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Zu wenig Pflegende

Am 12. Mai war der internationale Tag der Pflege. Und da Klatschen noch immer keine Probleme löst, liess sich das Altersheim St. Bernhard die Chance nicht nehmen, jungen Menschen die Vielseitigkeit der Pflegebranche zu zeigen.

RINALDO FEUSI

Die Pflegeinitiative ist angenommen. Doch bis Resultate zum Vorschein kommen, dürfte es noch einen Moment dauern Bis dahin bleibt der Fachkräftemangel beim Pflegepersonal akut Auch gut gemeinte Symbolpolitik kann diesem Umstand nicht trotzen. Gut gemeint bleibt das Gegenteil von gut mit oder ohne Applaus in sozialen Medien Um dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken, brauche es Effort aus verschiedenen Sparten, ist Ursula Kleber, Leitung Pflege und Betreuung, überzeugt Als Betrieb könne man ausbilden, Fringe Benefits entwickeln und gute Führungspersönlichkeiten einsetzen Doch die Problematik bleibe dieselbe, meint Loris Gazzotto dazu. Er ist der Leiter Bildung im St Bernhard «Unsere Leute verlassen die Bran- chen nicht primär wegen des Zahltags. Sie wollen pflegen und betreuen Doch aufgrund des Personalmangels bleibt am Ende des Tages zu wenig Zeit für die menschenbezogene Arbeit » Ein Teufelskreis: Zu wenig Personal führt zu weniger Personal.

Interaktiver Schnuppertag

Um am 1 Mai den Jugendlichen die Branche schmackhaft zu machen, veranstaltete das Altersheim deswegen einen Postenlauf, um ihnen die verschiedenen Berufe der Institution näherzubringen Ganze 15 Angestellte des St. Bernhard nahmen sich die Zeit, den Jugendlichen Red und Antwort zu stehen und ihre Tätigkeiten zu zeigen Im Altersheim werden rund 25 Lehrlinge gleichzeitig ausgebildet. Die Firma beschäftigt etwa 200 Mitarbeitende in 22 Berufen aus 20 verschiedenen Ländern Ein guter Nährboden, wie Gazzotto findet. «Wer bei uns die Lehre macht, bekommt auch die Chance, sich weiterzubilden Viele unserer Mitarbeitenden bleiben auf lange Jahre, auf irgendeinem Weg, mit uns verbunden » Wie viele der Sekundarschülerinnen und -schüler ihre Bewerbung ans St. Bernhard senden, bleibt abzuwarten. Doch informiert über Arbeit und Branche sind alle.

Mittendrin marschierte Gemeindeammann Roland Kuster mit Gemeinderatskollegen und -kolleginnen der Gemeinden Neuenhof und Ennetbaden. 19 000 Schritte zählte die Gruppe, zu der auch Urs Ribi (Direktor a.i. der Aargauischen Gebäudeversicherung und Feuerwehrinspektor) sowie der Badener Fabian Engel (Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbandes) gehörten «Dieser Lauf fördert die Kameradschaft über die Gemeindegrenzen hinaus und im ganzen Kanton», sagte Kuster Bereits zum 28 Mal sei er dabei, tue so etwas für die eigene Gesundheit und schätze die Gemütlichkeit des Anlasses.

Besonders aufgefallen sind Läufer mit einer Atemmaske und Sauerstoffflasche Die Feuerwehrmänner Roland Brei und Gian Marco Azzato von der Betriebsfeuerwehr GE Birr stellten sich dieser Herausforderung, liefen unter Atemschutz und testeten so ihre Leistungsgrenze «Alle 3,5 Kilometer stand ein Sauerstoffflaschen-Wechsel an», sagte Brei Unterstützend stellten die Kameraden von Wettingen entsprechende Posten. Das Ziel, mit möglichst wenig Sauerstoff, aber trotzdem nicht schleppend voranzukommen, erreichten die beiden vollends. Zügig zogen sie durch die frühlingshafte Landschaft und überholten gar andere Teilnehmer

Ueli Braun (80) gehört zum Anlass wie das Bier Zum 48 Mal schnürte Ueli Braun, ehemaliger Vizekommandant der Feuerwehr Windisch, die Wanderschuhe für den traditionellen Lauf Nur einmal trat er nicht an, denn vor 11 Jahren musste er aus gesundheit-

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