BeneFit Spezial Ausbildung - Beruf - Berufung Nr. 2

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Spezial: Ausbildung · Beruf · Berufung · Nr. 2

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Zum Wohle der Senioren – Pflegefachkraft Saskia Schröder

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EDITORIAL Spezial

Liebe Leserinnen, liebe Leser, manchmal verlaufen berufliche Werdegänge anders als geplant. Das Zeugnis reicht nicht für den Wunschberuf, Studiengänge verlaufen anders als gedacht, die Ausbildung erfüllt nicht die anfänglichen Vorstellungen, die Firma kündigt oder irgendwann ist es einfach Zeit für etwas Anderes und Neues. Was dann?

INHALT

Nicht nur Schülerinnen und Schüler fragen sich gerade jetzt: Was soll ich werden? Was kann ich? Und wer will mich? Mit dem BeneFit-Spezial „Ausbildung – Beruf – Berufung“ möchten wir Ihnen einen kleinen Wegweiser geben. Wo werden Azubis gesucht, welches Unternehmen braucht Unterstützung und ganz wichtig: Wie ist es anderen ergangen?

So erzählen unter anderem Dennis Schlünzen, ehemaliger Stabsunteroffizier und heute Erzieher, sowie Sascha Ahrens, heute Lokführer, früher Produktionshelfer, wie sie zu dem geworden sind, was sie heute tun. Die Geschichten sollen nicht nur Jugendlichen bei der Suche nach dem geeigneten Beruf Mut machen, sondern auch denjenigen, die meinen, schon längst ausgelernt zu haben. Es kann immer Zeit sein für etwas Neues.

Titel

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen spannende Lektüre

04___Einzelhandelskauffrau/mann – Alles nur nicht langweilig Aktuelles

06

Ausbildungsmarkt

08___Die Faszination, mit Menschen umzugehen 10___Führungskräfte – Nach der Ausbildung ist noch lange Jobbörse

nicht Schluss

12___Umfrage: Was wollten Sie als Kind werden? 13___Lokführer – Ein Job mit Verantwortung

Julia Steinberg-Böthig Herausgeberin & Chefredakteurin

Impressum: Jahrgang – Nr. 2/2017 Herausgeberin & Chefredakteurin: Dipl. oec. troph. Julia St.-Böthig julia.boethig@benefit-lueneburg.de Redaktionsanschrift: Fritz-Reuter-Ring 16, 21391 Reppenstedt, T. 0 41 31 / 28 422 15 Fotografie: Frische Fotografie, www.fotolia.de

Berufung

Schlussredaktion: Cathrin Claußen

14___Vom Stabsunteroffizier zum Erzieher Termine

Layout: Grafik-Design, Michael Rehr-Hoffmann Anzeigen & Vertrieb: Julia St.-Böthig. T. 0 41 31 / 28 422 15

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Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck der Texte oder Fotos ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages gestattet. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.

Du denkst in Bildern und lässt Worte zum Kopfkino werden? Du bist kreativ und hast eine schnelle Auffassungsgabe? Du liebst den Kontakt und das Gespräch mit Menschen? Du kannst selbstständig arbeiten? Du bist zuverlässig? UND Du möchtest für interessante Publikationen mit einer bunten Themenwelt schreiben? Dann melde Dich bei uns! Wir suchen kreative Menschen mit dem Talent Gehörtes anständig und interessant aufs Papier zu bringen.

St.-Böthig Verlag St.-Böthig · Julia Steinberg-Böthig · T. 0 41 31 / 28 422 15

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TITEL

Fotos: Frische Fotografie

Spezial

Kauffrau/-mann im Einzelhandel

Alles, nur nicht langweilig

von Julia Steinberg-Böthig

In der Nacht zuvor hat Alyssa unruhig geschlafen. Zu viele Gedanken kreisten noch um ihre ersten zwei Tage als Filialleiterin im Lüneburger Lidl-Markt an der Harvey-Benjamin-Fuller-Straße. Hat die Spätschicht alles für die neuen Angebote im Non-Food-Bereich vorbereitet? Stimmt die Kassenabrechnung? Sind die Waren alle verräumt? Warum funktionierte die Wischmaschine heute nicht? Wie regle ich die Reparatur? Wie reinigen wir denn nun morgen die Böden?

Karrieresprung: Alyssa Trumann wird nach ihrer Ausbildung im Sommer stellvertretende Filialleiterin in Uelzen

Alyssa Trumann musste sich bisher um diese und andere Fragen keine Gedanken machen, doch in den beiden letzten Wochen im Januar ist alles anders: Gemeinsam mit 32 anderen Azubis hat sie vorübergehend die Leitung der Lüneburger Filiale übernommen und gehört jetzt zum Führungsteam. Sie ist im dritten Lehrjahr und lässt sich zur Kauffrau im Einzelhandel in der Uelzener Filiale an der BerhardNigebur-Straße ausbilden. „Das kommt noch erschwerend hinzu“, sagt sie und sortiert nebenbei ein paar Kiwis von einem halb leeren Karton in einen neuen in der Obst- und Gemüseabteilung. „Hier müssen wir uns erstmal zurecht finden. Auch wenn alle Filialen das Lidl-Konzept haben, so ist doch einiges anders. Da muss man sich zunächst orientieren.“

