B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 4 (August 2022)

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Die Industrie-Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG August 2022 - Ausgabe 4/22

18.–19.10.2022 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand22

Neues automatisches Schmiersystem „spricht“ auch Bluetooth. Seite 28 Eingebaut werden die Stahlträger, Rohrleitungen und Apparaturen in den kommenden Wochen, doch zu sehen sind sie dank AR schon jetzt – in Originalgröße, Farbe und 3D. Bilder: Bilfinger

TOP NEWS Fachübergreifende Detektivarbeit Das leistet die integrale Schadensanalyse für die Industrie Seite 05 Schalten wir Störungen ab … … dann steigt die Effizienz von ganz allein Seite 12 Fehlersuche im Führerstand Mobile Datenerfassung ermöglicht Analyse von Störungen Seite 20 VW macht Prozesse sicher Neues Electronic-Key-System regelt Zugriffsrechte in der Gießerei Seite 24

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

08

Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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Messen & Events

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Impressum

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ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

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Aha-Erlebnisse im Anlagenbau Es wirkt wie Magie – man setzt eine Spezialbrille auf und die Produktionsanlage, die modernisiert werden soll, lässt sich betrachten, als wäre alles schon fertig. Begeht man die Anlage, so erscheinen vor dem Auge wie von Zauberhand schon in der Planungsphase neue Stahlträger, Rohrleitungen und Apparaturen, auch wenn sie noch gar nicht eingebaut sind. Möglich wird das mit der Computertechnik Augmented Reality, die sich im Industrieanlagenbau durchzusetzen beginnt. Der große Vorteil: Auch die Fachkräfte, die die Anlage nach ihrer Modernisierung bedienen werden, können ihr wertvolles Erfahrungswissen frühzeitig und gewinnmaximierend einbringen. Sie müssen dazu lediglich die noch etwas klobige Computerbrille aufsetzen und können sich dann selbst bei einer Begehung vor Ort ein realistisches Bild der modernisierten oder erweiterten Produktionsstätte machen. Erst mit der Computerbrille vor Augen fallen Details auf, die beim Betrachten der herkömmlichen Modelle auf dem Computerbildschirm im Büro übersehen wurden und die im Praxisbetrieb große Wirkung entfalten können. Ist das Ventil an der von den Planern vorgesehenen Stelle tatsächlich für Wartungsarbeiten problemlos erreichbar? Kommen die Servicetechniker gut an die Pumpe heran, oder wäre sie bei einem Defekt nur schwer auszubauen? Können die

„Augmented Reality schafft regelrechte Aha-Erlebnisse im Anlagenbau“, sagt Tobias Bauchrowitz, Leiter Engineering bei der Bilfinger-Tochtergesellschaft Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH. „Wenn man erfahrenen Anlagenbedienern die Spezialbrille aufsetzt, dann erkennen sie oft schon auf den ersten Blick, was an der Konzeption dringend geändert werden sollte“, erklärt der Ingenieur, der schon mehrere derartige Digitalisierungsprojekte für Industriekunden betreut hat.

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Logistikfachkräfte mit dem Gabelstapler problemlos alle engen Stellen in der Anlage passieren? Ist der Schaltschrank für die Elektriker gut zugänglich? Wird Maintenancefläche einer benachbarten Anlage verbaut? Es geht um kritische Fehler, die frühzeitig vermieden werden können. „Erfahrene Fachkräfte erkennen mit der AugmentedReality-Brille oft Dinge, die alle planenden Ingenieure übersehen hatten, weil ihnen die Anwendererfahrung fehlt“, erklärt Tobias Bauchrowitz, Leiter Engineering bei der Bilfinger-Tochtergesellschaft Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH. Ein Aha-Effekt für die Industriekunden sei auch immer wieder, wie realistisch die Darstellung mit Augmented Reality oder Mixed Reality sei. „Es kommt schon mal vor, dass bei einer Anlagenbegehung alle instinktiv den Kopf einziehen, wenn vor ihren Augen auf der Computerbrille ein virtueller Stahlträger erscheint“, sagt der Bilfinger-Ingenieur schmunzelnd. Weiter auf Seite 10

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NACHRICHTEN

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Winter is coming ... Aktuell wird die Tiefsee-Pipeline Nord Stream 1 gewartet. Ob diese nach der planmäßigen Wartung überhaupt wieder Gas liefert, ist unklar. Diese Ungewissheit macht Angst, zumal der Winter praktisch schon vor der Türe steht. Wer also in wenigen Wochen nicht frieren oder seine Produktion aufgrund des drohenden Gasmangels einstellen will, muss jetzt um-

steuern. Irgendwie und so schnell wie möglich. Neue Lösungen und Techniken lassen sich in dieser kurzen Zeit kaum mehr in Betrieb nehmen. Deshalb werden alte Systeme angeworfen, die mit Öl laufen und selbst die klimaschädliche Kohle erlebt in den Kraftwerken eine Renaissance. Das Schlimme ist: Wir hätten es nicht nur besser wissen müssen, wir waren auch schon auf einem

guten Weg. Deutschland war lange Zeit Vorreiter bei Solar- und Windkraft. Davon ist nichts übrig. Die Deckelung bei der Photovoltaik und Abstandsregeln à la 10 H haben den Erneuerbaren schwer zugesetzt und nebenbei dafür gesorgt, das Hunderttausende Arbeitsplätze hierzulande abgebaut und in anderen Ländern aufgebaut wurden. Da ist es scheinheilig, dass gerade die, die für diese Entwick-

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lung und die starke Energieabhängigkeit von Rußland verantwortlich sind, nun die aktuelle Regierung verantwortlich machen – das Ruder lässt sich nicht in wenigen Monaten herumreißen. Aber wir dürfen uns jetzt auch nicht wider besseres Wissen in die falsche Richtung bewegen. Alte Technologien mögen zur Überbrückung taugen, zur Problemlösung aber nicht. Volker Zwick

Branchenindikator Instandhaltung: Positive Werte für Quartal 1/2022

Industrie-4.0-Produktund Leistungsportfolio unter neuem Namen: Schaeffler Lifetime Solutions – Keep your machines rolling.

Aus dem Geschäftsfeld Industrie 4.0 wird Schaeffler Lifetime Solutions Die Umbenennung des Geschäftsbereichs Schaeffler Industrie 4.0 erfolgt aufgrund der Neuausrichtung des Leistungsportfolios, welches in den vergangenen Jahren sukzessive von reinen Produktlösungen hin zu ganzheitlichen Dienstleistungen erweitert wurde. Der neue Name „Schaeffler Lifetime Solutions“ sowie der Subclaim „Keep your machines rolling“ symbolisiert dabei nach Angaben der Verantwortlichen bei Schaeffler den Anspruch, Wünsche und Bedürfnisse von Instandhaltungs- und Werksleitern über die gesamte Lebensdauer einer Maschine hinweg zu bedienen. Somit umfasst das Portfolio künftig Lösungen und Expert-Services zur Schmierung,

Rauli Hantikainen ist Leiter der Schaeffler Lifetime Solutions. Er arbeitet seit 2018 für die Industriesparte von Schaeffler und ist einer der Hauptinitiatoren für die Neuausrichtung und den weiteren Ausbau des Portfolios. Bilder: Schaeffler

Montage und Überwachung der Lager und Maschinen. Im Fokus des Produkt- und Leistungsportfolios steht die vorausschauende, präventive Instandhaltung. Diese basiert auf Schaefflers langjähriger Erfahrung in der Gestaltung der Lagerung, der Montage und der stetigen Schmierung und Überwachung. Ziel des Automobil- und Industriezulieferers ist es also, die Lebensdauer von Anlagen und Maschinen durch kontinuierliche digitale Zustandsüberwachung und vorrausschauende Wartung mit bewährten Methoden und neuen Technologien zu verlängern. Schaeffler reagiert damit auf die veränderte Arbeitsrealität der Kunden, in der reibungslose und nachhaltige Produktion und Instandhaltung an Bedeutung gewinnen. „Der neue Name zeigt ganz klar den Weg, den wir beschreiten“, betont Rauli Hantikainen, Leiter der Schaeffler Lifetime Solutions, und ergänzt: „Er ist ein Werteversprechen: für weniger ungeplante Stillstände, verlängerte Lebensdauer der Lager und Maschinen, für mehr Nachhaltigkeit und höhere Zuverlässigkeit im Betrieb und vor allem für einen stressfreien und planbareren Arbeitsalltag. Für unsere Kunden sind wir ein Partner auf Augenhöhe, der sie in jeder Phase ihrer Produktion begleitet und mit individuellen Lösungen parat steht.“ www.schaeffler.de/ lifetime-solutions

Bereits im 4. Quartal 21 (Q4/21) gab es laut dem Umfragenbasierten FVI-Branchenindikator Instandhaltung einen starken Stimmungsanstieg zu verzeichnen, der auch im 1. Quartal 22 (Q1/22) fortgeführt wurde. Die Stimmung wird auf einer Skala zwischen -100 und +100 Punkten angegeben. Bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen gab es einen Anstieg von +3,0 auf +9,1 Punkte. Auch bei den industriellen Instandhaltungsdienstleistern gingen die Indexwerte nach oben und zwar von +56 auf +72 Punkte. Bei den IH-Dienstleistern hatten in Q4/21 42 Prozent der Befragten angegeben, dass sie einen weiteren Anstieg in der wirtschaftlichen Situation erwarten. Die Umfrage im 1. Quartal 22 hat aber gezeigt, dass sich bei allen (100 Prozent) die wirtschaftliche Situation verbessert hat. Dies war unter anderem auf die erleichterte Corona-Lage zurückzuführen. Und die IH-Dienstleister blickten auch im 1. Quartal 22 optimistisch nach vorn: Die Hälfte erwartete eine sich verbessernde wirtschaftliche Situation in der Zukunft. Die andere Hälfte ging von einer gleichbleibenden Situation aus. Im Gegensatz zum Q4/21 gab es in Q1/22 niemanden, der eine Abnahme bezüglich der wirtschaftlichen Situation prognostiziert. Die Ergebnisse bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen waren nicht so positiv wie bei den IH-Dienstleitern, sondern befinden sich größtenteils im neutralen Bereich: So ist zwar die Budgetierung bei den meisten (63 Prozent) in den letzten Monaten gestiegen, aber die Erwartungen an die Budgetierung in der Zukunft unterscheiden sich: Nur 13 Prozent erwarten eine Zunahme in den kommenden Monaten. Die Mehrheit (69 Prozent) rechnet mit einer unveränderten Lage der Budgetierung und die restlichen 19 Prozent befürchten sogar einen Rückgang. Ähnlich sieht es auch bei der Zahl der Mitarbeiter aus: Bei 27 Prozent ist diesegestiegen, bei der großen Mehrheit (67 Prozent) ist sie gleich geblieben. Die zukünftigen Einschätzungen vom 1. Quartal 22 sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn hier sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die deutlich höheren Energiekosten und die Probleme in den Lieferketten noch

Der Branchenmonitor Instandhaltung ist das Stimmungsbarometer zur konjunkturellen Entwicklung der Instandhaltungsbranche in Deutschland. Bild: FIR (RWTH Aachen)

nicht komplett eingepreist. Die detaillierten Ergebnisse des FVI-Branchenindikators sind frei zugänglich

und als PDF-Datei unter der Website http://ih-indikator.de abrufbar. http://ih-indikator.de

Produktionssysteme in der Industrie weniger geschützt als IT-Systeme Fertigungsunternehmen investieren mehr in die Cybersicherheit ihrer IT-Systeme als in die der eigentlichen Produktionssysteme. Dies ist eines der Ergebnisse der jüngsten Smart-ManufacturingUmfrage des Marktforschungsund Beratungsunternehmens Information Services Group (ISG). Die Befragung zeigt zudem, dass es häufig nicht die IT-Abteilung ist, die Smart-Manufacturing-Initiativen vorantreibt, sondern vielmehr Führungskräfte, die für die Lieferketten, die Produktion und die Produktentwicklung zuständig sind, sowie der Chief Technology Officer (CTO). Bei der Einführung von Smart Manufacturing stehen Fertigungsunternehmen vor großen Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit. Die Umstellung von der herkömmlichen auf eine „smarte“ Fertigung erfordert eine umfangreiche IT-Infrastruktur und Soft-

ware, um vorher nicht verbundene Systeme an das Unternehmensnetzwerk oder das Internetanzuschließen – von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), die ganze Montagelinien steuern, bis hin zur Steuerung einzelner Maschinen. Die Risiken sind dabei groß, denn nur sehr wenige der alten Betriebssysteme weisen moderne sicherheitsorientierte Strukturen auf. Sobald diese Systeme mit den IT-Netzwerken eines Unternehmens verbunden werden, vergrößert sich die Angriffsfläche für Cyberangriffe. Derzeit ist die IT-Abteilung oft noch außen vor, wenn es um das Erkennen und die Abwehr dieser Bedrohungen geht. ISG empfiehlt jedoch, die IT systematisch zu involvieren, wenn die Auswirkungen der neuen Geschäftsmodelle und Technologien auf die Cybersicherheit bewältigt werden. www.isg-one.com

Bild: ISG


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Eine Familie. Ein Name. Eine Mission. Interview mit Ferdinand Munk, Inhaber und Geschäftsführer der Munk Group Die Munk Group zählt mit den Geschäftsbereichen Munk Günzburger Steigtechnik, Munk Rettungstechnik, Munk Profiltechnik und Munk Service zu den bedeutendsten Anbietern von Steig- und Rettungstechnik sowie passenden Servicelösungen. Unter dem Dach der Munk Group hat sich die Günzburger Steigtechnik GmbH im Herbst vergangenen Jahres eine klarer ausdifferenzierte Firmenstruktur gegeben und deutlich gemacht: Das Unternehmen ist und bleibt auch in Zukunft in der Hand der Familie Munk. Ferdinand Munk, Inhaber und Geschäftsführer der Munk Group, erklärt im Interview die Beweggründe und zieht eine erste Bilanz. Herr Munk, Sie haben Ihre auf dem Markt etablierte Günzburger Steigtechnik in die Munk Group eingebettet. Warum kam es zu diesem Wechsel? Als Familienunternehmen macht man sich stets Gedanken um die Zukunftsfähigkeit seiner Firma und wir haben im Zuge dieser Diskussion schnell erkannt: Wenn wir das Wachstumspotenzial aller Geschäftsbereiche voll ausnutzen wollen, dann müssen wir unsere Firmenstruktur an die neuen Herausforderungen anpassen. Das haben wir getan. Außerdem wollten wir als Familie Munk auch das klare Zeichen setzen, dass unsere Familie auch in Zukunft voll hinter dem Unternehmen und seinen Mitarbeitenden steht. Daher haben wir dies bewusst jetzt auch im Firmennamen und in der Bezeichnung der Geschäftsbereiche sichtbar gemacht. Was ist das Ziel der Neuausrichtung? Indem wir alle Geschäftsbereiche des Unternehmens unter der Dachmarke der Munk Group zusammenführen, können wir uns noch besser als bisher als klarer Leader und Innovationsführer bei Arbeitssicherheit im Segment der professionellen Steigtechnik positionieren. Die Botschaft ist klar: Menschen brauchen Sicherheit – und diese wird im Markt klar durch die kompromisslose Qualität und intelligente Produktinnovationen der Munk Group repräsentiert. Wie viel Munk steckt in der Munk Group drin? Die ganze Familie. Alle vier Kinder und auch unsere Schwiegersöhne arbeiten bereits in den verschiedenen Funktionen mit und unser Schwiegersohn Alexander Werdich wurde ja jüngst in die Geschäftsleitung berufen. Diese bewusste Verantwortung der Familie möchten wir auch nach außen kommunizieren, frei nach dem Motto: Eine Familie. Ein Name. Eine Mission. Wie ist das Fazit nach den ersten Monaten der Neuausrichtung? Die Resonanz aus dem Markt ist toll. Wir hatten auf ein positives Echo gehofft, aber nach den ersten Monaten und vor allem auch nach den ersten Messeauftritten wie zum Beispiel auf der A+A in Düsseldorf kann ich sagen: Das Feedback hat unsere Erwartungen dann doch weit übertroffen. Es ist uns offenbar in der Tat gelungen, bei unseren Kunden und auch unseren wichtigen Partnern im Fachhandel das Vertrauen in die Stärke und Innovationsfreude

unseres Familienunternehmens noch einmal zu steigern. Darüber freue ich mich sehr. Haben Sie eine Erklärung dafür? Nun, es war uns ja von Anfang an ganz wichtig, die neue Markenund Firmenstruktur aus einer Position der Stärke heraus anzugehen. Und diese war und ist für alle sichtbar: Für unseren Geschäftsbereich Munk Rettungstechnik haben wir beispielsweise zehn Millionen Euro in den neuen Firmenstandort in Leipheim investiert, den wir im Sommer 2021 eröffnet haben. Weitere zehn Millionen Euro fließen aktuell in Erweiterungen am Hauptsitz in Günzburg, hier speziell in den Geschäftsbereich Steigtechnik. Dieser bleibt auch in Zukunft die wichtigste Säule in unserem Unternehmen. Als Claim haben Sie „Sicherheit. Made in Germany“ gewählt. Warum? Das ist unsere Mission und unser Versprechen an die Kunden – und das gilt seit mittlerweile 120 Jahren. Ob für Handwerk, Industrie, Einsatz- und Rettungskräfte oder die öffentliche Hand: Profis vertrauen auf die Qualität unserer Produkte, Dienstleistungen und Lösungen. Ganz einfach, weil sie sich im täglichen Einsatz bedingungslos auf die kompromisslose Güte der Steigtechnik-Lösungen aus unserem Haus verlassen können. Auf Produkte, die immer einen Schritt voraus sind und ihnen damit einen entscheidenden Mehrwert bieten: maximale Arbeitssicherheit Tag für Tag. Für das Wertvollste, das Sie haben – ihre Gesundheit. Dass wir konsequent zu „made in Germany“ stehen, das ist ja hinlänglich bekannt. Wir waren 2010 das erste Unternehmen überhaupt in Deutschland, das vom TÜV Nord mit dem zertifizierten Herkunftsnachweis „made in Germany“ ausgezeichnet wurde. Ist „made in Germany“ heute immer noch salonfähig? Und wie, ich finde sogar: mehr denn je! Wir setzen dabei von der ersten Idee bis hin zur Fertigung auf Sicherheit made in Germany. Und das aus gutem Grund. Denn Qualität bedeutet für uns weit mehr als die reine Machart eines Produkts. Es beinhaltet einen über Generationen gültigen Wertekodex für ökologisch und gesellschaftlich verantwortungsvolles, unternehmerisches Handeln. Die von uns entwickelten und hergestellten Produkte sind damit das exakte

Gegenstück zu den kurzlebigen Wegwerfprodukten unserer Zeit. Ich kann Ihnen versprechen: Was unsere Werkshallen verlässt, das soll Menschen wirklich langfristig verlässlich begleiten – im besten Fall ein Leben lang. Und das unterstreichen wir mit einem in der Branche einzigartigen Garantieversprechen von 15 Jahren auf das komplette Seriensortiment made in Germany, gefertigt an unseren Standorten im Heimatlandkreis Günzburg. Darauf können die Kunden auch in Zukunft vertrauen, denn dazu stehen wir. Mit unserem Namen und unserer Familie. Sie sehen made in Germany als klares Sicherheitsversprechen? Ja, denn ich denke, dass das Thema Nachhaltigkeit gerade jetzt wichtiger denn je ist. Menschen brauchen Sicherheit. Und wenn ich von Sicherheit spreche, dann meine ich das in jeder Dimension. Sicherheit am Arbeitsplatz – aber auch die Sicherheit, dass Produkte in allen Punkten halten, was sie versprechen. Früher war es selbstverständlich, dass deutsche Produkte für Tugenden wie Innovationskraft und qualitativ hochwertige Wertarbeit standen. Aber heute? Viele deutsche Marken leben doch nur noch vom Nimbus dieser Jahre. Heute reicht es nach Ansicht vieler Experten ja bereits, wenn Einzelteile aus aller Welt hier zusammengesetzt werden, um sich dieses Prädikat zu verdienen. Aber wenn wir von „Sicherheit. Made in Germany“ sprechen, dann meine ich etwas ganz anderes: ein Versprechen, das von der Produktidee über die Entwicklung, das verwendete Material und die Verarbeitungsqualität bis zum nachhaltigen Service reicht. Ist dieser permanent hohe Qualitätsanspruch denn in jedem Fall gerechtfertigt? In jedem Fall. Gerade im Bereich der Steigtechnik sprechen wir ja nicht nur von Mehrwerten wie optimalem Handling, höchster Funktionalität und Arbeitseffizienz – wir reden auch über einen ganz entscheidenden Punkt: die Arbeitssicherheit. Betrachten wir aktuelle Unfallstatistiken am Arbeitsplatz, so wird klar, dass es bei Leitern, Podesten und Gerüsten im Arbeitsumfeld bei der Sicherheit null Komma null Kompromissbereitschaft geben kann. Das gilt selbstverständlich für Arbeiten in großer Höhe, aber, und das wird oft unterschätzt: Das gilt genauso bei Arbeitshöhen von bis zu zwei Metern. Nahezu 10 Prozent der schweren Arbeits-

„In den kommenden Monaten wird uns auch die Weiterentwicklung der Digitalisierung im Unternehmen stark beschäftigen. Das ist ein laufender Prozess, wir sind in allen Unternehmensund Geschäftsbereichen laufend damit beschäftigt, unsere digitalen Services zu erweitern und zu optimieren. Dies sehen wir allerdings immer nur als Ergänzung zu unserer Beratung und Betreuung von „Mensch zu Mensch“, erklärt Ferdinand Munk, Inhaber und Geschäftsführer der Munk Group, die seit mittlerweile vier Generationen als Familienunternehmen im bayerischen Günzburg aktiv ist. Bild: Munk Group

unfälle erfolgen in dieser geringen Höhe. Sicherere und durchdachtere Produkte können hier in einem Moment der Unachtsamkeit Schlimmeres verhüten oder sogar Leben retten. Was sind die größten Herausforderungen für 2022? Rohstoffknappheit, Lieferengpässe und Materialteuerungszuschläge werden uns genauso in Atem halten wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Auch der Krieg in der Ukraine überschattet die komplette Wirtschaft. Für uns war der Start sehr positiv und ich freue mich sehr darüber,

dass endlich wieder Messen stattfinden, wie die Bus2Bus, Logimat, Interschutz, Eisenwarenmesse und im Herbst noch die InnoTrans. Das sind jetzt nur ein paar der wichtigsten. Fest steht: Wir wollen uns wieder live als Technologie- und Innovationsführer präsentieren und den direkten Draht zu den Branchenexperten nutzen. Denn das ist ja das Entscheidende: Der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch ist das A und O – egal, ob in der Kundenbetreuung durch unseren Außen- oder Innendienst. Wir sind immer persönlich für unsere Kunden da. www.munk-group.com

Solvares Group kauft die mobileX AG Die Solvares Group entstand 2018 mit dem Kauf der FLS GmbH. Durch die Erweiterung mit der impactit GmbH aus Wien, der Städtler Logistik GmbH aus Nürnberg und der Opheo Solutions GmbH aus Hamburg im Jahr 2021 entstand das Unternehmen, das im Bereich der Ressourcen-Optimierung aktiv ist. Im Juni 2022 kam nun die mobileX AG aus München mit 339 Mitarbeiter an neun Standorten in vier Ländern – Hauptsitz ist Heikendorf bei Kiel – hinzu. Mit der Integration der mobileX AG reagiert die Solvares Group auf die steigende Nachfrage nach mobilen Lösungen und vernetzten, durchgängigen Prozessen zwischen Innen- und Außendienst. Die Kunden der Solvares Group sollen dabei insbesondere von Synergien zwischen mobileX und FLS – Fast Lean Smart profitieren. Beide Firmen sind Anbieter von Lösungen im Bereich der Außendienststeuerung (Field Service Management). Mit dem Poweropt-Algorithmus liefert FLS nach eigenen Angaben eine leistungsstarke Technologie für die Disposition des Außendienstes, während die Apps von mobileX die Prozesse beim mobilen Serviceeinsatz vor Ort als auch bei der Digitalisierung der Instandhaltung in der Produktion unterstützen. Die Lösungen von mobileX ermöglichen dabei den Ein-

Hannes Heckner, CEO von mobileX, betont: „Gemeinsam mit der FLS unter dem Dach der Solvares Group schaffen wir für unsere Kunden ein unschlagbares Angebotsportfolio im Wachstumsmarkt Field Service Management.“ Bild: mobileX

satzkräften vor Ort den Zugriff auf Auftragsdaten aus dem ERP-System und übermitteln Rückmeldungen und Berichte ins Backoffice. Mit dem Kauf ermöglicht Solvares laut eigenen Ausagen nun einem breiten Kundenspektrum ein ganzheitliches Field Service Management, das sämtliche Aufgabenbereiche von der Termin- und Tourenplanung bis zur Auftragsbearbeitung und Dokumentation optimiert. Das Ganze basiert auf einer skalierbaren SaaS-Plattform (Software-as-a-Service), die Integrationsmöglichkeiten zu SAP und Microsoft-Ökosystemen bietet. https://solvares.com/ www.mobilexag.de


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Fachübergreifende Detektivarbeit Das leistet die integrale Schadensanalyse für die Industrie Produzenten benötigen bei Schäden an Maschinen oder Anlagen schnelle Hilfe, um Stillstände und Produktionsausfälle zu begrenzen. Wiederkehrende oder komplexe Probleme erfordern aber zugleich eine solide Ursachenforschung. Wie dies gelingt, zeigt TÜV Süd anhand zweier Praxisbeispiele an industriellen Anlagen. Ungeplante Maschinenstillstände kosten im Durchschnitt 532.000 USD pro Stunde. Das ist das Ergebnis einer 2021 durchgeführten Studie mit 72 multinationalen Industrieunternehmen. Zum Produktionsausfall kommen Aufwendungen für Ersatzteile und Einbau, Produktverluste bei verderblichen Gütern, entgangene Geschäfte und Imageprobleme bis hin zu Kunden, die abwandern. Schäden zu lokalisieren und ihre Ursachen aufzudecken ist daher immanent, um Verluste zu reduzieren.

Lösungen für knifflige Fälle Zunächst wird erfasst, welches Bauteil wo beschädigt ist. Auch die Position der Bruchstücke im Raum wird dokumentiert, da dies bereits Aufschluss geben kann, bei welchen Schäden es sich um Folgeschäden, sogenannte Sekundärschäden handelt. Deren Ausschluss aus dem weiteren Analyseprozess erleichtert die folgenden Untersuchungen. Analysen der Werkstoffeigenschaften, Einbaubedingungen und Bruchflächen folgen. Treten Schäden aber wiederholt auf oder ist die Sicherheit von Mitarbeitern, Verbrauchern, anderen Sachwerten oder der Umwelt gefährdet, reicht eine einfache Bauteilanalyse oft nicht aus. Wechselwirkungen zwischen Konstruktions-, Herstellungs-, Betriebs- oder Anwendungsfehlern lassen sich mit der integralen Schadensanalyse aufspüren. Sie entwirft zukünftige Vermeidungsstrategien und sichert so langfristig die Produktion. TÜV Süd setzt hierfür Experten aus verschiedenen Fachbereichen ein. Das Team analysiert die Betriebsbedingungen, stellt Hypothesen zur Schadensursache auf und prüft und verifiziert diese. Zum Einsatz kommen zum Beispiel werkstofftechnische Untersuchungen, Berechnungen mit der Finite-Elemente-Methode, aber auch analytische Methoden aus der Qualitätssicherung. Vor Ort wird das Fach- und Bedienpersonal miteinbezogen. Auch Wartungsprotokolle und Betriebsanleitungen liefern wichtige Hinweise. Das erfordert ein tiefgehendes Technikverständnis und eine enge Abstimmung mit dem Kunden bzw. Betreiber.

