer an und das war's. Es war wirklich schade, weil ich mich damals in der Topform meines Lebens befand. Ich kam an, hatte einige Monate zuvor einen der weltbesten Sanda-Kämpfer besiegt, den mongolischen König Nashun Gerile, aber ich wurde krank und konnte nichts tun, um dem Abhilfe zu schaffen. K.I.: Und heute, da du deine Karriere als Kämpfer des MMA

weiterentwickelt hast: Siehst du Sanda als geschlossenes Kapitel in deinem Leben? CL: Das Kapitel Sanda wird niemals geschlossen sein in meinem Leben, weil ich es immer noch praktiziere, fördere und unterrichte. Aber logischerweise nehme ich an Wettkämpfen nicht teil. Auf gewisse Art und Weise war es für mich so, wie die Ligen unterhalb der ersten Division aufzusteigen und wenn du dann in der ersten bist, musst du dich bereits nach professionellen Verträgen richten und nur innerhalb einer spezifischen Organisation kämpfen. Aber ich spüre, dass ich mit dem, was ich jetzt mache, Sanda oder Sanshou viel besser fördern kann, als wenn ich immer noch im Ambiente d e r chinesischen KampfkunstWe t t k ä m p f e r oder im Zirkel des weltweiten Sanshou etc. wäre. Zudem sind die G e h ä l t e r innerhalb des MMA viel b e s s e r (Gelächter).


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Stars der Gegenwart K.I.: Kannst du uns einige der Hauptunterschiede zwischen Sanda und den MMA erklären? CL: Natürlich, gibt es viele Unterschieden. Einerseits dauern die Wettkämpfe im Sanda normalerweise vier Tage, in denen du bis zu acht Mal gegen Leute kämpfen kannst, die du in manchen Fällen nicht kennst, während du dich bei den MMA darauf vorbereitest, gegen nur einen Gegner zu kämpfen. Heutzutage sind die Runden im MMA länger und die Handschuhe kleiner und man kämpft nicht auf einer Lei Tai (Kampftribüne) wie beim Sanda. Strategisch gesehen, wenn du dich auf der Lei Tai zu bewegen und die Vorschriften zu deinem Vorteil zu nutzen weißt, kannst du aus jedem SandaKampf ohne große Abstrafung kommen. Während den Ausscheidungsrunden wirst du sie erhalten und zwischen einem Kampf und dem nächsten kann sich das anhäufen, aber niemals so viel wie innerhalb des Octagons, wo man auf viel mehr Dinge achten muss. Zum Beispiel ist beim Lei Tai jeder besorgt, dass sie dich nicht rausschmeißen, weil du die Runde verlierst, wenn sie dich zweimal raus ziehen. Innerhalb des Octagons wird der Kampf nicht aufgehalten, sie können dich gegen die Käfigwand schlagen und weitermachen, oder schnell den Kampf vom Boden aus fortsetzen, es gibt Ellbogen, Knie, du kannst dich der Strafe nicht so leicht entziehen. Alles ist sehr anders. K.I.: Was ist deine Meinung über die typische Debatte, dass die traditionellen Kampfkünste nicht so wirksam sind gegen die Kämpfer des MMA? CL: Gut, vielen Leuten gefällt es zu sagen “mein Stil ist besser als deiner”. Aber in Wirklichkeit reduziert sich alles darauf, einen offenen Geist bewahren zu können und dazu fähig zu sein, sich innerhalb der Kampfkünste zu entwickeln. Genauso, wie wir Menschen uns stetig entwickeln, die Technologie sich immer entwickelt, sterben in diesem Universum die Dinge, die sich nicht entwickeln. So wie in den Kampfkünsten. Um es zu schaffen, zu großen Meister n zu werden, wussten viele Traditionalisten sich innerhalb der jeweiligen Künste zu entwickeln, während jene, die eine konservativere Haltung der „alten Schule“ bewahrt haben, damit vielleicht ihren Disziplinen geschadet haben. Bei der Kampfkunst-Praxis sollte man den natürlichen Zustand des Universums erhalten. Wenn du das loslassen und fließen nicht erlaubst, verlierst du die Fähigkeit, dich in Freiheit auszudrücken. Es geht nicht darum, welche Kampfdisziplin die beste ist, es ist die Person hinter der Kampfkunst, die den Unterschied macht. Talent, offener Geist und die Fähigkeit zur Veränderung sind ein Prozess, der niemals endet. K.I.: Dein erster Kampf innerhalb

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„Wir haben alle Angst, aber das Geheimnis liegt darin, wie man sie kontrolliert. Einer kann mit besserer oder schlechterer körperlichen Vorbereitung zu einem Kampf kommen, aber in Wirklichkeit ist der wichtigste Faktor in dir, in deinem Herzen und deinem Geist.“ des UFC gegen Wanderlei Silva war wirklich hart. Wie schafft man es, angesichts einer so extremen Situation nicht zurückzugehen oder nachzugeben. Nicht dahin zu kommen, Angst zu spüren und aufhören zu wollen? CL: Wir haben alle Angst, aber das Geheimnis liegt darin, wie man sie kontrolliert. Einer kann mit besserer oder schlechterer körperlichen Vorbereitung zu einem Kampf kommen, aber in Wirklichkeit ist der wichtigste Faktor in dir, in deinem Herzen und deinem Geist. Ich bewies mein Herz des Kämpfers und mein Gemüt des traditionellen Kampfkünstlers. Das war das Beste, was ich tun konnte. Und auch wenn es stimmt, dass ich mir die Nase gebrochen habe, sie haben mir bereits dreimal die Nase gebrochen, konnte mich das nicht bremsen. Ich spürte, dass ich immer noch Kraft in mir hatte, um zu kämpfen. Und deshalb verlor ich nie die Haltung. Zudem gab er mir Schläge hinter den Kopf und das ist ausdrücklich verboten. Wäre der Kampf für 5 Minuten angehalten worden, so wie es die Regeln vorschreiben, hätte ich vielleicht die Möglichkeit gehabt, mich und zum Kampf zu erholen zurückzukehren. Oder vielleicht nicht, das werden wir nie wissen. Aber heute ist das Geschichte. Ich habe aus der Erfahrung gelernt und bin meinem Weg gefolgt. Evolution. K.I.: Heute, wir kommen nun zu deiner Karriere im Kino, hast du mit vielen der wichtigsten Namen gearbeitet. Donnie Yen, Jean Claude Van Damme, dem Direktor Yuen WooPing etc. Wie ist das alles passiert?

CL: Es war der natürliche Fluss des Universums, der mich in allen Momenten begünstigt hat (lacht). Die simple Tatsache, im Geist nicht verschlossen zu bleiben und weiter zu ler nen, hat mir diese Gelegenheit gegeben. Es war nach meinem vierten MMA-Kampf, gegen Tony Fryklund, der ins kostenpflichtigeund ins Kabelfernsehen übertragen wurde und mein aktueller Förderer sah den Kampf und dachte unverzüglich: „Dieser Mann ist gutaussehend und hat einen Kampfstil, den man nur in Filmen oder Videospielen sieht, wir müssen ihn auf die Leinwand bringen…“. Er erkannte das Potenzial, das ich hatte. Und ich glaube, einige Wochen später hatte er mich bereits mit einigen Angeboten im Kopf wie „Fighting“ (2009) und „Tekken“ (2010) kontaktiert. Später, nach meinem Kampf gegen Frank Shamrock wurde mir die Arbeit in „Pandorum“ (2009) angeboten und mit diesen drei Filmen erhielt ich gewisse Anerkennung. So interessierte sich der Regisseur Bill Kong aus Hong Kong dafür, mich nach China zu bringen, damit ich mit ihm an einem Projekt, das er mit dem Regisseur Yuen Woo-Ping plante, arbeitete. Und so sollte es sein. Ich reiste nach China, um „True Legend“ (2010) zu drehen, und meine Arbeit in diesem Film war wohl der Hauptfaktor, der es mir erlaubte, mich innerhalb des Kinos in Hong Kong zu etablieren und vom Meister Woo-Ping in unterschiedlichen Produktionen wie „Bodyguards and Assasins“ (2009) und „The Grandmasters“ (2012) mit einbezogen zu werden. K.I.: Und wie anders ist es, vor der Kamera zu kämpfen? Wie schwer war es für dich, dich dem Rhythmus und den Choreographien anzupassen? CL: Auf das Thema Kino und vor den Kameras zu kämpfen bezogen, machte ich eine bedeutende Erfahrung aus erster Hand, als ich zusammen mit Jean Claude Van Damme in „Dragon Eyes” (2012) arbeitete. Ich hatte die Chance und Verantwortung, die Choreographie aller Kämpfe in diesem Film zu entwickeln, einschließlich meines Kampfes gegen Van Damme und logischerweise ler nte ich unglaublich viel. Im Kino arbeitet man viele Stunden und es gibt einen gewissen Druck, deine Arbeit zu vervollkommnen und das Bestmögliche zu geben. Aber wenn man während des Drehs Fehler begeht, kannst du in der Mehrheit der Fälle versuchen, die Szene zu wiederholen, während in den echten Kämpfen ein einziger Fehler dich mit erloschenen Lichter n zurücklassen kann! (lacht). K.I.: Vielen Dank dafür, uns dieses Interview zu ermöglichen. Wir wünschen dir das Allerbeste, im Kino wie in der Kampfarena. Willst du noch etwas Zusätzliches sagen? CL: Ich danke euch. Und für alle eure Leser, denkt daran immer 185% zu geben bei allem was ihr tut. USH!


Podéis Ihr könnt seguir Cung a Cung Le auf Le en Twitter Twitter (cungle185), (cungle185), Facebook Facebook undy auf en CungLe.com CungLe.com folgen.

REKORD DES KÄMPFERS RÉCORD DE PELEADOR MMA: 9 Siege, 2 Niederlagen, 8 KOs. Strikeforce und 9 Victorias, 2 Derrotas, 8 KOs. Strikeforce y MMA:Fighting Ultimate Championship (UFC). Ultimate Fighting Championship KICKBOXEN/SANSHOU: 17 (UFC). Siege, 0 Niederlagen, 12 KOs. Inter national Kickboxing Federation (IKF), 0 Derrotas,12 KICKBOXING/SANSHOU: 17 Victorias, Sport Karate Association (ISKA), Draka, International KOs. Inter national Kickboxing Federation (IKF), Shidokan, K-1 und Strikeforce. International Sport Karate Association (ISKA), Draka, SANSHOU AMATEUR: 18 Siege, 3 Niederlagen. Shidokan, K-1Wushu y Strikeforce. International Federation (IWUF). SANSHOU AMATEUR: 18 Victorias, 3 Derrotas. FILMOGRAPHIE Wushu Federation (IWUF). International 2012 The Grandmasters 2012 Dragon Eyes The Man with the Iron Fists 2011 FILMOGRAFÍA True Legend 2010 The Grandmasters 2012 2010 Tekken 2012 Dragon Eyes 2009 Bodyguards and Assassins 2011 The Man with the Iron Fighting 2009 Fists 2009 Pandorum True Legend 2010 2007 Blizhniy Boy: 2010 Tekken The Ultimate Fighter Bodyguards 2009 Dark Assassinand Assassins 2006 Fighting 2009 Pandorum 2009 2007 Blizhniy Boy: The Ultimate Fighter Dark Assassin 2006

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Text und Bilder: G.M. Yaron, Schwarzer Gürtel 9. Dan Sensei Rotem, 5. Dan.

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ür Samuel Lichtenfeld war die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als die Nazis in Europa das Sagen hatten, nicht einfach. Aber trotz seiner Herkunft schaffte er es, in der Stadt Bratislava Polizeichef zu werden. In jener Zeit ein sehr unüblicher Erfolg, der uns die mentale Stärke, die er besaß, aufzeigt. Eindeutig hatte Imi sowohl seinen unerschütterlichen Kampfgeist als auch seine außergewöhnliche körperliche Kraft und Vitalität von seinem Vater erhalten. Bereits in seiner Jugend hat Imi dank seiner physischen Merkmale und seiner unübertrefflichen Geschwindigkeit, Biegsamkeit, seines scharfsinnigen Auges und der endlosen Suche nach Perfektion, unterschiedliche körperliche Aktivitäten mit bemerkenswerten Resultaten ausgeübt. Imi selbst gab bei diversen Anlässen in Interviews mit Journalisten zu, dass eine seiner bevorzugten „Aktivitäten” bei Straßenkämpfen mitzumachen war. Weil

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diese eine großartige Gelegenheit bedeuteten seine einmaligen körperlichen Fähigkeiten vorzuführen. Als er in seinen Zwanzigern war und der Antisemitismus immer mehr anstieg, organisierte Imi mit den jüdischen Freunden seiner Stadt eine Art Eliteeinheit, um die jüdische Gemeinschaft vor Attacken von Sympathisanten der Nazis zu beschützen. In jener Zeit war Imi bereits äußerst stark und ein erfahrener Boxer, weshalb es relativ einfach für ihn war, die jüdischen Jugendlichen zu trainieren. Viele Jahre nach der Schaffung des Staates Israels und der Gründung des MOSSAD (israelischer Nachrichten- und Sicherheitsdienst), bildete sich innerhalb dieses Dienstes eine Spezialeinheit. BITZUR (Bastion auf Hebräisch. Du kannst mehr Informationen darüber in dem Buch von Dan Raviv und Yossi Melman „Spies Against Armageddon“ finden). Mit genau demselben Auftrag - jüdische Jugendliche aus der ganzen Welt zu trainieren und darauf vorzubereiten ihre Gemeinschaft vor feindlichen Aktivitäten, Terrorakten und

anderen Bedrohungen zu schützen. Vor allem in einigen speziellen Städten, in denen tödliche Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft mehr als wahrscheinlich waren. In vielen Fällen zeigte sich, dass jene Schulungen Leben gerettet hatten. Es ist interessant zu wissen, dass jene, die an den Trainings dieser Einheit teilgenommen hatten, Krav Maga praktizierten. Krav Maga kam zur damaligen Zeit in Israel stark auf, auch wenn es außerhalb des Landes nicht sehr bekannt war. Und dies war eine einzigartige Bindung zwischen Imi und seiner Schaffung, die beweist, dass Krav Maga eine authentische israelische Kampfkunst ist. Es ist unmöglich, die authentische und wahre Methode des Krav Maga des Imi zu verstehen, ohne zwei Dinge vollständig zu begreifen. Das erste ist der Charakter Imis und seine Vorstellung von der Welt als Schöpfer und das zweite das Konzept und Wesen des israelischen Lebens, auf das Imi seine Kampfkunst stützte.


Imi begann seine Karriere als Boxer. Das war die Lebensweise, die ihm am meisten zusagte. Ein Leben im schnellen Rhythmus, das es ihm erlaubte, sich im Ring auszuprobieren und ihm gleichzeitig die Möglichkeit gab, seine Leistung als Kämpfer auszudrücken. Viele Jahre später erklärte er, dass er all seine Siege im Ring erreicht hatte, indem er eine Technik verwendete, die er selbst entwickelt hatte und welche aus einem System aus kombinierten Verteidigungen bestand. Er nannte es „Timing“, später nahm er dies in das Krav Maga auf. Mit Boxen allein erreichte er jedoch nicht vollständig die Befriedigung, die er suchte. Sein damaliger Traum war an der „Maccabia“ (die jüdischen olympischen Spiele) teilzunehmen, die jedes Jahr in Israel stattfand. Das Problem war, dass in der damaligen Zeit Boxen nicht in den Disziplinen jener Spiele beinhaltet war. Deshalb hörte Imi mit dem Boxen auf und fing an griechisch-römischen Kampf auszuüben. Aber die Gelegenheit bei den Spielen mitzumachen, löste sich wegen dem Beginn des zweiten Weltkriegs in Luft auf. Schlagartig wurde seinem Traum ein Ende setzte. Vielleicht zeigte Imi deshalb nie viel Zuneigung für die Welt des Krieges. Er sagte stets, dass zwei schwitzende und ineinander gekrallte Männer am Boden nicht sein Stil seien…und es kann sein, dass das der Grund dafür war, dass Krav Mag keine Elemente der Bodentechnik enthält. Inzwischen machte sich Imi zu einem Mann des Zirkus, er wurde ein kühner Trapezkünstler und immer trat er ohne

„Wirklich, kann jeder eine Kampfkunst „erfinden“ oder ist es notwendig, ein einzigartiger und besonderer Mensch zu sein, der sich selbst ein ums andere Mal jahrzehntelang auf die Probe gestellt hat?“

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Sicherheitsnetz auf, als Ausdruck seines unerschütterlichen Selbstvertrauens. Während jenes Zeitraums im Zirkus gelang es ihm, bis zur Perfektion die Kunst des Messerwerfens zu beherrschen. Zwischen einem Trapezspektakel und dem nächsten führte er eine weitere seiner unglaublichen Fähigkeiten vor: Gleichzeitig drei Messer in Zielscheiben von weniger als einem Zentimeter zu schleudern. Diese Technik wurde später in die Kunst des Krav Maga einbezogen. Er gründete eine der berühmtesten Tanzschulen ganz Europas der damaligen Zeit, was ein weiterer wichtiger Erfolg in seiner Karriere bedeutete. Ein Boxer, Kämpfer und Trapezkünstler des Zirkus etablierte sich als Lehrer für Walzer in Wien während der 30er-Jahre, knapp vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig während jener Tätigkeit fuhr Imi mit seinem Judo- und traditionellem japanischen Jujitsu-Training fort und erreichte in beiden Kampfkünsten den schwarzen Gürtel. Ohne Zweifel wurde er mit einzigartigem körperlichem Geschick geboren, weit über die damaligen Standards hinausgehend. Mit Beginn des zweiten Weltkriegs heuerte Imi in der tschechischen Legion an, die unter dem Befehl des britischen Heeres stand. Mag sein, dass er wegen der Rache an dem Tod seiner Familie

durch die Hand der Nazis motiviert war. Oder seine enthusiastische Persönlichkeit sich nicht ruhig fühlte. Oder vielleicht war es der Krieg selbst, der ihn anzog und sein Wille sich auszuprobieren. Nicht nur in einem Sport mit Händen und Füßen zu kämpfen, sondern in einem Kampf unter echtem Feuer und ununterbrochener Gefahr. Später, als er dabei war, Krav Maga zu kreieren, sagte er, dass seine Jahre und seine Erfahrung als Kämpfer in der tschechischen Legion zu der Zeit entscheidend wurden, als er die physischen wie auch psychischen Prinzipien des Krav Maga festlegte. Und hier ist es, wo wir einen Moment innehalten und die Persönlichkeit Imis untersuchen müssen, um die Kampfkunst zu verstehen, die er schuf. Wie viele Personen kennst du, die so eine abwechslungsreiche Vergangenheit und persönliche Geschichte haben? Wirklich, kann jeder eine Kampfkunst „erfinden“ oder ist es notwendig ein einzigartiger und besonderer Mensch zu sein, der sich selbst ein ums andere Mal jahrzehntelang auf die Probe gestellt h a t ? We n n i c h e i n Wo r t a u s w ä h l e n müsste, um Imi zu beschreiben, würde ich ein Wort verwenden das viele als „schmutziges Wort“ betrachten: ein Perfektionist.


„Imi begann seine Karriere als Boxer. Das war die Lebensweise, die ihm am meisten zusagte. Ein Leben im schnellen Rhythmus, das es ihm erlaubte, sich im Ring auszuprobieren und ihm gleichzeitig die Möglichkeit gab, seine Leistung als Kämpfer auszudrücken.„

„Bereits in seiner Jugend hat Imi dank seiner physischen Merkmale und seiner unübertrefflichen Geschwindigkeit, Biegsamkeit, seines scharfsinnigen Auges und der endlosen Suche nach Perfektion, unterschiedliche körperliche Aktivitäten mit bemerkenswerten Resultaten ausgeübt.“


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Er ist ein unumgänglicher Bezugspunkt des modernen Kempo weltweit. Zweifellos ein Pionier in Europa, ein Kämpfer mit Persönlichkeit, heutzutage etwas ruhiger und weise: Raúl Gutiérrez. In diesem Artikel denkt er über die Anfangszeit und die Geflechte nach, die die Natur seines Kampfstils, des Fu Shih Kempo, konstruierten. Diese zeitgenössische „Faust“ mit seinem makellosen Aussehen beweist, dass es trotz vieler körperlicher Erschwernisse, möglich ist zu trainieren und sich ausgezeichnet zu halten, weit über die sechzig hinaus. So z.B. erlebte er einen Dekompressionsunfalls, als Folge dessen die Ärzte sagten, er würde nie wieder gehen können. Strotzend vor Energie fährt der Große Meister Gutiérrez damit fort, durch die ganze Welt zu reisen. Seminare für Studenten und Professionelle zu erteilen und seine eigene Or ganisation zu leiten. Eine der ältesten und gleichzeitig unabhängigsten seines Aufnahmelandes, Spanien. Trotzdem sind Italien, Portugal, Norwegen, USA, Argentinien, Mexiko und viele Orte mehr, die Orte die er auf seiner ewigwährenden Pilgerfahrt als Lehrender regelmäßig besucht. Wer im Kempo hat noch nicht von ihm gehört? Chilene ab Geburt an, Spanier seit seiner Aufnahme. Dieser unglaubliche Meister hat mehrere DVDs über internationales Budo und einige Bücher in den letzten 25 Jahren veröffentlicht. Seine nächste Arbeit als Buchautor, wird mehr als überraschen. So ist Raúl, immer wachsend, sich verändernd, mit der Zukunft in Einklang. Meinen Respekt… Alfredo Tucci

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Große Meister Raúl Gutiérrez, Fu-Shih Kempo Geschichte FU-SHIH KEMPO SCHWUR Es ist mein Wille meinen Körper, meinen Verstand und meinen Geist zu trainieren. So stärke ich meine Grundsätze und meine Ehre. So kläre ich meinen Verstand, meine Gedanken und übe Handlungen aus, um meinen Mitmenschen Schutz und Sicherheit zu bieten. Mit meinen Anstrengungen in meiner täglichen Ausbildung durch die Kunst des Fu-ShihKempo übertrage ich Licht und Energie. (Erschaffen von Raúl Gutiérrez, 06/02/2004)

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radition um Tradition durchschreitend sind wir seit geraumer Zeit in der frühen Neuzeit angekommen, was unsere geliebten Kampfkünste betrifft. 1967 glaubte ich, dass ich mit dem Einstieg in eine Kampfschule auf große Meister treffen würde. Einen von den Meistern, die uns in Büchern ihre unglaublichen Heldentaten, Philosophien und Legenden erzählten. Wie anders war die Realität der 60er Jahre! Obwohl es uns heutzutage sogar noch schlechter gehen könnte als damals. „Ich verstehe heute, dass meine Anfänge im Judo, Boxen und Shotokan Karate mir eine sehr wichtige Ausbildung, Verständnis und Basis gegeben haben.” Um ein bisschen Frieden zu finden beschäftigte ich mich mit Geschichte und Philosophie. Wollte mit meinen spärlichen 16 Jahren einen Sinn in meinem Leben finden. Nicht, dass ich wirklich verloren gewesen wäre in meinem eigenen Schicksal. Aber seit dem ich geboren wurde hatte die Armut, Knappheit und Härte meiner Umgebung mir nicht gerade die warmherzige Seite meiner Existenz gezeigt. Wie leichtgläubig war ich doch damals. Jener Herr, der eine große Schule, „der angeblichen Kampfkünste“ leitete, war nichts anderes als ein „gewitzter Unternehmer“. Er erahnte eine große Perspektive darin kostenlos viele unschuldige Seelen auszubeuten, bei denen er im Voraus vermutete oder mutmaßte, dass sie zu seinem eigenen Vorteil arbeiten würden. Um ihn reich zu machen, zumindest materiell gesprochen. Und nach mehreren

schrecklichen und instabilen politischen Situation in meinem Land, brachten mich dazu eine traurige und beängstigende Entscheidung zu treffen. Mein Geburtsland zu verlassen, mich von meiner gesamten Familie und Freunden zu trennen, um „ohne nichts“ eine mögliche bessere Zukunft zu riskieren. Also ging ich. Beim ersten Mal gelangte ich in die enorme Stadt Mexico D.F. (1973). Diese ersten Schritte waren sehr hart, aber ich habe es nie bereut und werde es nie tun. Zudem waren sie als Erfahrung nützlich. Nichts, keine Situation, keinen Moment oder Umstand lebt man zweimal. Ich kehrte nach dem historischen „Militärputsch des Generals Augusto Pinochet Ugarte” nach Chile zurück. Das Leben hatte sich, seit ich gegangen war ins Schlechtere gewandelt. Ich lebte in den im folgenden Jahren Belagerungszustand und Kriegszustand. Besser gesagt in Mangel, Elend und Demütigung. Nachfolgend wollte ich es in der schönen Stadt Río de Janeiro probieren. Das war nicht einfach und bei meiner darauffolgenden Rückkehr nach Santiago de Chile schien es, als fühlten sich alle schlecht, weil ich in keinster Weise in Brasilien triumphiert hatte. Es wirkte so, als hätten sie mehr von mir erwartete. So kam es, dass ich 1976 dazu entschied nach Europa zu gehen.

Jahren des Unwohlseins beschloss ich meinen eigenen Weg einzuschlagen. Durch das Verlassen meiner Mutter, der familiären ökonomischen Knappheit, der Mangel an Wärme in meinem Zuhause und das unangemeldete Erwachen meiner Jugend ohne jegliche Orientierung wwar ich schon früh dazu gezwungen zu improvisieren. So war es notwendig, für das Gute und das Schlechte. Mit 22 wurde ich zum ersten Mal Vater und der Druck unserer materiellen Armut zusammen mit der

“Etwas Gutes bringen die schwierigen Zeiten: Sie falsche vertreiben Freunde“ Bei meiner Ankunft in Europa traf ich die alte Welt an. Für mich eine neue Welt. Es war ebenso wenig einfach- in Wirklichkeit ist nichts einfach, wenn du dich

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weiterentwickeln willst, wachsen willst, jemand sein willst und in irgendeinem Sinn triumphieren willst. Aber es war wirklich eine andere Welt. Obwohl ich nirgendwo auch nur irgendeinen Kontakt besaß, keinen Bezug, keine Freundschaften oder Familie nahm mich dieses Land Spanien mit all seiner Freundlichkeit, Großzügigkeit und Gelassenheit auf. Ich hatte sehr viel Glück, weil sich die Kampfkünste erst in ihrem Anfangsstadium befanden. Es gab nur die Federación Española de Judo (spanischer Verband des Judo, Anm. d. Ü.), die sich dem Judo, Karate, Tae-Kwon-Do, Aikido, Kendo u.a. ein bisschen mehr annahm. Früher hatte sich das Judo im Schoß der Federación Española de Lucha (spanischer Verband des Kampfes, Anm. d. Ü.) befunden. Seit damals und bis heute wurde Geschichte geschrieben, und sie wurde gut geschrieben. Weil sogar die Kommunikationsmedien in allen Bereichen und Aspekten im Akkord angestiegen sind. Internet, die schriftliche Kommunikation, Kino, Fernsehen, Videos und mehr, wie die Mobiltelefonie, erreichen im Moment Ziele, die in den 70er, 80er und 90er noch unvorstellbar gewesen wären. Ich verstehe heutzutage, dass mir meine Anfänge im Judo, Boxen und Shotokan Karate eine sehr wichtige Ausbildung, Verständnis und Basis gegeben haben. Ebenso wie meine damalige Erfahrung in realen Situationen auf der Straße, die ich seit meiner frühen Kindheit gelebt habe. Aber trotzdem und zumindest auf mich bezogen, war das alles nicht ausreichend, weil wie ich bereits vorhin erwähnt habe, ist alles im Wandel, die Zeiten ändern sich, die Personen und Umstände ebenfalls. Nachdem ich mit den großen Meistern, Ausbildern und berühmten Spezialisten Kontakt aufgenommen hatte, nachdem ich mehrere Stile ausgeübt hatte (logischerweise ohne sie vollständig zu vertiefen), nachdem ich Jahr um Jahr damit verbracht hatte, dieselben Bewegungen, Techniken und Formen zu wiederholen, oft ohne mich mit einigen dieser Bewegungen oder Techniken wohl zu fühlen, zwang mich mein eigenes Schicksal, verbunden mit gewissen damals aufkommmenden Enttäuschungen, zur Veränderung. Als erste Maßnahme in den 80ern fing ich an, mich durch Veränderungen und Entwicklungen (meinen eigenen Bedürfnissen und neuen Erfahrungen auf der Straße und mit der Polizei entsprechend) wieder zu verbessern. Heutzutage setzten sich meine Untersuchungen, Entdeckungen und Veränderungen weltweiter Ansätze fort, auch wenn sie sich ständig aktualisieren. Mit alldem ist es weder meine Absicht noch möchte ich nichts sagen, was Andere beleidigen könnte. Schlicht und wie ich immer gesagt habe, existieren viele Formen, das Leben zu leben, Sport oder Kampfkünste auszuüben. Es gibt jene, die einfach nur ein bisschen Sport treiben möchten, nicht mehr. Andere

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Große Meister werden danach suchen, sich abzulenken und gleichzeitig Kontakte zu knüpfen, Gewicht zu verlieren. Einige möchten lernen, sich vor jedem unerwarteten Ereignis auf der Straße zu verteidigen, ein paar streben danach, sich in Turniere, Wettkämpfe und verschiedene Sportevents zu vertiefen, um Titel zu gewinnen. Einige wenige machen es, um Große Meister zu werden. Es gibt auch die, die es als Geschäftsmöglichkeit betrachten, die davon leben möchten, indem sie einen Club, ein Fitnesscenter, eine Schule oder ein Ausbildungszentrum gründen. Jene, die es ler nen möchten, um ihre professionelle Arbeit besser erfüllen zu können, solche wie Securities, Polizisten, Leibwächter. Und sogar diejenigen, die ehrlose Ziele verfolgen.

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“Derjenige, der vor Gott auf die Knie gehen kann, kann vor jeder Person aufrecht stehen.“ Was ich für mich und für die meinen

möchte, ist meine Erfahrungen im Sport, im Kampf und im Leben zu lehren. Zu versuchen, dass die Jugendlichen ihre Freizeit damit verbringen, Sport oder Kampfkunst zu betreiben, was ihnen nicht nur dabei hilft, eine besserer körperliche Form, Gesundheit, Reflexe und Geschicklichkeit zu erhalten, sondern was sie auch dabei unterstützt, das Leben auf gesunde und positive Art und Weise zu leben. Sich in ihrem eigenen Zuhause zu entwickeln, genauso wie in der Schule, Arbeit, oder auf der Straße. Mit a b s o l u t e r Ehrlichkeit, Hingabe, Respekt und Harmonie.


Letztendlich ist Zerstören das einfachste. Aber es ist nicht unser Auftrag. Aufbauen ist schwieriger und selbstlos. Aber das ist es, was uns Ausbildung, Reinheit, Kraft, Würde und Veränderung bringt. Ein Musikinstrument zu zerstören oder zu stehlen ist sehr einfach, man muss es nur tun. Aber es zu studieren, die Musik zu verstehen und dahin zu gelangen, ein Instrument zu spielen, ist sehr viel komplizierter. Es gibt aber kein g r ö ß e r e s Vergnügen als uns privat oder ö f f e n t l i c h musikalisch ausdrücken zu können. Während all dieser Jahre ist mir etwas sehr Ähnliches wie das vorhin Genannte geschehen. Ich habe tausende von Stunden damit verbracht, zu trainieren, dieselben Bewegungen zu wiederholen, zu lehren, aufzutreten, zu konkurrieren, zu schreiben und zu zeigen.