Ist es nicht seltsam, dass sie nun die Chefin ihrer Azubi-Kollegen ist? „Nö, überhaupt nicht. Wir alle kommen gut miteinander klar. Ich sehe mich weniger als Chefin, sondern eher als Team-Leader“, sagt sie und wendet sich wieder der Bestellung für den nächsten Tag zu. Als Kind wollte die heute 20-Jährige berittene Polizistin werden. „Ich mag Pferde.“ Doch nach einem Praktikum im Einzelhandel war für sie klar: „Ich will Kauffrau werden.“ Nach dem Abitur hatte sie ohnehin keine Lust aufs Studium. „Ich wollte was tun, mein eigenes Geld verdienen.“ Sie bewirbt sich und bekommt einen Ausbildungsplatz in der Lidl-Filiale in Uelzen.

Ihr Arbeitstag beginnt um 6 Uhr morgens: „Waren verräumen“, heißt im Einzelhandel das Einsortieren von Lebensmitteln und anderen Produkten in die Regale. Im Backshop Brot und Brötchen backen, Kassen vorbereiten, die Mitarbeiter für den Tag einteilen. Bis 8 Uhr, wenn die ersten Kunden in den Markt strömen, muss alles fertig sein. „An den ersten beiden Tagen mussten wir noch viel überlegen und suchen, das kostet Zeit“, sagt Alyssa. „Aber der Stress macht Spaß und jeder hier zeigt, was er kann“, fügt sie lächelnd hinzu.

„Die Arbeit ist super“, schwärmt Alyssa Trumann. „Jeder Tag ist anders. Klar gibt es feste Abläufe, aber vieles während des Tages passiert auch spontan. Denn jeder Kunde ist anders und hat andere Wünsche und Bedürfnisse, auf die wir reagieren müssen.“

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TITEL Spezial

„Sarah Hermann, zuständig für die Obstund Gemüse-Abteilung und Schichtleiterin, kommt und hat eine Frage. „Tja, sonst bin ich immer zum Chef gegangen und hab geTagewerk: fragt, was ich als nächViktor Böhm „verräumt“ Waren in die Regale. stes zu tun habe. Jetzt muss ich die Leute einteilen“, sagt Alyssa Trumann. Ruhig, aber bestimmt und sicher im Auftreten wirkt die 20-Jährige im Umgang mit ihren Kollegen. Man merkt, sie liebt ihre Arbeit. Organisation und Mitarbeiterführung liegen Alyssa. Sie behält den Überblick, weiß was zu tun ist, verräumt selbst Lebensmittel, rückt Waren zurecht und ist da, wenn die anderen sie brauchen. Deshalb ist für sie im Sommer nach Abschluss ihrer Ausbildung auch noch nicht Schluss. Sie wird in der Uelzener Filiale bleiben, sogar als stellvertretende Filialleitung, und sich weiter zur Handelsfachwirtin ausbilden lassen. Damit ebnet sie sich weiter den Weg zur Führungskraft.

Teamwork: Die Azubis Bilal Tümenci, Sarah Hermann, Viktor Böhm, Jeremy Petske und Alyssa Trumann (v.l) leiteten zwei Wochen im Januar den Lidl-Markt in Lüneburg in der Harvey-Benjamin-Fuller-Straße

Alyssa Trumann wird jetzt wieder ruhiger schlafen können. Die Spätschicht hat alles gut vorbereitet für den nächsten Tag, die Non-Food-Waren konnten verräumt werden und die Wischmaschine funktioniert auch wieder. „Die war gar nicht kaputt. Da hatte einer nur vergessen, den Wasserhahn aufzudrehen“, sagt Alyssa lachend und dreht selbst mit der Maschine ein paar Runden im Eingangsbereich. „Kann ja nicht sein, dass das erste, was die Kunden beim Reinkommen sehen, ein dreckiger Fußboden ist, schließlich möchten wir unseren Kunden immer eine saubere Filiale bieten.“

Auch für Lidl-Ausbildungsleiter Bastian Zitzen ist das AzubiProjekt spannend: „2009 haben wir so etwas schon einmal gemacht. Die Azubis lernen Verantwortung zu übernehmen, im Team und selbstständig zu arbeiten und an ihren Aufgaben zu wachsen.

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AKTUELLES Spezial

Handwerkskammer

Zuversichtlich für 2017 Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade blickt zuversichtlich auf das neue Jahr. So ist es auf ihrer Homepage zu lesen. Hauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer rechnet 2017 mit einer Fortsetzung der guten Entwicklung.

„GedankenGut“ „Die konjunkturelle Lage des regionalen Handwerks ist unverändert gut und die Binnennachfrage dürfte stabil bleiben“, sagt Sudmeyer. Für 2016 rechnet das Handwerk mit einem Umsatzplus um drei Prozent. Diese Prognose will das Handwerk trotz höherer Zuwächse in den vergangenen Quartalen allerdings nicht auf 2017 übertragen. Der Grund: Das Handwerk arbeite bereits jetzt an der Grenze seiner Kapazitäten. „Wir rechnen daher mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent“, so Sudmeyer.