Fall 1: Auffällige Schwingungen TÜV Süd wurde in einem Fall beauftragt, den Schaden an einem Saugzuglüfter im Kessel einer Entsorgungsanlage für Sonder-

müll zu klären. Dieser war im Rahmen einer Kontrolle durch erhöhte Schwingungen aufgefallen. Bei der anschließenden Reparatur durch das Fachpersonal des Betreibers wurden Beschädigungen am Festlager sichtbar – das Sicherungsblech hatte sich gelöst. Die letzte Wartung lag vier Monate zurück. Dabei wurden unter anderem die Wälzlager durch die Wartungsfirma getauscht. Seitdem lief das Gebläse bis zum Schadensfall im Dauerbetrieb. Davor war der Lüfter bereits jahrelang unauffällig im Einsatz gewesen. Bei einem ersten Ortstermin inspizierte der Sachverständige den Lüfter und seine Komponenten. Im montierten Zustand waren Lüfterrad und Loslager unauffällig. Beim Öffnen des schwingungsanfälligen Festlagers fiel aber auf, dass der Sicherungsring für die Lagermutter fehlte. Auch hatte das Lager auf der Welle Spiel und ließ sich von Hand von der Welle lösen. Der Experte fand außerdem Verschleißspuren mit entsprechendem Abrieb sowie Bearbeitungsspuren eines Zerspanungsprozesses auf der Welle sowie dem Lageraußenring. In der Bewertung unterschieden die Schadensanalytiker zwischen direkten Schadensursachen und schadensbegünstigenden Einflüssen. Nicht mit dem Lagerschaden in Verbindung brachten sie einen Materialausbruch an der Welle, da Korrosionsspuren zeigten, dass der Ausbruch länger zurückliegen musste. Ausschließen konnten sie ebenfalls eine falsche Ausrichtung des Lagers. Ein schadensbegünstigender Einfluss durch die Aufstellung und Inbetriebnahme war somit unwahrscheinlich. Positive Erfahrungen mit den Gebläsen sowie eigene Untersuchungen schlossen auch einen Herstellungsfehler aus. Die Betriebsweise und -umgebung hatten, unter anderem aufgrund schwingungsentkoppelter Aufstellung, keinen negativen Einfluss. Genauere Aufzeichnungen, insbesondere maßliche Aufzeichnungen der Welle zum Zeitpunkt der Wartung, lagen nicht vor. Aus den vorliegenden Informationen leitete das Team deshalb folgendes Szenario ab: Bei der Wartung wurden Schäden an der Oberfläche des Lagersitzes durch Abdrehen beseitigt. Der Solldurchmesser wurde anschließend nicht wiederhergestellt. Aufgrund des Untermaßes der Welle war das Lager nicht ordnungsgemäß zentriert. Im Betrieb kam es daher zu Bewegungen im Lager, die zum Lösen der Lagermutter und zu den festgestellten Schwingungen führten. Als Empfehlung soll das Wartungspersonal künftig alle

wesentlichen Punkte wie Schraubenanziehmomente, Ausrichtung des Motors und Maßkontrollen protokollieren.

Fall 2: Pressenfunktion gestört In einem weiteren Fall beauftragte das zuständige Landgericht im Rahmen eines gerichtlichen Gutachtens TÜV Süd mit der Schadensanalyse einer hydraulischen Einständerpresse. Der Pressvorgang, bestehend aus Senken der Stößelplatte, Pressen und Rückzug der Stößelplatte, funktionierte nicht. Im Automatikbetrieb mit hohen Arbeitsdrücken öffnete sich das Werkzeug nach dem Pressen nicht – weder mit noch ohne eingelegtes Werkstück. Bei eingelegtem Werkstück blockierte die Presse sogar vollständig. Der Betreiber warf dem Hersteller vor: Die Stößelplatte sei aus minderwertigem Stahl. Bei Pressen gleicher Bauweise sei kein Auswerfer erforderlich, um das Werkstück aus der Form zu nehmen. Die Konstruktion der Presse sei mangelhaft. Vor Ort inspizierten die TÜV-SüdExperten die Presse und zugehörigen Werkzeuge und führten Probehübe im ausgerüsteten Zustand sowie werkstofftechnische Untersuchungen durch. Dabei stellten sie fest, dass die Stößelplatte nur eine geringe Härte aufwies, die zusätzlich auch noch zwischen Tischmitte und Tischrand variierte. Das schränkte die Presse in ihrer Verwendbarkeit mit unterschiedlichen Werkzeugen ein. Das Material war für den Einsatzzweck daher nicht geeignet. Beanstandung zwei, dass zum Herauslösen des Werkstücks kein Auswerfer nötig sein sollte, bestätigte sich ebenfalls: Die Verklemmungsgefahr hängt weitgehend von der Pressenkraft und der Werkstückgeometrie ab. Das Gewicht der Werkzeughälften sowie die Masse der umgeformten Werkstücke und Rohlinge war im Verhältnis zur Nennkraft dieser Presse jedoch gering und somit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Pressteile nicht selbstständig aus dem Werkzeug lösen können. Die Werkstückgeometrie konnte als Einflussfaktor ebenfalls ausgeschlossen werden. Auch der dritte Punkt wurde verifiziert: zum einen, weil das verwendete Werkzeug auf anderen Pressen mit wesentlich geringerer Leistung problemlos funktionierte. Zum anderen stellten die Experten fest, dass die vorliegende Hydraulik nicht mit dem Hydraulikplan der Betriebsanleitung übereinstimmte. Daraus ergab sich die zu

Lagersitz des Festlagers nach Demontage mit Drehriefen und Verschleißspuren. Bilder: TÜV Süd

geringe Rückzugskraft des Stößels. Dies ist ein konstruktiver und funktionaler Mangel. Ihre bestimmungsgemäße Funktion erfüllte die Presse somit nicht. Zudem gab es sicherheitstechnische Mängel bei der Maschinenkennzeichnung und an den Verschlussschrauben der seitlichen Schutzeinrichtung – was gegen die Maschinenrichtlinie verstößt. Das interdisziplinäre Team aus der Schadensanalyse, der Werkstoffund Pumpentechnik sowie der Hydraulik beurteilte die Presse in ihrem technischen Bericht ab-

Ein Materialausbruch an der Welle konnte als Sekundärschaden ausgeschlossen werden.

schließend als nicht betriebsfähig. Somit konnte der Betreiber gegenüber dem Hersteller den Anspruch auf Schadensersatz geltend machen. Die beiden Beispiele zeigen, wie wichtig eine ganzheitliche Betrachtung im Schadensfall ist. Erst mit den TÜVSüd-Befunden ergab sich ein Gesamtbild, aus dem die Experten die Ursache für die Schäden mit dem Unternehmen ermitteln konnten. Die integrale Schadensanalyse ermöglichte den Betreibern des Lüfters und der Presse, Schadensersatz gegenüber den Herstellern geltend zu machen und wirksame Maßnahmen für die Instandsetzung abzuleiten. Autoren: Silke Kirchhoff, Sachverständige Werkstofftechnik Metall TÜV Süd und Dipl.-Ing. Dominik Voggenreiter, Experte Schadensanalyse und Verbrennungskraftmaschinen TÜV Süd www.tuvsud.com/ schadensanalyse

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Wartung und Instandhaltung per Roboter

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ROBUR INFORMIERT

Autonome Roboter punkten bei Inspektionsaufgaben in kritischen Bereichen Evonik führt mit drei Partnerunternehmen in einer firmeneigenen Chemieanlage ein Projekt durch, bei dem es darum geht, Inspektionsaufgaben in kritischen Bereichen von einem autonomen Roboter durchführen zu lassen. Die Software des Roboters stammt von Energy Robotics, der Roboter kommt von Boston Dynamics. Für die Steuerung des Roboters und das Einlernen von Missionen kommt das ATEX-Tablet vom Typ F110 von Getac zum Einsatz. Ziel des Projekts ist, die Praxistauglichkeit dieser Roboter-Lösung für den Einsatz in der Chemie-Industrie für Evonik zu evaluieren. Die Aufgaben des Roboters sind dabei in erster Linie das automatisierte Erfassen von Daten auf Inspektionsrouten, die er selbstständig zurücklegt. Dazu zählen auch Sicherheitsinspektionen, die sich nicht oder nur mit großem Aufwand in ein Fernwartungskonzept einbinden lassen. So kann der Anwender die Inspektionsintervalle verlängern sowie die Zuverlässigkeit der Inspektionen durch Gewinnung objektiver Daten verbessern. Das eingesetzte Tablet von Getac spielt in diesem Projekt eine wichtige Rolle. Es dient nämlich als Interface zwischen dem Roboter sowie dessen Steuerungssoftware und dem Menschen. Zur Steuerung und Kontrolle in der Anlage greift der Anwender über das F110-Tablet auf die Software zu. Für schnelle Eingriffe während des Einsatzes dient zusätzlich ein Controller. Thorsten Schimpf, ProzessExperte bei Evonik, erklärt: „Der Roboter erhält seine Mission durch das Getac F110 und kann dann in den entsprechenden autonomen Missionen, wie zum Beispiel im Tanklager, auch darüber gesteuert werden.“ Der Roboter ist hierfür mit Sensoren sowie Infrarot- und optischen Kameras ausgestattet;

CONGIV LIEFERT NEUESTES ENERGIEMANAGEMENT FÜR DAS RECHENZENTRUM VON AUDI

Nachweislich nachhaltig, eindeutig effizienter

16 Milliarden Kilowattstunden haben deutsche Rechenzentren im Jahr 2020 laut Branchenverband Bitkom verbraucht. Das ist deutlich mehr als der Stromverbrauch der Stadt Berlin im gleichen Zeitraum. Vor allem bezüglich der Steigerung industrieller Energieeffizienz gewinnen Energiemanagementsysteme daher große Aufmerksamkeit. Es zeigt sich, dass Unternehmen mithilffe e von Energiemanagementsystemen bereits in den ersten Jahren ihren Energieverbrauch um bis zu 10 % senken können. Dies führt zu sinkenden monatlichen Energiekosten, sodass sich diese Systeme nicht nur in ökologischerr, sondern auch in ökonomischer Hinsicht lohnen.

Während der Rundgänge erfasst der Roboter Daten optisch oder Temperaturen bzw. Leckagen mittels der Infrarotkamera. Bild: Getac

er bewegt sich zu bestimmten Punkten in dem Gelände und macht Fotos von Anzeigen oder nimmt Daten auf. „Für die Bedienung und Überwachung benötigen wir einen portablen Computer, der ausreichend Leistung hat, um ein Video darzustellen und in Echtzeit wiederzugeben“, so Schimpf. Die entsprechenden Anforderungen an das Tablet sind hoch: Es muss robust und ATEX-zertifiziert sein, es soll im Freien unter allen Umgebungsbedingungen gut ablesbar und voll funktionsfähig bleiben, ob bei Hitze, Kälte oder auch bei Regen. Als Betriebssystem ist Windows erforderlich, das Tablet muss außerdem große Datenmengen

erfassen und verarbeiten können. Die Konnektivität und Leistung spielen wegen der Echtzeitanwendungen ebenfalls eine sehr große Rolle, damit die Videoübertragung flüssig auf dem Tablet dargestellt wird. Außerdem ist ein LTE-Anschluss erforderlich, da es im Tanklager kein WLAN gibt. Zudem muss die Verbindung zum Controller via Bluetooth gewährleistet sein. Das F110 erfüllt die genannten Kriterien und lässt sich mit dem passenden Getac-Tragegurt bequem vor dem Körper tragen, sodass der Anwender beide Hände frei hat, um gleichzeitig auch den Controller bedienen zu können. https://corporate.evonik.de/de www.getac.com

Dienstleister setzt Pergamonmuseum ins rechte Licht Das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel in Berlin wird zurzeit abschnittsweise von Grund auf instand gesetzt. Das Projekt stellt aufgrund des Denkmalschutzes und des Schutzes der während der Sanierung im Inneren des Museums verbliebenen Kunstwerke besondere Ansprüche an die Umsetzung der Arbeiten – es gelten unter anderem sehr hohe Anforderungen an den Brandschutz. Ein Team von Spie Deutschland & Zentraleuropa aus dem Geschäftsbereich CityNetworks & Grids realisiert dort die Beleuchtung vor allem in Ausstellungsräumen, aber auch in Fluren, Treppenhäusern und dem Eingangsbereich des Museums. Dies beinhaltet die Lieferung und Montage von Stromschienen und Leuchten diverser Hersteller, teilweise mit Sicherheitsbeleuchtungsfunktion. Durch die modernisierte Beleuchtung wird das Museum künftig etwa 20 Prozent an Energie einsparen. Insgesamt installiert der Multitechnik-Dienstleister rund 2.800 energiesparende LED-Leuchten

unter anderem in den Ausstellungsräumen des Hauptrundgangs (Pergamonsaal, Mschattasaal, Telephossaal, Erste-ReicheSaal). Die Leuchten sind in knapp 4.600 Meter Lichtbandleuchten integriert, die das Team um Projektleiter Markus Rüdiger auf

Pendeltragschienen oberhalb von tageslichtsimulierenden Decken anbringt. Hinzu kommen zirka 2.300 Meter Stromschienen zur Aufnahme von etwa 200 weiteren LED-Deckenanund Einbauleuchten sowie die Anbindung an die Kabelanlagen. www.spie.com

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind für die Rechenzentrumsbranche zunehmend v on z en tr aler B edeutung . Das unterstreicht unter ande rem auch der Climate Neutral Data Centre Pac t, der das Ziel der K limaneutralität von Rechenzentren bis 2030 verfolgt. Ein modernes Energie management ermöglicht die v ollständige Er fassung v on Energieflüssen und bildet die Grundlage für einen stetigen Ver besserungspr o z ess . Und das spar t Energie und Kosten. CONGIV installiert EMS bei AUDI Im Rechenzentrum von Audi sorgt das Energiemanagement System (EMS) von CONGIV für eine zuver lässige Er fassung, Konsolidierung, Visualisierung und Auswertung aller energiebezogenen Werte. Das System bietet dem Benutzer ein übersichtliches Monitoring, syste matische Analyse und Business Intelligence. Dafür werden herstellerunabhängig sowohl auf Mikro- als auch auf der MakroEbene alle relevanten Energiewer te und KPIs er fasst und in Form eines Autocock pits dargestellt. Die er fassten Werte sind der Enabler für zielgerichtetes und

nachhaltiges Handeln bei Audi. Das System lieffer ert einen en Nachweis über die Nutzung g erneuerbarer Energie (REF) so owie über di e Nu tzun g vo n A b w är me (ERF). Darüber hinaus ist es ein Indikator für den Effizienzg zienzgrad des Gesamtsystems (SStromverbrauch IT zu Gesamtstrom: PuE) und gibt Auskunftt über er die Effizienz der Kälteerzeugung gung und Verteilung. Un t e r n eh me n, d i e ih r Rechenzentrum auf Basis der DIN EN 50600 planen, n, bauen, betr eiben und letztt endlich auch zertifizieren wolllen, kommen um den Einsatz eines Energiemanagements niccht mehr herum, denn die DIN EEN 50600 Teil 4 fo ordert die Sicherst erstellung der Überwachung derr Energieeffizienz und die Mö öglichkeit der Steuerung des gesam esamten technischen Systems (K lima, Strom). Die CONGIV kaann Ihnen hier mit viel Er fahrung g bei der Umsetzung helfen e – wir stehen Ihnen zur Ver fügung! CONGIV GmbH Ingolstädter Straße 172 80939 München info o@congiv.de www.congiv.de

CONGIV ist Teil der ROBUR:

Die Installationen haben im Januar 2022 begonnen und werden voraussichtlich Anfang 2025 abgeschlossen. Spie arbeitet mit dem Auftraggeber BBR bereits seit über 20 Jahren auch in anderen Projekten vertrauensvoll zusammen. Bild: Spie

Fast 3.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten weltweit in den Industriesegmenten Wind, Wasser,, Energie, Industrials und Prozessindustrie und schaffen als kompetenter Par tner ganzheitliche Lösungen von Planung und Realisation über Installation, Betrieb und Instandhaltung bis zu Verlagerung und Rückbau. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit Digital-, Automatisierungs- und Data-Insightslösungen bei der Gestaltung der digitalen Transformation. w w w.robur-industr y-ser vice.com


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Mercedes nutzt Service eines Kranherstellers Konecranes sorgt für Betriebssicherheit und Produktivität von Tausenden Kranen Minütlich rollen Neufahrzeuge und die dazugehörenden Komponenten aus den Mercedes-BenzWerken in Stuttgart, Sindelfingen, Bremen und Hamburg. Von der Entwicklung bis zur Endmontage müssen dabei unterschiedlichste Teile transportiert werden. Und das zuverlässig und ohne Verzögerungen. Eine kontinuierliche Überwachung der zahlreichen Hebezeuge, Hebebühnen und Lastaufnahmemittel und schnelles Eingreifen bei Störungen an den verschiedenen Standorten sind deshalb unverzichtbar. Grund genug, warum der Automobilbauer diesen Service mittlerweile zukauft. In der Automobilproduktion müssen viele kleine, leichte, große und schwere Komponenten, bis hin zum kompletten Fahrzeug gehoben und transportiert werden. In jedem Werk kommen dafür eine Vielzahl von Kranen, Hebezeugen, Hebebühnen und Lastaufnahmemittel zum Einsatz, die kontinuierlich in einem Top-Zustand gehalten werden müssen. Für mehrere Mercedes-BenzWerke in Stuttgart, Sindelfingen, Bremen und Hamburg haben die Experten von Konecranes Service jetzt ihr weltweit umfangreichstes Serviceprogramm konzipiert, um die Rundumversorgung der Tausenden Anlagen und Systeme an den Standorten zu gewährleisten. Die Kran- und Intralogistik-Experten kennen die Anlagen in Stuttgart, Sindelfingen, Bremen und Hamburg bereits seit Jahren. „Die reine Anzahl und Vielfalt der Gewerke sind dabei eine große Herausforderung“, erklärt Holger Fieker, Key Account Manager Automotive bei Konecranes Service. „Zudem müssen die Servicetechniker sehr schnell vor Ort sein, falls einmal eine Anlage stillsteht“, so Fieker weiter. Hinzu kommen ein professionelles Ersatzteilmanagement und vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen, die den Betrieb möglichst wenig beeinflussen dürfen. So unterschiedlich wie die Endprodukte der vier Werke sind, so vielfältig sind auch die Krane, Hebezeuge und Lastaufnahmemittel wie etwa Traversen, die die tonnenschweren Presswerkzeuge transportieren. „Viele Prozesskrane und Hebezeuge stammen von Konecranes und Demag, darüber hinaus haben wir natürlich auch mit diversen Anlagen anderer Hersteller zu tun“, erläutert Fieker und betont: „Diese Situation der mit dem Betrieb gewachsenen Anlagenbasis sehen wir oft bei unseren Kunden. Die ursprüngliche Ausstattung wird über die Zeit ersetzt und je nach Anforderungen in der Produktion, Montage oder Entwicklung erweitert.“ So müssen bei der täglichen Instandhaltung oder bei Modernisierungen jeweils andere Faktoren bedacht werden. Diese hohe Individualisierung ist jedoch auch eine Herausforderung, denn jede einzelne Anlage muss jederzeit bestens funktionieren. Fieker veranschaulicht die Problematik aus Kundensicht: „Jede Anlage und jedes Teil durch den jeweiligen Hersteller instand halten zu lassen, wäre zu komplex und kostenintensiv.“

Zur Dimension des Auftrags: Insgesamt sind mehr als 8.000 Krane und Hebezeuge, über 1.500 Hebebühnen und mehr als 30.000 Lastaufnahmemittel zu berücksichtigten. All diese eingesetzten Betriebsmittel stammen von unterschiedlichen Herstellern.

Deshalb suchte Mercedes-Benz nach einem Partner, der den kompletten Prozess von der Konzeption bis zur integrierten Realisierung aus einer Hand anbietet. Dafür braucht es viel Erfahrung und ein breites Knowhow über alle Gewerke hinweg – sowie ein gründlich durchdachtes Konzept.

Ein effizientes Ersatzteilmanagement und eine reibungslose, geplante und präventive Instandhaltung der Anlagen gehören ebenfalls zu den Anforderungen, die zu erfüllen sind. „Alle Instandhaltungsarbeiten müssen zudem so zügig und glatt wie möglich durchgeführt werden“, betont Holger Fieker und ergänzt:„Das bedeutet, dass sie den Produktionsprozess nach Möglichkeit immer sicherstellen, denn die Produktion steht nie still.“ Um diesen hohen Anforderungen an die Servicequalität gerecht zu werden, hat Konecranes Service ein umfassendes Konzept für die Wartung und Instandhaltung der vielen Tausend Anlagen entwickelt. Dafür arbeiten die Experten für Krane und Hebezeuge mit erfahrenen Partnern etwa für den Bereich Lastaufnahmemittel zusammen. „So können wir die komplette Bandbreite der eingesetzten Systeme abdecken und unserem Kunden trotzdem ein ganzheitliches Konzept mit einem Ansprechpartner für alle Fragen bieten“, verdeutlicht Fieker. „Das spart viel Abstimmungsaufwand, Zeit und Geld.“ Doch nicht nur die Qualität, sondern auch die Schnelligkeit von Störungsbehebungen sind in

Maximal 15 Minuten Zeit darf verstreichen von der ersten Störungsmeldung beim Servicetechniker bis zu dessen Eintreffen an der Anlage. Innerhalb von 45 Minuten müssen spätestens die Reparaturmaßnahmen beginnen. Bilder: Konecranes

der Automobilindustrie von großer Bedeutung. Fieker dazu: „Deshalb haben wir für die Anwendungen in Stuttgart, Sindelfingen, Bremen und Hamburg eine integrierte Lösung entwickelt.“ Künftig arbeiten also mehr als 50 Experten von Konecranes Service exklusiv für Mercedes-Benz. In den verschiedenen Werken haben sie zudem eigene Werkstätten auf dem jeweiligen Werksgelände. So können sie schnell auf Störungen reagieren.

Reparaturstart in maximal 45 Minuten „Für die Krananlagen mit höchster Priorität ist eine Reaktionszeit von 15 Minuten vereinbart – so schnell muss ein Techniker ab der ersten Meldung mit der Störungsbeseitigung beginnen“, erläutert der Key Account Manager Automotive. „Die Reparatur muss dann in 45

Minuten eingeleitet werden. Unsere hohen Sicherheitsanforderungen werden bei der Ausführung der Arbeiten und insbesondere der Störungsbeseitigung beachtet“, so Fieker weiter. Längerfristig geplante Wartungsarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten am Standort im Voraus so geplant, dass der Betrieb möglichst wenig beeinflusst wird. Krananlagen werden etwa dann bearbeitet, wenn sie gerade nicht benötigt werden. „Diese Art Abstimmung funktioniert am besten, wenn die Wege kurz sind, alles aus einer Hand kommt und der Kunde einen festen Ansprechpartner hat“, betont Holger Fieker. Dabei kann sich Konecranes Service auf lange Erfahrung verlassen – seit vielen Jahrzehnten sind die Kran- und Instandhaltungsexperten bereits mit den Anlagen des Kunden vertraut. www.konecranes.com

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Sicherer Datenaustausch ist die Grundlage Aveva Data Hub erschließt neue Möglichkeiten für eine vernetzte Industrie Der weltweite Anbieter von Industriesoftware, Aveva, erweitert seine Connect Industrial CloudPlattform um Funktionen für den Austausch von Industriedaten. Herzstück ist hierbei der Data Hub. Damit können Industrieunternehmen Betriebsdaten selektiv mit vertrauenswürdigen Stakeholdern wie wichtigen Lieferanten, Ausrüstungsanbietern, Datenwissenschaftlern, Unternehmensanalysten und anderen autorisierten Partnern teilen. Dieses datengesteuerte Netzwerk verbindet Organisationen für eine vernetzte Industriewirtschaft miteinander. „Aveva bietet jetzt eine gemeinsame, mit der Cloud verbundene Informationsinfrastruktur, die unsere Kunden und Partner nutzen können, um wertvolle Anwendungen zu entwickeln und ihre schwierigsten branchenspezifischen Herausforderungen zu meistern“, ist Rónán de Hooge,

Verringerung von Ausfallzeiten Executive Vice President, Cloud Platform Business von Aveva, überzeugt. Er betont: „Aveva Connect ist mit den umfangreichen Möglichkeiten zur gemeinsamen Nutzung von Daten, die der Data Hub bietet, besser denn je.“ Die industrielle Cloud-Plattform er-

möglicht die Suche, den Datenzugriff und die KonfigurationsAPI, die gemeinsame Nutzung von Daten und Referenzinhalten. Die Möglichkeit, Daten aus lokalen Systemen und Systemen von Drittanbietern in der Cloud zu aggregieren, unterstützt die optimierte Zusammenarbeit über digitale Zwillinge. „Aveva Connect ist eine offene und agnostische Plattform, die nach oben oder unten skaliert werden kann, um die geschäftliche Flexibilität zu unterstützen und gleichzeitig ein kollaboratives und effizientes industrielles Ökosystem zu ermöglichen“, ergänzt er. Die amerikanische Renewable Energy Group (REG) nutzt bereits die Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung von Cloud-Daten

mithilfe des Aveva Data Hubs, und zwar um auf diese Weise die Zuverlässigkeit von Anlagen zu verbessern und die Wartungskosten zu senken. Konkret verwendet REG den Data Hub, um Echtzeit-Leistungsdaten ihrer Zentrifugen mit einem Partner für Anlagenüberwachung, Allied Reliability, auszutauschen.