Letztendlich ist mir bewusst geworden, was ich alles während 20, 30, 40 oder über mehr Jahre verwirklicht habe. Das effektivste und funktionalste ist das Schlichteste. Aber natürlich erreicht man erst nach vielen, vielen Jahren der Vo r b e re i t u n g , Wiederholung, Ausdauer, Hingabe und Anstrengung ein solches Limit. Eines Tages stellst du fest, dass schlussendlich die einfachen Finger

„Ich verstehe heutzutage, dass meine Anfänge im Judo, Boxen und Shotokan Karate mir eine sehr wichtige Ausbildung, Verständnis und Basis gegeben haben.” deiner Hände und das Wissen um die unterschiedlichen Druckpunkte sich in ein wahrhaftes Arsenal der Zerstörung verwandelt haben. Wenn dem so ist, stell dir den Schmerz vor, den du erzeugen kannst, wenn deine Knöchel, Ellenbogen, Füße, deine Schienbeine etc. ebenfalls so trainiert sind. Man vermutet, dass es nur Gründe braucht, um dem Nächsten schweren Schmerz zuzufügen. Aber diese müssen in ihrem endgültigen Gebrauch in Zweifel gestellt werden. Du musst begreifen, dass du durch das Verursachen von körperlichem oder moralischem Schmerz dem Gegner gegenüber nicht nur nichts gewinnen wirst, sondern eher noch an Gewissensbissen des nachfolgenden Bewusstseins leiden wirst. Vielleicht auch juristische Probleme haben wirst oder Strafzahlungen leisten musst, bis hin zum Gefängnis. Dann erinnere dich daran, dass heutzutage die Einzigen, die sich den Luxus erlauben, Schmerz zu bereiten, zu missbrauchen, einzufordern, Druck auszuüben, zu erpressen und uns auszulachen die Politiker und unverschämten Personen sind, die uns regieren. Sie können sich, geschützt durch ihren Egoismus, Strafffreiheit und maßlosen Machthunger, dieses Privileg leisten. Und weil sie niemals die Kampfkünste studierten. Sie sind die Könige jenes „Entzweie und du wirst herrschen“ oder schwäche die Armen und unterwerfe sie danach, um ihre Grundrechte zu missachten. Für uns ist die wahre Selbstverteidigung die Kunst der Voraussicht. Wenn du im Voraus weißt, welches die konfliktreichen Viertel, Straßen oder Bars sind, dann solltest du sie vermeiden. Die gefährlichen Situationen vorauszusehen ist etwas, was sich zusammen mit unserem kontinuierlichen körperlichen, technischen, mentalen und psychischen Training entwickelt. Wir sollten Konfliktsituationen und Konfrontationen, die wir später bereuen könnten, vermeiden und nicht begünstigen. Warum beleidigen, provozieren, sich für

besser als den Rest halten, Schmerz zufügen, die Schwächsten missbrauchen, verletzten oder töten? Dies ist weder Weg noch Ziel eines guten Kampfkünstlers, um sich vor einer Attacke verteidigen zu können. Ein echter Kampfkünstler vermeidet die Gewalt, er wird edel sein, bescheiden und respektvoll. Er wird die Gesetze befolgen und den Glauben, Ideologien und Rechte der Anderen respektieren. Er wird Toleranz und Respekt in die Tat umsetzen, er wird versuchen, für seine Mitmenschen nützlich zu sein und die Natur und sein ganzes Umfeld pfleglich zu behandeln. “Manchmal kann ich von meinen Freunden entfernt sein, aber niemals abwesend. Ich muss ihnen nicht schreiben, aber ich darf sie niemals vergessen und wenn sie mich brauchen, bin ich vielleicht nicht in der Nähe, aber ich werde sie nicht verlassen.“ In meinem Stil, Fu-Shih Kempo, haben wir uns im Lauf der Jahre Schritt für Schritt weiterentwickelt. Alles durch unser in der Welt erlangtes Wissen, indem wir uns mit verschiedenen Meister n und Spezialisten von anerkanntem Prestige ausgetauscht und mit ihnen gelernt haben. So vereinen wir die unterschiedlichen Linien, nach denen unsere kämpferische und professionelle Aufmerksamkeit gerichtet ist. Auf diese Art und Weise legt der Fu-Shih Kempo stets besonderen Wert auf eine hohe körperliche Vorbereitung. Sie wird dazu benötigt, um später die gesamte Anfangsgruppe des Stils in seinen Grundpfeilern, welche die Basistechnik ist, ausführen zu können. Das heißt: Positionen, Blockierungen, Schlag mit der Faust und mit offener Hand, Tritte, Stöße mit Ellbogen und Knie, etc. Später habe ich eine einfache Form (Kata) erstellt, angepasst an die Positionen Kiba dachi (Reiterstellung), Zenkutsu dachi (Pfeil und Bogen vorhergehend), Kokutsu dachi (Pfeil und Bogen verspätet), Neko ashi dashi (Katzenfußstellung), Kake dachi (Position des Drachen oder kreuzförmig) und Tsuru ashi dachi (Kranichfußstellung). Alles mit der jeweiligen Deckung und Ausweichbewegung. Dies hilft dem Anfänger beim Merken, Üben und Perfektionieren genannter Positionen. In den folgenden 5 grundlegenden Formen des Stils versuche ich, die Aufmerksamkeit des Schülers auf das Wissen und Beherrschen der Abblocktechniken der Arme mithilfe der Form „Der Tiger verteidigt sich“ oder Kata Uke zu richten. Danach vertiefen wir uns in die Atemübungen durch die Form „Der Tiger atmet“ (Tiger Breathe). Später gehen wir über zur Abhandlung über die Nervendruckpunkte und deshalb dann das bewusste Training der Finger der Hand gipfelnd in der Form der Nervendruckpunkte. Die 5. Form nennt sich „Zwillingstiger” (Twin Tigers) und entspricht einer Form, die ebenfalls von mir erstellt wurde und sich aus den ersten zehn Techniken der Selbstverteidigung des Fu-Shih Kempo

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Große Meister zusammensetzt. Diese werden jeweils von beiden Seiten ausgeführt und passen sich einer Form an, die 20 Techniken beinhaltet. Nachträglich beinhaltet unser Stil fünf andere Formen hohen Levels: Selbstverteidigung (gelb/orange) = „Die Weisheit des Tigers“. Selbstverteidigung (orange /purpur) = „Der Tanz des Tigers“. Selbstverteidigung (purpur/blau) = „Der Kämpfer Fu-Shih“, Kata Geri Uke (Der Drache verteidigt sich). Kata „Tiger und Drache“. Im Abteil des Waffentrainings ist unsere Ordnung die folgende: Yawara, Arnis, Messer, Nunchaku, Stock, Tonfa, Bo und Kama. Im Bereich des sportlichen Kampftrainings haben wir: A) Regeln freier Kampf traditionelles Kempo

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B) Reglementierte Kämpfe SemiKontakt C) Reglementierte Kämpfe Vollkontakt. Im inneren Fu-Shih Kempo gilt unser besonderes Interesse dem Studium des Chi-Kung. Wie ich bereits am Anfang dieses Artikels hinwies, bewahre ich aufgrund meines Respekts für die Tradition, Geschichte, Stile und Meister (mit welchen ich bis heute trainiert habe) folgende Struktur: Die eine starke Dosis Shotokan Karate, Kempo Karate, Full-Contact, Kickboxing, KoshoRyu Kempo und chinesischen Stilen. Das alles prägt logischerweise meine eigene Art und Weise, die Kampfkunst auszudrücken. Meine körperlichen Fähigkeiten, Genetik und in gewissen Aspekten auch meine Grenzen. In Wahrheit habe ich bei verschiedenen Anlässen daran gedacht,

dem Stil komplett frischen Wind zu geben, weil man uns fälschlicherweise als eine Mischung aus Systemen beurteilen könnte, was es schlichtweg nicht ist. In Bezug auf Karate und Kosho-Ryu behalten wir unsere Linie von ernster, bewusster und ästhetischer Arbeit. Was amerikanische Kempo -Karate von Ed Parker betrifft, studieren und entwickeln wir nur seine ersten Techniken der weißen, gelben und orangen Programme. Immer legen wir eine tiefgehende, intensive und abwechslungsreiche Untersuchung um diese Techniken herum an. Behandeln jede dieser Techniken getrennt, bauen sie aus, verbessern sie und wenden die Unendlichkeit möglicher Varianten an. Das alles führt dazu, dass wir mit nur 74 Techniken zur Selbstverteidigung dahin


„In Wahrheit habe ich bei verschiedenen Anlässen daran gedacht, dem Stil komplett frischen Wind zu geben, weil man uns fälschlicherweise als eine Mischung aus Systemen beurteilen könnte, was es schlichtweg nicht ist.“

kommen können, 500 mit all den möglichen Varianten auszuüben. Bezüglich der Kampfabteilung. Meine starken Grundlagen sind Boxen, Tae-Kwon-Do und Kick-Boxing. Nicht zu vergessen unser eigenes System des offenen Kampfes und traditionellen Kempo, bei dem alles zählt. Schläge mit geschlossener Faust wie mit offener Hand, Ellbogen, Knie, Schienbein und Tritte in all ihren Facetten. Einschließlich Umklammerungen, Schleudern oder Verrenkungen. Insgesamt beinhaltet unser Programm Fu-Shih Kempo 17 offizielle Formen. Vom weißen Gürtel 9. Kyu und bis zum schwarzen Gürtel 3. Dan „Sandan“. Zusätzlich zur sogenannten “Kata Dachi” -Form. Ab dem 4. Dan und weiter sind die Anforderungen Meisterschaft und persönliches Engagements für die Kunst: Höhere Forschungen, Studien, Verbreitung, Beiträge mittels Schriften, Bücher, DVD, erlangte Titel auf sportlicher Ebene und andere. Trotzdem könnte sich in dieser Zeit unser ganzes Programm verändern, damit es eine absolut eigene Persönlichkeit besitzt. In Wirklichkeit „hat es das fast“, aber ich denke weiterhin, dass meine vergangenen Einflüsse nicht vor der Wurzel versteckt oder ausgeschlossen werden müssen. Sie haben mir die nötigen Werkzeuge gegeben, um mich selbst aufzurichten und deshalb hüte ich sie wachsam und respektiere diejenigen, die sie mir in jeder Etappe meiner Existenz übermittelt haben. Genauso respektiere ich, wie uns unsere Eltern, Lehrer und Leiter erzogen haben, uns ausgebildet haben und uns unterschiedliche Wege eröffnet haben, um auszuwählen, was und wer wir sind. Auf diese Art und Weise fasse ich die meinige Beziehung mit den Kampfkünste und - Künstlern der Welt auf. „Die Seele ist wie ein strahlender Spiegel. Kümmere dich darum, sie immer sauber zu halten und lass nicht zu, dass sie jemals beschlägt. “

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1993 vor dem Brandenburger Tor, Foto: Jürgen Engler.

Zuschauermagnet beim Kickboxen 994 traf ich Michael Kuhr in Berlin-Kreuzberg. Einen Arm hatte er im Gips und damit war die Vorbereitung für den nächsten Kampf unmöglich geworden. Es sollte die Titelverteidigung gegen Murat Cömert sein. Es war der zweite Bruch innerhalb von einem Jahr und läutete das Ende der Kickboxära von Michael Kuhr ein. In diesen Jahren füllten Namen wie Michael Kuhr, Gilbert Ballentine, Frank Scheuermann, Orlando Wiet und Klaus Nonnemacher mit ihren Kämpfen die Deutschlandhalle in Berlin, die Grugahalle in Essen oder die Dortmunder Westfalenhalle. Die Athleten waren deutschland- und europaweit bekannt und zeigten über

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Jahre gleichbleibend gute Leistungen und bürgten für spannende Kämpfe im Ring. Michael Kuhr wurde bereits bei seinem ersten offiziellen Kampf 1977 Berliner Meister im Semi Kontakt. Er wiederholte diese Erfolge in den Folgejahren und wurde durch den Gewinn von 6 Weltmeisterschaften im Profilager zum Idol, besonders in der Berliner Kampfsportszene. Er war durch seine herausragenden Leistungen bei den Kampfsportinteressierten respektiert und sehr hoch angesehen. Er bewies über Jahre Kontinuität und wich keinem Kampf aus. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit sind nur wenige Kampfsportler bereit, sich so über Jahre hinweg zu quälen um an die Spitze zu gelangen. Und somit ist es auch ungleich schwieriger, große Hallen zu füllen, da das nur großartige Kämpfer vermö-

gen. Im Boxsport ist es mittlerweile gelungen mit zugträchtigen Namen wie Klitschko oder Valuev große Hallen zu füllen, Promis an den Ring zu holen und TV-Übertragungen zu erreichen.

Michas Sparringspartner Andy Hug Dieser Armbruch, einfach so beim Sparring, beendete dann auch die Kickboxkarriere von Michael Kuhr. Wie konnte es bei einem so durchtrainierten Sportler dazu kommen? Drei Tage vorher trainierte Micha mit Andy Hug, dem schweizer Ausnahmeathleten des Kyokushinkai. Sie machten Pratzentraining. Abwechselnd hielten sie die Unterarmpratzen und traten und schlugen dagegen. Micha, der knapp 40kg leichter war, warf nach ca. 60 Minuten Weitere Infos: www.AsiaSport.de Text und Fotos: Olaf Schönau Fotos: Archiv AsiaSport, Jürgen Engler


Auf der VIPBilderwand von AsiaSport…und mehr in Hannover sind zwar viele Promis und Berühmtheiten aus dem Kampfsport und Showgeschäft zu sehen.

Auch beim Interview müssen Entscheidungen getroffen werden.

das Handtuch. „Ich konnte die Pratzen nicht mehr halten. Meine Unterarme taten weh.“ Andy Hug sagte daraufhin: „Micha, Schwäche ist nur im Kopf. Lass uns weitermachen.“ Das Ergebnis kam nach drei Tagen: Ein Ermüdungsbruch. Schluss, aus, Ende der aktiven Laufbahn. Jedoch das Kickboxen völlig aufzugeben stand nicht zur Diskussion. Micha arbeitete in der Folgezeit als Kickboxtrainer in der Sportschule Blankenburg und gab sein Wissen an die nächste Generation weiter.

Das Ende der Kickbox-Karriere - Ein neuer Weg In Potsdam bekam Michael Kuhr dann 1994 die Anfrage, ob er nicht eine Sicherheitsfirma gründen und die Diskotheken in der Gegend betreuen könnte. Damit war eine neue Karriere gestartet, die dann durch den ZDF-Bericht im Jahr ca. 2000 noch richtig für einen Medienhype nicht nur innerhalb Deutschlands und auch außerhalb der Kampfsportszene sorgen sollte. Michael Kuhr war plötzlich zu einer Kultfigur geworden. Von Kult muss man schon sprechen, wenn die kleinen Filmausschnitte aus dieser ZDFSendung bis heute 10 Millionen Aufrufe verzeichnen. Nicht mitgerechnet sind die unzähligen Handys, auf denen sich die Fans die Filme geladen haben und immer wieder ansehen. Michael Kuhr mit der Ankündigung seines Buches.

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Viele der breiten Tür-Checker wünschten sich dieses Auftreten und diese Autorität, die Michael Kuhr hat. Mit ein paar Worten verschafft er sich Respekt: „Lass uns mal reden unter Männern“, sagt er und schon ist die Luft raus bei dem Gegenüber.

Und plötzlich auch noch Buchautor

Der sympathische Star Michael Kuhr.

Die Verlagsgruppe Droemer und Knaur kam 2010 auf Michael Kuhr zu und bat ihn, ein Buch über seine Erlebnisse und Erfahrungen an der Tür und beim Personenschutz der Promis, die auch gern seine Dienste buchen, zu schreiben. Zu erzählen hat er genug und so erschien am 22. August 2011 sein Buch „Bodyguard Zwischen High Society und Unterwelt“. Angemessen wurde im „Adagio“ am Potsdamer Platz in Berlin zur Veröffentlichung eine Release-Party mit prominenten Gästen gefeiert. Bei dieser Popularität und dem Medieninteresse an der Person Michael Kuhr war klar, dass sein Buch von vielen Fans interessiert erwartet wurde. Hier plauderte er über seine Art der Deeskalation oder wie Bruce Lee es genannt hat: Die Kunst zu kämpfen, ohne zu kämpfen. Ich fragte Michael Kuhr, ob diese Redeweise, die er anwendet, das Ergebnis von Seminaren, Lehrgängen und Fortbildungen zur Konfliktbewältigung sei. „Nein, da agiere ich angemessen und angepasst an die jeweilige Situation aus dem Bauch heraus.“ Von diesem Mann können sich heute mehr denn je viele eine Scheibe abschneiden. Denn: Ein falsches Wort zum falschen Zeitpunkt und schon kann eine brenzlige Situation eskalieren und es zu einer handfesten Auseinandersetzung mit Schlägerei oder Schlimmerem kommen. Aber selbst in solchen Situationen schlägt Michaels Kämpferherz ruhig, denn er weiß, was er im Notfall auch heute noch drauf hat. Ich würde mich nicht wundern, wenn seine Geschichte auch demnächst verfilmt wird, denn kecke Sprüche hat Michael auch immer auf Lager.

Ungebrochene Popularität Eins steht fest: Auf der VIP-Bilderwand von AsiaSport…und mehr in Hannover sind zwar viele Promis und Berühmtheiten aus dem Kampfsport und Showgeschäft zu sehen. Zum Schluss sehen die Kunden jedoch oft meinen Sohn David an und sagen: Wow, du kennst Michael Kuhr und hast ein Foto mit ihm!

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Das Bild i AsiaSport-Laden Hannover.


Dmitri Skogorev ist einer der wichtigsten internationalen Experten in der Lehre der russischen Kampfkünste, Direktor der russischen Schule der Kampfkünste „Sibirski Vjun” (System „SV”) und Präsident des internationalen Zentrums für russische Kampfkünste. Ebenso ist er Autor zahlreicher Bücher und Nahkampfprogramme und Ehrenmitglied der Vereinigung der Luftbeweglichen Infanterie und der Veteranen der Spezialstreitkräfte „Gvardia“. Seit 1988 hat Skogorev strukturell das russische System der Kampfkünste systematisiert und analysiert und hat in angewandter Psychologie und Bioenergie geforscht, was sich auf die theoretische und praktische Entwicklung der Programme von „Sibirski Vjun“ auswirkte. Das russische Nahkampfsystem wird in Extremsituationen angewandt, sowohl im professionellen als auch im zivilen Bereich, und seine Schlüsselgedanken sind folgende: 1. - Es gibt keine speziellen Methoden für spezielle Situationen (es gibt nur grundlegende Aktionen, die auf den Naturgesetzen beruhen) 2. - „Kraft gegen Kraft“ zu arbeiten hat keinen Sinn (die Fähigkeit, die Kraft zu spüren und sie zu führen) 3. - Die Arbeit in Einklang mit der Situation (die Lage verändert sich kontinuierlich in Zeit und Raum).

REF.: • SKOGOREV1

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DIE MACHT DES KIRI OTOSHI IN DER JAPANISCHEN SCHWERTKUNST Heutzutage ist Kiri Otoshi eine Bewegung, die zu der Schwertkunst zählt. Es wird als Technik unterrichtet, um den Gegner zu spalten. Darüber hinaus, dass es als schwere Technik angesehen wird, kann es extrem effizient sein, wenn es mit Schlüssigkeit und technischem Urteilsvermögen ausgeübt wird. Trotzdem ist es notwendig bestimmte technische Aspekte zwischen Kiri Otoshi, Makko Giri und Kiri Oroshi zu unterscheiden. Im Japanisch bedeutet Kiri-Oroshi dasselbe wie „in die Hocke gehend ohne durchschneiden“ Unterbrechung (gerader Schnitt abwärts). Im technischen Sinne heißt das, dass dieser Schnitt mit der Kissaki (=der Klingenspitze, Anm. d. Ü.) beginnt, während beim Kiri Otoshi und Makkogiri die Kissaki erst sekundär verwendet wird. D.h. nach dem Ausführen eines Schlages mit der Metalloberfläche des Schwertes. Dieser, der Kiri-Oroshi, sollte beim Kopf beginnen und in Höhe des Bauchnabels oder maximal in Hüfthöhe enden. Diese Höhe zu überschreiten würde, hinsichtlich der Position des Tori, innerhalb der Charakteristika des Schnitts als Fehler aufgefasst werden. Kiri Otoshi, so viel wie „niederfallen lassen, niederstoßen“, bezieht sich auf eine Technik, die mit dem knienden Tori endet und zwar in einer Weise, dass die Schnittlinie bis zum Boden vollständig ist. Dafür fängt der Schnitt beim Kopf an, erstreckt sich auf die gesamte Körperlänge und zwingt damit den Tori, sich am Ende dieser Technik auf die Knie zu begeben. Es gibt einen Unterschied zwischen den ersten beiden hier vorgestellten Formen und auch ihre Auswirkungen sind jeweils verschieden. Die japanische Mystik bestätigt, dass einmal ein gut trainierter Samurai dazu fähig war, einen Menschen zu halbieren. Gewiss würde der Kiri Otoshi so etwas leichter möglich machen. Der KiriOroshi wird, weil die Kraft des Schlages kaum in der Kissaki liegt, eher als eine kraftvolle, aber nicht sehr tiefgehende Technik beschrieben. Der Kiri Otoshi hingegen unterscheidet sich hier durch eine größere Stoßkraft. Dieser Stoß, verstärkt durch die korrekte Position der Hände und verbunden mit Hüftbewegungen des Toris eine fallende Bewegung - ermöglicht eine kontinuierliche Kraft beim Schnitt, indem er so die Stabilität des Schwertes erhält. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die im Körper aufgewandte Kraft den Stoß begleitet. Auch wenn beide Stoßarten fatal sind, ist es unvermeidbar, die Unterschiede zwischen ihnen hervorzuheben. Es ist die Mühe wert, sich daran zu erinnern, dass ein Samurai im Schlachtfeld stark durch das Tragen eines Yorois und eines Kabutos geschützt ist, was sicherlich die Durchführung eines jeden solchen Schnittes erschwert. Der eigene Kabuto,

der im Schlachtfeld benutzt wird und dafür gemacht ist, seine Wirkung im Schutz des Samurai zu entfalten, besitzt eine hohe Widerstandskraft. Es versteht sich von selbst, dass gewalttätigen Arten wie der Kiri Otoshi für eine bestimmte Technik stehen, bei der das Schwert beiseite geräumt werden muss, um - wenn auch mit hohem Schwierigkeitsgrad - den Körper treffen zu können. Wenn wir beispielsweise an das Mittelalter denken, als die ständigen Kämpfe die Krieger dazu zwangen einzigartig in ihren Fähigkeiten zu sein. In dieser Zeit traf der erste Schnitt des Schwertes die Schädelknochen und danach das Brustbein, bis er durch die Hüftknochen stoßen würde. Schwierig, meint ihr nicht? Stellt euch nur die Position des auf die Hände gerichteten Qi vor, um sich ohne Unterbrechung in Harmonie mit dem Körper nach unten neigen zu können. Analysieren wir einmal den Schädel beim Menschen und bei den Wirbeltieren, der schließt das Gehirn ein und schützt es. Er ist verortet in der oberen Querebene. Der Kopf besitzt 22 Knochen, wovon 8 eng miteinander verbunden sind; ineinandergefügt (fest) bilden diese den Schädel oder das Schädeldach, welches das Gehirn schützt. Diese Knochen sind: Stirnbein, Scheitelbein (im seitlichoberen Teil), das Schläfenbein und das Hinterhauptbein (Genick); das Keilbein (die Basis des Schädels) und das Siebbein (zwischen diesem letzten und dem Stirnbein). Das Gesicht besteht aus folgenden Knochen: Kieferknochen, Jochbein, Nasenbein, Tränenbein, Pflugscharbein, Nasenmuschelbein und Unterkiefer, der zum Kauen dient und der einzige bewegbare Knochen des Kopfes ist; und im inneren Teil des Mundes das Gaumenbein. Stirnbein - Stirnknochen, mit der Funktion das Gehirn zu schützen Scheitelbein - ein Paar Knochen, die die Seiten und die Wölbung des Gehirns formen Hinterhauptbein - der untere hintere Teil des Kopfes; Hinterkopf Schläfenbein - zusammenhängend mit den Schläfen des Kopfes. Unregelmäßige Form, unterhalb-seitlich sitzend, beinhalten sie das Gehör Keilbein - unpaariger Knochen, zwischen den Knochen der Schädelbasis Backenknochen - paarig, hebt Wangen des Gesichts an und bildet Teil der Seitenwand der Augenhöhlen Oberkiefer - einer der Knochen, an dem sich die Zähne befinden. Ein Knochen, der sich mit Unterkiefer verbindet;

Unterkiefer - Einzelknochen, in Form eines Hufeisens, der die unteren Kinnbacken des Menschen bildet und an dem sich die unteren Zähne befinden Pflugscharbein - platter, unpaariger Knochen, der den hinteren unteren Teil der Nasenscheidewand bildet Siebbein - Schädelknochen, der zwischen Stirnbein und Keilbein sitzt und Teil der Schädelbasis, der Augenhöhlen und Nasenhöhlen ist. Durch eine seiner Oberflächen geht die Nervenfasern des Riechnervs Gaumenbein - paarig, L-förmig, bildet das hintere Drittel vom knöchernen Gaumen Nasenbein - Knochen, der die Nase formt Tränenbein - kleiner Knochen, zwei an der Zahl, beide jeweils in der Augenhöhle in der Mittelwand sitzend Gehör (Paarknochen): Hammer - kleiner seitlicher Knochen des Mittelohrs in Form eines Hammers Amboss -mittleres Knöchelchen der Knochen des Mittelohrs, zwischen Hammer und Steigbügel Steigbügel - kleines Knöchelchen des Ohres neben der Sagittalebene Unteres Nasenmuschelbein Knochenpaar, das die hintere Nasenhöhle formt, zwischen den Kinnbacken und dem Knochenfortsatz des Keilbeins Oberes Nasenmuschelbein Knochenpaar, das die vordere Nasenhöhle formt Um diese Stärke, die das Gehir n besitzt, zu durchstoßen müssen wir zuerst untersuchen, ob der Gegner einen Kabuto-Helm trägt oder nicht. Falls wir dies bejahen, wird es unmöglich sein, dessen Struktur mit einem Schnitt zu durchbohren. Daher gehen wir davon aus, dass der Gegner keinen Helm trägt. Das Hara des Kenshi oder Fechters muss flach sein, damit er in dem Maße, wie er seinen Körper herabbeugt, den Stoß nur einmal ausführen muss. Zuerst lenkt er ihn in Richtung der Hüften, um ihn daraufhin auf die Schulter n zu lenken. Nur innerhalb dieses Weges, mit angespannten Brustmuskeln und festen Armen, die dafür sorgen werden, dass das Qi übertragen wird, können wir diese Bewegung ausführen. In der Vergangenheit verwendeten die Meister die Vorstellung, dass die ganze Energie des Himmels in den Rücken einströmte, damit er in einem angeblich magischen Moment die Rüstung des Gegners durchschneiden würde. Gewiss


dachte man früher, dass der Geist den Körper sogar soweit beherrscht, dass er ihn zu unmöglichen Dingen befähigen konnte. Aber natürlich spielt es sich nicht so ab. So sehr Unübliches oder Paranormales geschehen kann, verlangt diese Technik ein wissenschaftliches Verständnis, damit sie mit Präzision vollzogen werden kann. Viele Techniken wurden entwickelt, wie zum Beispiel sich

vorzustellen, ein Handtuch zu verdrehen, unermüdliche Wiederholungen sogenannter UchiKomi oder das Training mit einer schweren Machete. Mit der letztgenannten ergeben sich für uns einige Ungereimtheiten. Vermeintlich werden bei dieser Technik, angeführt vom Tameshigiri (=ein bestimmter Schnitttest, Anm. d. Ü.), die Arme locker gelassen und der Rücken so belastet, dass er leicht fließen und damit auf das reagieren kann, was Arme und Finger anordnen - man vermutet, dass sie sich auf diese Weise mit Qi füllen. Deshalb kann man danach mit einer nur halb angespannten Bewegung den Schnitt beginnen - ich sage halb, die vollständige Anspannung sollte man nur am Ende dieser Technik anwenden - wie da mit einer schweren Machete üben und so eine Hypotrophie der Muskeln, die den Schnitt ausführen, verursachen? So wird das heiß ersehnte technische Resultat nur verfälscht. Sobald das Schwert das erste Hindernis trifft, sollte das Hara einen bestimmten Bewegungsablauf ausführen, in der es selbst wenig angespannt ist, denn wenn es verkrampft ist, wird das begehrte Qi nicht fließen. Und wenn es vollkommen entspannt ist, wird er nicht das benötigte Gleichgewicht beherrschen können. Das heißt, das hier ist nicht gerade einfach…

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Vi e l e M e i s t e r d e r Ve rg a n g e n h e i t erzählen, dass Versuche mit Leichen gemacht wurden und viele Schnitte, mit entspanntem Hara ausgeführt, nur schlechte Ergebnisse erzielten. Wie sehr es auch bizarr erscheinen mag, e s e x i s t i e re n A u f z e i c h n u n g e n m i t Proben von Schwertoberflächen, die in menschliche Körper gesteckt wurden. Trotzdem wissen wir bestimmt, dass viele Legenden ohne wirkliches U r t e i l s v e r m ö g e n , w a s d u rc h a u s Nerven gekostet hätte, überliefert wurden. Wenn wir mit der anatomischen Analyse fortfahren, nach diesem Abschnitt über den Schädel, gelangen wir zum Brustbein. In der Vergangenheit pflegte man zu sagen dass das Schwert bei einem schlecht ausgeführten Schnitt im Brustbein stecken blieb. Um diese Technik zu simulieren, wurde der Kiri Otoshi mit einer Bambusart, die „Moso“ genannt wird, geübt. Mit dieser Technik wurde die Übung begonnen. Sobald der Schüler es schaffte, das ganze Ende des Bambus zu durchbohren, musste er einen fortgeschrittenen Versuch an dem Brustbein eines Ochsen üben. Aber dies letzte ist nicht vollständig bestätigt. Zum Brustbein zurück, sollte sich das Hara in diesem Moment entspannen und nachdem es diesen Knochen durchstoßen hat, anspannen, um sich erst am Ende zu entspannen. Um den Brustkorb zu formen, arbeiten zusammen: im hinteren Teil die Brustund Rückenwirbel; vorne ein unpaariger Knochen, das Brustbein. Schließlich, zwischen Brustbein und den Wirbeln, befinden sich die Rippen. Das Brustbein ist ein mittelgroßer, flacher Knochen, der einem römischen Dolch gleicht. In ihm kann man drei Teile unterscheiden: den oberen, der Handgriff genannt wird, den dazwischenliegenden namens Körper und einen unteren, kleinen, der als Schwertfortsatz bezeichnet wird. Der Handgriff bildet mit dem Rest des Knoches einen Winkel, genannt Angulus sterni oder Ludovici, der sehr ausgeprägt und deutlich erscheint, wenn die Entwicklung des Brustkorbes rückläufig ist oder bei Personen in kränklicher Verfassung. An den Rändern des Handgriffs und des Körpers fügen sich das Schlüsselbein und die ersten sieben Rippen ein. Die obere Kante besitzt eine kleine Mulde, sehr deutlich bei schlanken Menschen: die sog. Drosselrinne. Um sie durchzuschneiden, muss die rechte Hand, die sich vorn am Schwert befindet, einen Winkel beschreiben, womit sich das ganze Gewicht in dem Teil vor dem Ende des Tsuka (=Griff, Anm. d. Ü.) konzentriert. So wird das Qi direkt bis zu der Kissaki fließen - der Spitze des Schwerts. Damit das Schwert nicht feststeckt, sollte die Bewegung der linken Hand eine aufsteigende sein. So schafft sie im Fall des Falles Platz, damit die Oberfläche des Schwertes gedreht, gewendet und zurückgezogen werden kann.