Prof. Günter Verheugen im Kunstsaal Lüneburg Die Reihe der IHK-Netzwerkabende wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Das Thema „Verantwortung übernehmen“. Donnerstag, 16. März, von 18.30 bis 21.30 Uhr, referiert dazu Günter Verheugen, ehemaliger EU-Kommissar, im Kunstsaal Lüneburg an der Marie-Curie-Straße.

Zukunftstag

Mädchen und Jungen Am 27. April ist wieder Girls’Day - Mädchen-Zukunftstag und Boys’Day - Jungen-Zukunftstag. Ab sofort können Unternehmen, Einrichtungen, Institutionen und Betriebe ihre Angebote für Mädchen bzw. Jungen am Aktionstag auf den Webseiten www.girls-day.de und www.boys-day.de im Radar eintragen. Auch wenn Mädchen und Jungen heute in einer fortschrittlichen und aufgeklärten Welt aufwachsen, halten sie in Sachen Berufswahl noch immer an einengenden Klischees fest. Mehr als die Hälfte der Mädchen entscheidet sich für einen von zehn Ausbildungsberufen - obwohl es 330 duale Ausbildungsberufe gibt. Bei den Jungen wählen mehr als 56 Prozent aus nur 20 Ausbildungsberufen. Girls’Day und Boys’Day sind wichtige Bausteine für eine geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl von Jugendlichen. Die spezifische Ansprache von Schülerinnen und Schülern ermöglicht, dass Mädchen und Jungen bei den Veranstaltungen jeweils „unter sich“ neue Berufe mit vielfältigen Perspektiven kennenlernen und erschließt Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zusätzlichen motivierten Fachkräftenachwuchs.

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Brexit, Donald Trump, TTIP und die Flüchtlingskrise – die europäische Idee bewegt die Gesellschaft und die Herausforderungen wachsen. Günter Verheugen war zuständig für Unternehmen und Industrie. Er zeichnete sich in der EU-Kommission unter Romano Prodi für die Erweiterung der Europäischen Union mitverantwortlich und wird an diesem Abend seine Einschätzungen zu den Themen, die uns derzeit bewegen, geben. Anmeldung unter http://gedankengut.ihklw.de.


AKTUELLES Spezial

Klaus-Georg Basting hilft Azubis mit Rat und Tat bei Problemen während ihrer Ausbildung. Ende 2008 hat der Senior Experten Service (SES) – eine der größten deutschen Ehrenamtsorganisationen für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand – zusammen mit den Spitzenverbänden der deutschen Industrie, des Handwerks und der freien Berufe die Initiative VerA aufgelegt. Seit dem ist auch Klaus-Georg Basting aktiv. Mittlerweile koordiniert er rund 50 Ehrenamtliche in der Region Celle, Uelzen, Lüneburg und Harburg.

VerA

„VerA ist ein kostenfreies Angebot für alle, die in der

Fachleute im Ruhestand helfen Azubis

Ausbildung auf Schwierigkeiten stoßen und mit dem Gedanken spielen, ihre Lehre abzubrechen“, sagt Basting. „Wir begleiten die Azubis. Hören zu, stimmen ab, sprechen mit Ausbildern, Lehrern und der Familie, wenn es gewünscht wird. Anzahl und Dauer der Treffen bestimmt der Azubi.“ Auch er profitiere von den Treffen „Es hat mir schon immer Spaß gemacht, mit jungen Menschen zu arbeiten“, so der Kaufmann im Ruhestand. „VerA hält mich jung und aktiv.“

In Deutschland bricht jeder vierte Jugendliche seine Ausbildung vorzeitig ab, oft schon im ersten Lehrjahr. Nur jeder zweite setzt die Ausbildung in einem anderen Betrieb oder anderen Beruf fort. „Viele junge Menschen brauchen Unterstützung während der Ausbildung“, weiß Klaus-Georg Basting. Der 83-Jährige ist Regional-Koordinator der Initiative „VerA“ zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. Das MentorenProgramm bringt Fachleute im Ruhestand mit Jugendlichen zusammen, die Hilfe wünschen.

Klaus-Georg Basting ist per Mail (lueneburg@vera.ses-bonn.de) und telefonisch unter T. 0 41 31 / 48 283 zu erreichen.

Foto: Sandra König

Bildungsberatung

Orientierung schafft Perspektiven Manchmal weiß man nicht, wohin die berufliche Reise gehen oder auch, wie sie starten soll. Zudem gibt es zahlreiche und vielfältige Bildungs- und Weiterbildungsangebote. Wie da den Überblick finden und behalten? Klaus-Jürgen Dott ist einer von zwei Bildungsberatern in Lüneburg. Er weiß, dass frühzeitige, begleitende und gut zugängliche Informationen und Beratung in allen Belangen und Phasen von Bildung dazu beitragen, die Vielzahl der Bildungsangebote zu überschauen. Ratsuchende kommen in das Büro in der Kalandstraße 31. Dort unterstützt er Menschen dabei, ihre individuellen Bildungspotenziale und -chancen zu erkennen und zu nutzen.

Melanie Hasse und Klaus-Jürgen Dott von der Bildungsberatung Lüneburg helfen Ratsuchenden kostenfrei bei der Orientierung in Sachen Bildung und Weiterqualifikation.