Erste Unternehmen profitieren bereits Durch diese engere Zusammenarbeit zwischen den Anlageneigentümern und den involvierten Dienstleistern konnte REG nach eigenen Angaben auf diese Weise die Ausfallzeiten der Anlagen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Ein anderer Anwender ist die

Aveva Data Hub Industrielle Cloud-Plattform, um Daten auszutauschen

Fortgeschrittene Datenanalysen Remote Monitoring

Connected Community Digitale Services zwischen Partnern

Durch einen sicheren, Cloud-nativen Service zur Aggregation, Verwaltung und der gemeinsamen Nutzung von Betriebsdaten können neue Erkenntnisse gewonnen und die Betriebsleistung verbessert werden. Bild: Aveva

ebenfalls nordamerikanische Dominion Energy. Das Unternehmen ermöglicht einen nachhaltigeren Betrieb durch die gemeinsame Nutzung von Daten aus Wind- und Solarenergieanlagen. Die Endkunden von Dominion

Energy können nun dank dieser Lösung laut Anbieter auf aktuelle und zuverlässige Daten über die Herkunft ihrer Energie zugreifen und so ihre ESG-Verpflichtungen (Environmental, Social, Governance) erfüllen. www.aveva.de


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Standzeiten des KSS verdoppelt … … und das trotz besonderer Herausforderungen durch Wasser und Folgeprozesse Wenn es um Kommunikation und Verständigung geht, kommt man an Produkten des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz kaum vorbei. Neben vielen anderen elektronischen Produkten stellt der Münchner Technologiekonzern Bauteile, Geräte und Systeme für die Mess-, Funk- und Sendetechnik in großer Fertigungstiefe her. Was die Elektronikexperten des Konzerns in München entwickeln und in Memmingen montieren, wird in Teisnach im Bayerischen Wald hergestellt. Als Systemlieferant und Kompetenzzentrum für die mechanische und elektronische Fertigung ist das größte Werk mit 2.000 Beschäftigen im Verbund auf die Herstellung und Montage elektromechanischer Baugruppen und Anlagen spezialisiert. Dort untergebracht ist auch die spanabhebende Fertigung, in der mit über 80 Werkzeugmaschinen jährlich etwa 800 Tonnen Aluminium zu hochleistungsfähigen Produkten verarbeitet werden. „Aluminium macht etwa 80 Prozent im Werkstoffmix aus, zu dem noch Kupfer, Bronze, Messing und natürlich Stahl gehören“, berichtet Martin Ebner, Technologe in der spanabhebenden Fertigung im Werk Teisnach, und erklärt, warum dies so ist: „Einfach aus Gewichtsgründen. Unsere häufig tragbaren Produkte sollen möglichst leicht sein.“ Für den Einsatz im Freien und in der Marine müssen sie zudem witterungs- und korrosionsbeständig sein. In der Hochfrequenztechnik (HF-) sind das beispielsweise Hohlleiter oder Signalgeneratoren. Gerade die HF-Technik stellt dabei besondere Anforderungen an die Präzision. Hier wird die Einhaltung von Toleranzen +/- 2 µm gefordert. Die Fertigung in klimatisierten Räumen sorgt für die geforderten Ergebnisse: Zum Einsatz kommen Drei- und Fünf-Achs-Bearbeitungszentren. Sie fräsen, drehen, bohren, reiben und schneiden Gewinde. Das Zerspanungsvolumen ist dabei häufig sehr groß bei den Werkstücken, die als Blöcke aufgespannt werden und die Maschine oft als filigrane Gitterstruktur verlassen. So entstehen in Teisnach in großer Fertigungstiefe beispielsweise Gehäuse, Halbschalen, Wellen oder Rahmen und Anschlussstücke. Die Losgrößen liegen meist zwischen eins und 100. Für die Schmierung und Versorgung mit dem geeigneten Kühlschmierstoff (KSS) sorgt der norddeutsche KSS-Hersteller Oemeta Chemische Werke. Bevor das familiengeführte Unternehmen mit der KSS aber zum Zuge kam, gab es ausführliche Tests. Erst dann wurde der passende Kühlschmierstoff für die Serienfertigung freigegeben. Eingesetzt wird der wassermischbare und vielseitig verwendbare bor- und formaldehydfreie Kühlschmierstoff Novamet 910. Er zeichnet sich, so der Hersteller, durch außerordentlich hohe Leistungsfähigkeit bei unterschiedlichsten Anwendungen und Materialien sowie geringen Verbrauch aus. Oemeta verspricht außerdem eine hohe Stabilität und lange Werkzeugstandzeiten. „Wir haben damit die KSS-Wartungsintervalle an den Anlagen zum Teil halbieren können und führen das gereinigte KSS wieder dem Gesamtprozess zu“, bestätigt Ebner und betont:„Damit sind wir

schon sehr zufrieden.“ Das war vor Oemeta nicht so, denn die Situation am Standort ist besonders, und die auf die Zerspanung folgenden Prozesse stellen eine hohe Anforderung an den KSS. So ist das Wasser im Bayerischen Wald beispielsweise sehr weich, was eine hohe Schaumbildung zur Folge hat. „Beim Vorgängerprodukt mussten wir viel Entschäumer einsetzen“, erinnert sich Ebner und ergänzt: „Das brauchen wir überhaupt nicht mehr.“ Ferner war die Geruchsentwicklung störend und darüber hinaus gab es teils Hautreizungen. „Insgesamt war die Performance nicht zufriedenstellend. Und dass auch der Verbrauch übermäßig hoch war, wissen wir, seit wir zu

Oemeta gewechselt haben“, verdeutlicht Ebner. „Darüber hinaus verbesserten sich mit unserem Novamet 910 die Oberflächengüte und das anschließende Beschichtungsergebnis“, streicht Hubertus Hatzl, Gebietsverkaufsleiter Süd-Ost bei Oemeta, heraus. Die Verbesserungen waren nicht nur in den Zerspanungsprozessen eklatant. Neben dem besseren Rückstandsverhalten und deutlich verlängerten Standzeiten bei zugleich verlängerten Reinigungsintervallen verschwand der Geruch nahezu vollständig. Ebenso verbesserte sich durch die Hautverträglichkeit des Kühlschmierstoffs Novamet mit einem pH-Wert von 9,4 bei fünf Prozent der Arbeitsschutz.

Bild: Oemeta Chemische Werke Novamet 910 ist ein wassermischbarer Kühlschmierstoff für die Zerspanung, der frei von Bor und Formaldehyd ist. Er zeichnet sich laut Hersteller durch hohe Leistungsfähigkeit bei unterschiedlichsten Anwendungen und Materialien sowie geringen Verbrauch aus.

Und noch etwas will Ebner nicht unerwähnt lassen: „Unsere Maschinen und die Werkstücke sind viel sauberer als früher.“ „Das liegt an dem hohen Waschund Spülvermögen von Novamet 910.“ www.oemeta.com

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Prozesse dank IoT Cockpit und Echtzeitinformationen immer im Blick Der Softwarehersteller Membrain erweitert mit dem IoT Cockpit sein Portfolio im Bereich Industrie 4.0 sowie Performance-Anwendungen für die digitale Fabrik. Mit dieser Lösung sehen Produktionsverantwortliche den aktuellen Livestatus des angebundenen Maschinenparks und der kritischen Anlagen im Produktionsumfeld – und das in Echtzeit. Drohende Störungen und Maschinenausfälle können so unmittelbar identifiziert und Ausfall- beziehungsweise Stillstandzeiten minimiert werden. Die App „Factory Monitor“ von Membrain ist eine mobile Komponente für Smartphone oder Tablet-PC, mit der Anwender alle wichtigen Details und aktuelle Ereignisse über Maschinenzustände in einer kleinen, schlanken Anwendung mobil zur Verfügung haben. Diese App wird nun vom IoT Cockpit als stationärer Komponente ergänzt. Mit dem neuen IoT Cockpit bietet Membrain nun eine stationäre Lösung für das Monitoring und die Steuerung der digitalen Fabrik, die

den aktuellen „Gesundheitszustand“ einer Maschine inklusive deren Performance-Daten zum Beispiel am Leitstand in der Produktion zeigt.

Meldungen in Echtzeit Das IoT Cockpit visualisiert dabei den Maschinenpark und hilft bei der Planung und Auswertung von Maschinendaten. Eine direkte Anbindung von Maschinen und

Das IoT Cockpit ermöglicht laut Entwickler nicht nur eine Optimierung der Anlagen, sondern auch eine vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance). Bild: Membrain

Steuerungen an das führende ERP-System (SAP) automatisiert und optimiert Prozesse. Bei Störungen oder definierten Ereignissen wie beim Unterschreiten von Sollwerten werden Meldungen in Echtzeit automatisch generiert und Aktionen, wie zum Beispiel ein Maschinenstopp, direkt initiiert. Dank OPC-fähiger Module lassen sich Maschinen einfach anbinden, Maschinendaten strukturiert auslesen, verarbeiten, analysieren und dokumentieren (MES, SAP, usw.), oder auch diese direkt ansteuern (Events triggern). Dabei wird auch das MQTT-Protokoll unterstützt. Eine einfache Erweiterung von Hardware/Geräten (Skalierbarkeit) ist laut Anbieter gewährleistet. www.membrain-it.com

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Fortsetzung von Seite 1 So zeigt modernste Computertechnik im Anlagenbau ihr volles Potenzial: Mithilfe von rechnergestützten Spezialbrillen, in denen hochauflösende stereoskopische 3D-Displays sowie Sensoren verbaut sind, verschmelzen Realität und Planung vor den Augen der Betrachter zu einem realitätsnahen Gesamtbild.

Kontinuierliche Zustandsüberwachung von kritischen Assets im industriellen Umfeld

Realitätsnahes Gesamtbild in 3D Bilfinger hat die innovative Technik bislang vor allem bei Kunden aus der Prozessindustrie eingesetzt, darunter Chemieunternehmen sowie Kraftwerksbetreiber. Verwendet werden dabei die Augmented-Reality-Brille HoloLens Gen. 2 von Microsoft sowie die Engineering-Software AR3S des Innsbrucker Computerspezialisten Holo-Light, das 3DCAD-Modelle in originaler Größe als Hologramme darstellt. Bei Augmented Reality werden digitale Inhalte in die reale Welt hineinprojiziert, und bei Mixed Reality verschmelzen beide Welten untrennbar und interagieren miteinander. Bislang wurde Virtual Reality oder Augmented Reality vor allem durch Computerspiele bekannt. Beim Einsatz in Industrieunternehmen demonstriert die Technik heute, was alles in ihr steckt. Mit der Verwendung von Augmented Reality im Anlagenbau wird die Anlagenplanung für den Kunden nicht nur buchstäblich transparenter, sie wird auch interdisziplinär, weil alle wichtigen Stakeholder früh einbezogen werden können – vom Management in der Firmenzentrale bis hin zum Arbeiter in der Produktionsanlage.

Kosten sparen – auch bei kleinen Projekten „Das hilft den Unternehmen, Kosten zu sparen“, betont Bauchrowitz. So würden Ineffizienzen eliminiert, die ohne Augmented Reality erst spät oder vielleicht auch nie aufgefallen wären. Dadurch ließen sich kostspielige Nachbesserungsarbeiten und Anlagenstillstände vermeiden, die schnell hohe Summe kosten. Je komplexer eine Produktionsanlage, umso sinnvoller kann die Anwendung von Augmented Reality bei Modernisierungs- oder Erweiterungsarbeiten sein. Das gilt etwa beim Upgrade einer Anlage aus dem analogen Zeitalter zur digital vollautomatisierten Produktionsstätte oder bei der energetischen Optimierung, etwa wenn zur Steigerung der Nachhaltigkeit ein Wärmetauscher zur Nutzung von Restwärme der Produktionsanlage nachgerüstet wird. Dabei lässt sich Augmented Reality sowohl bei Großkonzernen als auch bei kleinen Mittelständlern mit lediglich einer Handvoll Mitarbeitern sinnvoll einsetzen.

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Dank dieser Technik lassen sich sogar Details erkennen, die in der realen Anlage später verborgen bleiben. So zeigt sich etwa das Rührwerk im Inneren eines Behälters, wenn das 3D-Modell per Handbewegung virtuell geöffnet wird.

Die Technik ist im industriellen Umfeld noch relativ neu, doch ihre Akzeptanz ist schon groß.

Genauer Blick ins Innere Nicht nur der Kundennutzen, auch die Kundenzufriedenheit sei hoch, sagt Bauchrowitz:„Wer die Technik einmal ausprobiert hat, ist in der Regel begeistert und empfiehlt den Einsatz von Augmented Reality im Anlagenbau weiter.“ Meist sehe der Kunde den Vorteil zunächst vor allem bei großen Projekten, doch wenn er den Einsatz von Augmented oder Mixed Reality auch einmal bei kleineren Arbeiten erlebt habe, sei er ebenso überzeugt von den Effizienzvorteilen. Zudem spart die virtuelle Darstellung Reisekosten – etwa dann, wenn eine Anlage schon in der Planungsphase vom Büro aus von einer Vielzahl von Entscheidern und Anwendern, die über den ganzen Globus verstreut sein können, begutachtet werden kann. Über die Computerbrille lassen sich sogar Details erkennen, die selbst dem Besucher der realen Anlage vor Ort nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten verborgen bleiben. So zeigt sich etwa das Rührwerk im Inneren eines Behälters, wenn das 3D-Modell per Handbewegung mit einem virtuellen Schnitt geöffnet wird. Der Kunde sieht also genau, was er bekommt. Bilfinger setzt Augmented und Mixed Reality bereits seit drei Jahren im Anlagenbau ein. Die

Technik wird auch genutzt, um Mitarbeitern bei Instandhaltungstrainings Hinweise zu Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit über die Brille einzublenden. Zudem können sich Kollegen in der Anlage über die Computerbrille mit „Remote Experts“ verbinden und beim gemeinsamen Blick mit den Experten auf die Anlage Probleme zusammen lösen – auch über Entfernungen von Hunderten oder gar Tausenden von Kilometern. Darüber hinaus erprobt Bilfinger Augmented und Mixed Reality im Industriegerüstbau, der an Produktionsanlagen sehr komplex sein kann.

Unsere moderne Infrastruktur mit Häusern, Brücken, Straßen, Kanälen, Schächten usw. wäre ohne Beton nicht möglich. Und ohne seinen Ausgangsstoff Zement wiederum wäre Beton nicht denkbar. Zementwerke müssen also laufen, um die Infrastrukturen des modernen Zusammenlebens sicherzustellen. Hierfür stellen die Condition-Monitoring-Systeme von Fluke Reliability sicher, dass die Hauptschlagader des Holcim Zementwerks Beckum-Kollenbach, der Drehrohrofen, nie stillsteht. Denn: Jeder Stillstand am Drehrohrofen kostet bares Geld. Das Holcim Zementwerk in BeckumKollenbach, das bereits im Jahr 1911 gegründet wurde, hat langjährige Erfahrungen und überwacht seine Assets mit einem Condition-MonitoringSystem von Fluke Reliability. Ziel ist es, ungeplante Stillstände zu vermeiden, Schäden beziehungsweise Schadenspotenziale frühzeitig zu erkennen und dadurch Produktionsausfälle beziehungsweise verringerte Produktionsmengen zu minimieren und bestenfalls komplett zu vermeiden. Um den kontinuierlichen Betrieb eines Drehrohrofens und der damit verbundenen Anlagen wie Mühlen, Sichtern oder Ventilatoren zu gewährleisten, benötigt man aber nachhaltige Konzepte zur dauerhaften Zustandsüberwachung einer solchen Anlage. Dank der gut funktionierenden Konzepte der Bereiche Reliability und vorausschauender Instandhaltung sowie eines starken Partners, der sowohl das entsprechende Equipment als

auch das Know-how und vor allem die Erfahrung zur permanenten Zustandsüberwachung liefern kann, wurde nach umfassender Planung ein ganzheitliches und nachhaltiges modernes Condition-Monitoring-Programm gestartet. Zum Einsatz kommen unter anderem die Messgeräte der VibGuard-Familie von Prüftechnik, bestehend aus den Varianten mit 6, 16 und 20 Kanälen, sowie der FFT Datensammler VibScanner 2 und der FFT-Analysator VibXpert II. Zum laseroptischen Ausrichten wird ein RotAlign Touch eingesetzt. Sämtliche wichtigen rotierenden Antriebe – Drehrohrantriebe mit Getrieben, Mühlen, Sichtern, Sichterventilatoren und weiteren Ventilatoren –, sowie die kritischen Anbaumodule zur Be- und Entlüftung und zur Materialzufuhr werden an einhundert Messstellen kontinuierlich überwacht. Weitere 2.000 Messstellen werden mit den Handgeräten im Rahmen von Routengängen regelmäßig kontrolliert. Die Pläne gehen aber weit über den aktuellen Status quo hinaus: Zukünftige Einsatzmöglichkeiten und Projekte sehen die Experten unter anderem in der Zusammenführung der Daten aus den VibGuard-Einheiten mit weiteren Prozessdaten sowie über MQTT. Dies würde eine deutlich bessere Erkennung eines potenziellen Schadens erlauben. Damit können dann im Rahmen Industrie 4.0 beispielsweise auch automatisierte Konsequenzen durch eine zusätzliche Anomalieerkennung erfolgen. www.pruftechnik.com

Auf dem Weg zum digitalen Zwilling „Augmented und Mixed Reality sind inzwischen anwenderfreundlich und haben in der Industrie noch viel Potenzial“, ist Bauchrowitz überzeugt. Da die Computertechnik Jahr für Jahr kostengünstiger werde und so für immer mehr Anwendungen infrage komme, sei absehbar, dass sie künftig verstärkt in Engineering, Montage und Maintenance vordringe. Auch sei vorstellbar, dass die CAD-Konstruktionsdaten aus den 3DModellen für die geplante Anlagenmodernisierung künftig einmal mit Sensordaten aus der Produktionsstätte zu einem kompletten digitalen Zwilling verschmelzen. Im Anlagenbau wird es bald also noch mehr Aha-Effekte geben. www.bilfinger.com

Durch die vielzähligen Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz der Prüftechnik-Messgeräte ergeben, ist dieses Projekt sowohl für das Werk Beckum-Kollenbach und die Holcim Deutschland Gruppe wie auch für Fluke Reliability ein Leuchtturmprojekt. Die gemeinsamen Erfahrungen haben gezeigt, dass auch weitere Zementwerke von Holcim in Deutschland nachhaltig von der Installation eines Online Condition Monitoring Systems profitieren würden. Nachfolgeprojekte sind daher bereits in der Planung. Bild: Fluke (Reliability) Deutschland


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Besitzen, das ist doch so was von gestern Sale und Leaseback 5+ für Maschinen sorgt für frische Liquidität im Unternehmen Für gebrauchte Produktionsmaschinen hat der hanseatische Leasing-Spezialist Netbid eine interessante Lösung entwickelt. Das Angebot „Sale & Leaseback 5+“ ist für Maschinen bestimmt, die in der Regel fünf Jahre und älter sind. Hintergrund: Für gewöhnlich sind nach fünf Jahren die ersten Finanzierungsrunden ausgelaufen und die Maschinen weitgehend abgeschrieben. Hier soll das neue Produkt nun eine zweite mögliche Finanzierungsrunde bieten. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind angesprochen: Sie erhalten damit nicht nur schnelle banken- und bonitätsunabhängige Liquidität. Hier werden ihnen auch Stellschrauben zur Optimierung der betrieblichen Finanzen geboten. Ganz bewusst richtet sich das Angebot „Sale & Leaseback 5+“ des Leasing-Spezialisten Netbid an die KMU-Betriebe, die oftmals mit den gleichen finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Und diese Probleme treten häufig ganz plötzlich auf, wie aktuelle Beispiele zeigen. Man denke nur an die Zulieferer, die gerade jetzt kräftig ihre Preise erhöht haben. Für die Nutzung von Lieferanten-Skonti wird daher kurzfristig deutlich mehr Liquidität benötigt. Oder: Der Kontokorrentkredit soll endlich wieder zurückgeführt und befreit zur eigentlichen Reservefunktion werden. Genau für diese Fälle bietet sich als bankenund bonitätsunabhängige Finanzierung das Sale & Leaseback (SLB) an. Vorteil: Es deckt kurzfristig und zweckungebunden den Liquiditätsbedarf gerade dann, wenn die Auftrags- und Wettbewerbslage volatiler geworden ist. Und es gibt weitere Vorteile: So bleiben erfahrungsgemäß für KMUs bei angespannter Liquidität die Chancen auf schnelle Finanzierungszusagen der Geschäftsbanken eher gering. Hier ist das nicht notwendig. Zudem gibt es laut Anbieter für die Alternative SLB klare steuerliche Vorteile: Leasingraten sind nämlich im Gegensatz zu Kredittilgungen vollständig betrieblicher Aufwand und fließen daher steuermindernd in die Ergebnisrechnung ein. Attraktiv seien SLB-Transaktionen zudem auch dadurch, dass sich mit ihnen die Bonität gegenüber der Hausbank sogar verbessern lässt.

Das sind die Stellschrauben Überhaupt sind bei den heutigen Marktverhältnissen für KMUs besonders Agilität und Flexibilität gefragt. SLB-Transaktionen ermöglichen laut Netbid genau das, nämlich flexibel ohne zusätzliche Kapitalbindung produzieren zu können. Die damit erreichbare Liquidität verschaffe zweckungebunden weiteren finanziellen Spielraum für das Unternehmen, um zum Beispiel in neue Wachstumsfelder oder Sortimentserweiterungen zu investieren. Andererseits sind die monatlichen Leasingraten eine feste und besser handhabbare Größe in der betrieblichen Finanzplanung. Aber auch die finanzielle Struktur des Unternehmens werde laut Leasinganbieter mit SLB optimiert. So werden die finanzierten Maschinen aus der Bilanz (Anlagevermögen) genommen. Mit den

Die Finanzierung mit Sale & Leaseback ist laut Anbieter einfach: Der Unternehmer verkauft seine gebrauchte Produktionsmaschine an einen Finanzierungspartner. Dafür wird ihm der Zeitwert d er Maschine abzüglich einer Gebühr ausgezahlt. So erhält er schnell das Geld und zweckungebundene Mittel für den Betrieb. Zugleich least er die Maschine für sein Unternehmen für eine monatliche Rate zurück. So bleibt die Maschine an Ort und Stelle und produziert ohne Unterbrechung weiter.

neuen, liquiden Mitteln kann ebenso die Eigenkapitalquote des Unternehmens verbessert werden, wenn sie zur Tilgung von Schulden dienen. Weiterer Effekt ist zugleich eine Verkürzung der Bilanz. Nicht

zuletzt lassen sich auf diese Weise laut Netbid oftmals auch stille Reserven heben. Diese werden über das SLB-Verfahren „verkauft“ und dann direkt wieder zurückgeleast. Ganz grundsätzlich gelte: Mit Sale & Leaseback-Lösungen verbleibt die betreffende Produktionsmaschine an Ort und Stelle im Unternehmen. Es verfügt damit unverändert über die Maschine und kann diese einsetzen. Damit gibt es keine Unterbrechung oder Ausfall der Produktion durch die SLB-Transaktion. Die Sale & Leaseback-Transaktion wird auf der Onlineplattform leaseback.de von Netbid in wenigen Schritten angebahnt: Zuerst ist die Maschinenkategorie einzutragen Benennung des Maschinenherstellers Bezeichnung des Maschinentyps Das Baujahr der Maschine ist einzutragen Schließlich ist der Netto-Anschaffungswert zu benennen Auf dieser Datengrundlage ermittelt ein KI-gestütztes Verfahren für die angegebene Produktionsmaschine einen Wert als unverbindliche Indikation des Zeitwerts. Der Vorgang läuft in

Bilder: Netbid

Echtzeit schnell und akkurat ab. Bei Fragen zur Leasinglösung hilft eine Fachkraft des Anbieters per Telefon weiter. Laut Netbid berichten Kunden von einer Abwicklung innerhalb von nur wenigen Tagen. Am Ende überweist die Netbid Finance GmbH als Auszahlungsbetrag die sogenannte Mietberechnungsgrundlage (= Kaufpreis abzüglich Sonderzahlung) der Maschine auf das Konto des Unternehmens. Nach Zahlung der Leasingraten – in der Regel sind dies 48 Monate – und eines vereinbarten Restwertes wird das Unternehmen wieder Eigentümer der finanzierten Maschine. www.leaseback.de

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EAM-Plattform von Ultimo kann es nun mit SAP S/4HANA Nutzer, die mit Ultimo zur Verwaltung ihrer Instandhaltungsabläufe arbeiten und die SAP S/4HANA für ihr Resourcing verwenden, können von nun an ohne zusätzliche Schnittstelle Daten zwischen beiden Systemen austauschen. Wartungs- und Anlagendaten werden in Ultimo gespeichert und jedwede damit in Zusammenhang stehende Anfragen für Ersatzteile können über SAP ausgelöst werden. Dadurch, dass Empfangsbestätigungen in Ultimo registriert sowie Rechnungstellung und Zahlungen über SAP verwaltet werden, sind die Bestellabläufe deutlich vereinfacht: Daten müssen nicht mehr doppelt gespeichert werden und auch das Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Systemen entfällt. Somit wird das Risiko von Eingabefehlern verringert und zugleich die Produktivität verbessert. „Die neu zertifizierte Integration in SAP S/4HANA vereinfacht das Management von Bestellungen für das Instandhaltungspersonal und garantiert eine solide Verwaltung durch das Finanzteam“,

betont Ewout Noordermeer, CMO von Ultimo. Er erklärt weiter:„Jetzt müssen sich Techniker nicht mehr mit SAP vertraut machen, um Bestellungen aufzugeben. Sie können das einfach über Ultimo in dem Interface abwickeln, welches sie ohnehin täglich benutzen. Gleichzeitig kann sich der CFO darauf verlassen, dass die Finanzdaten richtig und vollständig sind.“ Da sich Ultimo individuell konfigurieren lässt, erfolgt die Integration in SAP S/4HANA unter Anpassung an die Anforderungen des einzelnen Kunden und beinhaltet

auch ein maßgeschneidertes Interface. Die Berater von Ultimo stimmen sich laut Unternehmen mit den Kunden hinsichtlich deren Anforderungen ab und nehmen auch die Änderungen vor, die erforderlich sind, um die Funktionen für die jeweilige Anwendung zu optimieren. www.ultimo.com

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Die Zertifizierung bildet derzeit 25 Szenarien in Ultimo ab. Angefangen mit dem Importieren und Synchronisieren verschiedener Masterdaten, wie beispielsweise Lieferanten und Artikel, konzentriert sich die Integration auf die Auftragsbearbeitung, einschließlich Bestellanforderungen, Bestellungen, Empfangsbestätigungen und Rechnungstellung. Bild: kiquebg auf Pixabay

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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

August 2022

Schalten wir Störungen doch einfach mal ab … … dann steigt die Effizienz von ganz allein – das zeigt ein Praxisbeispiel eindrucksvoll Auf der Suche nach einem System für die Maschinendatenerfassung fand der international tätige Hersteller von Schweißbrennersystemen Abicor Binzel mit Smartblick eine passende Lösung. Das System der F&M Werkzeug- und Maschinenbau GmbH punktet nicht nur mit einer unkomplizierten und schnellen Installation, sondern vor allem mit der universellen Einsetzbarkeit für jeden Maschinentyp. Außerdem liefern die Experten eine Lösung zur Produktionsplanung direkt mit. Nach den guten Erfahrungen ist jetzt der deutschlandweite Rollout bei Abicor Binzel geplant. Wo professionell geschweißt wird, sind Produkte von Abicor Binzel meist nicht weit, denn das Unternehmen gehört zu den ersten Adressen für Schweiß- und Schneidtechnik für den industriellen Einsatz – und das weltweit. In Buseck, in der Nähe von Gießen, und einem weiteren Produktionsstandort in Dresden werden Handschweißbrenner und Roboter-Schweißsysteme für nahezu alle Einsatzgebiete der Industrie entwickelt und produziert. Zusätzliche Fertigungsstandorte befinden sich in den USA, Brasilien, Indien, China und Russland. Weltweit hat das Unternehmen ca. 1.300 Mitarbeiter in 38 Ländern. In der Produktion in Buseck und Dresden kommen zahlreiche spanende Werkzeugmaschinen zum Einsatz: Dazu gehören beispielsweise Lang- und Kurzdrehautomaten von Citizen, IndexDreh-Fräszentren und weitere Werkzeugmaschinen, die zum Teil sogar nicht CNC-gesteuert sind.

Heterogener Maschinenpark Diesen heterogenen Maschinenpark für Industrie 4.0 fit zu machen, ist eine der Aufgaben von Marco Herzberger, dem Leiter spanende Fertigung und Fertigungsprozesse international. „Wir haben nach einem geeigneten Tool gesucht, um Maschinendaten direkt an den Maschinen zu erfassen und so systematisch die Gründe für Störungen und Stillstände an den Maschinen zu ermitteln“, erklärt Herzberger. Ein erster und einfacher Schritt für erhöhte Produktivität, denn „wenn wir die Störungen abschalten, steigt die Effizienz von ganz allein“.

Die Alexander Binzel Schweißtechnik GmbH & Co. KG unter der Dachmarke Abicor Binzel ist ein international aktiver Entwickler und Spezialist für die Schweiß- und Schneidtechnik. Das Unternehmen nutzt hierzulande mit Smartblick eine Lösung, um die Effizienz der Prozesse zu optimieren. Hierfür werden die Maschinendaten direkt erfasst. Auf dieser Grundlage lassen sich dann systematisch die Gründe für Störungen finden. Bilder: F&M

Die Daten aus der Bearbeitung sollen dann für die Betriebsdatenerfassung (BDE) sowie Produktionsplanung und -steuerung (PPS) genutzt werden. In späteren Ausbaustufen ist auch eine Anbindung der Daten aus dem Shopfloor an das bestehende Manufacturing Execution System (MES) und final an das Enterprise Ressource Planning (ERP)-System vorgesehen.

Dashboard lief nach 20 Minuten Doch die Voraussetzung für eine digitale Integration, nämlich die Erfassung der Daten aus dem heterogenen Maschinenpark, erwies sich als Herausforderung: Nachdem die Versuche mit einem ersten System nicht zufriedenstellend verliefen, begann das

Bereits nach 20 Minuten waren die Daten der Maschinen digital über ein Dashboard abrufbar.