Um zu verstehen, was es bedeutet, dass das Schwert stecken bleibt, ist es notwendig die Anatomie dieser Zone ein bisschen näher zu erklären. Die Rippen sind zwölf an der Zahl und verbinden das Brustbein mit der Wirbelsäule, wo sich die Rückenwirbel einfügen (ebenfalls zwölf Stück). Sie sind kurvenförmig, beschreiben einen Bogen und ihre Ausrichtung ist nicht horizontal. Ausgehend von dem Brustwirbel richtet sich die Rippe nach unten. Ihr vorderes Ende (sternal) ist weiter unten als das hintere (vertebral). Es gibt zwei Gelenke zwischen Rippen und Brustwirbeln: ein Gelenk mit dem Körper und eines mit dem Querfortsatz. Die vorderen Enden der Rippen setzen beim Brustbein mit Einschub des Rippenknorpels an. Die ersten sieben Rippenpaare heißen „echte Rippen“; in ihnen fügt sich der Rippenknorpel direkt in das Brustbein ein. Im Gegensatz dazu hören der siebte, achte, neunte und zehnte Rippenbogen nicht im Brustbein auf, sonder n im unteren Rand der jeweiligen Rippe, die sich darüber befindet. Der elfte und zwölfte Rippenbogen sind nicht an das Brustbein fixiert, sondern bleiben frei und werden deshalb „fliehende Rippen“ genannt. Im gesamten unteren Rand der Rippen befinden sich die Interkostalnerven und blutgefäße. Zwischen einer Rippe und einer anderen, also in den Zwischenräumen, sind die Muskeln. Die erste Rippe hat eine spezielle Form, wohingegen die anderen eine äußere und eine innere Fläche besitzen, ist die erste Rippe von oben nach unten abgeflacht und weist deshalb eine obere und eine untere Fläche auf. Auf der oberen Fläche findet man einen kleinen Vorsprung, den Lisfranc-Knoten, wichtig, weil neben ihm die Unterschlüsselbeinarterie ist. Dieser Knoten ist also ein Orientierungspunkt für die Unterschlüsselbeinarterie und das ist nützlich, wenn man diese Arterie verbinden oder ver nähen muss. So haben wir nun einzelne Elemente, die zum Brustkorb beitragen. Nun werden wir den Brustkorb als Ganzes betrachten. Er hat die Form eines abgeflachten Kegels, mit der kleineren Fläche nach oben. Die äußere Oberfläche des Brustkorbes weist hinten einen Vorsprung auf, der von oben nach unten verläuft und zur Serie der Dornfortsätze gehört. Daneben verlaufen jeweils Bänder, die die Wirbelsäule stabilisieren und der Bewegung durch die Muskeln dienen. Der Brustkorb ist nach oben hin geöffnet, in Richtung des Genicks und ermöglicht am Ende den Zugang für die Speiseröhre, die Luftröhre und große Blutgefäße. Im Gegenteil dazu ist er nach unten hin geschlossen durch einen kuppelförmigen Muskel: das Zwerchfell. Das Innere des Brustkorbs besteht aus der Brusthöhle, seitlich besetzt mit den Lungen und in der Mitte mit dem Herz, mit der Hauptschlagader, die, nachdem

sie einen Bogen beschreibt, bis zum Unterleib geht und das Zwerchfell durchdringt. Der Brustkorb wird vorne von der Luftröhre durchzogen, die sich in zwei Bronchien teilt, die in die jeweiligen Lungenflügel führen. Hinten erstreckt sich die Speiseröhre über den Brustkorb, die das Zwerchfell kreuzt und sich ebenfalls bis in den Unterleib ausbreitet. Der Brustkorb enthält die zwei Hohlvenen und den Ductus thoracicus. Die Form der Brusthöhle verändert sich mit dem Alter und den physischen Bedingungen jedes Einzelnen und ist je nach Geschlecht unterschiedlich. Beim Mann ist sie kegelförmig, während sie bei der Frau im mittleren Teil abgerundet ist und an die Form eines Fass' erinnert. Der Unterschied liegt an den verschiedenen Atemweisen: Die Frau atmet durch den Brustkorb, während der Mann durch den Unterleib atmet. Auch diese Verschiedenheit hat ihre Berechtigung und ihren Nutzen: Für die Frau wäre die Atmung durch den Unterleib während einer Schwangerschaft sehr schädlich. Die Bewegungen des Brustkorbs während der Atmung sind Folgende: beim Einatmen, wenn der Brustkorb sich ausdehnt, heben sich die Rippen und verlängern sich (mehr bei der Frau als bei dem Mann). Beim Ausatmen, wenn der Burstkorb sich einengt, senken sich die Rippen und rücken zusammen. Dadurch vergrößert und verkleinert sich der Durchmesser des Brustkorbs abwechselnd. Und zwar so, dass die Lungen, die passiv die Bewegungen des Brustkorbs vollführen, sich zuerst ausdehnen und mit Luft füllen und dann im Folgenden zusammenziehen und Teile der eingeschlossenen Luft herauslassen. Und um zum Ende zu kommen, nun eine anatomische Analyse des Schnitts: das Hüftbein zu schneiden ist etwas Surreales. Es kommt vor, dass in einem Moment die eigene Bewegung des Körpers des Kenshi für ein „Ma-Ai“ sorgt. Und zwar so, dass wenn er sich auf die Knie begibt, er sich ein bisschen entfernt und knapp den Darm und die Blase durchschneidet. Man glaubt, dies wäre eine natürliche Bewegung und ist mit der vorgestellten Technik einverstanden. In diesem Moment sollte das Hara vollständig entspannt sei, zusammen mit den Armen, die sich auf eine erneute Anspannung vorbereiten, die die darauffolgende Bewegung im Falle, dass der Kiri Otoshi erfolglos war, erfordert. Die Energie des Körpers muss sich in den Beinen befinden, die auf dem Boden ruhen und sich auf einem Knie abstützen können. Im gegenteiligen Fall wird das Hara Zentrum des Gleichgewichts sein und die restliche Energie auslöschen. So verstehen wir also, dass viele der zu dieser Bewegung überlieferten Legenden, sich letztendlich in ihrer Strategie, dem Körpergewicht diese Technik des langen und tiefgehenden Schnitts anzubieten, entsprechen.


„In der Vergangenheit pflegte man zu sagen dass das Schwert bei einem schlecht ausgeführten Schnitt im Brustbein stecken blieb. Um diese Technik zu simulieren, wurde der Kiri Otoshi mit einer Bambusart, die „Moso“.”

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KAPAP: Die Kunst, Leben zu geben, nicht, es zu beseitigen

A

ls Studierender der japanischen Fechtkunst ist es offenkundig, dass man „das Alte studieren muss, um das Neue zu verstehen“. Ich war fast acht Jahre lang ein “Uchi-Deshi” in Japan, unter dem Dach des Schwertmeisters Sensei Kubo Akira. Die letzten dreißig Jahre bin ich ihm gefolgt und somit Zeuge seines großen Geschicks gewesen, was mich sehr inspiriert hat. Mit jeder Bewegung, jedem Atemzug bewies er seine Virtuosität. Wenn er mich lehrte, redete er ununterbrochen von Nakayama Hakudo, auch bekannt als Najayama Hiromichi, S_ke des Muso Shinden Ryu. Deshalb unterrichte ich meinen Studenten Kunst und Fähigkeiten. Man kann es nicht lehren, man kann es nur lernen! Als ich nach Los Angeles umzog, suchte ich nach einem Lehrer, der diesen Geist und diese Inspiration bewahren konnte, und so fand ich Professor John Machado. Professor Machado brachte mir immer brasilianisches Jiu Jitsu bei, welches ich brauchte, um mit klarem Geist und Gesinnung zu fließen, um auf diese Weise meine gute Gesundheit zu erhalten. Es ist eine inspirierte Art des Lebens und hilft dabei eine gute Lebensqualität zu erhalten.

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Ich war niemals Student von Carlos Gracie Sr. Aber ich muss sagen, dass ich, von ihm angeregt, viel studiert habe, obwohl ich ihn nicht persönlich kennenlernte. Ich fühlte seinen Geist in jeder Klasse, die ich mit meinem Meister verbrachte. Gewöhnlich scherzten wir mit etwas, was wir „historische Momente“ nannten. Meister Machado erzählte uns Geschichten und andere Offenbarungen seines Herzens, während einige sich aufwärmten und umherliefen und wir anderen uns zu ihm setzten. Ich pflegte es nachhause zu kommen und eine Liste von dem zu machen was ich lernen musste. Es handelte sich nicht so sehr um die Techniken -ich hatte so viele Techniken im Kopf und ständig übte und korrigierte ich sie! Es ging mehr um das Timing und darum einen Plan zu entwerfen, um sie zu verwenden. Das ist der Schlüssel, weil wenn du eine bedeutende Technik mit falschem Timing verwendest, ist es wie ein verkehrtes Werkzeug für eine fehlerhafte Arbeit zu verwenden. Ich hatte das bereits mit einem meiner inspiriertesten und anregendsten Professoren untersucht, mit Hanshi Patrick McCarthy. Professor Hanshi McCarthy versuchte immer eine Brücke zwischen den alten traditionellen Kampfkünsten und den modernen Kampfkünsten zu bauen. Er verwendete das Fließen, wie es im Aiki

Kemp_ gebraucht wird. Als ich das BJJ entdeckte, fand ich damit das, was mir am besten gelang und mir zusätzlich das Fließen des Aiki offenbarte - alle Wege von der Position des Fußes bis zu der des Bodens. Professor John Machado sprach immer vom „Onkel, Carlos Gracie“, der wahrscheinlich die wichtigste Figur in der Geschichte des brasilianischen Jujitsu war. Er war der erste Gracie, der seit dem japanischen Jiu Jitsu die Samen des BJJ zum Keimen brachte. Carlos Gracie war bekannt durch den Beinamen „Pai Branco“, was „weißer Vater“ auf Portugiesisch bedeutet. Das war der Spitzname, den ihm seine Brüder und nahen Verwandten gaben, aufgrund seiner Gewohnheit, sich stets weiß zu kleiden. Und weil er als „Kopf des Clans“ und somit dessen Vaterfigur angesehen wurde. Er war der schwächste Student, weshalb ihn seine Mutter zum Unterricht mit Sensei Maeda brachte, der den Namen „Conde Coma“ (span. für Graf Koma, Anm. d. Ü.) verwendete. Conde Coma, Misuyio Esai Maeda, war ein Repräsentant des Jiu Jitsu/Judo, von Japan nach Brasilien gesandt, um die Kunst des Jiu Jitsu zu übermitteln. Er erzählte viele Geschichten, über Ernährung, Gesundheit, darüber, wie man fließen kann. So inspirierte er mich zu


Kampfkunst positiv wird 5 Denk immer an das Beste. Arbeite nur daran das Beste zu finden und hoffe immer das Beste. 6 Sei immer so begeistert über die Erfolge Anderer als wären sie deine. 7 Vergiss die Fehler der Vergangenheit und konzentriere deine Energie auf die Siege, die kommen werden. 8 Versuche immer, dass deine Gefährten eine fröhliche, optimistische und angenehme Einstellung haben, damit dies alles auf dich rückwirkt 9 Verwende die gesamte Zeit, die du brauchst, darauf dich zu verbessern, aber verschwende keine Zeit damit die Anderen zu kritisieren 10 Du musst zu groß sein, um dich ruhelos zu fühlen, zu nobel, um Zorn zu spüren, zu stark, um Angst zu haben und zu glücklich, um vor

Untersuchungen über die Natur und das menschliche Wesen, dank der Geschichten, die dieser große Meister schilderte. Er sprach darüber, wie er im Fluss mit Kaimanen schwamm oder wie er mentales Training und jenen Widerstand entwickelte, der sein Wesen von dem „eines Huhns“ zu dem eines „Vogel des Kampfes“ verwandelte. Ich wurde von den 12 Geboten des Carlos Gracie angeregt und würde diese hier gerne mit euch teilen: 1 Sei so stark, dass nichts den Frieden deines Verstands stören kann 2 Rede mit der ganzen Welt über Glück, Gesundheit und Wohlstand. 3 Bringe deine Freunde dazu sich wertvoll zu fühlen 4 Orientiere dich immer an einem positiven Blickwinkel, dass alles im echten Leben

einem Unglück nachzugeben 11 Hab eine positive Meinung über dich selbst und sag sie der Welt, nicht durch Eitelkeit, sondern durch Wohlwollen 12 Bewahre einen festen Glauben daran, dass die Welt mit dir ist. Wenn du die Wahrheit darüber, was das Beste ist aufrechterhältst. Das alles kam mir während meines letzten Trainings mit Hanshi McCarthy erneut in den Sinn, als ich danach strebte mein Wissen über die Fechtkunst, Judo, Jiu Jitsu und BJJ zu erweitern. In Anbetracht der modernen Kampfkünste sollten wir hervorheben, was wir ausüben und lehren. Wir wollen und müssen es an die folgenden Generationen weitergeben. Eine meiner “Nachrichten” war, ein neues Messer zu entwickeln, basierend auf dieser

weitgefächerten Untersuchung. Das neue Messer wird in Italien von Messer Fox hergestellt und „israelischer Spurensucher: KAPAP“ genannt. Beim Entwickeln dieses Messers wurden viele Ideen beachtet, angefangen bei meiner eigenen Geschichte. Mein Vater war Kampffallschirmjäger. Die Hintergrundfarbe seines Flugschirms war rot (statt blau), was bedeutet, dass er wirklich an Kampfmissionen teilnahm. Das ist seltsam, weil zwar die Mehrheit der Fallschirmjäger trainiert, aber nicht wirklich auf diese Art in den Kampf eintritt. So wuchs ich unter Fallschirmspringern des IDF auf. Nahm ihre Kultur auf, ihre Geschichte, ihre Erzählungen und Fotos vergangener Tage. Ich werde nie ein Foto vergessen, auf dem ein Trupp gerade in den 50er Jahren mit einem Messer trainiert, als der KAPAP, Krav Panim El Panim/Nahkampf das vom IDF verwendete Kampfsystem war. Während wir ihn wiederherstellten und damit anfingen ihn erneut in die Zivilgesellschaft einzuführen, kam mir dieses Foto immer und immer wieder in den Sinn, wie am Anfang des KAPAP. Dieses Foto meines Vaters ist dasjenige, was ich in mein Logo übernommen habe. So ehre ich die Erinnerung und Tradition meines Vaters. Dieser „Schatten“ des Messers hat mich verfolgt, seit ich ein kleiner Junge war. Ich erinnere mich daran, wie mein Vater sein schweres und wunderschönes Messer verwendete, in Innen-wie auch Außenräumen. Ich heuerte 1980 beim Heer an und nahm am Krieg 1982 teil. Ich diente zwei Jahre lang in einer Kriegszone, und immer bewahrte ich meines Vaters Messer in meiner Militärweste auf. Als ich aufhörte, im Heer zu dienen, schenkte ich das Messer einem Oberstleutnant, ein Freund von mir. So reiste ich dann nach Japan, um acht Jahre lang die japanischen Kampfkünste zu erlernen. Ich erreichte den 6.Dan in japanischer Schwertkunst und den 7.Dan in Aiki Kemp_ Jitsu. Ich habe unterschiedliche Kampfkünste praktiziert, aber ich sehe mich selbst immer als Lehrender des Schwertkampfes und der Schwertkunst. In meiner Schule wird der Gebrauch des Schwertes unterrichtet, um Leben zu geben. Als ich anfing, das Kämpfen zu lehren, merkte ich, dass wir fast alle beibrachten mit dem Messer zu töten. So aber lehrten wir, das Messer auf inkorrekte Weise zu verwenden. Man kann auch mit einem Stein töten…aber das Messer ist eines der wichtigsten Werkzeuge für den Menschen. Wir gebrauchen es für unser tägliches Überleben. Verbunden mit meiner persönlichen Geschichte, meiner Lebensart, meinen Prinzipien, mithilfe der tiefgehenden Untersuchung über die Handhabung des Schwertes und des Messers, habe ich das entwickelt, was man das Gedankengut über das Messer bezeichnen könnte. Ich stützte mich auf die Herkunft des Messers und meine Erfahrungen als Trainier des olympischen und Professor des Fechtsports

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Kapap Messerkampfes. Genau wie auf mein Wissen über den Umgang mit dem japanischen Schwert. So fing ich an dieses Messer zu entwerfen, damit es die Grundlage der Arbeit mit dem Messer sei, was wir im KAPAP unterrichten, genannt „Nur Messer.“ Die Studenten müssen mit nur einem Messer, um zu überleben, in den Wald eindringen. Man muss das Messer auf eine bestimmte Art konstruieren, damit es nicht nur als Waffe effektiv, sondern nützlich für andere Aktivitäten ist wie: einen Unterstand bauen, Essen auftreiben, Wasser besorgen, ein Feuer entzünden und alle anderen überlebensnotwendigen Tätigkeiten. Die Idee ist, dass ein Kampfmesser nicht nur zum Töten dient, sondern um Leben zu retten und zu überleben. Das ist der Hauptzweck dieses Messers - Leben zu verleihen, nicht, Leben zu nehmen. Der KAPAP ist kein konventionelles System. Er ist eine Brücke zwischen Systemen: er ist ein Konzept und eine Philosophie. Der KAPAP wurde nicht als System mit Gürteln konstruiert oder um Meister und Große Meister zu erschaffen. Es gibt genug Systeme, um das zu tun. Als Brücke ist das Ziel des KAPAP, die Kampfkünstler unterschiedlicher Disziplinen zu vereinen, damit sie dazu fähig seien, zu kommunizieren und ihr Wissen wie Waffenbrüder miteinander zu teilen. Wir wünschen uns, dies ohne Konflikte, Egos oder Politiken zu tun, auf was sich jedoch die Prinzipien der gewöhnlichen Kampfkünste gründen. Jemand hat mir gesagt: „Es gibt keine schlechten Schüler, nur schlechte Lehrer”. Ich frage mich, was jene Lehrer waren, bevor sie zu Lehrenden wurden. Ich glaube, sie waren schlechte Schüler. Mit Systemen „ohne Wurzeln“ haben wir Große Meister in allem und das bedeutet wirklich gar nichts. Es gibt viele YouTube, Facebook, „Internet“ oder „Tastatur“-Kämpfer oder Großmeister, die ihre Kampfkünste in sehr wenig Zeit gelernt haben und sich erlauben, Große Professoren und Personen zu diffamieren. Genau diese Professoren haben die Kampfkunst aber den Großteil ihres Lebens ausgeübt! Mein Freund Sam Markey hat mir eine Geschichte über jemanden erzählt, der ihn fragte, ob er gegen zwei oder drei Angreifer gleichzeitig kämpfen konnte und er sagte: „Ich kann gegen einen Löwen kämpfen, aber nicht gegen hundert Hasen, die Wahrheit ist im Tatami!“ Es gibt nicht zu viele Lehrer, aber ja, es gibt zu viele Organisationen und oft ist die Leitung dieser Vereinigungen wichtiger geworden als das Lehren. „Ein Heer von Tauben, geführt von einem Löwen, ist besser als ein Heer von Löwen, geführt von einer Taube.“ Alejandro Magno Ich bin begeisterter Lehrer und ich werde dafür kämpfen, es weiterhin sein zu können und kein Geschäftsmann. Einer meiner wichtigsten Professoren ist die Natur. Deshalb machen wir viele Camps und Überlebenstrainings, da man ja keine Kunst oder Handwerk wirklich lehren kann. Man kann es nur lernen und das Geschick wird in einer realen Situation zur Probe gestellt werden. In den Kampfkünsten passiert das Gleiche. Die Leute versuchen sich den Kampfkünsten so zu „verkaufen“: Es gab einen legendären Meister und dieser seiner Studenten war sein bester Student. Aber weil der Meister

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starb, gibt es jetzt einen Großen Meister, der die Lebensarbeit jenes Meisters lehrt. Aber es ist niemals so. Die Mehrheit der guten Schüler hat auch etwas in sich, um zu erschaffen und zu untersuchen. Und deshalb ist die Mehrheit der heutigen Großen Meister dazu da, das Feuer zu tragen, nicht die Asche. Den Geist zu übermitteln. Deshalb versuche ich, drei Elemente zu unterrichten: Körper, Verstand und Geist. Es ist das gleiche, wie die drei Zirkel der Kampfkünste zu überbringen: Traditionell, Kämpferisch und Sportlich. Denkt immer daran, dass die Techniken funktionieren können oder nicht. Es hängt von der Situation ab, vom geeigneten Timing und auch vom Ziel, welches du zu Schlagen wählst. Es kann falsch sein, aber gleichzeitig kann es auch richtig sein. Vertraut darauf was ihr macht, während ihr kämpft und nicht in die Theorie oder statische Praxis. Die Wahrheit findet man immer heraus, indem man sich im Kampfring ausprobiert und in den meisten Fällen, indem man von den Fehlern lernt. Ihr könnt auf diese Weise schlagen oder auf andere, mit offener oder geschlossener Hand. Die Erfahrung des freien Kampfes, Aktion/Reaktion, stehend oder am Boden kämpfend, mit oder ohne Waffen, mit oder ohne Schläger, mit Gi oder ohne man lernt seine Lektionen, auch wenn man scheitert. Haltet euch von den Feiglingen fern, die Dinge sagen wie: „Wir sind keine sportliche Kampfkunst“ oder „Wir sind keine traditionelle Kampfkunst, wir sind keine Kampfkunst ohne Sinn“ oder „Ohne Schiedsrichter, ohne Kampfring, ohne Regeln.“ Diese Slogans zeigen nur ANGST. Wir alle wissen, dass wir in einem echten Kampf ins Hosenkreuz schlagen können oder den Finger in die Augen unseres Gegners drücken können. Aber: Vielleicht haben wir die Fähigkeit der anderen Personen vergessen? Der Vorteil eines Kampfsportes mit Schiedsrichter und Regeln ist, dass er dir eine mögliche Form anbietet, um dich mit dir und deinen Ängsten zu konfrontieren. Versteckst du dich hinter diesen Slogans, wirst du nicht besser vorbereitet sein. Wenn du in der Vorbereitung scheiterst, präparierst du dich fürs Scheitern. Die Natur hat keineswegs Erbarmen, wenn es schneit und du nichts als Unterwäsche trägst, wird es weiterschneien und dem wirst du dich stellen müssen. Um zu überleben, muss man die Natur untersuchen, die Natur lieben, mit der Natur fließen. Deshalb kann die Natur so eine gute Lehrerin sein. Der Schmerz kann ebenfalls ein guter Lehrer sein. Aber niemand will das im Unterricht lernen! Lern dich selbst kennen, verbessere deine Fähigkeiten. Die Natur bietet dir viele Möglichkeiten an, um deinen Geist zu trainieren und dich stärker zu machen. Angst zu spüren ist normal und notwendig. Es ist die Form der Natur, um dir einen Schuss Extraenergie zu geben. Dieses Bewusstsein ist der erste Schritt, um die Ängste zu überwinden. Wenn du in der Natur bist, kannst du so erforschen und lernen deine Gedanken in Überlebenssituationen zu gebrauchen. Panik kann dazu führen, dass eine Person handelt ohne Nachzudenken. Ich würde euch nun gerne einige Zitate und weise Worte mitteilen, um diese Lektion mit “Mokuso” zu beenden. Jede traditionelle Unterrichtsstunde beginnt und endet auf diese Weise.

Die Natur macht dich stärker, sie fordert dich heraus, nicht die Anderen. „Wer die Anderen kennt, ist weise. Wer sich selbst kennt, ist erleuchtet.“ Lao Tze Man sagt, dass die großen und inspirierten Menschen entfernt vom Schlechten sind. „Ich würde es vorziehen, ein kleines Nichts zu sein, als ein Unmensch“ Abraham Lincoln „Es gibt viele Gründe zu leben, für einige Dinge zu sterben, und keinen einzigen Grund zu töten“ Tom Robbins „Wenn dich die Leute ein ums andere Mal verletzten, denk dir, dass sie wie ein Sandpapier sind. Sie können dich kratzen und dir ein bisschen wehtun, aber letztendlich endest du geschliffen und sie nutzlos.“ Anonym „Das Leben ist ein Kampf, aber nicht jeder ist ein Kämpfer. Wenn nicht, wären die Schmarotzer eine aussterbende Spezies.“ Andrew Vachss „Mit der Unkenntnis kommt die Angst mit der Angst kommt die Intoleranz. Bildung ist der Schlüssel für Toleranz.“ Kathleen Patel „Wenn es keine Helden gibt, um dich zu retten, bist eben du der Held“ Denpa Kyoshi „Du hast keine bessere oder schlechtere Beherrschung als die, die du über dich selbst hast.“ Leonardo da Vinci „Hast du Feinde? Gut. Das heißt, du hast dich für etwas eingesetzt, irgendwann einmal in deinem Leben” Winston Churchill Wie ich bereits oft erwähnt habe, das erste, was wir von der Geschichte gelernt haben ist, dass wir nicht von der Geschichte lernen! Entfern dich vom Schlechten und den Kampfkünsten, die versuchen, dir beizubringen, ein Schmarotzer zu sein. „Trag keine Waffe bei dir - sei eine Waffe“ Avi Nardia So trainieren wir, um eine Waffe zu sein, indem wir unser Gehirn verwenden, und mit dem mentalen Training, welches wir in der Lehre des Überlebens unterrichten. Das ganze Training des KAPAP gründet sich auf dem Konzept, von keiner anderen Waffe als uns selbst abzuhängen. Wie in dem Zitat oben über das Sandpapier, wirst du dich in einem langsamen Prozess der Schulung des Körpers, Verstands und Geistes in eine Waffe verwandeln. Versteht den Zweck des Mokuso in der Eröffnung und dem Schluss des Reishiki. „Mokuso“ ist ein japanischer Ausdruck für Meditation. Man macht es am Anfang und Ende jeder Unterrichtsstunde, um „den Verstand zu klären“ von den Ablenkungen des täglichen Lebens. Es ist dem Mushin ähnlich, ein Konzept aus dem Zen. Man kennt es formal als „den Geist vorzubereiten, um hart zu trainieren“. Wir wiederholen den Mokuso am Ende des Trainings, um eine Übung der Introspektive zu machen. Introspektive ist eine Auto-Untersuchung der bewussten Gedanken und Gefühle. Man kann in einem kämpferischen und spirituellen Kontext Bezug auf die Introspektive nehmen wie auf die Prüfung des Geistes. Die Introspektive ist mit dem menschlichen Konzept der Auto-Reflektion verbunden und steht im Gegensatz zur externen Beobachtung.“


„Hast du Feinde? Gut. Das heißt, du hast dich für etwas eingesetzt, irgendwann einmal in deinem Leben” Winston Churchill

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REF.: • CONDE1

Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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Mach dir keine Sorgen um die Zukunft Wir alle tun es. Einige mehr als andere: Wir sorgen uns um die Zukunft. Viele Dinge, über die wir uns Gedanken machen, können wir nicht oder nur wenig kontrollieren. Ich erinnere mich heute an ein Zitat, das ich einmal gehört habe. Ich glaube, es ist von Mark Twain und sagt ungefähr: „Ich habe mehrere furchtbare Dinge in meinem Leben erlitten und einige davon sind wirklich eingetreten.“ Er hat wirklich Recht. Wie oft hat mich etwas beunruhigt, was mir außer Kontrolle geraten ist, bis zu dem Punkt, nicht mehr einschlafen zu können? Sicher zu oft, um mich daran zu erinnern. Ich würde gerne glauben, dass ich mich mit den Jahren verbessert habe. Das heißt nicht, dass ich mir keine Sorgen mehr mache. Ich mache es trotzdem. Aber heute bin ich einfach besser darin, meine Sorgen auf andere Wege zu führen. Ich erinnere mich daran, was meine Mutter mir einmal sagte, als ich meine Unruhe für etwas, was damals passierte, äußerte. Sie sagte: „Sohn, die Dinge sind nie so schlimm, wie sie aussehen. Alles wird gut werden, ich verspreche es dir“. Wie immer hatte sie Recht. Also dann, was ist die Strategie, um unseren Sorgen am besten die Stirn bieten zu können? Hier einige Dinge, die bei mir funktioniert haben: 1) Entscheide, ob es sich lohnt, sich zu beunruhigen. Wenn dem so ist: Hast du Kontrolle darüber, was passieren kann? Wenn nicht, atme tief durch und sag laut: „Ich lasse nicht zu, dass etwas Äußeres die Kontrolle über mein Leben übernimmt.“ Das funktioniert immer? Natürlich nicht. Aber dieses negative Gefühl zu erkennen ist der erste Schritt, um es zu kontrollieren. 2) Wenn das, worüber du dir Sorgen machst, real ist und du darüber, was passieren kann, die Kontrolle hast, entscheide dich, etwas Logisches zu tun…und mach es dann auch! 3) Versuch, einen klaren Verstand zu bewahren und so logisch wie möglich zu denken. Erinnere dich daran, die Logik und das Gefühl sind wie Wasser und Öl, sie vermischen sich nicht. Wenn du zu emotional bist, trübt das deine gute Urteilsfähigkeit. „Triff niemals eine Entscheidung, wenn du wütend oder verängstigt bist…es ist wie einen Feigling dein Heer führen zu lassen“. 4) Nimm dir deine Zeit, um an vergangene Probleme zu denken und daran, wie du diese gelöst hast. 5) Sag dir selbst “Ich werde da rauskommen!” Bestätige dir, dass du vorwärtsgehst und alles besser werden

„Also dann, was ist die Strategie, um unseren Sorgen am besten die Stirn bieten zu können?“ wird für dich. Du wirst es nicht immer glauben, wenn du es sagst, aber es ist gut, es zu tun. Soviel ich weiß hat es keinerlei Nachteil, Optimist zu sein. Ja, manche sind optimistischer als andere, aber Optimismus ist eine Gewohnheit, die man pflegen kann.

Die Kleidung des Huhns Vor kurzem eröffnete in der Nähe unserer wichtigsten Schule ein neues Restaurant. Besonders das Gebäude, in welchem sich das Restaurant befindet, wurde mehrere Male an unterschiedliche Geschäfte vermietet, die kein Glück hatten. Wir brauchen ein anderes Restaurant in dieser Zone und ich wünsche ihnen wirklich nur das Beste. Sie richteten die Lokalität sehr schön her. Sie haben gestrichen und neue Schilder montiert. Jeden Tag hängen sie Lampenschirme auf. Es scheint, als wäre der neue Besitzer voll guter Dinge…es wird sehr schön. Diesen Nachmittag, als ich mit dem Auto dort vorbeifuhr, bemerkte ich, dass dort eine als Huhn verkleidete Person stand, die die vorbeigehenden Leute ins Restaurant zum Probieren einlud. Klingt gut oder? Wahrscheinlich wäre es eine gute Idee…wenn das Hühnerkostüm sauber gewesen wäre…wenn sie sich gut gefühlt hätte…wenn die verkleidete Person wirklich ausgesehen hätte, als würde sie dort sein wollen. Aber das war nicht der Fall. Das Kostüm war nicht nur schmutzig, es war ekelhaft und schien sehr alt zu sein. Ich versuchte, jene mit dem Gewand verkleidete Person nicht zu verurteilen, aber sie wirkte ernsthaft unglücklich. Auf irgendeine Art und Weise brachte mich dieser kurze Anblick einer unglücklichen Person in einem Hühnerkostüm davon ab, in dem neuen Restaurant essen zu gehen. Und wahrscheinlich war ich nicht der Einzige, der diesen Eindruck hatte. Ich bin davon überzeugt, dass den Leuten, die vorbeigingen, dasselbe passierte. Wie du siehst, ist der erste Eindruck wichtig. Er hilft uns, unsere Meinung über Dinge zu bilden, und diese ist oft richtig. Ein kleines Detail kann die Ansicht eines Kunden auf dich, dein

Geschäft oder euer Produkt verändern, auf gute oder schlechte Weise. Ich weiß nicht, was du machen wirst, aber was mich betrifft, ich versichere, dass all meine Hühnerkostüme sauber sind und ich nur Leute suche, die sich mit dieser Verkleidung glücklich fühlen. Ich gehe jetzt. Ich dachte daran, mit meiner Familie ins neue Restaurant essen zu gehen, aber aus irgendeinem Grund habe ich meine Meinung geändert und ich glaube nicht, dass uns dieser Ort gefallen würde.

Du kannst immer mehr erreichen, als du glaubst Mein Körper hat sich von dem Marathon langsam erholt und deshalb bin ich die letzten Wochen nicht oft Laufen gegangen. Schließlich bin ich zur Routine zurückgekehrt und habe damit angefangen täglich 5 Kilometer durch den Park zu laufen, der in der Nähe meines Hauses ist. Ich habe das jahrelang gemacht und mittlerweile erwies es sich als sehr einfach für mich. An jenem Tag, weshalb auch immer, wurde es wirklich hart für mich und nach 3 Kilometern dachte ich daran gehend weiterzumachen. Dann bemerkte ich, dass in diesem Augenblick ein Läufer vom anderen Weg aus kam und in Kürze den Weg auf dem ich war, kreuzen würde. Alles wies darauf hin, dass wir zusammenstoßen würden. Also sah ich mich mit einer Entscheidung konfrontiert. Den Schritt verlangsamen, um den anderen Läufer vor mich vorbeizulassen, oder ein bisschen beschleunigen, um vor ihm zu laufen? Obwohl ich sehr müde war, beschloss ich, mein Tempo zu steigern (Was soll ich sagen? Ich vermute ich bin ein bisschen konkurrenzorientiert). In dem Augenblick, als er an meinem Weg ankam, war ich bereits ungefähr zehn Meter vor ihm. Er bewegte sich sehr schnell, aber ich hatte mich dafür entschieden, ihn zu überholen. Ich dachte also „Was ist mit meiner Müdigkeit passiert? Vor einem Moment noch habe ich darüber nachgedacht, weiterzugehen und jetzt sprinte ich praktisch…und ich fühle mich deshalb sehr gut“. Und so stieß ich auf das „Immer kannst du mehr tun als du glaubst“. Manchmal brauchst du ein bisschen mehr Motivation. Dieser Vorfall lässt mich heute an andere Facetten meines Lebens denken, in denen ich ermüde und vorschlage, gehend weiterzumachen. Und dann denke ich an die Anekdote mit dem Läufer wie an eine Metapher, die mir hilft, mich zu motivieren. Ich muss wissen, dass ich sehr viele Projekte zu bearbeiten habe und aus irgendeinem Grund…habe ich einen zusätzlichen Antrieb!

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Self-defense

Selbstverteidigungstools bzw. Selbstverteidigungswaffen, wie Kubotan, Palmstick, Yawara und Dulo, gibt es in vielen Ländern frei erhältlich auf dem Markt zu kaufen. Kleine Stöcke oder ander e Schlagverstärker finden in der Selbstverteidigung schon lange ihre Anwendung. Es gibt zahlreiche Vorteile, gerade beim Palmstick. Er hat aber auch besondere Eigenschaften, die bei seinem Einsatz zu beachten sind.


Text: Peter Weckauf & Irmi Hanzal Fotos: Mike Lehner

„Kubotan und andere Verteidigungswaffen - Vor- und Nachteile beim Einsatz von Waffen und waffenähnlichen Gegenständen in der Selbstverteidigung.”

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S.D.S.-CONCEPT ALWAYS ARMED Beim Kubotan oder Yawara ist der erfolgreiche Einsatz in einer Verteidigungssituation von einigen wichtigen Faktoren abhängig: • Der Einsatz des Stockes ist nur in der kurzen Distanz möglich. • Er kann nur als Schlag- oder Druckverstärker eingesetzt werden. • Er ist bei Waffenangriffen (Messer, Axt, Stock) nur bedingt wirkungsvoll. • Das bloße Mitführen eines Kubotans garantiert noch nicht für die Sicherheit. Der Umgang damit sollte geübt werden! Verteidigungstools bzw. Verteidigungswaffen sind speziell für die Verteidigung konzipierte Tools und haben demnach keine andere Funktion. Wer solche Tools mitführt

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„In vielen Ländern darf die Abwehr gegen einen Angriff nur dann erfolgen, wenn Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Vermögen oder die Geschlechtssphäre in Gefahr sind.”

kann zumeist nicht g l a u b h a f t argumentieren, dass er nicht auch vorhat sie im E r n s t f a l l einzusetzen. Dies kann in manchen Ländern zu legalen Problemen führen.