„Wir bieten eine erste Orientierung, erkunden die

Die Bildungsberatung wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert und ist ein Projekt von der VHS Region Lüneburg, des VNB und der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben. „Unsere Beratung ist anbieterneutral, zielgruppenoffen und kostenfrei“, sagt Dott. Gemeinsam mit Bildungsberaterin Melanie Hasse ist er wochentags täglich zwischen 9 und 13 Uhr unter der Telefonnummer 0 41 31 / 15 66 555 zu erreichen. Mehr Infos auch unter www.bildungsberatung-lueneburg.de

Kompetenzen und Ressourcen, finden heraus, welches Ziel angestrebt wird und erörtern auch Finanzierungsmöglichkeiten“, beschreibt Klaus-Jürgen Dott seine Arbeit. Der 57-Jährige hat Industriekaufmann gelernt, dann Wirtschaftsinformatik studiert und hat einige berufliche Stationen durchlaufen, bevor er vor knapp drei Jahren zur Berufsberatung gewechselt ist. Zudem ist er noch Mediator, Coach und Reiki-Lehrer.

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AUSBILDUNGSMARKT Spezial

Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Die Faszination, mit Menschen umzugehen

von Julia Steinberg-Böthig

Durch die Türen kommt der Besucher nur per Knopfdruck. Es riecht nach Reinigungsmitteln, den Resten des Mittagessens und Kaffee. Draußen liegen die Reste vom letzten Schneefall. Drinnen ist es warm und lichtdurchflutet. Die Stimmung ist gedämpft. Die Ruhe vor dem Nachmittagskaffee.

Saskia Schröder ist Pflegefachkraft im „Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei". heute die Arbeit im Team und mit den alten Menschen. Ihnen zu helfen, sie mit Würde und Respekt zu behandeln und sie medizinisch und pflegerisch zu versorgen, daran hat sie viel Freude. „Ich behandle die Senioren so, wie ich im Alter auch behandelt werden möchte“, sagt sie. Dabei habe sie auch keine Berührungsängste. „Das gehört einfach dazu. Auch die Bewohner hier möchten sauber und gepflegt sein. Können das nur nicht mehr allein oder ohne Hilfe bewerkstelligen. Dafür bin ich dann da.“

Ingeborg Kruse (86) sitzt im Sessel am Fenster ihres Zimmers im „Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei“, liest Zeitung. Das Radio spielt leise im Hintergrund. An den Wänden hängen Fotos ihrer Kinder und Enkelkinder. Es klopft und eine junge Frau kommt strahlend ins Zimmer. „Hallo Frau Kruse, ich habe ihre Tabletten“, begrüßt Saskia Schröder die alte Dame und hält ihr einen kleinen roten Becher hin. Die 20-Jährige hat ihre Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin abgeschlossen. „Ihr Traumberuf“, wie sie selbst sagt. Sie arbeitet jetzt als Pflegefachkraft auf der gerontopsychiatrischen Station. Ein Bereich für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Zu Saskias Tätigkeiten zählt nicht nur die Körperpflege oder die Versorgung mit Medikamenten. „Wir richten die Mahlzeiten an, reichen das Essen, halten Rücksprache mit den zuständigen Ärzten, räumen auf, machen die Wäsche, dokumentieren Pflegepläne, gehen mit ihnen zur Toilette und, und, und“, zählt sie auf.

„Ich habe mit 14 Jahren hier ein Schulpraktikum gemacht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich auch mein zweites Praktikum ein Jahr später hier absolviert und gleich die Pflegedienstleitung gefragt habe, ob ich hier auch meine Ausbildung machen könnte“, erinnert sich Saskia Schröder. Und so hat sie mit 16 Jahren nach ihrem Realschulabschluss die Ausbildung im „Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei“ begonnen.

Véronique Mann hat noch ein halbes Jahr, dann ist sie ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ihr Ausbildungsplatz ist allerdings auf der anderen Seite von Lüneburg. Als Schülerin der PKL-Krankenpflegeschule macht Véronique ihre Ausbildung an der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL). Zurzeit absolviert sie einen externen Einsatz in der Gynäkologie im Klinikum Lüneburg. Auch Véronique reizte nach einem freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) der Umgang mit Menschen in ihrem späteren Beruf. „Nach dem Abi wollte ich eigentlich Psychologie studieren, wollte aber zunächst was Praktisches machen. Das FSJ hat mich dann darin bestärkt diesen Ausbildungsweg einzuschlagen“, so die Pflegeschülerin. Sie ist fasziniert, wie der Körper durch die Psyche beeinflusst wird und anders herum der Körper die Psyche beeinflusst.