Team um Herzberger einen Test mit Smartblick. Und das sollte sich auszahlen: „20 Minuten nach der Installation der Sensoren hatten wir schon die ersten Daten der Maschinen auf dem Dashboard, während das Vorprojekt zwei Jahre lang nicht geliefert hatte“, so Herzberger. Schnell war klar, dass das Konzept von Smartblick hier im heterogenen Maschinenpark mit diverser Steuerungslandschaft seine Stärke ausspielen kann, denn das System ist an jeder Maschine nutzbar, die mit einem Elektromotor betrieben wird – unabhängig von Typ, Baujahr oder Hersteller. Das Funktionsprinzip ist einfach: Die Sensoren des SmartblickSystems messen die Stromaufnahme der Haupt- und Nebenspindeln. Die Messsignale der Stromsensoren werden in einem Gateway, der Smartblick-Box, zusammengeführt, digitalisiert, mit eigens entwickelten Algorithmen ausgewertet und per Internet an die Smartblick-Server weitergeleitet. Parameter der CNCMaschinen wie die aktuelle Drehzahl und der Leistungsbedarf der Spindel werden dann als digitale Daten per Webinterface auf beliebige Endgeräte (Smartphone, Tablet, PC) übertragen und von der SmartblickSoftware anschaulich aufbereitet. Der Clou: Eine Datenverbindung mit der CNC-Steuerung oder mit anderen Signalgebern in der Maschine ist nicht erforderlich. Die Sensoren in Form von HallStromwandlern messen induktiv, also galvanisch getrennt, die Energieströme der Spindeln sowie der Hauptstromversorgung. Dafür werden die Sensoren einfach um das jeweilige Kabel geklipst, das bei der Isolation unbeschädigt bleibt.

Die eingesetzte Sensorik ist laut Lösungshersteller unkompliziert zu installieren. Dabei ist keine Datenverbindung mit der CNC-Steuerung oder mit anderen Signalgebern in der Maschine erforderlich.

Während eines ersten Pilotbetriebs mit vier Maschinen, in dem die Mitarbeitenden erste Erfahrungen mit dem neuen Workflow sammeln konnten, entschied sich der Anwender kurzerhand, in Gänze die Lösung für die deutschen Produktionsstandorte einzuführen.

Konzernweiter Rollout Bis Februar dieses Jahres hat Herzberger sämtliche Werkzeugmaschinen am Unternehmenshauptsitz in Buseck, insgesamt 28 Einheiten, mit der Lösung ausgerüstet. Parallel wurde der Standort Dresden mit 14 Maschinen ebenfalls auf Smartblick umgerüstet. „Wir nutzen die Daten erst einmal für OEE-Kennzahlen, um systematisch die Störgründe an den Maschinen zu ermitteln“, erklärt Herzberger. „Wobei wir aber versuchen, ganz pragmatisch vorzugehen: Zum Beispiel tracken wir keine Stillstandzeiten unter 30 Sekunden. So finden wir schneller Ansätze für relevante Prozessverbesserungen, beispielsweise ob Material gefehlt hat.“ In einer nächsten Ausbauphase soll dann auch die in Smartblick inkludierte Produktionsplanung eingesetzt werden. Die ersten Erfahrungen der Mitarbeitenden an den Maschinen sind durchweg positiv. „Unsere anfänglichen Bedenken, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Datenerfassung an den Maschinen als Kontrollinstrument erleben, haben sich überhaupt nicht bestätigt“, so Herzberger. Im Gegenteil: Das Team trägt die Einführung des Systems mit großem Engagement mit, denn sie sehen die Vorteile in der Praxis. „Wenn wir die Störgründe besser nachvollziehen können, haben unterm Strich alle einen ent-

spannteren Arbeitstag“, erklärt Herzberger. Beeindruckt waren alle von der schnellen Installation des Systems. „Während wir bei den ersten Maschinen noch rund 20 Minuten für die Umrüstung brauchten, gelingt das jetzt schon in unter zehn Minuten. Und das Retrofit wird immer professioneller vorbereitet mit konfektionierten Kabelbäumen und Anschlüssen für die Sensorik.“

Marco Herzberger, Leiter spanende Fertigung und Fertigungsprozesse international bei Abicor Binzel, verdeutlicht: „Schalten wir Störungen ab, steigt die Effizienz von ganz allein.“

Sobald an sämtlichen Maschinen Tablets vorhanden sind, erhalten alle Mitarbeiter eine Schulung in der Bedienung der Software, um beispielsweise Störgründe exakt eintragen zu können. Die Umrüstung der deutschen Standorte ist aber nur der erste Schritt. Es ist geplant, die Standorte im Ausland ebenfalls mit der Software auszurüsten. So kann Herzberger vom Schreibtisch in Buseck aus sehen, welche Maschinen gerade in Pune (Indien) laufen oder welche Prozesse in Frederick (USA) besser laufen. www.binzel-abicor.com https://smartblick.de/

Wie bei vielen anderen Firmen ist der Maschinenpark bei Abicor Binzel heterogen.


ARBEITSSICHERHEIT

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Vernetzte Belegschaften erhöhen Sicherheit Welche Rolle digitalisierte Prozesse und mobile Zusammenarbeit dabei spielen Die Smart Factory ist heute in aller Munde. Den smarten Mitarbeiter und die smarte Mitarbeiterin sucht man in deutschen Industrieunternehmen jedoch oft vergeblich. Anders als in den von Büroarbeitsplätzen geprägten Branchen werden die Arbeits- und Kommunikationsprozesse der Beschäftigten selbst oft schlicht vergessen. Dabei erhöhen digital vernetzte Belegschaften nachweislich die Sicherheit. Denn sind die Arbeitskräfte in der Produktion oder auf der Baustelle nicht in die betrieblichen Prozesse eingebunden, wirkt sich dies negativ auf die Sicherheit aus. Zum Beispiel dann, wenn die Mitarbeitenden aufgrund der Beschaffenheit ihres Arbeitsplatzes oder ihrer Tätigkeit nicht zeitnah über einen PC auf aktuelle Informationen zugreifen können. So erfahren sie zu spät oder gar nicht von aktuellen Gefahren oder Sicherheitsvorfällen. Fehler, Gefahren und Unfälle gehen nicht nur zulasten der Gesundheit der Beschäftigten, sondern kosten die Wirtschaft viel Geld. Nach Berichten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) betragen die volkswirtschaftlichen Produktionsausfallkosten aufgrund von Arbeitsunfähigkeit wegen Verletzungen, Vergiftungen und Unfällen seit 2017 hierzulande jedes Jahr zwischen 8,9 Milliarden Euro und 10,5 Milliarden Euro. Eine Beekeeper-Studie zum Return-on-Investment von Mitarbeiter-Plattformen hat gezeigt: Die größten Einsparungen im Bereich der Mitarbeitersicherheit erzielt, wer Arbeitsabläufe und Kommunikationsprozesse über Smartphones oder Tablets datenschutzkonform digitalisiert und mobil verfügbar macht. Effiziente Prozesse und schnelle Kommunikation sparen nicht nur Zeit und Geld, sondern reduzieren auch unmittelbar Fehler und Gefahren. Sicherheitskosten sinken und bis zu 70 Prozent der Arbeitsunfälle lassen sich vermeiden. Möglich wird diese Verbesserung, weil die Sicherheitshinweise stets aktuell sind und die Mitarbeitenden zuverlässig erreichen – denn digitale Anwendungen für die Zusammenarbeit sind intuitiv, interaktiv, orts- und zeitunabhängig. Außerdem werden sie im Gegensatz zu Aushängen an Schwarzen Brettern häufiger beachtet. Eine professionelle Mitarbeiterplattform kann die allgemeine betriebliche Sicherheit, den individuellen Arbeitsschutz, die Sicherheit von Anlagen oder den

Sicherheitshinweise erreichen via App auch Mitarbeitende an schwer zugänglichen Arbeitsplätzen.

Werksingenieure oder Techniker arbeiten oft an gefährlichen oder schwer zugänglichen Orten, wie etwa auf Kränen oder hoch gelegenen Arbeitsbühnen.

Zeitgemäße Werkzeuge für Information, Kommunikation und Zusammenarbeit steigern die Effizienz, verbessern die Mitarbeiterbindung und wirken sich außerdem positiv auf die betriebliche Sicherheit aus.

Verbesserte Erreichbarkeit

Dr. Cristian Grossmann, promovierter Elektroingenieur der ETH Zürich, ist Gründer und CEO der Beekeeper AG. Er mahnt: „Die Maschinen in den Fabriken kommunizieren längst miteinander, während die meisten Facharbeiter noch auf die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse warten. Dies kann auf Kosten der Sicherheit gehen.“ Bilder: Beekeeper

Infektionsschutz verbessern. Sie unterstützt dabei, Abläufe zu optimieren, Arbeitsbereiche sicherer zu gestalten und so Risiken zu minimieren.

Digitales Dokumentenmanagement Aktuelle sicherheitsrelevante Informationen sind für jeden jederzeit an jedem Ort verfügbar. Vorfallsberichte beispielsweise sind in einer digitalen Ablage gut aufgehoben und jederzeit einsehbar. So können die Mitarbeitenden auch im durchgetakteten Betriebsalltag schnell auf Gefahrensituationen reagieren. Darüber hinaus lassen sich aktuelle Sicherheitsrichtlinien regelmäßig mit der gesamten Belegschaft teilen. Mithilfe von Bestätigungskampagnen wird sichergestellt, dass alle, für die eine Information wichtig ist, diese auch zur Kenntnis nehmen. Bestätigt ein Mitarbeitender nicht, so wird er automatisiert noch einmal erinnert. Beschäftigte können zudem unabhängig von Zeit und Ort an digitalen Sicherheitsschulungen teilnehmen. Und interaktive Sicherheits-Checklisten lassen sich leichter ausfüllen, aktualisieren und verwalten als Papierdokumente. Auf eine Datenbank, die alle relevanten Sicherheitsdokumente enthält, kann jeder Mitarbeitende jederzeit über sein Smartphone oder Tablet zugreifen. Zudem ist sichergestellt, dass stets die aktuelle Version der Dokumente im Umlauf ist.

Sie sind im Ernstfall nicht erreichbar, was immer wieder zu Sicherheitsvorfällen führt. Die Sicherheitsbeauftragten von Bauunternehmen können ohne digitale Hilfsmittel ihre Mitarbeitenden nur verzögert über kritische Vorfälle informieren. Werden beispielsweise Beinahe-Unfälle baustellenübergreifend geteilt, können diese Informationen die Bauarbeiter zeitnah warnen, sodass sie die dann bekannten Risiken vermeiden können. Mit einem mobilen Tool für die Echtzeitkommunikation können Beschäftigte direkt Fotos der Gefahrensituation mit dem Arbeitgeber und den Kollegen teilen. Das heißt, die Zwei-WegeKommunikation ermöglicht es auch den Mitarbeitenden, wichtige Informationen ohne Umweg zurück an ihre Vorgesetzten zu geben. So lassen sich viele Unfälle vermeiden.

BRANDGEFÄHRLICH: LAGERN UND LADEN VON LITHIUM AKKUS Die Lösung: ION-LINE Sicherheitsschränke!

Gesundheitsschutz optimieren Nicht nur das Gesundheitswesen, auch andere Branchen wie die produzierende Industrie haben mit der Pandemie zu kämpfen. Beispielsweise kommt es immer wieder zu Infektionsausbrüchen. Das Management der Betriebe sah sich vor völlig neuen Situationen, die es so zuvor noch nie bewältigen musste: In den letzten zweieinhalb Jahren galt es, Infektionsketten zu unterbrechen, die Quarantäne der Mitarbeitenden zu organisieren und personell aufzufangen, Impfangebote zu koordinieren und Testergebnisse verfügbar zu machen. Im letzten Jahr kamen weitere Anforderungen hinzu: So wurden Arbeitgeber per Corona-Arbeitsschutzverordnung verpflichtet, allen Mitarbeitenden, die nicht im Homeoffice arbeiten können, einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten. Und als der Impfstoff flächendeckend verfügbar war, machten Betriebsärzte ganzen Belegschaften Impfangebote. Die Einhaltung der Hygienevorschriften kostet zusätzliche Zeit. Weiter auf Seite 14

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22 – 26 AUGUST 2022 FRANKFURT AM MAIN

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ARBEITSSICHERHEIT

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Variabel einsetzbar, aber immer maximal sicher Neues Klappgerüst 8177 von Hymer passt durch jede Tür und in jeden Kofferraum Für einfache, kleinere Reparaturen ein Fahrgerüst verwenden? Davor schrecken viele häufig schon aus Transportgründen zurück. Das neue Hymer-Fahrgerüst 8177 hingegen kann aufgrund seiner Klappfunktion äußerst platzsparend transportiert und verstaut werden. Der Klapprahmen (ohne Plattform) passt mit Klappmaß 0,90 m x 0,25 m x 1,65 Meter in (fast) jeden Kofferraum. Am Einsatzort lässt es sich dann ohne Werkzeug auch von nur einer Person aufbauen, indem die Klappeinheit aufgestellt und der Gerüstboden eingelegt wird. Fahrbare Gerüste bieten maximale Flexibilität. Sie können schnell und flexibel dort aufgebaut werden, wo sie gebraucht werden. Dank der Klappfunktion passt das Hymer-Fahrgerüst 8177 sogar durch Zimmertüren und kann auf diese Weise überall dort verwendet werden, wo es kurzfristig benötigt wird. In der kleinsten Ausführung ist das Klappgerüst in der Reichhöhe von 2,80 Metern verfügbar. Als Fahrgerüst ist es mit vier, in alle Richtungen drehbaren Lenkrollen ausgestattet. Dadurch kann es mühelos in Längs- und Querrichtung verschoben werden, ohne dass es umzukippen droht. Optional gibt es die Rollen auch als höhenverstellbare Spindelversion, sodass das Gerüst ebenso an Treppen, Absätzen oder auf unebenen Böden im Innenraum sicher betreten werden kann. Die Sprossen-Holm-Verbindungen sind rundum verschweißt. Der Klappmechanismus ist durch massive Klickverschlüsse gesichert. Die rutschfeste Bühne in den Maßen 1,90 x 0,65 Meter bietet eine größere Auftrittsfläche als herkömmliche Leiterstufen. Dies ist ein Vorteil für großflächigere Arbeiten, da nicht ständig die Leiter nachgerückt werden muss. Das Klappgerüst 8177 von Hymer ist je nach Einsatzbereich

Meter. Die Bauteile lassen sich ohne Werkzeuge zum Gerüst zusammensetzen. Für die Arbeitsbühne ist in der kleinsten Ausführung keine Durchstiegsklappe erforderlich. Sobald aber für höhergelegene Arbeiten eine zweite Plattform notwendig wird, muss eine Arbeitsbühne mit Durchstiegsklappe verwendet werden. www.hymer-steigtechnik.de

Bei fahrbaren Gerüsten muss vor dem Aufstieg kontrolliert werden, ob die Rollen festgestellt sind. Die Fahrrollen verfügen über getrennte Hebel für Brems- und Lösefunktion. Bilder: Hymer

Schnelle Orientierung im Brandeinsatz Neue Wärmebildkamera setzt auf innovatives Hands-free-Konzept Feuer, Rauch und Dunkelheit erschweren oftmals die Sicht bei Brandbekämpfung. Das macht es für die Feuerwehrleute schwierig, sich zu orientieren und die Lage richtig einzuschätzen. Die neue Hands-free-Wärmebildkamera Dräger UCF Firecore hilft nun den Einsatzkräften, selbst unter Nullsichtbedingungen potenzielle Gefahren zu erkennen.

Das Klappgerüst erfüllt laut Hersteller alle Vorgaben der seit Dezember 2021 in neuer Fassung verbindlichen Norm EN 1004.

modular erweiterbar: als eingliedriges Fahrgerüst von der kleinsten Einheit mit Reichhöhe 2,80 Meter bis hin zu einer Konstruktion mit Reichhöhe 8,75

Die neue Wärmebildkamera UCF Firecore von Dräger lässt sich per Adapter am Feuerwehrhelm montieren und kann selbst im Einsatz schnell von einer Einsatzkraft zur anderen übergeben werden. Sie wird zusammen mit der Atemschutzvollmaske Dräger FPS 7000 eingesetzt. In die Atemschutzvollmaske wird hierzu ein FPS In-mask Display integriert. Die UCF Firecore und das Display in der Maske verbinden sich nach dem Einschalten der Kamera innerhalb weniger Sekunden über einen NFC-Kontaktpunkt. Dafür muss die Wärmebildkamera einfach an das In-mask Display gehalten werden, bevor sie am Helm montiert wird. Der Blickwinkel der Kamera lässt sich während des Einsatzes flexibel

Die Wärmebildkamera wird in die persönliche Schutzausrüstung (PSA) integriert. So haben die Einsatzkräfte bei der Nutzung der UCF Firecore beide Hände frei. Die Darstellung des Wärmebilds erfolgt in der Atemschutzvollmaske Dräger FPS 7000. Bild: Dräger

anpassen, je nach Körperhaltung oder Situation. So liefert sie selbst in einer Kriechposition eine gute Orientierung. Zudem kann die Einsatzkraft die Kamera zeitweise vom Feuerwehrhelm abnehmen, um beispielsweise in schwer zugängliche Bereiche hineinzusehen. Mit der Schutzklasse IP67

ist die UCF Firecore gegen Wasser und Staub geschützt. Die integrierten Lithium-Ionen-Akkus ermöglich laut Kamerahersteller eine lange Einsatzzeit und lassen sich sowohl im Feuerwehrfahrzeug als auch auf der Feuerwache einfach und schnell aufladen. www.draeger.com

Über die Dokumenten-Bibliothek in der Beekeeper-App sind aktuelle Sicherheitsinformationen jederzeit und überall abrufbar.

erreicht. Neben der Gewissheit, dass alle Beschäftigten wichtige Informationen zur Kenntnis nehmen, drückt der Arbeitgeber so auch seine Wertschätzung gegenüber seinen Arbeitnehmern aus. All diese Maßnahmen erfordern nicht nur personelle Ressourcen, sondern auch klare Strukturen, effiziente Prozesse, gute Organisation, die passende technische Infrastruktur und nicht zuletzt eine große Portion Flexibilität und Agilität. Zeitgemäße Werkzeuge für Information, Kommunikation und Zusammenarbeit können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Nebenbei steigern sie die Effizienz der Arbeitsprozesse und verbessern die Mitarbeiterbindung, was zu geringeren Fehlzeiten führt. Autor: Dr. Cristian Grossmann, Gründer und CEO Beekeeper AG www.beekeeper.io

Fortsetzung von Seite 13 Mittels eines digitalen Informationskanals auf dem Smartphone können Neuigkeiten über die Pandemie-Lage, über Hygienievorschriften, Quarantäneregelungen oder Test- und Impfangebote schnell und einfach mit dem gesamten Personal geteilt werden.

Sprachbarrieren und Infektionsrisiken In der produzierenden Industrie sind häufig Menschen unterschiedlicher Nationalitäten beschäftigt. Sprachbarrieren führen zu Informationslücken und Missverständnissen. Digitalisierte Kommunikationskanäle ermöglichen eine EchtzeitÜbersetzung, sodass beispielsweise eine sicherheitsrelevante Information Beschäftigte sofort in ihrer jeweiligen Muttersprache


REINIGUNG

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Gigantische Flächenleistung, viele Optionen Neue Ride-on-Scheuersaugmaschinen von Hako für große Flächen konzipiert Produktions-, Logistik- und Lagerhallen werden immer größer und mit jedem Quadratmeter wachsen die Anforderungen an die Flächenleistung und Performance der für die Innenreinigung eingesetzten Maschinen. Dabei bringen Schmutz, Produktionsrückstände und Staubablagerungen im ganz großen Stil viele Reinigungsmaschinen schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit. Hier setzt die neue Scrubmaster B400-R-Linie von Hako an. Die Geräte warten laut Hersteller mit einer Flächenleistung von bis zu 14.000 Quadratmetern in der Stunde und einem Frisch- und Schmutzwasservolumen von 400 Litern für eine lange Einsatzzeit auf. Es gibt sie in drei Varianten, zwei Arbeitsbreiten von 123 und 155 Zentimetern und zahlreichen weiteren Optionen. Das Einsatzgebiet der neuen Scrubmaster B400-R-Linie sind groß dimensionierte Hallen, wie sie zum Beispiel im Industrieoder Messebereich, aber auch in Flughäfen oder großen Parkhäusern zu finden sind. Von dieser Baureihe gibt es drei Varianten von Aufsitz-Scheuersaugmaschinen, die durch ihre hohe Flächenleistung, die maximierten Batteriekapazität und die großen Schmutz- und Frischwassertanks für lange Arbeitseinsätze konzipiert sind. Als reine Scheuersaugmaschine gibt es den Scrubmaster B400 R, der durch seine optional erhältliche Quick-Connect-SystemSchnittstelle mit weiteren zusätzlichen Kunden-Tools wie beispielsweise einem Leichtmüllsammler oder einer Mopp- oder Besen-Kehreinheit ergänzt werden kann. Die Mindestgangbreite zum Wenden für diese Reinigungsmaschine beträgt nur 2,30 Meter. Kombinierte Verschmutzungsgrade mit auf dem Boden liegenden

und angetrocknetem Grobschmutz stellen die professionelle Reinigungstechnik vor besondere Herausforderungen. Für Einsätze dieser Art bietet Hako mit den Varianten Scrubmaster B400 RH und Scrubmaster B400 RM zwei kombinierte Kehr- und Scheuersaugmaschinen an. Der Scrubmaster B400 RH mit automatischer Hochentleerung hat einen 150-Liter-Kehrgutbehälter, der Scrubmaster B400 RM mit manueller Grobschmutzentleerung sammelt das Kehrgut in zwei Behältern mit jeweils 44 Liter Volumen. In Kombination mit der Staubabsaugung sorgt der Dust Stop an den Seitenbesen laut Hersteller für ein staub- und feinstaubreduziertes Kehren und eine geringere Staubbelastung der Arbeitsumgebung. Bei der Entwicklung der Scheuersaugmaschinen wurde zudem auf eine ergonomische, rückenschonende und ermüdungsfreie Arbeitsplatzgestaltung geachtet. Diese wurde auch mit dem

Gütesiegel des Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) ausgezeichnet. Ein effizienterer Umgang mit Reinigungschemie wird mithilfe der Onboad-Dosierung erreicht. Dabei können auch hohe Anforderungen an Hygiene mit der antibakteriellen Tankausstattung Hako-Antibac erfüllt werden. Die Maschinen lassen sich mit unterschiedlichen Optionen anpassen und erweitern. Für mehr Sicherheit im Einsatz sorgt zum Beispiel das Fahrerschutzdach. Angeboten werden außerdem verschiedene Fahrer-Assistenzsysteme und eine StVZO-Ausstattung. Der elektronisch modulierende XAC-Front- und Heckantrieb (Option) sorgt für eine verbesserte Traktion während der Reinigungsfahrt, auch bei Rampen und Steigungen von bis zu 15 Prozent. Sauberkeit bis in die kleinste Ecke verspricht ein Onboard-Hochdruckreiniger, der auf Wunsch an der Maschine angebracht werden kann. www.hako.com

Weil Animationen jeder versteht Neue Gerätegeneration von Beam setzt auf einfache Bedienung über Touchscreen

Scrubmaster B400 R ist die Bezeichnung für die reine Scheuersaugmaschine. Bilder: Hako

Die Kombination aus Kehrsaug- und Scheuersaugmaschine mit Hochentleerung hat den Namen Scrubmaster B400 RH.

Angeboten wird auch das Modell Scrubmaster B400 RM – eine Kombination aus Kehrsaug- und Scheuersaugmaschine mit manueller Entleerung.