Mögliche Nachteile von Verteidigungswaffen • in diversen Ländern nicht legal mitzuführen • als Waffe erkennbar • individuelle Nachteile im Einsatz (Reichweite, mögliche Gefährdung von anderen Unbeteiligten) • nicht immer vorhanden oder griffbereit • nicht an allen Orten erlaubt (Manche Fluggesellschaften erlauben z.B. das Mitführen eines Kubotans nicht.)


Daher sollte mit Bedacht gew채hlt werden, welche Gegenst채nde man bei sich f체hrt bzw. welche tats채chlich in Notsituationen zum Einsatz kommen sollen.

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• eingeschränkte Handhabung und nur spezifisch einsetzbar (Unterschiede: fest, flexibel, Gewicht, Länge, Material) • Einsatz ist möglicherweise übertrieben oder nicht verhältnismäßig • nicht immer zweckmäßig In einigen Ländern ist der Einsatz oder schon das Mitführen solcher "Waffen" nicht legal. Im Gegensatz dazu ist das Mitführen und

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letztendlich auch der Einsatz von Kugelschreiber n, Löffeln oder Taschenlampen also Alltagsgegenständen sicher unbedenklich, verhältnismäßig und die Anwendung vor Gericht leichter argumentierbar.

Ein paar Worte über die Notwehr In vielen Ländern darf die Abwehr gegen einen Angriff nur dann erfolgen, wenn Leben, Gesundheit,

körperliche Unversehrtheit, Freiheit, Vermögen oder die Geschlechtssphäre in Gefahr sind. Die Abwehr muss unmittelbar erfolgen und verhältnismäßig sein. Besonders wenn Verteidigungswaffen zum Einsatz kommen sollen, muss die Verhältnismäßigkeit bedacht werden. Ein unverhältnismäßiger Einsatz kann im Zweifelsfall ein gerichtliches Nachspiel haben. Daher sollte mit Bedacht gewählt werden, welche Gegenstände man bei sich


führt bzw. welche tatsächlich in Notsituationen zum Einsatz kommen sollen. S.D.S.-Concept - ein System für die Anwendung von Verteidigungswaffen UND Alltagsgegenständen Bei der Entwicklung von S.D.S.Concept habe ich einen einfachen Gedanken verfolgt: Stellen Sie sich vor, jemand möchte in 4 Stunden die wichtigsten Selbstverteidigungstechniken erlernen. Was würden Sie ihm beibrin-

gen? Schlagen? Treten? Würfe? Druckpunkte? Hebel? Was sind die wichtigsten Techniken, die in einer Notsituation für einen Laien sinnvoll einsetzbar sind? Diese Fragen brachten mich auf die Idee, ein Selbstverteidigungskonzept zu entwickeln, das unter Zuhilfenahme von Gegenständen und Selbstverteidigungstools die Chance zur effektiven Verteidigung in einer Notsituation eklatant erhöht. Und hier möchte ich ganz besonders die

Bedeutung von Nicht-Waffen, nämlich von Alltagsgegenständen in der Selbstverteidigung unterstreichen. Mit S.D.S.-Concept möchte ich vor allem den Weitblick und die Kreativität des Anwenders förder n und herausfordern. Im Grunde ist nahezu jeder Alltagsgegenstand eine mögliche Verteidigungswaffe in einer Notsituation. Daher sind die Trainingsinhalte in S.D.S.-Concept nicht nur Techniken

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und Taktiken sondern vor allem auch: • Das Wahrnehmen und Erkennen unterschiedlichster Gegenstände für Verteidigungszwecke in der jeweiligen Situation. • Der flexible Einsatz von erlernten Techniken mit unterschiedlichen Gegenständen mit Bedachtnahme auf die Prinzipien und Konzepte von S.D.S.-Concept. • Rasches Transferieren von Einsatztechniken, angepasst an die jeweilige Situation und an das jeweilige Verteidigungsobjekt. Für wen ist diese Art der Verteidigung geeignet? Der Einsatz von Hilfsmitteln ist dank der simplen Grundidee - für jeden geeignet. Hilfsmitteln sind für Personen, die sich in einer Auseinandersetzung bzw. bei einem Angriff im Regelfall unterlegen fühlen ganz besonders vorteilhaft.

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Das Mitführen eines Verteidigungstools oder eines anderen alltäglichen Objektes trägt zu einem wesentlich höheren persönlichen Sicherheitsgefühl bei. Es kann, bei entsprechender Schulung, sehr effektiv eingesetzt werden. Als unauffälliges Selbstschutzwerkzeug erregt es kaum Aufmerksamkeit und erlaubt dem Träger oder der Trägerin sich mit mehr Selbstsicherheit in potentiell bedrohlichen Situationen zu bewegen: von der Wohnung zum Auto, vom Parkhaus zur Arbeitsstelle, in öffentlichen Parks, beim Einkaufen, an Geldautomaten, in Lokalen, bei Sportveranstaltungen oder auch zu Hause.

Fazit Hilfsmittel für die Selbstverteidigung gibt es viele. In allen Fällen sollte man sich unbedingt immer wieder bewusst machen: Ein Hilfsmittel alleine schützt

nicht zwangsläufig vor einem Angriff und sollte nicht ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Das Wesentlichste beim Einsatz von Hilfsmitteln ist der richtige Umgang damit. Nur dann hat man auch eine Chance sich effektiv gegen einen Angriff zu schützen ohne selbst dabei verletzt zu werden.

S.D.S.- Concept und andere Systeme S.D.S.-Concept steht nicht im Widerspruch zu anderen Systemen. Im Gegenteil, es ergänzt und bereichert diese um den wichtigen Teil der Selbstverteidigung mit Objekten. Zahlreiche internationale Instruktoren und Schulen unterrichten S.D.S.Concept zusätzlich zu Krav Maga, Kapap, Tae Kwon Do, Wing Tsun etc. S.D.S.-Concept ist eine sinnvolle Ergänzung und Aufwertung Ihres Systems und Ihrer Schule.


Nächste Insrtruktorkurse 23.-27. Oktober 2013 und März 2014 Weitere Infos unter www.sds-concept.com

„S.D.S.-Concept steht nicht im Widerspruch zu anderen Systemen. Im Gegenteil, es ergänzt und bereichert diese um den wichtigen Teil der Selbstverteidigung mit Objekten.”

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Karate

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DAS ERBE DES EIICHI MIYAZATO

Nach dem Tod von Koushin Iha im Januar 2012 ist der okinawaische Gojo-Ryo des Meisters Eiichi Miyazato in den Händen des Meisters Yoshio Hichiya, 10. Dan und Präsident des okinawaischen Gojo-Ryo Karatedo Kyokai, geblieben. Salvador Herraiz hat sich kürzlich in Okinawa mit dem Meister Hichiya getroffen und stellt uns die hier vor.

Text und Fotos: Salvador Herraiz, (Shuri, Okinawa) 7º Dan Karate

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Japan achdem ich den Tag um das Schloss Shuri verbracht habe, ist es Zeit mich an meinem Treffpunkt mit dem in Spanien ansässigen okinawaischen Meister Ryoichi Onaga, 9º Dan Gojo-Ryo, einzufinden. Als ich wusste, dass er ebenfalls in diesen Tagen auf der Insel ist, rief ich ihn Stunden vorher an, damit er mich mitnahm zu seinem Meister Yoshio Hichiya, die Legende auf der Insel. Gemeinsam gingen wir bis zum Dojo des Meisters, das sich erstaunlicherweise und obwohl eines der größten Repräsentanten dieses Stils des Naha-Te in dem Gebiet des Shuris befinden. Nach dem Tod Eiichi Miyazatos hatten seine technischen Nachfolger, wie es zu erwarten war, bestimmte Diskrepanzen die zu ihrer Spaltung führten. Auch der japanische Gojo Kai steuert sein Teil in Form von Druck bei, um bestimmte Änderung in den Kata vorzunehmen. Änderungen, die einige Meister logischerweise nicht annehmen wollen. Weil ein Kollege jene Spaltung ausreichend vor einiger Zeit in einem Artikel über Jundokan erklärt hat, werden wir uns hier nur in die Vereinigung vertiefen, der unser heutiger Protagonist angehört. Das heißt, die Okinawa Gojo Ryu Karatedo Kyokai, die der Meister Koushin Iha führte. Dieser hat mit der mit Miyago Chojun seit 1939 praktiziert, als dieser in der städtischen Handelsschule von Naha lehrte. Ich werde nur sagen, dass Yoshihiro (Sohn des Miyazato) und Tetsunosuke Yasuda eine andere Gangart initiierten, indem sie die Vereinigung verließen und ihre Kraft darauf konzentrieren wollten, Bewohner des Jundokan zu sein, des Dojos von Eiichi Miyazato. Dies scheint für sich allein ein dürftiges Argument zu sein.

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Koushin Iha, 1925 geboren, war daher der Haupterbe des Karate des Eiichi Miyazato. Iha hatte in den Jahren 1964 bis 1975 sein eigenes Dojo in Tomari, das Shudokan, und nach 1969 wird er zum Vizepräsidenten des Kyokai, welchem Miyazato vorsteht. Iha, der natürliche Haupterbe des Meisters Miyazato, erhielt 1980 von diesem den 10. Dan, mit 55 Jahren und wurde im Jahr 2000 zum Unantastbarem Geschenk Okinawas erklärt werden, mit seinen 75 Jahren. Im April 2004 gibt er die aktive Lehre auf, als er bereits fast 80 Jahre alt ist. Er übernimmt ehrenvoll die Leitung der Vereinigung und wird in seiner täglichen Arbeit von unserem heutigen Zielobjekt, dem Meister Yoshio Hichiya, ersetzt.

Wichtige Persönlichkeiten wie Nanko Minei, Ryosei Arakaki und Koei Teruya unterstützen Sensei Hichiya im Kyokai, sowie Masanari Kikukawa und Shinzo Chinen. Letzterer im Oktober 2010 gestorben, mit 64 Jahren. Etwas später stirbt auch der Meister Koushi Iha, am 29. Januar 2012 mit 87 Jahren. Heute erwartet uns Sensei Hichiya, während er einer Klasse von nicht einmal drei weißen Kindergürteln Unterricht erteilt. Was für eine Verschwendung von Meisterhaftigkeit! Könnte man denken, oder? Aber in Wirklichkeit ist es normal, große Meister anzutreffen, wie sie wenigen Schülern und in vielen Fällen Anfängern Unterricht erteilen, wenn man sie im Privatleben und die Realität ihrer Leben, die Realität ihrer Dojos kennt…

Das Interview Kampfkunst International: Meister, wie waren Ihre Anfänge im Karate? Hichiya Sensei: Ich war Kollege von Anichi Miyagi (1931-2009) und ich bin mit ihm zum Jundokan von Miyazato Eiichi gegangen. Wir waren wirklich drei Freunde, Miyagi Anichi, Chishin Bise und ich und wir drei gingen hin. Dort fing ich an. K.I.: In welchem Jahr war das? H.S.: Es war nach dem Tod von Miyagi Chojun. Er starb 1953 und das müsste dann bis 1957 gewesen sein. K.I.: Wie war das Training im Jundokan? H.S.: Das Hauptmerkmal von Sensei Miyazatos Jundokan war, dass es immer offen war und jeder kam, wann er konnte und der Meister war da. Man trainierte und jeder einzelne ging, wann er gehen musste.

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nach den Vorfällen der Spaltung im Stammdojo in Okinawa umgetauft hat. Yoshio Hichiya ist freundlich trotz des wilden Charakterzugs den er besitzt und wir verbringen eine ganze Weile auf seinem Tatami. Obwohl ich ihn in einer Vorführung in Okinawa gesehen hatte, kannte ich Hichiya Sensei nicht persönlich und es war wirklich eine angenehme Überraschung, seine umgängliche Art zu erleben. K.I.: Gibt es klare Unterschiede zwischen den verschiedenen Linien des Goju Ryu in Okinawa? H.S.: Als Miyagi Chojun lebte, machten alle den gleichen Goju Ryu. Nach seinem Tod begannen seine wichtigsten Schüler, sich zu trennen und weil sie nicht mehr zusammen übten, fingen sie Schritt für Schritt an, bestimmte technische

K.I.: Also verbrachte Miyazato Sensei den Tag dort, oder? H.S.: Er war viele Stunden im Dojo, obwohl Miyazato Eiichi immer sehr beschäftigt war, weil er ja auch in der Abteilung der Polizei arbeitete, in der Militärbasis…und im Dojo. K.I.: Eiichi Miyazato war ebenfalls Judo-Lehrer. Waren seine Techniken von dieser Tatsache beeinflusst? H.S.: Tatsächlich waren die Techniken von Miyazato vom Judo angeregt. K.I.: Wie war die aufgekommene Spaltung im Jundokan? H.S.: Nach dem Tod des Miyazato Eiichi wollte der Meister Iha Koushin keine Geltung haben. Der Sohn Miyazatos wollte Präsident sein, hatte aber kein angemessenes Niveau. Jener praktizierte Karate, aber nur bis zu einem gewissen Punkt, und er hatte es bereits mehrere Jahre nicht mehr ausgeübt. Ich sollte hier sagen, dass jener der dies hier schreibt, Yoshihiro Miyazato 2009 kennenlernte und dessen Benehmen keineswegs höflich war. Tatsächlich grenzte es an Grobheit. Nur ein Telefonanruf von Naoko, der Schwiegertochter Miyagi Chojuns brachte Yoshihiro dazu, dass er sich ein bisschen verpflichtet fühlte, mich zu beachten…soll es auch schlecht sein…Es tut mir leid das sagen zu müssen! K.I.: Ist der Verband weit verbreitet in der Welt? H.S.: Es gibt viele Länder innerhalb unseres Kyokais. In Europa haben wir vierzehn. In Spanien zählt die Vereinigung auf jemand sehr Außergewöhnlichen und einem anderen sehr wichtigem Schutzwall des Okinawa Goju Ryu Karatedo Kyokai. Es handelt sich um Ryoichi Onaga, der der Linie des Eiichi Miyazato, Koushin Iha und Yoshio Hichiya treu bleibt. Onaga Sensei lebt seit 1972 in Spanien und begann 1964 mit Karate, aus der Hand des Eiichi Miyazato selbst, in Naha, ein Meister, der 1992 das Dojo Onagas in Spanien besuchte. Dies war damals ein enormes Ereignis war. Onaga leitet das European Hombu Dojo, Gojunkan oder Karate Dojo Onaga, wie er sein altes Jundokan

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Links: Iha Koushin, der Teruya Koei flankiert (aktueller Präsident der okinawaischen KarateVereinigung) und Hichiya Yoshio. Hinter Iha der Meister Onaga Ryoichi. Rechts: Onaga mit Miyazato Eiichi, in Spanien 1992 und außerhalb des Dojos des Hichiya Sensei 2012. Unten: Salvador Herraiz, Onaga Ryoichi und jeweilige Schüler um Hichiya herum und ihre jungen Lehrlinge im Dojo in Okinawa 2012.

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Japan Unterschiede zu entwickeln. In unserem Kyokai bewahren wir die Tradition. K.I.: Wie viele Karate-Dojos gibt es in Okinawa? H.S.: Es ist schwer zu sagen, weil es viele Organisationen gibt, aber...ich schätze, in Okinawa wird es ungefähr 130 vereinigte Dojos geben. Zusätzlich gibt es andere Gruppen und Institute in denen Karate praktiziert wird…. Yoshio Hichiya war Präsident der okinawaischen Karate-Vereinigung (im Schoß des japanischen Verbandes) bis vor circa fünf Jahren. Im Moment ist der Präsident dieser Vereinigung Koei Teruya. K.I.: Und wie viele von ihnen sind vom Goju Ryu? H.S.: Vom Goju Ryu glaube ich, werden wir an die fünfzig sein. K.I.: Haben in Okinawa die Meister der verschiedenen Gruppen viel Kontakt? H.S.: In Okinawa geht im Allgemeinen jeder Praktizierende zum Üben in seine Schule, man mischt sich nicht und übt nicht mit anderen, unterschiedlichen Stilen. Wir kennen uns aber…im Unterschied dazu gehen im Westen ein jeder mit dem anderen. Sie kommen zusammen. Hier passiert das nicht. K.I.: Es gibt also eine große Differenz in der Einstellung zwischen den Okinawern und den Abendländern?

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H.S.: Der Europäer, der Abendländer, will alles lernen. In Okinawa lernt man nur, was einem entspricht, was der Schule entspricht. Okinawa ist eine Insel der entspannten Leute, die Karate für das ganze Leben begreifen. Immer, ohne Absicht, sich mit Anderen zu vergleichen. Im Moment führen wir das Projekt eines Pavillons nur für Karate im Schilde. Tatsächlich arbeitet die okinawaische Vereinigung bereits viele Monate an einem zukünftigen Pavillon ausschließlich für Aktivitäten des Karate in Okinawa und abseits des bereits existierenden Budokan. K.I.: Und im Moment gibt es Unterschiede zwischen dem okinawaischen Karate und dem der Hauptinsel Japans? H.S.: In Japan, auf der Hauptinsel, bewegt man sich mit viel Eile, alles pas-

siert sehr schnell und viele Sportler sind wieder zurückgekehrt. Das Ambiente ist entspannter hier in Okinawa. Yoshio Hichiya hat keine guten Knie mehr, aber wer ab einem bestimmten Alter, frei von Schmerzen ist, werfe den ersten Stein. Seine Atmung ist mächtig, wie könnte es anders sein bei einem 10.Dan des Goju Ryu. K.I.: Was ist das Wichtigste für einen Karateka? H.S.: Es ist sehr wichtig, die Grundlagen des Karate zu üben und das Kihon jeder Schule. Wenn man sich beispielsweise exzessiv in Karate als Sport fokussiert, wächst man nicht an der Grundpraxis und verliert an Technik. K.I.: Was für eine Endüberlegung würden Sie den Karatekas aller Welt mitgeben? H.S.: Weil Karate für das ganze Leben und nicht nur für einen Teil dafür ist, ist das Wichtigste, dass man es gut macht und in all seinen Facetten, seiner Techniken, seinem Verhalten korrekt entwickelt. Karate ist nicht dafür da, um es nur eine zeitlang zu machen, sondern für das ganze Leben! … Es ist Zeit, zu gehen. Onaga Sensei bleibt und Hichiya Sensei telefoniert netterweise, damit ein Taxi in diese vom Lärm der Stadt entfernten Gässchen gelangt.

Hichiya Yoshio, wie er gerade eine Vorführung im Budokan in Naha vollführt 2009. Dahinter sitzend, Arakaki Isamu (gestorben am 29. März 2013) und Senaha Yoshitsune (Uechi Ryu).


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Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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Die unfehlbaren siamesischen Kampfstrategien In ihrer eigenen Heimat für Jahrzehnte vergessen, stellen die 15 traditionellen Technikformen des Mai Mai Muya Tai, oder grundlegende (Mae) Techniken (Mai) des thailändischen Kampfes (Muya,) in Wirklichkeit einen technischen und kulturellen Schatz dar. Dieser muss um jeden Preis bewahrt werden. Der Mae Mai oder Mai Khru scheint nur defensive und offensive, scheinbar relativ einfache Bewegungen zu enthalten. So sind sie jedoch die Essenz eines kompletten thailändischen Kampfsystems, äußerst vielfältig und hochentwickelt. Jede Technik wurde über die Jahrhunderte hinweg von den Kriegern und Meistern des Kampfes entwickelt und gründet sich auf den Prinzipien des Kampfes „auf dem Feld“. Sie wurde in Kriegsund Friedenszeiten in unzähligen Auseinandersetzungen getestet (mithilfe eines echten wissenschaftlichen Prozess, abgeschlossen mit einer präzisen Auswertung von Ursache und Wirkung vor der Aufnahme in das Programm.) Die Frage, die hier aufkommt ist: Warum werden einige Techniken als Mae Mai (das heißt, „Muttertechnik“) klassifiziert und andere nicht? Gewiss kann man sagen, dass alle, die sich als Grundtechnik definieren, nach einer langen Versuchsreihe diejenigen waren, die am effektivsten waren. Nämlich um den Sieg in einem echten Kampf zu sichern. Mit anderen Worten, es sind die Aktionen, die denjenigen, die sie zu verwenden wissen, die meisten Erfolgschancen bieten. Obwohl mehr oder minder feine Unterschiede in der Anwendung der Formen in den unterschiedlichen regionalen Stilen des Muay existieren, erkennen alle Versionen des traditionellen Stils dieselben fünfzehn fundamentalen Kampfprinzipien an. Wenn wir das Konzept tiefergehend untersuchen, können wir sagen, dass jeder Mae Mai in sich eine Vision der Gesamtheit des Kampfes darstellt. Eine globale Kampfstrategie. Den wirklichen Wert, die dieser Art von Handlungen innewohnende Schönheit, findet man in der Tatsache, dass jeder Mae Mai eine universale Bewegung ist. Besitzt man den Leseschlüssel, kann man sie mithilfe vieler bestehender Varianten entwickeln und so zu einer Vielzahl an Anwendungen im Kampf gelangen die, alle gleichsam effizient sind. Die Meister der Vergangenheit, die diese Abfolgen kodifiziert haben, hatten jene meisterhafte Technik im Nahkampf inne die, lebendig in ihrem eigenen Fleisch war. Sie haben es geschafft, in 15 einfach nachzuahmenden Aktionen eine Vielzahl der kämpferischen Grundsätze zu verdichten. Das daraus resultierende technische Rüstzeug ist nun für

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Muay Thai alle Ausübenden des Muay verfügbar. Es ist zusammenhängend, dauerhaft und dazu fähig, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, wie so oft in der Vergangenheit. Auf der Suche nach einem alle traditionellen Techniken des Muay Boran bestimmendem Merkmal, können wir sagen, dass sie sich durch den Nachdruck auszeichnen, den sie in die raffinierte und präzise Ausführung jeder defensiven und offensiven Handlung legen. Immer mit dem Ziel, auch in Begegnungen mit stärkeren und schwereren Gegnern wirksam zu sein. Die beste bewiesene Methode, um diese Beherrschung und technische Korrektheit zu erreichen, ist das Studium und die Übung der Formen des Mae Mai. Der Mensch, der sich in der heutigen Zeit am meisten dem Entwickeln eines angemessenen Verständnisses für die Techniken des Mai Khru verpflichtet hat, durch die sorgfältige Codierung jeder Bewegung und ihrer zahlreichen Varianten, ist ohne Zweifel der Professor der Phosawath Saengsawan Universität. Er ist eine Eminenz im Bereich historischer Themen in Zusammenhang mit unterschiedlichen Entwicklungsepochen des Muay und gegenwärtiger regionaler Stillehren. Khru Pho (wie er sich selbst gerne nennt) kodifizierte die fundamentalen Techniken dieser Disziplin, indem er sie der Reihe nach anhand wachsender Schwierigkeit ordnete. Es gelang ihm mit einer Kohärenz, so dass seine Kodifizierung heutzutage sogar diejenige ist, die in Thailand Autorität besitzt. Der Meister hat ebenfalls endgültig das Konzept der „Varianten“ jeder Basistechnik veranschaulicht und so ein vollständiges und gründliches Wissen um die Konzepte (Strategien, Prinzipien, Plan der Nervendruckpunkte, Gebrauch natürlicher Waffen) erschaffen, das zurzeit das Rückgrat der technischen Programme an der internationalen Akademie des Muay Boran IMBA darstellt. Unter den fortgeschrittenen Anwendungen der Prinzipien des Mae Mai Muy Thai, von Khru Pho übermittelt, sollten wir an die sogenannten „zerstörerischen Kombinationen“ erinnern. Dies sind mit der Grundhandlung kombinierte Techniken, die beabsichtigen, den Gegner mit einem zusätzlichen Schlag, einem Griff des Armes, Strangulation, Schleudern, etc. kampfunfähig zu machen. In der technischen Sequenz können wir die Strategie Mae Mai Nummer 2 beobachten, das Eindringen in die Deckung des Gegners, mit dem Ziel, sein „Nest“ zu erreichen (das heißt, die Nervendruckpunkte, die in der zentralen Linie des Körpers liegen: Thailändisch „Paksa Waeg Rang“). Wenn wir einmal die Barriere seiner Schläge überschritten haben oder seine Arme im Schutz halten, durch spezielle Maßnahmen, Bewegungen des Oberkörpers oder geeigneten Ablenkungstechniken, befinden wir uns in der idealen Position, um Schläge aus kurzer Distanz abzugeben. Diese werden schwierig zu blocken sein. Natürlich werden die Waffen, die wir benutzen werden, die geeignetsten für nahe Schläge sein: der Kopf, die Ellbogen oder Knie.


Anlässlich des 100. Geburtstages von Imi Lichtenfeld entschied Yaron Lichtenstein, weltweit höchster Grad im Krav Maga und als 9. Dan von Imi selbst zertifiziert, ein ausführliches Projekt als Andenken des Schöpfers durchzuführen: eine Serie von 6 DVDS mit dem offiziellen Originalprogramm des Blauen Gurts, so wie er im von Imi 1971 veröffentlichten Handbuch steht. Die ganze Essenz des Systems, sowohl der physische, als auch der geistige Aspekt, taucht auf dem Niveau des Blauen Gurts auf, dem höchsten Niveau, das ein Schüler erreichen kann. In dieser Serie und mit Hilfe seines Sohnes Rotem, erklärt uns Großmeister Yaron detailliert alle Verteidigungen gegenüber frontalen unbewaffneten Angriffen, gegenüber Kicks, speziellen Übungen, mehreren Angreifer, Übungen für Situationen mit Würgen oder Greifen, alle Verteidigungen gegenüber Stock-, Messer- und Pistolenattacken, Messer gegen Messer und schließlich, die fortgeschritteneren Übungen des Programms: die Verteidigung gegenüber Gewehr mit Bajonette und seine Varianten. Ein Werk, mit dem Ihr die Größte von Imis Kreation begreifen könnt, die Größe des Krav-Maga als Selbstverteidigungskunst. Dieser 4. Band ist vor allem der Verteidigung gegen Messerattacken gewidmet, die für viele die größte Angst auslösen. In dieser Arbeit lehrt uns Großmeister Yaron, wie Imi diese Art von Situationen erfolgreich löste.

REF.: • YARON5

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Guro Dino Flores stellt in seiner zweiten Arbeit den Kampf auf weiter Entfernung in den Mittelpunkt. Dessen Beherrschung ist elementar, bevor man daran denkt, sich an die Disziplinen mittel und kurz mit einer Waffe und ohne Schutzausrichtung zu wagen. Die 12 „Fecht-Drills“ sind eine Kombination aus Bewegungen, die Punong Guro Sulite im echten Kampf als gebräuchlich vorfand und er berichtet von ihnen als „Seele des Lameco“, da viele Geheimnisse des Kampfes mit Stock und Klinge sich in diesen augenscheinlich einfachen Übungen verstecken. Obwohl man die Fechtübungen mit Stock oder mit Schwert ausführen kann, konzentriert sich die DVD auf die weite Distanz mit dem Schwert. Eine Arbeit, die stark vom Großen Meister Antonio Ilustrísimo beeinflusst ist. Guro Flores lehrt uns in der Disziplin der weiten Entfernung die strategischen Unterschiede zwischen Stock und Schwert, die Fußarbeit, sowie 5 der 12 „Fecht-Drills“ detailliert mit Anwendungen und Varianten. Diese Übungen sind essentiell, um die Kampfkunst des Lameco-Fechtens zu verstehen.

REF.: • FLORES2 Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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Muk Yang Chong (Holzpuppe) Im Wing Chun folgen die Figuren des generellen Konzeptes der Form Siu Nim Tao (Form der kleinen Ideen: im chinesischen sind die Worte im Singular wie im Plural gleich, beide Versionen sind gültig). Jede Bewegung hat eine lehrreiche psychomotorische Funktion und beinhaltet eine „Idee“, die wir im Chisao (klebende Hände) und im Lat Sao (Kampfübungen) entwickeln sollen. Ich glaube, nach vielen Jahren des Studiums, dass die Bewegung in den Formen nicht mehr als eine Idee oder „Ideen“ ausdrücken kann und dass wir nach ihr oder ihnen mit einer tiefgründigeren Suche fortfahren müssen. Ein „mit tieferen Augen Blicken“ darauf, was uns auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen mag. Heutzutage gibt es eine Strömung des Wing Chun die versucht alles „genauso“ zu machen, wie es in den Formen durchgeführt wird. Das heißt auf identische Weise das in den Formen Erlernte in der Anwendung, im Kampf oder in den Kampfübungen umzusetzen. Obwohl alle Optionen absolut ehrbar sind, glaube ich persönlich, dass dies nicht möglich ist. Im Folgenden werde ich darlegen was mich zu diesem Standpunkt gebracht hat. In einem meiner früheren Artikel für diese Kolumne des Wing Chun bezog ich mich auf die logische Veränderung der Kampfform. Diese Veränderung entsteht beim Verlassen des Wing Chun, (und der restlichen chinesischen Kampfkünste) des „Ökosystems“ des chinesischen Boxens, wenn man auf Feinde/Gegner trifft, die sich auf vollkommen andere Art bewegten. Ohne Zweifel wurde das Wing Chun in einem bestimmten Ort, zu

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einer bestimmten Zeit und mit bestimmten Absichten entworfen: anderen chinesischen Boxern entgegenzutreten. Der Wandel der „Feinde“ muss zu einer logischen Veränderung verpflichten, um eine totale Anpassung zu erreichen. Ander nfalls ist der Unterschied zwischen DER TECHNISCHEN ARBEIT UND DEM ECHTEN KAMPF so groß, dass er es unmöglich machen wird die exzellenten Techniken und Strategien dieses Systems zu gebrauchen. Diese Behauptung über die Form Siu Nim Tao ist selbstverständlich auf den Rest der Formen des Wing Chun übertragbar und natürlich auf die Arbeitssektionen des Chi Sao, welche die Praktizierenden der Linie, zu der ich gehöre, gewöhnlich üben. Lasst uns darüber reden… Jeder Teil einer Sektion hat zudem wenigstens zwei Aspekte: Entwicklung der elastischen Kraft oder elastischen Energie und Übermittlung eines taktischen Konzeptes. Diese „Drills“ sind beim Üben mit einem Partner deutlicher als die Formen. Sie bergen jedoch ebenso viele Elemente oder Ideen, die im Lat Sao untersucht werden müssen, um ihm seine Anwendungen zu entlocken und die Ideen und Taktiken ans finale Ziel heranzuführen: DER KAMPF. Heute möchten wir uns auf die Arbeit mit der Holzpuppe (Muk Yan Chong) beziehen. In unserem System werden, zusätzlich zur klassischen Form der Holzpuppe, ab dem 3. technischen Niveau (Schwarzer Gürtel 3.Dan) Teile des Trainings in Paaren praktiziert. Hier versucht man einige dieser Ideen, die sich aus der MYCForm ergeben, in die Tat umzusetzen. Eine sonderbare Vorgabe (für jene Personen, die sie nicht kennen und zum Nachdenken für die, die sie SEHR WOHL kennen) ist, dass alle mit der Bewegung Pak Sao + Faust beginnen. Nach dieser Eröffnung werden mehrere Antworten simuliert und zu entwickeln versucht (entsprechend der gegnerischen Energie). Bei der Bewegung Pak Sao + Faust ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich so ereignet wie in Teilen des Kampfes. Also, warum so sehr darauf beharren? Die Antwort ist, weil es uns dazu verpflichtet, eine Serie beigeordneter Muskelreihen und eine spezielle Sensibilität zu entwickeln, die unsere elastische Kraft (elastische Energie) steigert. Diese elastische Kraft wird uns eine größere Fähigkeit für den Kampf geben. Aber unter welchen Umständen kann man sie im echten Kampf umsetzen, wenn die Möglichkeiten, dass man uns einen Pak Sao Faust gibt, im realen Kampf sehr gering sind? Mein Meister konzentrierte seine Forschung in den letzten Jahren auf diesen Aspekt und erlangte so große Fortschritte und Entdeckungen. Ich, der einen Teil dieses kritischen Geistes „geerbt“ und Lust hat gründlich nachzuforschen, musste die Bewegungen der fortgeschrittenen Sektionen des Chi Sao (bezogen auf die Form der Holzpuppe) auf andere Art und Weise beobachten. Anstatt auf die Technik an sich zu achten, suchte ich nach der „Idee“ derselben. Und später habe ich mir vorgestellt, wie sie in mehreren unterschiedlichen Entfer nungen und mit unterschiedlichen Wing Chun-Stilen funktionieren könnte. Eine der ersten Schlussfolgerungen, an die ich gelangte, kann sich für diejenigen Personen die versuchen alles auf die den Formen ähnlichste Art anzuwenden, als ziemlich vernichtend erweisen: ES IST NICHT MÖGLICH, die Form der Holzpuppe genauso einzusetzen. Nicht einmal nur die Formen der Holzpuppe anzuwenden. Das heißt, damit im Kampf alles einer gewissen Logik folgt, ist es notwendig, sie in Synergie mit anderen Elementen der Formen Biu Tze Tao und Bart Cham Dao zu verwenden. (Bei anderer Gelegenheit werde ich über die direkte Verbindung zwischen diesen beiden Formen schreiben.) Andere Schlüsse nach einem tiefgehenden und kontinuierlichen Studium der Form der Holzpuppe können diese sein: - ein merklicher Zuwachs an Kraft und Explosivität - eine höhere Kontrolle über den Körper des Gegners - Bessere Beweglichkeit - Bessere Anpassungsfähigkeit in “unerwarteten” Situationen (unbekannte Techniken) - Verbesserung in allen Entfernungen - eine freiere und natürlichere Bewegung des ganzen Körpers, insbesondere der Füße und der Wirbelsäule