„Ich komme nachher noch mal bei Ihnen vorbei, Frau Kruse“, verabschiedet sich Saskia und lächelt die Seniorin noch einmal an. Mit ihren 20 Jahren ist sie noch jung und dennoch schon ein „alter Hase“. „Also eigentlich, wenn man meine Praktikumszeit mit einschließt, arbeite ich hier schon seit 2011“, so Saskia und lächelt. Gereizt hat sie damals wie

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AUSBILDUNGSMARKT

Fotos: Frische Fotografie

Spezial

Véronique Mann ist Auszubildende im dritten Lehrjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der PKL. „Schule haben wir an Studientagen oder im Blockunterricht. Ansonsten lernen wir tatsächlich in der Praxis“, so Véronique. Sie leistet im Städtischen Klinikum Bereichsar-

beit, sprich, ist für die Patienten auf der Station da. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Grund- und Behandlungspflege, Essen austeilen, Mobilisation und Motivation der Patienten, das Versorgen der Wunden, Medikamentengabe und auch Trost zu spenden. „Wir sind alles in einer Person: Manager, Seelsorger, Pfleger, der Prellblock bei Stress, Friseur, Bademeister, Unterhalter. Ach, ich habe bestimmt noch was vergessen“, sagt Véronique lachend und winkt ab. In der PKL liegt ihr Schwerpunkt in der Bezugspflege. „Wichtig sind hier die vertrauensvollen Gespräche mit den Patienten.“ Im Sommer wird sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Die Arbeit im Maßregelvollzug mit Menschen die eine Straftat aufgrund psychischer Erkrankungen begangen haben, fände sie reizvoll. „Gern würde ich auch für ein paar Monate nach Kenia gehen, um in einem Waisenhaus für aidskranke Kinder zu arbeiten“, sagt sie und fügt an: „Das Schöne an unserer Arbeit ist, dass wir so viele Möglichkeiten haben und uns immer weiterbilden oder spezialisieren können.“ Vielleicht werde sie dann doch noch Psychologie studieren, wenn sie genug praktisches Wissen erlangt hat.

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Hand in Hand für Ihre Gesundheit


AUSBILDUNGSMARKT

Fotos: Frische Fotografie

Spezial

Viel Spaß bei der Arbeit hat Selina Jakobi. Die Auszubildende im Edeka-Markt in Adendorf ist im Sommer fertig und jetzt bereits stellvertretende Marktleiterin.

Führungskräfte und Spezialisten

Nach der Ausbildung noch lange nicht Schluss Eigentlich wollte sie bei Bergmann’s Edeka in Adendorf in den Sommerferien nur jobben, um sich endlich ein eigenes Handy kaufen zu können. Das Geld hatte die damals 16-Jährige schnell zusammen, geblieben ist Selina Jakobi aber bis heute. Mittlerweile sind vier Jahr vergangen. Selina hat ihr Abitur gemacht und wurde von der Aushilfe am Wochenende zum Azubi im Edeka-Markt an der VonStauffenberg-Straße in Adendorf.

von Julia Steinberg-Böthig

Als Azubi schon Teil des Führungsteams. Wow! „Ja, das ist echt toll und macht so viel Spaß“, schwärmt Selina und schließt im Vorbeigehen eine Kühltruhe, die ein Kunde wohl offen stehen gelassen hat. Verantwortung übernehmen, das Team einteilen, den Tag organisieren, Bestellungen machen, Waren verräumen, den Back Shop bedienen, Angebote auszeichnen, auch mal putzen, Regale neu aufbauen, mit Vertretern sprechen, neue Produkte ordern, Aktionen planen. „Mehr Abwechslung geht nicht“, sagt Selina. Das sei auch der Grund für ihre Wahl gewesen. „Und der Kontakt zu den Kunden. Als Schülerin habe ich an der Kasse gearbeitet. Bis heute tue ich das sehr gern, weil man immer mit den Kunden ins Gespräch kommt.

„Im Sommer kann ich meine Ausbildung abschließen“, sagt Selina mit strahlenden Augen. Als Azubi fühlt sie sich dennoch schon länger nicht mehr. Denn mittlerweile ist sie zur stellvertretenden Marktleiterin aufgestiegen. „Ich bin in den letzten Zügen meiner dreijährigen dualen Ausbildung“, erklärt die 20-Jährige. „Ich habe anderthalb Jahre Kauffrau im Einzelhandel gelernt und jetzt mache ich noch meinen Handelsfachwirt.“ Eine Zusatzqualifikation für Führungskräfte im Einzelhandel.

Katja Seidel hat ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel im Edeka-Markt im Lüneburger Loewe Center bereits im vergangenen Sommer abgeschlossen. Zudem ist sie Frischespezialistin. Eine Zusatzqualifikation, die die 25-Jährige

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AUSBILDUNGSMARKT Spezial

in Seminaren der Edeka mit IHK-Zertifikat erworben hat. Im Edeka-Markt an der Saline arbeitet sie jetzt an der Frischetheke. „Meine Einsatzorte sind die Fleisch- und Wursttheke, die Käse- und Fischabteilung, je nachdem, wo ich gebraucht werde“, erklärt Katja Seidel. „Das ist abwechslungsreich und jeder Tag ist anders.“ Ihre Schicht begann heute um sechs Uhr. Für die Käsetheke bereitete sie die Auslagen vor. „Salate umtopfen, Frischkäse machen – heute haben wir den orientalischen, einen mit Radieschen und Lauch und einen mit Knobi-Rote-Zwiebel frisch hergestellt –, dekorieren, die SB-Theke umpacken und Waren auszeichnen. Für die Fischtheke wird das Eis aufgefüllt, die Bestellung gemacht, Fischfrikadellen aus Lachs, Seelachs und Rotbarsch gefertigt.“ Katja Seidel liebt den Kontakt mit den Kunden, die Gespräche und den Umgang mit den Lebensmitteln. „Für mich die ideale Kombination.“ Zudem ist sie jetzt für drei Jahre die europaweite Botschafterin für Qualitätssicherheit. Nach außen vertritt sie den Einzelhandel, beantwortet Fragen zum Umgang mit frischen Lebensmitteln und erklärt, wie im Einzelhandel die Qualitätssicherung mit frischen Produkten funktioniert.