Beam bietet seine Dampfreiniger der Blue-Evolution-Reihe jetzt auch mit einem integrierten Touchscreen an. Die digitalen Versionen der Modelle S+ und XL+ lassen sich damit laut Hersteller wesentlich einfacher bedienen. So können Anwender direkt am sechs Zoll großen Touchdisplay in sechs Sprachen Voreinstellungen speichern oder – und das hilft bei Sprachbarrieren besonders – sich in der animierten Menüführung Tipps zur Reinigung holen. Bei den Beam-Dampfreinigern aus der Blue-Evolution-Reihe kann der Anwender aus drei Varianten wählen. Los geht es mit dem S+. Dieser Dampfreiniger hat eine Leistung von 3.500 Watt und arbeitet mit einem Druck von bis zu 10,0 bar sowie einer Dampftemperatur von bis zu 180 Grad Celsius. Noch mehr Leistung bietet der XL+ mit Kraftstromanschluss. Er wartet mit 7.200 Watt auf und arbeitet mit bis 10,0 bar und bis zu 180 Grad Celsius. Die meiste Reinigungskraft hat der Blue Evolution XXL. Dieser Dampfreiniger arbeitet mit 18 Kilowatt, einem Druck von 10,0 bar sowie einem Minimum an Feuchtigkeit, sodass Kugellager, Umlenkrollen und Kettenantriebe geschont werden. Alle Modelle verfügen außerdem über ein zusätzliches Heißwassermodul für hartnäckige Verschmutzungen. Als Besonderheit warten sie zudem mit einem Blaulichteffekt auf, bei dem Keime keine Chance haben: Die gelösten Schmutzpartikel landen

Die neue digitale Generation der BlueEvolution-Serie ist mit einem Touchdisplay ausgestattet. Bild: Beam

im Wasserfilter und werden im Wasser gebunden. Die darin enthaltenen Keime werden dann über das UV-Blaulicht abgetötet. Die Bedienung der Dampfreinigermodelle S+ und XL+ wurde jüngst vom Hersteller optimiert. Sie können nun mit einem Touchscreen-Display aufwarten. „Mit diesem Smart-Cleaning-Ansatz setzen wir eine neue Benchmark in der Anwenderfreundlichkeit und haben ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, mit dem wir uns von anderen abheben“, ist Marco Wiedemann, der die Beam GmbH gemeinsam

mit seinem Vater Robert Wiedemann als Geschäftsführer leitet, überzeugt. Die Touchscreens machen das Handling laut Hersteller einfach und komfortabel. „Das Feedback der Kunden ist hervorragend. Sie freuen sich besonders über die Animationen, die das Reinigungspersonal Schritt für Schritt durch die Bedienung des Blue Evolution führen und den Anwendern gerade auch bei Fehlermeldungen ganz genau zeigen, was zu tun ist. Das hilft vor allem, in Unternehmen die Qualitätsstandards in der Reinigung zu sichern, in denen viele unterschiedliche Personen mit dem Gerät arbeiten“, ergänzt Wiedemann. Außerdem sind die neuen Geräte bereits mit einem WLAN-Modul ausgestattet und somit für den Remote-Service vorbereitet, was wiederum die Instandhalter freut. Das bietet dem Hersteller und seinen Kunden nämlich neue Möglichkeiten bei der Wartung der Geräte und im Servicefall. www.beam.de

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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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Ein Gründach, das dicht und wurzelfest ist Stadt Bielefeld überdacht und begrünt Haltestelle an einem Verkehrsknotenpunkt Bielefeld gestaltet bis zum Jahr 2030 den Jahnplatz, einen Verkehrsknotenpunkt mitten in der City, um. Im Zuge dessen erhielt die dortige Haltestelle eine 1.300 Quadratmeter große Überdachung, die begrünt wurde. Für die Metallkonstruktion war damit eine ebenso robuste wie nachhaltige Abdichtung gefragt. Eingesetzt wurde hierfür das Produkt Triflex Protect auf Polymethylmethacrylatharz-Basis (PMMA). Das Dachflächen-Abdichtungssystem weist laut Hersteller sehr gute Haftungseigenschaften auf Metall auf und ist eine gute Basis für einen Gründachaufbau. Der Jahnplatz ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im Herzen Bielefelds. Um die hier vorkommende erhöhte Stickoxidbelastung zu reduzieren, beschloss der Stadtentwicklungsausschuss die Umgestaltung des Areals mit dem Ziel, die Verkehrslage zu entlasten und den Platz nachhaltig zu modernisieren. Unter anderem erhielt die Haltestelle Jahnplatz einen Neubau mit Gründachaufbau. Die Überdachung mit einer Gesamtfläche von 1.300 Quadratmetern dient zum Schutz für wartende Fahrgäste. Damit sie lange funktionstüchtig bleibt, sollte die Metallkonstruktion eine dauerhafte Abdichtung erhalten, die problemlos auf dem verzinkten Edelstahl haftet. Zudem musste gewährleistet sein, dass die zahlreichen Details wie Rinnen, Sekuranten und Dachabläufe sicher in die Abdichtung integriert werden können. Für den geplanten Gründachaufbau war es außerdem erforderlich, dass ein wurzel- und rhizomfestes System zum Einsatz kommt. Da die Arbeiten im Frühjahr bei Temperaturen um den Gefrierpunkt stattfanden, kam außerdem nur eine Lösung infrage, die bei diesen Bedingungen aufgebracht werden kann. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt, dem Verarbeiter Egoé plus aus Bílovice (Tschechien) und den Planern, Architekten Wannenmacher + Möller GmbH aus Bielefeld, fiel die Entscheidung für das Dachflächen-Abdichtungssystem Triflex Protect. Das mechanisch belastbare Material ist hydrolysebeständig und eignet sich für den Einsatz unter Fremdbelag wie Kies oder Grünflächen. Es ist wurzel- und

Das System auf Basis von Polymethylmethacrylatharz (PMMA) ist vollflächig vliesarmiert. Auch die Details wie Dachabläufe und Sekuranten werden in die vliesarmierte Abdichtung integriert, damit diese flexibel bleibt und Bewegungen aus der Konstruktion schadlos aufnimmt. Somit wird dem Entstehen von Rissen vorgebeugt.

rhizomfest und entspricht den Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL) sowie der DIN EN 13948. Durch seine vollflächige Vliesarmierung bleibt laut Hersteller das System dauerhaft flexibel und nimmt Bewegungen aus der Konstruktion auf. Aufgrund des geringen Eigengewichts wird die Konstruktion zudem kaum belastet. Da die neue Dachkonstruktion der Haltestelle aus verzinktem Edelstahl besteht und es sich dabei um ein spezielles Metall handelt, führte Triflex im Vorfeld im hauseigenen Labor Testungen bezüglich der Haftungseigenschaften durch. Diese waren sehr gut, sodass dem Einsatz des Systems nichts mehr im Wege stand. In einem ersten Schritt erfolgte das Reinigen der Fläche sowie das Verfüllen breiter Fugen mit PE-Rundschnur. Für einen ebenen Untergrund wurden diese mit 10

Die Verarbeiter setzten für die Dachflächen das Abdichtungssystem Triflex Protect ein. Es ist hydrolysebeständig, hat ein geringes Flächengewicht und haftet auch auf Metalluntergründen. Da es den FFL-Richtlinien ebenso wie der DIN EN 13948 entspricht, brachte es gute Voraussetzungen für eine künftige Begrünung mit. Bilder: Triflex

Zentimeter breitem Triflex Steinklebeband bedeckt. Schmale Fugen sowie die konstruktiven Bohrlöcher überklebten die Verarbeiter mit fünf Zentimeter breitem Steinklebeband des genannten Herstellers. Anschließend ging es an das Grundieren der Fläche mit Triflex Metal Primer. Für die Abdichtung der Details applizierten die Experten Triflex Prodetail in Verbindung mit einem Spezialvlies des gleichen Herstellers. Im Bereich komplexer Geometrien setzten sie Triflex Profribre ein, eine zweikomponentige faserarmierte Abdichtung, die vor allem in schwer zugänglichen Bereichen ihre Stärken zeigt. Die Fläche dichteten die Verarbeiter mit Protect inklusive Triflex Spezialvlies ab. Das Finish bildete eine Nutzschicht in der Rinne mit Prodetail. Laut Triflex ist die neue Überdachung der Haltestelle Jahnplatz durch die vliesarmierte Abdichtung von Details, Anschlüssen, Fugen und Flächen dauerhaft vor Wind und Wetter geschützt. „Die Verarbeitung der Triflex Systeme ver-

Der Verkehrsknotenpunkt Jahnplatz in Bielefeld wurde umgestaltet. Hierfür erhielt die Metallkonstruktion eine dauerhafte Abdichtung mit einem Flüssigkunststoff, auf der im Anschluss ein Gründach realisiert wurde. Bild: Stadt Bielefeld, Amt für Verkehr

lief trotz der schwierigen Wetterbedingungen wie geplant“, betont Bauleiter Marián

Ochránek von Egoé plus abschließend. www.triflex.de

In das flüssig aufzubringende Harz haben die Verarbeiter das Triflex Spezialvlies eingebettet und mit einer zweiten Schicht des Flüssigkunststoffs bedeckt. Das Gewicht des Dachflächen-Abdichtungssystems bleibt dennoch gering.

Und an der Bohrmaschine: Kollege Roboter Neue Funktionen für semi-autonomen, mobilen Baustellenroboter Jaibot von Hilti Jaibot, der Baustellenroboter von Hilti, führt Bohrungen für Dübel-Befestigungen auf der Grundlage digitaler Planungsdaten selbstständig aus. Eingeführt wurde er Ende 2020 und hat seitdem in zahlreichen Bauprojekten laut Entwickler dazu beigetragen, die Produktivität bei der Ausführung von Installationen im Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Klima- sowie im Elektro- und Deckenbau durch seine konstante Leistung, höhere Genauigkeit und verbesserte Arbeitssicherheit zu steigern. Nun kündigt Hilti neue Funktionen an, welche die Produktivität erhöhen. Ab sofort kann der Baustellenroboter Jaibot auch in komplexeren Deckenaufbauten wie Metallverbunddecken autonom bohren, wie der Hersteller Hilti betont. Dabei erkennt Jaibot das Deckenprofil, gleicht es mit den Bohrkoordinaten ab und passt diese automatisch an die vorgegebenen Installationsbereiche an. Zur Umgehung von erkannten Hindernissen wie bestehenden Installationen oder Bauteilen adaptiert der Roboter seinen Arbeitsbereich sowie seine Armbewegungen entsprechend. Darüber hinaus kann Jaibot nun auch Bohrungen und Markierungen seitlich in vertikale Betonwände in einem Höhenbereich von 0,9 bis 4,8 Metern automatisch durchführen. Hilti stattet seinen Jaibot zusätzlich mit Funktionen aus, die die Arbeitssicherheit sowie die Genauigkeit verbessern und die Anwendung erleichtern sollen. So kann für einen besseren Staub-

schutz das Staubabsaugsystem auf 30 Prozent mehr Absaugleistung aufgerüstet werden. Die Integration neuer Sensortechnik verbessert die Genauigkeit der Bohrtiefe und Abstandsmessung. Bei der Hilti Cloud-Anwendung profitieren Kunden laut Hersteller zudem von neuen UploadOptionen für 2D-Grundriss- oder

Installationspläne mit erweiterten Hintergrundinformationen sowie Dokumentationsfunktionen von„Field-to-BIM“-Daten und Bohrleistungsnachweisen. Neu ist auch die Möglichkeit, Daten und 2D-Pläne für die Nachbearbeitung vor Ort zu exportieren und auszudrucken. www.hilti.com

Die Neuerungen beim Baustellenroboter Jaibot stehen ab Mitte 2022 zur Verfügung. Bild: Hilti


Sonderteil Condition Monitoring August 2022 - Ausgabe 4/22

Einfach. Sicher. Überwachen.

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Die neuen Drehzahlsensoren für die anspruchsvollen Fälle lassen sich unter anderem dank unterschiedlicher Sensorlängen und Steckern flexibel nutzen. Bild: Rheintacho

Drehzahlsensor bis 140 °C nutzbar Rheintacho baut mit drei neuen Varianten mit Deutsch-DT04Stecker und M12-Stecker die Sensorbaureihe für die Detektion von Drehzahl und Drehrichtung weiter aus. Durch die bei beiden Steckervarianten rückseitige Umspritzung wird eine sehr gute Dichtigkeit erreicht, was für die Anwendung in kritischen Umgebungsbedingungen wichtig ist. Die FQ-Baureihe erreicht bis zur Steckverbindung damit die Schutzklassen IP67/IP69K. Durch unterschiedliche Sensorlängen, Kabelabgangsrichtungen und eben die Vielfalt an verfügbaren Steckern, bietet die Baureihe dem Anwender laut Hersteller ein hohes Maß an Flexibilität. Die Anpassung auf individuelle Anforderungen ist möglich. Der elektronische Aufbau der FQBaureihe ist unabhängig von den mechanischen Ausführungen in zwei Varianten verfügbar: Frequenzbereich ab 0,1 Hz – 20 kHz und 0 Hz – 40 kHz. Eine Variante mit zusätzlicher Temperaturerfassung ist in Vorbereitung. Vertriebs- und Marketingleiter Wolfgang Sexauer von Rheintacho erklärt auf die Frage nach Anwendungsbereichen: „Wir verfolgen z.B. die Entwicklung zu elektrischen und hybriden Antriebskonzepten für Bau- und Landmaschinen mit großem Interesse. Mit der FQ-Baureihe stellen wir den perfekt passenden Drehzahlsensor zur Verfügung.“ www.rheintacho.de Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Der Predictive Service Analyzer eignet sich besonders für Anwendungen mit konstanten Bewegungen wie Pumpen, Lüfter, Kompressoren oder Motoren ohne Drehzahlregelung. Bild: Siemens

Anomalien rechtzeitig erkennen Im Rahmen der Predictive Services for Drive Systems bietet Siemens nun den Predictive Service Analyzer an. Er zeigt frühzeitig Defekte im Antriebssystem an. Somit können ungeplante Ausfälle vermieden und Wartungszeiten rechtzeitig eingeplant werden. Das soll nach Entwicklerangaben unter anderem die Verfügbarkeit von Anlagen um bis zu 30 Prozent erhöhen. Die neue Edge-Applikation Predictive Service Analyzer ist ein weiterer Baustein der Predictive Services for Drive Systems, einer standardisierten Erweiterung zum lokalen Servicevertrag von Siemens. Diese Services dienen einer effizienteren Instandhaltung von Sinamics Umrichtern und Simotics Motoren. Kunden profitieren mit Predictive Services for Drive Systems laut Anbieter von einer höheren Produktivität und reduzierten ungeplanten Ausfallzeiten ihrer Maschinen und Anlagen. Anwender haben zudem Transparenz bei Ersatzteilen sowie Instandhaltungsaktivitäten zur Risikominimierung durch einfache Schwachstellenanalyse. Die modular aufgebauten Services zur Erfassung, Analyse und Auswertung von Maschinendaten sind dabei, wie die Experten von Siemens betonen, auf die An-

forderungen unterschiedlicher Branchen angepasst. Die KI-basierte Lösung des Predictive Service Analyzers, die im Rahmen der diesjährigen Hannover Messe gezeigt wurde, erkennt laut Siemens bereits erste Anzeichen von Anomalien, die beispielsweise auf mechanische Schäden im Motor hindeuten. Das können Lagerschäden, Unwucht und Ausrichtungsfehler sein, aber auch kritische Betriebsbedingungen des eingesetzten Umrichters. Die App bewertet dabei sogar den Schweregrad des Defekts und die zu erwartende Restlaufzeit und kann somit etwaige zukünftige Ausfälle vorhersagen. Ein weiterer Vorteil: Da die Wartungs- und Instandhaltungsaktivitäten damit auf Basis des tatsächlichen Bedarfs stattfinden können, erhöht sich die Produktivität um

bis zu 10 Prozent, so die Experten. Die App verfügt über ein integriertes Dashboard und ist auch für Anwender ohne KI-Kenntnisse geeignet. Im Gegensatz zur bereits im Markt eingeführten Mindsphere App Predictive Service Assistant beruht die Analyse des Predictive Service Analyzers auf der Auswertung von sehr hohen Datenmengen – und das nahezu in Echtzeit. Die Edge-basierte Lösung ermögliche zudem eine sichere Datenhandhabung in der Anlage und eine Kostenreduktion für Cloud-Datentransfers. In Verbindung mit dem Predictive Service Assistant kann der Predictive Service Analyzer bei Bedarf Daten vorverarbeiten, die dann im Rahmen der Mindsphere App zu weiteren Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen genutzt werden können. www.siemens.com


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CONDITION MONITORING

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Warum löst der FI zum wiederholten Mal aus? Tool zur Behebung von Problemen, verursacht durch unerwünschte Ableitströme Das Mess- und Analysesystem Leakwatch von EPA ermöglicht nach Herstellerangaben die Bewertung des Ableitstroms in Bezug auf die Auslösekennlinie marktüblicher Fehlerstrom-Schutzschalter vom Typ B / B+. Anhand einer Simulation lässt sich der passende FI bzw. die benötigte Maßnahme für eine bestmögliche Anlagenverfügbarkeit bei hohem Schutzniveau ermitteln. Die für die Gewährleistung des Personen- und Brandschutzes nötigen Fehlerstrom-Schutzschalter weisen teils sehr unterschiedliche Auslösecharakteristiken auf. In der Folge leidet nicht selten die Zuverlässigkeit einer Maschine oder Anlage. Erschwerend kommt

Erfassung, Analyse und Bewertung hinzu, dass moderne Komponenten in der Automatisierungstechnik, wie zum Beispiel Frequenzumrichter, PV-Wechselrichter, EMVFilter, Schaltnetzteile usw. systembedingt sehr hohe nieder-, als auch höherfrequente Ableitströme erzeugen. Diese betriebsbedingten Ableitströme werden von den RCDSchutzeinrichtungen unter Umständen als Fehlerstrom interpretiert, was häufig zu einem unsicheren Betriebszustand oder zur Abschaltung der FehlerstromSchutzeinrichtung führt. Mittels des Mess- und Analysesystems Leakwatch ist laut Hersteller EPA die Erfassung, Analyse und Bewertung dieser unerwünschten Ströme schnell und unkompliziert möglich. Nach einer kurzen menügeführten Softwareund Treiberinstallation unter Windows werden über die Messeinrichtung die Ströme im Frequenzbereich von 10 Hz bis 150 kHz netzseitig erfasst. Die An-

wendung per se ist simpel: Man legt die Messzange in der Nähe des FI-Schutzschalters beziehungsweise der Netzeinspeisung um die drei Netzphasen und den Neutralleiter – ein Auftrennen des Strompfades ist nicht nötig. Im ersten Schritt der Messung wird der Ist-Zustand der Anlage aufgezeichnet. Die speziell dafür entwickelte Software LW-Soft ermöglicht Momentaufnahmen der im System vorhandenen Ableitströme. (Spitzen-)Werte können so analysiert, evaluiert und dokumentiert werden. Mittels Auslastungsanzeige in Prozent und einer farblichen Ampeldarstellung erkennt man sofort den Auslastungsgrad des Fehlerstrom-Schutzschalters.

Nach Installation des „Problemlösers“ wird Schritt Eins wiederholt und die Effektivität der Maßnahme messtechnisch ermittelt. Im letzten Schritt können die aufgezeichneten Messungen oder Screenshots einander gegenübergestellt werden. www.epa.de

Das Ableitstrom-Mess- und Analysesystem sorgt dafür, dass Maschinen und Anlagen sicher am Fehlerstrom-Schutzschalter betrieben werden können. Bilder: EPA

Auswahl eines geeigneten FIs Die Frequenzanalyse (FFT) und eine Betrachtung der Effektivwerte (RMS) einzelner Frequenzanteile sowohl im Einschaltmoment als auch im Betriebszustand der Maschine oder Anlage, ergeben eine wertvolle Hilfestellung bei der Ableitstrombilanzierung. Die Auswahl eines geeigneten FIs per Knopfdruck sowie die Bestimmung einer adäquaten Problemlösemaßnahme mit dem integrierten „Product Finder“ erfolgt auf Grundlage der zuvor gewonnenen Daten.

Kleine Veränderung, große Wirkung: Eine Vorher-Nachher-Betrachtung der Messwerte liefert Informationen über die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen, wie zum Beispiel ableitstromarmer Netzfilter, Ableitstromreduktionsfilter und Ableitstromkompensation. Mit deren Einsatz kann einem unerwünschten Auslösen des Fehlerstrom-Schutzschalters vorgebeugt und eine hohe Anlagenverfügbarkeit gewährleistet werden.

Windenergieanlagen müssen sicher stehen Warum das Condition Monitoring für WEA-Fundamente an Bedeutung gewinnt Fundamente von Windenergieanlagen sind erheblichen Belastungen ausgesetzt, denen sie nicht immer dauerhaft standhalten. So gab es immer wieder Fälle, bei denen eine mehr oder weniger umfangreiche Fundamentsanierung erforderlich wurde. Bevor es aber so weit ist, muss der tatsächliche Zustand des Fundaments analysiert werden. Direkte Untersuchungsmethoden sind mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Einfacher ist die Nutzung eines indirekten Verfahrens, das auf die Analyse der Bewegung zwischen Fundamenteinbauteil und Fundament setzt. Normalerweise befinden sich Beton und Fundamenteinbauteil im Formschluss. Ob dies aber tatsächlich der Fall ist, muss im Zweifelsfall überprüft werden. Am einfachsten funktioniert dies, wenn man die maximal mögliche Bewegung zwischen beiden an zugänglicher Stelle misst. Hierbei kommen Wegsensoren zum Einsatz. Die Digitalisierung der Messdaten kann mit mobiler Messtechnik oder mit einem Onlinesystem erfolgen. Mit dem mobilen System der GfM, dem PeakStore5, können die Daten auch mehrkanalig erfasst werden. Für eine Permanentüberwachung wiederum bietet sich der Peakanalyzer, das Online-ConditionMonitoring-System des selben Herstellers, an. Zum Provozieren von Bewegung zwischen Fundament und Einbauteil kann man das An- und Abfahren einer Windenergieanlage nutzen. Erfahrungsgemäß treten dabei hinreichend hohe und somit repräsentative Belastungen auf, die entsprechende Bewegun-

Visualisierung der Fundamentbewegung an zwei gegenüberliegenden Punkten. Bild: GfM

gen zwischen Fundament und Fundamenteinbauteil erzeugen. Für alle Komponenten verträglicher ist die Nutzung des Normalbetriebs der Anlage. Das funktioniert, wenn ein entsprechend langer Messzeitraum vorgesehen wird, beispielsweise mit einem permanent installierten System. Zur Bewertung der Messdaten ist die Distanz zwischen Messpunkt und Lasteinleitungspunkt des Fundamenteinbauteils in das Fundament relevant. Die elastische Dehnung des

Stahls muss als unkritisch angesehen werden. Darüber hinausgehende Bewegungen gelten als möglicher Schadenindikator. Zusätzlich kann die Asymmetrie der Bewegung auf den jeweils gegenüberliegenden Seiten als Schädigungshinweis interpretiert werden. Übrigens: Die GfM bietet die Analyse der Fundamentbewegung auch als Komplettservice an. Alternativ liefert das Unternehmen die Systeme für derartige Messungen. www.maschinendiagnose.de


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Komplexe Fehlersuche im Führerstand

Datenlogger kommen in der Qualitätssicherung in der Fertigung zum Einsatz, aber auch in Forschungseinrichtungen oder in der gezielten Fehlersuche bei Wartungen. Sie zeichnen prinzipiell alle Daten auf, die ein Sensor messen kann, etwa Spannung, Vibration, Dehnung, Temperatur, Feuchtigkeit oder Durchfluss.

Mobile Datenerfassung ermöglicht Analyse von auftretenden Störungen an E-Loks Überspannungen können passieren, gerade wenn die Elektrik vielen äußeren Faktoren ausgesetzt ist, wie es in einer Stromversorgung für den Eisenbahnbetrieb der Fall ist. Deshalb sind elektrische Lokomotiven mit Überspannungsableitern ausgestattet, die wie Blitzableiter funktionieren und die Instrumente vor Schäden durch plötzliche Überspannung schützen. Was aber, wenn diese Überspannungsableiter aus ungeklärten Gründen nicht zuverlässig funktionieren? Um solchen Fehlern auf die Spur zu kommen, braucht es vor allem eins: zuverlässige und aussagekräftige Daten. Das wissen auch die Experten der Meinke Energy GmbH. Sie bieten entsprechende Messdienstleistungen an, um solchen Fehlern auf den Grund zu gehen. Dabei spielen die Datenlogger von Althen eine wichtige Rolle. Um die Instrumente vor Überspannungen zu schützen, die auf den Stromschienen jedes Eisenbahnnetzes regelmäßig auftreten, ist jede Lok mit mehreren Überspannungsableitern ausgestattet. Wenn die Komponenten des ursprünglichen Herstellers nicht mehr verfügbar sind, kommen nach Originaldokumenten gebaute Komponenten eines anderen Herstellers zum Einsatz, die anhand der technischen Vorgaben gefertigt werden, und im Normalfall ihre Aufgaben ebenso erfüllen wie die Originalteile. Das kommt häufig vor, denn Lokomotiven sind langlebig: 30 oder auch 50 Jahre sind für E-Loks keine ungewöhnliche Lebensdauer. Bei einem Industriebetrieb mit eigenem Bahnwerksverkehr fielen allerdings im laufenden Betrieb häufig genau solche nachgebauten Überspannungsleiter aus. Eine Vermutung zur Fehlerursache war, dass die Ableiter der hohen thermischen Entwicklung im Betrieb nicht standhielten, also umgangssprachlich überhitzten. Um das sicher feststellen zu können, mussten die Rahmendaten im Betrieb zuverlässig erfasst werden. Denn wenn ein Fehler im laufenden Betrieb auftritt, muss in der Regel auch im laufenden Betrieb nach der Ursache gesucht werden. Werkstattoder Laborbedingungen geben hier oftmals ein unvollständiges oder verzerrtes Bild von der Funktionsweise aller Komponenten ab.

Spezialisten für die Fehlersuche Wenn die Frage nach der Ursache einer Störung unbeantwortet bleibt, kommen Spezialisten wie Meinke Energy zum Einsatz. Meinke Energy setzt für die Datenerfassung vor Ort kompakte und gleichzeitig leistungsfähige Geräte ein, die alle nötigen Informationen für eine spätere gründliche Analyse aufnehmen. Die Graphtec-Datenlogger von Althen haben sich hier im Einsatz bewährt. Die Messaufgabe bestand in diesem Fall darin, das Verhalten der Spannung zu überprüfen. Dazu wird die Fahrspannung auf den Freileitungen mit Umrichtern auf maximal 1.100 V in der Lokomotive heruntergespeist. Die Umrichter sind mit den Überspannungsableitern verbunden und sollten im laufenden Betrieb gemessen werden.

Meinke Energy bietet mit seinem langjährigen Know-how Messdienstleistungen für anspruchsvolle Aufgaben in der ganzen Welt an. Hierbei fungiert das Unternehmen laut Geschäftsführer Markus Meinke wie ein unabhängiger Gutachter. Der Spezialist weiß um die vielen kleinen Störungen und Pannen, die auftreten können, von echten Produktfehlern bis hin zu versehentlich gezogenen Netzsteckern hat er schon alles erlebt. Deshalb ist für ihn die Möglichkeit der Fernüberwachung umso wichtiger, wenn er Messungen anbietet, damit der Einsatz vor Ort nicht durch unentdeckte Pannen wertlos wird. Bilder: Althen

Eine Tour der Lok dauert bei diesem Unternehmen drei bis vier Stunden, sodass es gut möglich ist, zu Schichtbeginn die Datenaufzeichnung zu starten und „mitlaufen“ zu lassen. Die Anforderungen an die Messaufgabe waren komplex, nicht nur wegen der sensiblen Situation, falls die Lok im öffentlichen Schienennetz sichtbar Probleme hat. Auch die Rahmendaten erforderten den Einsatz von zwei Geräten, weil zum einen die hohe Spannungsfestigkeit gegeben sein musste, die der High-Speed Datenlogger GL 980 bietet. Zum anderen sind im Fahrtbetrieb mit Start- und Stoppsignalen, Geschwindigkeit und den entstehenden Temperaturen viele unterschiedliche Parameter gegeben, für deren Aufzeichnung sich der Datenlogger GL 840 wiederum eignet. Für Markus Meinke, den Geschäftsführer von Meinke Energy, war wichtig, dass er beide Datenlogger vom selben Anbieter bezieht, weil „wir beide Geräte zusammen mit einem Laptop über ein Netzwerk betreiben, die Daten über einen Router übertragen und uns mit der Fernwartungssoftware Teamviewer problemlos mit dem Laptop und damit wiederum mit

den beiden Geräten verbinden können. Da wir nicht permanent vor Ort sein können und auch auf der Lok nicht immer ein Datenspezialist mitfährt, ist es umso wichtiger, dass die Datenerfassung zuverlässig funktioniert und wir gegebenenfalls jederzeit einschreiten können, falls ein Ereignis das während der Messung notwendig macht.“ Fast eine Woche lang erfolgten die Messungen auf der Lokomotive. Grundsätzlich besteht ein Datenlogger aus einem programmierbaren Mikroprozessor, einem Speichermedium, mindestens einer Schnittstelle und einem oder mehreren Kanälen zum Anschluss der Datenquelle wie zum Beispiel Sensoren. Sie dienen der Überwachung verschiedener Umweltparameter wie zum Beispiel. Feuchte, Temperatur, Spannung, CO2 oder Stromverbrauch über längere Zeiträume. Ein Sensor erfasst die entsprechenden Messdaten, die ein Analog-Digital-Umsetzer in „speichergerechte“ Daten umwandelt. Im Anschluss schreibt der Datenlogger diese auf den eingebauten Speicher, eine SDKarte oder einen USB-Stick. Der Anwender analysiert die aufgezeichneten Daten direkt am Gerät oder überträgt sie zur Auswertung auf einen Computer. Für die Auswertung vor Ort verfügen die Datenlogger über ein Farbdisplay und die passende Visualisierungssoftware. Es gibt Ausführungen wie den auch bei Meinke Energy eingesetzten GL 840 mit bis zu 200 Kanälen, die in Fertigungsumgebungen mit vielen Sensorinformationen eingesetzt werden. Er misst mit 16 bit Auflösung und verfügt über eine Abtastrate von 10 ms bis 1 h, abhängig von der Anzahl der Kanäle. Die analogen Signaleingänge sind isoliert, um die verschiedenen Signaltypen sauber zu trennen. Der GL 840 besitzt vier zusätzliche Kanäle für Logik- und Impulseingänge. Für die Signale sind verschiedene Triggerfunktionen wählbar, die die Datenaufzeichnung aktivieren, zum Beispiel zeitgesteuert oder bei Erreichen eines eingestellten Wertes. Es ist bei bestimmten Abtastraten auch möglich, das Speichermedium im laufenden Betrieb auszutauschen. Für Anwendungen im höheren Spannungsbereich bis 1.000 V und für sehr hohe Abtastraten zwischen einer Mikrosekunde und einer Sekunde ist der GL 980 die richtige Wahl. Er verfügt über 8 analoge Eingangskanäle und

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misst ebenfalls mit einer Auflösung von 16 bit. USB-Speicher und SD-Karte zeichnen die Daten auf, für die Echtzeitübertragung stehen E-Mail, Webserver oder FTP-Funktionen zur Verfügung. Der GL 980 ist mit einem geräteinternen RAM-Speicher für bis zu 4 Millionen Messungen pro Kanal ausgestattet. Um die kontinuierliche schnelle Aufzeichnung und die automatische Datensicherung zu gewährleisten, kann der RAM in bis zu 8 Blöcke aufgeteilt werden. Zur Aufzeichnung der Daten verwendet Meinke in beiden Fällen die SD-Speicherkarte. Alternativ bietet Althen die Datenlogger auch mit einem USB-Speicher an. Zur Fernüberwachung besteht die

Möglichkeit, die Daten per E-Mail zu versenden oder mit einem FTPClient in eine Cloud zu übertragen. Eine E-Mail-Benachrichtigung gibt das Gerät auch aus, wenn das Speichermedium voll ist und ausgetauscht werden muss. Übrigens: Durch die Messungen und Analyse der Daten konnte in diesem Fall festgestellt werden, dass sich die Toleranzen der einzelnen Lokkomponenten – also Trafo, Stromrichter etc. – in einem bestimmten Einspeisebereich so summiert haben, dass die Auslegung der Überstromableiter minimal überschritten wurde. Dadurch wurde eine schnellere Alterung der Ableiter verursacht. www.althen.de

Die Industrie-Schallkamera ii910 erlaubt eine Lokalisierung von Teilentladungen, Koronaentladungen, Luft-, Gas- und Vakuumlecks. Sie verfügt über einen 7-Zoll-Touchscreen, der das Sichtbild mit einer Soundmap – also einem Schallbild – überlagert. Bild: Fluke

Neuer Podcast: Das kann die Schallkamera Fluke ii900 Die Energiepreise kennen seit Monaten nur eine Richtung: Sie steigen, vor allem wegen des Kriegs in der Ukraine – und das massiv. Kein Wunder, dass Unternehmen derzeit versuchen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um in diesem Bereich Kosten zu reduzieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Thema Energieeinsparung, denn Energie, die man nicht benötigt, muss man nicht bezahlen. Doch welche Möglichkeiten gibt es hierzu? Wie lassen sich diese Einsparpotenziale schnell erschließen und wie schnell zahlen sich Maßnahmen in diesem Bereich aus? Über diese Themen spricht Sanid Usanovic im aktuellen Podcast von industry-channel. Er ist Key Account Manager bei Fluke und weiß aus Erfahrung, wo sich bei produzierenden Unternehmen die „Energiefresser“ verstecken und wie man diese aufspüren kann. Im Detail erklärt der Spezialist unter anderem, wie sich mithilfe

der neuen IndustrieSchallkamera Fluke ii900 Leckagen in Druckluftnetzen finden lassen und warum dies auch in einer lauten Umgebung funktioniert. „Die integrierte LeakQ-Funktion kann sogar den Schweregrad der Leckage in einer einfachen Darstellung – Nummerierung 1 bis 10 – bestimmen und dem Anwender z.B. die Informationen liefern, welche Leckagen am größten und wichtigsten sind und an welcher Stelle man schnell Maßnahmen für ihre Beseitigung dieser einleiten muss, damit es nicht zu noch mehr Verlusten kommt“, betont Usanovic. Außerdem zeigt er die Unterschiede zwischen den Modellen Fluke ii900 und ii910 auf und erklärt ferner, wie sich diese Technologie auch in anderen Einsatzszenarien, wie zum Beispiel zur stationären Überwachung von Maschinen und Anlagen nutzen lässt. www.fluke.com https://industry-channel.com/ podcasts/


DRUCKLUFT TECHNIK

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An diesen Stellschrauben lohnt sich das Drehen Wie sich Energiekosten senken und die Effizienz bei der Druckluft erhöhen lassen Angesichts der steigenden Energiepreise überlegen viele Unternehmen, welche Maßnahmen sie ergreifen können, um Kosten zu minimieren und die Effizienz zu verbessern. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für energieintensive Unternehmen, um die Vorteile von Wärmerückgewinnung, ölfreien Technologien und digitaler Analytik zu nutzen“, sagt einer der führenden Anbieter von industrieller Druckluft, Compair. Die Experten haben die wichtigsten Tipps zusammengefasst. Unternehmen in produktionssensiblen Umgebungen, also zum Beispiel in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie oder in der Pharmazie, setzen schon seit Langem auf ölfreie Kompressoren. Doch auch viele andere Unternehmen können von der Effizienz, die ein ölfreies Modell bietet, profitieren.