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Zusätzlich zu den Eigenschaften, die ich anführe, würde ich gerne andere “Perlen” der Form besprechen. Diese werden nur in sehr wenigen Gelegenheiten in unserem System behandelt oder sogar für viele Praktizierende schlichtweg nicht EXISTIEREN, weil es sie nicht interessiert gründlich hinter die erste oberflächliche Ebene der Form zu blicken: Das Konzept “in Raumdeckungen einteilen”: ich konnte beim Aufbauen dieser erweiterten Anwendung der Holzpuppe ihre Winkel in kurzer wie weiter Entfernung in „nicht klassischen“ Situationen gegen bestimmte Stile des Wing Chun ausweiten. Dies führte zum Konzept des „in Raumdeckungen einteilen“. Diese “neue Idee” (die genauso alt ist wie das System...) bringt uns zu einem anderen, viel komplexeren Szenario und macht unsere Praxis aufregend: 1.) Anwendung des Konzepts der Angriffswinkel der Puppe in weiter Entfernung (von der Deckungsposition aus). Wir müssen lernen uns in einen Winkel zu begeben, der eine der beiden Seiten des Gegners außer Kraft setzt. Und wir müssen es tun, ohne dass er es merkt. 2.) Anwendung im Angriff: im kurzen (Bodenhaftung) wie im weiten (keine Bodenhaftung). Unser Angriff muss sowohl uns decken, damit wir in einen schrägen Winkel gehen können, wie auch die Bewegung an sich. Damit er ein Gebiet genauso beim Eintreten wie auch beim Fortführen der Bewegung nach dem Schlag wegfegt. Um zu vermeiden, dass ein Schlag hineinkommt. Das ist auch wichtig, wenn wir den Kontakt mit dem Gegner verlieren und er uns entwischt oder fällt. Es ist charakteristisch für die Techniken der Puppe, dass sie eindeutig offensiv sind: Wir verteidigen uns mit einem Angriff, der nachgibt und mit demselben Arm und mit einer einzigen Bewegung schlagen wir. Damit es funktioniert, ist es notwendig, den Schlag anzugleichen und bei der Kontaktaufnahme mit dem Arm des Gegners zurückzuweichen. Und somit, ohne den Gegner zum Ziel fortschreiten zu lassen, und ohne Energie zu verlieren den Winkel zu ändern. 3.) Öffnung des Angriffswinkels (die Deckung öffnen). Wenn der Gegner geschickt ist, kann er versuchen unsere Arme mit den Seinen zu ergreifen. Hier wenden wir die Techniken der Öffnung und des Schlags an, mit kleinen und raffinierten Bewegungen des Ellbogens und Handgelenks (Bewegungen des Huen Sao, die Hand im Kreis der Form Biu Tze) 4.) Ergänzende Polarität. Die Techniken der Puppe, wenn auch sehr offensiv, sind grundsätzlich Yin-Angriffe. Wir werden nun dieses Konzept der Polarität erklären, das im Wing Chun immer präsent ist. In anderen Artikeln haben wir gesehen, dass die elastische Energie Yin (wir ziehen uns zurück, indem wir den gegnerischen Vorstoß absorbieren) oder Yang (wir greifen durch die beim Rückzug geschaffene Leere an) sein kann. Nun gut, in der Puppe ist anscheinend alles Angriff. Aber was nun passiert, ist, dass das Zurückziehen und Attackieren in einer einzigen Schlagtechnik verschmelzen. Der Angriff Yang stößt mit dem Arm der Puppe zusammen, die ebenfalls Yang ist (voll und stark) und somit auch einen Angriff darstellt. Unsere Offensive verändert sich also. Sie zieht sich zurück, aber gleichzeitig rückt sie weiter vor, indem sie einen anderen Winkel sucht, der schwach ist und durch den sie gehen kann. In diesem Fall ändert sich die Puppe nicht, ihre Position ist sehr stark, es sind wir, die unseren Winkel verändern und der Puppe „aus dem Weg gehen“ müssen. Das ist das klassische System der Form der Puppe. Aber...auf sonderbare Weise, wenn man anfängt eine Zeitlang kontinuierlich die Form des MYC und ihre Sektionen mit Partner zu üben, beginnt der Körper, sich “von der klassischen Ästhetik zu entfernen”. Und unvermeidlich fängt er an eine sehr viel freiere und flexiblere Bewegungsart auszuführen. So wird dich die Lehre selbst zur Arbeit mit anderen „Hinterzimmern“ dieses Systems bringen und du wirst diese als absolut kompatibel und notwendig dafür entdecken, damit dieses System funktionieren kann. Sehr direkt damit verbunden, was ich in den vorherigen Zeilen beschreibe, kann man Schleudern, Kehren, Techniken des Chi Gerk (klebende Beine) etc verwenden.… 5.) Kontrolle der Ungleichgewichte. Unter den Techniken der Puppe ist auch eine für den Fall, dass sie dich mit Fegern oder einem Stoß,

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den zu neutralisieren du nicht fähig warst, aus dem Gleichgewicht bringen: Du hältst dich am Gegner fest und hängst dich an ihn. Trotzdem hatte diese Technik einen Schwachpunkt. Der Gegner kann sich auf dich legen und dich niederreißen, um auf dem Boden zu kämpfen (man bemerkt diese Dinge nur, wenn man mit Kampfspezialisten übt). Mit anderen Worten, es interessiert uns nicht, auf den Boden zu gehen, es sei denn, du hast eine einwandfreie Ausbildung, um auf dem Boden zu kämpfen. Die immense Mehrheit der Wing Chun-Praktizierenden HAT SIE NICHT, also… Damit diese Technik funktioniert, ist es notwendig, zu den Grundprinzipien zurückzukehren, konkret „halte konstanten Druck nach vorne (zur Achse des Gegners hin)“. Als ich das tat, gelangen mir zwei Dinge: - Vermeiden, dass der Gegner vollständig die Entfernung zu dir zumacht und so zum Grappling kommt - Wurzeln mit größerer Wirksamkeit schlagen und die Kraft der Wurzel beim Verbinden der hohen mit der tiefen Deckung nutzen. So kann man weiter schlagen. Andernfalls werden wir keine Kraft in den Schlägen haben und trotz Verbindung zu unserem Gegner werden wir nicht fähig sein, ihn dazu zu bringen, von seinen Versuchen „abzulassen“. 6.- Entspannung und bestimmte Bewegungen der Wirbelsäule. Beim fortgeschrittenen Niveau ist die Verwurzelung stabil, aber der Körper weich, entspannt und das erlaubt „mehr Dinge“ als vorher zu tun. Das sind Übungen einiger fortgeschrittenen Abschnitte, die besonders mit dem Schwanken und der Verdrehung der Wirbelsäule arbeiten. Auf eine Weise, die dich verpflichtet dich zu entspannen, während der Rumpf mit der Wurzel und den Armen verbunden bleibt. So kannst du dich nach vorne gehen lassen, schräg austreten und so zulassen, dass sich der Gegner dir sehr annähert, während du mit Bein-und Armtechniken kontinuierlich schlägst. 7.- Schritte und Chi Gerk. Das erreichte Level der Integration bewirkt, dass wir sogar in extremen Positionen (nach hinten gebogen) ausreichend Kraft haben, um mit Armen und Beinen zu schlagen. Diese höhere Koordination zeigt sich auch in einer besseren Wirksamkeit und Vielfalt der Schritte, wenn man die Verbindungen des Chi Gerk auf die Ausweichbewegungen anwendet. Zusammengefasst: Beachtet man die Prinzipien über die konkreten Formen der Anwendung hinausgehend, erlaubt uns dies, viele Eigenschaften mehr zu erwerben als die, die wir beim bloßen Reproduzieren der Form und ihrer Teile erlangen würden. Zudem werdet ihr mir darin zustimmen, dass die Praxis unserer Kunst spannend wird. Dafür muss man keinerlei Bruch durchführen. Dem Geist treu bleiben und den Grundprinzipien des Wing Chun, ohne uns auf „die puristischste Ästhetik“ der konkreten Techniken zu beschränken. Weil, wie ich in meinem Artikel des vergangenen Monats „der Kern und die Form“ gesagt habe…für mich persönlich ist es der Kern der Sache, der am meisten bedeutet. Und für euch? Danke für eure Aufmerksamkeit und Unterstützung. Es ist eine Freude, mit Kampfkünstler der ganzen Welt meine bescheidenen Meinungen zu teilen. Eine feste kämpferische Umarmung.

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Garantierend mit seiner beeindruckenden internationalen Karriere- mehr als 200 Trophäen, 41 davon als alleiniger Meister - teilt George Bierman in dieser Arbeit seine mehr als 20 Jahre umfassende Erfahrung als Wettkämpfer im Kumite mit uns. Eine Serie von Grundlagentechniken, Konzepten und Ratschlägen, die wir alle, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, kennen sollten, um unsere Fähigkeiten im Kampf zu verbessern: die Arbeit mit dem Raum, die Bewegungsrichtung, Richtungsänderungen, die des Verbesserung Gleichgewichts, Entfernungen, Timing, Körperhaltungen, Deckungen, Faust-und Tr i t t t e c h n i k e n , Kombinationen, Vorgriffe. Eine DVD, mit aufklärenden Tricks und Ideen. Das Ergebnis einer wahrhaften Erfahrung und viel Hingabe, in welchem nicht nur die Karateka, sondern auch Sportkämpfer sämtlicher Stile Inspiration und Wahrheit in Hülle und Fülle finden werden.

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Große Meister „Er war die rechte Hand des Helio Gracie. 35 Jahre lang war er Polizist in Rio de Janeiro. Er war Meister des Vale Tudo und ist heute der angesehenste Meister des Jiu Jitsu weltweit. Er arbeitet in den USA“

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Biographie rancisco Mansor wurde 1940 in Brasilien geboren. Seine Einführung ins Jujitsu ergab sich dank seines Vaters, der, als er jung war, Unterricht erhalten hatte und diese Informationen seinem kleinen Sohn weitergab. Als Jugendlicher zog Francisco Mansor ins „Zentrum“ von Rio de Janeiro, um zu studieren. Einmal dort, fing Mansor an, Unterricht beim Großen Meister Helio Gracie zu nehmen. Mansor war 15, als er den Legendären Meister Gracie kennenlernte. Mit 17 war der Meister Mansor dazu bereit an seinem ersten Vale Tudo (freier Kampf) teilzunehmen. Die Nacht vor dem Event konnte er wegen seiner Nerven nicht schlafen. Er versuchte aber am Kampftag Haltung zu bewahren und schaffte es seinen Gegner in 17 Sekunden zu besiegen. Der Meister Mansor nahm an 38 anderen Kämpfen mit Regeln des freien Kampfes teil. Er gewann alle Kämpfe und blieb im Wettkampf während seiner gesamten Karriere unbesiegt. Der Meister Francisco Mansor war eine wichtige Figur in der Erschaffung der ersten Jujitsu-Vereinigung in Brasilien (Federación Rio de Janeiro). Er öffnete

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die Türen seiner ersten Akademie bereits mit 25 Jahren und hinterließ als Trainer schnell einen bleibenden Eindruck. Mansor hatte großen Erfolg dabei mit den Jüngsten zu arbeiten. Er bildete mit seinen Programmen für Kinder und seinen außergewöhnlichen Kenntnissen über die Prinzipien des Grappling eine Vielzahl großer Kämpfer aus. Von den Kindern, die sportliche Aktivitäten in Rio de Janeiro ausüben wollten, wurde sein Unterricht am meisten besucht. Seine Arbeit, weit über die Entwicklung der Kampfkünste hinaus, hat dem Meister Francisco Mansor zahlreiche Prämien eingebracht. Einschließlich des Eintretens in die Hall of Fame von Karate weltweit. In die Hall of Fame der Revista Action Martial Arts, in die der amerikanischen Vereinigung des Karate von Okinawa und in die Hall of Fame des Magazins Budo International. Die Akademie in Kyoto, 1965 eröffnet, war die erste seines Unterrichts, mit einem sehr strikten und systematischen Programm. Dieses BJJ (Brasilianisches Jujitsu) konzentriert sich auf die Grundtechniken, die der Große Meister Gracie unterrichtete, sowie auf den defensiven Aspekt des BJJ. Häufig wird sie die traditionellste Schule

des Jujitsu weltweit genannt. Der erste schwarze Gürtel des Meisters Mansor war Marcelo Rezende Filho und seine Abstammung des BJJ gründete so wichtige Akademien wie die von Claudio França BJJ, Brasil 021 oder Soul Fighters. Nach dem Weggang des Meisters Francisco Mansor von Brasilien, um in den USA zu leben, übernahm Alvaro Mansor Kraus Mansor die Akademie, während der Meister Francisco Mansor sich weiterhin um die Ausstattung kümmerte. 2008 verließ er die Akademie in Kyoto, um zusammen mit einigen Studierenden der Akademie ein anderes Team zu gründen (Soul Fighters).

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GroĂ&#x;e Meister

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„Er ist Autor des Buches „Die Bibel des Jiu Jitsu“ und einer Serie von „Lehr-DVDs über die weiche Kunst.” 83


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Karate hat sich in einen hoch kompetitiven Sport verwandelt und sich auf die ganze Welt ausgeweitet. Ohne Zweifel bleiben seine Wurzeln lebendig, und diese Arbeit ist ein exzellenter Beweis dafür. Shihan Toshihiro Oshiro, geborener Okinawe, ist eine angesehene Autorität in der Geschichte und den Techniken der traditionellen Kampfkünste Okinawas. Er ist Präsident der Ryukyu Bujutsu Kenkyu Doyukai (RBKD), die ihre Arbeit der Untersuchung und Entwicklung des Karate in Okinawa, der Technik des Kobujutsu und vor allem der Lehre des Shima-Ha Shorin-Ryu Karate und Yamanni-Ryu Kobujutsu widmet. Dieser Stil gründet seine Arbeit darauf, die körperlicher Biomechanik und das dynamische innere physische System mithilfe der alten Katas zu verstehen. Somit verteidigt er die traditionelle Art, Karate als einheitliches System auszuüben, gegen die im zeitgenössischen Karatesport stattfindende Zergliederung. Mit der Hilfe von Sergio Hernández Beltrán und Cristobal Gea Gea, jeweils Präsident, technischer Direktor und Sekretär der RBKD Spanien, präsentiert Oshiro Shihan hier eine Arbeit, die sich auf die grundlegenden Katas des Shima Ha ShorinRyu-Stils konzentriert: Sonobo Kihon (Basistechniken auf der Stelle), Ido Kihon (Basistechniken in der Bewegung), Kihon Kata 1 bis 3, die Grundformen Pinan Kata 1 bis 5, die Kata Naihanchi Shodan und die ersten beiden Grundformen des Sai (Shimabukuro No Sai).

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a wir bereits die Steigerung der Energie in der vorherigen „Palmenstellung“ oder in Hindi Talasana, wahrgenommen haben, werden wir uns jetzt auf einen flüssigeren Transfer oder Übertragung der Energien konzentrieren. In dieser Position werden wir unsere neuronalen Verbindungen zwischen dem Gehirn und den peripherischen Nerven durch besseres Gleichgewicht und Zusammenhalt stärken. Die Füße sind bereits einer hinter dem anderen platziert und so sendet das Gehirn eine schnelle Nachricht, um die rechte oder linke Seite des Körpers zu kräftigen und so das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Die rechte Seite des Gehirns kontrolliert die linke Seite des Körpers und die linke Seite des Gehirns die Rechte des Körpers. Diese einfache Haltung mit ausgeglichenen Füßen festigt beide Flanken gleich. Man neigt von Natur aus dazu, sich an einer Seite des Gehirns zu orientieren…Diese Position hilft dabei, die Haltung des Körpers zu korrigieren und bewirkt, dass Körper und Geist sich stärken. Mit der Mitteilung des Gehirns werden nicht nur die Muskeln in Gang gesetzt, sondern auch das immunologische System und somit auch unser Wohlbefinden. In reellen Untersuchungen im psychogenen Bereich des Gehirns, wurde festgestellt, dass bestimme psychische und oder physische Reaktionen durch das Ungleichgewicht beider Gehirnhälften hervorgerufen werden. Wenn zum Beispiel die linke Gehirnhälfte wenig aktiv ist, tendiert man zu Depressionen. Es herrscht ein Mangel an

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Initiative und im Allgemeinen fühlen sich die Leute schlecht bis an den Punkt, an dem die geringste Aufregung Angst erzeugt und so zu einer gesundheitlichen Verschlechterung führt. Wenn die rechte Gehirnhälfte jedoch wenig aktiv ist, ist das Ergebnis das Gegenteil. Man fühlt sich gut, ist entspannt, hat eine optimistische Sichtweise, ist energiegeladen, ja sogar euphorisch. So wie es auf den ersten Blick wirkt, wollen wir uns alle fühlen. Aber das Fehlen von Konzentration und Selbstdisziplin bringt gewöhnlich andere Probleme mit sich. Wir brauchen ein Gleichgewicht, weil mit dem Alter das Gebiet des Gehirns starrer wird. Das wiederum bedeutet, dass unser Verhalten weniger flexibel und die Probleme aufgrund unseres einseitigen Denkens ernster werden…es sei denn, wir trainieren das Gleichgewicht, was man mit dieser Position erreicht. Mit der Zeit verwandeln sich die Übenden in Experten und führen es auf natürlichere Weise aus. Man vollbringt diesen Prozess der Zentralisierung. In dem Geist und Körper in Vibration von einer zur anderen Seite zusammenkommen, während sie ruhig sind. Das führt dazu, dass der Geist der Praktizierenden sich in einem Zustand der Konzentration und des Zusammenhalts (mit den Fähigkeiten beider Seiten) befindet, um das optimale menschliche Potenzial zu erreichen. Im Zentrum des Gehirns, zwischen den beiden Gehirnhälften gelegen, befindet sich die Zirbeldrüse, die man auch als „drittes Auge“ (oder 6. Chakra) kennt. Es ist eine kleine endokrine Drüse, die

Melatonin produziert, ein Hormon, welches die Modulation der Muster Schlaf/Wach sein und die photoperiodischen (saisonalen) Funktionen des Körpers steuert. Die psychologische Funktion dieser Drüse war bis vor kurzem nicht bekannt, obwohl viele alte Traditionen und Praktiken wie Yoga, dieses Gebiet des Gehirns das die physische und die spirituelle Welt verbindet kennen. Seit langer Zeit verehrt man die Brücke der ätherischen Energie, über die die Menschen verfügen. Die Zirbeldrüse oder drittes Auge kontrolliert unsere Biorhythmen und arbeitet in Harmonie mit dem Hypothalamus. Sie dient der Regulierung von Prozessen wie Durst, Hunger, sexuelles Verlangen oder der biologischen Uhr, die unseren Altersvorgang bestimmt. Auch wenn der Schwund und die Verkalkung der Zirbeldrüse bei Erwachsenen typisch sind, hat man beobachtet, dass einige 2-jährige Kinder 40 % der Verkalkung von 12-Jährigen hatten. Diese Verkalkung wird durch das Fehlen von Gebrauch und die Ansammlung von Substanzen wie Fluor, aus denen der Mensch besteht, verursacht. Trotzdem ist es möglich, diesen Schwund oder Verkalkung rückgängig zu machen, indem man diese Drüse schwächt, um ihre Funktionalität wiederherzustellen. Wenn diese Drüse „geschwächt“ wird, fängt sie an, mit größerer Frequenz zu vibrieren und ist zusätzlich fähig, unser gesamtes Sein auf diese höhere Frequenz und den emotionalen und spirituellen Zustand zu bringen. Diese Bedingungen der hohen Vibration beschleunigen unseren


Lernprozess und unsere Gedächtniskraft. Was wiederum unsere Intuition, Weisheit und Kreativität steigert. Zudem macht es uns bewusst dafür, was in unserer Umgebung passiert. Diese Körperhaltung und ihre Auswirkungen auf die Schnelligkeit der linken/rechten Gehirnaktivität lassen den Prozess der Verkalkung zurückgehen. Um den Vorgang der Abschwächung dieser Drüse zu verstärken und anzutreiben, können wir auch eine Übung, die auf tibetanischen Mönche zurückgeführt, gebrauchen, in der man die Vibration des Klangs benutzt. Um anzufangen mit dem Klang zu arbeiten, muss man mit geradem Rücken dasitzen - so überlastet man Geist und Körper nicht damit das Gleichgewicht in dieser Position zu erarbeiten. Wenn man den Prozess versteht, ist es also besser, diese Stellung zu verwenden. Als erstes: Atme ein paar Mal durch die Nase ein und durch den Mund aus. Beim Einatmen atme tief bis in das Perineum ein. Beim Ausatmen wirst du bemerken, wie der Körper physische Spannungen freilässt. Sobald du entspannt bist, atme tief ein und wieder aus, aber dieses Mal platziere die Zunge zwischen den Zähnen und drücke sie leicht dagegen. Positioniere die Lippen so, als würdest du küssen, und sag das Wort OM, wobei du den letzten Klang ausdehnst, um die Ausatmung zu vervollständigen. Dies löst eine Vibration aus, die bei den Lippen beginnt und sich später in Richtung des Zentrums des Gehirns im Bereich des dritten Auges begibt. Dieser Ton ist bei jedem Individuum einzigartig und du wirst selbst merken, wann du den richtigen Ton getroffen hast, wenn die Vibration in das Zentrum deines Kopfes gelangt. Dieses Schwingen wird ebenso beide Seiten des Gehirns gleich stimulieren, um dann noch viel vollständiger zu werden, wenn das Hirn nur auf eine Seite ausgerichtet ist. Dies wurde beim Gebrauch jener Position mit der Kraftkontrolle durch das Gehirn und mit dem Gleichgewicht von Seite an Seite vernetzt. Es kann ein paar Monate dauern, bis man vollständig die Schwächung der Zirbeldrüse spürt (das hängt davon ab, wie lange die Verkalkung andauert und von der Zeit, die man dieser Übung widmet). Wenn du dich mit den Auswirkungen der Klangvibration wohl fühlst, fang damit an, sie so wie es vorgeschrieben ist in der Position zu verwenden.

„Von der Spitze zur Ferse“ Prathanasana Wenn du dich von der „Palmenposition“ auf den Fersen positioniert hast, bewege die Hände nach unten (trotzdem berühren sich die Handflächen) bis zur Brust und halte diese Position. Dann setzt du einen Fuß direkt vor den anderen. Die Spitze des einen berührt die Ferse des anderen. Es ist egal, welcher Fuß vorne und welcher hinten ist, wenn du die Stellung wiederholst, kannst du die Position der Füße verändern. Atme tief bis zum Perineum ein, und zwar so, dass du die Energie bis in die Fersen (des hinteren Fußes) hinabfließen spürst. In dieser Position wirkt im hinteren Fuß ein senkender Mechanismus, während im vorderen Fuß mehr ein hebender Mechanismus auftritt. Beim Ausatmen erzeuge den Ton, den du entdeckt hast und der deine Vibrationsfrequenz aktiviert. Zuerst wirst du die Vibration in den Lippen spüren, später im Zentrum des Kopfes und danach im Gebiet des dritten Auges. Wenn du Vibration und Ton verlängerst, wirst du das Schwingen in Richtung der Körpermitte und darunter spüren (Shushuma). Diese Vibration erweitert die Gehirnaktivität und das Rückgrat, während sie gleichzeitig den Körper zentriert und das Gleichgewicht von Seite zu Seite erhält. Diese Position der Füße öffnet die Nadis oder Kanäle des vorderen Beins, während es die Kanäle des zurückgestellten Beines schließt. Dieses stimuliert so die korrelative Seite des Rückenmarks (Ida oder Pingala). Die Energie fließt das vordere Bein hinauf, während das Nadi die Vibrationsenergie ins hintere Bein schickt. Beim Isolieren eines Kanals wird dieser zugleich geöffnet und stimuliert. Zusätzlich wird die aufsteigende genauso wie die absteigende Energie entwickelt. Die für diese Position erforderliche Zeit variiert abhängig von den Bedürfnissen jedes Einzelnen und was dieser während der Erfahrung spürt. Natürlich ist jede Person unterschiedlich und nicht die Zeit sollte das Wichtige sein, sondern man sollte sich darauf konzentriert, die Körperhaltung und ihre Wohltaten zu genießen. Im Prozess

Text: Evan Pantazi Yogalehrerin : Carolina Lino - Ponta Delgada, Azoren Foto: Tiago Pacheco Maia - Ponta Delgada, Azoren

muss man die Position der Füße verändern, was dazu führt, dass sich die Richtung des Energieflusses ändert, womit man ein vollständiges Gleichgewicht erreicht. Sobald du die gesamte Position und all ihre Details dominierst, kannst du versuchen, sie mit geschlossenen um das Augen durchzuführen, Gleichgewicht und seine Auswirkungen zu verbessern.

Atmung und Absicht Jedes Einatmen durch die Nase streckt das Perineum nach unten, sodass (was sich mit Ida und Pingala verbindet) die Energie in Richtung des Bodens fließt. Fühl die Energie durch das hintere Bein hinabfließen, was sich in eine Art Sockel verwandelt, während das vordere kaum Gewicht trägt. Beim Ausatmen zieht es sich, oberhalb des Perineums nach oben, wenn man den persönlichen Klang erschafft, der die Vibration auslöst. Dies stimuliert die Zirbeldrüse, das dritte Auge, genau wie das Shushuma, den Ida, Pingala und das Gehirn. Sobald du dich mehr an diese Haltung gewöhnt hast, konzentriere dich beim Klang darauf, die Energie zu spüren, die in deinem vorangestellten Bein durch Shushuma und dessen der Seite beigeordnetem Nadi hochsteigt. Die Energie fließt durch das vordere Bein, dann durch den Körper und in Richtung des Kopfes, mit gleicher Frequenz und Empfindung der Vibration (nicht stärker und schwächer als die anderen.) du dich an deine Wenn Vibrationsfrequenz gewöhnst und dich mit ihr vertraut machst, wirst du sensibler für alle Schwingungen sein. Diese sind in allen Objekten, in der Natur, in d e n Personen. Wenn du fühlst, dass sie erzeugt wird, ist das der Anfang d e i n e s Erwachens. Demnächst: “Dritte Position” Vrikshásana

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Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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Selbstverteidigung Dem kalten Stahl die Stirn bieten Was würdest du angesichts einer Bedrohung mit dem Messer tun? Bei kurzer Entfernung ist das Messer die tödlichste Waffe. Statistiken des FBI zeigen, dass 35 % der Gewaltverbrechen mit dem Messer begangen werden. Hierbei werden bewaffneter Raub, Überfall und Vergewaltigung als Gewaltverbrechen betrachtet. In den USA nehmen die Gewaltverbrechen seit 2004 jedes Jahr um 2 bis 5 % zu und die Zahl scheint nicht zurückzugehen. Allein in New York wurden während des Jahres 2005 55.000 registrierte Gewaltverbrechen verübt, die Dunkelziffer ist sehr viel höher. Gerade Delikte wie Vergewaltigung werden für gewöhnlich nicht angezeigt, aufgrund der Scham, die die Opfer verspüren und auf Grund der Angst alles noch mal durchleben zu müssen im Gericht oder bei der Polizei. Wir sind derartig an Gewaltverbrechen gewöhnt, sie sind fast Teil unserer Kultur, dass, wenn wir über ein grausames Verbrechen im Fernsehen informiert werden es uns einfach unbeeindruckt lässt. Jene, die bewaffnete Raube, Missbräuche und Überfälle verüben, bedienen sich oft Messern, um ihren Willen den Opfern aufzuzwingen. Das Messer birgt dafür viele Vorteile. Es ist leise, tödlich und hinterlässt weder Patronenhülsen noch andere Spuren, die verfolgt werden können. Zur Selbstverteidigung entscheiden sich viele Nordamerikaner für ein Messer, dass sie zum Schutz bei sich zu tragen. Achtet auf die kleinen Lederbeutel befestigt am Gürtel oder an einem kleinen Metallknopf, der mit den Hosentaschen verbunden wird. Du wirst überrascht sein wie viele Personen diese Art von Waffen mit sich tragen. Auch wenn Messer Waffen sind, führen sie zu einem Problem in den Gesetzen zur Waffenkontrolle. In unserer Gesellschaft wird das Messer als Werkzeug angesehen und es gibt viele Möglichkeiten zur Rechtfertigung, um eines mit sich zu führen, besonders unter Arbeitern. Viele haben sich auf den schnellen Anstieg im Feuerwaffenverkauf, vor allem nach 9-11, fixiert, aber niemand hat erwähnt, dass auch die Fabrikanten der Messer niemals bessere Verkaufszahlen geschrieben haben. Was würdest du angesichts eines Angreifers tun, der dich mit einem Messer bedroht? Für einen gewöhnlichen Bürger ist die Antwort einfach: so schnell laufen, wie man kann, wenn die Umstände einen schnellen Fluchtweg erlauben. Selbst wenn der Angreifer noch niemals ein Messer verwendet hat, hat der der nicht vorbereitet ist, keinerlei Möglichkeit in Anbetracht des kalten Stahls. Die Situation wird auf schnellem Wege enden. Die einzige Situation in der ich rate sich einem Messer gegenüberzustellen, ist, wenn man eine Pistole bei sich trägt. Natürlich, wird der Gegner keine einzige Bewegung machen, um dich mit seinem Messer anzugreifen. Wie man zu sagen pflegt: „Nimm niemals ein Messer zu einer Schießerei mit“. Nun haben wir die Details der Situation betrachtet und ich habe meine Meinung geäußert. Wir räumen auch ein, dass viele Leute Messer zum Schutz bei sich tragen und andere meinen können, dass ein Messer eine Überlegung wert ist. Wir akzeptieren ebenfalls, dass man nur die Gelegenheit hat sich zu verteidigen, wenn man ein Messer dabei hat und dass es notwendig sein könnte, ohne

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Reportage Erbarmen zu kämpfen, um unser Leben zu retten. Wenn du überängstlich bist, solltest du den Rest des Kapitels überspringen, er liest sich für sensible Personen widerlich und grausam. Die gerade zweischneidige Klinge ist die beste Möglichkeit sich mit einem Messer zu verteidigen. Die gerade Klinge ermöglicht es, Bewegungen zu den Rippen, in Richtung der Augen, Ohren oder Kehle des Angreifers zu machen. Die zweischneidige Klinge gestattet es, eine schneidende Bewegung mit dem Messer in egal welche Richtung auszuführen, mit demselben Effekt. Die Länge der Schneide variiert und man sollte sie entsprechend des Verwendungszwecks und um das Verbergen zu erleichtern, auswählen. Das ist zu beachten: Damit es wirksam ist, musst du vermeiden, dass der Angreifer merkt, dass du bewaffnet bist. Eine Schneide von ungefähr 8 Zentimetern kann nützlich sein, um ins Handgelenk, Kehle, Bein oder Gesicht zu schneiden. Aber um in den Schritt, Lunge oder Nieren zu stechen, muss man eine längere Klinge verwenden, um die lebenswichtigen Organe zu erreichen. Es gibt drei Haupttypen von Messern: Stiefelmesser, Gürtelmesser und Klappmesser. Letzteres wird am häufigsten mitgetragen. Der Nachteil der Klappmesser ist, dass es länger dauert, bis man sie verwenden kann. Ein Faktor, der in einer Auseinandersetzung bestimmen kann, wer überlebt. Daher erfordert es viel Übung und Achtsamkeit für die Bewegungen des Gegners, um sich in Aktion zu begeben. Die Zeit ist essentiell in einer Situation auf Leben und Tod, in welcher man Messer gebraucht. Das bedeutet, dass das Messer, welches du bei dir trägst, schnell und einfach anzuwenden sein sollte und dein Gegner sich nicht bewusst sein sollte, dass du bewaffnet bist. Falls er merkt, dass du bewaffnet bist, wird er von der Phase der Einschüchterung absehen (auch wenn manche Angreifer diesen Teil genießen) und wird dazu übergehen, dich direkt mit dem Messer zu attackieren. Du musst diese Angreifer ernst nehmen - nur ein Dummkopf bedroht jemanden mit einem Messer ohne die Absicht zu haben, es auch zu verwenden. Wenn du irgendeine Waffe der Selbstverteidigung gebrauchst, solltest du die lokale Polizei diesbezüglich um Informationen bitten (falls es welche gibt). So kannst du die lokalen oder staatlichen Gesetze ermitteln und so diese Vorschrift mit der Notwendigkeit, ein Messer für die Selbstverteidigung mitzuführen, abwägen. In vielen Staaten ist der Besitz zweischneidiger Messer illegal und man kann dafür verhaftet werden. Sie werden als taktische Waffen angesehen, die nur ein Ziel haben. In den drei Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut ist es erlaubt ein Klappmesser mit sich zu führen, solange die Schneide nicht 10 Zentimeter überschreitet. Aber das heißt nicht, dass du ein starres Messer derselben Länge mitnehmen kannst. Im Vereinigten Königreich zum Beispiel, ist es unter jeglichen Umständen gesetzeswidrig, ein Messer bei sich zu haben. Es ist außerordentlich wichtig, dass du diesbezüglich die lokalen Gesetze recherchierst. Auch wenn ich dir nicht rate das Gesetz zu brechen, denk daran, dass du in einer Auseinandersetzung getötet werden könntest. Andererseits, überlebst du einen Angriff, wirst du immer einen Anwalt beauftragen können, damit er sich mit deiner legalen Verteidigung befasst - immer, wenn du deinem Gegner keinen tieferen Schnitt als zwei Zentimeter zufügst. Die Justiz kann genauso streng sein, ob du dich mit einem Messer oder einer Pistole verteidigst. Zum Beispiel einer, der dich im Morgengrauen überfällt beabsichtigt deinen Kopf zu zermalmen, um deine Geldbörse mitzunehmen. Wenn du dein Messer hervorziehen kannst und dich mit Erfolg verteidigst, informiere nicht die Behörden. Tust du das, kann es sein, dass du auf der falschen Seite des Gesetzes bist (es gibt Anwälte, die diese Art von Fällen annehmen) und du wirst angeklagt werden und seine Krankenhausrechnungen bezahlen, nur weil du dich verteidigt hast. Wenn du zu Hause ein Messer besitzt, um dich vor Einbrechern zu verteidigen, kleb es an einen Streifen Klettband an die Tür. Du könntest einen weiteres oberhalb der hinteren Türangel haben. Stell sicher, dass sie nicht in der Reichweite von Kindern sind. Man kann ein weiteres Messer im Schlafzimmer haben. Im Auto ist der beste Platz, um ein Messer aufzubewahren, unter dem Sitz. Du kannst überlegen, dass Messer an anderen gut zugänglichen Orten zu platzieren, abhängig von der Situation.