Katja Seidel hat ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel abgeschlossen und arbeitet als Frischespezialistin im Edeka-Markt an der Saline an der Frischetheke.

Für Katja Seidel ist jetzt aber noch nicht Schluss. Sie beginnt im März mit dem „Juniorenaufstiegsprogramm“ (JAP) von Edeka. „Das sind die nächsten Schritte in Richtung Abteilungsleitung“, erklärt sie. In Blockseminaren bekommt sie Führungstraining, Warenkunde, wird in Kundenberatung und Verkaufsgesprächen gecoacht und lernt Kreatives wie Tresengestaltung. „Das passt zu meiner Vorbildung“, lächelt sie.

Eher durch Zufall ist sie zu ihrer Ausbildung gekommen. „Ich habe mein Fachabitur in Gestaltung an der Schule in Winsen/Luhe gemacht. Danach aber leider keine Ausbildungsstelle gefunden“, erzählt Katja Seidel. „Ich hatte damals schon eine eigene Wohnung und brauchte Geld. Also habe ich an der Kasse eines Drogeriemarktes gejobbt.“ Das habe ihr so gut gefallen, dass sie sich für eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bewarb. „2013 habe ich dann im Loewe Center angefangen.“

Selina Jakobi wird zum Ende ihrer Ausbildung im Sommer ebenfalls bei Bergmanns bleiben und weiter als stellvertretende Marktleiterin in Adendorf tätig sein. „Ich freue mich sehr, hierbleiben zu können. Das Team ist toll, die Arbeit sowieso und die Kunden sind mir ans Herz gewachsen.“

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JOBBÖRSE Spezial

Was wollten Sie als Kind werden? Ballerina, Feuerwehrmann oder gleich Superstar? BeneFit hat nachgefragt, was einige Leute aus der Region als Kind unbedingt werden wollten und was aus den Plänen geworden ist... Gerhard Kreutz, Geschäftsführer bei der Bad Bevensen Marketing GmbH: Als Schüler wollte ich unbedingt in der Verwaltung einer Gemeinde arbeiten. Ich machte mein Praktikum dort und auch meine Ausbildung. Im Laufe der Zeit merkte ich aber, wie wichtig mir Punkte wie Gestaltung, Abwechslung und Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen sind. Daraufhin habe ich meine Zeit in der Verwaltung beendet und habe die Fachschule Sozialpädagogik besucht und anschließend das Jugendhaus Embsen geleitet. Hier kam es in vielen Bereichen zu meinem Traumjob. Als sich in Lüneburg die Strukturen geändert haben, wechselte ich zur Lüneburg Marketing und fand dort meinen Traumjob, den ich heute nun in Bad Bevensen habe.

Dr. Katja Lepthien, Ökotrophologin und Heilpraktikerin: Als Kind wollte ich Kinderärztin werden. Warum, kann ich so genau gar nicht sagen. Ich habe schon früh als Jugendliche angefangen, babyzusitten und ich mochte diese kleinen Wesen einfach schon immer. Ich bin dann zwar schon in den naturwissenschaftlichen Bereich gegangen und habe Ernährungswissenschaften, aber eben nicht Medizin, studiert. Nach meiner Promotion war ich ein paar Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit auf Agentur- und Unternehmensseite in den Bereichen „Ernährung“ und „Gesundheit“ unterwegs. Jetzt bin ich seit einigen Jahren wunderbarerweise zu meinem Kindheitswunsch zurückgekehrt: Denn ich bin Heilpraktikerin und ich behandle Kinder mit größter Freude.

Björn Pamperin: Leiter Unternehmenskommunikation der metronom Eisenbahngesellschaft mbH: Mein Vater war Seemann und als kleiner Junge war er mein großes Vorbild. Schon als Sechsjähriger bin ich gesegelt. Ganz klar, dass ich auch zur See wollte. Das hatte aber noch einen anderen Grund: Ich bin in der damaligen DDR aufgewachsen. Als Seemann hätte ich die Chance gehabt, die Welt zu sehen. Später wollte ich dann Journalist werden oder in der Werbebranche tätig sein. Ich habe dann tatsächlich eine Ausbildung zum Werbekaufmann gemacht. Anschließend noch Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing studiert. Heute kann ich als Pressesprecher auch journalistisch arbeiten.