Vorteil: Ölfreie Kompressoren In vielen Fällen werden nämlich die Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer gesenkt, da zum einen die Kosten für den Ölwechsel wegfallen und zum anderen keine zusätzlichen Produkte für die Aufbereitung, wie z.B. Ölabscheider, benötigt werden. Der Hersteller Compair bietet eine breite Palette an ölfreien Kompressortechnologien, darunter Schrauben- und Kolbenkompressoren. Der energieeffiziente Ultima-Kompressor arbeitet beispielsweise völlig ölfrei, wobei die Kühlung der Komponenten über einen geschlossenen Wasserkreislauf erfolgt. Jede Verdichterstufe wird einzeln von einem PermanentmagnetSynchronmotor mit variabler Drehzahl angetrieben, der im Vergleich zu herkömmlicher ölfreier Technologie einen außergewöhnlich hohen Wirkungsgrad aufweist.

Im Vergleich zu früheren einstufigen Kompressoren in dieser Größenordnung von Compair sind die neuen Modelle außerdem bis zu acht Prozent effizienter.

Prozent der eingesetzten elektrischen Energie in Druckluft umgewandelt. Die restlichen 90 Prozent gehen normalerweise als Wärme verloren.

Vorteil: Drucklufteffizienz

Vorteil: Wärmerückgewinnung

Moderne Produktionssysteme und -prozesse erfordern Druckluft mit immer höherer Reinheit. Die richtige Spezifikation der nachgeschalteten Geräte verbessert nicht nur die Qualität und Effizienz eines Druckluftsystems, sondern verringert auch dessen Umweltauswirkungen. Der genannte Hersteller produziert auch hier eine breite Palette von Druckluftaufbereitungslösungen, einschließlich Filtration, Kälte- und Absorptionstrockner sowie Kondensat-Managementsystemen. Hochwertige Verbrauchsmaterialien wie z.B. Filterelemente mit langer Lebensdauer sorgen laut Entwickler außerdem für geringen Komponentenverschleiß und gleichbleibend niedrigen Differenzdruck. Gleichzeitig bieten Maßnahmen wie die Wärmerückgewinnung eine beträchtliche Chance, die Energiekosten zu senken, indem überschüssige Wärme recycelt und zum Vorteil genutzt wird. In der Regel werden nämlich nur 10

Durch den Einbau einer Wärmerückgewinnungseinheit in einen Kompressor kann das System die während des Kompressionsprozesses verlorene Energie „zurückgewinnen“ und sie für andere nützliche Zwecke nutzen. So kann sie beispielsweise den Strom-, Gas- oder Ölbedarf für die Erzeugung von Warmwasser für Waschräume oder Brauchwasser deutlich senken. Alternativ kann sie als direkte Warmluft in einen Arbeitsbereich oder eine Einrichtung geleitet werden. Compair bietet auch hier mehrere schlüsselfertige Wärmerückgewinnungslösungen für seine ölfreien und ölgeschmierten Schraubenkompressoren an, die sowohl werkseitig eingebaut als auch nachgerüstet werden können. Dies ermöglicht eine einfache Plug-and-Play-Installation und eine sofortige Realisierung von Energie- und Kosteneinsparungen. Das Internet der Dinge und die Datenanalyse können Druckluft-

Angesichts der hohen Energiepreise raten die Experten von Compair allen Druckluftanwendern, jetzt entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bild: Compair

betreibern helfen zu verstehen, wie effizient ein Kompressor arbeitet und ob Verbesserungen möglich sind.

Vorteil: Proaktive Wartung Diese Erkenntnisse helfen nicht nur, potenzielle Probleme jetzt zu erkennen, sondern ermöglichen es den Betreibern auch, künftige Probleme auf Grundlage einer sich verschlechternden Maschinenleistung vorherzusagen. Anhand von Echtzeitdaten können zudem vorausschauende Wartungsmodelle erstellt werden, die dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken, die Prozesseffizienz zu verbessern und etwaige Risiken zu begrenzen. Konnektivität ist ein weiterer Schwerpunkt im Compair-Portfolio: Der iConn-Service des Unternehmens bietet intelligente Ein-

blicke, die den Betreibern helfen sollen, die Leistung eines Systems sowohl in Echtzeit als auch aus der Ferne zu überwachen. Das browserbasierte System, auf das von Smartphones und Tablets aus zugegriffen werden kann, ermöglicht, dass die Benutzer alle potenziellen Probleme, die auftreten können, jederzeit proaktiv verwalten können, wodurch die damit verbundenen Ausfallzeiten reduziert werden und gewährleistet wird, dass das System wie gewünscht funktioniert.

Vorteil: Service Um Unternehmen zu helfen, ungeplante und nicht budgetierte Ausfallzeiten sowie Produktionsunterbrechungen zu vermeiden, hat Compair eine Reihe neuer Assure-Serviceverträge eingeführt. Weiter auf Seite 22

Vorteil: Neueste Technologie Für Anwender, die lieber auf ein ölgeschmiertes System plus Druckluftaufbereitung setzen, wurden von Compair ebenfalls neue Technologien entwickelt, um die Nachhaltigkeit während des gesamten Lebenszyklus des Kompressors zu verbessern. Die Fourcore-Baureihe kombiniert beispielsweise Effizienz mit geringem Platzbedarf. Vergleicht man zum Beispiel die CO2-Emissionen eines neuen Fourcore-Modells L160e mit einer Leistung von 160 kW mit denen eines herkömmlichen Kompressors, der 8.000 Stunden pro Jahr läuft, so reduziert das neue System nach Herstellerangaben die CO2-Emissionen um 134 Tonnen pro Jahr – das entspricht dem Ausstoß von 29 Familienautos oder 543.475 zurückgelegten Kilometern in einem Jahr. Außerdem verbraucht das neue 200-kW-Modell im Vergleich zu einem herkömmlichen zweistufigen Kompressor nach Entwicklerangaben 22 Prozent weniger Material und kann so dazu beitragen, den Abfall um bis zu 19 Prozent zu reduzieren.

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Geringer CO2-Footprint, wirtschaftliche Vorteile Boge setzt bei der DS-Baureihe auf das Kältemittel R 513 A Die Baureihe DS-2 der Kältetrockner arbeitet nun serienmäßig mit dem Kältemittel R 513 A, das deutlich weniger Treibhauspotenzial aufweist als das zuvor verwendete Kältemittel, so Boge. Das Unternehmen verweist außerdem darauf, dass die neuen Kältetrockner nicht nur durch einen geringen CO2-Footprint, sondern auch durch wirtschaftliche Vorteile zu überzeugen wissen. Durch den Einsatz des klimafreundlichen Kältemittels R 513 A reduziert sich das Treibhauspotenzial im Vergleich zu vormals verwendeten Kältemitteln erheblich, betonen die Experten von

Boge und verweisen auf das Global Warming Potential (GWP). Mit einem GWP von 573 übertreffen die neuen Geräte nämlich die Anforderungen der F-GaseVerordnung EU 517/2014, die zum

Schutz der Umwelt eine deutliche Minderung der Emissionen von fluorierten Treibhausgasen (FGasen) bis zum Jahr 2030 vorschreibt. Hinzu kommt, dass die Modelle der DS-Baureihe laut Hersteller mit einer geringen Kältemittelmenge auskommen. Boge nennt noch einen Pluspunkt: Aufgrund des hermetisch geschlossenen Kältemittelkreislaufs und des CO2-Äquivalents kleiner 10 t entfällt die Dichtigkeitsprüfung gemäß F-Gase-Verordnung für die gesamte Baureihe. Anwender sparen somit die Kosten für die Prüfung durch zertifizierte Kältetechniker. Im Ergebnis führt der Einsatz des Kältemittels R 513 A nach Angaben des Kältetrocknerherstellers zu einer deutlichen Verbesserung von Öko- und Kostenbilanz bei maximaler Versorgungssicherheit, zumal die neuen KälteDrucklufttrockner DS auch sonst sehr sparsam sind. So schaltet die Steuerung den Kältekompressor bei Teillast automatisch aus, sobald der notwendige Taupunkt erreicht ist. Außerdem erfolgt eine Speicherung der Kühltemperatur im Wärmetauscher. Diese Kältereserve kühlt die eintretende Druckluft so lange, bis der Taupunkt wieder steigt. Erst dann startet der Kältekompressor erneut, um das geforderte Temperaturniveau zu halten, und verbraucht somit auch erst zu diesem Zeitpunkt Energie.

Fortsetzung von Seite 21 Diese stehen allen Druckluftanwendern zur Verfügung – unabhängig von Hersteller oder Alter der Geräte. Sie helfen Unternehmen, die betriebliche Effizienz zu optimieren, Risiken zu minimieren und Arbeitsabläufe zu rationalisieren, indem sie sicherstellen, dass die Kunden nur mit einem einzigen Druckluftlieferanten zu tun haben müssen. Von der Einstiegsvariante AssurePlan, die den rechtzeitigen Austausch von Verbrauchskomponenten wie Öl- und Luftfiltern, Abscheidern und Öl mit einer 12monatigen Garantie auf diese Teile abdeckt, bis hin zur umfassendsten Variante Assure-Complete, die sicherstellt, dass das gesamte Betriebsrisiko für ein Druckluftsystem auf Compair übertragen wird, stehen unterschiedliche Servicevereinbarungen zur Verfügung. Darüber hinaus umfassen diese Vereinbarungen Originalersatzteile. Ein Nicht-Originalteil mag zwar billiger sein, kann aber die Druckluftinvestition auf lange Sicht beeinträchtigen und das Unternehmen am Ende teurer zu

Die Steuerung passt sich dem tatsächlichen Bedarf an und sorgt für eine Reduzierung der Leistungsaufnahme bei konstantem Drucktaupunkt. Bild: Boge

Durch dieses Prinzip können im Vergleich zu einem Trockner im Dauerbetrieb bis zu 79 Prozent Energie eingespart werden, beteuern die Experten von Boge. Der neue, frequenzgeregelte Lüfter sorgt laut Hersteller zudem für einen stabilen Kondensationsdruck und senkt den Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent. Darüber hinaus führt das patentierte Design des Wärmetauschers in Verbindung mit niedrigen Differenzdrücken und einem geringen Kältemittelbedarf zu einer geringeren Leistungsaufnahme. Mit der serienmäßig integrierten Steuerung lassen sich nach Entwicklerangaben Verbrauch und Kosten beim Betrieb des KälteDrucklufttrockners zusätzlich senken. So ermöglicht die Steuerung eine Anpassung an reale Be-

triebsbedingungen, das heißt sie reagiert sofort auf Temperaturschwankungen, was zur Minimierung der Leistungsaufnahme führt. Die Bedienung der Steuerung erfolgt über einen 4,3-Zollgroßen Touchscreen. Zudem lässt sie sich laut Hersteller über Schnittstellen ohne großen Aufwand in eine bestehende Infrastruktur integrieren. Die Datenübermittlung erfolgt über Modbus RTU, USB-Schnittstellen oder optional über Modbus TCP/IP. Weitere neue Komponenten, beispielsweise elektronische Heißgas-Bypassventile, sorgen in Verbindung mit den eingesetzten Scrollkompressoren nach Angaben von Boge für eine effiziente Trocknung und einen zuverlässigen Betrieb. www.boge.com

stehen kommen. Im Gegensatz dazu werden Originalteile so hergestellt, dass sie die gleichen hohen Standards erfüllen wie die Kompressoren, für die sie bestimmt sind.

lufterzeugung und der nachgelagerten Ineffizienzkosten. In der Tat könnten bereits das Auffinden und Reparieren eines drei Millimeter großen Lecks genug Geld einsparen, um die Kosten für die Anschaffung zu decken.

Vorteil: Leckagenbeseitung Luftlecks sind die Hauptursache für Energieverluste in industriellen Druckluftsystemen, die bis zu 20 bis 30 Prozent der Systemleistung ausmachen. Es gibt viele Gründe für Leckagen in einem Druckluftsystem, darunter offen gelassene Absperrventile und manuelle Kondensatventile sowie undichte Schläuche, Kupplungen, Rohre, Flansche und Rohrverbindungen. Ein Leck, das nur drei Millimeter groß ist, kann mehr als 800 Euro im Jahr an verschwendeter Energie kosten. Eine Lösung ist eine einfache Lecksuche, mit der Probleme schnell erkannt werden können, um Abhilfemaßnahmen zu treffen. Alternativ dazu ist eine Volumenstrommessung ein zuverlässiges Mittel zur Bewertung der Druck-

Vorteil: Energiechecks Unabhängig davon, ob ein neuer Kompressor angeschafft oder ein bestehendes System aufgerüstet werden soll, ist es in jedem Fall sinnvoll, zunächst eine vollständige Energiebilanz des Standorts zu erstellen. Dabei werden der aktuelle Druckluftverbrauch und die Kosten ermittelt, Luftlecks identifiziert, um festzustellen, wo Energie verloren geht und wo Kosteneinsparungen möglich sind, und die Luftqualität geprüft, um sicherzustellen, dass die erzeugte Druckluft den richtigen Standards entspricht. Ein Energieaudit trägt nicht nur zur Senkung der Gesamtbetriebskosten eines Unternehmens bei, sondern auch zur Reduzierung der Umweltbelastung. www.compair.de


ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Nach Ausfällen wieder auf die Beine kommen Ein Experte von EU Automation informiert über das bestmögliche Vorgehen In diesem Artikel erörtert Neil Ballinger, Leiter der EMEA-Region bei EU Automation, einem Zulieferer für Automatisierungsteile, wie die Wiederaufnahme der Produktion nach einem Anlagenausfall am besten organisiert und vollzogen wird. Bei möglicherweise Tausenden von teilweise voneinander abhängigen, ineinandergreifenden Teilen einer Produktionsanlage, die alle aufeinander abgestimmt und in Bezug auf maximale Produktivität optimiert sind, ist immer das Potenzial eines Ausfalls vorhanden. Dies zeigt sich an Gerätestörungen, die die häufigste Ursache für ungeplante industrielle Stillstandzeiten sind. Fast jeder zweite Ausfall passiert auf diese Weise. Man könnte meinen, dass dieser Umstand der Vergangenheit angehört. Schließlich sollten moderne Computer mit SCADASoftware, mit ausgezeichneten Algorithmen des maschinellen Lernens der neuesten Generation, in der Lage sein, fehlerhafte Anlagen rechtzeitig vor dem Ausfall zu identifizieren und zu kennzeichnen. Theoretisch ist das richtig, da mit einem vollständig integrierten, modernen SCADA-System plötzliche und ungeplante Anlagen-

Neil Ballinger, Leiter der EMEA-Region bei EU Automation, schildert, warum eine schnelle Ersatzteilbeschaffung wichtig ist, wenn eine Produktionsanlage wegen eines defekten Bauteils stillsteht. EU Automation bietet ein umfassendes Sortiment und Reparaturservices für SPS-Steuerungen, Servoantriebe, MMS (HMI), Bildschirme, Motoren, CNC-Werkzeugmaschinen und Roboter von diversen Herstellern an. Bild: EU Automation

ausfälle durch geplante und vorbeugende Instandhaltung mithilfe von Daten des SCADA-Systems komplett vermieden werden können. Aber wie passt diese

Theorie mit der Realität auf dem Markt zusammen, wo operative Margen straff sind, jede Bestellung zählt und menschliches Versagen einkalkuliert werden muss? Um den preußischen Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke zu paraphrasieren: „Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität.“ Wenn beispielsweise ein einzelner Förderband-Servomotor plötzlich ausfällt, tritt bei den anderen Motoren in der Fertigungslinie eine hohe Drehmomentspitze auf. Diese wiederum kann schwerwiegende Folgen haben und zum Beispiel die Ursache für einen Brand sein. Selbst wenn sich der Motor festfrisst und einfach nur stoppt, müssen die anderen Motoren die Leistung übernehmen, und dabei wird die erwartete Lebensdauer verringert, indem die Motoren Belastungen ausgesetzt werden, die die ursprünglich vorgegebenen Parameter der Fertigungslinie überschreiten.

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So werden die angeschlossenen und benachbarten Geräte zuerst geprüft, was möglicherweise der wichtigste Aspekt für einen sicheren Neustart nach einem Ausfall ist – und Motoren sind nur ein Teil dieses Systems. Überwachungsmessgeräte, mechanische Ventile und hydraulische Kompressoren spielen eine Rolle, sowie fast jedes andere Teil der Anlage in Bezug auf das betroffene ausgefallene Bauteil.

Kosten für verlorene Betriebszeit Ein anderer Punkt ist, dass verfahrenstechnische Anlagen möglicherweise bei einem Ausfall stehen geblieben sind, obwohl weder eine Beanspruchung noch ein Schaden ersichtlich war. Dies ist oft nach plötzlichen Stromausfällen und Not-Aus-Situationen der Fall und kann zu großen Schäden führen, wenn nicht initialisierte autonome Anlagen plötzlich ausfallen. Es gibt wenige Situationen, in denen Zeit eine größere Rolle spielt als beim Ausfall einer industriellen Fertigungslinie. Jede Sekunde bei Stillstandzeiten kostet unter Umständen Hunderte

Neues CO2-Analysetool für Wälzlager Online bei SKF gibt es eine Übersichtsseite, auf der Nutzer nachvollziehen können, wie sich die CO2-Emissionen bei der Produktion und im Betrieb von Wälzlagern in den jeweiligen Branchen verteilen. Anschauliche Beispiele für Industrieanwendungen und deren Emissionsausstoß veranschaulichen dies zusätzlich. Auf der Seite haben Besucher zudem Zugriff auf das SKF-Softwaretool „Bearing Select“, das eine detailliertere CO2-Berechnung für ihren konkreten Anwendungsfall ermöglicht. Zur Analyse der individuellen Anwendung sind nur wenige Eckdaten erforderlich; Standardlager können aus einer vorgegebenen Liste ausgewählt werden. Bearing Select gibt die voraussichtlichen CO2-Emissionen für jedes einzelne Wälzlager aus. Die Analyse-Software berücksichtigt unter anderem die Emissionen bei der Produktion sowie Reibungsverluste und Fettverbrauch während des Betriebs. Den ausführlichen Bericht erhält der Nutzer dann per Download. Er dient als Informationsgrundlage, um die Anwendung nachhaltig zu verbessern. Das Tool bietet auch die Möglichkeit, Kontakt mit den SKF-Anwendungsexperten aufzunehmen. Diese analysieren die Ergebnisse und liefern Details zum CO2-Ausstoß spezifischer Lager. Anschließend informieren sie die Kunden darüber, wie diese ihren Energieverbrauch – und dadurch Emissionen – reduzieren und so ihre Anwendung optimieren

Bearing Select berechnet derzeit bereits den Emissionssausstoß für Anwendungen aus der Metall-, Bergbau-, Zement-, Elektro- und Eisenbahnindustrie sowie der Fluidtechnik, Mineralienverarbeitung und der Materialhandhabung. Weitere Branchen sind geplant. Bild: SKF

können. „Um die Anwendungen unserer Kunden nachhaltiger zu gestalten, müssen wir den gesamten Lebenszyklus eines Lagers im konkreten Einsatzgebiet verstehen“, erklärt Johan Lannering, Head of Sustainability bei SKF. „Ich bin davon überzeugt, dass unser Tool einen entscheidenden Beitrag leistet, alle Emissionen im Lauf eines Lagerlebens greifbar zu machen.“ „Außerdem helfen wir unseren Kunden dabei, ihre Emissionen zu reduzieren, indem wir unsere Produkte leichter, effizienter sowie langlebiger machen und sie so konzipieren, dass sie repariert oder wiederaufbereitet werden können“, führt Lannering weiter aus. www.skf.com/co2dashboard

Nutzung

Life Cycle Services

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von Euro bei ausgefallener Fertigung. Die Auswirkungen sind allerdings auch in der Lieferkette bei den Lieferanten und Kunden zu spüren. Folglich wird die Produktion verlangsamt und die tatsächlichen Kosten einer angehaltenen Linie werden in schwindelerregende Höhen getrieben. Schnelligkeit ist deshalb das oberste Gebot für den gesamten Ablauf. Diesen Hinweis zu ignorieren und die Fertigungslinie einfach anzuhalten, erscheint wohl auf den ersten Blick zeitsparend, aber die Beanspruchung und der potenzielle Schaden in der Fertigungslinie führen lediglich dazu, dass es noch schneller zu einem nächsten unvermeidlichen Ausfall kommt. Dieser tückische Kreislauf kann den gesamten Ablauf mit seinen sich wiederholenden, stressauslösenden und verschwenderischen Faktoren lahmlegen. Deshalb empfiehlt es sich, während Maschinen arbeiten, zusätzlichen Aufwand für die Wartung zu betreiben, um das Beste herauszuholen und mögliche Ausfälle so gering wie möglich zu halten. Neil Ballinger, EU Automation www.euautomation.com/de/


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FERTIGUNGSTECHNIK

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VW macht Prozesse in der Gießerei sicher Neues Electronic-Key-System regelt hier nun transparent die Zugriffsrechte Manipulationsanfällige Zugriffssysteme können Havarien und Anlagenausfälle verursachen. Deshalb gilt es vorzubeugen, beispielsweise mit dem transponderbasierten Electronic-Key-System EKS von Euchner. Dieses sichert Maschinen vor Fehlbedienungen jeglicher Art ab. Das kombinierte Schreib-/Lesesystem mit Festcode-Transponder verwaltet dafür alle Zugangs- und Bedienrechte. Die Volkswagen Group Components in Hannover nutzt diese Lösung bereits und hat damit die Prozesse in ihrer Gießerei sicherer und effizienter gemacht. Fachlich nicht ausreichend qualifizierte Eingriffe auf Bedien-, Wartungs- und Steuerungsebene können Maschinen und Anlagen oft für Stunden oder Tage stilllegen. Die in aller Regel rein passwortbasierten oder anderweitig manipulationsanfälligen Zugriffssysteme bieten keinen effektiven Schutz davor. Mehr Sicherheit verspricht das Electronic-Key-System EKS von Euchner. Es dient der Zugriffsverwaltung sowie der funktional sicheren Betriebsartenwahl. Als offenes und frei konfigurierbares System mit unterschiedlichen Datenschnittstellen ist es univer-

sell einsetzbar. Für hygienisch sensible Bereiche in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie steht außerdem eine besondere Systemvariante zur Verfügung. Die Volkswagen Group Components nutzt das System in ihrer Gießerei bereits. Das Ziel war klar: Die auf Fehlbedienungen zurückzuführenden Stillstände von Handling-Robotern sollten dort minimiert werden. Die Zuverlässigkeit und freie Programmierbarkeit, insbesondere aber die robuste Auslegung des EKSSystems und damit die Eignung, dieses unter rauen Umgebungsbedingungen einsetzen zu

können, gaben den Ausschlag für die Wahl. Und so funktioniert es: Zum Betrieb steckt der Schlüsselinhaber seinen personifizierten Electronic Key in die mit einer stabilen Federhalteklammer ausgestattete Schlüsselaufnahme. Über einen kontaktlosen Datenaustausch/Stromversorgung erkennt das System den Inhaber des Schlüssels, der ausschließlich die Freigabe der für ihn hinterlegten Benutzerrechte erhält. Je nach Grad der Berechtigung darf er am Roboter entweder einfache Aufgaben als Bediener, fachkundige Eingriffe als Einrichter beziehungsweise Programmierer

Mit dem Electronic-Key-System können qualitätsrelevante Einstellungen vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden.

oder eine Kombination aus allen Bereichen ausführen. Anlagenbetreibern bietet das einfach adaptier- und bedienbare Electronic-Key-System laut Hersteller viel Flexibilität: Sie bestimmen nämlich die Datenstruktur auf den Schlüsseln und definieren, wie diese zu interpretieren ist.