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Selbstverteidigung Es nützt nichts ein Messer in Reichweite zu haben, wenn du es beim Herausziehen nicht zu benutzen weißt. Wie man ein Messer festhält, ist ebenso wichtig wie die psychologische Wirkung, die es beim Angreifer auslöst. Verwendest du einen geeigneten Griff und machst den Anschein, Experte in der Anwendung zu sein, kannst du eine gefährliche Lage verhindern. Du riskierst keinen Kampf gegen jemanden, der das Messer besser einzusetzen weiß. Deshalb kann der Eindruck von Sicherheit dazu führen, dass die Auseinandersetzung nicht sehr weit geht. Noch einmal, ich rate hier nicht dazu, dass ihr in einer gefährlichen Situation etwas vortäuscht - wenn ihr ein Messer zieht, ist es besser zu wissen wie ihr es zu eurem Schutz einsetzt. Es gibt nichts Schlimmeres, als es mit schwacher Haltung hervorzuziehen, man merkt wenn du simulierst. Zwei Arten von Handhaltungen werden euch dabei helfen das Messer einzusetzen. Eine ist die Haltung des Floretts, bei dem der Daumen sich um den Griff befindet. Die andere ist der Säbelgriff. In diesem Fall sollte der Daumen hinter der Schutzabdeckung liegen. Man verwendet diese Haltung, um sich vor den Schneidebewegungen unseres Gegners zu verteidigen. Es gibt eine dritte Haltung, den Eispickel, die die Mehrheit der Frauen gewöhnlich wählt. Sie ist toll für Bewegungen von oben nach unten, aber sie lässt dich beim Angriff unbedeckt. Deine Körperhaltung bestimmt deine Wirksamkeit zusätzlich dazu, dass sie deinen Angreifer über dein Geschick oder den Mangel an Geschick informiert. Wenn du dich ihm komplett frontal gegenüberstellst, werden deine offensiven und defensiven Bewegungen begrenzt sein. Zudem bietest du ihm viele Ziele zum Schneiden oder Stechen an und gibst ihm die Möglichkeit, dich leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein geschickter Messerkämpfer wird sich in Deckung mit einem Fuß hinter dem anderen aufstellen, was dem Gegner nur ermöglichen wird, eine Seite des Körpers zu erreichen. Der vorangestellte Fuß kann wie als Angelpunkt eines Drehzapfens verwendet werden, was es gestattet, sich mit Leichtigkeit nach vorne oder hinten zu drehen. Wenn du wie die Mehrheit der Leute Rechtshänder bist, wirst du den rechten Fuß nach hinten setzen. Dies wird Position Apache genannt und von den Marinekorps der USA, den israelischen Abwehrkräften und der Mehrheit der Elitekampfkorps der Welt angewandt. An diesem Punkt halten wir an und bewerten die Situation. Wie auch immer, du befindest dich in einer Lage auf Leben oder Tod. Du befindest dich deshalb in ihr, weil es keine Form gibt, sie zu vermeiden. Dein Gegner ist mit einem Messer bewaffnet, genau wie du. Ich habe dir Hinweise gegeben, damit du das Messer korrekt ergreifst und dich deinem Gegner gegenüberstellst. Wenn er beginnt, ist der Kampf mit dem Messer vor allem wenig gerecht. Verwende alle schmutzigen Tricks, die dir in den Sinn kommen. Tu alles Mögliche, um deinen Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, zu verwirren und abzulenken. Schrei, geh in die Hocke, ergreife Müll, Sand oder Steine und wirf sie in sein Gesicht, dabei versuchst du ihn zu schneiden. Such mit der freien Hand in deiner Hosentasche und schleudere ihm Münzen entgegen. Pack einen Stock, wenn du einen findest und setze ihn ein, um seinen Angriff umzulenken und sein Handgelenk zu schlagen. Je schneller du ihn besiegen kannst, desto besser. Verwandel dich in ein wildes Raubtier, bevor er es tut. Der psychologische Effekt wird dich Adrenalin ausstoßen lassen. In diesem Fall ist es möglich, ihn ohne Deckung anzugreifen. An dieser Stelle untersuchen Experten die Situation. Dein Angreifer hat dich sicherlich für ein hilfloses Opfer gehalten. Plötzlich hat sich sein Bild von dir geändert. Die Mehrheit der Angreifer mit Messer würde den Angriff an diesem Punkt abbrechen. Abgesehen von jenen, die sadistisch oder dumm sind oder unter dem Einfluss von Drogen stehen. Diese Art von Angreifern würde mit dem Angriff fortfahren, weil sie nicht wissen, was sie sonst tun sollen. In diesem Fall ist es wichtig, dass du den ersten und schnellen Schnitt machst. Wenn eine Person einen Schnitt erhält, wird ein eigener psychologischer Schock ausgelöst, vor allem wenn der Schnitt anfängt zu bluten und zwar je mehr, umso besser. Deshalb solltest du versuchen, den Gegner schnell zu schneiden, damit es zu bluten beginnt. Die Person, die geschnitten wird, gibt gewöhnlich nach, weicht zurück oder verliert schlichtweg das Vertrauen und bricht die Konfrontation ab. Wenn dein Angreifer nicht ausreichend benommen ist, um seinen Angriff abzubrechen, ist es nun sicher, dass du in einem echten Kampf bist. Du wirst ihn schwer verwundet zurücklassen oder ihn töten müssen, um die Auseinandersetzung zu beenden. Wie du sehen kannst, habe ich dir Situationen beschrieben, in der du das Messer verwendest, um dich zu verteidigen, bis du an den Punkt gelangst, an dem du dich von jeglichem zivilisierten Verhalten entfernst und um dein Leben kämpfst. Das ist etwas, was nicht

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Reportage jedes Individuum mit Leichtigkeit tun kann. Und das ist ein weiterer guter Grund, weshalb ich dir davon abrate das Messer als Verteidigungswaffe zu gebrauchen - es sei denn, du bist fähig an einem wilden Kampf teilzunehmen, ohne zu zögern. Der, der in einem Messerkampf zögert, wird unvermeidlich als Verlierer enden. Ich glaube nicht, dass jemand sich auf törichte Weise an etwas beteiligt, dem er nicht trotzen kann. Trotz alldem, wenn du dich dazu entschließt, ein Messer mitzunehmen, um dich zu verteidigen, habe ich dir eine weitere Sache zu sagen. Die Überprüfung ist deutlicher als die Vorahnung, aber du solltest darüber hinausdenken und dich von den Gebieten fernhalten, in denen du einen Messerangriff erleiden könntest. Wenn du in eine Zone gelangst wo ein Angriff stattfinden könnte, ist das Beste, was du tun kannst, unauffällig zu sein und die Zone so schnell wie möglich zu verlassen. Selbst wenn du bewaffnet bist, solltest du dein Möglichstes dafür tun, um eine unangenehme Situation abzuwenden. Im Schlimmsten der Fälle, wenn all das versagt und es einen Konflikt gibt, hast du immer das Recht, dich zu verteidigen.

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REF.: • TAOWS1 Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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„Als Pionier des Karate in Spanien und Europa erzählt uns der Meister Hattori mit seinen fast 70 Jahren hier aus einem dem Karate gewidmeten Leben.“

Reportage von: Pedro Conde

Foto 1: Der Meister Hattori mit Michel Hsu, erster Schüler des Meisters Murrakami, ebenso Ausbilder des französischen Heeres Foto 2: Amtsantritt des Pte. Der F.E.J. und D.A. Ein Karateka wird zum Präsidenten erklärt. Foto 3: Der Meister Hattori mit einigen seiner ersten Schüler.

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Foto 1: Festival der Kampfkünste Barcelona in den 70er-Jahren, bei welchem einige der großen Meister des “alten Kontinents” teilnahmen. Unter ihnen bleiben noch die Karate-Meister Yasunari

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Ishimi, Yoshuke Yamashita und Choyu Hentona, unter anderem zu nennen. Foto 2: Kurs des nationalen Meisters in Madrid, in den 70er wurden sie gemeinsam mit den Meistern des Taekwondo ausgeführt. Foto 3: Kurzlehrgang zum Internationalen Schiedsrichter, in Edinburgh, im Jahr 1977. Foto 4: Erste Karate-Provinzmeisterschaft in Kantabrien, 1970.

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Der Meister des japanischen Karate, Tatsuhiko Hattori wurde am 10. April 1944 geboren in einem Dorf in Nagoya, Jimokuji genannt und zur Präfektur von Aichi (Japan) gehörend. Sein Vater war Bürgermeister desselben. Mit 17 Jahren fängt er sein Universitätsstudium der spanischen Philologie in der Universität von Nanzan (Nagoya) an, wo wie in „fast“ allen Fakultäten Japans ein Dojo existiert. Dort beginnt er, mit dem Meister Norio Kachi, direkter Schüler von Gichin Funakoshi und Yoshitaka Funakoshi, Karate zu üben. Deshalb ist der Stil, den er erlernt, derjenige des O'Sensei Funakoshi. Trotzdem erhält er in der Fakultät den Namen von Nanku-Kai (Karate-Vereinigung der Universität von Nanzan, die auch dem sogenannten Nanku-Ichi-Kata, erschaffen von Norio Kachi, seinen Namen gab). Jener Unterricht wurde normalerweise vom Meister Genshin Hironishi beaufsichtigt, welcher sich regelmäßig in der Universität einfand, um die Klassen zu betreuen und ab und zu seine Lehren zu unterrichten.

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Große Meister

Im Jahr 1966 organisiert die Universität von Nanzan einen Intensivkurs an der UIMP (Universidad Inter nacional Menéndez Pelayo, Anm. d. Ü.) in Santander, damit die Studierenden ihr Spanisch perfektionieren können. In jener Reise kommt Meister Hattori an der internationalen Universität Menédez Pelayo an und das Rektorat veranstaltet eine Feier. In diesen zugleich vorbereitenden Tagen ler nt er den Kantabrer Manuel Palacios (Pionier des Karate in Spanien) kennen, der derjenige

ist, der das Direktorat von dem Geschick des jungen japanischen Studenten in Kenntnis setzt. Deshalb bitten sie ihn um eine Darbietung dieser Kunst des Karate, damals unbekannt, aber von allen gefürchtet. Der Meister willigt ein und realisiert eine Vorführung mit einem Schüler des Sensei Murrakami, in der alten Cafeteria der “Las Llamas”, zusammen mit seinem Freund Manuel Palacios. Die Darbietung wird ein großer Erfolg, auch weil die Wirksamkeit des Karate im Kampf unbestreitbar ist. Jede Person mit diesem Wissen und körperlichen Fähigkeiten ist eindeutig ein oder mehreren Angreifern überlegen. Nachdem sie Hattori in Aktion gesehen haben, verstehen alle, warum die Karatepraxis in Spanien verboten ist. Aufgrund des Erfolgs der Vorführung lädt der Meister Manuel Palacios den Meister Hattori dazu ein, Unterrichtsstunden seiner Kunst in der Sporthalle, die er in Santander (Kantabrien) hatte und „Karatekan Judo“ nannte, zu geben. Zuerst lehnt der Meister die Einladung ab, vielleicht denkt er, dass es in Japan bessere Karatekas und Meister als ihn gibt. Trotzdem verführt ihn die Idee. Allgemein begeistert ihn Spanien und besonders Kantabrien. Nach Abwiegen von Pro und Contra, weil dies schließlich implizierte, sein Land zu verlassen und für immer ein neues Leben zu beginnen, trifft Hattori eine schwierige Entscheidung, die sein Leben für immer verändern würde: Für mindestens ein Jahr nach Spanien zurückzukehren und so einer der Pioniere des Karate in Europa zu werden.

Die Arbeit, die ihn erwartet, ist mühsam, doch nachdem er die Zustimmung seines Meisters Genshin Hironishi erhalten hat, der ihn zusammen mit dem Meister Yoshio Someya die Prüfung des 4.Dan abnimmt, kehrt er am 12. April 1967 erneut nach Santander zurück. Dort fängt er an seine Lehren zu unterrichten. In jener Zeit war er der 2. japanische Meister in unserem Land, der seine Lehren einführte. Der erste, wir erinnern uns, war der Meister Atsuo Hiruma (Shotokai), welcher ein Jahr zuvor in Madrid ankam. Einige Zeit danach würden weitere Meister kommen, aber es ist unumstritten, dass der Meister Tatsuhiko Hattori eine der großen Säulen des Karate in unserem Land gewesen ist. Einschließlich beim Thema des Schiedsspruchs war er der erste Schiedsrichter, den Spanien hatte, nicht nur auf nationalem, sondern internationalem Niveau. Für dies und all seine Verdienste und Errungenschaften im Karate-Do holt ihn Cinturón Negro diesen Monat in ein Interview, das er uns freundlicherweise gewährt hat.

Interview Kampfkunst International: So wie ich das verstanden habe, haben Sie angefangen, Karate in der Universität in Nanzan zu praktizieren, mit dem Meister Norio Kachi, direkter Schüler des Gichin Funakoshi und mit dessen Sohn Yoshitaka Funakoshi... Meister Hattori: Genau. Ich begann Karate zu üben mit dem Meister Kachi Norio, O.B. (Old Boy, in diesem Sinne aber wie „graduated“ zu verstehen, Anm. d. Ü.) der Universität von Senshu, genau wie der Meister Kase. Der Meister Motonobu Hironishi war Shihan dieser Universität. Heute bin ich sehr stolz darauf, dass er den 4. Dan geprüft hat, zusammen mit dem Meister Yoshio Someya. Ich würde gerne klarstellen, dass der Meister Hironishi der Präsident des Shotokai ist und der Meister Shigeru Egami der Chefausbilder des Dojo Shotokan. Aber der Meister Kachi sagte,

Foto 1: Auf dem ersten Ausweis des nationalen Karate-Schiedsrichters war diese Kunst als Disziplin an die spanische Vereinigung des Judo angegliedert. Jahre später, als Karate seine eigene Vereinigung hatte, erhielt der Meister seinen Ausweis von der staatlichen Schule für Schiedsrichter. Foto 2: Brief, in welchem Meister Hattori mitgeteilt wurde, dass er die Prüfung für den nationalen Karate-Schiedsrichter bestanden hatte. Foto 3: Der Ausweis des nationalen Karate-Schiedsrichters, ausgestellt am 21. Februar 1970. Dieser Ausweis des Meisters Hattori war der erste, der in Spanien vergeben wurde.

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Große Meister dass er mehr als mit dem Meister Gichin (O'Sensei) mit seinem Sohn arbeitete, dem Meister Yoshitaka, weil O'Sensei sehr alt und physisch geschwächt war. Ohne Zweifel betreute er den Unterricht und korrigierte, indem er erklärte und lehrte. Der Meister Yoshitaka war der körperliche, O'Sensei Ginchin der spirituelle Teil. Die Darstellung des „Do“. K.I.: Wie war das Karate jener Tage? Welchen Unterschied gibt es zu dem, was aktuell praktiziert wird? M.H.: Es war pure Kampfkunst. Blut, Schweiß, Schmerz, Anstrengung, Ausdauer, Geduld, etc. ...Oft wollte ich, oder besser gesagt, wollten wir alle aus dem Dojo fliehen, aber letztendlich hielt ich es aus. Heute fühle ich mich sehr zufrieden und stolz, weil ich kann dir versicher n, dass der Unterricht im Vergleich mit dem heutigen sehr hart war, er war wirklich schrecklich und manchmal unmenschlich…Würde man heute wie damals trainieren, gäbe es nicht so viele Karatekas, wie es momentan gibt. Zum Beispiel gibt es viele Universitäten, die ihr Dojo verboten oder zerstört haben, aus vielerlei Gründen, zum Beispiel die berühmte Universität von Takushotsu. Dort gab es große und schwere Unfälle. In den Kämpfen missbrauchte man die unerfahrenen Schüler, in einem Vorfall gab es sogar einen Toten, weshalb sich das Rektorat verpflichtet sah, das Dojo für immer zu schließen und Karate als sportliche Aktivität zu verbieten. Letztendlich hing das Bestehen des Dojo der Universität von ihrer Verwaltung ab und diese konnte diese Dinge nicht erlauben. Auch in meiner Universität gab es Probleme. Jene Trainings waren nicht menschlich, man fing um fünf Uhr in der Früh an zu trainieren und endete um zwölf Uhr mittags und man hörte keinen Augenblick lang auf, weder um zu trinken noch um zu essen. In den Kämpfen verkannte man, was Kontrolle war… Das kann übertrieben erscheinen, aber ich versichere dir, dass es so war. Bis zu dem Punkt, an dem sie dich beim ersten Kurs “Tier”, beim zweiten “Sklave”, beim dritten “Personen” und beim vierten “Götter” nannten! K.I.: Mit Ihrem Meister Kachi Norio lernten sie den Stil Nanku-Kai. Gibt es Unterschiede zum Shoto Kan? M.H.: Mein Meister Kachi, brachte uns Karate im Stil des Meisters Funakoshi bei. Ich will hier deutlich sagen, dass Shotokan der Name des Dojos des Meisters Funakoshi ist. Nach seinem Tod folgte der Meister Egami als Chefausbilder des Dojos und Shoto Kai ist der Name der Vereinigung aller Schüler des Meisters Funakoshi. Der Meister Hironishi ist der Präsident dieser Vereinigung und auch der Besitzer des offiziellen Stempels, der auf das Diplom dieser Schule gesetzt wird. Ich würde gerne etwas nuancieren und betonen, dass in Japan in egal welchem wichtigen Dokument nicht die Unterschrift zählt, dies ist bloß etwas nebensächliches. Was wirklich ein Nachweis ist und dem Dokument oder Diplom Legalität verleiht, ist der Stempel.

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K.I.: Also praktizieren alle denselben Stil? M.H.: Eigentlich, wenn wir von Stil sprechen, glaube ich, müssen wir vom “Shoto-Ryu” sprechen. Ich würde gerne deutlich machen, dass Nanku-Kai der Name der Vereinigung der Universität von Nanzan ist, nicht der Name eines Karatestils. In Spanien war der erste Karatestil, der unterrichtet wurde der “Shoto Ryu”. Ich werde daran erinnern, dass der erste japanische Meister, der in dieses Land kam, um Karate zu unterrichten, der Meister Hiruma war und später, einige Monate danach, kam ich. Wir beide gehören dem gleichen Shoto-Ryu-Stil an, aber er ist Schüler des Meisters Egami, welcher die traditionelle Arbeitsform des Shoto-Ryu verändert hat. So nannte der Meister Hiruma diesen Stil anfangs weichen Shoto-ryu und den Stil, mit dem er arbeitete, harten Stil. Man kann sagen, dass es auf technischer Ebene das gleiche ist. Was sie verändert haben, ist die Weise zu arbeiten oder ihn anzuwenden, es ist flüssiger. Im Shoto-Ryu-Karate legt man viel Wert auf das Kime (1), während in der Arbeitsweise des Meisters Egami die Technik nicht in einem trockenen Schlag endet, sondern zu einer anderen Bewegung fließt. Es ist die Form, in welcher der Meister Egami seine Technik anwendet. Im Unterschied hierzu arbeitete der Meister Motonobu Hironishi mit dem klassischen Stil des O'Sensei. Obwohl sie unterschiedliche Sichtweisen besitzen, gibt es auch Gemeinsamkeiten. Beispielsweise ist im Shoto-ryu der höchste Rang der 5.Dan, weil O'Sensei mit dem 5.Dan starb und es ein Mangel an Respekt ihm gegenüber wäre, einen höheren Rang zu haben. K.I.: Unterrichtet man im Moment weiterhin den gleichen Stil oder hat es irgendeine Veränderung gegeben? M.H.: Ich bleibe dem Stil treu...46 Jahre lang habe ich das gleiche geübt und gelehrt, natürlich mache ich nicht dieselben Dinge wie als ich jung war. Mit der Zeit und dem Alter verändert es sich, ohne dass wir es merken, aber spirituell gesehen hat sich meine Form nicht geändert. Einmal erzählte der Meister Kachi, dass, als er mit dem Meister Funakoshi trainierte, dieser ihm sagte: „Weil ich sehr alt bin, kann ich nicht, aber ihr, die ihr immer noch jung seid, werdet es so ausüben und nicht, wie ich es tue.“ Dieser Satz erinnert mich sehr an den Meister Kachi. K.I.: Sie studierten spanische Philologie und kamen nach Spanien, um Ihr Spanisch zu perfektionieren. Hier verwirklichten Sie eine Vorführung und dank dieser kam die Möglichkeit auf, Unterricht in Spanien zu geben…wie waren diese Anfänge? M.H.: Im Studium war ich ein sehr schlechter Student, also nutzte ich, bevor ich die Universitätskarriere abschloss, die Gelegenheit, um an einem Intensivkurs für Spanisch an der UIMP in Santander teilzunehmen. So ler nte ich Manuel Palacios kennen, einer der Pioniere des

Der Meister Hattori mit seinem Helfer Ramón Crespo Paredes, begleitet von ihren betreffenden Partnern.

Karate in Spanien, zusammen mit Luis Zapatero aus Zaragoza (Kyokushinkai). Manuel Palacios war Schüler des Meisters Murrakami, der der erste Japaner war, der nach Europa kam, um Karate-Unterricht in Frankreich zu geben. Sie schlugen mir vor, zu kommen, um Unterricht zu geben, ich überdachte es und beschloss, es zu tun. Anfangs kam ich für ein Jahr, aber aus mehreren Umständen wurde dies glaube ich…zu einem ganzen Leben. Das war im April 1967 und Manolo Palacios hatte bereits einige Gruppen von Karatekas, aus denen vier herausragten: Luis González Gay, Juan Vidal (Kapitän der Guardia Civil, Anm. d. Ü.), Miguel Garoña und Eduardo García. Diese vier Karatekas hatten bereits den braunen Gürtel, den ihnen der Meister Murrakami ausgestellt hatte. Viele von ihnen, die damals begannen, gehörten zur Geheimpolizei von Santander. K.I.: Damals war es verboten. Hatten Sie irgendwelche Probleme mit dem Regierungssystem? M.H.: In jener Zeit sagt man, dass die Karatepraxis verboten war, aber ich hatte nie Probleme. Ich glaube, dass jenes damals mehr als alles eine politische Frage von Seiten der Judo-Vereinigung war, die schon Angst hatte, dass wir in ihren Bereich eindringen würden. Danach fügte sich das Karate in diese Vereinigung ein. Ich glaube, dass der erste Verantwortliche der Karate-Abteilung in der Judo-Vereinigung Carlos Vidal war, der erste Schüler des Meisters Hiruma. K.I.: Und warum diese Rivalität? M.H.: Ich weiß es nicht, ich vermute, aus ökonomischen und politischen Interessen. In Japan existierte großer Respekt zwischen Judo-und Karatepraktizierenden, und als O'Sensei von Okinawa nach Japan gelangte, unterstützte ihn Jigoro Kano dabei, seine Kunst zu verbreiten. Er ermöglichte es ihm sogar, in seinem Dojo zu unterrichten. Deshalb machte Sensei Gichin immer, wenn er durch die Tür seines Dojos oder irgendeinem anderen Ort ging,


Ram贸n Crespo Paredes, Tatsuhiki Hattori Itoh und Antonio Revilla Ruiz (Kus).

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Große Meister an dem man Judo ausübte, eine Kopfverneigung als Zeichen des Respekts für den Meister. Als Praktizierenden des Shoto-Ryu wussten wir das und es gab niemals Rivalität zwischen uns, im Gegenteil. Was in Spanien geschah, war ein Interessenskampf, damit eine Kampfkunst über die andere herrsche. Als andere Kampfkünste begannen, Spanien zu erreichen, wurde der Kampf sinnlos und heutzutage sind das einfach nur Geschichten aus der Vergangenheit. K.I.: Sie fingen an, 1966 in Spanien Unterricht zu geben und waren damit der 2. Meister, der dies in Spanien machte und einer der Pioniere in Europa, weshalb Sie eine der „Säulen“ des spanischen Karate waren. Sind Sie mit ihrem Werk zufrieden? M.H.: Ob ich mit meiner Arbeit im Karate zufrieden bin? Das ist schwer zu beantworten…Was ich getan habe, ja, damit bin ich zufrieden…mit dem Ergebnis nicht! Aber ich beklage mich nicht. In diesem Leben gibt es mehr undankbare Leute als dankbare. Ich habe immer noch Leute, die mir treu sind. Sie sind wahrhafte Karatekas, die Karate im Herzen spüren und nicht für Geld, Trophäen und weiteres… Das ist es, was zählt! K.I.: Hat die Vereinigung oder irgendein Stand Ihre Unterstützung für das spanische Karate gewürdigt? Weil Sie waren Pionier und Erster in vielen Dingen… M.H.: Ich glaube, ich wurde weder von der Vereinigung noch von einem anderen Stand geschätzt. Es ist eher so, denke ich, dass sie mich in einigen Gelegenheiten ausgenutzt haben. Ich habe den Titel des Internationalen Schiedsrichters in Edinburgh erlangt und Schiedsrichter und Kampfrichter des weltweiten Kata in der Weltmeisterschaft in Madrid, trotz vieler Hindernisse der F.E.K.. Es hat mich eine beachtliche Menge Geld aus meiner Tasche gekostet, ohne jegliche Hilfe seitens der F.E.K.. Als ich nach Edinburgh fuhr, um den Titel zu machen, war ich stolz, Nummer Eins in der Theorieprüfung zu sein und wurde von der Kommission, der Max Vichet vorstand, beglückwünscht. Ich erinnere mich, dass wir fünf oder sechs Personen aus Spanien waren, angeführt durch Sr. Antonio Oliva. Er war der einzige, dem die Ausgaben bezahlt wurden. Der ganze Rest musste es aus eigenen Tasche finanzieren. Gewiss, ich war der einzige, der die Schiedsrichterprüfung bestand und ich glaube, weitere drei Personen bestanden die des Kampfrichters (2. Kategorie), Sr. Oliva bestand weder die Prüfung des Schiedsrichters noch die des Kampfrichters. Die Wahrheit ist, dass ich sehr stolz darauf war, der Einzige der Mitglieder Spaniens zu sein, der die Prüfung des weltweiten Schiedsrichters des Kumite und weltweiten Kampfrichters des Kata bestand. K.I.: Ihr Schiedsrichterausweis ist die Nummer eins der F.E.K. und offensichtlich hat es in diesen Jahren eine Entwicklung gegeben. Was denken Sie über die aktuellen Schiedsspruch-Regeln? Haben sie sich zum Besseren oder Schlechteren hin entwickelt?

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M.H.: Der Schiedsspruch im Karate ist sehr schwierig, es ist fast unmöglich mit menschlichen Augen gerecht zu sein, besonders gemäß der Form, wie heutzutage gepunktet wird. Seit langer Zeit pfeife ich nicht mehr oder sehe Meisterschaften, aber wenn sich die Art und Weise, Gewinner und Verlierer zu entscheiden, nicht komplett ändert, wird sich nichts ändern. Weder zum Besseren noch zum Schlechteren. K.I.: Augenscheinlich wurde in den letzten Jahren viel verändert im Hinblick darauf, dass Karate olympisch würde. Glauben Sie, dass es positiv sein wird, wenn das Karate olympisch wird? M.H.: Verändert sich das System des Schiedsspruches nicht vollständig, wird Karate niemals olympisch sein und ich glaube, falls es dorthin kommt, wird es viel mehr Politik innerhalb der Vereinigungen, Schulen, etc. geben und Karate wird seinen ganzen Geist als Kampfkunst verlieren, um zu einem weiteren Sport zu werden. Vielleicht nicht kurzfristig, aber mit dem Gang der Jahre wird es geschehen. K.I.: Sie haben die erste KarateMeisterschaft in Spanien gepfiffen, bei der Antonio Oliva Meister wurde. Welcher Unterschied existierte im Niveau der damaligen Zeit zur heutigen? Herrscht es in unseren Tagen mehr oder weniger Niveau? M.H.: Ich erinnere mich sehr deutlich an diese erste Meisterschaf in Spanien. Mit der Anwesenheit des Königs. In jenem Zeitraum wurde Antonio Oliva als erster Meister Spaniens. Ich glaube, dass die Meisterschaften jener Epoche viel mehr kriegerisches Wesen hatten als die von heute, auch wenn man heutzutage das technische Niveau sehr verfeinert hat. Alle Dinge verbessern sich mit der Zeit, sonst wären wir ja dumm! In jenen Jahren war das spanische Karate fast das Schlusslicht Europas, aber nachdem Antonio Oliva Vizemeister in Europa in London und Pepín Martínez 1. Europameister wurde, beide Spanier, ist heutzutage das spanische Karate eines der besten weltweit. Auf japanischem, französischem, englischem Niveau… K.I.: Zum rechten Zeitpunkt erklärten Sie, dass dem Wettkampf zu viel Wichtigkeit beigemessen würde und dass das im Karate wirklich bedeutende sei, das „Do“ zu erreichen. Glauben Sie, dass das so, wie man heute unterrichtet, möglich ist? M.H.: Karate-Do ist eine der japanischen Kampfkünste und zugleich kann man es als Sport praktizieren. Dafür gibt es die Meisterschaften…Karate ist für alle, Junge, Alte, Kinder, etc.…, es ist gleichgültig, ob Mann oder Frau. Die Zeit des sportlichen Karate ist zu kurz, das wichtige ist die Beständigkeit. Das Do kann und sollte jeder durch die Übung finden. Ich glaube, dass das Do nicht etwas ist, was man unterrichtet, sondern man selbst lernt es für sich. K.I.: Meister, glauben Sie, dass ein Abendländer Karate ebenso „spüren“ kann wie ein Japaner?