Julia Steinberg-Böthig, Dipl.-Ökotrophologin, Journalistin und Verlegerin: Als kleines Mädchen wollte ich immer Schriftstellerin werden. Ich weiß noch, dass ich mit zehn Jahren zu Weihnachten eine Schreibmaschine von meinen Eltern bekommen habe. In meiner Freizeit schrieb ich dann Geschichten über Vampire, Geschwisterstreitereien und abenteuerlustige Mädchen. Eine wurde damals sogar in der Landeszeitung auf den damaligen Kinderseiten veröffentlicht. Später fand ich die Naturwissenschaft interessanter. Habe dann Ernährungswissenschaften studiert. Arbeiten wollte ich aber nicht als Beraterin. Deshalb machte ich diverse Praktika in verschiedenen Redaktionen mit den Schwerpunkten Ernährung, Gesundheit, Sport. Die Leute dort bestärkten mich, ein Volontariat zu machen. Also das Handwerk des Schreibens richtig zu lernen. Das tat ich dann auch. Und so ist mein Kindheitswunsch doch über Umwege irgendwie in Erfüllung gegangen. Denn heute bin ich die Herausgeberin von BeneFit und schreibe natürlich auch den einen oder anderen Beitrag für das Magazin. _12_


JOBBÖRSE Spezial

Lokführer

Ein Job mit Verantwortung Für Sascha Ahrens ist seit wenigen Wochen ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Der 34-Jährige ist seit Anfang Januar Lokführer der metronom Eisenbahngesellschaft. Seine berufliche Vorbildung erlaubt eine Ausbildung in neun Monaten. Warum er Lokführer geworden ist, was er dafür alles lernen musste und wie es sich anfühlt mit rund 8.500 PS durch Niedersachsen zu fahren, erzählt der frisch gebackene Familienvater im Interview. BeneFit: Was hat Sie bewogen, die Ausbildung zu machen? Sascha Ahrens: Mein Opa war Lokführer, den habe ich schon als kleinen Jungen dafür bewundert. Und mein Onkel arbeitet im Stellwerk in Celle. So bin ich quasi familiär schon vorbelastet (lacht). Nach der Schule habe ich erstmal eine Ausbildung zum Metallbauer absolviert und danach leider keine Festanstellung bekommen. So habe ich mich mit Aushilfsjobs über Wasser gehalten. Die vergangenen zehn Jahre habe ich als Produktionshelfer im Glasvertriebshandel gearbeitet. Mein Onkel erinnerte mich dann an meinen Kindheitstraum, Lokführer zu werden. Da habe ich mich im Herbst 2015 beim metronom beworben. Ich wurde angenommen und konnte schon Januar 2016 meine Ausbildung beginnen. BeneFit: Und wie war die Ausbildung? Sascha Ahrens: Puh, die war nicht ohne! Die Ausbildung dauerte zwar nur neun Monate, war aber sehr anspruchsvoll. Die ersten vier Monate hatten wir nur Theorie. Da ging es um Zugsicherungssysteme, E-Lok-Technik, Signalbedeutungen.

Wir mussten zum Beispiel auch die Bedeutung der 126 Signale lernen. Erst danach durften wir mit dem Trainer auf den Zug. BeneFit: Wie sieht jetzt Ihr Berufsalltag aus? Sascha Ahrens: Ich arbeite im Schichtdienst. Muss natürlich auch mal am Wochenende arbeiten und an Feiertagen. Aber da wechseln wir uns im Team ab. Gestern zum Beispiel hatte ich von 15.30 Uhr bis 2.20 Uhr heute Morgen Schicht. Heute und morgen habe ich frei. Ich fahre auf den Strecken Hamburg-Bremen und Hamburg-Göttingen. Mein Startbahnhof ist immer Uelzen. BeneFit: Gefällt Ihnen Ihre Arbeit? In der Praxis stellt sich so mancher Traumjob als gar nicht so traumhaft heraus… Sascha Ahrens: Meine Arbeit ist die beste der Welt. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Ich mag das Fahren, die Technik dahinter, den Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen und die große Verantwortung hinter allem. BeneFit: Wird das nicht langweilig? Sie fahren den ganzen Tag oder die ganze Nacht durch die Gegend. Da gibt’s doch nicht so viel zu tun, oder? Sascha Ahrens: Vielleicht nicht körperlich, aber im Kopf muss man total wach, aufmerksam und konzentriert sein. Schließlich müssen wir auf die verschiedenen Signalstellungen beim Fahren achten. Außerdem kommt es immer mal wieder zu Störungen auf den Strecken, auch darauf müssen wir entsprechend reagieren. Zuletzt waren es Streckensperrungen durch den vielen Schnee oder umgestürzte Bäume auf Gleisen durch den Sturm oder Schnee. Irgendwas ist immer. BeneFit: Und wie sieht Ihre Zukunft aus? Sascha Ahrens: Jetzt möchte ich erstmal arbeiten und Erfahrungen sammeln. Es ist nämlich ein unglaublich schönes Gefühl, einen richtigen Job zu haben und nicht nur eine Aushilfstätigkeit. Vielleicht mache ich später mal eine Ausbildung zum Trainer oder werde selbst Ausbilder. Wer weiß.

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BERUFUNG Spezial

Dennis Schlünzen

Vom Stabsunteroffizier zum Erzieher Text: Julia Steinberg-Böthig

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ege entstehen oft nur deshalb, weil man sie geht. Und es hilft dabei, einen Schritt vor den anderen zu setzen. Dennis Schlünzen hat seinen Weg gefunden, wenn auch über Umwege, aber eigentlich ist er über diese Umwege dort gelandet, wo er heute ist. Und ganz wichtig dabei: Er ist glücklich, so wie sich sein Lebensweg entwickelt hat. Gemeinsam mit Liv und John sitzt Dennis Schlünzen auf dem Teppich und legt mit ihnen das sogenannte „goldene Perlenmaterial“. „Es hilft spielerisch beim Vermitteln von mathematischen Kenntnissen“, erklärt der 37-Jährige. Seit April 2016 arbeitet er als Erzieher im Montessori-Kinderhaus zwischen Häcklingen und Rettmer. Nach dem Abschluss der Realschule machte Dennis Schlünzen eine Lehre zum Elektromaschinenbauer.