Zentral speicherbare Parameter machen dabei die Prozesse transparent und überprüfbar: Über den jeweiligen Schlüsselcode lassen sich beispielsweise Eingriffe zurückverfolgen und feststellen, wer wo wie lange an der Maschine tätig war. www.euchner.de

CO2-reduzierter Schmierstoff für Getriebe SEW Eurodrive trägt dazu bei, die Abhängigkeit von Erdöl zu reduzieren Mit Gearfluid Poly 220 E1 stellt der Bruchsaler Antriebsautomatisierer einen Schmierstoff für Getriebe vor, der – und das ist die Besonderheit – aus nachhaltiger Biomasse hergestellt wird. Er schont fossile Rohstoffe und leistet einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Verbrauchs.

Moderne Safety- und Security-Systeme haben nicht nur die Unversehrtheit des Bedieners, sondern auch menschliche Fehlbarkeit im Blick. Bilder: Euchner

Schmierstoffe zur Verwendung in industriellen Getrieben basieren in der Regel auf einem Grundöl, das aus Erdöl hergestellt wird. Gemeinsam mit Lieferanten gelang es SEW-Eurodrive nun, einen industriellen Getriebeschmierstoff auf Basis von nachhaltiger

Biomasse herzustellen. In einem aufwendigen Syntheseprozess werden unter anderem Bioabfälle und Lebensmittelreste, deren Gewinnung keine zusätzlichen Agrarflächen beansprucht, zu einem hochwertigen Grundöl verarbeitet.

Die hierfür eingesetzte Biomasse entspricht der Renewable Energy Directive der EU-Kommission. Der CO2-Verbrauch bei der Produktion verringert sich dabei im Vergleich zu konventionellen PolyglykolÖlen um 84 Prozent. Das Produkt selbst entspricht den Qualitätsanforderungen der SEWTest-Spezifikation Nr. 07 004 03 13 und bietet einen hohen Verschleißschutz für die Verzahnung und die Wälzlager. Das wiederum verringert das Risiko von Ausfällen, was Instandhalter freut. Zudem erhöhen niedrige Reibwerte des Schmierstoffs den Getriebewirkungsgrad. Das Produkt ist außerdem biologisch schnell abbaubar nach OECD 301 B und kann damit als Schmierstoff auch in umweltsensiblen Bereichen und bei den allermeisten Standardund Servogetrieben von SEWEurodrive eingesetzt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Bio-Ölen verlängert Gearfluid nach Herstellerangaben das Schmierstoff-Wechselintervall um bis zu 300 Prozent. Außerdem besteht keine Einschränkung bei der Verwendung von unterschiedlichen Wellendichtringen und Dichtungsmaterialien. Der neue Getriebeschmierstoff Gearfluid Poly 220 E1 mit einer Viskosität von 220 ist ab sofort verfügbar. Er kann optional als Erstbefüllung für viele Standardgetriebe und -getriebemotoren sowie Servogetriebe und -getriebemotoren ausgewählt werden. Für Service- und Wartungszwecke gibt es diesen Schmierstoff im 20-Liter-Kanister. www.sew-eurodrive.de


Sonderteil Energie-Effizienz August 2022 - Ausgabe 4/22

Wie sich kostenintensive Spitzenlasten mittels automatisierten Lastabwurfs verringern lassen, wissen die Experten von Wisag. Seite 26

Bild: Gerd Altmann auf Pixabay Der Vorteil eines Energieeffizienz-Verpflichtungssystems liegt darin, dass – wie beim Emissionshandel – der Staat nur die Zielwerte und die Regeln vorgibt und kontrolliert.

Energieeffizienz verpflichtend machen Deutschland hat die verschärften energiepolitischen Ziele auf nationaler und europäischer Ebene verfehlt. Dies und der Krieg gegen die Ukraine mit den daraus resultierenden Energieversorgungsrisiken und Energiepreissteigerungen erhöhen den Druck, weitere Energiesparinstrumente einzuführen. Ein solches schlägt die Deutsche Energie-Agentur (Dena) vor: ein gesetzlich verankertes EnergieeffizienzVerpflichtungssystem. Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, betont:„Über die Hälfte der europäischen Mitgliedstaaten nutzt bereits ein solches Instrument.“ Bei einem Energieeffizienz-Verpflichtungssystem wird eine bestimmte Gruppe von Akteuren, zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen, verpflichtet, staatlich vorgegebene Mengen an Energieeinsparungen zu realisieren oder nachzuweisen. Dies können die Verpflichteten tun, indem sie selbst bei ihren Kunden EnergieeffizienzMaßnahmen umsetzen. Alternativ können sie von anderen Akteuren Energieeinsparnachweise – sogenannte Weiße Zertifikate – erwerben. Über ein solches System können laut Dena zwischen ein und drei Prozent des Energieverbrauchs definierter Verbrauchsgruppen pro Jahr reduziert werden. In der aktuellen Situation ließe sich dieses Instrument in allen Verbrauchsgruppen anwenden und helfen, Milliarden an jährlichen Energiekosten einzusparen, so die Experten. www.dena.de Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Die gekühlte Frischluft wird in den Kühlzonen mit zahlreichen Textilluftkanälen eingebracht, die mittels Laserperforationen auf die Halle und die Arbeitsplatzanforderungen abgestimmt wurden.

Umweltschonend Hallen kühlen In den Produktionshallen der Firma Leeb Biomilch in Wartberg an der Krems (Österreich) entstehen Lebensmittel unseres täglichen Bedarfes. In den Räumlichkeiten werden Milchprodukte und vegane Alternativen hergestellt. Durch die Verarbeitung der Produkte, den Pasteurisierungsprozess und die täglichen Innenreinigung mit Hochdruckreinigern steigen Temperatur und Luftfeuchte in den Hallen erheblich an. Um trotzdem ein behagliches Arbeitsumfeld für die Pr oduktionsmitarbeiter sicherzustellen, wurde hier eine adiabate Kühlung installiert. Bei der Suche nach einem nachhaltigen, wirtschaftlichen und leistungsstarken System zur ganzjährigen Zuluftkonditionierung wurde der Lebensmittelhersteller Leeb Biomilch auf das Unternehmen Infranorm aufmerksam. Bei dieser Firma, die laut eigenen Aussagen bereits zweimal in Folge Österreichs bestes Unternehmen in seiner Kategorie geworden ist, handelt es sich um einen Spezialisten für Infrastrukturtechnologie in Industriebetrieben. Das 2004 vom heutigen Geschäftsführer Christian Lindner in Wels gegründete Unternehmen ist als Anlagenbauer auf die Infrastrukturtechnologie in produzierenden Unternehmen spezialisiert und liefert ganzheitliche Lösungen im Bereich Energie- und

Umwelttechnik für Produktionsbetriebe. Nach mehreren ausführlichen Gesprächen und Terminen vor Ort planten die Experten das Sustainable Hall Conditioning für den ganzjährigen Betrieb bei Leeb Biomilch. Hierbei handelt es sich um eine nach VDI 6022 zertifizierte, zweistufige adiabate Kühleinheit mit nachfolgender Konditionierung der Zuluft. Bei der patentierten Technologie der Kühlanlagen erfolgt die Kühlung der Außenluft in einem zweistufigen thermodynamischen (adiabaten) Prozess durch reine Wasserkraft. So werden die Dauerarbeitsplätze mit bis zu 100 Prozent sauberer, gekühlter Frischluft versorgt. Das System kann dabei mit einer Reihe von Vorzügen im Vergleich zu einer

herkömmlichen Hallenklimatisierung aufwarten. Der Hersteller spricht von Einsparungen in Höhe von 85 Prozent bei den Energiekosten und CO2-Emissionen beziehungsweise 79 Prozent bei den Betriebskosten. Zudem kann bei dieser Lösung komplett auf klimaschädliche Kältemittel verzichtet werden – und dennoch erreicht das System vergleichbare Temperaturen wie eine konventionelle Klimaanlage. Sinken die Außentemperaturen unter die Mindesteinblastemperatur, kann über eine Umluftbeimischung unter Ausnutzung der Prozessabwärme die maximal mögliche Frischluftmenge ohne zusätzliche Heizkosten in die Halle eingebracht werden. Weiter auf Seite 26


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Energiemaximumbegrenzung steigert Effizienz Kostenintensive Spitzenlasten mittels automatisierten Lastabwurfs verringern Die Wisag Industrie Service Gruppe hat nun eine Lösung entwickelt, die es Unternehmen ermöglichen, kostenintensive Spitzenlasten mittels automatisierten Lastabwurfs zu verringern. Sie bewirkt ein automatisches, prioritätsgesteuertes Abschalten von zuvor definierten Verbrauchern, sodass ein vorwählbares Leistungsmaximum innerhalb eines vom Energieversorgungsunternehmen vorgegebenen Überwachungsintervalls nicht überschritten wird – und das zahlt sich aus. Gaskraftwerke kommen vor allem zur Kompensation von verbraucherseitigen Lastspitzen zum Einsatz, während Kohlekraftwerke überwiegend die Grundleistung decken. Mit den aufgrund der aktuellen politischen sowie wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen massiv steigenden Gaspreise wird die Stabilisierung der Netzbelastung damit deutlich teuer. Deshalb ist es für produzierende Unternehmen wichtig, diese Lastspitzen zu reduzieren oder – noch besser – komplett zu verhindern. Hintergrund: Die Stromkosten setzen sich aus dem Arbeitspreis sowie dem Leistungspreis zusammen. Der Leistungspreis ist dabei verbrauchsunabhängig und umfasst die fixen Kosten des jeweiligen Stromversorgers, also die entstehenden Entgelte für die permanente Betriebsbereitschaft. Unter anderem sind im Leistungs-

preis die Gebühren für den Betrieb und die Aufrechterhaltung der Umspannwerke, der Verteilernetze und auch des Elektrizitätswerks enthalten.

Keine Überschreitung des Verbrauchslimits Je nach Preismodell des Stromversorgers wird für den Leistungspreis im Industriestrombereich die höchste gemessene Leistung des Jahres (Jahresleistungspreis) oder die eines Monats (Monatsleistungspreis) als Berechnungsgrundlage verwendet. Überschreitet der Kunde beispielsweise die mit dem Versorger vereinbarte Leistungsgrenze um 200 kW in einer Lastspitze, müsste er bei einem angenommenen Leistungspreis von 90 Euro/kW rund 18.000 Euro zusätzlich bezahlen.

„Mithilfe eines betrieblichen Lastmanagements können Lastspitzen so reduziert und das Lastprofil derart geglättet werden, dass es zu keiner Überschreitung eines Limits beim Verbrauch kommt“, erklärt Ingo Weidner, Projektleiter der Wisag Automatisierungstechnik in Bochum. Und so funktioniert es: Aus Dokumentationen des Bedarfs lassen sich regelmäßig wiederkehrende oder einmalige Spitzen identifizieren und für die Zukunft prognostizieren. Und diese Informationen lassen sich nutzen. So können betriebliche Prozesse beispielsweise dann gefahren werden, wenn das Angebot von Strom hoch und der Preis dafür niedrig ist. „Ideal ist es auch, wenn Lasten verschoben und stromintensive Prozesse zu Zeiten hoher Strompreise unterbrochen werden können“, verdeutlicht Weidner. Die Wisag Industrie Service Gruppe hat nun

Sobald eine Überschreitung des Leistungsmaximums droht, wird mit dieser Lösung die benötigte Abschaltleistung ermittelt und mit dem Abschalten von Verbrauchern begonnen. Bild: Wisag

eine entsprechende Lösung aus Hard- und Software entwickelt, um ebendiese Spitzenlasten zu verringern. Die Identifikation einer Lastspitze übernimmt die Software EMAX im DDC Controller WCAC60. Als Eingangsinformation benötigt das Programm die vom Maximumzähler kommenden Verbrauchs-Zählimpulse für die elektrische Energie sowie den Synchronisations-Impuls, der den Beginn eines Überwachungsintervalls anzeigt. Droht eine Überschreitung des Leistungsmaximums, so wird die benötigte Abschaltleistung ermittelt und in der Verbraucher-

gruppe mit der niedrigsten Priorität mit der Suche nach abschaltbaren Verbrauchern begonnen. Es werden so lange Verbraucher ab- bzw. in die nächstniedrige Schaltstufe geschaltet, bis die Summe der abgeschalteten Leistungen größer oder gleich der ermittelten Abschaltleistung geworden ist. Damit eine gute Annäherung an den Bestellwert erreicht werden kann, sollten möglichst viele Verbraucher zur Abschaltung bereitstehen. www.wisag.de

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung

Fortsetzung von Seite 25 Durch die direkte Nutzung der Umluft kommt es zur Reduktion der Lüftungswärmeverluste um bis zu 100 Prozent. Da bei diesem Projekt nicht die ganze Halle, sondern nur die Dauerarbeitsplätze der Mitarbeiter gekühlt werden, kamen zwei – anstelle von in diesem Fall normalerweise vier – Anlagen zum Einsatz. Speziell für den Lebensmittelbereich entworfene, mit Silberionen beschichtete Textilluftschläuche bringen die konditionierte Luft in den definierten Kühlzonen ein. Die individuell auf die Positionen der Arbeitsplätze abgestimmte Laserperforation ermöglicht eine zugfreie Kühlung. So entsteht ein kühler Arbeitsbereich, in dem

„Da wir viel mit Dampf und Hitze arbeiten, war es in der Produktion in den vergangenen Jahren immer sehr belastend heiß. Auf der Suche nach einer nachhaltigen und effizienten Kühlung haben wir uns an Infranorm gewendet. Wir sind überaus zufrieden mit dem Resultat der adiabaten Kühlung. Die Arbeitsbedingungen sind um ein Vielfaches besser geworden“, sagt der stellvertretende Produktionsleiter bei Leeb Biomilch, Ideal Shatri. Bilder: Infranorm

sich die Mitarbeiter am meisten aufhalten. Ein besonders wichtiger Vorteil der modular aufgebauten und dezentralen Einzelanlagen ist auch die Erweiterungsmöglichkeit und die unkomplizierte Anpassbarkeit. Bei Bedarf kann eine Anpassung der textilen Zuluftschläuche an sich verändernde Produktionsbedingungen erfolgen und eine Umpositionierung stattfinden. Im bestehenden Projekt wurde bereits die geplante Veränderung der Produktionsinfrastruktur berücksichtigt und ein Konzept für die zukünftige Produktion erarbeitet. Bei geringer Produktionsauslastung beziehungsweise bei Betriebsstillständen stellt die Hallentemperaturregelung eine stabile Hallentemperatur sicher. So finden die Mitarbeiter auch nach Wochenenden eine optimal temperierte Halle vor. Nicht nur die speziellen Textilluftschläuche mit eingearbeiteten Silberionen und die F7- sowie F9Filterung der angesaugten Außen- sowie Umluft zeigen, wie adiabate Kühltechnologie in der Lebensmittelindustrie verwendet werden kann. Durch die gezielte Druckregelung besteht in der Halle ein dauerhafter Überdruck, welcher laut Hersteller selbst beim Öffnen der Schnellschlusstore den Eintrag von Partikeln und das Eindringen von Insekten verhindert – durch die gezielte Nutzung der warmen Umluft gelingt dies selbst im Winter, ohne zusätzliche Heizkosten zu verursachen. Ein weiterer Vorteil der Lösung: durch die VDI 6022-Zertifizierung

ISSN: 1864-4554 20. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg

Die hohe Prozessabwärme durch das Pasteurisieren der Produkte in Kombination mit den solaren Wärmelasten würde zu einem unbehaglich heißen Arbeitsklima führen. Das adiabate Kühlsystem sorgt jedoch dafür , dass die Arbeitsplätze mit angenehm kühler Frischluft versorgt werden.

der Kühleinheiten, die antibakteriell beschichteten Kühlwaben und das Biomaster-

Zertifikat besteht keine Gefahr für Legionellenbildung. www.infranorm.com

Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 14 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2022. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

Copyright Diese Zeitschrift und alle enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Von namentlich genannten Fremdautoren oder von ausgewiesenen Unternehmen stammende Beiträge stellen nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Die Publikation dient der eigenen Meinungsbildung durch die Leser.

Bankverbindung Deutsche Bank Hagen, BLZ 450 700 24 Konto 688 9000 USt-IdNr. DE189086853

Die Zulufttemperatur wird für eine optimale Behaglichkeit nach unten hin mittels Umluftbeimischung begrenzt, wodurch eine ganzjährig geregelte Kühlung auch im Winter ermöglicht wird.

Erscheinungsort: Hagen Erfüllungs- und Zahlungsort: Hagen Gerichtsstand: Hagen


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vom Demag WMS gesteuert. Die Warenbewegungen erfolgen in Sequenzen zunächst von der Anlieferung in eines der beiden Wareneingangslager, vom Wareneingangslager in das Produktions-

zwischenlager und vom Produktionszwischenlager zu den Verarbeitungsmaschinen. Die Reihenfolge der Transporte werden durch die Produktionsvorplanung vom Kundensystem

Mit der Installation von fünf automatisierten Prozesskranen wird die Einlagerung der Rohre, deren Kommissionierung und termingerechte Bereitstellung in einem weitestgehend automatisierten Materialfluss zur Herstellung von Komponenten für den Gerüstbau gewährleistet. Der Durchsatz ist für eine Leistung von 120.000 t/Jahr und 25 t/Stunde ausgelegt. Bild: Demag Cranes

Ein wirklich präziser Schnitt ist das A und O bei der Kabelbearbeitung Das Schneiden von Leitungen darf in der Kabelbearbeitung nicht zur Nebensache werden. Jeder Schnitt muss sitzen und darf das Kabel weder quetschen noch beschädigen. Dem richtigen Werkzeug kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Denn deformierte Leitungen und Leitungsenden können beispielsweise im nächsten Arbeitsschritt, dem Abisolieren, das Abreißen von Einzeldrähten zur Folge haben. Darüber hinaus erfordern sie zusätzlichen Zeitaufwand für die Nachbearbeitung, damit sich Kabelschuhe oder Verbinder ein-

I SIE RT

In Güglingen-Cleebronn in Baden-Württemberg plant Layher derzeit den Bau eines eigenständigen Werks für die Produktion und Feuerverzinkung von Bauteilen seines AllroundGerüstsystems. Die Werksfläche beträgt circa elf Hektar, davon sind rund fünf Hektar überdachte Produktions- und Lagerfläche. Dort wird ab dem kommenden Jahr der Fertigungsdurchlauf für den gesamten Standort starten: das Verzinken der Gerüstelemente und, je nach Bauteil, auch das Warmumformen, Riegelschweißen, Stielschweißen und Montieren. Aus verschiedenen Produktionswerken werden hierfür Rohrbunde angeliefert und in Demag Stapelracks an Übergabestationen zum Wareneingangslager abgelegt. Nach der Vereinnahmung durch das Demag Warehouse Management System (WMS) und der Registrierung in Interaktion mit dem kundenseitigen SAP Hana System übernehmen zwei Demag Krananlagen den automatisierten Materialtransport. Dazu lagern die Krane mit acht Tonnen Tragfähigkeit und Spurmittenmaß von 25 Metern die Stapelracks bis zum Abruf durch die Produktion ein. Die Zuordnung des Lagerplatzes der in Länge und Wandstärke variierenden Rohrbündel errechnet das WMS nach festgelegten Regeln. Die Krananlagen übernehmen auch die automatisierte Auslagerung. Dazu werden die Rohrbunde auf einer von drei Förderstrecken abgesetzt, die den Transport zum vorgesehenen Produktionsbereich übernehmen. Hier arbeiten zukünftig drei weitere Automatikkrane mit Spurmittenmaßen von 11 Metern und acht Tonnen Tragfähigkeit in den Bereichen Riegelschweißen/Sägen und in der Warmumformung. Diese Prozesskrane transportieren die einzelnen Bunde zu dem der Produktion vorgelagerten Produktionszwischenlager, alternativ übernehmen sie auch direkt die Beschickung der einzelnen Maschinen. Neben den Lieferdaten der anliefernden Lkws werden vom Demag WMS Produktionsplanungen und Daten vom Layher Qualitätssicherungssystem berücksichtigt und verarbeitet. Im Produktionsbereich werden Rohrbunde mit einer Vorplanung von einem Produktionstag auf einer Plattform über den Verarbeitungsmaschinen zwischengelagert. Dieses Zwischenlager ermöglicht die schnelle Materialbereitstellung bei hoher Flexibilität. Auch dieser Zwischenlagerbereich sowie die Transporte zwischen den Bereichen werden

L T AL

Demag Cranes & Components wird für die Firma Wilhelm Layher die Automatisierung des Wareneingangs und die Beschickung der Produktionsbereiche zur Verarbeitung der Rohmaterialien in dessen neuen Werk übernehmen. Der Hersteller von Gerüstsystemen plant derzeit den Neubau einer Fertigungslinie in Güglingen-Cleebronn und beauftragte Demag mit der Ausführung der automatisierten Kran- und Fördertechnik sowie den Sicherheitseinrichtungen.

Kranen und den Verarbeitungsmaschinen. Insbesondere der Prozess an den Bundlademagazinen im Produktionsbereich musste hierfür sorgfältig geplant werden. Zur Bereitstellung einer sicheren Arbeitsumgebung werden hierfür von Demag umfassende Sicherheitseinrichtungen installiert sowie automatisch verfahrende Sicherheitseinrichtungen zwischen Maschinen und Lagerbereich eingesetzt. www.demagcranes.com

S PE Z I

So funktioniert das Handling von Rohrbunden mit Automatisierungstechnik

ermittelten Bedarfe mit dem Demag WMS berechnet und automatisch vorgenommen. Die Auslagerung der angeforderten Rohrbunde sowie das Handling werden von den Kranen und der Fördertechnik nach Vorgabe von Auslageraufträgen aus dem Demag WMS automatisch umgesetzt. Hierbei setzt der vom WMS ausgewählte Automatikkran im Wareneingangslager das entsprechende Rack auf Übergabestationen der von Demag gelieferten Förderstrecken zur Produktion ab. Das Demag WMS organisiert die Auslagerungen nach dem FIFOPrinzip und kann bei geringer Auslastung z.B. Umlagerungen vornehmen, um sortenreine Bundstapel zu erzeugen. Auch Umlagerungen zwischen den beiden Hallenschiffen sind möglich. Dass Demag für dieses Projekt die beiden Automatikkrane liefern wird, ist nach eigenen Angaben nicht ungewöhnlich, da es zu den weltweit führenden Herstellern automatisierter Krane gehört und hier auch beim Langgut-Handling umfassende Erfahrungen hat. Dazu gehört auch die Implementierung des Demag WMS. Weniger gewöhnlich ist es laut Demag jedoch, dass das Unternehmen hier nicht nur Krane projektiert und installiert, sondern eine komplette Systemlösung des flurgebundenen und flurfreien Materialflusses liefert – einschließlich des Langgutlagers. Zum Lieferumfang gehören auch umfassende Sicherheitseinrichtungen für die Zutrittskontrolle in den Schnittpunktbereichen von

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Wenn fünf Automatikkrane Ballett tanzen

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V I E LFA

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Der Kabelschneider RS 5-F schneidet fein- und feinstdrähtige Litzenleiter. Bilder: Holger Clasen

Für Anwender, die auf Makita-Akkus setzen, ist der Kabelschneider als Modifizierung RS 5C-F in der Comfort-Serie, erhältlich.

fach und sicher anbringen lassen. Das Hamburger Unternehmen Holger Clasen bietet unter anderem Werkzeuge an, die in der Energieversorgung zum Einsatz kommen, wie z.B. der akkubetriebenen Kabelschneider RS 5-F. Sie können, dank sichelförmiger Schneidgeometrie mit Feinschliff, fein- und feinstdrähtige Kupferund Aluminium-Litzenleiter der Klassen 5 und 6 bis 630 mm² glatt schneiden – ohne zu verklemmen. Laut Angaben des Anbieters ermöglichen die ergonomisch po-

sitionierten Bedienelemente und das geringe Werkzeuggewicht eine komfortable Einhandbedienung, die das Risiko einer ungesunden Körperhaltung bei der Anwendung reduziert. Für effizientes Arbeiten sorgen unter anderem kurze Schnittzeiten und die wählbare Rücklaufautomatik. Bei zu hohen Schneidanforderungen schaltet das Werkzeug selbstständig ab und schützt sich damit selbst vor Überlastung. www.holger-clasen.de

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Verlängerte Intervalle, weniger Ausfälle Neues automatisches Schmiersystem von Perma „spricht“ auch Bluetooth In der Instandhaltung ist die richtige Schmierung eine entscheidende Voraussetzung zur Erreichung einer hohen Prozesssicherheit. Um diese möglichst effizient zu gestalten, bietet Perma seit 60 Jahren entsprechende Schmiersysteme an. Nun kommen die Spezialisten mit der neuen Generation des Perma Star Vario auf den Markt – eine Schmierlösung, die Bluetooth unterstützt. Die jetzt neu vorgestellte Generation des Schmiersystems Perma Star Vario wurde in seinen technischen Eigenschaften weiterentwickelt. Sie verfügt über einen höheren Druckaufbau und einen erweiterten Temperatureinsatzbereich. Perma Star Vario sorgt laut Hersteller temperatur- und druckunabhängig im laufenden Produktionsprozess für die richtige Schmierung – und zwar in einem Temperaturbereich von minus 40 Grad Celsius bis plus 60 Grad Celsius. Mit zahlreichen Spendezeiteinstellungen (1 bis 24 Monate, Monats- oder Wochenintervalle)

sowie vier unterschiedlich großen LC-Einheiten (60, 120, 250 oder 500 cm³) kann auf individuelle Anforderungen an der Schmierstelle reagiert werden. Die Bedienung über einen Einstelltaster ist, auch dank des LCDDisplays, einfach und selbsterklärend. Dabei können Einstellungen am mehrmals wiederverwendbaren Antrieb jederzeit geändert werden. Das elektromechanische Einzelpunktschmiersystem eignet sich zur Schmierung von Wälz- und Gleitlagern, Gleitführungen, offenen Getrieben, Zahnstangen, Spindeln, Wellendichtungen und Ketten.

Die Schmierlösung dosiert dabei den Schmierstoff präzise und eignet sich daher unter anderem zur Schmierung von Elektromotoren mit genau vorgeschriebenen Nachschmiermengen. Ein weiterer Vorteil laut Hersteller: Die Schmierstellen sind gegen Eindringen von Wasser oder Verunreinigungen abgedichtet. Der Druckaufbau liegt bei 7,5 bar. So lassen sich Schmierstellen über eine Schlauchzuleitung in bis zu fünf Meter Entfernung versorgen. Zudem ist die neue Version kompatibel mit allen Komponenten der Vorgängersysteme. Das

Bild: Perma

bedeutet: Alle bisherigen Antriebe und LCs können weiterhin genutzt werden, ebenso wie Zubehörteile und Batteriesets. Damit jede Schmierstelle erreichbar wird, gibt es spezielle Sets für den Anschluss und die Montage. Diese sind auf alle Umgebungsbedingungen abgestimmt, die an der Schmierstelle herrschen, wie Vibrationen oder Feuchtigkeit. Angeboten wird außerdem die Bluetooth-Variante des Star Vario.

Die Bluetooth-Funktion ermöglicht die Konfiguration, Wartung und Steuerung der Schmiersysteme aus der Ferne. Durch die vom Hersteller entwickelte App lassen sich die Präzisionsschmiersysteme bequem in Echtzeit steuern und überwachen. Die dadurch ermöglichte entfernte Montage der Schmiersysteme außerhalb von Gefahrenbereichen erhöht die Arbeitssicherheit. www.perma-tec.com

Biologisch abbaubares Hydrauliköl mit Eco-Label von Addinol Im Betrieb stationärer Hydraulikanlagen, wie sie an Schleusen, Wehren und Wasserkraftanlagen zum Einsatz kommen oder beim Einsatz von mobilen Hydrauliken, wie sie in Baumaschinen und Geräten in der Land- und Forstwirtschaft zu finden sind, kann es durch Undichtigkeiten und Havarien zu Verunreinigungen von Gewässern und Böden kommen. Deshalb ist hier der Einsatz biologisch leicht abbaubarer Druckflüssigkeiten erforderlich, denn so lassen sich Schäden an der Umwelt vermeiden, auch wenn es zu einer Leckage kommen sollte.