M.H.: Ich bin sicher, dass ein Abendländer Karate ebenso fühlen kann wie ein Japaner, oder besser fühlen kann, es hängt von der Person ab. Ich habe viele Personen aus dem Westen kennengeler nt, die Karate deshalb spüren, weil sie Bücher gelesen oder Filme gesehen haben, aber ich habe auch viele kennengeler nt, die Karate wie Japaner spüren und ich will ihnen meine großen Respekt zeugen, auch wenn ich hier nicht ihre Namen nenne. K.I.: Glauben Sie, dass im aktuellen Unterricht die Philosophie von einst unterrichtet wird? M.H.: Dies ist eine Frage der Person, die den Unterricht gibt. Ich möchte sagen, dass die einstige Philosophie sehr wichtig ist, wie Geschichte im Allgemeinen oder jede andere Sache, aber es ist auch wichtig zu üben, zu schwitzen, etc.… Alles ist wichtig! K.I.: Ist es nur meine Einschätzung oder gab es früher wirklich mehr Qualität, sowohl im Kumite als auch in den Katas? M.H.: Sicherlich hat der Standard des Karate, im Kata wie im Kumite, sich technisch verbessert, aber ich glaube, es hat an Essenz verloren, an Kampfwesen… Werde ich einer der wenigen sein, die diesen Wesenskern von einst bewahren? K.I.: Warum glauben Sie, dass Karate diesen Rückgang gemacht hat, was die Anzahl der Genehmigungen in Europa generell und besonders in Spanien betrifft? M.H.: Ich glaube, dass bis heute zu viel Interesse in der Angelegenheit der Lizenzen besteht - offensichtlich, eine größere Anzahl an Genehmigungen, mehr einkommendes Geld und deshalb mehr Subventionierungen, was Politik und Reibereien zwischen den Stilen mit sich bringt. Das einzige, worauf man schaut, ist der Gewinn einer Minderheit, ohne das Interesse der Mehrheit zu beachten. Die Politik der Vereinigung kann nicht nur auf Meisterschaften basieren. Die große Mehrheit der Praktizierenden will nicht konkurrieren und man sollte darüber nachdenken, andere Aktivitäten und Alternativen anzubieten. Ich glaube, dass eine große Anzahl Karate-Praktizierender die Genehmigung nicht beantragt, weil sie ihnen nichts bringt, nur eine Krankenversicherung und diesen Schutz bietet jede andere in einer der vielen Genossenschaften des Landes eingeschriebene Vereinigung ebenso, zu geringerem Preis. Nur diejenigen, die offiziell ihren Titel des Schwarzen Gürtels oder des Ausbilders besitzen wollen, erneuern die Genehmigung. Der Bund sollte damit anfangen, sich diese Fragen zu stellen. Es sei festgestellt, dass ich jedes Jahr meine Genehmigung beantrage, aber ich verstehe die Unzufriedenheit vieler Karatekas. (Nach einer großen Pause fügt er hinzu:) Um Karate-Do zu üben, ist keine Lizenz nötig, um zu konkurrieren, schon. K.I.: Kann man heutzutage vom Karate leben? M.H.: Das ist ein Thema, was ich immer mit meinen Schülern besprochen habe


und ich sagte ihnen: Denkt niemals daran, vom Karate zu leben, weil Karate ist eine Kunst. Ich habe meinen Meister gesehen, wie er Karate unterrichtet hat, er hat fast Geld ausgegeben, um uns zu lehren. Er war ein großer offizieller Buchhalter des Staats, er hatte sein Büro. Wir waren hungrige Studenten, wir gingen zu ihm nachhause und er lud uns immer ein und so, auch wenn wir ihm etwas zahlten, gab er immer mehr aus. Es am Beispiel des Meisters Kachi erlebend, dachte ich niemals daran, nur vom Karate zu leben und mit viel Glück konnte ich 35 Jahre lang in einem Rehabilitationszentrum in Santander arbeiten (eines der besten in Spanien und sogar Europa). So riet ich meinen Schülern, die in der Zukunft Karatelehrer sein wollten, zum Karate zusätzlich eine feste Arbeit zu haben. Karate-Unterricht zu geben, um zu essen ist etwas, was mir nicht gefällt. Ich glaube, in Japan leben wenige Meister nur vom Karate, seien es auch große Meister. Und das gilt für Karate ebenso für Judo, Kendo, etc. K.I.: Wie viele Stunden widmen Sie sich in einer Woche dem Training? M.H.: Nach 40 Jahren in meinem Fitnesscenter, eine Zeit, die dieses Jahr im Dezember abläuft, habe ich nun eine andere Einstellung. Heutzutage leitet die Nachmittagsklassen Ramón Crespo Paredes, ein großer Fan des Karate. Ich gebe meinen ehemaligen Schüler n Unterricht - ungefähr 15 Karatekas, die seit 30, 35 oder sogar 40 Jahren kontinuierlich praktizieren - Dienstag,

Donnerstag und Freitag von 7.30 bis 8.30 in der Früh. Ich glaube, dass Übung und Training sehr wichtig ist, aber was noch wichtiger ist, ist es mit Ausdauer und Qualität zu tun. Ich hätte es gerne so, wenn es mein Körper und mein Geist es ermöglichen. K.I.: Welche Zukunft erwartet das Karate? M.H.: Das Karate, wie alle Dinge, wird durch harte Zeiten und Zeiten der Windstille gehen, schlechte und gute, aber solange es Leute gibt, die trainieren wollen, wird es bestehen. Die Geschichte wiederholt sich… K.I.: Welche Projekte haben Sie für die nahe Zukunft? M.H.: Ich werde bald 70 Jahre alt. In Japan feiert man diesen Geburtstag, als „Koki, was bedeutet „sehr seltsam, dass er bis an dieses Alter gelangt“. Ich habe seit 22 Jahren in Spanien gelebt, ich hatte alles. Gutes, schlechtes, hartes…härter als andere Dinge. Ich würde gerne den Rest meines Lebens ruhig leben, so wie ich momentan lebe. Seit 6 Jahren bin ich verwitwet, aber zum Glück hat mir Gott eine Frau aus Japan gebracht. Aber sie ist Kantabrierin und war 2 frühere Patientin und auch Schülerin des Karate. Sie hat 35 Jahre in Japan gelebt und versteht perfekt, wie die japanische Mentalität ist. Sie lebt seit fünf Jahren mit mir und dieses Jahr werden wir heiraten. So werden wir immer

zusammenleben, mit meinen Schülern des Karate, Veteranen, die bereits jetzt Teil meines Lebens sind…“ (1) Der Ausdruck Kime spielt auf die Verwendung und Konzentration der physischen und mentalen Energie in dem Moment an, in welchem der Karateka, welcher angreift oder verteidigt, gegen seinen Opponenten schlägt. Wörtlich auf Japanisch heißt es „entscheiden“ oder „letzte Entscheidung“ und bezieht sich auf die Fähigkeit, ohne Zöger n anzugreifen oder sich zu verteidigen und was wichtiger ist, den Angriff oder die Verteidigung mit schneller Entscheidung und Überzeugung zu beenden. Foto 1: Der Meister Hattori mit seinen ältesten Schülern, einige sind zusammen mit dem Meistern und seinen Lehren alt geworden. Foto 2: Ramón Crespo Paredes, Miguel Ángel Revilla Roiz und Tatsuhiko Hattori Itoh. Foto 3: Der Meister Hattori als Schiedsrichter der Europameisterschaft 1976, abgehalten in Genf. Foto 4: Der Meister mit ein paar seiner ältesten Schüler, einige trainieren bereits seit 4 Jahrzehnten mit dem Meister.

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GM Bierman erhält eine Goldmedaille im Waffenkampf 4. Mai 2013 Während der letzten 40 Jahre hat George Bierman aus Loyalsock sein Leben der Ausübung der Kampfkünste gewidmet. 1973, in seinem ersten Jahr an der Universität in Bloomsburg, fing er damit an, Tae Kwon Do und Judo zu trainieren. Seit jenem Tag und nach vielen Stunden des Trainings wurde er zu einem der Karatemeister. Bierman besitzt heute den 8. Dan und unterrichtet Karate und Selbstverteidigung in der örtlichen Schule. Seine Vielfalt an Fähigkeiten umfasst alles von Akai Jiu Jitsu bis zur Verteidigung mit Waffen. Er wurde als Mitglied der 10. Hall of Fame der Kampfkünste ausgewählt und hat mehr als 200 Preise im Karate gewonnen, einschließlich zwei des Repräsentantenhauses von Pennsylvania, in welchen seine außerordentlichen Errungenschaften anerkannt werden. Ohne Zweifel ist sein beeindruckendster Sieg in den Wettkämpfen der Kampfkünste der, den er vor kurzem in den Ost-West-Olympiaden der Kampfkünste erlangte, die vom 11. bis 14. April statt fanden. Dieses Event, das viele mittlerweile für den wichtigsten Wettkampf der Kampfkünste weltweit halten, wird von der internationalen Konföderation der Kampfkünste organisiert. Der Wettkampf findet in Sankt Petersburg, Russland, statt und ist ein Treffen, bei dem die Kampfkünstler nicht nur ihre Fähigkeiten zur Schau stellen, sondern auch ihr Wissen mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Kulturen austauschen. Da es ja kein Wettkampf im Karate in den Olympischen Sommerspielen gibt, wird dieser Wettstreit als der renommierteste angesehen. Im April 2000 nahm George Bierman zum ersten Mal an diesem Wettkampf teil und gewann zwei Medaillen. Im folgenden Jahr gewann er im Ost-West-Open drei Medaillen in den traditionellen Formen, lange Waffen und kurze Waffen, dazu noch eine Bronzemedaille im Kumité. Nach diesen beachtlichen Siegen im Jahr 2000 wurde Bierman während der nächsten sieben Jahre zum Aushängeschild dieses Events und führte somit als Abgesandter der USA regelmäßige Reisen zu jenem Ereignis durch. In diesem Jahr musste Bierman nochmals nach Russland fliegen, um an der Eröffnungszeremonie teilzunehmen, zusammen mit dem Mitglied der Hall of Fame des UFC Dan Severn. Nach seiner Vorführung bei der Auftaktveranstaltung am Freitag war Bierman erstaunt, als er erfuhr, dass der Koordinator des Events ihn für den Wettkampf der Waffen am Sonntag notiert hatte. Mit seinen 57 Jahren willigte Bierman ein, zunächst zähneknirschend, und obwohl er weder Waffen noch Kampfausrüstung mitgebracht hatte. „Ich habe einem der Verkäufer gerade einen B_ abgekauft und die Nacht zuvor ein bisschen geübt, um das Spinnengewebe loszuwerden“ - sagte Bierman. „Ich arbeite jeden Tag, aber als ich damals aktiv war, trainierte ich eineinhalb Jahre für den Wettkampf“. Als großer Sieger, schaffte es Bierman, die Goldmedaille des Events zu gewinnen und übertrumpfte die ander n 15 Wettkämpfer, die sich bereits seit einem Jahr auf diesen Wettstreit vorbereitet hatten. „Sie sind jünger, vielleicht etwas schneller, aber ich weiß wahrscheinlich ein bisschen mehr...ich vermute ja auch, dass sie eine ältere Person unterschätzt haben”- meinte Bierman nach dem Sieg. Obgleich er dieses Jahr seinen sechsten Welttitel im Ost-West-Open gewonnen hat, glaubt er nicht, dass er nochmals teilnehmen wird. „Wenn du einmal dieses Niveau erreicht hast, redest du von den besten Athleten der Welt und um auf diesem Level Erfolg zu haben, musst du Kampfkunst essen, schlafen und atmen“ und er fügte hinzu „Ich beginne zu lernen, dass, wenn du einmal das Größte erreicht hast, du nur verlieren oder verletzt daraus hervorgehen kannst.“

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dass Eskrima auf den Philippinen vor Jahren dafür entwickelt wurde, um den Gegner im Geheimen zu bekämpfen. Dass man Waffen wie Stöcke oder Messer, Speere und Schwerter verwenden musste, da man ja nicht Feuerwaffen wie die spanischen Eroberer besaß.Jahrhunderte später ist Eskrima zwar auch auf den Philippinen zum Sport geworden, aber für mich persönlich ist es zuerst eine Kampfkunst. Ich habe es modernisiert und für jeden, der bereit ist, hart zu trainieren und meinem Weg zu folgen, verständlich gemacht. Eskrima braucht eine Antwort auf die moderne Aggressivität, es sollte realistisch sein und sich bereitmachen fürs 21. Jahrhundert. Eskrima zu entwickeln wird eines meiner Hauptziele sein, jetzt und in Zukunft. Aber wir lassen Kampfkonzepte aus, die überholt oder ineffizient sind.

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eine Sichtweise über Eskrima unterscheidet sich von anderen Ausbilder n. Viele Leute vergessen, Ich habe meinen Stil (Stroeven Combat Systems (SCS)) über einen Zeitraum von dreißig Jahren erarbeitet und er entwickelt sich immer noch weiter. Ich habe mit Latosa Eskrima

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begonnen und mit Bill Newan trainiert, bevor ich auf die Philippinen gereist bin. Die Leute denken immer noch, ich hätte Eskrima auf den Philippinen erlernt, aber ich habe es in Holland angefangen. Den Messerkampf lernte ich von meinem Vater. Ich bin auf die Philippinen gegangen, um mit unterschiedlichen Meister n zu trainieren und ich habe eine Menge von ihnen geler nt. Als Leiter des Stroeven Combat Systems, eine internationale Organisation zur Förderung von Eskrima, haben mein Lehrpersonal und ich die Entwicklung verschiedener Stile innerhalb des Eskrima fortgeführt. Im SCS trainieren wir Stockkampf, auch Pocket-Stick, Messerkampf, Karambit, Tonfa, Machete, Pangamot und Tomahawk. Innerhalb SCS wird Eskrima als dynamische, realistische Kampfkunst erarbeitet, die in Europa bereits eine Führungsrolle über nommen hat. Der Messerkampf spielt eine große Rolle in meinem System. Nur wenn du ein Messer zu benutzen weißt, wirst du auch wissen, wie du dich dagegen verteidigst. Jeder Kampfkünstler, der Selbstverteidigung ernst nimmt, muss auch ernsthaft das Training mit einem Messer in Betracht ziehen. Eine große Anzahl an Personen praktiziert heutzutage Eskrima. In den letzten Jahren sind unterschiedliche Stilrichtungen innerhalb des Eskrima bekannter geworden. Stile wie Kali, Arnis werden in Filmen wie Rambo, die Bour ne Identität oder Hunted gezeigt. In diesen Filmen wird Eskrima in all seinen Facetten veranschaulicht. Stock, Messer und leere Hand sind Teil des Repertoires von berühmten Schauspielern, die von Experten trainiert werden. Sie stellen die Kampfkunst spektakulär dar und dies ist einer der Gründe, dass sie zunehmend bekannt wird. Vielleicht unbeabsichtigt wurden die Schauspieler Botschafter für Eskrima. Aber die Leute wollen mehr. Sie wollen selbst Eskrima lernen. Das Gute an Eskrima ist, dass es eine breitgefächerte Vielfalt an Techniken birgt, so dass jeder an die Arbeit gehen kann. Manche mögen Messertechniken, leere Hand oder andere Stockkampf. Das alles bietet Eskrima. Ich habe festgestellt, dass meine Seminare wirklich gut besucht sind. Leute auf der ganzen Welt finden daran Gefallen. Auch meine Ausbildungskurse waren und sind immer noch ein

großer Erfolg. Ich habe auch bemerkt, dass immer mehr Lehrer anderer Kampfkünste Eskrima als willkommene zu ihrer eigenen Ergänzung Kampfkunst wahrnehmen. Gleichzeitig beobachte ich, dass sie, Eskrima einmal einbezogen, nichts anderes außer Eskrima praktizieren wollen. Es passiert manchmal, dass Krav MagaLehrer Eskrima und seine Prinzipien lernen und die Kunst in ihr eigenes Training einfließen lassen. Manche Krav Maga-Organisationen lernten Eskrima, Messerkampf und Pangamot, nennen dies aber Krav Maga. Ich verstehe das als Kompliment. Meine Seminare für Spezialkräfte, wie COT Commando Brazil und meine Seminare für das philippinische Militär zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Eskrima sollte ein dynamischer Stil sein, der sich an alle Umstände und Bedürfnisse anpasst, um dem Geist des Eskrima-Kämpfers zu folgen, der jede Waffe verwendet, die er zur Hand hat. Für mich geht es beim Eskrima nicht um protzige Drills, auch wenn sie nett aussehen. Drills sind nur zu Trainingszwecken. Ich möchte, dass meine Studenten verstehen, dass Eskrima realistisch, hart, direkt und schlicht geübt werden muss. Dass es darauf abzielt, den Gegner so schnell wie möglich außer Gefecht zu setzen. In meinen nächsten Kolumnen werde ich darüber schreiben, was ich von Eskrima sowohl als Selbstverteidigung als auch als Sport halte. Die Bedeutung der Tradition und was bewahrt und auch, was meiner Meinung nach rausgeworfen werden sollte. Ich werde über Eskrima als realistische Kampffähigkeit sprechen und über bestimmte Praktiken in den philippinischen Kampfkünsten schreiben. Ich werde mich über die Verbreitung von Titeln äußern und wie leicht es zu sein scheint, ein großer Meister zu werden. Überdies werde ich mich mit dem Messerkampf, speziellen Programmen für Militärpersonal, Pangamot und dem unbewaffneten Kampf befassen. Das alles wird angesprochen werden und ich werde auch ausführlich auf meine Erfahrungen auf den Philippinen eingehen. Ich werde über Techniken, Prinzipien und Tipps sprechen, die ihr leicht auf euer Eskrima anwenden könnt. Mithilfe von Videos werde ich euch erklären, was ich meine. Ich hoffe, ihr werdet daran Gefallen finden, aber fürs erste heiße ich euch willkommen in meiner Welt des Eskrima! Contact us : Frans Stroeven sekan@ziggo.nl Website: www.knifefightsystem.com

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Mit dieser Kolumne möchte ich zwei meiner Einflüsse huldigen, die mich während meiner kämpferischen Karriere begleitet haben. Die philippinischen Kampfkünste und die Philosophie des Jeet Kune Do und darüber hinaus zwei Menschen und große Meister: Bruce Lee und Dan Inosanto. „Für alle die nach der Wahrheit suchen, kommt das Wissen mit ihrem Ausbilder, die Weisheit jedoch kommt aus ihnen selbst.“ enn man von Kampfkünsten spricht, ist es unvermeidbar nicht an einen der großen Meister des 20.Jahrhunderts zu denken. Ich beziehe mich hier auf Sifu-Guro Tuhon-Pendekar Dan Inosanto. Seine Spur leitet Millionen von Praktizierenden. Und nicht nur deshalb, weil er Freund und Schüler Bruce Lees war, sondern wegen seiner makellosen Laufbahn, bezeugt durch sein absolutes Wissen über unterschiedliche Systeme oder Stile, unter der Aufsicht von zwei der besten Meister der Welt. Wer, wenn nicht er, repräsentiert besser den integrierenden Geist und die persönliche Überwindung, nicht nur unter dem technischen Aspekt, sondern auch bezüglich des spirituellen Wachstums, so wie es sein Meister Bruce Lee ihm riet. Dan Inosanto bekräftigt, dass alle Stile etwas anzubieten haben, aber ich teile nicht diese Meinung. Jedes System hat seine eigene Vielfalt, eine Kultur, eine Tradition, ein Blickwinkel, der uns ein anderes Konzept dazu liefert, wie man in unterschiedlichen Situationen reagiert. Letztendlich, sagte Bruce mit großer Treffsicherheit, dass das Individuum immer wichtiger als der Stil sei. Wenn ihr diese Behauptung teilt, stimmt ihr damit zu, dass die Kraft in uns selbst liegt. Mehr als im Stil an sich. So sehr unterscheiden sich die Stile? Oder variiert eher die Wahrnehmung des Ausbilders oder Schülers? In meiner kämpferischen Laufbahn hatte ich die Ehre und das Privileg, den Teppich mit Meistern aus der ganzen Welt teilen zu können und verschiedene Systeme üben zu können. Werde ich jetzt nach 38 Jahren des Trainierens und Lernen gefragt, bei welchem ich nun verbleibe, ist die Antwort nur eine: Alle und jeder Einzelne von ihnen für sich genommen bilden eine Einheit, ohne Namen, ohne Unterscheidung, sie sind keine Individuen mehr. Sie sind Teil eines

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„Das Bedürfnis zu lernen bewegt das menschliche Wesen und dank unserer Meister, die unser Fahrzeug in Richtung dieses Wissens sind, können wir diese wertvolle Information, bereits an viele in vergangenen Jahrhunderten weitergegeben, erhalten.” zurückgelegten Weges, ein Vehikel, das uns transportiert, sich immer in eine Richtung entwickelnd, ohne Besitzer der absoluten Wahrheit zu sein und stets Veränderung und Entwicklung ausgesetzt. Vorher konnte ich gut einen Meister anhand des Stils auswählen. Der Eindruck, den die Meister in mir hinterlassen haben, ist persönlich, weit über den Stil, den sie unterrichtet oder repräsentiert haben, hinaus. Zwei der Einflüsse in meinem System sind, natürlich, das JKD und die philippinischen Kampfkünste. Dazu noch das Silat und das Kyusho, wobei ich immer die Konzepte der Interpretation des Gedankens wichtiger nehme als die eigentliche Idee. Nach Vergleichen suchend, die mich In einer meiner charakterisieren: Leidenschaften, dem Segeln, leiden wir unter dem Einfluss des Windes und profitieren gleichzeitig von dieser Kraft der Natur, um sie zu lenken und zu unserem Gunsten zu verwenden. Und durch das Segel und die Takelage bemächtigen wir uns dieses

Schwungs, bis wir an den Hafen gelangen. Jedes Gebiet hat einen eigenen Namen für den Wind, aber was wichtig ist, ist seine Richtung und Intensität, nicht sein Name. Genauso ist es für uns, wenn wir motorisiert fahren, nur dass hier das Ergebnis des Windes wichtig ist, das heißt die Wellen oder die Strömung. Es ist nicht möglich, auf dem Atlantik segeln zu können und das nicht auf dem Pazifik tun zu können. Ändert sich auch der Name, in seiner Struktur ist das Meer das Meer, wenn auch mit kleinen Unterschieden, abhängig von dem Teil des Planeten, auf welchem wir segeln. Obwohl der beste Segler derjenige sein wird, der alle Ozeane umsegelt und sich den Widrigkeiten gegenüberstellt, die jeder von ihnen aufwirft. Wie paradox: die Schiffsführer lernen auf der Erde zu segeln, indem sie sich die Konzepte, die Technik, die Theorie, die nautischen Karten aneignen, aber es wird im Meer sein, wo sie die Erfahrung erlangen, die sie zu echten Seefahrern macht. In den Kampfkünsten passiert etwas Ähnliches. Wir trainieren im Dojo, nicht auf der Straße, obwohl es dort sein wird, wo wir wirklich das Kämpfen lernen. Ein Leitsatz sagt: “Das Wissen leitet die Aktion und die Aktion initiiert das Wissen“. In dieser neuen Ära der Kommunikation wird uns ermöglicht, die unendlichen Angebote kennenzulernen, die zu unseren Blickwinkeln beitragen, obwohl „weniger oft mehr ist“. Unsere Erfahrung wird uns dabei helfen, zwischen dem einen und anderen zu unterscheiden. Das Bedürfnis zu lernen bewegt das menschliche Wesen und dank unserer Meister, die unser Fahrzeug in Richtung dieses Wissens sind, können wir diese wertvolle Information, bereits an viele in vergangenen Jahrhunderten weitergegeben, erhalten. Die Verpflichtung des Besitzers dieses Wissens ist, es zu verbreiten, zu schützen und aufrechtzuerhalten für die kommenden Generationen. Hinter jeder Kampfkunst steht ein Volk, eine Kultur, eine Tradition, die nicht verloren gehen sollte. Dies ist ihr Identitätsmerkmal und wir sollten es respektieren und bewahren.


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Das fortgeschrittene Training mit der Holzpuppe Ching Jong Eine der 18 berühmtesten Holzpuppen des Stils Choy Lee Fut ist die Puppe Ching Jong: Ching bedeutet Waage und Jong Trainingsmechanismus oder Trainingsmittel. Ching Jong wird ebenso Mann aus Holz genannt. Diese Art von Training wurde seit dem Altertum nur an die Mitglieder der Familie des Gründers Chan Heung oder an die Schüler dieser Familienangehöriger weitergegeben. Es war also ein vorbehaltenes Training. Wir können die Abstimmung direkt von dem Mönch Choy Fok aus skizzieren. Der ShaolinMönch des Nordens und Meister des Chang Heung war und der Originalpuppen des Shaolin kundig. Der Gründer des Choy Lee Fut Chan Heung wäre der Nächste, der die Tradition dieser Puppen des Shaolin kannte. Auch der ältere Sohn des Chang Heung, Chan On-Pak, erbte von seinem Vater das Training mit den Holzpuppen. Der jüngere Sohn Chan Koon-Pak fuhr ebenso damit fort, das Wissen über die Holzpuppen an seine Kinder und Schüler weiterzugeben. Die Holzpuppe Ching Jong setzt sich zusammen aus einem Rumpf aus Holz, aus dem bestimmte Arten von Armen herausragen. Im oberen Teil gibt es einen langen Arm, der beweglich ist und ein Spiel auf vertikaler Linie ermöglicht. Dieser Arm hat einen kurzen Abschnitt, der aus dem hinteren Teil hervorsteht, an das man ursprünglich ein Gewicht aus Metall hängt, um ein Gegengewicht zu erzeugen - heutzutage verwendet man mit derselben Absicht eine Sprungfeder aus Metall. Dieses hintere Gegengewicht bietet dem Praktizierenden des Choy Lee Fut die Möglichkeit, den vorderen langen Arm mit einer authentischen abnehmenden Bewegung zu blockieren, zu schlagen und herunter zu ziehen. Weil, sobald er locker ist, kehrt der bewegliche Arm in die Anfangsposition zurück. Genau dieser obere Arm ist es, der der Puppe den Namen gegeben hat. Es gibt zwei weitere Arme in dem mittleren Abschnitt des Ching Jong. Diese sind kleiner als der obere Arm und am Körper der geräumigen Holzpuppe verbunden, damit sie etwas Spielraum haben und andere Arten von Schlägen erlauben. Man verwendet sie, um Blockierungen zu üben und Angriffe des mittleren Abschnittes zu simulieren. Im untersten Abschnitt des Ching Jong findet man ein gerades Bein, das nach außen hin einen abnehmenden Winkel bildet. Dieses untere Bein ist von großem Nutzen, um Niederwerfen und Fegetechniken zu üben. Auf den ersten Blick wirkt der Ching Jong ähnlich wie andere Holzpupen des Kung Fu, wie der Mook Jong des Stils Win Chun. Dennoch, dieser hat zwei obere Arme und einen längeren im mittleren Teil, im Unterschied zum Ching

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Jong. Eine weitere Differenz bezüglich anderer Puppen ist, dass der Ching Jong des Choy Lee Fut auf einem viereckig geschnitzten Rumpf durchgeführt wird, das heißt, mit vier Ecken und vier Seiten, während man andere Puppen gewöhnlich auf Blöcken mit einem Körper von kreisförmiger Basis ausübt. Manchmal tragen die Ching Jong zudem über ihrem Kopf eine horizontale Stange, als Mühle bekannt, von ungefähr 70 cm, verbunden mit der Puppe durch ihre obere Ebene. Diese Stange hat eine Drehbewegung und simuliert dem Gegner ihm eine hintere Faust in einer gebogenen Wurfbahn entgegen zu schleudern. Der Auszubildende, der die Holzpuppe mit diesem Zubehör verwendet, entwickelt bald die notwendigen Reflexe, um dieser Art von Angriffen auszuweichen. Die Holzpuppe des Choy Lee Fut führt normalerweise sieben kleine flache Säcke an sich angehaftet mit, gefüllt mit Sand oder ähnlichem Material, die sich auf drei unterschiedlichen Höhenebenen befinden und so dazu beitragen, die angemessene Form und Kraft zu entwickeln. Es gibt einen Sack auf der vorderen Seite, auf hoher Ebene, einen weiteren unterhalb davon im Zentrum, einen dritten auf frontaler unteren Ebene und je einen mehr auf jeder Seite der zwei oberen Ebenen. Sie werden benutzt, um die Form und Kraft zu trainieren. Gleichzeitig verbessern sie die Hände des Übenden, wenn er schwere Schläge auf sie schleudert. Die empfehlenswerteste Höhe eines Ching Jong ist wohl die mittlere Höhe der Person, wenn sich diese in der Position der Vier Schritte Pferdestellung befindet, obgleich man sie auch mit etwas mehr Zentimeter errichten kann. Diesbezüglich wird die obere Mühle ebenso die Endmessung erhöhen. Wir haben die „Zusammensetzung“ der Holzpuppe geschildert, aber das wichtigste ist, zu wissen was den Ching Jong speziell macht. Was ihn zu einem der besten Mittel für das Kampftraining macht, neben dem Nahkampf mit einem Gefährten aus Fleisch und Knochen. Die Hauptvorteile seines Gebrauches sind: - Erstens unterstützt er den Schüler dabei, die Entfernung und das zu schlagende Objekt des Bereichs einzuschätzen, da er unbeweglich auf seiner Position in der Ebene des Bodens bleibt, während der Schüler den besten Winkel und die geeignetste Annäherung trainiert. - Da die Puppe die Angriffe nicht auf echte Art erwidert (nur das Zurückschnellen der beweglichen Teile, was immer dasselbe ist) stellt sie keine große Hilfe dar, um die Reaktionszeit zu kontrollieren. Trotzdem und als Gegenleistung, beweist die Holzpuppe einen soliden Widerstand gegen die Schläge des Trainierenden, welche sie ohne Schwierigkeit oder negative Auswirkungen im Organismus aufnimmt. Auch wenn sie mit voller Kraft ausgeführt werden. Wenn die Kraft, die man beim

Trainieren mit der Holzpuppe verwendet, auf einen Trainingskollegen angewandt werden würde, würde dieser nicht ertragen, ohne Schäden zu erleiden (deshalb ist das Training des Ching Jong einzigartig und persönlich). - Es verschafft dem Kampfkünstler eine außergewöhnliche Methode, wenn es darum geht, seine Arme, Handgelenke, Schienbeine, Finger, Handflächen, Fäuste, Beine und Füße zu verbessern. Die flachen Säcke kräftigen die Fäuste und Krallenhände des Praktizierenden, während die Arme der Puppe seine eigenen Arme und Handflächen abhärten, wenn es sich ums Blockieren/Schlagen handelt. Die Schienbeine und Füße gewöhnen sich an das Fegen und an Tritte auf die unteren Gliedmaßen (der untere Arm täuscht ein Bein vor). - Mag auch die Puppe grundsätzlich ein statisches Objekt sein, ermöglicht doch die eingesetzte Arbeit der Füße, alle Bewegungen und Positionen des Choy Lee Fut mit einzubeziehen. Dank den sich um den Rumpf herum befindenden Säcken kann der Kampfkünstler sich in drei Richtungen auf der Bodenebene bewegen (horizontal, längs und diagonal) und alle Ausweichbewegungen mit einem großen Aktionswinkel üben, wenn er verschiedene Blockier-und Angriffstechniken durchführt. - Und was die Entwicklung der Form und der unterschiedlichen Fausttechniken, Blockaden und Tritte des Stils betrifft, bietet sich der Ching Jong als wertvolle Unterstützung für das Training davon an. Man sollte nicht in Versuchung geraten, die Arbeit mit der Holzpuppe zu unterschätzen. Sie ist mehr als „nur ein anderes Hilfsmittel fürs Training“, mehr als „nur eine Nachbildung des Menschen“. Die Schüler werden die Form immer ihren Meistern nacheifern, aber die Technik der Puppe stellt einen Rivalen dar, gegen den man mit aller Härte trainieren kann. Auch wenn der Schüler seine Formen lernen muss, verkörpert die Holzpuppe eine hochwirksame Methode, die es ihm erlaubt, immer mit der richtigen Anweisung seines Meisters, auf geeignete Weise Stärke und Kraft einzusetzen. Mit ihr wird er zu einer tiefgründigen und echten Kenntnis des Kung Fu gelangen und dies wird ihm erlauben, sich den Härten und Realitäten eines Nahkampfes sicher gegenüber zu stellen. Es mag sein, dass die Ching Jongs den Schlag nicht zurückgeben, aber sie helfen, sich auf die Klasse von Individuen vorzubereiten, die das sehr wohl tun. Das Alte sollte man weder verändern noch zerstören, sondern nur wissen, es zu bewahren, damit es immer alt sei (chinesisches Sprichwort). Escuela Shaolin Choy Li Fut C/Bélgica nº 11 local 976533296 Zaragoza http://shaolinchoylifut.blogspot.com.es


„Man sollte nicht in Versuchung geraten, die Arbeit mit der Holzpuppe zu unterschätzen. Sie ist mehr als „nur ein anderes Hilfsmittel fürs Training“, mehr als „nur eine Nachbildung des Menschen“.

Das Alte sollte man weder verändern noch zerstören, sonder nur wissen, es zu bewahren, damit es immer alt sei (chinesisches Sprichwort)

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Für Sifu Cangelosi gibt es nur ein Kung Fu, in dem die Stile nur Äste des gleichen Stammes sind und ein echter Kampfkünstler sollte alle üben. In dieser Gelegenheit präsentiert er uns eine Arbeit über das Chin Na, die Kunst des Greifens und Kontrollierens des Gegners. Es ist keine traditionelle sondern ein Kampfmethode, raffiniertes und ausgiebiges technisches Gepäck, das in allen chinesischen Kampfkunststilen zu finden ist, vor allem beim Tang Lang, Pa Kua oder Tai Chi Chuan, unter anderem. Im Laufe der Jahrhunderte hat es eine Entwicklung erlebt mit Techniken der Gelenke, Druck auf nervöse Punkte, Block von Sehnen und Muskeln, Würgen der Atemund Blutwege, Würfe, Schläge und Erschütterungen. Auf der fortgeschritteneren Ebene, sucht das Chin Na stets den Weg der Energie, das Chi und wird zur patenten Waffe, deren Kraft und Effizienz sich einstellen lassen und so vollkommenen Respekt für den Gegner erhalten. Eine ausgezeichnete Alternative um konfrontative Situationen unbeschadet zu lösen. In diesem zweiten Band geht Meister Cangelosi auf die Gelenkhebel gegen Ellbogen und Schultern, Handgelenke und Finger ein.