„Ich war typisch für mein Alter. Nur interessiert an Technik und PCs.“ Die anschließende Wehrpflicht verlängerte er von zehn auf zwölf Monate. „Ich war bei der Marine, das war großartig“, schwärmt er noch heute. Eigentlich wollte er bei der Marine bleiben, doch das Familienleben kam dazwischen. „Ich wäre oft weg gewesen, das wollte ich meiner Frau und den Kindern nicht zumuten.“ So tritt er den Truppendienst bei der Bundeswehr an. Verpflichtet sich für acht Jahre und arbeitet dort als Instandsetzer für Panzer und LKW. „Der Vorteil: Ich konnte bei meiner Familie bleiben, wurde von Einsätzen freigestellt.“ Auch die Zeit war toll. „Wir hatten eine großartige Kameradschaft, die Arbeit hat Spaß gemacht. Da hat alles gepasst“, so der ehemalige Stabsunteroffizier. Doch nach acht Jahren ist Schluss. Dennis Schlünzen möchte sich mehr auf die Arbeit mit Menschen konzentrieren. Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr ermöglicht ihm eine Neuorientierung. Unterstützt ihn auch finanziell. „So hab ich einfach noch eine Ausbildung zum Erzieher gemacht. Diese Menschen werden gebraucht, leisten wichtige Arbeit und besonders Männer werden gesucht.“ Doch die Ernüchterung kommt nach der Ausbildung. „Ich fand keine Anstellung“, sagt er und zuckt fast entschuldigend mit den Schultern. Um überhaupt etwas zu haben, bewirbt er sich auch anderweitig und bekommt einen Job als Sachverständiger im Feuerschutz. „Das war gut, denn ich konnte mein Technikwissen mit meiner Ausbildung als Erzieher verbinden“, sagt er lachend. Dennoch will er eigentlich als Erzieher arbeiten. Seine Frau lenkt dann seine Aufmerksamkeit auf das Kinderhaus des Montessori Vereins Lüneburg. „Das war genau mein Ding!“ so Schlünzen. Offensichtlich sah man das im Kinderhaus auch so, denn der Erzieher hat hier nun sein berufliches Zuhause gefunden. „Ich kann hier den Kindern mein Technikwissen spielerisch weitervermitteln. So können sie bei mir zum Beispiel einen Werkstattführerschein machen. Damit sie sicher im Umgang mit Werkzeugen werden.“ Zudem sei er auch der Sicherheitsbeauftragte im Kinderhaus, kümmert sich um die Einhaltung von Hygienevorschriften, den Brandschutz und andere Gefahrenstellen. „Das passt hier“, sagt Dennis Schlünzen. Er weiß, dass Umwege eben auch zum Ziel führen.

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TERMINE Spezial

Termine

Termine kurz und knapp

Termine kurz und knapp

+++Gründungskompass: 14. Februar, 14 bis 18 Uhr, IHK Lüneburg-Wolfsburg+++ Vier Stunden mit den wichtigsten Informationen zur Gründung eines eigenen Unternehmens.

+++EINSTIEG Hamburg: Freitag, 17. und Sonnabend, 18. Februar, Hamburg Messe +++ Mehr als 360 namhafte Unternehmen und Hochschulen stellen ihre Ausbildungs- und Studienangebote vor, um engagierte Schüler als Auszubildende und Studierende zu gewinnen.

+++Maus-Prinzip & Co.:

+++Leitmesse des Handwerks:

Montag, 20. Februar, 13 bis 16 Uhr, kleiner Saal der Handwerkskammer Lüneburg +++ Wie können Sie das, was Ihr Unternehmen tut, wofür Sie stehen und wofür Sie sich engagieren, einfach und verständlich transportieren? Gerade im Zusammenhang mit innovativen Leistungen oder Nachhaltigkeitsaktivitäten ist das eine besondere Herausforderung. Tipps und Tricks für verständliches Erklären gibt diese kostenfreie Seminar.

8. bis 14. März, Messegelände München+++ Was versteht das Handwerk unter „Made in Germany“ und wie kann ein Betriebsinhaber besonders davon profitieren? Die Leitmesse des Handwerks beantwortet alle Fragen. Über 1.000 Aussteller aus mehr als 60 Gewerken präsentieren alle Facetten des echten „Made in Germany“ auf 75.000 Quadratmetern in verschiedenen Themenflächen.

+++Girls & Boys Day: Donnerstag, 27. April +++ Für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 die Gelegenheit live in einen Beruf „reinzuschnuppern“. An diesem Aktionstag können Jungen und Mädchen einen Einblick in Berufe gewinnen, die nicht ganz oben auf der Liste der Top-Ten-Wunschberufe stehen.

+++ Mittwoch, 29. März, 9 bis 12 Uhr, IHK LüneburgWolfsburg +++ Ob Darlehen, Bürgschaft, Beteiligung oder Zuschuss, hier wird die richtige Finanzierungsstrategie besprochen.

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und neu beginnen! _15_