Bild: Addinol

Mit Ökosynth HEES EL bringt Addinol aus Leuna ein leistungsfähiges, zinkfreies Hydraulikfluid auf Basis gesättigter synthetischer Ester für den Einsatz in Land-, Forst- und Kommunalwirtschaft

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• Gesteigerte Leistungen durch vergrößerten Hub • Mehr Auswahl dank Portfolio-Erweiterung • Bis zu 5.650 Nm Energieaufnahme in kritischen Umgebungen • Hochwertige Optik in effektiven Massenbereichen bis 63.700 kg

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sowie in Wasserschutzgebieten auf den Markt. Es erreicht eine biologische Abbaubarkeit gemäß OECD 301 B von mehr als 60 Prozent innerhalb von 28 Tagen. Zusätzlich ist das Produkt laut Hersteller minimal toxisch, nicht-bioakkumulierend und mit dem EU-Ecolabel für geringere Umweltauswirkungen als vergleichbare Produkte ausgezeichnet. Dank hoher Oxidationsstabilität, nachgewiesen im trockenen TOSTTest gemäß DIN EN ISO 4263-3, erzielt Ökosynth HEES EL laut Hersteller lange Einsatzintervalle und reduziert so den Aufwand für wartungsbedingte Stillstände. Ein sehr gutes Viskositäts-Temperaturverhalten sichere zudem eine stabile Mehrbereichscharakteristik und die zuverlässige Schmierung in einem Temperaturbereich zwischen minus 30 Grad Celsius und plus 110 Grad Celsius. Aufgrund seines Wasserabscheidevermögens kann das Produkt nicht nur als biologisch abbaubares Hydrauliköl entsprechend der DIN ISO 15380 eingesetzt werden, sondern auch als HVLP-Öl entsprechend der DIN 51524-3. Addinol Ökosyth HEES EL übertrifft laut Herstellerangaben die Anforderungen gemäß DIN ISO 15380, DIN 51524-2 (HLP) sowie DIN 51524-3 (HVLP) und ist in den Viskositätsklassen 15, 32, 46 und 68 verfügbar. Das Produkt kann in allen gängigen Gebindegrößen bezogen werden. www.addinol.de

Bei der richtigen Wahl der Befettung gibt es einige Parameter zu beachten. Bild: Findling Wälzlager

Schmierfette für Wälzlager richtig auswählen Das richtige Schmierfett kann die Lebensdauer eines Wälzlagers maßgeblich verlängern, erklären die Experten von Findling Wälzlager und verweisen in diesem Zusammenhang auf langjährige Untersuchungen. Diese zeigen, dass sich 85 Prozent aller Wälzlagerausfälle durch anwendungsspezifische Schmiermittel verhindern ließen. Ganz grundsätzlich besteht ein Schmierfett aus drei verschiedenen Komponenten: Ein Mineralöl bringt die grundlegenden Schmiereigenschaften mit sich. Ein Verdicker erhöht die Viskosität. Und mit den unterschiedlichen Additiven schließlich lassen sich Korrosion und Oxidation verhindern oder ein Verschleißschutz erzielen. „Sowohl der chemische Aufbau als auch die mechanischen Eigenschaften eines Schmierstoffes sind sehr komplex“, erklärt Klaus Findling, Geschäftsführer der Findling Wälzlager GmbH, und ergänzt: „Deshalb gibt es für die Einordnung verschiedene Parameter.“ Zu diesen Parametern zählt die „kinematische Viskosität“, die sich

aus der Zähigkeit und der Dichte des Schmierstoffes berechnet. Sie bezieht sich ausschließlich auf das verwendete Mineralöl und wird standardmäßig für die Temperaturen von 40 Grad Celsius und 100 Grad Celsius angegeben. Der „Tropfpunkt“ hingegen gibt Auskunft über das Fließverhalten unter Temperatureinfluss. Die „Walkpenetration“ definiert die Konsistenz des Schmierfettes in seiner Gesamtheit und dient dazu, die sogenannte NLGI-Klasse zu ermitteln. Grundsätzlich werden Fließfette, weiche und harte Fette unterschieden. „Es gibt allerdings noch zahlreiche weitere Kennwerte für Schmierfette“, verdeutlicht Klaus Findling und verweist darauf, dass die Experten aus seinem Haus den Kunden eine professionelle Beratung anbieten, „die alle wichtigen Eigenschaften in Betracht zieht“. Findling Wälzlager bietet nach eigenen Angaben zudem einen Service der Sonderbefettung mit speziellen Schmierstoffen an, der flexibel und auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten ist. www.findling.com


F ü r d i e g e s c h ü t z t e I n s t a l l a t i o n mit schraubenlosen Klemmen en von 0,2 bis 16 (25) mm Die Abox SL kombiniert die Verdrahtungsphilosophie der Abox Serie mit der schraubenlo Abox-Serie schraubenlosen osen Klemmtechnik

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ZULIEFERTEILE

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August 2022

Für anspruchsvolle Umgebungen geeignet ACE Stoßdämpfer erweitert Spektrum an Industriestoßdämpfern in Edelstahlausführung ACE Stoßdämpfer bietet ab sofort Klein- und Industriestoßdämpfer mit unterschiedlichsten Hublängen in Edelstahl an – und das in Serie. Das Angebot reicht dabei vom neuen und größten Modell mit 150 Millimeter Hub und Gewinde M64 bis hin zur kleinsten Variante mit 12 Millimeter Hub und M14er Gewinde. Außerdem bieten die Experten einen individuellen Auslegungsservice und eine Anpassung des Produktes an individuelle Vorgaben an. Die Vielfalt an Standarddämpfern von ACE zeigt sich im Katalog und auf der Website des Langenfelder Unternehmens: So sind online allein drei Stoßdämpferproduktfamilien in Edelstahlausführungen zu finden. An erster Stelle sind hier die Kleinstoßdämpfer MC150EUMV4A bis MC600EUM-V4A zu nennen. Diese basieren auf der in Stahl ausgeführten Produktfamilie MC150 bis MC600 und ihrer bewährten Dämpfungstechnologie. Entsprechend bieten die Edelstahldämpfer laut Hersteller alle Vorteile der MC-Standardtypen wie beliebige Einbaulage, integrierten Festanschlag und insbesondere die bewährte Rollmembran für hohe Standzeiten. Falls benötigt, macht die Rollmembrantechnik den direkten Einbau im Druckraum bis zu circa 7 bar möglich, weil sie für phasenreine Trennung der im Dämpfer genutzten Fluide zur Umgebungsluft sorgt. Die vielen Einsatzmöglichkeiten dank abgestufter Härtegrade und hoher Energieaufnahme werden durch die veredelten Außenkörper und ein komplettes Zubehörsortiment aus Edelstahl der Materialsorte 1.4404 gesteigert. Kleinstoßdämpfer aus Edelstahl werden hauptsächlich in der Medizin- und Elektrotechnik, aber auch im Schiffsbau und in der

Das neue Flaggschiff der Magnum-Serie in Edelstahl ist der in Deutschland gefertigte Industriestoßdämpfer mit 150 mm Hub und Gewinde M64.

Lebensmittelindustrie eingesetzt. Für letztgenannten Bereich sind sie mit Spezialöl befüllt und erfüllen die Zulassungsbedingungen nach NSF-H1 für diesen Markt. Diese selbsteinstellenden Dauerläufer mit hohem Korrosionsschutz liegen in den Gewindegrößen M14 bis M25 vor und liefern bei Hüben zwischen 12 Millimeter und 25 Millimeter Energieaufnahmen von 20 Nm/Hub bis 136 Nm/Hub.

Hermetisch dicht und rostfrei Der größte Unterschied im Vergleich zu den vorab beschriebenen Edelstahlvarianten der Klein-

stoßdämpfer liegt bei der PMCNFamilie im Vorhandensein eines Faltenbalgs. Von den technischen Daten her sind sie ansonsten deckungsgleich. Bei diesem Faltenbalg handelt es sich um eine spezielle Schutzkappe aus thermoplastischem Polyurethan (TPU-Kunststoff ). Deren Aufgabe ist es, das Hineinkriechen aggressiver Medien in das Dichtungssystem zu verhindern. Aggressive Schneid-, Kühlschmier- und Reinigungsmittel haben somit keine Chance, sich im Inneren des Stoßdämpferkorpus mit dem Hydrauliköl, dem eigentlichen Dämpfungsmedium, zu vermischen. Auch der in der Schutzkappe integrierte Aufprallkopf ist aus Edelstahl gefertigt. Im Gegensatz zu weniger robusten Lösungen, bei denen es durch eindringende Fluide zu Überfüllungen und Ausfällen kommen kann, bleibt die Funktion der wartungsfreien Stoßdämpfer von ACE dank dieser Schutzkappen auch in rauen Umgebungen sicher. Die innen arbeitende Rollmembran wird hermetisch von der Außenumgebung abgekapselt und hält die kleinen Maschinenelemente dicht. Auf diese Weise profitieren Anwender laut ACE von den Vorteilen der langlebigen Kleinstoßdämpfer auch in Produktionsumgebungen, in denen sie auf aggressive Fluide nicht verzichten können, wie etwa beim Einsatz in Werkzeugzentren oder im Schiffsbau. Wie die Vertreter der MC-Produktfamilien gibt es für alle Typen aus der Baureihe PMCN150-V4A bis PMCN600-V4A eine Vielzahl an Montagezubehör. Lediglich eine Anschlaghülse sucht man vergeblich. Dies liegt am Aufbau des TPU-Faltenbalges, der diese Ausstattung nicht zulässt.

Edelstahl als Goldstandard Seit über 20 Jahren hat ACE die Magnum-Produktfamilie weiterentwickelt. In den drei verschiedenen Grundtypen MC33, MC45 und MC64 lieferbar, sind bei ihnen alle außen liegenden Bauteile aus Edelstahl gefertigt. Mit PU-Kopf ausgestattet, sind sie von den Gewindegrößen M33x1,5 über M45x1,5 bis M64x2 bei Dämpfungshüben bis 150 Millimeter verfügbar. Konzipiert sind sie dabei für Energieaufnahmen von 170 Nm bis 5.650 Nm sowie für effektive Massen von 3 Kilogramm bis 63.700 Kilogramm. Sie verzögern weich und konstant über den gesamten Hub bei rückprallfreier

Die Edelstahl-Kleinstoßdämpfer erreichen Energieaufnahmen von 20 Nm/Hub bis 136 Nm/Hub bei Hublängen von 12 Millimeter bis 25 Millimeter. Bilder: ACE

Absorption der Massenkräfte. Dies führt zu einer Schonung der Gesamtkonstruktion und erlaubt ein schnelleres Verfahren von Maschinen und Anlagen. Einen zusätzlichen Pluspunkt des weichen Verzögerns und der linearen Kennlinien von hydraulischen ACE Dämpfern stellt deutlich leiseres Arbeiten dar. Der Schlüssel für diese Vorzüge ist auch hier eine besondere Dämpfungstechnologie, wobei bei den Magnum-Modellen vor allem die Druckhülse zu nennen ist. Sie sorgt dafür, dass durch die aufschlagende Masse das verwendete Öl in ihr in Bewegung gesetzt und letztlich bei nahezu konstantem hydraulischem Druck die Bewegungsenergie in Wärmeenergie umgewandelt wird. Diese selbsteinstellenden Industriestoßdämpfer aus Edelstahl werden in der Lebensmittel-, Medizin-, Elektro-, Nautik und Offshore-Industrie, aber auch in vielen anderen Branchen eingesetzt.

Jetzt mit 150 Millimeter Hub Der neueste Vertreter der Magnum-Familie in Edelstahl ist der MC64150EUM-V4A mit einem Hub von 150 Millimeter. Damit hat ACE das Angebot der mittleren Baugrößen dort erweitert, wo es technisch am anspruchsvollsten ist – am oberen Ende der Palette. Die konstruktionstechnische Herausforderung liegt hierbei vor allem in der Entwicklung spezieller Werkzeuge zur Veredelung des Gehäuses. Viele Mitbewerber stellen aufgrund nicht vorhandener Werkzeugtechnik diese Baureihen

nämlich nur mit Größen bis zu 50 Millimeter Hub her. Für besonders anspruchsvolle Anforderungen lassen sich Aufprallgeschwindigkeiten und Energieaufnahmen deutlich steigern. So sind in Abstimmung mit den Kunden bei der Magnum-Familie den jeweiligen Anforderungen entsprechend Leistungen bei den Aufprallgeschwindigkeiten um das Sechsfache und bei den Energieaufnahmen um das 2,5-Fache gesteigert worden. Dafür haben die Ingenieure von ACE die Bohrungen im Inneren in der Art verändert, dass das verwendete Fluid in kürzester Zeit hinter den Kolben und in den Ausgleichsspeicher gelangt. Neben derlei Rückfluss- und Bohrungsoptimierungen spielt zum Beispiel bei der Erhöhung der Taktzahlen auch die Hubverkürzung eine entscheidende Rolle. Übrigens: Diese Steigerungen lassen sich nicht nur bei MagnumDämpfern, sondern auch bei Kleinstoßdämpfern und Sicherheitsstoßdämpfern realisieren. Bis auf den neuesten Vertreter MC64150EUM-V4A mit einem Hub von 150 Millimetern sind in den Langenfelder Lagerhallen zudem alle Dämpfer als spezielle Ausführungen für besonders tiefe und hohe Temperaturen vorrätig. Dadurch lässt sich insgesamt ein Temperaturbereich von minus 50 Grad Celsius bis 150 Grad Celsius abdecken. Auf Anfrage sind diese Werte auch beim neuen Flaggschiff der Magnum-Edelstahlfamilie zu erreichen, die laut Hersteller durch kundenspezifische Modifikationen selbst bei anspruchsvollen Applikationen keine Konstruktionswünsche offenlasse. Robert Timmerberg, Fachjournalist www.ace-ace.de

Diese Edelstahl-Kleinstoßdämpfer bleiben dank TPU-Faltenbalg hermetisch dicht, sind rostfrei und mit Gewindegrößen von M14 bis M25 erhältlich.


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Kleine Helfer für eine effiziente Produktion Federnde Druckstücke ermöglichen vielfältige Halteapplikationen In vielerlei Hinsicht könnte man Druckstücke als die wahren Helden in der Produktion bezeichnen, denn Werkstückträgersysteme können durch die kleinen Helfer sehr viel effektiver und zuverlässiger funktionieren. Druckstücke kommen nämlich zum Fixieren, Stoppen, Ausrichten und Halten von Teilen in zahlreichen Anwendungen zum Einsatz – zum Beispiel wenn in Halteapplikationen die genaue Positionierung und Indexierung von Bauteilen erforderlich ist. Der Hersteller Norelem hat angesichts des breit gefächerten Bedarfs ein umfangreiches Variantenspektrum an Standardkomponenten im Programm, die den spezifischen Anforderungen unterschiedlichster Applikationen gerecht werden. Nur wenige Maschinenbauteile sind so vielseitig einsetzbar wie federnde Druckstücke mit Druckstift. Diese gängigen, aber oft wenig beachteten Halteelemente fungieren als Andruck- beziehungsweise Abdruckstifte. Mit Innensechskantöffnung oder Schlitz finden sie am häufigsten im Maschinen- und Anlagenbau Verwendung. Um Kraft zu erzeugen, enthalten diese Druckstücke eine Feder. So können Zapfen, Bolzen oder Kugeln in ein entsprechendes Loch gedrückt und Komponenten sicher gehalten oder arretiert werden. Das ermöglicht zum Beispiel eine schnelle und einfache Bearbeitung von Werkstücken in einem Trägersystem. Wenn kein federndes Druckstück mit Druckstift zum Einsatz kommt, ist ein federndes Druckstück mit Kugel eine gängige Alternative. Diese Druckstücke enthalten eine gefederte Kugel, die die Kraft erzeugt. Die Arretierkugel bildet einen Anschlag, der sich zurückzieht und dann in die entsprechende Bohrung oder Nut einrastet. Die Kraft dafür kann sehr schnell aufgebracht werden. Deshalb sind federnde Druckstücke mit Kugeln am effektivsten in Anwendungen, bei denen das Druckstück in kurzer Zeit in eine Position hinein oder aus einer Position heraus bewegt werden muss. Sie kommen beispielsweise in Schubladen, Türen, Matrizen und anderen Vorrichtungen zum Einsatz. Obwohl federnde Druckstücke effektive und gern verwendete Komponenten sind, gibt es Anwendungen, für die sie ungeeignet sind. So ist beispielsweise ein federndes Druckstück mit Druckstift so konzipiert, dass es bei auftretender Querkraft eine leichte Bewegung zulässt und durch hohe Lasten überwunden werden kann. Ebenso ist das in federnden Druckstücken mit Kugeln enthaltene Kugellager sehr flach, sodass nur ein kleiner Teil des Druckstückes in die Bohrung gedrückt wird, was es bei schweren Lasten unwirksam macht. In diesem Fall wäre ein Arretieroder Rastbolzen die bessere Wahl. Er arbeitet mit einem Bolzen anstelle einer Kugel und wird häufig zum Indexieren und Fixieren von Maschinenelementen eingesetzt. So können im Maschinenbau beispielsweise Dreh- und Schwenkvorrichtungen gesichert werden. Mithilfe eines Zugringes oder Zugknopfes wird der Arretierstift aus dem jeweiligen Gegenstück gezogen, so lassen sich Steckverbindungen schnell und einfach

feststellen, halten und wieder lösen. Ein wichtiges Merkmal von Arretierbolzen sind ihre abgerundeten oder abgeschrägten Nasen, sodass sie bequem in jede Indexieraufnahme passen. Bei der Auswahl des am besten geeigneten Druckstückes für eine Anwendung ist es auch wichtig, die Arbeitsumgebung zu berücksichtigen, in der die Komponente eingesetzt werden soll. So sind beispielsweise dauerhafte Vibrationen in jeder Anwendung eine Herausforderung. Sie können sogar dazu beitragen, im Laufe der Zeit die Leistung einer Anlage zu verringern oder Komponenten zu beschädigen. Wenn es sich um eine vibrationsreiche Anwendung handelt, ist es daher empfehlenswert, ein federndes Druckstück mit Druckbolzen einzusetzen, das über eine integrierte LONG-LOK-Gewindesicherung verfügt. Dadurch ist das Druckstück davor geschützt, sich durch Schläge, Stöße oder Vibrationen zu lockern oder zu lösen. Die Nyloneinlage funktioniert wie ein Keil zwischen dem Gewinde des federnden Druckstücks und dem Befestigungsteil. Das Gewindespiel wird durch die Nylonsicherung auf eine Seite verlagert und bewirkt somit einen Flächendruck auf die Gewindeflanken. Das entstehende Losdrehmoment ist anschließend höher als bei den meisten herkömmlichen mechanischen Verfahren. Es gibt auch viele Anwendungen, bei denen eine raue und aggressive Betriebsumgebung vorliegt. Das kann sich ebenfalls negativ auf die Leistung der jeweiligen Maschine oder Anlage auswirken. Eine problematische Folge ist die Korrosion. „In rauen und aggressiven Umgebungen können korrosionsbeständige Materialien die Lebensdauer einer Feder verlängern, da sie sonst

schnell verschleißt“, weiß Marcus Schneck, Geschäftsführer von Norelem. Er verdeutlicht: „Ein Lösungsansatz besteht darin, die Zug- und Chemikalienbeständigkeit von Siliziumnitrid zu nutzen.“ Das führt langfristig zu einem deutlich reduzierten Verschleiß und gewährleistet eine höhere Zuverlässigkeit der Komponente als der Einsatz alternativer Materialien. „Die Wahl des richtigen Druckstückes mag als einfache Aufgabe erscheinen, um so überraschender ist es, dass in diesem Bereich häufig falsche Entscheidungen getroffen werden“, so Marcus

Norelem bietet eine große Bandbreite von federnden Druckstücken, mit denen sich zahlreiche Anwendungen abdecken lassen. Bild: Norelem

Schneck. „Es wird oft davon ausgegangen, dass alle Druckstücke gleich sind und für jede Anwendung verwendet werden können, doch das stimmt nicht.“ Wird ein unpassendes Druckstück verwendet, besteht nicht nur das Risiko, dass es sich durch Stöße oder Vibrationen löst oder herausfällt, es kostet auch wertvolle Zeit, die Komponenten wieder zu

montieren und so ein sicheres und geschütztes Werkstückhaltesystem zu gewährleisten. Da Unternehmen und Ingenieure unter ständigem Zeitdruck stehen, ist es umso wichtiger, auch auf kleine Standardkomponenten wie Druckstücke zu achten, um eine reibungslose und effiziente Produktion sicherzustellen. www.norelem.de

Individuelle Gehäuse mit wenigen Klicks konfiguriert Spelsberg, unter anderem ein Hersteller von Elektroinstallationssystemen und Industriegehäusen, hat seinen Konfigurator für Gehäuse der GEOS-Serie weiterentwickelt und um einige Funktionen zur Individualisierung ergänzt. So können neben Bohrungen und Ausschnitten nun auch Leitungseinführungen und Belüftungselemente flexibel eingeplant werden. Gehäuse aus der GEOS-Reihe sind zum zuverlässigen Schutz empfindlicher elektronischer und elektromechanischer Komponenten konzipiert. Auch unter erschwerten Bedingungen halten die Gehäuse laut Hersteller Einflüssen durch Witterung, Temperatur oder Chemikalien und Krafteinwirkungen dauerhaft stand. Die Leergehäuse und Schaltschränke sind individualisierbar und eignen sich dadurch auch für die unterschiedlichsten Anwendungsfelder im Industrieund Outdoorbereich. Die Vielfalt an Anpassungsmöglichkeiten spiegelt sich im Konfigurator wider, den Spelsberg nun funktional erweitert hat.

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Bild: Spelsberg

Das Onlinetool verspricht eine einfache und schnelle Konfiguration der Gehäuse dank dreidimensionaler Visualisierung. Dabei wird der Nutzer Schritt für Schritt durch den gesamten Planungsvorgang geführt. Zuerst wird der Leergehäuse- oder Schaltschranktyp ausgewählt. Im Anschluss daran können Zubehörteile hinzugefügt werden. Anwender haben darüber hinaus die Option, gezielt Bohrungen und Ausschnitte am Gehäuse zu

platzieren. Auch Leitungseinführungen mittels Doppelmembranstutzen oder Kabelverschraubungen sowie Belüftungselemente sind nun flexibel projektierbar. Neu eingeführt wurde außerdem eine Funktion, mit der Türen und Zwischenrahmen zur besseren Übersicht separat ein- und ausgeblendet werden können. Ein angedeutetes Raster sowie Positionsangaben erleichtern die Ausrichtung im Tool. www.spelsberg.de/konfigurator

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MESSEN & EVENTS

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In.Stand 2022 will Fachkräfte für Service und Instandhaltung fördern Die In.Stand 2022, die Messe für Instandhaltung und Services findet vom 18. bis 19. Oktober in Stuttgart statt. Die Messe findet mit digitaler Erweiterung als hybrides Messeformat statt. Fachausstellung und Austausch vor Ort stehen dabei im Fokus. Durch die digitale Erweiterung erhalten die Besucher zusätzlich die Möglichkeit, sich im Nachgang der Messe weiter zu informieren. Das umfangreiche Rahmenprogramm kann sowohl vor Ort als auch digital genutzt werden. Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer bei der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), erklärt, warum die In.Stand für Firmen interessant ist: „Gerade bei mittelständischen Unternehmen tragen kompetente Mitarbeiter wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Speziell die Servicetechniker sind dabei die Visitenkarte der Maschinen- und Anlagenbauer und oft erster Ansprechpartner für unsere Kunden. Eines unserer wichtigsten Themen ist deshalb eine ausführliche Darstellung des facettenreichen Berufsbildes von Servicetechnikern. Auf der In.Stand werden sowohl die klassische Instandhaltung als

Wie im vergangenen Jahr wird die B&I die In.Stand in Stuttgart mit der Messezeitung redaktionell begleiten. Bild: B&I

auch der Service abgebildet. Trendthemen wie Retrofit, Predictive Maintenance und Fernwartung werden in Vorträgen ausführlich erklärt und an den Ständen der Aussteller mit Produkten und Lösungen greifbar gemacht.“ Parallel zur In.Stand findet die Arbeitsschutz Aktuell statt. Besucher können mit ihrem Messeticket beide Messen besuchen und an den Fachforen teilnehmen. www.messe-stuttgart.de/instand/

August 2022

Achema 2022 thematisiert Nachhaltigkeit und Digitalisierung Deutschland und Europa wollen bis 2050 klimaneutral werden. Auch die chemische Industrie arbeitet an Technologien, um dieses Ziel zu erreichen. Doch wo liegen die Chancen, Herausforderungen und Hürden? Was sind die notwendigen politischen Rahmenbedingungen und Anreize? Welche finanziellen Instrumente werden benötigt? Diese Fragen werden bereits in der Eröffnungsveranstaltung der Achema – die Messe für die Prozessindustrie findet vom 22. bis 26. August in Frankfurt a.M. statt – am ersten Tag ab 17 Uhr diskutiert. Die Herausforderungen und Lösungen für eine nachhaltige Zukunft greift auch die „Green Innovation Zone“ auf. Sie beleuchtet grüne Innovationen und die Herausforderungen der Prozessindustrie auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion. Fünf Bereiche werden hierzu im Fokus stehen: klimaneutrale Produktion, Kreislaufwirtschaft, Industriewasser, nachhaltige Chemie und biobasierte Wirtschaft. „Die Prozessindustrie wird ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung nur dann gerecht, wenn sie ihre Anlagen konsequent und zu 100 Prozent elektrifiziert und mittelfristig Wasserstoff als Energiequelle ein-

setzt“, betont Frank Jenner, Global Chemicals & Advanced Materials Industry Leader bei EY. Das Thema Digitalisierung ist das zweite große Thema der Prozessindustrie. Dem trägt die neue Ausstellungsgruppe „Digital Hub“ Rechnung. Sie ist der zentrale

Treffpunkt für alle, die sich für die digitale Transformation der Prozessindustrie interessieren oder sie aktiv mitgestalten. Die Ausstellungsfläche mit zentraler Bühne rückt digitale Showcases der Prozessindustrie ins Rampenlicht www.achema.de

AMB: Digitalisierung der Metallbearbeitung Digitale Lösungen optimieren Prozesse und schaffen Abhilfe bei Herausforderungen wie Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel. Doch damit aus Daten Informationen werden, müssen viele kleine und große Stellschrauben gedreht werden. Die Durchgängigkeit und einheitliche Sprachen gehören dazu. Ebenso wichtig für ein vollständiges Bild ist, dass möglichst viele Teilnehmer der Prozesskette digital denken und handeln. Die AMB 2022 in Stuttgart, die vom 13. bis 17. September 2022 stattfindet, wird diesen Lösungen eine Bühne bieten. Zu sehen sein werden unter anderem Lösungen, die Informationen über den Zustand des Werkzeugs beim Bearbeitungsprozess lie-

Bild: Landesmesse Stuttgart

fern, Anwendungen für eine vorausschauende Steuerung von Anlagen, Spannmittel mit intelligenter Messtechnik oder auch digitale Zwillinge für agile Fertigungssysteme – um nur einige zu nennen. www.messe-stuttgart.de/amb/

18.–19. Oktober 2022 Messe Stuttgart Instandhaltung schafft und bewahrt Werte Erleben Sie industrielle Instandhaltung und Services in Ihrer ganzen Bandbreite! Auf der IN.STAND in Stuttgart finden Sie Produkte und Lösungen für Antriebe und Steuerungen, Ersatzteilmanagement und Retrofit, Automation und Regelungstechnik, Software, Predictive Maintenance sowie AR/VR und smarte Services. Dazu haben Sie neben der Fachausstellung die Gelegenheit, sich im Fachforum und in der Akademie Expertenwissen anzueignen. Guided Tours führen Sie themenspezifisch zu Anbietern.

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