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Hier stimmt alles Als leuchtendes Beispiel für Organisation, Matchmaking und Zuschauerunterhaltung durch charismatische Kämpfer gelten seit einigen Jahren die Berliner Events „We Love MMA“. Hier stimmt das Gesamtpaket! Kämpfer reisen aus ganz Deutschland an, um hier zu fighten. Auch Fighter aus dem europäischen Ausland sind Stammgäste und bringen Kampfgeist und Können in die Hauptstadt. Der Erfolg seiner Veranstaltungen gibt Marcus Wortmeier die Bestätigung, dass sich Qualität durchsetzt und vom Publikum begeistert angenommen wird. Und so wundert es nicht, dass am Cage auch der eine oder andere Promi zu sehen ist, der sich für die harten Jungs und Mädels begeistert.

Im Dezember in Berlin Am 14.Dezember 2013 heißt es in Berlin im Oktagon wieder: Kämpfer bereit? Und ein ausverkauftes Haus wird hochkarätige Kämpfe zu sehen bekommen. Wer sich nicht rechtzeitig um Sitzplätze gekümmert hat, zog bereits Anfang des Sommers ein langes Gesicht. Jetzt beginnt das Rennen um die letzten Stehplatzkarten. Selbst für die Events im kommenden Jahr haben sich einige Freunde des Cagefights bereits Karten geordert. Auch hier fängt der frühe Vogel den besten Wurm.

Größere Halle in Berlin Im nächsten Jahr gibt es Neuerungen und Steigerungen bei „We Love MMA 8“. In Berlin wurde bisher in der tollen Kampfsportlocation Universal Hall gekämpft. Dort fanden auch die „Martial Arts Movie Con“ oder „Battle of Berlin“ statt. Der Umzug der Fighter ins Tempodrom ist jetzt noch eine Steigerung. Der Sauerland Boxstall führte hier Boxveranstaltungen durch, auch zeigten hier die Shaolin Mönche ihre Show oder die besten Kampfsportler Deutschland ihr Können bei „Best Of Martial Arts“. Mehr Zuschauer können im Tempodrom in Zukunft die Kontrahenten anfeuern.

Oberhausen 2014 Nicht nur die Berliner lieben MMA. So wird „We Love MMA 7“ die “KönigPilsener-ARENA in Oberhausen am

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1.Februar 2014 rocken. Das ist Anspor n für die Kämpfer auch außerhalb der Hauptstadt ihr Bestes zu geben.

Am 7.Juni 2014 freuen wir uns dann in Berlin auf „We Love MMA 8“ und auf das Tempodrom. Wir sind für euch dabei und werden berichten. Text: Olaf Schönau Fotos: Archiv AsiaSport www.asiasport.de


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Die Tigertechniken des Shaolin Hung Gar Kung Fu Tiger: Die Techniken des Tigers dienen der Entwicklung der Knochen und der Muskeln. Seine Techniken beruhen auf der Philosophie des Elementes Feuer. Der Tiger benützt kraftvolle Krallen-Techniken mit denen er seine Gegner in Stücke reisst. Sein Angriff ist stets frontal und geradlinig. Der Tiger Stil wird oft als der wichtigste der fünf Tierstile angesehen. Diese Wahr nehmung ist wahrscheinlich jedoch auf ein Missverständnis zurückzuführen. Viele Hung Gar Praktizierende betrachten den Namen der ersten Hauptform „Gung Gee Fook Fu Kuen“ und sehen darin das Wort (Schriftzeichen) „Fu“, welches Tiger bedeutet. Dasselbe Wort findet sich im Namen der zweiten Hauptform des Hung Stils, „Fu Hok Seung Yin Kuen“ wieder. Deswegen gehen viele Hung Gar Praktizierende davon aus, dass dem Tiger besondere Beachtung geschenkt werden muss. Gemäss Überlieferung bezieht sich der Name der ersten Hauptform auf das stärkste Tier im Ling Nam Gebirge im Süden Chinas, den Tiger. „Fook Fu Kuen“ oder auf Deutsch „den Tiger besiegende Faust“ deutet an, dass der Praktizierende, der diese Form intensiv genug übt, selbst


1. + 2. Herbs for Si Sao Fang 3. + 4. Exercice 5 Bag for conditioning of the Hands 6 Dit Da Jow

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Kung Fu

1.- 6. Tiger application 1 1.- 6. Tiger application 2 1.-5. Use of Tiger Claw

das stärkste Tier besiegen könnte. Bei der zweiten Hauptform bezieht sich der Tiger imName dann wirklich auf die Tigertechniken. Die wichtigsten Aspekte bei den Tigertechniken sind das Stärken der Muskeln, Sehnen, und Knochen. Im Speziellen werden die Glieder und der Rücken gestärkt. Geschlagen wird mit den Handballen. Vielfach, vor allem in früheren Zeiten, wird mit den „Krallen“ gerissen. Wenn man den Legenden Glauben schenken darf, wurden nicht selten ganze Fleischstücke aus dem Gegner gerissen.

Aus meiner Erfahrung bei dem Erlernen der Tigertechniken: Schon sehr früh war ich begeistert von den Tigertechniken. Aber der wahre Wert der Techniken kam erst nach einigen Jahren zum Vorschein. Zuerst muss der Körper stark genug sein, die Finger und Handballen konditioniert und die Techniken sauber, um mit richtigem Körpereinsatz ausgeführt werden zu können. Meinen Schülern scheint es ebenso zu gehen. Auch sie sind sofort begeistert von den Techniken des Tigerstils. Viele merken jedoch sehr schnell, dass ohne entsprechendes Training die Techniken nur beschränkt von Nutzen sind.


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1. - 4. Basic circle exercice 1.- 11. MMA Application


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Interview

roßmeister Victor Sheng Lung Fu ist der Neffe des Großmeisters Fu Zheng Song (oder Fu Chen Sung, 1881-1953), der berühmte Begründer des kompletten Systems der inneren Kampfkünste, Fu Stil Wudang Boxen oder Wudang Quan genannt, was Tai Chi Chuan, Liang Yi Chuan, Ssu Xiang Chuan, Hsing Yi Chuan und Pa Kua Zhang einschließt und zusätzlich noch andere Schlagtypen und Formen mit Waffen. Fu Zheng Song war einer der bekanntesten Kung Fu-Ausbilder in der chinesischen Geschichte. Er war berühmt als einer der „Fünf Tiger aus dem Norden“. Der Fu Stil wurde von seinem Sohn, dem Großmeister Fu Wing Fay (auch Fu Wing Fai oder Fu Yong Hui, 1907-1993) und seinem Vater von Victor Fu weiterentwickelt.

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Die besten Studenten Fu Wing Fays waren sein Sohn, Sheng Lung, und eine talentierte junge Frau namens Bow Sim Mark, eine der größten Meisterinnen der letzten 50 Jahre. So haben Victor Sheng Lung Fu und drei Kinder von Fu Wing Fay den Stab des kämpferischen Familienerbes weitergegeben und lehren heutzutage immer noch die Fu Stil Künste der Familie. Victor Fu, geboren am 8. Januar 1946 begann seine Lehre in der Kampfkunst und dem kompletten System des Fu Stils mit seinem Vater im Alter von vier Jahren. Als Kind hat Sheng Lung Fu an vielen Turnieren teilgenommen und wurde mit 13 Erster im Guangdong Provinz-Jugendturnier. 1984 wurde er Mitglied und Leiter der Boxen städtischen WudangForschungsgesellschaft in Guangzhou und 1985 Mitglied und Teil des Komitees der städtischen WushuVereinigung von Guangzhou. 1988 wurde er als sekundärer WushuKampfrichter vom städtischen Sportkomitee Guangzhous bestätigt. 1989 zog Meister Fu nach Vancouver in Kanada und eröffnete 1990 seine eigene Schule, um das Kampfkunstsystem seiner Familie zu lehren. Er begann auch in örtlichen Gemeinschaftszentren zu unterrichten, führte kontinuierlich erzieherische Aktivitäten durch und kooperierte mit

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mehr als 30 der langzeitigen Betreuungseinrichtungen um Vancouver. Er ist momentan einer der wenigen Meister des Fu Stils in Nordamerika, Kanada und Europa. Zusammenfassend zeichnet sich der Fu Stil durch starke, geschmeidige und lebhafte Bewegungen der Hüften und Taille aus. Wobei er Wert auf eine Gesamtbewegung des Körpers legt. Das macht ihn einzigartig bei den inneren Kampfkünsten. Der Fu Stil ist zugleich sanft und ausgedehnt. Die Form verlangt vor-und zurückdrehen, wenden und beugen, so dass die Bewegung des ganzen Körpers ins Spiel gebracht wird. Das Studium der Fu-Stil-Kampfkünste bringt sowohl der Gesundheit als auch der Selbstverteidigung Vorteile. Die großen Meister Fu Zheng Song, Fu Wing Fay und Victor Fu Sheng Lung repräsentieren drei Generationen innerer Kampfkunst auf höchstem Niveau. Wie in vielen Familienstilen ist die Weitergabe dieser Künste an die nächste Generation von hoher Wichtigkeit. In Italien ist die Schule Shuri-Te, Direktor ist Meister Maurizio Mingotti und Standort die Villa Bartolomea in der Provinz Verona, die erste und einzige Italiens, die 2011 die Mitgliedschaftszertifikate der Fu Stile Tai Chi, Pa Kua, Hsing yi Weltvereinigung erhalten hat. Diese Ehrung wurde direkt vom Präsidenten, Großmeister Victor Sheng Lung Fu verliehen. Meister Maurizio ist Meister des Shotokan-Karate und Tai Chi, sowie zertifizierter Lehrer der vierten Generation des Tai Chi-Fu Stils. Meister Maurizio hatte zusammen mit seinen Studenten das Vergnügen und die Ehre diesen aufgeschlossenen und bescheidenen Großmeister persönlich zu treffen und seine Lehren direkt von ihm zu erhalten. In zwei Tai Chi-und Baguaseminaren, die im Mai 2011 und April 2012 abgehalten und von der Schule organisiert wurden. Das Interview fand am 27. April 2012 statt, der letzte Tag vor seiner Abreise nach Kanada. Eine spontane Unterhaltung zwischen Freunden bei einer Tasse Tee, während es draußen regnete. 2014 wird

sich Italien wahrscheinlich über den dritten Besuch des Großmeisters freuen dürfen. Für mehr Information über den Fu Stil und für diejenigen die mit dem Großmeister Victor Fu Sheng Lung in Kontakt treten wollen: www.fustyle.org fustyle@gmail.com Schule Shuri-Te in Italien: www.shuri-te.it info@shuri-te.it Das Interview SHURI-TE Lehrzentrum östlicher Künste GROßMEISTER VICTOR SHENG LUNG FU INTERVIEW Legnago (Verona) 27. April 2012 Frage: Wir sind sehr glücklich den Großmeister Fu Sheng Lung hier bei uns sitzen zu haben. Sie sind der Sohn Fu Wing Fays und Ihr Großvater war Fu Zheng Song. Erklären Sie uns etwas über Ihren Familienstil Fu und vor allem die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Fu Stil. Antwort: Das ist eine gute Frage. Der Fu Stil erstreckt sich von meinem Großvater Fu Zheng Song bis zu mir in drei Generationen. Ich glaube, insgesamt sind es 195 Jahre Fu StilGeschichte. F Jeder redet über den Fu Stil, aber wenige sind sich bewusst, dass es zwischen dem alten und dem neuen Fu Stil Unterschiede gibt. Momentan existieren beide Stile, also alt und neu. Was sind die Unterschiede zwischen den beiden Stilen? Um diese Frage zu beantworten, muss man die Unterschiede in den der Familienhintergründen Praktizierenden verstehen. Mein Großvater wurde 1881 geboren. Als er 16 Jahre alt war, war das im 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit verlangte der kulturelle Hintergrund die Kenntnis der Kampfkünste. Schusswaffen waren für normale Personen nicht verfügbar und der Fokus lag in der Selbstverteidigung und dem Gebrauch einfacher Waffen: Speer, Säbel und Kurzschwert, zum Jagen und Kämpfen. Es war wichtig Fähigkeiten in den Kampfkünsten zu erwerben, um sich, seine Familie und seine Schule zu verteidigen. Mein Großvater praktizierte


Chinese Arts Interviewer: Maestro Maurizio Mingotti, Chiara Bertelli Interpret: Cristina Martinuzzi Transkription vom englischen Tonband: Markus Spivak and Pam Martin Ăœbersetzung: Chiara Bertelli

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Interview

harte Kampfkünste. Harten Kung Fu, bei dem die Bewegungen kraftvoller und angespannter sind, verglichen mit dem neuen Fu Stil. Er konnte einen Tisch mit seiner Hand zerteilen. Mein Großvater hatte fast keine Erziehung. Er konnte nicht lesen oder schreiben. Hat man nicht ausreichend Erziehung erhalten, besitzt man auch nicht die Mittel, um sich selbst in anspruchsvolleren Techniken auszubilden. Das ist der Grund weshalb der alte Fu Stil, verglichen mit dem neuen, steif ist. Das ist das Hauptproblem, er ist zu hart. Die zweite Generation, mein Vater Fu Wing Fay, war dank kulturellen Veränderungen gebildeter als mein Großvater. Er besaß universitäre Bildung. Ich glaube, er begann den neuen Stil um 1950 herum. Ich kann nicht genau

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sagen, in welchem Jahr, welchem Monat die Veränderung vom alten zum neuen Fu Stil vor sich ging. Der alte Fu Stil war das Fundament. Der neue Stil ist raffinierter, mehr weich als hart, mit mehr Fajing (explosiver Kraft). Mein Vater verstand, dass es in den Kampfkünsten oft so ist: weich ist besser als hart. F: Hast du mit deinem Großvater oder deinem Vater angefangen den Fu Stil zu trainieren? Ich musste von meinem Vater lernen. Zu unserer Unterhaltung über den neuen Fu Stil: Ich hörte meinen Vater sagen, dass er größeres Vertrauen in die Fähigkeiten der Taille legte, während der alte Fu Stil meines Großvaters dort wenig Technik anwandte.

(Meister Fu steht auf und zeigt alte und neue Fu Stile.) F: Innere Kampfkünste sind oft auch gut für die Gesundheit des Körpers. Mein Großvater war von dem Wandel vom alten zum neuen Fu Stil nicht begeistert. Ältere Leute wollen nichts verändern, einschließlich wie sie ihr Leben führen. Sie wollen dasselbe, bis sie sterben. Mein Vater kreierte einen neuen Fu Stil. Die Technik und die Einbeziehung der Taille. Die Formen haben dieselben Namen. Mein Großvater dachte, dass mein Vater falsch liegen würde. Die Studenten meines Großvaters leben immer noch und auch wenn mein Großvater bereits gestorben ist und kein Video von ihm existiert, kann ich die Videos seiner


Schüler sehen. Es gibt immer noch fünf Schüler und sie setzten seinen Weg fort. Die Schüler meines Großvaters sehen sich selbst als zweite Schülergeneration meines Großvaters. Wenn sie von meinem Vater gelernt hätten, wären sie für die dritte Schülergeneration gehalten worden und dies hat in der chinesischen Kultur weniger Status, als zweite Generation Praktizierender zu sein. Sie trainieren die Techniken von vor 1950, als die Anwendungen noch von höchster Bedeutung waren. So glaubt mein Vater, dass der neue Fu Stil korrekt ist. Er wird die Entwicklung der Form, ihre Details und Techniken fortführen. Die identischen Faust- und Waffenformen werden die Veränderungen übernehmen. Veränderung ist natürlich in der Welt, alles verändert sich täglich. Wenn du keine Veränderung willst, bleibst du zurück. Das Problem in den Kampfkünsten ist, dass manche Veränderungen schlecht sind, andere wiederum gut. Es hängt von dem Schöpfer ab. Wenn du genügend Erfahrung und Fähigkeiten hast, werden deine Veränderungen positiv sein. Wenn das Gegenteil der Fall ist, werden sie schädliche Auswirkungen haben. Schüler wissen nicht, welche Art von Stil gut ist, welche nicht gut, welche mäßig gut. Genauso wenig wissen sie den Fu Stil zu beurteilen. Es unterscheidet sich davon, ein Handy zu benutzen. Wenn du ein Handy benutzt, kannst du sofort dessen Funktionen vergleichen, ob es leichter oder schwieriger zu verwenden ist im Vergleich zu einem älteren Modell. Aber in den Kampkünsten brauchst du Erfahrung. Erfahrung bedeutet nicht nur ein bestimmter Stil: Du musst deine Augen öffnen und unterschiedliche Stilrichtungen kennenlernen. Dann erst kannst du feststellen, was gut ist, nicht so gut oder nicht gut genug. Ich bin also die dritte Generation. Meine Erfahrung und mein Hintergrund unterscheiden sich von denen meines Vaters. Man kann sehen, dass es Unterschiede gibt zwischen meinen Bewegungen und denen meines Vaters. Keine großen, nur Veränderungen im Detail. Mein Bruder, meine Schwester und ich lernten alle von meinem Vater. Ich habe einige Bewegungen für die Anwendung sinnvoller gestaltet. Zum Beispiel, Tai Chi in einem Kreis auszuführen - das habe ich entworfen. Niemand sonst praktiziert Tai Chi in einem Kreis. Wir trainieren Gruppen Tai Chi in der Runde. Der zentrale Punkt ist, dass ich fühle, dass der neue Fu Stil besser ist als der alte - für die Geschicklichkeit, zur Anwendung, für die

Gesundheit. Beispielsweise war mein Großvater, als er starb, 72 Jahre alt. Mein Vater starb mit 83. Also sage ich mir 93! Ich fühle mich gut, meine körperliche Verfassung ist jünger als mein Alter. …Vielleicht an die 100! Also sind die Dinge anders als noch vor 10 oder 20 Jahren. Die Leute sind mehr an der Gesundheit interessiert. Die Anwendungen sind spannend, aber es passiert wenig Wandel in ihnen. Gelegenheiten zum Kämpfen sind gering. Aber wenn du den Schüler n die Anwendung zeigst, verstehen sie, warum die Bewegungen das sind, was sie sind. Also, der neue Fu Stil ist besser als der alte. Als Praktizierender der dritten Generation glaube ich, dass ich der Fu Stil Topmeister bin. Ich kann sagen, dass es, ob alt oder neu, der Stil meiner Familie ist. Ich sage nicht, dass der alte Stil schlecht ist, der neue Stil kommt ja vom alten. Die Natur erfordert Veränderung, um gut zu sein. Manchmal ist traditionelles gut, aber nicht immer. F: Sie sind die einzige Person, die dazu berechtig ist, diese Dinge zu sagen. Niemand sonst. Ja, ich bin dazu berechtigt das zu beurteilen. F: Nun haben Sie uns die Unterschieden zwischen dem alten und dem neuen Fu Stil gut erklärt. Aber Meister Maurizio ist neugierig herauszufinden, warum Ihr Großvater damit anfing Kampfkunst zu erlernen. Wie der alte Fu Stil entstanden ist und vielleicht etwas über die Entwicklungsgeschichte des alten Fu Stil? Als mein Großvater Fu Zheng Song jünger war, vielleicht vor 100 Jahren, lernte in China jedes Dorf und jede Person Kampfkunst. Es war sehr beliebt. Mit den Kampfkünsten kannst du dich selbst schützen, deine Familie, dein Dorf und dein Land! Die Kampfkünste befassten sich mehr mit Anwendungen und hartem Kung F u . M e i n G ro ß v a t e r l e b t e a u f d e m L a n d . D a s D o r f sammelte Geld, um Shifus von anderen Städten bringen zu lassen, um die Einwohner zu unterrichten. In der Zeit meines Großvaters erlernten Menschen die Kampfkünste mehr als konzentrierte Selbstverteidigung, mehr Anwendungen. Als er 16, 17 Jahre alt war, fing er sein Kampfkunsttraining in einer Dorfgruppe an. Damals griffen Räuber die Dörfer an und so griffen sie auch das Dorf m e i n e s G ro ß v a t e r s a n . M e i n G ro ß v a t e r v e r t e i d i g t e zusammen mit seinen Gefährten, den Dorfbewohnern, das Dorf und er durchbohrte und tötete den Anführer der Räuber. Kam die Nacht, kamen die Räuber. Du wusstest nicht, wann sie dich im Schlaf attackierten. Deshalb nahm mein Großvater meinen Vater, meine Großmutter, die Schwester meines Vaters und meinen Onkel und die gesamte Familie ging fort aus dem Dorf. F: Was sind die Verbindungen zwischen den Kampfkünsten und dem I Ging (Buch der Veränderungen)? In Europa wissen wir, dass dieses Buch existiert, vielleicht kannst du uns kurz etwas über das Konzept darlegen. Die Bedeutung von I Ging ist Veränderung. Es verändert sich nicht nur eine Sache. So viele Dinge…Ich meine, nicht nur menschliche Beziehungen, das Wetter, die Bäume…alles verändert sich. Und so beinhaltet das I Ging das Konzept von Ying und Yang, Bagua, die fünf Elemente…auch Tai Chi und Xingyi schließen die fünf Elemente-Formen mit ein, sowie Bagua, diese drei Abschnitte, das Neijia Chun-System …Wu Dang Pai. Wu Dang Pai ist daoistische Kultur. Die daoistische Kultur

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Interview

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erschuf die chinesische Medizin und Philosophie und die Kampfkünste. F: Wenn du von Wu Dang Pai sprichst, was ist die Verbindung zwischen Tai Chi und Wu Dang Pai? Diese Veränderungen im neuen Fu Stil, sind sie mit dem I Ging verbunden? Die alten und neuen Fu Stile kommen alle von Stilen, die älter als der Fu sind. Zum Beispiel lernte mein Großvater den Chen Stil zuerst und er lernte Bagua von dessen Schöpfer (ich weiß nicht, wie viele Schülergenerationen vorher)…und er lernte Xingyi von einer vorherigen Schöpfergeneration…er erlernte Xingyi und den Sun Stil. Später traf mein Großvater Yang Cheng Fu, den Begründer des Yang Stil. Yang Chen Fu und mein Großvater waren gute Freunde. Mein Großvater zog nach Guangzhou und Yang Chen Fu kam nach Guangzhou, um meinen Großvater zu besuchen. Ich habe ein Bild von meinem Großvater zusammen mit Yang Cheng Fu, meinem Vater und Yang Cheng Fus Neffen und Familienmitglieder n. Das alles bedeutet, dass der Fu Stil von anderen Tai Chi Stilen kommt und andere Stile entstanden aus dem I Ging. F: Das war der Sinn dieser Frag: Herauszufinden, wie der Fu Stil aus den besten Eigenschaften früherer Stile hervorgegangen ist.

DVDs, Filme, Videos - es ist explosiv. Das Problem dabei ein Buch zu schreiben, ist, dass du damit kein Geld machen kannst, du verlierst Geld. Und es braucht lange, um ein Buch zu schreiben. DVDs sind einfach, simpel. F: Eine letzte Frage: Jeder denkt, wenn wir über Tai Chi sprechen, sprechen wir über etwas Gutes für ältere Leute. Es ist gesund und gut für den Körper. Was schlagen Sie jüngeren Leuten vor? Was ist besser: äußere oder innere Kampfkunst? Vielleicht könnten Sie den Unterschied zwischen äußeren und inneren Kampfkünsten erklären, um jungen Leute ein Schlusskommentar bezüglich ihrer Nützlichkeit zu geben. Innere und äußere Kampfkünste sind unterschiedlich. Die Bewegungen der inneren sind weicher, äußere sind härter in ihrer Anwendung. Junge Leute mögen harte Kampfkünste. Sie sind daran interessiert ihre Energie auszuweiten, durch Schlagen und Kämpfen. Tai Chi reicht nicht aus für sie, um ihre Energie auszudehnen - es ist langsamer und weicher. Die Persönlichkeit der Leute spielt eine große Rolle. Diejenigen, deren Charakter mehr „innerlich“ ist, die langsam und weich sprechen, sind mehr von Tai Chi angezogen. Andere Persönlichkeiten bevorzugen die härteren Aspekte der Kampfkunst. F: Was raten Sie also?

Der Fu Stil bezieht den Chen Stil, Yang, Sun und Wu Stil mit ein. Wu Kung Zhao und Wu Kung Yi waren Wu Stil-Gründer. Mein Großvater und mein Vater waren damals bei den Wu StilBegründern. Der Begründer des Yang Stils Yang Cheng Fu, des Sun Stils Sun Lu Tang, des Wu Stils Wu Kung Zhao…bei alledem war mein Großvater Teil der Kung Fu-Familie. Um den Fu Stil zu beschreiben, könnte man sagen, dass er die vier Hauptstile Chinas in einen Stil fließen lässt. Heutzutage sind Yang, Chen, Sun und Wu die berühmtesten Tai Chi-Stile in China und der Welt. Mein Großvater war nicht sehr gebildet, er konnte kein Buch schreiben. Der Chen Stil hat ein (veröffentlichtes) Buch, der Yang Stil hat ein Buch, sowie auch der Sun Stil, der Wu Stil…mein Großvater hatte kein Buch. F: Vielleicht schreiben Sie ein Buch? Vielleicht vor 50 oder 100 Jahren waren Bücher die beste Form der Werbung. Aber heute gibt es zu viele Medien, einschließlich Zeitungen,

Meiner Erfahrung nach schlage ich einfach vor, dass junge Leute zuerst die inneren Kampfkünste erlernen, weil sie deinen Körper entspannter und weicher machen. Und die Bewegungen etwas komplizierter sind als die der äußeren Kampfkünste. Das ist schlichtweg das, was meine Erfahrung sagt. Mit 20 Jahren fängst du an drei Jahre lang innere Kampfkünste zu trainieren und wechselst dann zu den äußeren. Dieser Wechsel ist sehr einfach. Auf der anderen Seite, wenn du mit 20 beginnst die äußeren Kampfkünste zu praktizieren und nach drei Jahren zu den Inneren wechselst, ist es sehr schwer. Du musst die Verfassung des Körpers beachten. Mit 20 Jahren ist der Körper weicher und flexibler. Wenn du 20 bist und mit den härteren Künsten startest, wird der Körper steif. Und so ist der Wechsel zu den weichen Bewegungen schwierig, weil der Körper bereits so gefestigt ist, dass es schwierig ist, die geschmeidigeren Bewegungen zu erlernen.

Und auch aus meiner Erfahrung, wenn ich Seminare gebe, habe ich Teilnehmer die Wing Chun, Choy Lee Fut praktizieren…Südchinesisches Kung Fu. Und wenn diese dann vierzig werden und darüber hinaus, erzählen sie mir, dass es schwierig ist, Wing Chun, Choy Lee Fut, äußeres Kung Fu zu trainieren, weil sie alt werden. Sie wollen Tai Chi lernen. Mit 40 J a hre n w e rde n s i e a l t , e s is t schwieriger für den Körper, äußeres Kung Fu zu praktizieren. Ich habe auch Schüler, die von externen Shifus lernen und zu Tai Chi, Bagua oder Xingyi wechseln. Ich beobachte von meinem Stil aus, dass ihre Körper sehr steif sind und so ist der Wechsel zu weichen Bewegungen sehr schwer. I hre H a l t ung i s t t y pi s c he r w e is e schlecht. (führt steife Bewegungen vor). Ein einfaches Beispiel ist Schlagen (zeigt den Unterschied zwischen Schlagen in den äußeren und inneren Kampfkünsten)…was ist einfacher? Die innere gebraucht die Taille und schnellt mit einem Schlag zurück. F: Innere Kampfkunst ist oft auch gut für die körperliche Gesundheit. Weil innere Organe durch inneres Kung Fu massiert werden. Von der Taille aus (Dantian) massierst du deine inneren Organe, weil das Chi vom oberen Körper zu allen inneren Organen in den Körper hinein-und herausfließt. Alle inneren Organe, du massierst, rein, aus dem oberen Körper heraus, hinein, heraus, du beschleunigst die Zirkulation. Du massierst nicht nur deine Haut, sondern auch deine inneren Organe, mit Chi und der richtigen Atmung. Ein, aus, ein, weiten und zusammen drücken. W i e m a n e i n e n g u t e n Ta i C h i Lehrer findet, was gutes Tai Chi ist, was gute innere Kampfkünste sind, Bagua, Xingyi Lehrer, sie wissen es nicht. Wenn sie Brot kaufen, wissen sie, welches frisch ist und welches nicht. Bei den Kampfkünsten wissen sie es nicht. Junge Leute sind an Kampfkünsten den äußeren interessiert, aber sie wissen nicht, dass der Wechsel zu den inneren nach fünf Jahren schwierig ist. Sie kennen die Beziehungen nicht, was ist anders? Der Körper verändert s i c h . U n t e r 3 0 J a h re n , u n t e r 4 0 , vielleicht von 30 bis 40 ist es, wenn er sich verändert, wenn der Körper sich wandelt von geschmeidig zu steif.

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Selbstverteidigung Selbstverteidigung für Frauen ie Zeit rennt und leider finden wir uns in einer Gesellschaft voller Gewalt wieder. Vor allem auf häuslicher Ebene und auf der Straße. Die Frau von heute wird sowohl psychologisch als auch physisch oft schlecht behandelt. Das passiert durch den Ehemann selbst oder auf der Straße von Unbekannten oder sogar Bekannten. Die Kommunikationsmedien informieren uns Tag für Tag über die verübten Delikte, aus welchen die Frau geschädigt hervorgeht und in vielen Fällen kommt es sogar zum Tod. Dies könnte man durch die Lehre einer Kampfkunst oder durch die Teilnahme an einem unserer Vorsorgekursen, in welchen wir mit dem Wolf (System der Selbstverteidigung, Anm. d. Ü.) arbeiten. Falls man ein Problem nicht beheben kann und der Ehemann sowohl mit Worten als auch körperlich übergriffig wird, kann das Opfer Schäden sowohl am emotionalen als auch am psychologischen Zustand erleiden. Wie vermeidet man es? Frauen die keine Kampfsporterfahrung haben, können den Vorsorge- und Selbstverteidigungskursen für Frauen teilnehmen. Dort werden die Frauen lernen aus jeglicher Risikosituation zu fliehen und unverletzt davonzukommen. In den WolfKursen setzt man nicht nur Techniken für Risikosituationen ein, sondern wiederholt auch einige Techniken zur Vorbeugung, die oft bei der Durchführung übergangen werden. Wir praktizieren sie immer, wenn sie uns bereits einen Schrecken eingejagt haben und deshalb ist die goldene Regel die Prävention. Wie beuge ich vor? - Beim Betreten unseres Hauses (Hof, Eingangshalle, Garage). - Beim Einsteigen in unser Auto. - Auf der Straße werden wir es vermeiden, in Gassen oder auf schlecht beleuchteten Straßen zu gehen - Beim Abheben von Bargeld beim Geldautomaten. Dies sind einige der vielen Handlungsmuster, die wir immer durchführen werden. Wenn wir es von Anfang an berücksichtigen, werden wir viele Probleme und Unannehmlichkeiten verhindern. Andere Themen, die in den Kursen behandelt werden, sind: - Psychologischer Faktor in der Selbstverteidigung. - Verwendung von häuslichen Objekten zur Verteidigung. - Verwendung von Verteidigungsspray es ist wichtig, dass es ein amtlich genehmigtes ist und man es nicht in der Tasche trägt, sonder n in einer Hosentasche, damit es uns ermöglicht, den Angreifer umzustimmen. Wir werden darauf aufpassen, dass es nicht gegen das Opfer verwendet wird.

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Selbstverteidigung f端r Frauen

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Alle DVDs, die von Budo International produziert werden, sind mit einem speziellen Hologramm-Aufkleber versehen und werden allein in den Formaten DVD-5 oder MPEG-2, jedoch niemals in VCD, DivX o. ä. angeboten. Zudem zeichnen sich unsere DVD Hüllen durch die hohe Qualität in Druck und Material aus. Falls diese DVD und/oder die DVD Hülle nicht den oben genannten Ansprüchen entspricht, handelt es sich um ein illegale Raubkopie.

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So etwas hat der Shaolin Hung Gar begeisterte Schüler noch nicht gesehen. Hier geht es um die erste Partnerform im Hung Gar Programm; Die Gung Gee Fook Fu Doy Dar! Um mit einem Partner bis an die Grenze des realistischen Kampfes trainieren zu können, ist es absolut notwendig diese Form zu erlernen. Mithilfe zwei seiner Instruktoren zeigt Meister Martin Sewer, 8. Dan, die Details und Finessen dieser kämpferischen Form aus verschiedenen Richtungen. Nicht umsonst wird der Gung Gee Fook Fu Doy Dar nachgesagt, dass der lernbereite Schüler mit ihr neue Kampffähigkeiten erreicht und seine Skills sich um ein vielfaches verbessern. Lass Dir das nicht entgehen und erfahre noch heute wahres Wissen aus dem Shaolin Kloster und somit das wahre Hung Gar Kung Fu von Meister Sewer!

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